Uni-Tübingen

07/17/2020

Vorbereitung auf das Wintersemester 2020/21

Rundmail des Rektors

Sehr geehrte Damen und Herren, 
liebe Studierende,

in allen Fakultäten laufen derzeit die Vorbereitungen auf das Wintersemester 2020/21. Auch wenn die Fallzahlen bundesweit derzeit niedrig sind, dürfen wir uns im Hinblick auf das neuartige Corona-Virus nicht täuschen lassen. Die Pandemie ist noch nicht vorüber. Lokale Ausbrüche in einzelnen deutschen Städten und Landkreisen ebenso wie der Blick über die Grenzen machen deutlich, dass das Virus Nachlässigkeit im Infektionsschutz nicht verzeiht.

Vor diesem Hintergrund werden wir auch im kommenden Wintersemester an unserer Strategie zur Infektionsabwehr festhalten, die sich in den vergangenen Monaten außerordentlich bewährt hat. Wir müssen weiterhin Abstand halten, auf strikte Handhygiene achten und – wo sich häufige Begegnungen nicht vermeiden lassen – Alltagsmasken tragen. Zugleich verfolgt die Universität das Ziel, im Wintersemester einen großen Schritt in Richtung Präsenzlehre zu gehen.

Die vergangenen Wochen haben uns deutlich vor Augen geführt, dass Hochschulbildung den direkten und persönlichen Austausch zwischen Lehrenden und Studierenden ebenso braucht, wie den der Studierenden untereinander. Manche Lerninhalte lassen sich vergleichsweise einfach in die digitale Welt überführen, andere nur mit hohem Aufwand und manche gar nicht. Die Universität Tübingen ist einer universitären Lehre auf hohem Niveau verpflichtet, trotz aller Herausforderungen und auch Zumutungen, die die Corona-Pandemie noch für uns bereithält. Für das kommende Wintersemester wollen wir daher zu einer neuen Balance aus Präsenzlehre und Onlineangeboten kommen.

Rektorat und Fakultäten haben sich darauf verständigt, folgende Lehrveranstaltungen vorrangig in Präsenz anzubieten: 

  • Lehrveranstaltungen für Studienanfängerinnen und -anfänger, 
  • Lehrveranstaltungen, die speziell für internationale Studierende konzipiert sind und einen hohen interaktiven Lehranteil haben, 
  • Lehrveranstaltungen, die in besonderer Weise von der direkten Interaktion zwischen Lehrenden und Studierenden leben wie Seminare, Praktika, Übungen oder Fallbesprechungen, 
  • Laborpraktika, die spezielle Labor- bzw. Arbeitsräume erfordern.

Andere Lehrveranstaltungen müssen dagegen im Wesentlichen online stattfinden. Dazu gehören: 

  • Lehrveranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern (aus Mangel an geeigneten Räumen, auch wenn sich die Veranstaltungen an Studienanfängerinnen und -anfänger richten), 
  • Lehrveranstaltungen im Rahmen der englischsprachigen Masterstudiengänge, 
  • Vorlesungen ohne Übungsanteile für Studierende höherer Semester.

Unser Ziel ist es, rund die Hälfte aller Lehrveranstaltungen im kommenden Wintersemester online, die andere Hälfte in Präsenz durchzuführen. Dabei werden wir weiterhin ein hohes Sicherheitsniveau gewährleisten. Will die Universität nicht das Risiko eingehen, im Winter zu einem potenziellen Corona-Hotspot zu werden, muss in Lehrveranstaltungen ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zwischen allen Anwesenden eingehalten werden. Dementsprechend werden Lehrveranstaltungen, die in der Vergangenheit in Seminarräumen stattfanden, künftig vielfach in Hörsälen stattfinden müssen.

Um die nötige Raumkapazität zu erhalten, wollen wir im kommenden Wintersemester Lehrveranstaltungen von Montag bis Freitag zwischen 08.00 und 21.00 Uhr sowie möglichst auch an Samstagen anbieten. Die Hochschulverwaltung verhandelt derzeit mit dem Personalrat, um eine entsprechende Ausweitung der regulären Arbeitszeit zu ermöglichen.

Auch das reguläre Zeitfenster einer Lehrveranstaltung von 2 SWS soll von 120 min auf 90 min reduziert werden, damit die Anzahl der Veranstaltung pro Tag erhöht werden kann. Damit wir zwischen zwei Lehrveranstaltungen ausreichend Zeit zum Lüften haben, werden wir die Dauer der Kontaktzeit in allen Unterrichtseinheiten zudem von 90 auf 60 Minuten reduzieren und zwischen zwei Veranstaltungen jeweils 30 Minuten Pause einlegen. Um den Studierenden den problemlosen Wechsel zwischen Online- und Präsenzveranstaltungen zu ermöglichen, ist es zwingend erforderlich, dass auch alle digitalen Lehrformate dem neuen Zeitraster folgen, soweit sie zeitlich synchron – also gewissermaßen als Live Stream – angeboten werden. Asynchrone Lehrveranstaltungen sind von dieser Vorgabe ausgenommen.

Beachten Sie bitte vor diesem Hintergrund, dass alle veranstaltungstechnischen Angaben zu Lehrveranstaltungen, die Sie zum Wintersemester im Campussystem ALMA finden, in den kommenden Wochen noch vorläufig sein werden. Das oben skizzierte neue Schema wird zwangsläufig dazu führen, dass Zeit, Ort und Dauer vieler Veranstaltungen nochmals angepasst werden müssen. Ich bitte die Fakultäten und Fächer nachdrücklich darum, die Bedürfnisse von Lehrenden und Studierenden mit Familienaufgaben besonders zu berücksichtigen. Dies betrifft insbesondere die Vergabe von Zeitslots für die Lehre beziehungsweise bei Studierenden die Belegung von Lehrveranstaltungen.

Wie wir bereits mitgeteilt haben, startet der Vorlesungsbetrieb an der Universität Tübingen im kommenden Wintersemester erst am 2. November. Die räumliche Situation erfordert es, dass Einführungsveranstaltungen in den zwei Wochen davor, also im Zeitraum vom 19. bis 30. Oktober 2020 durchgeführt werden sollten. Die Orientierungswoche für Erstsemester wird aus einem Mix aus Online-Angeboten und kleineren Präsenzformaten bestehen und wie in den vergangenen Jahren von der Zentralen Studienberatung organisiert und koordiniert.

Mir ist bewusst, dass die anstehenden Veränderungen viele Fragen hervorrufen. Die Studierenden können sich mit ihren Fragen jederzeit an die Zentrale Studienberatung oder die Studienfachberatungen der Fächer wenden, Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer wenden sich bitte an ihre Fachbereiche oder Fakultäten. Den Dekanaten liegt zudem eine Liste mit Ansprechpersonen in der zentralen Verwaltung vor.

Um es nochmals auf den Punkt zu bringen: Wir wollen die Universität im Herbst soweit wie möglich öffnen, aber nicht in Leichtsinn verfallen. Wir wollen unseren Bildungsauftrag in vollem Umfang erfüllen und dabei weiterhin konsequent auf Infektionsschutz setzen. Dieser Weg ist für die Lehrenden, aber auch für Beschäftigte im wissenschaftsunterstützenden Dienst nochmals mit Veränderungen und Herausforderungen verbunden. Er bietet aber auch die Chance, schon bald das Angebot aus Online- und Präsenzveranstaltungen neu auszutarieren und die Vorteile analoger und digitaler Formate zu verknüpfen. Ich bitte Sie alle darum, dass wir diesen Weg gemeinsam beschreiten, um die Universität einen großen Schritt zurück in Richtung Normalität zu führen.

Mit freundlichen Grüßen

Professor Dr. Bernd Engler
(Rektor)
 

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