Uni-Tübingen

Michael Schilling

Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Doktorand)

Teilprojekt E01: „Ordo amplissimus. Die Bedrohung der oströmischen Reichselite unter Kaiser Justinian I.“

Beruflicher Werdegang

Bis 2016
B.A.-Studium der Geschichtswissenschaft und Indologie (Modernes Indien) in Tübingen

Bis 2015
Studentische Hilfskraft am Seminar für Indologie und Vergleichende Religionswissenschaft in Tübingen

2015-2017
Studentische Hilfskraft im SFB 923 „Bedrohte Ordnungen“, Teilprojekt E02: „Ressource Mensch: Sicherung agrarischer Arbeitskraft und bedrohte Herrschaftsordnungen zwischen 300 und 900 n. Chr.“

2016-2019
M.A.-Studium der Alten Geschichte in Tübingen; Thema der Abschlussarbeit: „Vegetius zwischen den Zeilen. Spätrömische Armee und Elitenkonkurrenz in der Epitoma rei militaris“

2018-2019
Werkstudent im Kolping-Bildungswerk Württemberg (Kolping Berufsbildung gGmbH) in Stuttgart

April/Mai 2019
Freie Mitarbeit an der Publikationsvorbereitung der Monographie „Geschichte der Völkerwanderung. Europa, Asien und Afrika vom 3. bis zum 8. Jahrhundert n. Chr.“ (2019) von Mischa Meier

Seit August 2019
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im SFB 923 „Bedrohte Ordnungen“, Teilprojekt E01: „Ordo amplissimus. Die Bedrohung der oströmischen Reichselite unter Kaiser Justinian I.“

Forschungsprojekt im Rahmen des SFB 923

Thema: „Ordo amplissimus. Die Bedrohung der oströmischen Reichselite unter Kaiser Justinian I.“

Abstract

Aus zahlreichen zeitgenössischen Quellen zur Herrschaftszeit Justinians I. (527- 565 n. Chr.) lässt sich herauslesen, dass sich die Elite des oströmischen Reiches unter diesem Kaiser einer existenziellen Bedrohung ausgesetzt sah: schärfste Invektiven gegen Justinian und sein engeres Umfeld (prominent in der Geheimgeschichte des Prokopios von Kaisareia), Berichte von Repressalien gegen sie, sowie Aufstände und Verschwörungen, die von ihr ausgegangen sein sollen, bezeugen einen tiefgreifenden Vertrauensverlust gegenüber dem Herrscher, verbunden mit Angst vor dem Verlust dessen, was die Grundlage des Selbstverständnisses und der Macht der Reichselite bildete: Ämter, Ränge und Privilegien, mithin gesellschaftlicher und politischer Einfluss. Selbstzeugnisse wie die Schrift des Johannes Lydos Über das römische Ämterwesen reflektieren diese Ordnung der Ämter und lassen sich, da sich die Elite des Imperium Romanum hierin einen eigenen Identifikationsraum schafft, als Versuch verstehen, diese Bedrohungssituation durch Selbstvergewisserung zu bewältigen.

Der Antagonismus zwischen Kaiser und Elite im ‚Zeitalter Justinians‘ ist in der Forschung zwar registriert, bislang jedoch nicht systematisch untersucht worden. Dies soll durch dieses Forschungsprojekt im Rahmen des SFB 923 geleistet werden, indem zunächst danach gefragt wird, worin die Bedrohung der Reichselite als sozialer Ordnung konkret bestand, welche Teilgruppen innerhalb der Elite betroffen waren und was als ihre Ursache anzusehen ist. Darauf aufbauend ist zu untersuchen, wie sich das Bewältigungshandeln der Akteure gestaltete und welche Restrukturierungsprozesse hierdurch ausgelöst wurden.

Forschungsschwerpunkte
  • Geschichte der Spätantike
  • (Funktions-)Eliten und inneraristokratische Konkurrenz im spätrömischen Reich
  • Militärorganisation und Kriegführung in der griechisch-römischen Antike
  • Vegetius