Tübingen School of Education (TüSE)

Klasse 6b

Eine Unterrichtswoche. Bildungswissenschaftliche und fachdidaktische Analysen.

Kurzbeschreibung

Für das Projekt „Klasse 6b. Eine Unterrichtswoche“ wurde eine 6. Klasse mit der Kamera über eine Woche hinweg begleitet und damit der Versuch unternommen, die Komplexität des unterrichtlichen Alltags einzufangen und das Beobachtete aus unterschiedlichen Perspektiven zum Fall zu machen. Die elf dabei gefilmten Unterrichtsstunden sind im vorliegenden Projekt aus fachdidaktischer und fachwissenschaftlicher Perspektive sowie aus verschiedenen Blickwinkeln der Bildungswissenschaften analysiert worden. Eine Besonderheit stellt dabei dar, dass jenseits der ‚üblichen‘ Fächer, die bei empirischen (auch Video-)Studien häufig in den Blick genommen werden,  auch kleinere Fächer vertreten sind. Die Ergebnisse der Analysen wurden in einem Peer Review Open Access Sammelband gebündelt, dessen Ziel es ist, für Studierende und Akteur*innen aller Fächer in allen Phasen der Lehrerbildung eine integrative Perspektive aus Fachwissenschaften, Fachdidaktiken und Bildungswissenschaften bereitzustellen. 

Mit dem beschriebenen Vorgehen verfolgt das Projekt ein dreifaches Anliegen. Erstens blicken unterschiedliche Akteur:innen der Lehrerbildung(sforschung) auf eine Klasse, versuchen sich der Komplexität unterrichtlicher Realität anzunähern und durch ihre Analysen auch unterschiedliche Wissensformen zugänglich zu machen. Dies verdeutlicht die Heterogenität von Sichtweisen, wie sie beispielsweise auch Lehramtsstudierenden in ihrem Studium erfahren, wenn sie im Laufe der Woche Lehrveranstaltungen bei unterschiedlichen Dozierenden aus mindestens zwei Studienfächern und dem bildungswissenschaftlichen Bereich begegnen. Oftmals tauchen sie dabei nicht nur in unterschiedliche fachspezifische und inhaltliche, sondern auch in unterschiedliche methodologische Sichtweisen und Verfahren ein. Zweitens wird durch die Analyse und Interpretation derselben Unterrichtsstunde durch Expertinnen und Experten verschiedener Fächer und Zugänge deutlich, dass damit keine objektive Einschätzung der Unterrichtstunde verbunden ist, sondern lediglich ein kriteriengeleitetes und standortgebundenes, jedoch gleichsam intersubjektiv nachprüfbares Bild. Multiperspektivität bei der Betrachtung von Unterricht rückt damit zwangsläufig in den Mittelpunkt und ist explizit gewünscht. Drittens sollen durch die differenten Analysen der Autor:innen auch unterschiedliche Logiken der Betrachtung transparent gemacht werden, die vielleicht erst im jeweiligen Kontrast zueinander deutlich werden, ansonsten jedoch nicht zusammen an die Oberfläche treten.

Förderung

Eigenmittel Universität Tübingen, Tübingen School of Education 

Laufzeit

10/2019 - 01/2022

Beteiligte

Leitungsteam: Dr. Marcus Syring, Institut für Erziehungswissenschaft; Prof. Dr. Thorsten Bohl und Dr. Nina Beck, Tübingen School of Education; Prof. Dr. Bernd Tesch, Fachdidaktik Romanistik;

Fachdidaktiker/innen und Bildungswissenschaftler/innen der Universität Tübingen

Kontakt

marcus.syringspam prevention@uni-tuebingen.de