Japanologie

Aktuelle und abgeschlossene Projekte

Kojiki

Nach Abschluss des langjährigen Forschungsschwerpunktes Kojiki lassen sich meine derzeitigen und künftigen Forschungsinteressen folgendermaßen benennen:

Heilige Texte

Seit Januar 2011 bestand der Promotionsverbund "Heilige Texte" (Leitung Birgit Weyel, Jan Stievermann, Matthias Bauer, Klaus Antoni) an der Universität Tübingen, innerhalb dessen auch die Religionen Japans - in interkultureller Perspektive - thematisiert wurden. Daraus entwickelte sich eine weiterführende interdisziplinäre Initiative, die im Rahmen der Ausschreibung der Exzellenzinitiative (4. Plattform) gefördert wurde. Eine Fortführung der gemeinsamen Arbeit ist vereinbart.

Vergleichende Mythologie

Als aktives Mitglied der International Association for Comparative Mythology (IACM) organisierte ich im Mai 2013 die Jahrestagung der IACM in Tübingen, nachdem die vorherigen Tagungen u. a. in Beijing, Tôkyô, Harvard und St. Petersburg stattgefunden haben. Die IACM ist eine an der Harvard University eingetragene wissenschaftliche Vereinigung.

Die Religionen und das Konservative

Das Thema wird als Gemeinschaftsprojekt der Universität Tübingen und der Rikkyô-Universität, Tôkyô, bearbeitet. Nachdem die erste Tagung in Tübingen (3. - 4. 11. 2011) stattgefunden hat, wurde die Folgetagung in Tôkyô (1. - 2. 11. 2012) durchgeführt. Die Beiträge werden publiziert. Eine Anschlusstagung ist geplant.

Grenzüberschreitungen

Gemeinsam mit dem Tübinger Zellbiologen Professor Alfred Nordheim habe ich im WS 2011/12 eine Ringvorlesung zum Generalthema „Grenzüberschreitungen in den Wissenschaften“ veranstaltet. Die Beiträge dieser Vorlesung aus den Geistes- und Naturwissenschaften wurden im Transcrip-Verlag (Bielefeld) publiziert. Die Fortführung der Kooperation ist geplant.

Archäologie

Im März 2013 fand eine Tagung zur Archäologie Japans, insbesondere der Oki-Insel als zukünftigem Weltkulturerbe, in Tübingen statt. Eigener Beitrag: „Oki no shima and tokoyo - Other World islands in Japanese Mythology".

Erinnerungsorte

Als ein künftiger Forschungsschwerpunkt könnte sich das Thema der „Erinnerungsorte in Ostasien“ heraus kristallisieren, mit einem Schwerpunkt v. a. auf den Kriegsgedenkstätten in Japan, China und Korea. Hier soll der Frage nachgegangen werden, wie historische Bilder in den Ländern Ostasiens konstruiert und verbreitet wurden, v. a. anhand bestimmter Orte des Erinnerns. Ein gemeinsames Hauptseminardazu mit Herrn Prof. Lee You Jae von der Koreanistik fand im WS 2012/13 statt.

Bestehende Langzeitprojekte:

Selbstdarstellung und Selbstverständnis von Religionsgemeinschaften im japanischsprachigen Internet – das WWW als Quelle japanologischen Arbeitens

Das Projekt (Leitung Klaus Antoni und Birgit Staemmler) untersucht anhand eines konkreten thematischen Teilgebietes die Frage, inwieweit das japanischsprachige WWW als empirisch nutzbare Quelle japanologischer Erkenntnis dienen kann. Insbesondere wird das Selbstverständnis japanischer Religionsgemeinschaften anhand ihrer Eigenpräsentationen im WWW befragt.

Arbeitskreis Japanische Religionen (AJR)

Im Jahre 1994 hat sich ein loser, informeller Kreis von Japanologinnen und Japanologen im deutschsprachigen Raum, die auf dem Gebiet der japanischen Religionen wissenschaftlich arbeiten, unter dem Namen „Arbeitskreis Japanische Religionen“ (AJR) gebildet. Die Gründung des Arbeitskreises erfolgte im März 1994 an der Universität Trier unter der Leitung von Klaus Antoni. Seither fanden Treffen des Arbeitskreises in lockerer Abfolge in Trier, einmal in Berlin und danach kontinuierlich in Tübingen satt, seitdem unter der Leitung von Birgit Staemmler. Nähere Informationen finden sich hier: „Arbeitskreis Japanische Religionen“ (AJR)

Abgeschlossene Projekte

1.) Die Asiatisierung Asiens

im Rahmen des Zentrums für Ostasien-Pazifik-Studien
Japanologisches Teilprojekt Japanische Sichtweisen (Ost-)Asiens: Prof. Dr. Klaus Antoni. Interdisziplinäres Projekt, Universität Trier, 1994-1998

Als Folge der tiefgreifenden globalen Veränderungen der jüngsten Zeit ist eine intensive Debatte um die Wiedererstarkung Asiens zu verzeichnen. Gerade auch in Japan wird diese Auseinandersetzung, unter dem Schlagwort einer "Hin- bzw. Rückwendung" des Landes nach Asien, geführt. Insbesondere die kulturellen, historischen und gesellschaftlichen Hintergründe des nach wie vor problematischen Verhältnisses Japans zum ostasiatischen Raum bedürfen einer substantiellen Analyse, die auf der Basis des bisher Erarbeiteten aufbauen kann.

Im Rahmen des Generalthemas - Die Asiatisierung Asiens kommt in diesem Zusammenhang den Kategorien Identität und Herrschaft eine Schlüsselstellung zu. Ziel des japanologischen Teilprojektes Antoni war es daher, die historisch-geistesgeschicht-lichen Hintergründe und langfristigen Perspektiven der gegenwärtigen Asiatisierungs-Debatte Japans in bezug auf die kulturelle Identität sowie traditionelle Konzeptionen von Herrschaft zu erhellen. Ein Ergebnis u. a. dieser Untersuchungen stellt die Publikation: Japans schwerer Weg nach Asien - Geistesge-schichtliche Anmerkungen zu einer aktuellen Debatte (vgl. Schriftenverzeichnis) dar.

2.) Interkulturelle Kompetenz für den ostasiatischen Wirtschaftsraum

Leitung: Prof. Dr. Karl-Heinz Pohl (Sinologie), Prof. Dr. Klaus Antoni (Japanologie).Interdisziplinäres Projekt, Universität Trier, 1995-1998

Das Projekt Interkulturelle Kompetenz für den ostasiatischen Wirtschaftsraum beschäftigte sich mit der Konzipierung und Durchführung von Seminaren über den ostasiatischen Wirt-schaftsraum. Ziel der Seminare ist es, Fach- und Führungskräften aus der Wirtschaft praxisorientierte Kenntnisse über den ostasiatischen Sprach- und Kulturraum (Schwerpunkte: China und Japan) in seinen vielfältigen Dimensionen - Kultur, Politik, Wirtschaft und Recht - zu vermitteln und damit einen Beitrag zur Entwicklung interkultureller Kompetenz deutscher Fach- und Führungskräfte im Kontakt mit chinesischen und japanischen Geschäftsleuten zu leisten.

Die zweite Projektphase beinhaltete die Vorbereitung und Durchführung verschiedener Seminare. Die Fernseminare wurden in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Fernstudien-Forschung (DIFF), Tübingen, konzipiert. Publikation: Kulturgeschichte und traditionelles Wertesystem Japans"