Uni-Tübingen

Die Tübinger Kinder-Uni

Dieses Jahr feiert die Universität Tübingen ein besonderes Jubiläum. Genau zwanzig Jahre ist es her, dass sie sich mit der Kinder-Uni einer neuen Zielgruppe öffnet. Der Beginn einer Erfolgsgeschichte: Bis heute bringen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in randvoll gefüllten Hörsälen eifrigen Nachwuchsstudenten (Schüler von 7 bis 12 Jahren) ihre Forschung näher. In kindgerechter Sprache erläutern sie komplexe Sachverhalte und ziehen alle Register, um zu klären „warum unser Herz schlägt“, „warum die Sterne nicht vom Himmel fallen“ oder „warum der Schäferhund kein Dackel ist“. Die Kinder nehmen nach regelmäßigem Besuch ein „Kinderuni-Diplom“ mit nach Hause. Und die Dozenten werden in der Regel mit tosendem Klopfen belohnt ‒ und mit dem Gefühl, eine einmalige Vorlesung erlebt zu haben.

Viele weitere Formate ergänzen heute die Vorlesungen für Kinder. So darf der Nachwuchs an der Universität Tübingen am „Kinder-Uni-Forschertag“ selber in Laboren forschend tätig. In Österreich finden „Summerschools“ in Form eines Ferienprogramms für Kinder statt und in Portugal verbringen Kinder gleich eine ganze Woche an der Universität, inklusive Übernachtungen.

Über die Kinder-Uni

Geschichte der Kinder-Uni Tübingen

2002 hatte Michael Seifert, damaliger Pressesprecher der Eberhard Karls Universität Tübingen, gemeinsam mit Redakteuren des „Schwäbisches Tagblatts“ die Kinder-Uni aus der Taufe gehoben. Zeitgleich mit der Universität Innsbruck schufen sie im deutschsprachigen Raum ein völlig neues Veranstaltungsformat an Universitäten. Hochschulen sahen damit eine Chance, Berührungsängste abzubauen, Kinder mit wissenschaftlichen Fragestellungen vertraut zu machen und sie für Forschung zu begeistern. Heute gibt es mehr als 200 solcher Angebote in Europa und darüber hinaus. Man schätzt, dass inzwischen weit mehr als eine Millionen Kinder von Kinder-Uni-Aktivitäten erreicht wurden.

2005 erhielt die Kinder-Uni Tübingen den wichtigsten Preis für Wissenschaftskommunikation der Europäischen Kommission, den „Descartes Prize for Science Communication“, und auch eine neue europäische Dimension: Von 2008 bis 2010 förderte die EU das Projekt EUCU.NET (European Children’s Universities Network), mit dem ein Netzwerk aller Kinder-Universitäten in Europa und darüber hinaus geschaffen wurde.

Die erste Kinder-Uni im Jahr 2002

Zur ersten deutschen Kinder-Uni kamen im Jahr 2002 über 5000 Kinder. Die Vorlesungsreihe für Kinder wurde auf Anhieb ein Riesenerfolg und lockte zahlreiche Medienvertreter nach Tübingen. Die Kinder waren begeistert, dass ihnen endlich einmal echte Professorinnen und Professoren erklärten, warum Vulkane Feuer speien, warum man über Witze lachen muss oder warum die Dinos ausgestorben sind. Und auch die Profesorinnen und Professoren waren sehr angetan von ihrem jungen und neugierigen Publikum. So beschlossen die Universität und das Schwäbische Tagblatt eine Fortsetzung.

Die Veranstalter der Kinder-Uni

Die Veranstalter der Kinder-Uni sind die gleichen wie bisher: Das Schwäbische Tagblatt, das die Idee hatte und für die journalistische Begleitung sorgt, und die Tübinger Universität, die Hörsaal und Professoren stellt. Die Vorlesungen finden im Kupferbau, Hörsaal 25, statt und sind, weil die Professorinnen und Professoren auf Honorar verzichten, kostenlos.

Wie die Kinder-Uni vorbereitet wird

Die Kinder-Uni wird von einem kleinen Team vorbereitet, dem Julia Dubs von der Universität Tübingen und die beiden TAGBLATT-Journalisten Ulla Steuernagel und Ulrich Janßen angehören. Sie haben nicht nur die Fragen der Vorlesungsrunden ausgesucht, sondern auch die Dozierenden, die sie beantworten.

Wie die Kinder-Uni funktioniert:

Angesprochen werden Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren. Es gibt Kinder-Uni-Studierendenausweise, die vor jeder Vorlesung abgestempelt werden. Wer vier Stempel sammelt, bekommt am Ende sogar ein Kinder-Uni-Diplom.

Die Vorlesungen dauern in der Regel nicht länger als eine Dreiviertelstunde. Erwachsene sind bei der Kinder-Uni nicht zugelassen, es sei denn sie kommen in Begleitung eines Kindes und sind bereit zu stehen. Die Sitzplätze sind bei der Kinder-Uni nämlich für Kinder reserviert. Wichtig: Zur Kinder-Uni muss man sich nicht anmelden!

Wie sich die Kinder-Uni-Idee ausbreitet:

Die Idee, Professorinnen, Professoren und Kinder zusammen zubringen, ist in der ganzen Welt auf Resonanz gestoßen. Inzwischen gibt es weltweit etwa 360 Kinder-Unis in 41 Ländern: von Spanien bis Grönland, Chile bis Japan.

Kontakt

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Eberhard Karls Universität Tübingen
Hochschulkommunikation
Julia Dubs
Wilhelmstraße 5 (Alte Botanik)
72074 Tübingen
Julia.Dubsspam prevention@uni-tuebingen.de
Tel. +49 7071 29-77846