Pressemitteilungen
10.03.2026
Was stärkt Kinder für einen kritischen Umgang mit KI? Das Projekt KIKI startet!
Gerade mit Blick auf die frühe Kindheit gibt es Vorbehalte gegenüber KI. Gleichzeitig nutzen schon Kinder im Vorschulalter KI-basierte Anwendungen. Im BMFSFJ-Projekt KIKI untersuchen wir interdisziplinär, wie sich die Selbstbestimmung von Kindern stärken lässt und erarbeiten analoge Materialien, um Kinder kritisch für KI zu sensibilisieren und pädagogische Fachkräfte zu befähigen. Das ethische Teilprojekt untersucht Fragen der Leiblichkeit, verschiedene Kinderrechte und das Kindeswohl, erarbeitet forschungsethische Grundlagen, um eine gesunde Nutzung von KI zu fördern und Kriterien für kindgerechte KI zu entwickeln.
Am 24.2.2026 fand der Kick-Off von KIKI statt.
In unserem interdisziplinären Forschungsprojekt mit der Sozialpsychologie der Universität Duisburg-Essen und der Angewandten Informatik der Universität Bamberg und gemeinsam mit Praxispartnern untersuchen wir bei KIKI (kurz für „KI-Anwendungen im Einklang mit Kinderrechten: Kinder stärken und pädagogische Fachkräfte befähigen zu sicherer und kindgerechter digitaler Teilhabe“) partizipativ mit Kindern im Vorschulbereich zu deren Bedarfen und Perspektiven und erarbeiten in einem Modellprojekt Materialien, die im Sinne positiver Medien verschiedene Rechte von Kindern in der frühen Kindheit stärken. Ein Ziel dabei ist es pädagogische Fachkräfte zu befähigen, mit den Kindern ein grundlegendes Verständnis von KI-Mechanismen zu entwickeln, damit diese selbstbestimmt in digitalen Umgebungen handeln lernen. Dies wird deswegen relevant, da KI schon sämtliche Lebensbereiche von Kindern durchdringt. Gerade kleinere Kinder halten digitalen Technologien oft für menschenähnlich und vertrauen ihnen Geheimnisse an oder fragen sie um Rat. Allein 41% der 2-5-Jährigen haben Zugang zu Sprachassistentinnen im Haushalt und 21% besitzen ihr eigenes Tablet. Und von der miniKIM (2023) wissen wir, dass die Nutzung oft unbegleitet stattfindet.
Aus ethischer Perspektive forschen wir am IZEW aber auch zu ganz grundlegenden Fragen:
- Was macht die frühe Kindheit mit Blick auf KI besonders aus?
- Welche Rolle spielt die Leiblichkeit gerade in der frühen Kindheit?
- Wie könnte dann die Grundlegung zentraler Kompetenzen verkörpert aussehen und welches Verhältnis zu KI sollen Kinder entwickeln – oder sollten sie das in der frühen Lebensphase noch nicht?
- Gerade mit Blick auf KI in der frühen Kindheit bestehen viele Vorbehalte bei Eltern, pädagogischen Fachkräften und viele KI-basierte Anwendungen sind noch nicht ausreichend reguliert. Was kann Forschung hier ermöglichen?
- Welche Rechte von Kindern sollten vorrangig berücksichtigt werden (Teilhabe oder Schutz?)?
- Was macht das Digital Wellbeing in der frühen Kindheit aus? Und welche Leitlinien für positive Angebote lassen sich basierend auf der Forschung dann ableiten?
KIKI wird bis Ende 2028 dazu forschen und publizieren und Impulse in aktuelle öffentliche Debatten bringen.
Zur Projektseite:
https://uni-tuebingen.de/de/293592
Projektleiter*innen:
Dr. Ingrid Stapf: Senior Researcher – Schwerpunkt Kinderethik, Kinderrechte, Medienethik (Leitung Teilprojekt Ethik)
Prof. Dr. Jessica Heesen: Leitung der Forschungsgruppe Medienethik, Technikphilosophie & KI – Schwerpunkt KI-Ethik