Am 29. August dieses Jahres ist Professor Dr. Eugen Klunzinger im Alter von 86 Jahren verstorben. Mit ihm verliert die Fakultät einen renommierten Wirtschaftsrechtler, der sich um die Ausbildung an der Universität Tübingen große Verdienste erworben hat.
Klunzinger wurde 1938 in Böblingen geboren und blieb seiner Heimat sein Leben lang eng verbunden. Stolze 27 Jahre dieses Lebens (1979-2006) setzte er sich als Direktkandidat der CDU im Landtag von Baden-Württemberg engagiert für seinen Wahlkreis Böblingen-Sindelfingen-Schönbuch ein. Als Vorsitzender des Ausschusses für Wissenschaft und Forschung war ihm die Hochschul- und Wissenschaftspolitik ein wichtiges Anliegen. Doch auch viele andere politische Akzente setzte der kluge und charismatische Politiker, nicht zuletzt auch als Vorsitzender der Enquête-Kommission "Rundfunkneuordnung im Südwesten". 1991 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.
Seine rechtswissenschaftliche Laufbahn begann Klunzinger mit einem Studium in Tübingen, Hamburg und München. Danach wirkte er an der Universität Tübingen in den 1960er und 1970er Jahren zunächst als wissenschaftliche Hilfskraft, später als wissenschaftlicher Assistent. Bereits zu dieser Zeit beteiligte er sich engagiert an der juristischen Grundausbildung für Studierende der Wirtschaftswissenschaften.
1966 wurde Klunzinger mit einer Dissertation zum Thema „Anerbenrecht und gewillkürte Erbfolge“ promoviert. In späteren Jahren verfasste er zahlreiche weitere wissenschaftliche und didaktische Abhandlungen zum Bürgerlichen Recht, Handels-, Gesellschafts- und Steuerrecht.
Ab 1974 war Klunzinger als Professor an der Fachhochschule Nürtingen tätig, setzte seine verdienstvolle Tätigkeit in der juristischen Ausbildung der angehenden Wirtschaftswissenschaftler in Tübingen jedoch fort. 1985 kehrte er dann als Professor mit den Fachgebieten „Steuerrecht, Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht, insbesondere für Wirtschaftswissenschaftler“ an die Tübinger Fakultät zurück, wo er 2004 pensioniert wurde. Auch im Ruhestand vermittelte Klunzinger jedoch dem wirtschaftswissenschaftlichen Nachwuchs in Tübingen noch über lange Jahre die Grundlagen des privaten Wirtschaftsrechts.
Eugen Klunzinger wird der Fakultät als engagierter Lehrer und fröhlicher Kollege, aber auch als begabter Literat in Erinnerung bleiben – nicht zuletzt durch sein humorvolles Gedicht „Ein dreifach Hoch der Fakultät“, das er uns zum Jahreswechsel 2021/2022 verehrt hat.