Fachbereich Physik

Elektrizitätslehre mit Kontexten

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

aus vergangener Forschung wissen wir bereits, dass naturwissenschaftlicher Unterricht, der die Interessen von Schülerinnen und Schülern berücksichtigt, als anregend wahrgenommen wird. Unklar ist jedoch, inwieweit ein auf diesen Interessen basierender Unterricht auch mit einem besseren konzeptionellen Verständnis physikalischer Konzepte einhergeht. Dieser Frage geht unsere Arbeitsgruppe in Zusammenarbeit mit den Universitäten Darmstadt, Dresden, Frankfurt, Graz und Wien am Beispiel der Unterrichtseinheit „Grundgrößen der Elektrizitätslehre“ nach. Studienergebnisse zeigen nämlich, dass es Schülerinnen und Schülern trotz intensiver Bemühungen ihrer Lehrkräfte häufig nicht gelingt, ein angemessenes Verständnis von einfachen Stromkreisen zu entwickeln. Möglicherweise deckt sich diese Befundlage mit Ihren persönlichen Erfahrungen.

Wir arbeiten aktuell an Unterrichtsmaterialien im Schulbuchformat, welche zum Ziel haben, das Thema „Einfache Stromkreise“ durch eine Einbettung in anregende Kontexte (z.B. elektrische Fische, siehe Bild oben) für die Schülerinnen und Schüler besonders interessant und lernwirksam zu gestalten. Dadurch, dass die zugrundeliegende Sachstruktur an den „traditionellen“ Physikunterricht angelehnt ist, ist für das Unterrichten mit den von uns bereitgestellten kontextbasierten Unterrichtsmaterialien kein allzu großer Vorbereitungsaufwand notwendig. Inwiefern die mit der beschriebenen Kontextorientierung verknüpften Erwartungen jedoch gerechtfertigt sind, lässt sich nur im Rahmen einer umfangreichen empirischen Erhebung bestimmen. Falls Sie in der Sekundarstufe I am Gymnasium – egal ob G8 oder G9 – die Einheit „Grundgrößen der Elektrizitätslehre“ unterrichten, würden wir uns freuen, Sie für unsere Studie gewinnen zu können!

Erläuterung

Wie laufen die Erhebungen ab?

  • Sie als teilnehmende Lehrkraft unterrichten im Rahmen der Studie zweimal die „Grundgrößen der Elektrizitätslehre“: Im ersten Durchgang so, wie sie es bisher immer getan haben („traditioneller Unterricht“) und im zweiten Durchgang auf Basis der zur Verfügung gestellten kontextbasierten Unterrichtsmaterialien.
  • Die Durchgänge können in aufeinanderfolgenden Schuljahren liegen, z.B. unterrichten Sie zunächst „traditionell“ in einer 8. Klasse im Schuljahr 2021/22 und im folgenden Schuljahr 2022/23 kontextbasiert in einer anderen 8. Klasse. Falls Sie Parallelklassen unterrichten, können beide Durchgänge auch innerhalb eines Schuljahres liegen. Es ist lediglich zu beachten, dass der „traditionelle“ Durchgang zeitlich vor dem kontextbasierten Unterrichten liegt.
  • In Bezug auf die methodische Ausgestaltung Ihrer Unterrichtsstunden haben Sie selbstverständlich weiterhin freie Hand.
  • Um die Wirkung des jeweiligen Unterrichts (traditionell vs. kontextbasiert) erheben zu können, sollen etablierte Testinstrumente einmal vor (Pretest) und einmal nach dem Elektrizitätslehreunterricht (Posttest) sowie einmal zehn Wochen im Anschluss an die Unterrichtseinheit (Follow-Up-Test) eingesetzt werden.
  • Unsere Anwesenheit an Ihrer Schule ist nicht erforderlich. Die Unterrichtsmaterialien und Testinstrumente schicken wir Ihnen im Voraus postalisch zu.
  • Die Teilnahme an der Studie ist sowohl für Sie als Lehrkraft als auch für Ihre Schülerinnen und Schüler komplett freiwillig.
  • Das Forschungsprojekt – inkl. der Datenschutzmaßnahmen – wurde vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport genehmigt sowie von der Ethikkommission der Universität Tübingen als forschungsethisch unbedenklich eingestuft.


Wie können Sie profitieren?

  • Sie erhalten zusätzliche Anregungen für die Gestaltung Ihres Elektrizitätslehreunterrichts.
  • Sie als Lehrkraft erhalten die kontextbasierten Unterrichtsmaterialien im Schulbuchformat (inkl. didaktische Hinweise & Musterlösungen) komplett kostenlos für Ihren Unterricht. Im Anschluss an die Studie können Sie diese gern weiterhin verwenden.
  • Die verwendeten Kontexte basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Interessensforschung und sind zum überwiegenden Teil bereits praxiserprobt. 

Falls Sie grundsätzlich Interesse haben, sich an zwei Durchgängen zu beteiligen, möchten wir Sie bitten, sich entweder über das folgende Formular oder per E-Mail (Benedikt.Gottschlich(aτ)uni-tuebingen.de) bzw. telefonisch (07071/2976381) an uns zu wenden. Alle Informationen zur Studie sind auch noch einmal als PDF-Dokument erhältlich. 

Anmeldung zur Studie via Online-Formular

Wir bedanken uns ganz herzlich für Ihre Unterstützung!