Uni-Tübingen

Dr. Laura Carrara

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Teilprojekt B01: Erdbeben als Bedrohung sozialer Ordnungen. Bedrohungskommunikation in Literatur – Bedrohungskommunikation als Literatur (5. Jh. v. Chr. – 6. Jh. Chr.)

Beruflicher Werdegang

Forschungsschwerpunkte

Forschungsprojekt im Rahmen des SFB 923

Thema: Erdbeben als Bedrohung sozialer Ordnungen. Bedrohungskommunikation in Literatur – Bedrohungskommunikation als Literatur

Abstract: Die hohe Erdbebenfrequenz in der Antike ist durch literarische und archäologische Zeugnisse vielfältig belegt. Besonders herausragende seismische Großereignisse waren z. B. der Untergang der Stadt Helike 373 v. Chr., das Kampanien-Beben 62 n. Chr. oder die „kosmische Katastrophe“ von 365 n. Chr. Solche verheerenden Erdbeben führten zu existenziellen Bedrohungssituationen, in denen sich sogar die etablierten religiösen, politischen und sozialen Ordnungen aufzulösen drohten.

Das Projekt B 01 hat zum Ziel, an Erdbeben als gut dokumentierten Beispielen katastrophaler Ereignisse neue, dem spezifischen Charakter der antiken Überlieferung entsprechende Methoden für einen adäquaten Zugriff auf die Zeugnisse zu Kommunikation in Phasen der bedrohten Ordnung zu erarbeiten und exemplarisch anzuwenden. Die Umsetzung dieses Vorhabens erfolgt in zwei eng miteinander verzahnten Einzelstudien, die jeweils einen philologisch-literaturwissenschaftlichen und einen historischen Schwerpunkt aufweisen.

Angesichts der Tatsache, dass die Bedrohungskommunikation über antike Erdbeben sich fast ausschließlich in literarischen Texten vollzieht, d.h. in Form künstlich geprägter Diskurse, in denen Gegenstände, Sachfragen und Inhalte sehr häufig stilisiert sind, ist es Aufgabe der ersten Teiluntersuchung, die antiken Zeugnisse über Erdbeben nach ihrer spezifischen Eigenart zu analysieren und sie mit Blick auf die literarische (Re)-Präsentation des historischen Gehalts von Erdbeben zu evaluieren. Grundlegend ist dabei die Beurteilung antiker literarischer Erdbebenberichte nach ihrer Genrezugehörigkeit sowie der damit verbundenen primären Funktionalisierung im jeweiligen situativen Kontext von Autoren und Werken, die i.d.R. vielfältige Intentionen verfolgen, zu denen sachliche Information nicht, oder zumindest nicht in erster Linie, gehört.

Ausgehend von dieser Fragestellung soll die erste Teiluntersuchung mit ihrem spezifischen Instrumentarium zu dem gemeinschaftlichen Ziel beitragen, antike literarische Zeugnisse zu Erdbebenkatastrophen in doppelter Hinsicht ernst zu nehmen: als literarische Produkte und als Informationsquellen zu Situationen akut bedrohter sozialer Ordnungen.

Publikationen

Monografie

Aufsätze in referierten Fachzeitschriften

Buchbeiträge

Rezensionen

Vorträge

Tagungen, Workshops, Konferenzen

Lehrveranstaltungen