Schwimmenlernen ist ein wichtiger Bestandteil der physischen und psychosozialen Entwicklung von Kindern. Schwimmen zu können erhöht nicht nur die Sicherheit im und am Wasser, sondern ist auch Voraussetzung für die Selbst- und Fremdrettung. Zudem bietet Schwimmen können vielfältige Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe sowie hohes gesundheitsförderliches Potential.
Mit ihrem mobilen Lehrschwimmbecken ‚Wundine on Wheels‘ ermöglicht die von der Josef-Wund-Stiftung gegründete Wundine Schwimmakademie Kindern ca. drei Monate lang den Zugang zu einem kostenlosen Schwimmkurs direkt vor Ort in verschiedenen Gemeinden von Baden-Württemberg. Dies eröffnet den teilnehmenden Kindern Möglichkeiten zur Erschließung des Bewegungsraums Wasser. Dabei gilt das Erreichen der Niveaustufen Wassergewöhnung und Wasserbewältigung als Zielsetzung.
Mithilfe des ‚Mobile Activity Labs‘ (MAL) des Interfakultären Forschungsinstituts für Sport und körperliche Aktivität der Universität Tübingen wird ‚Wundine on Wheels‘ an drei Standorten in Baden-Württemberg begleitet, um die Effekte der Schwimmkurse bei den Kindern, vor dem Hintergrund aktueller Aquatic Physical Literacy-Konzepte zu analysieren. Dabei sollen vor allem die motorischen, psychosozialen und integrierenden Facetten näher beleuchtet werden.
Die Datenerhebung erfolgt im Prä-Post-Design mit einer Follow-Up Erhebung. Zur Beurteilung der wasserbezogenen motorischen Grundfertigkeiten Atmen, Tauchen, Schweben, Gleiten, Drehen und Rollen findet eine wissenschaftliche Beobachtung der Schwimmkurse in der ersten und letzten Kurswoche statt. Dabei werden auch psychosoziale Facetten der Aquatic Physical Literacy im Feld eingeschätzt. Im MAL werden die wahrgenommene Kompetenz im Wasser bildgestützt (PSPWC) sowie Affinitäten/Aversionen hinsichtlich Wasseraktivitäten mithilfe einer computerbasierten Erhebungsmethode (DPEX) in Kooperation mit der Universität Potsdam (Prof. Dr. Ralf Brand & Sinika Timme) analysiert. Mit ersten Ergebnissen ist im Frühjahr/Sommer 2026 zu rechnen.