Orient- und Islamwissenschaft

AKTUELLE  PROJEKTE  (AN)  DER  FINT

  •    SNAT Aleppo II

Bearbeitet von Dr. Alaa al-Din Al-Chomari entsteht aktuell der zehnte Band aus unserer renommierten Reihe Sylloge Numorum Arabicorum Tübingen. Er umfasst alle in der Sammlung vorhandenen Prägungen der bedeutenden syrischen Münzstätte Aleppo unter der Herrschaft der Mamluken (13.–16. Jh.) und Osmanen (16.–19. Jh.) und soll Ende 2020 erscheinen.


  •    NUMiD

Die FINT beteiligt sich am Netzwerk universitärer Münzsammlungen in Deutschland, kurz: NUMiD, sodass Anfang 2021 ein ausgewählter Teilbestand in einem eigenen digitalen Kabinett erschlossen und (z. B. auch über eine interaktive Karte) online erkundbar sein wird. Die Datenbank wird der Forschung und Lehre zur Verfügung stehen, Möglichkeiten für Online-Ausstellungen bieten und einen Beitrag zur Digitalisierung in der islamischen Numismatik leisten. Studentische Hilfskraft: Judith Bauer.


  •    Craveler + Copter

"Ideenwettbewerb - kleine Fächer vermitteln Weltwissen." So hatte es die VolkswagenStiftung in ihrer Ausschreibung formuliert und nun wird in Zusammenarbeit mit der antiken Numismatik am Institut für Klassische Archäologie und dem Fachbereich Informatik der Universität Tübingen sowie dem Institute for the History of Ancient Civilizations an der Northeast Normal University in Changchun eine kostenlose, mehrsprachige App inklusive einer Anwendung für die Microsoft HoloLens entwickelt, deren Zweck sogenanntes Game Based Learning für den Bereich der Münzkunde ist. Projektlaufzeit: 5 Jahre ab 2019. Studentische Hilfskraft (FINT): Judith Bauer.

This project aims at developing a free mobile app including an additional app for the Microsoft HoloLens that will provide game-based learning (GBL) about Ancient and Islamic Numismatics for an international audience.


  •    Referenzdatenbank für Fundmünzen

Gefördert von der Gerda-Henkel-Stiftung wurde an der FINT seit 2017 eine bebilderte Referenzdatenbank zur erleichterten Erfassung nord- wie südsyrischer Einzelfundmünzen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit entwickelt. Es handelt sich um ein Forschungsprojekt des syrischen Gastwissenschaftlers Dr. Alaa al-Din Al-Chomari; als studentische Hilfskraft war 2018 Rojeh Bassal beschäftigt.

  •    Kompetenzentwicklung und Einrichtung eines Arbeitsbereichs am Museum Aleppo zur Aufnahme von Fundmünzen

Das neue Projekt Dr. al-Chomaris knüpft an die Entwicklung der Referenzdatenbank (s. o.) an und wird ebenfalls von der Gerda-Henkel-Stiftung gefördert. Ziel ist die Entwicklung tragfähiger Strukturen und Kompetenzen zur Erfassung sowohl von Schatzfunden als auch von Einzelfundmünzen in Syrien, wo ein Team aus syrischen Museums- und Universitätsmitarbeitern von Tübingen aus betreut wird. Insbesondere soll ein pädagogischer Ansatz verfolgt werden, indem die Beteiligten Schulen besuchen und bei Kindern – welche ja die meisten Zufallsmünzfunde machen – ein Verständnis für die Wichtigkeit archäologischer Arbeit und die Vorteilhaftigkeit einer Kooperation zwischen Bevölkerung und Behörden generieren. Hinsichtlich der Depotfunde soll die Bereitschaft in der Bevölkerung zur Fundmeldung und -abgabe durch museale Präsentation und Pressearbeit gefördert werden. Damit die polizeilich eingezogenen Schatzfunde nicht länger unbearbeitet bleiben und die Erfassung der Münzen zukünftig von Syrern auch ohne Hilfe von außen geleistet werden kann, wird mit dem Projekt die gezielte Qualifikation von Bearbeitern verfolgt sowie die Schaffung einer Arbeitsstelle in Aleppo. Hierzu zählt auch der Aufbau einer Handbibliothek und einer Referenzsammlung; solange letztere nicht vorhanden ist, kann der Bestand an der FINT für Vergleiche herangezogen werden.