Herzlich willkommen an der Abteilung Dogmatik

Die Abteilung Dogmatik behandelt die Themenbereiche Gotteslehre, Schöpfungslehre, Dogmatische Prinzipienlehre, Eschatologie.

Die Aufgabe der Dogmatik ist die zusammenfassende und zusammenhängende Darstellung der christlichen Glaubenslehre. Damit ist zugleich ausgesagt, dass die Dogmatik wahrheitsverpflichtete Hermeneutik des christlichen Glaubens ist. Die Dogmatik hat also zu zeigen, dass und wie sich aus der Grundwahrheit des christlichen Glaubens, der Selbstoffenbarung Gottes in Jesus Christus, ein zusammenhängendes Verstehen von Gott, Mensch und Welt entwickeln lässt. Diese Interpretation der Welt kann die Dogmatik nicht alleine tun, sie bezieht andere Wissenschaften mit ein, eben weil es um ein zusammenhängendes Verständnis von Mensch, Welt und Gott geht. Damit strebt die Dogmatik als theologische Wissenschaft eine Interpretation an, die sich sowohl im Verhältnis zum Erfahrungswissen von Welt und Mensch (Human- Naturwissenschaften) sowie zum Reflexionswissen der Philosophie als wahr vertreten lässt. Die Aufgabe der Dogmatik besteht also darin, den Inhalt des Glaubens in einer mit nichttheologischem Wissen zustimmenden Weise unter den Herausforderungen der Moderne zu begreifen. Und darin drängt diese zusammenhängende Interpretation von Gott, Welt und Mensch aus der Perspektive des Offenbarungsgeschehens auf eine Vergegenwärtigung der geschichtlich gegebenen und überlieferten Glaubenswahrheit und zielt auf die verstehende Aneignung unter den Bedingungen der jeweiligen Gegenwart.


Aktuelles und Termine

Sebastian Pittl ist von 11.03. bis 10.10. in Elternzeit

 

Für das Wahlpflichtfach im Rahmen des Moduls "Verantwortung in Kultur und Gesellschaft" (LHS 4.6, BAHS 4.6, NFHS 4.6) wird im Sommersemester 2021 von Seiten des Lehrstuhls für Dogmatik, Dogmengeschichte und Ökumenische Theologie ein Hauptseminar angeboten.

Prüfungen in den Modulen MOP 3, LOS 3, BAOS 3, LEF 3 werden in diesem Zeitraum von Prof.in. Johanna Rahner bzw. Magdalena Kopf abgenommen. In allen übrigen Modulen werden Prüfungsleistungen weiterhin von Sebastian Pittl abgenommen. Die Modulkoordination in den Modulen LOS 3, BAOS 3, LEF 3 übernimmt Magdalena Kopf.

Für Rückfragen in Bezug auf Studienleistungen und andere Fragen wenden Sie sich bitte an Frau Hogue oder die studentischen Mitarbeiter der Abteilung Dogmatik. In dringenden Fällen erreichen Sie Dr. Pittl per Mail: sebastian.pittlspam prevention@uni-tuebingen.de

Gastvortrag und Gespräch mit Jun.-Prof. Dr. Tobias Specker (SJ): Intertheologie

 

Am 03.02.2021 hielt Tobias Specker SJ (Juniorprofessor für „Katholische Theologie im Angesicht des Islam“ an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main) im Rahmen des Grundkurses Dogmatik einen Gastvortrag zu den von ihm gemeinsam mit Kolleg:innen aus der islamischen und jüdischen Theologie entwickelten Überlegungen zu einer Intertheologie. Zu diesem Anlass fanden sich zusätzlich zu den Studierenden des Grundkurses auch Studierende späterer Semester, anderer Studiengänge, Professor:innen und Mitarbeitende der Fakultät sowie weitere Interessierte ein.

Intertheologie begibt sich auf die Suche nach den Feldern eines „Zwischen“ der Religionen und fragt nach deren theologischer Bedeutung und Systematisierbarkeit. Grundlegend ist hierbei die Beobachtung, dass sich Religionen und deren Theologien in der Geschichte von Anfang an gegenseitig beeinflusst und befruchtet haben. Religionen können demnach nicht als in sich abgeschlossene Räume betrachtet werden, die erst in einem zweiten Schritt miteinander in Beziehung treten. Vielmehr gilt es die konstitutive Rolle ernst zu nehmen, die den jeweils anderen Religionen bei der Ausbildung der eigenen Identität zukommt und darauf zu achten „wie der und die religiöse Andere stets dort mit präsent ist, wo das eigene Selbstverständnis bedacht und ausformuliert wird“. Systematische bedeutsam werden die Analysen dieser Verflechtung dort, wo ihnen „reflexiv eine normative theologische Bedeutung zugesprochen wird“.

Die Impulse von Tobias Specker, über die Rolle der anderen Religionen in der Konstitution der eigenen zu reflektieren und daraus nicht nur bestehende theologische Topoi neu zu interpretieren, sondern auch neue zu generieren, fanden reiche Aufnahme. So hätte die darauffolgende Diskussion wohl noch ein ganzes Stück länger gehen können, denn Tobias Specker löste mit seinem Ansatz ein intensives Gespräch etwa über Konsequenzen für die Ökumene, Chancen und Grenzen für eine Theologie des „Dazwischen“ oder auch das Verhältnis von (theologischer) Theorie und interreligiöser Praxis aus. Der Vortrag und das Gespräch mit Tobias Specker haben vielfältige Anreize für die weitere Beschäftigung mit Fragen einer Intertheologie geliefert, die mit Blick auf den Tübinger Campus der Theologien furchtbar aufgegriffen und weiterentwickelt werden können.

Lektürehinweis: Tobias Specker/Mira Sievers, Intertheologie. Verflechtungen zwischen Judentum, Christentum und Islam, in: Georg. Magazin der Hochschule Sankt Georgen, 1/2019, 7-9.

Laurin Ernst/Sebastian Pittl

Radiobeitrag "Christliche Missionare. Wegbereiter und Kritiker der Kolonialmächte":
 

In dem Beitrag "Christliche Missionare. Wegbereiter und Kritiker der Kolonialmächte" von Kirsten Dietrich auf Deutschlandfunk Kultur vom 27. September 2020 kommt u.a. auch Sebastian Pittl zu Wort.

Er kann hier nachgehört und nachgelesen werden.



Aktuelle Vorträge (Auswahl) von Dr. Sebastian Pittl

"Personale Identitäten und kollektive Identität – eine begriffsgeschichtliche Spurensuche"

Ein Vortrag im Rahmen des "Berliner Werkstattgesprächs 2020" der deutschsprachigen Sozialethiker*innen an der Katholischen Akademie in Berlin mit dem Thema: "Kritik der Identitätspolitik". Der Vortrag wurde am 17. Februar 2020 gehalten.

"Hören – Präsent-Sein – Widerstehen – Verbinden. Eigenschaften einer samaritanischen Kirche"

Ein Vortrag zur Relevanz der Amazonien-Synode für die aktuelle missionstheologische Forschung in Europa. Der Vortrag fand am 31. Oktober 2019 im Rahmen einer internationalen Tagung zur Amazonas-Synode statt, die von der von der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz in Salzburg veranstaltet wurde. Das Programm finden Sie hier.

"Befreiende Ungleichzeitigkeit: Geschichte und Reich Gottes"

Ein Vortrag im Rahmen der Tagung: "Gustavo Gutiérrez: Theologie der Befreiung (1971/2021) - Der bleibende Impuls eines theologischen Klassikers" (30. September - 01. Oktober 2019 in Würzburg). Mehr Informationen hier.