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		<title>Fachbereich</title><link>https://uni-tuebingen.de/fr/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/biologie/fachbereich/</link><description>Der RSS Feed der Universität Tübingen</description><language>en-EN</language><copyright>Universität Tübingen</copyright><pubDate>Sat, 14 Mar 2026 20:42:48 +0100</pubDate><lastBuildDate>Sat, 14 Mar 2026 20:42:48 +0100</lastBuildDate><item><guid isPermaLink="false">news-124677</guid><pubDate>Thu, 19 Feb 2026 19:06:21 +0100</pubDate><title>Aktualisierung Modulhandbücher B.Sc., B.Ed. und M.Ed.</title><link>https://uni-tuebingen.de/fr/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/biologie/fachbereich/newsfullview-willkommen-aktuell/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=124677&amp;cHash=0b13fdb382c902bdcbe9a9a340a0cf4e</link><description>...neue Prüfungsordnungen 2024</description><content:encoded><![CDATA[<p>Im <a href="/fr/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/biologie/downloads/">Downloadbereich</a> unserer Webseite finden Sie die aktualisierten und überarbeiteten Versionen der Modulhandbücher für B.Sc., B.Ed. und M.Ed. Biologie, neue Prüfungsordnungen 2024 vom 3.2.2026. Die alten Modulhandbücher verlieren ihre Gültigkeit!</p><p><i>Das Team des Studiendekanats Biologie</i></p>]]></content:encoded><category>Biologie-Aktuell</category><category>Biologie-Willkommen-Aktuell</category><category>Biologie-Studium-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-104796</guid><pubDate>Tue, 01 Oct 2024 13:21:00 +0200</pubDate><title>Neue Prüfungsordnungen ab WiSe 24/25</title><link>https://uni-tuebingen.de/fr/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/biologie/fachbereich/newsfullview-willkommen-aktuell/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=104796&amp;cHash=3005a27249a844ce70dc96bb93526478</link><description>Informationen zu aktualisierten Modulhandbüchern und Äquivalenzen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Studierende,</p><p>mit Beginn des WiSe 24/25 haben alle Studiengänge der Biologie neue Prüfungsordnungen und Modulhandbücher bekommen. Diese gelten <strong>nur </strong>für Studierende, die ihr Studium bei uns ab WiSe 24/25 begonnen haben.</p><p><strong>Bachelor- und Lehramtsstudierende</strong>, die ihr Studium <strong>vor</strong> WiSe 24/25 bei uns begonnen haben (=alte Prüfungsordnungen), müssen ihr Studium nach den Regelungen der alten Prüfungsordnungen absolvieren und abschließen. Die alten Pflichtmodule werden sukzessive durch die Module der neuen Prüfungsordnungen ersetzt. Im Downloadbereich findet sich eine &nbsp;<a href="https://uni-tuebingen.de/securedl/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE3NzM1MTczNjgsImV4cCI6MTc3MzYwNzM2OCwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW4vVW5pX1R1ZWJpbmdlbi9GYWt1bHRhZXRlbi9CaW9sb2dpZS9BbGxnZW1laW4vU3R1ZGl1bS9TdHVkaXVtX2FsbGdlbWVpbi9cdTAwYzRxdWl2YWxlbnp0YWJlbGxlQmlvbG9naWUucGRmIiwicGFnZSI6ODQxMX0.7pJw28CwqUdWLoq0Z089ogd1JQeNPoBETAYWHHqnHYA/ÄquivalenztabelleBiologie.pdf" class="download">Äquivalenztabelle</a>, der entnommen werden kann, welche Modul(teile) der neuen Module als Äquivalenz für “alte” Module absolviert werden müssen. Bereits absolvierte Studienleistungen (z.B. Praktikumsteilnahme) eines “alten” Moduls werden als Studienleistung des äquivalenten neuen Moduls angerechnet.</p><p>Die Modulhandbücher <strong>Lehramt B.Ed. </strong>(alte und neue PO)<strong></strong>sowie <strong>M.Ed. EF</strong> (alte und neue PO) wurden am 25.3.25 aktualisiert.</p><p><strong>Masterstudierende</strong> wenden sich bei Fragen zu Äquivalenzen bitte an den/die jeweilige/n Koordinator/in.</p><p><i>Ihr Studiendekanat Biologie</i></p>]]></content:encoded><category>Biologie-Willkommen-Aktuell</category><category>Biologie-Studium-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-48450</guid><pubDate>Wed, 22 Jan 2020 10:23:10 +0100</pubDate><title>Kleine Fische orten Fressfeinde durch Licht</title><link>https://uni-tuebingen.de/fr/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/biologie/fachbereich/newsfullview-willkommen-aktuell/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=48450&amp;cHash=8fdde7e8688f8819603249eb337f634b</link><description>Meeresbewohner lenkt Sonnenlicht um ‒ Augenreflexion warnt vor lauernden Raubfischen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Kleine Fische nutzen „aktive Lichtortung“, um potenzielle Räuber frühzeitig zu entdecken. So kann der „gelbe Spitzkopf-Schleimfisch“ (<em>Tripterygion delaisi</em>) mit seiner Iris seitlich Sonnenlicht reflektieren und damit seine unmittelbare Umgebung ausleuchten. Dass er dies auch dazu nutzt, seinen Fressfeind, den „Drachenkopf“ (<em>Scorpaena porcus</em>), zu lokalisieren, konnten Professor Nico Michiels vom Institut für Evolution und Ökologie der Universität Tübingen und sein Team nun erstmals in Experimenten nachweisen. Denn trifft das umgelenkte Licht auf die Augen eines Drachenkopfs, wird es zurückreflektiert ‒ und warnt so die Fische, Abstand zu halten. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin <em>Proceedings of the Royal Society B</em> veröffentlicht.</p><p>Manche Tierarten senden aktiv Signale aus und können aus den Reflexionen naher Objekte ihre Umgebung oder Beutetiere ausmachen. So verwenden beispielsweise Fledermäuse Ultraschall-Laute, um sich per Echoortung zu orientieren. Lichtortung, also das Aussenden von Licht um sichtbare Reflexionen auszulösen, war bislang nur von in der Tiefsee lebenden Laternenfischen bekannt. Diese nutzen chemisch erzeugtes Licht, um in der Dunkelheit besser sehen zu können.</p><p>Die Lichtortung tagaktiver Fische wie des Spitzkopf-Schleimfisches ist hingegen kaum erforscht. Der vier Zentimeter lange Fisch lebt in zehn Metern Tiefe im Atlantik und Mittelmeer. Durch Kippen und Drehen seines Auges ist er in der Lage, das einfallende Sonnenlicht mit der Iris umzulenken. Die Tübinger Biologen konnten bereits zeigen, dass er auf diese Weise „Augenblitze“ aussendet, um seine Beute, Kleinkrebse, zu finden.&nbsp;</p><p>Dass er so auch Fressfeinde wie den Drachenkopf ortet, zeigt nun die aktuelle Studie. Der gut getarnte Raubfisch wartet reglos am Boden auf seine Beute. Trifft das umgelenkte Licht auf seine retroflektierenden Augen, erzeugt dies ein Augenleuchten: Wie reflektierende Katzenaugen warnt es den Spitzkopf-Schleimfisch vor der Gefahr. In Experimenten in Korsika, im Labor und auf dem Meeresboden, hinderten die Tübinger Biologen die Fische mit kleinen, schattierenden Hütchen daran, Sonnenlicht seitlich umzulenken. Dies hatte zur Folge, dass die Fische einem (hinter Glas präsentierten) Drachenkopf wesentlich näher kamen als ihre Artgenossen aus der Kontrollgruppe. Wurde stattdessen ein Stein als visuelles Objekt präsentiert, näherten sich alle Fische gleich stark an, ob mit oder ohne Hütchen.</p><p>„Das umgelenkte Licht ist zwar schwach“, sagt Professor Nico Michiels. „Visuelle Modellierungen im Computer zeigen aber, dass es in den Augen der Drachenköpfe eine Reflexion erzeugt, die ausreichend stark ist, um vom Spitzkopf-Schleimfisch wahrgenommen zu werden.“ Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Fische diese Änderung der Pupillenhelligkeit über Entfernungen von sieben Zentimetern und mehr erkennen können. Dies reicht aus, um einen bis dahin unentdeckten Drachenkopf rechtzeitig zu umgehen. „Wir vermuten, dass diese Form der aktiven Wahrnehmung bei kleinen Fischen weit verbreitet ist“, so Michiels.</p><h3>Publikation:</h3><p>Matteo Santon, Pierre-Paul Bitton, Jasha Dehm, Roland Fritsch, Ulrike K. Harant, Nils Anthes und Nico K. Michiels. Redirection of ambient light improves predator detection in a diurnal fish. <em>Proceedings of the Royal Society B</em>, <a href="https://doi.org/10.1098/rspb.2019.2292" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1098/rspb.2019.2292</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Biologie-Willkommen-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-47811</guid><pubDate>Thu, 02 Jan 2020 09:37:36 +0100</pubDate><title>Neu entdeckte Moleküle sind für Fibrosen verantwortlich</title><link>https://uni-tuebingen.de/fr/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/biologie/fachbereich/newsfullview-willkommen-aktuell/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=47811&amp;cHash=d8b6425589d4de2647f048d7c8da9d9e</link><description>Forschungsteam unter Tübinger Leitung identifiziert Molekülgruppe, die Gewebeverhärtungen steuert – Möglicher Ansatz zu Behandlung von Leberkrebs</description><content:encoded><![CDATA[<p>Molekularbiologen haben RNA-Moleküle identifiziert, die für die Entstehung von Fibrosen verantwortlich sind: Krankhafte Verhärtungen im Gewebe von Organen, die deren Funktion beeinträchtigen und unter anderem bei Patienten mit Leberzirrhose und Krebs auftreten. Die Erkenntnisse könnten neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnen. Professor Alfred Nordheim vom Interfakultären Institut für Zellbiologie der Universität Tübingen hatte die Studie gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Heidelberg, Dortmund, Braunschweig und Aachen durchgeführt. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Wissenschaftsjournal <em>Proceedings of the National Academy of Sciences</em> (PNAS) publiziert.</p><p>Fibrosen entstehen durch Erkrankungen, aber auch im Alterungsprozess oder durch eine ungesunde Lebensweise. Dabei lagern sich in den Zellen des Organgewebes Proteine, vor allem Kollagene ab, die zu einer Verhärtung des Gewebes und bis zum Organversagen führen können. Dies kann Lunge, Herz, Niere oder Leber betreffen. Bei Krebspatienten geht der Bildung von Tumoren oft eine Fibrose am betroffenen Organ voraus, besonders bei Leberkarzinomen wie dem hepatozellulären Karzinom (HCC), einer meist tödlich verlaufenden Krebserkrankung.</p><p>Alfred Nordheim und sein Team hatten die Entstehung und das Fortschreiten von Leberkrebs an Mäusen untersucht und dabei die beteiligte RNA-Molekülgruppe entdeckt. Diese sogenannten microRNA-Moleküle unterbinden die Bildung von Kollagenen und anderen Proteinen, die mit Fibrose in Zusammenhang gebracht werden. Unter normalen Umständen verhindern sie die Bildung von Fibrosen in der Leber. Im Verlauf der Krebsbildung werden sie jedoch „ausgeschaltet“. So setzt die Fibrosebildung ein und fördert dadurch beispielsweise das Fortschreiten des Leberkarzinoms. Zusätzlich wertete das Team bereits vorhandene Datenbanken aus und stellte fest, dass die Bildung der fraglichen RNA-Moleküle auch bei Brust- und Lungenkrebs beim Menschen unterdrückt ist. &nbsp;</p><p>Wie die Tübinger Doktorandinnen Ivana Winkler und Catrin Bitter in weiteren Forschungen feststellten, kooperieren die Moleküle dabei in einer Art Netzwerk unterschiedlicher microRNAs. Erst das Zusammenwirken verhindert die Bildung von Verhärtungen. Koordiniert wird dies von einem sogenannten Regulatorprotein namens „PPARγ“. An Mäusen überprüfen die Wissenschaftler derzeit, ob diese zentrale Steuerung durch PPARγ neue therapeutische Möglichkeiten eröffnet: Bei gezielter pharmakologischer Aktivierung könnte sich die Entstehung fibrotischen Gewebes bei Patienten reduzieren lassen, so die Hoffnung.&nbsp;</p><p>Das Projekt führte die Arbeitsgruppe Nordheim gemeinsam mit Kollegen aus der Tübinger Bioinformatik sowie vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, vom Dortmunder Leibniz-Institut für Arbeitsforschung, vom Braunschweiger Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung sowie vom Institut für Pathobiochemie am Universitätsklinikum Aachen durch. Die Arbeiten wurden unter anderem von der Deutschen Krebshilfe (Projekt 109886) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG; SFB/TR 209 (Projekt-ID 314905040), Teilprojekt B02) finanziert.</p><h3>Publikation:</h3><p>Winkler I, Bitter C, Winkler S, Weichenhan D, Thavamani A, Hengstler JG, Borkham-Kamphorst E, Kohlbacher O, Plass C, Geffers R, Weiskirchen R and A Nordheim. Identification of Pparγ-modulated miRNA hubs that target the fibrotic tumor microenvironment. <em>Proceedings of the National Academy of The Sciences of the United States of America </em>2019,&nbsp;<a href="https://www.pnas.org/content/early/2019/12/20/1909145117" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.pnas.org/content/early/2019/12/20/1909145117</a>.<span style="font-size:11pt"><span style="font-family:Calibri,sans-serif"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;"></span></span></span></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Biologie-Willkommen-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-47121</guid><pubDate>Tue, 03 Dec 2019 08:37:49 +0100</pubDate><title>Pilz als Untermieter produziert Wirkstoff der Heilpflanze</title><link>https://uni-tuebingen.de/fr/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/biologie/fachbereich/newsfullview-willkommen-aktuell/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=47121&amp;cHash=d81bb0772931add22e0a9a002e3ab277</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen und der TU Dresden entdeckt, dass ein Pilz in der Tataren-Aster die bioaktiven Stoffe bildet – Grundlagen für biotechnologische Herstellung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Tataren-Aster wird in der traditionellen chinesischen Medizin wegen des enthaltenen Astins als Heilpflanze genutzt; dem Stoff werden auch in der Krebsforschung vielversprechende Eigenschaften zugeschrieben. Doch die Astine produziert die Pflanze nicht selbst, wie lange angenommen wurde, sondern sie stammen von einem Pilz, der im Gewebe ihrer Blütenstände lebt. Das haben Dr. Thomas Schafhauser und Professor Wolfgang Wohlleben von der Universität Tübingen gemeinsam mit Dr. Linda Jahn, Professorin Jutta Ludwig-Müller und Professor Karl-Heinz van Pée von der Technischen Universität Dresden in einem internationalen Team herausgefunden. Dem Team ist es gelungen, den betreffenden Pilz <em>Cyanodermella asteris</em> zu isolieren und unabhängig von der Wirtspflanze in Nährlösung zu kultivieren. Dadurch hat es die Grundlagen für eine biotechnologische Herstellung der Astine in größerem Maßstab gelegt. Die Studie wird in der Zeitschrift<em> Proceedings of the National Academy of Sciences</em> veröffentlicht.</p><p>Werden Arzneipflanzen wild gesammelt, kann das ihren Bestand gefährden. Selbst wenn Pflanzen für die Naturstoffproduktion gezüchtet werden, ergeben sich viele Schwierigkeiten: Das Pflanzenwachstum ist vergleichsweise langsam, die Stoffe werden häufig nur in geringen Mengen produziert und müssen in aufwendigen Verfahren aus der Pflanze extrahiert werden. „Ziel ist daher vielfach, wie auch bei den Astinen, eine kostengünstige biotechnologische Produktion“, sagt Thomas Schafhauser. Astine binden an ein wichtiges menschliches Regulatorprotein, wodurch sie möglicherweise zur Unterdrückung von Immunreaktionen und gegen das Wachstum von Tumoren eingesetzt werden könnten.</p><p>„Für die Entwicklung eines biotechnologischen Verfahrens muss man die beteiligten Gene und den Stoffwechselweg kennen, über den ein Naturstoff gebildet wird“, sagt der Wissenschaftler. Astine hätten eine ungewöhnliche komplexe chemische Struktur. „Vergleiche mit teilweise ähnlichen Naturstoffen deuteten auf Bakterien oder Pilze als Produzenten des Astins hin.“ So stießen die Forscher auf den in der Pflanze lebenden Pilz <em>C. asteris</em>. Bei den Experimenten des Forschungsteams ließ sich der Pilz problemlos vermehren und kultivieren. Er stellte zudem anhaltend große Mengen Astin her. „Außerdem wurde das Pilzgenom vollständig sequenziert“, sagt Schafhauser. Im entschlüsselten Genom fand das Team die Gene, die für den Aufbau des Astins zuständig sind. Somit seien wichtige Voraussetzungen gegeben, um biotechnologische Verfahren zur kommerziellen Herstellung von Astin zu entwickeln.</p><h3>Zusammenarbeit verschiedener Arten</h3><p>In Experimenten belegten die Forscherinnen und Forscher, dass Individuen der Tataren-Aster (<em>Aster tataricus</em>) ohne den Pilz<em> C. asteris</em> kein Astin produzierten. Durch erneute Infektion mit dem Pilz ließ sich die Funktion wiederherstellen. „Außerdem enthielten diese Pflanzen die Variante Astin A, die der Pilz, wenn er einzeln kultiviert wurde, nicht bilden konnte“, berichtet Linda Jahn. „Wir gehen davon aus, dass Pilz und Pflanze hier im Sinne einer Symbiose zu beiderseitigem Vorteil zusammenarbeiten und die Pflanze ein Signal zur Herstellung des Astins A gibt oder selbst das Astin aus dem Pilz weiter verarbeitet.“</p><p>Solche über eine Art hinausgehenden Stoffwechselwege, die die Symbiose zwischen zwei oder mehr biologischen Partnern erfordern, seien bisher weitgehend unerforscht. „Möglicherweise sind sie stark verbreitet, aber darüber wissen wir bisher zu wenig“, sagt die Wissenschaftlerin. Bei der Tataren-Aster sei unklar, inwiefern ihr der komplexe Stoff Astin Vorteile bringt. Er könnte bei der Verteidigung gegen Fressfeinde oder Krankheitserreger eine Rolle spielen.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Biologie-Willkommen-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46359</guid><pubDate>Wed, 13 Nov 2019 10:11:10 +0100</pubDate><title>Studientag 2019 an der Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/fr/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/biologie/fachbereich/newsfullview-willkommen-aktuell/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=46359&amp;cHash=5ad655cea411e5670d89ff1fd15b907d</link><description>Studieninteressierte erhalten Einblick in viele Studiengänge – 7.000 Schülerinnen und Schüler werden erwartet
</description><content:encoded><![CDATA[<p>Beim <strong>Studientag am Mittwoch, den 20. November 2019</strong>, können sich Schülerinnen und Schüler der Oberstufe zum Studienangebot der Universität Tübingen informieren. Erwartet werden etwa 7.000 Studieninteressierte aus ganz Baden-Württemberg. Mit einem umfassenden Angebot bietet der Studientag Gelegenheit, sich erste Einblicke in Themen, Voraussetzungen sowie berufliche Möglichkeiten von unterschiedlichen Fächern zu verschaffen.</p><p>Vormittags können die Schülerinnen und Schüler an drei zentralen Veranstaltungsorten (Neue Aula, Kupferbau, Hörsaalzentrum Morgenstelle) 77 Kurzvorträge und 38 Infostände der Fachbereiche besuchen. Es gibt auch Vorträge zu fächerübergreifenden Themen wie zum Beispiel Auslandssemester und BAföG. Das Programm beginnt um 9.00 Uhr im Talbereich mit dem Infomarkt und Vorträgen zu Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften. Ab 9.30 Uhr starten Infomarkt und Vorträge zu den Natur- und Lebenswissenschaften im Hörsaalzentrum Auf der Morgenstelle.</p><p>Von 13.00 bis 16.00 Uhr können die Studieninteressierten sich intensiver mit einem oder zwei Fächern beschäftigen. Hierzu laden die Fakultäten, Fachbereiche und Seminare zu Infovorträgen, der Teilnahme an Lehrveranstaltungen, Laborführungen sowie Gesprächen mit Lehrenden und Studierenden ein.</p><p>Ein kostenloser Bus-Shuttle zwischen Hauptbahnhof über die Neue Aula bis zum Hörsaalzentrum Morgenstelle steht zur Verfügung. Reisebusse können in der Europastraße auf der Busparkspur parken.&nbsp;</p><p>Das Programm sowie Hinweise zur Anreise finden Sie unter <a href="/fr/studium/studieninteresse/angebote-fuer-studieninteressierte/studieninfotag/" class="internal-link">www.uni-tuebingen.de/studientag</a>.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Biologie-Willkommen-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-43615</guid><pubDate>Thu, 29 Aug 2019 15:35:02 +0200</pubDate><title>Klimawandel bedroht genetische Vielfalt europäischer Pflanzen</title><link>https://uni-tuebingen.de/fr/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/biologie/fachbereich/newsfullview-willkommen-aktuell/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=43615&amp;cHash=edb50001af76d3cd4a86ca16f883285d</link><description>Extreme Temperaturen und Trockenheit durch den Klimawandel könnten die genetische Vielfalt von Pflanzen in Europa bedrohen. Eine gerade in Nature veröffentlichte Studie unter Beteiligung der Universität Tübingen hat herausgefunden, dass nur wenige Individuen der Ackerschmalwand, Arabidopsis thaliana, die notwendigen Genvarianten besitzen, um dem im Jahr 2050 in Europa erwarteten Klima trotzen zu können. Aufgrund dessen erwarten die Forscher eine starke Reduktion der genetischen Vielfalt in Europa.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein internationales Forscherteam am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen, der Universität Tübingen, der Technischen Universität Madrid und der UC Berkeley untersuchte natürliche Populationen der Ackerschmalwand, einer häufig für Grundlagenforschung in der Biologie verwendeten Pflanze. Die Forscher zogen Ackerschmalwand-Pflanzen von mehr als 500 Standorten in Europa unter kontrollierten Versuchsbedingungen in Spanien und Deutschland an, um ihre Anpassungsfähigkeit an Hitze und Trockenheit zu testen. Sie waren insbesondere daran interessiert, inwieweit die jeweils individuelle Kombination unterschiedlicher Genvarianten der Pflanzen ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaextremen beeinflusste. Die aus den Feldversuchen gewonnen Daten kombinierten die Forscher mit Modellen zur Klimaentwicklung der kommenden Jahrzehnte, um vorherzusagen, wie die vom Menschen verursachten Temperatur- und Niederschlagsveränderungen die genetische Vielfalt der Pflanzen verändern wird.</p><h3>Modelle sagen Rückgang der genetischen Vielfalt voraus</h3><p>Wie sie herausfanden, werden zwar einige Individuen der Ackerschmalwand auch bei starker Trockenheit und Hitze überleben können. Die meisten werden aber die für 2050 prognostizierte Trockenheit auf der iberischen Halbinsel, in Frankreich, Italien und Südosteuropa nicht überstehen. Die genetische Vielfalt der wenigen überlebenden Arabidopsis-Individuen wird dann in diesen Gegenden deutlich geringer sein als heute.</p><p>„Unserer Berechnungen zeigen, dass die heutige genetische Vielfalt der Ackerschmalwand bis zum Jahr 2050 schwinden wird. Es werden sich vor allem die Mutationen durchsetzen, die die Pflanzen widerstandsfähiger gegenüber den künftigen Klimaextremen in Süd- und Südosteuropa machen“, so Moises-Exposito-Alonso, der Erstautor der Studie. „Erstaunt hat uns, wie sehr sich die Individuen einer bestimmten Pflanzenart innerhalb des europäischen Raums unterscheiden, so dass einige unter den künftigen Klimabedingungen überleben werden, andere aber nicht“, so Detlef Weigel, Direktor am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie, wo die Studie koordiniert wurde.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Biologie-Willkommen-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-42082</guid><pubDate>Fri, 12 Jul 2019 09:10:56 +0200</pubDate><title>Kontrollierter Stoffaustausch zwischen den Zellen fädiger Cyanobakterien</title><link>https://uni-tuebingen.de/fr/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/biologie/fachbereich/newsfullview-willkommen-aktuell/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=42082&amp;cHash=adc1f75491ff98891c4b14a1613b3e99</link><description>Forschungsteam der ETH Zürich und der Universität Tübingen klärt hochaufgelöst die Struktur und Funktion der Zell-Zell-Verbindungen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die meisten Bakterien sind Einzeller. Dagegen bilden manche Cyanobakterien, auch als Blaualgen bekannt, vielzellige Fäden, die bereits auf bestimmte Aufgaben spezialisierte Zellen besitzen. Sie gehören damit zu den komplexesten Lebewesen im Bakterienreich. Bisher war wenig darüber bekannt, über welche Verbindungen sich die einzelnen Zellen untereinander austauschen. Das haben Gregor Weiss und Professor Martin Pilhofer von der ETH Zürich gemeinsam mit Ann-Katrin Kieninger, Dr. Iris Maldener und Professor Karl Forchhammer vom Interfakultären Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin der Universität Tübingen genauer untersucht. Mit einem speziellen Verfahren der Elektronen- und Fluoreszenzmikroskopie belegte das Team, dass die Verbindungen zwischen den Zellen aus einer Proteinröhre bestehen, die an beiden Enden mit einem Stopfen verschlossen werden kann. Damit fügen die Forscher dem Wissen über Cyanobakterien sowie der Entwicklung von Kommunikationsstrukturen bei Mehrzellern ein weiteres Puzzleteil hinzu. Die Studie wird in der Fachzeitschrift Cell veröffentlicht.</p><p>Cyanobakterien besiedelten die Erde bereits vor 2,5 Milliarden Jahren. Dank ihrer Fähigkeit zur Sauerstoff freisetzenden Fotosynthese ebneten sie höherem Leben den Weg in der Evolution. In den fädigen Cyanobakterien sind die einzelnen Zellen perlschnurartig zu Ketten verbunden. Fotosynthese treibende Zellen ernähren ihre Stickstoff fixierenden Schwesterzellen mit Zucker, in umgekehrter Richtung fließen Stickstoffverbindungen. „Für diesen regen Stofftransport haben Cyanobakterien spezielle Zellverbindungen, sogenannte Septalverbindungen, entwickelt“, erklärt Iris Maldener.</p><h3>In dünne Schichten zerlegt</h3><p>„Mit herkömmlicher Elektronenmikroskopie konnte man die Details dieser Zellverbindungen bisher nicht klären. Dank einer Erweiterung der KryoElektronenmikroskopie ist es uns gelungen, Einblicke in bislang unerreichter Genauigkeit zu erhalten“, sagt Martin Pilhofer. Pilhofers Doktorand Gregor Weiss entwickelte ein Verfahren, um die Cyanobakterien so zu präparieren, dass die Kanäle sichtbar gemacht werden konnten. Dazu „fräste“ Weiss in gefrorenen Cyanobakterien die Verbindungsstelle zwischen zwei Zellen schichtweise ab, bis seine Probe dünn genug war. Die kugeligen Zellen wären ohne Vorbehandlung für eine Anwendung in der Kryo-Elektronenmikroskopie zu dick. Mit dieser Methode zeigten die Forscherinnen und Forscher, dass die Proteinröhren, die die Zellinhalte benachbarter Zellen verbinden, durch Membran und Poren in den jeweiligen Zellwänden verlaufen. Jede Röhre mit einem Innendurchmesser von sieben Nanometern ist an den Enden mit fünfarmigen Proteinelementen überdacht, die ähnlich einer Kamerablende angeordnet sind. Zwischen benachbarten Zellen gibt es Dutzende solcher Verbindungskanäle.</p><p>„Aufgrund der komplexen Struktur der Verbindungskanäle vermuteten wir einen Mechanismus, der die Kanäle öffnet und schließt“, berichtet Forchhammer. Die Doktorandin Ann-Katrin Kieninger untersuchte daher den Stoffaustauch unter Stressbedingungen. Cyanobakterienketten wurden mit einem fluoreszierenden Farbstoff gefärbt und anschließend einzelne Zellen gezielt mit Hilfe eines Lasers gebleicht. Die Forscher maßen den Farbstoffeinstrom aus benachbarten Zellen. So konnten sie zeigen, dass die Kanäle bei Behandlung mit bestimmten Chemikalien oder im Dunkeln tatsächlich dicht machen.</p><h3>Schutz für den gesamten Zellverband</h3><p>Das Forschungsteam entdeckte, dass sich die filigrane Kappenstruktur des Kanals dabei wie eine Irisblende verschließt. Der Stoffaustausch zwischen den Zellen wird unterbrochen. „Ein solcher Schließmechanismus schützt den gesamten Zellverband“, sagt Forchhammer. So könne eine Zelle verhindern, dass sie beispielsweise Schadstoffe an ihre Nachbarzellen weitergebe. „Auch kann bei einem Angriff von Fressfeinden oder bei mechanischer Beschädigung das Auslaufen der Zellinhaltsstoffe des gesamten Zellverbundes verhindert werden.“</p><p>Die hier aus dem Bakterienreich beschriebenen Zell-Zell-Verbindungen seien die ältesten molekularen Strukturen für Vielzelligkeit, berichtet Maldener. Zellverbindungen seien in verschiedenen vielzelligen Lebewesen im Lauf der Evolution mehrmals erfunden wurden und hätten sich parallel entwickelt. „Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, dass ein mehrzelliger Organismus den Warentransport zwischen einzelnen Zellen kontrollieren kann“, sagt Pilhofer.</p><h3>Publikation:</h3><p>Weiss GL, Kieninger A-K, Maldener I, Forchhammer K, Pilhofer M. Structure and function of a bacterial gap junction analog. <em>Cell</em>, 11. Juli 2019. <a href="https://doi.org/10.1016/j.cell.2019.05.055" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.cell.2019.05.055</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Biologie-Willkommen-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-41198</guid><pubDate>Mon, 24 Jun 2019 09:51:08 +0200</pubDate><title>Strategie gegen Resistenzen: Das Antibiotikum Lugdunin greift auf mehreren Ebenen an</title><link>https://uni-tuebingen.de/fr/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/biologie/fachbereich/newsfullview-willkommen-aktuell/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=41198&amp;cHash=e3981c0a15338a1462bd2eb224a419c4</link><description>Team der Universität Tübingen klärt, warum antimikrobielle Wirkstoffe aus der Natur den chemisch produzierten überlegen sind</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das natürliche Antibiotikum Lugdunin, das vor drei Jahren von Tübinger Forschern entdeckt wurde, greift krankheitserregende Bakterien gleichzeitig auf mehreren unterschiedlichen Wegen an. Dabei wirkt es auch mit Abwehrmechanismen des menschlichen Körpers zusammen. Diese neuen Erkenntnisse gewann ein Forschungsteam unter der Leitung von Professorin Birgit Schittek von der Universitäts-Hautklinik Tübingen und Professor Andreas Peschel vom Interfakultären Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin der Universität Tübingen sowie dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF). Die aktuelle Studie wird von der Fachzeitschrift <em>Nature Communications</em> veröffentlicht. Die Forscher vermuten, dass Lugdunin wegen seiner vielseitigen Angriffsfähigkeit über einen langen Zeitraum bis heute wirksam blieb und sich keine Resistenzen gegen das Antibiotikum bilden konnten.</p><p>Die Entwicklung von Antibiotika zählt zu den großen Erfolgsgeschichten der Medizin, sie retten jährlich Millionen von Menschen das Leben und haben entscheidend zur enormen Erhöhung der Lebenserwartung beigetragen. Viele Experten befürchten jedoch, dass wir schon bald in eine Ära ohne Antibiotika eintreten könnten, weil immer mehr der verfügbaren Medikamente ihre Wirkung aufgrund von Resistenzen verlieren. Antibiotika sind jedoch keine Erfindung der pharmazeutischen Industrie. „Vielmehr bilden zahlreiche Bakterien solche Wirkstoffe natürlicherweise, vermutlich bereits über lange evolutionäre Zeiträume hinweg, ohne dass sie ihre Effektivität verlieren“, sagt Birgit Schittek. Das Antibiotikum Lugdunin produziert&nbsp;gutartige Bakterien auf der menschlichen Nasenschleimhaut, um den Infektionserreger <em>Staphylococcus aureus</em> fernzuhalten. „Warum Lugdunin bis heute hochwirksam ist, war bislang völlig rätselhaft“, sagt die Forscherin.</p><h3>Unerwartete Eigenschaften</h3><p>Erst kürzlich hatten Chemikerinnen der Universität Tübingen in der Fachzeitschrift <em>Angewandte Chemie</em> berichtet, dass Lugdunin den Energiehaushalt von krankheitserregenden Bakterien stören und sie dadurch töten kann. In der aktuellen Arbeit entdeckten die Wissenschaftler, dass Lugdunin nicht nur direkt antimikrobiell auf <em>S. aureus</em> wirkt, sondern noch zwei weitere, völlig unerwartete Eigenschaften aufweist: „Zum einen wirkt es im Verein mit antimikrobiellen Peptiden, die unsere menschlichen Zellen bilden“, sagt Andreas Peschel. Das erhöhe die Wirksamkeit und erschwere die Resistenzbildung. „Zum anderen bindet es an ein menschliches Rezeptorprotein namens TLR2“, sagt er. „Dadurch werden die Immunzellen stimuliert und die Immunantwort so aktiviert, dass <em>S. aureus</em> keine Chance hat, sich anzusiedeln und Infektionen zu verursachen.“ Die weitgehend voneinander unabhängigen Angriffsebenen machten deutlich, warum ein natürliches Antibiotikum wie Lugdunin einem chemisch hergestellten Stoff, der nur ein einzelnes Angriffsziel in der Bakterienzelle hat, in Sachen Resistenzvermeidung überlegen ist, fassen Schittek und Peschel ihre Erkenntnisse zusammen.</p><p>Sie können den Forschern helfen, neue therapeutische Wirkstoffe zu entwickeln, die ähnlich effektiv funktionieren und kaum Resistenzen hervorrufen. Die Erkenntnisse wurden auch über Kooperationen im Sonderforschungsbereich Transregio „Die Haut als Sensor und Initiator von lokaler und systemischer Immunität“ (SFB/TRR 156) erzielt. Im Rahmen des seit Anfang 2019 laufenden Tübinger Exzellenzclusters „Kontrolle von Mikroorganismen zur Bekämpfung von Infektionen“ werden sie aufgegriffen, um die natürlichen Abwehrmechanismen des Mikrobioms, das ist die Gesamtheit der den Menschen besiedelnden Mikroorganismen, genauer aufzuklären. Beim Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) wird das von der Universität patentierte Lugdunin weiterentwickelt, damit es künftig therapeutisch eingesetzt werden kann.</p><h3>Publikation:</h3><p>Katharina Bitschar, Jule Focken, Hanna Dehmer, Sonja Moos, Martin Konnerth, Nadine Schilling, Stephanie Grond, Hubert Kalbacher, Florian C. Kurschus, Friedrich Götz, Bernhard Krismer, Andreas Peschel and Birgit Schittek. Lugdunin amplifies innate immune responses in the skin in synergy with host- and microbiota-derived factors. <em>Nature Communications</em>, <a href="https://dx.doi.org/10.1038/s41467-019-10646-7" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://dx.doi.org/10.1038/s41467-019-10646-7</a>&nbsp;</p><h3>Kontakt:&nbsp;</h3><p>Prof. Dr. Birgit Schittek<br> Universitäts-Hautklinik Tübingen<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;Telefon + 49 7071 29-80832<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,dktikv0uejkvvgmBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">birgit.schittek<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;&nbsp;<br> &nbsp;<br> Prof. Dr. Andreas Peschel<br> Universität Tübingen – Interfakultäres Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin<br> Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF)<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;Telefon +49 7071 29-75935<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpftgcu0rguejgnBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">andreas.peschel<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;&nbsp;</p><h3>Pressekontakt:</h3><p><strong>Eberhard Karls Universität Tübingen</strong><br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung</p><p>Antje Karbe<br> Pressereferentin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> Telefon +49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p><a href="/fr/universitaet/aktuelles-und-publikationen/">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p><p><strong>Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF)</strong><br> Presse- und Öffentlichkeitsarbeit<br> Karola Neubert<br> Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;Telefon +49 531 6181-1154<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,rtguugBfbkh0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">presse<span style="display:none">spam prevention</span>@dzif.de</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Biologie-Willkommen-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-41109</guid><pubDate>Wed, 19 Jun 2019 09:39:09 +0200</pubDate><title>Natürliches Insektizid schadet dem Grasfrosch nicht</title><link>https://uni-tuebingen.de/fr/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/biologie/fachbereich/newsfullview-willkommen-aktuell/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=41109&amp;cHash=4808449075b9fd2840e01a095870eb6e</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen prüft Alternative zu künstlichen Insektiziden als Mittel zur Stechmückenbekämpfung ‒ Kein Hinweis auf Schädigung von heimischen Amphibien</description><content:encoded><![CDATA[<p>Weltweit ist ein starker Rückgang der Amphibien zu beobachten. Dazu tragen unter anderem künstliche Insektizide bei, die eigentlich Insekten als Pflanzenschädlinge oder Krankheitsüberträger eindämmen sollen. Eine Alternative bieten natürliche Insektizide, die von Bakterienstämmen produziert und bereits seit Jahrzehnten gezielt gegen Schadinsekten eingesetzt werden. Zuletzt kamen jedoch Zweifel auf, ob die von <em>Bacillus thuringiensis</em>-Bakterien produzierten Wirkstoffe für Frösche und andere Lurche tatsächlich harmlos sind. Dies ist der Fall, wie nun eine Studie bestätigt: Dr. Mona Schweizer, Lukas Miksch, Professor Heinz Köhler und Professorin Rita Triebskorn vom Institut für Evolution und Ökologie der Universität Tübingen haben am Beispiel von Grasfröschen aus dem Oberrhein die Verträglichkeit eines natürlichen Insektizids in Laborversuchen überprüft.</p><p>Sie stellten bei dem Mittel, das in der Region gegen Stechmücken eingesetzt wird, keine negativen Auswirkungen auf die Kaulquappen des Grasfrosches fest. Die Forscher halten die Insektizide aus Stämmen von <em>Bacillus thuringiensis</em> deshalb weiterhin für eine sinnvolle Alternative zu künstlichen Mitteln. Ihre Studie wurde in der Fachzeitschrift <em>Ecotoxicology and Environmental Safety</em> veröffentlicht.</p><p>Künstliche Insektizide, die weltweit in großen Mengen ausgebracht werden, sind häufig nicht auf einzelne Schädlingsarten abgestimmt und beeinträchtigen so andere Wildtiere. Zudem fördert ihr Einsatz die Ausbildung von Resistenzen bei den Schädlingen, die bekämpft werden sollen. „Am Oberrhein werden seit Jahrzehnten natürliche Gifte gegen die Larven von Stechmücken eingesetzt“, sagt Rita Triebskorn. In den Feuchtgebieten entwickeln sich zur gleichen Zeit mit den Mücken, häufig im März, die Kaulquappen des Grasfrosches aus dem abgelegten Laich. „Es lässt sich daher nicht vermeiden, dass auch die Frösche mit den Insektengiften in Kontakt kommen.“</p><h3>Laborversuche mit stark erhöhter Dosis</h3><p>Das Forschungsteam setzte Kaulquappen des Grasfrosches im Labor üblichen Mengen des Insektizids aus dem Bakterienstamm <em>Bacillus thurigiensis israelensis</em> aus, wie sie auch im Freiland eingesetzt werden, sowie der zehnfachen und hundertfachen Menge. Die Kaulquappen wurden auf Biomarker untersucht, die Stress, negative Effekte auf das Nervensystem oder den Stoffwechsel anzeigen. Außerdem prüften die Wissenschaftler, ob das Darmgewebe Veränderungen aufwies. „Wir konnten keine negativen Einflüsse des Bakterienwirkstoffs auf Gesundheit oder Entwicklung der Kaulquappen feststellen“, fasst Triebskorn die Ergebnisse zusammen. Es sei wichtig, eventuelle Nebeneffekte der Insektenbekämpfung vor allem auch bei Amphibien zu überprüfen. Durch ihren Lebenslauf ‒ vom Larvenstadium im Wasser bis zum Erwachsenenleben an Land ‒ seien sie Stresseinflüssen in vielen Lebensräumen ausgesetzt. „Nach unseren Ergebnissen halten wir die am Oberrhein eingesetzten natürlichen Insektenbekämpfungsmittel für sicher“, sagt die Wissenschaftlerin.&nbsp;</p><h3>Publikation:</h3><p>Mona Schweizer, Lukas Miksch, Heinz-R. Köhler, Rita Triebskorn: Does Bti (<em>Bacillus thuringiensis var. israelensis</em>) affect <em>Rana temporaria</em> tadpoles? <em>Ecotoxicology and Environmental Safety</em>, <a href="https://doi.org/10.1016/j.ecoenv.2019.05.080" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.ecoenv.2019.05.080</a>&nbsp;</p><h3>Kontakt:&nbsp;</h3><p>Prof. Dr. Rita Triebskorn<br> Universität Tübingen&nbsp;<br> Institut für Evolution und Ökologie – Physiologische Ökologie der Tiere<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>Telefon +49 7071 29-78892<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,tkvc0vtkgdumqtpBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">rita.triebskorn<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;&nbsp;</p><h3>Pressekontakt:</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung</p><p>Janna Eberhardt<br> Forschungsredakteurin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> Telefon +49 7071 29-77853<br> Telefax +49 7071 29-5566<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,lcppc0gdgtjctfvBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">janna.eberhardt<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p><a href="http://www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html" target="_blank" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Biologie-Willkommen-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-7978</guid><pubDate>Wed, 15 May 2013 15:39:00 +0200</pubDate><title>Lehrbericht Biologie...</title><link>https://uni-tuebingen.de/fr/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/biologie/fachbereich/newsfullview-willkommen-aktuell/article/lehrbericht-biologie/</link><description>2012/2013</description><content:encoded><![CDATA[<p>Den aktuellen Lehrbericht des Fachbereichs Biologie können Sie &lt;link internal-link internen link im aktuellen&gt;hier abrufen, sofern Sie als Studierende/r oder Mitarbeiter/in der Uni Tübingen eingeloggt sind.</p><p>Ihre</p><p>Prof. Dr. K. Harter/Prof. Dr. K. Forchhammer, Studiendekane</p>]]></content:encoded><category>Biologie-Aktuell</category><category>Biologie-Willkommen-Aktuell</category><category>Biologie-Studium-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-12905</guid><pubDate>Thu, 27 Jan 2011 14:01:00 +0100</pubDate><title>Spitzenplatz im Forschungsranking...</title><link>https://uni-tuebingen.de/fr/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/biologie/fachbereich/newsfullview-willkommen-aktuell/article/spitzenplatz-im-forschungsranking/</link><description>...für die Tübinger Biologie</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Fakultät Biologie der Universität Tübingen hat im deutschlandweiten Forschungsranking 2010 des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) einen Spitzenplatz erreicht. Die Ergebnisse und weitere Detailinfos finden Sie <span style="margin: 0px; padding: 0px; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: rgb(255, 115, 0); text-align: left; text-decoration: none; font-weight: normal;">&lt;link http: www.che-ranking.de cms external-link-new-window externen link in neuem&gt;hier</span>.</p>]]></content:encoded><category>Biologie-Willkommen-Aktuell</category><category>Biologie-Aktuell</category></item>
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