Uni-Tübingen

02.07.2021

Lehre unter Corona-Bedingungen

Rundmail des Rektors an alle Beschäftigten

Sehr geehrte Damen und Herren, 
liebe Kolleginnen und Kollegen,

die baden-württembergische Landesregierung hat eine neue Corona-Verordnung für den Studienbetrieb erlassen. Das Regelwerk wurde grundlegend überarbeitet und prägt künftig viele Aspekte des universitären Alltags. Die neue Verordnung gilt ab sofort und streng genommen zunächst nur bis zum 26. Juli (danach sind Überarbeitungen zu erwarten). Sie dürfte zum jetzigen Zeitpunkt – wenige Wochen vor Ende der Vorlesungszeit – aber nur noch geringe Auswirkungen auf Studium und Lehre im Sommersemester haben. Wichtiger ist, dass die Verordnung erste Leitlinien vorgibt, an denen wir uns bei der Planung des Wintersemesters 2021/22 orientieren können.

Der Wunsch nach einer Rückkehr zur Präsenzuniversität ist überall zu spüren. Auch das Rektorat strebt für das kommende Wintersemester wieder einen belebten Campus an. Dies bedeutet, dass möglichst alle Beschäftigten und Studierenden wieder vor Ort sind, auch wenn wir aller Wahrscheinlichkeit nach auch weiterhin einen eingeschränkten Präsenzbetrieb haben werden. Auch die Corona-Verordnung Studienbetrieb verfolgt das ausdrückliche Ziel, im kommenden Herbst und Winter wieder mehr Lehrveranstaltungen in Präsenz zu ermöglichen, ohne die Infektionsgefahr dabei aus dem Blick zu verlieren.

So lange die 7-Tages-Inzidenz unter 100 bleibt, kann eine Vielzahl von Präsenzformaten wieder stattfinden. Allerdings muss jede Lehrveranstaltung in Präsenz vom Rektorat zugelassen werden. Wesentliche Richtschnur für die Präsenzlehre im Wintersemester sollte dabei das Folgende sein: 

  • Lehrveranstaltungen mit über 100 Teilnehmenden sollten weiterhin online angeboten werden. 
  • Lehrveranstaltungen mit einem hohen Praxisanteil, aber auch Lehrveranstaltungen, die von der Interaktion und dem Diskurs zwischen Lehrenden und Studierenden leben, sollten nach Möglichkeit in Präsenz angeboten werden. 
  • Alle Online-Veranstaltungen sollten grundsätzlich asynchron vorgehalten werden, um den Studierenden den Wechsel zwischen Präsenz- und Online-Veranstaltungen zu erleichtern.

Im Hinblick auf die Raumplanung gibt uns die neue Verordnung zum Studienbetrieb zusätzlichen Bewegungsspielraum. So kann unter bestimmten Umständen (u.a. den Vorgaben getestet oder geimpft oder genesen) das Abstandsgebot von 1,5 Metern in Lehrveranstaltungen aufgehoben werden. Dies gilt unter anderem für Lehrveranstaltungen mit bis zu 35 Studierenden; Veranstaltungsräume können in der Regel mit bis zu 60 Prozent der zulässigen Kapazität belegt werden. In diesen und allen anderen Fällen bleibt es bei der bereits jetzt praktizierten Kontaktnachverfolgung sowie bei der Pflicht, ausreichend zu lüften.

Betrachtet man nochmals die aktuelle Praxis in Studium und Lehre während des laufenden Sommersemesters, so bleiben auf der Basis auch der neugefassten Corona-Verordnung Studienbetrieb alle derzeit laufenden Präsenzveranstaltungen weiterhin möglich. Dazu zählen Laborpraktika und Präparierkurse, weitere Lehrveranstaltungen mit hohem Praxisanteil, Prüfungen und Zulassungsverfahren, Lehrveranstaltungen für Studierende in den ersten drei Fachsemestern oder spezielle Veranstaltungen für Studierende, die kurz vor dem Abschluss stehen. Soweit Lehrveranstaltungen bereits in Präsenz laufen und genehmigt sind, ändert sich also nichts.

Es ist aktuell noch zu früh, um hier und heute bereits alle Rahmendaten für die Lehre im Wintersemester festzulegen. Zu viel kann und zu viel wird sich in den Monaten bis zum Start der Vorlesungszeit im Herbst noch ändern. Bereits jetzt ist aber mehr als deutlich, dass eine Rückkehr in die Präsenz nur dann ohne größere Risiken möglich ist, wenn ein beträchtlicher Teil unserer Beschäftigten und Studierenden geimpft ist. Vor diesem Hintergrund appelliere ich nochmals an alle Hochschulangehörigen, die Sommermonate zu nutzen und sich – soweit nicht bereits geschehen – immunisieren zu lassen.

Mit besten Grüßen

Professor Dr. Bernd Engler
(Rektor)

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