Institut für Medienwissenschaft

Daniele Martella, M.A., M.Sc.

Kontakt

Daniele.Martellaspam prevention@t-online.de 

Website: www.danielemartella.com

Forschungsschwerpunkte

Filmmusik und Musik im Werbeclip – Ästhetik, Komposition, Geschichte, Wirkung und Produktion

Beschreibung des Promotionsvorhabens

Die angestrebte Promotion befasst sich mit der Verwendung von Kunstmusik in Werbeclips, wobei eine multiperspek-tivistische Dimensionsanalyse auf dessen potenzielle Wirkungs- und Konnotationskraft einerseits sowie auf geschichtlich bedingte Konnotationsverschiebungen betreffend einzelner musikalischer Werke andererseits hinweisen soll.

Methodologisch wird bei der Analyse der Untersuchungsgegenstände (bestehend aus einzelnen Werbeclips) unterschieden zwischen einer kompositorisch-musikpsychologischen, musikhistorisch-referenziellen sowie einer medienästhetisch-holistischen Dimension.

Unter der kompositorisch-musikpsychologischen Kategorie werden kompositorische, harmonische sowie die Instrumentation betreffende Phänomene und Parameter isoliert und diese unter Rückgriff auf musikpsychologische Erfahrungswelten (und zum Teil filmmusikalische Traditionen) tendenziellen Wirkungen beim Rezipienten zugeordnet.

In einem musikhistorisch-referenziellen Teil sollen vor allem Kontextinformationen zur ursprünglichen Verwendungs- und Konnotationsweise der zu untersuchenden kunstmusikalischen Werke erarbeitet werden. Die Ergebnisse sollen mit heutigen Konnotationsräumen (zum Beispiel über audiovisuelle Zitierungen und Kopplungen in Film, Fernsehen und Werbung) verglichen, die darin implizit enthaltenen Konnotationsinhalte – die über reinmusikalische Zeichen weit hinausgehen – benannt und somit die Rezeptions- und Konnotationsgeschichte der betreffenden kunstmusikalischen Werke ein Stück weit vervollständigt werden. In Anbetracht der zeitlichen Komprimierung von Werbeclips soll des Weiteren untersucht werden, welche Bearbeitungsformen das verwendete Musikstück im Gegensatz zu originalen Komposition erfahren hat und welche Auswirkungen dies auf musikalisch erzeugte Effekte und Konnotationszusammenhänge hat.

In einem letzten, medienästhetisch-holistischen Abschnitt soll erkundet werden, wie die verwendete Musik (inklusive ihrer kompositorischen und damit wirkungspsychologischen Effekte) in Kombination mit weiteren im Werbespot enthaltenen Informationskanälen und Bedeutungsträgern auf der visuellen und narrativen Ebene künstlerisch verarbeitet wird, wie das daraus entstehende Konglomerat potenziell wirkt und wie es als Gesamtheit einen dominanten Konnotationszusammen-hang ansteuern, definieren, erweitern und perpetuieren kann.

Der Werbespot als multisensorisches Medienprodukt wird letztlich als Form eines kollektiven Konnotationsgedächtnisses betrachtet, welches die Kunstmusik nachhaltig tangiert.

Curriculum Vitae

Daniele Martella studierte Filmmusikkomposition („Composition for Screen“) (M.Sc.) an der University of Edinburgh (Edinburgh College of Art / Reid School of Music) unter Yati Durant,

Medienwissenschaft (M.A.) an der Eberhard Karls Universität Tübingen sowie Philosophie und Politikwissenschaft (B.A.) an der Technischen Universität Darmstadt und an der Università degli Studi di Firenze (Florenz).

Als freischaffender Komponist vertont er seit einigen Jahren zahlreiche Filme und Werbeclips. Derzeit ist er an der Universität Tübingen – unter den Schwerpunkten Filmmusik, Musikvideo und Werbung – in der Lehre tätig. Seine Promotion am Lehrstuhl von Prof. Dr. Susanne Marschall in Kooperation mit dem musikwissenschaftlichen Institut unter PD Dr. Jörg Rothkamm beschäftigt sich mit Kopplungen klassischer Kunstmusik mit Werbeclips. Daniele Martella ist Stipendiat der Landesgraduiertenförderung Baden-Württemberg.

Publikationen

Filmmusik / Musik im Rahmen von Medienproduktionen (Auswahl)

- Kontraste und Symbiosen (Neukomposition und Live-Konzert zu Animationsfilmen [Lichtspiel Opuis I-IV] Walter Ruttmanns im Rahmen der Eröffnung der Internationalen Tagung Farbe im Kopf an der Eberhard Karls Universität Tübingen / 2016) (Dirigent: Philipp Amelung, Universitätsmusikdirektor)

- As You Like It (Animationsfilm, R.: Hannes Rall / Singapur: laufendes Projekt)

- All the World’s a Stage (Animationsfilm, R.: Hannes Rall / Singapur: 2016); seitens der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet.

- Young and Wild [musikalischer Beitrag] (Spielfilm, R.: Felix Maxim Eller / Deutschland: 2014)

- Menschenskinder (Dokumentarfilm, R: Martha Dörfler & Katharina Matheis / Deutschland: 2013)

- Lotte Reiniger – Tanz der Schatten (Dokumentarfilm, R.: Susanne Marschall, Rada Bieberstein, Kurt Schneider / Deutschland (Arte): 2012)

- Lotte Reiniger – Reinvented (Animationsfilm, Idee: Susanne Marschall, AR: Hannes Rall / Deutschland (Arte): 2012)

Schriften:

- Martella, D. (2015). Filmmusik zu „Die Abenteuern des Prinzen Achmed“. Filmmusiktechnische und diegetisch-musikalische Aspekte. In: Blattner, E. / Desinger, B. / Knop, M. / Ratzeburg, W. (Hrsg.) (2015), Animation und Avantgarde. Lotte Reiniger und der Absolute Film, Tübingen: Tübinger Kataloge – Fachbereich Kunst und Kultur (Nr. 101), S. 136-143.

Vorträge:

- „Filmmusik in Animationsfilmen“ im Rahmen der Tagung der AG Animation 2014 (Gesellschaft für Medienwissenschaft)