Philologisches Seminar

Prof. Dr. Anja Wolkenhauer

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72074 Tübingen
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E-Mail: anja.wolkenhauerspam prevention@uni-tuebingen.de

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Kurzvita/Profil

Anja Wolkenhauer, geb. 1967, hat nach Ausbildung und mehrjähriger Tätigkeit als Antiquariatsbuchhändlerin Klassische Philologie, Kunstgeschichte und Geschichte der Naturwissenschaften in Hamburg und Florenz studiert.

In ihrer Promotion „Zu schwer für Apoll. Die Antike in humanistischen Druckerzeichen des 16. Jahrhunderts“ (2000) untersucht sie die Reaktualisierung der Antike in der frühen Buchwerbung. Die vormoderne Mediengeschichte, neulateinische Literatur und bimediale Kunstformen (Signete, Embleme, Hieroglyphen) bilden seitdem einen Schwerpunkt ihrer Arbeiten. In ihrer Habilitationsschrift, „Sonne und Mond, Kalender und Uhr“ (2009) widmet sie sich der Mentalitätsgeschichte der Zeit in der römischen Antike. Weitere Studien zu den Zeitstrukturen der Dichtung, gesellschaftlichen Zeitordnungen und den literarischen und kulturellen Entwürfen von Schlaf und Nacht knüpfen hier an. Aktuelle Arbeiten widmen sich den Konzepten von Erfindung und Weitergabe (Tradition), der Wirkungsgeschichte der Hieroglyphik als 'anderer Antike', der Übersetzung frühneuzeitlicher Literatur ins Lateinische sowie der historischen Aufarbeitung der v.a. mündlich überlieferten lateinischen Merkverse.

Anja Wolkenhauer hat seit 2010 den Lehrstuhl für Lateinische Philologie I an der Universität Tübingen inne. Sie ist Vorstandsmitglied und Projektleiterin im SFB 1391 "Andere Ästhetik", Projektleiterin im SPP 2130 „Übersetzungskulturen der Frühen Neuzeit“, Mitglied des Arbeitskreises Frühneuzeitforschung an der HAB Wolfenbüttel sowie Mitherausgeberin der Wolfenbütteler Renaissance-Mitteilungen sowie der Reihe Spudasmata. Im Beirat der Warburg-Melchior-Olearius-Stiftung (Hamburg) engagiert sie sich auf Landes- und Bundesebene für die Förderung des altsprachlichen Unterrichts.

Ein ausführliches CV finden Sie hier

Aktuelles

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat Frau Prof. Wolkenhauer ein neues Forschungsprojekt bewilligt: „Versio latina: Akteure, Funktionen und Ziele der Übersetzung frühneuzeitlicher Literatur ins Lateinische.“ Das Projekt ist Teil des DFG-Schwerpunktprogramms „Übersetzungskulturen der Frühen Neuzeit“ (https://www.spp2130.de). Es wird in den kommenden drei Jahren Übersetzungen vernakularer Literatur ins Lateinische untersuchen, die in der Frühen Neuzeit im Druck erfolgreich waren. Es arbeitet komplementär zur bisherigen Forschung, indem es Latein als Ziel- und nicht als Ausgangssprache fokussiert und die neulateinische Übersetzung ins Zentrum stellt. Es zielt darauf, (1) die kulturellen Funktionen und ökonomischen Ziele der versio latina zu erschließen, (2) die besondere, durch Mehrfachreferenz geprägte Translationssituation des neuzeitlichen Übersetzens ins Lateinische zu beschreiben und theoretisch zu reflektieren, und mit beidem (3) die ‚vergessene Latinität‘ der vernakularen Literatur ins Bewusstsein zu heben, die für die Internationalisierung des frühneuzeitlichen Literaturbetriebs und Buchhandels von größter Bedeutung war.

Publikationen

Neu erschienen sind: 

  • Mittlerweile ist der dritte Teil eines Zyklus von Studien zum Merkversgebrauch in der lateinischen Antike, in der Frühen Neuzeit und heute erschienen:

  1. Lateinische Merkverse. Zur Definition einer ‚kleinen Form‘ und zu ihrer Nutzung in der römischen Antike, in: Gymnasium 128, 2021, 211-234.
  2. Merkverse, Lerngeschichten, Merkhände: Didaktische Praktiken im lateinischen Anfangsunterricht der Frühen Neuzeit, in: IJHE Bildungsgeschichte. International Journal for the Historiography of Education, 10, 2020, 11-28.
  3. Traditionen des Lateinunterrichts: Merkverse und ihre Kritik im 19. und 20. Jahrhundert, in: Ianus 40, 2019, 10-28.
  • Zeigen und Loben: Christoph Jakob Trew und die Stammbuchkultur seiner Zeit, in: H. Dickel/ E. Engl/ U. Rautenberg (Hrsg.), Frühneuzeitliche Naturforschung in Briefen, Büchern und Bildern. Christoph Jacob Trew als Sammler und Gelehrter, Stuttgart 2021 (Bibl. des Buchwesens, 29), 127-146.

  • Erfinderdenken, typologische Konzepte, Traditionalismus und „invented traditions“ als Konzepte zur Bestimmung des Klassischen in der Vormoderne, in: C. Schindler/ M. Föcking (Hrsg.), Klassik und Klassizismen in römischer Kaiserzeit und italienischer Renaissance, Stuttgart 2020 (Hamburger Studien zu Gesellschaften und Kulturen der Vormoderne, 9), 23-41.

  • Merkverse, Lerngeschichten, Merkhände: Didaktische Praktiken im lateinischen Anfangsunterricht der Frühen Neuzeit, in: IJHE Bildungsgeschichte. International Journal for the Historiography of Education, 10, 2020, 11-28.

  • Die Selbsterfindung des Buchdrucks. Heurematakataloge und Druckerzeichen als diskurshistorische Quellen zur Analyse eines humanistischen Projekts, in: Marie-Laure Freyburger-Galland/ Henriette Harich-Schwarzbauer (Hrsg.), Res novae. Bouleversements dans les sources humanistes du Rhin Supérieur/ Umbrüche in den humanistischen Quellen des Oberrheins, Stuttgart 2020 (Collegium Beatus Rhenanus, 8), 125-148.

  • ‘Time as such’: Chronotopes and Periphrases of Time in Latin Epic, in: Christiane Reitz/ Simone Finkmann (Hrsg.) Structures of Epic Poetry, vol. 2,2: Configuration, Berlin 2019, 215-242.

  • Time, Punctuality and Chronotopes: Concepts and Attitudes Concerning Short Time in Ancient Rome, in: Kassandra Jackson Miller/ Sarah Symons (Hrsg.), Down to the Hour: Short Time in the Ancient Mediterranean and Near East, Leiden 2019, 214-238 (Time, Astronomy, and Calendars). Siehe dazu auch die Review von Lis Brack-Bernsen, BMCR 2020.11.44

 

Eine Gesamtpublikationsliste finden Sie hier.

Alle Publikationen werden - soweit es die Rechtslage zulässt - zwei Jahre nach Erscheinen auf dem Zweitpublikationsserver der Philosophischen Fakultät zugänglich gemacht. Link

In der gedruckten Version von Anja Wolkenhauer, Sonne und Mond, Kalender und Uhr. Studien zur Darstellung und poetischen Reflexion der Zeitordnung in der römischen Literatur, Berlin 2011 sind Inhaltsverzeichnis und Indices leider stark gekürzt. Ein ausführliches Inhaltsverzeichnis, Sach- und Schlagwort- und Stellenindex finden Sie hier

Betreuung und Nachwuchsförderung

Eine Auflistung der von mir betreuten Dissertationen und Abschlussarbeiten finden Sie hier

Ämter und Mitgliedschaften

Aktuell:
Ehemalig:
Mitgliedschaften: 
Gutachterin für die DFG, ÖAW, FRIAS, die HAB und für die Begabtenförderungswerke

Bitte denken Sie daran, Anträge für Gutachten etc. rechtzeitig zu stellen!

Alle nötigen Unterlagen sollten spätestens vier Wochen vor Fristende vorliegen; andernfalls ist eine rechtzeitige Bearbeitung nicht möglich.