Margot Lyautey

Margot Lyautey, Promotion bei Prof. Dr. Johannes Großmann an der Eberhard Karls Universität Tübingen, Seminar für Zeitgeschichte, sowie bei Prof. Dr. Christophe Bonneuil an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris (EHESS), Centre de recherches historiques (CRH). Ein ausführliches Profil mit Publikationen findet sich auf der Seite der EHESS Paris.


Wissenschaftlicher Werdegang

Seit 2017
Promotion bei Prof. Dr. Johannes Großmann an der Eberhard Karls Universität Tübingen sowie bei Prof. Dr. Christophe Bonneuil an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris (EHESS)

Arbeitstitel der Dissertation: „Une histoire des modernisations de l’agriculture française sous occupation allemande (1940–1944)“

2015-2017
Masterstudium in Wissenschaftsgeschichte an der EHESS

Arbeitstitel der Masterarbeit: „L’Ostland en France pendant la Seconde Guerre mondiale“

2013-2017
Bachelor- und Ingenieurstudium an der École polytechnique (Palaiseau)

Stipendien und Auszeichnungen

Seit 2017
Mobilitätstipendium des Deutsch-Französischen Doktorandenkollegs „Unterschiede denken: Praktiken, Narrative, Medien“

2017-2020
Doktorandenstelle (Contrat doctoral) an der EHESS

2017
Auszeichnung der École polytechnique für ein Forschungspraktikum


Forschung

Forschungsprojekte

Dissertationsprojekt: Modernisierungen der französischen Landwirtschaft unter deutscher Besatzung (1940–1944)

Betreuer: Prof. Dr. Johannes Großmann und Prof. Dr. Christophe Bonneuil (EHESS Paris)

Als die deutschen Truppen 1940 Frankreich besetzten, hatten die nationalsozialistischen Agrarexperten unter der Leitung von Staatssekretär Herbert Backe eine bestimmte Vorstellung von der französischen Landwirtschaft. Diese galt aus ihrer Sicht als unproduktiv und rückständig und sollte daher modernisiert und intensiviert werden, um einen angemessenen Beitrag zur Versorgung des deutschen Machtbereichs mit Lebensmitteln leisten zu können. Erreicht werden sollte dieses Ziel unter anderem durch den Einsatz von synthetischen Düngemitteln, durch die Mechanisierung und Motorisierung der landwirtschaftlichen Betriebe, die Rekultivierung von Brach- und Ödland, die Nutzung von hochwertigem Saatgut, die chemische Bekämpfung von Pflanzenschädlingen, verbessertes Pflügen, die Einführung neuer Nutzpflanzen (z.B. Ölsaaten und Sojabohnen) sowie Änderungen der Fruchtfolge. 
Das Dissertationsprojekt untersucht, welche Pläne die deutschen Behörden für die französische Landwirtschaft hatten, inwiefern sie diese umsetzen konnten und wie sich ihre Praxis innerhalb dieser vier Jahre entwickelte. Gleichzeitig fragte die Arbeit danach, wie sich das Vichy-Regime gegenüber dieser Vision der „agronomischen Moderne“ verhielt und wie die französischen Agrarexperten auf sie reagierten.