Center for Interdisciplinary and Intercultural Studies

Sommerakademie 2010: Lernen

21.-24. Juli 2010, Heiligkreuztal

Die Sommerakademie wurde gemeinsam vom CIN (Centrum für integrative Neurowissenschaft) und dem FORUM SCIENTIARUM getragen

Thema
Kaum eine Eigenschaft lässt den Menschen so einzigartig erscheinen wie seine ungewöhnliche Lernfähigkeit. Durch sie ist er in der Lage, sich im Laufe seines Lebens schnell und erfolgreich an neue Bedingungen anzupassen, seine Umwelt in hohem Maße selbst zu gestalten und das erworbene Wissen weiterzugeben - er vollzieht Übertragungsleistungen und abstrahiert einzelne Beobachtungen zu Gesetzmäßigkeiten. Gerade Sprache, Kunst, Kultur und Wissenschaft machen deutlich, dass sich diese menschlichen Errungenschaften nicht allein durch seine physiologischen oder genetischen Eigenschaften erklären lassen, sondern auf einem komplexen Zusammenspiel von eigenen Erfahrungen, angeeignetem und überliefertem Wissen und der Integration und Weiterentwicklung dieser Komponenten beruhen. Doch wie funktioniert Lernen? Welche neurobiologischen Prozesse liegen diesem Phänomen zugrunde und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die pädagogische Praxis? Diese biologischen, psychologischen und kulturellen Aspekte sollen im Rahmen der Sommerakademie erarbeitet und diskutiert werden.

Dozenten
Prof. Dr. Hans-Peter Thier ist Leiter des CIN und der Abteilung für Kognitive Neurologie am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung in Tübingen. Im Zentrum seiner Arbeit stehen die Erforschung höherer Hirnleistungen des Menschen, neurophysiologische Fragestellungen und die Untersuchung der Grundlagen des motorischen Lernens.

Dr. Ingrid Ehrlich ist Leiterin der Arbeitsgruppe "Learning and Memory" am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung in Tübingen und Mitglied des CIN. Ihr Forschungsinteresse liegt auf den Veränderungen, die im Gehirn während Lern- und Gedächtnisprozessen stattfinden. Diese Zusammenhänge werden am Beispiel von angstbehafteten Erinnerungen und ihrer Auslöschung untersucht.

Prof. Dr. Elmar Anhalt vertritt derzeit den Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik an der Katholischen Universität Eichstätt- Ingolstadt. Seine thematischen Schwerpunkte liegen auf pädagogischer Anthropologie, der Inter- und Transdisziplinarität der Erziehungswissenschaften und der erziehungswissenschaftlichen Komplexitätsforschung. Er ist Mitautor einiger Bücher zur Lehrerbildung und zur theoretischen Unterrichtsplanung.