Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrum

Wir sind umgezogen

Das Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrum ist umgezogen. Sie finden uns jetzt im Studienhaus der Udo Keller-Stiftung in der Doblerstr. 33 in Tübingen.

Sind sind herzlich eingeladen, uns in den neuen Räumen zu besuchen.


Ausgehend von der Idee eines TüCAS (Tübingen Center of Advanced Studies)  wurde das Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrum als Forum für wissenschaftliche Forschung als eine der drei Säulen des Forum Scientiarums gegründet. Mit der Betreuung von Postdoktoranden komplementiert es das Angebot der beiden anderen Säulen, dem Tübinger Forum für Wissenschaftskulturen (TFW) und dem Leibniz-Kolleg. Eine Zusammenarbeit besteht auch mit dem College of Fellows, einem zentralen Treffpunkt für soziale und kulturelle Aktivitäten an der Universität Tübingen.

Unter Leitung des Carl Friedrich von Weizsäcker-Stiftungsprofessur für Theorie und Geschichte der Wissenschaften ist das Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrum der Grundlagenforschung gewidmet, um internationalen Postdoktoranden eine Plattform für Grundlagenreflexion zu bieten.

Die Ausrichtung dieser Grundlagenreflexion ist mit dem Erbe von Carl Friedrich von Weizsäcker eng verbunden. Als von Weizsäcker im 20. Jahrhundert über die Grundlagen von Physik und Philosophie arbeitete, stand die Welt unter dem Eindruck von Kernwaffen und Kernenergie. Die Verantwortung des Naturwissenschaftlers in der globalisierten Welt wurde erstmals zu einem zentralen Thema. Weizsäcker erkannte aber, daß man zu kurz springt, wenn man sich nur auf die Tagespolitik einläßt. Tatsächlich hing damals die Veränderung der Welt mit grundsätzlichen Umwälzungen des physikalischen Weltbilds zusammen, deren physikalischen und philosophischen Grundlagen aufgearbeitet werden mußten.

In Verpflichtung auf das wissenschaftliche und gesellschaftliche Erbe von Carl Friedrich von Weizsäcker wird sich das Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrum in wechselnden Zyklen mit Themen auseinandersetzen, die die Verantwortung der Wissenschaft und des einzelnen Wissenschaftlers zum Gegenstand haben. Der erste 2019/2020 begonnene Zyklus steht unter Titel:

Verantwortung in der digitalen Gesellschaft

Im 21. Jahrhundert ist die Digitalisierung eine globale Herausforderung der Menschheit. Spätestens seit Data Mining und Big Data ist der Öffentlichkeit klar, wie sehr unsere Welt von Daten und Algorithmen beherrscht wird. Eine Leitfrage des neuen Center lautet daher: Wie berechenbar ist die Welt? Manche glauben, dass es nur noch auf schnelle Algorithmen ankommt, um Lösungen von Problemen in Technik und Wirtschaft zu finden. Bereits die Finanz- und Weltwirtschaftskrise von 2008 hing wesentlich mit falsch verstandenen Grundlagen und Voraussetzungen von mathematischen Modellen und Algorithmen zusammen. Gefährlich wird es besonders dann, wenn wir uns blind auf Algorithmen wie Kochrezepte verlassen, ohne ihre theoretischen Grundlagen und Anwendungs- und Randbedingungen zu kennen. Dafür ist der gegenwärtige Hype in Künstlicher Intelligenz ein Beispiel. Nur wer die Theorie kennt, kann allgemeingültige Sätze und Theoreme über die Leistungsfähigkeit und Grenzen dieser Algorithmen beweisen. Verantwortungsfragen sind also eng mit Grundlagenfragen verbunden. Die Verbindung von Verantwortung mit Grundlagenreflexion ist daher eine weitere zentrale Leitfrage des Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrums.

Das Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrum wird von der Udo Keller Stiftung Forum Humanum unterstützt.


Forschungsschwerpunkte

Verantwortung (in) der Wissenschaft

Die Gesellschaft erwartet von der Wissenschaft Einblicke in theoretische Fragestellungen und Lösungen für praktischen Herausforderungen der zeitgenössischen Gesellschaft. Die Entscheidungen die Wissenschaftler treffen haben dabei häufig einen direkten Einfluss auf das Leben der Menschen. Daher ist es unabdingbar, dass wissenschaftliche Entscheidungen verantwortungsbewusst getroffen werden. Das Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrum arbeitet an der Untersuchung von drei theoretischen Grundlagen verantwortungsbewusster Wissenschaft: Wissenschaftsethik, Erkenntnistheorie der Wissenschaften und der humanen Gestaltung wissenschaftlicher Arbeit.

Die Wissenschaftsethik befasst sich mit wissenschaftlichem Fehlverhalten, beispielsweise Plagiaten und Betrug, mit den Grenzen wissenschaftlicher Arbeit, also mit der Frage welche Forschung moralisch vertretbar ist, und mit dem Missbrauch der Wissenschaft für kommerzielle Zwecke. Die Erkenntnistheorie der Wissenschaften untersucht wie der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn verbessert werden kann. Dabei stehen Herausforderungen wie die Replikationskriese, Urteilsverzerrung von Wissenschaftlern, sowie Kommunikationsstrukturen im Fokus. Das Zentrum beschäftigt sich insbesondere mit der sozialen Dimension wissenschaftlicher Forschung. Eines der Themen ist die Frage wie wissenschaftliche Ressourcen verantwortungsbewusst aufgeteilt werden können.

Wissenschaftliche Erkenntnisse beeinflussen nicht nur die Gesellschaft, die Wissenschaftler, als Teil dieser Gesellschaft, werden auch davon beeinflusst wie sie von der Öffentlichkeit behandelt werden. In politisch turbulenten Zeiten, aber auch durch den zunehmenden Druck auf die Produktivität, besteht die Gefahr, dass Wissenschaftler als Ware angesehen werden. Um anregenden Arbeitsbedingungen für die Forschung zu gewährleisten müssen diese Bedingungen sowie die Rechte und Bedürfnisse der Wissenschaftlerin und Wissenschaftler verstanden werden.

In Kürze erscheint im Mentis Verlag der Sammelband Verantwortung, herausgegeben von Reinhard Kahle und Niels Weidtmann.

Kontakt: Reinhard Kahle; Vlasta Sikimić
Ehemalige Mitarbeiter: Mike T. Stuart

Neue Veröffentlichungen:

Herausforderungen der neuen KI

Die neue, auf stastischer Analyse großer Datenmengen aufbauende KI hat eine ganze Reihe von zukunftsträchtigen Erfolgen vorzuwiesen (z.B. zu Bilderkennung; Medizin; selbstfahrende Autos; etc.). Allerdings ist die KI auch kein "Allheilmittel". Man wird von ihr nicht erwarten, z.B. das Haltproblem zu lösen, und wären effiziente Faktorisierungsalgorithmen in ihrer Reichweite, müßte wohl auch das Internetbanking gestoppt werden. Wir diskutieren computationelle Fragestellungen, für die durch die moderne KI (noch?) keine Lösungsmöglichkeiten zu sehen sind. Im besonderen interessiert uns die Frage, wie u.U. formal gezeigt werden könnte, daß diese Fragestellungen mit KI-Methoden nicht lösbar sind.  

Zu diesem Thema wurden bereits zwei Workshops auf der jährlichen Jahrestagung der Gesellschaft der Informatik organisiert: Konzeptionelle Herausforderungen für die KI.

In Kürze erscheint auch das Buch Grenzen der KI – theoretisch, praktisch, ethisch von Klaus Mainzer und Reinhard Kahle im Springer Verlag.

Kontakt: Reinhard Kahle; Klaus Mainzer; Philipp Stecher

Neue Veröffentlichungen:

Ethik und KI

Kontakt: Maël Pégny

Mathematische und logische Grundlagenforschung

Wir untersuchen Fragestellungen zu den Grundlagen der Mathematik, vor allem im Anschluß an die Hilbert-Schule und das wissenschaftliche Werk von Paul Bernays. Die beweistheoretische Forschung betrifft sowohl mathematische Theorien als auch die strukturellen Fragen, besonders im Bereich der beweistheoretischen Semantik.

Kontakt: Reinhard Kahle; Thomas Piecha; Paulo Guilherme Santos; Marcel Ertel
Ehemalige Mitarbeiter: Roberta Bonacina; René Gazzari; Wilfried Keller

Neue Publikationen:

Intensionalität

Intensionale Phänomene sind noch immer eine Herausforderung für die logische Analyse. Hier versuchen wir mit neuen Ansätzen, u.a. aus der Beweistheorie, adäquatere Werkzeuge zur Verfügung zu stellen. Das Thema wird auch aus der spezifisch linguistischen Perspektive behandelt.

Kontakt: Reinhard Kahle; Natalie Clarius

Neue Veröffentlichungen:


Mitarbeiter

Dr. Thomas Piecha (Akademischer Mitarbeiter)

Homepage: https://uni-tuebingen.de/de/30466
Raum 3.2
Tel.: +49-7071-29-70468
E-Mail: piechaspam prevention@informatik.uni-tuebingen.de
 Sprechstunde: nach Vereinbarung

Dr. Vlasta Sikimić (Akademische Mitarbeiterin)

 Homepage: https://vlastasikimic.com
 Raum 3.6
 Tel.: +49-7071-29-75366
 E-Mail: vlasta.sikimicspam prevention@uni-tuebingen.de
 Sprechstunde: nach Vereinbarung

Dr. Maël Pégny (Akademischer Mitarbeiter)

 Homepage: https://univ-lorraine.academia.edu/MaelPegny
 Raum 3.3
 Tel.: +49-7071-29-70468
 E-mail: maelpegnyspam prevention@gmail.com
 Sprechstunde: nach Vereinbarung

Dr. Lauren Cubellis (Akademische Mitarbeiterin)

Homepage: https://www2.hu-berlin.de/sts/people/cubellis/
Raum 3.3
Tel.: +49-7071-29-75366
E-Mail: lauren.cubellisspam prevention@uni-tuebingen.de
 Sprechstunde: Nach Vereinbarung

Dr. Roberta Bonacina (Akademische Mitarbeiterin)

 Homepage: https://robertabonacina.com
 Tel.: +49-7071-29-75365
 E-mail: roberta.bonacinaspam prevention@fsci.uni-tuebingen.de
 Sprechstunde: nach Vereinbarung

Dr. Michael T. Stuart (Akademischer Mitarbeiter)

 Homepage: http://michaeltstuart.com
 Tel.: +49-7071-29-75366
 E-mail: mike.stuart.postspam prevention@gmail.com
 Sprechstunde: nach Vereinbarung

David Binder (Doktorand)

  Homepage: http://ps.informatik.uni-tuebingen.de/team/binder/
  Raum 3.3
  Tel.: +49-7071-29-75365
  E-mail: binderdspam prevention@informatik.uni-tuebingen.de
  Sprechstunde: nach Vereinbarung

Paulo Guilherme Santos (Doktorand)

  Homepage: https://sites.google.com/a/campus.fct.unl.pt/paulo-guilherme-santos/ 
  Raum 3.3
  Tel.: +49-7071-29-75365
  E-mail: pgd.santosspam prevention@campus.fct.unl.pt
  Sprechstunde: nach Vereinbarung

Philipp Stecher (Doktorand)

 Raum 3.3
 Tel.: +49-7071-29-75366
 Sprechstunde: nach Vereinbarung

Marcel Ertel (Mitarbeiter)

 Raum 3.3
 Tel.: +49-7071-29-75366
 Sprechstunde: nach Vereinbarung

Natalie Clarius (Wissenschaftliche Hilfskraft)

 Raum 3.2
Tel.: +49-7071-29-70468
E-Mail: natalie.clariusspam prevention@student.uni-tuebingen.de
 Sprechstunde: nach Vereinbarung

Mandy Lüssenhop (Wissenschaftliche Hilfskraft)

Aleksandra Rötschke (Sekretariat)

 Raum 3.1
Tel.: +49-7071-29-75334
E-Mail: sekretariat.cfvwspam prevention@uni-tuebingen.de


Daß ich erkenne, was die Welt
Im Innersten zusammenhält