Uni-Tübingen

10/29/2020

Steigende Infektionszahlen erzwingen Änderungen im Wintersemester

Rundmail des Rektors an alle Studierenden und Beschäftigten (ohne Medizin)

Liebe Studierende, 
liebe Kolleginnen und Kollegen, 

die Corona-Pandemie steuert auf einen neuen Höhepunkt zu. In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern überschreitet die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen die Höchststände aus dem Frühjahr deutlich. Bund und Länder haben sich aus diesem Grund am vergangenen Mittwoch auf weitreichende Eingriffe in das öffentliche Leben verständigt, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu bremsen. Dies hat auch Auswirkungen auf die Universität Tübingen.

Die baden-württembergische Landesregierung arbeitet derzeit daran, den Grundsatzbeschluss vom vergangenen Mittwoch in konkrete Vorgaben umzusetzen. Diese Vorgaben liegen uns aktuell noch nicht vor. Wir müssen aber davon ausgehen, dass sich unsere bisherigen Planungen für eine Kombination aus digitaler Lehre und Präsenzveranstaltungen im laufenden Wintersemester nicht werden umsetzen lassen. Ich bitte daher alle Lehrenden und alle Studierenden, sich darauf einzustellen, dass zu Beginn der Vorlesungszeit am kommenden Montag das Gros der geplanten Präsenzveranstaltungen nicht wird stattfinden können. Stattdessen wird der allergrößte Teil der Lehre erneut digital stattfinden müssen.

Ausnahmen wird es – wie schon im Sommersemester – voraussichtlich für Prüfungen geben sowie für Lehrveranstaltungen, die zwingend eine Anwesenheit von Lehrenden und Studierenden erfordern, wie beispielsweise in der Medizin und den Naturwissenschaften (für Laborpraktika und vergleichbare Veranstaltungen). Wir gehen momentan auch davon aus, dass die Bibliotheken an der Universität geöffnet bleiben können. Sobald der Universitätsleitung die neue Corona-Verordnung des Landes vorliegt, werden wir Sie umgehend über die Inhalte im Detail informieren. Bitte sehen Sie bis dahin von Nachfragen bei den Dekanaten oder bei der zentralen Verwaltung der Universität ab.

Lehrende, die ab der kommenden Woche Präsenzlehrveranstaltungen geplant haben, bitte ich, mit ihren Studierenden Kontakt aufzunehmen und diese zu informieren, ab wann eine Umstellung des Lehrangebots auf digitale Formate möglich ist. Wie bereits im Sommersemester gilt auch nun wieder, dass digitale Lehrangebote möglichst aufgezeichnet werden sollten, so dass die Studierenden die Möglichkeit haben, das Angebot auch asynchron, also zeitversetzt wahrzunehmen. Sollten sich Lehrende für ein synchrones Lehrangebot entscheiden, bitte ich Sie, unbedingt beim vereinbarten Zeitschema von jeweils 60 Minuten pro Lehreinheit zu bleiben.

Wir sollten derzeit die Hoffnung nicht aufgeben, dass wir im Verlauf des Wintersemesters wieder zum ursprünglich geplanten Mix aus Präsenzlehre und digitaler Lehre zurückkehren können. Im Sinne einer sinnvollen Verzahnung unterschiedlicher Lehrangebote ist es daher auch weiterhin zwingend erforderlich, das 60-Minuten-Schema beizubehalten. Aus dem gleichen Grund bitte ich alle Lehrenden auch, bereits gebuchte Veranstaltungsräume momentan noch nicht an die Raumverwaltung zurückzugeben. Ebenso wie die Politik werden wir das aktuelle Pandemiegeschehen spätestens Ende November neu bewerten und dann gegebenenfalls bei der Lehre nachsteuern.

Wie Sie wissen, verfügt die Universität inzwischen über eine Vielzahl von Werkzeugen für die digitale Lehre. Das entsprechende Angebot ist zum Wintersemester nochmals ausgeweitet worden. Ich bitte alle Lehrenden, die vorhandenen technischen Möglichkeiten zu nutzen. Weitergehende Informationen finden Sie auf den Webseiten zur digitalen Lehre. https://uni-tuebingen.de/lehrende/digitale-lehre/

Für die Lehrveranstaltungen in der Medizin und den Naturwissenschaften, für die Präsenz in Flächen der Universität erforderlich ist, sowie  für die Präsenzprüfungen gelten nach wie vor die Regelungen im Hygienekonzept der Universität. Solche Veranstaltungen können auch weiterhin durchgeführt werden können, ohne dass dafür eine gesonderte Genehmigung seitens der Dekanate oder der zentralen Verwaltung erforderlich wäre.

Die kommenden Monate werden für alle Hochschulangehörigen erneut zahlreiche Belastungen und oft auch Zumutungen bereithalten. Die Pandemie ist noch lange nicht vorüber und manches deutet darauf hin, dass die schwierigste Phase noch vor uns liegt. Um die anstehenden Herausforderungen bewältigen zu können, wird es erneut auf den besonderen Zusammenhalt aller Hochschulangehörigen ankommen. Ich bin zuversichtlich, dass uns das – wie bereits im Sommersemester – auch in den kommenden Monaten wieder gelingen wird. Bitte bleiben Sie gesund!

Mit besten Grüßen
Professor Dr. Bernd Engler
(Rektor)

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