Juristische Fakultät

Philip C. Jessup International Law Moot Court

NEWS: Tübinger Team in den TOP10

Bei der erstmaligen Teilnahme an dem europaweit größten Moot Court im Völkerrecht  Benjamin M. Telders Moot Court in DenHaag hat das Tübinger Team um Josephina GretzJudith Köcher, Nadine Lechermann und Jessica Oheim gleich Erfolge erzielt.

Knapp vorbei am Treppchen ist der Schriftsatz für den Respondent auf Platz 4 geklettert.

Insgesamt konnte sich das Team mit Platz 8 eine Top10-Platzierung im internationalen Teilnehmerfeld sichern.

Bewerbung für das Jessup Team Tübingen 2020/2021 - Bewirb dich jetzt!

Eine Bewerbung für den Jessup und den Telders ist ab jetzt bis einschließlich 30. Juni 2020 möglich.

HINWEIS: digitale "Informationsveranstaltung"

Dafür bitte einen Lebenslauf und ein Motivationsschreiben, jeweils auf Englisch, sowie Kopien einschlägiger Leistungsnachweise (Scheine, Zeugnisse, Zertifikate etc.) per E-Mail für Jessup und Telders an jessupspam prevention@jura.uni-tuebingen.de schicken. Die erforderlichen Informationen für das mündliche Auswahlverfahren erhalten die Bewerberinnen und Bewerber nach Einsendung Ihrer Unterlagen.

Allgemeine Informationen

Jessup/Telders Geschichte

Beim "Jessup" handelt es sich um den größten und ältesten internationalen Moot Court auf dem Gebiet des Völkerrechts. Er wurde 1959 von Studenten der Harvard und der Columbia University sowie der University of Virginia gegründet und wird seither jährlich von der International Law Students Association (ILSA) organisiert. Weltweit nehmen mehr als 600 Universitäten aus über 90 Ländern teil.

Beim "Telders" handelt es sich um den größten europaweiten Moot Court auf dem Gebiet des Völkerrechts. Der Wettbewerb feierte 2017 seine 40. Auflage. Es nehmen rund 40 Universitäten aus ganz Eurpoa bei den Finalrunden in Den Haag teil. Es ist die Europameisterschaft des Völkerrechts.

Gegenstand ist jeweils ein fiktiver Rechtsstreit zwischen zwei Staaten vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH). Verfahrenssprache ist Englisch. Die Fälle, die jeweils im September/Oktober ausgegeben werden, orientieren sich an aktuellen völkerrechtlichen Fragen. Die deutsche Vorausscheidungen finden im Frühjahr statt. Beim Jessup qualifizieren sich die drei besten deutschen Teams für die Endrundenteilnahme, die im April in Washington D.C. stattfindet.  Dort treffen sich die jeweils besten Teams aus mehr als achtzig Staaten, um in einer weiteren Runde mündlicher Verhandlungen den Besten auszuspielen. Im Hinblick auf den Telders, findet die nationale Ausscheidungsrunde statt, wenn sich mehr als ein Team pro Nation für den Wettbewerb anmeldet. Der Gewinnner der Ausscheidungsrunde fährt zur Finalrunde nach Den Haag und misst sich dort mit den andere Gewinnern um den Sieg.

Richter sind bei den nationalen wie den internationalen Ausscheidungsrunden renommierte Professoren und Anwälte. So nahm in den letzten Jahren der IGH-Richter Bruno Simma bereits an den nationalen deutschen Ausscheidungsrunden teil.

Unter den vielen verschiedenen Wettbewerben, die sich mittlerweile etabliert haben, ist der "Philip C. Jessup" (benannt nach einem amerikanischen Völkerrechtsgelehrten und IGH-Richter) noch immer mit Abstand der bekannteste. Weltweit nehmen über 600 Universitäten aus mehr als 90 Ländern teil. Alle bearbeiten denselben völkerrechtlichen Fall. Dabei geht es jeweils um aktuelle völkerrechtliche Fragestellungen. In den letzten Jahren waren dabei unter anderem das Recht der Staatenverantwortlichkeit, Wirtschaftsrecht (GATT/WTO), die Bekämpfung des internationalen Terrorismus und das Völkerstrafrecht, oder auch so aktuelle Probleme wie Flüchtlingsströme und die Krim-Krise, Gegenstand der fiktiven Fälle.

Tradition in Tübingen

In den Jahren 1998, 2005, 2007 und 2009 vertrat jeweils das Tübinger Team Deutschland in Washington – unsere bisher besten Platzierungen. Auch sonst haben sich die Mannschaften aus Tübingen durchweg gut bis hervorragend geschlagen; 2005/2006 z.B. erreichten wir Platz 3 von 13 deutschen Teams und 2008 und 2009 konnte das Team in der deutschen Ausscheidung den Preis für die besten Memorials gewinnen, die daraufhin mit den anderen weltweit besten Schriftsätzen konkurrierten. 2016 wollen wir wieder Flagge zeigen und das USA-Ticket lösen. Die Team-Mitglieder werden, der Tradition entsprechend, von Mitarbeitern des Lehrstuhls „gecoacht“ und auch im Übrigen in jeder Hinsicht unterstützt. Durch Teilnahme am Wettbewerb kann ein Seminarschein, ein Fremdsprachenschein, ein Schlüsselqualifikationsschein erworben werden. Ferner wird das Semester als Freisemester auf den Freiversuch angerechnet.

Im Hinblick auf den Telders Moot Court wird es die erstmalige Teilnahme für die Universität Tübingen sein. Im Übrigen gilt hier das zum Jessup Gesagte entsprechend auch.

Ablauf der Wettkämpfe

Ein Moot Court-Team besteht aus vier Teilnehmern, wobei jeweils nur zwei "Anwälte" pro Streitpartei plädieren dürfen. Ein Universitätsteam schreibt - anders als z.B. beim European Law Moot Court - Schriftsätze für beide Parteien des Streits.

Der zeitliche Aufwand für das Erstellen dieser sog. "Memorials" ist relativ hoch und sicher vergleichbar mit einer anspruchsvollen Seminararbeit. Am besten beginnt man bereits im Oktober. Die Abgabefrist für die Schriftsätze liegt in der Regel Mitte Januar.

Im Anschluss daran beginnt die Phase der Vorbereitung auf die mündlichen Plädoyers. Dabei müssen sich die Teilnehmer darauf vorbereiten, alles für ihre Argumentation Wesentliche in kurzer Zeit vorzutragen und darüber hinaus noch auf bohrende Fragen der "Richter" höflich, bestimmt und umfassend zu antworten - alles, wie gesagt, auf englisch. Hier kommt es auf ein sicheres Auftreten und eine überzeugende Präsentation seines Wissens an.

Der Wettbewerb selbst findet in zwei Stufen statt:

Jessup:

Am Ende des Wintersemesters findet die Deutschland-Ausscheidung statt, bei der die drei besten teilnehmenden Team ausgewählt werden, um als "deutsche Vertreter" an der internationalen Ausscheidung teilzunehmen. Bei der Bewertung kommt es maßgeblich auf die "mündlichen Noten" an (sie zählen 2/3 der Gesamtpunktzahl). Ohne gute Vorbereitung der Plädoyers läuft deshalb nicht viel! Die Ausscheidung ist für alle Beteiligten krönender Abschluss des Semesters. Sie dauert 3-4 Tage: dabei wird nicht nur plädiert, sondern es bietet sich auch reichlich Gelegenheit, um zu feiern, andere Teams kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. Veranstalter ist traditionell (aber nicht notwendig) die Universität, welche die Deutschland-Ausscheidung im Vorjahr gewonnen hat.

Die internationale Endausscheidung wird im Rahmen des Jahrestreffens der American Society of International Law, meist Mitte März oder Anfang April, in Washington, DC, stattfinden. Den "deutschen Vertretern" gibt das Treffen Gelegenheit, die bedeutendsten Lehrer und Praktiker des Völkerrechts aus aller Welt "live" zu erleben.

Telders:

Auch hier finden nationale Ausscheidungen statt, wenn mehr als ein Team pro Nation sich für den Wettbewerb anmeldet. In Bezug auf den Ablauf gilt hier das zum Jessup Gesagte. Hier gilt aber insbesondere, der Gewinner kommt nach Den Haag.

Vorzüge von Moot Courts

Für Studenten bietet die Teilnahme an einem internationalen Moot Court - sei es der Philip C. Jessup Moot Court oder ein vergleichbarer Wettbewerb - eine Reihe von Vorzügen und einmaligen Chancen.

Die Teilnahme an einem Moot Court ist in dem doch recht theorielastigen Studium tatsächlich eine der wenigen Möglichkeiten, juristisches Wissen anzuwenden. In Hausarbeiten/Klausuren werden die Probleme immer nur nüchtern und abwägend dargestellt. Der Moot Court bietet die Möglichkeit, einmal einseitig für "seine" Partei einzutreten, man übt sich darin, Argumente logisch aufzubauen, die Argumente der anderen Teilnehmer auseinanderzunehmen, man reagiert höflich, aber bestimmt auf Fragen der Richter - kurzum: Die Vorbereitungsphase ist ein (kostenfreier) Intensivkurs in Rhetorik und Argumentationstechnik.

Die Wettbewerbe finden gänzlich in englischer Sprache statt. Man arbeitet daher englischsprachige Schriftsätze aus und hält auch seine Plädoyers in der fremden Sprache. Alles in allem belegt man somit einen fünfmonatigen Sprachkurs, der gerade im Hinblick auf Rechtsterminologie sehr gute Kenntnisse vermittelt.

Schriftsätze und Plädoyers werden von allen Teilnehmern eines Teams gemeinsam vorbereitet. Dabei ist es zwar selbstverständlich, dass die verschiedenen Teilnehmer unterschiedliche Sachgebiete bearbeiten; am Ende aber zählt einzig und allein die Gesamtleistung. Gleiches gilt für die mündlichen Plädoyers: Der schönste Preis für das "beste Plädoyer" ist praktisch wertlos, wenn das Team insgesamt nur mäßig abschneidet. TEAMARBEIT wird also bei Moot Courts sehr groß geschrieben. In dieser Hinsicht ist die Teilnahme nicht nur eine Bereicherung des Studiums, sondern auch eine Abwechslung im Vergleich zu dem Einzelkämpfer-Dasein, das man als Jura-Student sonst führt.

Alle weiteren Vorzüge seien nur noch kurz aufgezählt: Natürlich wirkt es gut, wenn man in Lebensläufen auf eine derart kreative Aktivität verweisen kann. Auch ist es sehr wohltuend, sich einmal über einen längeren Zeitraum einem juristischen Problem widmen zu können, ohne dass nach vier Wochen gleich Abgabe ist. Vor allem aber bietet die Teilnahme an einem Moot Court die Chance, dem regulären Trott des "normalen" Studiums für ein Semester zu entfliehen und etwas Neues kennenzulernen. Vielleicht lernt der eine oder die andere dabei ja sogar, dass die Jurisprudenz (zumindest während des Moot Courts) etwas sehr Lebendiges sein kann, und kehrt dann motiviert zum regulären Studium zurück.

Bewerbung

Allgemeine Informationen

Es sind hochaktuelle Rechtsfragen von grundlegender weltpolitischer Bedeutung, mit denen sich Studenten  im Rahmen des Philip C. Jessup International Law Moot Court und des Benjamin M. Telders International Law Moot Court  jedes Jahr beschäftigen.

So hat sich etwa der vorletzte Fall maßgeblich an die Krim-Krise angelehnt. Im letztjährigen Fall des Jessup ging  beispilesweisees u.a. um staatliche Massenüberwachungsprogramme und computergesteuerte Hackerangriffe. Eine spannende und in fachlicher wie persönlicher Hinsicht bereichernde Zeit ist allen Teilnehmern garantiert.

Eine Bewerbung lohnt sich also!

I. Der Jessup/ Der Telders

  • ist der älteste, größte und renommierteste Moot Court im Völkerrecht. Der Telders die Europameisterschaft des Völkerrechts.
  • behandelt jedes Jahr hochaktuelle und weltpolitisch grundlegende Problemstellungen
  • ist ein fiktiver Gerichtsprozess vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH)

II. Die Voraussetzungen

  • gute Englischkenntnisse
  • Interesse am Völkerrecht und internationalen Beziehungen (Vorkenntnisse im Völkerrecht sind ideal, aber keine zwingende Voraussetzung; ebenso nicht erforderlich ist also ein bereits begonnenes Schwerpunktstudium!)
  • Freude an der Teamarbeit

III. Die Vorteile

  • die Anrechnung eines Freisemesters auf das Staatsexamen
  • der Erhalt eines Schlüsselqualifikations-, Seminar- und Fremdsprachenscheins
  • Anrechnung von 2 SWS auf das Schwerpunktbereichsstudium
  • Regelmäßiges Rhetorik- und Plädoyertraining
  • Vermittlung umfassender und vertiefter Kenntnisse im Völkerrecht und damit optimale Vorbereitung auf die Prüfungen im Schwerpunktbereich
  • Kontakt zu Großkanzleien sowie Professoren und Richtern etwa des IGH, EGMR, BVerfG
  • International hochangesehenes "Gütesiegel" im Lebenslauf

Sponsoren

Das Tübinger Team des Philip C. Jessup International Law Moot Court wird unterstützt von:

In den vergangenen Jahren konnten wir uns über hilfreiche Unterstützung durch folgende Partner während des Moots freuen:

CMS Hasche Sigle PartmbB  
Haver & Mailänder PartmbB  
Shearman & Sterling LLP  
Gleiss Lutz PartmbB  
GÖRG PartmbB
Thümmel, Schütze und Partner Rechtsanwälte  

Breyer Rechtsanwälte PartmbB

 
Cleary Gottlieb Steen & Hamilton LLP  

Wir möchten uns herzlich für die Unterstützung bedanken!

Werden auch Sie Sponsor!

Kontakt über

Michel Boven, Wissenschaftlicher Angestellter am Lehrstuhl Prof. Dr. von Bernstorff/ Jessup Moot Court Coach

Raum: 148.1

Telefon: 07071/29-72690

E-Mail: jessupspam prevention@jura.uni-tuebingen.de oder michel.bovenspam prevention@uni-tuebingen.de

Wir lassen Ihnen gerne unsere Bankinformationen zukommen.