Uni-Tübingen

Bedrohte Ordnungen - Krisen anders denken

Brexit, Migration oder doch die Klimakrise? Im Podcast „Bedrohte Ordnungen“ fragen nach wir den vermeintlichen und echten Problemen von Gesellschaften nach. Was bedroht uns? Was brauchen wir? Wer sind wir überhaupt und was tun wir jetzt? Wir beschäftigen uns mit gesellschaftlichem Wandel und damit, wie Menschen mit Bedrohungen umgehen, sei es bei der Belagerung Konstantinopels, Naturkatstrophen im Mittelalter, Börsencrashs im 18. Jahrhundert, oder Terroranschlägen in den USA. Im Gespräch mit Wissenschaftler*innen der Uni Tübingen geht Moderatorin Pia Fruth diesen und anderen Fragen auf den Grund.

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Folge #04: Der Fall George Floyd: Rasse, Macht und Ordnung in den USA (Gäste: Prof. Dr. Astrid Franke, Dr. Nicole Hirschfelder)

Die Abschaffung der Sklaverei, das Civil Rights Movement oder die Wahl Obamas weckten immer wieder Hoffnungen auf das Über­winden des Rassismus in den USA. Doch der Rassismus verschwand nicht, die Probleme blieben. Im Mai 2020 kam es erneut zu welt­weiten Protesten, nachdem ein weißer Polizist den wehrlosen Afro­amerikaner George Floyd vor zahl­reichen Handy­kameras tötete. Astrid Franke und Nicole Hirschfelder erklären im Gespräch mit Pia Fruth, warum die Tötung Floyds im Kontext rassistischer Lynch­morde steht und warum eine rassistische Macht­ordnung sich gerade in den USA als ausgesprochen anpassungs­fähig erweist.

Credits:
  • Moderation: Dr. Pia Fruth
  • Gäste: Prof. Dr. Astrid Franke, Dr. Nicole Hirschfelder
  • Sprecher: Oliver Lichtwald, Thorsten Zachary, Samuel Zink
  • Produktion: Gülce Bengi, Thorsten Zachary, Roman Krawielicki
  • Schnitt und Recherche: Gülce Bengi
  • Leitung Tontechnik: Klaus Klein
  • Jingle: Floh Baumann, Meike Hebich, Denis Kratzer

Folge #03: Es braucht eine neue "Völkerwanderung" (Gast: Prof. Dr. Mischa Meier)

Wer sich an den Schul­unterricht erinnert, der verbindet mit der „Völker­wanderung“ den Unter­gang des Römischen Imperiums und das Ende der antiken Welt. Im politischen Diskurs werden vermeintliche „Völker­wanderungen“ immer wieder als Untergangs­szenarien und Angst­bilder instrumentalisiert. Dass das wissen­schaftlich allerdings kaum plausibel ist, erklärt der Althistoriker und Sprecher des Sonder­forschungs­bereiches 923 Mischa Meier Interview mit Pia Fruth. Er plädiert dafür, politisch aufgeladene Begriffe wie die „Völker­wanderung“ wissenschaftlich zu hinterfragen und haltlosen historischen Vergleichen im politischen Diskurs besonnen ent­gegen­zutreten.

Credits:
  • Moderation: Dr. Pia Fruth
  • Gast: Prof. Dr. Mischa Meier
  • Sprecher: Oliver Lichtwald, Thorsten Zachary, Samuel Zink
  • Produktion: Gülce Bengi, Thorsten Zachary, Roman Krawielicki
  • Schnitt und Recherche: Gülce Bengi
  • Leitung Tontechnik: Klaus Klein
  • Jingle: Floh Baumann, Meike Hebich, Denis Kratzer

Folge #02: Ein neues Zeitalter der Pandemien? (Gäste: PD Dr. Henning Tümmers, Dr. Daniel Becker)

Die Corona-Pandemie hat die Welt fest im Griff. Menschen und ganze Gesellschaften fühlen sich unmittelbar von Krankheit und Krise bedroht. Eine Sehnsucht nach Orientierung in dieser unübersichtlichen Situation ist greifbar. Vergleiche mit historischen Pandemien, etwa der Spanischen Grippe, sind allgegenwärtig und bringen scheinbar Ordnung in das Chaos. Mit solchen Vergleichen müsse man jedoch äußerst vorsichtig sein, meinen die beiden Medizinhistoriker Henning Tümmers und Daniel Becker. Im Gespräch erklären sie, warum einerseits jede Pandemie/Epidemie ein Individuum ist und sich andererseits dennoch ähnliche Verhaltensmuster im Umgang mit Krankheitsausbrüchen erkennen lassen.

Credits:
  • Moderation: Dr. Pia Fruth
  • Gäste: PD Dr. Henning Tümmers, Dr. Daniel Becker
  • Sprecher: Oliver Lichtwald, Thorsten Zachary, Samuel Zink
  • Produktion: Gülce Bengi, Thorsten Zachary, Roman Krawielicki
  • Schnitt und Recherche: Gülce Bengi
  • Leitung Tontechnik: Klaus Klein
  • Jingle: Floh Baumann, Meike Hebich, Denis Kratzer

Folge #01: Brexit, Britishness und Bedrohte Ordnung (Gast: Prof. Dr. Ewald Frie)

Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union scheint wie ein nicht enden wollendes Drama. Nach mehr als drei Jahren des Verhandelns hat das britische Parlament vorläufig einem Austrittsabkommen zugestimmt. Geeint wirkt das Land dadurch jedoch nicht. Die Gräben sind tiefer geworden und die Spaltung der Gesellschaft scheint unvermindert. Warum die Einigung im Parlament so schwer war und warum der Untergang des British Empire dabei eine grundlegende Rolle spielt, das erklärt Historiker Ewald Frie, der seit mehreren Jahren an der Uni Tübingen ein Forschungsteam zum Zerfall des britischen Imperiums leitet.

Credits:
  • Moderation: Dr. Pia Fruth
  • Gast: Prof. Dr. Ewald Frie
  • Sprecher: Oliver Lichtwald, Thorsten Zachary, Samuel Zink
  • Idee, Format und Produktion: Meike Hebich mit Unterstützung von Roman Krawielicki und Thorsten Zachary
  • Aufnahmeleitung, Schnitt und Recherche: Meike Hebich
  • Leitung Tontechnik: Klaus Klein
  • Jingle: Floh Baumann, Meike Hebich, Denis Kratzer
  • Bachelorprojekt betreut von Dr. Erwin Feyersinger