Fachbereich Geschichtswissenschaft

Studiengangkonferenzen

Studiengangkonferenz in Berlin (7. TübAix-Studiengangkonferenz)

Berufsperspektiven im Kulturmanagement und in der Kulturpolitik
Chancen und Möglichkeiten für Historiker mit deutsch-französischen Kompetenzen
02.-04. Dezember 2016
Bericht
Tagungsprogramm

Studiengangkonferenz in Marseille (6. TübAix-Studiengangkonferenz)

Sciences humaines et politiques culturelles

14. – 16. März 2013

Bericht

Studiengangkonferenz in Stuttgart (5. TübAix-Studiengangkonferenz)

Geisteswissenschaften und deutsch-französische Kompetenz

Eine Chance für die Wirtschaft in Zeiten der Krise und Globalisierung?


30. Oktober - 01. November 2009

Tagungsbericht

Der Franco-Allemand-Mehrwert.

 

TübAix-Studiengangkonferenz in Stuttgart: "Geisteswissenschaften und deutsch-französische Kompetenz: Eine Chance für die Wirtschaft in Zeiten der Krise und Globalisierung?"

Historiker haben in Unternehmen nicht nur Zukunft, sondern verfügen besonders in Zeiten der Krise und Globalisierung über wichtige Kompetenzen für die Wirtschaft - so lautet das Fazit der fünften TübAix-Studiengangkonferenz, die Ende Oktober in Stuttgart stattgefunden hat. Organisiert wurde die Veranstaltung vom deutsch-französischen TübAix-Studiengang sowie vom Verein "Les Amis du TübAix". Das Programm der Tagung beleuchtete zum einen die internationale Finanzkrise in deutsch-französischer Perspektive, zum anderen analysierte es, welchen Beitrag Geisteswissenschaftler in Zeiten der Krise und Globalisierung für Unternehmen leisten können. Ergänzt wurde das Programm mit Workshops zur interkulturellen Arbeit in internationalen Unternehmen und einem deutsch-französischen Bewerbungstraining sowie einer Führung durch das Haus der Geschichte in Stuttgart.

Prof. Dr. Ellen Widder, die als deutsche Programmbeauftragte den TübAix-Studiengang vertrat und die Veranstaltung leitete, zitierte in ihrer Eröffnungsrede eine neueste Studie, wonach Absolventen von geisteswissenschaftlichen Fächern beim so genannten "educational signaling", das heißt der Produktion von Kriterien für künftige Arbeitgeber, was von einem Absolventen zu halten sei, deutlichen Nachholbedarf hätten. "Hier soll unsere heutige Tagung Abhilfe schaffen", sagte Widder. Das "educational signaling" wurde so auch zum roten Faden der Konferenz, die unter dem Titel "Geisteswissenschaften und die deutsch-französische Kompetenz: Eine Chance für die Wirtschaft in Zeiten der Krise und Globalisierung?" im Französischen Generalkonsulat in Stuttgart eröffnet wurde. Fortgesetzt wurde sie an den folgenden zwei Tagen im Haus der Geschichte in Stuttgart, das zugleich als Kooperationspartner fungierte.
Laut Dr. Hinrich Enderlein, dem ehemaligen Wissenschaftsminister von Brandenburg, wollen Personalchefs von Wirtschaftsunternehmen jene Kompetenzen sehen, die Studierende von deutsch-französischen Programmen wie dem "TübAix"-Studiengang mitbrächten: "Gefragt sind Sprachen, übrigens nicht nur Sprachfertigkeiten, Allgemeinbildung, kulturelle Hintergründe, interkulturelle Kommunikation und Schlüsselqualifikationen. Die erforderliche Fachqualifikation bildet zwar die solide Basis, aber über die Einstellung entscheiden letztlich Zusatzqualifikationen und die kommen durchweg aus den Geistes-, Kultur- und einigen Sozialwissenschaften", betonte Enderlein. Mit Nachdruck bejahte er die Leitfrage der Konferenz, ob Geisteswissenschaftler eine Chance für die Wirtschaft in Zeiten der Krise und Globalisierung darstellten. Der Bedarf "nach diesem Franco-Allemand-Mehrwert" sei gegeben, dies werde auch in Umfragen von Wirtschaftsunternehmen im Großraum Paris deutlich.
Enderleins Thesen wurden von Dr. Birgit Burgaud bestätigt: Die deutsche Unternehmensberaterin ist seit vielen Jahren in Paris tätig und berichtete von Chancen und Schwierigkeiten ihres Berufs. Den Jobeinstieg in der französischen Metropole gelang ihr über jenen "Franco-Allemand-Mehrwert": Türöffner für ihre Tätigkeit in Paris seien ihre Französischkenntnisse und ihre Vertrautheit mit Land und Kultur gewesen.
Einen Überblick über die Finanzkrise in deutsch-französischer Perspektive gaben Wolfgang Neumann, Mitarbeiter des Deutsch-Französischen Instituts in Ludwigsburg, und Christophe Braouet, Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft Frankfurt am Main. Laut Neumann habe die Wirtschaftskrise das Wachstum in Deutschland aufgrund der exportorientierten Ausrichtung der deutschen Wirtschaft stärker getroffen. Braouet betonte, dass es in Frankreich kein Bild von ‚guten' und ‚schlechten' Banken und keine entsprechende Stigmatisierung wie in Deutschland gebe. So sei es für französische Banken selbstverständlich gewesen, finanzielle Unterstützung vom Staat in Anspruch zu nehmen. Was die künftige Entwicklung betrifft, könne man nur schwer eine Einschätzung geben. Frankreich sei in die Krise schlechter hineingegangen als Deutschland, habe sich seither aber gut entwickelt.
Praktisches Wissen konnten die Teilnehmer der Studiengangkonferenz in zwei Workshops sammeln: Joachim Leippold, Mitglied der Personalabteilung der Robert Bosch GmbH, gab einen Workshop zu interkulturellen Skills in der Wirtschaft, und Dr. Françoise Dorison, Interkulturelles Management und Personalberatung Do & Go International, leitete einen Workshop zum deutsch-französischen Bewerbertraining.
Welche Möglichkeiten geisteswissenschaftliche Absolventen in der Wirtschaft haben, stellten fünf TübAix-Alumni vor. Auf dem Podium vertreten waren Henning Otte, Stellvertretender Dienstchef der Deutschen Presse-Agentur dpa in Stuttgart; Bettina Krüger, Referentin in der Unternehmenskommunikation der Allianz Deutschland AG; Cordula Ressing, Pressereferentin beim französischen Energieunternehmen AREVA; Edith Frenoy, Mitarbeiterin des Pharma-Dachverbandes EFPIA in Brüssel, und Jean-Jacques Wendorff, selbstständiger Marketing-Berater in Heddesheim und ehemaliger Mitarbeiter bei Bertelsmann Avarto in Paris.
Die Tagung verdeutlichte, dass auch in Krisenzeiten Historiker einen signifikanten Beitrag für Unternehmen leisten können. Ihnen ist bewusst, dass Geschichte und somit auch Krisenzeiten keinen Linearitäten folgen. Durch den "Blick für's Große und Ganze", wofür Geisteswissenschaftler oft gelobt würden, könnten Historiker kreativ und innovativ zu Problemlösungen auch in der Wirtschaftswelt beitragen.
Die Studierenden des TübAix-Studienganges erhielten somit von allen Seiten - Wissenschaft, Unternehmen, Alumni - ermutigende Signale, denn aufgrund der internationalen Erfahrung, der Mobilität, der Fremdsprachenkenntnisse und der interkulturellen Skills enthält die Bewerbungsmappe eines TübAix-Absolventen ein vielversprechendes Profil, um im Arbeitsleben erfolgreich zu sein. Gleichzeitig wurden die Studierenden darin bestärkt, ihre bereits sehr guten interkulturellen Skills um betriebswirtschaftliche Kenntnisse und Praxiserfahrung, zum Beispiel in Form von Praktika, zu erweitern und so ihr "educational signaling" zu schärfen.
Ausdrücklich forderten die Redner dazu auf, die oftmals bestehende Dichotomie zwischen Geisteswissenschaften und Wirtschaft aufzulösen. Es wurde deutlich, dass diese nicht unbedingt Gegenpole darstellen. Im Gegenteil: Geisteswissenschaftler seien, so der Grundtenor der Praxisberichte, aufgrund ihrer spezifischen Stärken und Potentiale nicht nur geeignete, sondern begehrte und oftmals gar unerlässliche Partner der Wirtschaft. Dr. Hinrich Enderlein brachte es auf den Punkt: "Die internationalen Verflechtungen werden sich in allen Lebensbereichen dramatisch verändern. Und das ist eine ganz klare Domäne der Geisteswissenschaften. Regionale Studien im internationalen Maßstab können nur noch interdisziplinär betrieben werden. Und ohne Geisteswissenschaftler läuft da gar nichts. Wer jetzt auf gut strukturierte Geisteswissenschaften bauen kann, sorgt nicht nur für eine Perspektive der Hochschule und ihrer Absolventen, sondern auch der Gesellschaft insgesamt."

Prof. Dr. Ellen Widder, Programmbeauftragte TübAix-Studiengang
Judith Schittenhelm M.A., Programmreferentin TübAix-Studiengang
Raphael Rauch, Vorsitzender der Association "Les Amis du TübAix"

Studiengangkonferenz in Straßburg (4. TübAix-Studiengangkonferenz)

L’Allemagne, la France et les Médias

27. – 29. Oktober 2006

Tagungsprogramm

Studiengangkonferenz in Lyon (3. TübAix-Studiengangkonferenz)

L’Allemagne et la France dans l’Union Européenne élargie

30. Oktober – 01. November 2004

Tagungsbericht

Studiengangkonferenz in Dijon (2. TübAix-Studiengangkonferenz)

Les archives en France et en Allemagne

01. – 03. November 2002

Tagungsprogramm

Studiengangkonferenz in Blaubeuren (1. TübAix-Studiengangkonferenz)

L’Histoire en France et en Allemagne : une vision comparée

21. – 23. September 2001