Juristische Fakultät

08.03.2023

Tübingen in Chapel Hill Frühjahr 2023

Zweiter Besuch der Juristischen Fakultät an der UNC at Chapel Hill

Nach dem Besuch aus Chapel Hill im Sommer 2022 konnten am 12. Februar 2023 nun 20 Tübinger Studierende für 14 Tage in die USA fliegen – finanziert durch Reisestipendien der Reinhold-und-Maria-Teufel-Stiftung sowie durch die Gastgeber in Chapel Hill. Gemeinsam mit den Studierenden reisten die beiden Tübinger Professoren Christine Osterloh-Konrad und Jens-Hinrich Binder an, die sich u.a. an Vorlesungen der amerikanischen Kollegen beteiligten.

Im Rahmen des vielfältigen Programms der Universität, das u.a. die Teilnahme an Vorlesungen vorsah, konnten die Studierenden einen Einblick in den Vorlesungsalltag bekommen. Je nach Interesse konnte zwischen verschiedenen Kursen ausgewählt werden. Dabei reichte das Angebot von aus Deutschland bekannten klassischen Vorlesungen wie Strafrecht über Staatsrecht bis hin zu politisch und gesellschaftlich relevanten Themen wie „Race and the Law“. Besonders anregend war es dabei, Einblicke in Themenbereiche zu bekommen, die über das rein Juristische hinaus gehen. Dabei war die offene Diskussionskultur, die in den einzelnen Unterrichtsstunden herrschte, bemerkenswert.

Ebenso interessant war die Erfahrung des berühmten „school spirit“. Dieser zeigte sich bereits am ersten Tag beim Basketballspiel der Universitätsmannschaft, der „tar heels“. Davon ließen sich auch die deutschen Studierenden, gekleidet in „North Carolina Blue“, sofort anstecken.

Neben der Zeit an der UNC war die Reise nach Washington D.C. ein weiterer Höhepunkt. Am 17. Februar ging es in aller Frühe mit dem Bus in Richtung Kapitol los. Dort wurde die Gruppe aus Tübingen von Mitarbeitenden der demokratischen Abgeordneten Deborah Ross im Repräsentantenhaus empfangen. Diese gewährte der Gruppe exklusive Einblicke in die politische Arbeitswelt mit anschließender Führung durch das Kapitol. Auf den Check-in im nahe gelegenen Hotel folgte eine von vielen Einladungen der UNC zu traditionell amerikanischen Essen. An den darauffolgenden Tagen blieb den Studierenden viel Zeit, um das vielfältige kulturelle Angebot zu erkunden. Mit den vom Hotel zur Verfügung gestellten Fahrrädern konnte die gesamte Stadt erkundet werden z.B. das junge alternative Georgetown, Chinatown oder ganz klassisch die „National Mall“.

Auch in der zweiten Woche tauchten die Tübinger Studierenden wieder voll ins amerikanische Campus-Leben ein. Kaffeepausen mit neu gewonnenen Freunden bei frühlingshaftem Wetter, abendliche Barbesuche und Mitfiebern bei Sportveranstaltungen gehörten neben weiteren spannenden Vorlesungen zum Uni-Alltag dazu. Weitere Vorfreude auf den Sommer machte der Strandbesuch in Wilmington. Dieser rundete den Besuch bei Chief Judge Richard Myers ab. An dessen Federal Court konnten die Studierenden Anhörungen beiwohnen und dem Richter anschließend Fragen stellen. Die Stimmung konnte auch durch die spontane Vertagung einer Urteilsverkündung nicht getrübt werden, denn Judge Myers stellte sich als eine beeindruckende Persönlichkeit dar, die den Studierenden viel mit auf den Weg geben konnte.

Gekrönt wurde der zweiwöchige Aufenthalt mit dem jährlichen Barrister´s Ball. Dabei kommen alle Jurastudierenden der UNC in Abendgarderobe im beeindruckenden Festsaal des Carolina Inn zusammen. Hierfür werden bereits am Nachmittag Vorbereitungen getroffen, Fotos gemacht, gemeinsam gegessen, sodass die letzte Zeit mit den amerikanischen Freunden in vollen Zügen genossen werden konnte.

Erfüllt von den Erfahrungen der vergangenen zwei Wochen, kehrten die Studierenden nach Deutschland zurück. Mit freudiger Erwartung sehen alle dem anstehenden Besuch der amerikanischen Studierenden entgegen. Dabei freuen wir uns besonders darauf, die außerordentliche Gastfreundschaft erwidern zu können. Besonders möchten wir uns bei allen beteiligten Professoren, den hilfsbereiten Studierenden und der Koordinatorin Rebecca Barraclough Howell bedanken. Die Intensität der wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Einblicke wird in guter Erinnerung bleiben und die neu gewonnenen Freundschaften den zweiwöchigen Austausch sicherlich lange überdauern!

Text: Ronja Biberstein und Mara Warresz

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