Uni-Tübingen

Chelion Begass, geb. Albersmann, M. A.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Doktorandin)

Teilprojekt D03: Adel und Bürgertum. Arme Adlige zwischen konkurrierenden Gesellschaftsordnungen 1700 – 1900

Doktorandensprecherin

Beruflicher Werdegang

  • 2003–2011: Studium der Neueren Geschichte, Alten Geschichte und Soziologie an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, der Université d'Avignon und der Université de Provence Aix-Marseille
  • 2005–2007: Deutsch-französischer Studiengang „Tüb-Aix“
  • 2009–2011: Studentische Hilfskraft in der Abteilung für Neuere Geschichte der Universität Tübingen und im beantragten SFB 923 „Bedrohte Ordnungen“
  • 06/2011: Magister Artium
  • seit Juli 2011: Wissenschaftliche Mitarbeiterin im SFB 923 „Bedrohte Ordnungen“
  • 02/2014–04/2016: beurlaubt wegen Elternzeit
  • 2016: Fritz-Stern-Stipendium 2016
  • WS 2017/18: Promotion in Neuerer Geschichte an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen mit der Arbeit "Armer Adel in Preußen, 1770- 1830"
  • Seit 02/2018: Beurlaubt wegen Elternzeit (2. Kind)

 

Dissertationsprojekt im Rahmen des SFB 923

Thema: Armer Adel zwischen konkurrierenden Gesellschaftsordnungen 1800–1830

Abstract: Die Zeit um 1800 bildet für den Adel in vielerlei Hinsicht eine der größten Herausforderungen seiner Geschichte. Durch die Umwälzungen der Französischen Revolution und die spätaufklärerische Adelskritik, durch die Folgen der Agrardepression und der napoleonischen Kriege geriet der Adel um 1800 in eine tiefe Legitimationskrise. Die politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Umwälzungen der napoleonischen Ära trafen insbesondere den niederen Adel schwer und forderten von ihm enorme Anpassungsleistungen. Nicht allen Adligen gelang es, sich darauf einzustellen. So kam es im äußersten Fall dazu, dass die Existenzgrundlage einzelner Adlige, aber auch ganzer Familien ernsthaft gefährdet war und ihre Grundbedürfnisse nicht mehr erfüllt werden konnten.

Noch ist wenig über die Armut des Adels bekannt. Daher soll sie anhand zeitgenössischer Quellen näher beleuchtet und regional vergleichend erforscht werden. Mit Blick auf zwei sehr unterschiedlich strukturierte Adelslandschaften – Preußen und der deutsche Südwesten – sollen Typologien adliger Armut, Risikofaktoren und Bewältigungsstrategien untersucht werden. Dabei stehen zunächst grundlegende sozialhistorische Fragen nach dem quantitativen und qualitativen Ausmaß der Armut im Fokus.

Anhand gedruckter und ungedruckter Quellen sollen sowohl die sozialhistorische Bedeutung der Adelsarmut erfasst, als auch der gesellschaftliche Diskurs darüber nachgezeichnet und bewertet werden. Die Untersuchung hat schon durch ihren zeitlichen Fokus eine Scharnierfunktion des gesamten Teilprojekts D03 inne. Der direkte Vergleich der drei Untersuchungen des Teilprojekts ermöglicht somit Aussagen zur Tragfähigkeit des „Sattelzeit“-Konzeptes, sowie zu Funktionsmechanismen schnellen sozialen Wandels und kann damit zu grundlegenden Anliegen des gesamten SFB beitragen.

 

Publikationen

  • Armer Adel in Preußen, 1770-1830 (erscheint 2019 in der Reihe Quellen und Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte, Duncker & Humblot Berlin)
  • (mit Johanna Singer) Arme adlige Frauen. Die Herausbildung neuer Lebens- und Gesellschaftsformen im Übergang von der ständischen zur industrialisierten Gesellschaft am Beispiel verarmter Adliger im langen 19. Jahrhundert, in: Schmidt, Dennis/Singer, Johanna/Wolf, Roland (Hg.), Bedrohte Ordnungen. KOnzepte, Materialien und Arrangements für den Geschichtsunterricht, Frankfurt/M. 2018, S. 158-201.
  • (mit Johanna Singer) Arme Frauen im Adel. Neue Perspektiven sozialer Ungleichheit im Preußen des 19. Jahrhunderts, in: Archiv für Sozialgeschichte, 54 (2014), S. 55-78.
  • Rezension zu: Ehrmann-Köpke, Bärbel: "Demonstrativer Müßiggang" oder "rastlose Tätigkeit"? Handarbeitende Frauen im hansestädtischen Bürgertum des 19. Jahrhunderts. Münster 2010, in: H-Soz-u-Kult, 25.04.2013.
  • (mit Jacek Klimek und Johanna Singer) Tagungsbericht Projektionsflächen von Adligkeit. 1. Marburger Kolloquium zur Adelsgeschichte des 20. Jahrhunderts. 02.11.2011-04.11.2011, Marburg, in: H-Soz-u-Kult, 30.01.2012, Tagungsbericht in PDF-Format hier.

 

Tagungen, Workshops, Konferenzen

  • 18.-19.09.2014 - Internationale Konferenz: "Soziale Abstiegsprozesse im europäischen Adel", Tübingen.H/Soz/Kult
  • 06.-07.09.2012 - Workshop: "Bittschriften als Quellen der Armutsforschung", Universität Tübingen. Zum Tagungsbericht
  • 09.12.2011 - Workshop: "Moderne Adelsgeschichte: Thesen, Konzepte, Kontroversen" (in Kooperation mit der TU Berlin), Berlin.