Uni-Tübingen

Forschungsschwerpunkt Translationale Immunologie und Krebsforschung

Komplexe Grundlagenforschung für Patienten

Bei den großen Forschungsthemen Immuntherapie und Überwindung der Therapieresistenz solider Tumoren liegt die Aufmerksamkeit der Forscher des Interfakultären Instituts für Zellbiologie ganz auf der komplizierten Immunabwehr des Körpers. Denn es geht zwar bei Autoimmunerkrankungen und bei Krebs um verschiedene Krankheiten und Forschungsansätze. Doch Grundlage weiterer Fortschritte bildet die Erkenntnis, dass die menschliche Immunabwehr je nach genetischer Veranlagung unterschiedlich reagiert.

So geht man zum Beispiel bei Multipler Sklerose oder Diabetes davon aus, dass bei bestimmter genetischer Disposition manche Krankheitserreger körpereigenen Strukturen ähneln und das Immunsystem beim Kontakt mit den Erregern ein Abwehrprogramm einschaltet, dass sich dann auch gegen den eigenen Körper richtet. Es kommt zu Überreaktionen. Bei Krebserkrankungen hingegen müsste die Immunabwehr sogar gestärkt werden. Diese komplexen Themen beschäftigen die Wissenschaftler im Sonderforschungsbereich 685 "Immuntherapie: Von den molekularen Grundlagen zur klinischen Anwendung".

Ein weiterer Sonderforschungsbereich 773 "Therapieresistenz solider Tumoren und ihre Überwindung" versammelt Mediziner und Naturwissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen, um zu erforschen, warum sich manche Tumoren ihrer Zerstörung durch Strahlen- oder Chemotherapie widersetzen können. Offenbar können die Tumore die Alterung und das normale Absterben der Zellen unterdrücken und sogar gezielt Überlebensprogramme einleiten. Die Erkenntnisse sollen Therapieansätze ermöglichen, die Krebspatienten schnellstmöglich zugute kommen sollen. Der Sonderforschungsbereich ist mit dem Südwestdeutschen Tumorzentrum eng verbunden.