Center for Interdisciplinary and Intercultural Studies

Wahrnehmungsräume - Räume der Wahrnehmung um 1600 und um 1900

Sommerschule des FORUM SCIENTIARUM Tübingen in Verbindung mit dem Arbeitskreis Historische Wahrnehmungsformen

20.-24. September 2010, Ort: Forum Scientiarum Tübingen

Raum ist, wie die Diskussionen der vergangenen Jahre gezeigt haben, ein schwer zu fassender Begriff. Als eine grundlegende Kategorie menschlicher Wahrnehmung und Orientierung wird er in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen auf zum Teil sehr unterschiedliche Weise diskutiert, ohne dass dabei alle unsere realen wie imaginierten Alltagserfahrungen tatsächlich erfasst werden. Sprache wie Bilder scheinen hier an ihre Ausdrucksgrenzen zu stoßen, zugleich aber immer wieder auch auf der Basis von grundsätzlichen Reflexionen nach produktiven Erweiterungen ihrer Beschreibungsmöglichkeiten zu suchen. Dieses Phänomen wird in der Sommerschule "Wahrnehmungsräume – Räume der Wahrnehmung" zum Thema gemacht, die vom 20.-24.9. 2010 in Tübingen stattfindet.

Mit 1600 und 1900 werden in der Sommerschule zwei Zeitfenster komparatistisch in den Blick genommen, die für die europäische Kulturgeschichte neben Paradigmenwechseln des Wissens auch neue Dispositionen von Wahrnehmung und Selbstverortung mit sich brachten: Unsere heutige Begrifflichkeit von Raum wurde in den Jahrzehnten um und nach 1600 maßgeblich geprägt; die Entwicklungen in Medizin und Naturwissenschaften mit ihrem neuen Konzept von Objektivität weisen den Künsten um 1900 einen neuen Platz zu, der zwar nicht die Begrifflichkeit, wohl aber das Verständnis von Raum verändert. Aus der Perspektive von Philosophie, Kunstgeschichte, Bild- und Literaturwissenschaft sowie der Wissenschaftsgeschichte werden maßgebliche Strukturen der jeweiligen Situation gemeinsam erarbeitet und in einem weiteren Schritt miteinander verglichen werden.

Die thematischen Schwerpunkte werden im Plenum durch je zweistündige Seminare im Teamteaching erarbeitet, wobei jeweils eine/r der DozentInnen für einen Block die Federführung übernimmt. Dozenten sind: Barbara Lange (Kunsthistorisches Institut der Universität Tübingen), Karin Leonhard (Kunsthistorisches Institut Florenz/Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Katholischen Universität Eichstätt) und Niels Weidtmann (Forum Scientiarum/Philosophisches Seminar der Universität Tübingen). Ergänzung findet dieses Programm durch Abendvorträge von Thomas Leinkauf (Philosophisches Seminar der Universität Münster) und Sabine Flach (Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin), die auf spezielle Phänomene der Frühen Neuzeit und der frühen Moderne zielen, sowie durch eine Halbtagesexkursion.

Die Sommerschule richtet sich an Doktorandinnen und Doktoranden sowie an Studierende, die vorhaben, sich auf dem Themenfeld weiter zu qualifizieren. Wie die Gruppe der DozentInnen und ReferentInnen streben wir auch auf Seiten der Teilnehmenden eine interdisziplinäre Zusammensetzung an, die im weitesten Sinne das Feld der Kulturwissenschaften abdeckt.

Die Teilnahme an der Sommerschule ist frei. Darüber hinaus kann leider kein Reisekostenzuschuss gezahlt werden, das Forum Scientiarum ist allerdings bei der Organisation einer günstigen Unterbringung behilflich.

Bitte richten Sie Ihre Bewerbung mit einem Lebenslauf und einem einseitigen Motivationsschreiben an: Forum Scientiarum info@fsci.uni-tuebingen.de.

Bewerbungsschluss ist der 25.7.2010