Uni-Tübingen

Publikationsreihe "Bedrohte Ordnungen"

Der Sonderforschungsbereich 923 publiziert seine Ergebnisse von Tagungen, Workshops und Konferenzen in der eigenen Reihe "Bedrohte Ordnungen" im Mohr Siebeck Verlag in Tübingen.

Den Flyer zur Publikationsreihe "Bedrohte Ordnungen" finden Sie hier.

Bereits in der Reihe erschienen:

Band 1 (2014):

Aufruhr - Katastrophe - Konkurrenz - Zerfall: Bedrohte Ordnungen als Thema der Kulturwissenschaften

Hrsg. v. Ewald Frie u. Mischa Meier

Hier finden Sie den Link zum Mohr Siebeck Verlag, das Inhaltsverzeichnis und die Möglichkeit, die Publikation zu bestellen.

Band 2 (2014):

Goldenes Zeitalter der Stagnation? Perspektiven auf die sowjetische Ordnung der Breznev-Ära

Hrsg. v. Boris Belge u. Martin Deuerlein

Hier finden Sie den Link zum Mohr Siebeck Verlag, das Inhaltsverzeichnis und die Möglichkeit, die Publikation zu bestellen.

Band 3 (2016):

Revolution, Krieg und die Geburt von Staat und Nation:
Staatsbildung in Europa und den Amerikas 1770-1930

Hrsg. v. Ute Planert und Ewald Frie

Hier finden Sie den Link zum Mohr Siebeck Verlag, das Inhaltsverzeichnis und der Möglichkeit, die Publikation zu bestellen.

Band 4 (2016):

Erdbeben in der Antike
Deutungen – Folgen – Repräsentationen

Hrsg. v. Jonas Borsch u. Laura Carrara

Hier finden Sie den Link zum Mohr Siebeck Verlag, das Inhaltsverzeichnis und der Möglichkeit, die Publikation zu bestellen.

Band 5 (2016):

Arme adlige Frauen im Deutschen Kaiserreich

Johanna M. Singer

Hier finden Sie den Link zum Mohr Siebeck Verlag, das Inhaltsverzeichnis und der Möglichkeit, die Publikation zu bestellen.

Band 6 (2017):

Wenn Hunger droht - Bewältigung und religiöse Deutung (1400–1980)

Sandro Liniger

Hunger bedroht die Menschheit elementar – bis heute. Die Autoren des sechsten Bands in unserer Reihe "Bedrohte Ordnungen" beim Mohr Siebeck-Verlag untersuchen in drei Zeitschnitten, wie christliche Gesellschaften Hunger bekämpften und ihn religiös deuteten.

Der von Andreas Holzem herausgegebene Sammelband "Wenn Hunger droht. Bewältigung und religiöse Deutung (1400-1980)" ist aus der Forschung des von ihm geleiteten Teilprojekts B02 "Hungerkatastrophen als Bedrohung religiöser und sozialer Ordnungen. Bedrohungskommunikation und Bewältigungshandeln in christlichen Gesellschaften (1570 – 1980)" hervorgegangen. Es umfasst u.a. Beiträge der Teilprojektbearbeiter Jürgen Michael Schmidt, Christina Riese und Johannes Stollhof.

Inhaltsübersicht
Andreas Holzem: Bedrohtes Leben – bedrohter Glaube (1400–1980). Religiöses und soziales Bewältigungshandeln in Hungerkatastrophen – zur Einleitung

1. Hunger – Sünde – Frömmigkeit (1400–1800)
Christian Jörg: Sündhaftigkeit – Hungersnot – göttliches Strafgericht. Zur Deutung von Klimaextremen, Missernten und Versorgungsengpässen in der Reformatio Sigismundi – Manfred Jakubowski-Tiessen: »Was sol ein frommer gutherziger Christ thun?« Religiöse Bewältigungsstrategien von Hungerkrisen in der Frühen Neuzeit – Jürgen Michael Schmidt: Gottes Zorn? Hunger, Religion und Magie in Südwestdeutschland im 16. und 17. Jahrhundert

2. Hunger – Caritas – Sozialstrategie (1800–1933)
Bernhard Schneider: Gottes Ordnung und der Menschen Werk in Zeiten der Massenarmut. Armutsdeutungen und Armenfürsorgepraktiken im katholischen Deutschland zwischen 1800 und 1850 – Andreas Holzem: Hunger und ‚Soziale Frage‘. Dynamiken der Sozialreform im katholischen Deutschland (1850–1920) – Christina Riese: Die Katholiken und die ‚Sociale Frage‘. Die Durchsetzung von neuen Wahrnehmungsmustern und Wissensparadigmen durch die Mitglieder des Arbeiterwohlverbandes auf den Generalversammlungen der Katholiken Deutschlands (1870–1890)

3. Hunger der Dritten Welt – Wohlstand der Ersten Welt (1960–1980)
Thomas Großbölting: Von der Nächsten- zur Fernstenliebe? Bundesdeutsche Kirchen auf der Suche nach Relevanz zwischen 1960 und 1980 – Benedikt Brunner: Kirche für andere – Kirche für die Welt. Hunger und Armut als Katalysatoren des Wandels westdeutscher Kirchenkonzepte – Florian Bock:»Wir wollen einfach die Lebensbedingungen der Menschen verbessern.« Zum Paradigmenwechsel der katholischen Entwicklungshilfe in der Bundesrepublik um 1968 – Johannes Stollhof: »Ein Millionen-Volk wird ausgehungert!« Die Wahrnehmung der Hungerkatastrophe in Biafra zwischen 1967 und 1970 im deutschen Katholizismus
 

https://www.mohr.de/buch/wenn-hunger-droht-9783161551758

Band 7 (2017):

Gesellschaft in der Zerstreuung
Soziale Ordnung und Konflikt im frühneuzeitlichen Graubünden

Trotz bestehender sozialer, politischer und kultureller Differenzen und trotz der schwierigen Bedingungen im Gebirge unterhalten im frühneuzeitlichen Graubünden über 50 alpine Talgemeinden zuverlässig ein Miteinander ohne Zentralinstanz und ohne Staat. Ihnen gelingt es, auch angesichts widriger Umstände – steil aufragender Berge, entlegener Täler, weiträumig gestreuter Siedlungsverbände, zerstückelter kommunaler Organisationsweisen, sprachlich-kultureller Heterogenität und komplexer konfessioneller Gemengelage – ein gemeinsames Soziales und Politisches erfolgreich zu organisieren. Sie bilden sogar eine dynamische Einheit und Ordnung aus, und dies ganz ohne übergeordnete Zentralmacht. Diesen auf den ersten Blick paradoxal anmutenden Befund nimmt Sandro Liniger zum Anlass, um nach der Funktionsweise einer Gesellschaft in der Zerstreuung zu fragen: Welche spezifische Logik zeichnet eine solche alternative Form der Organisation des sozialen und politischen Zusammenlebens aus? Und welche Instabilitäten und Resistenzen sind ihr zu eigen? Welche Konflikte charakterisieren sie?

Hier finden Sie den Link zum Mohr Siebeck Verlag, das Inhaltsverzeichnis und der Möglichkeit, die Publikation zu bestellen.

Band 8 (2017)

Nürnberger Fastnachtspiele und städtische Ordnung

Beatrice von Lüpke

Inwiefern lässt sich das mittelalterliche Fastnachtstheater als Auseinandersetzung mit städtischer Ordnung verstehen? In der vorliegenden Studie interpretiert Beatrice von Lüpke die vorreformatorischen Nürnberger Fastnachtspiele unter Berücksichtigung historischer Quellen und geschichtswissenschaftlicher Forschungsergebnisse. Viele Spieltexte lassen sich dadurch neu erschließen; vor allem deutet die Vielzahl der Anspielungen auf Ordnungsmuster und Konflikte darauf hin, dass die Teilhabe am städtischen Ordnungsdiskurs diese frühe Spieltradition wesentlich charakterisiert. Mit den ihm eigenen poetischen Mitteln verhandelt das Fastnachtspiel Recht, Religion, Politik, Wirtschaft und Stand sowie Ehe- und Geschlechterrollen. Exemplarisch zeigen sich hier die Bedingungen des vormodernen Theaters in der Stadt.

Hier finden Sie den Link zum Mohr Siebeck Verlag, das Inhaltsverzeichnis und der Möglichkeit, die Publikation zu bestellen.

Band 9 (2018):

Die Bedrohung der Polis
Hesiods »Werke und Tage« als Zeugnis literarischer Bedrohungskommunikation

Matthias Becker

Wie wirkt sich im Altertum eine als akut wahrgenommene Bedrohung auf die politische Reflexion von Betroffenen aus? Matthias Becker geht dieser Frage am Beispiel der Werke und Tage Hesiods nach. Dabei entwickelt er auf der Grundlage aktueller Theorieansätze ein eigenes Modell literarischer Bedrohungskommunikation, das neue methodische Impulse für die Erforschung antiker Texte liefert. Dieses Modell umfasst sechs Sinndimensionen: eine sachliche, eine soziale, eine zeitliche, eine emotionale, eine religiöse sowie eine paränetische. Analysiert werden die literarischen Strategien, mittels derer Hesiod den Rechtsstreit mit seinem Bruder Perses zu einem Präzedenzfall von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung erhebt. Die Analyse mündet in das Plädoyer, Hesiod als einen politischen Denker zu begreifen, der die Grundlagen menschlichen Zusammenlebens unter dem Eindruck einer akuten Bedrohung freilegt.

Hier finden Sie den Link zum Mohr Siebeck Verlag, das Inhaltsverzeichnis und die Möglichkeit, die Publikation zu bestellen.

Band 10 (2018):

Geboren, um zu herrschen?
Gefährdete Dynastien in historisch-interdisziplinärer Perspektive

Hrsg. v. Ellen Widder, Iris Holzwart-Schäfer u. Christian Heinemeyer

Zu allen Zeiten und in ganz unterschiedlichen Regionen der Welt haben Menschen dazu tendiert, Besitz, Macht, Ämter und Status an die nächste Generation weiterzugeben, um sich selbst und ihr eigenes Wirken in eine Linie der Kontinuität zu stellen. Ob in deutscher oder internationaler Politik und Wirtschaft, Wissenschaft oder sogar im Sport ‒ dynastische Kontinuitäten bestimmen auch unsere Gegenwart mehr, als sich auf den ersten Blick vermuten lässt. Was Dynastien ausmacht, zeigt sich besonders in solchen Momenten, in denen sie in ihrem Fortbestand unmittelbar bedroht sind: Wenn Nachkommen fehlen, sterben oder aus anderen Gründen als Erben ausfallen, wenn die Nachfolge umstritten ist und diese Situation von Konkurrenten herausgefordert oder ausgenutzt wird. Dieser Band versammelt erstmals Vertreter verschiedener Disziplinen, die sich mit der Bedrohung dynastischer Ordnungen in verschiedenen zeitlichen, räumlichen und kulturellen Kontexten beschäftigen.
 

Dynastisches Bewusstsein, Brüche und Kontinuitäten
Karl Ubl: Herrscherlisten in Rechtshandschriften. Dynastiebildung und genealogisches Wissen im karolingischen Frankenreich ‒ Gilles Lecuppre: Widersprüchliche Ausdrucksformen der Kapetinger-Nostalgie um die Mitte des 14. Jahrhunderts: Bruch oder Kontinuität der Dynastie? ‒ Martin Wrede: Gründen und Bleiben – zwei Probleme. Familiengründung und Bestandssicherung am Beispiel des »neuen« Hauses Arenberg

Strategien der Nachfolgesicherung
Ellen Widder: Colette de Corbie. Wege zur Heiligkeit im Burgund des 15. Jahrhunderts ‒ Christina Antenhofer: Medikalisierung ante litteram? Die Bedeutung des medizinischen Wissens für die Dynastie am Beispiel der Korrespondenz der Gonzaga von Mantua mit den süddeutschen Fürstenhöfen ‒ Michael Zach: Dominante Mütter, schwache Söhne, mächtige Generäle – und nur eine Dynastie? Nachfolgestrategien im Reich von Meroe ‒ Susan Richter: Außereuropäische Erbfolgeregelungen im europäischen Aufklärungsdiskurs ‒ Bernd Kannowski: Dynastische und normative Rahmenbedingungen der Königswahl im Spätmittelalter ‒ Torsten Groth: Paradoxien der Nachfolgeentscheidung in Mehrgenerationen-Familienunternehmen

Möglichkeitsräume
Jörg Rogge: Was tun, wenn ein (männlicher) Erbe fehlt? Das Ringen um den schottischen Thron nach dem Tod von König Alexander III. 1286 ‒ Iris Holzwart-Schäfer: Cecidit corona capitis me – Das Nachfolgeproblem König Roberts I. von Neapel und die politische Ordnung Italiens im 14. Jahrhundert ‒ Heidi Mehrkens: Ferdinand Philippe von Orléans: Ein Todesfall und ein fragiles Regime (1842–1848) ‒ Susanne Knaeble: Eine Frau soll herrschen? – Bedrohte Herrschaft und bedrohte ständische Ordnung im Hug Schapler (1500) ‒ Dominique Otten-Pappas: Die Rolle von Frauen im Familienunternehmen. Töchter in der Nachfolge ‒ Iris Holzwart-Schäfer: Gefährdete Dynastien in historisch-interdisziplinärem Kontext – Resümee

Hier finden Sie den Link zum Mohr Siebeck Verlag, das Inhaltsverzeichnis und der Möglichkeit, die Publikation zu bestellen.

Band 11 (2018):

Erschütterte Welt
Soziale Bewältigung von Erdbeben im östlichen Mittelmeerraum der Antike

Jonas Borsch

Die antike Welt war mit dem Phänomen Erdbeben gut vertraut. Das gilt gerade auch für die Bewohner des östlichen Mittelmeerraumes, von denen viele regelmäßig mit seismischen Erschütterungen konfrontiert gewesen sind. Dies ist durch eine vergleichsweise reiche schriftliche Überlieferung und den archäologischen Befund bezeugt. Für den Historiker sind bebenbedingte Katastrophen von besonderem Interesse, da sie gesellschaftliche Debatten auslösen und Strukturen (z.B. sozial, ökonomisch, weltanschaulich) offenlegen können, die weit über das einmalige Ereignis hinausweisen. Jonas Borsch untersucht einige mit Erdbeben besonders eng verbundene Regionen und Orte unter diesem Aspekt: Dabei schaut er auf die mit Erdbeben in Verbindung stehenden Diskurse, auf gesellschaftliche Resilienz sowie auf religiöse und materielle Bewältigungsstrategien. Die Ergebnisse setzt er durch einen diachronen Vergleich zur mediävistischen und neuzeitlichen Katastrophenforschung in Beziehung.

Hier finden Sie den Link zum Mohr Siebeck Verlag, das Inhaltsverzeichnis und die Möglichkeit, die Publikation zu bestellen.
 

Band 12 (2019):

Dynamics of Social Change and Perceptions of Threat

Herausgegeben von Ewald Frie, Thomas Kohl, and Mischa Meier

Veröffentlicht auf Englisch.
Warum verändern sich Dinge zu bestimmten Zeiten und nicht zu anderen? Die Beiträge in diesem Band betrachten diese Frage aus der Perspektive der Bedrohung. Selbstalarmierungen aus Gesellschaften oder sozialen Gruppen heraus öffnen Möglichkeitsfenster für Wandel – der oft nicht so verläuft, wie die Urheber der Alarmierung wünschen. Einmal bedroht, werden soziale Ordnungen, die zuvor als gegeben hingenommen wurden, sichtbar, verhandelbar und damit auch veränderbar. In fünf Sektionen behandeln die Beiträge ein weites Spektrum an bedrohten Ordnungen: Dürre und Flut in der modernen Welt, Aufstände in mittelalterlichen Städten, antike Glaubenssysteme sowie heutige organisierte Kriminalität und Protest. Alarmierung und Bedrohung, so zeigt sich, ermöglichen Analyse und Vergleich schnellen und überraschenden sozialen Wandels in vielen Gesellschaften. 

Hier finden Sie den Link zum Mohr Siebeck Verlag, das Inhaltsverzeichnis und die Möglichkeit, die Publikation zu bestellen.

Band 13 (erscheint 2019):

Bedroht sein.Gesellschaften unter Stress im Vergleich.
Hrsg. v. Ewald Frie, Mischa Meier u. Dennis Schmidt

Wie gehen Menschen mit Informationen um, die stark emotional, von Zeitknappheit bestimmt sind, konkrete Bedrohungsquellen nennen und andere Kommunikationsthemen in den Hintergrund drängen? Wie agieren sie, wenn Handlungsoptionen unklar, Routinen fraglich und die Verlässlichkeit ihrer Interaktionspartner unsicher erscheinen? Wie erleben Menschen bedrohliche Situationen und Ereigniskonstellationen? Diese Fragen sind bedeutsam, weil in »Bedrohten Ordnungen« historische Prozesse stärker formbar werden. Neue Akteure treten auf, neue Ideen gewinnen an Bedeutung und neue Handlungsskripte werden entwickelt. Menschen erkennen fragil erscheinende Formen bisher unhinterfragter Ordnungen, sie bewerten und verhandeln Kausalitäten, Hierarchien und Normalitäten neu. Sie sehen neue Möglichkeitshorizonte, teils angstvoll, teils zuversichtlich. Was einigen Angst macht, lässt andere Hoffnung schöpfen. »Bedrohte Ordnungen« haben das Potential für raschen sozialen Wandel.

Hier finden Sie den Link zum Mohr Siebeck Verlag, das Inhaltsverzeichnis und die Möglichkeit, die Publikation zu bestellen.