Ziel des Diskursprojekts SIGEL ist es, den dringend benötigten Diskurs um die Betreuung vulnerabler Schwangerer in Deutschland anzustoßen. Dafür sollen zentrale ethische, soziale und rechtliche Fragestellungen an den Schnittstellen von Gesellschaft, Wissenschaft und Praxis öffentlich sowie in der Fachgemeinschaft verhandelt werden, insbesondere durch direkte Partizipation betroffener Schwangerer und Akteur*innen der Hebammenwissenschaft und -praxis . Die Markierung von Differenz und Zuschreibung von Vulnerabilität ist ein sozial voraussetzungsvoller Vorgang, der gewisse Gefahren mit sich bringt und daher kritisch zu reflektieren ist. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass sowohl im Diskurs um die besonderen Bedürfnisse von Frauen aus vulnerablen Gruppen als auch bei der praktischen Verbesserung ihrer Betreuung bei der Geburt keine stereotypisierten Verhaltenserwartungen und abwertende Zuschreibungen aufgerufen werden.