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		<title>Aufteilung 100%</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/box-standard-grau/aufteilung-100/</link><description>Der RSS Feed der Universität Tübingen</description><language>en-EN</language><copyright>Universität Tübingen</copyright><pubDate>Sun, 07 Jun 2026 03:32:36 +0200</pubDate><lastBuildDate>Sun, 07 Jun 2026 03:32:36 +0200</lastBuildDate><item><guid isPermaLink="false">news-129969</guid><pubDate>Tue, 07 Apr 2026 11:25:03 +0200</pubDate><title>Steinzeitlicher Steinbruch: Bereits vor 220.000 Jahren bauten Menschen in Südafrika gezielt Rohstoffe ab</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=129969&amp;cHash=ea2c2208868b4d05e3c3aa0f50fed648</link><description>Internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Tübingen weist langfristige Nutzung einer Rohstoffquelle im altsteinzeitlichen Südafrika nach</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bereits vor 220.000 Jahren bauten Menschen Steine für ihre Werkzeuge an Orten ab, die sie eigens dafür aufsuchten – deutlich früher als bisher angenommen. Das konnte ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Tübingen an der Fundstelle Jojosi in Südafrika nachweisen und widerlegt damit das vorherrschende Paradigma, nach dem Jäger‑ und Sammlergruppen während der Altsteinzeit das Material für Steinwerkzeuge beiläufig bei anderen Aktivitäten sammelten. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift <i>Nature Communications.</i></p><p>„Wir fanden in Jojosi zahlreiche Spuren des Hornfelsabbaus: Blöcke, die auf ihre Qualität hin angeschlagen wurden, Abschläge verschiedener Größe, tausende millimetergroße Produktionsabfälle und Hammersteine“, sagt Dr. Manuel Will aus der Abteilung für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie der Universität Tübingen. Hornfels ist ein feinkörniges Gestein, das in der Steinzeit zur Herstellung von Werkzeugen verwendet wurde. „Die Menschen bearbeiteten hier vor Ort Felsblöcke und schlugen so lange Material ab, bis sie aus dem Stein die gewünschten Formen gewonnen hatten – wahrscheinlich, um daraus später Werkzeuge herzustellen.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-129810</guid><pubDate>Mon, 30 Mar 2026 12:06:27 +0200</pubDate><title>Universität Tübingen lädt zum Studium Generale des Sommersemesters 2026</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=129810&amp;cHash=25e4495e2f7e3734bc8c71b88dcda721</link><description>Öffentliche Vorlesungsreihe mit breitem Themenspektrum – Teilnahme kostenfrei und ohne Anmeldung möglich</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Studium Generale ist das offene Vorlesungsprogramm der Universität Tübingen: Lehrende verschiedener Fakultäten gestalten gemeinsam Vortragsreihen zu Themen, die aus verschiedenen fachlichen Perspektiven betrachtet werden. Im Sommersemester 2026 stehen ab dem 16. April 2026 fünf Reihen auf dem Programm. Sie befassen sich mit den gesellschaftlichen Folgen Künstlicher Intelligenz (KI), der digitalen Medienökonomie, den aktuellen Entwicklungen in den USA, der Baugeschichte der Universität Tübingen sowie mit Fragen von Vielfalt und Teilhabe im Sport.</p><p>Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Anmeldungen möglich. Alle Veranstaltungen finden im Kupferbau statt; zwei Vorlesungsreihen werden zusätzlich per Livestream übertragen. Detaillierte und aktuelle Informationen sind unter <a href="https://uni-tuebingen.de/universitaet/im-dialog/studium-generale/" target="_blank">www.uni-tuebingen.de/studium-generale</a> einsehbar</p><p>„Forschung und Lehre finden an der Universität Tübingen nicht hinter verschlossenen Türen statt. Mit aktuellen Themen, von KI bis zur digitalen Öffentlichkeit, suchen wir den Austausch mit der Gesellschaft – das ist der Kern unseres Selbstverständnisses als Exzellenzuniversität“, sagt die Rektorin der Universität Tübingen, Professorin Dr. Karla Pollmann.</p><h3>Die Vorlesungsreihen im Kurzporträt&nbsp;</h3><p><strong>KI – Ökonomische und gesellschaftliche Konsequenzen (Montag, 18:15 Uhr, Kupferbau Hörsaal 21)</strong></p><p>Die Ringvorlesung der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät befasst sich mit der rasanten Entwicklung Künstlicher Intelligenz. Sie behandelt, wie KI Arbeitsmärkte, Bildungssysteme, politische Kommunikation und soziale Strukturen verändert. Neben wirtschaftlichen Aspekten stehen Fragen der Regulierung und die Auswirkungen auf demokratische Prozesse im Mittelpunkt. Den Abschluss bildet ein interdisziplinäres Panel.</p><p><strong>Medien, Macht und Menschlichkeit – Wie die digitale Medienökonomie unsere Öffentlichkeit prägt (Dienstag, 18:15 Uhr, Kupferbau Hörsaal 25)</strong></p><p>Medien sind politischer Machtfaktor, wirtschaftlicher Marktplatz und kultureller Akteur zugleich. Unter dem Einfluss der Digitalisierung verändern sie sich grundlegend. Die Vorlesungsreihe des Weltethos-Instituts bespricht neue Eigentumsverhältnisse und Abhängigkeiten. Sie zeigt, wie Plattformen und Algorithmen bestimmen, welche Themen sichtbar werden und welche Stimmen Gehör finden. Daraus ergibt sich die Frage, welche Konsequenzen für Journalismus und demokratische Öffentlichkeit entstehen.</p><p><strong>1776–2026: Was ist los in den USA? (Mittwoch, 18:15 Uhr, Kupferbau Hörsaal 25)</strong></p><p>Im Jahr des 250. Jahrestags der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung richtet die Reihe den Blick auf die aktuellen Ereignisse in den USA und fragt, was diese für Europa und die globalen Beziehungen bedeuten. Ausgehend von der Gegenwart, zieht sie historische, politische, gesellschaftliche, kulturelle und literarische Bezüge heran, um aktuelle Entwicklungen zu verstehen und einzuordnen. Die Vorlesungen beleuchten dabei sehr unterschiedliche Felder – von Außenpolitik über soziale Bewegungen bis hin zu Identitätsdebatten.</p><p><strong>Orte und Architektur der Universität (Mittwoch, 18:15 Uhr, Kupferbau Hörsaal 21 sowie im Livestream)</strong></p><p>Wie in kaum einer anderen deutschen Universitätsstadt lässt sich in Tübingen die Geschichte der abendländischen Universität anhand der baulichen Struktur der Stadt ablesen – vom spätmittelalterlichen Neubauviertel über die Wilhelmstraße bis zur Morgenstelle und dem <span lang="en" dir="ltr">Cyber Valley.</span> Die Ringvorlesung, organisiert vom Museum der Universität Tübingen, zeigt, was die Orte der Hochschule über veränderte Bedingungen von Forschung und Lehre, über universitären Alltag und gesellschaftliche Umbrüche erzählen.</p><p><strong>Das Runde muss ins Eckige: Sportkulturen, Leistung und Vielfalt (Donnerstag, 18:15 Uhr, Kupferbau Hörsaal 21 sowie im Livestream)</strong></p><p>Sport ist ein fester und verbindender Bestandteil des Alltags für viele Menschen und zugleich ein Feld, in dem zentrale gesellschaftliche Spannungsfelder sichtbar werden: zwischen Wettbewerb und Chancengerechtigkeit, zwischen Vergleichbarkeit und Unvergleichbarkeit sowie zwischen Leistungsgedanke und Teilhabe. Die Reihe, gemeinsam organisiert vom Zentrum für Gender- und Diversitätsforschung und dem Institut für Sportwissenschaft, geht diesen Fragen aus sportwissenschaftlicher sowie sozial- und kulturwissenschaftlicher Perspektive nach.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-129633</guid><pubDate>Tue, 24 Mar 2026 12:57:53 +0100</pubDate><title>Späte Neandertaler in Europa gehen auf eine einzelne Gruppe zurück</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=129633&amp;cHash=027c107d4fc34f5b0a0579a8da6ca44e</link><description>Internationales Team unter Leitung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Universität Tübingen zeigt große Umbrüche in der genetischen Geschichte dieser Menschen auf</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die letzten Neandertaler in Europa teilten einen weitgehend einheitlichen Genpool, und es gab einen umfassenden Umbruch in ihrer Bevölkerung vor ihrem endgültigen Verschwinden vor rund 40.000 Jahren. Das ergab eine Studie, in der neue DNA-Daten untersucht und mit archäologischen Nachweisen kombiniert wurde. In der Studie zeichnete ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Professor Cosimo Posth vom Senckenberg <span lang="en" dir="ltr">Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> an der Universität Tübingen die dramatische genetische Geschichte der europäischen Neandertaler nach. Hinweise darauf, dass die weitverbreiteten früheren Neandertalerpopulationen in Europa weitgehend verschwunden waren, existierten bereits. Die neue Studie ergab, dass eine lokale Gruppe die rauen Bedingungen des Eiszeitklimas vor rund 75.000 Jahren durch Rückzug in ein Refugium im heutigen Südwestfrankreich überlebt hatte – und dass die Nachkommen dieser Überlebenden sich nach 65.000 Jahren vor heute über Europa ausbreiteten. Genetisch gesehen stammten fast alle späten Neandertaler von dieser einen Linie ab.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-129432</guid><pubDate>Tue, 17 Mar 2026 16:46:05 +0100</pubDate><title>Küstenchemie der Weltmeere: Menschen hinterlassen überall chemische Spuren</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=129432&amp;cHash=9661fee317f267daf16e4cf5cf6c7748</link><description>Studie der Universität Tübingen mit achtzehn Forschungseinrichtungen und Universitäten weltweit zeigt: keine untersuchte Stelle in Weltmeeren frei von menschlichen chemischen Einflüssen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Vom Menschen hergestellte Chemikalien durchdringen die Küstenmeere in bislang unbekanntem Ausmaß. Das zeigt eine internationale Studie, geleitet von den Biochemikern Jarmo-Charles Kalinski und Daniel Petras an der University of California, Riverside, der zudem eine Nachwuchsgruppe an der Universität Tübingen leitet. Das Forschungsteam analysierte dazu mehr als 2.300 Meerwasserproben aus mehr als 20 Feldstudien, die mehr als ein Jahrzehnt lang im Pazifik, Atlantik und im Indischen Ozean gesammelt wurden. Die Ergebnisse<br>wurden in <i>Nature Geoscience</i> veröffentlicht.</p><p>„Selbst an Orten, die wir für unberührt halten, fanden wir eindeutige chemische Fingerabdrücke menschlicher Aktivität. Obwohl die chemische Verschmutzung der Meere lange bekannt ist, hat uns das Ausmaß doch überrascht“, sagt Daniel Petras, Assistenzprofessor an der University of California und Nachwuchsgruppenleiter im Exzellenzcluster „Kontrolle von Mikroorganismen zur Bekämpfung von Infektionen“ (CMFI) an der Universität Tübingen. Selbst entlegene Korallenriffsysteme, oft als besonders ursprüngliche Meeresumgebungen betrachtet, tragen laut Petras deutliche chemische Signaturen menschlicher Aktivität – von Landwirtschaft und Küstenentwicklung bis zum Tourismus. „Es gab praktisch keinen Ort, an dem wir Proben nahmen, der keinerlei chemischen Einfluss des Menschen zeigte“, sagt Jarmo-Charles Kalinski, ehemaliger Postdoktorand in Petras' Gruppe an der UC Riverside und Erstautor der Studie.</p><h3>Im globalen Maßstab eine enorme Menge</h3><p>Die Forschenden stellten fest, dass anthropogene Chemikalien weit über die Küstenlinie hinaus nachweisbar sind. Selbst mehr als 20 Kilometer vor der Küste machten vom Menschen stammende Verbindungen etwa 1 Prozent der nachgewiesenen organischen Substanz aus. „In globalem Maßstab ist das eine enorme Menge an Material“, sagt Petras.</p><p>In Küstengewässern erreichten die Signalwerte menschengemachter organischer Moleküle einen Medianwert von bis zu 20 Prozent, verglichen zu den niedrigsten Werten von etwa 0,5 Prozent im offenen Ozean. Extremwerte an Flussmündungen mit unbehandeltem oder schlecht behandeltem Abwasser überstiegen zum Teil sogar Werte von 50 Prozent. Insgesamt identifizierte das Team 248 vom Menschen stammende Verbindungen, die über alle Proben hinweg einen Median von rund 2 Prozent des gesamten Signals ausmachen. Das Team erwartete Pestizide und pharmazeutische Verbindungen vor allem in Küstennähe, doch Industriechemikalien wie Weichmacher aus Kunststoffen, Schmiermittel und andere Chemikalien aus Pflege- und Konsumprodukte dominieren den menschlichen chemischen Fußabdruck in den Ozeanen. Einige dieser Verbindungen bewegen sich an der Grenze zwischen organischen Molekülen und Nanokunststoffen und verwischen damit die Trennlinie zwischen chemischer und Kunststoffverschmutzung, erklärt Daniel Petras. „Diese Chemikalien sind ein wesentlicher Bestandteil der organischen Stoffgesamtheit der Ozeane. Das bedeutet, dass sie möglicherweise eine bisher unbekannte Rolle im Kohlenstoffkreislauf und in der Funktion des marinen Ökosystems spielen.“</p><h3>Tausende Proben verschiedener Studien analysiert</h3><p>Die Studie stellt eine der bisher umfassendsten chemischen Metaanalysen der maritimen Küstenzonen dar. Sie stützt sich auf Proben, die für viele verschiedene Untersuchungszwecke gesammelt wurden, darunter für die Untersuchung der Gesundheit von Korallenriffen, von Algenblüten oder des Kohlenstoffkreislaufs. Eine wesentliche Innovation des Forschungsteams war die Kombination einheitlicher, hochauflösender Methoden der Massenspektrometrie über mehrere Labore hinweg sowie der Einsatz skalierbarer Computerverfahren, die in der Gruppe von Mingxun Wang, Assistenzprofessor für Informatik an der UC Riverside, entwickelt wurden. Dank dieser technologischen Fortschritte konnte die Gruppe Tausende von Proben aus nicht zusammenhängenden Studien als einheitlichen, konsolidierten Datensatz kombinieren und analysieren.</p><p>„Diese Arbeit war nur durch den Einsatz unserer Kooperationspartner rund um den Globus und deren öffentlich zugängliche Datensätze möglich“, sagt Petras. „Indem wir unsere Daten öffentlich zugänglich machen, hoffen wir, die Forschung zu beschleunigen und ein umfassenderes Verständnis der menschlichen chemischen Auswirkungen auf die Weltmeere zu ermöglichen.“ Trotz des Umfangs des Datensatzes weisen die Forscher darauf hin, dass große Teile der Welt noch wenig erforscht sind. Die Daten konzentrierten sich stark auf Nordamerika und Europa, mit begrenzter Abdeckung der Südhalbkugel und wenig Daten aus Regionen wie Südostasien, Indien und Australien. „Das Fehlen von Daten bedeutet nicht, dass das Problem nicht vorhanden ist“, sagt Kalinski. „Es bedeutet, dass wir noch nicht genau genug hingeschaut haben.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-128475</guid><pubDate>Thu, 12 Mar 2026 14:55:00 +0100</pubDate><title>Archäologischer Rekord: Mehr als 43.000 beschriftete Tonscherben in Athribis entdeckt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=128475&amp;cHash=16b7c5a475d93e2eecfccf7712f8e91a</link><description>Athribis ist ergiebigster Fundort altägyptischer Ostraka – Beschriftete Tonscherben eröffnen Einblicke in den Alltag über ein Jahrtausend hinweg – Grabung unter Leitung der Universität Tübingen </description><content:encoded><![CDATA[<p>In Athribis in Oberägypten ist der bislang umfangreichste Fund beschrifteter Tonscherben weltweit dokumentiert worden. Mehr als 43.000 Ostraka wurden im Rahmen der gemeinsamen archäologischen Mission der Universität Tübingen und des ägyptischen Ministeriums für Tourismus und Altertümer (MoTA) zwischen 2005 und 2026 geborgen – über 42.000 davon allein in den vergangenen acht Jahren. Ostraka sind Tonscherben, die in der Antike als Schreibmaterial genutzt wurden, meist für kurze und alltägliche Notizen, Abrechnungen, Listen oder Übungstexte. Damit übertrifft Athribis den bis dahin ergiebigsten Fundort für Ostraka, Deir el-Medina, ein ehemaliges Arbeiterdorf im Tal der Könige.</p><p>Der archäologische Komplex Athribis liegt zehn Kilometer westlich des Nils gegenüber der antiken Metropole Achmim und war das Kultzentrum der Löwengöttin (Ta-)Repit. Er besteht aus dem Tempelbezirk, der Siedlung, der Nekropole und Steinbrüchen. Die Ausgrabung in Athribis werden unter der Leitung von Professor Christian Leitz vom Institut für die Kulturen des Alten Orients (IANES), Abteilung für Ägyptologie der Universität Tübingen in Kooperation mit Mohamed Abdelbadia und seinem Team vom MoTA durchgeführt.</p><h3>Ergiebige Quellen für die Sozialgeschichte eines Jahrtausends</h3><p>Die frühesten Texte sind Steuerbelege aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. in demotischer Schrift, der gängigen Verwaltungsschrift der Ptolemäer- und Römerzeit. Die spätesten Texte sind arabische Gefäßbeschriftungen aus dem 9. bis 11. Jahrhundert n. Chr. „Die Ostraka zeigen uns eine erstaunliche Vielfalt an Alltagssituationen“, sagt Leitz. „Wir finden Steuerlisten und Lieferungen, daneben kurze Mitteilungen über alltägliche Abläufe, Übungen von Schülerinnen und Schülern, religiöse Texte und priesterliche Bescheinigungen über die Qualität von Opfertieren. Diese Mischung macht den Fund so wertvoll“, sagt Leitz. „Dieser Alltagsbezug eröffnet uns einen unmittelbaren Blick in das Leben der Menschen von Athribis und macht die Ostraka zu Quellen für eine umfassende Sozialgeschichte der Region.“</p><p>Der überwiegende Teil der Ostraka ist in demotischer Schrift verfasst, gefolgt von einem beträchtlichen Anteil griechischer Inschriften. Einen kleineren, aber bedeutenden Teil bilden figürliche und geometrische Darstellungen. Hinzu kommen seltene Texte in hieratischer, hieroglyphischer, koptischer und arabischer Schrift. Mit inzwischen mehr als 130 überwiegend demotisch-hieratischen Horoskopen gilt Athribis zudem als der weltweit bedeutendste Fundort dieser Textgattung. Die Geburtsprognosen sind wichtige Quellen für die Erforschung der antiken Astronomie und Astrologie.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-128844</guid><pubDate>Wed, 04 Mar 2026 11:30:14 +0100</pubDate><title>Stammt der älteste Vorfahr des Menschen vom Balkan? – Ein neues Fossil schließt eine Lücke</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=128844&amp;cHash=f883769fcb74e3db4dd8263ed008958b</link><description>Internationales Team unter Beteiligung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und Universität Tübingen findet 7,2 Millionen Jahre alten Oberschenkel von Graecopithecus in Bulgarien</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein neu entdeckter fossiler Oberschenkelknochen aus Bulgarien könnte die Geschichte des menschlichen Ursprungs neu schreiben, wie ein internationales Forschungsteam des Nationalmuseums für Naturgeschichte (Bulgarien), der Aristoteles-Universität Thessaloniki (Griechenland), vom <span lang="en" dir="ltr">Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> an der Universität Tübingen und der Universität Toronto (Kanada) berichtet. Der aufrechte Gang, also das Gehen auf zwei Beinen, gilt seit Langem als grundlegende Schwelle in der menschlichen Evolution und als eines unserer prägendsten Merkmale. Bislang gingen Forscher davon aus, dass die ersten fossilen Menschen aus Afrika stammten und dass sich der aufrechte Gang dort vor etwa sechs Millionen Jahren entwickelt hatte. Der neue Oberschenkelknochen aus der Grabungsstelle Azmaka, nahe der Kleinstadt Chirpan in der Thrakischen Tiefebene, der diese Woche in einem Artikel des Fachjournals <span lang="en" dir="ltr">Palaeodiversity and Palaeoenvironments</span> beschrieben wurde, weist jedoch unverkennbare Merkmale eines Zweibeiners auf, eines menschlichen Vorfahren, der bereits auf seinen Hinterbeinen ging.</p><h2><i>Graecopithecus </i>– ältester Vertreter der menschlichen Linie</h2><p>„Mit einem Alter von 7,2 Millionen Jahren könnte dieser Vorfahr, den wir der Gattung <i>Graecopithecus </i>zuordnen, der älteste bekannte Mensch sein“, sagt Professor David Begun von der Universität Toronto. Der erste Fund eines Exemplars von <i>Graecopithecus</i>, ein Unterkiefer, wurde an einer Fundstelle in der Nähe von Athen entdeckt. Bereits 2017 untersuchte das Forschungsteam diesen Fund und schlussfolgerte, dass die Form der Zahnwurzeln auf einen Vertreter der menschlichen Linie schließen lasse. Doch eine Zweibeinigkeit des Graecopithecus ließ sich aus dem Unterkiefer nicht herleiten. Der neu entdeckte Oberschenkel aus Azmaka ändert nun die Datenlage entscheidend.</p><p>An der bulgarischen Fundstelle Azmaka lebte <i>Graecopithecus</i> an einem Flusslauf in einer Savannenlandschaft, ähnlich denen im heutigen Ostafrika. Der Oberschenkelknochen stammt von einem etwa 24 Kilogramm schweren, wahrscheinlich weiblichen, Individuum. „Eine Reihe von äußeren und inneren morphologischen Merkmalen, wie der verlängerte und aufrecht gerichtete Oberschenkelhals, spezielle Ansatzstellen für die Gesäßmuskulatur oder die Dicke der äußeren Knochenschicht weisen Ähnlichkeiten mit zweibeinigen fossilen Menschenvorläufern und Menschen auf“, sagt Professor Nikolai Spassov vom bulgarischen Nationalmuseum für Naturgeschichte. Hierin unterschieden diese sich von den Oberschenkeln baumbewohnender Affen. „Allerdings bewegte sich <i>Graecopithecus </i>noch nicht in der gleichen Weise wie der moderne Mensch“, setzt der Forscher hinzu. Der Azmaka-Oberschenkel vereine Merkmale von afrikanischen Menschenaffen mit solchen von jüngeren Zweibeinern.&nbsp;</p><p>„<i>Graecopithecus</i> stellt eine Stufe in der menschlichen Evolution zwischen unseren in Bäumen und auf dem Boden lebenden Vorfahren, wie zum Beispiel dem fast zwölf Millionen Jahre alten <i>Danuvius guggenmosi</i> aus der Hammerschmiede im Allgäu, und jüngeren Funden aus Ostafrika dar“, sagt Begun. „Man könnte ihn durchaus als fehlendes Bindeglied bezeichnen.“ <i>Graecopithecus</i> stamme höchstwahrscheinlich von den acht bis neun Millionen Jahre alten balkanisch-anatolischen Menschenaffen wie Ouranopithecus und Anadoluvius ab, die sich wiederum aus Vorfahren in West- und Mitteleuropa entwickelt haben.&nbsp;</p><h2>Klimamotoren der Ausbreitung</h2><p>„Wir wissen, dass großräumige Klimaveränderungen im östlichen Mittelmeerraum und Westasien vor acht bis sechs Millionen Jahren zum periodischen Entstehen ausgedehnter Halbwüsten und Wüsten führten. Diese Entwicklung initiierte mehrere Ausbreitungswellen eurasischer Säugetiere nach Afrika und legte den Grundstein der heutigen Säugetierfauna afrikanischer Savannen“, sagt Professorin Madelaine Böhme vom <span lang="en" dir="ltr">Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> an der Universität Tübingen. Die Studienautoren vermuten daher, dass auch Menschenaffen sich nach Süden ausbreiteten. Ob sich die Vorfahren der Schimpansen, Gorillas und Menschen bereits in Europa getrennt hatten und ob diese Ausbreitungswellen sogar ein Grund für die genetische Isolation ihrer Linien war, muss durch künftige Entdeckungen noch geklärt werden. Möglicherweise breitete sich auch <i>Graecopithecus</i> vom Balkan nach Afrika aus, wo es ab sechs Millionen Jahren vor heute zur Entstehung früher menschlicher Vorfahren wie der Gattung <i>Orrorin</i> kam und später dem <i>Australopithecus afarensis</i>, dessen bekanntester Vertreter der Fund namens Lucy ist.</p><p>Die Arbeiten in Azmaka und an anderen Fundstätten auf dem Balkan werden fortgesetzt, um weitere Exemplare von <i>Graecopithecus</i> zu finden und mehr über die Ökologie und Evolution dieses überraschend frühen Zweibeiners und mögliche menschliche Vorfahren zu erfahren.</p><h2>Publikation:</h2><p>Nikolai Spassov, Dionisios Youlatos, Madelaine Böhme, Ralitsa Bogdanova, Latinka Hristova, David R. Begun: An early form of terrestrial hominine bipedalism in the Late Miocene of Bulgaria. <i>Palaeobiodiversity and Palaeoenvironments</i>, <a href="https://doi.org/10.1007/s12549-025-00691-0" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1007/s12549-025-00691-0</a> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-128832</guid><pubDate>Wed, 04 Mar 2026 09:38:12 +0100</pubDate><title>Universität Tübingen beruft Professorin für Sozialwissenschaftliche Antisemitismusforschung</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=128832&amp;cHash=0e46e02e297ca20abe2b87e030090ddc</link><description>Friederike Lorenz-Sinai beginnt am 1. März am neu eingerichteten Lehrstuhl – Alle vier Professuren am Institut für Rechtsextremismusforschung damit besetzt.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Friederike Lorenz-Sinai wurde zum 1. März von der Universität Tübingen auf den neu eingerichteten Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Antisemitismusforschung an der Wirtschafts- und Sozialwissen-schaftlichen Fakultät berufen. Sie wird am Institut für Rechtsextremismusforschung (IRex) zum Umgang mit Gewalt- und Diskriminierungsphänomenen in regionaler und internationaler Ausrichtung forschen und lehren. Auch der Transfer von Forschungsergebnissen zu Organisationen der Zivilgesellschaft gehört dazu.</p><p>Friederike Lorenz-Sinai hat ihr Berufsleben als Erzieherin und Sozialarbeiterin begonnen und dann Erziehungs- und Bildungswissenschaften an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg studiert. Für die Gedenkstätte Bergen-Belsen arbeitete sie als freie Mitarbeiterin in der pädagogischen Abteilung. Ihre Promotion über institutionelle Schweigepraktiken im Kontext von Gewalt gegen Kinder mit Beeinträchtigung schloss sie 2019 an der Bergischen Universität Wuppertal mit summa cum laude ab. Sie war an verschiedenen Universitäten und Hochschulen tätig, unter anderem an der <span lang="en" dir="ltr">Hebrew University of Jerusalem</span> und der Freien Universität Berlin. Sie hat dort Gefühlserbschaften und Bildungsprozesse von Lehrkräften zur Shoah und die Aufarbeitung von (sexualisierter) Gewalt in Organisationen untersucht. Seit 2021 hatte sie die Professur für Methoden der Sozialen Arbeit und Sozialarbeitsforschung an der Fachhochschule Potsdam inne.&nbsp;</p><p>Gemeinsam mit Marina Chernivsky vom Kompetenzzentrum für antisemitismuskritische Bildung und Forschung erstellt sie seit 2018 die Studienreihe „Antisemitismus im Kontext Schule“. Zudem forschen die beiden Wissenschaftlerinnen zum institutionellen Umgang mit Antisemitismus in der Gedenkstättenpädagogik und der Polizei, zu Antisemitismus im Kontext Hochschule und in Kindertagesstätten sowie zu den Auswirkungen des 7. Oktobers 2023 auf jüdische und israelische <span lang="en" dir="ltr">Communities</span> in Deutschland.&nbsp;</p><p>Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Petra Olschowski sagte: „Mit der Berufung von Friederike Lorenz-Sinai auf die Professur für Sozialwissenschaftliche Antisemitismusforschung sind jetzt alle Lehrstühle am IRex besetzt. Die vom Land gegründete und bundesweit einzigartige Forschungsstelle stellt sicher, dass das Thema Rechtsextremismus dauerhaft und systematisch erforscht und bearbeitet wird. Antisemitismus ist ein Angriff auf die freiheitlich-demokratische Gesellschaft. Die meisten antisemitisch motivierten Vorfälle werden durch Rechtsextreme begangen. Deshalb ist es die Verantwortung von Staat, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, Antisemitismus konsequent zu erforschen, sichtbar zu machen und entschieden zu bekämpfen. Mit der Finanzierung dieses Lehrstuhls setzen wir ein klares Zeichen: Wir nehmen die Herausforderung ernst und investieren in Wissen, Auf-klärung und Prävention. Dieser Verantwortung sind wir uns bewusst. Deshalb haben wir und entschieden, die Finanzierung auch dieser Professur für die ersten zehn Jahre zu übernehmen.“</p><p>„Die Universität Tübingen möchte ihre Arbeit zur Erforschung des Antisemitismus noch verstärken – angefangen von Bildungskontexten bis hin zu Einbettungen in Gesellschaft und Staat. Der neue Lehrstuhl wird diesem hochaktuellen Thema gerade auch in seinen zeitgenössischen Ausformungen wissenschaftliche Aufmerksamkeit widmen“, sagte Professorin Dr. Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen.</p><p>Im Mai 2023 wurde an der Universität Tübingen das IRex gegründet und an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät angesiedelt. Mit vier Professuren zur Rechtsextremismusforschung und seiner strukturellen Verankerung ist das Institut bundesweit einzigartig. Die Einrichtung durch das Land Baden-Württemberg ging auf eine Handlungsempfehlung des zweiten baden-württembergischen NSU-Untersuchungsausschusses zurück.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-128733</guid><pubDate>Fri, 27 Feb 2026 16:31:38 +0100</pubDate><title>Universität Tübingen zeichnet drei Forschende für herausragende Wissenschaftskommunikation aus</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=128733&amp;cHash=f7f9af2ba6e8dac7502b9cd0afe27b7e</link><description>Jury vergibt Preis als Teil der Exzellenzstrategie an Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen sowie Rechtsextremismusforscher Rolf Frankenberger – Nachwuchspreis geht an Ökologin Rachel L. Gunn</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen verleiht den Preis für Wissenschaftskommunikation in diesem Jahr an zwei Nominierte: den Medienwissenschaftler Professor Bernhard Pörksen und den Rechtsextremismusforscher Dr. Rolf Frankenberger. Der Nachwuchspreis geht an die Ökologin Dr. Rachel L. Gunn. Bernhard Pörksen wird für die umfassende und vielschichtige Kommunikation seiner Forschung zur öffentlichen Debattenkultur ausgezeichnet, Rolf Frankenberger für seine engagierte, dialogorientierte Aufklärungsarbeit zur extremen Rechten und deren gesellschaftlichen und politischen Einbettungen. Rachel L. Gunn wird geehrt für die innovative und inklusive Kommunikationsarbeit, die an ihre Untersuchung fragiler Ökosysteme anknüpft.</p><p>Der Preis ist in der Exzellenzstrategie der Universität Tübingen verankert und würdigt besondere Leistungen in der Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Über die Vergabe entscheidet eine Jury aus Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten, Forschenden sowie weiteren Expertinnen und Experten aus dem Kommunikationsbereich. Die offizielle Preisverleihung findet am 28. April um 18 Uhr in der Alten Aula statt.</p><p>„Im Namen der gesamten Universität gratuliere ich der Preisträgerin und den beiden Preisträgern sehr herzlich“, sagt Professorin Dr. Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. „Die Jury zeichnet in diesem Jahr mit dem Hauptpreis zwei Forschende aus, die sich in herausragender Weise für die Demokratie engagieren: Bernhard Pörksen, indem er die Bedingungen gelungener öffentlicher Kommunikation sichtbar macht; Rolf Frankenberger, indem er rechtsextreme Entwicklungen analysiert und einordnet. Demokratische Verständigung braucht beides: eine klare, faktenbasierte Grundlage und die Bereitschaft, einander zuzuhören. Nachwuchspreisträgerin Rachel L. Gunn macht eindrücklich erfahrbar, wie schützenswert und zugleich schutzbedürftig die Ökosysteme des Planeten sind.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-128628</guid><pubDate>Thu, 26 Feb 2026 11:00:00 +0100</pubDate><title>Wie sich das Leben der Wildkatzen durch menschliche Einflüsse verändert</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=128628&amp;cHash=478bbc0aa6d054ca6a30fb363f11dd1c</link><description>Haaranalysen der Tiere geben Team des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen Aufschluss über ihre Ernährungs- und Lebensweise</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die ursprünglich im Wald beheimatete Europäische Wildkatze nutzt in manchen Gebieten Deutschlands vor allem im Sommer, wenn das hochstehende Getreide Deckung bietet, zunehmend auch landwirtschaftlich genutzte Flächen als Jagdgebiet. Solche Verhaltensänderungen werden als Reaktion auf den Druck durch menschliche Einflüsse wie die Zerstückelung oder Zerstörung von Waldgebieten und die Intensivierung der Landwirtschaft gesehen. Wie und wo eine Katze lebt, wird indirekt über die Isotopensignatur der Nahrung in ihren Haaren dokumentiert. Das machte sich ein Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Chris Baumann und Dr. Dorothée Drucker vom Senckenberg <span lang="en" dir="ltr">Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> an der Universität Tübingen bei der Analyse von Katzenhaaren zunutze. Über diese nicht-invasive Untersuchungsmethode will das Team die lang-fristigen ökologischen Veränderungen in der Lebensweise der Wildkatzen verfolgen und mehr Informationen für deren Schutz gewinnen. Dafür sind zoologische Sammlungen als Langzeitarchive essenzielle Voraussetzung; sie erhalten neue Nutzungsmöglichkeiten. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift <i>PLOS ON</i>E veröffentlicht.</p><p>Die Europäische Wildkatze (<i>Felis silvestris)</i> steht in Deutschland seit 1935 unter Schutz. In den vergangenen Jahrzehnten breitete sie sich hier wie auch sonst in Europa wieder aus. Dabei kommen die dämmerungsaktiven Tiere, die als ortstreue Einzelgänger gelten und dem Menschen normalerweise aus dem Weg gehen, immer häufiger in Kontakt mit menschlichen Siedlungen und Straßen. „Ungestörte Waldgebiete als ideale Lebensräume der Wildkatzen werden kleiner, und das Risiko ist groß, dass sie auf unseren Straßen überfahren werden“, berichtet Chris Baumann. Eine Bedrohung für die Wildkatzen stellen auch streunende, verwilderte oder freilaufende Hauskatzen (<i>Felis catus)</i> dar, die Krankheiten übertragen können oder durch Artenkreuzung ihren genetischen Bestand beeinflussen.</p><h3>Keine neuen Probenahmen</h3><p>Zur weiteren Erforschung der Wildkatzen in Deutschland setzt das Team bei der Ernährungsweise an: Sie lässt indirekt erkennen, an welche Entwicklungen sich Tiere anpassen, wo sie sich aufhalten und mit welchen anderen Arten sie in Konkurrenz stehen. „Wir nutzten ausschließlich Proben von Katzenhaaren, die bereits bei vergangenen Studien gesammelt wurden“, sagt Baumann. Einbezogen haben die Forscherinnen und Forscher Proben aus einer Fallstudie, bei der eine Wildkatzenpopulation mit niedriger Hybridisierungsrate im Taunus mit einer im Markgräflerland verglichen wurde, wo es häufig zu Artenkreuzungen mit Hauskatzen kam. „Bei dieser Studie wurden für ein genetisches Monitoring der Wildkatzen Haarproben mithilfe von Klebefallen gesammelt“, erklärt der Forscher. Außerdem bewahrte das Phyletische Museum der Universität Jena in Thüringen Haarproben von Wildkatzen aus den vergangenen 26 Jahren auf, teilweise stammten sie von im Straßenverkehr getöteten Tieren.</p><p>In den Haarproben aus den drei deutschen Regionen wurden jeweils die Muster stabiler Isotope von Kohlenstoff, Stickstoff und Schwefel analysiert, das sind Atome des gleichen chemischen Elements mit unterschiedlicher Masse. Diese Muster, auch als Signaturen bezeichnet, sind jeweils für Lebewesen aus bestimmten Regionen und mit bestimmter Ernährungsweise charakteristisch. „Die Isotopensignatur in den Zellen der Beutetiere, die die Katzen gefressen haben, oder aus dem von Menschen bereitgestellten Futter geht in deren Isotopensignatur ein“, erklärt Baumann. Die Interpretation der Daten ist aufwendig, aber lässt einige stabile Aussagen zu.</p><p>Im Ergebnis zeigten sich verschiedene Ernährungsweisen der Katzen: „Wildkatzen, vor allem bei der Population im Taunus, die in ihrem typischen Waldhabitat lebten, hatten eine recht einheitliche Isotopensignatur, sie waren ökologisch stark spezialisiert“, sagt Baumann. „Die Hybride hingegen besetzten eine breite ökologische Nische, ihre Isotopensignatur hatte eine große Überlappung mit den Wildkatzen in den Regionen, wo beide nebeneinander vorkommen.“ Bei den Haus- und Wildkatzen gab es nur geringe Überlappungen, sie konkurrieren kaum in ihren Ernährungsweisen. „Der Langzeittrend bei den Thüringer Wildkatzen ergab Kohlenstoff-Isotopenwerte besonders bei im Sommer gewachsenen Fellhaaren, die auf einen steigenden Anteil von Beute von landwirtschaftlichen Nutzflächen hinweist.“</p><p>Die Studienergebnisse tragen zur Beobachtung des Wildkatzenbestands in Deutschland bei. Sie helfen aber auch, die nicht-invasive rückblickende Methode des Isotopen-Monitorings, bei der archiviertes Gewebe verwendet werden kann, besser zu etablieren.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-128565</guid><pubDate>Tue, 24 Feb 2026 10:06:53 +0100</pubDate><title>KI entwickelt leicht verständliche Lösungen für ungewöhnliche Experimente in der Quantenphysik</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=128565&amp;cHash=f1b748d11432922b0e14ef2c2aeef630</link><description>Bisher konnten Forschende unkonventionelle Lösungen der Künstlichen Intelligenz nur schwer verstehen – Neuer Ansatz an der Universität Tübingen führt zu schnellerem und besserem Verständnis</description><content:encoded><![CDATA[<p>Forschende der Universität Tübingen haben mit einem internationalen Team eine Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt, die völlig neue, teils ungewöhnliche Experimente in der Quantenphysik entwirft und zugleich für Forschende leicht verständlich darstellt. Dazu zählen auch Versuchsanordnungen, auf die Menschen möglicherweise nie gekommen wären. Die neue KI entwirft nicht nur einen einzelnen Design-Vorschlag, sondern sie schreibt Computercodes, die eine ganze Reihe von physikalischen Experimenten, also Versuchsgruppen mit ähnlichem Output, liefern. Die Studie ist jetzt in der Fachzeitschrift Nature Machine Intelligence erschienen.</p><p>Die neu entwickelte KI nutzt eine Programmiersprache, die die Forschenden leicht verstehen. Dadurch können sie die zugrunde liegende Idee des Lösungswegs der KI deutlich leichter ermitteln als bisher. „KI-Systeme liefern ihre Lösungen normalerweise ohne Erklärungen, wie sie funktionieren“, erklärt Mario Krenn, Professor für Maschinelles Lernen in der Wissenschaft an der Universität Tübingen und Letztautor der Studie. „Wir Wissenschaftler müssen im Nachhinein versuchen, die Lösungen nachzuvollziehen. Früher haben wir dafür oft Tage oder Wochen gebraucht – wenn wir sie überhaupt verstanden haben.“</p><p><strong>Sprachmodell als Experte für Quantenphysik</strong></p><p>„Wir haben für unsere Studie ein Sprachmodell trainiert, das ähnlich funktioniert wie ChatGPT“, erklärt Sören Arlt, Doktorand in Krenns Arbeitsgruppe und Erstautor der Studie. „Unser Sprachmodell ist Experte darin, Computercode für Quantenphysik zu schreiben, und zwar in der Programmiersprache Python.“ Dieser Code funktioniert wie ein allgemeines Rezept: Wird er ausgeführt, entwirft er Versuchsaufbauten für viele ähnliche Fälle und auch für umfangreichere Versionen derselben Aufgabe. Da Python für Menschen gut lesbar und verständlich ist, können Forschende den Code überprüfen und sehen, welche Strukturen sich darin wiederholen und welche Einschränkungen von Bedeutung sind. Dadurch wird die zugrunde liegende Idee des Lösungswegs der KI für sie sichtbar.</p><p>Die Quantenphysik ermöglicht es, vollkommen neue Technologien zu entwickeln, darunter Quantencomputer, die bestimmte Probleme viel schneller lösen können als gewöhnliche Computer. Sie könnten zum Beispiel die Eigenschaften von Molekülen beschleunigt berechnen, was für die Entwicklung von Medikamenten hilfreich ist. Um die Effekte der Quantenphysik besser zu verstehen, sind Experimente notwendig. Forschende erzeugen dabei gezielt Quantenteilchen – etwa Elektronen, Atome oder Lichtquanten –, bringen sie in genau kontrollierte Zustände und messen, wie sie sich verhalten, um Effekte wie zum Beispiel Superposition, also die Überlagerung möglicher Quanten-Zustände, sichtbar zu machen.</p><p><strong>KI kann mehr Kombinationsmöglichkeiten untersuchen als Menschen</strong></p><p>Versuchsaufbauten in der Quantenphysik sind hochkomplex, und es gibt unzählige Möglichkeiten, die vielen verschiedenen Variablen eines Experiments miteinander zu kombinieren. Der Mensch kann nur einen Bruchteil davon überblicken. Ganz anders die KI: Sie kann deutlich mehr Kombinationsmöglichkeiten für einen Versuchsaufbau untersuchen als Menschen. „KI-Systeme finden heute immer ausgefeiltere und unorthodoxere Lösungen, die wir Menschen vielleicht nie ausprobiert hätten“, sagt Krenn. In einigen Fällen sei zu erwarten, dass die maschinell entworfenen Experimente bekannte Designs übertreffen. Das könne zu neuen Einsichten in der Physik führen.</p><p>„Unsere Arbeit zeigt einen Weg auf, die unorthodoxen Lösungen der KI in der Physik leichter interpretierbar zu machen“, sagt Krenn. „Anstatt nur starke Einzellösungen zu liefern, wird das System dazu angeregt, das Gelernte in Form von wiederverwendbaren Regeln auszudrücken – diese können Forschende dann untersuchen, verstehen und auf neue Probleme anwenden.“ Die Methodik lasse sich auch auf andere Bereiche, etwa die Material- und Ingenieurwissenschaften, übertragen.</p><p>Professorin Dr. Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen, sagt: „Mit Methoden der Künstlichen Intelligenz lässt sich Wissenschaft in bestimmten Bereichen heute extrem beschleunigen. Dass Forschende weltweit die Ergebnisse der KI mit diesem neuen Ansatz schneller nachvollziehen können, ist von zentraler Bedeutung und kann zu neuen Anwendungen führen. Für die Universität Tübingen ist dies ein Beispiel dafür, wie wir gemeinsam Zukunftstechnologien gestalten, statt sie nur zu beobachten.“</p><h3>Publikation:</h3><p>Sören Arlt, Haonan Duan, Felix Li, Sang Michael Xie, Yuhuai Wu, Mario Krenn: Meta-designing quantum experiments with language models, Nature Machine Intelligence (2026), <a href="https://doi.org/10.1038/s42256-025-01153-0" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s42256-025-01153-0</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-128259</guid><pubDate>Tue, 10 Feb 2026 14:07:25 +0100</pubDate><title>Seltene Vornamen erzählen mehr</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=128259&amp;cHash=4c176d05282ff2d5ac95417adc36b642</link><description>Forscherteam unter Leitung der Universität Tübingen entdeckt Parallelen in Informationsstruktur von Namenssystemen verschiedener Kulturen – Folgen für Menschen ostasiatischer Gesellschaften </description><content:encoded><![CDATA[<p>Vornamen in westlichen Ländern sind heutzutage vielfältiger als vor dem Entstehen moderner Staaten. Dieser Unterschied kam im 17. Jahrhundert in weiten Teilen Europas und dem englischsprachigen Raum in Folge eines Wandels im Namenssystem auf. Die Entwicklung führte weg von zugeschriebenen Nachnamen aufgrund des Berufs oder Äußerlichkeiten, wie Hans (der) Kleine, hin zum vererbten Nachnamen. Diese Fixierung des Nachnamens bedeutete einen Informationsverlust im Namenssystem, der ausgeglichen werden musste – weshalb der erste Teil des Namens, der Vorname, heute immer mehr Informationen vermitteln muss. Das haben Forschende der Universität Tübingen, des <span lang="en" dir="ltr">Massachusetts Institute of Technology (MIT)</span>, der <span lang="en" dir="ltr">University of California at Irvine</span> und de<span lang="en" dir="ltr">r University of Texas, Austin</span> herausgefunden. Ihre Studie ist nun in <i>Nature Communications</i> erschienen.</p><p>Die Forschenden nutzten einen Ansatz basierend auf der Informationstheorie, mit der sich der Informationsgehalt in Wörtern mathematisch messen lässt. „Wir messen den Informationsgehalt daran, inwieweit jeder Teil eines Namens dazu beiträgt, Ungewissheiten mit Blick auf die Identität einer bestimmten Person auszuräumen“, sagte Michael Ramscar von der Universität Tübingen und Erstautor der Studie. Ein gängiger Name, den viele Personen tragen, wie Johannes, ist weniger geeignet einzelne Personen zu identifizieren, führt aber dazu, dass weniger Namen im System kursieren und das Gedächtnis nicht überfordert wird. Dasselbe gilt umgekehrt für ungewöhnliche Namen. „Gängige, vorhersagbare Vornamen wie Johannes beinhalten weniger Informationen, während unübliche und somit unvorhersagbare Vornamen wie Bartholomäus mehr Informationen vermitteln“, sagte Richard Futrell von der<span lang="en" dir="ltr"> University of California at Irvine.</span></p><p>Weltweit, früher wie heute, haben Namenssysteme aus Sicht der Forschenden zwei wichtige Einschränkungen: Zum ersten müssen Namenssysteme eine gesonderte Identifikation einer Vielzahl an Menschen erlauben, während sie die Menge an Wörtern überschaubar halten müssen. Dafür entwickelten Gesellschaften weltweit Vornamen aus einer kleinen Menge an Wörtern wie Hans oder Karl in Kombination mit Alltagswörtern wie Müller, Schmied oder Klein. Indem Vornamen und Nachname kombiniert werden, lässt sich Informationen auf beide Namen verteilen. Das ermöglicht viele Namenskombinationen, um eine Person identifizieren zu können, ohne neue Wörter entwickeln zu müssen. Bevor vererbte Nachnamen aufkamen, konnte derselbe Hans – je nach Kontext – Hans (der) Schmid oder Hans (der) Kleine sein. Historisch betrachtet hatten Vornamen deshalb einen geringen Informationsgehalt und waren zugleich über Kulturgrenzen hinweg das vorrangige Mittel, um auf Personen zu verweisen.</p><h3>In Südkorea teilt sich die Hälfte der Bevölkerung sechs Vornamen</h3><p>Zwar mag es aus westlicher Perspektive seltsam erscheinen, dass heute 50 Prozent der südkoreanischen Bevölkerung sechs Wörter für den „Vornamen“ nutzen. Wobei es sich nur im Wortsinn um den „Vornamen“ handelt, denn im ostasiatischen Kulturraum stellt der erste Teil des Namens mit seinem geringen Informationsgehalt den vererbten, fixierten Teil dar. Im Gegensatz dazu wurde in westlichen Ländern der Nachname vererbt und damit fixiert. Die Studie zeigt, dass die historische Verteilung von Vornamen mit geringem Informationsgehalt in westlichen Ländern und die heutige Verteilung von „Vornamen“ mit geringem Informationsgehalt im ostasiatischen Kulturraum gesehen weitaus ähnlicher waren als heute. Historische Daten aus England zwischen 1550 und 1880 belegen das in Abständen von 50 Jahren. Die Hälfte der männlichen Bevölkerung erhielten Vornamen wie „<span lang="en" dir="ltr">John</span>“, „<span lang="en" dir="ltr">William</span>“, „<span lang="en" dir="ltr">Thomas</span>“, die Hälfte der weiblichen „<span lang="en" dir="ltr">Ann</span>“, „<span lang="en" dir="ltr">Mary</span>“ und „<span lang="en" dir="ltr">Elizabeth</span>“. Auch die historische Verteilung der restlichen Vornamen im England entsprach derer im heutigen Südkorea.</p><p>Als im Westen die Bevölkerung wuchs und sich staatliche Strukturen entwickelten, entstand die rechtliche Notwendigkeit, Menschen über vererbte Nachnamen zu identifizieren, weshalb sich flexible in fixierte Nachnamen wandelten. Deshalb mussten Vornamen mehr Informationen vermitteln als zuvor. Diese Entwicklung konnten die Forschenden anhand eines Datensatzes finnischer Kirchenbücher zwischen 1600 und 1900 und fünf Millionen Geburtsdaten nachvollziehen, die in dem Land asymmetrisch verlief. „Sie nahm im Osten ihren Anfang und ging dann in den Westen über“, wie <span lang="en" dir="ltr">Kyle </span>Mahowald von der Universität <span lang="en" dir="ltr">of Texas (Austin)</span> erklärt. „Die heutige Vielfalt an Vornamen in der westlichen Welt ist also weniger Ausdruck von Individualität, sondern eher Folge des begrenzten Informationsgehalts im vererbten Nachnamen“, sagte Michael Ramscar.</p><h3>Charles Darwin und Charles Dickens müssten als Charles D. publizieren</h3><p>Werden Namen von ostasiatischen Forschenden an westliche Namenssysteme angepasst, untergräbt das deren Kommunikationsfunktion. Im ostasiatischen Raum wird der erste Teil des Namens vererbt, der weniger Informationen vermittelt als der vergebene Nachname. Das Problem: Die Reihenfolge der Namen von Forschenden aus dem ostasiatischen Raum wird aufgrund des Augenmerks auf vererbte westliche Namen für die Publikationen umgekehrt. Bei asiatischen Forschenden wird der Teil, der mehr Informationen transportiert, initialisiert; der Teil, der weniger Informationen transportiert, wird ausgeschrieben, also voll wiedergegeben. „Für Forschende aus China ist es also heute so, als hätten Charles Darwin, Charles Dickens und Charles <span lang="en" dir="ltr">Dodgson </span>alle ihre Werke erzwungenermaßen unter dem Namen Charles D. veröffentlichen müssen“, sagte Sihan Chen vom MIT. Die Studie zeigt: Wird die eigentliche Reihenfolge gemäß kulturellen Gegebenheiten jedoch beibehalten, vermitteln ostasiatische und westliche Namen dieselbe Menge an Informationen.</p><p>„Die Ergebnisse dieser Studie verdeutlichen eindrucksvoll die Bedeutung und die Komplexität von Namenssystemen weltweit. Zugleich zeigen uns die Forschenden eine Problematik auf, die von uns allen mehr Sensibilität für kulturelle Entwicklungen verlangt und uns veranlassen muss, Gepflogenheiten zu überdenken“, sagte Professorin Dr. Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-128058</guid><pubDate>Mon, 02 Feb 2026 15:42:07 +0100</pubDate><title>Auszeichnung für Erforschung des steinzeitlichen Lebens in der Vogelherdhöhle</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=128058&amp;cHash=fa3ebab31c79760ebb9cb1137c5de959</link><description>Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie geht an Benjamin Schürch – Erkenntnisse aus dem Zeitraum der frühen Ausbreitung moderner Menschen über Zentraleuropa</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie wird in diesem Jahr an den Ur- und Frühgeschichtswissenschaftler Dr. Benjamin Schürch von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg verliehen. Die mit 7.500 Euro dotierte Auszeichnung des Instituts für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Tübingen wird dem Wissenschaftler für seine Dissertation zuerkannt. Darin untersuchte er bereits früher erforschte bis zu 120.000 Jahre alte Funde aus der Zeit der Neandertaler sowie erster moderner Menschen aus der Vogelherdhöhle im Lonetal auf der Schwäbischen Alb erneut mithilfe zahlreicher innovativer Methoden. So konnte er spannende neue Einblicke zu Einzelheiten des menschlichen Lebens aus der Kulturstufe des Aurignaciens rekonstruieren. Dieses bezeichnet den Zeitraum vor rund 42.000 bis 35.000 Jahren, als sich nach dem Verschwinden der späten Neandertaler die anatomisch modernen Menschen in Zentraleuropa ausbreiteten und lebten – und Menschen erstmals gegenständliche Kunst und Musikinstrumente schufen.</p><p>Die Vogelherdhöhle gilt als eine der bedeutendsten altsteinzeitlichen Fundstellen Europas. „Fast hundert Jahre nach der Entdeckung der Höhle im Jahr 1931 gelang es Benjamin Schürch in eindrucksvoller Weise, der Fundstelle durch den vielseitigen Einsatz verschiedener Techniken noch neue Geheimnisse zu entlocken“, sagt Professor Harald Floss vom Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Tübingen, der die Laudatio auf den Preisträger hält.</p><p>Schürch habe Funde wie unter anderem Steinwerkzeuge einer Neubewertung unterzogen und mithilfe moderner Analysemethoden nachgewiesen, dass die damaligen Menschen Gesteinsrohmaterialien und für Schmuck verwendete Weichtierschalen aus größeren Entfernungen in die Höhle gebracht haben müssen. „Außerdem konnte er erstmals Belege für die menschliche Besiedlung der Vogelherdhöhle in der Kulturstufe des Gravettien, der auf das Aurignacien folgenden Kulturstufe, wie auch der späteren Mittelsteinzeit feststellen. Seine nun preisgekrönte Arbeit ist eine wichtige Bereicherung für das Verständnis der altsteinzeitlichen Besiedlungsgeschichte der Schwäbischen Alb“, sagt Floss.</p><p>Benjamin Schürch ist Alumnus der Universität Tübingen. Er studierte hier von 2012 bis 2018 Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie und wurde hier auch 2024 in dem Fach promoviert. „Wegen seines persönlichen Engagements erbrachte er bedeutende Leistungen in der Abteilung für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie“, sagt Floss. Forschungsaufenthalte führten ihn an die <span lang="en" dir="ltr">University of Connecticut, USA</span>, sowie an die belgische Universität Liège. Als Kustos und Wissenschaftlicher Mitarbeiter war Schürch im Archäopark Vogelherd in Niederstotzingen und in der Sammlung der Älteren Urgeschichte an der Universität Tübingen für verschiedene Sammlungen und Ausstellungen zuständig. Seit Oktober 2025 ist er Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.</p><p>„Der an junge Forscherinnen und Forscher weltweit vergebene Preis hat bereits eine lange Tradition. Er hebt die Bedeutung dieses großen und erfolgreichen Tübinger Forschungsgebiets in besonderer Weise hervor“, sagt die Rektorin der Universität Tübingen, Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann.</p><p>Der mit 7.500 Euro dotierte Tübinger Förderpreis für Urgeschichte und Quartärökologie wird von der Mineralwassermarke EiszeitQuell gestiftet und in diesem Jahr zum 28. Mal vergeben.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-127023</guid><pubDate>Wed, 07 Jan 2026 13:44:52 +0100</pubDate><title>Gegen Verschwörungstheorien gibt es kein weltweit einheitliches Rezept</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=127023&amp;cHash=7adf7397fd9198f269166278bab32825</link><description>Universität Tübingen beteiligt an europäischem Forschungsprojekt zum Einfluss der Digitalisierung auf Verschwörungstheorien – Sechs Millionen Posts in den sozialen Medien untersucht</description><content:encoded><![CDATA[<p>In den sozialen Medien verbreitete Verschwörungstheorien im deutschsprachigen Raum entstehen häufig lokal und bilden zusammen mit alternativen Nachrichtenwebseiten, Teilen des politischen Diskurses und Printpublikationen ein komplexes Ökosystem. Das ist eines der zentralen Ergebnisse des im Oktober 2025 abgeschlossenen Projekts REDACT („<span lang="en" dir="ltr">Researching Europe, Digitalisation and Conspiracy Theories“</span> – Erforschung von Digitalisierung und Verschwörungstheorien in Europa), in dem Form, Inhalte und Folgen von Verschwörungstheorien im digitalen Raum in einer Auswahl europäischer Länder untersucht wurden. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz lag die Studienleitung bei Professor Michael Butter vom Englischen Seminar der Universität Tübingen. Die Gesamtkoordination des dreijährigen Projekts mit Regionalteams in Großbritannien, aus dem Baltikum, Balkan und Zentraleuropa hatte das <span lang="en" dir="ltr">King’s College </span>London.</p><p>Nicht alle Verschwörungstheorien beurteilt das Tübinger Forschungsteam als gleichermaßen gefährlich. „Der deutschsprachige Diskurs über Verschwörungstheorien ist jedoch häufig alarmistisch und einseitig, was sich bisweilen negativ auf die zahlreichen Projekte zur Bekämpfung von Verschwörungstheorien auswirkt, die wir ebenfalls untersucht haben“, sagt Michael Butter.</p><h3>Abgrenzung von Desinformation und <span lang="en" dir="ltr">Fake News</span></h3><p>Als Verschwörungstheorie bezeichnet man den Erklärungsversuch eines Tatsachenbestands oder Geschehens durch eine Verschwörung, das heißt die Aktionen einer Person oder Gruppe, die ganz eigene, dem Interesse der Allgemeinheit entgegenstehende Ziele oder Ansichten verfolgt. Im deutschsprachigen Raum haben Verschwörungstheorien eine lange Geschichte. Zur Mitte des 20. Jahrhunderts hin wurden sie allerdings an den Rand der Gesellschaft gedrängt, von wo aus sie erst durch das Internet wieder mehr Sichtbarkeit erlangten. Eine der heutzutage weitverbreitetsten Theorien, die des „Großen Austauschs“, der zufolge die bestehende Bevölkerung durch massenhafte Zuwanderung aus anderen Ländern ersetzt werden soll, hat REDACT genauer untersucht. „Verschwörungstheorien sollten nicht mit Desinformation und <span lang="en" dir="ltr">Fake News</span> in einen Topf geworfen werden“, sagt Michael Butter. „Es handelt sich nicht um einfache Fehlinformationen, die durch Fakten korrigiert werden könnten. Verschwörungstheorien haben für ihre Anhänger identitätsstiftende Wirkung und geben ihnen ein Zugehörigkeitsgefühl.“ Daher werde oft hartnäckig an ihnen festgehalten.</p><p>Im Projekt REDACT identifizierten die Forscherinnen und Forscher zunächst Schlagwörter, um Posts zu gängigen Verschwörungstheorien zu identifizieren. Aus den sozialen Medien <span lang="en" dir="ltr">Twitter/X, Facebook, Instagram</span> und <span lang="en" dir="ltr">Telegram </span>sammelten sie so aus dem Zeitraum von 2019 bis 2024 sechs Millionen relevante Posts. „Diese haben wir zunächst mit quantitativen Methoden analysiert, dann mit qualitativen, unter anderem auch mit Verfahren aus der Literaturwissenschaft, in denen die Textbedeutung in all ihren Nuancen erfasst wird“, berichtet Mara Precoma, die als Doktorandin im Projekt tätig war.</p><h3>Bewertung der Gegenmaßnahmen</h3><p>Jedes Regionalteam führte außerdem in den jeweiligen Ländern Interviews mit Mitgliedern verschiedener Organisationen durch, die sich gegen Verschwörungstheorien und Desinformation engagieren. Dazu gehören staatliche Institutionen, wie die Bundeszentrale für politische Bildung in Deutschland, bis hin zu Initiativen und Vereinen, die zum Beispiel Angehörige und Freunde von Menschen, die Verschwörungstheorien anhängen, beraten und begleiten. Ziel war es, deren Arbeit in der Breite ihrer Bemühungen und Maßnahmen zu analysieren.</p><p>Obwohl einige Verschwörungstheorien, wie die vom „Großen Austausch“, länderübergreifend grassieren, gebe es kein einheitliches Modell, um sie zu beschreiben, oder ein universal funktionierendes Rezept zur Eindämmung gesellschaftsschädlicher Folgen, sagt Butter. „Für den deutschsprachigen Raum ergab unsere Analyse, dass die Rahmenbedingungen und Bemühungen der sich gegen Verschwörungstheorien einsetzenden Einrichtungen teilweise optimiert werden sollten. Manche Projekte beruhen auf veralteten Annahmen, vor allem aber werden sie zu kurz und unflexibel gefördert und müssen zu viel Zeit für Berichte und Bürokratie aufwenden.“</p><p>Gemeinsam haben Butter und Precoma Handlungsempfehlungen formuliert, in denen sie auf die Notwendigkeit maßgeschneiderter Lösungen gegen Verschwörungstheorien hinweisen: Modelle oder Lösungen aus anderen Ländern sollten nicht unhinterfragt übernommen werden. „Wichtig ist auch, dass die Aneignung einer Verschwörungstheorie als Symptom einer schwierigen gesellschaftlichen Gemengelage betrachtet werden sollte, nicht als Ursache. Will man die Verschwörungstheorie bekämpfen, muss man die eigentlich zugrundeliegenden Ursachen identifizieren und dort ansetzen“, sagt Precoma und ergänzt: „In Deutschland richten sich viele Projekte gegen Verschwörungstheorien an Schülerinnen und Schülern an Gymnasien. Es sollten nun auch entsprechende Konzepte für andere Schulformen sowie für ältere Menschen entwickelt werden, da diese besonders anfällig für Verschwörungstheorien sind.“</p><p>„Die Universität Tübingen sieht es als ihre Aufgabe, gesellschaftlich relevante Themen wissenschaftlich zu beleuchten. Forschung wie die im Projekt REDACT leistet einen wichtigen Beitrag dazu, die Mechanismen hinter gesellschaftlichen Phänomenen zu verstehen und wirksame Strategien für eine offene, faktenbasierte Kommunikation zu entwickeln“, sagt die Rektorin der Universität Tübingen, Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann.</p><h3>Nähere Informationen:</h3><p><a href="https://www.kcl.ac.uk/research/redact-researching-europe-digitalisation-and-conspiracy-theories" target="_blank" rel="noreferrer">Website des Projekts REDACT – <span lang="en" dir="ltr">Researching Europe, Digitalisation and Conspiracy Theories</span></a></p><h3>Publikationen:</h3><ul><li>[Englisch] <span lang="en" dir="ltr">Report on Conspiracy Theories in the Online Environment and the Counter-Disinformation Ecosystem in Austria, Germany and Switzerland</span></li><li>[Deutsch] Verschwörungstheorien online und Projekte gegen Verschwörungstheorien in Deutschland, Österreich und der Schweiz</li></ul><p><a href="https://redactproject.sites.er.kcl.ac.uk/project-reports/" target="_blank" rel="noreferrer">Publikationen zum Download</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-126861</guid><pubDate>Thu, 18 Dec 2025 20:00:00 +0100</pubDate><title>Krankheitserreger kapert Programm zur Fruchtreife bei Zitrusgewächsen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=126861&amp;cHash=464961435fde2be7bb7759b0f758d0b6</link><description>Internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Tübingen entdeckt, wie sich ein Bakterium bei der Infektion auf Kosten der Pflanze zusätzliche Nährstoffe für die Vermehrung verschafft</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Krankheitserreger des Zitruskrebses aktiviert in den infizierten Blättern seiner Wirtspflanze gezielt Teile des Reifeprogramms, das normalerweise die Früchte weich und süß werden lässt, um den freiwerdenden Zucker als Nahrung zu nutzen. So kann der Krankheitserreger, das Bakterium <i>Xanthomonas citri</i>, bis zu hundertmal schneller wachsen. Die raffinierte Strategie der <i>Xanthomonas</i>-Bakterien bei der Infektion von Zitruspflanzen hat ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Professor Thomas Lahaye vom Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen der Universität Tübingen entdeckt. Seine Studie liefert neue Einblicke, wie mikrobielle Krankheitserreger Entwicklungsprogramme der Wirtspflanze kapern, um sonst schwer zugängliche Nährstoffe verfügbar zu machen. Diese Erkenntnisse eröffnen neue Ansatzpunkte zur Bekämpfung des Zitruskrebses und wurden in der Fachzeitschrift <i><span lang="en" dir="ltr">Science </span></i>veröffentlicht.</p><p>Im Anbau von Zitrusfrüchten wie Zitronen, Orangen oder Mandarinen ist der Zitruskrebs weltweit eine der wirtschaftlich bedeutendsten Pflanzenkrankheiten. Durch eine Infektion mit <i>Xanthomonas citri</i> entstehen an den befallenen Blättern und Früchten der Zitruspflanzen braune Flecken und flüssigkeitsgefüllte Pusteln, die an kleine Krebsgeschwüre erinnern – daher stammt der Name Zitruskrebs. Die Pflanzen verlieren infizierte Blätter und Früchte vorzeitig, was zu erheblichen Ertragseinbußen führt. „Es war bereits bekannt, dass viele Krankheitserreger – darunter auch die <i>Xanthomonas</i>-Bakterien – es auf die in der Pflanzenzellwand gebundenen Zucker abgesehen haben“, erklärt Dr. Trang Phan vom Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen der Universität Tübingen, die Erstautorin der Studie. „Uns interessierte, welche Tricks die winzigen Bakterien anwenden, um Nährstoffe aus den Zellwänden der Pflanze zu lösen, denn diese stellen für viele Schaderreger einen nahezu unüberwindbaren Schutzwall dar.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-126681</guid><pubDate>Fri, 12 Dec 2025 13:59:10 +0100</pubDate><title>Christian Drosten erhält Auszeichnung „Rede des Jahres 2025“ der Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=126681&amp;cHash=28a4a1a865cc6547fece0dbea63c8283</link><description>Seminar für Allgemeine Rhetorik zeichnet Virologen für dessen Plädoyer für engagierte Wissenschaft aus – Aufruf, Freiheit und Demokratie nicht als selbstverständlich erachten</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Auszeichnung „Rede des Jahres 2025“ geht an Professor Christian Drosten. Das Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen würdigt damit das klare und eindringliche Plädoyer für eine engagierte Wissenschaft, das Christian Drosten in seiner Rede „Wissenschaft ist Freiheit und Pflicht“ am 27. Mai 2025 formulierte. In der vor dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gehaltenen Rede verpflichtet er die Wissenschaft mit Nachdruck, Freiheit und Demokratie nicht für selbstverständlich zu erachten.</p><p>Seit 1998 zeichnet das Seminar für Allgemeine Rhetorik die „Rede des Jahres“ aus, die die politische, soziale oder kulturelle Diskussion entscheidend beeinflusst hat und als wichtiger Beitrag zur Entwicklung der Redekultur gelten kann. Kriterien für die Jury sind unter anderem inhaltliche Relevanz, Vortragsstil, Elaboriertheit sowie publizistische Wirkung.</p><h3>„Verlust der Orientierung an Fakten“</h3><p>Christian Drosten, der das Institut für Virologie an der Charité Berlin leitet und aus der Pandemie-Zeit als Wissenschaftskommunikator weiten Teilen der Bevölkerung bekannt wurde, argumentiere in der ausgezeichneten Rede sachlich und stringent, klar und verständlich, so die Begründung der Jury. Er spare dabei unbequeme Wahrheiten nicht aus. Glaubwürdig werde der nüchtern-sachliche Stil des Redners durch seine persönliche Integrität. Der Redner selbst, sein Anliegen sowie sein Stil stellen den Rahmen einer bedeutsamen Rede dar.</p><p>Vor dem DIW analysiert Christian Drosten gleich zu Beginn: „Die Gesellschaft hat das Bewusstsein für Fakten verloren.“ Polarisierung von Debatten, Personalisierung vielschichtiger Sachthemen und menschliche Bestrebungen nach Öffentlichkeit und Opportunität bezeichnet er als Symptome dieses Realitätsverlustes. Seine Kritik gipfelt in der pointierten Aussage: „Was postfaktische Politiker von sich geben, ist noch nicht einmal falsch, aber dennoch keineswegs richtig“. Konsequenterweise spricht er von einem „vollkommenen Verlust der Orientierung an Fakten“.</p><p>Der Orientierungsverlust äußere sich im Alltag in einer stetigen Erosion wissenschaftlicher und journalistischer Gütekriterien und münde in einer Monopolstellung der „Meinungsmacht“ – wovor auch die Wissenschaft nicht gefeit sei. Leistungsdruck, Selektionsdruck sowie politische Flexibilität und Opportunismus wirken ebenso auf das moderne Wissenschaftssystem wie auf die Gesellschaft, weshalb Altruismus, soziale Verantwortung oder Courage verloren gehen.</p><h3>Vom Erklärer zur engagierten Stimme der Wissenschaft</h3><p>Die Lösung sieht Christian Drosten allerdings nicht in einem Mehr an Wissenschaft. Wir alle profitierten zwar von den Ergebnissen dieser, doch zeige die Entwicklung in den USA, dass Wissenschaftsfreiheit nicht bedeute, „sich herauszuhalten“ – ganz im Gegenteil betont Christian Drosten: „Ich plädiere heute für ein Nachdenken über den Grundsatz der Wissenschaftsfreiheit – und zwar nicht in erster Linie wegen ihrer Einschränkung! Die Freiheit der Wissenschaft muss auch Verpflichtungen mit sich bringen.“</p><p>Für seine Forderung ist er in den Augen der Jury selbst ein mustergültiges Beispiel, sehe er doch seine Rolle nicht mehr wie in der Corona-Zeit als bloßer Erklärer, sondern nunmehr als Mahner und engagierte Stimme der Wissenschaft. Mit Leidenschaft fordert er in seinem Schlussappell von allen Beteiligten im Wissenschaftssystem beherzten Einsatz und Engagement „in der demokratischen Debatte“. Denn auch diese Verantwortung bringe die Wissenschaftsfreiheit mit sich.</p><h3>Appell an Wissenschaft, Gesellschaft und politisch Verantwortliche</h3><p>Christian Drosten beweist in seiner eindrücklichen Rede, dass Wissenschaft und Gesellschaft keine getrennten Sphären sind, sondern zusammengedacht werden müssen und nur so Freiheit und gesellschaftliches Miteinander vermittelt werden können. In einem Plädoyer für eine engagierte Wissenschaft adressiert er auch die politisch Verantwortlichen, die „Institutionen der Wissenschaft zu stärken – in ihrem eigenen Interesse und für die Überlebensfähigkeit unserer demokratischen Gesellschaften“. Wissenschaft ist nicht allein Freiheit, sondern auch Pflicht.</p><h3>Text und Video zur Rede:</h3><p><a href="https://www.diw.de/de/diw_01.c.932545.de/100_jahre_diw/wissenschaft_ist_freiheit_und_pflicht.html" target="_blank" rel="noreferrer">“Wissenschaft ist Freiheit und Pflicht” – Webseite des DIW</a></p><h3>Jury</h3><p>AR Dr. Jutta Beck, Selina Bernarding M.A., Hanna Broghammer, Dr. Fabian Erhardt, Rebecca Kiderlen M.A., Prof. Dr. Joachim Knape, Prof. Dr. Olaf Kramer, Jonathan Peterseim M.A., Dr. Frank Schuhmacher, Prof. Dr. Dietmar Till</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-126480</guid><pubDate>Tue, 09 Dec 2025 12:23:44 +0100</pubDate><title>Fünf Consolidator Grants des Europäischen Forschungsrats gehen an die Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=126480&amp;cHash=c637d5bcb2ca062c7b19371193d7a6e1</link><description>Zwei Forscherinnen und drei Forscher der Universität und des Universitätsklinikums erhalten hochdotierte Förderungen für Projekte in der Medizin, der Mikrobiologie und dem Maschinellen Lernen</description><content:encoded><![CDATA[<p>An der Universität und dem Universitätsklinikum Tübingen haben zwei Wissenschaftlerinnen und drei Wissenschaftler in der aktuellen Vergaberunde <span lang="en" dir="ltr">Consolidator Grants</span> des Europäischen Forschungsrats (ERC) eingeworben. Diese Auszeichnungen sind mit einer hochdotierten Projektförderung verbunden. In dieser Runde bewilligte der ERC EU-weit 349 der 3.121 eingereichten Bewerbungen auf <span lang="en" dir="ltr">Consolidator Grants</span>, die Erfolgsquote lag bei rund elf Prozent.</p><p>„Dass sich gleich fünf Tübinger Bewerbungen in der europaweit harten Konkurrenz um die <span lang="en" dir="ltr">Consolidator Grants</span> durchgesetzt haben, ist ein beachtlicher Erfolg. Die herausragenden Forscherinnen und Forscher beweisen großen Ideenreichtum, der das Potenzial für echte Innovationen im medizinischen Bereich oder auch im maschinellen Lernen in sich trägt“, sagt die Rektorin der Universität Tübingen, Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann.</p><p><strong>Die neuen ERC Consolidator Grants:</strong></p><ul><li>Professor Jan Böttcher, Institut für Immunologie und M3 Forschungszentrum<br>Projekt: „EICO-CODE“ zur Untersuchung, wie chemische Signale des Körpers das Immunsystem beeinflussen können zur Stärkung der körpereigenen Abwehr gegen Infektionen und Krebs</li><li>Juniorprofessorin Ana Brochado, Interfakultäres Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin<br>Projekt: „BacImmune-<span lang="en" dir="ltr">Decode</span>“ zur Erforschung des bakteriellen Immunsystems, um krankheitserregende Bakterien besser bekämpfen zu können</li><li>Professor Andreas Geiger, Fachbereich Informatik<br>Projekt: „CASIDO“ zur Beschleunigung des wissenschaftlichen Fortschritts durch künstliche Intelligenz</li><li>Professor Tobias Hauser, Allgemeine Psychiatrie und Psychotherapie<br>Projekt: „CiBbI-OCD” zum besseren Verständnis und Behandlung von Zwangsstörungen</li><li>Dr. Madhuri Salker, Department für Frauengesundheit, Universitäts-Frauenklinik<br>Projekt: „babyRADAR“ zur Entschlüsselung der Grundlagen der Reproduktionsmedizin</li></ul><p><span lang="en" dir="ltr">Consolidator Grants </span>werden an erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Fächer vergeben, sieben bis zwölf Jahre nach Abschluss der Promotion. Die damit verbundene Projektförderung beträgt in der Regel insgesamt bis zu zwei Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-126441</guid><pubDate>Mon, 08 Dec 2025 14:47:52 +0100</pubDate><title>Universität Tübingen verzeichnet neuen Rekordwert bei internationalen Studierenden </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=126441&amp;cHash=922ca07a897f08199e571ac62c1eb00d</link><description>Gesamtzahl der Studierenden leicht rückläufig – Rektorin Pollmann: „Die Universität Tübingen ist bei Studieninteressierten auf der ganzen Welt beliebt, dennoch spüren wir den demografischen Wandel“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Im laufenden Wintersemester 2025/26 sind an der Universität Tübingen 28.046 Studierende immatrikuliert. Damit sank die Studierendenzahl um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Unverändert hoch bleibt der Anteil der Studentinnen mit 59,8 Prozent. Einen erneuten Höchststand erreichte die Zahl der internationalen Studierenden. Zum Stichtag lag sie bei 4.495 Personen. Ihr Anteil an der Gesamtzahl steigt damit erstmals auf 16 Prozent.</p><p>„Die Universität Tübingen ist bei den Studierenden und Studieninteressierten sehr beliebt; allerdings ist der demografische Wandel auch hier spürbar. Mit Tradition, zukunftsgerichteter Exzellenz und einem lebendigen Campus haben wir jedoch allen Grund, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken“, sagt Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. „Wer nach Tübingen kommt, wird Teil einer der renommiertesten Forschungsuniversitäten weltweit. Dass dieser Ruf auch in anderen Ländern ankommt, zeigt die wachsende Zahl internationaler Studierender."</p><p>Bei den 5.288 neuimmatrikulierten Studierenden ist ein leichtes Minus von 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Innerhalb dieser Gruppe sank zwar die Zahl der neuimmatrikulierten Studierenden mit deutscher Staatsangehörigkeit um 3,2 Prozent, allerdings stieg der Anteil ausländischer Studierenden um 5,7 Prozent auf insgesamt 1307 Personen an.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Pressemitteilung-TOP</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-125943</guid><pubDate>Mon, 24 Nov 2025 13:49:37 +0100</pubDate><title>Literarisches Lernen in Zeiten generativer Sprach-KI neu denken</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=125943&amp;cHash=a4ae4b2a1e54ebadd8e628cf84bd8e86</link><description>Forschungspreis der Dr. K. H. Eberle Stiftung für Projekt zur verantwortungsvollen Nutzung von Large Language Models im Deutschunterricht der gymnasialen Oberstufe</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Forschungspreis der Dr. K. H. Eberle Stiftung an der Universität Tübingen geht in diesem Jahr an Professorin Carolin Führer vom Deutschen Seminar an der Philosophischen Fakultät und an Professorin Ulrike Cress vom Leibniz-Institut für Wissensmedien. Ausgezeichnet werden die beiden Wissenschaftlerinnen für ihr Projekt „Literarische Wissenskonstruktionen mit KI: Ko-konstruktives Lernen im Deutschunterricht der Zukunft“. Mit dem Forschungspreis unterstützt die Dr. K. H. Eberle Stiftung innovative Projekte, die sich mit drängenden Fragen der Zukunft beschäftigen. Der Preis ist mit 100.000 Euro dotiert.</p><p>Das ausgezeichnete Projekt befasst sich mit der Auseinandersetzung mit komplexen und uneindeutigen Texten durch junge Menschen, die zentral für Perspektiven- und Meinungsvielfalt in einer demokratischen Gesellschaft ist. Im Kern stehen drei Fragstellungen: Wie lässt sich mit Sprach-KI ein konstruktiver Wissenserwerb und eine sinnvolle Anschlusskommunikation zu Literatur erreichen? Wie kann sie helfen, sprachliche, historische und kulturelle Fremdheit zu begreifen? Und wie kann sie zur Beschäftigung mit Literatur motivieren und zugleich ein besseres Verstehen mehrdeutiger Texte fördern?</p><p>„Als Stiftung sind wir stolz darauf, innovative Ideen zu unterstützen“, sagt Dr. Alexandra Zoller, Vorstandsmitglied der Dr. K. H. Eberle Stiftung. „Mit der Förderung des Projekts ,Literarische Wissenskonstruktion mit KI‘ kommen wir dem Wunsch unseres Stifters nach, der immer in Köpfe und in Bildung investieren wollte.“</p><h3>Lehrkräfte und Schülerschaft lernen gemeinsam</h3><p>Generative Sprach-KI, <span lang="en" dir="ltr">Large Language Models</span> (LLM), sind Teil des Alltags und somit auch Thema im Literaturunterricht. Werden sie sinnvoll in den Unterricht integriert, können sie das literarische Lesen individuell unterstützen und neue Formen des Nachdenkens über Literatur eröffnen. Dabei besteht jedoch die Gefahr, dass die LLM als bloße Antwortmaschine verwendet werden. Damit droht Schülerinnen und Schülern die Fähigkeit verloren zu gehen, Literatur zum komplexen Verstehen und zum Perspektivwechsel zu nutzen. Lehrkräften wiederum fehlen in diesem Bereich pädagogisch sinnvolle Werkzeuge.</p><p>In dem Projekt wird eine KI-gestützte Lernumgebung entwickelt, in der Schülerinnen und Schüler etwa Franz Kafkas Literatur erkunden können. Die Lernenden begegnen dabei verschiedenen KI-gesteuerten Rollen, die unterschiedliche Sichtweisen auf den Text als Avatare verkörpern und damit zum Nachdenken, Hinterfragen und Begründen eigener Interpretationen anregen.</p><p>Die Schülerinnen und Schüler erfahren so unmittelbar, dass literarische Werke vielfältige Deutungsmöglichkeiten eröffnen, die argumentativ jeweils unterschiedliches Gewicht entfalten. „Das Projekt verbindet unsere Forschungen zu Wissenskonstruktion und dem schulischen Erwerb von Text- und Medienkompetenz“, sagt Prof. Dr. Carolin Führer, die betont, wie wichtig es ist, unterschiedliche Perspektiven in Texten wahrzunehmen und gegeneinander abzuwägen. „Ich freue mich, dass das nun für den Literaturunterricht nutzbar gemacht werden kann“, sagt Prof. Dr. Ulrike Cress.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-125754</guid><pubDate>Tue, 18 Nov 2025 14:19:39 +0100</pubDate><title>Chilenische Einsiedlerspinne an der Universität Tübingen gefunden</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=125754&amp;cHash=206cfe28a7fc61777704436837a0433f</link><description>Zweiter Nachweis von Loxosceles laeta in Europa – Nutzerinnen und Nutzer der betroffenen Räume sind informiert – Experte schätzt Risiko für den Menschen als sehr gering ein </description><content:encoded><![CDATA[<p>In Gebäuden der Universität Tübingen wurde die Spinnenart <i>Loxosceles laeta</i> gefunden. Die Spinne, auch Chilenische Einsiedlerspinne genannt, ist in Südamerika heimisch, wurde aber bereits in mehrere Länder verschleppt. In Europa gab es bisher nur eine bestätigte Population in Helsinki. Die Spinne gilt als menschenscheu, nachtaktiv und nicht bissfreudig. Ihr Biss kann allerdings giftig sein. Die Universität informierte umgehend die Beschäftigten in den betroffenen Bereichen. Ferner hat sie Vorsichtsmaßnahmen getroffen und koordiniert in Abstimmung mit einem Schädlingsbekämpfer und einem Experten aus Karlsruhe die geeigneten Maßnahmen zur Bekämpfung der Spinne.</p><p>Erstmals gefangen wurde ein Exemplar von einem Beschäftigten der Universität in einem nicht öffentlich zugänglichen Kellerbereich des Hörsaalzentrums Morgenstelle. Dr. Hubert Höfer, Leiter Abteilung Biowissenschaften am Staatlichen Naturkundemuseum Karlsruhe, bestimmte die Spinne als <i>Loxosceles laeta</i>. Inzwischen wurden Exemplare der Spinne in weiteren Bereichen auf der Morgenstelle sowie auf dem Campus Tal gefunden.</p><p>Die Information der Beschäftigten erfolgte durch Aushänge in den betroffenen Bereichen, durch direkte Ansprachen der Teamleiter und Vorgesetzten, über Rundmails, die Webseite und die Social Media-Kanäle der Universität. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, das Regierungspräsidium, das Landratsamt und die Stadt Tübingen wurden ebenfalls informiert. Es werden Klebefallen an den Fundorten ausgelegt, weitere Maßnahmen folgen.</p><h3>Risiko eines Bisses sehr gering</h3><p>Der beratende Experte Hubert Höfer schätzt die Gefahr durch die Spinne für den Menschen als „sehr gering“ ein. Das Tier ist nachtaktiv, meidet den Menschen und ist nicht bissfreudig. Sollte es zu einem Biss kommen, kann es sein, dass die Spinnenart Gift absondert, was eine ärztliche Behandlung erforderlich macht. In seltenen Fällen kann es zu Gewebeschäden (Nekrosen) kommen. Über das Risiko informieren die Aushänge.</p><p>Ähnlich wie in Deutschland die Zitterspinne, ist <i>Loxosceles laeta</i> in einigen Ländern Südamerikas häufiger Gast in Haushalten. Dort lebt sie dicht mit dem Menschen zusammen. Eine Gefahr geht von der Spinne vor allem dann aus, wenn sie sich in herumliegender Kleidung versteckt, die dann angelegt wird.</p><p>Belastbare Studien zum Biss der Spinne sind selten. Besonders hervorzuheben ist eine Studie, die über sieben Jahre die Bisse der Spinne in Brasilien dokumentierte. Zwei Prozent der dokumentierten Bisse führten zu schwereren kutanen Problemen, also Schäden an der Haut. 0,03 Prozent der Bisse (1 von 3000 Bissen) endeten tödlich. Selbst im unwahrscheinlichen Fall eines Bisses ist das Risiko laut Hubert Höfer sehr gering, verglichen mit Gefahren, denen wir uns jeden Tag aussetzen, etwa im Straßenverkehr.</p><p>Laut Hubert Höfer ist es wahrscheinlich, dass die Spinne zwischen den Fundorten innerhalb der Universität verschleppt wurde. Dies könne geschehen, indem zum Beispiel eine Kiste mit der Spinne als blindem Passagier innerhalb der Universität verschickt wurde. Wie viele Spinnen insgesamt die Universität ihr Zuhause nennen, ist unbekannt – ebenso, wie lange die Spinnenart schon in Tübingen lebt.</p><h3>In guter Gesellschaft</h3><p>Außerhalb ihrer eigentlichen Heimat in Südamerika wurde <i>Loxosceles laeta</i> schon an mehreren Orten auf der ganzen Welt nachgewiesen. Auffällig ist, dass die Spinne häufig in Universitäten Heimat findet. In Europa lebt eine Population der Einsiedlerspinne seit den 1960er Jahren in einem Museumsgebäude der Universität in Helsinki. Ungefähr genauso lange ist sie bereits im Museum of <span lang="en" dir="ltr">Comparative Zoology</span> der renommierten <span lang="en" dir="ltr">Harvard University</span> in Cambridge, Massachusetts, zu Hause.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-125670</guid><pubDate>Mon, 17 Nov 2025 12:15:18 +0100</pubDate><title>Ausgezeichnete Schülerinnen und Schüler beim Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=125670&amp;cHash=feff3abb23e9715ca5eb1f36804a3cdf</link><description>Schlaganfälle schneller diagnostizieren, die Blackbox von Sprachmodellen öffnen oder Blutzuckerwerte schmerzfrei bestimmen – Gewinnerteams setzen mit KI-Projekten zukunftsweisende Impulse</description><content:encoded><![CDATA[<p>Leo Blume aus Stralsund gewann am vergangenen Freitag mit ihrem Projekt “DEversAI“ den mit 1.500 Euro dotierten Hauptpreis beim diesjährigen Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz (BWKI). Die 17-jährige Schülerin will mit ihrem originellen Ansatz das Verhalten von Sprachmodellen erklärbar machen, indem Texte nicht nur vorwärts, sondern auch rückwärts entstehen. Ihr Ziel: die viel kritisierte KI-Blackbox öffnen, deren Prozesse transparenter machen und endlich verstehen. Neben der ungewöhnlichen Herangehensweise begeisterte die Jury die begleitende App der Schülerin, die es ermöglicht, seltene Einblicke in Sprachmodelle zu erhalten. Leo Blume erhält neben dem Geldpreis einen Praktikumsplatz beim Robotik- und Automationsunternehmen FANUC.</p><p>Zehn Teams von Schülerinnen und Schülern traten am 14. November beim Finale des siebten BWKI an, um ihre Projekte rund um Medizin, Alltag, Kultur oder Grundlagenforschung zu präsentieren. Erstmals fand das Finale im Museum für Kommunikation in Frankfurt am Main statt – einem Haus, das die Geschichte der Kommunikation mit den Technologien von morgen verbindet. Passend dazu widmet sich das Museum 2025 dem Schwerpunkt <a href="https://www.mfk-frankfurt.de/ki-und-kommunikation/" target="_blank" rel="noreferrer">“Künstliche Intelligenz und Kommunikation”</a>.</p><p>Mit dem Sonderpreis „<span lang="en" dir="ltr">AI for Good</span>“ wurde Simon Ma aus Hannover für das Projekt „CHAD CTP“ geehrt. Der 18-jährige Schüler erhielt ein Preisgeld von 1.000 Euro. Sein KI-Modell wertet CT-Daten effizienter aus und beschleunigt damit die Schlaganfall-Diagnose. Sein Ziel: Die Anzahl der nötigen Scans halbieren und dadurch die Strahlenbelastung der Patientinnen und Patienten minimieren, bei gleichzeitiger Verbesserung des medizinischen Handlungsspielraums.</p><p>Den mit 750 Euro dotierten Sonderpreis „<span lang="en" dir="ltr">No risk, no fun!</span>“ erhielt Peter Fuchs – ebenfalls aus Hannover – für das Projekt „Glucodastra“. Mit einem selbstentwickelten Fingersensor und KI-Modell kann der Blutzuckerwert ohne Pieks bestimmt und direkt auf dem Display abgelesen werden. Das schmerzfreie Messen vermeidet zudem unnötigen medizinischen Abfall. Für sein Projekt erhob der 17-jährige medizinische Daten in seinem Umfeld als Ausgangsbasis, um zukünftig mit mehr Daten Menschen mit Diabetes zu helfen.</p><p>Als Publikumsfavoriten gingen Andreas Haberl, Lukas Zapf, Valentin Raab und Alexander Röhrl von den Regensburger Domspatzen hervor. Mit ihrem Projekt „<span lang="en" dir="ltr">Choral Meets Machine Learning</span>“ sicherte sich das Team aus Langquaid, Altendorf und Regensburg den mit 500 Euro dotierten Publikumspreis. Mithilfe von KI analysierten sie alte gregorianische Choräle und komponierten neue Werke im Stil der alten Meister. Damit verbinden die 18- bis 19-jährigen Schüler eine jahrhundertealte Musiktradition mit moderner Technologie.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-125199</guid><pubDate>Fri, 07 Nov 2025 14:53:38 +0100</pubDate><title>10 Jahre Tübingen School of Education</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=125199&amp;cHash=cd8c54ad01fb968e1f017a71fdf5088e</link><description>Zehn Jahre Innovationen in der Lehrkräftebildung an der Universität Tübingen – Jubiläumsfeier in der Alten Aula der Universität Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Tübingen School of Education (TüSE) feierte am Donnerstag, 6. November, ihr zehnjähriges Bestehen mit einem Festakt in der Alten Aula der Universität Tübingen. Gegründet wurde die TüSE 2015 als Antwort auf die wachsenden Anforderungen an die universitäre Ausbildung künftiger Lehrerinnen und Lehrer. Petra Olschowski, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg sowie die Rektorin der Universität Tübingen, Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, sprachen im Rahmen der Veranstaltung die Grußworte.</p><p>Als zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Universität Tübingen bündelt die TüSE die Lehrkräftebildung und vereint Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Bildungswissenschaften der 25 Lehramtsfächer unter einem Dach. Fakultätsübergreifend wird in ihr die Lehrkräftebildung beforscht und weiterentwickelt. Das Ziel: Lehramtsstudierende bestmöglich auf ihren Beruf vorzubereiten und mit wissenschaftlichen Methoden den Unterricht in den Klassenzimmern weiter zu verbessern.</p><h3>Forschungsstärke trifft Praxisbezug</h3><p>Seit ihrer Gründung wurden an der TüSE 19 Professuren für die Lehrkräftebildung eingerichtet, davon 14 in den Fachdidaktiken und fünf in den Bildungswissenschaften. Rund 23 Millionen Euro an Drittmitteln konnten über 10 Jahre für Forschungs- und Lehrprojekte eingeworben werden. Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sowie Lehramtsstudierende profitieren von gezielten Förderprogrammen. Das Informations- und Beratungszentrum Lehramt der TüSE unterstützt Studierende und Studieninteressierte bei der Planung, Gestaltung und Bewältigung ihres Lehramtsstudiums. Darüber hinaus entstanden zahlreiche Zusatzangebote zur Professionalisierung angehender und praktizierender Lehrkräfte sowie Transferpartnerschaften mit den Schulen der Region, um den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis zu stärken.</p><p>Wissenschaftsministerin Petra Olschowski sagte: „Gute Bildung ist der Schlüssel für die Zukunft unseres Landes – und sie beginnt mit exzellent ausgebildeten Lehrkräften. Deshalb investieren wir gezielt in eine starke, praxisnahe und wissenschaftlich fundierte Lehrkräftebildung in Baden-Württemberg. Wir brauchen Hochschulen, die Verantwortung übernehmen und die Lehramtsausbildung aktiv mitgestalten – die School of Education in Tübingen zeigt seit zehn Jahren, wie das gelingt. Gerade in Mathematik, der Informatik und den Naturwissenschaften ist der Bedarf an qualifizierten Lehrkräften besonders groß. Unser Ziel ist klar: Wir wollen mehr junge Menschen für den Lehrerberuf gewinnen und ihnen beste Studienbedingungen bieten.“</p><p>„Die Tübingen School of Education ist eine Erfolgsgeschichte. Mit ihr wurde die Ausbildung von Gymnasiallehrkräften an der Universität Tübingen auf eine wissenschaftlich und fachlich solide Grundlage gestellt und zukunftssicher gemacht“, sagte Thorsten Bohl, geschäftsführender Direktor der TüSE und Professor für Erziehungswissenschaften. „Dank der umfangreichen Investitionen des Landes und der Universität in die School of Education hat sich Tübingen zu einem starken Lehrkräftebildungsstandort entwickelt.“</p><p>„Die Tübingen School of Education zeigt beispielhaft, wie Forschung und Praxis gemeinsam in die Gesellschaft hineinwirken. Sie steht für eine wissenschaftlich fundierte Lehrkräftebildung, die konkrete Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen gibt“, sagte Rektorin Pollmann. „Damit leisten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TüSE einen wichtigen Beitrag zur Bildungslandschaft, der im wissenschaftlichen Diskurs besteht und sich direkt positiv auf die Qualität von Bildung auswirkt – in Klassenzimmern, in der Lehrkräftebildung und in der öffentlichen Debatte.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-124893</guid><pubDate>Thu, 30 Oct 2025 15:12:44 +0100</pubDate><title>Zentrum für Burgenforschung eröffnet</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=124893&amp;cHash=6de81ebbf97015c78ae56b6edad56d73</link><description>Enge Kooperation zwischen Universität Tübingen, Denkmalämtern, Kommunen und Bevölkerung – Hinweise auf bisher unentdeckte Burgen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen hat am Donnerstag feierlich ein Zentrum für Burgenforschung eröffnet, das bisher ungeklärten Fragen zu den mittelalterlichen Bauten auf den Grund gehen wird: Wie viele Burgen gab es in Deutschland und Europa? Welchem Zwecken außer der Verteidigung dienten sie? Wie sah der Alltag ihrer Bewohnerinnen und Bewohner aus? In welcher Beziehung standen die Burgherren zu umliegenden Dörfern und Klöstern?&nbsp;</p><p>Das Zentrum bündelt und verstärkt die Forschung und Lehre zum Thema an insgesamt elf Lehrstühlen der Universität Tübingen. Außerdem baut das Zentrum für Burgenforschung die Verbindungen zu Kooperationspartnern wie Kommunen, Ämtern der Denkmalpflege, bürgerschaftlichen Initiativen, privaten Stiftungen und Verbänden in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus. Der Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters von Professorin Natascha Mehler koordiniert das Zentrum, Dr. Michael Kienzle wird dessen wissenschaftlicher Leiter.</p><p>„Wir bekommen regelmäßig Hinweise zu Burgen, von denen bisher niemand etwas wusste, beispielsweise wenn Baugruben ausgehoben und Mauern freigelegt werden“, sagte Professorin Natascha Mehler vom Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters. “Außerdem verfügen wir heute über Messmethoden wie 3D-Laserscanning aus der Luft oder Bodenradar, die Aussagen über die Nutzung von Flächen möglich machen, wo wir bisher nur Wälder, Erde und Wiesen sahen.“ Die Expertin geht von hunderten, wenn nicht sogar tausenden unerforschten Burgen in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-124308</guid><pubDate>Mon, 20 Oct 2025 09:54:41 +0200</pubDate><title>Delegation aus Neuseeland eröffnet Ausstellung „Te Pou o Hinematioro“ im Museum Alte Kulturen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=124308&amp;cHash=8815654911e80dffaab484174a3540e0</link><description>Von 23. Oktober an präsentiert internationale Kooperation zwischen Māori-Gemeinschaft Te Aitanga-a-Hauiti und Universität Tübingen einzigartiges Māori-Heiligtum auf Schloss Hohentübingen</description><content:encoded><![CDATA[<p>„Te Pou o Hinematioro – Celebrating Māori Heritage, Culture and Connection“ lautet der Titel der Ausstellung, die Brücken über Kontinente und Jahrhunderte schlägt. Sie ist von Donnerstag, 23. Oktober, an im Museum der Universität Tübingen (MUT) auf Schloss Hohentübingen zu sehen. Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit zwischen der Abteilung Ethnologie des Asien-Orient-Instituts, dem MUT, der Māori-Gemeinschaft Te Aitanga-a-Hauiti, und dem Tairāwhiti Museum in der Stadt Gisborne auf der Nordinsel Neuseelands.</p><p>Im Mittelpunkt der von Stephan Potengowski und seinem Team szenografierten Ausstellung steht das Hinematioro Pou, das 1769 mit der ersten Weltumseglung des britischen Seefahrers James Cook nach Europa gelangte. Für die Māori-Gemeinschaft Te Aitanga-a-Hauiti verkörpert das Schnitzwerk die lebendige Präsenz der verehrten Ahnin und höchsten Prinzessin Hinematioro und entspricht einem taonga, einem heiligen Schatz. In den 1990er-Jahren, nach der Wiederentdeckung durch den Tübinger Kustos der ethnologischen Sammlung, Dr. Volker Harms, entwickelte sich das Pou zu einem Symbol der Verbindung zwischen Ūawa und Tübingen, Vergangenheit und Gegenwart.</p><h3>Zeremonieller Empfang am Vormittag</h3><p>Der eigentlichen Vernissage am Donnerstagabend geht eine Māori-Zeremonie am Donnerstagmorgen vor ausgewählten Gästen voraus. Eine Delegation der Te Aitanga-a-Hauiti begrüßt mit einem traditionellen pōwhiri, einem Willkommensritual, im Rittersaal auf Schloss Hohentübingen das Hinematioro Pou. Die Zeremonie wird von einer Kapa-Haka-Performance begleitet, die aus Tanz, Gebeten und Gesang besteht. Damit wird die Personifikation der Prinzessin Hinematioro aus dem 18. Jahrhundert geehrt.</p><p>Die Zeremonie eröffnet zugleich den gemeinsamen Weg zur Ausstellung. Zu sehen sein werden auch die eigens für diesen Zweck nach Europa entliehenen Exponate der Te Aitanga-a-Hauiti sowie Objekte aus dem Tairāwhiti Museum in Gisborne. An der Zeremonie teilnehmen werden auch Schülerinnen und Schüler der Tolaga Area Bay School in Gisborne und der Tübinger Geschwister-Scholl-Schule.</p><p>Das Hinematioro Pou kehrte im Jahr 2019 erstmals auf Leihbasis nach Neuseeland zurück, wo es in einer bewegenden Zeremonie empfangen wurde. Im Kontext dieses Projektes wird derzeit auch die zentrale Frage nach der möglichen Rückgabe des Hinematioro Pou nach Neuseeland diskutiert – ein Prozess, der von gegenseitigem Respekt, wissenschaftlicher Verantwortung und kulturellem Vertrauen geprägt ist.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-124260</guid><pubDate>Fri, 17 Oct 2025 13:25:05 +0200</pubDate><title>Ein Fest der Lehre: Universität Tübingen eröffnet das Wintersemester</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=124260&amp;cHash=a465427d89a1024b6334dd3a46fde283</link><description>Dies Universitatis unter dem Motto „Celebrating Teaching“ – Rektorin heißt neue Studierende willkommen – Lehr- und Sonderpreis sowie DAAD-Preis verliehen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Mit dem Dies Universitatis hat die Universität Tübingen gestern knapp 5.100 neue Studierende begrüßt. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Celebrating Teaching“. Die Rektorin, Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, stellte den Neuimmatrikulierten, unter denen sich auch zahlreiche internationale Studierende befanden, die Universität vor und informierte über die vielseitigen Angebote.</p><p>Mit Blick auf das diesjährige Motto erinnerte die Rektorin an renommierte Persönlichkeiten der Universität Tübingen. Dazu zählt beispielsweise Christiane Nüsslein-Volhard, die als erste deutsche Forscherin den Nobelpreis für Medizin erhielt und ihre beeindruckende Karriere in Tübingen begann. Die Rektorin betonte auch den didaktischen Aspekt: In innovativen Lehrformaten vermitteln die Dozentinnen und Dozenten nicht nur den aktuellen Stand der Wissenschaft, sondern darüber hinaus kritisches Denken und Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens. Mit Blick auf die Exzellenzstrategie betonte die Rektorin: „Unser Ziel bleibt: exzellent forschen und exzellent lehren.“ Dabei laute das Konzept:<span lang="en" dir="ltr"> Research – Relevance – Responsibility. Open to New Challenges and a Global Scope of Action</span>. „Ich hoffe sehr, dass Sie sich von diesem Spirit mitreißen lassen und voller Motivation und Vorfreude in Ihr Studium starten werden.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-124113</guid><pubDate>Wed, 15 Oct 2025 11:53:28 +0200</pubDate><title>Unabhängige Innovationen bei der Herstellung von Steinwerkzeugen in Europa und dem Nahen Osten</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=124113&amp;cHash=0658c70f7fbe94522df561e87c32e922</link><description>Forschende der Universitäten Tübingen und Arizona stellen die Annahme in Frage, dass eine rund 42.000 Jahre alte Schlüsselkultur durch Menschen aus dem Nahen Osten nach Europa kam</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bei der Herstellung von Steinwerkzeugen gingen moderne Menschen vor rund 42.000 Jahren in Europa und im Nahen Osten unterschiedlich vor. Das ergab eine vergleichende quantitative Analyse von Steinwerkzeugen aus Fundstätten in Italien und im Libanon. Sie wurde durchgeführt von Dr. Armando Falcucci von der Abteilung für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie im Fachbereich Geowissenschaften der Universität Tübingen und Professor Steven Kuhn von der <span lang="en" dir="ltr">School of Anthropology</span> der <span lang="en" dir="ltr">University of Arizona</span> in Tucson. Sie kommen zu dem Schluss, dass die Technologie zur Bearbeitung von Steinen in Europa durch eigene Innovationen entwickelt wurde und nicht durch einen Wissensimport von den aus dem Nahen Osten eingewanderten Menschen zu erklären ist. Ihre Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift <i><span lang="en" dir="ltr">Journal of Human Evolution</span></i> veröffentlicht.</p><p>Für die Auswanderung unserer Vorfahren, des Homo sapiens, aus Afrika spielte der Nahe Osten als biogeografischer Korridor eine entscheidende Rolle. Jahrzehntelang nahm man in der Forschung an, dass viele technologische Innovationen durch die Einwanderung früher moderner Menschen aus dem Nahen Osten in Europa eingeführt wurden. Die rund 42.000 Jahre alte Kultur des Protoaurignaciens in Südeuropa wird daher allgemein als westliche Erweiterung der nahöstlichen Ahmarian-Kultur früher Homo-sapiens-Gruppen betrachtet.</p><p><strong>Erste quantitative Analyse</strong></p><p>Obwohl vielen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern kulturelle Ähnlichkeiten zwischen den Steinwerkzeugen der Ahmarian- und der Protoaurignacien-Kultur auffielen, wurde bisher kein systematischer Vergleich der archäologischen Belege vorgenommen. Diese Lücke schließen Armando Falcucci und Steven Kuhn mit ihrer aktuellen Studie. Für die Ahmarian-Kultur untersuchten die Forschenden Tausende von Steinwerkzeugen aus der am dichtesten an Europa liegenden archäologischen Fundstätte Ksar Akil nahe Beirut im Libanon. Die bearbeiteten Steine des Protoaurignaciens für den Vergleich stammten aus drei wichtigen Fundstätten im heutigen Italien: der Grotta di Fumane nahe Verona im Nordosten, des Riparo Bombrini nahe Ventimiglia im Nordwesten und der Grotta di Castelcivita nahe Salerno im Süden. „Oberflächlich betrachtet sahen die Steinwerkzeuge aus diesen verschiedenen Gebieten ähnlich aus. Aber wir wollten genauer wissen, wie sie hergestellt wurden“, sagt Kuhn. „Beim Vergleich der Fundsammlungen konzentrierten wir uns vor allem auf die Steineinsätze zusammengesetzter Werkzeuge. Wir rekonstruierten ganz genau, wie die Feuersteinknollen geformt wurden, um gerade Klingen mit scharfen Kanten abzuschlagen“, erklärt Falcucci.</p><p>Die Analyse habe auffällige Unterschiede ergeben in der Art, wie die Werkzeugmacher des Ahmarian und des Protoaurignaciens vorgingen. In beiden Regionen seien die Steinwerkzeuge immer kleiner geworden, was die Entwicklung komplexer zusammengesetzter Arbeitsgeräte widerspiegele. Doch trotz dieses ähnlichen Trends stellten die Werkzeugmacher der verschiedenen Gebiete kleine Klingen auf unterschiedliche Weise her. „Insgesamt betrachtet passen die Techniken der Ahmarian- und Post-Ahmarian-Kultur im Nahen Osten nicht mit denjenigen des Protoaurignaciens in Italien zusammen. Die Unterschiede bei der Herstellung von Abschlägen legen nahe, dass die europäischen Jäger und Sammler ihre Projektiltechnologie unabhängig voneinander entwickelten“, sagt Falcucci.</p><p><strong>Rekonstruktion der eigenen Geschichte</strong></p><p>„Die allgemeine Annahme, dass die steinzeitlichen technologischen Innovationen in Europa durch Einwanderungswellen aus dem Nahen Osten eingeführt werden, muss neu bewertet werden“, sagt Kuhn. „Zunehmend mehr biomolekulare und fossile Belege deuten darauf hin, dass der Homo sapiens spätestens vor 60.000 Jahren begann, sich in Eurasien auszubreiten, während dort zur gleichen Zeit lokale Populationen der Neandertaler und Denisova-Menschen lebten und es auch zur Durchmischung der Menschen kam“, ergänzt Falcucci. „Unsere Studie trägt zu einer wachsenden Sammlung wissenschaftlicher Belege bei, welche die Ausbreitung der modernen Menschen in Eurasien als einen komplexen, nicht geradlinig verlaufenden Prozess erscheinen lässt. Das unterstreicht, wie wichtig es ist, den vielfach unterschätzten kulturellen Austausch mit unseren ausgestorbenen Verwandten, den Neandertalern und Denisova-Menschen, in die Rekonstruktion unserer eigenen Geschichte einzubeziehen. Die archäologischen Belege tragen dazu in unschätzbarer Weise bei“, sagt er.</p><p>„Stein um Stein fügen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein Bild von der Geschichte unserer Vorfahren und ihrer kulturellen Entwicklung zusammen, fügen Details hinzu oder berichten von überraschenden Wendungen. Es freut mich sehr, dass auch die Universität Tübingen immer wieder mit neuen Studienergebnissen zu diesem Prozess beitragen kann“, sagt Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen.</p><p><strong>Information:</strong><br>Die Untersuchung der großen Sammlung von Steinwerkzeugen aus Ksar Akil (Libanon), die zurzeit an der Harvard University aufbewahrt wird, wurde ermöglicht durch ein Forschungsstipendium der Reinhard Frank-Stiftung und der Deutschen Forschungsgemeinschaft.</p><p><strong>Publikation:</strong><br>Armando Falcucci, Steven L. Kuhn: Ex Oriente Lux? <span lang="en" dir="ltr">A quantitative comparison between northern Ahmarian and Protoaurignacian. Journal of Human Evolution</span>, 208. <a href="https://doi.org/10.1016/j.jhevol.2025.103744" target="_blank" rel="noreferrer">doi.org/10.1016/j.jhevol.2025.103744</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-123717</guid><pubDate>Wed, 01 Oct 2025 11:37:29 +0200</pubDate><title>Die weite Welt zur Untermiete</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=123717&amp;cHash=00a535a0a759ee3f34191b379f12397e</link><description>Das Welcome Center der Universität Tübingen sucht Wohnungsangebote für internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – In den vergangenen 15 Jahren mehr als 7300 Forschende betreut</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das <span lang="en" dir="ltr">Welcome Center</span> der Universität Tübingen sucht nach Wohnraum für internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die vorübergehend nach Tübingen kommen und hier forschen. Der Bedarf an Wohnungen für diese Zielgruppe steigt seit Jahren. Das Welcome Center der Universität Tübingen ist an Mietangeboten jeder Dauer interessiert, da die Aufenthaltsdauer der Promovierenden, forschenden <span lang="en" dir="ltr">PostDocs</span> oder Professorinnen und Professoren aus aller Welt stark variiert. „Da ist von zwei Wochen bis fünf Jahre alles dabei“, sagt Kirsten Sonnenschein, Leiterin des <span lang="en" dir="ltr">Welcome Center</span>. „Es gibt Privatvermieterinnen und Privatvermieter, die über uns anbieten, weil sie gerne internationale Kontakte haben oder nicht dauerhaft vermieten wollen.“</p><p>Am 1. Oktober feiert das <span lang="en" dir="ltr">Welcome Center</span> 15-jähriges Bestehen. Die Gründung im Jahr 2010 erfolgte auf Initiative des damaligen Leiters des <span lang="en" dir="ltr">International Office</span>, Wolfgang Mekle, und des Rektorats der Universität. Ziel war es, die internationalen Forschenden zentral zu betreuen, um Wissen und Ressourcen an einer Stelle zu bündeln und damit Lehrstühle und Sekretariate zu entlasten. Kirsten Sonnenschein leitet seit der Gründung das <span lang="en" dir="ltr">Welcome Center </span>und hat damals zunächst allein damit begonnen, den Service aufzubauen. Heute umfasst ihr Team 13 Personen. Das Team unterstützt die internationalen Forschenden bei administrativen und rechtlichen Themen, berät bei persönlichen oder familiären Problemen, koordiniert Netzwerke, hilft in Sachen Integration, etwa mit der Veranstaltung „<span lang="en" dir="ltr">Do´s and Dont´s in German Academia</span>“, und vermittelt auch Wohnungen.</p><h2>Probleme lösen, Hinweise geben, Weitervermitteln</h2><p>Die Vermittlung von Wohnraum ist angesichts des umfangreichen Angebots des <span lang="en" dir="ltr">Welcome Center</span> nur eine Aufgabe von vielen während des Aufenthalts der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, jedoch eine grundlegende. Noch bevor die Forschenden ins Land kommen, unterstützt das Team bei Visa- und Einreisefragen. Wer mit Familie kommt, muss aus der Ferne Betreuungsfragen für die eigenen Kinder klären und findet nicht immer auf Anhieb selbst die richtige Stelle für anstehende Fragen. „Wir können nicht immer alle Probleme lösen, können aber weitervermitteln und die richtigen Ansprechpartner finden“, sagt Kirsten Sonnenschein.</p><p>Von all diesen Angeboten haben mehr als 7300 Forschende aus 133 Nationen profitiert, die in den vergangenen 15 Jahren an die Universität Tübingen kamen und hier in den verschiedenen Bereichen geforscht haben. Knapp 6000-mal hat das <span lang="en" dir="ltr">Welcome Center</span> internationale Wissenschaftlerinnen und -wissenschaftler bei der Wohnungssuche unterstützt, in etwas mehr als 3000 Fällen davon konnte das Team um Kirsten Sonnenschein Wohnraum direkt vermitteln, wenn auch oft nur für wenige Monate. „Manche Forschende schlagen das erste Mietangebot noch aus und sagen: Ich suche selbst. Wenn sie merken, wie schwierig der Wohnungsmarkt hier ist, melden sie sich kurz vor ihrer Anreise wieder bei uns. Dann ist das ursprüngliche Angebot schon lange anderweitig vergeben“, sagt Kirsten Sonnenschein.</p><p>Die Universität Tübingen hat Zugriff auf 43 Wohnungen im Eigentum des Landes und 23 Zimmer in den eigenen Gästehäusern. Das Studierendenwerk stellt 70 Zimmer in einem Studierendenwohnheim für Promovierende zur Verfügung. Das <span lang="en" dir="ltr">Welcome Center </span>benennt die Personen, die einziehen sollen. Doch all das reicht angesichts der jährlich 800 bis 900 neu Anreisenden bei weitem nicht aus. Ohne das aufgebaute Netzwerk des <span lang="en" dir="ltr">Welcome Center </span>zu verschiedenen Einrichtungen und Institutionen und ohne private Vermieterinnen und Vermieter wäre das nicht zu meistern.</p><p>„Die Arbeit und die Unterstützung durch die Mitarbeitenden im <span lang="en" dir="ltr">Welcome Center</span> sind von unschätzbarem Wert für unsere internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, da diese so einen guten Start in Tübingen haben und sich von Anfang an auf ihre Forschung und Lehre konzentrieren können. Allen, die in den vergangenen 15 Jahren unterstützt und zum Erfolg beigetragen haben, gilt mein herzlicher Dank“, sagt Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-123690</guid><pubDate>Wed, 01 Oct 2025 11:00:00 +0200</pubDate><title>300.000 Jahre altes Erbgut: Pferdegeschichte aus Schöningen entschlüsselt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=123690&amp;cHash=a8a5d2436e1448c8ba013fd3db9561dd</link><description>Bislang älteste unter Freiluftbedingungen erhaltene DNA extrahiert</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein Forschungsteam des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen und von der Forschungsstation Schöningen hat erstmals das Erbgut der ausgestorbenen Pferdeart Equus mosbachensis aus der rund 300.000 Jahre alten Fundstelle Schöningen in Niedersachsen rekonstruiert. Aufgrund außergewöhnlich guter Erhaltungsbedingungen konnten die Forschenden damit die bislang älteste DNA aus einem offenen Fundplatz nachweisen. Ihre Analysen zeigen zudem, dass die Schöninger Pferde zu einer Pferdelinie gehören, die als Ursprung aller modernen Pferde gilt. &nbsp;Die Studie ist heute im Fachjournal „Nature Ecology &amp; Evolution“ erschienen.</p><p>Haus- und Wildpferd sowie Esel und Zebra – alle gehören zu der einzigen heute noch existierenden Gattung aus der Familie der Equidae. Doch der Blick in die Vergangenheit zeigt: Im Laufe der Erdgeschichte gab es über 35 verschiedene Gattungen und Hunderte inzwischen ausgestorbener Arten der Pferdeartigen. „Diese Familie gehört zu den am besten erforschten Tiergruppen der Evolutionsgeschichte. Ihre Fossilien lassen sich über einen Zeitraum von rund 55 Millionen Jahren zurückverfolgen“, erläutert Professor Cosimo Posth vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen und fährt fort: „Lange Zeit konzentrierte sich die genetische Forschung vor allem auf Veränderungen durch die Domestizierung der Pferde in der jüngeren Vergangenheit. Doch um die Evolution des Pferdes zu verstehen, muss man auch die Geschichte davor betrachten. Archäologische Funde zeigen beispielsweise, dass Pferde schon für frühe Menschenarten eine zentrale Rolle spielten – insbesondere als Nahrungsquelle.“</p><p>Der Tübinger Wissenschaftler hat gemeinsam mit den Doktorandinnen Arianna Weingarten und Meret Häusler sowie einem Forschungsteam nun erstmals mitochondriale Genome der ausgestorbenen Pferdeart Equus mosbachensis aus der Fundstelle Schöningen in Niedersachsen untersucht. Weingarten, die Erstautorin der Studie, erklärt: „Schöningen ist berühmt für seine Holzspeere, die mit rund 300.000 Jahren die ältesten bekannten vollständigen Jagdwaffen der Welt sind. Direkt neben den Speeren konnten die fossilen Überreste von mindestens 20 erlegten Pferden gefunden werden – ein eindrucksvoller Beleg für die enge Beziehung zwischen Mensch und Pferd, lange vor der eigentlichen Domestizierung. Ziel unserer Untersuchung war es, die Stellung und Herkunft von Equus mosbachensis im Stammbaum der Pferde zu klären und die genetischen Beziehungen zu heutigen Pferden besser zu verstehen.“</p><p>Durch die Analyse besonders gut erhaltener Knochenbereiche der fossilen Tiere, spezielle molekulare Techniken und der Entwicklung neuer bioinformatischer Methoden zur Rekonstruktion von Genomen aus alter DNA, gelang es dem Team, Erbgut zu rekonstruieren, das rund 300.000 Jahre alt ist – der älteste Nachweis von DNA unter offenen Freiluftbedingungen. „Bislang galt, dass sich DNA außerhalb von Höhlen oder Permafrostböden maximal etwa 240.000 Jahre erhält. Die Pferde von Schöningen verschieben diese Grenze nun deutlich“, so Mitautorin Häusler und weiter: „Normalerweise zerfällt DNA unter freiem Himmel rasch, weil Temperaturwechsel und Mikroben das Erbgut zerstören. Doch in Schöningen lagen die Knochen in dauerhaft feuchten, sauerstoffarmen Sedimenten. Diese besondere Umgebung wirkte offenbar als natürlicher Schutz.“</p><p>Im Laufe der Erdgeschichte überquerten die Vorfahren der heutigen Equidae mehrfach die Beringlandbrücke, eine Festlandverbindung zwischen Asien und Nordamerika, und breiteten sich so von Nordamerika nach Eurasien aus. Zwei große Wanderungswellen sind bislang belegt: Die erste, vor etwa 2,6 Millionen Jahren, brachte die Vorfahren der heutigen Zebras und Esel auf den asiatisch-europäischen und afrikanischen Kontinenten. Die zweite, vor rund 900.000 bis 800.000 Jahren, führte die sogenannten „caballinen“ Pferde ein. Im caballinen Stammbaum sind viele Zweige – wie Equus mosbachensis – ausgestorben. Die aktuellen Untersuchungen zeigen jedoch, dass die an der Fundstelle Schöningen sequenzierten Tiere zur gleichen evolutionären Linie gehören wie die bis heute überlebenden Pferde.</p><p>„Mit unserer Studie konnten wir eine zeitliche und geografische Lücke in der Erforschung der Pferdeevolution schließen. Unsere Ergebnisse zeigen zudem, dass selbst in scheinbar ungünstigen Fundumgebungen wie offenen Grabungsplätzen noch erstaunlich alte DNA überdauern und geborgen werden kann. Dies eröffnet die Möglichkeit, unsere Methode auf andere Arten auszuweiten und so die genetische Vielfalt der fernen Vergangenheit aufzudecken“, fasst Posth zusammen.</p><h3>Publikation:&nbsp;</h3><p><a href="https://doi.org/10.1038/s41559-025-02859-5" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41559-025-02859-5</a> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-123678</guid><pubDate>Tue, 30 Sep 2025 15:02:01 +0200</pubDate><title> Tübinger Universitätsbund finanziert Outdoormöbel vor der Universitätsbibliothek</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=123678&amp;cHash=386b9ae9eb6a17843a23e92522f768c6</link><description>Vereinigung der Freunde der Universität feierte 100-jähriges Jubiläum und schenkt Tische, Bänke und Liegen zum Lernen im Außenbereich – Aktion steht unter Motto „Fördern statt Feiern“</description><content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-123633</guid><pubDate>Mon, 29 Sep 2025 11:00:00 +0200</pubDate><title>Baden-Württemberger Forschungsinstitute erhalten 3,6 Millionen Euro für „Global Fellowships“</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=123633&amp;cHash=33dcd8b3d2da2b49f0ae5a816a24c5e8</link><description>Institutes for Advanced Studies an Universitäten Freiburg, Konstanz und Tübingen schaffen mit Mitteln des Wissenschaftsministeriums 14 Stellen für Gastforschende, deren Forschung unter Druck steht</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bis zu 14 hochqualifizierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, deren Forschung gefährdet oder gar nicht mehr möglich ist, können bald an die Universitäten Freiburg, Konstanz und Tübingen wechseln und dort ihre wissenschaftliche Arbeit fortführen. Dazu hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg das Global Fellowship-Programm der international ausgerichteten Institutes for Advanced Studies (IAS) an den drei Universitäten mit 3,6 Millionen Euro ausgestattet und damit die Finanzierung der Stellen von bis zu zwei Jahren gesichert. Die IAS hatten solch ein Programm zuletzt ins Gespräch gebracht.</p><p>Das Programm richtet sich an Forschende aller Nationalitäten, die ihre geplanten Forschungsvorhaben durch aktuelle Restriktionen in den USA nicht mehr verwirklichen können, etwa aufgrund von Reisebeschränkungen oder gestrichenen Forschungsmitteln. Ziel des Programms ist es, Postdoktorandinnen und Postdoktoranden Raum und Zeit für ihre herausragende Forschung und internationale Perspektiven für ihre berufliche Zukunft zu eröffnen. Die Gastaufenthalte sind institutionell am Freiburger Institute for Advanced Studies (FRIAS), am Zukunftskolleg der Universität Konstanz sowie am College of Fellows (CoF) der Universität Tübingen verankert.</p><h3>Forschung unabhängig und unter besten Bedingungen fortsetzen</h3><p>„Dank der finanziellen Mittel des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst können betroffene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Forschung hier bei uns unabhängig und unter besten Bedingungen fortsetzen. Die Universität, als ein Ort der Forschung und Lehre, erfüllt damit ihre gesellschaftliche Aufgabe auch auf internationalem Niveau und bewahrt das Prinzip der Wissenschaftsfreiheit“, sagt Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. Dr. Niels Weidtmann, Direktor des College of Fellows an der Universität Tübingen, ergänzt: „Die Initiative der Institutes of Advanced Studies, die zu diesem Programm geführt hat, bietet Forschenden, deren Arbeit in den USA aktuell unter Druck steht, in ihrer frühen Karrierephase eine verlässliche Perspektive und die Möglichkeit, die deutsche und europäische Wissenschaftslandschaft kennenzulernen und sich hier zu vernetzen.“ Den künftigen 14 Fellows eröffnen sich als Mitglieder einer baden-württembergischen Universität Zugänge im nationalen und europäischen Wissenschaftsraum. Die Fellows wählen selbst, an welchem der drei Institute sie ihre Arbeit aufnehmen möchten. Sie könnten bereits im Frühjahr 2026 in Freiburg, Konstanz oder Tübingen starten. Als Postdocs erhalten sie Zugang zu einem standortübergreifenden Rahmenprogramm mit wissenschaftlicher Weiterbildung, Workshops oder Sprachkursen.</p><p>Das Netzwerk der mehr als 20 Institutes for Advanced Studies in Deutschland hat im Frühjahr 2025 die veränderte Situation der Wissenschaft in den USA diskutiert. In einer gemeinsamen Initiative wandte sich das Netzwerk an die zuständigen Ministerien und Stiftungen, um anzubieten, diesen jüngeren Wissenschaftler*innen für eine gewisse Zeit Raum und Freiheit für ihre Forschung als Gastforschende in Deutschland zu geben und damit auch die deutsche Forschungslandschaft zu beleben. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg reagierte auf das Angebot und stellt nun eine Förderung für 14 Forschende nach der Promotion über jeweils zwei Jahre an den IAS der Universitäten Freiburg, Konstanz und Tübingen bereit. Damit unterstützt es die Freiheit der Wissenschaft, auf die Forschung in der ganzen Welt angewiesen ist.</p><h3>Postdoktorandinnen und Postdoktoranden setzen Impulse für neue Schwerpunkte</h3><p>Institutes for Advanced Studies sind Forschungsinstitute, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf Zeit aufnehmen, um Raum für herausragende Forschung zu bieten: Sie sind Orte der Wissenschaftsfreiheit und der Spitzenforschung, aufgrund ihrer unabhängigen Strukturen organisatorisch flexibel für eine schnelle und unbürokratische Aufnahme. Zugleich sind sie geübt darin, die Förderung von internationalen Forschenden in der frühen Karrierephase nach der Promotion (Post-Docs) zu leisten. Sie bieten ihnen ein erstklassiges, vernetztes Forschungsumfeld über Grenzen von Fächern hinweg. Die PostDocs-Phase ist eine besonders vulnerable Karrierestufe zwischen der Promotion und auf dem Weg zu einer unbefristeten Professur oder aus der Wissenschaft heraus. Oft entwickeln sich hierbei neue, auch interdisziplinäre Themen: PostDocs geben somit wichtige Impulse für neue Schwerpunkte in Forschung und Lehre an den Universitäten.</p><h3>Zukunftspaket „Global Partnership in Science“</h3><p>Das Global Fellowship-Programm wurde im Rahmen des Förderpakets „Global Partnership in Science“ eingerichtet, das vom Land Baden-Württemberg im September 2025 verabschiedet wurde. Es umfasst insgesamt drei Förderungen in Höhe von rund 24 Millionen Euro:<br>&nbsp;</p><ul><li>Zehn Millionen Euro für das „Global Institution-Programm“ unterstützen den Ausbau der bereits langjährig bestehenden Kontakte zwischen der Universität Heidelberg und der Harvard University in den USA zu einer festen Partnerschaft.</li><li>Zehn Millionen Euro für das Global Professorship-Programm ermöglichen es den Universitäten, schnell und flexibel besonders attraktive, individuell zugeschnittene Berufungsangebote an internationale Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zu machen.</li><li>3,6 Millionen Euro fließen in das Global Fellowship-Programm.</li></ul><h3>Weitere Informationen zu den drei Institutes for Advanced Studies</h3><p><a href="https://uni-freiburg.de/frias/" target="_blank" rel="noreferrer">FRIAS an der Universität Freiburg</a><br>Das FRIAS ist das internationale Forschungskolleg der Universität Freiburg. Seit 2008 fördert es in Fellowshipprogrammen herausragende Forschende aller Disziplinen aus der ganzen Welt, aber auch aus Freiburg und Deutschland. FRIAS biete ihnen für Zeiträume zwischen wenigen Monaten und ein bis zwei Jahren Raum, Zeit und Freiheit für ihre Forschung – und anregende Debatten über die Fächergrenzen hinweg. Daneben fördert es interdisziplinäre Forschungsgruppen und öffnet die Wissenschaft für gesellschaftliche Debatten. Mit der Freiburg Postdoctoral Academy bietet es Forschenden in frühen Karrierephasen besondere Möglichkeiten und stärkt damit zugleich die Forschungsschwerpunkte der Universität Freiburg.</p><p><a href="https://www.uni-konstanz.de/zukunftskolleg/" target="_blank" rel="noreferrer">Zukunftskolleg an der Universität Konstanz</a><br>Das Zukunftskolleg der Universität Konstanz fördert seit 2007 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ihrer Karriere, bevor sie eine Professur innehaben. Forschungsgruppen, Forschungsgäste, Kurzzeitstipendien und Fellows at Risk bilden eine interdisziplinäre, internationale, intergenerationale, intrauniversitäre und unabhängige Gruppe, die sich jede Woche auf einen gemeinsamen Gedankenaustausch trifft. Fördermittel als ‚seed money‘ helfen, die Forschung international auf Konferenzen vorzustellen und neue Forschungsprojekte anzuschieben, für die dann externe Förderung beantragt wird.</p><p><a href="/pt/forschung/zentren-und-institute/college-of-fellows/" target="_blank">College of Fellows an der Universität Tübingen</a><br>Das College of Fellows (CoF) der Universität Tübingen steht allen von der Universität zentral berufenen, an die Fakultäten eingeladenen und über Drittmittel finanzierten internationalen Research Fellows offen. Fellows können an längerfristigen fächerübergreifenden Arbeitsgruppen (Focus Groups) mitwirken oder diese selbst initiieren. Das CoF möchte die innovativen Potentiale der vielen herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt an der Universität Tübingen und ihrer unterschiedlichen Perspektiven vereinen, um einen Ort zu schaffen, an dem Fragen von globaler gesellschaftlicher Relevanz diskutiert werden und die Internationalität der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Universität Tübingen sichtbar zu machen.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-123465</guid><pubDate>Mon, 22 Sep 2025 10:43:31 +0200</pubDate><title>KI-Schule des Jahres 2025 ausgezeichnet</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=123465&amp;cHash=63a26f4637890bac3a7c86027a72e9d2</link><description>Das Gymnasium in Neuenbürg im Nordschwarzwald ist KI-Schule des Jahres – Mehr als 190 teilnehmende Schulen aus ganz Deutschland</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Gymnasium Neuenbürg aus der gleichnamigen Stadt in Baden-Württemberg darf sich „KI-Schule des Jahres 2025“ nennen. Den Titel sicherten sich 50 Schülerinnen und Schüler in den Fachbereichen Informatik und Mathematik der Klassenstufen 6 bis 10 durch ihre besonders aktive Teilnahme am <a href="https://www.ki-kurs.org/" target="_blank" rel="noreferrer">Online-KI-Kurs</a> des <a href="https://www.bw-ki.de/" target="_blank" rel="noreferrer">Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz</a> (BWKI). Die Schule südwestlich von Pforzheim wurde bereits 2022 mit dem Preis ausgezeichnet.&nbsp;</p><p>„Künstliche Intelligenz ist wie ein Fenster in die Zukunft. Meine Schülerinnen und Schüler hatten den Mut, hindurchzuschauen – und haben gezeigt, wie viel Neugier und Können in ihnen steckt. Aber jeder Blick durch ein Fenster erinnert uns auch an den Spiegel: Denn Erfolge wie dieser fordern uns auf, im Schulsystem ehrlich auf uns selbst zu schauen, damit Talente auch künftig die Chancen bekommen, die sie verdienen“, sagt der betreuende Lehrer für Physik und Mathematik Jörg Hanisch.</p><p>In diesem Jahr nahmen bundesweit mehr als 5000 Nutzerinnen und Nutzer am KI-Kurs des BWKI teil. Mehr als 190 Schulen traten im Wettbewerb um den jährlich vergebenen Titel an. Den zweiten Platz sicherte sich ebenfalls eine Schule aus Baden-Württemberg: das Heinrich-Suso-Gymnasium in Konstanz. Auf Rang drei folgte das Gymnasium Langen aus Niedersachsen. Platz vier ging an das Städtische Johann Gottfried-Herder-Gymnasium aus Köln, während das Gymnasium St. Augustin zu Grimma in Sachsen den fünften Platz belegte. Die fünf Schulen erhalten eine Urkunde. Die Gewinnerschule in Neuenbürg erhält zusätzlich zum Titel Programmiersets als Sachpreis.</p><p>Jedes Jahr sind Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte bundesweit eingeladen, sich gemeinsam anzumelden. Der Kurs vermittelt umfassend die Grundlagen der Künstlichen Intelligenz: Von der Programmiersprache Python anhand praxisbezogener Aufgaben bis zu spielerischen Modulen zum ethischen Umgang mit KI. Er eignet sich zur Vorbereitung auf den Wettbewerb, zum Selbststudium oder zum Einsatz im Unterricht in virtuellen Klassenzimmern. Finanziert wird der Kurs von der Carl-Zeiss-Stiftung.</p><p>Die Rektorin der Universität Tübingen, Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, zeigt sich erfreut über die rege Teilnahme: „Ein kompetenter und neugieriger Umgang mit Künstlicher Intelligenz ist nicht nur der Schlüssel zu einer gestaltbaren Zukunft, er stärkt auch unsere Gesellschaft und macht unsere Demokratie resilienter gegen die Risiken von KI. Ich bin stolz, dass wir als Universität mit dem Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz wissenschaftlich fundiertes und ausdifferenziertes Wissen vermitteln können – und dabei auf engagierte Lehrkräfte sowie motivierte Schülerinnen und Schüler treffen, die sich diesem komplexen Themenbereich stellen.“</p><p>Der Teilnahmezeitraum 2025 erstreckte sich vom 1. August 2024 bis zum 31. Juli 2025. Die neue Runde hat bereits gestartet – Schulklassen, Arbeitsgemeinschaften oder Schülerforschungszentren können ab sofort ins Rennen um den Titel „KI-Schule des Jahres 2026“ einsteigen.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-123045</guid><pubDate>Wed, 10 Sep 2025 17:00:00 +0200</pubDate><title>Rabenkrähen können lernen, Werkzeug zielgerichtet einzusetzen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=123045&amp;cHash=8ec4e7778e402d0dd54f932298a971e1</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen zeigt im Experiment, wie Krähen lernen, ein Stäbchen präzise im Schnabel zu führen, um damit an Futter zu gelangen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Durch gezieltes Training können heimische Rabenkrähen lernen, ein Stäbchen zum Heranholen von Futter einzusetzen. Mit zunehmender Übung beweisen sie dabei einerseits großes Geschick und kommen mit wenigen Schritten an ihr Ziel; andererseits reagieren sie flexibel auf abweichende Bedingungen im Experiment. Das haben Dr. Felix Moll, Julius Würzler und Professor Andreas Nieder vom Institut für Neurobiologie der Universität Tübingen in Verhaltensversuchen mit zahmen Vögeln festgestellt. In der freien Wildbahn ist der Werkzeuggebrauch bei Rabenkrähen nicht bekannt. Die Forscher gehen allerdings davon aus, dass bereits ein geringer Evolutionsdruck ausreichen würde, dass sie solche Fähigkeiten auch ohne spezielles Training entwickelten. Ihre Studie wurde in der Fachzeitschrift <i><span lang="en" dir="ltr">Current Biology</span></i> veröffentlicht.</p><p>„Der Gebrauch von Werkzeugen kommt im Tierreich insgesamt recht selten vor, am häufigsten ist er bei geschickten Generalisten wie Primaten, Papageien und Krähenvögeln zu beobachten“, berichtet Felix Moll. Nur bei zwei von den rund 40 Krähenarten passiert das regelmäßig: bei der Neukaledonienkrähe und der Hawaiikrähe. Krähen sind Singvögel mit einem ungewöhnlich großen Gehirn und komplexen Verhaltensmustern. Der instinktive Werkzeugeinsatz der Neukaledonienkrähe, auch Geradschnabelkrähe genannt, habe Forscher schon lange fasziniert, sagt er. „Die motorisch-kognitiven Fähigkeiten hinter diesem Verhalten wie die Verständnisebene von Ursache und Wirkung sowie die präzise, aber flexible Bewegungskontrolle wurden bisher aber nicht näher untersucht.“ Das Forschungsteam wollte erkunden, ob eine andere Krähenart den Werkzeuggebrauch prinzipiell ebenso gut erlernen kann – und wie das Lernen die nötigen Fähigkeiten formt.</p><h3>Hohe Anforderungen</h3><p>In der Studie brachten die Forscher drei Rabenkrähen mithilfe von Belohnungen zunächst bei, ein Stäbchen mit dem Schnabel aufzunehmen. Im nächsten Schritt lernten diese durch Versuch und Irrtum, mit dem Stäbchen Futterpellets aus einer durchsichtigen Plexiglasbox herauszuholen, in die sie mit dem Schnabel nicht direkt hineinkamen. Wenn das Futter zu schnell herausgeschoben wurde, konnte es vom Tisch fallen und war dann für den Vogel nicht mehr erreichbar. Die Übungsdurchgänge der Vögel wurden durch Bewegungsaufzeichnungen der Stabspitze dokumentiert. „Die Krähen holten zunächst den Stab aus einer Halterung, justierten nach, bis sie den Stab in geradliniger Verlängerung des Schnabels hielten und schoben damit das Pellet in Reichweite ihres Schnabels. Dabei beobachten sie ganz genau wie sich die Bewegungen der Stabspitze auf das Pellet auswirkten, um mögliche Fehler sofort zu korrigieren“, beschreibt Moll, wie die trainierten Rabenkrähen vorgingen. Erst wenn sie den Stab zurück in die Halterung gesteckt hatten, fraßen sie das Futter.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-123015</guid><pubDate>Tue, 09 Sep 2025 14:25:29 +0200</pubDate><title>Signale aus dem Gehirn verraten, ob die Person Rot sieht</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=123015&amp;cHash=30af86920d580dbeb6f03a41d988bb28</link><description>Forschern der Universität Tübingen gelingt im Experiment die Übertragung der gemessenen Aktivitätsmuster aus der Sehrinde von Probanden bei der Farbwahrnehmung auf neue Individuen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Aus visuellen Hirnarealen von Menschen, die bewegte Farbringe betrachten, lässt sich ableiten, welche Farbe die Person sieht, auch wenn ihr Gehirn zuvor nicht individuell auf Farbwahrnehmung untersucht wurde. Das ergab eine Studie von Dr. Michael Bannert und Professor Andreas Bartels vom Centrum für Integrative Neurowissenschaften der Universität Tübingen. Sie zeichneten mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie Bilder aus dem Gehirn von Probandinnen und Probanden beim Betrachten von Farbreizen auf und gewannen unterschiedliche Signale für Rot, Grün und Gelb. Die jeweiligen Muster der Hirnaktivität waren bei zuvor nicht beteiligten Individuen ähnlich, sodass deren gesehene Farbe allein durch Vergleich mit Aufnahmen aus Gehirnen anderer Teilnehmer korrekt vorhergesagt werden konnte. Wie Farbwahrnehmungen im Gehirn abgebildet werden, ist beim Menschen einheitlicher als gedacht. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift <i><span lang="en" dir="ltr">Journal of Neuroscience</span></i> veröffentlicht.</p><p>Welche Farbe ein Individuum im Experiment sieht, konnte man zuvor bereits aus Messungen mit funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT) auslesen – allerdings nur am selben Gehirn. „Wir wollten jedoch wissen, wie ähnlich Farbe in unterschiedlichen Gehirnen kodiert wird. Lässt sich also die gesehene Farbe auch dann auslesen, wenn nur neuronale Farbsignale aus Gehirnen anderer Personen bekannt sind“, sagt Michael Bannert. Es sei bekannt, dass der funktionelle Aufbau unterschiedlicher Gehirne grob ähnlich ist. „Manche Regionen sind zum Beispiel aktiver, wenn man etwa ein Gesicht sieht, einen Körper oder eben Farbe“, erklärt der Forscher. In ihrem Experiment mit Farbringen haben die Forscher bestimmte Klassifikationsalgorithmen mit fMRT-Daten trainiert, um die Signale aus dem Gehirn einer Personengruppe systematisch je nach Farbe zu unterscheiden.</p><h3>Gestuftes Vorgehen im Experiment</h3><p>Im nächsten Schritt arbeiteten die Forscher mit den Daten neuer Probanden, aus deren neuronalen Signalen die gesehene Farbe vorhergesagt werden sollte. Um sich Orientierung im jeweiligen Gehirn zu verschaffen, wurde lediglich mithilfe von fMRT-Messungen räumlich kartiert, wie es auf Stimulation an unterschiedlichen Orten im Sichtfeld reagiert. „Damit die Ergebnisse nicht verfälscht werden, setzten wir in diesem Schritt keinerlei Farben ein, sondern schwarz-weiße Muster“, erklärt Andreas Bartels. „Allein mithilfe dieser Kartierungsdaten in Kombination mit der Farbinformation aus fremden Gehirnen konnten wir auch aus der Aktivität eines ‘neuen’ Gehirns zuverlässig bestimmen, welche Farbe die Person gerade sieht“, sagt der Forscher. „Dass sich selbst die detaillierten Unterschiede zwischen einzelnen Farben bei der Informationsverarbeitung in bestimmten Gehirnregionen im Aktivitätsmuster über verschiedene Gehirne hinweg so stark ähneln, hat uns überrascht. Das war bisher so nicht bekannt.“</p><p>Die räumliche Farbkodierung im Gehirn ist gebietsspezifisch und über Individuen hinweg gleich organsiert. Bartels und Bannert vermuten, dass es für diese einheitliche Entwicklung einen funktionalen oder durch die Evolution hervorgerufenen Druck geben muss. Dieser Zusammenhang harre noch der Aufklärung, sagen sie. „Die Neurowissenschaften gehören in Tübingen zu den besonders profilierten Forschungsbereichen, die immer wieder wichtige Beiträge auch zur grundlegenden Erforschung des menschlichen Gehirns beitragen“, sagte Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen.</p><h3>Publikation:</h3><p>Michael M. Bannert <span lang="en" dir="ltr">and </span>Andreas Bartels: <span lang="en" dir="ltr">Large-scale color biases in the retinotopic functional architecture are region specific and shared across human brains. </span><i><span lang="en" dir="ltr">Journal of Neuroscience</span></i>, <a href="https://doi.org/10.1523/jneurosci.2717-20.2025" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1523/jneurosci.2717-20.2025</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-122715</guid><pubDate>Tue, 26 Aug 2025 14:20:21 +0200</pubDate><title>Geschlechterunterschied in der Finanzbildung – Chancengleichheit gezielt fördern</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=122715&amp;cHash=ba67b1d95bee271115fd06b8ad2cb98e</link><description>Studie der Universität Tübingen untersucht Gründe für Bildungsunterschiede bei Finanzfragen zwischen Schülerinnen und Schülern – Vorbilder, Rollenspiele und geeignete Aufgaben könnten Lücke schließen </description><content:encoded><![CDATA[<p>Unterschiede im Finanzwissen von Frauen und Männern haben weitreichende ökonomische Konsequenzen. So entscheiden sich Frauen oft für andere Berufe und investieren seltener in ihre private Altersvorsorge, was unter anderem eine Ursache für die größere Altersarmut von Frauen ist. Eine Studie der Universität Tübingen hat nun Unterschiede bereits zwischen Schülerinnen und Schülern festgestellt, was das Interesse an Wirtschaft und Finanzen, das Fachwissen sowie das Selbstbewusstsein von Jungen und Mädchen angeht. Dieses Ungleichgewicht trägt dazu bei, dass Mädchen ihr Potenzial häufig nicht ausschöpfen. Entsprechend empfehlen die Autorinnen und Autoren der Studie, das Selbstvertrauen und Interesse von Mädchen am Mathematik- und Wirtschaftsunterricht zu stärken.</p><p>„Männer richten ihre Berufswahl stärker nach finanziellen Kriterien als Frauen und investieren im Laufe ihres Lebens eher in Aktien und Alterssicherung. Dadurch werden die ohnehin vorhandenen Unterschiede in Einkommen und Vermögen zwischen den Geschlechtern auf lange Sicht verstärkt,“ sagte Professorin Taiga Brahm vom Lehrstuhl für Ökonomische Bildung und Wirtschaftsdidaktik der Universität Tübingen und Leiterin der Studie. „Den Unterschied im erworbenen Finanzwissen können wir bereits in der Schulzeit nachweisen,“ so Brahm.</p><p>Die Studie untersucht zum ersten Mal gleichzeitig mehrere Ursachen für Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen in der Finanzbildung. Dazu wurden 1.958 Schülerinnen und Schüler der zehnten Klasse aus 92 Gymnasien, Real- und Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg befragt. In diesem Bundesland ist Wirtschaft ein Schulfach. Die Ergebnisse lassen sich aber auch auf andere Bundesländer übertragen.</p><p>Um ihr Finanzwissen zu testen, sollten Schülerinnen und Schüler eine Reihe von Fragen beantworten, beispielsweise: „Die Inflationsrate im Vorjahr betrug 2 Prozent. Kann sich Herr Schneider von seinem Januar-Gehalt mehr, weniger oder genauso viel leisten wie zwölf Monate zuvor?“ (richtige Antwort: Herr Schneider kann sich weniger leisten als im Jahr zuvor.). Auch einfache Fragen zu Wahrscheinlichkeitsrechnungen wurden gestellt, um die Mathekenntnisse zu überprüfen: „Eine faire Münze wird 1.000 Mal geworfen – was würdest du schätzen, wie häufig zeigt die Münze ungefähr Kopf?“ (richtige Antwort: 500). Im Schnitt beantworteten die Schüler 8 von 12 Fragen richtig, Schülerinnen dagegen nur 7 von 12. Dies entspricht einem signifikanten Unterschied von knapp 13 Prozent.</p><p>Außerdem unterscheiden sich die Lernenden in ihrem Selbstbild und Interesse voneinander. Der Aussage „Ich interessiere mich für Wirtschaft“ stimmten mehr Jungs als Mädchen zu. Jungen schneiden auch besser in Finanzfragen ab, die Berechnungen erfordern, und schätzen ihre Fähigkeiten selbst höher ein. Wirtschafts- und Finanzthemen scheinen also Sozialisationseffekten zu unterliegen, und das Potenzial der Mädchen in diesem Bereich wird häufig nicht ausgeschöpft. Stereotype Vorstellungen wie „Männer sind in Wirtschaft besser als Frauen“ konnten allerdings nicht als Ursache für unterschiedliche Finanzbildung festgestellt werden, aber dies bedarf weiterer Erforschung. Fest steht, dass öffentliche Medien, Bilder und Beispiele im Zusammenhang mit wirtschaftlichen und finanziellen Themen immer noch von männlichen Personen dominiert werden. „Unter anderem beeinflusst das Interesse für Wirtschaft und Finanzen den Unterschied maßgeblich“, sagt Lucy Haag von der Universität Tübingen und Erstautorin der Studie.</p><p><strong>Empfehlungen für eine ausgewogene Finanzbildung</strong></p><p>Die Autorinnen und Autoren leiten aus den Ergebnissen ihrer Studie eine Reihe von Empfehlungen ab. „Über geeignete Aufgaben im Wirtschaftsunterricht, die das Interesse der Mädchen wecken, lässt sich die Lücke zwischen Mädchen und Jungen am ehesten verringern“, sagt Dr. Luis Oberrauch von der Rheinland Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau und Co-Autor der Studie. Fallbeispiele im Wirtschaftsunterricht gingen häufig von „Unternehmern“ aus und selten von „Unternehmerinnen“. Auch eine aktuelle Schulbuchanalyse zeigt, dass sich Geschlechterstereotype auch in Schulbüchern widerspiegeln. Die Schule und speziell der Wirtschaftsunterricht sollten demnach in Zukunft dazu beitragen, den sozialen und kulturellen Sozialisationseffekten entgegenzuwirken. Dafür sollte das pädagogische Material angepasst und stereotype Darstellungen vermieden werden. Auch Rollenspiele oder Projektarbeiten, in denen Schülerinnen eine aktive Rolle einnehmen, und damit auch das Beobachten von Gleichaltrigen, die wirtschaftliche Aufgaben erfolgreich lösten, könnten das Selbstbewusstsein von Schülerinnen und ihr Interesse für das Fach Wirtschaft stärken.</p><p>„Diese Forschung zeigt einmal mehr die weiterhin existierenden geschlechterstereotypen Vorurteile. Diese beeinflussen messbar die Selbstwahrnehmung von Menschen aufgrund des ihnen zugeschriebenen Geschlechts, sie beeinflussen signifikant ihre Wahrnehmung durch andere, und sie beeinflussen damit auch geschlechtsspezifische Lebenswahlentscheidungen“, sagt Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen.</p><p><strong>Studie:</strong><br><a href="https://www.econstor.eu/bitstream/10419/308430/1/Understanding-Gender-Gap-in-Economic-Literacy.pdf" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.econstor.eu/bitstream/10419/308430/1/Understanding-Gender-Gap-in-Economic-Literacy.pdf</a>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-122697</guid><pubDate>Mon, 25 Aug 2025 10:19:04 +0200</pubDate><title>Düfte der Heimat: Die phönizischen Ölflaschen von Mozia</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=122697&amp;cHash=4a7c3eb23982442120f5cba309b8ac88</link><description>Interdisziplinäre Studie unter der Leitung der Universität Tübingen untersucht Rolle von Düften im Mittelmeerraum der Eisenzeit – Neue Einblicke in immaterielle Dimension der Antike</description><content:encoded><![CDATA[<p>Zum ersten Mal hat ein interdisziplinäres Forscherteam eine umfassende Analyse der Herstellung, Technologie und Inhalte von 51 keramischen Ölgefäßen aus der phönizischen Siedlung Mozia auf einer Insel vor der Küste Siziliens durchgeführt. Ihre Ergebnisse zeigen die zentrale Rolle von Düften für die Identitätsbildung, die Erinnerungskultur und den interkulturellen Austausch im Mittelmeerraum der Eisenzeit. Forschenden der Universität Tübingen und der Complutense Universität Madrid leite-ten die Studie. Sie wurde im <i><span lang="en" dir="ltr">Journal of Archaeological Method and Theory</span></i> veröffentlicht.</p><p>Die untersuchten Gefäße – schlichte, kleine Keramikflaschen mit einer Höhe zwischen 15,5 und 18,5 cm – stammen aus dem 8. bis 6. Jahrhundert v. Chr. und wurden in der Regel in Gräbern, Häusern und heiligen Stätten gefunden. „Ihre weite Verbreitung im Mittelmeerraum und darüber hin-aus lässt vermuten, dass diese Gefäße vielfältige Funktionen erfüllten“, sagt Dr. Adriano Orsingher vom Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie der Universidad Complutense de Madrid und dem Institut für Biblische Archäologie der Universität Tübingen. Gemeinsam mit Dr. Silvia Amicone von der Arbeitsgruppe Archäometrie an der Universität Tübingen leitete er die Studie in Zusammenarbeit mit Universitäten in Italien und im Vereinigten Königreich.</p><h3>Herkunft und Inhalt auf der Spur</h3><p>Um die Herkunft der Gefäße zu bestimmen, untersuchte das Team die Zusammensetzung der Keramik. Die Ergebnisse deuten auf einen Herstellungsort im südlichen Phönizien, zwischen dem heutigen Beirut und der Region Karmel, hin. Eine weitere Analyse der in den Gefäßen erhaltenen organischen Rückstände lieferte Aufschluss über deren ursprünglichen Inhalt und Verwendungszweck. In acht der 51 Gefäße wurden organische Rückstände nachgewiesen, darunter Spuren von pflanzlichen Lipiden sowie Kiefernharz und Mastixharz – deutliche Hinweise auf Duftöle.</p><p>„Unsere Forschung bestätigt, dass diese Keramikgefäße zum Transport von aromatischen Ölen verwendet wurden“, sagt Amicone. „Diese Öle waren mehr als nur einfache Handelswaren. Sie fungierten als kulturelle Verbindungsglieder, als Ausdruck der Identität, die die phönizischen Migranten über das Mittelmeer hinweg begleitete. Sie dienten als Instrumente der Erinnerung, trugen den Duft der Heimat in sich und stärkten gemeinsame Praktiken und Geruchserlebnisse unter den verstreuten Gemeinschaften.“</p><p>Der Mittelmeerraum der Eisenzeit war geprägt von intensiver Mobilität, Handel und kultureller Verflechtung. Zu den wichtigsten Akteuren dieser Vernetzung gehörten die Phönizier, die als erfahrene Seefahrer, Händler und Handwerker bekannt waren und weit über ihre Heimat in der Levante hinaus Siedlungen gründeten. Ein wesentlicher Bestandteil der phönizischen Kultur war die Herstellung und Verwendung von aromatischen Substanzen, sowohl für den lokalen Gebrauch als auch für den Export.</p><p>Die Studie regt eine umfassendere Neubewertung der Art und Weise an, wie Migration, Handel und kulturelle Zugehörigkeit in der Antike erlebt wurden. „Wir müssen die Mobilität in der Antike neu überdenken, nicht nur als Bewegung von Menschen und Gütern, sondern auch als Zirkulation von Gerüchen, Erinnerungen und sensorischen Traditionen“, sagt Orsingher. „Duft ist eng mit Identität verbunden. Er spielt eine entscheidende, wenn auch oft übersehene Rolle in Prozessen der Migration, der Besiedlung und des kulturellen Austauschs.“</p><h3>Ein Netzwerk aus Duft und Identität</h3><p>„Unsere Arbeit unterstreicht das Potenzial der interdisziplinären Wissenschaft, auch die immateriellen Dimensionen der Antike zu erschließen“, sagt Amicone. „Durch die Untersuchung des Inhalts dieser Gefäße und ihrer Verwendung gewinnen wir einzigartige Einblicke in die Art und Weise, wie Düfte Leben, Landschaften und Identitäten im antiken Mittelmeerraum miteinander verbanden“, fügt Orsingher hinzu.</p><p>Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen, sagt: „Innovative Forschungsansätze liefern weiterhin überraschende Einblicke in die Vergangenheit. Diese Studie zeigt, wie selbst schwer fassbare Spuren wie antike Düfte durch interdisziplinäre Methoden einen Zugang zur Sinnes- und Kulturwelt der Antike eröffnen.“</p><p>Das Forschungsprojekt (<a href="https://www.gerda-henkel-stiftung.de/projekte?page_id=74895&amp;projects_search_str=Orsingher" target="_blank" rel="noreferrer">AZ 12/V/21</a>) wurde von der Gerda Henkel Stiftung finanziert und unterstützt von der Soprintendenza per i Beni Culturali e Ambientali di Trapani, Sizilien, und der G. Whitaker Stiftung, Palermo.</p><h3>Publikation:&nbsp;</h3><p>Adriano Orsingher, Baptiste Solard, Erika Ribechini, Irene Bertelli, Lara Maritan, Kamal Badre-shany &amp; Silvia Amicone: <span lang="en" dir="ltr">Scents of Home: Phoenician Oil Bottles from Motya. Journal of Archaeo-logical Method and Theory</span> 32 (4) 2025. <a href="https://doi.org/10.1007/s10816-025-09719-3" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1007/s10816-025-09719-3</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-122673</guid><pubDate>Fri, 22 Aug 2025 09:43:10 +0200</pubDate><title>Cell-Publikation: So regulieren Pflanzen ihre Abwehr</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=122673&amp;cHash=fd52c3578b805783ddcab108abe75b1b</link><description>Universitäten Tübingen und Hohenheim entdecken bislang unbekanntes Peptid, das bei Tomatenpflanzen Überreaktionen bei der Immunabwehr verhindert</description><content:encoded><![CDATA[<p>Tomatenpflanzen verfügen über ein ausgeklügeltes System, um sich gegen Fressfeinde zu verteidigen: Das Signalpeptid Systemin löst in der Pflanze eine Kaskade von Abwehrreaktionen aus. Ein Forschungsteam der Universität Tübingen und der Universität Hohenheim in Stuttgart hat nun gezeigt, dass Tomatenpflanzen über einen bislang unentdeckten natürlichen Gegenspieler namens <i>antiSys </i>verfügen. Er verhindert, dass das Abwehrsystem überreagiert, was negative Folgen für das normale Wachstum und die Vermehrung der Pflanze nach sich ziehen würde. Diese Entdeckung erweitert das Verständnis der pflanzlichen Immunität und zeigt, dass nicht nur Abwehrsignale, sondern auch deren natürliche Gegenspieler entscheidend für das Gleichgewicht zwischen Wachstum und Schutz sind. Die Studie ist das Ergebnis einer Kooperation im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 1101 „Molekulare Kodierung von Spezifität in pflanzlichen Prozessen“. Sie ist nachzulesen in der Fachzeitschrift <i><span lang="en" dir="ltr">Cell</span></i>.</p><p>Nachtschattengewächse, wie Tomatenpflanzen, besitzen ein erstaunlich fein abgestimmtes Abwehrsystem, das sie vor Schädlingen und Krankheitserregern schützt. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Signalmolekül Systemin. Es löst in den Zellen der Pflanze Abwehrreaktionen aus, wenn etwa Insekten Fraßschäden verursachen. Dann produzieren sie Substanzen, die gezielt die Verdauung ihrer Fressfeinde beeinträchtigen, so dass diese die aufgenommenen Nährstoffe nicht verwerten können. Doch wie beim menschlichen Immunsystem ist eine dauerhafte oder unkontrollierte Aktivierung gefährlich. Sie kann das normale Wachstum und die Entwicklung stark beeinträchtigen.</p><h3>AntiSys blockiert Systemin-Rezeptor</h3><p>Das Forschungsteam hat nun einen bislang unbekannten Gegenspieler von Systemin entdeckt: das Peptid antiSys. Dieses kurzkettige Protein ähnelt in seiner Struktur dem Systemin, wirkt aber als Hemmstoff für den hochempfindlichen Systemin-Rezeptor SYR1. „AntiSys bindet zwar an den gleichen Rezeptor wie Systemin, aber ohne ihn zu aktivieren. Da antiSys in gesunden Pflanzen überwiegt, besetzt es den Rezeptor und stellt so sicher, dass das Immunsystem inaktiv bleibt“, erklärt Professor Andreas Schaller von der Universität Hohenheim. „Wird die Pflanze jedoch von Insekten befallen, wird Systemin in großen Mengen gebildet und freigesetzt. Es kommt zu einem Verdrängungswettbewerb am SYR1-Rezeptor, Systemin bindet, der Rezeptor wird aktiviert und die Immunreaktionen werden ausgelöst.“</p><p>Wie entscheidend antiSys ist, zeigen Pflanzen, denen dieses Peptid fehlt. Mithilfe der CRISPR/Cas9-Technologie erzeugten die Forschenden Mutanten, die kein antiSys bildeten. Diese Pflanzen wuchsen deutlich schlechter, bildeten weniger Früchte und zeigten teils drastische Fehlbildungen. „Diese Effekte beruhen auf der unkontrollierten Aktivierung des Immunsystems. Fehlt AntiSys als Gegenspieler, dann reichen schon kleinste Mengen an Systemin aus, um den Rezeptor zu aktivieren und die Abwehrreaktionen auszulösen“, so der Leiter der Studie, Professor Georg Felix vom Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen (ZMBP) der Universität Tübingen. „Wenn wir diese Rezeptoren jedoch ebenfalls entfernen, bleiben die Pflanzen trotz fehlendem antiSys gesund.“</p><h3>Tomaten besitzen mehrere aktivierende Systemine – und antiSys</h3><p>Doch die Forschenden entdeckten nicht nur antiSys: „Lange hat man geglaubt, dass Systemin das einzige seiner Art in Nachtschattengewächsen sei. Nun haben wir herausgefunden, dass es neben dem Gen für Systemin ein ganzes Gencluster in der Tomate gibt, in dem vier strukturell ähnliche Peptide beziehungsweise deren Vorläuferproteine kodiert werden“, sagt Lei Wang, der diese Entdeckung als Doktorand von Professor Felix gemacht hat. „Drei davon ähneln Systemin in ihrer Aktivität: Auch sie lösen Immunreaktionen aus. Nur antiSys – und das ist natürlich das Spannendste – hat eine genau entgegengesetzte Aktivität, der Antagonist unterdrückt die Immunreaktionen.“</p><p>Zudem fanden die Forschenden antiSys auch in verwandten Nachtschattengewächsen wie Aubergine, Kartoffel oder Paprika, was auf eine wichtige, in der Evolution seit Langem bewahrte Funktion schließen lässt. „Unsere Entdeckung wirft die Frage auf, ob ähnliche Gegenspieler auch in anderen Pflanzenarten existieren – und ob sie sich gezielt nutzen lassen, um Kulturpflanzen widerstandsfähiger, aber zugleich wachstumsstark zu machen“, sagt Professor Felix.</p><h3>Parallelen zum menschlichen Immunsystem</h3><p>Die Forschenden sehen auffällige Parallelen zum menschlichen Immunsystem, wo ebenfalls spezielle Antagonisten die Wirkung von aktivierenden Zytokinen dämpfen, um Entzündungsreaktionen im Gleichgewicht zu halten. Fehlt der Antagonist, ist die Balance gestört und es kommt zu Autoimmunerkrankungen, wie beispielsweise rheumatoide Arthritis, oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.</p><p>In Tomaten erfüllt antiSys diese Aufgabe, indem es die Balance zwischen Abwehr und gesundem Wachstum ermöglicht: „Ohne antiSys kommt es zu Störungen in Wachstum und Entwicklung, die wir mit einer chronischen Entzündungsreaktion vergleichen: Der Rezeptor wird sozusagen ‚unabsichtlich‘ aktiviert, und Immunreaktionen werden ausgelöst, obwohl gar kein Insektenbefall vorliegt“, erläutert Professor Felix.</p><p class="align-right"><i>Gemeinsame Pressemitteilung der Universitäten Tübingen und Hohenheim/Textquelle: Stuhlemmer, Universität Hohenheim</i></p><h3>Publikation:</h3><p>Lei Wang, Louis-Philippe Maier, Nga Pham, Yan L. Wang, Xu Wang, Andreas Schaller, Judith Fliegmann, Matthias Erb, Thomas Boller, and Georg Felix:<span lang="en" dir="ltr"> A receptor antagonist counterbalances multiple systemin phytocytokines in tomato. Cell,</span><a href="https://doi.org/10.1016/j.cell.2025.07.044" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.cell.2025.07.044</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-122583</guid><pubDate>Tue, 19 Aug 2025 14:03:11 +0200</pubDate><title>Hector-Stiftung unterstützt Hector AI + Education Future Fund mit 6,2 Millionen Euro</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=122583&amp;cHash=67f0b74b532582e4b47ddb2426947ae3</link><description>Bildungswissenschaften und KI-Forschung an der Universität Tübingen suchen gemeinsam KI-gestützte Lösungen für aktuelle Bildungsherausforderungen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen erhält von der H.W. &amp; J. Hector Stiftung eine Förderung in Höhe von 6,2 Millionen Euro für sechs Forschungsprojekte im Bereich künstliche Intelligenz und Bildung sowie weitere Begleitforschungsprojekte. Die Projekte sind Teil des Forschungsprogramms des Hector-Instituts für Empirische Bildungsforschung. Der Förderzeitraum läuft bereits und ist auf drei Jahre angesetzt.</p><p>Der neu eingerichtete <span lang="en" dir="ltr">Hector AI + Education Future Fund</span> verfolgt das Ziel, Möglichkeiten für einen sinnvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in Schulen und Bildungseinrichtungen gemeinsam zu erarbeiten und wissenschaftlich zu begleiten. Die geförderten Projekte entwickeln im Zusammenspiel von Informatik und Empirische Bildungsforschung praktische Lösungen wie Apps, Lernassistenten und Lernplattformen, die nach Projektabschluss zur kostenfreien Nutzung bereitstehen sollen.</p><p>„Exzellenz bedeutet für uns nicht nur wissenschaftliche Spitzenleistung, sondern auch gesellschaftliche Verantwortung“, sagt Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. „Mit dem <span lang="en" dir="ltr">Hector AI + Education Future Fund</span> entwickeln wir innovative KI-Lösungen für drängende Herausforderungen im Bildungsbereich unter Beachtung höchster Standards für Ethik und Datenschutz.“ Prorektor Professor Samuel Wagner, Leiter des <span lang="en" dir="ltr">Hector AI + Education Future Fund,</span> ergänzt: „Dank der Förderung durch die Hector Stiftung können die Projekte umgehend umgesetzt werden. Interdisziplinäre Zusammenarbeit und Fachkompetenz, agile Projektstrukturen und kontinuierliches Feedback sind dabei zentrale Prinzipien.“</p><p>„Seit den Anfängen unserer Stiftung leitet uns die Überzeugung, dass exzellente Bildung der wirksamste Hebel für gesellschaftlichen Fortschritt ist. Mit dem <span lang="en" dir="ltr">Hector AI + Education Future Fund</span> knüpfen wir an diese Tradition an und schlagen zugleich die Brücke in die digitale Zukunft: Künstliche Intelligenz soll Lehrkräfte stärken, Lernwege personalisieren und jedem Kind – unabhängig von Herkunft oder Begabung – die gleichen Chancen eröffnen. Verantwortung, Transparenz und wissenschaftliche Exzellenz bleiben dabei unser Maßstab“, sagt Dr. h.c. Hans-Werner Hector.</p><h2>Leuchtturmprojekt für interdisziplinäre Zusammenarbeit und schnellen Transfer in die Praxis</h2><p>„Spitzenforschung, die konsequent für die Lösung von Problemen in der Bildungspraxis eingesetzt wird – dieses Versprechen wollen wir in den nächsten drei Jahren einlösen“, sagt Professor Ulrich Trautwein (Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung). Gemeinsam mit Dr. Wieland Brendel (ELLIS Institute Tübingen) und Professor Matthias Bethge (Tübingen AI Center) initiierte er den <span lang="en" dir="ltr">Hector AI + Education Future Fund.</span></p><p>Weitere Institutionen verstärken als kompetente Projektpartner das Netzwerk: das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, das <span lang="en" dir="ltr">Computational Health Center Helmholtz Munich</span>, das Leibniz-Institut für Wissensmedien Tübingen und die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg. Eingebettet sind die Projekte in das <span lang="en" dir="ltr">LEAD Graduate School &amp; Research Network </span>der Universität Tübingen.&nbsp;</p><h2>Die geförderten Projekte im Überblick:</h2><ul><li>Das Projekt <strong>„Befähigung von Informatiklehrkräften im Bereich KI durch berufliche Weiterbildung und Postgraduiertenausbildung“</strong> entwickelt ein modulares Fortbildungskonzept für Lehrkräfte im neuen Pflichtfach Medienbildung und Informatik – in Kooperation mit dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) sowie dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg.</li><li>Das Projekt <strong>„KI-gestützte Lese- und Schreibförderung im Kindergarten“</strong> erarbeitet eine KI-gestützte App zur Lese- und Schreibförderung, damit mehr Kinder am Ende ihrer Grundschulzeit die Mindeststandards im Lesen erreichen.</li><li>Im Projekt <strong>„</strong><span lang="en" dir="ltr"><strong>VOILA – Voice-operated intelligent learning assistant for gifted children</strong></span><strong>”</strong> wird ein intelligenter Lernassistent entwickelt, ein sogenannter KI-Tutor, für begabte Grundschulkinder, der die Kinder über den Unterrichtsstoff hinaus in ihren Begabungen individuell fördern und unterstützen soll.</li><li>Unter dem Projekttitel <strong>„</strong><span lang="en" dir="ltr"><strong>ETQ-AI</strong></span><strong>“</strong> soll die Unterrichtsqualität durch ein KI-gestütztes Feedbacksystem verbessert werden, das Lehrkräften via App in Echtzeit Rückmeldung zu ihrem Unterricht gibt.</li><li>Im Projekt <strong>„</strong><span lang="en" dir="ltr"><strong>COMPASS – Comprehensive Open Math Platform with Adaptive Self-Regulation Support”</strong></span> wird die Mathematik-Lernplattform MatheBattle so optimiert, dass sich die Aufgaben noch besser an die Fähigkeiten der Kinder anpassen und gleichzeitig ihr selbstreguliertes Lernen gefördert wird.</li><li>Unter dem Projekttitel <strong>„</strong><span lang="en" dir="ltr"><strong>Immersive AI</strong></span><strong>“</strong> entwickeln die Forschenden einen KI-Dialogpartner für Lernumgebungen in <span lang="en" dir="ltr">Virtual- und Augmented-Reality</span>.<br>&nbsp;</li></ul><p>Die Erforschung und Entwicklung von KI-Lösungen für das Bildungssystem begleiten <strong>drei weitere Projekte</strong>, die sich auf die ethische Reflexion, die rechtliche Perspektive beim Einsatz von KI in der Bildung und die Herausforderungen und Lösungen bei der Implementierung, also dem konkreten Einsatz in der Bildungspraxis, fokussieren.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-122556</guid><pubDate>Fri, 15 Aug 2025 08:12:35 +0200</pubDate><title>Fossilfund in Syrien: Unbekannte Meeresschildkröte entdeckt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=122556&amp;cHash=5daabc2022dbffbed4c2b114ab39be9f</link><description>Erste Neubeschreibung einer fossilen Wirbeltierart aus Syrien</description><content:encoded><![CDATA[<p>Nahe der syrischen Stadt Afrin hat ein internationales Forschungsteam, an dem auch Forschende des <span lang="en" dir="ltr">Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> an der Universität Tübingen beteiligt sind, eine bislang unbekannte fossile Meeresschildkröte entdeckt. Die unter der Federführung der Universität in São Paulo neu benannte Art <i>Syriemys lelunensis</i> stammt aus dem frühen Eozän, der Zeit vor etwa 50 Millionen Jahren. Der Fund umfasst einen vollständig erhaltenen inneren Abdruck des Panzers sowie Teile des Bauchpanzers, des Beckens und der Hinterbeine. Die Schildkröte ist die erste Neubeschreibung einer fossilen Wirbeltierart aus Syrien.</p><p>Der ovale, gut erhaltene Panzer der fossilen Meeresschildkröte misst 53 Zentimeter in der Länge und ist 44 Zentimeter breit. „13 Jahre lang lagen die Knochenfragmente aus dem Eozän im Büro der Generaldirektion für Geologie und Mineralressourcen in Aleppo, nachdem sie 2010 bei einer Sprengung im Steinbruch Al-Zarefeh, nahe der Stadt Afrin, geborgen wurden“, erzählt die syrisch-brasilianische Paläontologin und Erstautorin der Studie Wafa Adel Alhalabi von der Universität in São Paulo, Brasilien, und fährt fort: „Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Brasilien, Syrien, Deutschland, dem Libanon und Kanada haben wir das Tier nun wissenschaftlich beschrieben.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-122421</guid><pubDate>Mon, 11 Aug 2025 10:19:24 +0200</pubDate><title>Drei Juristische Fakultäten fordern von Politik zügige Einführung des integrierten Bachelors</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=122421&amp;cHash=451de5d3f83c6e853c08435ba0277705</link><description>Gremien an Universitäten Tübingen, Heidelberg und Freiburg haben gleichlautende Forderung an Politik verabschiedet – Aktuelle wie auch frühere Studierende könnten von Neuregelung profitieren</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Juristischen Fakultäten der Universitäten Tübingen, Heidelberg und Freiburg fordern von der Landesregierung „in Anlehnung an die Regelungen in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen auch in Baden-Württemberg einen integrierten Bachelor (LL. B.) kraft Gesetzes einzuführen“. So lautet die zentrale Passage einer abgestimmten politischen Erklärung, die die Fakultätsräte an den drei Universitäten in den vergangenen zwei Wochen jeweils einstimmig verabschiedet haben. Mit ihrer Forderung nach einem universitären Bachelorabschluss verbinden die Fakultäten jedoch gleichzeitig ein klares Bekenntnis zur staatlichen Ersten juristischen Prüfung als Voraussetzung für die Befähigung zum Richteramt und damit als Zugangsvoraussetzung zu den klassischen juristischen Berufen. Die „erhebliche Verantwortung“, die mit der Ausübung dieser Berufe einhergeht, begründet nach Auffassung der Fakultäten die Notwendigkeit zur Beibehaltung höchster Standards.</p><p>Die Erklärung führt mehrere Vorteile für den zusätzlichen integrierten LL. B. an. Mit ihm könnten Studierende künftig deutlich vor der Ersten juristischen Prüfung einen Universitätsabschluss in den Händen halten, wenn sie „scheinfrei“ sind und die Universitätsprüfung absolviert haben. Damit eröffneten sich weitere Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt, falls Studierende am staatlichen Teil der Ersten juristischen Prüfung scheitern. Denn wer diesen nicht besteht, kann bislang keinen Universitätsabschluss vorweisen. Auch deshalb wird seit Jahren der Ruf der Studierenden nach einer Ergänzung des Studiengangs durch einen darin integrierten LL. B. lauter. Vor kurzem hat sich auch der Landesverband Rechtswissenschaftlicher Fachschaften Baden-Württemberg für dieses Modell ausgesprochen.</p><h3>Wettbewerbsnachteile wären beseitigt</h3><p>Der integrierte LL. B. auf gesetzlicher Grundlage könnte, so die Fakultäten in relativ kurzer Zeit wirksam werden und auch rückwirkend gelten. Somit könnten davon sogar Studierende profitieren, die die Voraussetzungen in der Vergangenheit erworben haben. Weil der Bachelor für die Studierenden als „Sicherheitsnetz“ von großer Bedeutung ist, hätte seine Einführung noch einen weiteren Aspekt: Aktuelle Wettbewerbsnachteile für die Universitäten Tübingen, Heidelberg und Freiburg gegenüber anderen Standorten in Deutschland wären damit beseitigt.</p><p>Die Teilnahme am 2024 eingeführten Modellversuch nach dem Bologna-System (Konstanzer Modell), der die Modularisierung und Akkreditierung des Studiengangs voraussetzen würde, „kommt für unsere Fakultäten nicht in Betracht“, heißt es in der Erklärung. Denn die Fakultäten befürchten eine Mehrbelastung der Studierenden aufgrund von zusätzlichen Prüfungen und nachteilige Eingriffe in ein hervorragend bewährtes Studiensystem. Zudem würden erhebliche personelle und sachliche Kapazitäten an den Fakultäten dafür beansprucht, die zur Vorbereitung der Studierenden für die Erste juristische Prüfung aktuell und in Zukunft zwingend gebraucht werden. Schließlich könnten die jetzigen Studierenden von der Einführung des Konstanzer Modells nicht profitieren.</p><p>„Die Studierenden und die Professorenschaft sprechen sich deutlich für den integrierten Bachelor kraft Gesetzes aus. Die einstimmigen Fakultätsratsbeschlüsse zeigen, dass sich diejenigen, die sich mit den Gegebenheiten des Fachs am besten auskennen, einig sind. Das ist ein starkes Signal an die Politik“, sagt Professorin Dr. Christine Osterloh-Konrad, Dekanin der Juristischen Fakultät an der Universität Tübingen, auch im Namen ihrer Kollegen Professor Dr. Andreas Piekenbrock, Dekan der Juristischen Fakultät in Heidelberg, sowie Professor Dr. Jan Lieder, Dekan der Juristischen Fakultät in Freiburg.</p><p>Die Universitätsleitungen der Universitäten Tübingen, Heidelberg und Freiburg unterstützen die Forderungen ihrer juristischen Fakultäten – auch vor dem Hintergrund, dass damit wieder ein fairer Wettbewerb mit Universitäten in anderen Bundesländern möglich wäre.</p><p>Download: <a href="https://uni-tuebingen.de/securedl/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE3ODA3OTU5NTYsImV4cCI6MTc4MDg4NTk1NiwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW4vVW5pX1R1ZWJpbmdlbi9BbGxnZW1laW4vRG9rdW1lbnRlL1ByZXNzZW1pdHRlaWx1bmdlbl9wZGZfMjAwOS8yMDI1LzIwMjUwODExX1BNX0Jlc2NobHVzc19pbV9Xb3J0bGF1dC5wZGYiLCJwYWdlIjoxNTEzODl9.CHmqVBwTYiBZCaABokqW1QJVXtyppoeetn4f4R6FXos/20250811_PM_Beschluss_im_Wortlaut.pdf" target="_blank" title="Die Erklärung im Wortlaut">Die Erklärung im Wortlaut</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-122214</guid><pubDate>Thu, 31 Jul 2025 15:41:54 +0200</pubDate><title>Forschende sprechen vom „Zeitalter des Mammutelfenbeins“</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=122214&amp;cHash=1e3b8d07de54c2c19a1ae61f40725623</link><description>Tübinger Archäologen bergen bislang größtes altsteinzeitliches Werkzeug im UNESCO-Welterbegebiet – Präsentation als „Fund des Jahres“ im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren</description><content:encoded><![CDATA[<p>Große Epochen der Menschheitsgeschichte tragen ihre Namen aufgrund in dieser Zeit vorherrschender Materialien: Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit. Jetzt sprechen Tübinger Archäologinnen und Archäologen vom „Zeitalter des Mammutelfenbeins“ und meinen damit jene Zeit, als vor 40.000 Jahren die ersten anatomisch modernen Menschen auf der Schwäbischen Alb ankamen. Anlass sind große Gerätschaften, die im UNESCO-Welterbegebiet „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“ geborgen wurden. Mit einer Länge von 24,7 Zentimetern, einem Maximalumfang von 10,4 Zentimetern und einem Gewicht von 168 Gramm haben sie nun das bislang größte rundum formbearbeitete Elfenbeingerät aus dem Hohle Fels, nahe Schelklingen, geborgen. Das Team um Professor Nicholas Conard vom <span lang="en" dir="ltr">Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment (SHEP)</span> an der Universität Tübingen deutet das Objekt als ein großes Werkzeug unbekannter Funktion, das in einen Meißel umgearbeitet worden war. „Der Fund ist datiert auf 39.000 Jahren vor heute und entspricht einem bedeutenden Beleg für die ungewöhnlich häufige und vielfältige Nutzung von Mammutelfenbein bei den ersten modernen Menschen im Oberen Donauraum“, sagte Professor Conard bei der Präsentation des Stücks als „Fund des Jahres“ am Donnerstag im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren (urmu).</p><p>„Die Frauenfigurine vom Hohle Fels, die Mammutelfenbeinflöte aus dem Geißenklösterle, die kleine Mammutfigur aus dem Vogelherd – sie sind berühmt, weil sie zu den ältesten Kunstwerken und Musikinstrumenten zählen. Am Anfang der Jüngeren Altsteinzeit war Mammutelfenbein das bevorzugte Material für praktische Werkzeuge und Kunst“, sagt Conard.</p><p>Schon bei Grabungen im Jahr 2019 waren drei Elfenbeinmeißel mit einer Länge zwischen 14 und 22 Zentimetern aus dem Hohle Fels geborgen worden. Der Frage, wie und wozu die Meißel gefertigt und genutzt wurden, ist Dr. Sibylle Wolf, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am SHEP, gemeinsam mit einem Archäologieteam experimentell und analytisch nachgegangen: Vor dem Schnitzen von Kunst- oder Schmuckobjekten mussten die Menschen kleinere Elfenbeinstücke aus dem Stoßzahn eines Mammuts gewinnen und häufig auch spalten – das ist mit keilförmigen Elfenbeinwerkzeugen sehr gut möglich. „Dieser Werkstoff ist hart und flexibel genug“, erklärt Wolf. Solche Elfenbeinmeißel nutzten sich jedoch im handwerklichen Gebrauch rasch ab. Die Werkzeuge waren wahrscheinlich nicht über lange Zeiträume in Gebrauch, sie wurden aber aufwendig gefertigt oder nach Bedarf umgearbeitet, erläutert Wolf weiter, „das zeichnet die Menschen auf der Schwäbischen Alb zu dieser Zeit aus: Sie verfügten hier über eine immense Menge an Elfenbein, sie hatten eine klare Vorstellung davon, was sie daraus herstellen wollten, sie hatten die manuellen Fähigkeiten dazu − und sie haben das geradezu exzessiv genutzt für Werkzeuge und Waffen, für figurative Kunst und Musikinstrumente sowie für persönliche Schmuckstücke.“</p><p>Zu sehen ist das Elfenbeinobjekt von nun an als Fund des Jahres in einer Kabinettausstellung bis &nbsp;9. November 2025 im Blaubeurer urmu. „Der Fund fügt sich perfekt in unsere Präsentation des Anbeginns menschlichen Kulturschaffens ein“, meint Dr. Stefanie Kölbl, geschäftsführende Direktorin im urmu, „wir staunen hier etwa darüber, dass die Menschen damals gut hundert Stunden in die Fertigung einer Mammutelfenbeinflöte investiert haben müssen. Der diesjährige Fund des Jahres macht diese geistige und handwerkliche Leistung aber noch beeindruckender: Denn er führt uns vor Augen, dass vorab für die Herstellung oder Aufbereitung der dafür notwendigen Werkzeuge sicher mindestens ebenfalls so viel Arbeit aufgewendet werden musste.“</p><p>Das urmu liegt inmitten der Steinzeithöhlen, die von der UNESCO 2017 zum Welterbe „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“ ernannt wurden. Das Museum für altsteinzeitliche Kunst und Musik in Baden-Württemberg und Forschungsmuseum der Universität Tübingen erklärt das eiszeitliche Leben der Jäger und Sammler am Rand der Schwäbischen Alb vor 40.000 Jahren. Höhepunkte sind die älteste Kunst und die ältesten Musikinstrumente der Menschheit mit Originalfunden aus der Region. Prominenteste Exponate sind die Originale der „Venus vom Hohle Fels“ und des „Mammuts vom Vogelherd“.</p><p>Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und feiertags, 10 bis 17 Uhr – <a href="http://www.urmu.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.urmu.de &nbsp;</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-121959</guid><pubDate>Wed, 23 Jul 2025 14:44:35 +0200</pubDate><title>Koffein kann die Wirksamkeit bestimmter Antibiotika schwächen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=121959&amp;cHash=9d92798b2514211d5df726958c0e4cd0</link><description>Studie der Universität Tübingen zeigt: Substanzen, die Bakterien in ihrer natürlichen Umgebung finden, lösen ihre Alarmsysteme aus –Auswirkungen auf künftige Therapieansätze möglich</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bestandteile unserer täglichen Ernährung – darunter auch Koffein – können die Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika beeinflussen. Das hat eine neue Studie eines Forscherteams der Universitäten Tübingen und Würzburg unter der Leitung von Professorin Ana Rita Brochado gezeigt. Das Team entdeckte, dass Bakterien wie Escherichia coli (E. coli) komplexe Regelungskaskaden orchestrieren, um auf chemische Reize aus ihrer unmittelbaren Umgebung zu reagieren, was die Wirksamkeit von Antibiotika beeinflussen kann.</p><p>In einem systematischen Screening untersuchte das Team um Brochado, wie 94 verschiedene Substanzen – darunter Antibiotika, verschreibungspflichtige Medikamente und Nahrungsmittelbestandteile – die Expression wichtiger Genregulatoren und Transportproteine des potenziell pathogenen Bakteriums E. coli beeinflussen. Transportproteine fungieren als Poren und Pumpen in der Bakterienhülle und steuern, welche Substanzen in die Zelle gelangen oder sie verlassen. Ein fein abgestimmtes Gleichgewicht dieser Mechanismen ist für das Überleben der Bakterien entscheidend.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-121953</guid><pubDate>Wed, 23 Jul 2025 12:47:39 +0200</pubDate><title>Adaptiver Unterricht führt zu nachhaltigerem Lernerfolg </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=121953&amp;cHash=1b5bae6d9076fd1193707f44153d3c9a</link><description>Adaptiver Unterricht effektiver als traditioneller Unterricht – IT-Tools ermöglichen individualisierte Lehre im Klassenunterricht – Tübinger Studie mit engem Praxisbezug</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Gesellschaft wird vielfältiger und das zeigt sich auch in den Klassenzimmern. Für Lehrkräfte bedeutet diese Entwicklung, dass sie Schülerinnen und Schüler vermehrt individuell unterstützen und flexibel fördern müssen. Ein Ansatz ist der so genannte technologieunterstützte adaptive Unterricht. Ein Team aus Forschenden des Instituts für Erziehungswissenschaft der Universität Tübingen um Professor Andreas Lachner und Professor Thorsten Bohl hat erstmals untersucht, wie wirksam diese Unterrichtsmethode ist. Über verschiedene Fächer hinweg arbeiteten sie dafür eng mit Lehrkräften zusammen. Das Ergebnis: Technologieunterstützter adaptiver Unterricht ist nicht nur praktikabel im Schulalltag, er führt im Vergleich zu traditionellem Unterricht auch zu einem signifikant nachhaltigeren Lernerfolg. Die Studie wurde im Fachjournal <i><span lang="en" dir="ltr">Learning and Instruction</span></i>veröffentlicht.</p><p>Adaptiver Unterricht bedeutet, dass Lehrkräfte ihren Unterricht an individuelle Bedarfe der Schülerinnen und Schüler anpassen. Dazu erheben sie regelmäßig den Fortschritt der Schülerinnen und Schüler und verwenden moderne Lehr-Tools, etwa für die digitale Zusammenarbeit, zur Erhebung des Lernstands oder zur gezielten Bereitstellung individualisierter Lernmaterialien.</p><h3>Wissenschaft und Praxis im Austausch</h3><p>Insgesamt entwickelten die Forschenden gemeinsam mit den Lehrkräften zwölf technologieunterstützte adaptive Lehreinheiten, die über drei bis vier Wochen in den Klassen bearbeitet wurden. Diese Lehreinheiten unterschieden sich wiederum in der Anzahl der vorgesehenen adaptiven Inhalte. Während direkte Nachtests bereits positive, aber nicht signifikante Effekte bei den adaptiv unterrichteten Schülerinnen und Schülern im Vergleich zur konventionell unterrichteten Kontrollgruppe zeigten, stellten die Forschenden vier Wochen nach der Intervention deutliche und nachhaltige Lernfortschritte fest. Die Schülerinnen und Schüler profitieren vor allem im Sprachunterricht von adaptiven Lehrmethoden. „Besonders stark fiel der Effekte in Lehreinheiten mit vielen adaptiven Elementen aus“, sagt Lachner. „Adaptiver Unterricht kann entscheidend für den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler sein.“</p><p>An der Studie nahmen 656 Schülerinnen und Schüler in zwölf Lehreinheiten an sechs Schulen aus den Klassen sieben bis zwölf Teil. 45 Prozent davon waren weiblich, das Durchschnittsalter lag bei 14,91 Jahren.</p><p>Die adaptiven Unterrichtskonzepte wurden praxisnah entwickelt, die verwendeten Programme und Tools waren bereits in Gebrauch. „Kursmanagementsysteme wie Moodle oder ILIAS ermöglichen eine strukturierte Bereitstellung von Materialien. Um jedoch wirklich auf individuelle Voraussetzungen einzugehen, bedarf es didaktischer Verfahren, wie adaptiver Lernpfade, kontinuierlicher Diagnostik und gezieltem Feedback”, erklärt Lachner. „Nicht die Anschaffung teurer Geräte entscheidet über die Wirksamkeit adaptiven Unterrichts, sondern der didaktisch sinnvolle Einsatz digitaler Tools im Schulalltag – praxisnah, skalierbar und fächerübergreifend.“</p><p>Die Studie ist Teil des von der Vector Stiftung und Robert Bosch Stiftung geförderten DiA:Net-Projekts, in dessen Rahmen Lehrkräfte im Co-Design mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern adaptive, technologiegestützte Unterrichtseinheiten entwickeln. Alle Einheiten werden als frei verfügbare OER-Materialien veröffentlicht.</p><p>„Adaptiver Unterricht ist nicht nur eine Lösung für wenige, sondern ein Gewinn für alle Schülerinnen und Schüler und damit auch für unsere Lehrkräfte“, sagt Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. „Innovative Unterrichtskonzepte sind keine graue Theorie bleiben, sondern eine notwendige Antwort darauf, wie Schule in einer diversen Gesellschaft gerecht bleiben kann.“</p><h3>&nbsp;</h3><h3>Publikation:</h3><p>Sibley, L., Fabian, A., Plicht, C., Pagano, L., Ehrhardt, N., Wellert, L., Bohl, T., &amp; Lachner, A. (2025). <span lang="en" dir="ltr">Adaptive teaching with technology enhances lasting learning.</span><i><span lang="en" dir="ltr"> Learning and Instruction</span></i>, 99, 102141.<br><a href="https://doi.org/10.1016/j.learninstruc.2025.102141" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.learninstruc.2025.102141</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-121902</guid><pubDate>Tue, 22 Jul 2025 10:41:56 +0200</pubDate><title>38. Tübinger Poetik-Dozentur</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=121902&amp;cHash=d3b796b9687e4dbc4d8b21533dec1ad2</link><description>Jenny Erpenbeck und Peter Wawerzinek sprechen an der Universität Tübingen – Auftakt der Poetik-Dozentur mit Lesung in der Kunsthalle Würth</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen lädt zur 38. Tübinger Poetik-Dozentur ein:<br>Jenny Erpenbeck und Peter Wawerzinek werden vom 17. bis zum 21. November 2025 in Tübingen über ihre literarischen und essayistischen Texte sprechen. Zu Gast sind zudem Ute und Werner Mahler, die in ihren Fotografien vor allem das Alltagsleben in der DDR festgehalten haben. Die Vorlesungen und Gespräche finden jeweils um 19 Uhr in der Alten Aula (Münzgasse 30, Tübingen) statt und können auch über einen Livestream verfolgt werden. Jenny Erpenbeck liest zudem am Sonntag, den 16. November, um 11 Uhr, in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall.</p><p>Die Tübinger Poetik-Dozentur ist ein <strong>Projekt der Stiftung Würth</strong> und wird von der <strong>Adolf Würth GmbH &amp; Co. KG</strong> gefördert. Einmal jährlich werden Autorinnen oder Autoren eingeladen, öffentliche Vorlesungen zu halten sowie Workshops für Studierende anzubieten. Den traditionellen Auftakt bildet eine Lesung in der Kunsthalle Würth.</p><p>„Auch in diesem Jahr ist es wieder gelungen, für die Tübinger Poetik-Dozentur spannende literarische Perspektiven auf unsere Gegenwart und unsere geteilte Vergangenheit zu gewinnen“, sagt Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. „Das zeigt: Die Veranstaltung hat sich fest im literarischen und literaturwissenschaftlichen Diskurs etabliert.“&nbsp;</p><p><strong>Die Termine im Überblick</strong><br>Lesung von Jenny Erpenbeck, am Sonntag, 16. November, um 11 Uhr in der Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall. Die Lesung ist ausgebucht.</p><p><strong>Veranstaltungen an der Universität Tübingen</strong><br>jeweils 19 Uhr c. t., Alte Aula. Der Eintritt ist frei.</p><ul><li>Montag, 17. November: Vorlesung von Jenny Erpenbeck</li><li>Dienstag, 18. November: Vortrag von Ute und Werner Mahler &nbsp;</li><li>Mittwoch, 19. November: Jenny Erpenbeck im Gespräch</li><li>Donnerstag, 20. November: Vorlesung von Peter Wawerzinek</li></ul><p>Weitere Informationen unter <a href="http://www.poetik-dozentur.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.poetik-dozentur.de</a></p><p><strong>Die Gäste der Poetik-Dozentur 2025</strong></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-121899</guid><pubDate>Tue, 22 Jul 2025 10:15:56 +0200</pubDate><title>Zwergdinosaurier und Relativitätstheorie: Sommeruniversität 2025 stellt aktuelle Forschung vor</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=121899&amp;cHash=352c6401efce85c7ccd8d77d2a79e8a2</link><description>Forschende präsentieren ihre Arbeit der Öffentlichkeit – Reihe von Universität und Universitätsstadt Tübingen bietet Vorträge von Klimavariabilität, über Kolonialismus in Brettspielen bis zu Mathematik und mehr</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Sommeruniversität gibt in neun Vorlesungen im Juli und August wieder einem breiten Publikum Einblicke in die aktuelle Forschung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Die Reihe wird gemeinsam von der Universität und der Universitätsstadt Tübingen organisiert. Die Vorlesungen finden von <strong>Dienstag, 29. Juli, an bis Freitag, 8. August, jeweils um 10:15 Uhr im Hörsaal des Theologicums statt (Dauer 45 Minuten; Adresse: Liebermeisterstraße 16, 72076 Tübingen)</strong>. Im Anschluss an die Vorträge kann das Publikum Fragen stellen und mit den Expertinnen und Experten über deren Forschungsthemen diskutieren. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht notwendig. Folgende Vorträge sind Teil des Programms:</p><p><i><strong>Dienstag, 29. Juli</strong></i><br><strong>Dr. Timo Sedelmeier: Brettspiele und Kolonialismus</strong><br>Kolonialismus ist ein beliebtes Thema für (Brett-)Spiele, das gerne als Handlungsrahmen verwendet wird. Viele Personen begeistern sich für diese Spiele aufgrund des Unterhaltungswerts, der ihnen wegen der raffinierten Spielemechaniken zugeschrieben wird. Gleichzeitig mehrt sich die Kritik an den beständigen Neuerscheinungen von Spielen mit einer Kolonialisierungsstory und dem Umgang mit dem Thema in den Spielen. Vor diesem Hintergrund geht der Vortrag anhand ausgewählter Fallbeispiele der Frage nach, wie das Thema Kolonialismus umgesetzt wird, ethnische Stereotype reproduziert werden und dies in den einschlägigen Brettspiel-Foren diskutiert wird.</p><p><i><strong>Mittwoch, 30. Juli</strong></i><br><strong>Prof. Dr. Wolfgang Sannwald: Theresienstadts „schwarze“ und „tiefere“ Geschichte</strong><br>Theresienstadt ist als ehemaliges Ghetto für Menschen jüdischer Herkunft bekannt. Dorthin wurden zunächst auch die meisten „Tübinger Juden“ 1942 bis 1944 deportiert. Das Ghetto umfasste zwischen 1941 und 1945 das komplette Zentrum der heutigen Stadt Terezín in Tschechien, einer ehemaligen habsburgischen Festungsstadt. Reisebüros bewerben Individualreisen, Busfahrten und vor allem Klassenfahrten zur Gedenkstätte in der Kleinen Festung und zum einstigen Ghetto. Sannwald ist bei fünf Forschungsaufenthalten den dortigen erinnerungskulturellen Bedürfnissen, Zuschreibungen und Aneignungen nachgegangen. Er hinterfragt Symptome einer Konkurrenz zwischen Shoah-Gedenken und Habsburger-Hype vor Ort.</p><p><i><strong>Donnerstag, 31. Juli</strong></i><br><strong>Prof. Dr. Thomas Gasser: Können Alzheimer und Parkinson verhindert werden?</strong><br>Alterserkrankungen des Gehirns, wie Alzheimer und Parkinson, werden insbesondere aufgrund des steigenden Anteils älterer Menschen in unserer Bevölkerung immer häufiger. Ihre Symptome können zwar gelindert, aber ihr Fortschreiten bisher noch nicht verlangsamt oder gar gestoppt werden, eine Heilung scheint nicht in Sicht. Die Forschung hat in den vergangenen 20 Jahren viel über die Ursachen dieser Erkrankungen, die Krankheitsprozesse und Mechanismen der Zellschädigung gelernt. Es könnte gelingen, in diese Mechanismen gezielt einzugreifen, wenn die Symptome noch nicht spürbar sind. Dies würde bedeuten, dass häufige Alterserkrankungen des Gehirns, zumindest zum Teil, verhindert werden könnten.</p><p><i><strong>Freitag, 1. August</strong></i><br><strong>PD Dr. Gero Bauer: Hoffnung ohne Zukunft? Perspektiven aus der anglistischen Literatur- und Kulturwissenschaft</strong><br>Wir leben, so scheint es oft, in düsteren Zeiten. Eine Krise jagt die nächste, und es stellt sich die Frage, welche Zukunft wir uns als Gesellschaft noch vorstellen können. In der Literatur und Populärkultur spiegelt sich dieses Krisenbewusstsein in vermehrten Endzeitszenarien und einer Abwendung von optimistischen Narrativen. Aber sind dystopische und postapokalyptische Texte ‚nur‘ pessimistisch und haben das Nachdenken über ein gutes oder gar besseres Leben schon aufgegeben? Anhand einiger englischsprachiger Romane, Filme und Serien und in Bezug auf verschiedene Strömungen der Kulturtheorie wird gezeigt, wie gerade scheinbar pessimistische Erzählungen neue und ungewöhnliche Konzepte von Hoffnung und einem solidarischeren Miteinander aufzeigen können.</p><p><i><strong>Montag, 4. August</strong></i><br><strong>Prof. Dr. Regula Forster: Auf der Suche nach dem Stein der Weisen. Arabische Alchemie</strong><br>Die arabische Alchemie ist eine Fortsetzung der griechisch-hellenistischen Alchemie. Sie integriert aber auch chinesische und indische Elemente. Im lateinischen Westen wird die Alchemie erst durch die Übersetzungen aus dem Arabischen bekannt. Die Vorlesung führt ein in eine faszinierende Wissenschaft und ihre Literatur und geht auch der Frage nach, wie traditionelle religiöse Gelehrsamkeit in der arabisch-islamischen Welt mit einer „Geheimwissenschaft“ wie der Alchemie zu vereinbaren war.</p><p><i><strong>Dienstag, 5. August</strong></i><br><strong>Prof. Dr. Kira Rehfeld: Klimavariabilität und Erdsystemdynamik – wie und was wir für die Zukunft aus der Vergangenheit lernen können&nbsp;</strong><br>Das Erdsystem verändert sich über Jahrmillionen hinweg. Menschliche Eingriffe über die vergangenen Jahrhunderte haben die Entwicklung des Klimas in einer nie zuvor gekannten Geschwindigkeit verändert. Mit Klimasimulationen können vergangene Klimaveränderungen beschrieben, verstanden und ein Blick in die Zukunft geworfen werden. Mit Beobachtungsdaten und Rekonstruktionen aus Paläodaten, beispielsweise vor 127 000 Jahren, kann getestet werden, was eine Erwärmung von 1,5 Grad für das Erdsystem bedeutet. Zeitlich bewegen wir uns dabei von der Vergangenheit (seit dem weitgehenden Aussterben der Dinosaurier) bis in die Gegenwart und von den heute zu treffenden Entscheidungen bis in die nächsten 300 Jahre.</p><p><i><strong>Mittwoch, 6. August</strong></i><br><strong>Dr. Abdelghafar Salim: Lebenswelten muslimischer Geflüchteter in Deutschland</strong><br>Seit 2015 haben viele Menschen aus islamisch geprägten Ländern in Deutschland Zuflucht gefunden. Ihre Ankunft hat wichtige Diskussionen über Integration und das Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft angestoßen. Dabei wird die Religionszugehörigkeit muslimischer Geflüchteter häufig mit Integrationsherausforderungen verbunden. Zugleich besteht ein erheblicher Bedarf an vertieftem Wissen über ihre alltäglichen Lebenswelten: Wie gestalten muslimische Geflüchtete ihr religiöses Leben im deutschen Kontext? Welche Rolle spielt Religion im Zusammenspiel mit prägenden Erfahrungen wie Flucht, Traumata und Gefühlen von Unsicherheit? Der Vortrag greift diese Fragen auf und zieht Rückschlüsse für gesamtgesellschaftliche Herausforderungen und die Integrationsdebatte.</p><p><i><strong>Donnerstag, 7. August</strong></i><br><strong>Dr. Felix Augustin: Die Insel der Zwergdinosaurier</strong><br>Wenn wir an Dinosaurier denken, fallen uns zuerst spektakuläre Riesenformen aus weit entfernten Gebieten der Erde ein. Doch kurz vor dem Aussterbeereignis am Ende der Kreidezeit lebten einige der ungewöhnlichsten Dinosaurier aller Zeiten mitten in Europa – auf kleinen Inseln inmitten eines subtropischen Meeres. In diesem Vortrag werden die einzigartigen Dinosaurier aus Transsilvanien vorgestellt.</p><p><i><strong>Freitag, 8. August</strong></i><br><strong>Prof. Dr. Carla Cederbaum: Symmetrien in Mathematik und Allgemeiner Relativitätstheorie</strong>&nbsp;<br>Bereits in der Schule beschäftigen wir uns mit Symmetrien wie etwa der Spiegelsymmetrie ebener Figuren oder der Rotationssymmetrie dreidimensionaler Körper. Diese sind nicht nur ästhetisch, die Symmetrie hilft uns auch beispielsweise den Flächeninhalt einer ebenen Figur oder das Volumen eines dreidimensionalen Körpers zu bestimmen. Auch in der mathematischen Forschung spielen Symmetrien eine große Rolle. Wir werden über die mathematische Definition von Symmetrien sprechen und ergründen, welche Rolle Symmetrien in der (Differential-)Geometrie und Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie spielen.</p><p>„Mit der Sommeruniversität ermöglichen wir interessante Einblicke in verschiedene Forschungsbereiche an der Universität Tübingen. Die Vortragenden präsentieren ihre aktuellen Ergebnisse, offenbaren den Teilnehmenden neues Wissen und bieten ihnen so neue Perspektiven“, sagt Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. Das Programm ist im Internet unter <a href="http://www.uni-tuebingen.de/de/39634" target="_blank" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de/de/39634</a> zu finden, als Programmheft erhältlich in öffentlichen Stellen und beim Fachbereich Kunst und Kultur der Universitätsstadt Tübingen. Die Sommeruniversität wird seit 2004 gemeinsam von der Universitätsstadt Tübingen und der Universität Tübingen veranstaltet.</p><p>Für Personen mit Hörgerät wird eine mobile drahtlose Signalübertragungsanlage (FM-Anlage) angeboten. Das Hörgerät muss jedoch mit einer sogenannten aktivierten „T-Spule“ ausgestattet sein.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-121818</guid><pubDate>Fri, 18 Jul 2025 15:30:27 +0200</pubDate><title>Mobile Activity Lab: Körperliche Bewegung mit Menschen vor Ort erforschen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=121818&amp;cHash=5262d518fd95496d1c27402640715f78</link><description>Forschende der Universität und des Universitätsklinikums Tübingen untersuchen mit mobilem Labor Bewegung und Gesundheit schwer erreichbarer Zielgruppen – Konzept zählt zur Exzellenzstrategie</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ob Kindergärten, Schulen, Unternehmen, Seniorenresidenzen, Märkte oder Messeplätze: Das Mobile Activity Lab (MAL) der Universität Tübingen besucht in der Region Neckar-Alb und Stuttgart künftig Orte, an denen Menschen zusammenkommen. Ziel ist es, anhand der Mitwirkung der Bevölkerung wissenschaftliche Erkenntnisse zur Förderung von Bewegung und Gesundheit schwer erreichbarer und vulnerabler Zielgruppen zu generieren, die dann der Gesellschaft zugutekommen. Das MAL wirkt damit im Rahmen der Exzellenzstrategie Research – Relevance – Responsibility der Universität Tübingen. Das Konzept ist deutschlandweit inhaltlich und strukturell eine einmalige Forschungs- und Dienstleistungseinrichtung im Bereich der aktivitätsbezogenen Prävention und Gesundheitsförderung.</p><p>Forschende gehen mit dem MAL der Frage nach, warum sich manche Menschen häufiger und andere weniger oder gar nicht bewegen – obwohl gemeinhin bekannt ist, dass regelmäßige körperliche Aktivität der einfachste Weg darstellt, sich vor vielen Krankheiten zu schützen. Erreicht werden soll das über Bewegungsmonitoring unter Alltagsbedingungen, soziale Anreizsysteme und Analyse individueller Trainingsbedarfe und Trainingsmotivation.</p><p>Das Projekt, an dem Forschende aus der Sportwissenschaft und der Sportmedizin mitwirken, ist interdisziplinär aufgebaut und gehört zum Interfakultären Forschungsinstitut für Sport und körperliche Aktivität der Universität Tübingen. Im Gepäck des MAL, das aus zwei Containerlaboren besteht und via Lkw transportiert wird, immer mit dabei: Laufband, Ergometer und jede Menge medizinische Messgeräte und sportwissenschaftliche Testverfahren.&nbsp;</p><p><strong>Berührungspunkte zwischen Wissenschaft und Gesellschaft</strong></p><p>„Mit dem Mobile Acitivity Lab schaffen wir als Universität einmal mehr Berührungspunkte zwischen Wissenschaft und der breiten Gesellschaft“, sagt Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. „Wir erweitern damit unser vielfältiges Angebot im Bereich Public Engagement, zu dem auch der Pop-up-Store Eckstein oder der BürgerInnenrat KI und Freiheit zählt, um ein weiteres innovatives und attraktives Angebot für alle Bevölkerungsgruppen.“ Prof. Dr. Andreas Nieß, ärztlicher Direktor der Abteilung Sportmedizin am Uniklinikum Tübingen, freut sich, „dass durch das MAL nun auch interdisziplinäre Projekte und Feldstudien realisiert werden können, die bisher so nicht möglich waren“.&nbsp;<br><br>Bevor das MAL seine Reise durchs Land beginnt, wird es am Montag, 21. Juli, auf dem Campus des Instituts für Sportwissenschaften der interessierten Öffentlichkeit präsentiert (Wilhelmstraße 124). Die Präsentation ist zugleich der Abschluss für das Studium Generale zum Thema „Leistung, Bildung und Gesundheit: Interdisziplinäre Perspektiven von Sportwissenschaft und Sportmedizin“, das an diesem Tag als Podiumsdiskussion konzipiert ist. Dabei diskutieren Professor Klaus Pfeifer (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg), Stefan Anderer, beim Württembergischen Landessportbund verantwortlich für Sport und Gesellschaft, Professorin Yolanda Demetriou, (Institut für Sportwissenschaft der Universität Tübingen), Professor Ansgar Thiel (Deutsche Sporthochschule Köln) und Christine Vollmer, Leiterin der Fachabteilung Schule und Sport der Stadt Tübingen, über das Thema: „Zwischen nationalem Bewegungsgipfel und Bewegungsförderung in der Kommune – Weichenstellungen für mehr bewegungsbezogene Prävention“. Die Podiumsdiskussion beginnt um 18:15 Uhr, im Anschluss daran können Besucherinnen und Besucher das MAL auf dem Gelände des Instituts für Sportwissenschaften besichtigen und erste Eindrücke aus angelaufenen Projekten gewonnen werden.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-121692</guid><pubDate>Thu, 17 Jul 2025 13:21:18 +0200</pubDate><title>Forschen für eine starke Demokratie</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=121692&amp;cHash=9485f451c66458792edea63cea268242</link><description>Festakt würdigt Gründung des Tübinger Instituts für Rechtsextremismusforschung an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät – Landtagspräsidentin Aras: „Wir dürfen die Gefahr des Rechtsextremismus nicht unterschätzen“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Mit einem Festakt hat die Universität Tübingen am gestrigen Mittwoch, 16. Juli, die Gründung des Instituts für Rechtsextremismusforschung (IRex) im Audimax gewürdigt. Unter den Gästen aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft waren Landtagspräsidentin Muhterem Aras sowie die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Petra Olschowski. Das im Jahr 2023 gegründete IRex hat den Auftrag, die Demokratie mit wissenschaftlichen Mitteln zu stärken und Staat sowie Zivilgesellschaft widerstandsfähiger gegen rechtsextreme Ideologien zu machen.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-121458</guid><pubDate>Mon, 14 Jul 2025 10:13:50 +0200</pubDate><title>Was eine Ressource ist, bestimmt die Gesellschaft</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=121458&amp;cHash=18cd5ae8b4f1c70e74a716a269245bb7</link><description>Fachübergreifendes Forschungsteam der Universität Tübingen erweitert unser Verständnis von Ressourcen und beschreibt sie als kulturell konstruiert – Abschluss eines Sonderforschungsbereichs</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ressourcen werden erschlossen, verbraucht und können knapp sein. Doch was genau ist eigentlich eine Ressource? Als erstes kommen etwa Erdölvorräte oder Edelmetalle in den Sinn. Bei genauerer Betrachtung sind Ressourcen viel schwerer zu fassen: Sie können materiell, aber auch immateriell sein. Sie unterliegen dem Wandel, verlieren ihren Status als unentbehrliches Gut, und neue greifbare oder abstrakte Dinge werden zur Ressource. Rund 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sich im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Sonderforschungsbereichs „RessourcenKulturen“ an der Universität Tübingen in mehr als 20 Teilprojekten in den Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften über zwölf Jahre hinweg intensiv mit Ressourcen auseinandergesetzt. Sprecher und stellvertretender Sprecher des Sonderforschungsbereichs sind Professor Martin Bartelheim aus der Ur- und Frühgeschichte und Professor Thomas Scholten aus der Bodenkunde und Geomorphologie. Gemeinsam mit zahlreichen weiteren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern haben sie das Thema Ressourcen umfassend beleuchtet und aufbereitet, sodass ihre Begriffsklärungen als Grundlage für künftige Forschungsarbeiten dienen können.</p><p>Teilprojekte des Sonderforschungsbereichs „RessourcenKulturen. Soziokulturelle Dynamiken im Umgang mit Ressourcen“ behandelten ein weites Themenspektrum aus der Archäologie, Ethnologie, Geografie, Geschichte, Altphilologie und Wirtschaftsgeschichte. Die Themen der verschiedenen Forschungsgruppen erstreckten sich über große Zeiträume und Distanzen: von der Raumerschließung durch Ressourcennutzung der Neandertaler bis zur prähistorischen Erzförderung auf der iberischen Halbinsel, der Vernichtung von Ressourcen durch die Wikinger bis zur Bedeutung materieller Ressourcen in religiösen Kontexten im modernen Indien.</p><p>Die Forscherinnen und Forscher untersuchten, wie etwas zu einer Ressource für gesellschaftliche Entwicklungen wird und welche sozialen Dynamiken der Bedarf und die Nutzung dieser Ressourcen auslöst. Sie gehen von der Beobachtung aus, dass Gesellschaften in unterschiedlichen Zeiten und Orten ganz eigene Vorstellungen davon entworfen haben, was für ihr Zusammenleben von besonderem Wert ist.</p><h3>Verbindung zum Thema Nachhaltigkeit</h3><p>„Ressourcen sind nicht naturgegeben, sondern Ausdruck kultureller Bewertungen“, sagt Martin Bartelheim. Außer Rohstoffen und Prestigegütern zählten zu Ressourcen auch Wissen oder religiöse Weltvorstellungen. „Ressourcen treten meist in Komplexen auf, also in Kombination mit verschiedenen anderen Mitteln, die für ihre Nutzung nötig sind“, setzt Bartelheim hinzu. „Für die Entstehung von Gesellschaften sind die Auswahl bestimmter Ressourcen und die Vorschriften zum Umgang mit ihnen bedeutsam.“ Die Forscherinnen und Forscher betrachteten die Prozesse, die durch den Umgang mit Ressourcen ausgelöst werden und von Migration, sozialer Mobilität und Wohlstand bis hin zu Kriegen, Eroberungen und Zerstörungen reichen. Ziel war es, Modelle zu entwickeln, die den Zusammenhang von kulturellen Vorstellungen und Werten, materiellen wie immateriellen Ressourcen und sozialen Entwicklungen über lange Zeiträume und große Distanzen sichtbar machen.</p><p>Entscheidend in der Zusammenarbeit im Sonderforschungsbereich sei gewesen, dass Grenzen zwischen den Fächern überwunden werden konnten, sagt Thomas Scholten: „Ressourcen im klassischen Sinne, wie Bodenschätze, sind Thema der Geowissenschaft. Die tut sich schwer mit dem menschlichen Faktor, der in den Geistes- und Sozialwissenschaften stärkere Berücksichtigung findet. Nur gemeinsam konnten wir zu einer umfassenden Neudefinition von Ressourcen kommen.“ Er weist außerdem darauf hin, dass Ressourcen eng mit dem Thema Nachhaltigkeit verbunden sind, wodurch sie neu betrachtet werden müssen. „Heute nehmen die Bemühungen stark zu, Ressourcen nicht als Verbrauchsgut zu betrachten, sondern in Kreisläufen zu denken.“</p><p>„Im Sonderforschungsbereich ‚RessourcenKulturen‘ haben die beteiligten Forscherinnen und Forscher über die maximale Laufzeit von zwölf Jahren eine bemerkenswerte Dynamik aufrechterhalten. Dies ist ein besonders gelungenes Beispiel der interdisziplinären Zusammenarbeit“, sagt Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, die Rektorin der Universität Tübingen.</p><h3>Weitere Informationen:</h3><p>Der <a href="/pt/forschung/forschungsschwerpunkte/sonderforschungsbereiche/sfb-1070/">Sonderforschungsbereich 1070 „RessourcenKulturen. Soziokulturelle Dynamiken im Umgang mit Ressourcen“</a> läuft vom 1. Oktober 2013 bis 30. Juni 2025.</p><h3>Publikation:</h3><p>Zum Abschluss des Sonderforschungsbereichs haben die Sprecher und weitere Beteiligte ein Buch als fachübergreifendes Standardwerk zum Thema Ressourcen herausgegeben:</p><p>Herausgeber: Bartelheim, Martin; Hardenberg, Roland; Männlein, Irmgard; Riehl, Simone; Schade, Tobias; Scholten, Thomas: ResourceCultures – How Resources Affect Societies. Reichert Verlag, 2025. ISBN 9783752008685.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-121164</guid><pubDate>Tue, 08 Jul 2025 09:30:48 +0200</pubDate><title>Kajal aus der Eisenzeit im Iran nach bisher unbekanntem Rezept</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=121164&amp;cHash=e1c2dbf437055e2907febe6da4e1f354</link><description>Internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Tübingen entdeckt ungewöhnliches schwarzes Make-up für die Augen an Ausgrabungsstätte aus dem 7. bis 9. Jahrhundert v. Chr.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Schwarzes Make-up für die Augen aus dem neunten bis siebten Jahrhundert v. Chr. im Nordwesten des heutigen Iran enthielt natürlichen Graphit und Manganoxid – anders als das weitverbreitete Kajal dieser Zeit im Mittleren Osten, das häufig auf der Basis von Blei hergestellt wurde. Die einzigartige Rezeptur für Kajal entdeckte ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Silvia Amicone von der Arbeitsgruppe Archäometrie der Universität Tübingen bei der Untersuchung von Proben aus der Friedhofsfundstätte Kani Koter an der Ostgrenze des früheren Assyrischen Reichs. Das Ergebnis gibt Einblick in kosmetische Praktiken im früheren Mittleren Osten und in die materielle Kultur vom Rande des Assyrischen Reichs. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Archaeometry veröffentlicht.</p><p>Bei der Fundstätte Kani Koter handelt es sich um einen Friedhof, auf dem in der Eisenzeit Tote bestattet wurden. „Darunter sind auch Gräber der früheren Eliten mit reichen Grabbeigaben“, berichtet Dr. Shelir Amelirad von der Universität Heidelberg. Es fanden sich Gegenstände für die Körperpflege wie Spiegel und Instrumente zum Auftragen von Make-up sowie ein Keramikgefäß, das einen schwarzen Puder enthielt. Die Gegenstände wiesen Elemente eines assyrischen Stils auf. Das Forschungsteam analysierte den schwarzen Puder mit einer Reihe von wissenschaftlichen Techniken.</p><h3>Lokal verfügbare Ressourcen</h3><p>„Unsere Befunde offenbarten ein völlig neues Kajalrezept“, sagt Silvia Amicone. „Statt Blei oder organischen Inhaltsstoffen, wie sie typischerweise in alten Rezepturen zu finden sind, wurde hier Graphit verwendet, was gut auf der Haut haftet und ihr ein auffällig schimmernd metallisches Aussehen verliehen haben dürfte.“ In der Make-up-Mischung seien keine organischen Stoffe entdeckt worden. „Wir können heute nicht sagen, ob auf solche Zutaten bewusst verzichtet wurde, oder ob sie über die Zeit zersetzt wurden“, fügt Amicone hinzu. Der Gebrauch von schwarzem Hartmanganerz und natürlichem Graphit deute auf die kreative Verwendung von lokal verfügbaren Ressourcen aus dem mineralreichen Zagros-Gebirge hin.</p><p>„Die Entdeckung fügt unserem Wissen über den persönlichen Schmuck der Menschen und ihr Auftreten in der früheren Welt neue Details hinzu. So erfahren wir vor allem mehr über das kulturelle Leben der Eliten im Gebiet zwischen Assyrien und dem Iran“, fasst die Forscherin die Ergebnisse zusammen.</p><p>Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, die Rektorin der Universität Tübingen, kommentiert die Entdeckung: „Die Analyse einer Grabbeigabe öffnet hier ein Fenster in eine frühere Welt, die unserer heutigen in überraschenden Details ähneln kann. Unsere Forscherinnen und Forscher fügen durch den Einsatz moderner naturwissenschaftlicher Methoden dem Wissen über die kulturelle Entwicklung der Menschen immer wieder neue Bausteine hinzu.“</p><h3>Publikation:</h3><p>Silvia Amicone, Baptiste Solard, Shelir Amelirad, Eghbal Azizi, Lara Maritan, Maxime Rageot, Chris-toph Berthold, Karen Radner: Eye makeup in Northwestern Iran at the time of the Assyrian Empire: a new kohl recipe based on manganese and graphite from Kani Koter (Iron Age III). Archaeometry, <a href="https://doi.org/10.1111/arcm.13097" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1111/arcm.13097</a>&nbsp;<br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-120981</guid><pubDate>Wed, 02 Jul 2025 10:36:11 +0200</pubDate><title>Kleine Werkzeuge, große Tiere: 430.000 Jahre alte Schlachterei untersucht</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=120981&amp;cHash=7557126ebb3b650b0ac4ef0b44b89cf5</link><description>Frühe Menschen nutzten eine ausgeklügelte Kombination aus Techniken und Materialien zur Werkzeugherstellung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein internationales Forschungsteam hat eine neue Studie zu einem der ältesten bekannten Fundorte für die Verarbeitung von Tierfleisch durch Menschen im südlichen Balkan veröffentlicht. In Marathousa 1, einer archäologischen Fundstätte im griechischen Megalopolis-Becken, fanden Forschende nicht nur zahlreiche Steinwerkzeuge, die Hinweise auf das Verhalten früher Menschen geben, sondern auch Überreste des ausgestorbenen Waldelefanten Palaeoloxodon antiquus. Die in der Fachzeitschrift <i>PLOS ONE</i> veröffentlichte Untersuchung unter der Leitung des Senckenberg <span lang="en" dir="ltr">Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> an der Universität Tübingen zeigt, dass bereits vor etwa 430.000 Jahren verschiedene Techniken zur Werkzeugherstellung genutzt wurden – je nach Material und Zweck. Die frühen Homininen stellten die für die Fleischzerlegung benötigten scharfen Abschläge sowohl durch freihändiges Abschlagen als auch mit „bipolaren Schlagtechniken“ her.</p><p>Der derzeit älteste bekannte archäologische Fundplatz Griechenlands liegt in der Region Megalopolis im zentralen Peloponnes (Arkadien, Griechenland). „Das unter freiem Himmel liegende Marathousa 1 wurde erst vor etwas mehr als zehn Jahren entdeckt und auf ein Alter von etwa 430.000 Jahre datiert“, erklärt Dalila De Caro, Erstautorin der Studie und Doktorandin in der Abteilung Paläoanthropologie der Universität Tübingen, und fährt fort: „Die Fundstelle bietet eine seltene Gelegenheit, das Verhalten der Menschen im südlichen Europa während des Mittelpleistozäns zu erforschen.“</p><p>De Caro hat gemeinsam mit weiteren Forschenden der Universität Tübingen, des Senckenberg <span lang="en" dir="ltr">Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> (SHEP), der griechischen Universität Ioannina und der Abteilung für Paläoanthropologie und Höhlenforschung des Griechischen Ministeriums für Kultur und Sport Steinwerkzeuge aus der Fundstelle untersucht, die zusammen mit Tierknochen – vor allem mit Überresten von Ur-Elefanten – gefunden wurden. „Wir wollten herausfinden, wie frühe Menschen ihre Werkzeuge herstellten und deren Fertigung organisierten. Außerdem hat uns interessiert, welchen Einfluss die ressourcenreiche Umgebung des Megalopolis-Beckens – mit reichlich Wasser, Rohstoffen und Tieren – auf ihr Verhalten hatte“, legt De Caro dar.</p><p>„Die Knochen der tierischen Großfauna weisen Schnittspuren und Schlagmarken auf – klare Hinweise auf das Zerlegen und Verarbeiten der Tiere durch Menschen. Das macht den Fundplatz zu einem bedeutenden Zeugnis für die Lebensweise von Homininen im Mittelpleistozän“, fügt SHEP-Forscherin Professorin Katerina Harvati hinzu.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-120933</guid><pubDate>Tue, 01 Jul 2025 08:54:09 +0200</pubDate><title>Neue Theorie zur Entstehung des Merkur </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=120933&amp;cHash=bf921811174b68a114772dd154d685a1</link><description>Université Paris Cité, brasilianisches Observatório Nacional und Universität Tübingen kooperieren zur Erforschung des sonnennächsten Planeten – neue Erklärung für die Entstehung des Merkurs</description><content:encoded><![CDATA[<p>Merkur ist nicht nur ähnlich groß wie unser Mond, sondern wie dieser grau und mit Kratern übersät. Das Besondere am sonnennächsten Planeten verbirgt sich in seinem Inneren: In Anbetracht seiner geringen Größe besitzt Merkur einen unverhältnismäßig großen Eisenkern. Ein Phänomen, das mit traditionellen Theorien zur Planetenbildung schwer zu erklären ist.</p><p>Ein internationales Team von Forschenden des brasilianischen Nationalen Observatoriums (ON/MCTI), der Université Paris Cité, der School of Engineering and Sciences der UNESP/Guaratinguetá und der Universität Tübingen hat jetzt auf Grundlage von Computersimulationen eine neue Theorie zur Entstehung Merkurs entwickelt: Demnach könnte der Planet aus einer Streifkollision zweier Protoplaneten (Massenobjekte, die die Anfangsphase der Planetenentwicklung bilden) entstanden sein. Das Programm zur Simulation dieses Ereignisses entwickelten Forschende der Universität Tübingen. Die Studie zur Theorie wurde im Fachmagazin Nature Astronomy veröffentlicht.</p><h3>Streifkollision statt Einschlag</h3><p>Zusammen mit Venus, Erde und Mars gehört Merkur zu den Gesteinsplaneten und besitzt eine feste Oberfläche. Im Vergleich zu anderen Gesteinsplaneten weist er aber mehrere bisher nicht gänzlich verstandene Eigenschaften auf: Er besitzt einen großen festen Eisenkern und einen flüssigen äußeren Kern, der aus Eisen, Schwefel und Silikaten besteht. Ein eisenarmer Silikatmantel liegt unter einer nur zehn Kilometer dicken Silikatkruste, die eine erstaunlich dünne äußerste Schicht darstellt.</p><p>Um diese ungewöhnliche Zusammensetzung zu erklären, ging man davon aus, dass Merkurs jetzige Form durch den gewaltigen Einschlag eines kleineren Himmelskörpers entstanden sei. Kollisionen dieser Art sind jedoch extrem selten. Dr. Fernando Roig, der stellvertretende Direktor des ON/MCTI, und Dr. Patrick Oliveira Franco von der Université Paris Cité konnten mithilfe neuer hydrodynamischer Simulationen nachweisen, dass die anomale Struktur des Planeten möglicherweise auf ein deutlich häufigeres Ereignis zurückzuführen ist: eine gigantische Streifkollision zwischen zwei Protoplaneten ähnlicher Größe im frühen Sonnensystem.</p><h3>Mit Hochleistungsrechnern zum Ursprung eines Planeten</h3><p>In der Simulation variierten die Forschenden den Aufprallwinkel und die Geschwindigkeit der Kollisionen. Sie stellten fest, dass Einschlagsbedingungen, bei denen die Kollision gerade stark genug war, um den Großteil des Mantels abzutrennen, einen Körper hervorbrachten, der Merkurs charakteristisch kleine Größe und sein metallreiches Inneres aufwies. „Die Arbeit bestärkt die Idee, dass Rieseneinschläge nicht nur Teil der Planetenbildung sind – sie könnten sogar der Hauptfaktor sein, der die endgültige Struktur der Gesteinsplaneten im Sonnensystem geformt hat“, sagt Hauptautor der Studie Patrick Franco.</p><p>Die Streifkollision wurde mit einem speziellen Computerprogramm simuliert, das in der Abteilung Computational Physics am Institut für Astronomie und Astrophysik der Universität Tübingen von Dr. Christoph Schäfer gemeinsam mit Postdoc Christoph Burger entwickelt wurde. „Das Computerprogramm nutzt spezielle Graphikkarten zur Berechnung. Moderne High-Performance Computing Architekturen wie wir sie hier in Tübingen für unsere Forschung zur Verfügung haben, machen die Entwicklung und Verwendung unseres Programmcodes erst möglich. Simulationen, die vorher Monate in Anspruch genommen haben, sind so in wenigen Tagen möglich“, sagt Christoph Schäfer. „So konnten die Kollegen mithilfe unseres Codes in kurzer Zeit viele verschiedene Parameter simulieren.“</p><h3>Publikation:</h3><p>Patrick Franco, Fernando Roig, Othon C. Winter, Rafael Sfair, Christoph Burger &amp; Christoph Schäfer: Formation of Mercury by a grazing giant collision involving similar-mass bodies. Nature Astronomy, <a href="https://doi.org/10.1038/s41550-025-02582-y" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41550-025-02582-y</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-120357</guid><pubDate>Mon, 16 Jun 2025 10:30:07 +0200</pubDate><title>Wirtschaftliche Ungleichheit erhöht Risiko für Bürgerkrieg</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=120357&amp;cHash=f346b23c176218b50bb6ab57ef883c6e</link><description>Studie der Universität Tübingen analysiert Verteilung von Land und Einkommen in den vergangenen zweihundert Jahren – Risiko für Bürgerkrieg in den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Russland gestiegen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Steigt die wirtschaftliche Ungleichheit innerhalb eines Landes, erhöht sich das Risiko für den Ausbruch eines Bürgerkriegs. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Lehrstuhls für Wirtschaftsgeschichte an der Universität Tübingen nach der Auswertung von Daten aus zwei Jahrhunderten für insgesamt 193 Länder. Die Studie ist im Fachjournal <i><span lang="en" dir="ltr">Review of Income and Wealth</span></i> erschienen.</p><p>Ein neu entwickelter Maßstab zur Berechnung von wirtschaftlicher Ungleichheit machte die Analyse über diesen langen Zeitraum möglich. Der Maßstab berücksichtigt Einkommen, Landbesitz und Abweichungen von der durchschnittlichen Körpergröße gleichermaßen. „Je weiter wir in die Geschichte zurückblicken, desto lückenhafter werden in Geld gemessene Einkommensdaten“, sagte Professor Jörg Baten vom Lehrstuhl für Wirtschaftsgeschichte der Universität Tübingen und Leiter der Studie. Für den globalen Süden lägen beispielsweise vor 1980 kaum verlässliche Informationen vor. „Die Verteilung von Land und die Körpergröße dagegen sind einfacher zu messen und bis ins frühe 19. Jahrhundert gut dokumentiert“, so Baten.</p><p>Während individuelle Unterschiede in der Körpergröße stark von der genetischen Veranlagung abhängen, spielen sie für die durchschnittliche Körpergröße in einer Bevölkerung kaum eine Rolle. „Stattdessen beeinflussen Nahrung und der Zugang zu medizinischer Versorgung den durchschnittlichen Körperwuchs in einer Bevölkerung“, so Baten. Entsprechend stark weicht die Körpergröße von Einkommensgruppen innerhalb der Gesellschaften voneinander ab. Zum Beispiel: In den Jahrzehnten vor dem US-Bürgerkrieg 1861-65 stiegen die Unterschiede der Körpergröße zwischen ungelernten Arbeitern und höheren Einkommensgruppen von 1.6 auf 3.0 cm an (und auch die Unterschiede in der Gesamtbevölkerung). Durch ähnliche Indikatoren lassen sich Lücken in den Datenreihen über ungleiche Einkommensverteilung schließen.</p><p>Baten und sein Team setzten nun ihren neuen Maßstab für Ungleichheit mit der Zahl von Bürgerkriegen in einem Land pro Jahrzehnt in Beziehung. Dazu griffen sie auf die Datenbank „<span lang="en" dir="ltr">Correlates of War Project (COW)</span>“ zurück. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dieser US-amerikanischen, digitalen Forschungsplattform definieren einen Krieg oder Bürgerkrieg als Konflikt mit über 1.000 Toten durch Kampfhandlungen in einem Jahr. Insgesamt bezog die Studie Datensätze aus 193 Ländern weltweit ein, wobei Grenzveränderungen berücksichtigt wurden.</p><p>Die Berechnungen ergaben einen statistisch auffälligen Zusammenhang zwischen ungleicher Einkommensverteilung und dem Ausbruch von Bürgerkriegen. Die Ergebnisse lassen sich anhand vergangener Ereignisse überprüfen: Beispielsweise war Land in Russland vor der Oktoberrevolution von 1917 extrem ungleich verteilt – was wesentlich zum Ausbruch von Revolution und Bürgerkrieg führte und von dem neuen Indikator auch mit einer entsprechend hohen Wahrscheinlichkeit angezeigt wurde. Der neue Indikator macht auch Aussagen über das Risiko für Bürgerkriege heutzutage möglich: „In den USA ist die Ungleichheit der Einkommensverteilung in den vergangenen dreißig Jahren deutlich gestiegen. Entsprechend hat sich das Risiko eines Bürgerkriegs in den USA von 10 auf 21 Prozent drastisch erhöht", so Baten. Auch in Großbritannien, China, Indien und Russland sei im selben Zeitraum die Ungleichheit stark angestiegen.</p><h3>Weitere Variablen: Bevölkerung, vorangegangene Bürgerkriege, Demokratie</h3><p>„Wir haben überprüft, welchen Einfluss weitere Variablen auf den Ausbrauch von Bürgerkriegen hatten“, sagte Laura Radatz, Ko-Autorin der Studie. „So erhöhen die Größe eines Landes und seiner Bevölkerung natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass in diesem Land irgendwo ein Bürgerkrieg ausbricht.“ Entsprechend führt China die Liste mit neun Bürgerkriegen in den vergangenen zweihundert Jahren an, gefolgt von Mexiko, Argentinien, Kolumbien, Äthiopien, dem Irak, Russland und der Türkei. „Außerdem erhöhen vorangegangene Bürgerkriege die Wahrscheinlichkeit eines neuerlichen Waffengangs, zunehmende Demokratisierung dagegen verringern sie“, so Radatz. Die Höhe des Wirtschaftswachstums in einem Land habe laut der Studie keinen messbaren Einfluss auf das Risiko eines Bürgerkriegs.</p><p>Die Forschenden diskutieren auch, welche wirtschaftspolitischen Maßnahmen die ungleiche Einkommensverteilung und damit die Gefahr eines Bürgerkriegs reduzieren können. Eine progressivere Einkommenssteuer oder besserer Zugang zu hochwertiger Bildung für weite Teile der Bevölkerung erhöhten die Gleichheit in einem Land – und reduzierten die Gefahr eines Bürgerkriegs.</p><p>„Die Studie ist ein wichtiger Beitrag zum Verständnis der Dynamik von Bürgerkriegen. Wirtschaftliche Ungleichheit wird in der Literatur häufig als Grund für Konflikte genannt. Nun gibt es auch ein neues statistisches Maß zur Berechnung für diesen Zusammenhang in langfristiger und globaler Perspektive“, sagte Prof. Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen.</p><h3>Originalpublikation:&nbsp;</h3><p>Laura Radatz, Jörg Baten: <span lang="en" dir="ltr">„Measuring Multidimensional Inequality and Its Impact on Civil War Out-break in 193 Countries, 1810-2010”, Review of Income and Wealth, 2025,</span><a href="https://doi.org/10.1111/roiw.70016" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1111/roiw.70016</a></p><p><strong>Datenbank über Körpergrößen:</strong><br><a href="https://clio-infra.eu/Indicators/HeightGini.html" target="_blank" rel="noreferrer">https://clio-infra.eu/Indicators/HeightGini.html</a>&nbsp;</p><p><span lang="en" dir="ltr"><strong>Correlates of War Project </strong></span><strong>mit Daten zu Bürgerkriegen:</strong><br><a href="https://correlatesofwar.org" target="_blank" rel="noreferrer">https://correlatesofwar.org</a><br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-119643</guid><pubDate>Fri, 30 May 2025 09:57:00 +0200</pubDate><title>Genetische Spurensuche: Kolumbiens frühe Jäger und Sammler verschwanden vollständig</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=119643&amp;cHash=d96332a55077de8a60cc42ec7ff06772</link><description>Erkenntnisse zur Besiedelung Südamerikas – Forschende aus Tübingen und Bogotá untersuchen Erbgut aus dem alten Kolumbien – frühe Population durch spätere Migration aus Zentralamerika ersetzt </description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Mensch besiedelte Südamerika von Norden kommend. Auf dem Gebiet des heutigen Kolumbiens betraten die ersten Jäger und Sammler den Kontinent, um sich von dort weiter auszubreiten. Genetische Hinweise auf eine bisher unbekannte frühe Population fand jetzt ein internationales Forschungsteam der Universität Tübingen, des <span lang="en" dir="ltr">Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> und der Universidad Nacional de Colombia. Diese frühen Siedler des Altiplano, der Hochebene um Bogotá, die auf die Zeit vor 6.000 Jahren datiert werden, stellen eine bisher noch nicht beschriebene Population dar. Sie verschwand vor spätestens 2.000 Jahren und wurde von einer zweiten Migration aus Zentralamerika ersetzt. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift <span lang="en" dir="ltr">Science Advances</span> veröffentlicht.</p><p>Das Forschungsteam untersuchte das Erbgut von 21 Individuen aus fünf archäologischen Ausgrabungsstätten in der kolumbianischen Hochebene. „Dabei handelt es sich um die ersten jemals veröffentlichten menschlichen Genomdaten aus Kolumbien“, erläutert Professor Cosimo Posth von der Universität Tübingen, Seniorautor der Studie. Die Genproben wurden aus Knochen und Zähnen gewonnen und decken einen Zeitraum von fast 6.000 Jahren ab, bis kurz vor Beginn der spanischen Kolonisierung. Die ältesten Individuen stammen aus der Ausgrabungsstätte Checua, nördlich von Bogotá, auf einer Höhe von rund 3.000 Metern.</p><h3>Vollständiger Wechsel der Bevölkerung</h3><p>Das genetische Material aus der Ausgrabung in Checua gehört zu Individuen aus einer vergleichsweise kleinen Population von Jägern und Sammlern auf dem Altiplano. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Checua-Individuen von der frühesten Population abstammen, die sich innerhalb kürzester Zeit über Südamerika verbreitet und ausdifferenziert hat“, sagt Kim-Louise Krettek vom <span lang="en" dir="ltr">Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span>, Erstautorin der Studie. Was die Forschenden überraschte: Das Erbgut dieser Menschen verschwand vollständig aus der Bevölkerung und ist bereits bei etwa 2.000 Jahre alten Individuen aus der Region nicht mehr nachweisbar. „Wir konnten keine Nachfahren dieser frühen Jäger und Sammler der kolumbianischen Hochebene belegen – das Genmaterial wurde nicht weitergegeben. Das heißt: Im Gebiet um Bogotá kam es zu einem vollständigen Wechsel der Bevölkerung“, sagt Krettek.</p><p>Die genetischen Untersuchungen legten den Schluss nahe, dass die nachfolgende Kultur des Altiplanos durch Menschen aus zentralamerikanischen Regionen dorthin gelangte. „Die Menschen dieser zweiten Migrationsbewegung brachten neben technologischen Entwicklungen, wie der Keramik, wahrscheinlich auch die Chibcha-Sprachen mit ins heutige Kolumbien. Ableger dieser Sprachfamilie werden heute noch in Zentralamerika gesprochen“, erklärt Mitautorin Andrea Casas-Vargas von der Universidad Nacional de Colombia.</p><p>„Dass die genetischen Spuren einer ursprünglichen Population ganz verschwinden, ist ungewöhnlich, insbesondere in Südamerika“, sagt Casas-Vargas. Bisher sei in der Bevölkerung der Anden und des Südkegels von Südamerika über lange Zeit-räume und kulturelle Veränderungen hinweg eine starke genetische Kontinuität beobachtet worden. „So war es auch in der auf die Jäger und Sammler folgenden Populationen im kolumbianischen Altiplano bis zum Eintreffen der europäischen Eroberer vor etwa 500 Jahren, obwohl es in diesem Gebiet mit der Entwicklung der Muisca-Kultur einen massiven kulturellen Wandel gab“, berichtet Casas-Vargas.</p><h3>Genetische Geschichte ist keine kulturelle Geschichte</h3><p>„Fragen von Geschichte und Abstammung berühren einen sensiblen Bereich des Selbstverständnisses und der Identität der indigenen Bevölkerung“, sagt Cosimo Posth. „Die genetische Disposition darf aber nicht mit der kulturellen Identität gleichgesetzt werden.“ Das Forschungsteam aus Tübingen und Bogotá hat sich deshalb vor Abschluss der Arbeit mit der Guardia Indígena Muisca, lebenden Nachfahren der Muisca-Kultur in der Hochebene von Bogotá, ausgetauscht. „Als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich mit Fragen befassen, die für indigene Gemeinschaften in Kolumbien relevant sind, respektieren und schätzen wir den Reichtum des gemeinschaftsbasierten Wissens“, sagt Posth.<br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-119538</guid><pubDate>Thu, 22 May 2025 09:39:20 +0200</pubDate><title>Zuwachs für die Professorengalerie</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=119538&amp;cHash=69f36fdac3f5db30c8fbb6c466ffb903</link><description>Porträt des Altrektors Bernd Engler feierlich enthüllt – Auftragsarbeit des renommierten Porträtmalers Massimiliano Pironti – Rektorin Pollmann: „Professorengalerie ist lebendige Tradition“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Professorengalerie der Universität Tübingen erhält Zuwachs: Am Mittwoch, dem 21. Mai, wurde das Porträt von Altrektor Professor Dr. Bernd Engler enthüllt. Das beim italienischen Maler Massimiliano Pironti in Auftrag gegebene Gemälde wird zukünftig in der Neuen Aula im Großen Senat als Teil der Galerie zu sehen sein. Die umfangreiche Porträtsammlung reicht bis in das 16. Jahrhundert zurück und umfasst bislang nahezu ausschließlich männliche ehemalige Rektoren, Kanzler, Professoren sowie andere Funktionsträger der Universität Tübingen. An der feierlichen Enthüllung nahmen die Rektorin der Universität Tübingen, Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, der Künstler Massimiliano Pironti, Altrektor Professor Dr. Bernd Engler sowie Professor Dr. h.c. mult. Reinhold Würth teil.</p><p>„Mit dem Porträt Bernd Englers von Massimiliano Pironti wird das Werk eines weltweit bekannten Künstlers Teil der Professorengalerie“, sagt Rektorin Karla Pollmann anlässlich der Porträtenthüllung. „Ich freue mich über diesen jüngsten Zuwachs, der einen verdienten Altrektor beeindruckend würdigt. Dies zeigt: Die Professorengalerie ist eine lebendige Tradition, die wir mit Stolz fortführen.“ Im Namen der Universität Tübingen dankte sie dem Universitätsbund sowie besonders dem Unternehmen Würth, das sich ideell und finanziell an der Realisierung des Porträts beteiligte.</p><p>Der Kunsthistoriker Dr. Oliver Class ordnete Form und Inhalt des Werks während der Veranstaltung ein: „Massimiliano Pironti malt hier in altmeisterlicher Tradition und stellt damit einmal mehr unter Beweis, dass er zu den bedeutendsten Porträtmalern unserer Zeit gehört“, sagt Oliver Class. „Dem Künstler ist es gelungen, Bernd Engler sowohl in seiner Individualität als auch in seinem Amt darzustellen. Das Porträt ist damit ein außergewöhnlicher Zuwachs für die kunst- und wissenschaftshistorisch herausragend wertvolle Galerie.“&nbsp;</p><p>Mit über 300 Werken ist die Professorengalerie der Universität Tübingen die umfangreichste an einer deutschen Hochschule und steht unter Landesdenkmalschutz. Die ältesten Gemälde der Sammlung entstanden im 16. Jahrhundert. Noch heute pflegt die Universität die Tradition, Bildnisse der Rektoren anfertigen zu lassen.</p><p>„Es ist mir eine große Ehre, als ehemaliger Rektor nun Teil der traditionsreichen Gemäldegalerie der Universität zu sein“, sagt Professor Engler. „Dank der großzügigen Unterstützung des Unternehmens Würth konnte ich von dem renommierten und international ausgezeichneten Maler Massimiliano Pironti porträtiert werden, der sich der langen Tradition unserer universitären Porträtsammlung in hervorragender Weise verpflichtet zeigt.“</p><p>Bernd Engler war von 2006 bis 2022 Rektor der Universität Tübingen. Er wurde 1954 in Speyer geboren, studierte Anglistik/Amerikanistik, Germanistik und Philosophie an der Universität Freiburg und der University of Kent in Großbritannien. Nach seiner Promotion, Habilitation sowie Lehr- und Forschungsaufenthalten im Ausland wurde er 1992 nach Tübingen an den Lehrstuhl für Amerikanistik berufen.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-119217</guid><pubDate>Thu, 15 May 2025 15:48:05 +0200</pubDate><title>Peter Grathwohl als Prorektor für Forschung, Innovation und Transfer verabschiedet</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=119217&amp;cHash=5e5b6cd1393e80700b5017e45d6a13c6</link><description>Während elfjähriger Amtszeit zwei Exzellenzstrategien der Universität Tübingen erfolgreich entwickelt – Rektorin würdigt seinen Weitblick in Bezug auf Cyber Valley und im Bereich KI</description><content:encoded><![CDATA[<p>Er sei einer, der für Verlässlichkeit stehe; einer, der innerhalb des Rektorats der Universität Tübingen als wichtiger Ratgeber wirke und dort bekannt sei für seinen konstruktiven Pragmatismus. Mit diesen Worten hat Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen, heute zu Beginn der Senatssitzung in einer kleinen Feierstunde Professor Peter Grathwohl verabschiedet. „Sie haben in Ihren elf Jahren als Prorektor für Forschung, Innovation und Transfer das Prorektoratsamt und die Forschung gekonnt vereint. Dank Ihres Weitblicks waren und sind Sie ein vehementer Fürsprecher und Treiber der Entwicklung des Cyber Valley und des Bereichs Künstliche Intelligenz. Für Ihr umfangreiches und anhaltendes Engagement in all den Jahren danke ich Ihnen im Namen der gesamten Universität und auch persönlich von Herzen.“ Die Rektorin freute sich zudem darüber, dass sie den verabschiedeten Prorektor Peter Grathwohl in derselben Feierstunde nun als neuen Seniorprofessor der Universität begrüßen konnte.</p><p>„Eine klar definierte strategische Ausrichtung der Universität insbesondere mit Blick auf die Exzellenzstrategie war und ist mir ungemein wichtig. Ich habe gerne meine Erfahrung in den elf Jahren in die Bereiche Forschung, Innovation und Transfer einfließen lassen. Wir waren und sind hier in Tübingen hervorragend aufgestellt, und ich wünsche mir, dass das so bleibt“, sagte Peter Grathwohl, der künftig am Geo- und Umweltforschungszentrum weiter forschen, in der Lehre unterstützen und seine verbleibenden Doktoranden bis zu deren Promotion betreuen wird. Die Nachfolge im Prorektorat ist seit Oktober vergangenen Jahres geregelt: Anfang April hat Professorin Katja Schenke-Layland das Amt der Prorektorin für Forschung, Innovation und Transfer angetreten.</p><p>Vor elf Jahren, im März 2014, hatte zunächst der Universitätsrat Peter Grathwohl zum Prorektor gewählt, einen Monat später bestätigte der Senat die Wahl. Beide Gremien folgten damals der Empfehlung des Rektorats, angesichts der vielen Aufgaben die Position von einem Nebenamt in ein Hauptamt umzuwandeln. Damit blieb dem Professor für Hydrogeochemie deutlich weniger Zeit im Fachbereich als seinem Vorgänger. Seitens des Rektorats hieß es damals zu Beginn der Amtszeit, dass Forschung in dieser Funktion keineswegs untersagt sei. Eine Aussage, die der Prorektor in all den Jahren wörtlich nahm. So leitete er trotz der zahlreichen und zeitintensiven Aufgaben im Rektorat von 2016 an den Sonderforschungsbereich CAMPOS zum Verhalten von Schadstoffen in der Umwelt, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). „Als Prorektor für Forschung hat es letztlich enorm geholfen, selbst noch aktiv in der Forschung zu stehen.“</p><p>Peter Grathwohl lernte, forschte, lehrte und arbeitete fast ausschließlich an der Universität Tübingen. Geboren 1958 in Sigmaringen, kam er zum Studium der Geologie an den Neckar. Auf sein Diplom 1985 folgte drei Jahre später die Promotion über Grundwasserverunreinigungen durch Chlorkohlenwasserstoffe. Vor seiner Habilitation in Tübingen 1995 arbeitete er an der <span lang="en" dir="ltr">Stanford University</span> im US-Bundesstaat Kalifornien. Im Jahr darauf erhielt er die Professur für Hydrogeochemie an der Universität in Tübingen.</p><p>Während seiner weiteren Laufbahn gehörte er vielen Kommissionen und Gremien an: Er war mehrere Jahre Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat Bodenschutz der Bundesregierung, seit 2004 und bis heute ist er Mitglied in der Kommission Bodenschutz am Umweltbundesamt. In den vergangenen 20 Jahren saß er zudem in verschiedenen Gremien der DFG, in den Fachkommissionen Geowissenschaften und Wasser sowie im Fachkollegium. Rückblickend, sagt Peter Grathwohl, habe er von den gewonnenen Erfahrungen in all diesen Gremien im Amt des Prorektors sehr profitiert. Schließlich wurde er im Jahr 2015 in den DFG-Senat und damit das zentrale Organ der DFG gewählt.</p><h3>Zwei Exzellenzstrategien mit vorbereitet</h3><p>Als Prorektor hat Peter Grathwohl unter anderem zwei Exzellenzstrategien mit vorbereitet und an der Definition der strategischen Ziele der Universität mitgearbeitet; und er hat an der Weiterentwicklung der Forschungsschwerpunkte mitgewirkt, darunter Künstliche Intelligenz, Bildungsforschung sowie Geo- und Umweltforschung. „Eine frühe Etablierung von Schwerpunkten und deren konsequente Weiterentwicklung war meiner Meinung nach einer der Erfolgsfaktoren für die Exzellenz der Universität Tübingen.“ Als weitere Faktoren für den Tübinger Erfolg nennt er die Vernetzung und die Verbundforschung und ganz grundsätzlich das Prinzip des bottom up – das Wachsen der Strukturen von unten nach oben, was auch auf dem ausgezeichneten Personal und der Ausstattung an der Universität beruhe.</p><p>Während der Zeit als Prorektor engagierte sich Peter Grathwohl zudem für das Brasilien-Zentrum – seit 2022 das Brasilien- und Lateinamerika-Zentrum – in Tübingen, das aufgrund der vielen Kontakte nach Brasilien und wegen des Engagements der Universität für den Globalen Süden im Fokus des Rektorats liegt. Vier traditionelle Wandgemälde mit Landschaftsdarstellungen im Büro des scheidenden Prorektors zeugen außerdem von seiner Verbundenheit mit China; noch heute unterhält er zahlreiche Forschungskontakte dorthin. Für UmweltwissenschaftlerInnen sei China auch interessant, weil es anders als Europa eine kürzere Industrialisierungsgeschichte hat und damit die Schadstoffbelastung von Böden und Sedimenten teilweise noch geringer ist.</p><p>Seinen Vorsitz im Verwaltungsrat des Studierendenwerks Tübingen-Hohenheim übergibt er zunächst an seinen Stellvertreter, bis sich voraussichtlich Professor Samuel Wagner, Prorektor für Nachhaltige Entwicklung und Erste Allgemeine Vertretung der Rektorin, dem Gremium zur Wahl stellt. Abgesehen von seiner Tätigkeit als Seniorprofessor bleibt Peter Grathwohl unter anderem als Sachverständiger im Nationalen Begleitgremium Endlagersuche aktiv.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-119169</guid><pubDate>Thu, 15 May 2025 09:52:04 +0200</pubDate><title>Dr. Leopold Lucas-Preis an Corine Pelluchon verliehen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=119169&amp;cHash=de0988d4ef675ed80396426ffcbc208f</link><description>Französische Philosophin mit dem 50. Lucas-Preis ausgezeichnet – Rektorin Karla Pollmann: „Der Dr. Leopold Lucas-Preis ist ein Zeichen der Versöhnung und Vergebung“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die französische Philosophin Corine Pelluchon wurde mit dem Dr. Leopold Lucas-Preis 2025 ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am Dienstag, 13. Mai, in der Alten Aula der Universität Tübingen statt. Corine Pelluchon erhält die Auszeichnung für ihre philosophischen Beiträge zu aktuell drängenden Fragen des Tierwohls, der Klimakrise und der Stärkung der pluralistischen Demokratie. Der Dr. Leopold Lucas-Preis wird von der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen verliehen. Er zeichnet Menschen aus, deren wissenschaftliches Werk die Beziehungen zwischen Menschen und zwischen Völkern fördert und sich um die Verbreitung des Toleranzgedankens verdient macht.</p><p>„Meine Arbeit ist geprägt von dem Bewusstsein der Fragilität der Demokratie und der Angst vor Entmenschlichung. Ich nehme unsere Destruktivität ernst und suche gleichzeitig nach Ressourcen, die uns zur Bewältigung der aktuellen Herausforderungen zur Verfügung stehen“, sagt Corine Pelluchon. „Dieses Bemühen, trotz Gefahren Wege zu finden, die uns helfen, gegen eine Kultur des Todes zu kämpfen, der Leopold Lucas zum Opfer fiel, verbindet mich mit den Menschen, die diesen Preis zu seinen Ehren ins Leben gerufen haben.“</p><p>Bei der diesjährigen Zeremonie handelt es sich um die 50. feierliche Preisverleihungszeremonie, nachdem die Veranstaltung während der Pandemie zweimal ausfallen musste und die Preise aus den Jahren 2020 und 2021 erst in der Preisverleihung 2022 übergeben werden konnten.</p><h3>Eine Philosophie der Hoffnung</h3><p>Corine Pelluchon ist Professorin für politische Philosophie und angewandte Ethik an der Université Gustave Eiffel in Paris. Sie wurde mit mehreren französischen und deutschen Wissenschaftspreisen ausgezeichnet und ist Ritterin der französischen Ehrenlegion. „Ich freue mich, dass der Dr. Leopold Lucas-Preis an eine so inspirierende Denkerin wie Corine Pelluchon geht. Mit ihrem Werk fordert sie uns heraus, den Menschen nicht isoliert, sondern als Teil eines lebendigen Ganzen zu begreifen. Sie verbindet dabei die Anerkennung gegenwärtiger Krisen mit einer hoffnungsvollen Perspektive“, sagt Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Uni-versität Tübingen. „Es ist die große Aufgabe unserer Zeit, die Menschen mit ihrer Umwelt zu versöhnen. Gesellschaft kann mehr umfassen als Menschen – das ist eine Idee, die sowohl Demut als auch Tatendrang in uns wecken sollte. Damit ist die Arbeit von Corine Pelluchon ganz im Sinne des Dr. Leopold Lucas-Preises.“</p><p>Corine Pelluchons Ansatz einer neuen Aufklärung begreift den Menschen nicht nur als vernunftgeleitet, sondern auch als verletzliches, leibliches und beziehungsfähiges Wesen. Daraus ergibt sich ein Verantwortungsbewusstsein gegenüber der menschlichen und nichtmenschlichen Mitwelt. Besonders betont Pelluchon die Rechte empfindsamer Tiere und den Schutz der Biosphäre, den sie eng mit sozialer Gerechtigkeit verknüpft. Sie plädiert für realistische, demokratisch tragfähige Lösungen und entwickelt so eine ethisch fundierte Vision gesellschaftlichen Wandels hin zu einem „Zeitalter des Lebendigen“.&nbsp;</p><h3>Preis als Zeichen der Versöhnung</h3><p>Der Dr. Leopold Lucas-Preis wurde 1972 von Generalkonsul Franz D. Lucas gestiftet und hat sich zu einem der bedeutendsten Friedenspreise im Bereich der Wissenschaft entwickelt. Er ehrt das Andenken des um die Förderung der Wissenschaft verdienten Dr. Leopold Lucas, der an der Universität Tübingen promoviert wurde, und als Rabbiner in Glogau sowie an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin wirkte, bevor er 1943 im KZ Theresienstadt ums Leben gekommen ist. Finanziert wird der Preis von der Dr. Leopold Lucas-Stiftung. Er ist mit 50.000 Euro dotiert und damit der am höchsten dotierte Preis, den die Universität Tübingen zu vergeben hat. Bei der diesjährigen Zeremonie handelt es sich um die 50. feierliche Preisverleihung, nachdem die Veranstaltung während der Pandemie zweimal ausfallen musste und die Preise aus den Jahren 2020 und 2021 erst in der Preisverleihung 2022 übergeben werden konnten.</p><p>„Der Dr. Leopold Lucas-Preis ist ein Zeichen der Versöhnung und Vergebung. Damit zeugt er von der Größe seines Stifters. Nach den Schrecken des Holocaust und den Verbrechen des Nationalsozialismus war es ein enormer symbolischer und menschlich beeindruckender Schritt von Generalkonsul Franz D. Lucas, dem Sohn eines im KZ verstorbenen Juden, eine deutsche Universität mit der Vergabe eines Preises zu betrauen“, sagt Rektorin Pollmann. „Die Universität Tübingen ist sich des Privilegs und der Verantwortung, welche mit dieser Aufgabe einhergehen, bewusst.“</p><p>Der Sohn des Stifters und Generalkonsuls, Dr. Frank Lucas, nahm an der Preisverleihung teil. Dr. Frank Lucas, promovierter Geowissenschaftler, lebt und arbeitet in London. Im Jahr 2010 wurde ihm der Titel eines Ehrensenators der Universität Tübingen verliehen, mit der ausdrücklichen Würdigung seines Wirkens für „die Versöhnung der Religionen auf dem Fundament der Verbundenheit von Judentum und Christentum“. Damit setze er das Lebenswerk seines Vaters mit großem Engagement fort.</p><h3>Auszeichnung für junge Forschende</h3><p>Den Dr. Leopold Lucas-Preis für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler erhielt in diesem Jahr Dr. Bahadir Eker für seine Dissertation in der Philosophie „Matters of Perspective. A Theory of Deep Temporality“. Mit dieser Arbeit legt Bahadir Eker einen originellen und anspruchsvollen Beitrag zur komplexen philosophischen Debatte über die Metaphysik der Zeit vor. Dabei geht es um die Bestimmung dessen, was Zeit ist und die grundlegende Frage: Gibt es eine objektive Gegenwart und damit eine objektive Vergangenheit und Zukunft oder hängt das Jetzt stets vom subjektiven Bezugspunkt ab? Bahadir Eker begründet fundiert mit neuen Argumenten und auf methodisch anregende Weise, dass der Zeitverlauf eine objektive Tatsache ist, die unsere Wirklichkeit unabhängig von unserer Wahrnehmung strukturiert.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-119112</guid><pubDate>Wed, 14 May 2025 10:43:40 +0200</pubDate><title>Glyphosat kann aus Waschmittelzusätzen entstehen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=119112&amp;cHash=36f84978cf144cde39db476ee3eb95cd</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen erbringt Nachweis einer bislang unbekannten Quelle für den Eintrag des umstrittenen Herbizids in Gewässer</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bestimmte Waschmittelzusätze, die sogenannten Aminopolyphosphonate, die über das Abwasser in Kläranlagen gelangen, können dort zu Glyphosat und verwandten problematischen Stoffen umgesetzt werden. Diesen grundsätzlichen Nachweis hat ein Forschungsteam unter der Leitung von Professor Stefan Haderlein vom Geo- und Umweltforschungszentrum der Universität Tübingen erbracht. Dazu führte das Team umfangreiche Versuche im Labor durch, bei denen auch die Bedingungen im Abwasser berücksichtigt wurden. Der Befund erhärtet den Verdacht, dass die Waschmittelzusätze eine bedeutende Quelle für die beständig hohen Glyphosatmengen in europäischen Gewässern bilden könnten. Bisher ging man davon aus, dass Glyphosat fast ausschließlich über die Verwendung als Herbizid in die Umwelt gelangt. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift <i>Nature Communications</i> veröffentlicht.</p><p>Glyphosat gilt als weltweit meistverwendeter Wirkstoff in Herbiziden. In Pflanzen und vielen Mikroorganismen hemmt es die Bildung lebenswichtiger Proteinbausteine, sodass das Wachstum unterbunden wird. Durch Auswaschung aus Böden kann Glyphosat in Gewässer und die Umwelt gelangen. Wie stark Lebewesen aller Art dadurch geschädigt werden, ist nicht abschließend geklärt; Ökologen warnen vor unüberschaubaren Folgen. Auf den menschlichen Körper wirkt Glyphosat nur schwach giftig, allerdings wird eine krebserregende Wirkung diskutiert.</p><p>In der EU stand vor allem die Landwirtschaft wegen des Einsatzes von Glyphosat in der Kritik. „Uns war aufgefallen, dass auch in Gebieten und zu Zeiten, in denen kaum Glyphosateintrag aus der Landwirtschaft zu erwarten ist, die Mengen in Gewässern nicht entsprechend abnahmen“, berichten Stefan Haderlein und seine Kollegin Carolin Huhn vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Tübingen. Sie vermuteten einen Zusammenhang mit abwasserbürtigen Vorläufersubstanzen wie Aminopolyphosphonaten.</p><p>Aminopolyphosphonate werden in Waschmitteln als Komplexbildner eingesetzt zur Enthärtung des Wassers und Verstärkung der Reinigungswirkung. Ob sie aus gewässerökologischer Sicht eine Verbesserung gegenüber den ebenfalls schlecht abbaubaren Vorgängersubstanzen sind, hält Haderlein für fraglich. „Letztendlich wird auch aus den Aminopolyphosphonaten Phosphat freigesetzt, welches eine Sauerstoffverarmung in Gewässern durch vermehrtes Algenwachstum fördert“, sagt er. Als Umweltmineraloge interessiert sich Haderlein für chemische Reaktionen, die an Mineraloberflächen ablaufen. „Daher wussten wir aus einem früheren Projekt, dass Polyphosphonate an Manganmineralen adsorbieren und reagieren können.“</p><h3>Mangan als Treiber der Reaktion</h3><p>In den Laborversuchen der aktuellen Studie habe sich gezeigt, dass Manganverbindungen, die sehr häufig in Bodensedimenten, aber auch im Abwasser und im Klärschlamm vorkommen, der Schlüssel für eine mehrstufige Umwandlung von Aminopolyphosphonaten sind, bei der Glyphosat als Nebenprodukt entsteht. „Wir haben im Labor Bedingungen wie etwa Sauerstoffgehalt und pH-Werte variiert und Abwasser verwendet, in dem zahlreiche verschiedene Substanzen die Reaktionen mit Mangan beeinflussen könnten. Doch entstand aus DTPMP, dem wichtigsten Vertreter der Aminopolyphosphonate, bereits mit winzigen Mengen gelösten Mangans immer Glyphosat, sofern zugleich Sauerstoff vorhanden war. Und mit mineralischem Mangan sogar in Abwesenheit von Sauerstoff“, berichtet der Forscher. Haderlein hinterfragt auch bisherige Laborergebnisse zum mikrobiellen Abbau der Aminopolyphosphonate. „In den Nährmedien für die Mikroorganismen ist meist Mangan enthalten“, stellt er fest. So könne ein vermeintlich beobachteter Bioabbau von Aminopolyphosphonaten ein rein chemischer Prozess sein.</p><p>„Wir haben nun den Nachweis erbracht, dass aus bestimmten Aminopolyphosphonaten, die in Waschmitteln eingesetzt werden, in Anwesenheit von Mangan Glyphosat entsteht. Das ist ein wichtiger Schritt. Im nächsten Schritt muss nun geprüft werden, welche Rolle diese Glyphosatquelle mengenmäßig spielt“, fasst Haderlein den Stand der Untersuchungen zusammen. Dazu müssen wir noch besser verstehen, wie Umweltbedingungen in Gewässern und Abwassersystemen die Menge an Glyphosat beeinflussen, das bei der Reaktion von DTPMP mit Mangan entsteht. &nbsp;</p><p>„Professor Haderlein und Professorin Huhn und deren Mitarbeitende decken mit ihrer Forschungsarbeit hochspannende Zusammenhänge auf, die viel Aufmerksamkeit in der interessierten Öffentlichkeit hervorrufen. Die Ergebnisse können dabei helfen, unsere Umwelt besser zu schützen“, sagt Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, die Rektorin der Universität Tübingen.</p><h3>Publikation:</h3><p>Anna M. Röhnelt, Philipp R. Martin, Mathis Athmer, Sarah Bieger, Daniel Buchner, Uwe Karst, Carolin Huhn, Torsten C. Schmidt &amp; Stefan B. Haderlein: <span lang="en" dir="ltr">Glyphosate is a transformation product of a widely used aminopolyphosphonate complexing agent. </span><i><span lang="en" dir="ltr">Nature Communications</span></i><span lang="en" dir="ltr">,</span><a href="https://doi.org/10.1038/s41467-025-57473-7" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41467-025-57473-7</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-119073</guid><pubDate>Tue, 13 May 2025 11:33:29 +0200</pubDate><title>Drei Momentum-Förderungen der Volkswagen-Stiftung gehen an die Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=119073&amp;cHash=1e4df6a4aacd820b35e578deb507daf3</link><description>Die Erstberufenen Rosa Lozano-Durán, Marcus Scheele und Nadine Ziemert erhalten jeweils mehr als 900.000 Euro zur wissenschaftlichen Weiterentwicklung ihrer Professuren</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bei der Einwerbung einer Momentum-Förderung der Volkswagen-Stiftung für erstberufene Professorinnen und Professoren verzeichnet die Universität Tübingen in diesem Jahr einen dreifachen Erfolg: Gefördert werden Professorin Rosa Lozano-Durán vom Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen, Professor Marcus Scheele vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie und Professorin Nadine Ziemert vom Interfakultären Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin.</p><p>Mit der „Momentum-Förderung für Erstberufene“ unterstützt die Volkswagen-Stiftung Professorinnen und Professoren in den ersten Jahren nach ihrer Berufung. Sie sollen Spielraum erhalten, um ihre Forschungsarbeit langfristig weiterzuentwickeln oder sich mit neuen Themen zu beschäftigen. Die hochdotierte Förderung wird für einen Zeitraum von vier Jahren bewilligt, eine Weiterbewilligung von zwei Jahren ist möglich. Deutschlandweit hat die Volkswagen-Stiftung in diesem Jahr nur elf Anträge bewilligt.</p><p>„Es ist ein schöner Erfolg, dass gleich drei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf ihrer ersten Professur an der Universität Tübingen die renommierte wie auch hochdotierte Momentum-Förderung der Volkswagen-Stiftung einwerben konnten“, sagt Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, die Rektorin der Universität Tübingen. „Dass in dem fachoffenen Verfahren Anträge aus ganz verschiedenen Bereichen bewilligt wurden, zeigt einmal mehr, dass die Universität über ein großes Themenspektrum hinweg stark aufgestellt ist.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-117930</guid><pubDate>Thu, 10 Apr 2025 11:40:24 +0200</pubDate><title>Studium Generale startet ins Sommersemester</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=117930&amp;cHash=242d589955138ff99ef0f5f75faa39c7</link><description>Öffentliche Vorlesungsreihen der Universität Tübingen im Sommersemester mit vielfältigen Themen – Teilnahme kostenlos und ohne Anmeldung möglich</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Studium Generale der Universität Tübingen startet am Mittwoch, 16. April 2025, ins Sommersemester und besteht aus sieben öffentlichen Vorlesungsreihen. Themen sind unter anderem die Entwicklungen und Innovationen in der Sportwissenschaft, die Religion im Leben und Werk von Thomas Mann und die Verortung der Judaistik in ihrem Bezug zur christlichen Theologie. Zudem geht es um die Rolle der Frauen in der fast 550-jährigen Geschichte der Universität Tübingen, die Entstehung neuer Normalitäten, die Suche nach den Wurzeln der Wissenschaft und das Projizieren menschlicher Kategorien auf die Natur.</p><p>Die Teilnahme an den Vorlesungen ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich. Die Veranstaltungen finden im Kupferbau statt. Detaillierte und aktuelle Informationen finden sich unter <a href="http://www.uni-tuebingen.de/studium-generale" target="_blank" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de/studium-generale</a></p><p>„Die Mitglieder der Universität Tübingen haben ein facettenreiches Programm ermöglicht, das zeigt: Wissenschaft ist spannend, transparent und gesellschaftsnah“, sagt die Rektorin der Universität Tübingen, Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann. „Wir öffnen nicht nur für diese Vorlesungsreihen gerne unsere Hörsäle, sondern sind ganz grundsätzlich eine Universität der offenen Türen.“</p><h3>Die Vorlesungsreihen im Kurzprofil</h3><p><strong>Thomas Mann – Religion in Leben und Werk. Zum 150. Geburtstag (Montag, 18:15 Uhr, Hörsaal 25)&nbsp;</strong><br>Der Jahrhundertschriftsteller thematisierte immer wieder Grundfragen der menschlichen Existenz und suchte dabei einen eigenen Zugang zu Fragen der Religion. Für Mann resultierte dies im Bekenntnis zur freiheitlichen Demokratie und der unzerstörbaren „Idee des Christentums“. Die Vorlesungsreihe zeichnet die Suchbewegungen des Schriftstellers nach.</p><p><strong>Leistung, Bildung und Gesundheit: Interdisziplinäre Perspektiven von Sportwissenschaft und Sportmedizin (Montag, 18:15 Uhr, Hörsaal 21)&nbsp;</strong><br>Die Reihe greift die Entwicklung und Innovationen in der Sportwissenschaft und Sportmedizin der vergangenen Jahre auf und wird sich dabei im Kern auf Schwerpunkte konzentrieren, die am Standort Tübingen bearbeitet werden. Hier gilt das Forschungsinteresse Menschen aller Altersgruppen, vom Profi- bis zum Freizeitsport.</p><p><strong>Wo beginnt Wissenschaft? – Perspektiven der Tübinger Altertumswissenschaften (Dienstag, 18:15 Uhr, Hörsaal 25)&nbsp;</strong><br>Wissenschaft fragt, wie die Dinge wirklich sind. Ihre Antworten werden gehört und geleugnet, verteidigt und bekämpft. Doch wie entstand Wissenschaft und wo hat sie ihre Anfänge? Dieser Frage gehen die Tübinger Altertumswissenschaften in unterschiedlichen historischen Epochen und geografischen Räumen nach. In der Ringvorlesung werden Wissenschaftskonzepte vorgestellt und in ein Verhältnis zu unseren heutigen Vorstellungen gesetzt – vom Alten Orient über Griechenland, Rom, Byzanz bis in die islamische Welt.</p><p><strong>Umbrüche, Aufbrüche: Wie entstehen neue Normalitäten? (Dienstag, 20:15 Uhr, Hörsaal 25)&nbsp;</strong><br>Ereignisse und Entwicklungen wie Klimawandel, demografischer Wandel und Digitalisierung, aber auch Erfahrungen von Pandemie und Krieg in Europa, stellen vieles infrage, was bisher als normal galt. Was wiederum künftig als normal gelten soll, ist ebenso umstritten wie die Frage, von wem neue Normalitäten bestimmt werden oder bestimmt werden dürfen und ob wir jetzt schon abschätzen können, was künftig normal sein wird. Die Reihe wirft einen interdisziplinären Blick auf diese und weitere Fragen.</p><p><strong>Frauen an der Universität Tübingen (Mittwoch, 18:15 Uhr, Hörsaal 25)</strong><br>Erst 1904 konnten sich Frauen regulär an der Universität Tübingen einschreiben, 427 Jahre nach deren Gründung. Anlässlich des bevorstehenden 550. Universitätsjubiläums fragt die Reihe: Welche Rolle spielten Frauen an der Universität Tübingen durch die vergangenen Jahrhunderte, welche heute und wie wird sie künftig sein? Mit einem Fokus auf Strukturen und weniger auf Einzelpersonen wird der vielschichtigen Rolle und Bedeutung von Frauen und Geschlechterbeziehungen an der Tübinger Universität von der Vergangenheit bis in die Gegenwart auf den Grund gegangen.<br>Die Vorlesungsreihe wird auch live via Zoom übertragen. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite des Studium Generale oder des Instituts für Geschichtliche Landeskunde.</p><p><strong>Judaistik im Kontext von Theologie, Kirche und Gesellschaft (Mittwoch, 18:15 Uhr, Hörsaal 21)&nbsp;</strong><br>Die Reihe versucht eine Verortung der Judaistik in ihrem Bezug zur christlichen Theologie mit ihren unterschiedlichen Disziplinen, zu den christlichen Kirchen im Kontext der religionsbezogenen Wissenschaften überhaupt und innerhalb moderner pluralistischer Gesellschaften. Geleitet wird die Reihe auch von der Frage: Wie kann vermieden werden, dass das Judentum, die jüdische Geschichte und das jüdische Denken erneut in fragwürdiger Weise zum Gegenstand einer Reflexion über „Andere“ werden?</p><p><strong>Queer Creatures: Gender, Diversität und das Nichtmenschliche (Donnerstag, 18:15 Uhr, Hörsaal 25)</strong><br>Der Begriff ‚queer‘ wird oft ausschließlich mit menschlichem Geschlecht und Begehren, mit menschlicher Sprache und Kultur in Verbindung gebracht. Die Reihe stellt in Beiträgen aus den Natur-, Technik-, Geistes-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften die Frage, wie wir mit dem Nichtmenschlichen – den Pflanzen, Mikroben und künstlichen Intelligenzen – vorhandene Kategorien und Strukturen menschlicher Gesellschaften anders denken können und aus der Komplexität und Vielfalt der Welt jenseits des Menschlichen lernen können.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-117885</guid><pubDate>Wed, 09 Apr 2025 10:11:45 +0200</pubDate><title>Neugierde fördern: Kinder-Uni startet am 29. April</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=117885&amp;cHash=839fa014edabcdd8834e5ddfac31557c</link><description>Vorlesungen für neugierige Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher zwischen sieben und zwölf Jahren – Kinder-Uni-Forschungstag am Samstag, 5. Juli, mit vielfältigen Veranstaltungen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Kinder-Uni startet wieder: Mit der beliebten Vorlesungsreihe heißt die Universität Tübingen Kin-der im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren willkommen. Jeweils dienstags um 17:00 Uhr können neugierige Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher Spannendes und Überraschendes lernen.</p><p>Die Vorlesungen finden im Hörsaal 25 (Kupferbau, Hölderlinstraße 5) statt, eine Anmeldung ist nicht nötig. Eltern sind willkommen, werden jedoch gebeten, die vorderen Reihen den Kindern zu überlassen und in den hinteren Reihen Platz zu nehmen. Weitere Informationen finden sich unter: <a href="/pt/universitaet/im-dialog/kinder-uni/">www.uni-tuebingen.de/kinder-uni</a>.</p><p>„Kinder und Forschende haben vieles gemeinsam: Sie stellen Fragen, sind neugierig und geben sich nicht mit einfachen Antworten zufrieden. Mit unserer Vorlesungsreihe wecken wir die Freude am Entdecken und zeigen, dass Forschung spannend und greifbar ist“, sagt Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. „Die Kinder-Uni macht Wissenschaft erlebbar für die nächste Generation von Forschenden.“</p><h3><strong>Termine der Kinder-Uni</strong></h3><p><strong>29.04.2025: Dr. Chris Baumann: Warum kommen die wilden Tiere in die Stadt?</strong><br>Warum streifen Füchse nachts durch unsere Städte und wie haben Tauben und Rabenvögel hier ihren Platz gefunden? Kommt mit auf eine Zeitreise und entdeckt, welche Tiere heute von der Nähe des Menschen profitieren – und folgt ihren Spuren bis in die Steinzeit, als Raben und Füchse die ersten Siedlungen unserer Vorfahren erkundeten.</p><p><strong>06.05.2025: Professor Dr. Georg Schild: Warum sind die Vereinigten Staaten von Amerika so groß?</strong><br>Auf der Erde gibt es viele verschiedene Länder, aber warum sind manche so groß und andere so klein? Der Vortrag beantwortet die Frage, wie und warum sich die Vereinigten Staaten von Amerika im 19. Jahrhundert über Nordamerika ausgedehnt haben. Und wie ernst meint der amerikanische Präsident seine Ankündigungen, wonach das Land noch größer werden sollte?</p><p><strong>13.05.2025: Professorin Dr. Kira Rehfeld: Warum scheint nicht immer die Sonne?</strong><br>Habt Ihr Euch schonmal geärgert, weil es regnet oder schneit und Ihr lieber in der Sonne sitzen würdet? Was hat das Klima mit Wolken, Wind und Wetter zu tun und wird in Tübingen häufiger die Sonne scheinen, wenn sich das Klima wandelt? Antworten bekommt Ihr in dieser Vorlesung.</p><p><strong>20.05.2025: Dr. Karin Bürkert und Dr. Valeska Flor: Warum verkleiden sich die Menschen?</strong><br>Ob zur Fasnet, an Halloween oder im Theater – überall begegnen uns Verkleidungen. Doch warum schlüpfen Menschen in andere Rollen? Was macht es so spannend, sich als Superheldin, Tier oder Märchenfigur zu verkleiden? In dieser Vorlesung gehen wir gemeinsam auf Entdeckungsreise: Wir erfahren, warum Menschen sich seit Jahrhunderten verkleiden, welche besonderen Feste und Bräuche damit verbunden sind und warum Verkleidungen manchmal sogar Schutz bieten. Mit spannenden Beispielen aus Vergangenheit und Gegenwart erforschen wir, warum Verkleiden weit mehr ist als nur ein lustiges Spiel – und was es mit uns macht.</p><p><strong>27.05.2025: Professorin Dr. Annette Gerok-Reiter und Sabrina Kremling: Warum malen wir Bilder?</strong><br>Bilder sind überall, wir sind ständig von ihnen umgeben: Unsere ersten Bücher sind Bilderbücher und jeder kann ein Bild malen. Aber wann wird aus einem Bild Kunst? Und wozu ist Kunst eigentlich zu gebrauchen?</p><p><strong>05.07.2025: Kinder-Uni-Forschungstag</strong><br>Neben der Kinder-Uni-Vorlesungsreihe gibt es in diesem Sommer auch wieder einen Kinder-Uni-Forschungstag in Tübingen. Am Samstag, 5. Juli 2025, ist mitmachen angesagt: Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren können in kleineren Veranstaltungen und Workshops die Institute der Universität kennenlernen und selbst mitforschen. Unter anderem werden im Kino Blaue Brücke Carsten Schuffert und Professorin Dr. Susanne Marschall einen Vortrag mit dem Thema „Warum brüllen Dinos im Kino so schön?“ halten. Das Programm wird im Mai unter <a href="/pt/universitaet/im-dialog/kinder-uni/forschungstag/">https://uni-tuebingen.de/universitaet/im-dialog/kinder-uni/forschungstag/</a> mit weiteren Informationen zur Anmeldung veröffentlicht.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-117354</guid><pubDate>Thu, 27 Mar 2025 14:00:07 +0100</pubDate><title>In Troja tranken auch einfache Leute Wein</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=117354&amp;cHash=90d5251a7248af0a328fee620b64789f</link><description>Chemische Analyse beweist erstmals Wein aus Depas-Bechern – nicht nur Oberschicht hatte Zugang zu Genussmittel</description><content:encoded><![CDATA[<p>Einem Forscherteam ist erstmals der chemische Nachweis gelungen, dass in Troja tatsächlich Wein getrunken wurde. Das hatte bereits der Entdecker der legendären Siedlungs- und Festungsanlage, Heinrich Schliemann, im 19. Jahrhundert vermutet. Außerdem fanden die Forschenden der Universität Tübingen, Bonn und Jena heraus, dass auch einfache Leute in Troja Wein tranken – nicht nur Angehörige der Elite. Das Fachmagazin <i>American Journal of Archaeology</i> hat die Erkenntnisse nun in seiner Aprilausgabe veröffentlicht.</p><p>„Jener sprach´s, und erhob sich, und nahm den doppelten Becher“ steht gleich im ersten Kapitel der Ilias geschrieben. Die Rede ist von Hephaistos, dem Gott des Feuers, der Schmiedekunst und der Vulkane, der zu seiner Mutter Hera spricht. „Lächelnd darauf entnahm sie der Hand des Sohnes den Becher. Jener schenkte nunmehr auch der übrigen Götterversammlung Rechts herum, dem Kruge den süßen Nektar entschöpfend.“</p><p>Das erwähnte Trinkgefäß, der Depas-Becher (<i>depas amphikypellon</i>), ist Archäologinnen und Archäologen gut bekannt: Ein zwölf bis vierzig Zentimeter hohes, schlankes Trinkgefäß aus Ton mit zwei Henkeln und spitz zulaufendendem Ende. Über hundert solcher Becher wurden bis heute allein in Troja für den Zeitraum von 2500 bis 2000 v.Chr. gefunden. Sie sind von der Ägäis über Kleinasien bis nach Mesopotamien verbreitet und können 0,25 bis 1 Liter fassen. „Bereits Heinrich Schliemann vermutete, dass der Depas-Becher bei festlichen Anlässen in geselliger Runde herumgereicht wurde, so wie in der Ilias beschrieben“, sagte Dr. Stephan Blum vom Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters an der Universität Tübingen und Co-Autor der Studie.</p><p>Aus den Funden Schliemanns befinden sich ein Depas-Becher und zwei Fragmente in der Sammlung der Klassischen Archäologie der Universität Tübingen. Maxime Rageot von der Universität Bonn fräste eine Probe von zwei Gramm aus den zwei Fragmenten. Anschließend erhitzte er die Proben auf 380 Grad Celsius und untersuchte das entstehende Gemisch per Gaschromatographie (GC) und -Massenspektronomie (GC-MS). „Entscheidend war der Nachweis von Bernstein- und Pyruvatsäure: Sie entstehen erst, wenn Traubensaft fermentiert. Somit können wir nun sicher sagen, dass aus den Depas-Bechern tatsächlich Wein getrunken wurde und nicht nur Traubensaft“, sagte Maxime Rageot von der Universität Bonn.</p><p>Wein war das kostbarste Getränk in der Bronzezeit und ein Depas-Becher das edelste Gefäß. Depas-Becher wurden in Tempel- und Palastanlagen gefunden. Deshalb schlossen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf Weinkonsum zu besonderen Anlässen in elitären Kreisen. Doch tranken vielleicht auch Menschen aus der Unterschicht in Troja Wein als alltägliches Nahrungs- und Genussmittel? „Wir haben auch gewöhnliche Tassen, die in der Außensiedlung Trojas und damit außerhalb der Zitadelle gefunden wurden, chemisch untersucht. Auch diese Gefäße enthielten Wein!“, sagte Stephan Blum von der Universität Tübingen. „Damit ist klar, dass Wein ein Alltagsgetränk auch der einfachen Leute war.“</p><p>„Die Troja-Forschung hat an der Universität Tübingen eine lange Tradition, und ich freue mich, dass wir ein weiteres Puzzlestück dem Bild über Troja hinzufügen konnten“, sagte Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, die Rektorin der Universität Tübingen. Die Ausgrabungen in Troja (türkisch: Hisarlık) wurden von 1987 bis 2012 von der Universität Tübingen geleitet. Derzeit werden die Grabungsergebnisse ausgewertet und weiterführende Analysen am Fundmaterial durchgeführt.</p><h3>Originalpublikation:</h3><p>“<span lang="en" dir="ltr">The Question of Wine Consumption in Early Bronze Age Troy: Organic Residue Analysis and the </span><i><span lang="en" dir="ltr">Depas amphekypellon</span></i><span lang="en" dir="ltr">”</span>. Stephan W.E. Blum, Maxime Rageot, Tobias Mühlenbruch. <i>American Journal of Archaeology</i>, Vol 129, Number 2, April 2025. <a href="https://doi.org/10.1086/734061" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1086/734061</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-117012</guid><pubDate>Fri, 14 Mar 2025 16:49:42 +0100</pubDate><title>Bundesforschungsminister Cem Özdemir besucht Tübingen AI Center und diskutiert mit Forschenden</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=117012&amp;cHash=cd1939631fc0b8a44ec2d4771b441767</link><description>Austausch zu künstlicher Intelligenz auf nationaler und europäischer Ebene – Minister Özdemir: „Die KI-Kompetenzzentren – wie das Tübingen AI Center – sind entscheidend für unsere technologische Souveränität bei KI“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bundesforschungsminister Cem Özdemir hat am heutigen Freitag das Tübingen AI Center besucht. Dort informierte er sich über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen bei der Forschung an künstlicher Intelligenz (KI) sowie deren Nutzung in der Gesellschaft. Begleitet wurde er bei seinem Besuch von Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Petra Olschowski. Das Tübingen AI Center ist eine vom Bund und Land dauerhaft geförderte gemeinsame Forschungseinrichtung der Universität Tübingen und des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme.</p><p>„In Zeiten, in denen langjährige Partnerschaften ins Wanken geraten, wird technologische Souveränität immer wichtiger und das ganz besonders bei so einer zentralen Schlüsseltechnologie wie KI. Deshalb brauchen wir eine KI ‚<span lang="en" dir="ltr">Made in Europe</span>‘. Die von Bund und Land geförderten KI-Kompetenzzentren spielen dabei eine wichtige Rolle. Denn die KI-Entwicklung wird weiterhin maßgeblich von der Forschung getrieben.“, sagte Özdemir. „Das Tübingen AI Center zeigt eindrucksvoll, wie Spitzenforschung und Innovation unter einem Dach vorangetrieben werden können. Gemeinsam mit den Partnern im <span lang="en" dir="ltr">Cyber Valley</span> hat sich hier ein herausragendes KI-Ökosystem entwickelt. In solche regionalen Ökosysteme in Schlüsseltechnologien müssen wir weiter investieren.“</p><p>Wissenschaftsministerin Petra Olschowski ergänzte: „Die dauerhafte Förderung des Tübingen AI Center durch Bund und Land ermöglicht es, eine langfristige Forschungsstrategie zu verfolgen, exzellente KI-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler auszubilden und so erfolgreiche KI-Technologien ‚made in The Länd‘ in Unternehmen und Gesellschaft zu bringen.“</p><p>Die Verantwortlichen des Tübingen AI Center boten dem Besuch von Bund und Land Einblicke in ihre Arbeit. Anhand einer KI-Lösung für personalisierte Bildung präsentierten sie, wie öffentliche Forschung und private Digitalwirtschaft gemeinsam innovationsstarke Open-Source-Lösungen zum Wohle der Gesellschaft entwickeln können. Das Beispiel zeigt, wie durch die Kombination aus Forschung, Produktentwicklungsexpertise und Open Source künftige öffentliche Infrastruktur-Innovationen kosteneffizient, zugänglich und effektiv umgesetzt werden können. Das Tübingen AI Center ist auch Teil des OpenEuroLLM- Konsortiums, welches gerade begonnen hat, ein mit <span lang="en" dir="ltr">Deepseek</span> mindestens vergleichbares Open-Source-Sprachmodell zu entwickeln, das alle europäischen Sprachen beherrscht. Auch im Bereich Start-ups erweist sich das Tübingen AI Center als Innovationsbeschleuniger. Seit Februar wird das Ernteroboter-Projekt Polybot von der Bundesagentur für Sprunginnovationen SPRIND unterstützt.&nbsp;</p><p>In Anlehnung an den <span lang="en" dir="ltr">AI Action Summit</span>, der vor kurzem in Paris stattgefunden hat, bestand das zentrale Anliegen der Forschenden darin, Eckpunkte einer nationalen KI-Strategie zu erörtern, die dringend benötigt wird, um Europas Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Einigkeit herrschte beim gemeinsamen Ziel, Anwendungen im Bereich künstlicher Intelligenz in möglichst vielen Lebensbereichen zum Nutzen der Gesellschaft in Deutschland und Europa voranzubringen.&nbsp;</p><p>Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen, wurde bei dem Termin durch Prorektor Professor Samuel Wagner vertreten. Sie sagte anlässlich des hochrangigen Besuchs aus Berlin und Stuttgart: „Die Universität Tübingen, zusammen mit dem Tübingen AI Center, dem ELLIS-Institut Tübingen, dem Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme und weiteren Partnern und Stiftern, steht für Spitzenforschung im Bereich KI. Möglich machen das die vielen hochkarätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hier im Cyber Valley, die auch dank der Förderung durch Bund und Land interdisziplinär an Lösungen für wichtige Probleme arbeiten. Es ist entscheidend, dass wir gemeinsam mit der Politik effektive Maßnahmen identifizieren, um den gesellschaftlichen Herausforderungen noch besser gerecht werden zu können.“<br><br><strong>Gezielte Investitionen für internationale Konkurrenzfähigkeit</strong><br><br>An der Diskussion zu den Eckpunkten einer nationalen KI-Strategie nahmen neben dem Vorstand des Tübingen AI Centers auch Vertreter von ELLIS, Cyber Valley und der SPRIND sowie Gründer und Berater der KI-Startups Black Forest Labs, Maddox, Meshcapade, Polybot und Prior Labs und der Bildungsinitiativen „KI-macht-Schule“, dem Bundeswettbewerb KI und des Hector Future Fund teil. Ziel der Diskussion war zu erörtern, welche konkreten Maßnahmen besonders wichtig seien, damit Deutschland im globalen Konkurrenzkampf um die KI-Vorherrschaft mithalten kann. „Dreistellige Milliardeninvestitionen wie bei Stargate scheinen nicht in Reichweite, aber eine Milliarde Euro pro Jahr könnte vieles ermöglichen“, sagte Matthias Bethge, Direktor des Tübingen AI Centers. Unter anderem empfahlen die Forschenden, spezifisch zusammengestellte Spitzenteams zum Beispiel mit Hilfe der SPRIND agil zu fördern, um große KI-Modelle für öffentliche Anwendungen zu entwickeln. Zudem müssten Rechenkapazitäten sowohl von Hochleistungsrechenzentren als auch von privaten Anbietern für KI flexibel und zentral bereitgestellt werden. Bethge betonte, dass es nicht nur auf den Umfang der finanziellen Förderung ankommt, sondern auch auf schnelle Entscheidungen, und stellte fest: „Deutschland ist im globalen KI-Wettbewerb zehnmal zu langsam.“ Zur Abhilfe hofft er auf ein Agilitäts-Blitzprogramm für einen radikalen Bürokratie-Abbau.<br><br><strong>Die besten Köpfe für Europa gewinnen</strong><br><br>Auf der europäischen Ebene wurde vorgeschlagen, weitere ELLIS-Institute in Europa zu gründen, nach dem Vorbild Tübingens und Finnlands. Der Wissenschaftliche Direktor des ELLIS-Instituts Tübingen, Bernhard Schölkopf, erklärte: „Über Europa verteilt brauchen wir mindestens zehn bis fünfzehn KI-Forschungsinstitute von Weltformat, die wissenschaftlich in der Liga von ETH und Max Planck spielen und gleichzeitig Ausgründungen unterstützen.“ Die Vision von ELLIS sei von Anfang an gewesen, eine europäische Forschungsgesellschaft ähnlich dem CERN und dem European Molecular Biology Lab (EMBL) aufzubauen. Das ELLIS-PhD-Programm, welches mit 380 ELLIS-Fellows mehr herausragende KI-Professorinnen und -Professoren umfasst als die Stanford University, die University of California Berkeley und das MIT zusammen, zieht bereits Tausende von Top-Studierenden aus mehr als hundert Nationen weltweit an. Es könne sehr schnell zum weltweit attraktivsten Doktoranden-Programm werden, wenn es durch eine europäische KI-Forschungsgesellschaft gestärkt würde. Als besonders einfache und schnelle Maßnahme solle das Programm durch ein „Distinguished PhD Scholarship“ gestärkt werden, um die besten PhD-Studenten von den weltweit führenden Universitäten abzuwerben.</p><p>Insgesamt betonten die Forschenden, wie viel die europäische ELLIS-Initiative bereits mit sehr wenigen Mitteln erreicht hat und drängten auf eine ambitionierte nationale KI-Strategie, die auf Exzellenz setzt und die klügsten Köpfe anzieht.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Das <strong>Tübingen AI Center</strong> ist eine Forschungseinrichtung der Universität Tübingen in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme (MPI-IS). Ziel der Forschenden ist es, verlässliche lernende Systeme zum Nutzen von Gesellschaft und Wirtschaft voranzutreiben. Im Tübingen AI Center forschen 25 Forschungsgruppen mit mehr als 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Als Teil der kürzlich gegründeten ELIAS Alliance leisten sie gemeinsam mit anderen Forschenden in Europa einen Beitrag zu gesellschaftlich wertvollen Technologien als "AI made in Europe". Das Tübingen AI Center arbeitet eng mit dem ELLIS-Institut Tübingen und dem Cyber Valley zusammen. Es wird vom Forschungsministerium Baden-Württemberg und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.</p><p>Das <strong>ELLIS Institut Tübingen</strong> strebt an, die kreativsten Köpfe zu versammeln, um hervorragende Grundlagenforschung auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz durchzuführen. So entwickelt sich das weltweit erste ELLIS Institut zu einem anerkannten Zentrum für Experten und Forschung, das hochmoderne Arbeitsplätze und sehr gute Bedingungen für die Durchführung von Forschungsarbeiten bieten kann. Das Institut entstand aus dem Europäischen Labor für Lernen und Intelligente Systeme (ELLIS), das ein europaweites Netzwerk für die Forschung im Bereich des maschinellen Lernens aufbaut.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-116586</guid><pubDate>Mon, 10 Mar 2025 12:05:00 +0100</pubDate><title>Bürgerrat empfiehlt bürgernahe KI-Forschung</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=116586&amp;cHash=e6c54bd786240eecff0d230b1f133141</link><description>Sichere Datenspenden ermöglichen, Sammelstelle für Vorschläge zur KI-Forschung – Wissenschaftsministerin von Baden-Württemberg Petra Olschowski nimmt Empfehlungen entgegen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Bürgerrat „KI und Freiheit“ hat am Montag neun Empfehlungen ausgesprochen wie Bürgerinnen und Bürger besser bei der öffentlich geförderten Erforschung und Entwicklung von künstlicher Intelligenz (KI) beteiligt werden können. Der Rat übergab seine Empfehlungen im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Stuttgart an Ministerin Petra Olschowski.</p><p>Unter anderem empfiehlt der Rat die Schaffung von sicherer Infrastruktur für leichtere Datenspenden, eine Sammelstelle für Vorschläge zur KI-Forschung und eine bessere Vernetzung von Ärztinnen, Patienten und Forschenden mithilfe von künstlicher Intelligenz. Bei Fragen der Verkehrspolitik in Verbindung mit Anwendungen künstlicher Intelligenz empfehlen die Bürgerinnen und Bürger die Einrichtung eines ständigen Bürgerrats. Er könne dabei helfen, die Sicherheit von Radwegen zu erhöhen und CO2-Emissionen im Straßenverkehr zu senken.</p><p>„Künstliche Intelligenz verändert unsere Lebenswelt. Deshalb ist es wichtig, Bürgerinnen und Bürger in diesem Transformationsprozess mitzunehmen und zu beteiligen. Der Bürgerrat ,KI und Freiheit‘ der Universität Tübingen leistet hierbei Pionierarbeit“, sagte Wissenschaftsministerin Petra Olschowski. „Die zufällig ausgelosten Mitglieder aus dem Land kommen mit Forschenden ins Gespräch und haben die Chance, ihre individuelle Perspektive einzubringen. Ich danke den Bürgerinnen und Bürgern für ihr Engagement: Ihre Empfehlungen geben nicht nur wichtige Impulse für die KI-Forschung und -Entwicklung, sie fördern auch die gesellschaftliche Diskussion.“</p><p>„Forschungsergebnisse und technologische Entwicklungen beeinflussen das Leben aller Bürgerinnen und Bürger. Deshalb sollten deren Interessen, Bedürfnisse und Perspektiven frühzeitig berücksichtig werden“, sagte Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. Ein Rat von Bürgerinnen und Bürgern sei dafür ein effektives Mittel, um im Austausch gemeinsam an den besten Lösungen zu arbeiten und auch Vorschläge zur Umsetzung zu erarbeiten.<br><br>Der Bürgerrat wird seine Empfehlungen auch an das Exzellenzcluster „Maschinelles Lernen für die Wissenschaft“ der Universität Tübingen und an das <span lang="en" dir="ltr">Public Advisory Board</span> des Cyber Valley übergeben. Im <span lang="en" dir="ltr">Cyber Valley </span>koordinieren sich Forschungseinrichtungen, Unternehmen und öffentliche Stellen, die in Stuttgart, Tübingen und Karlsruhe in der KI-Forschung tätig sind. Es ist der größte Verbund dieser Art in Europa.</p><p>Die Empfehlungen im Einzelnen:</p><ul><li>Transparentere Vermittlung von KI-Forschung in klarer Sprache und geeigneten Formaten (Webseiten, KI-Messen, Diskussionsrunden, Tage der offenen Tür, etc.)</li><li>Aufbau von Infrastruktur für sichere Datenspenden von Bürger:innen und Patient:innen; Überprüfung des ethischen Umgangs mit den Datenspenden durch gewählte Kontrollorgane</li><li>Einrichtung einer Sammelstelle für Vorschläge zur KI-Forschung durch Bürger:innen (Quorum für Vorschläge, Prüfung durch Expert:innen) sowie öffentliche Mittel zur Umsetzung dieser Vorschläge</li><li>Hoher Stellenwert für Forschung zu „KI in den Medien“ und deren gesellschaftlichen Folgen; hoher Stellenwert für KI-Forschung im Gesundheitsbereich und gesellschaftlicher Prioritäten bei der Auswahl der Forschungsthemen</li><li>Maßnahmen (wie Werbespots, Ärzt:innengespräche, Events), die Bürger:innen das Potential von Spenden ihrer anonymisierten Gesundheitsdaten an die KI-Forschung nahebringen und sie befähigen, selbstverantwortliche Entscheidungen zu treffen</li><li>Bessere Vernetzung zwischen KI-Forschenden, Patient:innen und Hausärzt:innen</li><li>Erleichterung von Datenspenden zur Erforschung von Problemen im Verkehr und ÖPNV</li><li>Einberufung dauerhafter Bürger:innen-Räte zur Beratung der KI-Forschung bei Verkehrsthemen wie beispielsweise autonomem Fahren, mehr Sicherheit auf Radwegen, der Reduktion von CO2 und Feinstaub oder mehr Transportkapazitäten im ÖPNV</li><li>Transparente Kommunikation von Unsicherheiten bei KI-Anwendungen speziell im Verkehrs- und Gesundheitssektor, um kein falsches Sicherheitsgefühl zu vermitteln</li></ul><p>Das Zentrum für rhetorische Wissenschaftskommunikationsforschung zur Künstlichen Intelligenz (<span lang="en" dir="ltr">RHET AI Center</span>) der Universität Tübingen unter der Leitung von Prof. Dr. Kramer hatte den Bürgerrat im Januar 2024 initiiert. Der Verein Mehr Demokratie e.V. und eine interdisziplinär besetzte wissenschaftliche Begleitgruppe berieten den Prozess. Finanziert wurde das Projekt aus Mitteln der Exzellenzstrategie der Universität Tübingen und der VolkswagenStiftung. Den Bürgerinnen und Bürgern wurden die Fahrtkosten erstattet und sie erhielten eine Aufwandspauschale pro Sitzung.</p><p>Der Bürgerrat bestand aus vierzig Bürgerinnen und Bürger, die nach einem Zufallsverfahren aus vier Kommunen unterschiedlicher Größe berufen wurden: Reutlingen repräsentierte im Sample eine Großstadt, Waiblingen eine Mittelstadt, Hemsbach eine Kleinstadt und Kleines Wiesental ein Dorf. Die Kommunen gehören jeweils zu einem Regierungsbezirk in Baden-Württemberg und liegen sowohl in urbanen als auch ländlichen Räumen. Das Verfahren stellte sicher, dass Bürgerinnen und Bürger aus unterschiedlichen Altersgruppen, mit und ohne Migrationshintergrund sowie mit unterschiedlichem Bildungsgrad von der Hauptschule bis zum abgeschlossenen Studium vertreten waren.</p><p>In vier Sitzungen berieten sich die Bürgerinnen und Bürger. Sie sprachen auch mit Ethikern, KI-Expertinnen und -Anwendern. Die erste Sitzung fand Ende September 2024 statt, die letzte im Dezember. Zu den Themen Medizin, Verkehr und Medien bildeten die Bürgerinnen und Bürger eigene Arbeitsgruppen, die spezielle Empfehlungen erstellten und wiederum im Plenum diskutierten und abstimmten. Anschließend schrieb ein Redaktions-Team aus dem Bürgerrat die finale Fassung der Empfehlungen.</p><p>„Das große Engagement der Bürgerinnen und Bürger während der Diskussionen im Bürgerrat zeigt, wie sehr das Thema Künstliche Intelligenz die Menschen umtreibt. In Anbetracht der gesellschaftlichen Veränderungen, die durch Künstliche Intelligenz ausgelöst werden, ist ein transparenter und dialogorientierter Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft unerlässlich“, so Olaf Kramer, der Sprecher des <span lang="en" dir="ltr">RHET AI Centers</span>.</p><p>Die Umsetzung der Ideen steht dem Ministerium, dem Exzellenz-Cluster Maschinelles Lernen in der Wissenschaft“ und dem Cyber Valley sowie weiteren Akteuren, die angesprochen werden, frei. Ergebnisse des Bürgerrats sind auf der Webseite des Projekts <a href="https://rhet.ai/2024/06/18/buergerrat/" target="_blank" rel="noreferrer">www.bürgerrat-ki.de</a> &nbsp;dokumentiert und werden weiter fortgeschrieben.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-116391</guid><pubDate>Mon, 03 Mar 2025 11:22:49 +0100</pubDate><title>Universität Tübingen zeichnet Forschende für innovative Wissenschaftskommunikation aus</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=116391&amp;cHash=4ced800b92763e844656a16ea63ac2f0</link><description>Jury verleiht Preis an Neurowissenschaftler für Aufklärungskampagne zu Zwangsstörungen – Nachwuchsauszeichnung an Archäologen und Historiker, der mittelalterliches Leben öffentlichkeitswirksam präsentiert</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen verleiht den Preis für Wissenschaftskommunikation an Professor Dr. Tobias Hauser und den Nachwuchspreis an Dr. Michael Kienzle. Tobias Hauser erhält die Auszeichnung für seine Aufklärungskampagne zu psychischen Zwangsstörungen, Michael Kienzle für seinen breit angelegten Dialog mit der Öffentlichkeit über seine Forschung zu Burgen und mittelalterlicher Adelsherrschaft. Der Preis ist Teil der Exzellenzstrategie der Universität Tübingen und würdigt innovative und erfolgreiche Wissenschaftskommunikation ihrer Forschenden. Die Jury besteht aus Wissenschaftsjournalisten und -journalistinnen, Forschenden und weiteren Fachleuten aus dem Bereich Kommunikation.</p><p>„Im Namen aller Universitätsangehörigen gratuliere ich Herrn Professor Dr. Tobias Hauser und Herrn Dr. Michael Kienzle zu ihrer Auszeichnung“, sagt Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. „Zugleich danke ich den beiden Forschern, dass sie mit ihren Mitarbeitenden die Erkenntnisse aus ihrer jahrelangen Forschung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen, Menschen einbinden und somit an Wissenschaft teilhaben lassen, wodurch Verständnis entsteht. Dies bildet die unverzichtbare Grundlage für Vertrauen unserer Gesellschaft in die Forschung.“</p><h3>Aufklärungskampagne: die Sache mit dem Zwang</h3><p>Tobias Hauser forscht zur Zwangsstörung, einer psychischen Störung, oft auch OCD genannt (englisch für Obsessive Compulsive Disorder). Ihn interessiert vor allem die Frage, warum diese meist im Jugendalter auftritt. Der Wissenschaftler untersucht, wie sich neuronale Netzwerke bei Jugendlichen entwickeln, wie sie sich auf das Verhalten auswirken und wie eine veränderte Entwicklung zu OCD führen kann. Diese Nominierung überzeugte die Jury, weil der Neurowissenschaftler mit seinem Team zusätzlich zur Forschung eine Aufklärungskampagne entwickelt hat. „Beeindruckt hat uns der moderne Ansatz in der Kommunikation, der viele Wege nutzt, um sowohl Betroffene wie auch die interessierte Öffentlichkeit zu erreichen“, sagt die Juryvorsitzende Professorin Dr. Monique Scheer, Prorektorin für Internationales und Diversität der Universität Tübingen.</p><p>Zur Kampagne zählen die modern gestaltete, zweisprachige Website <a href="https://ocdandthebrain.com/de" target="_blank" rel="noreferrer">www.ocdandthebrain.com/de</a>, YouTube-Videos, klassische Pressearbeit und Social-Media wie beispielsweise die Kooperation mit der Influencerin Jessica Teitz, die selbst als Betroffene den Instagramkanal @freiheitundvertrauen betreibt. „Überzeugt hat uns die Tatsache, dass sich Tobias Hauser mit seinem Team dafür einsetzt, in einen Dialog zu treten und das Ziel eines direkten, unmittelbaren Austauschs verfolgt“, sagt Prorektorin Monique Scheer. Das gelinge sowohl in sachlicher Hinsicht mit Blick auf Forschungsergebnisse wie auch mit dem gebotenen Gespür für die Betroffenen.</p><h3>Living-History-Event zeigt das Leben im 13. Jahrhundert</h3><p>Michael Kienzle untersucht als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Teilprojekt „Ressourcenerschließung und Herrschaftsräume im Mittelalter, Burgen und Klöster“ des Sonderforschungsbereichs „Ressourcen Kulturen“ aus archäologisch-historischer Perspektive die Entstehung und Entwicklung der mittelalterlichen Adelsherrschaft Greifenstein im Echaztal bei Pfullingen (Landkreis Reutlingen). Der Archäologe und Historiker macht mit seinen Kolleginnen und Kollegen das Projekt kontinuierlich für die Öffentlichkeit zugänglich, etwa über Veranstaltungen, Videos, Publikationen oder Pressetermine. Dabei sticht aus Sicht der Jury die Ausstellung „Ausgegraben! Ritter und Burgen im Echaztal“ des vergangenen Jahres heraus, die die Ergebnisse der Ausgrabungskampagnen und der Forschungen zeigte.</p><p>„Michael Kienzle hat die Ausstellung gemeinsam mit Studierenden konzipiert, aufgebaut und eigens zur Eröffnung ein Living-History-Event organisiert, das der Öffentlichkeit das mittelalterliche Leben im 13. Jahrhundert hier in der Region vermittelte“, sagt Prorektorin Monique Scheer. „Uns hat dieses engagierte Sichtbarmachen unseres kulturellen Erbes überzeugt.“ Zudem konnten die Projektinhalte über mehrere Filmprojekte – in einigen führte Michael Kienzle selbst Regie – für die Öffentlichkeit sichtbar gemacht werden. All das wird seit dem Projektstart 2021 auf der Website <a href="https://greifenstein-projekt.de/" target="_blank" rel="noreferrer">www.greifenstein-projekt.de</a> dokumentiert, die Michael Kienzle redaktionell verantwortet.</p><p>Der Tübinger Preis für Wissenschaftskommunikation wird seit 2021 jährlich verliehen. Die Auszeichnung soll Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler motivieren, vermehrt über ihre Forschung zu kommunizieren. Der Hauptpreis ist mit 10.000 Euro, der Nachwuchspreis mit 5.000 Euro dotiert. Die Auszeichnung für das Jahr 2025 wird in einer öffentlichen Feierstunde verliehen. Der genaue Termin wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-116037</guid><pubDate>Wed, 19 Feb 2025 10:23:11 +0100</pubDate><title>Philosophieren für eine lebenswerte Zukunft: Corine Pelluchon erhält Dr. Leopold Lucas-Preis</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=116037&amp;cHash=5f9421dbda057fb606edf0ca68629f12</link><description>Französische Professorin für Beitrag zur politischen Philosophie geehrt – Einsatz für Demokratie, Umwelt und Tierwohl – Preis in Höhe von 50.000 Euro in Gedenken an den jüdischen Gelehrten </description><content:encoded><![CDATA[<p>Der diesjährige Dr. Leopold Lucas-Preis wird der Philosophin Corine Pelluchon verliehen. Der Preis der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen würdigt ihre philosophischen Beiträge zu den aktuell drängenden Fragen des Tierwohls, der Klimakrise und der Stärkung der pluralistischen Demokratie.</p><p>Die <strong>öffentliche Verleihung</strong> findet am <strong>Dienstag, 13. Mai 2025, um 17:15 Uhr in der Alten Aula der Universität Tübingen</strong> (Münzgasse 30, 72070 Tübingen) statt. Pelluchon wird die Preisrede zum Thema „Transdeszendenz, Ökologie, Demokratie. Unsere Ressourcen im Angesicht von Krisen“ halten. Vor der Veranstaltung wird es für Pressevertreterinnen und -vertreter die Möglichkeit zu einem Gespräch mit Corine Pelluchon geben. Bei Interesse bitten wir um eine formlose Mail an <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,rtguugBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2">presse<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>.</p><p>Pelluchon ist Professorin für politische Philosophie und angewandte Ethik an der Université Gustave Eiffel in Paris. Sie wurde mit mehreren französischen und deutschen Wissenschaftspreisen ausgezeichnet und ist Ritter der französischen Ehrenlegion. Mit ihrer Arbeit liefert Pelluchon wertvolle Impulse für eine lebenswerte Zukunft und stärkt durch ihre fundierten Analysen und konkreten Vorschläge die Grundlagen einer pluralen und offenen Demokratie. Damit entsprechen ihre Arbeiten laut der Jury in hervorragendem Maße den Zielen, für die der Dr. Leopold Lucas-Preis gestiftet wurde.</p><p>Der Preis zeichnet Menschen aus, deren wissenschaftliches Werk die Beziehungen zwischen Menschen und zwischen Völkern fördert und sich um die Verbreitung des Toleranzgedankens verdient macht. Der Preis wurde 1972 von Generalkonsul Franz D. Lucas, Ehrensenator der Universität Tübingen, gestiftet. Anlass war der 100. Geburtstag seines Vaters, des jüdischen Gelehrten Dr. Leopold Lucas. Der wirkte als Rabbiner in Glogau und an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin. 1943 wurde er im Konzentrationslager Theresienstadt ermordet. Der zu seinem Gedächtnis gestiftete Preis wird jährlich von der Evangelisch-Theologischen Fakultät im Namen der Universität Tübingen verliehen. Er ist mit 50.000 Euro dotiert.</p><h3>Plädoyer für eine neue Aufklärung</h3><p>Pelluchon leistet mit ihrer politischen Philosophie einen bedeutenden Beitrag zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. Ihr Werk vereint die Reflexion über die Grundlagen von Politik und Ethik mit konkreten politischen Handlungsvorschlägen, um Gerechtigkeit für Tiere, den Schutz der Umwelt und die Stärkung der Demokratie zu erreichen. Pelluchon plädiert für eine neue Aufklärung, die den Menschen nicht allein als vernunftgesteuertes Individuum begreift, sondern auch als verletzliches, körperliches und in Beziehungen eingebundenes Wesen. Dieses Selbstverständnis soll das Bewusstsein für die Verbundenheit mit der menschlichen und nichtmenschlichen Mitwelt stärken und zu einem verantwortungsvollen Handeln im Sinne des Gemeinwohls führen.</p><p>Besonders hervorzuheben ist Pelluchons Engagement für Tierrechte. Sie erkennt Tiere als empfindsame Subjekte an und fordert umfassende Schutzrechte für sie ein. Gleichzeitig sieht sie den Schutz der Biosphäre als zentrales politisches Ziel, das eng mit sozialer Gerechtigkeit und demokratischer Teilhabe verknüpft ist. Sie schlägt praxisnahe Lösungen innerhalb pluralistischer Demokratien vor, ohne sich radikalen oder bevormundenden Positionen anzuschließen. Durch die Verknüpfung von Tierethik mit Fragen des Klimaschutzes und der sozialen Gerechtigkeit entwickelt Pelluchon ein umfassendes Konzept gesellschaftlichen Wandels.</p><p>Ihre Philosophie fordert ein Umdenken hin zu einem „Zeitalter des Lebendigen“, das ein friedliches und gerechtes Zusammenleben von Menschen und nichtmenschlichen Lebewesen in den Mittelpunkt stellt. Dabei verliert sie sich nicht in einem naiven Optimismus, sondern nimmt Sorgen und Ängste angesichts einer unsicher werdenden Welt ernst und will begründete Hoffnung auf eine Verbesserung stiften.</p><h3>Leopold Lucas-Preis für junge Forschende</h3><p>Der Dr. Leopold Lucas-Preis für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler geht in diesem Jahr an Dr. Bahadir Eker. Der Philosoph erhält den Preis für seine Dissertation in der Philosophie „<span lang="en" dir="ltr">Matters of Perspective. A Theory of Deep Temporality</span>“. Mit seiner Arbeit legt er einen hochoriginellen und anspruchsvollen Beitrag zur komplexen philosophischen Debatte über die Metaphysik der Zeit vor. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-116025</guid><pubDate>Tue, 18 Feb 2025 14:17:11 +0100</pubDate><title>Natalie Amiri hält die 16. Weltethos-Rede</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=116025&amp;cHash=0961537e85d67f220da51c84b5df738b</link><description>Renommierte Journalistin und Schriftstellerin spricht am 12. Mai 2025 zum Thema Menschenrechte – Gemeinsame Veranstaltung der Universität Tübingen und der Stiftung Weltethos</description><content:encoded><![CDATA[<p>Als Rednerin für die 16. Weltethos-Rede konnten die Stiftung Weltethos und die Universität Tübingen die deutsch-iranische Journalistin und Schriftstellerin Natalie Amiri gewinnen. Amiri spricht zum Thema „Gefährdete Werte: Menschenrechte in einer destabilisierten Welt“. Die erste Weltethos-Rede seit vier Jahren richtet sich betont auch an eine jüngere Zielgruppe: In einem Werkstattgespräch wird sich Amiri mit Studierenden der Universität Tübingen über ihre Arbeit als Journalistin in Krisenregionen austauschen.</p><p>Natalie Amiri studierte Orientalistik und Islamwissenschaft in Bamberg, Teheran und Damaskus. Seit 2015 leitete sie das ARD-Büro in Teheran, aus Sicherheitsgründen musste sie die Leitung 2020 abgeben. Amiri wurde u.a. 2022 und 2024 vom „medium magazin“ als beste politische Journalistin des Jahres ausgezeichnet. 2024 erhielt sie den Walter-Lübcke-Demokratie-Preis.</p><p>Seit 2000 lädt die Stiftung Weltethos gemeinsam mit der Universität Tübingen zu den Weltethos-Reden in den Festsaal der Universität Tübingen ein. In diesen Reden beziehen herausragende Per-sönlichkeiten aus den Bereichen Kultur, Politik, Wissenschaft, Religion und öffentlichem Leben aus unterschiedlichen Blickwinkeln Stellung zur Weltethos-Thematik. Natalie Amiri ist nach Shirin Ebadi (2005) und <span lang="en" dir="ltr">Mary Robinson</span> (2002) die dritte Frau, die eine Weltethos-Rede hält.</p><p>„Natalie Amiri beschrieb einmal ihre persönliche Mission als ‚die Suche nach Wahrheit und das Bemühen um Verständigung‘. Damit beschreibt sie auch den Kern der Weltethos-Idee und eine gesellschaftliche Aufgabe der Universität Tübingen“, sagt Prof. Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann. „Oh-ne Verständigung geht es nicht. Gerade jetzt leben wir in einer Zeit, in der viele Akteure die Differenzen zwischen den Menschen betonen, statt mit von allen geteilten Werten an einer gemeinsamen Basis zu arbeiten. Mit Natalie Amiri werden wir eine starke Stimme für mehr Menschlichkeit in Tübingen hören.“</p><p>„Wir freuen uns sehr, dass wir die renommierte Journalistin Natalie Amiri als Weltethos-Rednerin ge-winnen konnten“, betont Prof. Dr. Bernd Engler, Präsident der Stiftung Weltethos. „Mit ihrer herausragenden inhaltlichen Expertise in politischen und gesellschaftlichen Konfliktregionen und ihrer breiten Medienerfahrung ist sie eine überzeugende Weltethos-Botschafterin, die sich für Menschen- und Frauenrechte in einer sich verändernden Weltordnung einsetzt und die die Herausforderungen einer neuen politischen Realität klar benennt.“</p><p>Die Weltethos-Rede am 12. Mai 2025 um 18.15 Uhr im Festsaal der Neuen Aula (Geschwister Scholl-Platz) ist eine gemeinsame Veranstaltung der Universität Tübingen und der Stiftung Weltethos. Alle Interessierten sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei. Eine Platzreservierung ist nicht möglich. Die Ausgabe der Eintrittskarten erfolgt am Tag der Veranstaltung. <a href="/pt/universitaet/campusleben/veranstaltungen/zentrale-veranstaltungen/weltethosrede/#c2257449">Nähere Angaben zur Ticket-Vergabe werden rechtzeitig vor der Veranstaltung veröffentlicht.</a> Medienvertreter sind herzlich eingeladen. Sie können sich bis zum 9. Mai 2025 unter dieser E-Mail-Adresse akkreditieren: <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,rtguugBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2">presse<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p><strong>Weitere Informationen:</strong><br>Zu den Weltethos-Rednern gehörten u.a. Kofi Anan (2003), Helmut Schmidt (2007), Desmond Tutu (2009), Winfried Kretschmann (2017) und der Schriftsteller Bernhard Schlink (2021).<br><a href="https://www.weltethos.org/bildung-und-gesellschaft/weltethos-reden/" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.weltethos.org/bildung-und-gesellschaft/weltethos-reden/</a> &nbsp;<br><a href="https://uni-tuebingen.de/universitaet/campusleben/veranstaltungen/zentrale-veranstaltungen/weltethosrede/" target="_blank">https://uni-tuebingen.de/universitaet/campusleben/veranstaltungen/zentrale-veranstaltungen/weltethosrede/</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-115368</guid><pubDate>Fri, 31 Jan 2025 13:16:57 +0100</pubDate><title>Auszeichnung für Forschung zur urgeschichtlichen Entstehung der Tierwanderungen in Ostafrika</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=115368&amp;cHash=d0ce6c3066cfdd20175e3cae92ce5443</link><description>Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie geht an Kaedan O’Brien – Erster Nachweis saisonaler Säugetierwanderungen während der vergangenen Eiszeit</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie wird in diesem Jahr an den Anthropologen und Zoologen Professor Kaedan O’Brien verliehen. Der Wissenschaftler der State University of New York in Oneonta erhält die Auszeichnung des Instituts für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Tübingen für seine Dissertation. Darin untersuchte er Fossilienbestände von 18 Tierarten, die während der Eiszeit vor 115.000 bis 11.700 Jahren in Ostafrika lebten, und wies – erstmals – für zwei Tierarten urgeschichtliche Wanderungsbewegungen nach. Er stellte außerdem fest, dass bei vielen Arten keine direkten Rückschlüsse aus den heutigen Wanderungsbewegungen auf das frühere Verhalten möglich sind. Der Tübinger Förderpreis ist mit 7.500 Euro dotiert, wird gestiftet von der Mineralwassermarke EiszeitQuell und zum 27. Mal verliehen.</p><p>Kaedan O’Briens Dissertation habe eine große Bedeutung für die ältere Urgeschichte und Quartärökologie auch über die engen Fachkreise hinaus, sagt Dr. Dorothée Drucker vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen und zugleich Laudatorin. Sein übergeordnetes Forschungsziel sei es, die urgeschichtlichen Faktoren zu erkennen, die die menschliche Evolution in Afrika steuerten. In diesem Rahmen untersuche er die saisonalen Wanderungsmuster großer Pflanzenfresser, die zur Beute früher Menschen zählten. „Kaedan O’Brien hat in seiner Arbeit nicht nur die urgeschichtliche Umwelt rekonstruiert, sondern auch die Beziehungen zwischen Tier und Mensch klar herausgearbeitet. Er geht davon aus, dass die Menschen der Spätsteinzeit im Vergleich zu denen der Mittelsteinzeit weniger von einer starken saisonalen Verfügbarkeit ihrer Großsäugerbeute angewiesen waren und die Wanderungsbewegungen der Huftiere ein neues Verhalten darstellten. Das ist wahrscheinlich auch eine Folge der Konkurrenz mit Nutzvieh, das die Menschen einführten“, sagt Dorothée Drucker. Die Forschungsarbeit Kaedan O’Briens könne als Modell für weitere Studien herangezogen werden, was er selbst mit Blick auf Südafrika bereits unternehme.</p><p>Der US-Amerikaner studierte an der University of Wisconsin-Madison. Im Anschluss an sein Masterstudium der Anthropologie an der University of Utah in Salt Lake City wurde er dort im Frühjahr 2024 promoviert. Während seiner Dissertation war er unter anderem Graduate Research Fellow der National Science Foundation. Mittlerweile arbeitet er als Assistant Professor in Biological Anthropology an der State University of New York in Oneonta.</p><h3>Isotope im Zahnschmelz untersucht</h3><p>Für seine Dissertation nahm Kaedan O’Brien zunächst die heutigen Verhältnisse in Ostafrika in den Blick. Dort unternehmen große Pflanzenfresser in den Savannen Wanderungsbewegungen, um jahreszeitliche Nahrungsengpässe zu umgehen. Dass es solche Wanderungen ursprünglich nicht gab, das weist der Wissenschaftler in seiner Arbeit nach. Dazu untersuchte er mit Hilfe der Fossilienbestände von 18 Tierarten aus der Eiszeit das Muster der Sauerstoff-, Strontium- und Kohlenstoffisotope, die sich während des Zahnwachstums im Zahnschmelz von insgesamt 79 Rindern und Einhufern abgelagert hatten. Die Ergebnisse liefern Hinweise auf den Lebensraum, die Ernährungsgewohnheiten, die jahreszeitlichen Veränderungen und ermöglichen Rückschlüsse auf das Verhalten der Tiere während der vergangenen Eiszeit.</p><p>Für 16 der untersuchten 18 Tierarten fehlen klare Anzeichen für frühere Wanderungsbewegungen, darunter etwa das Streifengnu. Hingegen legen die heute lebenden Streifengnus in der Serengeti durchaus weite Strecken zurück. Das deutet daraufhin, dass diese Tiere entweder ihre Wanderungsbewegungen gegen Ende der Eiszeit entwickelten; oder aber, dass dieses Verhalten in der Vergangenheit räumlich und zeitlich deutlich begrenzt war. Zusätzlich lassen Kaedan O’Briens Forschungsergebnisse den Schluss zu, dass es – anders als heute – während der Eiszeit unter den untersuchten Tierarten keinen Zusammenhang zwischen Nahrung, Nahrungsanpassung, Körpergröße und Wanderungsbewegungen gab.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-115008</guid><pubDate>Wed, 22 Jan 2025 10:35:59 +0100</pubDate><title>Frühe Menschen nahmen Einfluss auf Verfügbarkeit von Fleisch und auf aasfressende Tiere</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=115008&amp;cHash=2a495b35341f1c123a1b4c757b2acbd0</link><description>Forschungsteam des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen untersucht Beziehungsdynamik in Ökosystemen vor rund 130.000 bis 20.000 Jahren</description><content:encoded><![CDATA[<p>Durch ihr Verhalten trugen Menschen vor rund 45.000 bis 29.000 Jahren dazu bei, dass sich die Zusammensetzung der aasfressenden Tierarten in ihrem Umfeld veränderte. Während kleinere Kulturfolger unter den Tieren, wie Füchse und manche Vogelarten, von der Anwesenheit der Menschen profitierten, wurden große Aasfresser wie Hyänen und Höhlenlöwen tendenziell verdrängt. Das ergab eine umfassende Analyse von Daten aus archäologischen Fundstätten in Europa, die auch Überreste von Tieren bargen. Sie wurde durchgeführt von Dr. Chris Baumann vom <span lang="en" dir="ltr">Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> an der Universität Tübingen, Dr. Andrew W. Kandel von der Universität Tübingen und Dr. Shumon T. Hussain von der Universität Köln. Ihre Studie wurde in der Fachzeitschrift <i><span lang="en" dir="ltr">Quaternary Science Reviews </span></i>veröffentlicht.</p><p>Obwohl viele Fleischfresser nicht nur selbst erlegte Beute verzehren, wird das Fressen von Aas bei der Betrachtung der Nahrungsketten und -netzwerke häufig vernachlässigt. „Auch die frühen Menschen vor mehr als 30.000 Jahren lebten nicht losgekoppelt von der Tierwelt, sondern waren in ein Beziehungsgeflecht mit Aasfressern eingebunden“, sagt Chris Baumann. Wie sich die verschiedenen Arten gegenseitig beeinflussten, sei aus heutiger Perspektive schwer nachzuvollziehen.</p><h3>Umfangreicher Datenbestand</h3><p>Um mehr zu erfahren, nutzten die Forscher die Datenbank ROAD der Forschungsstelle ROCEEH („<span lang="en" dir="ltr">The Role of Culture in Early Expansions of Humans</span>“) der Universität Tübingen, der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, in der die Funddaten aus 2.400 prähistorischen Fundstätten in Europa, Afrika und Asien digital gespeichert sind. Sie bezogen dabei vor allem zooarchäologische Daten, die aus tierischen Überresten gewonnen werden konnten, an ehemals von Menschen besiedelten Orten in Europa in ihre Untersuchung ein.<br>„Wir gehen davon aus, dass frühe Menschen mit ihrem Jagdverhalten mehr Tiere erlegten, als sie selbst verzehrten, sodass mehr Aas vorhanden war“, sagt Baumann. „Zunächst profitierten davon große Aasfresser.“ Das Verhältnis zwischen Menschen und aasfressenden Tieren sei im Zeitraum vor 130.000 bis 60.000 Jahren zunehmend weniger durch Konkurrenz geprägt gewesen. Allerdings hätten die Menschen auch dafür gesorgt, dass die großen Raubtiere nicht in die Nähe der Siedlungen kamen. „Von kleinen Aasfressern wie Füchsen, Raben oder Krähen ging keine Gefahr aus, sodass sie wahrscheinlich geduldet wurden“, sagt der Forscher. „Ähnlich ist es heute in städtischer Umgebung, wo wir Füchse und Waschbären tolerieren, nicht aber Wölfe.“ Eine besondere Dynamik habe sich in den Beziehungen zwischen Menschen und Aasfressern im Zeitraum vor rund 45.000 bis 29.000 Jahren entwickelt, und es kam zu einem Umbruch.</p><h3>Verdrängung großer Tierarten</h3><p>„Unsere Analyse ergab, dass in diesem Zeitraum, dem späten Pleistozän, die Verdrängung der großen Aasfresser einsetzte – zugunsten der kleineren Arten, die teilweise sogar Vorteile aus dem Zusammenleben mit Menschen zogen“, sagt Shumon Hussain. Auch archäologische Belege aus diesem Zeitraum ließen diesen Rückschluss zu. Möglicherweise hätte der Umbruch auch damit zu tun, dass in diesem Zeitraum die ersten Populationen des modernen Menschen <i>Homo sapiens</i> in Europa erschienen und die letzten europäischen Neandertaler verdrängten. „Die Menschen entwickelten ihre Fähigkeiten weiter und erlegten so viele Tiere, dass im Nahrungsnetz deutlich mehr Energie verfügbar wurde“, ergänzt Baumann. Das bewirkte Verhaltensanpassungen und evolutionäre Änderungen bei den aasfressenden Tieren, doch auch die Menschen selbst entwickelten neue Wege bei der Besiedlung der Landschaft. Sie formten dadurch Ökosysteme mit, die wiederum Einfluss auf ihre eigene Evolution gehabt haben könnten.</p><h3><br>Publikation:</h3><p>Chris Baumann, Andrew W. Kandel, Shumon T. Hussain: <span lang="en" dir="ltr">Evidence for the catalytic role of humans in the assembly and evolution of European Late Pleistocene scavenger guilds. </span><i><span lang="en" dir="ltr">Quaternary Science Reviews</span></i>, <a href="https://doi.org/10.1016/j.quascirev.2024.109148" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.quascirev.2024.109148</a>&nbsp;<br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-114843</guid><pubDate>Fri, 17 Jan 2025 10:53:16 +0100</pubDate><title>Koloniale Schatten: Vernissage der  Online-Ausstellung des Museums der Universität</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=114843&amp;cHash=1a969dd6cb388babff51e6725703a13f</link><description>Ausstellung zur Palau-Forschung der Ethnologin Elisabeth Krämer-Bannow – Blick auf kolonialistische Machtverhältnisse – 
Online-Ausstellung ist Resultat interdisziplinärer Praxisseminare</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Malerin, Fotografin und Ethnologin Elisabeth Krämer-Bannow war das einzige weibliche Mitglied der Hamburger Südsee-Expedition von 1908 bis 1910. Sie reiste mit der Expedition nach Palau und hinterließ eine einzigartige Dokumentation des Lebens der palauischen Frauen. Eine Dokumentation, die immer auch die Kolonialgeschichte und die ungleichen Machtverhältnisse zwischen den Kolonialmächten und den indigenen Völkern bezeugt.</p><p>Studierende der Abteilung Ethnologie des Asien-Orient-Instituts der Universität Tübingen und der Masterprofillinie „Museum &amp; Sammlungen“ des Museums der Universität MUT haben sich drei Semester lang mit der Person Elisabeth Krämer-Bannow und ihrer Forschung beschäftigt. Die Resultate werden jetzt der Öffentlichkeit präsentiert. Die Eröffnung der Online-Ausstellung „Koloniale Schatten. Das palauische Vermächtnis der Elisabeth Krämer-Bannow in Tübingen“ findet am <strong>Mittwoch, 22. Januar 2025 um 18 Uhr im Rittersaal des Schlosses Hohentübingen</strong> (Burgsteige 11, 72070 Tübingen) statt. Die Veranstaltung ist öffentlich und richtet sich an alle Interessierten sowie die Presse. Die Ausstellung selbst wird ab dem 22. Januar ausschließlich online zu sehen sein, unter <a href="http://www.unimuseum.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.unimuseum.de</a>.</p><p>Elisabeth Krämer-Bannow nutzte ihren Zugang zu den Frauen der palauischen Bevölkerung, um deren Alltag und Kultur aus einer seltenen Perspektive zu dokumentieren: Während männlichen Forschern diese Welt oft verschlossen blieb, konnte sie intime Einblicke erlangen, die in der damaligen ethnologischen Forschung oft unbeachtet blieben. Ihre Aquarelle und Fotografien, die in der Ausstellung präsentiert werden, bieten nicht nur ein lebendiges Bild des palauischen Lebens, sondern ermöglichen auch eine kritische Reflexion über die deutsche Kolonialzeit.</p><p>Die ausgestellten Objekte – viele von Elisabeth Krämer-Bannow und ihrem Ehemann Augustin Friedrich Krämer gesammelt – werfen einen neuen Blick auf die Kolonialgeschichte. Einige der Objekte aus der Sammlung der Krämers, die heute in der Universität Tübingen aufbewahrt werden, spiegeln auch die Handlungsfähigkeit der Palauer wider, die nicht immer bereit waren, ihre wertvollsten Gegenstände zu verkaufen.</p><p>Neben den Alltagsgegenständen sind die kunstvollen Gipsabgüsse von bemalten Holzreliefs an Baihäusern (Versammlungshäusern), die Elisabeth Krämer-Bannow angefertigt hat, ein zentrales Highlight der Ausstellung. Diese Häuser, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in fast jedem Dorf Palaus zu finden waren, sind heute fast vollständig verschwunden. Krämer-Bannow hat mit ihren Arbeiten dazu beigetragen, dieses einzigartige kulturelle Erbe zu bewahren.</p><h3>Programm zur Eröffnung:</h3><ul><li>Begrüßung: Professorin Dr. Gabriele Alex, Leiterin der Abteilung Ethnologie des Asien-Orient-Instituts der Universität Tübingen</li><li>Grußwort: Dr. Annika Vosseler, Provenienzforschung am Museum der Universität Tübingen MUT</li><li>Einführung: Dr. Markus Schleiter, Kustos der Ethnologischen Sammlung der Universität Tübingen</li><li>Vortrag: Dr. Stephanie Walda-Mandel, Sachgebietsleiterin für „Ozeanien“ am Linden-Museum Stuttgart</li><li>„Navigieren in zwei Welten: Umgang der <span lang="en" dir="ltr">Southwest Islanders</span> von Palau mit den Auswirkungen von Kolonialzeit und globalen Transformationen“</li><li>Projektvorstellung: Studierenden-Team<br>&nbsp;</li></ul>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-114711</guid><pubDate>Wed, 15 Jan 2025 08:39:49 +0100</pubDate><title>Gemeinsamkeiten zwischen Gefäßverkalkung und Knochenwachstum entdeckt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=114711&amp;cHash=a543ddf921af2012b79aee2990fc9c67</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen beobachtet biochemischen Prozess an lebenden Zellen – Hinweise auf neuen Behandlungsansatz zur Vorbeugung von Herzinfarkten und Schlaganfällen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Durch Echtzeitbeobachtung bestimmter biochemischer Prozesse in Blutgefäßen aus Mäusen kam eine bisher unbekannte Gemeinsamkeit zwischen der Atherosklerose, auch Gefäßverkalkung genannt, und dem Knochenwachstum zutage. Ein Forschungsteam unter der Leitung von Professor Robert Feil vom Interfakultären Institut für Biochemie der Universität Tübingen entdeckte, dass ein molekularer Signalweg, der beim Knochenwachstum eine wichtige Rolle spielt, die Entwicklung von Atherosklerose in Blutgefäßen bremsen kann. Möglicherweise lässt sich die Atherosklerose künftig mit Medikamenten behandeln, die ursprünglich zur Therapie von Wachstumsstörungen der Knochen, wie etwa Kleinwuchs, entwickelt worden sind. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift <i>Nature Communications </i>veröffentlicht.</p><p>Atherosklerose ist eine weitverbreitete Gefäßkrankheit, die zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führt und weltweit die Haupttodesursache ist. Bei dieser Erkrankung entstehen Einlagerungen, unter anderem von Fetten und verschiedenen Zellen, in der inneren Wandschicht der Blutgefäße, die zu sogenannten Plaques anwachsen können. Die Plaques können Gefäße verengen und zu Blutgerinnseln führen, sodass die Sauerstoffversorgung der Organe über das Blut nicht mehr ausreicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen.</p><p>Blutgefäße bestehen größtenteils aus sogenannter glatter Muskulatur, die durch Entspannung den Blutdurchfluss erhöhen kann. „Der zentrale Signalgeber dazu ist der Botenstoff zyklisches Guanosinmonophosphat, kurz cGMP, der in den Zellen der glatten Muskulatur der Gefäße gebildet wird“, erklärt Dr. Moritz Lehners von der Universität Tübingen, der Erstautor der Studie. Das cGMP komme in vielen Organen des Menschen vor und reguliere dort zahlreiche Körperfunktionen. Interessanterweise könne der Botenstoff auf mehreren verschiedenen Wegen in den Gefäßzellen gebildet werden. „Weil man das Regelungsgefüge insgesamt noch nicht genau verstanden hat, haben wir uns in der aktuellen Studie auf einen der Produktionswege von cGMP konzentriert“, sagt der Forscher. Dazu nutzte das Forschungsteam Blutgefäßzellen aus Mäusen, in denen das cGMP-Molekül mit Hilfe eines neuartigen fluoreszierenden Biosensors unter dem Mikroskop als Leuchten detektiert werden kann. „So konnten wir die Signalmoleküle und die biochemischen Prozesse, in die sie eingebunden sind, in einzelnen Zellen sichtbar machen und in Echtzeit beobachten, sozusagen bei der Arbeit“, sagt Lehners. Solche Einzelzellanalysen könnten auch für andere Fragestellungen in der Gefäßbiologie weiterentwickelt werden.</p><h3>Status der Gefäßzellen entscheidend</h3><p>„Die Ausgangslage war verwirrend“, berichtet der Forscher. „Wenn man weiß, dass mehrere Stoffwechselwege in den Gefäßzellen zur Produktion von cGMP führen können, stellt sich die Frage, ob diese unterschiedlichen Wege auch Unterschiedliches bewirken.“ Die Forscherinnen und Forscher stellten fest, dass es während der Entstehung von Atherosklerose in den Gefäßzellen zu Änderungen der biochemischen Signalwege kommt. „Während eine Zelle in die Plaque hineinwächst und versteift, wechselt der Produktionsweg des cGMP. Der von uns genauer betrachtete Weg springt an und arbeitet gegen die Verkalkung der Plaques“, sagt Lehners. „Dieser Mechanismus hat also eine gefäßschützende Funktion.“ Dieses Ergebnis wird dadurch untermauert, dass Mäuse, bei denen dieser cGMP-Weg blockiert wurde, eine stärkere Gefäßverkalkung entwickelten.</p><p>„Interessanterweise ist genau dieser Weg der Bildung von cGMP in der Biochemie und Medizin schon länger als Förderer des Knochenwachstums bekannt“, sagt Studienleiter Feil. Genetische Varianten der an dem Stoffwechselweg beteiligten Rezeptoren führten zu Anomalien beim menschlichen Skelett. „In der Tat wurde vor kurzem ein neues Medikament entwickelt, das Vosoritid, das auf den cGMP-Signalweg im Knochen wirkt und zur Behandlung der Kleinwüchsigkeit bei Kindern eingesetzt wird. Durch die Parallelen, die sich durch unsere Studie zwischen dem Knochenwachstum und der Bildung von Atherosklerose in Blutgefäßen ergeben haben, könnte nun geprüft werden, ob sich Wirkstoffe wie Vosoritid auch bei der Therapie der Atherosklerose einsetzen lassen.“</p><h3><strong>Publikation:</strong></h3><p>Moritz Lehners, Hannes Schmidt, Maria T K Zaldivia, Daniel Stehle, Michael Krämer, Andreas Peter, Julia Adler, Robert Lukowski, Susanne Feil, Robert Feil: <span lang="en" dir="ltr">Single-cell analysis identifies the CNP/GC-B/cGMP axis as marker and regulator of modulated VSMCs in atherosclerosis</span>. <i>Nature Communications</i>, <a href="https://doi.org/10.1038/s41467-024-55687-9" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41467-024-55687-9</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-114384</guid><pubDate>Mon, 23 Dec 2024 11:18:14 +0100</pubDate><title>Universität Tübingen soll Zentrum für Burgenforschung erhalten</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=114384&amp;cHash=fd4986d5150526bbefcf2e4b490db053</link><description>Land Baden-Württemberg stellt Anschubfinanzierung – viele Burgen noch unerforscht</description><content:encoded><![CDATA[<p>[überarbeitete Fassung vom 21.05.2025]<br>Die Universität Tübingen soll ein Zentrum für Burgenforschung erhalten. Das Land Baden-Württemberg stellt hierfür die Anschubfinanzierung. In Kooperation mit dem Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart wird das Zentrum dann auch Grabungen durchführen. Viele Burgen sind noch gänzlich unerforscht oder noch nicht im Gelände dokumentiert.</p><p>„Burgen hatten nicht nur in der Vergangenheit eine wichtige Funktion – sie wirken bis in die Gegenwart identitätsstiftend: als Bauwerke des Erinnerns, als Ausflugs- und Sehnsuchtsorte“, sagte Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. Das Burgenforschungszentrum bündelt die bisherigen Arbeiten der Universität Tübingen, die vor allem am Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters von Professorin Dr. Natascha Mehler und in enger Kooperation mit dem Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften entstanden.</p><p>„Burgen waren nicht nur Verteidigungsbauten. Sie waren weit sichtbare Zeichen des Adels und Symbol seiner territorialen und politischen Macht. Sie waren auch wirtschaftlich bedeutend oder dienten als Zollstationen. Die umgebende Landschaft gehörte zu einer Burg und muss mit in die Forschung einbezogen werden“, sagte Natascha Mehler, die Leiterin des Burgenforschungszentrums. „Und viele Burgen mussten der Bevölkerung Schutzraum vor Angriffen bieten.“</p><p>Die Anschubfinanzierung beträgt 80.000 Euro über zwei Jahre und kommt aus dem Haushalt des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg. Das Burgenforschungszentrum wird auf dieser Finanzierung aufbauend weitere Drittmittel in den kommenden Jahren einwerben, um dauerhaft arbeiten zu können.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-114369</guid><pubDate>Fri, 20 Dec 2024 13:56:04 +0100</pubDate><title>Landtagsdelegation der Grünen besucht Cyber Valley</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=114369&amp;cHash=eb7b2283ca22bcfb6d7251f0cd6216e6</link><description>Abgeordnete informieren sich an der Universität Tübingen zum KI-Leuchtturmprojekt – Neubauten im Cyber Valley bis 2027 geplant – Finanzierung steigender Betriebskosten noch unklar</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Cyber Valley ist der größte Forschungszusammenschluss zum Thema künstliche Intelligenz in Europa. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen arbeiten in ihm gemeinsam an Grundlagenforschung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in den Bereichen maschinelles Lernen, Computer Vision und Robotik. Mitglieder des Arbeitskreises Wissenschaft, Forschung und Kunst der Fraktion Grüne im Landtag besuchten gestern, am 19. Dezember 2024, das Cyber Valley an der Universität Tübingen. Michael Joukov, der Vorsitzende des Arbeitskreises, Dr. Susanne Aschhoff, forschungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Landtag und stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises, sowie Norbert Knopf informierten sich vor Ort über aktuelle Entwicklungen am KI-Standort.</p><p>Wichtige Themen waren die dynamische Entwicklung der Universität, die auch durch stark gestiegene Drittmittel ermöglicht wird, Erfolge in der Forschung, die Exzellenzcluster und die sich auf höchstem Niveau befindlichen Studierendenzahlen. Eine wesentliche Erfolgsgrundlage ist dabei eine stabile und langfristig gesicherte Hochschulfinanzierung – ein Markenzeichen der Hochschulpolitik in Baden-Württemberg.</p><p>Auch die Forschungsthemen am Cyber Valley wurden vorgestellt. Dr. Tilman Gocht stellte den Arbeitskreismitgliedern den Exzellenzcluster Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft vor. Ziel des Clusters ist es, maschinelles Lernen für verschiedene Bereiche der Wissenschaft nutzbar zu machen und zu verstehen, wie eine solche Transformation das wissenschaftliche Arbeiten an sich verändert. Ebenfalls Teil des Cyber Valley ist das Tübingen AI Center, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität und des Max-Planck-Instituts für intelligente Systeme gemeinsam forschen. Direktor Prof. Dr. Matthias Bethge gab einen Überblick über die Arbeit des AI Centers und stellte wichtige Meilensteine vor, wie die Etablierung des Bundeswettbewerbs Künstliche Intelligenz. Abschließend vermittelte Paul-David Bittner einen Eindruck von der lebhaften Start-up-Kultur und den vielfältigen Unterstützungsangeboten für Gründerinnen und Gründer im Cyber Valley. &nbsp;</p><h3>Steigende finanzielle Belastung der Universität</h3><p>Neben den Erfolgen in der Forschung waren die laufenden Baumaßnahmen im Cyber Valley und die zu erwartenden zusätzlichen Betriebskosten Teil des Gesprächs. Sechs neue Gebäude werden bis zum Jahr 2027 im Cyber Valley fertiggestellt, mit einer Nutzfläche von insgesamt über 20.000 Quadratmetern. Im Frühjahr 2025 wird das Gebäude Cyber Valley I in Betrieb genommen und aktuell wurde das TTR 2-Gebäude vom Land gekauft. Dadurch entstehen ab 2025 für die Universität zusätzliche Betriebskosten von ca. 2 Mio. Euro pro Jahr, die sich nach der Fertigstellung der Gebäude Cyber Valley II und Cyber Valley III auf rund 6 Mio. Euro erhöhen. Ein Großteil der kalkulierten Kosten entfällt dabei auf die Stromversorgung, da Forschung und Entwicklung im Bereich maschinelles Lernen besonders energieintensiv sind.</p><p>Das Rektorat der Universität Tübingen wies darauf hin, dass die Finanzierung der Betriebskosten für die Cyber Valley Gebäude leider immer noch ungeklärt sei. „Das Cyber Valley ist eine riesige Chance für das Land, die Wirtschaft und die Universität“, so Dr. Andreas Rothfuß, der Kanzler der Universität Tübingen. „Die zukunftsgerichtete Forschung sowie die enge Zusammenarbeit von Universität und Wirtschaft ist ein Innovationsmotor. Um diesen am Laufen zu halten, braucht es nachhaltige und gesicherte Unterstützung aus der Politik. Hierfür ist die Finanzierung der zusätzlichen Betriebskosten unerlässlich, die aus dem jetzigen Etat der Universität nicht zu stemmen ist“, betont Rothfuß.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-114261</guid><pubDate>Thu, 19 Dec 2024 10:25:40 +0100</pubDate><title>Nachhaltigkeit kein wichtiges Kriterium bei der Vergütung von Top-Managern</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=114261&amp;cHash=907689498489d8f56923584c8e2f3c6c</link><description>Internationales Forscherteam wertet Daten zur Entlohnung von europäischen Konzernvorständen aus – Nachhaltigkeitskriterien beeinflussen nur minimal die leistungsabhängige Bezahlung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Auszahlung von Boni an Vorstände in großen europäischen Konzernen wird nur minimal davon beeinflusst, ob die Top-Manager im abgelaufenen Geschäftsjahr Entscheidungen zur Reduktion von Emissionen, für mehr Diversität im Unternehmen oder mehr Produktsicherheit getroffen haben. Gerade einmal fünf Prozent ihrer leistungsabhängigen Vergütung ist an verbindliche Kriterien zur Messung von nachhaltigem Verhalten der Unternehmen gekoppelt.</p><p>Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam der Universität Tübingen und der Wirtschaftshochschule HEC in Paris durch die Auswertung eines Datensatzes zur Vergütung von 674 Führungskräften aus 73 Unternehmen, die in den beiden großen europäischen Börsenindizes EU-ROSTOXX 50 und STOXX Europe 50 gelistet sind. Die Daten erfassen den Zeitraum von 2013 bis 2020.</p><p>Die Studie stellt allerdings auch fest, dass 60 Prozent der Führungskräfte mindestens eines der sogenannten ESG-Kriterien in ihre Vergütung integriert hatten. Das Kürzel ESG steht für die englischen Begriffe „<span lang="en" dir="ltr">Environment</span>“, „<span lang="de" dir="ltr">Social</span>“ und „<span lang="en" dir="ltr">Governance</span>“ (deutsch: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung).</p><p>„Unternehmen, Investoren und Regulierungsbehörden propagieren zunehmend das Potenzial dieser Kennzahlen bei der Vorstandsvergütung, damit die Interessen von Führungskräften mit breiteren gesellschaftlichen Zielen wie Umweltschutz und Diversität in Einklang gebracht werden“, sagt Professor Patrick Kampkötter, Co-Autor der Studie und Lehrstuhlinhaber für <span lang="en" dir="ltr">Managerial Accounting</span> an der Universität Tübingen. „Doch dafür müssten sie auch tatsächliche finanzielle Anreize setzen. Das tun sie aber nicht, denn ESG-Leistungskennzahlen sind weitgehend symbolisch. Den meisten Unternehmen ist also der Schein wichtiger als echte Veränderung.“</p><p>Ob wirksame Anreize in der Vergütung gesetzt werden oder nicht, haben die Wissenschaftler durch die Unterscheidung von „verbindlichen“ und „ermessensbasierten“ ESG-Kennzahlen analysiert. Verbindliche Kennzahlen werden zu Beginn des Geschäftsjahres mit einem festgelegten Gewicht in das Vergütungspaket der Vorstände aufgenommen und bieten klare und verlässliche Ziele. Wenn eine Führungskraft diese Ziele erreicht oder übertrifft, erhält sie eine Auszahlung auf der Grundlage des vorab festgelegten Gewichts dieser Kennzahlen. Ermessensbasierte ESG-Kennzahlen hingegen sind flexibler. Aufsichtsräte oder Vergütungsausschüsse können das Gewicht oder die Bedeutung dieser Kennzahlen am Ende des Geschäftsjahres nach eigenem Ermessen anpassen, was Unsicherheit darüber schafft, inwieweit die ESG-Leistung einer Führungskraft ihre Vergütung beeinflusst. Infolgedessen fühlen sich Führungskräfte möglicherweise weniger gedrängt, diesen Zielen im Laufe des Jahres Vorrang einzuräumen.</p><p>Große Unternehmen, insbesondere im Finanzsektor, weisen laut der Studie oft eine Vielzahl von größtenteils ermessensbasierten ESG-Kennzahlen in ihren Vergütungsplänen auf, aber es fehlt ihnen an bedeutenden Gewichtungen. „Diese Kombination deutet darauf hin, dass für viele Unternehmen die Einbeziehung von ESG-Kennzahlen eine Form des „<span lang="en" dir="ltr">Greenwashing</span>“ sein könnte – ein Signal für das Engagement für Nachhaltigkeit, ohne tatsächlich substanzielle Verbesserungen zu fördern oder den Aktionärswert zu opfern“, sagt Professor Matthias Efing von der Wirtschaftshochschule HEC in Paris und Co-Autor der Studie. „In der Praxis dominieren weiterhin nicht-ESG-Leistungskennzahlen wie finanzielle Ergebnisse oder Aktienkursentwicklung die Berechnung von Vorstandsboni.</p><h2>Implikationen für Politik und Praxis</h2><p>„Damit ESG-Kennzahlen echte unternehmerische Veränderungen bewirken können, müssen sie von einer Randnotiz in Vergütungsplänen zu einem zentralen Bestandteil der Beurteilung und Belohnung von Führungskräften werden“, so Kampkötter. „Investoren und Regulierungsbehörden könnten eine entscheidende Rolle dabei spielen, Unternehmen zu robusteren ESG-Vergütungssystemen zu drängen.“ Mehr Transparenz über das tatsächliche Gewicht von ESG-Kennzahlen und klarere Berichtsstandards würden dazu beitragen, dass Unternehmen für ihre ESG-Verpflichtungen sowohl gegenüber Aktionären als auch gegenüber der Öffentlichkeit zur Rechenschaft gezogen werden.</p><h2>Publikation:</h2><p>Efing, Matthias and Ehmann, Stefanie and Kampkötter, Patrick and Moritz, Raphael, <span lang="en" dir="ltr">All Hat and No Cattle? &nbsp;ESG Incentives in Executive Compensation.</span> HEC Paris Research Paper No. FIN-2024-1506, Available at SSRN: <a href="https://ssrn.com/abstract=4974204" target="_blank" rel="noreferrer">https://ssrn.com/abstract=4974204</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-114045</guid><pubDate>Fri, 13 Dec 2024 14:11:08 +0100</pubDate><title>Fünf neue Mitglieder im Tübinger Universitätsrat</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=114045&amp;cHash=fcf14a5be3f3fbf785596bfb51260360</link><description>Bernhard Sibold als Vorsitzender wiedergewählt. Professorin Irmgard Männlein übernimmt stellvertretenden Vorsitz.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Tübinger Universitätsrat hat am vergangenen Dienstag erstmals in seiner neuen Zusammensetzung getagt. Bernhard Sibold wurde dabei in seinem Amt bestätigt und bleibt für weitere drei Jahre der Vorsitzende des Gremiums. Professorin Irmgard Männlein wurde von den Ratsmitgliedern zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Sie folgt in dieser Funktion auf Professor Oliver Kohlbacher, der nach neun Jahren aus dem Rat ausscheiden muss. Männlein ist Professorin für Griechische Philologie an der Universität Tübingen und seit dem 1. Oktober 2021 Mitglied im Universitätsrat.</p><p>Fünf Mitglieder nahmen zum ersten Mal an einer Sitzung teil. Neu im Hochschulrat sind Matthias Anbuhl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Studierendenwerks, Dr. Daniela Eberspächer-Roth, Geschäftsführende Gesellschafterin der Profilmetall GmbH, der Direktor des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme Professor Moritz Hardt und Professorin Renate Schubert, emeritierte Professorin der ETH Zürich. Neues internes Mitglied des Universitätsrats ist Professor Stefan Teufel von der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen. Die Amtsperiode des Universitätsrats beträgt drei Jahre.</p><h3>Alle Mitglieder des Universitätsrats:</h3><p>Externe Mitglieder:</p><ul><li>Matthias Anbuhl, Vorstandvorsitzender des Deutschen Studierendenwerks</li><li>Dr. Michael Bolle, Stiftungsratsvorsitzender Carl-Zeiss-Stiftung</li><li>Dr. Daniela Eberspächer-Roth, Geschäftsführende Gesellschafterin Profilmetall GmbH</li><li>Lena Ganschow, Wissenschaftsjournalistin (SWR)</li><li>Prof. Dr. Moritz Hardt, Direktor Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme</li><li>Prof. Dr. Renate Schubert, Emeritierte Professorin am Departement Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften der ETH, Zürich</li><li>Bernhard Sibold, Präsident der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in BW i.R. (Vorsitzender)</li></ul><p>Interne Mitglieder:</p><ul><li>Jacob Bühler, Studierender</li><li>Prof. Dr. Irmgard Männlein, Fachbereich Klassische Philologie</li><li>Prof. Dr. Heike Oberlin, Fachbereich Indologie</li><li>Prof. Dr. Stefan Teufel, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, Fachbereich Mathematik</li></ul><p>Der Universitätsrat trägt Verantwortung für die Entwicklung der Hochschule und schlägt Maßnahmen vor, die der Profilbildung und der Erhöhung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit dienen. Zudem beaufsichtigt er die Geschäftsführung des Rektorats. Der Universitätsrat besteht aus sieben externen und vier internen Mitgliedern.</p><p>Hochschulräte wurden ab 1998 nach einer Novelle des Hochschulrahmengesetzes in fast allen deutschen Bundesländern eingeführt. Ihre mehrheitlich extern berufenen Mitglieder aus Wirtschaft, Politik, Kultur oder anderen Forschungsinstitutionen bringen die Außen-Perspektive in die Entwicklungen einer Hochschule ein. In Baden-Württemberg beschließen sie zudem über den Haushalt, entscheiden über Entwicklungspläne und sind an der Wahl der Universitätsspitze maßgeblich beteiligt.<br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-114006</guid><pubDate>Thu, 12 Dec 2024 13:57:21 +0100</pubDate><title>Rede des Jahres 2024: Erste Bundestagsrede in Gebärdensprache von Heike Heubach</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=114006&amp;cHash=f60f0a480f3a78acd22bfb4daaa0a455</link><description>Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen zeichnet erste Bundestagsrede in Gebärdensprache aus. Heubachs Rede ein Plädoyer für den Klimaschutz</description><content:encoded><![CDATA[<p>Heike Heubach erhält die Auszeichnung „Rede des Jahres 2024“. Das Seminar für Allgemeine Rhetorik an der Universität Tübingen würdigt damit die erste Bundestagsrede in Gebärdensprache als bewegendes Beispiel einer veränderten politischen Redekultur im Zeichen von Inklusion. Die SPD-Abgeordnete Heubach gebärdete ihre Rede zur geplanten Novellierung des Baugesetzbuches am 10. Oktober 2024. Simultan wurde ihre Rede von einer Gebärdendolmetscherin als gesprochener Text hörbar gemacht.</p><p>Seit 1998 zeichnet das Seminar für Allgemeine Rhetorik jährlich eine „Rede des Jahres“ aus, die die politische, soziale oder kulturelle Diskussion entscheidend beeinflusst hat und als wichtiger Beitrag zur Entwicklung der Redekultur gelten kann. Kriterien für die Jury sind unter anderem inhaltliche Relevanz, Vortragsstil, Elaboriertheit sowie publizistische Wirkung.</p><h3>„Am teuersten wird es dann, wenn wir nichts tun.“</h3><p>Heike Heubachs Rede ist ein eindringliches Plädoyer für die Notwendigkeit des Klimaschutzes für alle Menschen: „Die Auswirkungen des Klimawandels betreffen uns alle.” Konkret und anschaulich wird dies durch die steigernde Nennung betroffener Gruppen im Kleinen wie Großen: von einzelnen „Häuslebauer/-innen” bis zum „Wirtschaftsstandort Deutschland”. Große Anschaulichkeit zeichnet auch Heubachs Ausführungen zur Dringlichkeit des Handelns aus, in denen sie sich der Überzeugungskraft des Beispiels bedient. Plausibel leitet sie aus dieser drängenden Situation die Baugesetzbuchnovellierung ab, die unter anderem die Mehrfachnutzung von Flächen vorsieht, wie Heubach lebensnah greifbar macht: „So wird der Sportplatz gleichzeitig eine Überflutungsfläche.” Den Kosteneinwand der Opposition greift sie klassisch-rhetorisch auf und weist ihn souverän zurück. Eine trockene juristische Materie wie das Baugesetzbuch wird an die Lebenswelt der Bürgerinnen und Bürger herangeführt und damit unmittelbar relevant gemacht. Ihre klar gegliederte Rede, in der sie Knappheit im Ausdruck mit schlüssiger Gedankenführung gekonnt vereint, lässt Heike Heubach in eine pointierte und eingängige Schlusssentenz münden: „Ein Mehr an Klimaschutz wird Leben retten und den Bundeshaushalt bei den Kosten von Naturkatastrophen entlasten. Am teuersten wird es dann, wenn wir nichts tun.”</p><h3>Zeichen für die Vielfalt der Eloquenz</h3><p>Ihren gekonnt formulierten Redetext bringt Heike Heubach gebärdend zum Ausdruck und setzt auch darüber hinaus ihren Körper rhetorisch versiert und überzeugend ein. Bereits beim Gang zum Redepult gewinnt sie den Raum für sich, indem sie lächelnd Blickkontakt zum Publikum herstellt. Aufmerksam und wertschätzend adressiert sie bei ihrer Begrüßung die einzelnen Gruppen im Publikum, indem sie ihren Körper gezielt zu den jeweiligen Personen hinwendet. Durch Gebärde und Körpersprache macht sie deutlich, dass von der Präsidentin bis zu den Gästen auf der Tribüne alle Personen gleichermaßen in ihre Rede eingeschlossen sind. Heubachs rednerische Kompetenz wird durch ihre aufrechte, ruhige und selbstbewusste Körperhaltung unterstrichen.</p><p>Für ihre rhetorische Glanzleistung erhält Heike Heubach den Beifall des gesamten Publikums. Mit der Gebärde für Applaus und stehenden Ovationen honoriert der Bundestag diesen zukunftsweisenden Auftritt und gibt damit ein Beispiel für gelebte Inklusion und wertschätzende politische Teilhabe aller Personen.</p><p>Mit ihrer stillen Rede im Bundestag setzt Heike Heubach auch ein Zeichen für die Vielfalt der Eloquenz. Diese erste Rede in Gebärdensprache stellt auch eine bereichernde Erweiterung der Rede- und Debattenkultur Deutschlands dar. Für diesen wertvollen Meilenstein der Redekunst verleiht die Jury des Seminars für Allgemeine Rhetorik Heike Heubach den Preis ‚Rede des Jahres 2024‘.</p><p><a href="/pt/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/philosophie-rhetorik-medien/seminar-fuer-allgemeine-rhetorik/rede-des-jahres/" class="ut-btn ut-btn--color-primary-1">Text und Video zur Rede</a></p><p><strong>Jury:</strong><br>Dr. Jutta Beck, Lukas Beck M.A., Selina Bernarding M.A., Hanna Broghammer, Dr. Fabian Erhardt, Dr. Markus Gottschling, Rebecca Kiderlen M.A., Prof. Dr. Joachim Knape, Prof. Dr. Olaf Kramer, Dr. Frank Schuhmacher, Prof. Dr. Dietmar Till, PD Dr. Lily Tonger-Erk, Dr. Thomas Zinsmaier</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-113865</guid><pubDate>Fri, 06 Dec 2024 15:37:50 +0100</pubDate><title>„Kunst und Kult“: Präkolumbische Ausstellung im Museum der Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=113865&amp;cHash=3df13c78f71ee8ed422f065f1ece010d</link><description>Ausstellung zeigt Artefakte verschiedener meso- und südamerikanischer Kulturen. Objekte gespendet von der Pelling-Zarnitz-Stiftung.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Museum Alte Kulturen der Universität Tübingen MUT zeigt in einer neuen Ausstellung Artefakte verschiedener meso- und südamerikanischer Kulturen, wie der Maya, der Zapoteken, der Chavin oder Chimú. Die 23 Artefakte werden damit das erste Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Ihr Alter reicht von etwa 1000 Jahren vor unserer Zeitrechnung bis zum frühneuzeitlichen Auftreten der Europäer in Amerika um 1500. Die Objekte wurden dem Museum von Dr. Claus Pelling und Dr. Marie Luise Zarnitz in deren Nachlass vermacht.</p><p>Zur Eröffnung der Ausstellung „Kunst und Kult. Die Altamerikasammlung der Universität Tübingen aus dem Nachlass Pelling Zarnitz“ am <strong>Donnerstag, 12. Dezember 2024, um 19 Uhr im Schloss Hohentübingen,</strong> sind Pressevertreterinnen und -vertreter wie auch die interessierte Öffentlichkeit eingeladen.</p><p>Die beiden Stifter Priv.-Doz. Dr. Claus Pelling und Dr. Dr. h.c. Marie Luise Zarnitz waren renommierte Sammler auf den Gebieten der Maya-Artefakte, der byzantinischen Bleisiegel, der altägyptischen Kunst und der is-lamischen Numismatik. Ihr Ziel war es, diese oft wenig bekannten Kulturen einem interessierten Publikum zugänglich zu machen. Sie gaben den Anstoß zur Gründung der Forschungsstelle für Islamische Numismatik an der Universität Tübingen und beteiligten sich daran, deren Münzsammlung, die weltweit zu den größten gehört, zu erweitern und zu verbessern. Die testamentarische Auflage für das Erbe sieht die Ausstellung der Artefakte mit einer Buchpublikation sowie die spätere Dauerpräsentation im Museum Alte Kulturen der Universität auf Schloss Hohentübingen vor.</p><h3>Programm der Ausstellungseröffnung:</h3><p><strong>Professorin Dr. Monique Scheer</strong><br>Prorektorin der Universität Tübingen<br><i>Begrüßung</i></p><p><strong>Professor Dr. Thomas Finkenauer</strong><br>Vorsitzender der Pelling-Zarnitz-Stiftung<br><i>Zur Stiftung Pelling Zarnitz und zum Vermächtnis der altamerikanischen Objekte an die Universität</i></p><p><strong>Professor Dr. Dr. h.c. Nikolai Grube</strong><br>Altamerikanist am Institut für Archäologie und Kulturanthropologie, Universität Bonn<br><i>Die polychrome Keramik der Maya</i></p><p><strong>Professor Dr. Ernst Seidl</strong><br>Direktor des Museums der Universität Tübingen<br><i>Einführung in die Ausstellung und Dank</i></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-113625</guid><pubDate>Mon, 02 Dec 2024 12:38:35 +0100</pubDate><title>DFG-Förderatlas: Universität Tübingen unter den meistgeförderten Hochschulen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=113625&amp;cHash=8fb97adc37e4ad45250af870a6357f3b</link><description>Universität Tübingen unter den Top Ten der Hochschulen mit den meisten DFG-Bewilligungen 2020 bis 2022. Besonderer Erfolg der Geistes- und Sozialwissenschaften</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen ist mit Rang neun unter den Top Ten der Hochschulen, die am erfolgreichsten Drittmittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einwerben konnten. Das berichtet der jetzt erschienene DFG-Förderatlas 2024 für den Zeitraum von 2020 bis 2022. Mit einem DFG-Gesamtfördervolumen von 285,5 Mio. Euro im Berichtszeitraum rangiert sie auf Platz neun der Hochschulen mit den höchsten Bewilligungen.&nbsp;</p><h3>Tübinger Geistes- und Sozialwissenschaften besonders erfolgreich&nbsp;</h3><p>Die Geistes- und Sozialwissenschaften der Universität Tübingen liegen mit einem Fördervolumen von 79 Mio. Euro im Berichtszeitraum bundesweit auf dem dritten Rang. Nur die Freie Universität Berlin und die Humboldt-Universität zu Berlin erhielten mehr Fördergelder in diesem Wissenschaftsbereich. Auf die Anzahl der Professorinnen und Professoren umgerechnet rangiert die Universität Tübingen in den Geistes- und Sozialwissenschaften sogar auf dem zweiten Platz. 2020 bis 2022 wurden rund 312.000 Euro je Professur von der DFG bewilligt.</p><p>Den größten Anteil an der Förderung der Universität Tübingen durch die DFG haben mit 131,5 Mio. Euro die Lebenswissenschaften Biologie, Medizin sowie Agrar-, Forstwissenschaften und Tiermedizin. Mit rund 833.000 Euro pro Professorin oder Professor belegen sie den sechsten Platz im personenrelativierten Ranking.</p><p>Die Ingenieurwissenschaften konnten sich im Vergleich zum vorherigen Bericht aus dem Jahr 2021 von Rang 46 auf Rang 24 verbessern. Sie erhielten DFG-Bewilligungen in Höhe von 17,5 Mio. Euro.</p><h3>Drittmittel immer wichtiger für Hochschulen&nbsp;</h3><p>Drittmittel sind finanzielle Mittel, die Hochschulen und Forschungseinrichtungen von externen Quellen erhalten. Sie sind damit nicht Teil des regulären Budgets aus der Grundfinanzierung durch Bund und Länder sowie den Eigenmitteln der Hochschule. Drittmittel werden in der Regel von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in wettbewerblichen Verfahren zur Finanzierung von normalerweise zeitlich befristeten Projekten eingeworben.&nbsp;</p><p>„Drittmittel werden für Universitäten immer wichtiger und gelten auch als Indikator für die Forschungsleistung“, sagt die Rektorin der Universität Tübingen, Prof. Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann. “Die Universität Tübingen ist hier hervorragend aufgestellt, aber: Drittmittel sind kein Ersatz für eine solide Grundfinanzierung. Es braucht eine zukunftsfähige Hochschulfinanzierung, damit wir sowohl Spitzenforschung als auch exzellente Lehre im Land planungssicher garantieren können.“</p><p>Die Finanzierung der deutschen Hochschulen durch Drittmittel im Verhältnis zur Grundfinanzierung ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Bundesweit der größte Drittmittelgeber war 2022 der Bund, knapp gefolgt von der DFG. Auch die Mittel der DFG werden überwiegend vom Bund und den Ländern gestellt. Drittmittel aus der Wirtschaft sind seit Jahren rückläufig. 2022 erhielten die deutschen Hochschulen rund 26,7 Milliarden Euro Grundmittel. Demgegenüber standen Einnahmen durch Drittmittel von 10,4 Milliarden Euro. Die Drittmittelquote betrug demnach im Schnitt 28 Prozent. 2019 waren es noch 26,9 Prozent. Im Haushalt 2022 der Universität Tübingen machten Drittmittel in Höhe von 300,1 Mio. Euro rund 39 Prozent aus.&nbsp;</p><h3>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft&nbsp;&nbsp;</h3><p>Die DFG ist die größte Forschungsförderorganisation Deutschlands. Ihre Hauptaufgabe ist die finanzielle Unterstützung von Forschungsvorhaben. Sie finanziert etwa die Sonderforschungsbereiche und weite Teile der Exzellenzstrategie. Der Förderatlas der DFG ist das umfassendste Zahlenwerk zur öffentlichen Finanzierung der Forschung in Deutschland. Er wird seit 1997 alle drei Jahre von der DFG herausgegeben und vom Stifterverband für die deutsche Wissenschaft unterstützt.&nbsp;<br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-113337</guid><pubDate>Mon, 25 Nov 2024 13:07:29 +0100</pubDate><title>Ägyptologen vermuten Felsheiligtum in Athribis</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=113337&amp;cHash=495d8584ad5778435910201787d5b6f2</link><description>Team der Universität Tübingen und des ägyptischen Ministeriums für Tourismus und Altertümer entdeckt ptolemäischen Tempel in Sohag</description><content:encoded><![CDATA[<p>Verbirgt sich in den Felsen von Athribis ein ehemaliges Felsheiligtum? In dem kleinen ägyptischen Dorf bei Sohag circa 200 Kilometer nördlich von Luxor haben Forscher der Universität Tübingen, unterstützt vom ägyptischen Ministerium für Tourismus und Altertümer, einen Tempeleingang freigelegt, der dies nahelegt: Im sogenannten Pylon flankieren zwei Türme einen Haupteingang. Unter den noch unberührten Schuttbergen dahinter vermute man den Zugang zu einem Tempel im Felsen, sagen der Projektleiter Professor Christian Leitz und der Grabungsleiter Marcus Müller vom Institut für die Kulturen des Alten Orients (IANES) der Universität Tübingen.</p><p>Seit 2022 sind die Tübinger Forscher gemeinsam mit Mohamed Abdelbadia von der Ägyptischen Altertümerverwaltung und einem ägyptischen Team in Athribis einem großen Steintempel auf der Spur. Schon seit 2012 finden Ausgrabungen statt, um einen Tempelbezirk aus der Antike freizulegen, der in der Zeit zwischen 144 vor Chr. und 138 nach Chr. errichtet wurde.</p><p>Insgesamt war die Anlage 51 Meter breit, die Türme des monumentalen Tempeleingangs jeweils 18 Meter hoch. Heute sind davon nur rund fünf Meter übrig. Der Rest fiel Steinräubern zum Opfer. Dank einer Münze, die Grabräuber zurückgelassen haben, lässt sich dieser Raubbau auf das Jahr 752 oder kurz danach datieren.</p><p>In den vergangenen Monaten wurde im nördlichen Turm und am Eingangstor gegraben. Im Eingangstor fand das Team Reliefs eines Königs, der der löwenköpfigen Göttin Repit und ihrem Sohn Kolanthes Opfer darbringt. Neu entdeckte hieroglyphische Inschriften zeigen erstmals, welcher König für die Dekoration und vermutlich auch für den Bau des Pylons verantwortlich war: Ptolemaios VIII. aus dem 2. Jahrhundert vor Chr.</p><p>Im Nordturm des Pylons stieß das Team überraschend auf eine unbekannte Kammer. Nachdem ein ca. 20 Tonnen schwerer, in den Sand gestürzter Deckenblock mit einem Luftkissen, Holztürmen und Rollen aus dem Weg geräumt werden konnte, legte man auch die etwa sechs Meter lange und fast drei Meter breite Kammer frei. Es handelte sich um einen Lagerraum für Tempelgerätschaften, der später als Ablage für Amphoren genutzt wurde.</p><p>Ein Korridor führt durch den Pylon zur Kammer, sodass sie auch von außen zugänglich war. Auch dieser Zugang ist mit Reliefs und Hieroglyphen dekoriert: Man sieht erneut die Göttin Repit, während der gegenüber liegende Türrahmen den Fruchtbarkeitsgott Min zeigt, der von zwei ganz selten dargestellten Wesen begleitet wird, nämlich je einem sogenannten Dekan (Stern, der die Zeitmessung in der Nacht ermöglicht) mit Falken- beziehungsweise Ibiskopf.</p><p>Einzigartig in der ägyptischen Tempelarchitektur ist eine zweite Tür an der Fassade des Pylons, die zu einem bislang unbekannten Treppenhaus führt, welches in mindestens vier Läufen ins heute zerstörte Obergeschoss führte, wo demnach weitere Lagerräume zu rekonstruieren sind.</p><p>Nun geht es in weiteren Grabungen von November 2024 an darum, Spuren des vermuteten Tempels hinter dem Pylon zu finden. „Fein geglättete Kalksteinblöcke an einer senkrecht abgeschlagenen Felsfassade könnten zu einem Felsheiligtum gehören“, sagt Christian Leitz. Die mehr als vier Meter hohe Fundlage und Dekorationen, wie sie für den oberen Abschluss eines Tempels typisch sind ‒ beispielsweise ein Kobrafries ‒ deuten darauf hin, dass sich dahinter eine Tür finden könnte.</p><p>Das Grabungsprojekt zum Pylon-Tempel von Athribis wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert.</p><p>Weitere Informationen: Das Athribis-Projekt: <a href="https://uni-tuebingen.de/de/80785" target="_blank">https://uni-tuebingen.de/de/80785</a>&nbsp;<br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-113055</guid><pubDate>Tue, 19 Nov 2024 11:23:13 +0100</pubDate><title>Wie die Evolution des Gehirns mit dem Gebrauch von Werkzeugen zusammenhängt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=113055&amp;cHash=a1a240431602df23eede66f5fe0fb27b</link><description>Forschungsteam des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen verbindet experimentelle Archäologie mit der Aufzeichnung von Hirnströmen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Veränderungen des Großhirns könnten frühe Menschen zum präzisen Einsatz von Werkzeugen befähigt und so die biokulturelle Evolution in Gang gesetzt haben, die zum heutigen Wesen des Menschen führte. Das hat ein Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Alexandros Karakostis vom Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie und dem Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen in einer experimentellen Studie festgestellt. Das Team nutzte dabei einen neuen Ansatz: Es zeichnete die Hirnströme von Probandinnen und Probanden mithilfe der Elektroenzephalografie auf, während diese Steinwerkzeuge nutzten, wie sie auch bei frühen Menschen zum Einsatz kamen. Die Studienergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht.</p><p>„Für die Evolution von uns Menschen waren technologische Innovationen entscheidend“, sagt Alexandros Karakostis. „Uns interessiert, welche kognitiven Entwicklungen für den Gebrauch relativ einfacher Steinwerkzeuge nötig sind – und an welcher Stelle sich der Mensch und andere Primaten in ihren Fähigkeiten unterscheiden.“ Im Experiment haben die Forscherinnen und Forscher zwei verschiedene Arten des Werkzeuggebrauchs untersucht: Zum einen sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Nüsse knacken mithilfe eines Steins als Hammer, zum anderen sollten sie mit scharfkantigen Steinabschlägen Muster in Leder schneiden. „Die Steinwerkzeuge haben wir als genaue Imitationen von frühen archäologischen Funden angefertigt“, erklärt Simona Affinito, Doktorandin in Karakostis‘ Arbeitsgruppe und Erstautorin der Studie. Während das Nussknacken mithilfe von Steinen auch bei verschiedenen Tieren wie Affen und Menschenaffen beobachtet wurde, sei der Einsatz von Steinabschlägen zum Schneiden nur von Menschen bekannt.</p><h3>Unterschiedliche kognitive Voraussetzungen</h3><p>Bei ihren Bemühungen, die Aufgaben zu erfüllen, wurden die Aktivitätsmuster im Gehirn der Probanden parallel in einem Elektroenzephalogramm (EEG) aufgezeichnet. „Im Ergebnis konnten wir deutlich unterscheidbare Aktivitätsmuster im Gehirn bei den verschiedenen Verhaltensweisen und Stufen des Werkzeuggebrauchs ähnlich dem früher Menschen erkennen“, erklärt Affinito. „Die Aktivität in den Scheitel- und Stirnlappen des Großhirns vor allem in der Planungsphase zeigt, wie wichtig diese Hirnregionen im Vorfeld für die Ausführung motorischer Bewegungen sind.“</p><p>Zwar erforderten beide Aufgaben kognitive Anstrengungen, doch seien beim Einsatz der Schneidewerkzeuge deutlich umfangreichere Hirnaktivitäten aufgetreten als beim Nussknacken, berichtet Karakostis: „Diese Unterschiede heben implizit hervor, welche kognitiven Leistungen bei Präzisionsaufgaben benötigt werden. Sie dürften die frühen Menschen befähigt haben, sich ihre Umwelt anzueignen und sie zu formen, wie es zuvor nicht möglich war.“ Durch die neue Studie sei die Grundlage für weitere Untersuchungen zu den kognitiven Voraussetzungen des technologischen Fortschritts des Menschen geschaffen.</p><p><strong>Publikation:</strong><br>Simona Affinito, Brienna Eteson, Lourdes Tamayo Cáceres, Elena Theresa Moos, Fotios Alexandros Karakostis: Exploring the cognitive underpinnings of early hominin stone tool use through an experimental EEG approach. Scientific Reports, <a href="https://doi.org/10.1038/s41598-024-77452-0" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41598-024-77452-0</a>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-112950</guid><pubDate>Mon, 18 Nov 2024 09:57:14 +0100</pubDate><title>Schülerinnen und Schüler beim Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz geehrt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=112950&amp;cHash=a617cd43b29e9f2d366946677754ae5c</link><description>Algorithmen für eine intelligente Ampelschaltung, scharfe Mikroskopbilder und gegen Bienensterben – Bundespräsident Steinmeier tauscht sich mit Finalisten in Tübingen aus</description><content:encoded><![CDATA[<p>Sebastian Steppuhn aus Pforzheim gewann am Freitag mit seinem Projekt “Bee ai“ den diesjährigen Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz. Der Siebzehnjährige hat eine KI entwickelt, die schädliche Varroamilben auf Bienen erkennt. Eine Apparatur sortiert anschließend befallene Bienen automatisch für eine gezielte Behandlung aus. Die KI-Anwendung des Schülers aus Baden-Württemberg stärkt die Gesundheit der Bienenstöcke und könnte ein Beitrag gegen das Bienensterben sein.</p><p>Neun weitere Schülerteams hatten sich mit ihren Projektideen für das BWKI-Finale qualifiziert und wurden von der Jury begutachtet. Sie traten für ein gesundes Herz, intelligente Wassersteuerung oder gegen Lebensmittelverschwendung an.</p><p>Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war nach Tübingen gereist, um den KI-Nachwuchs persönlich zu treffen. „Am bewundernswertesten sind die jungen Leute – Mädchen und Jungs – die sich mit großer Kreativität, mit Mut und Fantasie ihren Entwicklungen widmen und die meisten noch neben ihrer normalen Schule in ihrer Freizeit (…). Erstaunlich, was wir da gesehen haben, aber gerade mit Blick auf diese jungen Leute sage ich, um diesen Nachwuchs muss uns nicht bange sein“, so Steinmeier.</p><p>Das Motto des Wettbewerbs lautete: “Welche Freiheit gibt dir KI?”, angelehnt an das Wissenschaftsjahr 2024 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Hauptförderer des BWKI ist die Carl-Zeiss-Stiftung.</p><p>Sebastian Steppuhn, der Gewinner des Hauptpreises, erhält 1.500 Euro sowie einen Praktikumsplatz beim Robotik- und Automationsunternehmen FANUC.</p><p>Mit dem Preis in der Sonderkategorie „AI for Good“ wurde Leonie Weiss aus Regensburg für ihr KI-Projekt „TrafficAid“ ausgezeichnet. Die achtzehnjährige Schülerin konnte sich über 1.000 Euro Preisgeld freuen. Durch ihre intelligente Ampelschaltung werden Fahrzeuge jeglicher Art, egal ob Auto oder Fahrrad, erkannt. Die Ampel schaltet nur dann auf Rot, wenn es auch wirklich notwendig ist, und unterbricht den Verkehrsfluss nicht. Die Jury wertete den Nachhaltigkeitsgedanken in punkto Ökobilanz aber auch Sicherheit als positiv.</p><p>Den mit 750 Euro dotierten Preis für die Sonderkategorie „No risk, no fun!“ erhielten Anna Perkovic und Nicholas Dahlke aus Lörrach, Baden-Württemberg. Die beiden Siebzehnjährigen nutzten KI, um ein ungeklärtes chemisches Rätsel zu lösen: warum gefriert heißes Wasser schneller als kaltes? Der Sonderpreis „KI-Forschung“ ehrte Lorenz Rutkevich aus dem niedersächsischen Leer mit seinem innovativen Projekt „SeesDisease“, das gestochen scharfe Bilder von Zellen mithilfe von KI-gestützter medizinischer Mikroskopie ermöglicht. Damit können auch in Entwicklungsländern mit einfachen Mikroskopen qualitativ hochwertige Zellaufnahmen gemacht werden.</p><p>Als Publikumsfavorit ging Peter Fuchs aus Hannover mit seinem Projekt „FolderCopter“ hervor und erhielt dafür 500 Euro. Der Sechzehnjährige möchte damit die Suche nach Daten auf dem Computer erleichtern. Bereits seit dem 1. November konnten sich alle Interessierten auf der BWKI-Website über die Projekte informieren und ihren persönlichen Liebling wählen.</p><p>Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen waren im Rahmen des Bundeswettbewerbs Künstliche Intelligenz das sechste Jahr in Folge dazu aufgerufen, alleine oder im Team mit bis zu vier Personen ein eigenes KI-Projekt zu entwickeln und damit einen positiven Beitrag für Mensch und Umwelt zu leisten. Nach der Anmeldung der Projektideen im Frühjahr 2024 hatten die Jugendlichen ein halbes Jahr Zeit für die Umsetzung. Zehn Teams qualifizierten sich für das Finale in Tübingen am Freitag und hatten dort die Chance, mit ihrem Pitch eine hochkarätige Jury von ihren Projekten zu überzeugen. Der Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz wird auch im kommenden Jahr ausgeschrieben.</p><p>„Ich bin besonders stolz, dass wir als Exzellenzuniversität die Zukunftsthemen KI und Bildung nicht nur in der Forschung und Lehre vorantreiben, sondern mit dem Bundeswettbewerb KI und vielen anderen Initiativen auch in die breite Bevölkerung bringen", erklärte Prof. Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen, und dankte den BWKI-Initiatoren.</p><p>Entsprechend lud ein buntes Rahmenprogramm rund um das BWKI-Finale die Öffentlichkeit zum Mitmachen ein: Interessierte konnten ihr digitales Abbild in eine Holobox projizieren, eine interaktive <a href="https://fox-assembly.com/" target="_blank" rel="noreferrer">Murmelbahninstallation</a> testen oder sich im angrenzenden <a href="https://ki-maker.space/" target="_blank" rel="noreferrer">KI-Makerspace</a> mit Mini-Robotern oder am 3D-Drucker austoben.</p><p>In einer interaktiven Veranstaltung im Welt-Café-Format konnte man sich in Gruppen mit Gästen wie Florian Fabricius (Generalsekretär a. D., <a href="https://bundesschuelerkonferenz.com/" target="_blank" rel="noreferrer">Bundesschülerkonferenz</a>), Christoph Krüger (Schulleiter und <a href="https://www.schulgelaber.de/" target="_blank" rel="noreferrer">Blogger</a>), Prof. Dr. Ute Schmid (<a href="https://www.uni-bamberg.de/kogsys/team/schmid-ute/" target="_blank" rel="noreferrer">Universität Bamberg</a>) und Florian Borns (<a href="https://digitale-helden.de/" target="_blank" rel="noreferrer">digitale Helden</a>) über den Einsatz digitaler Medien und Bildungsgerechtigkeit austauschen. Die Ergebnisse wurden anschließend in einer von Bildungsreferentin <a href="https://ebildungslabor.de/" target="_blank" rel="noreferrer">Nele Hirsch</a> moderierten Podiumsdiskussion vorgestellt. Das Fazit: Schulen brauchen mehr Freiräume für innovative digitale Entwicklungen.</p><p>Neben der Carl-Zeiss-Stiftung als Hauptförderer wird der Wettbewerb durch die Unternehmen FANUC, Festo, Droemer und Knaur unterstützt. Kooperationspartner sind: das Wissenschaftsjahr, die Hochschule der Medien und IT4Kids. In diesem Jahr ist heise online BWKI-Medienpartner.</p><h3>Über den Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz</h3><p>Schülerinnen und Schüler sollen motiviert werden, eigene Ideen für eine bessere Welt von morgen mithilfe von KI umzusetzen. Der Bundeswettbewerb wurde 2018 am KI-Forschungsstandort Tübingen durch Prof. Dr. Matthias Bethge (Direktor des Tübingen AI Center), Dr. Wieland Brendel (ELLIS-Institut Tübingen, Tübingen AI Center, Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Tübingen) und Prof. Dr. Bernhard Schölkopf (Direktor am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme Tübingen und Wissenschaftlicher Direktor des ELLIS-Instituts Tübingen) ins Leben gerufen und ermöglicht seitdem Jugendlichen, ihr Können aktiv im KI-Forschungsumfeld unter Beweis zu stellen. Schirmherr ist Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Der BWKI ist als empfohlener Wettbewerb der Kultusministerkonferenz gelistet. Mehr Infos unter: <a href="http://www.bw-ki.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.bw-ki.de</a> &nbsp;</p><h3>Über das Tübingen AI Center</h3><p>Der Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz ist ein Outreach-Projekt des Tübingen AI Centers. Das KI-Zentrum ist eine Einrichtung der Universität Tübingen in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, gefördert vom Forschungsministerium Baden-Württemberg und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Ziel der Forschenden ist die Weiterentwicklung robuster lernender Systeme. Gleichzeitig sollen maschinelle Entscheidungsprozesse besser interpretierbar und fairer werden. Grundlagenforschung wird mit Transfer und Ausbildung verknüpft. Gemeinsam mit anderen Forschenden in Europa soll ein Beitrag für gesellschaftlich wertvolle Technologien als “AI made in Europe” geleistet werden. Mehr Informationen unter: <a href="http://www.tuebingen.ai" target="_blank" rel="noreferrer">www.tuebingen.ai&nbsp;</a></p><h3>Über die Carl-Zeiss-Stiftung</h3><p>Die Carl-Zeiss-Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, Freiräume für wissenschaftliche Durchbrüche zu schaffen. Als Partner exzellenter Wissenschaft unterstützt sie sowohl Grundlagenforschung als auch anwendungsorientierte Forschung und Lehre in den MINT-Fachbereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). 1889 von dem Physiker und Mathematiker Ernst Abbe gegründet, ist die Carl-Zeiss-Stiftung eine der ältesten und größten privaten wissenschaftsfördernden Stiftungen in Deutschland. Sie ist alleinige Eigentümerin der Carl Zeiss AG und SCHOTT AG. Ihre Projekte werden aus den Dividendenausschüttungen der beiden Stiftungsunternehmen finanziert. Mehr Infos unter: <a href="http://www.carl-zeiss-stiftung.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.carl-zeiss-stiftung.de</a></p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-112872</guid><pubDate>Thu, 14 Nov 2024 15:00:12 +0100</pubDate><title>Unsicherheiten sichtbar machen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=112872&amp;cHash=d3f14263efc62965d405f49bcb9f67f5</link><description>Forschungspreis der Dr. K. H. Eberle Stiftung für interdisziplinäres Projekt zur Darstellung und Kommunikation von Unsicherheiten in der Wissenschaft</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Forschungspreis der Dr. K. H. Eberle Stiftung an der Universität Tübingen geht in diesem Jahr an Dr. Solmaz Mohadjer, Professor Dr. Peter Dietrich und Michael Pelzer. Das interdisziplinäre Team aus <span lang="en" dir="ltr">Global Awareness Education</span>, Geowissenschaften und Wissenschaftskommunikation be-schäftigt sich in einem gemeinsamen Projekt mit der Visualisierung und Kommunikation von Unsicherheiten in wissenschaftlichen Erkenntnissen. Mit dem Forschungspreis unterstützt die Dr. K. H. Eberle Stiftung innovative Projekte, die sich mit drängenden Fragen der Zukunft beschäftigen. Der Preis ist mit 100.000 Euro dotiert.</p><p>„Um globale Herausforderungen wie den Klimawandel zu bewältigen, braucht es Vertrauen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft“, sagt die Geowissenschaftlerin Dr. Mohadjer aus dem Bereich <span lang="en" dir="ltr">Global Awareness Education</span>. „Deshalb müssen Unsicherheit und Vorläufigkeit als Kernelemente der wissenschaftlichen Arbeit sichtbar und verständlich sein, gerade für Menschen, die nicht aus der Wissenschaft kommen.“ Dabei konzentriert sich das Projektteam auf die Darstellung geowissenschaftlicher Unsicherheiten, etwa bei Wetterkarten oder Naturgefahren.</p><p>„Das Thema Unsicherheiten – insbesondere bei Zahlen, Daten und Fakten in der Wissenschaft – ist aus Sicht der Stiftung von enormer gesellschaftlicher Relevanz. Informiertere Debatten leisten einen wichtigen Beitrag zum demokratischen Diskurs“, sagt Dr. Alexandra Zoller, Vorstandsmitglied der Dr. K. H. Eberle Stiftung. „Es gibt in der Wissenschaft keine absoluten Wahrheiten. Das zu zeigen, indem Unsicherheiten transparent und verständlich gemacht werden, ist ein wesentlicher Beitrag um <span lang="en" dir="ltr">Fake News</span>, Verschwörungstheorien, Hass und Hetze entgegenzuwirken.</p><p>Seit 2017 zeichnet die Dr. K. H. Eberle Stiftung jährlich ein innovatives Forschungsprojekt an der Universität Tübingen aus. Die Stiftung mit Sitz im baden-württembergischen Lörrach wurde aus dem Vermögen des Unternehmers Dr. Karl Helmut Eberle gegründet und engagiert sich in der Forschungs- und Innovationsförderung in Tübingen und anderen Hochschulen. Eberle, der im November 2015 im Alter von 88 Jahren starb, hatte an der Universität Tübingen Medizin studiert und war danach erfolgreich in der Immobilienbranche tätig.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-112824</guid><pubDate>Thu, 14 Nov 2024 10:30:06 +0100</pubDate><title>Eiszeitkunst trifft auf Moderne</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=112824&amp;cHash=09625093ca84c320767de3567803913b</link><description>Archäologie der Universität Tübingen und Urgeschichtliches Museum Blaubeuren präsentieren Ausstellung zur Gegenwartskunst im Dialog mit Funden aus dem UNESCO-Weltkulturerbe der Alb</description><content:encoded><![CDATA[<p>Künstler gab es schon vor mehr als 40.000 Jahren. Sie schnitzten ausdrucksstarke Tier- und Menschenfiguren aus Mammutelfenbein und bemalten Höhlenwände mit lebhaften Jagdszenen, aber auch mit abstrakten Linien, Flächen und Formen. Der Drang, Artefakte zu kreieren und sie mit tieferem Sinn aufzuladen, zeichnet den Menschen seitdem aus. Den eiszeitlichen Kunstfunden aus dem UNESCO-Welterbegebiet „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“ stellt das Urgeschichtliche Museum Blaubeuren (urmu) nun die Werke von zehn international namhaften Gegenwartskünstlern gegenüber, die sich von den archaischen Motiven der frühen Jäger- und Sammlergesellschaften haben inspirieren lassen. Die Ausstellung trägt den Titel „Eiszeitwesen. Moderne Perspektiven zur Eiszeitkunst“, läuft vom 16. November 2024 bis zum 12. Januar 2025 und wurde von Studierenden und Lehrenden der Abteilung für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie an der Universität Tübingen gemeinsam mit dem Blaubeurer Museum entwickelt.</p><p>„Als Forschungsmuseum sitzt das urmu am Puls der Wissenschaft: Unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse machen wir hier unmittelbar öffentlich“, sagt Professor Nicholas Conard, Tübinger Abteilungsleiter und zugleich wissenschaftlicher Direktor des urmu. „Glücklicherweise können wir hier aber auch darstellen, wie Urgeschichte fasziniert und wie heute kreative Köpfe auf Basis der eiszeitlichen Funde mit neuen Materialien neue, vollkommen unterschiedliche Kunstwerke schaffen.“</p><h3>Gewichtige Bronzebüsten und Kunst, die unter die Haut geht</h3><p>Begrüßt werden die Ausstellungsgäste von einer Reihe keramischer Wildtierplastiken, die urzeitlich und wie just archäologisch ausgegraben anmuten. Die Künstlerin <strong>Ule Ewelt</strong> hat sie ebenso deutlich stilisiert wie die berühmten Elfenbeinstatuetten aus den Höhlen der Schwäbischen Alb und hinterfragt die Beziehung von Eiszeitmensch und Tier.<br>An nächster Stelle erfindet <strong>Lisa Moll</strong> auf oft runden und faltbaren Malgründen eigene Formen: Mal sehen sie organisch aus, mal wie mutierte Körperteile und mal sind sie Schriftfragmente. So entstehen Formulierungen und Performances, die Bezug auf Ausdrucksmöglichkeiten in der Kunst nehmen.<br>Der israelische Künstler <strong>Abi Shek</strong> ist mit Metallskulpturen und Holzschnitten vertreten, die in der Ausstellung an die Seite eiszeitlichen Schmucks und urgeschichtlicher Tierfiguren treten. Die silhouettenhaften Gestalten aus seiner Hand stehen der prähistorischen Kunst in einer modernen Formensprache gegenüber, die das Verhältnis von Mensch und Kultur thematisiert.<br>Mit der Technik der Radierung − dem Gravieren eines Motivs in eine Druckplatte – greift <strong>Jürgen Mack </strong>Steinzeitkunst an Höhlenwänden auf. Seine Jagdmotive entspringen seinen eigenen Erfahrungen mit experimenteller Archäologie und fügen sich zwischen archaischen Menschendarstellungen im Museum harmonisch ein.&nbsp;<br><strong>Bertram Bartl </strong>vermag es, in seinen jüngsten Gemälden zu irritieren: Mit der Verbindung weiblicher und männlicher Sexualorgane spielt er auf die in den altsteinzeitlichen Frauenfiguren und Phallusdarstellungen angelegten Fragen der Geschlechteridentität an.&nbsp;<br>Zu überraschend massiven Figuren haben die eiszeitlichen Kleinkunstwerke<strong> Fabian Vogler</strong> inspiriert: Aus seinem Atelier stammen beispielsweise vier gewichtige Bronzebüsten. Sie stehen wie Wächterinnen um die Venus vom Hohle Fels − der mit einem Alter von 40.000 Jahren ältesten bekannten figürlichen Darstellung der Menschheit –, sind ebenso prall wie ihr vorgeschichtliches Vorbild und reihen sich in Voglers Arbeiten zum Thema geschlechtlicher Varianz ein.&nbsp;<br>Ein wahrer Experte für Archäologie ist <strong>Friedrich Palmer</strong>. Mit großformatigen Kohlezeichnungen begibt er sich auf die Suche nach nicht nachweisbaren Gefühlen und Gedanken in archaischen Zeiten und stellt den Fakten archäologischer Forschung eine emotionale Ebene entgegen.&nbsp;<br>„Strata“, italienisch für Schichten, heißt das international beachtete Film- und Performancekunstprojekt des Künstlerpaars <strong>Verena Stenke </strong>und <strong>Andrea Pagnes</strong>, alias VestAndPage − an Schauplätzen des UNESCO-Welterbegebiets gedreht. Wie in archäologischen Ausgrabungen ist es ihr Ansinnen, Vergangenes und Verborgenes aufzudecken. Schicht um Schicht, um Verbindungen des Menschen zu seiner Umgebung sichtbar zu machen.&nbsp;<br>Der Körperkunst verschrieben hat sich schließlich <strong>Rhoda Fromme</strong> unter dem Label rhoda.tattoo. Fotos, Zeichnungen und auf Video aufgezeichnete Tattoosessions zeugen davon, wie sie Höhlenmalereien und Steinritzungen in eine Kunst umsetzt, die unter die Haut geht.</p><h3>Tiefe Faszination für die Hinterlassenschaften unserer Vorfahren</h3><p>Seinen Ausgang hatte das Ausstellungsprojekt an der Universität Tübingen im Semester 2021/22 in einem Team um Dr. Sibylle Wolf. Eiszeitfiguren und das Zusammenspiel von Eiszeitkunst und Gegenwartskunst waren das Thema in dem Studierendenseminar. Es gelang, die Maler, Bildhauer, Performance- und Videokünstler für das Projekt zu gewinnen. „Die Künstlerinnen und Künstler haben eine tiefe Faszination für die materiellen Hinterlassenschaften unserer Vorfahren und begeisterten sich direkt für die Dinge, die vor 40.000 Jahren erschaffen wurden“, berichtet Dr. Wolf. Im vergangenen Jahr waren die Kunstschaffenden drei Tage lang eingeladen, Eiszeitkunst intensiv zu erleben. Sie besuchten sowohl die UNESCO-Welterbehöhlen im Ach- und Lonetal wie auch das urmu und nahmen Eingebungen für ihre Arbeit mit.</p><p>„Unser Zugang zur Eiszeitkunst von prähistorischer und archäologischer Seite ist von wissenschaftlicher Belegbarkeit dominiert“, sagt Professor Harald Floss von der Universität Tübingen, der sich seit Jahrzehnten intensiv mit Kunst befasst, die sich Inspirationen aus der Eiszeit holt. „Ich bin davon überzeugt, dass Wissenschaft nur ein Zugang ist.“ Die Künstler hätten einen eigenen Blick auf die Kunst von vor 40.000 Jahren und die damit verbundenen Themen und Techniken, sagt Floss: „Was sie an der Eiszeitkunst interessiert und wie sie sie als Inspirationsquelle nutzen, ist divers. Aber es vereinen sie Fragen wie etwa, wer wir als Homo sapiens sind, in welchem Verhältnis der Mensch zu seiner Umwelt steht und wie er sich in einer gemeinsamen menschlichen Ursprache ausdrücken kann.“ </p><p><strong>Das Programm zum Eröffnungswochenende im Überblick unter</strong><a href="https://www.urmu.de/sonderausstellungen/eiszeitwesen-moderne-perspektiven-zur-eiszeitkunst" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.urmu.de/sonderausstellungen/eiszeitwesen-moderne-perspektiven-zur-eiszeitkunst</a>&nbsp;</p><h3>Die Ausstellung wurde realisiert mit Unterstützung von:</h3><p>Die Ausstellung ist finanziert aus Landesmitteln, die der Landtag Baden-Württemberg beschlossen hat. Der überwiegende Teil der Fördermittel stammt aus den Erlösen der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg. Weitere Geldgeber sind die Gesellschaft für Urgeschichte e.V. und pro.urmu, der Förderkreis des Urgeschichtlichen Museums Blaubeuren</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-112455</guid><pubDate>Tue, 05 Nov 2024 15:11:00 +0100</pubDate><title>37. Tübinger Poetik-Dozentur</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=112455&amp;cHash=d8bd256bcd24e43055ed1c1fbc2e38a8</link><description>Daniel Kehlmann, Nora Bossong und David Schalko an der Universität Tübingen
</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen lädt zur 37. Tübinger Poetik-<span lang="de" dir="ltr">Dozentur </span>ein: Daniel Kehlmann, Nora Bossong und David Schalko werden vom 11. bis zum 14. November 2024 über ihre literarischen und essayistischen Texte sowie über ihre Drehbücher und Filme sprechen. Daniel Kehlmann liest zum traditionellen Auftakt der Veranstaltungswoche am Sonntag, den 10. November, um 16 Uhr, in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall. Die Vorlesungen und Gespräche an der Universität Tübingen finden jeweils um 19 Uhr im Audimax (Neue Aula, Geschwister-Scholl-Platz, 72074 Tübingen) statt und können auch über einen Livestream verfolgt werden.</p><p>Die Tübinger Poetik-Dozentur wird von der Stiftung Würth gefördert, die Adolf Würth GmbH &amp; Co. KG richtet die Auftaktlesung von Daniel Kehlmann in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall aus. Einmal jährlich werden Autoren oder Autorinnen eingeladen, öffentliche Vorlesungen zu halten sowie Workshops für Studierende anzubieten.</p><h3>Die Termine im Überblick</h3><p><strong>Lesung </strong>von Daniel Kehlmann, am Sonntag, 10. November, um 16 Uhr in der Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall (ausgebucht).</p><p><strong>Veranstaltungen an der Universität Tübingen</strong><br>jeweils 19 Uhr c. t., Neue Aula, Audimax. Der Eintritt ist frei.</p><ul><li><strong>Montag, 11. November:</strong> Daniel Kehlmann: „Gattungen, Tonfälle, Stimmen“</li><li><strong>Dienstag, 12. November:</strong> Daniel Kehlmann und David Schalko. Ein Gespräch: „Kafka und wir“</li><li><strong>Mittwoch, 13. November:</strong> Daniel Kehlmann und Nora Bossong: Ein Gespräch: „Über Geschichte schreiben“</li><li><strong>Donnerstag, 14. November:</strong> Nora Bossong: „Fakten und Fiktionen“</li></ul><p>Am Freitag, den 15.11., findet ein Workshop mit Nora Bossong für Studierende statt.</p><p>Weitere Informationen unter <a href="https://www.poetik-dozentur.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.poetik-dozentur.de</a>.</p><h3>Die Gäste der Poetik-Dozentur 2024</h3>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-112344</guid><pubDate>Tue, 05 Nov 2024 14:27:55 +0100</pubDate><title>Spitzenförderung des Europäischen Forschungsrats für Verbundprojekt in der Quantenphysik</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=112344&amp;cHash=f228720cb1ea285c20d97cdff564e546</link><description>Universität Tübingen koordiniert Forschung zu Synergy Grant mit den Universitäten Mainz und Stockholm beim Aufbau von neuartigen Quantensystemen – Verzahnung von Theorie und Experiment</description><content:encoded><![CDATA[<p>Gemeinsam haben Professor Igor Lesanovsky vom Institut für Theoretische Physik der Universität Tübingen, Professor Ferdinand Schmidt-Kaler von der Universität Mainz und Professor Markus Hennrich von der Universität Stockholm ein Synergy-Grant-Projekt des Europäischen Forschungsrats (ERC) erhalten. Ziel ist die Erforschung von offenen Quantensystemen mit Quantensimulatoren bestehend aus elektronisch angeregten Ionenkristallen. Solch ein neuartiger Quantensimulator kann Fragestellungen in der Physik beantworten, soll aber auch zum Verständnis komplexer Vorgänge in Chemie, Biologie und der Informationsverarbeitung eingesetzt werden. Der ERC fördert das Projekt mit insgesamt knapp zehn Millionen Euro über einen Zeitraum von sechs Jahren. Davon sind rund drei Millionen Euro für die Forschungsarbeiten an der Universität Tübingen vorgesehen. Mit den Synergy Grants fördert der ERC einen Verbund aus zwei bis vier Forschungsgruppen, die ihre unterschiedlichen Expertisen in die gemeinsame Bearbeitung anspruchsvoller Forschungsfragen einbringen. Geförderte Projekte sollen an den Schnittstellen zwischen Disziplinen forschen und zu neuen Erkenntnissen an der Grenze des gegenwärtigen Wissens führen.</p><h3>Ionenkristall als Systembaustein</h3><p>Im ERC-Projekt <span lang="en" dir="ltr">„Open 2D Quantum Simulator“ (Open-2QS) </span>– Offener 2D-Quantensimulator – werden die Forscher präzise kontrollierbare Quantensysteme realisieren. Dazu werden Ionen in Fallen gespeichert, in denen sie regelmäßige zweidimensionale Strukturen ausbilden, sogenannte Ionenkristalle. Die Ionen werden nun mit Laserpulsen anregt und dadurch gezielt in Wechselwirkung gebracht. Die dynamischen Vorgänge in einem solchen synthetischen Quantensystem sind so komplex, dass eine Vorhersage die Leistungsfähigkeit klassischer Computer weit übersteigt. „Bisher waren im Labor erzeugte synthetische Quantensysteme sehr kurzlebig. Unser Ziel im ERC-Synergy-Projekt ist es, die Lebensdauer dramatisch zu verlängern. Dies wird völlig neue Möglichkeiten zur Erforschung komplexer Materiezustände, zum Beispiel Quantengläsern, ermöglichen“, erklärt Igor Lesanovsky.</p><h3>Synthetische Quantensysteme und deren Beobachtung</h3><p>Für das Projekt haben sich drei Pioniere auf dem Gebiet der Forschung an elektronisch hochangeregten Ionen zusammengefunden. Um das wissenschaftlich anspruchsvolle Ziel gemeinsam zu verwirklichen, nutzen die Forscher die besonderen Eigenschaften von atomaren Ionen aus. Diese sind positiv geladen, weil ihnen ein Elektron fehlt, und sie stoßen sich dadurch gegenseitig ab. „Von außen werden die Ionen von einer elektrischen Falle umgeben. Die Kräfte halten sich dabei die Waage: Von außen wird das System durch die Falle begrenzt, untereinander bleiben die Ionen aber durch ihre Abstoßung auf Abstand. Genau dadurch bilden sich Ionenkristalle aus. Dieses System ist so stabil, dass es über viele Stunden untersucht werden kann“, so Ferdinand Schmidt-Kaler.</p><p>Nun kann man die Ionen mit Laserstrahlen beschießen und dadurch anregen. „Ein weiteres Elektron aus der Hülle wird in einen höheren Energiezustand gebracht. Man hat dann also einen zweifach positiv geladenen Kern mit einem Elektron auf einer sehr weit außen liegenden Umlaufbahn. Ionen in diesem Zustand werden als Rydberg-Ionen bezeichnet. Zwei benachbarte Rydberg-Ionen treten in Wechselwirkung – wie zwei magnetische Nadeln, die sich gegenseitig beeinflussen und ausrichten“, sagt Markus Hennrich. Durch die Steuerung mit Laserpulsen lässt sich das synthetische Quantensystem an- und ausschalten, zum Beispiel um komplexe magnetische Materialien besser zu verstehen. Laserpulse können auch für eine spontane Lichtaussendung aus dem Quantensystem sorgen, wodurch es zeitgleich beobachtet werden kann. Solch ein offenes System, das im Energieaustausch mit der Umwelt steht, soll im ERC-Projekt für die Beobachtung künstlich realisierter chemischer oder biologischer Vorgänge eingesetzt werden.</p><p>Die unvorstellbare Komplexität von Quantendynamik lasse sich an folgendem Beispiel demonstrieren, so Lesanovsky: Schon ein System von 300 Teilchen, die jeweils zwei Zustände annehmen können, kann in so vielen verschiedenen Konfigurationen angetroffen werden, wie es Atome im sichtbaren Universum gibt. „Hochinteressant an solchen Systemen ist ihr emergentes Verhalten. Das bedeutet, dass die Eigenschaften des Gesamtsystems völlig neuartige Phänomene zeigen, die man aus den Eigenschaften eines einzelnen Teilchens nie vermutet hätte. So wie ein großer Schwarm von Vögeln sich ganz anders am Himmel bewegt als ein einzelner Vogel. In den letzten Jahren ist theoretische Quantenphysik oft dem Experiment vorausgegangen. Inzwischen kommen aber viele neue Impulse aus den Daten von extrem gut kontrollierten Quantensimulatoren und regen die Entwicklung neuer Methoden in der Theorie an“, sagt Lesanovsky. Daher ist die Zusammenarbeit von experimentell und theoretisch arbeitenden Forschern, wie hier im ERC-Synergy-Projekt, essenziell, um Fortschritte zu erreichen.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-112149</guid><pubDate>Wed, 30 Oct 2024 10:09:07 +0100</pubDate><title>Durch den Klimawandel könnten giftige Metalle in Böden stärker als bisher mobilisiert werden</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=112149&amp;cHash=1fe750b8a43e376b2b0314d995be0a63</link><description>Team der Universität Tübingen und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) untersucht Wirkung steigender Temperaturen und Kohlendioxidgehalte der Luft auf die Landwirtschaft</description><content:encoded><![CDATA[<p>Durch die zu erwartenden Änderungen im Klimawandel könnten die natürlicherweise in Böden vorkommenden giftigen Metalle mobiler werden, Ökosysteme destabilisieren und über die Landwirtschaft verstärkt in die menschliche Nahrungskette gelangen. Solche Szenarien ergeben sich vor allem bei leicht sauren Böden, was bei rund zwei Drittel aller Böden der Fall ist. Das hat eine experimentelle Studie an landwirtschaftlich genutzten Böden ergeben, die auf das krebserregende Cadmium untersucht wurden. Sie stand unter der Leitung von Juniorprofessorin Marie Muehe aus der Pflanzen-Biogeochemie der Universität Tübingen und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ). Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift<i><span lang="en" dir="ltr"> Nature Communications Earth and Environment</span></i> veröffentlicht.</p><p>Bis zum Jahr 2100 wird ein weltweiter Temperaturanstieg von zwei bis vier Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau prognostiziert, begleitet von einer Verdoppelung des heutigen Kohlendioxidgehalts der Atmosphäre. Die Niederschlagsmengen könnten in Deutschland etwas zurückgehen. „Der Klimawandel und Metalle versetzen die Mikroorganismen im Boden, in ihrer Gesamtheit als Bodenmikrobiom bezeichnet, unabhängig voneinander in Stress. Wir wollten nun die bisher wenig bekannten kombinierten Effekte dieser Einflüsse untersuchen“, berichtet Marie Muehe. Giftige Metalle gebe es in jedem Boden auf unserer Erde, sagt die Forscherin, doch spielten sie in gebundener Form kaum eine Rolle für die Bodenlebewesen und den Pflanzenanbau. Anders sei es, wenn die Metalle mobilisiert werden. „In unserer Studie haben wir das Paradebeispiel eines giftigen im Boden vorkommenden Metalls untersucht, das Cadmium“, sagt sie. Cadmium wirke auf alle Lebewesen giftig, weil es physiologische Prozesse in den Zellen hemmt.</p><h3><br>Komplexe Wechselwirkungen</h3><p>Im Experiment hat das Forschungsteam Säulen mit landwirtschaftlich genutzten Böden gefüllt, die von verschiedenen Betrieben zur Verfügung gestellt wurden. „Wir haben diese Böden im Labor eine reguläre Wachstumsperiode in Deutschland durchlaufen lassen, aber unter den angenommenen Klimabedingungen des Jahres 2100“, erklärt der Erstautor der Studie Sören Drabesch von der Universität Tübingen und dem UFZ. „Die Änderungen des Bodens und Bodenmikrobioms wurden zeitlich aufgelöst untersucht.“</p><p>Im Ergebnis stellte das Forschungsteam fest, dass die Mobilität des im Boden vorhandenen Cadmiums unter den künftigen Klimabedingungen bei sommerlichen Temperaturen in leicht sauren Böden gegenüber heutigen Bedingungen um etwa 40 Prozent zunimmt. „Es ist dann in höheren Konzentrationen im Porenwasser des Bodens zu finden und beeinflusst das Bodenmikrobiom, beziehungsweise das Aktivitätsmuster verschiedener Mikroorganismen“, sagt Drabesch. „Bestimmte Mikroorganismen werden aktiver, verwerten mehr Stickstoff und versauern das Bodenmilieu dadurch weiter.“ In manchen Böden steigen die Cadmiumwerte so stark, dass das Bodenmikrobiom darunter leidet und das Ökosystem seine Funktionsweise anpassen muss. Hingegen hätten sich bei ursprünglich leicht alkalischen Böden keine vergleichbaren Probleme gezeigt. Dort sei auch unter veränderten Klimabedingungen das Cadmium nicht stärker mobilisiert worden.</p><p>Die Studie zeige, wie komplex die Wechselwirkungen zwischen dem Klimawandel, den Stoffen im Boden und den Bodenmikrobiomen seien, sagt Muehe. „Die Ökosysteme, eben auch die landwirtschaftlichen Ökosysteme, könnten in Zukunft massiv durch erhöhte Mengen an mobilem Cadmium gestört werden. Dadurch könnten sich auch die durch die Landwirtschaft entstehenden Treibhausgasemissionen ändern und das mobile Cadmium in Nutzpflanzen gelangen, was dann gesundheitsschädlich für den Menschen sein könnte.“ Diese Entwicklungen müssten weiter beobachtet werden.</p><p>&nbsp;</p><p><strong>Publikation:</strong><br>Sören Drabesch, Oliver J. Lechtenfeld, Esmira Bibaj José Miguel Leon Ninin, Juan Lezama Pachecco, Scott Fendorf, Britta Planer-Friedrich, Andreas Kappler, E. Marie Muehe: Climate induced microbiome alterations increase cadmium bioavailability in agricultural soils with pH below 7. Nature Communications Earth and Environment, <a href="https://doi.org/10.1038/s43247-024-01794-w" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s43247-024-01794-w</a>&nbsp;<br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-111660</guid><pubDate>Fri, 18 Oct 2024 16:43:44 +0200</pubDate><title>Katja Schenke-Layland wird neue Prorektorin für Forschung, Innovation und Transfer</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=111660&amp;cHash=9d805ed3fd692b02c5c5380ae551b62e</link><description>Senat der Universität Tübingen wählt Nachfolge für Amtsinhaber Peter Grathwohl – neue Amtsperiode beginnt am 1. April 2025</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professorin Katja Schenke-Layland wird die neue Prorektorin für Forschung, Innovation und Transfer der Universität Tübingen. Der Senat der Universität Tübingen wählte sie am Freitag mit 26 von 32 abgegebenen Stimmen zur Nachfolgerin des Amtsinhabers Professor Peter Grathwohl, der am 31. März 2025 in Ruhestand gehen wird. Katja Schenke-Layland wird dann ab 1. April für drei Jahre als nebenamtliche Prorektorin in Hauptaufgabe tätig sein. Sie ist seit 2011 Professorin für Medizintechnik und Regenerative Medizin an der medizinischen Fakultät der Universität Tübingen und leitet außerdem seit 2018 das NMI Naturwissenschaftliche und Medizinische Institut in Reutlingen.</p><p>„Ich bin sehr glücklich, dass wir eine so hochkarätige und zukunftsgerichtete Expertin für das Amt der Prorektorin für Forschung, Innovation und Transfer gewinnen konnten“, sagte Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. „Sie hat außergewöhnlich viel Erfahrung sowohl als Wissenschaftlerin als auch in der Forschungsanwendung. Diese Kombination wird die Universität in ihrer Entwicklung voranbringen.“</p><p>„Die unmittelbar wichtigste Aufgabe für mich ist die Unterstützung unserer Universität im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern“, sagte Professorin Katja Schenke-Layland. Die erfolgreiche Einwerbung von mindestens zwei Exzellenzclustern sei die notwendige Basis dafür, dass sich die Universität Tübingen um eine Fortsetzung des Status als Exzellenz-Universität bewerben kann. „Darüber hinaus ist es mein Ziel, unsere Universität in der gesamten Vielfalt ihrer Fächer dabei zu unterstützen, Chancen für frühphasige Innovation zu schaffen und effizientere Strategien für den forschungsbasierten Ideen-, Wissens- und Technologietransfer zu entwickeln. Wir brauchen den Aufbau themenbezogener Innovations- und Translationsschwerpunkte sowie Strukturen, die eine Zusammenarbeit über die Disziplinen hinweg innerhalb und außerhalb der Universität stärken“, so Schenke-Layland. Um die Transferpotenziale gezielt heben zu können, brauche die Universität leistungsstarke Partnerschaften und Netzwerke sowie alternative Ansätze zur Forschungsfinanzierung.</p><p>Katja Schenk-Layland wird wie bisher ihre Tätigkeit als Geschäftsführerin des NMI in Nebentätigkeit fortführen. Das NMI, das 1985 gegründet und seither vom Land Baden-Württemberg unter anderem zur Förderung des Transfers von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Wirtschaft gefördert wird, ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung und betreibt anwendungsorientierte Forschung an der Schnittstelle von Bio- und Materialwissenschaften. Dabei richtet sich das Institut gleichermaßen an die Gesundheitswirtschaft wie an regionale und internationale Firmen aus dem Fahrzeug-, Maschinen- und Werkzeugbau. Zugleich unterstützt das NMI Ausgründungen von Start-ups. In der Forschung arbeitet das NMI mit Institutionen wie der Universität Tübingen, dem Universitätsklinikum Tübingen und den Instituten der Innovationsallianz Baden-Württemberg (innBW) zusammen.</p><p>Katja Schenke-Layland studierte Biologie, Soziologie und Psychologie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Dort promovierte sie 2004 in Biologie auf dem Gebiet des Kardiovaskulären Tissue Engineerings. Anschließend erhielt sie DFG und NIH-Ruth L. Kirschstein Postdoc-Forschungsstipendien und arbeitete am Saban-Forschungsinstitut des Kinderkrankenhauses der University of Southern California (USC) in Los Angeles und an der David Geffen School of Medicine der University of California Los Angeles (UCLA). An der UCLA wurde sie Assistenz-Forschungsprofessorin und kehrte anschließend nach Deutschland zurück an das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB) in Stuttgart. 2011 erhielt sie dann den Ruf an die Universität Tübingen.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-111597</guid><pubDate>Thu, 17 Oct 2024 14:57:47 +0200</pubDate><title>Wirkung von Chemikalienmischungen: Neurotoxische Effekte addieren sich</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=111597&amp;cHash=1b24ee5223212ed6c0766ca18b713cfc</link><description>Studie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung und der Universität Tübingen demonstriert erstmals die toxikologische Relevanz von Chemikalienmischungen, wie sie im Menschen vorkommen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Chemikalien sind heute allgegenwärtig: Durch Nahrung, Luft oder über die Haut gelangen sie in unseren Körper. Doch wie wirken sich diese komplexen Chemikalienmischungen auf unsere Gesundheit aus? Ein Forschungsteam des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und der Universität Tübingen belegte nun in einer im Fachmagazin <i><span lang="en" dir="ltr">Science </span></i>veröffentlichten Studie, dass Chemikalien in komplexen Mischungen und in Konzentrationsverhältnissen wie sie im Menschen gefunden werden, zusammenwirken. Selbst wenn die Konzentrationen der Einzelsubstanzen jeweils unterhalb der Wirkschwelle lagen, zeigten die Chemikalien in Mischung eine sich aufsummierende neurotoxische Wirkung. Für ihre Untersuchungen nutzten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Blutproben von Schwangeren aus der am UFZ seit 2006 laufenden Mutter-Kind-Studie LiNA (Lebensstil und Umweltfaktoren und deren Einfluss auf das Neugeborenen-Allergierisiko).</p><p>„In unserem Alltag sind wir verschiedensten Chemikalien ausgesetzt, die sich in unserem Körper verteilen und anreichern. Es sind hochkomplexe Mischungen, die sich auf Körperfunktionen und unsere Gesundheit auswirken können“, sagt Professorin Beate Escher, Leiterin des UFZ-Departments Zelltoxikologie und Professorin für Umwelttoxikologie an der Universität Tübingen. „Aus Umwelt- und Gewässerstudien ist bekannt, dass sich Effekte von Chemikalien addieren, wenn sie in niedrigen Konzentrationen in komplexen Mischungen vorkommen. Ob das auch im menschlichen Körper der Fall ist, war bislang noch nicht hinreichend untersucht – genau hier setzt unsere Studie an.“</p><p>Grundlage für die umfangreiche Forschungsarbeit bildeten über 600 Blutproben von Schwangeren aus der Leipziger Mutter-Kind-Kohorte <a href="https://www.ufz.de/index.php?de=47861" target="_blank" rel="noreferrer">LiNA</a>, die vom UFZ seit 2006 koordiniert wird. Zunächst analysierten die Forschenden die in den Proben vorkommenden individuellen Chemikalienmischungen. „Wir wollten herausfinden, welche Chemikalien in welchen Konzentrationen im Blutplasma enthalten waren. Wir haben ein zweistufiges Extraktionsverfahren verwendet, um so unterschiedliche chemische Mischungen zu isolieren“, sagt Georg Braun, Postdoktorand in der Arbeitsgruppe von Beate Escher und Erstautor der Studie. „Mithilfe massenspektrometrischer Untersuchungen haben wir nach 1.000 verschiedenen Chemikalien gesucht, von denen wir wussten, dass sie in der Umwelt vorkommen können, potenziell vom Menschen aufgenommen werden und relevant für die menschliche Gesundheit sein könnten. Davon konnten wir rund 300 Chemikalien in mehreren Plasmaproben quantifizieren.“ So erhielten die Forschenden Informationen über die Zusammensetzung und die Konzentrationsverhältnisse der in den 600 individuellen Plasmaproben vorhandenen Chemikalienmischungen.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-111513</guid><pubDate>Thu, 17 Oct 2024 09:01:34 +0200</pubDate><title>Universitätspreis für den Universitätsbund</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=111513&amp;cHash=f27259d5582bf6acac44877fa165dc6b</link><description>Im Rahmen des „Dies Universitatis“ zeichnet die Universität Tübingen ihren Förderverein für dessen hundertjähriges Engagement aus</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen ehrte den Universitätsbund mit dem Universitätspreis im Rahmen einer Feier am 16. Oktober 2024 beim traditionellen Dies Universitatis zum Beginn des Wintersemesters 2024/25. Bei dem Festakt im Festsaal der Alten Aula sprach Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, die Rektorin der Universität Tübingen, zur Eröffnung des akademischen Jahres und zur Lage der Universität.</p><p>Mit dem Universitätspreis würdigt die Universität die großzügige Unterstützung und das außerordentlich vielfältige Engagement der Vereinigung der Freunde der Universität Tübingen (Universitätsbund) e. V., die in diesem Jahr ihr hundertjähriges Bestehen feiert. Rektorin Pollmann übergab den Universitätspreis an Christian O. Erbe, den Vorstandsvorsitzenden des Universitätsbunds und Ehrensenator der Universität Tübingen. Die Laudatio hielt Professor Ernst Seidl, der Direktor des Museums der Universität MUT.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-111495</guid><pubDate>Wed, 16 Oct 2024 17:57:06 +0200</pubDate><title>Zwei Attempto-Preise für neurowissenschaftliche Arbeiten</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=111495&amp;cHash=314226c9e3df444aeeda78ead7708466</link><description>Matthias Baumann und Roxana Zeraati werden für herausragende Studien zu Themen der Verarbeitung visueller Informationen im Gehirn ausgezeichnet</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die diesjährigen Attempto-Preise der Tübinger Attempto-Stiftung gehen an Matthias Baumann für seine Arbeit über die Rolle der Hirnregion Colliculus superior bei der Integration visueller Informationen in motorische Signale zur Steuerung schneller Augenbewegungen und an Roxana Zeraati für ihre Veröffentlichung über die Verarbeitung von Sehinformationen im Gehirn auf unterschiedlichen Zeitskalen. Die Preise sind jeweils mit 5.000 Euro dotiert und wurden im Rahmen des Festakts des Dies Universitatis der Universität Tübingen am 16. Oktober 2024 in der Alten Aula überreicht.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-111246</guid><pubDate>Mon, 14 Oct 2024 10:48:31 +0200</pubDate><title>Erstmalige Verleihung des ‚Hans Machleidt Biochemie Innovationspreises‘</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=111246&amp;cHash=27ce392f41a3bac850f87baf011778cf</link><description>Interfakultäres Institut für Biochemie der Universität Tübingen vergibt die Auszeichnung an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer frühen Phase der Karriere</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der ‚Hans Machleidt Biochemie Innovationspreis‘ der ‚Prof. Dr. Hans Machleidt und Dr. Sieglinde Göhring-Machleidt-Stiftung‘ wird in diesem Jahr zum ersten Mal am Interfakultären Institut für Biochemie der Universität Tübingen verliehen. Der erste Preisträger ist Dr. Daniel Stehle von der Universität von Kalifornien in San Diego, der in der Tübinger Biochemie promoviert wurde. Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert. Die <strong>Preisverleihung findet am Freitag, 18. Oktober 2024, im Rahmen eines Symposiums am Interfakultären Institut für Biochemie statt</strong>, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen sind.</p><p>Dr. Daniel Stehle forscht seit August 2023 an der Universität von Kalifornien in San Diego an der Entwicklung von Biosensoren für die zelluläre Signaltransduktion. Er hat in Tübingen Biochemie studiert und in der Arbeitsgruppe von Professor Robert Feil am Interfakultären Institut für Biochemie mit summa cum laude promoviert. Den ‚Hans Machleidt Biochemie Innovationspreis‘ 2024 erhält er für seine neuartigen Ansätze zur Aufklärung der räumlichen Verortung des cAMP/PKA-Signalwegs bei der Interaktion von Tumor- und Immunzellen.</p><p>Der neue Preis soll von 2024 an alle zwei Jahre im Herbst verliehen werden. Die Ausschreibung und Verleihung erfolgt in Kooperation der ‚Prof. Dr. Hans Machleidt und Dr. Sieglinde Göhring-Machleidt-Stiftung‘ mit dem Interfakultären Institut für Biochemie der Universität Tübingen. Primäre Zielgruppe der Auszeichnung sind erfolgreiche und innovative junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Postdoktorat oder in einer fortgeschrittenen Phase der Promotion, die im Fach Biochemie an der Universität Tübingen promovieren oder promoviert haben.</p><p>Die ‚Prof. Dr. Hans Machleidt und Dr. Sieglinde Göhring-Machleidt-Stiftung‘ wurde im Jahr 2020 mit dem Ziel gegründet, Hochschulen und Bildungseinrichtungen im Bereich der Naturwissenschaften, musikalische Projekte und Institutionen sowie Hospizeinrichtungen zu fördern. Der Name der Stiftung geht zurück auf das Ehepaar Professor Hans Machleidt (1927-2019) und Dr. Sieglinde Göhring-Machleidt (*1952). Sie waren nicht nur als Ehepaar, sondern auch in ihren wissenschaftlichen und beruflichen Interessen eng verbunden. Beiden war es besonders wichtig, neue wissenschaftliche Forschungsergebnisse in Medizin, Chemie und Biochemie bis zur Anwendung in pharmazeutischen Produkten und im ärztlichen Handeln weiterzuentwickeln.</p><p>Nach einem Medizin- und Chemie-Doppelstudium entschied sich Hans Machleidt für eine Schwerpunktsetzung in den Bereichen Biochemie und Pharmazie. Nach Promotion und Habilitation berief ihn die Firma Boehringer Ingelheim zum wissenschaftlichen Leiter ihrer Forschungsabteilung. Gleichzeitig lehrte er an der Universität Tübingen, die ihn auch zum Ehrensenator berief. Ähnlich wie ihr Mann verband seine Frau Sieglinde Göhring-Machleidt ihre Studien in Chemie und Medizin. Auch ihr ging es um eine Verknüpfung von naturwissenschaftlicher Grundlagenforschung und medizinischer Praxis. Davon war ihre langjährige Tätigkeit in der Forschung und als Fachärztin in der onkologischen Fachabteilung eines großen Krankenhauses geprägt. Auf vielen privaten und beruflich bedingten Reisen empfanden Hans Machleidt und Sieglinde Göhring-Machleidt, dass für ein gutes Leben wissenschaftliche Forschung, wohltätiges Handeln und kulturelles Engagement zusammengehören. Deshalb entschieden sie, dass die nach ihnen benannte Stiftung ausgewählte Projekte in der biochemischen Forschung, wichtige Projekte in der Hospizarbeit sowie künstlerische Ensembles im Bereich der klassischen Musik fördern sollte.</p><h3>Weitere Informationen:</h3><p>Der ‚Hans Machleidt Biochemie Innovationspreis‘ wird im Rahmen des Hans Machleidt Symposiums am <strong>Freitag, 18. Oktober 2024</strong>, im Interfakultären Institut für Biochemie (IFIB), Auf der Morgenstelle 34, 72076 Tübingen, Hörsaal 2T26, verliehen. Das auf Englisch gehaltene Symposium beginnt um 10 Uhr, das Programm: <a href="https://uni-tuebingen.de/de/271812" target="_blank">https://uni-tuebingen.de/de/271812</a>&nbsp;</p><p>Website der ‚Prof. Dr. Hans Machleidt und Dr. Sieglinde Göhring-Machleidt-Stiftung‘:<br><a href="https://goehring-machleidt-stiftung.de/stiftung" target="_blank" rel="noreferrer">https://goehring-machleidt-stiftung.de/stiftung</a>&nbsp;<br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-111114</guid><pubDate>Mon, 07 Oct 2024 08:32:00 +0200</pubDate><title>Studium Generale startet mit Wintervorlesungen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=111114&amp;cHash=7543009bb5c87982bce2af2c50b18312</link><description>In öffentlichen Vorlesungsreihen der Universität Tübingen wird über Rechtsextremismus, muslimisches Leben in Deutschland und die Ästhetik von Kunst und Gesellschaft in der Vormoderne diskutiert</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Studium Generale der Universität Tübingen startet am 21. Oktober 2024 zum Wintersemester 2024/25 mit drei öffentlichen Vorlesungsreihen: Themen sind die Rolle ästhetischer Praktiken in unterschiedlichen sozialen Feldern, der Blick auf muslimisches Leben in Deutschland und die Vorstellung des neuen Instituts für Rechtsextremismusforschung.</p><p>Die Veranstaltungen finden in Präsenz im Hörsaalgebäude Kupferbau (Hölderlinstraße 5, 72074 Tübingen) statt. Der Zugang ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich. Das vollständige Programm wurde auf der Website der Universität Tübingen veröffentlicht: <a href="/pt/universitaet/im-dialog/studium-generale/">www.uni-tuebingen.de/studium-generale</a>.</p><p>In der Reihe <strong>Andere Ästhetik – Kunst und Gesellschaft in der Vormoderne (Montag, 18:15 Uhr, Hörsaal 25)</strong> wird gefragt: Was ist Kunst? Was darf sie – und was nicht? Ist sie autonom oder heteronom, zweckfrei (vielleicht auch zwecklos?) oder erfüllt sie als soziale Praxis Aufgaben und Zwecke in der Lebenswelt? Der Tübinger Sonderforschungsbereich „Andere Ästhetik“ widmet sich der Frage, welche Rolle ästhetische Praktiken in unterschiedlichen sozialen Feldern spielen. Die Veranstalterinnen und Veranstalter der Reihe möchten durch die Auseinandersetzung mit ästhetischen Phänomenen von der Antike über das Mittelalter bis zur Frühen Neuzeit dabei zugleich einen neuen Blick für ästhetische Praktiken und Diskurse der Gegenwart öffnen.</p><p>Musliminnen und Muslime sind längst zu einem festen Bestandteil der deutschen Gesellschaft geworden. Laut einer Hochrechnung der Studie „Muslimisches Leben in Deutschland 2020“ im Auftrag der Deutschen Islamkonferenz (DIK) leben zwischen 5,3 und 5,6 Millionen Musliminnen und Muslime in Deutschland. Das Zentrum für Islamische Theologie betrachtet <strong>Muslimisches Leben in Deutschland: Rechtliche Rahmenbedingungen, gesellschaftliche Diskurse und muslimische Vielfalt (Dienstag, 18:15 Uhr, Hörsaal 25)</strong> gemeinsam mit nichtmuslimischen Rednerinnen und Rednern sowie Alumni der Universität Tübingen. Mit der Reihe will das Zentrum für Islamische Theologie einen Beitrag zum Diskurs über den Islam und Musliminnen und Muslime in Deutschland leisten und der Pluralität und Ambiguität islamischer Glaubens- und Lebensformen besondere Aufmerksamkeit schenken.</p><p>Die extreme Rechte stellt eine ernsthafte Bedrohung für die offene Gesellschaft, für den demokratischen Verfassungsstaat sowie für alle Menschen dar. Mit der Ringvorlesung <strong>Rechtsextremismus: Erforschen und Entgegentreten (Mittwoch, 18:15 Uhr, Hörsaal 25)</strong> präsentiert sich das im Mai 2023 an der Universität Tübingen neu gegründete Institut für Rechtsextremismusforschung (IRex) der interessierten Öffentlichkeit. Aufgabe der Rechtsextremismusforschung ist es, die politischen, medialen und gesellschaftlichen Funktionsweisen des Rechtsextremismus zu verstehen und Politik und Gesellschaft beim Zurückdrängen der extremen Rechten aktiv zu unterstützen. In diesem Sinn sind auch Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft an der Reihe beteiligt, die sich für eine wehrhafte Demokratie engagieren und dem Rechtsextremismus entgegentreten.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-110475</guid><pubDate>Mon, 16 Sep 2024 12:44:55 +0200</pubDate><title>Die Evolution des Großen Pandas begann als Allesfresser</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=110475&amp;cHash=e00d82174116539aecda6643aafa568c</link><description>Team des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen untersucht Ernährung der Raubtiere aus der Menschenaffen-Fundstelle Hammerschmiede</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die einzige Bärenart aus der etwa 11,5 Millionen Jahre alten Fundstelle Hammerschmiede im Allgäu war ein Verwandter des Großen Pandas, seine Ernährung ähnelte jedoch eher der pflanzlich-tierischen Mischkost heutiger Braunbären. Das hat ein internationales Forschungsteam aus Hamburg, Frankfurt, Madrid und Valencia unter der Leitung von Professorin Madelaine Böhme vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen bei der Untersuchung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten von 28 inzwischen ausgestorbenen Raubtierarten aus der Hammerschmiede festgestellt. Zur Untersuchung dieser Funde sind zwei Publikationen in den Fachjournalen Papers in Palaeontology und Geobios erschienen.</p><p>Die Hammerschmiede wurde 2019 durch den rund 11,5 Millionen Jahre alten Fund des bereits aufrecht gehenden Menschenaffen Danuvius guggenmosi, genannt Udo, bekannt. Die jüngsten Ausgrabungen in der Hammerschmiede unter der Leitung von Madelaine Böhme haben eine außergewöhnliche Vielfalt an 166 fossilen Tierarten zutage gefördert. „Solch ein blühendes Ökosystem bietet eine Fülle von ökologischen Nischen für die darin lebenden Arten“, sagt Böhme. Viele der entdeckten Tiere hätten sowohl im Wasser als auch an Land gelebt oder eine kletternde Lebensweise gehabt. „So konnten sie sich an den bewaldeten Fluss anpassen, der zu jener Zeit in der Region vorhanden war“, sagt die Forscherin.</p><h3>Was die Zähne verraten</h3><p>Die einzige Bärenart der Hammerschmiede mit dem Namen Kretzoiarctos beatrix wird als ältester Verwandter des modernen Großen Pandas angesehen, da die Form und Gestalt seiner Zähne Ähnlichkeiten mit denen des chinesischen Bären aufweist, der sich fast ausschließlich von Bambus ernährt. Kretzoiarctos beatrix war kleiner als moderne Braunbären, wog aber mehr als 100 Kilogramm. „Die heutigen Großen Pandas gehören in der zoologischen Systematik zu den Fleischfressern. Tatsächlich ernähren sie sich aber ausschließlich von Pflanzen. Sie haben sich auf harte pflanzliche Nahrung, insbesondere Bambus spezialisiert“, berichtet Dr. Nikolaos Kargopoulos von der Universität Tübingen und der University of Cape Town, der Erstautor der neuen Studien. Wissenschaftlich interessant sei, wie sich bei ursprünglichen Fleischfressern eine Anpassung an eine solch extreme pflanzliche Ernährungsweise entwickelte.</p><p>In einer ersten Studie untersuchte das Forschungsteam die Ernährung von Kretzoiarctos anhand der Makro- und Mikromorphologie der gefundenen Zähne. Auf der Makroebene ändert sich die Form der Zähne je nach ihrer Rolle bei der Nahrungsverarbeitung, was Aufschluss über die allgemeine Hauptnahrung eines Tieres gibt. Auf der Mikroebene der Zahnoberfläche kann man Kratzer und Grübchen erkennen, die durch Kontakt von Nahrungspartikeln mit dem Zahn verursacht werden. „Die Merkmale dieser Oberflächenveränderungen können Aufschluss über die Ernährungsgewohnheiten eines Tieres während eines kurzen Zeitraums vor seinem Tod geben“, sagt der Wissenschaftler.</p><p>Das Forschungsteam verglich die Makro- und Mikromorphologie der Zähne von Kretzoiarctos mit Braunbären, Eisbären, südamerikanischen Brillenbären sowie heutigen und ausgestorbenen Großen Pandas. Es kam zu dem Schluss, dass der Bär aus der Hammerschmiede weder ein Spezialist für harte Pflanzen war noch ein reiner Fleischfresser wie der Eisbär. Die Ernährung der ausgestorbenen Art ähnelte eher der eines modernen Braunbären und enthielt sowohl pflanzliche als auch tierische Bestandteile. „Diese Ergebnisse sind wichtig für unser Verständnis der Evolution von Bären und der Entwicklung des Veganismus bei den Großen Pandas. Kretzoiarctos beatrix, die ältesten Großen Pandas, waren demnach Generalisten. Eine Spezialisierung in der Ernährung der Pandas erfolgte erst spät in ihrer Evolution“, sagt Böhme.</p><h3>Die Vielfalt der Raubtiere aus der Hammerschmiede</h3><p>Neben dem Panda wurden bisher in der Hammerschmiede weitere 27 Raubtierarten gefunden, berichten die Forscher in einer zweiten Studie. Die Räuber reichen von winzigen, wieselartigen Tieren, die weniger als ein Kilogramm wogen, bis hin zu großen Hyänen und Säbelzahnkatzen, die mehr als 100 Kilogramm auf die Waage gebracht haben dürften. „Ihre jeweilige Hauptnahrung deckt eine große Bandbreite ab: Es gab reine Fleischfresser wie die Säbelzahnkatzen, Fischfresser wie die Otter, Knochenfresser wie die Hyänen und Insektenfresser wie die Zibetkatze. Einige andere Arten wie Pandas und Marder ernährten sich opportunistisch von Pflanzen und Tieren unterschiedlicher Größe“, fasst Kargopoulos zusammen. Die entdeckten Arten seien auch hinsichtlich ihrer bevorzugten Lebensräume sehr unterschiedlich: „Die Otterartigen waren gute Schwimmer, Bären, Hyänen und andere hielten sich auf dem Land auf oder lebten grabend wie die Stinktiere. Besonders viele Arten waren Baumkletterer wie die Marder, die Katzenartigen, die Schleichkatzen und die Katzenbären“, erläutert der Forscher.</p><p>„Eine derart vielfältige Raubtierpopulation ist nicht nur fossil äußerst selten; es gibt wohl auch kaum einen modernen Lebensraum mit ähnlich vielen Arten“, sagt Böhme. Diese Artenvielfalt an der Spitze der Nahrungskette zeige, dass das Ökosystem der Hammerschmiede sehr gut funktioniert haben muss. Mehr noch, es gebe sogar Arten, die nebeneinander her bestanden, obwohl sie sehr ähnliche Nischen besetzten, so die Forscherin. „Zum Beispiel gab es vier verschiedene fischotterartige Tiere gleicher Größe und Art der Ernährung. Sie würden normalerweise um die natürlichen Ressourcen in ihrer Umgebung konkurrieren. Aber es scheint, dass die Ressourcen der Hammerschmiede reich genug waren, um den Bedarf aller Arten zu decken.“</p><h3>Publikationen:&nbsp;</h3><p>Nikolaos Kargopoulos, Juan Abella, Alexander Daasch, Thomas Kaiser, Panagiotis Kam-pouridis, Thomas Lechner, Madelaine Böhme: The primitive giant panda Kretzoiarctos beatrix (Ursidae, Carnivora) from the hominid locality of Hammerschmiede: dietary implica-tions. Papers in Palaeontology, <a href="https://doi.org/10.1002/spp2.1588" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1002/spp2.1588</a>&nbsp;&nbsp;</p><p>Nikolaos Kargopoulos, Alberto Valenciano, Juan Abella, Michael Morlo, George E. Konidar-is, Panagiotis Kampouridis, Thomas Lechner, Madelaine Böhme: The carnivoran guilds from the Late Miocene hominid locality of Hammerschmiede (Bavaria, Germany). Geobios, <a href="https://doi.org/10.1016/j.geobios.2024.02.003" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.geobios.2024.02.003</a>&nbsp;</p><h3><br>Die Hammerschmiede</h3><p>In der Grube bei Pforzen im Allgäu führen die Universität Tübingen und das Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment seit 2011 wissenschaftliche Grabungen unter Leitung von Prof. Dr. Madelaine Böhme durch. Seit 2017 finden diese auch als Bürgergrabungen in einem Citizen-Science-Projekt statt und werden seit 2020 finanziell vom Freistaat Bayern unterstützt. Rund 40.000 Fossilien von 150 Wirbeltierarten konnten bisher geborgen werden, darunter die beiden Menschenaffen Danuvius guggenmosi und Buronius manfredschmidi.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-110469</guid><pubDate>Mon, 16 Sep 2024 11:35:55 +0200</pubDate><title>„KI-Schule des Jahres“ 2024 ausgezeichnet</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=110469&amp;cHash=44689d56b651071cbb8b3065a32d5eb9</link><description>Titel für aktivste KI-Schule geht an die Anne-Frank-Schule in Niedersachsen – neue Runde für 2025 bereits gestartet</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Anne-Frank-Schule aus Molbergen in Niedersachsen erhält den Titel „KI-Schule des Jahres“. 44 Schülerinnen und Schüler aus den Informatik-Wahlpflichtkursen der 9. Klasse hatten den Titel durch ihre besonders aktive Teilnahme am Online-KI-Kurs (<a href="https://www.ki-kurs.org/" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.ki-kurs.org/</a>)&nbsp;des Bundeswettbewerbs Künstliche Intelligenz (BWKI) (<a href="https://www.bw-ki.de/" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.bw-ki.de/</a>)&nbsp;für ihre Schule erarbeitet.&nbsp;</p><p>„Von Algorithmen, Binärcode über KI bis hin zu Zukunftsvisionen ist die informatorische Grundbildung voller spannender Themen. Wir freuen uns über jede Gelegenheit, bei der unsere Schülerinnen und Schüler sich kreativ und kritisch damit auseinandersetzen können, und da passt der KI-Kurs hervorragend ins Programm“, sagte die betreuende Lehrerin Anja Böckmann.</p><p>Insgesamt beteiligten sich dieses Jahr bundesweit mehr als 3.000 Nutzerinnen und Nutzer am KI-Kurs, mehr als 150 Schulen waren angemeldet. Der Titel wird jedes Jahr aufs Neue vergeben. Auch der zweite Platz ging nach Niedersachsen, an das Gymnasium Langen. Gefolgt vom Maristenkolleg Mindelheim in Bayern auf Platz drei. Platz vier machte das Kaiserin-Friedrich-Gymnasium im hessischen Bad Homburg und fünftaktivste Schule wurde das Saarpfalz-Gymnasium Homburg im Saarland.</p><p>Die fünf aktivsten Schulen erhalten eine Urkunde, die beste Schule erhält neben dem Titel "KI-Schule des Jahres 2024" einen hochwertigen Sachpreis aus dem Bereich KI/Robotik, der im Unterricht eingesetzt werden kann.</p><p>Jährlich sind Schulklassen, AGs oder Schülerforschungszentren bundesweit aufgerufen, sich gemeinsam anzumelden und dabei ins Rennen um den Titel zu gehen. Der Kurs vermittelt umfassend die Grundlagen der Künstlichen Intelligenz: Vom Lernen der Programmiersprache Python anhand konkreter Aufgaben bis hin zu spielerischen Modulen über den ethischen Umgang mit KI. Er eignet sich zur Vorbereitung auf den Wettbewerb, zum Selbststudium oder als Unterrichtsmaterial in der Klassengemeinschaft mit virtuellen Klassenzimmern sowie ausgearbeitetem Unterrichtsmaterial.&nbsp;</p><p>Der Wettbewerbszeitraum für das Jahr 2024 ging vom 1. August 2023 bis 31. Juli 2024. Die neue Runde hat bereits begonnen. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte sind hiermit aufgerufen, sich anzumelden und ins Rennen um die „KI-Schule des Jahres 2025“ zu gehen.</p><h3>Über den Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz (BWKI)</h3><p>Mit dem jährlich stattfindenden BWKI sollen Schülerinnen und Schüler motiviert werden, eigene Ideen mithilfe von Künstlicher Intelligenz umzusetzen. Der Wettbewerb wurde 2018 am Tübingen AI Center - einer Forschungseinrichtung der Universität Tübingen und des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme - ins Leben gerufen und ist Mitglied der AG Bundesweite Schülerwettbewerbe. Die Carl-Zeiss-Stiftung ist seit 2020 Hauptförderer des BWKI. Mehr Informatio-nen unter: <a href="http://www.bw-ki.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.bw-ki.de</a>&nbsp;</p><h3>Über die Carl-Zeiss-Stiftung</h3><p>Die Carl-Zeiss-Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, Freiräume für wissenschaftliche Durchbrüche zu schaffen. Als Partner exzellenter Wissenschaft unterstützt sie sowohl Grundlagenforschung als auch anwendungsorientierte Forschung und Lehre in den MINT-Fachbereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). 1889 von dem Physiker und Mathematiker Ernst Abbe gegründet, ist die Carl-Zeiss-Stiftung eine der ältesten und größten privaten wissenschaftsfördernden Stiftungen in Deutschland. Sie ist alleinige Eigentümerin der Carl Zeiss AG und SCHOTT AG. Ihre Projekte werden aus den Dividendenausschüttungen der beiden Stiftungsunternehmen finanziert.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-110316</guid><pubDate>Thu, 12 Sep 2024 16:49:51 +0200</pubDate><title>Energie zu Vitamin: Mikroben produzieren Folsäure aus einfachen Grundzutaten</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=110316&amp;cHash=5c272735d279c20a80311a1f7b0a1096</link><description>Biotechnologisches Team der Universität Tübingen erhält wertvolles Nebenprodukt bei der Proteinherstellung – Beitrag zur Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung unter Umgehung der Viehhaltung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Man nehme Kohlendioxid, Wasserstoff und Sauerstoff sowie Strom aus erneuerbaren Quellen – mehr brauchen ein Bakterium und die Bäckerhefe kaum, um in einem ausgeklügelten Bioreaktor-System im Labor Proteine für die menschliche Ernährung und das lebenswichtige Vitamin B9 herzustellen. Dieses Ergebnis erzielte ein Forschungsteam unter der Leitung von Professor Lars Angenent aus der Umweltbiotechnologie der Universität Tübingen bei der Weiterentwicklung seines Power-to-Protein-Systems. Das neue Proteinprodukt mit Vitamin B9, der Folsäure, kann als vegane Grundlage für Fleischersatz dienen, mit dem langfristig eine wachsende Weltbevölkerung klimaverträglich ernährt werden könnte. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Trends in Biotechnology veröffentlicht.</p><p>Zwar machen viele Mikroben optisch einen eher unspektakulären Eindruck, doch können sie eine riesige Vielfalt an Stoffen herstellen, was sich der Mensch zum Beispiel bei der Herstellung von Bier, Wein und Käse zunutze macht. „Wir hatten zuvor eine Power-to-Protein-Technologie entwickelt: Dabei kommen zwei verschiedene Mikroben nacheinander zum Einsatz: Ein Clostridium-Bakterium reduzierte Kohlendioxid mit Wasserstoff unter Luftabschluss zu Acetat, das die Bäckerhefe, ein Pilz, anschließend unter Luftzufuhr zu Proteinen umsetzte“, erklärt Angenent. Dieses erste System funktionierte allerdings nur, wenn den Mikroben bestimmte Vitamine wie B9 zur Verfügung gestellt wurden. „Vom Protein allein kann sich der Mensch nicht ernähren“, sagt Angenent. „Daher wollten wir Vitamin B9 mitproduzieren.“ Ziel sei es, nicht mehr Vitamine in den Prozess einzuspeisen, als man herausbekommt.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-110187</guid><pubDate>Tue, 10 Sep 2024 16:09:35 +0200</pubDate><title>Friedemann Vogel kooperiert mit Ästhetikforschung</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=110187&amp;cHash=95225c9a3776bb3dcebf93ea857a1ec4</link><description>Erster Solist des Stuttgarter Balletts arbeitet mit der Universität Tübingen zusammen – Film von Tanz im Hörsaal der Alten Anatomie veröffentlicht</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der erste Solist des Stuttgarter Balletts, Friedemann Vogel, lehrt und forscht ab dem Wintersemester 2024/25 als assoziiertes Mitglied und langfristiger Partner am Sonderforschungsbereich <em>Andere Ästhetik</em> der Universität Tübingen. Friedemann Vogel gilt als einer der renommiertesten Balletttänzer der Welt.</p><p>Eine erste gemeinsame Lehrveranstaltung wird im Wintersemester zum Thema „Arts of Movement. Tanz als ästhetische Reflexionsfigur“ angeboten. Eine weitere folgt zu „Tanzfiguren – Textfiguren. Der Tanz als Thema der Dichtung vom 10. bis zum 21. Jahrhundert“. Außerdem werden die Forschenden im Rahmen eines Workshops in die Praxis der Bewegung mithineingenommen, indem sie gemeinsam mit Friedemann Vogel Bewegungsabläufe entwickeln und analysieren.</p><p>„Der Austausch von Wissenschaft und Kunst, von rationalen und intuitiven Erkenntnissen, erlaubt die gewinnbringende Entwicklung neuer Perspektiven und Konzepte“, begründet Friedemann Vogel sein Interesse an der Kooperation. „Mein außerordentliches Interesse an ästhetischen Fragen macht die Assoziierung zum Sonderforschungsbereich <em>Andere Ästhetik</em> für mich sehr attraktiv.“</p><p>„Friedemann Vogel wird eine Prüfinstanz für unsere Forschung sein, denn sie muss sich immer an der Gegenwart und ihren aktuellen Fragen bewähren“, sagt Professorin Annette Gerok-Reiter, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs <em>Andere Ästhetik</em>.</p><p>Im Sonderforschungsbereich untersuchen Forschende aus 20 Fachdisziplinen seit 2019 Texte, Bilder oder musikalische Werke von der Antike bis zur Frühen Neuzeit. Sie fragen: Warum bewegt uns Kunst? Was verstehen wir unter Ästhetik? Was leistet Kunst in der und für unsere Gesellschaft? „Andere Ästhetik meint, wir interessieren uns nicht für Kunst im ‚schönen‘, aber abgeschirmten Elfenbeinturm; vielmehr wollen wir wissen, warum Künste gesellschaftliche Realität schon immer gespiegelt, geprägt und mitkonstituiert haben – und dies auch heute noch tun“, so Gerok-Reiter.</p><p>Zum Auftakt der Kooperation tanzte Friedemann Vogel im März in der Alten Anatomie der Universität Tübingen eine eigens für den Sonderforschungsbereich konzipierte Performance. Wo einst der Seziertisch stand, entstand ein Bühnenraum – der Hörsaal wurde zum Darbietungs- und Zuschauerraum. Friedemann Vogel hatte die Performance zusammen mit dem Choreographen Thomas Lempertz und Prof. Dr. Anna Pawlak, stellvertretender Sprecherin des SFB, unter dem Titel „Écorché! Anatomie des Tanzes“ entwickelt. Als Écorchés werden enthäutete Mensch- und Tierkörper bezeichnet, die sowohl in der Medizin wie auch in der Kunst Gegenstand anatomischer Studien waren. In der Performance setzte sich Friedemann Vogel mit dem Konzept des Écorchés auseinander, indem er den Vorgang der Enthäutung, die Darbietung der Muskeln ebenso wie einige Posen der vor-modernen Objekte tänzerisch und auf neue Weise repräsentierte. Die Performance wurde gefilmt und ist ab Mittwoch auf der Webseite des Sonderforschungsbereichs zu sehen.</p><p>Friedemann Vogel wurde 1979 in Stuttgart geboren. Er absolvierte seine Ballettausbildung an der renommierten John Cranko Schule. Mit der Spielzeit 1998/99 wurde er Mitglied im Corps de ballet des Stuttgarter Balletts und drei Jahre später erster Solist. Friedemann Vogel begleitet das Stuttgarter Ballett auf Tourneen in der ganzen Welt und trat als Gasttänzer an der Mailänder Scala, beim Staatsballett Berlin, dem Finnischen Nationalballett, dem National Ballet of China und dem Marijnsky Theater sowie zahlreichen Galas und Vorstellungen in Asien auf. Im Jahr 2021 wählte ihn das Internationale Theaterinstitut unter der Schirmherrschaft der UNESCO als Botschafter für den Internationalen Tanztag.</p><p>Der <a href="https://uni-tuebingen.de/forschung/forschungsschwerpunkte/sonderforschungsbereiche/sfb-andere-aesthetik/wissenschaft-und-kommunikation/ecorche-anatomie-des-tanzes/#c2105406" target="_blank" class="internal-link">Film zur Performance „Écorché! Anatomie des Tanzes“</a> mit Friedemann Vogel in der Alten Anatomie der Universität Tübingen kann auf der Webseite des Sonderforschungsbereichs angeschaut werden.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-110064</guid><pubDate>Tue, 03 Sep 2024 18:12:31 +0200</pubDate><title>Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=110064&amp;cHash=da10f11b1aecba026b3a99c4d1b99ded</link><description>„Public Engagement“-Aktivitäten der Universität Tübingen vorgestellt – Wissenschaftsministerin Petra Olschowski diskutiert mit Rektorin Karla Pollmann und Forschenden über neue Formate der Bürgerbeteiligung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen hat am Dienstag der baden-württembergischen Wissenschaftsministerin Petra Olschowski ihre vielfältigen Public Engagement-Aktivitäten vorgestellt. Der Begriff Public Engagement beschreibt die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an Forschungsprozessen und ist ein Schwerpunkt der Exzellenzstrategie der Universität Tübingen. Bei einer Sommertour der Ministerin zum Thema „Wie wollen wir in Zukunft zusammenleben?“ hat sie sich in Tübingen insbesondere über den neuen „Bürger:innen-Rat Künstliche Intelligenz und Freiheit“ informiert.&nbsp;</p><p>„Wissenschaft und Forschung dürfen nicht im berühmten Elfenbeinturm stattfinden. Vielmehr ist es unsere Aufgabe, die Gesellschaft aktiv einzubinden und Chancen, aber auch Herausforderungen aktueller Entwicklungen zu diskutieren. Gerade Zukunftstechnologien im Bereich Künstliche Intelligenz werden unser Leben nachhaltig verändern. Deshalb haben Public-Engagement-Aktivitäten der Universität Tübingen, allen voran der Bürgerinnen- und Bürgerrat ‚KI und Freiheit‘, Vorbildcharakter. Solche Formate geben Forschung und Zivilgesellschaft die Möglichkeit, Transformationsprozesse gemeinsam zu gestalten“, sagte Wissenschaftsministerin Petra Olschowski.</p><p>„Public Engagement öffnet Wissenschaft für Impulse aus der Gesellschaft. Eine Universität profitiert von der Expertise und den Perspektiven der Bürgerinnen und Bürger“, sagte Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. „Wir wollen dauerhaft gesellschaftliche Gruppen einbeziehen und entwickeln dafür geeignete Formen. Dadurch bereichern wir unsere Forschung, die sich mit brennenden Fragen der Gesellschaft beschäftigt, mit wichtigen Sichtweisen gerade aus der Gesellschaft. Public Engagement selbst ist zudem auch ein Gegenstand der Forschung an der Universität Tübingen.“&nbsp;</p><p>Der Austausch zwischen Gesellschaft und Wissenschaft kann sehr unterschiedliche Formen annehmen. So lernen Jugendliche im „KI-Makerspace“ auf spielerische Weise wie Künstliche Intelligenz funktioniert und entwickeln kritische KI-Kompetenz. Im „CIVIS OpenLab“ erarbeiten Forschende gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern „Citizen Science“-Projekte und können dafür auch finanzielle Unterstützung bei CIVIS beantragen. Schülerinnen und Schüler in der Neckar-Alb-Region haben über „MINT me!“ Zugang zu Laboren, wo sie gemeinsam wissenschaftliche Experimente durchführen können. Und während der „Science &amp; Innovation Days“ tauscht sich die Tübinger Stadtgesellschaft mit Forschenden und zivilgesellschaftlichen Gruppen zu spannenden aktuellen Forschungsfragen aus. &nbsp;</p><p>„Letztlich wollen wir auch einen internen Kulturwandel an der Universität Tübingen“, sagt Patrick Klügel, Public Engagement-Manager der Universität Tübingen. „Zur Unterstützung bieten wir Forschenden Fortbildung in Public Engagement an, werben um ihr Interesse und begleiten sie dann in ihrem Engagement.“ &nbsp;</p><p>Public Engagement richtet sich auch an die Forschungspolitik. In dem aktuellen Projekt „Bürger:innen-Rat Künstliche Intelligenz und Freiheit“ diskutieren 40 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger aus vier Kommunen in Baden-Württemberg über die gesellschaftliche Begleitung von KI-Forschung: Bei welchen Fragen und an welchen Stellen sollten Bürgerinnen und Bürger Mitgestaltungsmöglichkeiten bekommen? Was können sie konkret beitragen? Wie kann mehr Zusammenarbeit gefördert werden? Der Bürger:innen-Rat tritt zum ersten Mal am 21. September zusammen und zum vierten und letzten Mal am 23. November. Die Mitglieder diskutieren mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen zu Themen der KI. Anschließend übergeben sie die gemeinsam erarbeiteten Empfehlungen dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Das Zentrum für rhetorische Wissenschaftskommunikation, RHET AI, koordiniert das Projekt. Partner sind außerdem das Tübinger Exzellenzcluster Maschinelles Lernen und der Innovationscampus des Landes Cyber Valley.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-109863</guid><pubDate>Mon, 19 Aug 2024 14:21:52 +0200</pubDate><title>Lokales Klima bestimmt die Größe junger Meeresschildkröten</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=109863&amp;cHash=b2b5dd8eb8eaa5831ebe79f4a5ec4be2</link><description>Internationales Team unter Leitung des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen sammelt Daten zur Entwicklung der gefährdeten Tiere</description><content:encoded><![CDATA[<p>Junge Meeresschildkröten reagieren während ihrer Entwicklung im Ei stärker auf wechselnde Niederschlagsmengen als auf Änderungen der Lufttemperatur. Die Auswirkungen der Niederschlagsmenge sind je nach Art – oder sogar der Population – unterschiedlich: Während die Jungtiere der Unechten Karettschildkröte bei starken Niederschlägen kleiner bleiben, ihre Körpermasse aber steigt, wird bei der Grünen Meeresschildkröte nur die Panzergröße von den Niederschlagsmengen beeinflusst. Diese wird bei steigender Wassermenge größer.</p><p>Diese komplexen Ergebnisse hat eine umfassende Untersuchung mit Daten der beiden Arten von 37 Stränden weltweit, eine zeitliche Längsschnittstudie an Stränden in Florida sowie Experimente auf den Kapverdischen Inseln ergeben. Sie wurde geleitet von Dr. Omar Rafael Regalado Fernández und PD Dr. Ingmar Werneburg vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen. Die Ergebnisse, die in Zusammenarbeit mit der Florida Atlantic University und der Humboldt Universität Berlin entstanden, sollen in Schutzkonzepte der Meeresschildkröten eingehen und auch Diskussionen um die Auswirkungen der Klimaerwärmung in diesem Zusammenhang relativieren. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift BMC Ecology and Evolution veröffentlicht.</p><h3>Gefährdete Arten</h3><p>Die Weibchen der Meeresschildkröten graben am Strand eine Nistgrube, legen ihre Eier ab, schaufeln anschließend mit ihren hinteren Beinen Sand darüber und kehren ins Meer zurück. Die Sonne „brütet“ die Eier aus. Erst wenn sich die kleinen Schildkröten über mehrere Wochen vollständig entwickelt haben, befreien sie sich aus dem Ei und streben auf schnellstem Wege ins Meer. „Die Brutzeit und vor allem die Wanderung auf dem Land bergen für den Nachwuchs die größten Gefahren. Er hat viele unterschiedliche Fressfeinde. Große kräftige Jungtiere haben bei den Meeresschildkröten meist die besseren Überlebenschancen“, berichtet Werneburg. Man rechne damit, dass von tausend Jungtieren nur eines das Erwachsenenalter erreicht. Beide in der Studie untersuchten Arten, die Unechte Karettschildkröte und die Grüne Meeresschildkröte, gelten in ihrem Bestand weltweit als gefährdet.</p><p>Der Einfluss der Luft- und Sandtemperaturen in der Brutzeit auf das Körperwachstum der jungen Meeresschildkröten im Ei sei bereits mehrfach untersucht worden. „Wir wollten jedoch Daten über den Einfluss wechselnder Niederschlagsmengen auf die Jungtiere in der Brutzeit hinzufügen“, erklärt Regalado Fernández. Zu viel Feuchtigkeit könne tödlich sein für die Embryos. Schwere Regenfälle, Tropenstürme und Überflutungen zerstörten eine erhebliche Zahl der Nester wie auch Sandabtragung am Strand. Hinzu kämen zahlreiche Fressfeinde.</p><h3>Schnelle Entwicklung als Überlebensstrategie&nbsp;</h3><p>Bei ihrer Überlebensstrategie setzen Meeresschildkröten auf eine möglichst schnelle Entwicklung der Jungtiere, damit diese zügig aus dem gefährdetsten Stadium in ihr eigentliches Element, das Meer, gelangen können. „Bisher dachte man, dass hohe Temperaturen im Nest eine schnellere Entwicklung der Embryonen bewirken“, sagt Regalado Fernández. „Zudem waren am Computer generierten Klimamodellen zufolge die Niederschlagsraten bei steigenden Lufttemperaturen nur schwer vorherzusagen“, sagt Werneburg. Die Forscherinnen und Forscher gehen nun aber davon aus, dass die lokalen Klimabedingungen, und allem voran die Feuchtigkeit im Boden, einen deutlich größeren Einfluss auf die Bruterfolge der Meeresschildkröten haben als das globale und nur schwer quantifizierbare Klima.</p><p>„Für einen effizienten Schutz der Unechten Karettschildkröte und der Grünen Meeresschildkröte benötigen wir noch sehr viel mehr Daten zum Einfluss des regionalen Wetters auf die Brut und zur Dynamik der Populationen. Und die Daten müssen für alle verfügbar sein, die sich beim Schutz der Meeresschildkröten engagieren“, sagt Regalado Fernández.</p><h3>Publikation:</h3><p>Omar Rafael Regalado Fernández, Parima Parsi-Pour, John A. Nyakatura, Jeannette Wyneken, Ingmar Werneburg: Correlations between local geoclimatic variables and hatchling body size in the sea turtles Caretta caretta and Chelonia mydas. BMC Ecology and Evolution, <a href="https://doi.org/10.1186/s12862-024-02290-7" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1186/s12862-024-02290-7</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-109731</guid><pubDate>Mon, 12 Aug 2024 12:33:40 +0200</pubDate><title>Vor-Ort-Analyse der Brennstoffe mit Röntgenfluoreszenz hilft bei Optimierung von Holzheizkraftwerken</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=109731&amp;cHash=f802b7fd5ada6ef7f56a111f4c96cf14</link><description>Team der Hochschule Rottenburg und der Universität Tübingen entwickelt Verfahren zur Qualitätskontrolle biogener Festbrennstoffe – Einsparung von Ressourcen und verminderte Schadstoffemission</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Effizienz und Umweltverträglichkeit von Holzheizkraftwerken hängen entscheidend von der Qualität der eingesetzten Brennstoffe ab. Diese wird vom Wasser-, Asche- und Energiegehalt und maßgeblich von der chemischen Zusammensetzung des Materials beeinflusst. Um wirtschaftlich zu arbeiten und die Freisetzung von Schadstoffen so gering wie möglich zu halten, muss die Qualität der Brennstoffe optimal auf die Heizkraftwerkstechnik angepasst werden. Nun hat ein Team unter der Leitung von Professor Harald Thorwarth von der Hochschule Rottenburg und der Universität Tübingen sowie Professor Andreas Kappler von der Universität Tübingen ein anderweitig etabliertes Verfahren für den schnellen Einsatz zur Bestimmung der Brennstoffwerte geprüft: Danach bietet die Röntgenfluoreszenzanalyse eine vielversprechende Möglichkeit, die chemische Zusammensetzung fester Biobrennstoffe vor Ort zu bestimmen. Ihre Studie ist in der Fachzeitschrift <i><span lang="en" dir="ltr">Energy &amp; Fuels</span></i> erschienen.</p><p>Bisher übliche Analysemethoden sind ICP-OES (Optische Emissionsspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma) und ICP-MS (Massenspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma). „Diese Methoden sind zeit- und kostenintensiv, sie können nur von spezialisierten Fachkräften durchgeführt werden“, erklärt Harald Thorwarth. „Für eine schnelle und kosteneffiziente Vor-Ort-Analyse sind sie ungeeignet.“ Die Röntgenfluoreszenzanalyse sei bisher auf biogene Festbrennstoffe vor allem in speziellen Anwendungsfällen untersucht worden. „In den Bereichen Geologie, Kohleanalyse und sonstige Analytik wird sie schon lange außerhalb des Labors für schnelle Messungen im Feld genutzt. Wir wollten daher untersuchen, ob die Methode nicht auch für den Routinebetrieb in Holzheizkraftwerken eingesetzt werden kann.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-109593</guid><pubDate>Fri, 02 Aug 2024 11:49:38 +0200</pubDate><title>Fundstätte Sibhudu zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=109593&amp;cHash=04016caf08f23f974ecb1c9335bcd0d6</link><description>Einmaliges Archiv des frühen Homo sapiens - Universität Tübingen erforscht seit 14 Jahren unter einem Felsdach in Südafrika die kulturelle Evolution des Menschen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die UNESCO hat die archäologische Fundstelle Sibhudu an der Ostküste Südafrikas zum Weltkulturerbe ernannt. Die Fundstelle ist ein Schlüsselort für die Erforschung der kulturellen Evolution des Menschen. Seit 14 Jahren leitet die Universität Tübingen in Zusammenarbeit mit dem Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment die Ausgrabungen. Die Ernennung zum UNESCO-Weltkulturerbe am vergangenen Freitag erfolgte mit zwei weiteren Fundstellen in Südafrika.</p><p>„Die Entscheidung lenkt den Blick der Öffentlichkeit auf die Ursprünge der menschlichen Kultur und der Menschwerdung. Es gibt noch viel zu wenige Welterbestätte aus dieser Zeit“, sagte Grabungsleiter Nicholas Conard, Professor an der Universität Tübingen und UNESCO-Beauftragter der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. „Ich freue mich, dass die UNESCO vermehrt steinzeitliche Orte und Orte der menschlichen Evolution berücksichtigt.“ &nbsp;</p><p>Sibhudu ist wie ein Archiv für die frühe kulturelle Entwicklung unserer Vorfahren, bevor Homo sapiens Eurasien erfolgreich besiedelte und den Neandertaler und andere archaische Menschenformen verdrängte. Der Felsüberhang überdacht archäologische Schichten aus einem Zeitraum von etwa 100.000 bis 35.000 Jahren vor heute und diente Menschen in dieser Zeit als Wohnstelle. Die Archäologinnen und Archäologen fanden in Sibhudu den ältesten Nachweis für die Konstruktion von Pflanzenmatten als Schlaf- und Arbeitsplätze, Belege für die Nutzung von Knochenwerkzeugen und Beweise für frühes symbolisches Verhalten in Form von Muschelperlen. Zudem wurde an der Fundstelle eine der ältesten Pfeilspitzen aus Knochen gefunden und damit einer der frühesten Nachweise für die Erfindung dieser Technologie. All diese Befunde erlauben ungewöhnlich tiefe Einblicke in das Leben unserer Vorfahren: Sie waren zu abstrakten und komplexen Gedankengängen fähig, stellten vielfältige Werkzeuge aus Stein und Knochen her, beherrschten die Feuernutzung, jagten Tiere und wussten auch pflanzliche Ressourcen für sich zu nutzen.&nbsp;</p><p>Sibhudu liegt an der Ostküste Südafrikas in der Provinz KwaZulu-Natal, rund 40 Kilometer nördlich von Durban und 15 Kilometer landeinwärts vom Indischen Ozean entfernt. Der Felsüberhang befindet sich auf einer Sandsteinklippe oberhalb des Uthongathi-Flusses und umspannt eine Fläche von etwa 55 auf 12 Metern.</p><p>Die systematische Erforschung der Fundstelle begann im Jahr 1998 mit Ausgrabungen unter der Leitung von Lyn Wadley von der University of Witwatersrand in Johannesburg. 2011 übergab die südafrikanische Forscherin die Fundstelle an Prof. Nicholas Conard vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen. Seitdem finden dort jährliche Grabungen seitens der Universität statt. Dabei werden modernste Ausgrabungsmethoden verwendet. Die Zusammenarbeit mit verschiedenen auch internationalen Expertinnen und Experten – etwa der Archäozoologie, der Archäobotanik oder der Geoarchäologie – erlaubt zudem ein vielfältiges Bild auf die archäologischen Hinterlassenschaften am Fundort.</p><p>Ausgegraben wird stets mit Bedacht und äußerster Sorgfalt. Durch das Abheben von ein bis drei Zentimeter dicken Erdschichten, die der Kontur und dem Gefälle der Ablagerungen folgen, arbeiten sich die Archäologinnen und Archäologen langsam nach unten. Die dabei gefundenen Artefakte werden vermessen, sodass ihre genaue Lage später anhand der 3D-Koordinaten nachvollzogen werden kann. Jeder Eimer voll Sediment wird zudem gesiebt und nach Kleinstfundstücken durchsucht.&nbsp;</p><p>Die Fundstelle zeichnet sich durch viele dünne übereinander liegende archäologische Schichten aus. Durch diese hohe stratigraphische und zeitliche Auflösung können Veränderungen in der Lebensweise der Menschen kleinschrittig nachvollzogen werden. Besonders ist auch die außerordentlich gute Erhaltung organischer Materialien in Sibhudu. Das Vorhandensein verschiedenster Arten von Artefakten ermöglicht eine detailgenaue Erforschung der Fundstelle und ihrer Bewohner über tausende von Jahren hinweg.</p><p>Bei der Bewerbung um den UNESCO-Welterbestatus handelte sich um eine Sammelbewerbung zusammen mit zwei anderen südafrikanischen Fundstellen (Diepkloof Rock Shelter &amp; Pinnacle Point Site Complex) unter dem Titel „Das Auftreten des modernen Menschen: Die pleistozänen Siedlungsplätze Südafrikas“. Die Aufnahme der drei steinzeitlichen Fundstellen auf die Welterbeliste wurde am vergangenen Freitag auf der 46. Sitzung des Welterbekomitees in Neu-Delhi (Indien) beschlossen. Die UNESCO-Welterbeliste beinhaltet aktuell 1.223 Einträge in 168 Ländern. In Südafrika liegen mit der Aufnahme der drei steinzeitlichen Fundstellen nun 12 davon.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-109482</guid><pubDate>Tue, 30 Jul 2024 15:07:34 +0200</pubDate><title>37. Tübinger Poetik-Dozentur</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=109482&amp;cHash=850b00869806eb5e5d310b76d2c5067e</link><description>Daniel Kehlmann, Nora Bossong und David Schalko sprechen an der Universität Tübingen – Daniel Kehlmann liest in der Kunsthalle Würth
</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen lädt zur 37. Tübinger Poetik-Dozentur ein:&nbsp;Der Schriftsteller Daniel Kehlmann und die Schriftstellerin Nora Bossong sowie der Schriftsteller und Regisseur David Schalko werden vom 11. bis zum 14. November 2024 über ihre literarischen und essayistischen Texte sowie über ihre Drehbücher und Filme sprechen.&nbsp;</p><p>Die Vorlesungen und Gespräche finden jeweils um 19 Uhr im Audimax (Neue Aula, Geschwister-Scholl-Platz, 72074 Tübingen) statt und können auch über einen Livestream verfolgt werden.&nbsp;</p><p>Zum traditionellen Auftakt der Poetik-Dozentur liest Daniel Kehlmann zudem am Sonntag, den 10. November, um 16 Uhr, in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall.<br> Die Tübinger Poetik-Dozentur ist ein Projekt der Stiftung Würth. Einmal jährlich werden Autoren oder Autorinnen eingeladen, öffentliche Vorlesungen zu halten sowie Workshops für Studierende anzubieten. Die Lesung in der Kunsthalle Würth ist eine Veranstaltung der Adolf Würth GmbH &amp; Co. KG.&nbsp;</p><p><strong>Die Termine im Überblick</strong><br> Lesung von Daniel Kehlmann, am Sonntag, 10. November, um 16 Uhr in der Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall. Der Eintritt ist frei. Die Anmeldung ist ab 18. September über den Online-Veranstaltungskalender unter kunst.wuerth.com möglich.</p><p><strong>Veranstaltungen an der Universität Tübingen</strong><br> jeweils 19 Uhr c. t., Alte Aula. Der Eintritt ist frei.</p><ul><li>Montag, 11. November: Vortrag von Daniel Kehlmann&nbsp;</li><li>Dienstag, 12. November: Daniel Kehlmann im Gespräch mit David Schalko</li><li>Mittwoch, 13. November: Daniel Kehlmann im Gespräch mit Nora Bossong&nbsp;</li><li>Donnerstag, 14. November: Vortrag von Nora Bossong</li></ul><p>Weitere Informationen unter <a href="http://www.poetik-dozentur.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.poetik-dozentur.de</a>&nbsp;&nbsp; &nbsp; &nbsp;</p><p><strong>Die Gäste der Poetik-Dozentur 2024</strong></p><p><em><strong>Daniel Kehlmann</strong></em>, 1975 in München geboren, studierte Philosophie und Germanistik in Wien. Derzeit lebt und arbeitet er in New York und Berlin. Seinen ersten großen Erfolg feierte er 2005 mit Die Vermessung der Welt: Mit einer Auflage von 2,3 Millionen Exemplaren im deutschsprachigen Raum ist der Roman einer der meistverkauften Texte der deutschen Nachkriegsliteratur. Die ARD-Miniserie „Kafka“, geschrieben von Kehlmann mit Regisseur David Schalko, begeisterte im März 2024 Kritik und Publikum.&nbsp;</p><p>Weitere Publikationen (u. a.): Beerholms Vorstellung (1997); Ich und Kaminski (2003); Ruhm – Ein Roman in neun Geschichten (2009); Lob: Über Literatur (2010); Tyll (2017); Lichtspiel (2023).</p><p><em><strong>Nora Bossong</strong></em>, 1982 in Bremen geboren, studierte in Berlin, Leipzig und Rom Philosophie und Komparatistik. Sie lebt in Berlin und arbeitet als freie Schriftstellerin. Ihr bisher bedeutendster Erfolg ist der Roman Schutzzone (2019).&nbsp;</p><p>Weitere Publikationen (u. a.): Gegend (2006); Sommer vor den Mauern (2011); Gesellschaft mit beschränkter Haftung (2012); Die Geschmeidigen: Meine Generation und der neue Ernst des Lebens (2022).</p><p><strong><em>David Schalko</em></strong>, 1973 in Waidhofen an der Thaya geboren, ist ein österreichischer Regisseur, Autor und Entwickler von Fernsehsendungen. Er lebt in Wien.</p><p>Werke (u. a.): Bluterguss und Herzinfarkt (1995); Weiße Nacht (2009); Aufschneider (Fernsehfilm, 2010); Wie man leben soll (Kinofilm, 2011); Braunschlag (Fernsehserie, 2012); Schwere Knochen (Roman, 2018); Was der Tag bringt (Roman, 2023); &nbsp;Kafka (Fernsehserie, 2024; Drehbuch gemeinsam mit Daniel Kehlmann)</p><h3><br><strong>Kontakt:</strong></h3><p>Dr. Sara Bangert<br> Universität Tübingen / Poetik-Dozentur<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> Telefon <a href="tel:+49070712974261">+49 (0)7071 29-74261</a><br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,uctc0dcpigtvBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">sara.bangert<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-109407</guid><pubDate>Fri, 26 Jul 2024 10:23:29 +0200</pubDate><title>Samuel Wagner wird neuer Prorektor</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=109407&amp;cHash=84e40fdcf11149c8103fc46efec771bd</link><description>Prorektorat als Allgemeine Vertretung der Rektorin und für das Thema Nachhaltige Entwicklung – Amtsperiode bis 2027</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Rektorat der Universität Tübingen wird durch einen neuen vierten Prorektor als Erste Allgemeine Vertretung der Rektorin und im Bereich Nachhaltige Entwicklung verstärkt: Der Senat wählte Professor Samuel Wagner am Donnerstag, 25. Juli 2024, mit 30 von 34 Stimmen in das neue Amt. Professor Samuel Wagner wird vom 1. September 2024 an für drei Jahre als nebenamtlicher Prorektor in Hauptaufgabe tätig sein.</p><p>Samuel Wagner ist seit 2012 Professor für Infektionsbiologie am Interfakultären Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin und seit 2020 Prodekan der Medizinischen Fakultät. Er studierte Humanbiologie an der Universität Marburg und Biomedizin am Karolinska-Institut in Stockholm. Nach der Promotion in Biochemie an der Universität Stockholm ging Wagner als Postdoktorand an die Yale University. 2012 wurde er zunächst zum Juniorprofessor und 2018 zum Professor für Infektionsbiologie an der Universität Tübingen ernannt. Seit 2019 ist er Vorstandsmitglied des Exzellenzclusters „Kontrolle von Mikroorganismen zur Bekämpfung von Infektionen“.</p><p>Als neuer Prorektor wird Wagner die Rektorin Professorin Karla Pollmann in ihren vielfältigen Amts- und Leitungsfunktionen unterstützen, unter anderem in der anstehenden Exzellenzstrategie. Er wird dazu beitragen, die Vernetzung auch innerhalb der Universität zu intensivieren und im Gespräch mit all ihren Gruppen und Bereichen zu bleiben. Als Projekt steht unter anderem das Universitätsjubiläum im Jahr 2027 an. „Es ist mir nicht nur ein Anliegen, die Universität Tübingen in der Exzellenzstrategie auf Erfolgskurs zu halten, sondern auch, den Erfolg in der Breite aller Fächer und Bereiche zu entwickeln. Die Universität muss noch agiler werden und mit einer klaren Strategie langfristig die besten Köpfe an sich binden“, sagte Wagner.</p><p>In seinem thematischen Feld, der nachhaltigen Entwicklung, möchte er an die vorhandenen Strukturen am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften und verschiedener Arbeitsgruppen anknüpfen und dem Thema mehr Gewicht geben, zum Beispiel auch gegenüber der Stadt Tübingen. „Als erstes gilt es, eine übergeordnete Strategie zu entwickeln, Ziele festzulegen, eine Bestandsaufnahme zu machen und ein Reporting einzuführen“, zeichnete Wagner den Weg vor. Das ressourcenschonendere Arbeiten solle ein Schwerpunkt der Universität werden, und sie solle damit auch in die Gesellschaft hineinwirken. „Mit dieser Aufgabe sind wir nicht allein: Starke Partner vor Ort sind unter anderem das Universitätsklinikum und die Max-Planck-Gesellschaft, Best-Practice-Beispiele finden sich etwa über den Universitätsverbund forschungsstarker Universitäten German U15“, sagte der neue Prorektor.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-109275</guid><pubDate>Wed, 24 Jul 2024 09:15:01 +0200</pubDate><title>Universität Tübingen beruft drei Professorinnen zur Erforschung des Rechtsextremismus</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=109275&amp;cHash=4b8dbca795cb15d007d92c2df0bee861</link><description>Erstes inter- und transdisziplinäres Universitäts-Institut zur Rechtsextremismusforschung in der Bundesrepublik startet zum Wintersemester</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen hat drei Professuren am neuen Institut für Rechtsextremismusforschung (IRex) besetzt. Professorin Léonie de Jonge erforscht „Politische Akteur*innen, Organisationen und Ideologien“ und vertritt damit die bundesweit erste politikwissenschaftliche Professur im Feld. Professorin Annett Heft wird sich mit Rechtsextremismus aus medienwissenschaftlicher Perspektive befassen, Professorin Heike Radvan aus erziehungswissenschaftlicher Sicht. Alle drei Professorinnen werden im Laufe des Wintersemesters 2024/25 ihre Arbeit an der Universität Tübingen aufnehmen.</p><p>„Dass wir hier drei international renommierte Forscherinnen gewinnen konnten, die aus ganz unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungszusammenhängen das Thema beleuchten, ist ein großer Gewinn für Forschung und Lehre im Bereich der Rechtsextremismusforschung“, sagte Wissenschaftsministerin Petra Olschowski. „Ich bin überzeugt, dass die Forschungsarbeit der drei Professorinnen einen sehr wichtigen Beitrag dazu leisten wird, die Wurzeln und Mechanismen des Rechtsextremismus sowie seine Auswirkungen auf unsere Gesellschaft besser zu verstehen und auch zu vermitteln. Das ist die Grundlage, um ihm gezielt entgegenwirken zu können. Mit dieser auf Dauer angelegten Institution des IRex leistet das Land Pionierarbeit für die Rechtsextremismusforschung – und damit einen signifikanten Beitrag zur Stärkung der Demokratie.“</p><p>„Die drei Professuren erforschen den Rechtsextremismus aus je fachspezifischer und transdisziplinärer Perspektive“, so Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshiha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. „Die Forschung erfolgt in enger Kooperation mit Zivilgesellschaft und Praxis und ist so der gesellschaftlichen und politischen Relevanz des Themas angemessen. Mit dem IRex hat die Universität Tübingen dank der Unterstützung des Landes Baden-Württemberg in Deutschland einmalige Bedingungen für die Rechtsextremismusforschung geschaffen.“&nbsp;</p><p><strong>Léonie de Jonge</strong> ist derzeit Professorin für Europäische Politik und Gesellschaft an der Universität Groningen, Niederlande, und dort am Dokumentationszentrum für niederländische politische Parteien tätig. Sie erforscht rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien und Akteure aus einer international vergleichenden Perspektive. Durch ihre internationale Vernetzung in der Fachwelt trägt sie entscheidend zur Sichtbarkeit des Instituts und des Forschungsschwerpunkts in der Politikwissenschaft bei.</p><p><strong>Annett Heft</strong> ist seit 2022 Leiterin der Forschungsgruppe „Dynamiken der Digitalen Mobilisierung“ am Weizenbaum Institut für die vernetzte Gesellschaft in Berlin, außerdem erforscht sie Muster und Dynamiken von Verschwörungstheorien und rechtsextremen Ideologien am Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft der Freien Universität Berlin. Heft befasst sich in ihrer Forschung mit der vergleichenden Analyse politischer analoger und digitaler Kommunikation und Mobilisierung in Europa. Sie verbindet innovative Ansätze der Kommunikationsforschung mit einer interdisziplinären Perspektive.</p><p><strong>Heike Radvan</strong> hat seit März 2017 die Professur für „Theorien und Methoden Sozialer Arbeit mit den Schwerpunkten Gemeinwesenarbeit und Rechtsextremismusforschung“ an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) inne. &nbsp;Am IRex wird sie die erziehungswissenschaftliche Rechtsextremismusforschung profilieren. Dies wird verknüpft mit Konzeptentwicklung für die politische und kulturelle Bildung. Ihre wissenschaftliche Expertise verbindet sie über ihre Analysen zu ostdeutschen Spezifika hinaus auf einzigartige Weise mit langjährigen Erfahrungen aus der zivilgesellschaftlichen Beratungs- und Präventionspraxis, auch aus einer geschlechterreflektierenden Perspektive.</p><p>Mit der Einrichtung des IRex im Jahr 2023 an der Universität Tübingen setzte das Land eine der empfohlenen Maßnahmen des zweiten NSU-Untersuchungsausschusses des baden-württembergischen Landtags um. Die Forschungsergebnisse sollen dazu beitragen, Demokratie in Staat und Zivilgesellschaft zu stärken. Das IRex wird vertreten durch die beiden Geschäftsführer PD Dr. Rolf Frankenberger und Reiner Baur. Durch die Berufungen der drei Professorinnen kann ab dem Wintersemester 2024/25 die interdisziplinär ausgerichtete Forschung am IRex starten.&nbsp;„Mit der Einrichtung des IRex sind einmalige Strukturen geschaffen, die es ermöglichen, den Rechtsextremismus und seine gesellschaftlichen Einbindungen dauerhaft und systematisch zu erforschen“, so Frankenberger. „Dafür konnten wir drei herausragende Wissenschaftlerinnen gewinnen, die unseren gesellschaftlichen Auftrag mit wissenschaftlichem Leben füllen.“</p><p>Das IRex kooperiert eng mit der Dokumentationsstelle Rechtsextremismus am Generallandesarchiv Karlsruhe sowie mit nationalen wie internationalen Universitäten und Forschungseinrichtungen. Die Ergebnisse dieser vielfältigen Kooperationen fließen ebenso in die im Aufbau befindliche „Forschungsplattform Extreme Rechte“ ein wie in die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen und staatlichen Akteuren. „Denn über die Einbindung gesellschaftlicher Akteure kann die Forschung wichtige Impulse aufnehmen und ihre Erkenntnisse wirkungsvoller zurückspiegeln. Der Transferforschung kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu“, sagte Reiner Baur.</p><p>Die dichte Stellenbesetzung im Themenfeld Rechtsextremismus an der Universität Tübingen ist bundesweit einmalig und wird im kommenden Jahr weiter ausgebaut: Die Universität Tübingen richtet eine Professur zur sozialwissenschaftlichen Antisemitismusforschung ein. Das Berufungsverfahren läuft derzeit.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-109158</guid><pubDate>Thu, 18 Jul 2024 17:11:30 +0200</pubDate><title>Auszeichnung für archäologische Arbeit zur jüngsten Vergangenheit</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=109158&amp;cHash=5892c870093b3639288550b1dd1b3383</link><description>Der Barbara-Scholkmann-Förderpreis für Historische Archäologie der Universität Tübingen geht 2024 an Attila Dézsi für seine Doktorarbeit über Orte des Protests im 20. Jahrhundert</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Barbara-Scholkmann-Förderpreis für Historische Archäologie geht in diesem Jahr an Attila Dézsi für seine an der Universität Hamburg eingereichte Dissertation mit einem Thema aus der zeitgeschichtlichen Archäologie des 20. Jahrhunderts. Der Preis, der mit 2.000 Euro dotiert ist, wurde Dézsi bei einer Feier am 18. Juli 2024 auf Schloss Hohentübingen übergeben. Der Barbara-Scholkmann-Förderpreis wird in diesem Jahr zum vierten Mal an der Universität Tübingen verliehen. Die Abteilung Archäologie des Mittelalters der Universität und ihr Förderverein zeichnen damit Dissertationen aus, die einen Forschungsfortschritt für die Historische Archäologie bedeuten.</p><p>Attila Dézsi forscht am Sonderforschungsbereich „RessourcenKulturen. Soziokulturelle Dynamiken im Umgang mit Ressourcen“ (SFB 1070) der Universität Tübingen. Seine mit dem Scholkmann-Preis ausgezeichnete Dissertation trägt den Titel „Zeitgeschichtliche Archäologie des 20. Jahrhunderts an Orten des Protests. Kritische Archäologie und Community Archäologie der Freien Republik Wendland“, die er 2023 an der Universität Hamburg eingereicht und verteidigt hat. Er untersuchte darin Funde aus der Hinterlassenschaft des Hüttendorfs, das 1980 von Atomkraftgegnerinnen und -gegnern auf einer Waldlichtung in der Nähe von Gorleben im niedersächsischen Wendland errichtet wurde. Die Protestierenden wollten Arbeiten zur Suche nach einem Endlager für radioaktive Abfälle verhindern. Sie riefen am 3. Mai 1980 die Republik Freies Wendland aus; ihr Hüttendorf wurde nach einigen Wochen von Polizei und Bundesgrenzschutz geräumt.</p><p>Die Jury des Barbara-Scholkmann-Förderpreises bewertete Dézsis Thema als besonders innovativ, da sich die zeitgeschichtliche Archäologie in Deutschland bisher weitgehend auf Relikte des Zweiten Weltkriegs und des Kalten Kriegs beschränkt habe. Die zeitliche Grenze werde durch die Dissertation ausgedehnt und belege das Potenzial archäologischer Herangehensweisen auch für die Erforschung der jüngsten Vergangenheit. Dézsi verbinde souverän Methoden der Archäologie mit Methoden der Empirischen Kulturwissenschaft, der Soziologie und der Zeitgeschichte, urteilte die Jury weiter. Er könne in seiner Arbeit Strategien eines teilweise von staatlicher Seite gewollten „Vergessenmachens“ des Protestdorfs aufzeigen, die bisher weder historisch dokumentiert noch klar diskutiert worden seien. Sein Ansatz einer Critical Archaeology leiste einen Beitrag zur Überwindung der Fächergrenzen zwischen der deutschen historisch geprägten hin zu einer anthropologisch geprägten Historischen Archäologie.</p><p>Der Barbara-Scholkmann-Förderpreis für Historische Archäologie wird seit 2018 alle zwei Jahre gemeinsam vom Verein zur Förderung der Archäologie des Mittelalters Schloss Hohentübingen und der Abteilung Archäologie des Mittelalters des Instituts für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Tübingen verliehen. Der Preis dient der Förderung von Archäologinnen und Archäologen, die am Beginn ihrer Karriere stehen. Stifterin des Förderpreises ist Barbara Scholkmann, die bis 2007 Professorin für Archäologie des Mittelalters an der Universität Tübingen war.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-109152</guid><pubDate>Thu, 18 Jul 2024 15:56:41 +0200</pubDate><title>Von der Geburt bis ins Jenseits: Sommeruniversität 2024 stellt aktuelle Forschung vor</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=109152&amp;cHash=e629136496da510d4fe356662ee5ee15</link><description>Veranstaltungsreihe von Universität und Universitätsstadt Tübingen: Neun Vorträge unter anderem zu Archäologie, Hebammenwissenschaft, Klimaschutz, Ethik der künstlichen Intelligenz und Rechtspopulismus</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Sommeruniversität gibt in neun Vorlesungen im Juli und August wieder einem breiten Publikum Einblicke in die aktuelle Forschung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Die Reihe wird gemeinsam von der Universität und der Universitätsstadt Tübingen organisiert. Die Vorlesungen finden von Montag, 29. Juli, bis Donnerstag, 8. August, jeweils um 10:15 Uhr im Hörsaal des Theologicums statt (Dauer 45 Minuten; Adresse: Liebermeisterstraße 16, 72076 Tübingen). Anschließend kann das Publikum Fragen stellen und mit den Expertinnen und Experten über ihre Forschungsthemen diskutieren. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht notwendig.</p><p><strong>Das Programm:</strong></p><p>Montag, 29. Juli<br><strong>Professorin Jessica Heesen: Digitale Unsterblichkeit – Weiterleben als Avatar?</strong><br> Viele Menschen verbringen einen Großteil ihres Lebens in und mit digitalen Medien. Ist es nicht reizvoll, auch nach dem Tod noch im Digitalen präsent zu sein? Künstliche Intelligenz macht es möglich, dass Verstorbene als Avatar oder Chatbot „weiterleben“ und sich mit den Hinterbliebenen unterhalten. Der Vortrag stellt die Angebote der digitalen Trauertechnologie vor und diskutiert sie aus ethischer Perspektive.</p><p>Dienstag, 30. Juli<br><strong>Juniorprofessorin Nadja Klopprogge: (Nicht)wählen dürfen in den Vereinigten Staaten</strong><br> Die Wiederwahl Donald Trumps zum Präsidenten der USA im November dieses Jahres scheint alles andere als unmöglich. Entsprechend groß ist auch das mediale Interesse an den Gerichtsprozessen, denen sich Trump aktuell stellen muss. An diese knüpft sich für viele die Hoffnung, dass eine Verurteilung des Ex-Präsidenten auch dessen Wahlausschluss bedeuten könnte. Allerdings ist das Felon Disenfranchisement (Wahlrechtsentzug fürverurteilte Straftäter), das vor diesem Hintergrund als Schutzschild der Demokratie daherkommt, nicht nur historisch betrachtet ein Werkzeug, um bestimmte Gruppen von der Teilhabe am demokratischen Prozess auszuschließen. In diesem Vortrag werden die Linien des Felon Disenfranchisement aufgezeigt und danach gefragt, wie der Wahlausschluss zum Instrument wurde, mit dem gesellschaftliche Hierarchien aufrechterhalten werden.</p><p>Mittwoch, 31. Juli<br><strong>Professor Christian Leitz: Die Restaurierung der astronomischen Tempeldecke im oberägyptischen Esna</strong><br> Seit 2018 führt die Abteilung für Ägyptologie des Instituts für die Kulturen des Alten Orients gemeinsam mit dem ägyptischen Ministerium für Tourismus und Altertümer umfangreiche Restaurierungsarbeiten im Tempel von Esna durch, das gut 50 km südlich des heutigen Luxor in Oberägypten liegt. Einen Höhepunkt dieser Arbeiten bildet die astronomische Decke, deren Restaurierung mittlerweile abgeschlossen ist. Der Vortrag gibt einen Überblick über die sechs Abschnitte der Decke mit den Themen Lauf der Sonne und des Mondes, altägyptischer Sternenhimmel und dem von den Griechen übernommenen Tierkreis.</p><p>Donnerstag, 1. August<br><strong>Professorin Claudia Plappert &amp; Neeltje Schubert, M.Sc. Midwifery: „Gesund rund um die Geburt“: Die Bedeutung der kontinuierlichen Hebammenbetreuung</strong><br> Eine vertrauensvolle und kontinuierliche Hebammenbetreuung vor, während und nach der Geburt bis hin zum Ende der Stillzeit ermöglicht Schwangeren, Gebärenden und Stillenden das Potenzial ihrer gesunden körperlichen Fähigkeiten zu erkennen, ein Kind auf na-türlichem Wege zu gebären, eine innige Bindung zu ihm zu entwickeln und eine kompetente Mutter zu sein. Der Vortrag aus der Hebammenwissenschaft wirft einen Blick auf die aktuellen Erkenntnisse zur Physiologie des Gebärens und zur Bindungsentwicklung. Er stellt dar, wie und unter welchen Voraussetzungen Hebammenbetreuung diese Prozesse optimal unterstützt.</p><p>Freitag, 2. August<br><strong>Professor Ernst Seidl: Politische Architektur. Zur öffentlichen Relevanz unserer gebauten Umwelt</strong><br> Architektur bildet die politischste aller Künste. Sie ist die manifesteste, unmittelbarste und uns nahezu auf Schritt und Tritt umgebende. Dass sie daher von Beginn ihres Auftretens an als Zeichen oder gar als Medium der sozialen Beeinflussung genutzt wurde, liegt auf der Hand. Dies geschah manchmal mehr, manchmal weniger subtil. Der Vortrag liefert einen grundlegenden Überblick über die unterschiedlichsten Ausprägungen politischer Architektur von der Frühzeit bis heute.</p><p>Montag, 5. August<br><strong>Professorin Bettina Weigelin: Unsichtbare Helden: Mikroskopische Einblicke in Krebsimmuntherapien</strong><br> Der Einsatz moderner mikroskopischer Bildgebungsverfahren ermöglicht es, das Immunsystem mit immer größerer Genauigkeit und Informationstiefe zu beobachten. Diese Technologien eröffnen neue Möglichkeiten, die komplexen Interaktionen zwischen Immunzellen und Krebszellen zu verstehen. Die Vorlesung vermittelt die neuesten Entwicklungen in der mikroskopischen Bildgebung und deren Anwendung in der Krebsimmuntherapie. Sie bietet einen spannenden Einblick in die Forschung, die darauf abzielt, das Immunsystem zur Bekämpfung von Krebs einzusetzen und damit neue Therapieansätze zu entwickeln, die das Leben vieler Patienten verbessern könnten.</p><p>Dienstag, 6. August<br><strong>PD Dr. Rolf Frankenberger: Die extreme Rechte in Deutschland und Europa</strong><br> Rechtspopulistische und extrem rechte Parteien sind auf dem Vormarsch, in Deutschland und Europa. Sie treten bei Wahlen an und sitzen seit Jahren in Parlamenten. Dabei agitieren sie gegen die parlamentarische Demokratie, Migration und die EU. Im Vortrag werden, ausgehend von zentralen Definitionen, Entwicklungen in der extremen Rechten und deren Vernetzung dargestellt. Außerdem werden die Ergebnisse der Wahlen zum Europäischen Parlament mit Fokus auf die extrem rechten Parteien analysiert, deren Positionen und Inhalte vorgestellt und diskutiert, welche Auswirkungen Erfolge der extremen Rechten für die EU haben könnten.</p><p>Mittwoch, 7. August<br><strong>Professor Christian Koziol: Nachhaltige Geldanlage: Umsetzung, Performance und Impact</strong><br> Inzwischen kann in der Anlageberatung eine nachhaltige Ausrichtung durch die Investorenseite eingefordert werden. Dennoch steckt das Thema weitestgehend in den Kinderschuhen, und ein wünschenswerter Marktstandard ist noch in weiter Ferne. Auch die Wissenschaft liefert bisher unterschiedliche Erkenntnisse, ob mit einer entsprechenden Geldanlage tatsächlich die Nachhaltigkeit verbessert und die Performance erhöht werden kann. Der Vortrag gibt dazu einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung und löst scheinbare Widersprüche auf.</p><p>Donnerstag, 8. August<br><strong>Professor Jochen von Bernstorff: Klimagerechtigkeit, fossile Infrastrukturen und das Völkerrecht</strong><br> Der Vortrag befasst sich mit der Rolle des Völkerrechts bei der Verwirklichung der Klimaziele des Paris-Abkommens. Die notwendige Transformation hin zu erneuerbaren Energien trifft derzeit weltweit auf eine bestehende „fossile“ Energieinfrastruktur, deren Erhalt von mächtigen ökonomischen und politischen Akteuren verteidigt wird. Wie kann die Transformation hin zu erneuerbaren Energien dennoch gelingen und welche Rolle spielt hierbei das Völkerrecht?</p><p>Programm unter <a href="http://www.uni-tuebingen.de/de/39634" target="_blank" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de/de/39634</a>&nbsp; und als Programmheft erhältlich in öffentlichen Stellen und beim Fachbereich Kunst und Kultur der Universitätsstadt Tübingen.</p><p>Die Sommeruniversität wird seit 2004 gemeinsam von der Universitätsstadt Tübingen und der Universität Tübingen veranstaltet.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-108951</guid><pubDate>Fri, 12 Jul 2024 09:31:00 +0200</pubDate><title>Omri Boehm erhält Alfons-Auer-Ethik-Preis 2024</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=108951&amp;cHash=d249100c35eb16956a2039a196876a33</link><description>Der israelische Philosoph wendet Ethik des „radikalen Universalismus“ auf israelisch-palästinensischen Konflikt an</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der israelische Philosoph Omri Boehm erhält den Alfons-Auer-Ethik-Preis 2024. Der Preis wird von der Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Tübingen und der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart verliehen. Die Nominierung würdigt die herausragenden Arbeiten von Professor Omri Boehm zur moralischen Verantwortung eines radikalen Universalismus, den der Philosoph auch auf den israelisch-palästinensischen Konflikt anwendet.</p><p>„Radikaler Universalismus verlangt, dass Menschen das Leben der Menschen auf der anderen Seite als gleichermaßen unendlich wichtig ansehen, wie das Leben der Menschen auf ihrer Seite“, so Boehm. Diesen Universalismus macht Omri Boehm auch nach dem Anschlag der Hamas auf Israel und seit der militärischen Antwort Israels im Gaza-Streifen geltend. Er fordert das Nachdenken über politische Alternativen und schlägt einen gemeinsamen, föderalen Staat von Juden und Palästinensern vor. Damit zeigt er, dass der von ihm vorgeschlagene Universalismus in den Krisen der Gegenwart sprach- und handlungsfähig macht.</p><p>Omri Boehm (Jahrgang 1978) ist seit 2010 Associate Professor für Philosophie an der New York New School for Social Research. Die vielfältigen Quellen seiner Philosophie sind unter anderem die biblischen Erzählungen der Tora, die Schriften Immanuel Kants oder die amerikanische Unabhängigkeitserklärung.</p><p>Die Katholisch-Theologische Fakultät in Tübingen und die Akademie der Diözese Stuttgart-Rottenburg verleihen diesen Preis alle zwei Jahre. Seinen Namen verdankt er einem der prominentesten Tübinger Ethiker, dem Moraltheologen Prof. Dr. Alfons Auer (1915–2005). Auer hat Anfang der 1970er Jahre mit seinem Konzept der „autonomen Moral“ die katholische Morallehre aus konfessionellen Umgrenzungen befreit; dadurch öffnete er die individual- und sozialethische Diskussion mit der Philosophie, der Soziologie und den Kulturwissenschaften. Mit dem ihm gewidmeten Preis werden „Persönlichkeiten gewürdigt, die sich durch ein herausragendes ethisches Engagement im wissenschaftlichen, religiösen und gesellschaftlichen Bereich ausgezeichnet haben“.</p><p>Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird am 26. November im Theologicum der Universität Tübingen verliehen.</p><p>Der erste Preisträger im Jahr 2015 war Prof. Dr. h.c. mult. Charles Taylor (Kanada). Im Jahr 2017 wurde der Preis an den Menschenrechtsethiker Prof. Dr. Heiner Bielefeldt (Deutschland) und 2019 an Prof. Dr. Mary McAlleese (Irland) für ihr Engagement für religiöse Versöhnung und sozialen Ausgleich vergeben. Aufgrund der Covid 19-Pandemie konnte der Preis im Jahr 2021 nicht regulär verliehen werden. Im Jahr 2022 ehrt die Fakultät die Philosophin Prof. Leela Gandhi (USA) für ihre bedeutende Arbeit zur postkolonialen Ethik.</p><p>Der Alfons-Auer-Ethikpreis wurde von Siegfried Weishaupt gespendet, einem internationalen High-Tech-Unternehmer, der sich für ethische und kulturelle Herausforderungen interessiert und mit Alfons Auer durch einen gemeinsamen Hintergrund verbunden ist. Ein akademisches Kuratorium unter dem Vorsitz von Rektorin Prof. Dr. Dr. h.c. Karla Pollmann hat den diesjährigen Preisträger einstimmig nominiert.</p><p>Youtube-Video: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=vRLcTYd-6TU" target="_blank" rel="noreferrer">“Ethikpreis für Omri Boehm - Hintergründe und Einführung in sein Denken”</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-108852</guid><pubDate>Tue, 09 Jul 2024 15:21:16 +0200</pubDate><title>Universität Tübingen und Oberlandesgericht Stuttgart schließen Kooperation zur Stärkung des Rechtsstaats</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=108852&amp;cHash=d6c294e8da8e1491776ba7a38192a0f2</link><description>Richterinnen und Richter werden künftig an Lehre mitwirken. Professorinnen und Professoren als Richterinnen und Richter im Nebenamt.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Heute haben die Universität Tübingen und das Oberlandesgericht Stuttgart eine in Baden-Württemberg bislang einmalige Kooperation zur Stärkung des Rechtsstaats geschlossen. Die Rechtswissenschaft und die Rechtsprechung arbeiten künftig enger zusammen. Davon wird die Qualität von Lehre und Rechtsprechung gleichermaßen profitieren.</p><p><strong>Richterinnen und Richter wirken künftig an Lehre mit</strong><br> Bei der feierlichen Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung in der Neuen Aula der Juristischen Fakultät erläutert der Präsident des Oberlandesgerichts Dr. Andreas Singer: „Die zentrale Herausforderung unserer jungen Richterinnen und Richter ist es, die an der Universität erlernten Kenntnisse in den zahlreichen Verfahren an den Gerichten anzuwenden. Bereits im Studium kommt der praxisnahen und am Prozessrecht orientierten Anwendung des Erlernten deshalb eine immer wichtigere Rolle zu.“ Ab dem kommenden Wintersemester werden daher erfahrene Richterinnen und Richter aus dem Bezirk des Oberlandesgerichts Stuttgart eine Lehrveranstaltung an der Juristischen Fakultät anbieten und aktuelle Fälle aus dem Zivilrecht gemeinsam mit den Studierenden lösen.</p><p>„Die an der gerichtlichen Praxis ausgerichtete Vorlesungsreihe deckt Themen aus dem Kernbereich des Prüfungsstoffs für die Erste juristische Prüfung ab und sorgt so für eine ideale Verbindung zwischen Wissenschaft und Examensvorbereitung“, ist die Prorektorin für Lehre, Prof. Dr. Karin Amos überzeugt. Es gehe dabei aber auch um wichtige Einblicke in das Richteramt und die Verankerung einer starken unabhängigen Justiz als Grundpfeiler unseres freiheitlich demokratischen Rechtsstaats, so Amos.</p><p><strong>Professorinnen und Professoren als Richterinnen und Richter im Nebenamt</strong><br> „Gleichzeitig wollen wir die wissenschaftliche Perspektive auf der Richterbank stärken, etwa wenn es um komplexe grenzüberschreitende Rechtsfragen geht. Professorinnen und Professoren der juristischen Fakultät sollen daher künftig verstärkt als Richterinnen und Richter im Nebenamt am Oberlandesgericht Stuttgart tätig werden“, stellt der Dekan der Juristischen Fakultät Prof. Dr. Jens-Hinrich Binder in Aussicht.</p><p><strong>Weitere Inhalte der Kooperationsvereinbarung</strong><br> Darüber hinaus haben Universität und Oberlandesgericht eine wechselseitige Mitwirkung an Fortbildungen und Seminaren vereinbart. „Auch wird das Oberlandesgericht die Studierenden der Juristischen Fakultät künftig aktiv bei der Suche nach attraktiven Praktikumsplätzen an den Gerichten unterstützen“, sagt Singer zu. „Dass wir Referendarinnen und Referendare bei ihren wichtigen Nebentätigkeiten für die Forschung und Lehre der Universität noch stärker unterstützen, lässt uns gleichermaßen enger zusammenrücken“, erläutert der Dekan der juristischen Fakultät.</p><p><strong>Rechtsstaat ist auch in Zukunft auf Exzellenz dringend angewiesen</strong><br> Der Präsident des Oberlandesgerichts betont die Ausnahmestellung der Universität Tübingen: „Die Juristische Fakultät genießt durch die lebendige Verbindung zwischen Wissenschaft und Lehre einen exzellenten Ruf bei der juristischen Ausbildung. Die Studierenden erzielen häufig überdurchschnittliche Ergebnisse in der ersten juristischen Prüfung. Unser Rechtsstaat ist auch in Zukunft auf diese Exzellenz dringend angewiesen. Als Justiz wollen wir daher schon in der universitären Ausbildung unseren Beitrag leisten und die Grundlagen für einen erfolgreichen Berufsstart in Justiz und Anwaltschaft schaffen.“</p><p><strong>Kooperation soll perspektivisch weiter ausgebaut werden</strong><br> „Perspektivisch wollen wir unsere Kooperation auf das Strafrecht und das Familienrecht ausdehnen“ stellt Binder in Aussicht. „Gerade im Strafrecht ist das Oberlandesgericht Stuttgart mit seiner erstinstanzlichen Zuständigkeit für die größten Staatsschutzverfahren besonders geeignet, um den Studierenden wertvolle Einblicke in Strafverfahren zu bieten und ihnen gleichzeitig die Bedeutung der Gerichte für die Verteidigung unserer Freiheit und unserer Grundrechte zu vermitteln.“ Die Kooperationspartner sind sich einig: „Es wird in den kommenden Jahren entscheidend darauf ankommen, die Abwehrkräfte der freiheitlichen Gesellschaft gegen extremistische Bedrohungen zu stärken. Dazu sind wir auf unseren Nachwuchs dringend angewiesen. Jede und jeder einzelne zählt. Eine Zukunft wird unsere Verfassungsordnung nur dann haben, wenn in Zeiten, in denen die freiheitliche Demokratie und ihre rechtsstaatlichen Strukturen herausgefordert werden, auch junge Menschen bereit sind, sich für die Freiheit, die Demokratie und das Recht einzusetzen.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-108564</guid><pubDate>Mon, 01 Jul 2024 13:11:02 +0200</pubDate><title>Nach der Eiszeit kehrten die Menschen früher als gedacht auf die Schwäbische Alb zurück</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=108564&amp;cHash=d763b1e14b7a6c0ee7299c53991d436d</link><description>Team der Universität Tübingen und des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment korrigiert Zeitraum der Wiederbesiedlung von vor 16.500 Jahren auf rund 19.500 Jahre</description><content:encoded><![CDATA[<p>Nach den unwirtlichen Bedingungen der letzten Eiszeit in Mitteleuropa im Zeitraum vor rund 27.000 bis 19.000 Jahren wurde die Schwäbische Alb im heutigen Süddeutschland rund 3.000 Jahre früher wieder besiedelt als bisher gedacht. Die alte Schätzung besagte, dass moderne Menschen vor rund 16.500 Jahren in die Region zurückgekehrt seien. Neue Daten aus zwei Fundstätten im Lonetal belegen nun, dass Menschen dort bereits vor rund 19.500 Jahren Spuren hinterließen.</p><p>Das ergab eine Studie von Benjamin Schürch, Dr. Gillian Wong und Dr. Elisa Luzi von der Universität Tübingen sowie Professor Nicholas Conard, der zudem dem Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment angehört. Das Forschungsteam nutzte ergänzend Befunde aus der Vogelherdhöhle und der Fundstätte Langmahdhalde, um die Wiederbesiedlung räumlich und zeitlich genauer nachzuvollziehen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Journal of Archaeological Science: Reports veröffentlicht.</p><p>Die Vogelherdhöhle wurde zuerst 1931 durch Gustav Riek von der Universität Tübingen ausgegraben. Die Arbeiten mussten innerhalb eines kurzen Zeitraums abgeschlossen werden, sodass die Schichtlagen nicht systematisch erfasst wurden. Spätere Grabungen, auch im Abraum aus der Höhle, führte Nicholas Conard mit seinem Team durch. „Die Fundstätte ist vor allem durch die figürlichen Kleinkunstwerke aus der Kultur des Aurignacien bekannt, die vor rund 42.000 bis 35.000 Jahren vorherrschte“, berichtet Benjamin Schürch. „Aber es gibt auch Spuren aus dem Magdalénien, einer archäologischen Kulturstufe vor rund 19.000 bis 14.000 Jahren mit Werkzeugen wie Kratzern und Sticheln aus Stein, aber auch Speerspitzen aus Geweih.“ Der Felsüberhang Langmahdhalde liegt nur etwa zwei Kilometer von der Vogelherdhöhle entfernt. Diese Fundstätte wurde von 2016 bis 2024 unter der Leitung von Nicholas Conard ausgegraben und die Schichtenlage akribisch dokumentiert.</p><h3>Datierung der organischen Funde</h3><p>Das Forschungsteam unterzog tierische Überreste aus dem Vogelherd, die von Menschen bearbeitet wurden, sowie organisches Material aus der Langmahdhalde, das im direkten Fundzusammenhang mit Steinwerkzeugen des Magdalénien stand, einer Radiokarbondatierung. Bei dieser Methode macht man sich zunutze, dass organisch gebundener Kohlenstoff-14 präzise berechenbar zerfällt. Sein Anteil in organischen Proben gibt daher Auskunft über das Alter der beprobten Artefakte. „Die ältesten dieser Spuren, die Menschen hinterlassen haben, konnten so in der Vogelherdhöhle auf ein Alter von rund 19.500 Jahren datiert werden. In der Langmahdhalde scheinen sich die Menschen nach der Eiszeit zum ersten Mal wieder vor 17.900 bis 17.000 Jahren aufgehalten zu haben“, erklärt Schürch.</p><p>Die Forscherinnen und Forscher haben an beiden Ausgrabungsstätten die kulturellen Hinterlassenschaften im Umfeld der datierten Funde genau analysiert. Dazu nutzten sie aus dem Magdalénien der Vogelherdhöhle zum Beispiel Projektilspitzen aus Geweih und Stein. Durch Analysen der Kleinstfaunenüberreste an der Langmahdhalde konnten sie auch das Klima der Region vor rund 19.000 Jahren rekonstruieren, das die Menschen vorfanden. „Da die Fundstätten geografisch so dicht zusammenliegen, konnten wir die umfangreicheren Funde aus dem Vogelherd mit der genauer dokumentierten Schichtabfolge in der Langmahdhalde zueinander in Bezug setzen. Nur so konnten wir ein umfassenderes Bild gewinnen“, fasst Gillian Wong die neuen Erkenntnisse zusammen. Vereinzelt hätten moderne Menschen die Schwäbische Alb zwar schon in der ausgehenden Eiszeit wiederbesiedelt, sagt sie. „Dauerhaft ließen sie sich aber erst wieder vor rund 16.500 Jahren in der Region nieder.“</p><h3>Publikation:</h3><p>Benjamin Schürch, Gillian L. Wong, Elisa Luzi, Nicholas J. Conard: Evidence for an earlier Magdalenian presence in the Lone Valley of southwest Germany. Journal of Archaeological Science: Reports, <a href="https://doi.org/10.1016/j.jasrep.2024.104632" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.jasrep.2024.104632</a>&nbsp;&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-108255</guid><pubDate>Mon, 24 Jun 2024 12:18:30 +0200</pubDate><title>Ältester Nachweis von Höhlenlöwen in Südeuropa</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=108255&amp;cHash=f848bfd7ca3b61892cea7d50c54f9de9</link><description>Internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Universität Tübingen identifiziert mehr als 600.000 Jahre alten Knochen der Großkatze aus der süditalienischen Fundstätte Notarchirico</description><content:encoded><![CDATA[<p>Auf dem heutigen Gebiet Italiens lebten bereits vor rund 660.000 bis 610.000 Jahren Höhlenlöwen. Das belegt ein Mittelfußknochen aus der Fundstätte Notarchirico nahe Venosa in der Region Basilicata, der bei der erneuten Durchsicht früherer Funde entdeckt wurde. Es handelt sich um den bisher ältesten Nachweis der inzwischen ausgestorbenen Großkatze in Südeuropa. Er wurde von einem internationalen Forschungsteam mit Dr. Alessio Iannucci aus der Terrestrischen Paläoklimatologie der Universität Tübingen als Hauptautor identifiziert und veröffentlicht. Die Studie ist in der Fachzeitschrift Journal of Quarternary Science erschienen.</p><p>Aus der archäologischen Fundstätte Notarchirico stammt das älteste in Italien geborgene menschliche Fossil, wahrscheinlich von einem jugendlichen Homo heidelbergensis. Die Fundstätte erbrachte einen der frühesten Nachweise der Kultur des Acheuléen in Europa und birgt Belege einer wiederkehrenden Besiedlung durch Menschen im Zeitraum vor 695.000 bis 610.000 Jahren. Die Kultur des Acheuléen, die in Afrika rund eine Million Jahre früher begann als in Europa, wird charakterisiert durch die Herstellung von beidseitig bearbeiteten Faustkeilen und weiteren damals neuen Steinwerkzeugen.</p><h3>Starke Klima- und Umweltänderungen</h3><p>„Die Kultur des Acheuléen breitete sich in Europa beginnend vor mehr als 600.000 Jahren in kurzer Zeit in nördliche und südliche Regionen aus“, berichtet Alessio Iannucci. Etwa zeitgleich, während des Übergangs zwischen dem Frühen und Mittleren Pleistozän, hätten sich auch Löwen und mehrere andere große Säugetiere in Europa ausgebreitet. „In diesem Zeitraum änderte sich der Rhythmus der Zyklen von Eiszeiten und Zwischeneiszeiten. Die Zyklen wurden länger, sie dehnten sich von rund 40.000 Jahren auf 100.000 Jahre aus. Damit einher gingen starke und wiederkehrende Klima- und Umweltänderungen“, sagt Iannucci. Daraus hätten sich große Anforderungen an ökologische und Verhaltensanpassungen sowohl für die damaligen Menschen als auch für andere Arten ergeben.</p><p>„Uns interessiert, welche Faktoren eine Rolle spielten bei der Ausbreitung des Acheuléen. Dazu nutzen wir auch die großen Säugetiere als Informationsquelle“, sagt Iannucci. Vor etwa 900.000 bis 700.000 Jahren seien in Europa Riesenhyänen ausgestorben, aus Asien und Afrika wanderten andere große Säugetiere wie der Europäische Waldelefant, der Rothirsch und das Wildschwein ein. „Unsere Entdeckung eines mehr als 600.000 Jahre alten Panthera spelaea, wie der Höhlenlöwe wissenschaftlich bezeichnet wird, bekräftigt die Vorstellung, dass diese Art Teil des großen Faunenwechsels war.“</p><h3>Publikation:</h3><p>Alessio Iannucci, Beniamino Mecozzi, Antonio Pineda, Raffaele Sardella, Marco Carpentieri, Rivka Rabinovich, Marie-Hélène Moncel: Early occurrence of lion (Panthera spelaea) at the Middle Pleistocene Acheulean site of Notarchirico (MIS 16, Italy). Journal of Quaternary Science, <a href="https://doi.org/10.1002/jqs.3639" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1002/jqs.3639</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-108186</guid><pubDate>Thu, 20 Jun 2024 12:04:53 +0200</pubDate><title>Bürgerinnen- und Bürgerrat zu „Künstliche Intelligenz und Freiheit“ an der Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=108186&amp;cHash=eec4b1692aa21bca69ccc7d92352067a</link><description>Forschung an künstlicher Intelligenz in Baden-Württemberg: Universität Tübingen erarbeitet mit BürgerInnen Empfehlungen für eine gesellschaftliche Begleitung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Baden-Württemberg-weite BürgerInnenrat „Künstliche Intelligenz und Freiheit“ der Universität Tübingen wird 40 zufällig ausgelosten Bürgerinnen und Bürgern aus vier Gemeinden und Städten des Bundeslandes die Möglichkeit geben, gesellschaftliche Begleitung von KI-Forschung aktiv mitzugestalten.</p><h3>Bürger und Bürgerinnen erhalten Einladungsschreiben</h3><p>Derzeit läuft die Auslosung der Teilnehmenden aus zufällig gewählten größeren und kleineren Gemeinden aller vier Regierungsbezirke in Baden-Württemberg: Reutlingen (Regierungsbezirk Tübingen), Waiblingen (Regierungsbezirk Stuttgart), Hemsbach (Regierungsbezirk Karlsruhe) und Kleines Wiesental.</p><p>In dem Deliberationsforum, das vom Zentrum für rhetorische Wissenschaftskommunikationsforschung zur künstlichen Intelligenz (RHET AI) der Universität Tübingen initiiert wurde, können Bürgerinnen und Bürger im Dialog mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen formulieren, was sie sich von öffentlich finanzierter Forschung an künstlicher Intelligenz erwarten und erhoffen.</p><p>Die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg, Petra Olschowski, begrüßt das Projekt: „Künstliche Intelligenz wird unser Leben und das gesellschaftliche Zusammenwirken grundlegend verändern. Bürgerinnen und Bürger müssen deshalb die Chance bekommen, den Wandel aktiv mitzugestalten. Initiativen wie der von der Universität Tübingen ins Leben gerufene Bürgerinnen- und Bürgerrat KI und Freiheit‘ schaffen Mitsprachemöglichkeiten und damit Vertrauen.“</p><h3>Wie geht Mitgestaltung von Forschung zu Künstlicher Intelligenz?</h3><p>Die Teilnehmenden sollen konkrete Empfehlungen zu folgender Leitfrage ausarbeiten: Wie können Wissenschaft und Gesellschaft gemeinsam die Zukunft der Forschung zu künstlicher Intelligenz gestalten? Bei welchen Fragestellungen und zu welchen Themen rund um öffentlich finanzierte Forschung zu künstlicher Intelligenz sehen Bürgerinnen und Bürger Mitgestaltungsmöglichkeiten? Welche Formen der Mitgestaltung erscheinen ihnen unter Wahrung der Wissenschaftsfreiheit sinnvoll? Wie kann die freie Forschung so begleitet werden, so dass sie für uns alle gewinnbringend ist und gesellschaftlichen Werten entspricht? Diese und weitere Fragen werden die Bürgerinnen und Bürger im Dialog mit Expertinnen und Experten in vier Ratssitzungen im Herbst 2024 diskutieren.</p><p>Das Projekt ist Teil des Public Engagements im Rahmen der Exzellenzstrategie der Universität Tübingen. Ziel des Public Engagements ist es, Wege für eine gesellschaftsorientierte Forschung zu entwickeln und mittelfristig mehr Wissensproduktion im Modus der Transdisziplinarität und Kooperation zu ermöglichen. Hierfür sollen dauerhaft gesellschaftliche Gruppen in die Forschung miteinbezogen werden. Die Rektorin der Universität Tübingen, Prof. Dr. Dr. h.c. (Doshisha) Karla Pollmann, betont: „Die Forschung profitiert von der Expertise und den Sichtweisen der Gesellschaft, wenn sie Bürgerinnen und Bürger in ihre Prozesse einbezieht. Wir in Tübingen legen großen Wert darauf, auch zu evaluieren, welche Wirkung so ein Beteiligungsformat wie der Bürgerinnen- und Bürgerrat hat.“</p><h3>Veranstaltungen in Tübingen, Donaueschingen, Rottweil und Stuttgart</h3><p>Die Ratssitzungen finden in Tübingen, Donaueschingen, Rottweil und Stuttgart statt. Begleitet werden sie jeweils durch öffentliche und interaktive Veranstaltungen, in denen über die Schwerpunktthemen und Fragestellungen des Rates informiert wird. Die Begleitveranstaltungen sind so konzipiert, dass sich Besucherinnen und Besucher mit ihren Perspektiven z.B. über Abstimmungen einbringen können. Der Rat startet mit einer öffentlichen Auftaktveranstaltung am 20. September und der ersten Ratssitzung am 21. September in Tübingen. Die letzte Sitzung findet am 23. November in Stuttgart statt und wird von einer abschließenden Begleitveranstaltung am Vorabend flankiert. Anschließend werden die Ergebnisse und Empfehlungen dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) übergeben.</p><p>Der Bürgerrat wird über Mittel der Exzellenzstrategie finanziert. Beteiligt sind folgende Einrichtungen an der Universität Tübingen: das Zentrum für rhetorische Wissenschaftskommunikationsforschung zur künstlichen Intelligenz (RHET AI) und das Internationale Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW). Ideelle Partner und Unterstützer des Bürgerrats sind der Exzellenzcluster Maschinelles Lernen für die Wissenschaft der Universität Tübingen, die Cyber Valley GmbH sowie weitere Einrichtungen und Forschungsinstitute in Baden-Württemberg. Das Projektteam wird beraten von Mehr Demokratie e.V. und von einer interdisziplinär besetzten wissenschaftlichen Begleitgruppe. An der Durchführung ist die Agentur translake GmbH beteiligt.</p><p><strong>Weitere Informationen</strong>: <a href="http://www.rhet.ai/buergerrat" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.rhet.ai/buergerrat</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-107910</guid><pubDate>Tue, 11 Jun 2024 11:10:19 +0200</pubDate><title>Ausstellung „Drucksachen“</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=107910&amp;cHash=24331d0277c2bbcc2dcdadafeeb84415</link><description> „Drucksachen. Inkunabeln und Einblattdrucke der Universität Tübingen“ – Eröffnung auf Schloss Hohentübingen am 13. Juni 2024
</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Ausstellung „Drucksachen. Inkunabeln und Einblattdrucke der Universität Tübingen” gibt faszinierende Einblicke in die Anfänge des Buchdrucks. Es werden reich bebilderte Bücher und Einblattholzschnitte gezeigt, die sonst dem Blick der Öffentlichkeit verborgen sind.</p><p>Durch die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern Mitte des 15. Jahrhunderts wurden Bücher in einer bis dahin nicht gekannten Weise verbreitet und verfügbar. Solche frühen Drucke, die bis 1500 hergestellt wurden, bezeichnet man als Inkunabeln von lateinisch <em>incunabula </em>(„Wiege“): Der Buchdruck lag zu dieser Zeit im wörtlichen Sinne noch in der Wiege, die neuen medialen Möglichkeiten waren noch ganz am Anfang. Schon bald erkannten die Drucker das Potential von Bildern, die als Holzschnitte eingefügt und oft nachträglich koloriert wurden. Die Tübinger Universitätsbibliothek verfügt über einen ungewöhnlich großen und vielfältigen Bestand solcher „Drucksachen“, die als neuartige Medien das Wissen und die Interessengebiete ihrer Zeit in beeindruckender Fülle abbilden und erfahrbar machen.</p><p><strong>Zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, den 13. Juni 2024 um 18 Uhr auf Schloss Hohentübingen sind Pressevertreterinnen und -vertreter, Interessierte und Studierende herzlich eingeladen.</strong></p><p>Die Ausstellung macht den Inkunabelbestand der Universitätsbibliothek Tübingen erstmals einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich und wurde von Andrea Worm (Kunstgeschichte), Sandra Linden (Germanistik) und Kristina Stöbener (Universitätsbibliothek) unter Beteiligung von Studierenden der Universität Tübingen konzipiert. Forschungshintergrund ist der Tübinger Sonderforschungsbereich 1391 „Andere Ästhetik“, in dem Sandra Linden und Andrea Worm im Projekt „Ästhetik der Kombinatorik“ (B4) das variantenreiche Kombinieren in vormoderner Literatur und Kunst auf ästhetische Strategien hin befragen. Die ausgestellten Bücher und Einblattdrucke lassen Vorstellungswelten und Erfahrungshorizonte des 15. Jahrhunderts lebendig werden: großformatige Bibeln und Bücher für die religiöse Erbauung und Unterweisung stehen neben Werken zur Stern- und Pflanzenkunde, Geschichtsbücher und Rechtstexte, aber auch als Einblattdrucke aufgelegte Gebete, Ablassbriefe und Flugblätter.</p><p><strong>Eröffnung</strong><br> Donnerstag, 13. Juni 2024, 18.00 Uhr<br> MUT | Alte Kulturen | Schloss Hohentübingen</p><p>Programm:<br> Andrea Worm / Sandra Linden / Kristina Stöbener: Begrüßung</p><p>Grußworte:<br> Annette Gerok-Reiter (Sprecherin SFB 1391 „Andere Ästhetik“)<br> Regine Tobias (Direktorin Universitätsbibliothek)</p><p>Festvortrag: Falk Eisermann (Staatsbibliothek zu Berlin):<br> "Handschrift und Buchdruck im 15. Jahrhundert – Aspekte einer medialen Konvergenz"</p><p>Eröffnung der Ausstellung</p><p>Umtrunk</p><p><strong>Ausstellung</strong><br> Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr | Donnerstag 10 bis 19 Uhr<br> Laufzeit: 14. Juni bis 8. September 2024<br> Szenografie: Stephan Potengowski</p><h3>Publikation</h3><p>Drucksachen. Inkunabeln und Einblattdrucke der Universitätsbibliothek Tübingen, hg. von Andrea Worm, Sandra Linden und Kristina Stöbener, Tübingen 2024, ISBN 978-3-949680-09-0, Preis 39,90 Euro, erhältlich im Museum Alte Kulturen auf Schloss Hohentübingen oder im Webshop des MUT: <a href="https://www.unimuseum.uni-tuebingen.de/de/forschung-lehre/publikationen" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.unimuseum.uni-tuebingen.de/de/forschung-lehre/publikationen</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-108075</guid><pubDate>Tue, 11 Jun 2024 09:59:00 +0200</pubDate><title>Kinder-Uni-Forschungstag: Popcorn, Flohkrebse und VR-Brillen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=108075&amp;cHash=7feb443933ffebc1a179d225365788a5</link><description>Kinder lernen die Universität kennen und dürfen mitforschen ‒ Anmeldung von 17. Juni bis 3. Juli online</description><content:encoded><![CDATA[<p>Warum poppt Popcorn, wieso gibt es „die Indianer“ eigentlich gar nicht und was erzählt uns der Flohkrebs? Am Kinder-Uni-Forschungstag können kleine Forscherinnen und Forscher selbst Experimente im Labor durchführen, die Keilschrift erlernen oder die Welt durch eine Virtual-Reality-Brille betrachten.</p><p>Am <strong>Samstag, 6. Juli,&nbsp;</strong>sind wieder Kinder im Alter von 7 bis 12 eingeladen, in Workshops die Forschung und Institute der Universität kennenzulernen und selbst mitzuforschen. Beteiligt sind Fachbereiche und Einrichtungen der Universität Tübingen, darunter die Chemie, Physik, Astronomie, Amerikanistik, Archäologie, Biochemie, das ZEISS Vision Science Lab, das Schülerlabor Neurowissenschaften, das Institut für die Kulturen des Alten Orients, die Grüne Werkstatt im Botanischen Garten, die Initiative Bunte Wiese und der KI-Makerspace.</p><p>Komplettes Programm unter <a href="https://uni-tuebingen.de/de/2626" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/de/2626</a>. Wenn nicht anders angegeben, sind die Veranstaltungen für Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren geeignet.</p><p>Für alle Veranstaltungen ist eine<strong> Anmeldung</strong> erforderlich, dies ist <strong>ab dem 17. Juni, 18:00 Uhr, bis insgesamt 3. Juli</strong> unter dem jeweiligen Anmeldelink möglich (Keine Anmeldungen per E-Mail oder Telefon möglich). Erfragt werden <strong>Name</strong> und <strong>Alter</strong> der Kinder sowie eine <strong>Telefonnummer</strong> für den Notfall. Ist eine Veranstaltung ausgebucht, können sich Eltern auf einer Nachrückliste eintragen und werden zu frei werdenden Plätzen benachrichtigt.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-107586</guid><pubDate>Mon, 03 Jun 2024 10:46:26 +0200</pubDate><title>Mittelalterliche Spielesammlung ausgegraben </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=107586&amp;cHash=8dc9d8f226b38935f596d9a729339390</link><description>Archäologisches Team findet seltene Schachfigur auf Burg in Süddeutschland </description><content:encoded><![CDATA[<p><em>Archäologisches Team entdeckt eine fast 1.000 Jahre alte Spielesammlung samt gut erhaltener Schachfigur, Spielsteinen und Würfel. Laboruntersuchungen zeigen, dass eine Partei mit Rot spielte. Die Laborergebnisse lassen auch Rückschlüsse auf eine erstaunliche Kontinuität der Spielregeln zu. Die detaillierte Auswertung der Funde verspricht Einblicke in die Spielewelt des mittelalterlichen Adels und die Ursprünge des europäischen Schachspiels. Ab Juni 2024 werden die Funde erstmals zu sehen sein.</em></p><p>Vor über 1.000 Jahren fand das Schachspiel seinen Weg aus dem Orient nach Europa. Schachfiguren aus der Frühzeit des Spiels sind sehr selten. Bei archäologischen Grabungen auf einer in Vergessenheit geratenen Burg in Süddeutschland wurde nun eine hervorragend erhaltene Springerfigur entdeckt. Der Fund ist Teil einer einzigartigen Spielesammlung, zu der auch Spielsteine und ein Würfel gehören. Ein internationales Team von Expertinnen und Experten der Universität Tübingen, des Landesamtes für Denkmalpflege (LAD) im Regierungspräsidium Stuttgart und des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) untersucht nun diese Zeugnisse früher Spielkultur. Laboranalysen von Farbresten zeigen, dass eine der Parteien mit Rot gespielt hat. Typische Nutzungsspuren weisen darauf hin, dass der Springer schon damals beim Zug angehoben wurde. Dies verweist auf eine erstaunliche Kontinuität der Spielregeln. &nbsp;</p><p>Gut erhaltene archäologische Funde von Schachfiguren und Spielsteinen für andere Brettspiele aus der Zeit vor dem 13. Jahrhundert sind in Mitteleuropa sehr selten. „Das Schachspiel zählte im Mittelalter zu den sieben Fähigkeiten, die ein guter Ritter beherrschen sollte. "Insofern verwundert es nicht, dass bekannte Funde meist von Burganlagen stammen", erklärte Dr. Jonathan Scheschkewitz (LAD). "Die Entdeckung einer ganzen Spielesammlung des 11./12. Jahrhunderts kam für uns völlig überraschend, und die Pferdefigur ist ein echtes Highlight", sagte Dr. Lukas Werther (DAI).&nbsp;</p><p>Entdeckt wurden die Funde bei Grabungen des Sonderforschungsbereiches der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) 1070 RessourcenKulturen und des LAD in einer bislang unbekannten Burganlage in Süddeutschland (Baden-Württemberg, Landkreis Reutlingen). „Sie lagen unter dem Schutt einer Mauer, wo sie im Mittelalter verloren oder versteckt wurden“, sagte Dr. Michael Kienzle (Universität Tübingen). Die Überdeckung trug dazu bei, dass die Oberflächen der Funde außergewöhnlich gut erhalten sind. „Unter dem Mikroskop zeigt sich ein typischer Glanz vom Halten und Bewegen der Stücke“, erklärte Dr. Flavia Venditti (Universität Tübingen). Neben der Schachfigur wurden vier blütenförmige Spielsteine gefunden, außerdem ein Würfel mit sechs Augen. Sie wurden aus Geweih geschnitzt.&nbsp;<br> Augen und Mähne der vier Zentimeter hohen Pferdefigur sind plastisch ausgeformt. Diese aufwändige Gestaltung ist typisch für besonders hochwertige Schachfiguren dieser Zeit. Die an den Spielsteinen nachgewiesenen roten Farbreste werden aktuell chemisch analysiert. Von der detaillierten Auswertung der Funde erhoffen sich die Forschenden vielfältige Einblicke in die Spielewelt des mittelalterlichen Adels und die Wurzeln des europäischen Schachspiels.&nbsp;</p><p>Die Funde werden 2024 erstmals allen Interessierten in der <a href="https://www.alm-konstanz.de/sonderausstellungen/the-hidden-laend-wir-im-ersten-jahrtausend" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Großen Landesausstellung „THE hidden LÄND“</a> (Stuttgart, ab 13. September 2024) und in der <a href="https://greifenstein-projekt.de/ausgegraben/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Sonderausstellung „Ausgegraben! Ritter und Burgen im Echaztal“</a> (Pfullingen, ab 15. Juni 2024) präsentiert. Ein 3D-Modell der <a href="https://sketchfab.com/3d-models/knight-in-chess-springer-eines-schachspiels-a879dafcfe1c46dd94a17a4c119acd31" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Schachfigur</a>, des <a href="https://sketchfab.com/3d-models/medieval-dice-mittelalterlicher-wurfel-da97c83241c647b69e102caa88a91bea" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Würfels</a> und eines <a href="https://sketchfab.com/3d-models/medieval-token-mittelalterlicher-spielstein-af32dc155d7749d184885e4ce6705744" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Spielsteins</a> ist schon jetzt online zugänglich. &nbsp;</p><h3>Weblinks:</h3><p><a href="https://uni-tuebingen.de/forschung/forschungsschwerpunkte/sonderforschungsbereiche/sfb-1070/forschung/b-bewegungen/b03/" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/forschung/forschungsschwerpunkte/sonderforschungsbereiche/sfb-1070/forschung/b-bewegungen/b03/</a>&nbsp; &nbsp;<br><a href="https://www.dainst.org/forschung/projekte/ressourcenerschliessung-und-herrschaftsraeume-im-mittelalter-kloester-und-burgen/5791" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.dainst.org/forschung/projekte/ressourcenerschliessung-und-herrschaftsraeume-im-mittelalter-kloester-und-burgen/5791</a>&nbsp;&nbsp;<br><a href="https://greifenstein-projekt.de/ausgegraben/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://greifenstein-projekt.de/ausgegraben/</a>&nbsp;&nbsp;<br><a href="https://www.alm-konstanz.de/sonderausstellungen/the-hidden-laend-wir-im-ersten-jahrtausend" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.alm-konstanz.de/sonderausstellungen/the-hidden-laend-wir-im-ersten-jahrtausend</a>&nbsp;<br><a href="https://skfb.ly/oTxGo" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://skfb.ly/oTxGo</a>&nbsp;&nbsp;<br><a href="https://skfb.ly/oTxG8" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://skfb.ly/oTxG8</a>&nbsp;&nbsp;<br><a href="https://skfb.ly/oTxGt" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://skfb.ly/oTxGt</a>&nbsp;&nbsp;</p><p class="align-right">Pressemitteilung des Deutschen Archäologischen Instituts, des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg und der Universität Tübingen</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-107427</guid><pubDate>Tue, 28 May 2024 09:20:02 +0200</pubDate><title>Studiengang mit drei Abschlüssen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=107427&amp;cHash=e0079be592a3600251af9ec11b4767b6</link><description>Tübingen, Rom, Aix-Marseille: Drei Universitäten bieten gemeinsamen Master „Palaeolithic Archaeology“ als Pilotprojekt der Universitätsallianz CIVIS an</description><content:encoded><![CDATA[<p>Mit dem Master „Palaeolithic Archaeology“ hat die Universität Tübingen den ersten Studiengang im Angebot, in dem sich ein Abschluss an gleich drei Universitäten erwerben lässt. Das zweijährige Studium findet im Wechsel an der Universität Tübingen, der Sapienza-Universität Rom und der Universität Aix-Marseille statt. Erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen erhalten ein Masterzeugnis von allen drei Hochschulen. Der englischsprachige Studiengang ist der erste in Tübingen, der mit drei Partnern konzipiert wurde und somit als „Multiple Degree“-Programm gilt.</p><p>Der viersemestrige Master „Palaeolithic Archaeology“ entstand im Rahmen der Universitätsallianz CIVIS, in der die Universität Tübingen mit zehn europäischen Universitäten in Lehre und Forschung zusammenarbeitet. Er ist interdisziplinär an der Schnittstelle von Archäologie und Paläoanthropologie angesiedelt und befasst sich mit verschiedenen Themen rund um die menschliche Evolution in der Altsteinzeit.</p><p>Studierende erlangen fundierte Kenntnisse unter anderem über Technologien, Gesellschaften und kulturelle Entwicklung der Menschen im Paläolithikum. Mit Laboranalysen, Exkursionen und Grabungen werden sie praxisnah an die Forschung herangeführt; dabei bringen Forschende der beteiligten Universitäten ihre Expertise ein. Auch Lehrende der University of Witwatersrand in Südafrika sind eingebunden, wo es bedeutende Fundstätten zur Kultur altsteinzeitlicher Menschen gibt.</p><p>Die Lehre im ersten Semester findet in Tübingen statt, die folgenden beiden Semester werden an der Sapienza und in Aix-Marseille unterrichtet. Im vierten Semester verfassen die Studierenden an einer der drei Hochschulen ihre Masterarbeit. Die Betreuung erfolgt immer durch Lehrende von zwei Universitäten. Für die Auslandsaufenthalte werden die Studierenden durch das ERASMUS-Programm und mit Baden-Württemberg-Stipendien finanziell unterstützt.</p><p>Auch für die Universitätsallianz CIVIS ist der Studiengang, der durch eine Vereinbarung mehrerer Partner einen dreifachen Abschluss ermöglicht, ein neues Modell und Pilotprojekt für den Verbund. Die Kooperation mit der University of the Witwatersrand im Master „Palaeolithic Archaelogy“ soll künftig ausgebaut werden – auch, um junge Menschen aus Afrika auszubilden, damit sie zur Forschung an Funden aus ihrer Region beitragen können. Dies entspricht auch dem Ziel von CIVIS, die Zusammenarbeit mit afrikanischen Ländern zu verstärken.</p><p>„Mit den wechselnden Studienorten und der Unterrichtssprache Englisch steht der Master exemplarisch für die Möglichkeiten des internationalen Studiums“, sagt Professorin Dr. Monique Scheer, Prorektorin für Internationales und Diversität der Universität Tübingen. Der Tübinger Rektorin Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann ist wichtig: „Die Studierenden eignen sich nicht nur fachliche Kompetenzen an, sondern erleben den Alltag in Deutschland, Frankreich und Italien und lernen so verschiedene europäische Kulturen und Sprachräume kennen. Gleichzeitig werden sie auch für Sichtweisen nichteuropäischer Wissenschaft sensibilisiert.“</p><p>Der Studiengang ist offen für Interessierte mit einem Bachelor-Abschluss der Archäologie oder einem vergleichbaren Abschluss. Bewerbungen für den zulassungsfreien Studiengang sind ab 1. Juni über das Bewerbungsportal der Universität Tübingen möglich, die Bewerbungsfrist endet am 15. Juli (für Interessierte außerhalb der EU) bzw. am 15. September (für Interessierte aus der EU).</p><h3>Weitere Informationen:</h3><ul><li>Infos zum Master „Palaeolithic Archaeology“ im Studiengangsverzeichnis: <a href="https://uni-tuebingen.de/studium/studienangebot/verzeichnis-der-studiengaenge/detail/course/palaeolithic-archaeology-master/" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/studium/studienangebot/verzeichnis-der-studiengaenge/detail/course/palaeolithic-archaeology-master/</a>&nbsp;</li><li>Studiengang im Webauftritt des Instituts: <a href="https://uni-tuebingen.de/de/250986" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/de/250986</a>&nbsp;</li><li>Webseite der Universitätsallianz CIVIS: <a href="https://civis.eu/de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://civis.eu/de</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-107373</guid><pubDate>Mon, 27 May 2024 11:12:57 +0200</pubDate><title>Stress in der Kindheit: Unterschiede zwischen Neandertalern und modernen Menschen der Altsteinzeit</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=107373&amp;cHash=990b03a8575cfcdd142f6a9af5047deb</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen untersucht Hinweise auf schwierige Phasen der frühen Lebensjahre vor mehreren Zehntausend Jahren anhand von Zähnen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Kinder von Neandertalern, die bis vor rund 40.000 Jahren lebten, und moderne Menschen der Jüngeren Altsteinzeit vor 50.000 bis 12.000 Jahren waren wahrscheinlich vergleichbaren Belastungen ausgesetzt, jedoch lag die jeweilige höchste Intensität in verschiedenen Entwicklungsphasen. Das hat die Untersuchung von Zähnen ergeben, deren Struktur Stressphasen etwa durch Krankheiten und Mangelernährung während der frühen Lebensjahre widerspiegelt. Sie wurde von Laura Limmer, Dr. Sireen El Zaatari und Professorin Katerina Harvati vom Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie der Universität Tübingen gemeinsam mit internationalen Kolleginnen und Kollegen durchgeführt. Die Forscherinnen vermuten, dass die modernen Menschen möglicherweise bessere Strategien hatten als die Neandertaler, die Belastungen für ihre Kinder während schwieriger Abschnitte der Entwicklung zu verringern. Ihre Studie wurde in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht.</p><p>Die Paläoanthropologinnen untersuchten 867 Zähne, davon stammten 423 von 74 Neandertalerindividuen und 444 von 102 Individuen moderner Menschen aus der Jüngeren Altsteinzeit. Die Zähne wurden an 56 verschiedenen archäologischen Stätten im westlichen Eurasien gefunden. Sowohl die Milchzähne als auch die bleibenden Zähne der Menschen werden bereits in der Kindheit gebildet. „Wenn die Kinder Infektionen oder andere Krankheiten durchmachen oder die Ernährungslage schlecht ist, kommt es zu Fehlbildungen im Zahnschmelz. Da die bleibenden Zähne später nicht weiterwachsen, können wir solche Defekte auch noch an den Zähnen Erwachsener erkennen“, erklärt Sireen El Zaatari. Die reguläre Schmelzbildung der Zähne ermöglicht es, solche Ereignisse mit bestimmten Entwicklungsstufen der Kinder in Verbindung zu bringen.</p><h3>Mögliche Strategien</h3><p>Insgesamt seien die Neandertaler und die modernen Menschen aus der Jüngeren Altsteinzeit in ihrer frühen Kindheit Belastungen in vergleichbarem Ausmaß ausgesetzt gewesen, stellen die Forscherinnen fest. „Wir beobachten jedoch eine unterschiedliche Verteilung der Zahnschmelzdefekte auf die Entwicklungsphasen der Kinder: Bei den modernen Menschen traten die Schmelzdefekte mit größerer Wahrscheinlichkeit in dem Alterszeitraum auf, in dem die Kinder abgestillt wurden“, sagt Limmer. Bei den Kindern der Neandertaler hätten sich Schmelzdefekte zwar ebenfalls vermehrt zum Zeitpunkt des vermutlichen Beginns des Abstillens gezeigt, jedoch habe die Spitzenbelastung durch physischen Stress in einer Entwicklungsphase nach diesem Zeitraum gelegen.</p><p>Die Forscherinnen nehmen an, dass die Kinder der Altsteinzeit durch das Abstillen vermehrt Stress ausgesetzt waren, weil ein steigender Energiebedarf im Wachstum mit dem steigenden Risiko von Mangelernährung zusammentraf. „Möglicherweise gewannen die modernen Menschen gegenüber den Neandertalern dadurch Vorteile, dass sie ihre Kinder in dieser schwierigen Phase besser unterstützten, etwa dadurch, dass die Kinder länger beschützt und besser mit Nahrung versorgt wurden“, sagt El Zaatari. Denkbar sei, dass dieses Verhalten ein Baustein gewesen sei bei der Entwicklung, dass die modernen Menschen bis heute überlebten und die Neandertaler ausstarben. „Häufig wurde angeführt, dass die Neandertaler in einem besonders rauen Klima mit niedrigen Temperaturen lebten und daran scheiterten. Über einen gewissen Zeitraum waren jedoch Neandertaler und moderne Menschen den gleichen Klimabedingungen ausgesetzt, sodass wir auch andere Erklärungen untersuchen.“</p><h3>Publikation:</h3><p>Laura S. Limmer, Matteo Santon, Kate McGrath, Katerina Harvati, Sireen El Zaatari: Differences in childhood stress between Neanderthals and early modern humans as reflected by dental enamel growth disruptions. Scientific Reports, <a href="https://doi.org/10.1038/s41598-024-61321-x" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41598-024-61321-x</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-107286</guid><pubDate>Thu, 23 May 2024 18:21:14 +0200</pubDate><title>Krähen können die Zahl ihrer Rufe gezielt planen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=107286&amp;cHash=d856b053a52d765c827c49a1d6618cf1</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen beobachtet im Verhaltensexperiment, dass Rabenvögel bei Einsatz ihrer Stimme die Lautäußerungen mitzählen
</description><content:encoded><![CDATA[<p>Krähen können im Verhaltensexperiment lernen, eine vorgegebene Anzahl an Rufen zu erzeugen. Sie planen dabei im Voraus: Über den Klang des ersten Rufs in einer Zählsequenz lässt sich vorhersagen, wie viele Rufe die Krähe hören lassen wird. Das hat ein Forschungsteam aus Diana A. Liao, Dr. Katharina F. Brecht und Juniorprofessorin Lena Veit unter der Leitung von Professor Andreas Nieder vom Institut für Neurobiologie der Universität Tübingen festgestellt. Seine Studie wurde in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht.</p><p>Rabenkrähen, die zu den Singvögeln gehören, sind nicht für die Schönheit ihres Gesangs bekannt, jedoch für ihr überragendes Lernvermögen. So belegen frühere Studien, dass die Vögel Verständnis für Zahlen besitzen. „Außerdem beherrschen sie ihre Stimme sehr gut. Sie können genau kontrollieren, ob sie einen Ruf ausstoßen wollen oder nicht“, berichtet Andreas Nieder. Gemeinsam mit seinem Team untersuchte er in Verhaltensversuchen mit drei Rabenkrähen, ob sie diese Fähigkeiten in Kombination anwenden können.</p><h3><strong>Bildung eines abstrakten Konzepts</strong></h3><p>Die Vögel erhielten die Aufgabe, nach Präsentation unterschiedlicher Bildsymbole oder beim Erklingen bestimmter Töne ein bis vier Rufe zu erzeugen und ihre Rufsequenz mit dem Picken auf einen Bestätigungsknopf abzuschließen. „Das gelang allen drei Vögeln. Sie konnten ihre Rufe in der Sequenz mitzählen“, sagt Nieder. Die Reaktionszeit zwischen der Präsentation des Reizes und dem Ausstoßen des ersten Rufs der Antwort sei relativ lang gewesen und umso länger, je mehr Rufe gefordert waren. Die Länge der Verzögerung sei unabhängig von der Art des Hinweisreizes gewesen, Bild oder Ton. „Das deutet darauf hin, dass die Krähen aus der präsentierten Information ein abstraktes Zahlenkonzept bilden, über das sie ihre Lautäußerungen vor dem Ausstoßen der Rufe planen“, erklärt der Forscher.</p><p>Gestärkt wird dieser Befund durch die Analyse der einzelnen Krähenrufe einer Sequenz. „Wir konnten anhand der akustischen Eigenschaften des ersten Rufs in einer Zählsequenz vorhersagen, wie viele Rufe die Krähe erzeugen wird“, berichtet Nieder. Dies gelinge den Krähen jedoch nicht fehlerfrei. „Zählfehler, also etwa ein Ruf zu viel oder einer zu wenig, entstehen dadurch, dass der Vogel während der Sequenz die Übersicht über die bereits erzeugten beziehungsweise die noch zu produzierenden Rufe verliert. Auch die Fehler können wir an den akustischen Eigenschaften der Einzelrufe ablesen.“</p><p>Die Fähigkeit, willentlich eine bestimmte Zahl an Lautäußerungen zu erzeugen, erfordert eine hochentwickelte Kombination von Zahlenkompetenz und Stimmbeherrschung. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass sie nicht allein dem Menschen vorbehalten ist. Sie eröffnet prinzipiell auch den Rabenvögeln eine ausgeklügelte Kommunikation“, sagt Nieder.</p><h3><strong>Publikation:</strong></h3><p>Diana A. Liao, Katharina F. Brecht, Lena Veit, Andreas Nieder:<br><span lang="en" dir="ltr">Crows “count” the number of self-generated vocalizations. Science</span>&nbsp;<a href="https://doi.org/10.1126/science.adl0984" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1126/science.adl0984</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-107193</guid><pubDate>Tue, 21 May 2024 10:48:21 +0200</pubDate><title>300.000 Jahre gemeinsame, konfliktreiche Geschichte von Höhlenbär und Mensch in Europa </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=107193&amp;cHash=943e4c7cf2c41260f77baf0384f9ef2f</link><description>Der Mensch konkurrierte um Lebensraum – Forscherteam zeigt Wandel der Beziehung bis zum Aussterben des Höhlenbärs vor 24.000 Jahren</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Mensch zog Höhlenbären ihr Fell bereits vor 320.000 Jahren ab, mit dem Auftreten des Homo sapiens in Europa vor 45.000 Jahren intensivierte sich der Jagddruck auf das Tier, bis <em>Ursus spelaeus</em> schließlich vor 24.000 Jahren ausstarb. Mit 1,70 Meter Schulterhöhe und einer Länge bis zu 3,5 Metern war der Höhlenbär deutlich größer und massiger als sein Verwandter, der Braunbär, der bis heute überlebt hat.</p><p>Die konfliktreiche Beziehung zwischen Höhlenbär und Mensch wird nun erstmals über diesen langen Zeitraum in Deutschland von einem Forscherteam der Universität Tübingen, der Universität Göttingen, des Senckenberg Centres for Human Evolution and Palaeoenvironment und der Landesämter für Denkmalpflege Baden-Württemberg und Niedersachsen dokumentiert. Die Forschenden können die lang umstrittene Frage beantworten, ob der Klimawandel oder auch der Mensch Ursache für das Aussterben des Höhlenbärs war. Ihre Studie belegt durch Funde eine immer intensiver werdende Jagd auf den Höhlenbären und legt somit auch den Menschen als Ursache für das Aussterben des Höhlenbären nahe. Die Studie ist in der Fachzeitschrift <em>Quarternary Science Reviews</em> erschienen.</p><p>„Der Mensch machte sich den Höhlenbären auf vielfältige Weise zunutze: er aß sein Fleisch, fertigte Kleidung aus dem Fell, trat auch in eine symbolische Beziehung mit dem Tier über Schmuckstücke aus dessen Zähnen oder Bärenfiguren aus Elfenbein“, sagt Dr. Giulia Toniato, die Koordinatorin des Forscherteams. Die Forschenden untersuchten fünf Fundorte in Deutschland (Schöningen, Einhornhöhle, Hohle Fels, Geißenklösterle, Schafstall), in denen Knochen des Höhlenbären über einen Zeitraum von 300.000 bis 28.000 Jahren vor heute nachweisbar sind, und setzten sie in Beziehung zu bestehenden Studien über Funde von Bärenknochen in Frankreich, Belgien, Italien, Bulgarien und Polen. In Deutschland ist eine der ältesten Nachweise der Nutzung des Höhlenbären durch den Menschen aus der Freilandstation Schöningen in Niedersachsen bekannt: Feine, lange Schnittspuren auf Tatzenknochen, die sich deutlich von Bissspuren großer Raubtiere unterscheiden, lassen eindeutig darauf schließen, dass der Mensch Hand anlegte, um dem Bären das Fell abzuziehen.</p><p>Die Funde aus Einhornhöhle, Geißenklösterle und Hohle Fels zeigen, dass die Bärenjagd dann auch bei den Neandertalern eine gelegentliche und gefestigte Praxis war. Mit der Ausbreitung des modernen Menschen in Europa wurden die Bären intensiver genutzt, wie die größere Häufigkeit und Vielfalt modifizierter Bärenreste aus Schafstall II, Geißenklösterle und Hohle Fels belegen. Der Höhlenbär zog sich zum Überwintern in Höhlen zurück, die auch zunehmend von Menschen genutzt wurden. Dadurch konkurrierten die beiden Spezies um denselben Lebensraum. Die Begegnungen häuften sich, wie die Forschenden durch die Auswertung der Fundstätten nachweisen können, und der Mensch machte immer intensiver Jagd auf den Höhlenbären, vorzugsweise während dessen Winterruhe. Ein abgebrochenes Projektil aus Feuerstein in den Brustwirbeln eines Bären aus dem Hohle Fels, zeugt von so einem Überfall. Die Pfeilspitze steckte in einem der ersten Brustwirbel, daraus schließen die Forschenden, dass ein Blattschuss beabsichtigt war. „In dieser Lage konnten die Jäger den Bären nur in seiner Schlafposition vorgefunden haben“, sagt Dr. Susanne Münzel vom Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie der Universität Tübingen.</p><p>Die genetische Vielfalt der Höhlenbären ging bereits vor 50.000 Jahren zurück, als noch Neandertaler durch Europa streiften. Mit dem Einzug des <em>Homo sapiens</em> erhöhte sich die Konkurrenz um den Lebensraum Höhle und gleichzeitig der Jagddruck. Die jüngsten Funde von Höhlenbärenknochen sind 24.000 Jahre alt und wurden in Norditalien entdeckt. Danach verliert sich seine Spur.</p><p>„Höhlenbären haben also die Zeit der Maximalvereisung vor 20.000 Jahren nicht überlebt, Braunbären dagegen schon. Der Grund ist die unterschiedliche Ernährung der beiden Bärenarten, denn Höhlenbären haben sich ausschließlich vegetarisch ernährt. Die vegetationsarme Winterzeit mussten sie durch ihre Winterruhe überbrücken, in der auch die Jungbären geboren wurden. Braunbären hingegen waren Fleischfresser, solange sie Zeitgenossen der Höhlenbären waren. Nach der Maximalvereisung und dem Aussterben der Höhlenbären erweiterten sie ihr Spektrum auf hauptsächlich pflanzliche Nahrung. Das bedeutet, dass sich Braunbären besser an die veränderten Umweltbedingungen angepasst haben“, so Münzel.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-106587</guid><pubDate>Mon, 06 May 2024 10:05:57 +0200</pubDate><title>In der Hammerschmiede lebten Krallentiere</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=106587&amp;cHash=38e86e17244d7a04bee5666e0f4e7257</link><description>Pferdeähnlicher Kopf und lange Arme mit Krallen: Diese Tiere bewohnten vor 11,5 Millionen Jahren das Allgäu, wie Funde zeigen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Aus heutiger Sicht wirken sie wie eine Mischung aus Pferd und Gorilla: Krallentiere (Chalicotheriidae) hatten einen massigen Körper und einen pferdeähnlichen Kopf; ihre Arme waren viel länger als ihre Beine und mit Krallen ausgestattet. Sie gehörten zur Gruppe der Unpaarhufer und sind somit mit heutigen Nashörnern, Pferden und Tapiren verwandt. Vor etwa zwei Millionen Jahren starben sie endgültig aus.&nbsp;</p><p>Dass sie vor 11,5 Millionen Jahren auch im heutigen Süddeutschland lebten, zeigen Funde aus der Grabungsstätte Hammerschmiede im Allgäu. Ein Forscherteam aus Tübingen und Südafrika hat diese nun erstmals untersucht und die Ergebnisse im Fachjournal PaIZ veröffentlicht.&nbsp;</p><p>Wie Panagiotis Kampouridis, Doktorand der Universität Tübingen und Erstautor der Studie, berichtet, konnten fossile Zähne und Fingerknochen der Gattung Anisodon geborgen werden. Diese außergewöhnlichen Pflanzenfresser lebten in waldreichen Gegenden und gelten als Knöchelgänger – wie heutige Menschenaffen. Ihre gewaltigen Krallen nutzten sie vermutlich um Blätter und Äste von Bäumen zu holen, Rinde abzukratzen oder sogar kleinere Bäume auszureißen.&nbsp;</p><p>Zudem lebte in der Region vor 11,5 Millionen Jahren eine zweite Gruppe von Krallentieren, wie die Funde einer Kniescheibe und eines Schädelfragments zeigen: Bei den Schizotheriinen waren die Arme nur wenig länger als die Beine und sie waren als deutlich bessere Läufer im offenen Gelände unterwegs.&nbsp;</p><p>Da beide Gruppen sich ähnlich ernährten, schlossen sie sich gegenseitig aus bestimmten ökologischen Nischen aus und lebten nur selten im selben Habitat. Die Hammerschmiede belegt, dass beide Tiere in derselben Region lebten. Sie wurden allerdings aus verschiedenen Fundschichten geborgen, die vermutlich unterschiedliche Lebensräume repräsentieren.&nbsp;</p><p>„Unsere Ergebnisse geben einen Einblick in das Verhältnis dieser zwei nahverwandten Gruppen untereinander“, sagt Kampouridis. „Zudem unterstützen die Funde die Hypothese, dass diese zwei Gruppen nur unter bestimmten ökologischen Bedingungen gleichzeitig im selben Ökosystem leben konnten.“</p><p>Schon seit 2011 finden unter Leitung von Professorin Madelaine Böhme vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen Grabungen in der Fossilfundstelle Hammerschmiede statt. Es konnten bereits über 150 verschiedene Arten ausgestorbener Wirbeltiere aus Flussablagerungen geborgen werden.&nbsp;</p><h3>Publikation:&nbsp;</h3><p>Panagiotis Kampouridis, Josephina Hartung, Thomas S. Lechner, Nikolaos Kargopoulos &amp; Madelaine Böhme: “Disparate occurrences of a chalicotheriine and a schizotheriine chalicothere (Mammalia, Chalicotheriidae) at the Late Miocene hominid locality Hammerschmiede (Germany)”. Paläontologische Zeitschrift (PalZ), 30. April 2024; <a href="https://doi.org/10.1007/s12542-024-00685-x" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1007/s12542-024-00685-x</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-105690</guid><pubDate>Tue, 16 Apr 2024 10:10:00 +0200</pubDate><title>Die Journalistin Dunja Hayali übernimmt die 19. Tübinger Mediendozentur</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=105690&amp;cHash=a04b6a9dede4aa013abcbc17c8612ac7</link><description>„Wenn der Dialog endet, können wir alle einpacken“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Am <strong>Dienstag, den 18. Juni 2024 um 18.30 Uhr</strong> spricht die Journalistin und Moderatorin (<em>heute journal</em> u. a.) Dunja Hayali im Festsaal der Universität (Neue Aula, Geschwister-Scholl-Platz). In ihrem Vortrag wird es um die neue Macht des Populismus gehen, die Dauerempörung im Diskurs und die Kunst des Streitens in einem Kommunikationsklima, das von der Sofort-Verurteilung von Andersdenkenden und Anderslebenden geprägt ist. Ihre Tübinger Rede, zu der das Institut für Medienwissenschaft und der SWR herzlich einladen, steht unter dem Titel: „Wenn der Dialog endet, können wir alle einpacken.“</p><p>Seit Jahren ist Dunja Hayali, deren Eltern aus dem Irak nach Deutschland kamen und die im westfälischen Datteln geboren wurde, rassistischen und sexistischen Anfeindungen ausgesetzt. Seit Jahren erhält sie Morddrohungen, wird in den sozialen Medien attackiert, aber weicht doch der Debatte und dem Streit nicht aus. Sie spricht mit AfD-Anhängern, interviewt Neo-Nazis, Corona-Leugner und Kritiker der Pandemie-Maßnahmen, lässt sich am Rande von Demonstrationen auf das Gespräch mit Verschwörungsideologen und „Lügenpresse“-Schreiern ein.</p><p>Mitunter veröffentlicht sie eine Auswahl wüster Beschimpfungen in den sozialen Netzwerken, liest Hass-Briefe öffentlich vor oder bringt die schlimmsten Attacken zur Anzeige. Vor allem jedoch wirbt sie – ohne Scheu, im schwierigen Ringen um eine stimmige Balance aus Verständnis und Konfrontationsbereitschaft – um den Dialog in der Breite der Gesellschaft. „Die Meinungen anderer aushalten“, so Dunja Hayali, „ohne sie pauschal und vorschnell zu abzuwerten. Erst einmal verstehen, fragen, zuhören, reden und sich dann ein Urteil bilden. Und dennoch im Falle menschenfeindlicher Ideologien klare Kante zu zeigen und Rassismus auch tatsächlich Rassismus zu nennen – darauf kommt es mir an.“</p><p>In ihrer Tübinger Rede macht sie diesen Balanceakt, das Ringen um das gesellschaftliche Gespräch und den konstruktiven Streit zum Thema. Sie berichtet von eigenen Erfahrungen als „Mensch mit Migrationsvordergrund“, wie sie sagt. Sie geht der Frage nach, wer eigentlich dazu gehört, wer mitdiskutieren darf, wem man zuhört – und wem nicht. Und wirbt für den Dialog und den kommunikativen Brückenbau in Zeiten der großen Gereiztheit.</p><p>Die thematische Einführung zur 19. Tübinger Mediendozentur, die inzwischen zu den größten Veranstaltungen der Universität gehört (bis zu 50.000 Menschen sehen sich einzelne Vorträge auf YouTube an, mehr als 1.000 Menschen sind regelhaft im Festsaal vor Ort), übernimmt der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen. Die anschließende Diskussion moderiert der Tübinger SWR-Studioleiter Marcel Wagner.</p><p><strong>Alle Interessierten sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei. Eine Platzreservierung ist nicht möglich. Die Ausgabe der Eintrittskarten erfolgt im Erdgeschoss-Foyer der Neuen Aula ab 17.00 Uh, der Einlass startet um 17.30 Uhr. Bitte beachten Sie: Pro Person kann nur eine Eintrittskarte vergeben werden. Wir bitten darum, Rucksäcke und größere Taschen an der Garderobe im Foyer abzugeben.</strong></p><p><strong>Journalisten können sich unter dieser E-Mail-Adresse akkreditieren: <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a><br> Die Rede wird auch in den Hörsaal 9 der Neuen Aula, Geschwister-Scholl-Platz übertragen und kann im Livestream verfolgt werden: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=TdLfDjDiYfw" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.youtube.com/watch?v=TdLfDjDiYfw</a></strong></p><p><strong>Zur Tübinger Mediendozentur: </strong>Die Tübinger Mediendozentur ist eine Kooperation der Universität Tübingen, des Instituts für Medienwissenschaft und des SWR Studios Tübingen. Seit 2003 kamen für die Mediendozentur unter anderem Claus Kleber, Maybrit Illner, Giovanni di Lorenzo, Alice Schwarzer, Frank Schirrmacher, Georg Mascolo, Doris Dörrie, Sascha Lobo, Luisa Neubauer und Juli Zeh nach Tübingen.</p><p><strong>Zur Person:</strong> Mit Dunja Hayali übernimmt eine der bekanntesten Journalistinnen Deutschlands die diesjährige Tübinger Mediendozentur. Sie studierte an der Deutschen Sporthochschule Köln, arbeitete als Moderatorin für unterschiedliche Formate und Sender. Seit 2010 ist sie Hauptmoderatorin des „ZDF-Morgenmagazins“, überdies moderiert sie das <em>heute journal</em>. Für ihre journalistische Arbeit und den Einsatz für eine andere Debattenkultur erhielt Dunja Hayali zahlreiche Auszeichnungen (Goldene Kamera in der Kategorie „Beste Information“, Bundesverdienstkreuz, Walter-Lübcke-Demokratiepreis etc.).</p><p><a href="/pt/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/philosophie-rhetorik-medien/institut-fuer-medienwissenschaft/institut/mediendozentur/" class="ut-btn ut-btn--color-primary-3 ut-btn--outline">Zur Webseite der Mediendozentur</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-105573</guid><pubDate>Thu, 11 Apr 2024 11:44:09 +0200</pubDate><title>Tübinger Kinder-Uni startet am 30. April</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=105573&amp;cHash=d0461f815bb4f735ac9dc077ecf37c05</link><description>In Vorlesungen geht es unter anderem um die Frage, warum wir überhaupt schlafen oder warum es so viele Berufe gibt – Kinder-Uni-Forschungstag am Samstag, 6. Juli</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Kinder-Uni startet wieder: Mit der beliebten Vorlesungsreihe heißt die Universität Kinder im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren willkommen. Jeweils <strong>dienstags um 17:00 Uhr</strong> können Interessierte lernen, wie Fledermäuse im Dunkeln sehen, warum wir schlafen und warum es verschiedene Berufe gibt. Zudem geht es um aktuelle Themen wie den Krieg in der Ukraine oder um gemeinsame Werte von Judentum und Islam.</p><p>Die Vorlesungen finden im <strong>Hörsaal 25 (Kupferbau, Hölderlinstraße 5)</strong> statt, eine Anmeldung ist nicht nötig. Eltern sind willkommen, werden jedoch gebeten, die vorderen Reihen den Kindern zu überlassen und ggf. in den hinteren Reihen Platz zu nehmen. Alle Infos unter:&nbsp;<a href="https://uni-tuebingen.de/universitaet/im-dialog/kinder-uni/" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/universitaet/im-dialog/kinder-uni/</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-105270</guid><pubDate>Tue, 02 Apr 2024 12:15:30 +0200</pubDate><title>Schläfenlöcher im Schädel von Sauriern und Menschen durch Fressweise gebildet</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=105270&amp;cHash=bf2759d6f71c5c29345587bcff698169</link><description>Beim Beißen und Kauen wirken Kräfte unterschiedlich auf Schädel – Forscher erklären Formenvielfalt im Laufe der Evolution</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ob Mensch oder Saurier: Im Schädel der meisten Landwirbeltiere klafft im Schläfenbereich ein Loch, im Falle der meisten Reptilien sogar zwei. Seit 150 Jahren suchen Wissenschaftler nach Erklärungen für diese Schädelformen. Ein Forscherteam der Universität Tübingen und der Ruhr-Universität Bochum zeigt nun in einer Studie: Je nachdem wie und wo im Maul Nahrung festgehalten, zerbissen und zerkaut wird, ändern sich die Kräfte, die auf einen Schädel wirken – und führen im Laufe der Jahrmillionen zur Bildung von Knochenverbindungen oder eben Öffnungen. Durch diese Erkenntnis kann die Lebensweise ausgestorbener Tiere besser rekonstruiert werden.</p><p>„Die Vielfalt der Schädel- und Knochenformen wurde von Paläontologen und Zoologen ausführlich beschrieben – aber den Ursprung der Schläfenspangen und -öffnungen und was sie über die Biologie und über die Verwandtschaft der Tiere aussagen, konnte bisher nicht überzeugend erklärt werden“, sagt PD Dr. Ingmar Werneburg vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen und Kustos der Paläontologischen Sammlung der Universität.&nbsp;</p><p>„Unser Modell geht von dem Gedanken aus, dass Knochenmasse nur an Stellen gebildet werden kann, wo Druckspannungen existieren“, sagt Professor Holger Preuschoft, emeritierter Funktionsmorphologe am Anatomischen Institut der Ruhr-Universität Bochum und Co-Autor der Studie, die nun im Fachjournal <span lang="en" dir="ltr"><em>The Anatomical Record</em></span> erschienen ist. „Außerdem muss an den Stellen der Knochenbildung mechanische Ruhe herrschen. Es darf also keine Bewegung stattfinden, die zur Bildung eines Falschgelenks, einer Pseudarthrose, führen könnte.“</p><p>Auch der Mensch hat eine große Schläfenöffnung über dem Jochbogen. Durch sie zieht der Kiefermuskel zum Unterkiefer hinab. Beim Kauen lässt sich die Bewegung dieses Muskels in der weiten Schläfenöffnung ertasten. Bei vielen Saurierarten sind die Öffnungen ganz unterschiedlich geformt. Die beiden Wissenschaftler verglichen Dutzende Schädel von Landwirbeltieren aus mehreren Millionen Jahren Evolutionsgeschichte.</p><p>„Wenn Tiere vorne im Kiefer - etwa mit Hilfe von Fangzähnen - fest zubeißen, breiten sich nach Ansicht der Wissenschaftler über und unter den Augen und zum Hals hin große Spannungen aus und führen zur Bildung von Knochenspangen in der Schläfe“, so Werneburg. Bei Reptilien komme ein weiterer Effekt hinzu: Sie beißen vorrangig hinten im Kiefer, wo ein kürzerer Hebelarm vom Kiefergelenk aus mehr Beißkraft ermöglicht. „Auch hier entsteht eine Druckspannung, die einen Knochensteg hinter dem Auge bedingt. Kommt diese nun mit der oberen Spannung des vorderen Bisses in Kontakt, werden beide Kraftströme teilweise umgelenkt und es kann sich ein zweiter Jochbogen ausbilden.“ An Schädeln von heute noch lebenden Tierarten hat Holger Preuschoft in früheren Studien die Wirkung dieser Kräfte experimentell nachgewiesen und auch getestet, ab welcher Belastung Knochen brechen. Diese Erkenntnisse wendet die Studie nun erstmals auf die Evolutionsgeschichte von Wirbeltieren an.</p><p>Wenn das Tier seine Beute schüttelt oder Blätter von einer Pflanze abreißt, entstehen zusätzlich seitliche Scherkräfte, die zu weiteren Modifikationen der Schläfengestalt führen. Die einwirkenden Kräfte werden in einem Kraftkreis an die Ausgangsstelle der Krafteinwirkung im Gebiss zurückgeführt, auch mithilfe der Kiefermuskulatur. „Sonst wäre der Schädel nicht stabil und würde zerspringen“, so Preuschoft</p><h3>Originalpublikation:</h3><p>Ingmar Werneburg &amp; Holger Preuschoft (2024). <span lang="en" dir="ltr">Evolution of the temporal skull openings in land vertebrates: a hypothetical framework on the basis of biomechanics.</span> Anatomical Record 307(4): 1559-1593.&nbsp;In:&nbsp;Felipe L. Pinheiro, Flávio A. Pretto, &amp; Leonardo Kerber (2024). <span lang="en" dir="ltr">The Dawn of an Era: Comparative and Functional Anatomy of Triassic Tetrapods. Special</span> Issue,&nbsp;<a href="https://doi.org/10.1002/ar.25371" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1002/ar.25371</a><span lang="EN-US"></span></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-104790</guid><pubDate>Wed, 13 Mar 2024 09:19:02 +0100</pubDate><title>Neu entdeckt: Fossile Riesenschildkröte nach Stephen-King-Romanfigur benannt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=104790&amp;cHash=5552735ee084728906971d3a90a9187f</link><description>Mit einer Panzerlänge von etwa 180 Zentimetern gehört die neu beschriebene Art zu den weltweit größten Süßwasserschildkröten</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein internationales Forschungsteam rund um Dr. Gabriel S. Ferreira vom Senckenberg <span lang="en" dir="ltr">Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> an der Universität Tübingen hat eine neue Riesenschildkröten-Art aus dem späten Pleistozän beschrieben.<em> Peltocephalus maturin</em> ist mindestens 40.000 und wenigstens 9.000 Jahre alt und stammt aus dem brasilianischen Amazonasgebiet. Mit einer Panzerlänge von etwa 180 Zentimetern gehört die Art zu den größten bekannten Süßwasserschildkröten weltweit. Benannt wurde der Panzerträger nach der Riesenschildkröte&nbsp;„Maturin“, einer Romanfigur des Bestsellerautors<span lang="en" dir="ltr"> Stephen King</span>.</p><p>Mit maximal 140 Zentimetern Panzerlänge zählt die Asiatische Schmalköpfige Weichschildkröte (<em>Chitra chitra</em>) gemeinsam mit der etwa 110 Zentimeter langen Südamerikanischen Flussschildkröte (<em>Podocnemis expansa</em>) zu den größten heute lebenden Süßwasserschildkröten. „Auch aus der Vergangenheit kennen wir nur wenige in Süßgewässern lebende Schildkröten, die eine Panzerlänge von 150 Zentimetern überschritten haben“, erklärt Dr. Gabriel S. Ferreira vom Senckenberg <span lang="en" dir="ltr">Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> an der Universität Tübingen und fährt fort:&nbsp;„Zuletzt sind solche großen Tiere vor allem aus dem Miozän, der Zeit vor etwa 23 bis fünf Millionen Jahren, bekannt.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-104598</guid><pubDate>Mon, 11 Mar 2024 11:05:23 +0100</pubDate><title>Richtige Ansprache erhöht Bereitschaft zur Spende von Stammzellen </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=104598&amp;cHash=8c01bf7fe328ae0c2e2aec51915e6a8c</link><description>Internationales Forscherteam wertet Datensatz des weltweit größten Spenderregisters aus – sogar Mehraufwand durch Blutprobe erhöht Bereitschaft zur Stammzellspende </description><content:encoded><![CDATA[<p>Jährlich sterben mehr als 20.000 Menschen in Deutschland an Blutkrebs. Bei Kindern ist Blutkrebs sogar die häufigste Krebsart. Spenden von Stammzellen aus dem Knochenmark oder Blut erhöhen die Überlebenschance von Menschen, die an Leukämie oder anderen Formen von Blutkrebs erkrankt sind. Zwischen der Registrierung der Spendewilligen und ihrer tatsächlichen Spende können jedoch Jahre vergehen. Viele Freiwillige schrecken zurück, wenn die Stammzellen tatsächlich entnommen werden sollen. Ein internationales Team von Forschenden hat nun nachgewiesen, dass eine erneute Kontaktaufnahme zwischen Registrierung und Spende die Verfügbarkeit von Spenderinnen und Spendern signifikant erhöht. Am stärksten ist dieser Effekt, wenn auch um eine Blutprobe gebeten wird.&nbsp;</p><p>Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift American Journal of Health Economics veröffentlicht worden und geben wichtige Hinweise für Spenderregister weltweit zur Verbesserung ihrer Vermittlungsquote. An der Studie waren Forschende der Universität Tübingen, der Johns Hopkins-Universität, der University of Technology Sydney, der Universitäten Köln und Essen-Duisburg sowie Mitarbeitende der weltweit größten Spenderdatenbank DKMS beteiligt.&nbsp;</p><p>Die DKMS verfügt über ein Register von mehr als 12 Millionen Spendewilligen in den USA, Deutschland, Polen, Großbritannien, Südafrika, Chile und Indien. Die Forschenden konnten einen Datensatz von 91.670 Spendewilligen der Jahre 2013 bis 2018 auswerten, deren biologische Merkmale mit denen eines Patienten oder einer Patientin mit Blutkrebs übereinstimmten. Diese wurden dann im Zuge der sogenannten Bestätigungstypisierung, einem der zentralen Schritte auf dem Weg zur Stammzellspende, nochmals nach ihrer Bereitschaft zur Stammzellspende gefragt. Einen Teil dieser Personen kontaktierte die DKMS mit unterschiedlichen Anschreiben mit dem Ziel, um zusätzliche Daten oder Blutproben zu bitten. Beispielsweise wurden die Empfänger gebeten, Angaben zu Vorerkrankungen zu aktualisieren oder Auslandsaufenthalte und Schwangerschaften zu vermerken, die eine Spende im Ernstfall verhindert hätten. Eine Teilgruppe sollte auch noch zusätzlich eine Blutprobe zur Nachtypisierung abgeben, um die genetischen Informationen zu vervollständigen. Die anderen registrierten Personen wurden aus Kostengründen nicht nochmals von der DKMS angeschrieben und bildeten für die Studie die Kontrollgruppe.&nbsp;</p><p>Wenn zusätzlich zum erneuten Anschreiben um eine Blutprobe gebeten wurde, sank die Zahl der Registrierten, die später vor einer Spende zurückschreckten, um 37 Prozent. „Es ist schon erstaunlich, dass wir trotz des Zusatzaufwandes durch eine Blutentnahme solch positive Effekte identifizieren konnten. Den Spenderinnen und Spendern wird durch die erneute Kontaktaufnahme ihre Möglichkeit zu helfen wieder vor Augen geführt und sie fühlen sich dadurch wahrscheinlich motivierter“, begründet Professor Patrick Kampkötter vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Tübingen das Ergebnis der Studie.&nbsp;</p><p>„Wir wussten bei der DKMS, dass jeder zusätzliche Kontakt mit potenziellen Spenderinnen und Spendern im Untersuchungszeitraum wichtig war – doch nicht, dass der Anstieg ihrer Verfügbarkeit so viel höher ausgefallen war. Nun ist diese Erkenntnis wissenschaftlich belegt und ausgewertet und jedes Spenderregister kann überlegen, ob die Kosten des Mehraufwands für erneute Kontaktaufnahmen im Verhältnis zur Wirkung stehen“, sagt Dr. Dr. Alexander Schmidt, Chief Medical Officer bei der DMKS.</p><p>Anders als bei einer einfachen Blutspende, muss bei einer Stammzellspende ein „genetischer Zwilling“ von Spender und Empfänger gefunden werden, bei dem zwölf spezifische Gene übereinstimmen müssen – andernfalls ist die Gefahr einer tödlichen Immunabwehr beim Empfänger zu groß. Ist dieser „genetischer Zwilling“ gefunden – notfalls nach einer weltweiten Suche - und springt der spendende Part doch ab oder ist wegen einer Reise oder Schwangerschaft gar nicht verfügbar, verliert die Datenbank kostbare Zeit bei der Suche nach einem weiteren Match. Die Überlebenschance von Patientinnen und Patienten mit Blutkrebs, die dringend auf passende Stammzellen für ihre Therapie angewiesen sind, nimmt in der Zwischenzeit ab. Die Verfügbarkeit von Spenderinnen und Spendern bereits im Vorfeld voneinander unterscheiden zu können und ihre Motivation zu erhöhen, spart einem Spenderregister somit kostbare Zeit.&nbsp;</p><p>Auch eine gemeinsame ethnische Herkunft zwischen Spenderinnen und Empfängern erhöht die Wahrscheinlichkeit eines genetischen Matches. Statistisch betrachtet unterscheidet sich die Spendewilligkeit zwischen ethnischen Gruppen erheblich. In Deutschland sind 75 Prozent der Registrierten bei der DKMS im Ernstfall zur Spende bereit, in den USA im Schnitt nur die Hälfte, unter manchen ethnischen Gruppen wie Afroamerikanern oder Hispanoamerikanern nur rund 30 Prozent. „Deshalb ist eine verbesserte Verfügbarkeit von Stammzellspendern für die Spenderregister in Ländern wie den USA von besonders großem medizinischem und wirtschaftlichem Nutzen“, sagt Prof. Mario Macis von der Johns Hopkins-Universität in Baltimore, Maryland, USA.&nbsp;</p><h3>Publikation:&nbsp;</h3><p>Michael Haylock, Patrick Kampkötter, Mario Macis, Jürgen Sauter, Susanne Seitz, Robert Slonim, Daniel Wiesen, Alexander H. Schmidt: Reducing Registry Members' Attrition When Invited to Donate: Evidence From a Large Stem Cell Registry. American Journal of Health Economics. <a href="https://doi.org/10.1086/730331" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1086/730331</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-104337</guid><pubDate>Tue, 05 Mar 2024 10:45:52 +0100</pubDate><title>100 Jahre Universitätsbund Tübingen  </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=104337&amp;cHash=305949c640ef47cd9fc68513c4c82dbb</link><description>Seit 1924 unterstützt der Förderverein Studierende, Forschungsprojekte und Veranstaltungen der Universität Tübingen – Im Jubiläumsjahr betreibt er Fundraising für die Umgestaltung des Ausleihzentrums</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Verein der Freunde der Universität Tübingen, der Universitätsbund, feiert Jubiläum: Vor 100 Jahren wurde er mit dem Ziel gegründet, Forschung, Bildung und Studierende an der Universität Tübingen zu unterstützen. Anlässlich des Jubiläums ruft er unter dem Motto „Fördern statt Feiern“ zu einem Spendenjahr auf. Das gesammelte Geld kommt dem Ausleihzentrum der Universitätsbibliothek zugute, das umgestaltet wird.</p><p>Geprägt vom Krisenjahr 1923, gründete sich der Verein am 20. Januar 1924. Anspruch war, die universitäre Ausbildung in die eigene Verantwortung zu nehmen und nicht länger allein von der Höhe staatlicher Zuschüsse abhängig zu machen. Auch während der Nationalsozialistischen Gewaltherrschaft hielt der Verein an seiner demokratischen Satzung fest und nahm damit eine mögliche Auflösung in Kauf. Obwohl die Zahl der nichtuniversitären Mitglieder enorm sank, überstand der Verein diese schwere Zeit und übernahm in der Nachkriegszeit zentrale Aufgaben der Förderung an der Universität Tübingen.</p><p>Bis heute ist seine Mission die Unterstützung der Universität in vielfältiger Weise, wie der Vorstandsvorsitzende Christian O. Erbe sagt: „Die Vielzahl und das Spektrum unserer geförderten Projekte sind außergewöhnlich. In den vergangenen 20 Jahren hat der Universitätsbund mehr als 5,3 Millionen Euro in zahlreiche Fördervorhaben investiert. Das verdanken wir der Großzügigkeit wohlwollender Spenderinnen und Spender sowie der Treue und Verbundenheit unserer Mitglieder. Sie sind die tragende Kraft des Vereins und sichern mit Zuwendungen und Mitgliedsbeiträgen das Förderbudget.“</p><h3>Breites Förderspektrum</h3><p>Großprojekte, die vom Universitätsbund finanziert wurden, sind beispielsweise die Brunnen auf dem Geschwister-Scholl-Platz und der Steinway-Flügel im Festsaal. Im Alltag unterstützt der Verein vor allem eine Vielzahl von Einzelprojekten und Einrichtungen an der Universität: die jährliche Mediendozentur, Sonderausstellungen und Publikationen des Museums MUT, Turniere des Hochschulsports sowie Veranstaltungen für die Öffentlichkeit wie die Kinderuniversität, den Tag der Mathematik und das ehemalige Tübinger Fenster für Forschung.</p><p>Zu den Fördertätigkeiten gehören auch die Bezuschussung von Studierendenexkursionen, Reisekosten für Kongresse und die Teilnahme von Fachschaften und Studierendengruppen an Wettbewerben wie Debattiermeisterschaften, juristischen Moot Courts oder der naturwissenschaftlichen iGEM Competition.</p><p>Auszeichnungen wie die jährlich vergebenen Promotionspreise der Universität sind nur durch die Unterstützung des Universitätsbunds möglich ‒ künftig werden auch der Lehrpreis der Universität Tübingen sowie der Sonderpreis für Studentisches Engagement durch den Universitätsbund finanziert.</p><p>Bei den Deutschland-Stipendien ist der Verein seit deren Einführung im Jahr 2011 größter Einzelsponsor an der Universität. Mit insgesamt 1,7 Millionen Euro konnten bereits mehr als 900 besonders begabte und leistungsfähige Studierende gefördert werden.</p><h3>Betreuung von 26 Stiftungen</h3><p>Ein weiteres Tätigkeitsfeld ist die Verwaltung von 26 Stiftungen, die der Verein treuhänderisch betreut, und deren Gelder zum Teil zweckgebunden in verschiedene Institute und Fachdisziplinen fließen. Die finanzstärkste dieser Stiftungen vergibt jährlich den renommierten Dr. Leopold Lucas-Preis sowie einen begehrten Wissenschaftlichen Nachwuchs-Preis; die zweitgrößte inkorporierte Stiftung hat sich der Internationalisierung verschrieben und fördert unter anderem Gastdozenturen und die Mobilität Nachwuchsforschender.</p><p>„Der Universitätsbund trägt als Förderverein essenziell dazu bei, die strategischen Ziele der Universität zu sichern: Exzellenz in Forschung und Lehre als Grundlage für die Qualifizierung kompetenter, leistungsfähiger und verantwortungsbewusster Köpfe für die Wirtschaft und Gesellschaft von morgen“, sagt die Rektorin der Universität, Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann. „Auf diese wichtige Unterstützung bauen wir auch zukünftig und sind dankbar dafür.“</p><p>Gemäß dem Universitätsmotto „Attempto! – Ich wage es“ wird der Verein seine Arbeit fortsetzen und möchte im Jubiläumsjahr zusätzlich zu den regulären Förderaktivitäten möglichst viele Spendengelder für das Großprojekt sammeln, die Umgestaltung des Ausleihzentrums. Spenden sind willkommen unter&nbsp;<a href="http://www.uni-tuebingen.de/unibund" target="_blank" class="external-link" title="http://www.uni-tuebingen.de/unibund" rel="noreferrer">http://www.uni-tuebingen.de/unibund</a>. Hier finden Sie Infos zur Spendenkampagne, zum Verein sowie Grußbotschaften zum Jubiläumsjahr.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-104076</guid><pubDate>Mon, 26 Feb 2024 12:37:18 +0100</pubDate><title>Föderalismus nicht der Grund für mangelnde Vergleichbarkeit von Schulnoten</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=104076&amp;cHash=1d0e8b61fe9ad69913b0e55a3a0b33e2</link><description>Studie der Universität Tübingen und des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) untersucht Schulnoten - mangelnde Vergleichbarkeit nicht durch Unterschiede zwischen Bundesländern, sondern innerhalb von Bundesländern </description><content:encoded><![CDATA[<p>Wenn in Deutschland Schülerinnen und Schüler mit vergleichbaren Kompetenzen stark voneinander abweichende Schulnoten erhalten, können Unterschiede zwischen Bundesländern nur drei Prozent dieser Abweichung erklären. Unterschiede innerhalb einzelner Bundesländer sind dagegen viel wichtiger zur Erklärung ungleicher Benotung bei gleicher Kompetenz. Eine einheitliche nationale Bildungspolitik würde deshalb vermutlich kaum zu einer besseren Vergleichbarkeit von Schulnoten beitragen.&nbsp;</p><p>Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Tübingen und des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) in dem Fachjournal Zeitschrift für Erziehungswissenschaft veröffentlicht wurde.&nbsp;</p><p>Gründe für die ungleiche Benotung werden bereits seit langem wissenschaftlich diskutiert. „Unsere Studie erweitert diese Diskussionen, indem sie drei Ebenen des Bildungssystems untersucht: Unterschiede zwischen Bundesländern, Unterschiede zwischen Schulen innerhalb der einzelnen Bundesländer und Unterschiede innerhalb von Schulen“, sagt Juniorprofessor Nicolas Hübner, Erstautor der Studie.&nbsp;</p><p>Für ihre Analyse werteten die Bildungsforschenden die Daten von rund 55.000 Schülerinnen und Schülern der neunten Jahrgangsstufe in Deutschland aus. Neben den Schulnoten nutzten sie dabei Prüfungsergebnisse aus den IQB-Bildungstrend-Studien der Jahre 2015 und 2018, die durch schriftliche standardisierte Tests gewonnen wurden und Kompetenzunterschiede von Schülerinnen und Schüler dokumentieren. Unter „Kompetenz“ werden in der Bildungsforschung dabei häufig Fähigkeiten und Fertigkeiten von Schülerinnen und Schülern verstanden, die notwendig sind, um beispielsweise Texte zu verstehen und mathematische Aufgaben zu lösen. Diese Ergebnisse aus standardisierten Tests verglichen sie mit den tatsächlichen Schulnoten und kamen zum Ergebnis, dass sich 21 Prozent der Unterschiede bei Schulnoten durch solche Kompetenzunterschiede erklären lassen.</p><p>Der größte Teil der übrigen Unterschiede in der Benotung aber, insgesamt 85 Prozent, lassen sich auf Unterschiede innerhalb von Schulen zurückführen. Hierbei könnte es sich beispielsweise um mündliche Leistungsunterschiede von Schülerinnen und Schülern handeln oder um andere individuelle Merkmale wie die Motivation oder Gewissenhaftigkeit. Unterschiede zwischen Schulen innerhalb der einzelnen Bundesländer (zum Beispiel durch unterschiedliche durchschnittliche Leistungsniveaus oder unterschiedliche Benotungspraxen) erklärten weitere zwölf Prozent. Unterschiede zwischen Bundesländern (zum Beispiel Unterschiede in rechtlichen Regelungen) leisteten schließlich mit drei Prozent den kleinsten Beitrag zur Erklärung der mangelnden Vergleichbarkeit von Schulnoten.&nbsp;</p><p>„In der öffentlichen Debatte wird das Thema der eingeschränkten Vergleichbarkeit von Schulnoten häufig ausschließlich vor dem Hintergrund struktureller Bundeslandunterschiede diskutiert“, erklärt Hübner. „Unsere Studie legt nahe, dass Unterschiede innerhalb von Schulen und zwischen Schulen innerhalb der Bundesländer deutlich relevanter zu sein scheinen.“ Eine Fokussierung auf Bundeslandunterschiede bei Diskussionen um die Vergleichbarkeit von Schulnoten laufe Gefahr, weitaus wichtigere Faktoren zu vernachlässigen.</p><h3>Originalpublikation:</h3><p>Hübner, N., Jansen, M., Stanat, P., Bohl, T. &amp; Wagner, W. (2024). Alles eine Frage des Bundeslan-des? Eine mehrebenenanalytische Betrachtung der eingeschränkten Vergleichbarkeit von Schulno-ten. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft. <a href="https://doi.org/10.1007/s11618-024-01216-9" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1007/s11618-024-01216-9</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-103962</guid><pubDate>Wed, 21 Feb 2024 20:00:00 +0100</pubDate><title>Frühester Fund eines komplexen Klebers in Europa</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=103962&amp;cHash=13bce212adeffc6a50e1979d5a6ff79b</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen schreibt Sammlungsstücke aus dem französischen Le Moustier Neandertalern zu – Zeugnis höherer geistiger Fähigkeiten und der kulturellen Entwicklung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Frühe Menschen aus dem heutigen Frankreich nutzten bereits vor mehr als 40.000 Jahren einen Klebstoff aus mehreren Komponenten, um Steinwerkzeuge mit Griffen zu versehen. Sie stellten eine ausgeklügelte Mischung aus Ocker und Bitumen her, zwei Rohstoffen, die aus der weiteren Region beschafft werden mussten. Es handelt sich um den bisher frühesten Fund eines Mehrkomponentenklebers in Europa.</p><p>Das hat die Aufarbeitung von Stücken aus der Neandertalerfundstelle Le Moustier in der Dordogne unter der Leitung von Dr. Patrick Schmidt aus der Abteilung für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie der Universität Tübingen und Dr. Ewa Dutkiewicz vom Museum für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin ergeben. Die Entwicklung von Klebstoffen und deren Einsatz für die Herstellung von Werkzeugen gelten als einer der besten materiellen Belege für die kulturelle Evolution und die kognitiven Fähigkeiten früher Menschen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift <span lang="en" dir="ltr"><em>Science Advances </em></span>veröffentlicht.</p><h3>Im Museumsbestand wiederentdeckt</h3><p>Die Steinwerkzeuge aus Le Moustier werden in der Sammlung des Museums für Vor- und Frühgeschichte aufbewahrt und waren bisher nicht näher untersucht worden. Der Schweizer Archäologe Otto Hauser hatte sie 1907 aus dem oberen Felsüberhang von Le Moustier geborgen, der während der mittelpaläolithischen Epoche des Moustérien vor 120.000 bis 40.000 Jahren von Neandertalern genutzt wurde. Bei einer internen Aufarbeitung des Sammlungsbestandes wurden sie wiederentdeckt und ihr wissenschaftlicher Wert erkannt. „Die Sammlungsstücke waren einzeln verpackt und seit den 1960er Jahren unberührt. Dadurch waren die anhaftenden Reste organischer Stoffe sehr gut erhalten“, berichtet Ewa Dutkiewicz.</p><h3>Reste von Ocker und Bitumen an Steinwerkzeugen</h3><p>Die Forscherinnen und Forscher entdeckten an mehreren Steinwerkzeugen, wie Abschlägen, Schabern und Klingen, Reste einer Mischung aus Ocker und Bitumen. Ocker ist ein natürlich vorkommendes farbiges Erdpigment. Das Kohlenwasserstoffgemisch Bitumen ist unter anderem Bestandteil von Asphalt, kann aus Erdöl hergestellt werden, kommt jedoch auch natürlicherweise im Boden vor. „Wir waren überrascht, dass der Ockeranteil bei mehr als 50 Prozent lag. Denn an der Luft getrocknetes Bitumen kann auch unverändert als Klebstoff genutzt werden und verliert durch Zugabe von solch großen Anteilen Ocker seine Klebeeigenschaften“, sagt Schmidt. Das habe er mit seinem Team in Zugversuchen und mit experimentell hergestelltem Vergleichsmaterial getestet.</p><p>„Anders war es, als wir flüssiges Bitumen einsetzten, das sich zum Kleben eigentlich gar nicht eignet. Fügt man 55 Prozent Ocker hinzu, erhält man eine formbare Masse“, sagt er. Die sei nur gerade so klebrig, dass ein Steinwerkzeug darin steckenbleibt, die Hände aber sauber bleiben – das Richtige also für einen Griff. „Eine mikroskopische Untersuchung der Gebrauchsspuren in Zusammenarbeit mit der New York University ergab, dass die Klebstoffe an den Geräten aus Le Moustier so verwendet worden sind“, berichten die Wissenschaftler.</p><h3>Gezieltes Vorgehen</h3><p>Die Nutzung von Klebern mit mehreren Komponenten, darunter verschiedene klebrige Substanzen wie Baumharze und auch Ocker, sei bisher vor allem von frühen modernen Menschen, dem <em>Homo sapiens</em>, in Afrika bekannt gewesen. „Solche technologischen Entwicklungen und das Verständnis für Materialeigenschaften wurden auch als erster Ausdruck umfassender kognitiver Prozesse der Menschen betrachtet, die unserer heutigen Denkweise bei industriellen Prozessen entsprechen“, so Schmidt.</p><p>In der Region von Le Moustier mussten Ocker und Bitumen aus weit voneinander entfernten Orten zusammengetragen werden, das bedeutet großen Aufwand, erfordert Planung und eine gezielte Vorgehensweise. „Wir gehen unter Einbeziehung des ganzen Fundzusammenhangs davon aus, dass das aufwendig produzierte Klebematerial von Neandertalern hergestellt wurde“, so Dutkiewicz. „Was unsere Studie zeigt ist, dass sich beim frühen Homo sapiens in Afrika und den Neandertalern in Europa ähnliche Denkmuster widerspiegeln“, sagt Schmidt. „Ihre verschiedenen Klebstofftechnologien haben die gleiche Bedeutung für unser Verständnis von der Menschwerdung.“</p><h3>Publikation:&nbsp;</h3><p>Patrick Schmidt, Radu Iovita, Armelle Charrié-Duhaut, Gunther Möller, Abay Namen,&nbsp;<br> Ewa Dutkiewicz: <span lang="en" dir="ltr">Ochre-based compound adhesives at the Mousterian type-site document complex cognition and high investment</span>. <em>Science Advances</em>, <a href="https://doi.org/10.1126/sciadv.adl0822" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1126/sciadv.adl0822</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-103923</guid><pubDate>Tue, 20 Feb 2024 15:28:26 +0100</pubDate><title>Universität Tübingen zeichnet innovative Wissenschaftskommunikation aus</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=103923&amp;cHash=29d8bd3f77630c6eb9f5078efdfb22b2</link><description>Jury würdigt Forschende und Projekte aus den Bereichen Empirische Kulturwissenschaft und Künstliche Intelligenz, Osteuropäische Geschichte und Landeskunde sowie Geschichtliche Landeskunde 
</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen zeichnet erneut innovative und erfolgreiche Wissenschaftskommunikation ihrer Forschenden aus. Der Tübinger Preis für Wissenschaftskommunikation 2024 geht zu gleichen Teilen an den Osteuropahistoriker <a href="https://uni-tuebingen.de/de/135598" target="_blank" class="internal-link">Professor Klaus Gestwa</a> für seine intensive Aufklärung über die Hintergründe des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sowie an die KI-Forscherin <a href="https://www.tml.cs.uni-tuebingen.de/team/luxburg/index.php" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Professorin Ulrike von Luxburg</a> und die beiden Empirischen Kulturwissenschaftler <a href="https://uni-tuebingen.de/de/182605" target="_blank" class="internal-link">Tim Schaffarczik</a> und <a href="https://uni-tuebingen.de/de/6216" target="_blank" class="internal-link">Professor Thomas Thiemeyer</a> stellvertretend für das Team der Ausstellung <span lang="en" dir="ltr">„<a href="https://uni-tuebingen.de/de/245983" target="_blank" class="internal-link">Cyber and the City</a>“</span> im Tübinger Stadtmuseum. Den diesjährigen Nachwuchspreis für Wissenschaftskommunikation erhält die Historikerin Claudia Lemmes.</p><p>Die Jury würdigte Gestwas unermüdlichen Einsatz bei der politischen und historischen Einordung des Ukrainekonflikts. Der Historiker habe sein umfangreiches Wissen über Geschichte, Gesellschaft und Politik Osteuropas in den vergangenen Jahren genutzt, um die deutsche Öffentlichkeit über die Ursachen des russischen Angriffskriegs gegen das Nachbarland aufzuklären und dabei weit verbreiteten Annahmen und Irrtümern entgegenzutreten. Dabei habe er Mut bewiesen und sei auch öffentlichem Streit und Anfeindungen nicht aus dem Weg gegangen. Mit seinen Interviews, Videos, Zeitschriftenbeiträgen und Vorträgen habe Gestwa ein Millionenpublikum erreicht und so zur Meinungsbildung in Deutschland über den Krieg gegen die Ukraine maßgeblich beigetragen.</p><p>Die Macherinnen und Macher der Ausstellung <span lang="en" dir="ltr">„Cyber an the City“ </span>würdigte die Jury für ihre innovative Herangehensweise an das Thema Künstliche Intelligenz. „Das Team um Ulrike von Luxburg, Tim Schaffarczik und Thomas Thiemeyer hat die seit Jahren anhaltende Diskussion um die Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz im Allgemeinen und um den KI-Forschungsstandort Tübingen im Besonderen produktiv aufgegriffen, inhaltlich aufgearbeitet sowie die unterschiedlichen Aspekte von KI hervorragend dargestellt“, erklärte die Jury. Die Ausstellung, an deren Entstehen auch Master-Studierende aus der Empirischen Kulturwissenschaft und dem Maschinellen Lernen sowie Mitarbeitende des Tübinger Stadtmuseums beteiligt waren, sei ein gutes Beispiel für eine zeitgemäße Wissenschaftskommunikation, bei der die Beteiligten auf eine teils kritisch eingestellte Öffentlichkeit zugehen und ihre Kommunikation an den Grundsätzen der Partizipation und des Dialogs auf Augenhöhe ausrichten würden.</p><p>Den Nachwuchspreis 2024 erhält die Historikerin <a href="https://uni-tuebingen.de/de/178989" target="_blank" class="internal-link">Claudia Lemmes</a> für die Kommunikation über das <a href="https://uni-tuebingen.de/de/212011" target="_blank" class="internal-link">DFG-Projekt "Auswirkungen mittelalterlicher bis frühneuzeitlicher Stadtentwicklung auf Gewässer am Beispiel von Bad Waldsee"</a>. Die Jury würdigte das mehrjährige und intensive Engagement der Forscherin bei der Vermittlung von Methoden und Ergebnissen des interdisziplinären Forschungsprojekts an die Stadtgesellschaft von Bad Waldsee. An dem Projekt waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Geschichtswissenschaft, Geologie, Ökotoxikologie, Paläobotanik, Archäologie und weiteren Disziplinen beteiligt. Die Preisträgerin habe mit Vorträgen und Zeitungsinterviews sowie mit einem kontinuierlichen Dialog mit ortsansässigen Einrichtungen in Bad Waldsee (Landkreis Ravensburg) wie dem Museums- und Heimatverein, der Stadtverwaltung und dem Stadtarchiv dafür gesorgt, dass die Forschungsarbeiten auf breites Interesse in der Stadtgesellschaft stießen, so die Jury.</p><p>Der Tübinger Preis für Wissenschaftskommunikation ist Teil der Tübinger Exzellenzstrategie. Ziel ist es, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vermehrt zur Kommunikation über ihre Forschung zu motivieren. Der Hauptpreis ist mit 10.000 Euro, der Nachwuchspreis mit 5.000 Euro dotiert. Die Auszeichnung für das Jahr 2024 wird voraussichtlich im Mai in einer öffentlichen Feierstunde verliehen. Der genaue Termin wird zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.</p><p>Ergänzung/Zusatz vom 25.04.2024:<br> Die Auszeichnung wird am 15. Mai 2024 ab 17:00 Uhr im Pfleghofsaal des Musikwissenschaftlichen Instituts im Rahmen einer Feierstunde verliehen. Die Veranstaltung ist aus Kapazitätsgründen lediglich für geladene Gäste sowie akkreditierte Medienvertreterinnen und Medienvertreter zugänglich. Presseakkreditierungen können bis zum 13. Mai 2024 via E-Mail an <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a> beantragt werden.</p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-103803</guid><pubDate>Mon, 19 Feb 2024 10:00:00 +0100</pubDate><title>Historiker David Nirenberg erhält Leopold Lucas-Preis</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=103803&amp;cHash=b0ceb187aeedd06929d88684e8e0b42c</link><description>Forschung zu Gewalt und friedvollem Miteinander der Religionen ‒ Nachwuchspreis für Theologen Jan Niklas Collet</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der diesjährige Dr. Leopold Lucas-Preis der Evangelisch-Theologischen Fakultät wird an den Historiker David Nirenberg verliehen. Die Fakultät der Universität Tübingen würdigt damit seine Forschungen zum Verhältnis von Judentum, Christentum und Islam im Mittelalter und der Gegenwart. Der Dr. Leopold Lucas-Preis für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler geht in diesem Jahr an den katholischen Theologen Dr. Jan Niklas Collet.</p><p>Die feierliche Verleihung findet statt am Dienstag, 14. Mai 2024, um 17:15 Uhr im Festsaal der Universität Tübingen (Neue Aula, Geschwister-Scholl-Platz, 72074 Tübingen). Medien sowie die interessierte Öffentlichkeit sind herzlich eingeladen. Der Preisträger David Nirenberg hält die Festrede zum Thema: „<span lang="en" dir="ltr">What theology and history can offer each other when thinking about Judaism, Christianity, and Islam.</span>“&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-103776</guid><pubDate>Thu, 15 Feb 2024 11:17:11 +0100</pubDate><title>Wie das Schaumkraut Sprengkraft aufbaut</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=103776&amp;cHash=92b1593b9d4ffb9f0d15a0d4a144ea4d</link><description>Schotenfrüchte bewirken ihre eigene Explosion – Team der Universität Tübingen und des MPI für Pflanzenzüchtungsforschung entdeckt Mechanismus bei Pflanzen, der an einen Muskel erinnert.</description><content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-102861</guid><pubDate>Mon, 22 Jan 2024 13:23:18 +0100</pubDate><title>Was menschliche Fossilien über Lebensgeschichten verraten</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=102861&amp;cHash=c839ed423ab00d781844b828c703f92b</link><description>Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie für Anthropologin Paola Cerrito: Mit neuen Methoden liest sie aus Skelett und Zahnzement Lebensgeschichten von Individuen und erforscht, wie sich typische Lebensmuster der Menschheit entwickelten</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie geht in diesem Jahr an Dr. Paola Cerrito von der Universität Zürich. Die Wissenschaftlerin erhält die Auszeichnung für ihre Dissertation “Histological and elemental markers of physiological stressors in hard tissues”. In dieser untersuchte sie, wie Ereignisse, die den Stoffwechsel beeinflussen wie Fortpflanzung, Wechseljahre und Veränderungen der Lebensgewohnheiten, dauerhaft im Skelett gespeichert werden. Dieses gilt als biologisches Archiv eines Menschenlebens. Übertragen auf fossile Menschenreste können so neue Einblicke in die Lebensgeschichten von Individuen und die Entwicklung menschlicher Besonderheiten gewonnen werden, wie beispielsweise ungewöhnlich kurze Geburtenabstände und eine verlängerte postreproduktive Lebensspanne.</p><p>Paola Cerrito (geboren 1990 in Italien) studierte Biologische Anthropologie an der Sapienza Universität Rom. Den gleichnamigen Masterstudiengang absolvierte sie an der Universität New York und wurde dort 2022 promoviert. Sie war Gastwissenschaftlerin an der Universität Genf, arbeitete als Postdoc an der ETH Zürich und seit August 2023 an der Universität Zürich. Ab Juli 2024 wird sie als Assistant Professor für Evolutionäre Anthropologie an der Duke Universität in Durham (USA) tätig sein. &nbsp;</p><p>Cerrito forscht an der Frage, wie sich bestimmte Lebensmuster in der Evolution des Homo Sapiens ausgebildet haben: In welchem Alter wurden Frauen zum ersten Mal schwanger, in welchem Abstand gebaren sie Kinder, wie lange lebten sie nach der Menopause, und wie veränderte sich dies im Lauf der Zeit? Die Entwicklung solcher lebensgeschichtlichen Variablen lässt sich traditionell schwer untersuchen: Knochen und andere mineralisierte Gewebe werden hauptsächlich bereits in Kindheit und Jugend gebildet, so dass kaum Spuren von Ereignissen im Erwachsenenalter erhalten bleiben.&nbsp;</p><p>Cerrito konzentrierte sich daher auf ein in dieser Beziehung wenig erforschtes Zahngewebe, den Wurzelzement, der die Zahnwurzel im Kiefer mitverankert. Das Besondere an diesem Zement ist, dass er sich während des gesamten Lebens des Individuums weiter in einer Art Jahrringen ablagert. Ausgehend von verbesserter histologischer Präparation und Bildgebungsverfahren untersuchte die Preisträgerin Proben von Menschen mit bekannter Lebens- und Krankengeschichte. Sie konnte zeigen, dass sich Ereignisse wie Geburten und Menopause im Zement feststellen und anhand der jährlichen Ablagerungen einem Lebensalter zuordnen lassen.&nbsp;</p><p>Mit Synchrotonstrahlung an der ELETTRA SYRMEP-Beamline belegte sie, dass solche „histologischen Marker“ unter Verwendung von virtueller Histologie nachweisbar sind. Da dabei die Zähne nicht zerstört werden müssen, können so auch seltene fossile Menschenreste untersucht werden. In einer Pilotstudie wandte sie diese Methoden erstmals an Neandertalerzähnen aus Krapina (Kroatien; ca. 130.000 Jahre alt) und Zähnen früher Ackerbauern aus dem heutigen Serbien an. Allerdings sind die histologischen Marker unspezifisch, es lässt sich nicht zwischen Anzeichen einer Schwangerschaft oder Anzeichen der Menopause unterscheiden.&nbsp;</p><p>Deshalb untersuchte Cerrito zusätzlich, welche chemische Signatur verschiedene lebensgeschichtliche Ereignisse am Skelett hinterlassen. Ziel der Forscherin ist es, sowohl die Evolution der typisch menschlichen Lebensgeschichte nachzuzeichnen sowie das Ineinandergreifen der dabei wirksamen Entwicklungsstränge zu verstehen, beispielsweise das Sozial- und Fortpflanzungsverhalten sowie die Notwendigkeit, vorhandene Nahrungsressourcen optimal auszuschöpfen.</p><p>Der mit 5000 Euro dotierte Förderpreis für Urgeschichte und Quartärökologie ist von der Mineralwassermarke EiszeitQuell gestiftet und wird in diesem Jahr zum 26. Mal vergeben.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-102801</guid><pubDate>Fri, 19 Jan 2024 14:14:32 +0100</pubDate><title>Cholera-Erreger machtlos gegen eigenes Immunsystem</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=102801&amp;cHash=4a1270ec7f79c6134a52f044bd235d6c</link><description>Molekulares Abwehrsystem schützt Bakterien vor Viren und macht sie gleichzeitig anfällig für Antibiotika</description><content:encoded><![CDATA[<p>Auch Bakterien haben ein eigenes Immunsystem, dass sie gegen spezielle Viren – sogenannte Bakteriophagen&nbsp;– schützt. Ein Forschungsteam der Universitäten Tübingen und Würzburg zeigt nun, wie das Immunsystem die Wirkung von bestimmten Antibiotika gegen den Cholera-Erreger <em>Vibrio cholerae</em> verstärkt. Das Immunsystem ist der Grund, warum dieses Bakterium besonders empfindlich auf eine der ältesten bekannten Antibiotikaklassen&nbsp;– die Antifolate&nbsp;– reagiert. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift <span lang="en" dir="ltr"><em>Nature Microbiology</em></span> veröffentlicht.</p><p><em>Vibrio cholerae</em> ist weltweit für schwere Cholera-Ausbrüche verantwortlich und in vielen Entwicklungsländern endemisch. Das Immunsystem von <em>Vibrio cholerae</em> besteht aus mehreren molekularen Abwehrsystemen, die das Bakterium gegen Angriffe verschiedener Bakteriophagen schützen. Eines dieser Abwehrsysteme heißt CBASS (<span lang="en" dir="ltr">cyclic-oligonucleotide-based antiphage signaling system</span>). Wird das Bakterium von Bakteriophagen angegriffen, wird CBASS aktiviert. CBASS bringt das infizierte Bakterium dazu, sich selbst zu zerstören und verhindert so eine weitere Infektion der Bakterienpopulation. Das Forschungsteam von Professor Dr. Ana Brochado konnte zeigen, dass Antifolat-Antibiotika das Abwehrsystem CBASS auch in Abwesenheit von Bakteriophagen aktivieren. Das aktivierte CBASS verstärkte somit zusätzlich die Wirkung des Antibiotikums und führte zum Zelltod von <em>Vibrio cholerae</em>. „Wie bei einer Autoimmunerkrankung schadete die eigene Immunantwort dem Bakterium,“ sagt Dr. Susanne Brenzinger, die Erstautorin der Studie.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-102636</guid><pubDate>Tue, 16 Jan 2024 12:43:49 +0100</pubDate><title>Afrikas Chance auf grünen Strom</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=102636&amp;cHash=30ac3be20cb7e6f2c0db416a376f5741</link><description>Abhängigkeit von Kohle und Gas könnte als erstes auf dem afrikanischen Kontinent überwunden werden – Studie untersucht Voraussetzungen für postfossiles Szenario</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bis ins Jahr 2040 könnten 80 Prozent der benötigten Energie in Afrika von Solar-, Wind- und Wasserkraft kommen – wenn die Leistung der vorhandenen Kraftwerke voll ausgeschöpft und alle derzeit geplanten Anlagen auch gebaut würden. Zu diesem Schluss kommt eine gemeinsame Studie der Universität Tübingen, der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, der Universität Osnabrück und der University of Rwanda, die nun im Fachjournal<em> Nature Reviews Earth &amp; Environment </em>veröffentlicht wurde.&nbsp;</p><p>„Genug Sonne, Wind und Wasser sind auf dem Kontinent vorhanden. Viele afrikanische Länder könnten das fossile Zeitalter überspringen. Dazu müssten aber natürlich ein paar Weichen gestellt werden“, sagt Rebecca Peters, Doktorandin im Fachbereich Geowissenschaften der Universität Tübingen und Hauptautorin der Studie. Unter der Leitung von Professorin Christiane Zarfl und Kooperationspartnern aus Deutschland und Rwanda hat sie alle vorhandenen Daten über Kraftwerke für erneuerbare Energien in Afrika in einer umfassenden Datenbank zusammengeführt und die einschlägigen wissenschaftlichen Untersuchungen zu dem Thema ausgewertet.&nbsp;</p><p>Stark gefallene Produktionskosten für Solar- und Windenergie machen den massiven Ausbau regenerativer Energien in Afrika möglich, obwohl der Energiebedarf auf dem Kontinent in den kommenden Dekaden massiv steigen wird: Zweidrittel der Bevölkerung hat aktuell noch gar keinen Zugang zu Elektrizität und das Bevölkerungswachstum von derzeit 2,6 Prozent südlich der Sahara ist höher als in anderen Weltgegenden.&nbsp;</p><p>Solar- und Windkraftwerke könnten dezentral und in lokalen Netzen ohne Anschluss an Überlandleitungen betrieben werden – darin liege ein enormer Vorteil regenerativer Energiequellen, so das Autorenteam. Ein großflächiger Ausbau des Stromnetzes auch in ländliche Regionen hinein ist laut der Auswertung teuer und nicht nötig. Weitere Potenziale für eine höhere Energieproduktion in Afrika liegen im störungsfreien Betrieb der vorhandenen Kraftwerke, in geringeren Energieverlusten bei Stromexporten und einer geeigneten Kombination verschiedener Energieformen zum Ausgleich von Schwankungen in der Solar- und Windenergie-Produktion.&nbsp;</p><p>„Den ungebremsten Ausbau der Wasserkraft sehen wir dagegen skeptisch“, erklärt Professor Klement Tockner, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Gewässerökologe und Mitautor der Studie und fährt fort: „Obwohl Afrika der Kontinent mit den weltweit noch am wenigsten ausgeschöpften Reserven für diese Energieform ist und derzeit die Wasserkraft bereits einen Anteil von 63 Prozent an der Produktion erneuerbarer Energie ausmacht, würde ein massiver Ausbau von Staudämmen und -seen die derzeit noch frei fließenden Flüsse unwiederbringlich verändern und zugleich viele Anwohnerinnen und Anwohner zur Umsiedelung zwingen.“</p><p>Das nachhaltige Elektrizitätsszenario für einen universellen Zugang zu erneuerbarer Elektrizität in Afrika setzt voraus, dass Länder mit starker Abhängigkeit von Kohle wie Südafrika oder von Gas wie Algerien, Tunesien oder Libyen auf den weiteren Ausbau von Kohle- und Gaskraftwerke verzichten und ebenfalls einen Übergang zu sauberer Energiegewinnung vollziehen. „Der Strukturwandel ist nur durch eine Verdoppelung der derzeitigen Investitionen bis 2030 möglich und durch zusätzliche Investitionen in Höhe von 30 Milliarden Dollar jährlich, um Zugang zur Elektrizitätsversorgung für alle zu gewährleisten“, sagte Dr. Jürgen Berlekamp vom Forschungszentrum Institut für Umweltsystemforschung von der Universität Osnabrück. Investitionen aus dem Ausland seien dafür notwendig. Seit den Nullerjahren spiele neben den USA und europäischen Ländern dabei zunehmend China eine entscheidende Rolle.&nbsp;</p><h3>Originalpublikation:&nbsp;</h3><p>Rebecca Peters, Jürgen Berlekamp, Charles Kabiri, Beth A. Kaplin, Klement Tockner, Christiane Zarfl: Sustainable pathways towards universal renewable electricity access in Africa, <em>Nature Reviews Earth &amp; Environment</em>, <a href="https://doi.org/10.1038/s43017-023-00501-1" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s43017-023-00501-1</a>&nbsp;</p><h3>Interaktive Karte mit Kraftwerken für erneuerbare Elektrizität in Afrika:&nbsp;</h3><p><a href="https://www.repp.geo.uni-tuebingen.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.repp.geo.uni-tuebingen.de/</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-102170</guid><pubDate>Fri, 05 Jan 2024 15:38:36 +0100</pubDate><title>Christian O. Erbe wird Ehrensenator der Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=102170&amp;cHash=867aef4629e10705b6497a698a7d6b01</link><description>Unternehmer engagiert sich seit vielen Jahren als Förderer der Wissenschaft und an der Universität.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen verleiht die Ehrensenatorenwürde an Christian O. Erbe, Geschäftsführer der Erbe Elektromedizin GmbH, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Reutlingen sowie Präsident des Baden-Württembergischen IHK-Tags und Vorstandsmitglied des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Sie würdigt damit das langjährige Engagement des Unternehmers für die Wissenschaft und speziell die Tübinger Universität, der er eng verbunden ist. Unter anderem leitet Erbe seit 2018 als Vorsitzender den Universitätsbund e.V. und engagiert sich für die Medizinische Fakultät und die Lehrkraftbildung.</p><p>„Christian O. Erbe ist seit vielen Jahren ein wichtiger Begleiter und Ratgeber der Universität, gerade in dem wichtigen Bereich Transfer und regionale Zusammenarbeit. Sein großartiges Engagement und seine kontinuierliche Förderung von Forschung und Lehre sind außergewöhnlich. Sie verdienen unsere größte Anerkennung“, sagte Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. „Wir freuen uns, ihn künftig auch als Ehrensenator an unserer Seite zu wissen.“</p><p>Christian O. Erbe wurde in Tübingen geboren, studierte in Karlsruhe und Berlin und begann 1992 seine Tätigkeit für die Erbe Elektromedizin GmbH. Seit 2003 trägt er die Gesamtverantwortung für die Unternehmensgruppe. Er engagiert sich auf vielfältige Weise ehrenamtlich und als Förderer von Forschung, Gesellschaft und Wirtschaft. So ist er seit 2010 bereits in dritter Amtszeit Präsident der Industrie- und Handelskammer Reutlingen und seit 2022 auch Präsident des Baden-Württembergischen IHK-Tages.</p><p>An der Universität Tübingen engagiert er sich unter anderem für den Studiengang Medizintechnik und im Advisory Board der Tübingen School of Education. Auch beim Tübinger Erbe-Lauf bestand eine jahrelange enge Kooperation zwischen der Erbe Elektromedizin GmbH als Hauptsponsorin und dem Institut für Sportwissenschaft.</p><p>Die Universität Tübingen verleiht die Ehrensenatorenwürde an Persönlichkeiten, die sich um Wissenschaft, Forschung, Kunst, Kultur und gesellschaftliche Verständigung verdient gemacht haben. Sie würdigt damit auch ein besonderes Engagement für die Universität.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-102158</guid><pubDate>Fri, 05 Jan 2024 11:13:33 +0100</pubDate><title>Wie Erinnerungen entstehen: eine weitere Rolle für den inneren Kompass</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=102158&amp;cHash=72220c4a25bb00576485674f85cf188d</link><description>Neurowissenschaftliches Team der Universität Tübingen entdeckt eine bisher unbekannte Funktion der Kopfrichtungszellen – Neue Hinweise auf Mechanismen der Gedächtnisbildung.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Kopfrichtungszellen im Gehirn werden seit ihrer Entdeckung in den 1990er Jahren als innerer Kompass bezeichnet. Sie werden jeweils spezifisch aktiviert werden, wenn der Kopf eines Tieres oder Menschen in eine bestimmte Richtung zeigt. Dadurch entsteht im Gehirn ein inneres Abbild der Kopfrichtung. Nun hat ein neurowissenschaftliches Team der Universität Tübingen entdeckt, dass die Funktion der Kopfrichtungszellen der Maus weit darüber hinaus geht. Möglicherweise bilden sie im Gehirn einen wichtigen Eingang für Sinnes- und Gefühlsinformationen, die in die Bildung von Erinnerungen an Erlebtes eingehen, in das sogenannte episodische Gedächtnis. Das Forschungsteam unter der Leitung von Professor Andrea Burgalossi vom Institut für Neurobiologie und dem Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) veröffentlichte seine Studie im Fachjournal <em>Nature Neuroscience.</em></p><p>In der äußeren Erlebniswelt des Menschen tragen die Sinne gemeinsam zur Bildung von Erinnerungen bei. Der visuelle Reiz einer malerischen Landschaft, der Widerhall eines Lachens, die Wärme einer Umarmung – all diese Sinneseindrücke werden in einer Gehirnregion zusammengeführt, dem Hippocampus. Dieser Verarbeitungsprozess ist entscheidend, um flüchtige Sinneswahrnehmungen in dauerhafte Erinnerungen zu ver-wandeln. „Der Hippocampus arbeitet wie eine Art neuraler Kurator, der die Informationen integriert“, sagt Burgalossi. „Während des Erlebens wird im Hippocampus eine sogenannte Erinnerungsspur für eine Episode unseres Lebens angelegt.“</p><h2>Frühere Annahmen in Frage gestellt</h2><p>Um genauer zu verstehen, über welche Wege Sinnesinformationen in den Hippocampus gelangen, setzte das Forschungsteam an einer seiner Haupteingangsstrukturen im Gehirn an, dem vorderen Thalamus. „Wir wissen seit Jahrzehnten, dass dieser Bereich entscheidend ist für das episodische Gedächtnis. Patienten, die Schädigungen in dieser Hirnregion aufweisen, leiden unter Erinnerungsverlusten“, sagt Dr. Patricia Preston-Ferrer, eine der Studienautorinnen . Als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erstmals in den 1990er Jahren die Aktivitäten der Nervenzellen im vorderen Thalamus von Nagetieren aufzeichneten, entdeckten sie die dort angesiedelten Kopfrichtungszellen. „Bisher war man davon ausgegangen, dass diese ausschließlich das innere Abbild der Kopfbewegungsrichtung des Tieres in der Umgebung kodieren“, sagt Preston-Ferrer. „Doch nun zeigen unsere neuesten Experimente, dass diese Vorstellung nur ein unvollständiges Bild ergibt.“</p><p>Als das Tübinger Forschungsteam die elektrische Aktivität im Mäusegehirn aufzeichnete, stellte es fest, dass die Kopfrichtungszellen im Thalamus aktiv wurden, wenn sie die Maus Sinnesreizen aus-setzten. „Sowohl beim Vorspielen eines Tons als auch beim Berühren eines Tasthaares an der Schnauze der Maus wurden gezielt und zuverlässig und mit bemerkenswert kurzer Verzögerung nur die Kopfrichtungszellen aktiviert“, sagt der CIN-Forscher und Mitautor der Studie Giuseppe Balsamo. „Wir waren überrascht, da man jahrzehntelang annahm, dass die Hirnregion im vorderen Thalamus auf Sinnesreize kaum reagiert.“</p><h2>Szenario verbindet inneren Kompass und episodisches Gedächtnis</h2><p>Außerdem ergaben die Experimente, dass im vorderen Thalamus nur die Kopfrichtungszellen auf Sinnesreize antworteten, andere Nervenzellen jedoch nicht. „Daher wissen wir, dass die Kopfrich-tungszellen eine besondere Funktion haben müssen“, sagt der CIN-Forscher und Mitautor der Stu-die Dr. Eduardo Blanco-Hernandez. „Ihre Aufgabe muss über die Funktion als innerer Kompass hin-ausgehen.“ Auf eine zunehmende Erregung der Maus oder auf soziale Kontakte wie dem Zusam-mentreffen mit einem Artgenossen reagierten die Kopfrichtungszellen mit gesteigerter Aktivität. „Es ist bekannt, dass große Aufmerksamkeit und Gefühle einen großen Einfluss auf die Entstehung von Erinnerungen und deren Qualität haben. In solchen Situationen erinnern wir uns viel lebhafter als in einem unbeteiligten, passiven Zustand“, sagt Blanco-Hernandez.</p><p>Insgesamt weisen die neuen Ergebnisse darauf hin, dass die Kopfrichtungszellen im Thalamus einen entscheidenden Beitrag zur Aufnahme und Weiterleitungvon Sinnesinformationen, Aufmerksamkeits- und Erregungszuständen in das System des episodischen Gedächtnisses bilden könnten. „Um zu verstehen, wie eine Erinnerungsspur gelegt wird, müssen wir die Wege und beteiligten Nervenzellen kennen, die Basisinformationen in den Hippocampus weitergeben“, sagt Burgalossi. „Wir gehen nun davon aus, dass der innere Kompass einen Hauptknoten in diesem Prozess darstellt.“ Ob dieser Knoten beeinflusst werden könnte, etwa auch zu therapeutischen Zwecken, um Erinnerungen besser bilden und abrufen zu können, müsse weiter untersucht werden.</p><h2>Publikation:</h2><p>Eduardo Blanco-Hernández, Giuseppe Balsamo, Patricia Preston-Ferrer and Andrea Burgalossi: Sensory and behavioral modulation of thalamic head-direction cells. <em>Nature Neuroscience</em>, <a href="https://doi.org/10.1038/s41593-023-01506-1" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41593-023-01506-1</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-102107</guid><pubDate>Thu, 21 Dec 2023 14:45:00 +0100</pubDate><title>Neue Leitung für die Universitätsbibliothek</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=102107&amp;cHash=5fdc43983182aca655f87eba8fa08c06</link><description>Regine Tobias aus Karlsruhe folgt Direktorin Marianne Dörr nach</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Tübinger Universitätsbibliothek bekommt eine neue Direktorin: Ab 15. Januar 2024 führt Regine Tobias, die bisher am KIT Karlsruhe tätig war, die zentrale Einrichtung. Sie folgt Dr. Marianne Dörr nach, die nach 15 Jahren in den Ruhestand verabschiedet wird.</p><p>2008 hatte Marianne Dörr das Amt als Tübinger Bibliotheksdirektorin angetreten, als erste Frau in dieser Funktion. „In ihrer Amtszeit hat sie die Universitätsbibliothek mit einzigartigem Engagement neu ausgerichtet und zu einem modernen, auch digitalen Dienstleistungszentrum für Wissenschaft und Studierende entwickelt“, sagte Rektorin Prof. Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann.</p><p>So war Dörr maßgeblich am Aufbau von Strukturen für das Forschungsdatenmanagement beteiligt: Heute bildet die UB gemeinsam mit dem Zentrum für Datenverarbeitung, dem <span lang="en" dir="ltr">Digital Humanities Center</span> und dem Dr. Eberle Zentrum für digitale Kompetenzen organisatorisch das „Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum (IKM)“ der Universität. Zu den Neuerungen unter ihrer Leitung gehörten die Einrichtung einer Stabsstelle für Urheberrecht sowie einer Beratungsstelle zu <span lang="en" dir="ltr">Open Access</span>. Prof. Dr. Peter Grathwohl, Prorektor für Forschung und IKM-Vorsitzender, erklärt: „Ich habe stets ihre Innovationsfreudigkeit und Zielstrebigkeit geschätzt, und auch ihren Humor. Für die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit möchte ich mich herzlich bedanken.“</p><p>Nachfolgerin Regine Tobias bringt 25 Jahre Erfahrung im Wissenschaftsmanagement von Forschungseinrichtungen sowie mit digitalen Forschungs- und Lehrservices wissenschaftlicher Bibliotheken mit. Geboren in Schwäbisch Gmünd, studierte sie von 1988 bis 1995 an der Universität Tübingen Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Südamerika und absolvierte ein Referendariat an der Universität Marburg mit dem Abschluss „Staatsprüfung für den Höheren Dienst an wissenschaftlichen Bibliotheken“.</p><p>1998 begann ihre Laufbahn an der renommierten Internet-Bibliothek der Universität Karlsruhe, seit der Gründung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) 2010 leitete sie dort die Abteilung Publikations- und Mediendienste. Sie war unter anderem <span lang="en" dir="ltr">Open-Access</span>-Beauftragte des KIT und Mitbegründerin der <span lang="en" dir="ltr">European Association of University Presses</span> (AEUP). In Arbeitsgruppen der Helmholtz-Gemeinschaft und der TU9 – <span lang="en" dir="ltr">German Institutes of Technology</span> e. V vertrat sie das KIT zu den Themen digitale Transformation und <span lang="en" dir="ltr">Open Science</span>, eine Wissenschaftspraxis, bei der alle Schritte eines Forschungsprozesses möglichst frei zugänglich sind. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt ist das digitale Informationsmanagement von Wissenschaftseinrichtungen. Sie ist langjährige Sprecherin der nationalen Arbeitsgruppe „Forschungsinformationen und Systeme“ der Deutschen Initiative für Netzwerkinformationen.</p><p>„Regine Tobias bringt einen reichen Erfahrungsschatz mit, gerade was die digitalen Herausforderungen betrifft, vor denen Bibliotheken heute stehen“, sagte Rektorin Karla Pollmann. „Wir freuen uns, dass wir sie als Direktorin für diese wichtige zentrale Einrichtung gewinnen konnten – die Universitätsbibliothek ist das Herzstück der Universität und ihr Service unverzichtbar für Forschung und Lehre.“</p><p>Die Überführung der Bibliotheken in die digitale Zeit sieht Regine Tobias auch für die kommenden Jahre als größte Aufgabe. „Die Dynamik der Digitalisierung verändert das wissenschaftliche Arbeiten und damit auch die Angebote einer Bibliothek. Zudem erfordert der Blickwinkel ‚O<span lang="en" dir="ltr">pen Science</span>‘ neue Konzepte und Organisationsformen für Bibliotheken. Ich freue mich darauf, dies künftig für die Universität Tübingen umzusetzen“, sagte sie. „Wir wollen exzellente Services erbringen und dabei nicht vergessen, was wir in der UB bewahren und zugänglich machen: einen großen kulturellen Schatz.“</p><p>Als UB-Direktorin wird Tobias ein Team von rund 200 Beschäftigten leiten, die in der zentralen Bibliothek sowie in 35 Fachbibliotheken tätig sind. Neben der Literatur- und Informationsversorgung der Universität ist die Bibliothek schwerpunktmäßig für Betreuungs- und Publikationsangebote im Kontext der <span lang="en" dir="ltr">Open-Access</span>-Transformation verantwortlich, unter anderem mit den hauseigenen <span lang="en" dir="ltr">Open-Access-</span>Verlagen „Tübingen <span lang="en" dir="ltr">University Press</span> (TUP)“ und „Tübingen <span lang="en" dir="ltr">Library Publishing</span>“. Zu ihren Aufgaben gehören die Gestaltung von Lernräumen für Studierende ebenso wie – zusammen mit dem Universitätsarchiv –, die digitale und analoge Vermittlung des wertvollen Bestands an Handschriften, Inkunabeln, historischen Drucken und Urkunden, darunter die Gründungsdokumente der Universität.</p><p>Drei weltweit bekannte Fachinformationsdienste – Theologie, Religionswissenschaft, Kriminologie – werden in Tübingen betrieben. Sie gelten international als die Hauptdatenbanken und -sammlungen der jeweiligen Disziplin und sind zentrale Anlaufstellen für digitale Informationsservices eines Faches. Die wachsende digitale Infrastruktur der UB ermöglicht zudem einen Zugriff auf Forschungsdaten weltweit sowie auf digitale Lehr- und Lernmaterialien.</p><p><a href="/pt/einrichtungen/universitaetsbibliothek/" class="internal-link">Website der UB</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-102029</guid><pubDate>Thu, 21 Dec 2023 11:00:08 +0100</pubDate><title>Wer gute Noten schreibt, ist in der Regel auch beliebt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=102029&amp;cHash=b36e0b92150543d65bdd5aed4cde4746</link><description>Studie der Universität Tübingen zeigt, dass – entgegen vielen Klischees – leistungsstarke Schülerinnen und Schüler gut in ihren Klassen integriert sind</description><content:encoded><![CDATA[<p>Stereotype über unbeliebte Streberinnen und Streber halten sich hartnäckig – nicht zuletzt aufgrund einer häufig klischeehaften Darstellung in den Medien. Ein Forschungsteam vom Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen und dem Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) an der Humboldt-Universität zu Berlin hat nun anhand von Daten einer großangelegten Studie untersucht, wie es tatsächlich um die soziale Integration von leistungsstarken Schülerinnen und Schülern steht. Dr. Claudia Neuendorf, die inzwischen an der Universität Potsdam forscht, leitete das Projekt.</p><p>Das Ergebnis: Jugendliche, die gute Schulleistungen erbringen, sind in der Regel auch besser in ihre Klassen integriert als solche, die schlechter abschneiden. Außerdem werden leistungsstarke Schülerinnen und Schüler wesentlich häufiger um Hilfe gebeten als leistungsschwächere. Am deutlichsten ausgeprägt ist dies bei jenen Jungen und Mädchen, die in mehreren Fächern leistungsstark sind. Diese Erkenntnisse widersprechen dem weitverbreiteten Klischee, wonach Heranwachsende mit guten schulischen Leistungen vermehrt Hänseleien ausgesetzt und eher Einzelgängerinnen und Einzelgänger sind.</p><p>Für ihre Studie untersuchten Neuendorf und ihr Team die Daten aus dem IQB-Bildungstrend von etwa 45.000 Schülerinnen und Schülern der neunten Jahrgangsstufe in Deutschland. Ziel war es, einen Zusammenhang zwischen schulischer Leistung und mehreren Facetten der sozialen Integration, wie Freundschaft, Akzeptanz, Kontakt und subjektive Integration, herzustellen.</p><p>Für die ersten drei Facetten wurden die Schülerinnen und Schüler konkret gefragt, wer ihre Freunde in der Klasse sind. Aus den Antworten konnten dann soziometrische Maße berechnet werden, zum Beispiel wie beliebt jemand ist, von wie vielen er oder sie um Hilfe gefragt wird, wer eher abgelehnt wird („Neben wem möchtest du nicht sitzen?“) und wieviele reziproke Freundschaften jemand hat. Die subjektive Integration wurde über psychometrische Maße festgestellt, das heißt, die Schülerinnen und Schüler wurden gefragt, wie gut integriert sie sich selbst fühlen.</p><p>Dabei interessierte die Bildungsforschenden auch, wie die Situation bei Jungen und Mädchen ist, die gute Leistungen in Fächern erbringen, die dem jeweils anderen Geschlechterstereotyp zugeordnet werden. Sie gelangten zu der Erkenntnis, dass auch Jungen, die leistungsstark in Sprachen und Biologie sind, und Mädchen, die gut in Mathematik und Physik sind, eine gute soziale Integration aufweisen.</p><p>„Die Botschaft unserer Studie lautet, dass viele leistungsstarke Kinder sehr gut sozial integriert sind, unabhängig davon, ob ihre Leistungen vermeintlich genderkonform oder non-konform sind“, sagt Neuendorf. „Diese Erkenntnis ist hoffentlich ein weiterer Baustein, um Ängste und Vorurteile in der Hinsicht abzubauen.“ Die Bildungsforscherin betont, dass Stereotype aller Art in allen Bereichen der Gesellschaft aufgelöst werden müssen, damit Kinder und Jugendliche unabhängig von ihrem Geschlecht ihr Potenzial entfalten können. Damit dies gelingt, sollten sich Lehrkräfte, Eltern, Medienschaffende, aber auch die Wissenschaft dafür einsetzen, dass Stereotype sich nicht verfestigen.</p><p><strong>Publikation:</strong><br> Neuendorf, C. &amp; Jansen. M. (2023). <span lang="en" dir="ltr">Comparing different facets of the social integration of high-achieving students in their classroom: No gender stereotyping, but some non-linear relationships. Journal of Educational Psychology, 115(4), 609-623.&nbsp;</span><a href="https://dx.doi.org/10.1037/edu0000778" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://dx.doi.org/10.1037/edu0000778</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-101744</guid><pubDate>Thu, 14 Dec 2023 10:46:04 +0100</pubDate><title>„Die Sicherheit Israels ist unsere Verpflichtung. Deutschland weiß das.”	</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=101744&amp;cHash=9040e558830e76409aa113de847d8de7</link><description>Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen zeichnet Robert Habeck für die ‚Rede des Jahres‘ 2023 aus</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Jury des Seminars für Allgemeine Rhetorik an der Universität Tübingen verleiht Dr. Robert Habeck die Auszeichnung ‚Rede des Jahres 2023‘ für seine Video-Ansprache zu <em>Israel und Antisemitismus </em>am 1. November 2023. Sie ist ein Musterbeispiel für eine engagierte und bedeutsame politische Rede. Mit Verve und hoher Emotionalität verteidigt Habeck das Existenzrecht Israels und legt damit ein eindringliches Votum für die besondere Verantwortung Deutschlands ab.</p><p>Der 7. Oktober stellte nicht nur für Israel, sondern auch für Deutschland eine gravierende Zäsur dar. An diesem Tag griff die palästinensische Terrororganisation Hamas Israel an. In Deutschland gab es zuletzt Anschläge auf Synagogen und jüdische Mitmenschen, israelische Flaggen wurden verbrannt, immer verworrenere Narrative wurden gestreut und trugen zu einer aufgeheizten Stimmung in Politik und Gesellschaft bei.&nbsp;</p><p>Nach gut drei Wochen ergriff Vizekanzler Robert Habeck das Wort. Er wolle einen Beitrag dazu leisten, die Debatte zu entwirren – „Zu viel scheint mir zu schnell vermischt zu werden.” Diese Rede drängte sich aufgrund der gesellschaftlichen Notlage auf und wurde geradezu herbeigesehnt. In diesem Spannungsfeld tritt Habeck als rhetorischer Akteur mit einem selbstbewussten und klaren Statement auf und macht sich zum Sprachrohr gesamtgesellschaftlicher Verantwortung.<br> In seiner Video-Ansprache äußert sich Habeck zu Israel und dem Antisemitismus. In einem zweifachen Plädoyer bekräftigt er einerseits das Existenzrecht Israels und dessen Recht auf Verteidigung und erteilt anderseits dem Antisemitismus innerhalb Deutschlands eine klare Absage: „Antisemitismus ist in keiner Gestalt zu tolerieren – in keiner.”&nbsp;</p><p>Habeck greift in seiner Argumentation grundlegende Werte wie die historische Verantwortung Deutschlands oder auch den Toleranz-Gedanken auf, den er jedoch von einem falschverstandenen, beliebigen abgrenzt. Er ordnet mit seinen knappen Sätzen analytisch die Lage und erzeugt Anschaulichkeit durch tagesaktuelle und persönliche Beispiele. „Ein jüdischer Freund berichtete mir von seiner Angst, seiner schieren Verzweiflung, seinem Gefühl von Einsamkeit. […] Heute hier, in Deutschland. Fast 80 Jahre nach dem Holocaust.” Eindringlich wirken diese Passagen, weil sie durch den Einsatz rhetorischer Stilmittel, Parallelismen, Wiederholungen und Antithesen den Inhalt hervorheben. Habecks Text ist bewusst komponiert und wirkt doch natürlich. Mit Kürze und Klarheit in Wortwahl und Satzbau präsentiert Habeck ein unmissverständliches Statement in einer schwierigen Problemlage – und bietet damit politische Führung. Kritik, auch ins eigene politische Milieu, wird dabei nicht ausgespart: „Es braucht jetzt Klarheit, kein Verwischen.” Dabei betont er auch das Leid der Menschen in Gaza und fordert den Schutz der Zivilbevölkerung. Gleichzeitig rechtfertige dies jedoch keinen Antisemitismus.&nbsp;</p><p>Mit seiner Ansprache tritt Robert Habeck als mitfühlender Denker auf, als Politiker und Mitbürger, der seinem persönlichen Anliegen Ausdruck verleihen will. Er artikuliert Gefühle wie Angst, Schmerz und Verzweiflung überzeugend und authentisch. Er kombiniert Emotionen und Argumente zu einer überaus wirkungsvollen Rede, die in eindrückliche Appelle mündet. Differenzierung und Rationalität für die Debatte seien das Gebot der Stunde. Am verfassungsrechtlichen Grundkonsens dürfe man nicht rütteln: „Das Existenzrecht Israels darf nicht relativiert werden. Die Sicherheit Israels ist unsere Verpflichtung. Deutschland weiß das.”</p><p>Hohe publizistische Wirkung und einhelliges Lob in allen politischen Lagern entfaltete das zehnminütige Statement auch aufgrund seiner zeitgemäßen Inszenierung für Social Media: Mit seiner Nahaufnahme im Hochformat und mehrsprachigen Untertiteln verbindet es klassische und moderne Elemente der überzeugenden Rede und weist auf eine Veränderung der Rede- und Debattenkultur hin. Beispielhaft verkörpert Robert Habeck diese Entwicklung und verdient sich mit seiner Video-Ansprache den Preis ‚Rede des Jahres 2023’.&nbsp;</p><p>Seit 1998 vergibt das Seminar für Allgemeine Rhetorik die Auszeichnung ‚Rede des Jahres’. Mit diesem Preis würdigt das Seminar jährlich eine Rede, die die politische, soziale oder kulturelle Diskussion entscheidend beeinflusst hat. Kriterien für die Jury sind u.a. inhaltliche Relevanz, Vortragsstil, Elaboriertheit sowie publizistische Wirkung.&nbsp;</p><p><strong>Video der Rede</strong><a href="https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Videos/2023-some/231101-israel-und-antisemitismus/video.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">BMWK</a><br><strong>Text der Rede </strong><a href="https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Downloads/M-O/manuskripte-habeck-ueber-israel-und-antisemitismus-de.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=4" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">BMWK (Datei-Upload)</a></p><h3>Jury</h3><p>Jutta Beck M.A., Lukas Beck M.A., Selina Bernarding M.A., Dr. Fabian Erhardt, Dr. Markus Gottschling, Rebecca Kiderlen M.A., Prof. Dr. Joachim Knape, Prof. Dr. Olaf Kramer, Evelyn Krutsch, Dr. Frank Schuhmacher, Prof. Dr. Dietmar Till, Dr. Thomas Zinsmaier</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-101117</guid><pubDate>Thu, 30 Nov 2023 15:01:42 +0100</pubDate><title>Emotionale Erfahrungen von Schülerinnen und Schülern verschlechtern sich im Laufe der Schulzeit</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=101117&amp;cHash=d3390d11c22dedd2ab3605dcf255b81c</link><description>Studie der Universität Tübingen bringt neue Erkenntnisse zum Zusammenhang von Gefühlsempfindungen und schulischem Erfolg bei Jugendlichen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Im Laufe ihrer Schulzeit durchleben Schülerinnen und Schüler verschiedenste Emotionen. Dazu zählen positive Empfindungen wie Freude und Stolz, aber auch negative wie Langeweile oder Frust. Solch unterschiedliche Gefühlsempfindungen sind wichtig für die Entwicklung von Heranwachsenden. Wie verändern sie sich, wenn die Jungen und Mädchen älter werden?</p><p>Ein Forschungsteam um Professorin Michiko Sakaki und Professor Kou Murayama vom Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen hat nun analysiert, wie das Erleben dieser Emotionen und die schulischen Leistungen von Heranwachsenden in Mathematik miteinander in Verbindung stehen. Ihre Erkenntnis: Mit zunehmendem Alter erleben die Schülerinnen und Schüler immer weniger positive Emotionen, die negativen hingegen werden häufiger. Zudem zeigte sich, dass Jugendliche, bei denen diese Entwicklung nicht so stark ausgeprägt war, ihre schulischen Leistungen tendenziell verbesserten.</p><p>Konkret bedeutet dies, dass Schülerinnen und Schüler mit höheren Leistungen zu Beginn der Sekundarstufe, in der Klassenstufe fünf, stärkere positive und schwächere negative Emotionen erlebten im Vergleich zu Heranwachsenden mit niedrigeren Leistungen. Außerdem wiesen Schülerinnen und Schüler mit mehr positiven und weniger negativen Emotionen zu Beginn der Sekundarstufe in den folgenden fünf Jahren einen größeren Leistungszuwachs auf.</p><p>Für die Studie analysierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Daten von 3.425 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen fünf bis neun an Haupt- und Realschulen sowie an Gymnasien in Bayern. Die Heranwachsenden wurden von 2002 bis 2006 jährlich zu ihren Emotionen in Bezug auf die Schule befragt.</p><p>„Die Ergebnisse unserer Studie unterstreichen die Bedeutung von Emotionen für das Lernen und legen nahe, dass es wichtig ist, positive Emotionen zu fördern und negative Emotionen zu vermeiden, um Kinder und Jugendliche in ihrer schulischen Laufbahn bestmöglich zu unterstützen“, erklärt Sakaki. Die Bildungsforscherin unterstreicht auch die Bedeutung des Interesses der Schülerinnen und Schüler am Lernen. Ihre Ergebnisse zeigen, dass Heranwachsende, die ein hohes Maß an Interesse aufrechterhalten, mit größerer Wahrscheinlichkeit positive Emotionen beibehalten und im Laufe der Zeit weniger wahrscheinlich negative Emotionen entwickeln. Ihre Schlussfolgerung: „Es ist wichtig, das Interesse der Kinder und Jugendlichen an Lerninhalten zu fördern, um ihr emotionales Wohlbefinden und ihre Leistungen zu unterstützen.“</p><p><strong>Originalpublikation:</strong><br> Sakaki, M., Murayama, K., Frenzel, A. C., Goetz, T., Marsh, H. W., Lichtenfeld, S., &amp; Pekrun, R. (2023). Developmental trajectories of achievement emotions in mathematics during adolescence. Child Development. Advance Online Publication. <a href="https://doi.org/10.1111/cdev.13996" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1111/cdev.13996</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-100493</guid><pubDate>Fri, 17 Nov 2023 11:18:30 +0100</pubDate><title>Zum 1.12.2023: Edith Hein neue Geschäftsführerin des Studierendenwerkes</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=100493&amp;cHash=808e46291fc84cf4e29c1ca89054a3dc</link><description>Anliegen von Studierenden und bezahlbarer Wohnraum im Fokus / Hochschulregion Tübingen-Hohenheim freut sich auf gute Zusammenarbeit</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kundenorientierung und Servicequalität für Studierende, Unterstützungsangebote, bezahlbarer Wohnraum und noch einiges mehr. &nbsp;Mit diesen Zielen übernimmt die Diplom-Kauffrau Edith Hein zum 1.12.2023 die Geschäftsführung des Studierendenwerkes (StuWe) Tübingen-Hohenheim von ihrem Vorgänger Oliver Schill. „Dabei baue ich vor allem auf meine künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, erklärt die designierte Geschäftsführerin. „Angesichts der veränderten Lebenswirklichkeit von Studierenden und mit Blick auf wirtschaftliche Herausforderungen wie steigenden Baukosten und Inflation, lassen sich solche Pläne vor allem dann verwirklichen, wenn wir uns als Team verstehen.“ Zu Beginn ihrer Amtszeit plant sie einen Besuch bei allen Einrichtungen des StuWe zum Austausch mit den Beschäftigten.&nbsp;</strong></p><p>„Die Arbeit des Studierendenwerkes ist ein ganz wesentlicher Faktor, um unseren Studierenden ein gutes Umfeld und ein erfolgreiches Studium zu ermöglichen“, betont Prof. Dr. Peter Grathwohl, Vorsitzender des StuWe-Verwaltungsrats. Die Rektorin der Universität Tübingen, Prof. Dr. Karla Pollmann, unterstreicht: „Die Dienstleistungen des Studierendenwerks, vom Betrieb der Wohnheime und Mensen über Kinderbetreuung bis hin zur Beratung in Krisensituationen, sind für den Erfolg der Hochschulen von essentieller Bedeutung. Wir freuen uns deshalb sehr auf die wichtige Zusammenarbeit mit Frau Hein als neuer Geschäftsführerin und wünschen ihr einen guten Start.“</p><p>"Die vielen Ideen von Frau Hein spiegeln ihren Anspruch, dass sie das studentische Leben in der Hochschulregion bereichern und neue Impulse setzen will“, ergänzt Prof. Dr. Stephan Dabbert, Rektor der Universität Hohenheim. "Wir sehen einer engen und fruchtbaren Zusammenarbeit entgegen und sind überzeugt, dass sie die Herausforderungen unserer Zeit meistern wird."</p><p>Dank richtet der Verwaltungsrat des Studierendenwerkes auch an den scheidenden Geschäftsführer Oliver Schill. Dieser hatte im Jahr 2005 zunächst die Leitung des Studentenwerks in Hohenheim übernommen und wurde dann zum Geschäftsführer der ab dem 1.1.2007 fusionierten Studentenwerke Tübingen und Hohenheim bestellt.</p><h3>Neue Geschäftsführerin baut auf Erfahrung mit Studierenden und Sozialthemen</h3><p>Nach einem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Trier, welches sie 1999 als Diplom-Kauffrau abschloss, startete Edith Hein ihre berufliche Laufbahn bei einem Träger von Kranken- und Pflegeeinrichtungen und beim Diözesan-Caritasverband Trier. Nach langjähriger Tätigkeit beim Bistum Aachen konnte sie drei Jahre Erfahrung als stellvertretende Geschäftsführerin beim Studierendenwerk Trier sammeln.&nbsp;</p><p>Weiterhin bringt sie Industrieerfahrung mit – von Dezember 2021 bis zu ihrer aktuellen Berufung war sie als kaufmännische Leiterin und Prokuristin für die Firmen Robert Aebi Landtechnik GmbH (Landmaschinen) und werwie GmbH (Straßenbaumaschinen) verantwortlich.</p><h3>„Studierendenwerk muss auf veränderte Lebenswirklichkeiten reagieren“</h3><p>"Unsere Aufgabe ist es, den Studierenden nicht nur Dienstleistungen anzubieten, sondern ihnen ein Umfeld zu schaffen, in dem sie zufrieden und erfolgreich studieren können," betont Edith Hein. "Ein wesentlicher Aspekt dabei ist bezahlbarer Wohnraum. Dies ist insbesondere für unsere internationalen Studierenden von höchster Priorität.“ Ebenfalls wichtig sei die Verbesserung und – wenn möglich – Ausweitung von Unterstützungs-Angeboten wie Kita-Plätzen, BAföG-Beratung sowie die beratende Unterstützung in schwierigen Lebenslagen.</p><p>"Außerdem müssen wir uns daran anpassen, dass sich die Lebenswirklichkeit der Studierenden z.B. durch Digitalisierung und flexiblere Studiengewohnheiten verändert hat. Für uns könnte das z.B. bedeuten, die Gastronomieangebote zu flexibilisieren, um auf veränderte Bedürfnisse zu reagieren."</p><h3>„Wir werden Gestaltungsspielräume zum Wohle der Studierenden nutzen“&nbsp;</h3><p>Gleichzeitig stelle die gesamtwirtschaftliche Situation gerade die Studierendenwerke vor neue Herausforderungen: „Die guten Jahre für Bauherren sind vorbei. Baufinanzierung und Inflation werden ein großes Thema. Für uns bedeutet das einen Spagat: Wir müssen Wege finden unsere Ziele zu erreichen, ohne die Studierenden bei den Studierendenwerksbeiträgen über die Maße zu strapazieren.“</p><p>Vor diesem Hintergrund richtet Frau Hein einen besonderen Dank an ihren Vorgänger: „Herr Schill hat das Studierendenwerk mit viel Kompetenz geführt und hinterlässt ein wirtschaftlich sehr gut bestelltes Haus. Für uns eröffnet das einen gewissen Gestaltungsspielraum, den es zum Wohle der Studierenden zu nutzen gilt."</p><h3>„Der Wert jedes Einzelnen in unserem Team ist der Schlüssel zum Erfolg“</h3><p>Als entscheidend für das Gelingen ihrer Ziele sieht Edith Hein jedoch die Kreativität und Begeisterungsfähigkeit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. "Ich freue mich sehr darauf, all die großartigen Teams an unseren Standorten und Einrichtungen persönlich kennenzulernen und den direkten Dialog zu suchen“, so Edith Hein. "Wir alle leisten mit unserer Arbeit einen wichtigen Dienst an der Gesellschaft und einer jungen, hoffnungsvollen Generation. Ein starkes Gemeinschaftsgefühl und das Wissen um den Wert jedes Einzelnen in unserem Team sind der Schlüssel zum Erfolg."&nbsp;</p><p><strong>Weitere Informationen</strong><br><a href="https://www.my-stuwe.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Studierendenwerk Tübingen-Hohenheim</a></p><p class="align-right">Pressemitteilung Verwaltungsrat des Studierendenwerkes Tübingen-Hohenheim</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-100319</guid><pubDate>Tue, 14 Nov 2023 09:19:36 +0100</pubDate><title>Deutschlands KI-Nachwuchs beim Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz ausgezeichnet </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=100319&amp;cHash=348a6db2356839b94eb4862a7f66e9cf</link><description>Ob Fake-Fotos entlarven, Igel vor dem Mähroboter schützen oder Lebensmittel retten – die Gewinnerteams 2023 wollen mit KI gesellschaftliche und ökologische Probleme lösen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Insgesamt zehn Schülerteams sind am 10. November beim Finale des 5. Bundeswettbewerbs für Künstliche Intelligenz (BWKI) in Tübingen mit ihren eingereichten KI-Projekten angetreten</p><p>Der mit 1.500 Euro dotierte Hauptgewinn ging in diesem Jahr an Jonathan Reinhard und das Team „Brainhome“ aus Göttingen. Der 19-Jährige hat eine KI entwickelt, mit der sich beispielsweise Türen öffnen oder Heizungen regulieren lassen, ohne Hände oder Sprachbefehle zu nutzen. Stattdessen übersetzt ein Algorithmus Gedanken in Signale. Dafür hat Jonathan Reinhard eine EEG-Kappe entworfen, die im Vergleich zu herkömmlichen Modellen viel kostengünstiger ist. Zukünftig soll damit schwerstbehinderten oder gelähmten Menschen der Alltag erleichtert werden. Sein Projekt überraschte die Jury nicht nur durch die weitentwickelte KI, sondern darüber hinaus mit einer ungewöhnlich ausgereiften Elektrotechnik. Der Schüler aus Niedersachsen erhält zudem einen Praktikumsplatz bei der Hightechfirma Fanuc im Bereich Industrieautomatisierung.</p><p>Den mit 500 Euro dotierten Preis in der Sonderkategorie „Umwelt und Nachhaltigkeit“ erhalten dieses Jahr zwei Gewinnerteams:</p><p>Leonie Weiss, Philip Synowiec, Paula Juhasz-Böss und Amelie Hettl aus Regensburg wollen mit ihrem intelligenten Algorithmus „Demand Detective“ den Absatz von Lebensmitteln im Supermarkt vorhersagen und entsprechende Einkaufsempfehlungen geben. Damit möchten die zwischen 15 und 17 Jahre alten Schülerinnen und Schüler Lebensmittel retten und Ressourcen sparen.</p><p>Marcel Decker, Max Schmidt und Jacob Bürkle aus Langen erhielten die Auszeichnung für ihr Projekt „Kenergy“. Die KI der 18- und 19-jährigen Schüler aus Hessen errechnet schnell und günstig den Ertrag an Solarenergie für das eigene Hausdach.</p><p>Sebastian Albert ging als Sieger in der Sonderkategorie „Hardware“ hervor. Angetreten als „Igelretter“, entwickelte der 20-Jährige aus March bei Freiburg einen Algorithmus, der mit Hilfe eines Aufsatzes am Mähroboter Igel erkennt und diesen ausweicht. Er schützt sie so vor dem qualvollen Tod. Ausgezeichnet wurde das Projekt mit einem Geldpreis in Höhe von 750 Euro.</p><p>Den Nachwuchspreis erhielt das Team „Synthetic Eye“, bestehend aus Jakob Heldt und Noah Brömme von der German International School in New York. Die 16-Jährigen leisten mit ihrer KI einen Beitrag, um echte von manipulierten Bildern zu unterscheiden – und damit Fake News zu entlarven. Dafür erhielten die beiden in den USA lebenden Schüler einen Geldpreis in Höhe von 500 Euro sowie einen Onlinekurs für maschinelles Lernen. Mit dem Team aus New York befand sich erstmals eine Deutsche Auslandsschule unter den Teilnehmenden.</p><p>Wer nicht vor Ort sein konnte, hatte die Chance, die Veranstaltung live auf YouTube zu verfolgen – und konnte in der Kategorie Publikumspreis für ein Favoritenteam abstimmen. Der Publikumspreis ist mit 500 Euro dotiert und ging an das Team „Kernergy“ aus Langen. Damit konnten sich Jacob Bürkle, Marcel Decker und Max Schmidt an diesem Abend gleich über zwei Preise freuen.</p><p>Das Copernicus-Gymnasium Norderstedt in Schleswig-Holstein sicherte sich den Titel „KI-Schule des Jahres“ für die besonders aktive Teilnahme ihrer 11. Klasse am kostenlosen KI-Kurs des BWKI (<a href="https://ki-kurs.org" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://ki-kurs.org</a>). Als Anerkennung werden die Schülerinnen und Schüler mit von FESTO gesponserten Programmiersets ausgestattet.</p><p>Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen waren im Rahmen des Bundeswettbewerbs Künstliche Intelligenz das fünfte Jahr in Folge dazu aufgerufen, alleine oder im Team mit bis zu vier Personen ein eigenes KI-Projekt zu entwickeln und damit einen positiven Beitrag für Mensch und Umwelt zu leisten. Nach der Anmeldung der Projektideen im Frühjahr 2023 hatten die Jugendlichen ein halbes Jahr Zeit, diese umzusetzen. Zehn Teams qualifizierten sich für das Finale in Tübingen am 10. November, das dieses Jahr im Rahmen des Wissenschaftsfestivals Science &amp; Innovation Days der Universität Tübingen stattfand. Die Teams hatten die Chance, eine hochkarätige Jury von ihren Projekten zu überzeugen.</p><p>In der Jury des Wettbewerbes waren in diesem Jahr vertreten: Dr. Philip Häusser (Physiker und Moderator), Prof. Dr. Matthias Bethge (Direktor des Tübingen AI Center), Dr. Wieland Brendel (ELLIS Institute Tübingen, Tübingen AI Center, Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Tübingen) und Prof. Dr. Bernhard Schölkopf (Direktor Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Tübingen), Meike Ramón (Kognitive Neurowissenschaftlerin und Expertin auf dem Gebiet der Visuellen Wahrnehmung und Gesichtserkennung, Universität Lausanne), Ute Wilhelmsen (Meeresbiologin und Wissenschaftsjournalistin), Kenza Ait Si Abbou (Ingenieurin, Managerin und Autorin zu KI und Robotik), Markus Mauder (Lead Data Scientist der ZEISS Gruppe), Sophie Plötz (Expertin für „KI in der Schule“ beim KI-Campus), Elie Khouriy (Gruppenleiter BOSCH Research), Pina Merkert (Redakteurin beim c’t Magazin und Makerin), Jan Seyler (Bereichsleitung und Entwicklung FESTO), Christoph Schumann (Informatiklehrer und Mitbegründer der KI-Organisation LAION), sowie Thomas Sedlmeyr und Theo Döllmann als BWKI-Alumni.</p><p>Der Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz wird im kommenden Jahr erneut ausgeschrieben. Hauptförderer des Wettbewerbs ist die Carl-Zeiss-Stiftung. Der Wettbewerb wurde zudem von Bosch, Festo, Fanuc, dem Verlagshaus Droemer und Knaur sowie dem c’t Magazin unterstützt und in Kooperation mit der Hochschule der Medien Stuttgart, IT4Kids und der Deutschen Allianz Meeresforschung durchgeführt.</p><h3>Über den Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz</h3><p>Der BWKI möchte Schülerinnen und Schüler motivieren, eigene Ideen für eine bessere Welt von morgen mithilfe von Künstlicher Intelligenz umzusetzen. Der Bundeswettbewerb wurde 2018 am KI-Forschungsstandort Tübingen durch Prof. Dr. Matthias Bethge (Direktor des Tübingen AI Center), Dr. Wieland Brendel (ELLIS Institute Tübingen, Tübingen AI Center, Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Tübingen) und Prof. Dr. Bernhard Schölkopf (Direktor Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme Tübingen) ins Leben gerufen und ermöglicht seitdem Jugendlichen, ihr Können aktiv im KI-Forschungsumfeld unter Beweis zu stellen.<br> Mehr Infos unter: <a href="https://bw-ki.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bw-ki.de</a></p><h3>Über das Tübingen AI Center&nbsp;</h3><p>Der Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz ist ein Outreach-Projekt des Tübingen AI Center. Das KI-Zentrum ist eine Einrichtung der Universität Tübingen in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, gefördert vom Forschungsministerium Baden-Württemberg und Bundesministerium für Bildung und Forschung. Ziel der Forschenden ist die Weiterentwicklung robuster lernender Systeme. Gleichzeitig sollen maschinelle Entscheidungsprozesse besser interpretierbar und fairer werden. Grundlagenforschung wird mit Transfer und Ausbildung verknüpft. Gemeinsam mit anderen Forschenden in Europa soll ein Beitrag für gesellschaftlich wertvolle Technologien als “AI made in Europe” geleistet werden.<br> Mehr Infos unter:<a href="http:// https://tuebingen.ai" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">&nbsp;https://tuebingen.ai</a></p><h3>Über die Carl-Zeiss-Stiftung</h3><p>Die Carl-Zeiss-Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, Freiräume für wissenschaftliche Durchbrüche zu schaffen. Als Partner exzellenter Wissenschaft unterstützt sie sowohl Grundlagenforschung als auch anwendungsorientierte Forschung und Lehre in den MINT-Fachbereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). 1889 von dem Physiker und Mathematiker Ernst Abbe gegründet, ist die Carl-Zeiss-Stiftung eine der ältesten und größten privaten wissenschaftsfördernden Stiftungen in Deutschland. Sie ist alleinige Eigentümerin der Carl Zeiss AG und SCHOTT AG. Ihre Projekte werden aus den Dividendenausschüttungen der beiden Stiftungsunternehmen finanziert.<br> Mehr Infos unter: <a href="https://carl-zeiss-stiftung.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://carl-zeiss-stiftung.de</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-100259</guid><pubDate>Mon, 13 Nov 2023 14:51:47 +0100</pubDate><title>Studieninfotag 2023 an der Universität Tübingen </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=100259&amp;cHash=b0718440794ad481a6412be5c93642f4</link><description>Studieninteressierte erhalten Einblick in die Studienfächer der Universität Tübingen – 7.000 Besucherinnen und Besucher werden erwartet</description><content:encoded><![CDATA[<p>Beim Studieninfotag am Mittwoch, den 22. November 2023, können sich Schülerinnen und Schüler der Oberstufe erstmals seit der Corona-Pandemie wieder vor Ort über das vielfältige Studienangebot der Universität Tübingen informieren. Die Universität Tübingen ist eine moderne Spitzenuniversität mit langer Tradition. An sieben Fakultäten bietet sie heute mehr als 200 Studiengänge an – von Ägyptologie bis Zahnmedizin. Mit seinem umfassenden Angebot bietet der Studieninfotag Gelegenheit, erste Einblicke in Themen, Voraussetzungen sowie berufliche Perspektiven von einem oder mehreren Fächern zu gewinnen. Erwartet werden etwa 7.000 Studieninteressierte.</p><p>Vormittags können die Schülerinnen und Schüler an zwei zentralen Veranstaltungsorten, dem Campus Tal (Neue Aula, Kupferbau, Infozelt) und dem Campus Morgenstelle (Hörsaalzentrum Morgenstelle), über 80 Kurzvorträge und rund 50 Infostände verschiedener Fächer besuchen. Zudem gibt es Vorträge zu fächerübergreifenden Themen wie Studienwahl, Lehramtsstudium, Studienfinanzierung (BAföG) oder Auslandssemester.&nbsp;</p><p>Das Programm beginnt um 9.00 Uhr mit dem Infomarkt und Vorträgen – alle Angebote der Geistes- und Kulturwissenschaften, Theologien, Wirtschafts-, Sozial-, Sport- und Rechtswissenschaft sowie Psychologie finden auf dem Campus Tal, alle Angebote zu den Naturwissenschaften, Medizin und Gesundheitswissenschaften auf dem Campus Morgenstelle statt.</p><p>Am Nachmittag (ab 13:00 Uhr bis ca. 16:00 Uhr) sind Studieninteressierte herzlich eingeladen, an den vielfältigen Aktivitäten in Instituten und Lehrgebäuden der Fächer teilzunehmen und Studierende oder Lehrende persönlich kennenzulernen, z.B. in Seminaren, Vorlesungen, Labor- und Institutsführungen. Die Fächer bieten so einen Einblick in Studium und Forschung.</p><p>Zwischen dem Tübinger Hauptbahnhof und den Veranstaltungsorten Neue Aula, Kupferbau sowie Hörsaalzentrum (und zurück) verkehren am Studieninfotag im Zehnminutentakt kostenlose Shuttlebusse.</p><p>Die Kapazität der Züge auf den Bahnstrecken in Richtung Tübingen kann für den Studieninfotag leider nicht erhöht werden, so dass auf den regulären Pendlerstrecken in Richtung Tübingen am 22. November voraussichtlich mit sehr hoher Auslastung zu rechnen ist. Allen nach Tübingen anreisenden Schülerinnen und Schülern sowie beruflichen Pendlerinnen und Pendlern wird empfohlen, genügend Zeit einzuplanen oder gegebenenfalls auf Alternativen auszuweichen.</p><p>Das Programm sowie weitere Hinweise zur Anreise finden Sie unter <a href="http://www.uni-tuebingen.de/studieninfotag" target="_blank" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de/studieninfotag</a>&nbsp;<br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-99980</guid><pubDate>Mon, 06 Nov 2023 11:32:57 +0100</pubDate><title>Symposion befasst sich mit der Universität der Zukunft</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=99980&amp;cHash=2bf2346682d80c0d888a99409737eaee</link><description>Tagung an der Universität Tübingen mit zahlreichen Fachleuten aus dem In- und Ausland – Künftige Entwicklung von Forschung, Lehre, Hochschulbau und Wissenstransfer unter den Themen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Mehr als 40 Fachleute aus dem In- und Ausland werden am 11. November in Tübingen über die Zukunftsperspektiven der Universität als Institution diskutieren. „Die Herausforderungen, vor denen die Wissenschaft und die Universitäten im frühen 21. Jahrhundert stehen, sind evident“, sagte die Rektorin der Universität Tübingen, Professorin Karla Pollmann. „Gesellschaft und Wirtschaft befinden sich in einem schwierigen Transformationsprozess und die Universitäten sind mittendrin. Ich habe daher zu Beginn dieses Jahres entschieden, Fachleute aus aller Welt nach Tübingen einzuladen, um mit ihnen über die Zukunft und Perspektiven der Universität zu sprechen.“</p><p><strong>Das Symposion „University of the Future“ findet statt am</strong></p><p><strong>Samstag, 11. November 2023,<br> 10.30-19.00 Uhr<br> Alte Aula der Universität<br> Münzgasse 30<br> 72070 Tübingen</strong></p><p>Den Eröffnungsvortrag hält die Transformationsforscherin Dr. Maja Göpel. Weitere Vorträge und Diskussionen drehen sich unter anderem um die Zukunft von Forschung und Lehre, Transfer und Translation von Wissen, Hochschulbau und Nachhaltigkeit, die Rolle der Geisteswissenschaften im 21. Jahrhundert, Wissenschaftskommunikation sowie die künftige Rolle von Universitätsbibliotheken.</p><p>Das Symposion ist nicht allgemein öffentlich. Die Konferenzsprache ist Englisch. Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen. Wir bitten um Anmeldung bei der Hochschulkommunikation der Universität Tübingen.</p><p>Das vollständige Programm der Tagung finden Sie hier: <a href="http://www.uni-tuebingen.de/future-symposium" target="_blank" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de/future-symposium</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-99962</guid><pubDate>Fri, 03 Nov 2023 10:58:52 +0100</pubDate><title>Instrumentensammlung „Klangkörper“ künftig in Dauerausstellung zu sehen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=99962&amp;cHash=4598d2511d0d0966a17026e613bd6ce1</link><description>Kooperationsprojekt des MUT und der Musikwissenschaft anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Musikwissenschaftlichen Instituts - Ausstellungseröffnung am 9. November</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen beherbergt die umfangreichste Sammlung historischer Blasinstrumente an einer deutschen Universität. Sie wird in Forschung und Lehre für die Instrumentenkunde (Organologie) genutzt, eine der traditionellen Disziplinen der Musikwissenschaft. Die Musikinstrumentensammlung „Klangkörper“ stammt größtenteils aus der Stiftung und Sammlung Dr. h. c. Karl Ventzke. Der Sammler Karl Ventzke (1933–2005) forschte selbst zu Blasinstrumenten des 19. Jahrhunderts und erhielt dafür 1999 auch die Ehrenpromotion der Universität Tübingen.</p><p>Zum 100-jährigen Jubiläum des Musikwissenschaftlichen Instituts wurden die historischen Vitrinen aus dem Bestand des Museums der Universität Tübingen MUT von Stephan Potengowski und Gottfried Schubert restauriert. Im ebenfalls frisch renovierten Foyer des Pfleghofs ist nun ein elegantes Ambiente entstanden, in dem die Musikinstrumentensammlung „Klangkörper“ ab 9. November 2023 in einer kostenlos zugänglichen Dauerausstellung präsentiert wird.<br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-99821</guid><pubDate>Thu, 02 Nov 2023 09:00:00 +0100</pubDate><title>Als in Europa hornlose Nashörner lebten</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=99821&amp;cHash=f6ae234fc627a7e6dc0e6c994d8a33e4</link><description>Internationales Forschungsteam analysiert fossile Schädel und bestimmt Arten neu: Die Verwandten heutiger Nashörner trugen keine Hörner und starben vor fünf Millionen Jahren aus</description><content:encoded><![CDATA[<p>Tübinger Paläontologen haben eine in Vergessenheit geratene Nashorn-Gattung neu definiert:<em> Eochilotherium </em>lebte vor mehr als fünf Millionen Jahren und trug kein Horn. Hornlose Nashörner als Vorfahren heutiger Arten waren bereits bekannt. Ein internationales Forschungsteam aus Deutschland, Griechenland, Bulgarien und Südafrika zeigt im <span lang="en" dir="ltr"><em>Journal of Vertebrate Paleontology</em></span>, dass diese diverser waren als bislang gedacht. Panagiotis Kampouridis vom <span lang="en" dir="ltr">Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> an der Universität Tübingen untersuchte dafür aus Museumssammlungen stammende, fossile Schädel hornloser Nashörner.</p><p>Heutige Nashörner tragen die charakteristischen Hörner auf Nase und/oder Stirn und leben in Afrika und Asien. Drei der fünf Arten sind derzeit vom Aussterben bedroht. In der 40 Millionen Jahre alten Evolutionsgeschichte der großen Pflanzenfresser gab es zahlreiche Arten, die ausstarben – darunter viele ohne das namensgebende Horn.&nbsp;</p><p>Hornlose Nashörner waren die vielleicht diverseste Gruppe der ganzen Familie und eine der artenreichsten Gattungen ist als <em>Chilotherium</em> bekannt. Sie lebten in Asien wie auch in Ost- und Südosteuropa. Im Gegensatz zu heutigen Arten waren sie kleiner und hatten extrem kurze Beine, waren also vermutlich nicht so lauffreudig wie heutige Nashörner. Sie trugen Hauer-artige Schneidezähne und grasten in offenen Landschaften. Vor spätestens 5 Millionen Jahren starben die Chilotherien in Europa und etwas später auch in Asien aus, vermutlich auch wegen veränderter Klimabedingungen.&nbsp;</p><p>Die Originalfossilien der Chilotherien Arten <em>Chilotherium schlosseri </em>und <em>Eochilotherium samium</em> ‒ sogenannte Holotypen ‒ wurden im zweiten Weltkrieg zerstört. Dies machte die Bestimmung dieser zwei Arten bislang schwierig. Kampouridis, Doktorand und Erstautor der Publikation, suchte deshalb in verschiedenen europäischen Museen nach neuen Belegen und wurde im Museum der Natur Hamburg und dem Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt fündig.&nbsp;</p><p>Anhand zwei fossiler Schädel gelang es ihm schließlich, die Arten neu zu definieren. Sie bestätigen, dass es neben Chilotherium eine weitere Gattung hornloser Nashörner gab,&nbsp;<em>Eochilotherium</em>. Erkennbar ist dies an der Form von Schädel und Zähnen – <em>Eochilotherium samium </em>hat einen etwas kleineren und schmaleren Schädel und weniger ausgeprägte Zahnschmelzfalten in den Oberkieferzähnen als <em>Chilotherium schlosseri</em>.&nbsp;</p><h3>Eine komplexe Verbreitungsgeschichte</h3><p>Die Autoren der Studie gehen sogar davon aus, dass zwei weitere Arten aus China, die wie <em>Eochilotherium samium</em> bisher zur Gattung <em>Chilotherium</em> zählten, eigentlich näher mit&nbsp;<em>Eochilotherium</em> verwandt sind oder sogar eine weitere Gattung repräsentieren. „Dies ändert unser Verständnis von der Chilotherien-Gruppe, von der bislang angenommen wurde, dass sie nur zwei Gattungen beinhaltet, grundlegend. Nach den vorliegenden Ergebnissen beinhaltet sie drei, möglicherweise sogar vier Gattungen“, sagt Ko-Autor Prof. Nikolai Spassov von der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften.&nbsp;</p><p>„Unsere Ergebnisse geben auch Einblick in die Biogeographie der kurzbeinigen Chilotherien, die nach den bisherigen Erkenntnissen mindestens zwei Mal aus Asien nach Europa eingewandert sind. Möglicherweise ist ihre Verbreitungsgeschichte jedoch noch komplexer“, sagt Prof. Madelaine Böhme.</p><p>Diese grundlegende Studie sei deshalb Basis einer detaillierten Erforschung der letzten europäischen Chilotherien, die trotz hoher Diversität nicht überlebten, sagen die Autoren in ihrer Studie. Sie zeige, wie wichtig die detaillierte Untersuchung auch von bereits bekannten Arten sei. „Nashörner, wie auch andere große Pflanzenfresser, haben sehr wichtige Rollen in ihren jeweiligen Ökosystemen und ihr Verlust kann zu weitreichenden Folgen für die restliche Fauna führen“, erläutert Kampouridis und schließt: „Dies gilt für fossile ebenso wie für heutige Ökosysteme.“</p><h3>Publikation:</h3><p>Panagiotis Kampouridis, Georgia Svorligkou, Nikolaos Kargopoulos, Nikolai Spassov &amp; Madelaine Böhme: <span lang="en" dir="ltr">Revision of the late Miocene hornless rhinocerotods from Samos Island (Greece) with the designation of neotypes and implications for the European chilotheres. <em>Journal of Vertebrate Paleontology</em></span>, <a href="https://doi.org/10.1080/02724634.2023.2254360" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1080/02724634.2023.2254360</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-99683</guid><pubDate>Thu, 26 Oct 2023 13:02:23 +0200</pubDate><title>Science &amp; Innovation Days 2023 zum Thema Resilienz</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=99683&amp;cHash=45aeed7011fbde9de4ea662a70408aa9</link><description>Mehr als 50 Veranstaltungen an vier Tagen – Vorträge, Workshops, Podiumsdiskussionen und vieles mehr</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Tübinger Wissenschaftsfestival Science &amp; Innovation Days lädt alle Bürgerinnen und Bürger in und um Tübingen zum Mitmachen, Diskutieren und Erkunden ein. Im Mittelpunkt des viertägigen Festivals steht in diesem Jahr das Thema Resilienz und damit ein Schlüsselbegriff in einem Zeitalter der Krisen und der Transformation. „Die Science &amp; Innovation Days gehen in diesem Jahr neue Wege“, sagte die Rektorin der Universität, Professorin Karla Pollmann. Ziel sei es, nicht allein aktuelle Erkenntnisse der Wissenschaft zu vermitteln, sondern vor allem mit den Menschen aus Stadt und Region zum Thema Resilienz in den Dialog zu treten.</p><p>„Die diesjährigen Science &amp; Innovation Days wären in dieser Form nicht möglich ohne die enge Kooperation mit unseren Partnern aus Stadt und Region“, betonte die Rektorin: „Ihnen allen danke ich ganz herzlich für dieses herausragende Engagement.“ Die Universität Tübingen realisiert das Wissenschaftsfestival in Kooperation mit den Tübinger Max-Planck-Instituten, dem Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM), dem Weltethos-Institut, den Stadtwerken Tübingen sowie weiteren Partnern aus dem Kreis der Zivilgesellschaft.&nbsp;</p><p>Resilienz bezeichnet die Widerstandskraft von Menschen und Gesellschaften gegen Krisen und Katastrophen – aber auch die von biologischen Systemen gegen äußere Einflüsse. Mehr als 50 Veranstaltungsangebote sind Teil des Festivalprogramms, darunter Vorträge, Workshops, Podiumsdiskussionen, Führungen und eine Messe (Science Fair). Über 100 Forschende aus zahlreichen Disziplinen sind beteiligt.&nbsp;</p><h3>Ein Festival mitten in der Stadt und mit der Stadtgesellschaft&nbsp;</h3><p>Die #SIDays23 bringen das Thema Resilienz in die Mitte der Stadt. Das Festivalzentrum bilden die Oberen Säle der Museumsgesellschaft (Wilhelmstraße 3). Hier finden neben der Science Fair auch Kurzvorträge, Diskussionsveranstaltungen sowie ein Wissenschaftsvarieté statt. Weitere Veranstaltungen finden in Instituten der Universität, der Alten Aula, im Pfleghofsaal, im Sudhaus, in der Hirsch-Begegnungsstätte sowie im Weltethos-Institut statt. Alle Veranstaltungen der Science &amp; Innovation Days 2023 sind kostenfrei. Bei ausgewählten Veranstaltungen raten wir wegen der zu erwartenden starken Nachfrage zu einer Anmeldung unter <a href="http://www.sidays.com" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.sidays.com</a>. Diese Veranstaltungen sind im Programm besonders ausgewiesen.&nbsp;</p><p>Nachfolgend einige Programm-Highlights:&nbsp;</p><h3>Science Fair</h3><p>Wann und wo: 8.11., 12:00–19:00 Uhr, 9.11., 09:00–19:00 Uhr, Obere Säle der Museumsgesellschaft, Wilhelmstr. 3.<br> Die Science Fair bildet am Mittwoch und Donnerstag das Zentrum der Science &amp; Innovation Days. Die Messe bietet eine Plattform für Forschende, NGOs, Unternehmen und Initiativen. Besucherinnen und Besucher finden hier an mehr als 20 Ständen Informationen, Innovationen und Interaktionen zum Thema Resilienz. Begleitet wird die Science Fair von verschiedenen Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen.&nbsp;</p><h3>Fishbowl-Diskussion: „Wie resilient ist unsere Gesellschaft? Rechtsextremismus als Gefahr für unsere Demokratie“</h3><p>Wann und wo: 8.11., 17:00 Uhr, Obere Säle der Museumsgesellschaft, Wilhelmstr. 3.<br> Hier haben alle Interessierten die Gelegenheit mit Professorin Tanja Thomas, Dr. Marco Krüger (beide Universität Tübingen) und Mathieu Coquelin (Fachstelle Extremismusdistanzierung) zu diskutieren über die Zusammenhänge von konstruktiver, wissenschaftsbasierter Diskussionskultur, Verschwörungstheorien und erstarkendem Rechtsextremismus.&nbsp;<br> (Anmeldung empfohlen unter: <a href="https://ResilienteGesellschaft.eventbrite.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://ResilienteGesellschaft.eventbrite.de</a>) &nbsp; &nbsp;</p><h3>Wie resilient ist Schrödingers Katze? Varieté-Show mit Bernd Kohlhepp und Professor Sebastian Slama</h3><p>Wann und wo: 08.11., 20:00–21:30 Uhr, Obere Säle der Museumsgesellschaft, Wilhelmstr. 3.<br> Auch Elektronen sind sensibel: Sie können gestört werden, fallen dann wieder in einen geordneten Zustand zurück – oder entgleiten ins Chaos. Was also können wir von der Physik über Resilienz lernen? Warum ist es so schwer, einen Quantencomputer zu bauen? Und was hat das mit der ominösen Schrödinger-Katze zu tun? Diese und weitere Fragen diskutieren der Physiker Sebastian Slama und der schwäbische Comedian Bernd Kohlhepp, alias Herr Hämmerle, in einem unterhaltsamen Wissenschafts-Varieté mit physikalischen Live-Experimenten. Wissenschaftliche Unterhaltung für die ganze Familie.&nbsp;<br> (Anmeldung empfohlen unter: <a href="https://SchroedingersKatze.eventbrite.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://SchroedingersKatze.eventbrite.de</a>) &nbsp;</p><h3>Der Wissenschaftssalon – Ein wissenschaftlich-kultureller Nachmittag</h3><p>Wann und wo: 9.11., 14:00–18:00 Uhr, Sudhaus<br> Eine moderne Neuinterpretation der Salonkultur vergangener Zeiten mit fünf kurzen wissenschaftlichen Vorträgen zum Thema Resilienz von Archäologie bis Informatik. Dazwischen gibt es Livemusik und Zeit für Diskussionen. Den Abschluss bildet die Tübinger Harlekin-Impro-Theatergruppe mit ihrer Interpretation von Resilienz. Kaffee, Süßes sowie musikalische Intermezzi schaffen eine lockere Atmosphäre und erleichtern Meinungsaustausch und Diskussion.&nbsp;</p><h3>Science, Start-ups and Success? Stories of Failing and Getting Up Again</h3><p>(In englischer Sprache)</p><p>Wann und wo: 9.11., 19:30–21:00 Uhr, Sudhaus<br> Hinfallen, wieder aufstehen und vor allem: darüber reden. Scheitern ist ein Teil des Lebens und immer auch die Chance zur persönlichen Weiterentwicklung. Forschende sowie Gründerinnen und Gründer berichten von ihren Erfahrungen. Die Sozialpädagogin und Beraterin Antje Schmidtke spricht über Hürden in der Wissenschaft und den richtigen Umgang mit Fehlern. Moderator Cedric Engels, auf YouTube besser bekannt als Dr. Whatson, bereitet den Geschichten von Scheitern und Neustart charmant und humorvoll die große Bühne.&nbsp;</p><h3>Fishbowl-Diskussion: Was kostet uns eine resiliente Umwelt</h3><p>Wann und wo: 10.11., 18:00-19:45 Uhr, Obere Säle Museumsgesellschaft, Wilhelmstr. 3<br> Nicht nur unsere Gesellschaft, sondern auch unsere Umwelt verändert sich rasant. Wie können wir diesen Wandel gut und nachhaltig gestalten? Was sagt dazu die Forschung? Und was kostet uns das Nichts-Tun? Diese und weitere Fragen diskutiert die Transformationsforscherin Professorin Maja Göpel mit den Umweltforscherinnen Professorin Kira Rehfeld und Professorin Christiane Zarfl, dem Bioethiker Professor Thomas Potthast sowie den anwesenden Zuschauerinnen und Zuschauern. Die Rektorin der Universität, Professorin Karla Pollmann, spricht ein Grußwort.&nbsp;<br> (Anmeldung empfohlen unter: <a href="https://ResilienteUmwelt.eventbrite.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://ResilienteUmwelt.eventbrite.de</a>) &nbsp;&nbsp;</p><h3>Science Notes: Tübingen 2050 – Wie wird unsere Zukunft aussehen?</h3><p>Wann und wo: 10.11., 20:00 Uhr, Kino Museum<br> Wie wird Tübingen 2050 aussehen? Bei den Science Notes berichten fünf Tübinger Forscherinnen und Forscher in kurzen Vorträgen von ihrer Arbeit und blicken mit uns in die Zukunft. Gemeinsam gehen wir der Frage nach, wie Klimawandel und Transformation unsere Stadt verändern werden – und wie wir sie darauf vorbereiten können! Das Münchner Duo Ströme begleitet den Abend mit seinen modularen Synthesizern.</p><h3>Das vollständige Programm sowie Anmeldung unter:</h3><p><a href="http://www.sidays.com" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.sidays.com&nbsp;</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-99563</guid><pubDate>Wed, 25 Oct 2023 09:39:19 +0200</pubDate><title>36. Tübinger Poetik-Dozentur</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=99563&amp;cHash=3e32ab5188ca8869b1a7b91f9070f0ac</link><description>Christian Baron und Édouard Louis an der Universität Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen lädt zur 36. Tübinger Poetik-Dozentur ein: Christian Baron und Édouard Louis werden vom 30. Oktober bis zum 3. November über ihre Texte und ihre Schreibpraxis sprechen.</p><p>Den traditionellen Auftakt bildet vorher eine Lesung in der Kunsthalle Würth: Christian Baron liest am Sonntag, 29. Oktober, 16 Uhr in Schwäbisch Hall aus seinem aktuellen Roman „Schön ist die Nacht“ von 2022 und seinem viel beachteten Debüt von 2020 „Ein Mann seiner Klasse“.</p><p>Alle weiteren Vorlesungen und Gespräche finden jeweils um 19 Uhr in der Alten Aula (Münzgasse 30, 72070 Tübingen) statt und können auch über einen <a href="https://www.youtube.com/playlist?list=PLsZhiMXtMWI7QZKBAkGXru4rk1yzDrdJx" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Livestream </a>verfolgt werden.&nbsp;</p><p>Die Tübinger Poetik-Dozentur ist ein Projekt der Stiftung Würth und wird von der Adolf Würth GmbH &amp; Co. KG gefördert. Einmal jährlich werden zwei Autoren oder Autorinnen eingeladen, öffentliche Vorlesungen zu halten sowie Workshops für Studierende anzubieten.</p><h3>Die Termine im Überblick</h3><p>Lesung von Christian Baron am Sonntag, 29. Oktober, um 16 Uhr in der Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall. Der Eintritt ist frei. Anmeldung erforderlich unter <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mwpuvjcnngBywgtvj0eqo" data-mailto-vector="2" class="mail">kunsthalle<span style="display:none">spam prevention</span>@wuerth.com</a>.</p><h4>Veranstaltungen an der Universität Tübingen</h4><p>jeweils 19 Uhr c. t., Alte Aula. Der Eintritt ist frei.</p><ul><li>Montag, 30. Oktober: Vorlesung von Christian Baron: „Um sein Leben schreiben. Die Zeit der Monster“</li><li>Dienstag, 31. Oktober: Vorlesung von Christian Baron: „Um sein Leben schreiben. In der falschen Klasse“</li><li>Mittwoch, 1. November: Christian Baron im Gespräch mit Wolfgang M. Schmitt: „Was macht eine klasse Literaturverfilmung aus?“</li><li>Donnerstag, 2. November: Vorlesung von Édouard Louis: „Mind“</li><li>Freitag, 3. November: Vorlesung von Édouard Louis: „Body“</li></ul>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-99431</guid><pubDate>Mon, 23 Oct 2023 13:47:45 +0200</pubDate><title>Mit KI für eine bessere Zukunft: Jugendliche im Finale des Bundeswettbewerbs Künstliche Intelligenz</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=99431&amp;cHash=ff204cb2413ba9bf23b06559e50e7bb6</link><description>Schülerinnen und Schüler wollen mit Künstlicher Intelligenz Fake-Fotos entlarven, Igel vor dem Mähroboter schützen oder mit kostengünstigen Analysen die Gesundheitsversorgung verbessern</description><content:encoded><![CDATA[<p>Am <strong>10. November 2023</strong> ist es wieder soweit: Zehn ausgewählte Teams aus ganz Deutschland präsentieren im <strong>Freistil Tübingen (Wöhrdstraße 25) ab 13.30 Uhr</strong> ihre Projektideen in der Hoffnung, mit einer Auszeichnung nach Hause zu fahren. Dieses Jahr nimmt erstmals auch ein Team einer Deutschen Auslandsschule teil.&nbsp;</p><p>Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen waren im Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz (BWKI) das fünfte Jahr in Folge aufgerufen, alleine oder im Team mit bis zu vier Personen ein eigenes KI-Projekt zu entwickeln und damit einen positiven Beitrag für Mensch und Umwelt zu leisten. Nach der Projektbegehung- und Bewertung durch eine hochkarätige Jury aus Forschenden, Maker:innen und Expert:innen aus der KI-Anwendung führt der Physiker und Moderator Philip Häusser durch die Preisverleihung am Abend.</p><p>Hauptgewinn sind ein Geldpreis in Höhe von 1500 Euro sowie ein Praktikumsplatz in einem Hightechunternehmen. Daneben gibt es Sonderpreise in der Kategorie „Hardware“, sowie „Umwelt und Nachhaltigkeit“. Mit dem Nachwuchspreis soll ein Team motiviert werden, das viel Potenzial birgt, aber (noch) nicht gewonnen hat. Zusätzlich wird ein kreatives Anfängerteam ermittelt, um Programmier-Newcomer zu motivieren. Die Schule, die am aktivsten am BWKI-eigenen KI-Online-Kurs teilgenommen hat, wird zur „KI-Schule des Jahres“ gekürt.</p><p>Alle diejenigen, die nicht selbst vor Ort sein können, sind herzlich eingeladen, die <strong>Preisverleihung ab 19.30 Uhr live auf YouTube</strong> zu verfolgen (<a href="https://www.bw-ki.de/live" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.bw-ki.de/live</a>) und ihrem Favoritenteam per Abstimmung zum Publikumspreis zu verhelfen.&nbsp;</p><p>Der Bundeswettbewerb wurde 2018 am heutigen Tübingen AI Center ins Leben gerufen und ermutigt seitdem Jugendliche, ihr Können aktiv im KI-Forschungsumfeld unter Beweis zu stellen. Der Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Hauptförderer ist die Carl-Zeiss-Stiftung. Weitere Informationen unter: <a href="https://bw-ki.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bw-ki.de</a>&nbsp;&nbsp;</p><p>Das BWKI-Finale findet dieses Jahr während des Wissenschaftsfestivals „Science &amp; Innovation Days“ statt, das die Universität Tübingen und weitere Partnerorganisationen ausrichten. Das Festivalprogramm und weitere Informationen finden Sie in Kürze auf <a href="http://www.sidays.com" target="_blank" rel="noreferrer">www.sidays.com</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-99422</guid><pubDate>Mon, 23 Oct 2023 11:24:22 +0200</pubDate><title>Forschung trifft Design: Mehr Windenergie durch KI </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=99422&amp;cHash=5d02d0b2d18f53f851253aa796f35c83</link><description>Vorstellung eines interaktiven Kunst- und Forschungsobjekts im swt-KulturWerk am Freitag, 27. Oktober 2023</description><content:encoded><![CDATA[<p>In Zeiten des Klimawandels werden erneuerbare Energiequellen immer wichtiger. Künstliche Intelligenz kann erheblich zu ihrer Nutzung beitragen. Wie genau, veranschaulicht ein interaktives Kunstobjekt am Beispiel der Windenergie. Die Installation heißt „IN-ML-OUT“, misst sieben Meter in der Breite und 2,25 Meter in der Höhe und wird diesen Freitag erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.</p><p><strong>Interessierte und Vertreterinnen und Vertreter der Presse sind herzlich zur Präsentation von „IN-ML-OUT“ am Freitag, den 27. Oktober, um 17 Uhr ins swt-KulturWerk (Werkstraße 4) in Tübingen eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.</strong></p><p>Hinter dem Projekt steht eine Kooperation zwischen dem Tübinger Exzellenzcluster „Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft“, der „Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart“ und dem „Zentrum für rhetorische Wissenschaftskommunikationsforschung zur Künstlichen Intelligenz“ (RHET AI).</p><p>Während des Events geben die Forscherinnen und Designstudierende Einblicke in die Ausgangsideen und Hintergründe des Projekts – und laden zum weiterführenden Austausch ein. Eine Diskussion zur Frage „Wie kann KI die Energiewende unterstützen?“ rundet den Abend ab. Es diskutieren Dr. Nicole Ludwig (Exzellencluster Maschinelles Lernen, Universität Tübingen), Peter Seimer (Sprecher für Digitalisierung, Fraktion Grüne im Landtag Baden-Württemberg) und Prof. Dr. Philipp Staudt (Digitalisierte Energiesysteme, Universität Oldenburg) unter Moderation von Prof. Dr. Olaf Kramer (Forschungszentrum für Wissenschaftskommunikation, Universität Tübingen).</p><h3>Die Forschung hinter dem Exponat</h3><p>Um die Stromgewinnung aus Wind effektiv auszubauen, ist es wichtig, möglichst genau zu wissen, wie sich die Windgeschwindigkeiten in Zukunft verändern. Durch den Klimawandel werden solche Vorhersagen immer schwieriger. Nina Effenberger ist Doktorandin am Tübinger Exzellenzcluster „Maschinelles Lernen“. Betreut von Gruppenleiterin Dr. Nicole Ludwig geht sie der Frage nach, wie sich die Windenergie und deren Nutzung durch den Klimawandel verändern – und wie künstliche Intelligenz Vorhersagen der Windgeschwindigkeiten verbessern kann: „Eine zentrale Herausforderung ist, dass aktuelle Klimamodelle oft nur sehr grob aufgelöst sind – zwischen zwei Datenpunkten liegen oft mehrere hundert Kilometer. Wenn man aber herausfinden will, wie sich der Wind an einem bestimmten Standort in den kommenden Jahrzehnten verändern wird, braucht man genauere Vorhersagen. Eben diese können wir mit maschinellem Lernen weiter voranbringen“, sagt Effenberger.&nbsp;</p><h3>Mit Design zum Verstehen und Diskutieren einladen</h3><p>Wie beeinflusst unser Handeln das Klima? Welche Lösungsansätze können Forschende mit Hilfe von maschinellem Lernen unterstützen? Welche Initiativen zu erneuerbaren Energien gibt es bereits? Um zum Nachdenken über diese Fragen einzuladen, bringt das Kunstexponat “IN-ML-OUT" Design und Wissenschaft zusammen – und versteht sich als Türöffner für weitere Diskussionen. Ausgehend von gemeinsamen Workshop-Treffen entwickelten die drei Designstudierenden Laura Neuscheler, Samuel Stober und Arne Sanwald von der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart im stetigen Austausch mit den beiden Forscherinnen sowie Michael Pelzer vom RHET AI Center über knapp ein halbes Jahr hinweg das Projekt. „Ein Schwerpunkt unserer Arbeit als Designer lag darauf, ein Gefühl für verschiedene Herausforderungen und Grundaspekte des Themas zu vermitteln, ohne sie belehrend zu erklären. Unser Design soll Fragen aufwerfen und Interesse daran wecken, weiter in die dahinterstehenden Forschungsbezüge einzutauchen und sich darüber auszutauschen“, beschreibt Samuel Stober den Ansatz. Auf Seiten der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste wurde das Projekt von Prof. Uwe Fischer und David Gebka betreut.&nbsp;</p><p>„IN-ML-OUT ist ein tolles Beispiel dafür, wie Forschung und Design bereichernd zusammenwirken können, um Wissenschaft aus einer ganz neuen Perspektive erfahrbar zu machen – und den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu fördern“, sagt Pelzer vom RHET AI Center.&nbsp;</p><p><strong>Ab dem 16. November wird das Exponat auch im Tübinger Stadtmuseum zu sehen sein.</strong></p><p>Mehr zur Forschung hinter dem Projekt:<br><a href="http://www.mlsustainableenergy.com" target="_blank" rel="noreferrer">www.mlsustainableenergy.com</a>&nbsp;</p><p>Mehr zum RHET AI Center:<br><a href="http://www.rhet.ai" target="_blank" rel="noreferrer">www.rhet.ai</a>&nbsp;</p><h3>Veranstaltungsort und -zeit:&nbsp;</h3><p>swt-KulturWerk&nbsp;<br> Werkstraße 4, 72074 Tübingen&nbsp;<br> Freitag, 27. Oktober 2023; 17 -20 Uhr&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-99353</guid><pubDate>Thu, 19 Oct 2023 16:45:31 +0200</pubDate><title>Lehrpreis der Universität Tübingen 2023 für Konzept zur Ausbildung künftiger Physiklehrkräfte</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=99353&amp;cHash=6d7acb58e064cdbc86517a53a99759ad</link><description>Sonderpreis für studentisches Engagement geht an die fachübergreifende Projektinitiative „Lernreise – Schule erleben!“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der<strong> Lehrpreis der Universität Tübingen</strong> wird in diesem Jahr an den Juniorprofessor für Didaktik der Physik Jan-Philipp Burde vergeben. Er hat ein Lehrkonzept für Lehramtsstudierende der Physik entwickelt und umgesetzt, in dem er Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Unterrichtspraxis miteinander verschränkt. Mit seinem Lehrkonzept will er die Studierenden optimal auf ihre wichtige gesellschaftliche Aufgabe als Lehrerinnen und Lehrer vorbereiten. Darüber hinaus hat Burde wichtige Akzente in der Studieneingangsphase gesetzt, um Lehramtsstudierenden ein vertieftes Verständnis schulrelevanter, fachspezifischer Inhalte zu ermöglichen und die Studienmotivation zu steigern. Der Preis ist in diesem Jahr mit 5.000 Euro dotiert.</p><p>Den Lehrpreis vergibt die Universität jährlich für innovative Lehrformate oder besonderes Engagement in der Lehre. Die Jury bildet die Senatskommission Studium und Lehre. Sie hob bei der Lehrpreisverleihung an Jan-Philipp Burde dessen großes Engagement in der Fachdidaktik hervor, die nachhaltige Verankerung seines Lehrkonzepts im Physiklehramtsstudium und dessen große Bedeutung für die universitäre grundständige Lehre.</p><p>Eine <strong>lobende Anerkennung</strong> erhält das Team, das die Ausstellung „Cyber and the City – Künstliche Intelligenz bewegt Tübingen“ im Tübinger Stadtmuseum (11. Februar bis 22. Oktober 2023) entworfen und gestaltet hat: Professorin Ulrike von Luxburg aus dem Fachbereich Informatik, Professor Thomas Thiemeyer und Tim Schaffarczik aus dem Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft und Guido Szymanska vom Stadtmuseum Tübingen gemeinsam mit rund 40 Masterstudierenden aus den Studiengängen Informatik/Maschinelles Lernen und Empirische Kulturwissenschaft.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-99314</guid><pubDate>Thu, 19 Oct 2023 09:44:56 +0200</pubDate><title>Universitätspreis für Hector Stiftung II</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=99314&amp;cHash=b1247011cda7bb979c5e1b3432fc480d</link><description>Universität Tübingen würdigt Engagement der Weinheimer Stiftung – Großzügige Förderung für Bildungsforschung, Hochbegabte und KI-Standort Tübingen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen hat am Mittwoch den Universitätspreis 2023 an die Hector Stiftung II verliehen. Beim Festakt zum Dies Universitatis, dem traditionellen Semesterbeginn, überreichte Rektorin Professorin Karla Pollmann die Auszeichnung und würdigte das langjährige Engagement der Stiftung für die Förderung von Wissenschaft und Forschung. Die Laudatio hielt Professor Bernd Engler, ehemaliger Rektor der Universität.</p><p>„Mit ihrem Gespür für zukunftsweisende Themen und ihrer äußerst großzügigen finanziellen Unterstützung hat die Hector Stiftung II immer wieder wichtige Akzente für die Profilbildung der Universität und des Standorts Tübingen gesetzt“, sagte Prof. Dr. Karla Pollmann. Erfolgreiche Verbindungen von privater Förderung und öffentlicher Forschung dienten auch dazu, die richtigen Weichen für den Wissenschaftsstandort Deutschland zu stellen.</p><p>So wurde dank der Unterstützung der Stiftung das Hector Institut für Empirische Bildungsforschung (HIB) 2014 an der Universität Tübingen gegründet. Mit 7,5 Millionen Euro förderte die Hector Stiftung II die Startphase des Instituts und sagte schließlich für den Zeitraum 2021-2030 weitere 19 Millionen Euro zu. Im Hector Institut für Empirische Bildungsforschung erforschen rund 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler empirisch die Qualität von Bildungsangeboten und Bildungsprozessen.</p><p>Zusätzlich finanziert die Stiftung im HIB die Begleitforschung zu den Hector Kinderakademien, mit der sie bereits seit 2010 begabte Kinder im Grundschulalter unterstützt. Heute können Schülerinnen und Schüler Angebote aus insgesamt 68 Kinderakademien wahrnehmen, unter Trägerschaft des baden-württembergischen Kultusministeriums.</p><p>Auch die Gewinnung von Spitzenforscherinnen und -forschern im Bereich der künstlichen Intelligenz liegt der Hector Stiftung II am Herzen: Mit einer großzügigen Finanzierung von 100 Millionen Euro wird am Standort Tübingen und im Umfeld des Cyber Valley Ökosystems das Ellis-Institut (Europäisches Laboratorium für Lernende und Intelligente Systeme) aufgebaut, welches eine auf europäischen Werten aufbauende Weiterentwicklung der Künstlichen Intelligenz zum Ziel hat.</p><p>Die Hector Stiftung II wurde 2008 von dem Ehepaar Dr. h. c. Hans-Werner Hector und Josephine Hector in Weinheim gegründet. Sie ist eine Ergänzung der bereits seit 1995 bestehenden H.W. &amp; J. Hector Stiftung zu Weinheim und fördert unter anderem die Gewinnung von Spitzenkräften in der Forschung, Medizinische Forschung und hochbegabte Kinder, Studierende und Graduierte in den mathematischen, technischen und naturwissenschaftlichen Fächern.</p><p><strong>Website:</strong><a href="https://www.hector-stiftung.de/die-stiftungen/hector-stiftung-ii/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.hector-stiftung.de/die-stiftungen/hector-stiftung-ii/</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-98870</guid><pubDate>Tue, 10 Oct 2023 11:51:00 +0200</pubDate><title>Schädeltraumata zeugen von Konflikten bei Entstehung der ersten Städte </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=98870&amp;cHash=6c99c154d9021f1ec255f7842327895e</link><description>Internationales Forscherteam wertete über 3.500 Schädelfunde aus dem Nahen Osten aus – In den 12.000 Jahren vor der Zeitenwende stieg die Rate gewaltsamer Tode zuerst und sank dann wieder.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Entstehung der frühesten Städte im Zweistromland und dem Nahen Osten ließ die Gewalt zwischen ihren Bewohnern steigen. Durch Gesetze, eine zentrale Verwaltung, Handel und Kultur sank die Rate gewaltsamer Tode aber wieder in der frühen und mittleren Bronzezeit (3.300 bis 1.500 v.Chr). Zu diesem Befund kommt ein internationales Forscherteam der Universität Tübingen, Barcelona und Warschau. Ihre Ergebnisse wurden am Montag in der Fachzeitschrift <span lang="en" dir="ltr"><em>Nature Human Behaviour</em></span> veröffentlicht.</p><p>Die Forscher haben 3.539 Skelette aus dem Gebiet des heutigen Iran, Irak, Jordanien, Syrien, Libanon, Israel und der Türkei auf Knochentraumata untersucht, die nur durch Gewalt zustande kommen konnten. So konnten sie ein differenziertes Bild der Entwicklung der interpersonellen Gewalt in der Zeit von 12.000 bis 400 Jahre v.Chr. zeichnen. In diesen Zeitraum fallen so grundlegende Veränderungen in der Menschheitsgeschichte wie die Erfindung des Ackerbaus, die Sesshaftwerdung des Menschen und das Entstehen der ersten Städte und Staaten.</p><p>„Die Mordrate erreichte im Zeitraum von 4.500 bis 3.300 Jahre vor unserer Zeitenwende einen Höhepunkt und sank dann wieder im Laufe der folgenden 2.000 Jahre“, sagte Jörg Baten vom Lehrstuhl für Wirtschaftsgeschichte der Universität Tübingen und Projektleiter der Studie. Die Forschenden sprechen auch von „interpersoneller Gewalt“. „Mit der Klimakrise, steigender Ungleichheit und dem Kollaps wichtiger Staaten in der späten Bronzezeit und frühen Eisenzeit (1.500 – 400 v. Chr.) steigt die Gewaltanwendung erneut.“ Der Anteil der gewaltsamen Todesfälle, der sich an Schädeltraumata und Waffenverletzungen wie zum Beispiel Pfeilspitzen in Skeletten ablesen lässt, ist dabei ein gängiger Indikator für interpersonelle Gewalt.</p><p>Die Forschung zu dem Thema teilt sich bisher in zwei Lager. Das erste um den amerikanischen Psychologen Steven Pinker behauptet eine stetige Abnahme der Gewaltanwendung über die Jahrtausende seit der Zeit vorstaatlicher Jäger- und Sammlergesellschaften bis heute. Das zweite Lager sieht in der Entstehung von Städten und einer Zentralgewalt überhaupt erst die Voraussetzung für Kriege und massive Gewaltanwendung, die sich seither fortsetze. Die Studie aus Tübingen, Barcelona und Warschau zeichnet nun ein differenziertes Bild.</p><p>Als Gründe für das Ansteigen der Gewalt im 5. und 4. Jahrtausend v. Chr. sehen die Forscher die Zusammenballung der Menschen in den ersten Städten, die aber noch nicht gut organisiert waren. Erst durch die Entwicklung von Rechtssystemen, einer zentral kontrollierten Armee und religiöser Feste konnte die Gewaltrate merklich gesenkt werden. Auch der Handel nahm in der frühen und späten Bronzezeit im östlichen Mittelmeerraum und Mesopotamien zu, was durch Tontafeln in Keilschrift belegt werden kann, die als Lieferscheine und Rechnungen dienten. „Die höhere Sicherheit in dieser Zeit war zunächst sogar trotz abnehmender landwirtschaftlicher Erträge und zunehmender Ungleichverteilung der Einkommen in der Mittleren Bronzezeit möglich“, sagte Giacomo Benati von der Universität Barcelona und Co-Autor der Studie.</p><p>Ein erneuter Wendepunkt ist der Zusammenbruch zahlreicher Hochkulturen in der späten Bronzezeit. In diese Phase um 1.200 v.Chr. fällt auch eine 300 Jahre andauernde Klimakatastrophe und damit zusammenhängende Migrationsbewegungen. Dadurch stieg auch die Rate gewaltsamer Tode wieder.<br> Die Studie ist im Rahmen des von der DFG geförderten Sonderforschungsprojekt 1070 „RessourcenKulturen“ an der Universität Tübingen entstanden, das dieses Jahr abgeschlossen wurde.</p><h2>Originalpublikation:</h2><p>Joerg Baten, Giacomo Benati, Arkadiusz Soltysiak: Violence Trends in the Ancient Middle East between 12,000 and 400 BCE. <em>Nature Human Behaviour, </em><a href="https://www.nature.com/articles/s41562-023-01700-y" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.nature.com/articles/s41562-023-01700-y</a>.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-98897</guid><pubDate>Tue, 10 Oct 2023 10:24:55 +0200</pubDate><title>Tübinger Rektorin von japanischer Universität geehrt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=98897&amp;cHash=0da0e223cd41899fa20fda4174aa5226</link><description>30 Jahre Tübingen Center for Japanese Studies in Kyoto – Ehrendoktorwürde für Rektorin Karla Pollmann</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Rektorin der Universität Tübingen, Professorin Karla Pollmann, hat am Mittwoch von der Universität Doshisha in Kyoto die Ehrendoktorwürde verliehen bekommen. Die Ehrung fand im Rahmen der Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen des Tübinger Center for Japanese Studies (TCJS) statt.</p><p>„Für Studierende und Forschende der Japanologie sind Aufenthalte vor Ort immens wichtig und Dank der Kooperation mit der Doshisha Universität seit nunmehr drei Jahrzehnten möglich. Von dieser traditionsreichen Hochschule die Ehrendoktorwürde verliehen zu bekommen, freut mich natürlich sehr“, sagte Professorin Karla Pollmann. In einem Festvortrag sprach sie zu dem Thema „Die Bekenntnisse des Augustinus als Teil der Weltliteratur“.</p><p>Das Tübingen Center for Japanese Studies ist eine Außenstelle der Universität Tübingen in Japan und in der alten Kaiserstadt Kyoto angesiedelt. Das Zentrum wurde 1993 im Rahmen einer Delegationsreise des damaligen Ministerpräsidenten Erwin Teufel ins Leben gerufen und wird seither von der Abteilung für Japanologie für die Ausbildung ihrer Studierenden vor Ort genutzt. Sie dient als lokale Basis für Forschungsaktivitäten im ganzen Land. Das Lehrprogramm ist in eigener Regie geführt.</p><p>Die Universität Tübingen war die erste Universität in Deutschland, die eine solche Außenstelle in Japan ins Leben rief. Heute gehen im Rahmen des vierjährigen Bachelor-Studiengangs Japanologie jährlich 24 Studierende nach Japan, um am Tübingen Center for Japanese Studies ihr integriertes Auslandsjahr zu absolvieren. Partner der vielfältigen Aktivitäten ist die renommierte Universität Doshisha in Kyoto. Die Räumlichkeiten&nbsp;des Tübingen Center for Japanese Studies liegen auf dem Imadegawa-Campus, der sich nördlich des Kaiserpalastes im Zentrum von Kyoto erstreckt.</p><p>Nach dem großen Festakt zur Jubiläumsfeier des Tübingen Center for Japanese Studies fand am Freitag ein Forum zu Forschungskooperationen verschiedener Fachbereiche der Universität Tübingen in Japan statt. Die Feierlichkeiten endeten am Samstag mit einer Reihe von Workshops zu Themen der Genderforschung, der Nachhaltigkeitsforschung, zu interreligiösen und interkulturellen Perspektiven sowie zur Didaktik des Japanischen.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-98684</guid><pubDate>Wed, 04 Oct 2023 17:00:00 +0200</pubDate><title>Grüner Wasserstoff aus Solarenergie</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=98684&amp;cHash=d13c91ff138767d17c391538e17e370b</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen entwickelt neuartige Solarzelle, die dezentrale Herstellung von Grünem Wasserstoff mit sehr hohem Wirkungsgrad ermöglicht</description><content:encoded><![CDATA[<p>Weltweit arbeiten Forschende an effizienteren Methoden zur Wasserstoffproduktion. Wasserstoff könnte entscheidend dazu beitragen, den Verbrauch fossiler Rohstoffe zu reduzieren, vor allem, wenn er mit erneuerbaren Energien hergestellt wird. Bereits existierende Technologien zur Herstellung von klimaneutralem Wasserstoff sind für eine breitere Anwendung noch zu ineffizient oder zu teuer. Ein Forschungsteam der Universität Tübingen präsentiert nun die Entwicklung einer neuartigen Solarzelle mit bemerkenswert hohem Wirkungsgrad. Sie ermöglicht eine dezentrale Herstellung von grünem Wasserstoff und hat das Potenzial für Anwendungen im industriellen Maßstab. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Fachmagazin Cell Reports Physical Science veröffentlicht.&nbsp;</p><h3>Eine Solarzelle auf Tauchgang</h3><p>Wird Wasserstoff über die sogenannte Elektrolyse mit erneuerbaren Energien aus Wasser hergestellt, bezeichnet man ihn wegen der klimafreundlichen Herstellung als grünen Wasserstoff. Bei der solaren Wasserspaltung, häufig auch als künstliche Photosynthese bezeichnet, wird Wasserstoff mit Energie aus der Sonne hergestellt. Ein Forschungsteam um Dr. Matthias May vom Institut für Physi-kalische und Theoretische Chemie der Universität Tübingen hat eine Solarzelle entwickelt, die integraler Bestandteil der photoelektrochemischen Apparatur ist und direkt mit den Katalysatoren für die Wasserspaltung zusammenarbeitet. Das Besondere der Tübinger Entwicklung: Ein zusätzlicher externer Stromkreis, wie etwa bei einem Photovoltaik-Solarpanel, ist nicht mehr nötig.</p><p>Dieser innovative Ansatz macht die Technologie kompakter, flexibler und potenziell kosteneffizienter. Aber mit diesem Aufbau werden auch die Anforderungen an die Solarzelle größer. "Unter Forschenden auf dem Gebiet ist die Realisierung von stabiler und effizienter photoelektrochemischer oder direkter Wasserspaltung so etwas wie der ‚heilige Gral`", sagt May.</p><p>Das Besondere am Aufbau der Solarzelle ist die hohe Kontrolle der Grenzflächen zwischen den verschiedenen Materialien. Die Oberflächenstrukturen werden hier auf einer Skala von wenigen Nanometern, also millionstel Millimetern, hergestellt und überprüft. Besonders schwierig sind kleine Kristalldefekte, die beispielsweise beim Wachstum der Solarzellenschichten entstehen. Diese verändern auch die elektronische Struktur und können damit einerseits die Effizienz und andererseits die Stabilität des Systems senken.&nbsp;</p><p>May ergänzt: "Insgesamt bleibt die Korrosion und somit die Langzeitstabilität der sich im Wasser befindenden Solarzelle aber die größte Herausforderung. Hier haben wir nun große Fortschritte im Vergleich zu unseren früheren Arbeiten gemacht."</p><p>Der technische Aufbau der neuen Zelle ist innovativ und besonders wirkungsvoll zugleich. Die Effizienz der solaren Wasserspaltung wird in Form des Wirkungsgrades gemessen. Der Wirkungsgrad zeigt dabei an, wieviel Prozent der Energie des Sonnenlichts in nutzbare Energie des Wasserstoffs (Heizwert) umgewandelt werden kann. Mit einem Wirkungsgrad von 18% präsentiert das Forschungsteam den zweithöchsten je gemessenen Wert für die direkte solare Wasserspaltung und sogar einen Weltrekord, wenn man die Fläche der Solarzelle berücksichtigt. Die ersten etwas höheren Wirkungsgrade für die Solare Wasserspaltung wurden 1998 mit 12% vom NREL in den USA präsentiert. Erst 2015 folgte der Sprung auf 14% (May et al.) und 2018 auf 19% (Cheng et al).&nbsp;</p><h3>Anwendung in großem Maßstab denkbar</h3><p>Dass die Technologie kommerzialisierbar ist, zeigen inzwischen mehrere Ausgründungen an anderen Universitäten mit deutlich geringeren Effizienzen. Erica Schmitt, Erstautorin der Studie, erklärt: "Was wir hier entwickelt haben, ist eine Technologie der solaren Wasserstofferzeugung, die keine leistungsstarke Anbindung an das Elektrizitätsnetz erfordert. Dadurch sind auch dauerhafte kleinere Insellösungen zur Energieversorgung denkbar."</p><p>Die Tübinger Arbeiten sind eingebettet in das vom BMBF geförderte Verbundprojekt H2Demo, an dem unter anderem das Fraunhofer Institut für Solare Energiesystem (ISE) beteiligt ist. Die nächsten Schritte umfassen die Verbesserung der Langzeitstabilität, den Transfer auf ein kostengünstigeres Materialsystem auf Siliziumbasis und die Skalierung auf größere Flächen. Die Forschungsergebnisse könnten einen bedeutenden Beitrag zur Energieversorgung und zur Reduzierung von CO2-Emissionen leisten.</p><h3>Publikation:</h3><p>Schmitt EA, Guidat M, Nusshör M, Renz A-L, Möller K, Flieg M, Lörch D, Kölbach M &amp; May, MM. (2023). Photoelectrochemical Schlenk cell functionalization of multi-junction water-splitting photoe-lectrodes. Cell Reports Physical Science 4 (2023), 101606, <a href="https://doi.org/10.1016/j.xcrp.2023.101606" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.xcrp.2023.101606</a>.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-98639</guid><pubDate>Thu, 28 Sep 2023 16:46:31 +0200</pubDate><title>Erstmals Doppelspitze an einer Fakultät in Baden-Württemberg</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=98639&amp;cHash=7207e8e88bfdb5ddf534057198a8c6e7</link><description>Angelika Zirker zur Dekanin und Dietmar Till zum Dekan der Philosophischen Fakultät gewählt – erstes Tandem in der Geschichte der Universität Tübingen und landesweit.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professorin Angelika Zirker und Professor Dietmar Till wurden am Freitag zur Dekanin und zum Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Tübingen gewählt. Damit wird erstmals in der Geschichte Baden-Württembergs die Fakultät einer Hochschule von einem Tandem geführt.</p><p>Zirker und Till treten die Nachfolge von Professor Jürgen Leonhardt an, dessen Amtszeit zum 30. September endet. Für die Einrichtung einer Doppelspitze bedurfte es im Vorfeld der Zustimmung des Unirats und des Senats der Universität Tübingen und des Wissenschaftsministeriums Baden-Württemberg, da diese Struktur erstmals ermöglicht wird. Die Amtszeit von Zirker und Till beträgt fünf Jahre.</p><p>„Die Philosophische Fakultät der Universität Tübingen ist durch eine große Diversität der Fächer und Fachkulturen gekennzeichnet. Wir wollen die unterschiedlichen Bereiche unserer Fakultät stärker miteinander ins Gespräch bringen, vernetzen und dadurch Synergieeffekte erzeugen“, sagte Professorin Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. Eine Doppelspitze aus Mann und Frau, die zwei unterschiedlichen Disziplinen angehören, unterstütze dieses Ziel.</p><p>„Eine wichtige Aufgabe wird auch die stärkere Integration der Digital Humanities in Studium und Lehre sowie die Digitalisierung überhaupt sein“, ergänzte Professorin Angelika Zirker. Sie hat an der Universität des Saarlandes Anglistik, Germanistik und Romanistik studiert, wurde von der Universität Tübingen promoviert. Anschließend habilitierte sie sich mit einer Arbeit über William Shakespeare und John Donne. Sie übernahm Vertretungsprofessuren an der Freien Universität und der Humboldt-Universität in Berlin, bevor sie nach Tübingen an den Lehrstuhl für English Literatures and Cultures zurückkehrte. Im Sonderforschungsbereich „Andere Ästhetik“ ist Angelika Zirker Teilprojektleiterin.</p><p>„Die Philosophische Fakultät nimmt in allen nationalen wie internationalen Rankings einen Spitzenplatz ein. In einer Zeit zurückgehender Finanzmittel – nicht zuletzt aufgrund der Energiepreise – und sinkender Studierendenzahlen wollen wir Handlungsspielräume für die Fakultät erhalten”, sagte Dietmar Till. Er studierte an der Universität Tübingen Allgemeine Rhetorik, Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Philosophie und promovierte anschließend in Allgemeiner Rhetorik. Er forschte an der Freien Universität Berlin im Rahmen des Exzellenzclusters „Languages of Emotion“ über Empathie und habilitierte sich an der Universität Göttingen. Eine Gastprofessur führte ihn an die University of Washington in Seattle. Seit 2011/12 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Rhetorik an der Universität Tübingen.</p><p>An der philosophischen Fakultät der Universität Tübingen studieren derzeit 7.200 Studierende in 36 Fachrichtungen der Geisteswissenschaften - von Archäologie über Kunstgeschichte, Asien- und Orientwissenschaften, Musik-, Religions-, Geschichts- und Sprachwissenschaften bis hin zu Allgemeiner Rhetorik und Medienwissenschaften. Weltweit wurde und wird die Universität Tübingen mit dem Wirken von Forscherpersönlichkeiten auf allen Gebieten der Geistes - und Kulturwissenschaften assoziiert. Die philosophische Fakultät wird auch aktuell zu den forschungsstärksten geisteswissenschaftlichen Forschungsstandorten in Deutschland gezählt, was zahlreiche Rankings für einzelne Bereiche und die gesamten Geisteswissenschaften bestätigen. Hier werden regelmäßig Spitzenplätze in den vergleichenden Untersuchungen erreicht.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-98582</guid><pubDate>Wed, 27 Sep 2023 09:18:20 +0200</pubDate><title>Tübinger Universitätsrat tagt zum 100. Mal</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=98582&amp;cHash=767b28258d8fe64f72dbee2f1a7e6108</link><description>Gremium berät Universität seit mehr als zwei Jahrzehnten in strategischen Fragen – Wissenschaftsjournalistin Lena Ganschow ab Dezember neues Mitglied</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Universitätsrat der Universität Tübingen hat am Dienstag zum 100. Mal getagt. Seit dem Jahr 2000 begleitet und berät das Gremium die jeweiligen Rektorate der Universität Tübingen in strategischen Fragen. Es besteht aus sieben externen und vier internen Mitgliedern und wird seit 2018 von Bernhard Sibold geleitet, dem ehemaligen Präsidenten der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Baden-Württemberg. Als Gast der Jubiläums-Sitzung nahm die Wissenschaftsjournalistin und Moderatorin Lena Ganschow teil – sie wird ab 1. Dezember neues Mitglied des Tübinger Universitätsrats. Sie löst Christiane Neumann, ehemalige Geschäftsführerin der Leibniz Gemeinschaft, ab, deren Amtszeit nach neun Jahren endet.</p><p>Hochschulräte wurden ab 1998 nach einer Novelle des Hochschulrahmengesetzes in fast allen deutschen Bundesländern eingeführt. Ihre mehrheitlich extern berufenen Mitglieder aus Wirtschaft, Politik, Kultur oder anderen Forschungsinstitutionen bringen die Außen-Perspektive in die Entwicklungen einer Hochschule ein. In Baden-Württemberg beschließen sie zudem über den Haushalt, entscheiden über Entwicklungspläne und sind an der Wahl der Universitätsspitze maßgeblich beteiligt.</p><p>„In mehr als zwei Jahrzehnten gemeinsamer Wegstrecke setzte der Universitätsrat wichtige Impulse für die Entwicklung der Universität Tübingen“, sagte Rektorin Professorin Karla Pollmann. „Seine Stimme ist für die Universität ein Gradmesser, um ihre strategische Ausrichtung, ihre Position im Feld der forschungsstarken Universitäten und auch ihre Rolle in der Gesellschaft immer wieder neu zu reflektieren.“</p><p>So war der Tübinger Universitätsrat maßgeblich an der Ausgestaltung der Exzellenzstrategie beteiligt. Er begleitete zahlreiche Reformen wie die Neustrukturierung der Fakultäten und die Umsetzung des Bologna-Prozesses sowie die Verhandlungen der Hochschulfinanzierungsverträge mit dem Land. Und er beriet die Universität unter anderem zurInternationalisierung, bei der Gründung des Lehrerbildungszentrums, des Zentrums für Islamische Theologie und des Cyber Valley.</p><p>In den Protokollen ist im Übrigen nachzulesen, dass schon in der ersten Amtsperiode über die studentische Wohnungsnot diskutiert wurde. Hier erhofft sich der Universitätsrat von der neuen Leitung des Studierendenwerks eine Verbesserung der Situation. Und stets waren auch die Bauvorhaben der Universität Thema. In der aktuellen Sitzung ging es um die weitere Bauplanung und das Flächenmanagement. „Eine Exzellenzuniversität verlangt auch eine exzellente Unterbringung. Der Sanierungs- und Modernisierungsstau von über einer Milliarde Euro sollte im Hinblick auf das 550-jährige Jubiläum der Universität im Jahr 2027 durch das eine oder andere Leuchtturmprojekt wenigstens teilweise aufgelöst werden“, wünscht sich Bernhard Sibold.</p><p>Ein weiteres Thema für die nächsten Jahre wird auch der Fachkräftemangel sein – gemeinsam mit der regionalen Wirtschaft wollen Universitätsrat und Universität diesen proaktiv bekämpfen, indem sie verstärkt begabten Nachwuchs mit den passenden Unternehmen zusammenbringen.</p><p>Für Christiane Neumann, ehemalige Geschäftsführerin der Leibniz Gemeinschaft war die Jubiläums-Sitzung auch ihre letzte: Nach neun Jahren Zugehörigkeit - mehr lässt das Landeshochschulgesetz nicht zu – wurde sie verabschiedet. Sibold dankte ihr für die hervorragende und vertrauensvolle Zusammenarbeit, in die sie ihre langjährige Erfahrung in herausgehobenen Führungspositionen von Forschungs- und Wissenschaftsorganisationen einbringen konnte.</p><p>Lena Ganschow nahm erstmals als Gast an einer Sitzung des Universitätsrats teil. Nach der Wahl durch den Senat der Universität hat sie das baden-württembergische Wissenschaftsministerium zum 1. Dezember als neues Mitglied bestellt. Ganschow studierte in Tübingen und Boston Biologie und schrieb ihre Abschlussarbeit bei Professorin Christiane Nüsslein-Volhard am Max-Planck-Insti-tut für Entwicklungsbiologie. Schon während des Studiums entschied sie sich, voll und ganz in die Medienwelt einzutauchen. Sie volontierte beim Südwestrundfunk und hat seitdem zahlreiche Sendungen und Fernsehdokumentationen moderiert. Seit 2023 präsentiert sie „ARD Wissen“ – ein neues Doku-Format im Ersten. Seit 2021 ist sie zudem Dozentin für Medien- und Präsentationstraining am Nationalen Institut für Wissenschaftskommunikation (NaWik).</p><p>weitere Informationen zum Tübinger Universitätsrat:&nbsp;<a href="https://uni-tuebingen.de/universitaet/organisation-und-leitung/universitaetsrat/" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/universitaet/organisation-und-leitung/universitaetsrat/</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-98588</guid><pubDate>Mon, 25 Sep 2023 10:50:00 +0200</pubDate><title>Wer knackt das Zinnrätsel der Bronzezeit? </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=98588&amp;cHash=dc970ec00836651dde1abd8786286498</link><description>Herkunft der Zinnbarren aus dem berühmten Schiffswrack von Uluburun weiter ungeklärt – auch Minen im Erzgebirge oder Cornwall kommen in Frage </description><content:encoded><![CDATA[<p>Die genaue Herkunft des Zinns in der Bronzezeit ist der Heilige Gral der Archäometallurgen: Seit 150 Jahren führen die Fachleute einen Diskurs über die Frage, aus welchen Minen das Zinn für all die Schwerter, Helme, Armreife, Teller oder Krüge in der Bronzezeit stammte. Die Lösung des Zinnrätsels verspricht weitreichende Erkenntnisse über frühe Handelsbeziehungen zwischen Zentralasien, Mesopotamien, Nordafrika, der Levante und Europa und damit über eine frühe Globalisierung, die unsere Welt für immer veränderte.</p><p>Als Schlüsselfund, um das Zinnrätsel zu lösen, gilt die Ladung eines um 1320 v. Chr. gesunkenen Handelsschiffs vor der westtürkischen Küste bei Uluburun. Das Wrack wurde 1982 von Tauchern entdeckt und seine Ladung unterwasserarchäologisch geborgen. Es enthielt neben Luxusgütern 10 Tonnen Kupfer- und eine Tonne Zinnbarren – viel mehr, als jemals zuvor aus der Bronzezeit gefunden worden waren.</p><p>„Auch 40 Jahre nach dem Fund von Uluburun bleibt das Zinnrätsel bestehen, auch wenn wir uns der Lösung durch Anwendung neuer Methoden immer mehr annähern“, erklärt Ernst Pernicka, Seniorprofessor an der Universität Tübingen und wissenschaftlicher Direktor des Curt-Engelhorn-Zentrums Archäometrie CEZA an den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim. Seit nunmehr vier Jahrzehnten ist er der Lösung des Zinnrätsels auf der Spur.</p><p>In einer kürzlich veröffentlichten Studie im Fachmagazin Frontiers in Earth Science widersprechen Ernst Pernicka, Daniel Berger und zwei weitere Autoren einer Veröffentlichung in der Fachzeitschrift Science Advances vom November 2022, in der Professor Wayne Powell vom Brooklyn College in New York behauptet, die Herkunft des Zinns aus dem Schiffswrack von Uluburun eindeutig bestimmen zu können.</p><p>Dies stamme zum Großteil aus der Zinnlagerstätte Muschiston im Nordwesten Tadschikistans, außerdem aus zwei Minen im Taurus-Gebirge nahe der heutigen türkisch-syrischen Grenze, erklärte das Team um Wayne Powell. Für seine Analyse hatte es Proben von 105 Zinnbarren aus dem Wrack genommen und damit von 90 Prozent der Zinnladung chemische und isotopische Signaturen bestimmt. Insbesondere wurden die Isotopenverhältnisse von Zinn und von Blei gemessen, die neben der chemischen Zusammensetzung ebenfalls Hinweise auf die Herkunft des Zinns liefern. Außerdem spreche der Anteil des Spurenelements Tellurium für Zinnlagerstätten in Zentralasien. Die Studie behauptet, anhand der übereinstimmenden Signaturen zwischen den Barren von Uluburun und Zinnerz-Proben aus den genannten Minen eine eindeutige Zuordnung ableiten zu können.</p><p>„Die Daten geben diese Interpretation nicht her, sie lassen keinen eindeutigen Schluss zu“, widerspricht Dr. Daniel Berger, Mitarbeiter von Ernst Pernicka am CEZA in Mannheim und Hauptautor der jetzt veröffentlichten Studie. Für diese Überprüfung hat er chemische und isotopische Analysen auch vorangegangener Studien umfassend berücksichtigt und mit dem Datensatz von Wayne Powell abgeglichen. „Eine Herkunft des Zinns der Barren aus dem Schiffswrack von Uluburun, zumindest eines Teils der Ladung, aus Cornwall in Großbritannien wäre aufgrund der Isotopenverhältnisse und chemischen Charakteristika sogar weitaus wahrscheinlicher. Insbesondere der Vergleich mit bronzezeitlichen Zinnbarren aus Großbritannien und Israel legt diese Schlussfolgerung nahe, für die wir zuvor schon eine vergleichbare Herkunft in Erwägung gezogen haben. Letztendlich ist aber auch die Herkunft aus dem Erzgebirge oder der Iberischen Halbinsel nicht auszuschließen.“ Um diese Vermutungen zu untermauern, brauche es aber erst mehr Proben und Analysen von Erzen aus europäischen und asiatischen Zinnlagerstätten.&nbsp;</p><p>Die Bronzezeit dauerte insgesamt vom späten vierten Jahrtausend bis ins frühe erste vorchristliche Jahrtausend – je nach Weltregion aber mit unterschiedlichem Beginn und Ende. Bronze entsteht durch das Verschmelzen von Kupfer und Zinn im Verhältnis neun zu eins und ist bedeutend härter als Kupfer allein. Kupfererze sind in vielen Regionen der Alten Welt zu finden. Für die Bronzezeit zugängliche Zinnerze aber können nur an wenigen Orten Zentralasiens des Iran und Europas nachgewiesen werden. Umso erstaunlicher ist es, dass einige der frühesten Bronzeartefakte aus dem Zweistromland um Euphrat und Tigris stammen. Dort gibt es aber keine Zinnvorkommen. Nur über Fernhandel konnten also Angebot an und Nachfrage nach Zinn zusammengebracht werden.</p><p>„Auch zahlreiche archäologische Beweise zeigen, dass die britischen Inseln und Zentraleuropa in der Bronzezeit mit dem Mittelmeerraum eine ökonomische Sphäre bildete und über die Donau, den Rhein und die Rhône, aber auch das Meer als Transportwege verbunden war“, sagte Ernst Pernicka. So wurden im Wrack von Uluburun auch Bernsteinperlen gefunden, die wahrscheinlich aus dem Baltikum gehandelt worden waren. Auch die Verwendung standardisierter Gewichte hatte sich im Laufe des zweiten vorchristlichen Jahrtausends bereits von Ägypten und Mesopotamien kommend über Syrien, Anatolien und die Ägäis bis über die Alpen nach Zentraleuropa ausgebreitet. Sie waren zum Abwiegen der Handelsware, so auch den Zinnbarren, notwendig. Solche Verbindungen legen natürlich auch einen Handel mit Zinn, einem der wichtigsten Rohstoffe der Bronzezeit, nahe. Für die Zeit des Schiffs von Uluburun lassen sich für Zentralasien weder Gewichtssysteme noch stichhaltige Handelsverbindungen in den Westen nachweisen, was eine Herkunft des Zinns aus dem Westen zusätzlich erhärtet.</p><p><strong>Originalpublikation:</strong><br> Daniel Berger, Kai Kaniuth, Gerhard Brügmann, Ernst Pernicka: Why Central Asia´s Mushiston is not a source for the Late Bronze Age tin ingots from the Uluburun shipwreck.<br> Frontiers in Earth Science 11:1211478.<br> doi:10.3389/feart.2023.1211478&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-98396</guid><pubDate>Wed, 20 Sep 2023 12:32:23 +0200</pubDate><title>Rüsseltiere der Hammerschmiede – Zeitgenossen des Menschenaffen „Udo“</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=98396&amp;cHash=ca5f7254e01e7deee61ef573939d9cfe</link><description>Team der Universität Tübingen und des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment untersucht Fossilien von acht Individuen der Elefantenartigen aus der Allgäuer Fundstelle</description><content:encoded><![CDATA[<p>Während in der heutigen Tierwelt der Tropen nur drei Elefantenarten aus Afrika und Asien bekannt sind, waren die Artenvielfalt und die Verbreitung der Rüsseltiere in der Erdvergangenheit deutlich größer. Aus der Fundstelle Hammerschmiede bei Pforzen, die durch den ersten zweibeinigen Menschenaffen <em>Danuvius guggenmosi </em>– genannt „Udo“ – weltweit bekannt wurde, untersuchte ein Tübinger Forschungsteam nun erstmals die Überreste von Rüsseltieren. Sie lebten zur gleichen Zeit wie Udo vor rund 11,5 Millionen Jahren in der Allgäuer Landschaft. Die Funde von acht Individuen ließen sich zwei Arten zuordnen. Seine Ergebnisse veröffentlichte das Team von der Universität Tübingen und dem Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment nun im Fachmagazin <em>Journal of Mammalian Evolution</em>.</p><p>Rüsseltiere sind die größten Landsäugetiere, die wir kennen. Vier der nun untersuchten Tiere aus der Hammerschmiede gehören zu den ausgestorbenen Hauerelefanten (Deinotherien – vom altgriechischen Wort „deinos“ für schrecklich und „therion“ für Tier). Diese primitive Familie der Dickhäuter hatte sich in der Evolution vor 30 Millionen Jahren von den übrigen Rüsseltieren getrennt. Ihre charakteristischen Merkmale sind rückwärts gekrümmte, hauerartige untere Stoßzähne. Zudem fehlen die sonst für Elefanten typischen oberen Stoßzähne. Diese Funde, bei denen es sich überwiegend um Jungtiere handelt, wurden der Art <em>Deinotherium levius </em>zugeordnet.</p><h3><strong>Neben <em>Danuvius </em>eingebettet: ein Hauerelefantenbaby </strong></h3><p>„Von besonderer Bedeutung ist eine Entdeckung aus dem Jahr 2020, da wurde erstmals ein Teilskelett eines wenige Monate alten Deinotheriumbabys gefunden“, berichtet Dr. George Konidaris, der Erstautor der neuen Studie. Das durch 24 Skelettelemente – darunter Unterkiefer, Rippen, Becken sowie Schien- und Wadenbein – dokumentierte Jungtier&nbsp;habe in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Weibchen von <em>Danuvius </em>gelegen.</p><p>Der Fund sei ein Glücksfall für die Wissenschaft. „Noch nie zuvor war ein Jungtier eines Hauerelefanten entdeckt worden, das sowohl die bleibenden Hauer als auch noch deren Vorläufer aus dem Milchgebiss aufweist. Diese kurze Phase im Leben der Rüsseltiere wird selten durch Fossilien dokumentiert. Der Fund hat daher große Bedeutung für ein besseres Verständnis der Individual- und Lebensgeschichte der Deinotherien.“</p><p>Tatsächlich handelt es sich bei dem Fund aus der Hammerschmiede erst um den dritten Nachweis weltweit von Milchhauern bei Deinotherien. „Der Milchhauer des Jungtiers wurde gleich neben dessen Unterkiefer gefunden. Computertomografische Aufnahmen vom Kiefer zeigen außerdem die Keime der permanenten Hauer, die bereits tief im Knochengewebe angelegt waren“, stellt der Grabungsleiter der Hammerschmiede Thomas Lechner fest.</p><p>Der Unterkiefer weist ansonsten keine weiteren Zahnkeime auf, nur Milchbackenzähne. Daraus schließen die Forscher, dass die permanenten Hauer bei den Hauerelefanten bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Entwicklung durchbrachen, noch während das Milchgebiss komplett war – ähnlich ist es bei den heute lebenden Elefanten, ihren entfernten Verwandten. Die Hauer waren demnach die ersten sichtbaren Zähne im Dauergebiss dieser Tiere.</p><h3><strong><em>Tetralophodon </em>– der Riese aus der Hammerschmiede </strong></h3><p>Die zweite Rüsseltierart der Hammerschmiede ist der elefantenartige <em>Tetralophodon longirostris</em>. Diese höckerzahntragenden Rüsseltiere unterscheiden sich von echten Elefanten und Mammuts auch durch den Besitz von Stoßzähnen sowohl im Ober- wie auch im Unterkiefer. Das bedeutendste Exemplar der vier Individuen aus der Hammerschmiede ist ein Teilskelett eines ausgewachsenen Bullen, welches bereits vor mehr als 40 Jahren durch die beiden Allgäuer Privatsammler Sigulf Guggenmos und Manfred Schmid ausgegraben wurde. „Aufgrund der mächtigen Stoßzähne sowie der Größe und des Abnutzungsgrads seiner Backenzähne vermuten wir, dass es ein Männchen im Alter zwischen 37 und 48 Jahren war. Sein Lebendgewicht waren gut zehn Tonnen und die Schulterhöhe etwa 3,5 Meter“, erklärt George Konidaris.</p><p>Die Art der Abnutzung der Zähne verrät den Wissenschaftlern zudem einiges über das Nahrungsspektrum dieser Dickhäuter. Während <em>Tetralophodon </em>wahrscheinlich eine Mischnahrung aus Blättern, Zweigen und Gras bevorzugte, war <em>Deinotherium </em>ein reiner Blattfresser, so Panagiotis Kampouridis, Doktorand und Mitautor der Studie. Diese unter-schiedlichen Nahrungsnischen ermöglichten die Koexistenz der beiden großen Pflanzenfresser im Ökosystem Hammerschmiede.</p><h3><strong>Klimawandel vor zwölf bis elf Millionen Jahren </strong></h3><p>Die Funde der Dickhäuter aus der Hammerschmiede seien für die zeitliche Einordnung der Evolution dieser Rüsseltiere von herausragender Bedeutung, resümiert Professorin Madelaine Böhme, die Leiterin des Forschungsprojekts Hammerschmiede. Das gemeinsame Vorkommen beider Arten in Europa dokumentiere einen kurzen Zeitabschnitt zwischen zwölf und elf Millionen Jahren vor heute, der durch relative Trockenheit und sehr hohe Temperaturen gekennzeichnet war, erklärt die Wissenschaftlerin.</p><p>Der nach Europa migrierte <em>Tetralophodon </em>habe sich in dieser Phase gegenüber primitiveren höckerzahntragenden Elefantenartigen durchgesetzt. Das nach elf Millionen Jahren zunehmend feuchter werdende Klima führte dann zu einem Umbruch bei den großen Säugetieren Europas. Die zunehmende Bewaldung bot den blattfressenden Hauerelefanten reichlich Nahrung und ermöglichte ihnen eine weitere Zunahme ihrer Körpergröße, was zur Evolution der neuen Art <em>Deinotherium giganteum </em>führte.</p><p>Die Ausgrabungen in der Hammerschmiede wurden durch die Universität Tübingen, die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und den Freistaat Bayern finanziert.</p><h3><strong>Publikation: </strong></h3><p>George E. Konidaris, Thomas Lechner, Panagiotis Kampouridis, Madelaine Böhme: <em>Deinotherium levius </em>and <em>Tetralophodon longirostris </em>(Proboscidea, Mammalia) from the Late Miocene hominid locality Hammerschmiede (Bavaria, Germany), and their biostratigraphic significance for the terrestrial faunas of the European Miocene. <em>Journal of Mammalian Evolution</em>, <a href="https://doi.org/10.1007/s10914-023-09683-3" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1007/s10914-023-09683-3</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-98237</guid><pubDate>Wed, 13 Sep 2023 14:00:00 +0200</pubDate><title>Förderung für innovative digitale Lehre</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=98237&amp;cHash=a1f69b8909c97ef5f90deed95879d1ed</link><description>Dr. Eberle Zentrum der Universität Tübingen zeichnet unter anderem Ethik-Podcast und Anleitungsmodul für hybride Seminare aus</description><content:encoded><![CDATA[<p>Vier kreative Tübinger Projekte aus der digitalen Lehre erhalten eine Förderung durch das Dr. Eberle Zentrum für digitale Kompetenzen. Mit je 10.000 Euro können die Forschenden ihre innovativen Ideen für digitale Lehr- und Lernmaterialien umsetzen. Bereits zum dritten Mal werden überzeugende Projekte mit diesem Format gefördert. Die Ergebnisse werden über das Zentrale OER-Repositorium Baden-Württemberg frei im Netz zugänglich sein.&nbsp;</p><p>Die Ausschreibung wurde durch die großzügige Unterstützung der Dr. K. H. Eberle Stiftung ermöglicht. <strong>Die offizielle Verleihung findet am 27. September um 18 Uhr im Historischen Lesesaal der Universitätsbibliothek (Bonatzbau, Wilhelmstr. 32) statt. Medienvertreterinnen und -vertreter sind dazu herzlich eingeladen.</strong></p><p>Die OER-Preise gehen an folgende Projektideen:</p><p>• Im<strong> Projekt „Integration hochwertiger Messgeräte ins Geographiestudium“ </strong>entwickelt ein Team unter der Leitung von Dr. Andreas Braun Tutorials, Videos und Dokumentationen für eine breite Palette von Messgeräten und -methoden. Dabei geht es beispielsweise um Geräte zur GPS-Vermessung, zur Messung von Klimaparametern sowie zur Erfassung ökologischer und chemischer Eigenschaften von Gewässern. Auch Erdbeobachtung und Drohnenkartierung werden thematisiert. Das Team am Lehrstuhl für Physische Geographie und Geographische Informationssysteme (Prof. Dr. Volker Hochschild) arbeitet an einer Katalogisierung und Dokumentation der Geräte, die künftig im Rahmen des Geographiestudiums, aber auch für Studien und Abschlussarbeiten zugänglich sein sollen. Darüber hinaus können die Materialien auch fach- und ortsunabhängig wiederverwendet werden, da sie gängige Geräte und Methoden in einem breiten Spektrum wissenschaftlicher Disziplinen abdecken.&nbsp;<br> Kontakt: <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cp0dtcwpBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">an.braun<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p>• Im <strong>Projekt „Debating Planetary Ethics - A Podcast on the Planetary Boundaries“</strong> entwickelt Dr. Simon Meisch vom Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften einen Podcast. In Zusammenarbeit mit Dr. Jeremy Schmidt vom Department of Geography der Universität Durham diskutiert er ethische Fragen rund um das im Jahr 2009 eingeführte Konzept der planetaren Grenzen. In diesem geht es unter anderem um den Klimawandel oder die Übersäuerung der Ozeane. Jede Episode des Podcast wird sich einer der neun definierten planetaren Grenzen widmen und dabei eine interdisziplinäre Debatte mit verschiedensten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern führen. Der Podcast soll mit Begleitinformationen als eigenständige Lerneinheit fungieren, kann aber auch als Ethikmodul in Veranstaltungen eingebunden werden, die Bezug zu den planetaren Grenzen haben.&nbsp;<br> Kontakt: <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,ukoqp0ogkuejBwpk/vwgdkpigp0fg  " data-mailto-vector="2" class="mail">simon.meisch@uni-tuebingen.de&nbsp;&nbsp;</a></p><p>• Im <strong>Projekt „Lernmodul Altfranzösisch für Studierende, Lehrende und Forschende der Mediävistik“</strong> arbeiten das Deutsche Seminar der Universität Tübingen und das Neuphilologische Institut der Universität Würzburg unter der Leitung von Juniorprofessorin Carlotta Posth und Alexandra Becker zusammen. Das Modul schließt die Lücke an Bildungsangeboten für Altfranzösisch - das Fach nimmt eine Schlüsselrolle in der mittelalterlichen Literatur ein und ist für viele philologische Fachgebiete wichtig. Das neue OER-Lernmodul soll ein breites Publikum ansprechen: Studierende und Forschende der Romanistik sowie anderer mediävistischer und historischer Fachrichtungen erhalten hier Einblick in die Grundstrukturen der altfranzösischen Sprache und ihre literatur- und sprachgeschichtlichen Aspekte. Die Lerneinheiten des Moduls enthalten Informationsmaterial, Übungsaufgaben und praktische Anwendungen zur Wissensvertiefung.&nbsp;<br> Kontakt: <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,ectnqvvc0rquvjBwpk/ywgtbdwti0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">carlotta.posth<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-wuerzburg.de</a>, <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cngzcpftc0dgemgtBwpk/vwgdkpigp0fg " data-mailto-vector="2" class="mail">alexandra.becker@uni-tuebingen.de&nbsp;</a> &nbsp;</p><p>• Im <strong>Projekt „Hybride Lehrformate / Hybrid Learning &amp; Teaching“</strong> entwickeln das Zentrum für Medienkompetenz und die Arbeitsstelle Hochschuldidaktik gemeinsam ein OER-Modul, das die Implementierung von hybriden Lehrformaten erleichtern soll. Es bietet allen Lehrenden durch praxisorientierte Checklisten, Reflexionsfragen und exemplarische Lösungsstrategien eine schrittweise Anleitung zur Planung und Durchführung hybrider Lehrformate. Dabei werden die Herausforderungen dieser Lehrmethode ausführlich behandelt, darunter technische, didaktische, konzeptionelle und rechtliche Aspekte. Das Modul wird in Deutsch und Englisch verfügbar sein. Leitung: Kurt Schneider, M.A. und Heike Schulz, Zentrum für Medienkompetenz; Dr. Andrea Fausel und Esther Fink, Arbeitsstelle Hochschuldidaktik.&nbsp;<br> Kontakt: <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mwtv0uejpgkfgtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">kurt.schneider<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p>Das Dr. Eberle Zentrum für digitale Kompetenzen bildet Tübinger Studierende sowie Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler für den Einsatz digitaler Medien in Forschung, Studium und Berufsleben aus. Mit der Ausschreibung „Digitale Lehr- und Lernmaterialien“ unterstützt die Universität die Entwicklung sogenannter „Open Educational Resources (OER)“, die vielseitig einsetzbar sind. Ihre Erstellung erfordert neben Kompetenzen zur Nutzung digitaler multimedialer Werkzeuge auch geeignete didaktische Konzepte. Die neuen Module können kostenfrei über den Onlinedienst „Zentrales Repositorium für Open Educational Resources der Hochschulen in Baden-Württemberg“ (ZOERR) genutzt werden. Diesen stellt die Universitätsbibliothek Tübingen im Rahmen des „Hochschulnetzwerks Digitalisierung der Lehre Baden-Württemberg“ zur Verfügung.&nbsp;</p><p>Die Dr. K. H. Eberle Stiftung mit Sitz im baden-württembergischen Lörrach hat das Zentrum bereits mit mehr als einer Million Euro gefördert und auch die Ausschreibung des Förderformats „Digitale Lehr- und Lernmaterialien“ ermöglicht. Sie wurde aus dem Vermögen des Unternehmers Dr. Karl Helmut Eberle gegründet und engagiert sich in der Forschungs- und Innovationsförderung in Tübingen und anderen Hochschulen. Eberle, der im November 2015 im Alter von 88 Jahren starb, hatte an der Universität Tübingen Medizin studiert und war danach erfolgreich in der Immobilienbranche tätig. <a href="https://dreberlestiftung.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://dreberlestiftung.de/</a><br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-98162</guid><pubDate>Mon, 11 Sep 2023 15:44:24 +0200</pubDate><title>Ausstellung zeigt herausragende neue archäologische Funde aus der Region</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=98162&amp;cHash=2a2a6aa727c663b831abfc93601d6438</link><description>„Gold im Ammertal – Das Ende der Steinzeit im Raum Tübingen“ eröffnet am 21. September im Museum der Universität Tübingen MUT</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das MUT zeigt in einer neuen Ausstellung die spektakulärsten archäologischen Funde der letzten Jahre. Die Ausstellung „Gold im Ammertal – Das Ende der Steinzeit im Raum Tübingen“ entstand in einer Kooperation des Instituts für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Tübingen mit dem Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart. Die Eröffnung der Ausstellung, zu der Pressevertreterinnen und alle Interessierten herzlich eingeladen sind, findet am <strong>Donnerstag, 21. September, um 19 Uhr in der Schlosskirche auf Schloss Hohentübingen </strong>statt.</p><p>In der Jungsteinzeit werden im 6. Jahrtausend v.Chr. erstmals dauerhafte Häuser errichtet und die Verstorbenen in Gräberfeldern bestattet. Dieser Übergang von der nomadischen Lebensweise zur Sesshaftigkeit kann als einer der wichtigsten Umbrüche in der menschlichen Kulturgeschichte gelten. Die Ansiedlung des Menschen bietet ihrerseits die Voraussetzung für viele wichtige Innovationen, die unser heutiges Leben prägen, wie Töpferei, Textilproduktion und Metallurgie. Am Ende der Jungsteinzeit werden auch Rad und Wagen entwickelt, was die menschliche Mobilität und den Gütertransport revolutioniert.&nbsp;</p><p>Ziel des gemeinsamen Forschungsprojektes, dessen wichtigste Erkenntnisse in der Ausstellung präsentiert werden, war zunächst die Erforschung ausgewählter Siedlungen der Jungsteinzeit im Tübinger Umland. Die Ergebnisse werfen auch neues Licht auf den Landschaftswandel im Raum Tübingen durch Umweltveränderungen und den Eingriff des Menschen.&nbsp;</p><p>Zu den aufsehenerregendsten Funden gehört ein im Herbst 2020 bei den archäologischen Forschungsgrabungen in einem frühbronzezeitlichen Grab bei Ammerbuch-Reusten geborgener kleiner Goldring, der als ältester Edelmetallfund Südwestdeutschlands gelten kann.&nbsp;</p><p>Die Ausstellung „Gold im Ammertal – Das Ende der Steinzeit im Raum Tübingen“ skizziert den Weg von den ersten sesshaften bäuerlichen Gemeinschaften im Südwesten Deutschlands bis zum Beginn der Metallnutzung in Mitteleuropa.&nbsp;</p><p>Zur Ausstellung erscheint ein reich illustrierter Begleitband mit Essays zur Kulturgeschichte der Region um Tübingen, Beiträgen zur archäologischen Methodik und einem Katalog der untersuchten Fundplätze.</p><h3>Programm der Eröffnung</h3><p>Begrüßung&nbsp;<br> Prof. Dr. Karla Pollmann | Rektorin der Universität Tübingen</p><p>Grußworte&nbsp;<br> Prof. Dr. Claus Wolf | Präsident des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart</p><p>Boris Palmer | Oberbürgermeister der Universitätsstadt Tübingen</p><p>Einführung in die Ausstellung<br> Dr. Jörg Bofinger | Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart<br> Prof. Dr. Raiko Krauß | Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität</p><p>Moderation<br> Prof. Dr. Ernst Seidl | Direktor des Museums der Universität Tübingen MUT</p><p>Führung durch die Ausstellung, Empfang</p><p><strong>Laufzeit der Ausstellung</strong><br> 22. September 2023 bis 14. Januar 2024</p><p><strong>Ausstellungsort</strong><br> MUT | Alte Kulturen | Schloss Hohentübingen, Burgsteige 11, 72070 Tübingen<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mcuugBowugwo0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">kasse<span style="display:none">spam prevention</span>@museum.uni-tuebingen.de</a></p><p><strong>Öffnungszeiten</strong><br> Mittwoch bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr; Donnerstag, 10 bis 19 Uhr<br> Gruppen jederzeit auch nach Vereinbarung</p><p><strong>Eintrittspreise</strong><br> Regulär: 5 Euro<br> Ermäßigt: 3 Euro<br> Tübinger Studierende, Freunde des MUT, ICOM: Eintritt frei<br> Familienkarte: 12 Euro</p><p><strong>Publikation</strong><br> Raiko Krauß, Jörg Bofinger (Hg.): Gold im Ammertal. Das Ende der Steinzeit im Raum Tübingen&nbsp;(Schriften des Museums der Universität Tübingen MUT, hg. von E. Seidl, Bd. 27)&nbsp;Tübingen: MUT 2023; ISBN 978-3-949680-08-3.&nbsp;</p><p><strong>Weitere Informationen</strong><br> Telefon <a href="tel:+4970712977384">07071 29-77384</a> oder <a href="tel:+4970712977579">-77579</a><br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,owugwoBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">museum<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a><br><a href="http://www.unimuseum.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.unimuseum.de</a></p><p><a href="https://www.unimuseum.uni-tuebingen.de/de/ausstellungen/sonderausstellungen/gold-im-ammertal" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Mehr zur Ausstellung und den Exponaten&nbsp;</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-98138</guid><pubDate>Fri, 08 Sep 2023 16:00:00 +0200</pubDate><title>Tübinger Erbe-Lauf feiert 30-jähriges Jubiläum</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=98138&amp;cHash=19b3a141f1f57994c9aa9a88806374d5</link><description>Ein Teil der Originalstrecke wird wieder einbezogen – Sozialpartner ist die Radstation am Europaplatz</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Countdown läuft: Nur noch wenige Tage bis zum 30. Tübinger Erbe-Lauf, der am Sonntag, 17. September 2023, in Tübingen stattfindet. Die Läuferinnen und Läufer des Virtual Charity Runs sind schon ab dem 10. September auf ihren Strecken unterwegs. Unter der Leitung von Judith Wais und mit Unterstützung von Studierenden wird die Veranstaltung vom Institut für Sportwissenschaft der Universität Tübingen organisiert und in Kooperation mit der Leichtathletik-Vereinigung (LAV) Stadtwerke Tübingen ausgerichtet.</p><p>Die diesjährige Jubiläumsausgabe zeigt sich in der Streckenführung der 10 Kilometer: Die neue und alte Strecke verschmilzt zu einer, weshalb das Zinser-Dreieck nach vielen Jahren wieder miteinbezogen und in der zweiten und dritten von drei Runden belaufen wird. Zwei Runden Zinser-Dreieck stehen dabei für rund 20 Jahre, in denen dieser Abschnitt Teil der Originalstrecke war.</p><p>An der Grundidee, Breitensport und Spitzensport in einer Veranstaltung zu vereinen, wird auch mit der 30. Auflage festgehalten: Im AOK Jeder kann-Run ist es möglich, eine Runde mit 3 Kilometern zu laufen. Auch beim CHT Staffellauf läuft jedes Teammitglied eine Runde, so können drei Personen die 10 Kilometer gemeinsam bewältigen.&nbsp;<br> &nbsp;<br> Zum sechsten Mal findet die BG Handbike Challenge statt. Das Rollstuhl-Rennen richtet sich an ambitionierte Breitensportler:innen und auch Handbike-Einsteiger sind willkommen. Die Teilnehmenden messen sich in unterschiedlichen Wettkampfklassen und fahren einen technisch anspruchsvollen Rundkurs, der sich etwas von der Hauptlaufstrecke unterscheidet. Der Start ist mit Adaptivbike als auch mit Rennbike möglich.</p><p>Beim Walter Maschinenbau Schülerlauf starten am Sonntag, 17. September, Schülerinnen und Schüler unter zehn Jahren für eine Strecke von &nbsp; 700 Metern. Teilnehmende unter 14 Jahren laufen 1.500 Meter und Teilnehmende unter 16 Jahren 3.000 Meter.</p><p>Bis zum 7. September hatten sich 1532 Läuferinnen und Läufer für den Hauptlauf angemeldet. Im Walter Maschinenbau Schülerlauf sind 721 Nachwuchsläuferinnen und -läufer angemeldet. Für die BG Handbike Challenge gehen bislang 17 Teilnehmende an den Start. Beim Jeder kann-Run sind 176 Läuferinnen und Läufer gemeldet. Für den Staffellauf gibt es 34 vorangemeldete Teams.&nbsp;</p><p><strong>Nachmeldungen</strong><br> Für alle Wettbewerbe sind Nachmeldungen bis zu einem gewissen Kontingent möglich. Hierzu wird die Online-Anmeldeplattform nochmals bis zwei Stunden vor dem jeweiligen Wettbewerb geöffnet oder bereits früher geschlossen, sobald das Kontingent ausgeschöpft ist.&nbsp;</p><p><strong>Startunterlagen und T-Shirts</strong><br> Alle Teilnehmenden aller Wettbewerbe müssen in diesem Jahr ihre Startunterlagen selbst abholen. Wie die Abholung der T-Shirts ist dies am Samstag, 16.09.2023, und Sonntag, 17.09.2023, im Clubhaus in der Wilhelmstraße möglich.&nbsp;</p><p><strong>Virtual Charity Run</strong><br> Der von dem Namenssponsor Erbe Elektromedizin GmbH ins Leben gerufene Virtual Charity Run startet bereits am Sonntag, 10. September. Bis zur Hauptveranstaltung am 17. September kann jeder, egal wie, wo, oder wann, Kilometer für den guten Zweck sammeln. Für Kurzentschlossene bleibt die Anmeldung bis zum Schluss geöffnet. Bislang liegen 387 Anmeldungen vor. Die Erbe Elektromedizin GmbH spendet 50 Cent pro gelaufenem Kilometer an die internationale Organisation Ärzte ohne Grenzen.&nbsp;</p><p><strong>Sozialpartner Radstation am Europaplatz der Bruderhaus Diakonie und Insiva GmbH</strong><br> Jeder gelaufene Kilometer beim Erbe-Lauf am 17. September vor Ort kommt dem Sozialpartner zugute, der Radstation am Europaplatz – pro Kilometer spendet die Erbe Elektromedizin GmbH 50 Cent. Zusätzlich können Läuferinnen und Läufer am Sonntag selbst spenden, indem sie durch das Spendentor in der Mühlstraße laufen. Pro Durchlauf gehen fünf Euro an die Radstation. Dieses Projekt entstand durch eine inklusive Kooperation der BruderhausDiakonie, der AiS inklusiv gGmbH und der Insiva GmbH. Die Radstation schafft Arbeitsplätze und Qualifizierungsmöglichkeiten für Menschen mit Beeinträchtigung oder Benachteiligung.</p><p><strong>Startzeiten</strong><br><em>Sonntag, 17.09.2023</em><br> Ab 9.20 Uhr &nbsp; &nbsp;Walter Maschinenbau Schülerlauf (U10, U12, U14)<br> 10.00 Uhr &nbsp; &nbsp; &nbsp; BG Handbike Challenge (letzte Runde 10.35 Uhr)<br> 11.00 Uhr &nbsp; &nbsp; &nbsp; Jeder kann-Run und U16 SchülerInnen<br> 11.25 Uhr &nbsp; &nbsp; &nbsp; CHT Staffellauf<br> 11.30 Uhr &nbsp; &nbsp; &nbsp; 1. Start Erbe-Lauf („langsamer“ Hauptlauf, B-Lauf)&nbsp;<br> 12.30 Uhr &nbsp; &nbsp; &nbsp; 2. Start Erbe-Lauf („schneller“ Hauptlauf, A-Lauf) &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;<br> &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;<br> Alle Informationen unter <a href="http://www.tuebinger-erbe-lauf.de" target="_blank" class="external-link" title="Link zur Webseite des Erbe-Laufs" rel="noreferrer">www.tuebinger-erbe-lauf.de</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-98111</guid><pubDate>Thu, 07 Sep 2023 10:38:01 +0200</pubDate><title>Als üppige Laubwälder die Arktis bedeckten</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=98111&amp;cHash=ac589dea73487f2b372697945aad7b76</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen untersucht das Pflanzenwachstum im nördlichen Polargebiet vor rund 50 Millionen Jahren – Paläoklima mit Parallelen zur aktuellen globalen Erwärmung</description><content:encoded><![CDATA[<p>In den heute nur spärlich bewachsenen Polargebieten der Arktis gab es im Eozän vor rund 50 Millionen Jahren ausgedehnte, üppige Laubwälder bei einer Kombination aus Treibhausklima und einem gegenüber heute fast doppelt so hohen Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre. Allerdings herrschten in diesen Regionen hoher Breitengrade – wie heute – extreme Lichtverhältnisse: monatelanges Dauerdunkel im Winter und eine, wenn auch tiefstehende, nie untergehende Sonne im Sommer.</p><p>Vergleichbare Umweltbedingungen sind in dieser Kombination heute auf der Erde nicht zu finden. In ihrer neuen Studie untersuchten Dr. Dr. Wilfried Konrad und Dr. Christopher Traiser aus den Geowissenschaften der Universität Tübingen gemeinsam mit Dr. Anita Roth-Nebelsick vom Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart die Lebensbedingungen der Pflanzen. Sie wollten wissen, ob die Pflanzen ihren Lichtbedarf in dem extremen Wechsel der Tageslängen ausgleichen konnten und ob dabei die damals verbreitete Großblättrigkeit der Laubbäume eine Rolle spielte. Sie wendeten quantitative Modelle der Fotosyntheseleistung, welche die speziellen Lichtverhältnisse nachbilden können, auf fossile Verwandte des Lebkuchenbaumes (<em>Cercidiphyllum japonicum</em>) an. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift <em>Paleoceanography and Paleoclimatology</em> veröffentlicht.</p><h3><strong>Hochentwickelte Modelle</strong></h3><p>Im Sonnenlicht setzen Pflanzen Wasser und Kohlendioxid aus der Luft durch Fotosynthese in organische Stoffe um, erzeugen Biomasse wie etwa Äste und Blätter und können so wachsen. Um mehr über die Produktivität der arktischen Wälder im Eozän zu erfahren, nutzte das Forschungsteam in der aktuellen Studie Daten von zwei arktischen Fundstätten: Die Pflanzenfossilien stammten vom Stenkul Fjord auf der kanadischen Ellesmere-Insel und von der zu Norwegen gehörenden Inselgruppe Spitzbergen. „Zum Vergleich zogen wir den nordwestlichen Odenwald bei Darmstadt heran. Der liegt zwar nicht auf einem hohen, sondern mittleren Breitengrad, doch herrschen in dem heutigen dortigen Laubwald ähnliche klimatische Bedingungen wie auf Spitzbergen im Eozän“, erklärt Konrad.&nbsp;</p><p>In die Berechnungen zur Produktivität der früheren arktischen Wälder bezogen die Forscherin und die Forscher zahlreiche Daten zur Quantifizierung der Verdunstung und der Fotosynthese ein. Sie untersuchten auch, welchen Einfluss die Blattgröße auf die Gas- und Stoffumsätze hatte. „Ob die Blätter der Bäume damals größer oder kleiner waren, spielte unseren Ergebnissen zufolge keine entscheidende Rolle“, sagt Konrad. Lufttemperatur und Lichteinfall hätten dagegen einen unerwartet starken Einfluss gezeigt: da die Ellesmere-Insel ein wenig weiter nördlich als Spitzbergen lag, gab es dort aufgrund himmelsmechanischer Eigenheiten der nördlichen Breiten sehr viel mehr Sonnenstunden während der jährlichen Vegetationsperiode. Zusammen mit der um wenige Grad höheren Temperatur auf Ellesmere habe dies zu einer wesentlich höheren Fotosyntheseleistung als auf Spitzbergen geführt.</p><p>„Insgesamt kamen wir auf eine überraschend hohe Produktivität der Wälder“, sagt Konrad. „Wir gehen davon aus, dass die Klimabedingungen im Eozän die Fotosyntheseleistung der Bäume und dadurch eventuell auch die Produktivität an Biomasse verstärkten. Legt man die aktuellen pflanzenphysiologischen Daten zum Fotosyntheseapparat zugrunde, so dürfte die Fotosyntheseleistung um mindestens 30 bis 60 Prozent höher gelegen haben als an einem heutigen Standort gemäßigter mittlerer Breiten.“ Hauptfaktor der Verstärkung sei der erhöhte Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre gewesen. „Eine Steigerung der Fotosyntheseleistung solcher Wälder könnten daher auch die aktuell steigenden Kohlendioxidwerte mit sich bringen. Da aber die Bodeneigenschaften und die Lichtverhältnisse einen großen Einfluss auf die pflanzliche Produktivität haben, kann man die Aussagen nicht verallgemeinern“, sagt der Wissenschaftler.</p><h3><strong>Ökologische Zukunftsszenarien</strong></h3><p>Für die globale Klimaerwärmung seien auch keine vergleichbaren Habitate auf der Erde zu finden. „Die ökologischen Szenarien könnten sich in manchen Regionen sehr schnell ändern. Vorhersagen zur künftigen Entwicklung stellen eine große Herausforderung dar“, sagt er. „Doch gab es entsprechende Habitate in der Vergangenheit der Erde. Daher können Erkenntnisse zum Paläoklima zur Verbesserung der Modelle und ihrer Vorhersagen beitragen.“</p><h3>Publikation:</h3><p>Wilfried Konrad, Anita Roth-Nebelsick, and Christopher Traiser: <span lang="en" dir="ltr">High productivity at high latitudes? Photosynthesis and leaf ecophysiology in Arctic forests of the Eocene. <em>Paleoceanography and Paleoclimatology</em></span>, <a href="mailto:https://doi.org/10.1029/2023PA004685" target="_blank" class="mail">https://doi.org/10.1029/2023PA004685</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-97382</guid><pubDate>Thu, 10 Aug 2023 09:54:33 +0200</pubDate><title>Unterschiedliche evolutionäre Kräfte formen das menschliche Skelett</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=97382&amp;cHash=1b9fc88031e4260a50087bc68fb95943</link><description>Das Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen untersucht Skelettmerkmale als möglichen Ersatz für DNA-Analysen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Erbgutanalysen menschlicher Knochen stoßen an Grenzen, wenn etwa die DNA schlecht erhalten ist oder die Proben nicht zerstört werden dürfen. In solchen Fällen können auch Vergleiche der Struktur und Form bestimmter Teile des Skeletts detaillierte Informationen über Verwandtschaftsverhältnisse liefern, und zwar zerstörungsfrei. Das hat eine großangelegte Studie eines internationalen Forschungsteams unter der Leitung von Dr. Hannes Rathmann und Professorin Katerina Harvati vom <span lang="en" dir="ltr">Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> und dem Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie an der Universität Tübingen ergeben.</p><p>Geprüft wurde mithilfe computergestützter Verfahren in den größten verfügbaren Datenbeständen, inwieweit sich die weltweite genetische Diversität von Menschen in der Struktur und Form, der sogenannten Morphologie, unterschiedlicher Skelettelemente widerspiegelt. Die besten Ergebnisse erzielte das Team bei Vergleichen bestimmter Elemente im Gebiss und am Schädel, jedoch mit unterschiedlicher Gewichtung. Die neuen Ergebnisse können in archäologischen und forensischen Untersuchungen genutzt werden, wenn DNA-Analysen nicht möglich sind. Die Studie wurde in dem Fachjournal <span lang="en" dir="ltr"><em>PNAS Nexus</em></span> veröffentlicht.</p><h3>Merkmale mit unterschiedlicher Gewichtung</h3><p>Die Morphologie des menschlichen Skeletts ist hochvariabel und unterscheidet sich weltweit sowohl zwischen Individuen wie auch zwischen Populationen. Diese Diversität entwickelte sich infolge komplexer Wechselwirkungen verschiedener evolutionärer Kräfte über einen langen Zeitraum. „Evolutionsbiologen teilen diese Kräfte in zwei unterschiedliche Prozesse auf. Ein neutraler Prozess bezeichnet den Vorgang, bei dem Mutationen neue Diversität hervorbringen, die den betroffenen Individuen</p><p>keine direkten Vor- oder Nachteile bietet. Diese neue Diversität vermehrt oder verliert sich dann zufällig durch die sogenannte Gendrift innerhalb einer Population“, erklärt Hannes Rathmann. „Dem gegenüber stehen nicht-neutrale Prozesse, die beispielsweise den Vor-gang bezeichnen, bei dem Mutationen sich auf die Fitness eines Individuums auswirken. Die betroffenen Individuen können sich dann entweder besser oder schlechter an Umweltfaktoren anpassen.“ Um detaillierte Rückschlüsse auf Verwandtschaftsverhältnisse zu ziehen, so der Wissenschaftler, sollten ausschließlich Skelettelemente verwendet werden, die sich durch neutrale Prozesse entwickelten.</p><p>Das Team konzentrierte sich in der Studie auf Gebiss und Schädel, deren Strukturen als vorherrschend durch neutrale Prozesse entwickelt gelten. „Entgegen früherer Annahmen geben nicht alle Merkmale im Gebiss und am Schädel den zugrundeliegenden genetischen Code verlässlich wieder, einige eignen sich viel besser als andere“, berichtet Rathmann. Als besonders geeignet erwiesen sich kleinere morphologische Merkmale an den Zähnen, wie Rillenmuster in den Kronen, die Anzahl und Größe der Höcker, die Form der Wurzeln und die An- oder Abwesenheit von Weisheitszähnen. „Die besten Ergebnisse, fast nahezu identisch mit einer klassischen genetischen Verwandschaftsanalyse, erzielten wir jedoch, wenn wir alle Merkmale von Schädel und Gebiss in integrierter Form einbezogen“, berichtet er.</p><h3>Zerstörungsfreie Alternative</h3><p>Katerina Harvati, die Seniorautorin der Studie, fügt hinzu: „Die Ergebnisse erweitern unser Verständnis über die Ursprünge der menschlichen Skelettdiversität. Sie sind auch vielversprechend für die Anwendung in archäologischen und forensischen Untersuchungen.“ Erbgutanalysen seien häufig nur sehr eingeschränkt möglich, wenn die DNA schlecht erhalten ist. Das sei häufig der Fall bei sehr alten Knochen oder solchen, die einem warmen Klima ausgesetzt waren. Auch müssten die Knochen für DNA-Analysen beschädigt werden, was bei brüchigem Material oder seltenen Funden oft nicht in Frage komme. „In solchen Fällen ist die zerstörungfreie Untersuchung von Schädel und Gebiss eine wertvolle Alternative, um beispiesweise vergangene Bevölkerungsgeschichte oder die menschliche Abstammung in archäologischen Zusammenhängen zu rekonstruieren oder Verwandtschaftsprofile in der Forensik zu erstellen.“</p><h3>Publikation:</h3><p>Hannes Rathmann, Silvia Perretti, Valentina Porcu, Tsunehiko Hanihara, G. Richard Scott, Joel D. Irish, Hugo Reyes-Centeno, Silvia Ghirotto, Katerina Harvati (2023): Inferring human neutral genetic variation from craniodental phenotypes. <em>PNAS Nexus</em>, Volume 2, Issue 7, pgad217, <a href="https://doi.org/10.1093/pnasnexus/pgad217" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1093/pnasnexus/pgad217</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-97268</guid><pubDate>Fri, 04 Aug 2023 10:17:05 +0200</pubDate><title>Datenbank mit 2.400 prähistorischen Fundstätten</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=97268&amp;cHash=471aaa650ef5e43697f8ff542e9ffbe8</link><description>Die Rolle der Kultur bei der Ausbreitung des Menschen: Digitale Datensammlung enthält Forschungsergebnisse aus 150 Jahren und kann von Laien und Forschenden genutzt werden</description><content:encoded><![CDATA[<p>Menschheitsgeschichte auf einen Klick: In einer großangelegten Datenbank lassen sich erstmals eine Vielzahl von bekannten Fundstätten zur Menschheitsgeschichte aus der Zeit vor drei Millionen bis 20.000 Jahren abrufen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Forschungsstelle ROCEEH („The Role of Culture in Early Expansions of Humans“) haben hier Informationen zu 2.400 prähistorischen Fundstätten und 24.000 Fundinventaren aus mehr als 100 alten Kulturen zusammengestellt. Die digitale Datensammlung in englischer Sprache steht Forschenden wie auch Laien kostenfrei zur Verfügung und wurde kürzlich in der Fachzeitschrift PLoS ONE veröffentlicht.</p><p>Die Forschungsstelle ROCEEH ist an der Universität Tübingen und der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung angesiedelt, wird von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften gefördert und zudem von der Union der deutschen Akademien finanziert.</p><p>Die Datenbank ROAD (ROCEEH Out of Africa Database) sei eine der größten digitalen Datensammlungen zu Archäologie, Anthropologie, Paläontologie und Botanik, sagt der Archäologe Dr. Andrew Kandel von der Universität Tübingen. Sie verknüpft Informationen zu kulturellen Fundstücken und menschlichen, tierischen sowie pflanzlichen Fossilien, die in den vergangenen 150 Jahren entdeckt und erforscht wurden, und ordnet diese geografisch und chronologisch ein.&nbsp;</p><p>Seit 2008 hatte ein internationales Team aus sechs leitenden Forschenden und Dutzenden Forschungsassistentinnen und -assistenten in mühevoller Kleinarbeit die Daten zusammengetragen. Unter anderem wurden mehr als 5.000 Publikationen in zahlreichen Sprachen ausgewertet, darunter Chinesisch, Russisch, Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Portugiesisch.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-97238</guid><pubDate>Thu, 03 Aug 2023 14:03:34 +0200</pubDate><title>Wie sich eineiige Zwillinge gegenseitig in der Selbstwahrnehmung beeinflussen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=97238&amp;cHash=1c54849885873119b9d85fdf45eb2941</link><description>Studie der Universität Tübingen bringt neue Erkenntnisse zum schulischen Selbstkonzept von Jugendlichen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wann immer Menschen gemeinsam mit anderen lernen, ziehen sie Vergleiche. Üblicherweise tritt hier ein Kontrasteffekt ein, der sich sofort auf das eigene schulische Selbstkonzept auswirkt: Schneiden die anderen besser ab, schätzt man seine eigenen Fähigkeiten schlechter ein. Zeigen die anderen weniger gute Leistungen, empfindet man sich als begabter und fähiger. In verschiedenen Studien wurden diese Kontrasteffekte immer wieder bestätigt.</p><p>Nun haben Forscherinnen und Forscher des Hector-Instituts für Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen eine bedeutsame Ausnahme gefunden: eineiige Zwillinge. Bei ihnen kehrt sich der Vergleichseffekt in einen Spiegeleffekt um. Die Leistung des Co-Zwillings wirkt sich also nicht gegensätzlich, sondern angleichend aus: Ist der Co-Zwilling gut in einem Schulfach, wirkt sich das positiv auf das eigene schulische Selbstkonzept im gleichen Fach aus. Umgekehrt haben schlechte Leistungen des einen Zwillings negative Auswirkungen auf das Selbstkonzept des anderen.</p><p>In die Selbstkonzepte fließen die Wahrnehmungen der eigenen Leistungsfähigkeit in einem Fach ein, die von der tatsächlich gezeigten Leistung, aber auch von der Verarbeitung zahlreicher anderer Informationen geprägt sind. Für die Studie analysierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Daten von über 4.000 eineiigen und zweieiigen Zwillingen in Deutschland im Alter zwischen elf und 17 Jahren aus der TwinLife-Studie. Teilweise besuchten die Zwillingspaare jeweils die gleiche Schulklasse, teilweise nicht.</p><p>In der Studie zeigte sich auch, dass der Spiegeleffekt bei zweieiigen Zwillingen nicht nachgewiesen werden kann. „Dieser Befund deutet darauf hin, dass eine nur mäßige Ähnlichkeit nicht ausreicht, damit der Spiegeleffekt eintritt, sondern dass der Grad der Ähnlichkeit außergewöhnlich hoch sein muss“, erklärt Ulrich Trautwein, Direktor des Hector-Instituts für Empirische Bildungsforschung und Co-Autor der Studie. „Tatsächlich findet sich bei zweieiigen Zwillingsbeziehungen häufig ein gewisses Maß an Konkurrenzdenken, das etwaigen Spiegeleffekten entgegenwirken könnte.“</p><p>Trautwein betont: „Vergleichseffekte sind ein universelles Phänomen, das entscheidende Konsequenzen hat für viele Fragen im Schulalltag, wie etwa bei der Fähigkeitsgruppierung, wenn Schülerinnen und Schüler nach ihren Fähigkeiten in Gruppen eingeteilt werden, oder auch beim Rückmeldeverhalten von Lehrkräften. Mit dem Spiegeleffekt konnten wir einen weiteren Beitrag zum besseren Verständnis des schulischen Selbstkonzepts leisten.“</p><p><br><strong>Publikation:</strong><br> Kim, Y., Gaspard, H., Fleischmann, M., Nagengast, B. &amp; Trautwein, U. (2023). What happens with comparison processes when “the other” is very similar? Academic self-concept formation in twins. <span lang="en" dir="ltr"><em>Contemporary Educational Psychology</em></span>, 72, 102138. <a href="https://doi.org/10.1016/j.cedpsych.2022.102138" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.cedpsych.2022.102138</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-97100</guid><pubDate>Mon, 31 Jul 2023 16:11:19 +0200</pubDate><title>Familiengeschichte am Muschelhügel</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=97100&amp;cHash=d5d670196716f45a44923781a6714e70</link><description>Genomische Geschichte der Küstengesellschaften im östlichen Südamerika untersucht</description><content:encoded><![CDATA[<p>Forschende des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen haben gemeinsam mit einem internationalen Forschungsteam rund um Erstautor Dr. Tiago Ferraz von der brasilianischen Universität São Paulo anhand des größten genomischen Datensatzes aus Brasilien nachgewiesen, dass die Sambaqui-Gesellschaften an der Süd- und Südostküste keine genetisch homogene Bevölkerung darstellten. Die Sambaqui, auch als „Muschelhügel“ bekannt, wurden vor etwa 8.000 bis 1.000 Jahren auf über 3.000 Kilometern entlang der östlichen südamerikanischen Küste errichtet. Archäologischen Aufzeichnungen zufolge teilten die Erbauerinnen und Erbauer der Sambaqui bestimmte kulturelle Ähnlichkeiten. Anders als erwartet wiesen diese Menschengruppen jedoch deutliche genetische Unterschiede auf. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler führen dies in ihrer heute im Fachjournal <em><span lang="en" dir="ltr">Nature Ecology and Evolution</span></em>erschienenen Studie auf verschiedene Kontakte mit Gruppen im Hinterland zurück.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-97004</guid><pubDate>Thu, 27 Jul 2023 17:09:58 +0200</pubDate><title>36. Tübinger Poetik-Dozentur</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=97004&amp;cHash=6978111f0ad23ee96061675fd128a76f</link><description>Christian Baron und Édouard Louis an der Universität Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen lädt zur 36. Tübinger Poetik-Dozentur ein: Die Schriftsteller Christian Baron und Édouard Louis werden vom 30. Oktober bis zum 3. November – gemeinsam mit weiteren Gästen – über ihr Schreiben und ihr politisches Engagement sprechen.</p><p>Die Vorlesungen und Gespräche finden jeweils um 19 Uhr in der Alten Aula (Münzgasse 30, 72070 Tübingen) statt und können auch über einen Livestream verfolgt werden. Christian Baron liest zudem am Sonntag, den 29. Oktober, in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall.</p><p>Die Tübinger Poetik-Dozentur ist ein <strong>Projekt der Stiftung Würth</strong> und wird von der <strong>Adolf Würth GmbH &amp; Co. KG</strong> gefördert. Einmal jährlich werden zwei Autoren oder Autorinnen eingeladen, öffentliche Vorlesungen zu halten sowie Workshops für Studierende anzubieten. Den traditionellen Auftakt bildet eine Lesung in der Kunsthalle Würth.</p><p><strong>Die Termine im Überblick</strong><br> Lesung von Christian Baron am Sonntag, 29. Oktober, um 16 Uhr in der Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall. Der Eintritt ist frei. Anmeldung ist ab 3. September möglich, über den Online-Veranstaltungskalender unter <a href="https://kunst.wuerth.com/" target="_blank" rel="noreferrer">https://kunst.wuerth.com/</a></p><p><strong>Veranstaltungen an der Universität Tübingen</strong><br> jeweils 19 Uhr c. t., Alte Aula. Der Eintritt ist frei.</p><ul><li>Montag, 30. Oktober: Vortrag von Christian Baron</li><li>Dienstag, 31. Oktober: Vortrag von Christian Baron und Diskussion</li><li>Mittwoch, 1. November: Vortrag von Christian Baron und Diskussion</li><li>Donnerstag, 2. November: Vortrag von Édouard Louis</li><li>Freitag, 3. November: Vortrag von Édouard Louis</li></ul><p>Weitere Informationen unter <a href="https://uni-tuebingen.de/de/16668" target="_blank" class="external-link" title="Poetik Dozentur 2023">poetik-dozentur.de</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-96977</guid><pubDate>Thu, 27 Jul 2023 12:41:02 +0200</pubDate><title>Figurine zeigt eine neue Gestalt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=96977&amp;cHash=c4a24ef53058205dd67e68fed0d9d275</link><description>Mehr als 20 Jahre lang galt das erste aus der Welterbe-Höhle Hohle Fels geborgene Elfenbeinkunstwerk als Pferd – bis Archäologen nun einen neuerlichen Fund gemacht haben</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bei Ausgrabungen in der Welterbe-Höhle Hohle Fels auf der Schwäbischen Alb nahe Schelklingen haben Archäologen jüngst ein Fragment einer sorgfältig geschnitzten Elfenbeinfigurine geborgen, das einem der bekanntesten Eiszeitkunstwerke ein neues Äußeres verleiht: Das Figurenfragment hat sich als Stück eines Körpers entpuppt, das perfekt an einen bereits vor mehr als 20 Jahren gefundenen Tierfigurenkopf passt. Der 1999 geborgene Kopf war als erste im Hohle Fels gefundene Elfenbeinfigurine berühmt geworden und bislang als Teil einer Pferdefigur interpretiert worden.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-96518</guid><pubDate>Wed, 19 Jul 2023 10:35:37 +0200</pubDate><title>Von Alzheimer bis Neutrinophysik: Sommeruniversität 2023 stellt aktuelle Forschung vor</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=96518&amp;cHash=e1b5ca571e5395847805c41908186f2c</link><description>Veranstaltungsreihe von Universität und Universitätsstadt Tübingen: Zehn Vorträge thematisieren unter anderem Astrophysik, Gesundheit, Künstliche Intelligenz oder Literatur aus Krisengebieten</description><content:encoded><![CDATA[<p>Im August gibt die Sommeruniversität in zehn Vorlesungen wieder einem breiten Publikum Einblicke in die aktuelle Forschung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Die Reihe wird gemeinsam mit der Universitätsstadt Tübingen organisiert. Die Vorlesungen finden von <strong>Montag,</strong><strong>31. Juli bis Freitag, 11. August jeweils um 10:15 Uhr im Hörsaal des Theologicums statt (Dauer</strong><strong>45 Minuten; Adresse: Liebermeisterstraße 16, 72074 Tübingen)</strong>. Anschließend kann das Publikum Fragen stellen und mit den Expertinnen und Experten über ihre Forschungsthemen diskutieren. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht notwendig.</p><p><strong>Das Programm:</strong></p><p><strong>Montag, 31. Juli<br> Prof. Dr. Mathias Jucker: Wieso wir noch keine Alzheimer-Therapie haben</strong></p><p>Das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, erhöht sich mit zunehmendem Alter. Heute wissen wir, dass es Veränderungen im Hirn schon viele Jahre vor den ersten Alzheimer-Symptomen gibt. Was sind dies für Veränderungen und ist es wichtig solche Veränderungen schon frühzeitig zu erkennen?&nbsp;In den USA wurden erste Medikamente, die den Verlauf der Erkrankung verlangsamen, zugelassen, aber gilt das auch für Deutschland? Die Vorlesung macht Sie mit der aktuellen Forschung und neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu der Alzheimer-Erkrankung vertraut.</p><p><strong>Dienstag, 1. August<br> Dr. Thilo Hagendorff: Können Sprachmodelle denken?</strong></p><p>Der Vortag wirft einen Blick auf die neuesten Entwicklungen bei Sprachmodellen und deren Fähigkeiten. Von einigen als bloße Wortkombinationsmaschinen oder „stochastische Papageien“ abgetan, sind Sprachmodelle wie GPT-4 mehr als nur das. Sie entwickeln emergente Fähigkeiten, zu denen etwa zählt, rechnen zu können, aus Beispielen zu lernen, funktionierenden Code zu schreiben, Zusammenfassungen zu bilden, Witze zu erklären, Logik zu verstehen, intuitive Entscheidungen zu treffen, mehrere Problemlösungsschritte aneinanderreihen zu können, auf mentale Zustände bei anderen schließen zu können und vieles mehr. Der Vortrag beschreibt diese Fähigkeiten und geht der Frage nach, wie intelligent Sprachmodelle tatsächlich sind.</p><p><strong>Mittwoch, 2. August<br> Prof. Dr. Benigna Schönhagen: Erinnern gestalten. Konzeptionelle Überlegungen und kuratorische Erfahrungen mit der aktuellen Ausstellung „Entgrenzte Anatomie. Eine Tübinger Wissenschaft und der Nationalsozialismus“</strong></p><p>Die Frage, wie die Erinnerung an die Verbrechen der NS-Zeit nach dem Ende der Zeitzeugenära wachgehalten werden kann, dominiert den aktuellen Erinnerungsdiskurs. Wie kann man das Wissen um die NS-Vergangenheit produktiv vergegenwärtigen? Studierende der Medizin und der Geschichtswissenschaft haben sich mit dieser Frage am Beispiel der Tübinger Anatomie auseinandergesetzt. Zwischen 1933 und 1945 missbrauchte diese die Körper hunderter NS-Opfer für Lehre und Forschung. Was hat diese Grenzüberschreitung ermöglicht? Welche Konsequenzen wurden daraus gezogen?&nbsp; Was wirkt bis heute nach?</p><p><strong>Donnerstag, 3. August<br> Prof. Dr. med. Markus Hahn: Die weibliche Brust – ein besonderes Organ: Fakten und Mythen zum Thema Brustgesundheit</strong></p><p>Nur wenige Organe erhalten so viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit wie die weibliche Brust. Viele Fachdisziplinen unserer modernen Hochleistungsmedizin kümmern sich um dieses besondere Organ. Das Universitäts-Brustzentrum Tübingen ist das erste zertifizierte Brustzentrum in Deutschland und feiert 2023 sein 20jähriges Jubiläum. Markus Hahn, Leiter der Experimentellen Senologie (=die Lehre von der Brust), wird auf Fakten zum Thema Brustgesundheit aber auch auf Mythen um dieses Organ eingehen und Innovationen aus der klinischen Forschung des Tübinger Brustzentrums vorstellen.</p><p><strong>Freitag, 4. August<br> Prof. Dr. Christoph Bareither: Kulturen der KI: Wie künstliche Intelligenz unser Zusammenleben verändert</strong></p><p>Künstliche Intelligenz, so liest man überall, wird unseren Alltag verändern. Aber wie verändert sie ihn konkret? Der Vortrag beleuchtet anhand von Beispielen aus Populärkulturen (Social Media), Erinnerungskulturen (virtuelle Zeitzeuginnen und Zeitzeugen) und Wissenschaftskulturen (ChatGPT und die Wissenschaft) exemplarische KI-bedingte Transformationen von Alltagskultur aus Perspektive der Empirischen Kulturwissenschaft.</p><p><strong>Montag, 7. August<br> Prof. Dr. Schamma Schahadat: Neu aus dem Osten: Literatur aus der Ukraine und aus Belarus</strong></p><p>„Die Kenntnis der weißrussischen Literatur außerhalb der Sowjetunion ist gering“, schrieb der Slavist Ferdinand Neureiter 1983, und dieser Zustand hat sich bis heute kaum geändert. Ähnliches galt im Übrigen bis vor kurzem auch für die ukrainische Literatur. Politische Erschütterungen haben dafür gesorgt, dass sowohl die belarusische als auch die ukrainische Literatur einen Popularitätsschub erlebt haben. Anhand zweier Romane wird gezeigt, dass ein zentrales Thema dieser Literatur die Gewalt ist:&nbsp; Der Belaruse Viktor Martynowytsch zeichnet in <em>Revolution</em> (dt. 2021) das Bild einer Gesellschaft, die auf Korruption und Machtmissbrauch beruht, während Serhii Zhadans <em>Internat</em> (2017) den Blick eines Außenseiters auf den Krieg im Donbas wirft.</p><p><strong>Dienstag, 8. August<br> Prof. Dr. Gunter Schubert: China unter Xi Jinping – oder vom Traum, ein reiches und großes Land zu werden</strong></p><p>Seit Xi Jinping 2012 die Macht in China übernahm, hat sich vieles verändert, in China wie auch weltweit. In der medialen Öffentlichkeit des „Westens“ wird der Staats- und Parteiführer als Diktator gehandelt, der China mit harter Hand regiert und einen Personenkult pflegt wie seinerzeit Mao Zedong. Zudem gilt er als Befürworter einer neuen Weltordnung, in der China eine Führungsrolle wahrnehmen und die USA als „einzige Supermacht“ ablösen will. Diese Zuschreibungen zeichnen jedoch ein zu grobes, wenn nicht gar verzerrtes Bild von Xi Jinping. Welche Ziele verfolgt er politisch? Welche Probleme und Zwänge begrenzen seine Handlungsfähigkeit? Worin unterscheidet sich sein Handeln und seine Macht von anderen Autokraten – etwa in Russland unter Putin? Der Vortrag verbindet eine Analyse des Herrschaftsstils von Xi Jinping mit einer Betrachtung der politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen, denen sich das heutige China gegenübersieht.</p><p><strong>Mittwoch, 9. August<br> Prof. Dr. med. Tobias Renner: Into future? – Therapie psychischer Erkrankungen über digitale Medien</strong></p><p>Durch die Entwicklungen in der digitalen Technik sind telemedizinische Versorgungsangebote zu einem Schwerpunktthema der Gesundheitsversorgung geworden, nicht zuletzt rasant beschleunigt aufgrund der Kontaktbeschränkungen während der SARS-CoV-2-Pandemie. Telemedizinische Behandlungsansätze bieten auch für die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen Chancen und finden zunehmend breitere Anwendung in der klinischen Praxis. Im Rahmen der Vorlesung wird der aktuelle Stand aus Klinik und Forschung zusammengefasst und ein Einblick in die aktuelle Entwicklung der digital gestützten Psychotherapie gegeben.</p><p><strong>Donnerstag, 10. August<br> Prof. Dr. Tobias Lachenmaier: Ein Observatorium 700m unter der Erde: Neues aus Neutrinophysik und Neutrinoastronomie</strong></p><p>Neutrinos sind Elementarteilchen, deren Erforschung in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht hat. Unter Beteiligung der Universität Tübingen wird im nächsten Jahr ein neues Neutrino-Experiment im Süden Chinas in Betrieb gehen, das neben der Erforschung der Eigenschaften von Neutrinos auch Astronomie mit Neutrinos ermöglichen wird. Was werden wir voraussichtlich aus der Beobachtung astrophysikalischer Prozesse mit Neutrinos lernen können?&nbsp;Der Vortrag erläutert aktuelle Fragen in der Neutrinophysik und Neutrinoastronomie und welche Erkenntnisse vom neuen Neutrino-Observatorium zu erwarten sind.</p><p><strong>Freitag, 11. August<br> Prof. Dr. Stephanie Grond: Die Natur der Mikroorganismen – clevere Chemikerin mit Alternative für Glyphosat?</strong></p><p>Mikrobielle Naturstoffe sind eine vielversprechende Quelle zur Entdeckung neuer chemischer Strukturen. Sie erfordern den Einsatz moderner chemischer Analytik. Die produzierten Moleküle verschaffen den Mikroorganismen in ihrem Lebensraum offensichtlich einen Vorteil. Wir staunen, wie clever die Natur die erfolgreichen Lebensgemeinschaften eingerichtet hat – auf molekularer Ebene. Der Vortrag zeigt, mit welchen Forschungsmethoden die Moleküle aus den Bakterien entdeckt und weiterentwickelt werden. Wir Menschen wollen hier die Chemie der Natur als Vorbild für Innovationen in technischen Anwendungen der Medizin, Landwirtschaft oder Materialtechnik nutzen.</p><p>Programm unter <a href="http://www.uni-tuebingen.de/de/39634" target="_blank" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de/de/39634</a> und als Programmheft erhältlich in öffentlichen Stellen und beim Fachbereich Kunst und Kultur der Universitätsstadt Tübingen. Die Sommeruniversität wird seit 2004 gemeinsam von der Universitätsstadt Tübingen und der Universität Tübingen veranstaltet.</p><p><strong>Kontakt:</strong><br> Kai Schwarzkopf<br> Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Telefon <a href="tel:+4970712977879">+49 7071 29-77879</a><br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mck0uejyctbmqrhBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">kai.schwarzkopf<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p>Florian Mittelhammer<br> Universitätsstadt Tübingen<br> Fachbereich Kunst und Kultur<br> Telefon <a href="tel:+4970712041738">+49 7071 204-1738</a><br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,hnqtkcp0okvvgnjcoogtBvwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">florian.mittelhammer<span style="display:none">spam prevention</span>@tuebingen.de</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-96488</guid><pubDate>Tue, 18 Jul 2023 16:00:00 +0200</pubDate><title>Nationales Forschungszentrum für KI-Spitzenforschung in Tübingen feiert seine Gründung</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=96488&amp;cHash=a0138df446ab9858bfc5db9233383005</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Am Dienstag, 18. Juli 2023, hat das Tübingen AI Center mit einem Symposium seine dauerhafte Einrichtung als nationales KI-Zentrum gefeiert. Seit dem 1. Juli 2022 wird es von Bund und Land mit 20 Millionen Euro Jahr gefördert. Rund 250 Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik erlebten ein vielfältiges Programm mit Ansprachen aus Politik, Forschung und KI-Start-ups sowie Initiativen, die Kinder und Jugendliche an die Künstliche Intelligenz heranführen.</p><p>Die Rektorin der Universität Tübingen, Professorin Karla Pollmann, eröffnete das Programm gemeinsam mit den Direktoren des Tübingen AI Centers, Professor Matthias Bethge und Professor Bernhard Schölkopf. In ihrer Rede verwies Pollmann auf die wissenschaftliche Exzellenz und Agilität der KI-Forschenden und das rasche Wachstum des KI-Ökosystems in der Region. Insbesondere betonte sie die besondere Rolle von KI bei der Weiterentwicklung der Universität und lobte die enge Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster für Maschinelles Lernen, um die neuen Möglichkeiten durch KI möglichst gut für die Forschung in den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen zu nutzen.</p><p>Matthias Bethge dankte der Landesregierung Baden-Württemberg und der Bundesregierung für die dauerhaft angelegte Förderung des Tübingen AI Centers. Dadurch werde es möglich, in den nächsten Jahren das Gründungsteam von Professoren, Max Planck Direktoren und Forschungsgruppenleitern zu verdoppeln und ein attraktives akademisches Forschungsumfeld zu schaffen. Bethge sprach sich für ein Maximum an Agilität aus, um in Forschung, Transfer und Ausbildung mit dem Tempo der globalen KI-Entwicklung mithalten zu können: „Wir stehen vor großen Zukunftsfragen und Herausforderungen und unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler engagieren sich mit größtem Einsatz, um unsere Gesellschaft in Deutschland und Europa für die Gestaltung der Zukunft fit zu machen.”&nbsp;</p><p>Bernhard Schölkopf ergänzte, das Tübingen AI Center arbeite eng mit dem European Laboratory for Intelligent Systems (ELLIS) zusammen. Dank einer großzügigen Förderung durch die Hector Stiftung werde derzeit ein erstes ELLIS Institut in Tübingen gebaut, welches gemeinsam mit dem Tübingen AI Center um die besten Köpfe werbe.</p><p>Ministerpräsident Winfried Kretschmann betonte in seiner Rede, dass Baden-Württemberg mit der Gründung des Cyber Valley im Jahr 2016 schon frühzeitig den Grundstein für einen Innovationscampus für Künstliche Intelligenz und intelligente Systeme gelegt habe. „Heute steht der Standort Tübingen in Europa an der Spitze der KI-Forschung, hat den einzigen Master-Studiengang für Maschinelles Lernen in Deutschland und mit ELLIS ein Netzwerk, das die besten Köpfe aus ganz Europa nach Baden-Württemberg zieht“, so Kretschmann. Diese Anziehungskraft steige nun noch weiter. Mit der Förderung von Bund und Land mit je zehn Millionen Euro jährlich bis zunächst 2028 sei das AI Center ein Magnet für die Spitzenforscherinnen und -forscher. „Technologische Souveränität ist mehr denn je die Voraussetzung für ein strategisch souveränes Europa, das gegenüber China und den USA wettbewerbsfähig ist“, so Kretschmann: „Künstliche Intelligenz ist daher keine Option – sie ist ein Muss.“</p><p>Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Mario Brandenburg, unterstrich die Bedeutung der KI-Kompetenzzentren: „Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie, die vor allem viele Chancen bietet. Um diese Chancen zu heben, müssen wir die KI-Forschung und -Fachkräfteausbildung weiter stärken. Gleichzeitig müssen wir auch die Umsetzung in konkrete Anwendungsfälle forcieren und die nationale und europäische Vernetzung vorantreiben. Das Tübingen AI Center und die gesamte Region Stuttgart-Tübingen stehen exemplarisch für diese Vision. Gemeinsam mit den weiteren KI-Kompetenzzentren ist dies ein starkes Fundament für den KI-Standort Deutschland.“</p><p>Nach der Zeremonie stellten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Tübingen AI Centers aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung vor. Hier ging es um Themen wie erklärbares maschinelles Lernen oder den Einsatz von maschinellem Lernen für eine nachhaltige KI. Die Geschäftsführerin der Cyber Valley GmbH, Rebecca Reisch, beschrieb die Bedeutung des Technologietransfers aus der Grundlagenforschung in die Wirtschaft. Wie so ein Transfer konkret aussehen kann, präsentierten die Start-ups Maddox AI, ein Spin-off des Tübingen AI Centers, und Aleph Alpha, ein Mitglied des Cyber Valley Start-Up Netzwerks.</p><p>Anschließend sprach die baden-württembergische Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Petra Olschowski, über die gesellschaftlichen Herausforderungen und Chancen rund um das Thema KI: „Die KI-Forschung hat zuletzt beeindruckende Fortschritte gemacht. Methoden des maschinellen Lernens, wie sie im Tübinger AI Center beforscht werden, haben dabei besonderes Potenzial und sind zunehmend Teil unseres Lebens – Beispiele reichen von der personalisierten medizinischen Diagnostik bis zu Chatbots. Aber auch die gesellschaftlichen Auswirkungen dieser KI-Zukunftstechnologien sind mitzudenken und zu gestalten. Das neue AI Center stellt daher den Menschen in den Mittelpunkt“, sagte die Ministerin. „Als wertvolle Ergänzung unseres Innovationscampusmodells Cyber Valley verbindet das neue Zentrum Grundlagenforschung und Transfer mit der Ausbildung der gefragten Fachkräfte von morgen.“ Anschließend gratulierte sie zwei ehemaligen Gewinnern des Bundeswettbewerbs für Künstliche Intelligenz, kurz BWKI, der 2018 vom Tübingen AI Center zusammen mit Bosch ins Leben gerufen wurde und aktuell maßgeblich von der Carl-Zeiss-Stiftung gefördert wird.</p><p>Weitere Gäste repräsentierten zwei Projekte, die sich erfolgreich um eine Förderung durch den „Agile Transfer Fund“ beworben hatten. Diese neue Maßnahme des Tübingen AI Centers soll Forschenden und Studierenden helfen, die Umsetzung von gesellschaftlich nützlichen Ideen mit Hilfe der künstlichen Intelligenz anzustoßen: Das Polybot-Projekt um den Forschungsgruppenleiter Wieland Brendel verfolgt das Ziel, mit Hilfe von Schwärmen flexibler Kleinroboter die technologischen Voraussetzungen zur Automatisierung einer regenerativen Landwirtschaft zu schaffen. Die finanzielle Förderung ermöglicht es dem Team, kurzfristig hochqualifiziertes Personal zu gewinnen. Bei „KI macht Schule“ geht es darum, Schülerinnen und Schülern KI als Technologie zugänglich zu machen und eine schnelle und kompetente Integration des Themas in den Lehrplan zu unterstützen. Mit den Mitteln aus dem Agile Transfer Fund kann das Team interaktives Lehr- und Lernmaterial aus aktueller Forschung entwickeln.</p><h3><strong>Über das Tübingen AI Center</strong></h3><p>Das Tübingen AI Center ist eine Forschungseinrichtung der Universität Tübingen in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme (MPI-IS). Ziel der Forschenden ist es, die Weiterentwicklung robuster lernender Systeme zum Nutzen von Gesellschaft und Wirtschaft voranzutreiben. Lernalgorithmen sollen weniger Daten benötigen und erfolgreich mit äußeren und unerwarteten Einflüssen umgehen können. Gleichzeitig sollen maschinelle Entscheidungsprozesse besser interpretierbar und fairer werden. Das Zentrum will neue Wege gehen, um Grundlagenforschung mit Transfer und Ausbildung zu verknüpfen, und gemeinsam mit anderen Forschern in Europa dazu beitragen, dass gesellschaftlich wertvolle Technologien unter dem Label “AI made in Europe” entwickelt werden.</p><p>Zusammen mit vier weiteren Zentren des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wird es seit dem 1. Juli 2022 vom BMBF und dem MWK Baden-Württemberg mit 20 Millionen Euro pro Jahr gefördert. Eingebettet in den schnell wachsenden Tübinger Wissenschafts- und Technologiecampus, kooperieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Tübingen AI Center eng mit dem europaweiten Forschungsnetzwerk ELLIS und der baden-württembergischen Cyber-Valley-Initiative, die Forschende mit Start-ups und der Industrie in der Region verbindet.<br> &nbsp;<br> Erstes <strong>Bildmaterial</strong> von der Veranstaltung erhalten Sie <strong>am 18.7. ab ca. 18:30 Uhr </strong>von Claudia Brusdeylins: <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,encwfkc0dtwufgankpuBvwgdkpigp0ck" data-mailto-vector="2" class="mail">claudia.brusdeylins<span style="display:none">spam prevention</span>@tuebingen.ai</a>.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-95615</guid><pubDate>Wed, 28 Jun 2023 16:12:42 +0200</pubDate><title>Ich sehe was, das du gleich sagen wirst</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=95615&amp;cHash=45a6da3915764e2bf57ebc25c3530657</link><description>Tübinger Forschende können Hirnsignale über Inhalt und Form eines Sprachlautes auslesen – und zwar mehrere Sekunden, bevor er geäußert wird</description><content:encoded><![CDATA[<p>Mehrere Sekunden, bevor wir einen Laut äußern, können aus unserem Gehirn Signale über Inhalt und Form der Äußerung ausgelesen werden. Das berichtet ein Forschungsteam um Professor Dr. Markus Siegel vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung, der Universität Tübingen und dem Universitätsklinikum Tübingen. Das Team hat in einer aktuellen Studie untersucht, ob der Inhalt und die Produktion von Sprache im Gehirn getrennt verarbeitet werden. Mithilfe moderner Bildgebung in Form der Magnetoenzephalographie (MEG) gelang es den Forschenden, in der Hirnaktivität den Inhalt unabhängig von der motorischen Produktion zu identifizieren – und somit auch vorherzusagen, welchen von zwei feststehenden Lauten die Probanden gleich äußern würden. Die Erkenntnisse haben sie im Fachjournal <em>PNAS </em>veröffentlicht.</p><p>Wir alle kennen sie: Die innere Stimme, die uns stumm durch den Alltag begleitet. Sie deutet darauf hin, dass diese Art der Gedanken getrennt vom motorischen Vorgang des Sprechens entstehen. Doch wie verarbeitet unser Gehirn Sprachinhalte und -produktion? Das war die Frage, mit der sich das Tübinger Forschungsteam beschäftigte.</p><p>„Wir haben die Hirnaktivität bei Probanden aufgezeichnet, während sie eine einfache Vokalisierungsaufgabe ausführten“, so Studienleiter Siegel. Diese mussten sich einen von zwei Vokalen vorstellen oder laut äußern. Welche Aufgabe sie in dem jeweiligen experimentellen Durchgang ausführen sollten, wurde ihnen auf einem Bildschirm gezeigt.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-95308</guid><pubDate>Thu, 22 Jun 2023 11:07:34 +0200</pubDate><title>Tiere suchten schon vor mehr als 30.000 Jahren die Nähe zu Menschen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=95308&amp;cHash=557a8ab662061725f904c76087435ab3</link><description>Team der Universität Tübingen und des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment erforscht altsteinzeitliche Beziehungen von Mensch und Rabe.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wilde Tiere gingen Beziehungen zu Menschen ein, lange bevor diese im Neolithikum vor rund 10.000 Jahren sesshaft wurden. So bedienten sich zum Beispiel Raben in der Kultur des Pavlovien vor mehr als 30.000 Jahren im heutigen tschechischen Mähren an Mammuts, die von den damaligen Menschen erbeutet wurden. Diese wiederum hatten auf vielfältige Weise im Alltag mit Raben zu tun. Der Einfluss des Menschen auf das Nahrungsverhalten der Raben wurde nun erstmals in einer naturwissenschaftlichen Studie an dortigen archäologischen Fundstätten untersucht.</p><p>Die Hauptautoren des Artikels sind Dr. Chris Baumann, der an den Universitäten Tübingen und Helsinki forscht, und Dr. Shumon T. Hussain von der Universität Aarhus sowie Professor Hervé Bocherens von der Universität Tübingen und dem <span lang="en" dir="ltr">Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span>. Die neue Studie wurde in der Fachzeitschrift <em><span lang="en" dir="ltr">Nature Ecology and Evolution</span></em> veröffentlicht. In einer früheren Publikation, erschienen in <em><span lang="en" dir="ltr">Archaeological and Anthropological Sciences</span></em>, hatte Chris Baumann bereits allgemein darüber berichtet, dass Belege für das Zusammenleben von Tier und Mensch tief ins Pleistozän zurückreichen und dass solche Beziehungen schon frühe Ökosysteme formten.</p><h3>Ähnliches Nahrungsspektrum</h3><p>Raben haben ein sehr breites Nahrungsspektrum, sind neugierig und zeichnen sich durch ein flexibles Verhalten aus. Ihre Knochen wurden in großer Zahl an den tschechischen Fundstätten Předmostí I, Pavlov I und Dolní Věstonice I entdeckt. „Die Anzahl an Rabenknochen aus den mährischen Fundstellen ist bemerkenswert und sicherlich ungewöhnlich für den Untersuchungszeitraum“, sagt Shumon T. Hussain. Daher vermuteten die Forscherinnen und Forscher, dass sich die Raben in der Nähe der Menschen aufhielten und möglicherweise von deren Anwesenheit profitierten. Das Forschungsteam untersuchte daraufhin die Knochen von zwölf Kolkraben mit naturwissenschaftlichen Methoden und rekonstruierte ihr Hauptnahrungsspektrum an-hand der Analyse stabiler Stickstoff-, Kohlenstoff- und Schwefelisotope. „Diese altsteinzeitlichen Raben ernährten sich überwiegend von dem Fleisch großer Pflanzenfresser, häufig von Mammuts, ähnlich wie die damals lebenden Menschen“, erklärt Chris Baumann. „Wir gehen deshalb davon aus, dass sie vor allem von Mammutkadavern in der Nähe von menschlichen Lagern angezogen wurden.“</p><p>Das Verhalten der Tiere begann sich an dem der Menschen zu orientieren, sagt das Forschungsteam. „Für diese wiederum wurden die Vögel zu einem Bestandteil ihrer Erfahrungs- und Gedankenwelt. Die Menschen scheinen den Raben in ihre Kultur aufgenommen zu haben, wie unter anderem polierte Rabenknochen sowie die auffällig hohe Anzahl an Flügelknochen im Fundmaterial zeigen“, sagt Hussain. Dies hatten bereits frühere Studien zu den Rabenknochen ergeben. Weitere umfassende Untersuchungen zur Evolution von Mensch-Tier-Beziehungen seien deshalb wichtig, um die frühen Ökosysteme von eiszeitlichen Jägern und Sammlern besser zu verstehen, sagen die Forscherinnen und Forscher. Sie bezeichnen das Verhalten der Raben als synanthropisch. Synanthropen sind wilde Tiere, die von einem mit Menschen geteilten Ökosystem profitieren.</p><h3>Der Mythos von der unberührten Natur</h3><p>„Vielfach wird angenommen, dass die frühen Menschen in und mit einer praktisch unberührten Natur gelebt hätten. Das ist jedoch sehr simplifizierend und so auch nicht richtig. Wir wissen inzwischen, dass Menschen durch ihr Verhalten Ökosysteme schon vor mindestens 30.000 Jahren beeinflussten und nachhaltig veränderten“, sagt Chris Baumann. Essensreste der Menschen bildeten eine stabile Nahrungsbasis für kleine Aasfresser. Solche neuen Nischen seien mit der Zeit stärker beansprucht worden, sodass wiederum die Menschen diese Tiere leichter fangen und als Quelle für Fleisch, Fell und Federn nutzen konnten. Als Nachteil dieser Entwicklung könnten sich jedoch Zoonosen, also zwischen Mensch und Tier übertragbare Infektionskrankheiten, leichter ausgebreitet haben.</p><p>&nbsp;</p><h3>Publikationen:</h3><p>Chris Baumann, Shumon T. Hussain, Martina Roblíčková, Felix Riede, Marcello A. Mannino, Hervé Bocherens: Evidence for hunter-gatherer impacts on raven diet and ecology in the Gravettian of Southern Moravia. <em>Nature Ecology and Evolution</em>, <a href="https://doi.org/10.1038/s41559-023-02107-8" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41559-023-02107-8</a></p><p>Chris Baumann: The paleo‑synanthropic niche: a first attempt to define animal’s adaptation to a human‑made micro‑environment in the Late Pleistocene. <em>Archaeological and Anthropological Sciences</em>, <a href="https://doi.org/10.1007/s12520-023-01764-x" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1007/s12520-023-01764-x</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-95257</guid><pubDate>Wed, 21 Jun 2023 11:23:19 +0200</pubDate><title>50 Jahre Camerata vocalis</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=95257&amp;cHash=ebbb988623082b438b074d5131a0548b</link><description>Musikalischer Botschafter weltweit: Kammerchor der Universität Tübingen feiert Jubiläum mit Ausstellung und Konzerten</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Camerata vocalis feiert 50-jähriges Bestehen. Der Kammerchor der Universität Tübingen wurde 1973 vom damaligen Universitätsmusikdirektor (UMD) Alexander Šumski gegründet, seit 2011 liegt die Leitung in den Händen von UMD Philipp Amelung. Beschäftigte und Studierende wirken hier mit einem A-cappella-Repertoire als musikalische Botschafter für Tübingen und die Universität. Es entstanden zahlreiche CD- und Rundfunk-Produktionen, Konzertreisen weltweit führten den Chor unter anderem nach Kanada, Brasilien, Israel, Irland und in viele Länder Afrikas.</p><p>Das Jubiläum wird mit einer Ausstellung und zwei Konzerten gefeiert, zu dem alle <strong>Interessierten sowie Medienvertreterinnen und -vertreter herzlich eingeladen sind. Der Eintritt ist frei</strong>.</p><p>Am Sonntag, 9. Juli 2023, eröffnet im Pfleghofsaal eine Ausstellung zur Geschichte der Camerata vocalis. Zur Vernissage sprechen Rektorin Professorin Karla Pollmann, die Leiterin des Fachbereichs Kunst und Kultur der Stadt Tübingen, Dagmar Waizenegger, sowie ehemalige Chormitglieder. Die Veranstaltung ist gleichzeitig ein Gedenkkonzert zum ersten Todestag von Alexander Šumski: Camerata vocalis singt Werke von Nikolaus Betscher sowie Chormusik aus Gabun, Malawi und Südafrika.&nbsp;<br> &nbsp;<br> Ein Festkonzert mit Werken ehemaliger Tübinger Universitätsmusikdirektoren findet am Sonntag, 16. Juli 2023, statt: Um 19 Uhr c.t. präsentiert der Chor im Festsaal in der Neuen Aula Werke von Friedrich Silcher, Otto Scherzer, Emil Kaufmann, Fritz Volbach, Karl Hasse und Tobias Hiller.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-95155</guid><pubDate>Tue, 20 Jun 2023 09:41:08 +0200</pubDate><title>Frauen verändern Dynamik in Aufsichtsräten</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=95155&amp;cHash=20011926f6e13b59fd14e4ac61c85188</link><description>Studie der Universität Tübingen: Bereits eine Frau im Aufsichtsrat erhöht die Teilnahmequote bei den Sitzungen – mehrere Frauen sogar die Profitabilität des Unternehmens</description><content:encoded><![CDATA[<p>Gehört dem Aufsichtsrat eines Unternehmens mindestens eine Frau an, dann ist die Teilnahmequote an den Sitzungen höher, als wenn nur Männer im Gremium sitzen. Gehören zwei oder mehr Frauen dem Aufsichtsrat an, ist dies darüber hinaus mit einer höheren Profitabilität des Unternehmens verbunden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Tübingen, die von der Fachzeitschrift Corporate Governance veröffentlich wurde.</p><p>Die Autorinnen untersuchten börsennotierte Unternehmen in Deutschland, die Bericht auch über Teilnahmequoten an den Aufsichtsratssitzungen ablegen. Diese Daten glichen die Forscherinnen mit dem Anteil der Frauen in den entsprechenden Aufsichtsratsgremien und mit der Profitabilität der Unternehmen ab.&nbsp;</p><p>„Unterschiedliche Perspektiven im Aufsichtsrat führen dazu, dass mehr Alternativen abgewogen und bessere Entscheidungen getroffen werden können“, sagt Professorin Kerstin Pull vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Universität Tübingen. Um die Ergebnisse ihrer quantitativen Analysen besser einordnen und interpretieren zu können, führten die Autorinnen zudem ausführliche Interviews mit 17 Aufsichtsratsmitgliedern. Deren Aussagen unterstützen die These, dass in Gremien, in denen mehr als eine Frau vertreten ist, „andere Perspektiven und Meinungen“, eine „breitere Expertise“ und ein „produktiverer Umgangston“ die Diskussionen beeinflussen.&nbsp;</p><p>Sitzt jedoch nur eine einzige Frau im Aufsichtsrat, wird sie von ihren männlichen Kollegen häufig eher als Vertreterin ihres Geschlechts und weniger als Individuum mit einer spezifischen Expertise wahrgenommen. Manchen gilt die Kollegin gar lediglich als „hübsches Accessoire“. Zwar ist auch bei nur einer Frau im Gremium die Teilnahmequote an den Aufsichtsratssitzungen höher als bei einem rein männlich besetzten Gremium – aber dieser Effekt „verpufft“ im Hinblick auf die Profitabilität des Unternehmens.&nbsp;</p><p>Gehören dagegen mehrere Frauen zum Aufsichtsrat, werden diese in ihren unterschiedlichen Sichtweisen und Expertisen besser wahrgenommen, und das Gremium kann besser fundierte Entscheidungen treffen. „Es muss also erst eine ‚kritische Masse‘ von Frauen im Aufsichtsrat erreicht werden, bevor ein positiver Effekt auf die Profitabilität von Firmen gemessen werden kann“, so Pull.</p><p>Der positive Effekt kommt dabei nur zum Teil durch die höhere Teilnahmequote an den Aufsichtsratssitzungen zustande. Ein anderer Grund könnte darin liegen, dass Frauen häufiger von extern in einen Aufsichtsrat rekrutiert werden und zuvor nicht dem Vorstand dieses Unternehmens angehörten. „Aufsichtsräte sollen den Vorstand kontrollieren. Mit einem Blick von außen lässt sich diese Funktion leichter erfüllen“, erklärt Pull.&nbsp;</p><p>Seit Einführung der Frauenquote in mitbestimmten, börsennotierten deutschen Unternehmen zum Jahresbeginn 2016 ist der Anteil von Frauen in DAX-Aufsichtsräten von 30,2 Prozent auf 37,3 Prozent bis Ende 2022 gestiegen. Im Jahr 2023 wurden sogar zum ersten Mal mehr Frauen neu in DAX-Aufsichtsräte berufen als Männer. Auch der Anteil von Frauen in den Vorständen von DAX-Unternehmen ist stark gewachsen, von nur 2,2 Prozent im Jahr 2010 auf 21,8 Prozent in 2022. Allerdings gab es zuletzt auch prominente Rücktritte von Frauen in DAX-Vorständen: So trat Ende April Martina Merz als Vorstandsvorsitzende bei Thyssenkrupp zurück, Filiz Albrecht im März als Arbeitsdirektorin von Bosch und Carla Kriwet Ende vergangenen Jahres als Vorstandsvorsitzende bei Fresenius Medical Care.&nbsp;</p><p>„Unsere Studie zeigt, dass Unternehmen Chancen verpassen, wenn sie nur ausnahmsweise mal eine Frau in ihre Leitungs- und Kontrollgremien berufen, statt Frauen systematisch in solche Positionen hinein zu entwickeln“, so Pull.&nbsp;</p><h3>Originalpublikation:</h3><p>Joecks, Jasmin; Kerstin Pull; Katrin Scharfenkamp<span lang="en" dir="ltr">: Women Directors, Board Attendance and Corporate Financial Performance. Corporate Governance: An International Review.</span><a href="http://doi.org/10.1111/corg.12525" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">DOI:10.1111/corg.12525</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-95122</guid><pubDate>Mon, 19 Jun 2023 14:24:24 +0200</pubDate><title>Wanderausstellung „MicroPop“ macht die Welt der  Mikroben sinnlich erfahrbar</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=95122&amp;cHash=9a3ffe2a03f8921a05444b226595aef6</link><description>Eröffnung im Museum der Universität Tübingen MUT auf Schloss Hohentübingen am Donnerstag, 29. Juni 2023</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Wanderausstellung „MicroPop – Design, Wissenschaft und die Welt&nbsp;der Mikroben“ wird vom 30. Juni bis 27. August 2023 im Rittersaal des&nbsp;Schlosses Hohentübingen gezeigt. Verteilt über acht Stationen werden interaktive Exponate zu sehen sein, die Forschungskonzepte aus der&nbsp;Mikrobiom- und Infektionsforschung frei in den Bereich des Kommunikations- und Industriedesigns übertragen. Sie reichen von einem virtuellen&nbsp;Spiegel über kommunizierende Möbel und Videospiele bis zu einer mit&nbsp;Bakterien entwickelten Schrift. Durch die Exponate können die Besucherinnen und Besucher die selten bewusst wahrgenommene Welt der&nbsp;Mikroorganismen um und in unserem Körper sinnlich erfahren.</p><p>Zur Eröffnung der Ausstellung<br><strong>am Donnerstag, 29. Juni 2023, um 19 Uhr<br> im Rittersaal auf Schloss Hohentübingen</strong><br> sind die Vertreterinnen und Vertreter der Medien wie auch die interessierte Öffentlichkeit herzlich eingeladen.</p><p>Auf und in jedem menschlichen Körper leben etwa 40 bis 100 Billionen&nbsp;Mikroorganismen. Bis zu 1,5 Kilogramm unseres Körpergewichts können&nbsp;diese Mikroorganismen – vor allem Bakterien, Viren und Pilze – ausmachen. Insgesamt bilden sie unser individuelles Mikrobiom.&nbsp;</p><p>Am Exzellenzcluster „Kontrolle von Mikroorganismen zur Bekämpfung&nbsp;von Infektionen“ an der Universität Tübingen haben Forscherinnen und&nbsp;Forscher im Projekt „The Popular Microbiome“ – Das populäre Mikrobiom&nbsp;– in Kooperation mit Studierenden der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart Berührungspunkte zwischen Wissenschaft und Design geschaffen. So wollen sie der Öffentlichkeit die Erforschung dieser mit dem bloßen Auge&nbsp;nicht sichtbaren Welt vermitteln.</p><p>Die Ausstellung basiert auf einer Projektidee von Dr. Davina Höll, die im Rahmen des Exzellenzclusters die historischen und erkenntnistheoretischen Kontexte sowie die ethischen Konsequenzen&nbsp;der Mikrobiomforschung untersucht. Konzeption und Durchführung des Projekts wurden vom Bereich „Knowledge Design“ des Forschungszentrums für Wissenschaftskommunikation der&nbsp;Universität Tübingen unterstützt.</p><p>Die Ausstellung wurde gemeinsam von neun Doktorandinnen und Doktoranden des Tübinger Exzellenzclusters mit 22 Studierenden der Klassen für Industrie- und Kommunikationsdesign der&nbsp;Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart erarbeitet. Ausgehend von Forschungsthemen der Doktorandinnen und Doktoranden entwickelten die Teams gemeinsam Exponate, die sich&nbsp;mit verschiedenen Aspekten der Mikrobiom- und Infektionsforschung auseinandersetzen. In Zusammenarbeit mit dem Museum der Universität Tübingen MUT werden die Exponate nun erstmals in&nbsp;Tübingen gezeigt.</p><h3>Information</h3><p>Mehr zur Ausstellung und den Exponaten unter <a href="https://www.cmfi.uni-tuebingen.de/micropop" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.cmfi.uni-tuebingen.de/micropop</a> oder&nbsp;<br> unter <a href="https://www.unimuseum.uni-tuebingen.de/de/ausstellungen/sonderausstellungen/micropop" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.unimuseum.uni-tuebingen.de/de/ausstellungen/sonderausstellungen/micropop</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-95038</guid><pubDate>Fri, 16 Jun 2023 11:15:37 +0200</pubDate><title>Schöffen-Studie: häufig illegale Absprachen in Strafverfahren</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=95038&amp;cHash=5d708a68d3770843bdd85d5421b8d1bf</link><description>Bislang umfangreichste Studie unter Schöffinnen und Schöffen belegt Zufriedenheit mit dem Amt – bei vielen Absprachen bleiben die richterlichen Laien jedoch außen vor</description><content:encoded><![CDATA[<p>Schöffinnen und Schöffen werden bei Absprachen in Strafverfahren entgegen den gesetzlichen Vorschriften häufig nicht einbezogen oder sind an Absprachen beteiligt, die illegal sind. Zu diesem Ergebnis kommt die bislang größte Umfrage unter Laienrichterinnen und -richtern in Deutschland. Dessen ungeachtet hält eine Mehrheit der Schöffinnen und Schöffen ihr Amt jedoch generell für wichtig und wäre bereit, es nochmals anzutreten.&nbsp;</p><p>Für die Studie werteten Jörg Kinzig und Benedikt Iberl vom Institut für Kriminologie der Universität Tübingen fast 9000 Online-Fragebögen aus allen Bundesländern aus. Die Forscher erreichten damit 15 Prozent aller Schöffinnen und Schöffen in Deutschland. „Von der positiven Einschätzung des eigenen Amtes waren wir durchaus überrascht. Dass die Praxis informeller und damit illegaler Absprachen nach wie vor verbreitet ist, stand dagegen leider zu erwarten“, so Jörg Kinzig. „Die Antworten der Schöffen zeigen diesen Missstand erneut auf.“ Die Studie ist im Mai im Nomos-Verlag erschienen.</p><p>Nur ein Fünftel der Absprachen wird wie vom Gesetz vorgesehen öffentlich im Rahmen der Hauptverhandlung getroffen. In 14 Prozent der Fälle werden die beisitzenden Laienrichterinnen und -richter - obwohl sie sich vor Ort befinden - von den Berufsjuristen gar nicht erst eingebunden. Zwei Drittel der Schöffinnen und Schöffen berichten außerdem von Inhalten bei Absprachen, die illegal sind. Dazu gehören etwa Vereinbarungen über den Schuldspruch, also darüber, wie ein Verhalten, zum Beispiel ein Diebstahl oder eine Körperverletzung, strafrechtlich genau zu bewerten ist. „Ehrenamtliche Richterinnen und Richter wissen dabei oft nicht genau, was bei einer Absprache erlaubt ist und was nicht. Die Laien werden offenbar nur ungenügend auf Absprachen vorbereitet, obwohl sie daran auf Augenhöhe mitwirken sollen“, sagt Benedikt Iberl.</p><p>Um Verfahrenszeiten zu verkürzen, sind Verständigungen zwischen dem Gericht, der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft im Gesetz durchaus vorgesehen und erlaubt - jedoch nur unter streng geregelten Bedingungen. So muss die Absprache öffentlich im Rahmen der Hauptverhandlung und mit Beteiligung der Schöffinnen und Schöffen getroffen werden. Ein häufiger und zulässiger Fall ist die Einigung auf eine Ober- und Untergrenze der Strafe oder das Einstellen weiterer Verfahren im Gegenzug zu einem Geständnis. Nicht erlaubt ist es jedoch, bei einer Verständigung eine ganz konkrete Strafhöhe zu vereinbaren oder festzulegen, dass ein Angeklagter nicht im normalen Strafvollzug, sondern in der Psychiatrie oder einer Entziehungsanstalt untergebracht wird. In der Strafrechtswissenschaft wird in diesem Zusammenhang bereits seit langem darüber diskutiert, ob eine Laienbeteiligung angesichts komplexer werdender Strafverfahren noch zeitgemäß ist und ob die umstrittene Praxis der Verständigung die Rolle der Laien im Gerichtsverfahren mehr und mehr aushöhlt.&nbsp;</p><p>Die Schöffinnen und Schöffen wurden im Rahmen der Studie auch zur allgemeinen Einschätzung ihres Amts befragt. Die meisten Laienrichterinnen und -richter fühlen sich von ihren hauptberuflichen Kolleginnen und Kollegen ernst genommen. Sie halten sich für ausreichend kompetent und die meisten Urteile für angemessen – was in einem gewissen Kontrast zur Einschätzung der allgemeinen Bevölkerung steht, die Urteile der deutschen Strafjustiz tendenziell als „zu milde“ betrachtet, speziell im Fall jugendlicher Straftäterinnen und Straftäter. Zwei Drittel der Schöffinnen und Schöffen ist der Überzeugung, dass sie Einfluss auf die Urteilsfindung haben. Mehr als 80 Prozent würden ihr Amt noch einmal antreten.&nbsp;</p><p>Die Befragten brachten auch Verbesserungsvorschläge ein. So wünschen sich viele intensivere Vorbereitungskurse vor Amtsantritt und eine Akteneinsicht im laufenden Verfahren. Auch wurden eine umfassende Entbürokratisierung und Digitalisierung in der Justiz gefordert.</p><p>Im Laufe des Jahres 2023 finden die Wahlen der Schöffinnen und Schöffen für die nächste Amtsperiode statt. Sie beginnt am 1. Januar 2024 und dauert fünf Jahre. Ein Schöffenwahlausschuss an Amtsgerichten wählt die Laienrichterinnen und -richter für Amts- und Landgerichte. Die Schöffinnen und Schöffen sind sichtbarer Ausdruck einer Rechtsprechung „im Namen des Volkes“ und haben bei Urteilen gleiches Stimmrecht wie die Berufsrichterinnen und -richter. 80 Prozent der in der Studie befragten Schöffinnen und Schöffen haben sich auf eigene Initiative beworben. Die anderen wurden von Organisationen wie Parteien oder Gewerkschaften vorgeschlagen und – womöglich sogar widerwillig – von den Schöffenwahlausschüssen berufen.</p><h3>Originalpublikation</h3><p><a href="https://www.nomos-elibrary.de/10.5771/9783748942634/die-rolle-der-schoeffen-bei-absprachen-im-strafprozess?page=1" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.nomos-elibrary.de/10.5771/9783748942634/die-rolle-der-schoeffen-bei-absprachen-im-strafprozess?page=1</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-95005</guid><pubDate>Thu, 15 Jun 2023 20:00:00 +0200</pubDate><title>Zum Ursprung indigener Sprachen in Südamerika</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=95005&amp;cHash=30ab1c6633c1cc078b354bfaf47674ad</link><description>Computerlinguist der Universität Tübingen untersucht die Verwandtschaftsbeziehungen der Tupí-Guaraní-Sprachfamilie mit molekularbiologischen Methoden</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Tupí-Guaraní-Sprachfamilie, eine der größten innerhalb der indigenen Tupí-Sprachen Südamerikas, entstand einer neuen Studie zufolge im sechsten Jahrhundert v. Chr. im Becken des Rio Tapajós und des Rio Xingu, zwei großen Nebenflüssen des Amazonas, bei der heutigen Stadt Santarém im brasilianischen Bundesstaat Pará. Erstmals untersuchte Dr. Fabrício Ferraz Gerardi vom Seminar für Sprachwissenschaft der Universität Tübingen gemeinsam mit einem internationalen Forschungsteam die rund fünfzig Tupí-Guaraní-Sprachen mithilfe von molekularbiologischen Methoden. So konnte das Team mehr Licht in die Verwandtschaftsbeziehungen der Sprachen untereinander sowie ihre geografische und chronologische Entwicklung bringen. Die neue Studie wurde in der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlicht.</p><p>Über die Geschichte der Tupí-Guaraní-Sprachfamilie ist allgemein wenig bekannt. Sie umfasst rund 40 heute noch gesprochene Sprachen sowie mindestens weitere neun, die bereits ausgestorben sind. Die Zahl der Sprecherinnen und Sprecher pro Sprache reicht von weniger als einhundert, wie zum Beispiel bei Amondawa und Juma, bis zu sechs Millionen wie beim paraguayischen Guaraní. Nur einige wenige der Tupí-Guaraní-Sprachen, denen wir Wörter wie „Jaguar“ und „Piranha“ verdanken, wurden auch verschriftlicht. „Vor allem die ausgestorbenen Sprachen kennen wir aus vergangenen Jahrhunderten über notierte Lautschriften früherer Forscherinnen und Forscher“, berichtet Fabrício Gerardi.</p><h3>Vergleich der Grundvokabeln</h3><p>Für die Verwandtschaftsanalyse der verschiedenen Tupí-Guaraní-Sprachen nutzte das Forschungsteam vergleichende Aufstellungen von Grundvokabeln. Sind etwa die Wörter für „Bein“, „singen“ oder „Fledermaus“ in den untersuchten Sprachen gleich oder zumindest ähnlich? Oder teilen sie keinen gemeinsamen Wortstamm? „In der molekularbiologischen Verwandtschaftsanalyse zum Beispiel von verschiedenen Tier-<br> oder Pflanzenarten werden die jeweiligen Gensequenzen herangezogen. Es wird erhoben, welche Bereiche gleich oder ähnlich sind. Über die allgemeine zufällige Rate von Genveränderungen, die sogenannten Mutationen, lässt sich auch abschätzen, vor wie langer Zeit sich zwei verwandte Arten von einem gemeinsamen Vorfahren abgespalten haben“, erklärt der Computerlinguist Gerardi. Den Mutationen in den Genen bei biologischen Arten entsprechen Lautverschiebungen oder Ersetzungen bei verwandten Sprachen. So heißt der Tapir auf Tupinambá, einer der Tupí-Guaraní-Sprachen, „tapiʔir“, auf Awetí, einer Sprache, die sich von diesen Sprachen abgespalten hat, „tapiʔit“.</p><p>Über großangelegte Analysen von Vokabeln und grammatischen Strukturen der Tupí-Guaraní-Sprachen mit Algorithmen aus der Molekularbiologie lässt sich ein Familienbaum erstellen. „Wir wollten wissen, wie der Baum aussieht, wie stark verwandt einzelne Sprachen untereinander sind, wie alt jede Sprache ist und wann sie sich in Tochtersprachen aufgespalten hat“, sagt Gerardi.&nbsp;</p><h3>Zeitkalibrierung über archäologische Funde</h3><p>Das Verbreitungsgebiet der Tupí-Guaraní-Sprachfamilie erstreckt sich in Breite und Länge jeweils über rund 4.000 Kilometer. „Teilweise haben wir archäologische Funde aus dem gleichen Gebiet, die wir den Einzelsprachen versuchen zuzuordnen. Zum Beispiel gibt es in den Sprachen bestimmte Wörter für die Beschreibung spezieller Eigenschaften der dort entdeckten Keramiken“, sagt der Computerlinguist. „Dadurch lässt sich ein zeitlicher und räumlicher Zusammenhang zwischen der Sprache und den archäologischen Funden herstellen. Die Keramiken konnten über die Radiokarbonmethode datiert werden – so haben wir indirekt eine zeitliche Kalibrierung der Sprachenentwicklung“, sagt Gerardi. Auf diesem Weg konnte er gemeinsam mit dem Forschungsteam den wahrscheinlichen Ursprungsort der Tupí-Guaraní-Sprachfamilie auf das Tapajós-Xingu-Becken vor rund 2.550 Jahren datieren. „Um unsere Ergebnisse besser abzusichern, müssten jedoch die archäologischen und linguistischen Befunde weiter erforscht werden.“</p><h3>Publikation:</h3><p>Fabrício Ferraz Gerardi, Tiago Tresoldi, Carolina Coelho Aragon, Stanislav Reichert, Jonas Gregorio de Souza, Francisco Silva Noelli: Lexical Phylogenetics of the Tupí-Guaraní Family: Language, Archaeology, and the Problem of Chronology. PLOS ONE,&nbsp; <a href="https://doi.org/10.1371/journal.pone.0272226" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1371/journal.pone.0272226</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-94786</guid><pubDate>Mon, 12 Jun 2023 09:55:04 +0200</pubDate><title>Kinder-Uni-Forschungstag: Insekten unterm Mikroskop und Schleck-Eis aus dem Labor</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=94786&amp;cHash=d27857e11fbd9e17f93c8aa6c2613e96</link><description>Am Kinder-Uni-Forschungstag ist nicht nur Zuhören, sondern vor allem Mitmachen angesagt – Anmeldung zu den 30 Workshops ab dem 16. Juni online möglich</description><content:encoded><![CDATA[<p>Roboter zusammenbauen, an einer archäologischen Ausgrabung teilnehmen, Insekten untersuchen oder selbst hergestelltes Eis aus flüssigem Stickstoff genießen – der Kinder-Uni-Forschungstag ist traditionell ein Highlight des Sommersemesters. Ergänzend zu den Vorlesungen der Kinder-Uni (<a href="https://uni-tuebingen.de/de/62" target="_blank">https://uni-tuebingen.de/de/62</a>), geht es am ersten Samstag im Juli nicht nur ums Zuhören, sondern vor allem ums Mitmachen. Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren können in kleineren Veranstaltungen und Workshops Institute der Universität kennenlernen und selbst mitforschen.</p><p>In diesem Jahr sind wieder viele Fachbereiche der Universität Tübingen vertreten, darunter Biologie, Chemie, Physik, Archäologie, Medizin, Amerikanistik, Psychologie und Robotik. Das komplette Programm des Kinder-Uni-Forschungstags gibt es auf <a href="https://uni-tuebingen.de/de/2626" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/de/2626</a></p><p>Insgesamt 30 Workshops werden am Samstag, 1. Juli, verteilt auf drei Zeitfenster (10:15, 13:15 und 15:15 Uhr) angeboten. Eine Anmeldung über die Registrierungslinks auf dieser Website im Zeitraum vom 16. bis 29. Juni ist erforderlich und ausschließlich auf diesem Wege möglich.</p><p>Weitere Informationen: <a href="https://uni-tuebingen.de/de/2626" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/de/2626</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-94159</guid><pubDate>Thu, 25 May 2023 14:44:00 +0200</pubDate><title>Huch, habe ich das selbst getan – oder war das eine fremde Macht in meinem Kopf?</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=94159&amp;cHash=a8a35d3ab4c972a5d8c676e760b13474</link><description>Tübinger Forschende beschreiben Zusammenhang zwischen Handlung und Gefühl der Urheberschaft – Erkenntnis beleuchtet Phänomen der Fremdbestimmung bei Schizophrenie</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Gefühl, dass eigene Handlungen durch äußere Kräfte kontrolliert werden, ist ein häufiges Merkmal der Schizophrenie-Erkrankung. Ein Forschungsteam am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung, der Universität Tübingen und dem Zentrum für Psychische Gesundheit am Universitätsklinikum Tübingen hat nun das Phänomen der Fremdbestimmung genauer untersucht. In einer Studie stellte es fest, dass Personen mit solchem Erleben gegenüber gesunden Menschen die Zeitdauer zwischen eigenen Handlungen und ihren Konsequenzen anders wahrnehmen. Mit ihren neuen Ergebnissen könnten die Forschenden möglicherweise die Wahrscheinlichkeit vorhersagen, mit der Gefühle der Fremdbestimmung auftreten und das Verständnis dieser Ich-Störung erweitern. Dies sei insofern relevant, da Konzepte wie Eigenverantwortung im Ich-Gefühl verankert sind und große Teile unseres gesellschaftlichen Lebens bis hin zur Rechtsprechung prägen, so das Team. Die Studie ist in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift PNAS erschienen.&nbsp;</p><p><strong>Wahrgenommener zeitlicher Zusammenhang</strong></p><p>„Um das Gefühl der Handlungsurheberschaft zu erforschen, haben wir uns auf den Aspekt der sogenannten Intentionalen Bindung konzentriert“, erklärt Co-Studienleiter Dr. Axel Lindner. Dieser Begriff beschreibe die wahrgenommene zeitliche Nähe zwischen einer Handlung und ihrer Konsequenz. Als Beispiel nennt Lindner das Anschalten einer Lampe: „Ich knipse den Schalter an und im gleichen Moment leuchtet die Glühbirne auf. Die enge zeitliche Abfolge hilft mir zu verstehen, dass ich es war, der das Licht angeschaltet hat.“&nbsp;</p><p>Nun gibt es Situationen, in denen die Abfolge nicht ganz so eng getaktet ist – wie etwa bei Energiesparlampen, die erst zeitverzögert hell werden. „Hier verändert unser Gehirn die Wahrnehmung der Handlung und deren Konsequenz subjektiv: Das Einschalten des Schalters wird als später und das Aufleuchten als früher wahrgenommen, als dies tatsächlich der Fall ist. „Ein cleverer Mechanismus – der allerdings bei Patientinnen und Patienten mit Ich-Störungen nicht funktioniert, wie wir jetzt herausgefunden haben“, so der Neurobiologe.&nbsp;</p><p>In Zusammenarbeit mit Professor Marc Buehner von der Universität Cardiff (UK) rekrutierte das Tübinger Team 20 gesunde Probanden und 20 Patientinnen und Patienten mit Schizophrenie. Zehn von ihnen litten an dem Gefühl, von außen fremdbestimmt zu werden. Alle Versuchspersonen absolvierten die gleiche Aufgabe: Sie mussten mit der rechten Hand per Tastendruck angeben, wann sie eine Lampe aufleuchten sahen. Dabei gab es drei verschiedene Versuchsbedingungen: In einer wurde die Lampe durch einen Schalter mit der linken Hand selbst angemacht. In einer anderen beobachteten die Probanden, wie eine Maschine das Anschalten für sie erledigte. Als Kontrolle gab es Durchgänge in denen das Aufleuchten der Lampe lediglich durch einen vorausgegangenen Hinweisreiz angekündigt wurde.&nbsp;</p><p>„Der Clou des Versuchsaufbaus war, dass die Lampe in allen Durchgängen eine feste Einschaltverzögerung von einer halben Sekunde hatte“, berichtet der Erstautor der Studie Manuel Roth. „Das Intervall zwischen den drei vermeintlichen Auslösern und dem Aufleuchten der Testlampe war damit stets gleich lang.“</p><p><strong>Intentionale Bindung als messbares Phänomen</strong></p><p>Das nahmen die Probanden aber anders wahr. Bei den Durchgängen, in denen die Probanden vorab einen Schalter drücken mussten, zeigten gesunde und erkrankte Personen ohne Ich-Störung eindeutig eine Intentionale Bindung, berichten die Forschenden. Die Probanden signalisierten das Aufleuchten der Lampe deutlich früher, als es tatsächlich geschah. Sie nahmen die Zeitdauer auch kürzer wahr als in den Durchgängen, in denen entweder die Maschine den Schalter gedrückt hat oder in denen lediglich ein Hinweisreiz vorab erfolgte. Hier nahmen die Teilnehmenden den Zeitraum bis zum Aufleuchten der Lampe als länger wahr.</p><p>Bei Patienten mit Ich-Störung kam der Mechanismus der Intentionalen Bindung dagegen nicht zum Tragen. Sie empfanden das Zeitintervall in allen drei Durchgängen als gleich lang. „Tatsächlich berichteten sie nach den Durchgängen, in denen sie selbst den Schalter betätigen mussten, dass wohl ein Computer als äußere Kraft die Lampe angeschaltet hätte.“ Dementsprechend erlebten sie sich auch im Alltag umso stärker fremdbestimmt, je schwächer bei ihnen die Intentionale Bindung ausgeprägt war.&nbsp;</p><p>Die Studie unterstreiche die Bedeutung einer intakten Wahrnehmung der zeitlichen Nähe zwischen Handlung und Konsequenz für das Gefühl der Urheberschaft, schreibt das Team. Sie erweitere auch das Verständnis für das verminderte Handlungsempfinden von Schizophrenie-Erkrankten mit Kontrollwahn. Die Forschenden hoffen, dass solche einfachen mechanistischen Erklärungen künftig verwendet werden können, um die Ausprägung der Ich-Störung bei Schizophrenie quantitativ zu bewerten und die Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens vorhersagen zu können.&nbsp;</p><p>„Bei unserer Studie handelt es sich bislang um reine Grundlagenforschung an einer kleinen Gruppe, die keine unmittelbare Verbesserung für Erkrankte liefern kann“, erklären die Neurobiologen Roth und Lindner. „Allerdings gibt die Studie wichtige Hinweise darauf, wie man die Selbstwahrnehmung stärken könnte. Ob das möglich ist, müssen künftige Studien zeigen.“ Die Arbeit mache ein psychisches Problem mit relativ einfachen Mechanismen nachvollziehbar, sagt Lindner: „Allein diese Erkenntnis könnte betroffenen Patientinnen und Patienten bereits helfen und die gesellschaftliche Akzeptanz der Erkrankung verbessern.“</p><h3><strong>Originalpublikation:</strong></h3><p>Roth, M.J. et al (2023): Impaired perception of temporal contiguity between action and effect is associated with disorders of agency in schizophrenia. PNAS, 120 (21) e2214327120<br><a href="https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2214327120" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2214327120</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-94240</guid><pubDate>Wed, 24 May 2023 15:04:32 +0200</pubDate><title>Studie zur Wirkung der Tübinger Verpackungssteuer</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=94240&amp;cHash=5e2308e4eb8f9e518fe205e64768f602</link><description>Die Steuer hat Müllmenge nicht messbar reduziert, Mehrweg-Angebote von Restaurants und Cafés aber stimuliert – Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts für heute erwartet</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Einführung einer Steuer auf Verpackungen von Takeaway-Essen und -Getränken im Januar 2022 hat die Müllmenge in den städtischen Abfalleimern von Tübingen, gemessen am Gewicht, nicht reduziert. Mit diesem Ziel hatte der Gemeinderat die Steuer 2020 verabschiedet. Das Angebot an Mehrweg-Verpackungen wurde durch die Steuer aber stark stimuliert, was Tübingen weiterhin zur Stadt in Deutschland mit den meisten Restaurants und Cafés pro Kopf macht, die Essen und Getränke in Mehrwegschalen und -bechern anbieten.&nbsp;</p><p>Zu diesen Ergebnissen kommt Stefan Moderau in seiner Doktorarbeit am Lehrstuhl für International Business Taxation der Universität Tübingen. Für Interviews zu seiner Studie steht er gerne zur Verfügung.&nbsp;</p><p>Am heutigen Mittwoch prüft das Bundesverwaltungsgericht die Verpackungssteuer. Bereits im März 2022 hatte der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg die Steuer für unwirksam erklärt. Die Stadt Tübingen hat daraufhin Revision eingelegt. Eine Entscheidung wird heute noch erwartet.</p><p>Ein Fachartikel von Stefan Moderau zu seiner Untersuchung kann auf der <a href="/pt/fakultaeten/wirtschafts-und-sozialwissenschaftliche-fakultaet/faecher/fachbereich-wirtschaftswissenschaft/wirtschaftswissenschaft/lehrstuehle/betriebswirtschaftslehre/international-business-taxation/team/stefan-moderau-msc/" class="internal-link" title="Zum Download-Link auf der Homepage von Stefan Moderau">Homepage von Stefan Moderau</a> heruntergeladen werden.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-94051</guid><pubDate>Mon, 22 May 2023 10:00:28 +0200</pubDate><title>Wilhelm Schickard erfand vor 400 Jahren die Rechenmaschine</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=94051&amp;cHash=bf213cf3ba8932b2be70ee9ff7579f43</link><description>Wissenschaftler der Universität Tübingen stand im Austausch mit dem Astronomen Johannes Kepler – Erfindung geriet in den Wirren des Dreißigjährigen Kriegs in Vergessenheit 
</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein Brief des Tübinger Universalgelehrten Wilhelm Schickard an den berühmten Astronomen Johannes Kepler vom 20. September 1623 belegt die Erfindung der ersten mechanischen Rechenmaschine: „Ferner habe ich dasselbe, was Du rechnerisch gemacht hast, kürzlich auf mechanischem Wege versucht und eine aus elf vollständigen und sechs verstümmelten Rädchen bestehende Maschine konstruiert.“ Mit feinen Linien skizzierte Schickard den Bauplan seiner Erfindung.&nbsp;</p><p>Die Konstruktion konnte mit maximal sechsstelligen Zahlen in allen Grundrechenarten operieren: Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. Vor allem aber gelang ihr der automatische Zehnerübertrag, bei dem wahrscheinlich eine kleine Glocke schlug, wenn die letzte Ziffer von 9 auf 0 sprang. Bewegungen von Himmelskörpern konnte Schickard nun einfacher und schneller berechnen als per Kopf und Hand.&nbsp;</p><p>Das zentrale Bauteil der Rechenmaschine war ein Addierwerk mit sechs Zahnrädern, über die jeweils die Ziffern von 0 bis 9 eingestellt und zum Addieren im Uhrzeigersinn gedreht werden konnten, zum Subtrahieren gegen den Uhrzeigersinn. Für die Multiplikation integrierte Schickard ein System, das an die Rechenstäbchen des schottischen Gelehrten John Napier erinnert, und kombinierte sie mit den Rädern des Addierwerks, die den Multiplikator definierten. Die Zahlen mussten nur noch eingestellt und die Ergebnisse abgelesen werden – die eigentliche Rechenoperation aber erledigte die Maschine.</p><p>Die Tübinger Rechenmaschine stand in einem engen zeitlichen Zusammenhang mit dem Aufschwung der exakten Wissenschaften zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Die Arbeiten der Astronomen Tycho Brahe, Galileo Galilei und Johannes Kepler hatten gezeigt, dass Naturphänomene – wie etwa die Bewegung der Planeten – durch Beobachten, Messen und Berechnen präzise vorhergesagt werden konnten. Auch von Seiten der Politik wurden die Naturwissenschaften ernstgenommen und gefördert, galt es doch vielen Zeitgenossen als ausgemacht, dass aus der Stellung der Himmelskörper auch die Zukunft berechnet werden könne. Mit den zunehmend komplexeren Berechnungen in den noch jungen Naturwissenschaften stiegen die mathematischen Anforderungen. Das Rechnen mit großen Zahlen aber ist fehleranfällig. „Insbesondere beim Addieren größerer Zahlenreihen hätte Schickards Rechenmaschine zu einer Erleichterung führen können, da sie helfen konnte, Rechenfehler zu vermeiden“, erklärt der Tübinger Informatiker Professor Herbert Klaeren. &nbsp; &nbsp;</p><p>„In Schickards Konstruktion sind die Kernelemente der Informatik enthalten“, sagt Professor Oliver Bringmann, Sprecher des Fachbereichs Informatik an der Universität Tübingen. „Sie definiert Rechenvorschriften und wendet sie gleich in einem automatisierten Verfahren an.“ Erst im 18. Jahrhundert sollten Rechenmaschinen mit höherer Leistungsfähigkeit gebaut werden.&nbsp;</p><p>Das Konstruieren und Experimentieren begleitete Schickards Wirken an der Universität Tübingen. Der Theologe wurde 1619 zum Professor für Hebräisch und andere biblische Sprachen berufen. Für seine Studierenden entwickelte er eine Lernhilfe aus aufeinander liegenden, drehbaren Scheiben mit hebräischen Verben und Endungen. So konnten sie sich die komplizierten Konjugationen leichter merken. Selbst Isaac Newton besaß ein Exemplar. Im Jahr 1631 wurde Schickard als Nachfolger des Astronomen und Mathematikers Michael Mästlin auf die Professur für Astronomie, Mathematik und Geodäsie berufen. Durch ein Handplanetarium stellte er die Bewegungen von Sonne, Erde und Mond dar, eine konisch geformte Himmelskarte erleichterte das Auffinden der Sternbilder. Als Schulaufseher inspizierte er Lateinschulen in Württemberg und vermaß auf seinen Reisen das Land. Anschließend zeichnete er aus den Daten viel genauere Karten, als es sie bis dahin gegeben hatte.&nbsp;</p><p>Johannes Kepler, der wie Schickard an der Universität Tübingen studiert hatte, wurde bereits im Jahr 1617 auf den jüngeren, „Mathematik liebenden“ Kollegen aufmerksam. Offensichtlich erkannte Kepler bei dieser Begegnung sofort den gewaltigen Intellekt des jungen Schickard und ermutigte ihn, sich mit den Naturwissenschaften zu beschäftigen. Fortan korrespondierten Kepler und Schickard miteinander und es kam zu weiteren Treffen, nachdem Kepler 1620 nach Württemberg heimkehrte, um seiner Mutter in einem Hexereiprozess beizustehen. Der Astronom schätzte Schickards handwerkliches und künstlerisches Geschick und beauftragte ihn mit Kupferstichen und Holzschnitten für sein epochales Werk „Harmonice mundi“, in dem Kepler die Gesetze der Planetenbewegungen formulierte. Schickard seinerseits wusste um die vielen Stunden, die Kepler mit der Berechnung von Planetenbahnen verbrachte. Diese Aufgabe wollte er seinem Freund offenbar erleichtern.</p><h3>Präsentation von 20 Euro-Sammlermünze und Sonderbriefmarke</h3><p>Er gab den Bau einer „Rechen-Uhr“ – so seine eigene Bezeichnung – bei seinem „Mechanicus“ Johann Pfister in Auftrag. Der baute im Jahr 1623 ein Exemplar für Schickard und später ein zweites Exemplar, das für Kepler bestimmt war. Keplers Exemplar wurde noch in Pfisters Werkstatt durch ein Feuer vernichtet.&nbsp;</p><p>Schickards Leben endete tragisch. In der Anfangszeit des Dreißigjährigen Kriegs konnte sich die Stadt Tübingen durch hohe Geldzahlungen vor Zerstörung bewahren. Doch nach der verlorenen Schlacht von Nördlingen im Jahr 1634 quartierten sich kaiserliche Truppen in Tübingen ein und brachten die Pest mit. Zuerst raffte die Seuche Schickards Frau und seine drei Töchter dahin. Schickard selbst erkrankte, konnte sich aber erholen. Im Oktober 1635 erkrankte er erneut und starb, einen Tag vor seinem neunjährigen Sohn.&nbsp;</p><p>Nach dem Pest-Tod von Schickard und seiner Familie ging das Wissen um die Rechenmaschine und Schickards Exemplar in den Wirren des 30-jährigen Kriegs verloren. Historiker erklärten irrtümlicherweise den französischen Philosophen Blaise Pascal, der zwanzig Jahre später eine eigene mechanische Rechenmaschine entwickelte, zu ihrem Erfinder. Schickards Skizzen tauchten jedoch über Umwege wieder auf. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg gelang es, die Maschine an der Universität Tübingen zu rekonstruieren und ihre Funktionsfähigkeit nachzuweisen. 1960 wurde sie der Öffentlichkeit präsentiert. Nachbauten befinden sich heute unter anderem in der Computersammlung der Universität Tübingen und im Tübinger Stadtmuseum.&nbsp;</p><p><strong>Die Universität Tübingen wird das 400-Jahr-Jubiläum von Schickards Erfindung am 14. September 2023 mit einem Festakt in der Neuen Aula begehen.</strong> Im Rahmen der Veranstaltung präsentiert das Bundesfinanzministerium gemeinsam mit der Universität eine 20-Euro-Sammlermünze und eine 85-Cent-Sonderbriefmarke zu Ehren von Wilhelm Schickard und seiner Erfindung. Im Anschluss veranstaltet der Fachbereich Informatik der Universität Tübingen das Symposium „Von der mechanischen Rechenmaschine zum Quantencomputing“.</p><p><br> Wer die Funktionsweise der Rechenmaschine besser verstehen will, kann sich über diesen Link eine App herunterladen und einfach Rechenaufgaben lösen: <a href="https://mathematikalpha.de/schickardsche-rechenmaschine" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://mathematikalpha.de/schickardsche-rechenmaschine</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-93898</guid><pubDate>Tue, 16 May 2023 14:46:50 +0200</pubDate><title>Universität Tübingen übernimmt CIVIS-Präsidentschaft</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=93898&amp;cHash=aca063fbcea2f2c73dd19f7d65e60c66</link><description>Rektorin Karla Pollmann führt europäische Universitätsallianz für ein halbes Jahr – Mitgliedsversammlung mit öffentlichen Veranstaltungen in Tübingen </description><content:encoded><![CDATA[<p>Zum 1. April 2023 hat die Universität Tübingen die Präsidentschaft in der Europäischen Universitätsallianz CIVIS übernommen. Tübingen kooperiert hier mit zehn weiteren europäischen Universitäten, um den Studierendenaustausch und die Zusammenarbeit in Lehre und Forschung zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen zu fördern. Die Präsidentschaft wechselt halbjährlich zwischen den beteiligten Institutionen, bis Ende September 2023 übernimmt die Tübinger Rektorin Professorin Karla Pollmann die Führung.</p><p>Pollmann legt in ihrer Amtszeit einen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit: „Wir wollen die ‚grüne‘ Mobilität zwischen den Partnern fördern. Nachhaltigkeit heißt auch, gute Entscheidungen zu treffen, ob ein Treffen überhaupt eine Reise erfordert.“ Es gelte, Online-Formate und Präsenztermine effektiv miteinander zu verbinden. Als weiterer Schwerpunkt sollen die strategischen Partnerschaften des Bündnisses mit afrikanischen Universitäten weiter ausgebaut werden.</p><p>Im Rahmen der Präsidentschaft ist die Universität auch Gastgeberin der jährlichen Konferenz der Mitgliedsuniversitäten. Die <span lang="en" dir="ltr">„CIVIS Days“</span> finden vom 24. bis 26. Mai 2023 in Tübingen statt. Erwartet werden über 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Mitarbeitende aus der Verwaltung aller europäischen CIVIS-Partner.</p><p>Auch bei den CIVIS Days wurde auf Nachhaltigkeit Wert gelegt, etwa mit lokalen Produkten oder einem Verzicht auf Verpackungen. Neben Veranstaltungen zur Allianz-internen Zusammenarbeit stellt sich CIVIS in mehreren Terminen vor, zu denen die interessierte Öffentlichkeit und Medien herzlich eingeladen sind:</p><p>► Am <strong>Mittwoch, 24. Mai, wird die Tagung um 16:00 Uhr im Festsaal der Neuen Aula (Geschwister-Scholl-Platz) eröffnet</strong> mit dem Thema „<span lang="en" dir="ltr">CIVIS: a Sustainably Connected Alliance</span>” (Veranstaltung auf Englisch).</p><p>CIVIS steht als Bündnis für einen freien Austausch und eine intensive Zusammenarbeit zwischen den Partnerhochschulen. Wie kann dies dauerhaft und umweltverträglich umgesetzt werden? Diese Fragen werden zur Eröffnung diskutiert. Es sprechen Professorin Monique Scheer, Prorektorin für Internationales und Diversität der Universität Tübingen, und Dr. Daniela Trani, Universität Maastricht (<span lang="en" dir="ltr">Keynote: Building Strong Alliances</span>). Studierende aus CIVIS-Partneruniversitäten berichten über ihre Austauscherfahrungen innerhalb der Allianz. Expertinnen und Experten diskutieren zudem die CIVIS-Kernanliegen: Förderung des Umweltbewusstseins und der Nachhaltigkeit; Integration und Vielfalt; Ausbau der Partnerschaften auf dem afrikanischen Kontinent und Einbindung gesellschaftlicher Akteure in die Aktivitäten der Allianz.</p><p>► Am <strong>Donnerstag, 25. Mai,</strong> werden Forschungsarbeiten der CIVIS Hubs vorgestellt. Die Hubs sind thematische Schwerpunkte, in denen gemeinsame Projekte in Forschung und Lehre gestaltet werden. Auch diese Veranstaltungen finden in englischer Sprache in der Neuen Aula statt.</p><ul><li><strong>14:00 bis 15:45 Uhr, Festsaal – <span dir="ltr" lang="en">Hub 3: Possible Futures in Medicine and Health</span></strong></li></ul><p>In Kurzvorträgen stellen Forscherinnen und Forscher aktuelle Entwicklungen der Medizin vor, etwa den Einsatz künstlicher Intelligenz. Auch Zusammenhänge von Sozialpolitik und Gesundheit oder die Zukunft der medizinischen Ausbildung werden beleuchtet. Mit abschließender Diskussionsrunde.</p><ul><li><strong>14:00 bis 15:45 Uhr, Audimax – <span dir="ltr" lang="en">Hub 4: Foodscapes and Postcolonial Landscapes as Fields for Interdisciplinarity</span></strong></li></ul><p>Forschende des Schwerpunkts „Städte, Räume, Mobilität" geben Einblicke in ihre Arbeit. Zudem diskutieren sie am Beispiel des Themas „<span lang="en" dir="ltr">Foodscapes</span>“ (Nahrungslandschaften) und Postkolonialismusforschung das Potenzial für die interdisziplinäre Zusammenarbeit.</p><ul><li><strong>16:15 bis 18:00 Uhr, Festsaal – <span dir="ltr" lang="en">Hub 1: </span><span dir="ltr" lang="en">Taking on Wicked Problems in the Anthropocene. What Is the Role of Education</span>?</strong></li></ul><p>Klima-, Umwelt- und Energiekrise stellen die Menschheit vor komplexe Herausforderungen. Lehrende zeigen auf, wie die Bildung der Zukunft aussehen muss, um junge Menschen in die Lage zu versetzen, diese Probleme zu lösen, und was CIVIS dazu beitragen kann.</p><ul><li><strong>16:15 bis 18:00 Uhr, Audimax – <span dir="ltr" lang="en">Hub 2: Cultural Heritage – Global Challenges</span></strong></li></ul><p>Forschende verschiedener Disziplinen diskutieren die Herausforderungen, die sich aus den globalen Bemühungen um den Erhalt des kulturellen Erbes ergeben. Themen sind unter anderem die Definition (im-)materieller Güter, der Umgang mit Eigentum sowie die Problematik der separatistischen Identitätspolitik.</p><ul><li><strong>14:00 bis 15:45 Uhr, Kleiner Senat – <span dir="ltr" lang="en">Hub 5: Making/Seeking/Sharing Homes and Being at Home in a Digital Age</span></strong></li></ul><p>Wie sich die digitale Transformation auf unser Verständnis von „Zuhause“ auswirkt, steht im Zentrum dieses Themenblocks. Welche Möglichkeiten und Risiken ein Zuhause im digitalen Zeitalter birgt, soll zudem in einer Diskussionsrunde mit allen Teilnehmenden erörtert werden.</p><p>► <strong>Gesamtprogramm</strong> der <span lang="en" dir="ltr">CIVIS Days</span>: <a href="https://civis.eu/en/civis-days-2023" target="_blank" rel="noreferrer">https://civis.eu/en/civis-days-2023</a>;&nbsp;<br><strong>Öffentliche Veranstaltungen:&nbsp;</strong><br><a href="https://civis.eu/en/civis-days-2023/civis-days-2023-public-events" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://civis.eu/en/civis-days-2023/civis-days-2023-public-events</a>&nbsp;<br><strong>Anmeldung zur Teilnahme per Videostream:</strong><br><a href="https://mobility.civis.eu/e/6447e3186ab72878d50001b4" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://mobility.civis.eu/e/6447e3186ab72878d50001b4</a>&nbsp;</p><p>Die <strong>Europäische Hochschulallianz<span lang="en" dir="ltr"> CIVIS – A European Civic University</span></strong> wird seit 2019 als „Europäische Hochschule“ im Rahmen des ERASMUS+-Programms gefördert. Mitglieder sind neben Tübingen auch die Universität Aix-Marseille, die Nationale und Kapodistrias-Universität Athen, die Universität Bukarest, die Freie Universität Brüssel, die Universität Glasgow, die Universität Lausanne, die Autonome Universität Madrid, die Sapienza Universität Rom, die Paris Lodron Universität Salzburg und die Universität Stockholm. Im vergangenen Jahr haben die CIVIS-Mitglieder zudem ein Abkommen zur strategischen Partnerschaft mit sechs Universitäten auf dem afrikanischen Kontinent geschlossen – der Makerere University (Uganda), der Eduardo Mondlane University in Maputo (Mosambik), der Université de Hassan II de Casablanca (Marokko), der University of Sfax (Tunesien), der Université Cheikh Anta Diop de Dakar (Senegal) und der University of the Witwatersrand in Johannesburg (Südafrika). Die Zusammenarbeit in der Allianz konzentriert sich auf die fünf Bereiche Umwelt und Klimaschutz, Gesellschaft und kulturelles Erbe, Gesundheit, Städte, Räume und Mobilität sowie digitaler und technologischer Wandel. (Website: civis.eu)</p><p>Die <span lang="en" dir="ltr">CIVIS Days</span> werden gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) sowie der Europäischen Union.</p><p><strong>CIVIS an der Universität Tübingen:&nbsp;</strong><br><a href="https://uni-tuebingen.de/international/universitaet/netzwerke/civis/" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/international/universitaet/netzwerke/civis/</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-93700</guid><pubDate>Thu, 11 May 2023 16:35:51 +0200</pubDate><title>300.000 Jahre alte Momentaufnahme: Älteste menschliche Fußabdrücke aus Deutschland gefunden</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=93700&amp;cHash=4cf9196fa25ba8c8092c88fd11bc5192</link><description>Drei fossile Fußabdrücke von Homo heidelbergensis zwischen prähistorischen Elefantenspuren in der niedersächsischen Fundstelle Schöningen entdeckt</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Schöningen/Tübingen, 12.05.2023.</strong> In einer heute im Fachjournal <span lang="en" dir="ltr"><em>Quaternary Science Reviews</em></span> erschienenen Studie stellt ein internationales Forschungsteam rund um Forschende der Universität Tübingen und des <span lang="en" dir="ltr">Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> die frühesten aus Deutschland bekannten menschlichen Fußabdrücke vor. Die Spuren wurden im etwa 300.000 Jahre alten paläolithischen Fundstellenkomplex Schöningen in Niedersachsen entdeckt. Umgeben sind die vermutlich von Homo heidelbergensis stammenden Abdrücke von mehreren Tierspuren – gemeinsam zeichnen sie ein Bild des damaligen Ökosystems. Finanziert wird das Projekt vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und der Universität Tübingen.</p><p>In einem von Gräsern bewachsenen offenen Birken- und Kiefernwald liegt ein wenige Kilometer langer und einige hundert Meter breiter See. An dessen schlammigen Ufern finden sich Herden von Elefanten, Nashörnern und Paarhufern ein, um zu trinken oder zu baden. Inmitten dieser Szenerie steht eine Kleinfamilie der „Heidelberger Menschen“, einer heute ausgestorbenen Menschenart.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-92677</guid><pubDate>Thu, 20 Apr 2023 09:00:00 +0200</pubDate><title>Die Tübinger Kinder-Uni startet am 2. Mai</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=92677&amp;cHash=db14265cb2b6ea044678ee869671064f</link><description>In Vorlesungen geht es unter anderem um das Kolosseum in Rom, unseren Mond und künstliche Intelligenz ‒ Kinder-Uni-Forschertag am Samstag, 1. Juli</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Kinder-Uni findet auch in diesem Semester wieder statt. Mit der beliebten Vorlesungsreihe heißt die Universität alle interessierten Kinder im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren willkommen. Jeweils dienstags um 17:00 Uhr geht es im Hörsaal 25 (Kupferbau, Hölderlinstraße 5) um Gladiatorinnen und Gladiatoren im antiken Rom, warum es manche Kinder in der Schule leichter haben als andere und warum Vögel singen.&nbsp;</p><p>Eine Anmeldung ist nicht nötig. Eltern sind willkommen, werden jedoch gebeten, die Sitzplätze den Kindern zu überlassen und ggf. in den hinteren Reihen Platz zu nehmen.</p><p>Alle Informationen unter: <a href="/pt/universitaet/im-dialog/kinder-uni/" class="internal-link">uni-tuebingen.de/kinder-uni</a>.&nbsp;</p><h3>Dienstag, 2. Mai</h3><p><strong>Prof. Dr. Cristina Murer: Warum haben die Römer das&nbsp;Kolosseum in Rom gebaut?</strong><br> Die berühmtesten Gladiatoren der Antike, die wildesten Tiere aus den exotischen Ländern und sogar legendäre Seeschlachten – all das gab es im Kolosseum, der berühmtesten Spielstätte des antiken Roms, zu sehen. Doch was brachte die Römer vor fast 2000 Jahren dazu, das größte Amphitheater dieser Zeit in Rom zu errichten und warum ist das Kolosseum so einzigartig?</p><h3>Dienstag, 9. Mai</h3><p><strong>Prof. Dr. Christoph Fasel: Warum dürfen Journalist:innen nicht lügen?</strong><br> Wir alle benötigen wahrheitsgemäße Informationen. In dieser Vorlesung werden wir besprechen, warum Journalistinnen und Journalisten sich beispielsweise verpflichten, zu überprüfen, ob ihre Informationen auch stimmen – und wie wir zwischen Fakten und Meinungen unterscheiden können. Wie können wir selbst Quellen prüfen und kritisch hinterfragen, um beispielsweise Fake News zu entlarven?</p><h3>Dienstag, 16. Mai</h3><p><strong>Prof. Dr. Claudia Friedrich und Prof. Dr. Caterina Gawrilow: Warum haben manche&nbsp;Kinder gute Noten und andere nicht?</strong><br> In diesem Vortrag berichten wir über Superkräfte in der Schule. Manche Kinder nutzen sie besser als andere. Denn während manche Kinder scheinbar mühelos durch die Schulzeit gehen, haben andere mit den gleichen Herausforderungen stärker zu kämpfen. Woran kann das liegen? Wir werden diskutieren, welche Rolle Anstrengung und Begabung spielen und wie diese beiden Faktoren zusammenspielen. Außerdem werden wir uns ansehen, ob es Unterschiede in der schulischen Leistung zwischen Jungen und Mädchen gibt und wie dies zu erklären ist. Schließlich sehen wir uns an, welche Rolle die Bildung der Eltern spielt.</p><h3>Dienstag, 23. Mai</h3><p><strong>Auguste Schulz und KI-Makerspace: Warum schwindelt künstliche Intelligenz&nbsp;manchmal?</strong><br> In vielen Geräten, die wir benutzen, steckt heutzutage künstliche Intelligenz (KI). Das ist wie ein kleines Computer-Gehirn, das Denkaufgaben für uns erledigen kann. Zum Beispiel kann es uns helfen, unsere Hausaufgaben zu machen, indem es uns sagt, welche Antworten richtig oder falsch sind. Oder es kann uns helfen, ein Spiel zu gewinnen, indem es uns zeigt, wie wir besser werden können. Aber manchmal macht die künstliche Intelligenz auch Fehler und das kann dazu führen, dass sie uns falsche Antworten gibt. Sehr oft verrät sie uns dabei aber nicht, dass sie geschwindelt hat und sich unsicher war. In dieser Vorlesung lernen wir, warum KI manchmal Fehler macht und was das für uns bedeutet. Außerdem erfahren wir mehr über den Tübinger KI-Makerspace und sein abwechslungsreiches Angebot für Schülerinnen und Schüler.</p><h4><em>Bitte beachten Sie: Die beiden Termine im Juni wurden getauscht.</em></h4><h3>Dienstag, 13. Juni</h3><p><strong>Prof. Dr. Lena Veit: Warum singen Vögel?</strong><br> Singvögel sind nicht nur schön anzusehen und zu hören, sondern auch erstaunlich schlau. Sie lernen ihren Gesang von ihren Eltern. In dieser Vorlesung werden wir uns damit beschäftigen, warum Singvögel singen und welche Funktion ihr Gesang hat. Wir werden uns auch anschauen, wie Singvögel ihren Gesang lernen. Durch diese Einblicke in die Forschung werden wir ein besseres Verständnis dafür bekommen, wie das Gehirn von Singvögeln funktioniert und wie sie ihr Verhalten an ihre Umwelt anpassen können.</p><h3>Dienstag, 20. Juni</h3><p><strong>Prof. Dr. Jan-Philipp Burde: Warum sieht der Mond immer anders aus?</strong><br> Der Mond scheint regelmäßig seine Form zu ändern: Manchmal sehen wir einen Vollmond, manchmal einen Halbmond und manchmal nur eine Mondsichel. In dieser Vorlesung wollen wir nicht nur der Frage nachgehen, warum uns der Mond in so unterschiedlichen Formen erscheint, sondern auch, ob es neben „unserem“ Mond noch andere Monde in unserem Sonnensystem gibt.</p><p>Neben der Kinder-Uni-Vorlesungsreihe gibt es in diesem Sommer auch wieder einen <strong>Kinder-Uni-Forschertag</strong> in Tübingen. Am <strong>Samstag, 1. Juli 2023</strong>, ist nicht nur zuhören, sondern auch mitmachen angesagt: Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren können in kleineren Veranstaltungen und Workshops Institute der Universität kennenlernen und selbst mitforschen. Das Programm wird im Mai unter <a href="/pt/universitaet/im-dialog/kinder-uni/forschungstag/" class="internal-link">uni-tuebingen.de/de/2626</a> mit weiteren Informationen zur Anmeldung veröffentlicht.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-92407</guid><pubDate>Thu, 13 Apr 2023 14:06:41 +0200</pubDate><title>Studium Generale startet wieder</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=92407&amp;cHash=3d0926ec705567f7d93da318b8e8bc8e</link><description>Öffentliche Vorlesungsreihen der Universität Tübingen diskutieren unter anderem die Herausforderungen für Demokratien und im Umgang mit China, die Ethik von TV-Serien und „den Teufel“.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Studium Generale der Universität Tübingen startet zum Sommersemester 2023 mit sieben öffentlichen Vorlesungsreihen: Diskutiert wird, vor welchen Herausforderungen Demokratien heute stehen; unser Umgang mit China sowie der Umgang mit Gender und Diversität in der Medizin. Beleuchtet werden die politisch unruhigen Jahre in Württemberg im Jahr 1525, zudem aus interdisziplinären Perspektiven die Ethik in bekannten TV-Serien, der Teufel und „das Böse“ sowie das Labyrinth als Symbol der Wandlung.</p><p>Der Zugang ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich. Die Veranstaltungen finden in Präsenz statt, vereinzelt werden Vorlesungen im hybriden Format angeboten. Detaillierte Informationen unter <a href="http://www.uni-tuebingen.de/studium-generale" target="_blank" class="ut-btn ut-btn--color-primary-1 ut-btn--outline" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de/studium-generale</a></p><p>Inwiefern Fernsehserien auch Erzählungen über Gesellschaften sind, untersucht die Reihe <strong>Ethik in TV-Serien (Montag, 18:15 Uhr, Hörsaal 25)</strong>, organisiert von Dr. Simon Meisch, Dr. Uta Müller und Dr. Cordula Brand vom Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW).<br> Serien bilden moralische Systeme und Konflikte ab und gestalten die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen mit ‒ so verstanden wird die Ethik zu einer Partnerin der Medienbildung. Ob Tony Soprano, Tatort oder Squid Game: Die Vorlesungen untersuchen anhand von Bei-spielen, auf welche Wertesysteme und moralische Konflikte das Publikum in verschiedenen Settings trifft und wie diese ästhetisch gestaltet werden.<br> &gt; Den Auftakt macht am Montag, 17. April, eine Vorlesung zur Serie „Breaking Bad“ von Dr. Uta Müller, mit Einführung von Dr. Simon Meisch.<br><br> Die Reihe <strong>Gender und Diversität in der Medizin: Perspektiven aus den Medical Humanities (Montag, 18:15 Uhr, Hörsaal 21)</strong> wird vom Zentrum für Gender- und Diversitätsforschung organisiert (Dr. Davina Höll und PD Dr. Gero Bauer). Die Medical Humanities sind ein interdisziplinäres Forschungsfeld an der Schnittstelle von Medizin, Gesellschafts-, Kultur- und Literaturwissenschaften. Die kritische und kreative Auseinandersetzung mit den Kategorien „Gender“ und „Diversität“ innerhalb der Medizin ist ein zentraler Forschungsgegenstand: Wie prägen Geschlecht, sexuelle und religiöse Orientierung oder Herkunft die medizinische Forschung oder Diagnose- und Therapieverfahren? Wie kann eine gendersensible und diversitätsorientierte Medizin aussehen? Diese und weitere Zugänge zum Thema beleuchtet die Reihe aus verschiedenen fachlichen Perspektiven.<br> &gt; Den Auftakt macht am Montag, 17. April, die Vorlesung „Weiblichkeit und Wahnsinn: Überlegungen aus Psychiatriegeschichte und Literatur“ von Professorin Ingrid Hotz-Davies (Englisches Seminar) und Dr. Davina Höll (Exzellenzcluster „Controlling Microbes to Fight Infections, CMFI).<br><br> Mit der schillernden Gestalt des Teufels als Verkörperung „des Bösen“ befasst sich die Reihe <strong>„Zum Teufel“. Die Inkarnation des Bösen aus interdisziplinärer Sicht (Dienstag, 18:15 Uhr, Hörsaal 21)</strong>, organisiert durch Professor Jörg Kinzig und Rüdiger Wulf aus der Kriminologie. Welche Rolle spielt der Widersacher Gottes in der bildenden Kunst, in Literatur, Musik und Brauchtum? Zur Sprache kommen juristische Perspektiven auf die Hexenverfolgungen, aus der (forensischen) Psychiatrie, der Rechtsphilosophie und dem Strafrecht sowie der theologische Blick, unter anderem aus der Kirchengeschichte und aus der Praktischen Theologie. Ein Abend mit Bezirkskantor Ingo Bredenbach in der Stiftskirche gehört zur Reihe, mit Vortrag und Klangbeispielen zum „Diabolus in musica“. Hochschulpfarrerin Inge Kirsner wird sich anhand von Filmbeispielen mit „Jesus und der Teufel (Versuchungen und Exorzismus)“ auseinandersetzen.<br> &gt; Die Reihe startet am Dienstag, 18. April, mit dem Vortrag „‚Zum Teufel‘. Interdisziplinäre Aspekte“ von Professor Jörg Kinzig und Professor Rüdiger Wulf.<br><br> Die Frage der Herkunft der Metapher „Labyrinth“ führt tief hinein in vor- und frühgeschichtliche Zei-ten, bringt neben dem Mythos vom Stiermenschen Minos auf Kreta mit der Erzählung von Theseus und Ariadne eine Fülle archäologischer Zeugnisse zu Gesicht. Schon im Altertum erscheint das Labyrinth, nicht wie gewöhnlich angenommen als Irrgarten, sondern als ein Symbol der Lebens- und Daseinsdeutung. Dieser Sicht widmet sich die Reihe <strong>Das Labyrinth im Lichte wissenschaftlicher Betrachtung: Erscheinungen und Deutungen (Dienstag, 20:15 Uhr, Hörsaal 25)</strong> interdisziplinär: Es sprechen Vortragende aus der Altertumswissenschaft, Archäologie, Ethnologie bis hin zu Judaistik, Islamwissenschaft, Literaturwissenschaft, Pädagogik, Wirtschaftswissenschaft und Kunstgeschichte.<br> &gt; Den Auftakt macht am Dienstag, 18. April, die Vorlesung von Professorin Karin Polit (Kultur- und Sozialanthropologie) zu „Abhimanyu im Labyrinth und Geschichten aus dem Mahabharata Epos“, mit Einführung von Professorin Astrid Franke.<br><br> Weniger als die Hälfte der Menschheit lebt in demokratisch organisierten Staaten mit Presse- und Meinungsfreiheit, einem allgemeinen und geheimen Wahlrecht sowie Chancengleichheit konkurrierender Parteien. Ausgehend von dieser ernüchternden Bilanz diskutiert die Reihe <strong>Demokratien und ihre aktuellen Herausforderungen (Mittwoch, 18:15 Uhr, Hörsaal 25)</strong> die Situation heutiger Demokratien in ausgewählten Staaten. Auf Einladung von Professorin Sonja Levsen und Professor Georg Schild aus der Zeitgeschichte untersuchen unter anderem Vortragende aus der Politikwissenschaft, Geschichte, Soziologie und Medienwissenschaft wie sich Deutschlands Demokratie aber auch Demokratien weltweit entwickeln und warum sie in manchen Staaten scheitern. Zur abschließenden Podiumsdiskussion sind Annette Widmann-Mauz (CDU), Christian Kühn (Grüne) und Martin Rosemann (SPD) eingeladen.<br> &gt; Die Reihe startet am Mittwoch, <strong>26. April</strong>, mit dem Vortrag „Was ist eine gute Demokratie? Idee und Praxis der Demokratie in Europa seit 1945“ von Professorin Sonja Levsen.<br><br> Im Jahr 1525 befand sich Württemberg im Aufstand: Der Bauernkrieg und Aufständische, die politi-sche Teilhabe einforderten, wurden zur Nagelprobe für die Mächtigen und ließen Adel und Kirche um ihre Macht fürchten. Die damaligen Ereignisse untersucht die Reihe <strong>1525 – Württemberg im Aufstand (Mittwoch, 18:15 Uhr, Hörsaal 21) </strong>unter Organisation von Lea Wegner (Deutsches Bau-ernkriegsmuseum Böblingen) und Professorin Sigrid Hirbodian (Institut für Geschichtliche Landes-kunde). Was bedeutete die Ausnahmesituationen für die Menschen und wie versuchten sie, die Krise zu bewältigen? Welche Maßnahmen ergriffen die Klöster und wie versuchte ein vertriebener Herzog, den Aufstand für sich zu nutzen? Die Reihe nimmt die AkteurInnen der Aufstände in den Fokus und auch den Blick späterer Generationen auf diese Zeit: Wie wurde der Bauernkrieg in Kunst, Kultur und Geschichtsschreibung rezipiert?<br> &gt; Den Auftakt macht am Mittwoch, <strong>26. April</strong>, der Vortrag „Zwischen Konflikt und Selbstbestimmung: Die ländliche Gesellschaft um 1500“ von Professorin Sigrid Hirbodian.<br><strong>Die</strong> gesamte <strong>Reihe wird</strong> zusätzlich zur Präsenzvorlesung als Livestream per Zoom übertragen:<br><a href="https://zoom.us/j/98523874769?pwd=Q2ZtZEk2Mlc5ODdncTBiWFR4T3A0UT09(Meeting-ID:98523874769,Kenncode:870095" target="_blank" rel="noreferrer">https://zoom.us/j/98523874769?pwd=Q2ZtZEk2Mlc5ODdncTBiWFR4T3A0UT09</a><br> (Meeting-ID: 985 2387 4769, Kenncode: 870095)<br><br> Wissenschaftskooperation mit dem autoritären China der Gegenwart werden derzeit unter neue Vorbehalte gestellt, Warnrufe vor einer Unterwanderung des deutschen Wissenschaftssystems durch China laut. Den Umgang damit thematisiert die Reihe <strong>China: Kooperation und Distanznahme (Donnerstag, 18:15 Uhr, Hörsaal 25)</strong>, organisiert durch Dr. Anno Dederichs und Philip Scherer vom China Centrum Tübingen. Denn gleichzeitig nimmt Chinas Bedeutung für wissenschaftlich-technische Innovationen im internationalen Vergleich weiter zu, drängende Fragen der Gegenwart scheinen nur unter Beteiligung Chinas beantwortet werden zu können. Die Ringvorlesung beleuchtet Aspekte dieser Debatte und zeigt auch anhand von Kooperationsprojekten aus unterschiedlichsten Fachbereichen die Chancen und Herausforderungen für die Zusammenarbeit zwischen deutschem und chinesischem Wissenschaftssystem. Zum zweiten Termin (27. April) spricht Sigmar Gabriel, Bundeminister a.D., über "Europa und China auf der Suche nach einer neuen Weltordnung".<br> &gt; Die Reihe startet am Donnerstag, <strong>20. April</strong>, mit dem Vortrag „China auf ferner Bühne ‒ Ironie und Distanznahmen in der Zeitenwende“ von Professor Helwig Schmidt-Glintzer (China Centrum).<br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-92350</guid><pubDate>Tue, 11 Apr 2023 11:41:14 +0200</pubDate><title>Luisa Neubauer übernimmt die 18. Tübinger Mediendozentur</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=92350&amp;cHash=132ab816ed869bd90eb2f11e8859055e</link><description>Die bekannte Aktivistin spricht über die Klimakrise und den öffentlichen Diskurs</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Institut für Medienwissenschaft der Universität Tübingen und der SWR laden die Studierenden und eine interessierte Öffentlichkeit herzlich ein: Am <strong>Donnerstag, den 22. Juni 2023, um 18.30 Uhr</strong> spricht die Fridays-for-Future-Aktivistin und Buchautorin Luisa Neubauer im Festsaal der Universität (Neue Aula, Geschwister-Scholl-Platz) über die Klimakrise und einen von Verdrängung und Banalisierung gekennzeichneten Diskurs, der dem Ernst der Lage nicht gerecht wird. <strong>Der Eintritt ist frei! Freie Platzwahl nach dem Prinzip „first come, first serve“. Einlass ist ab ca. 17:30 Uhr. </strong><br> Alternativ kann die Veranstaltung auch über einen <a href="https://www.youtube.com/watch?v=yIYjM8-Yizg" target="_blank" class="external-link" title="Livestream der Mediendozentur" rel="noreferrer">Live-Stream via Youtube</a> verfolgt werden. Dieser wird auch in den Hörsaal 21 im Kupferbau übertragen, um zusätzliche Plätze zum Festsaal anbieten zu können.</p><p>Hat wieder ein Politiker gefordert, ein Tempolimit durchzusetzen, Inlandsflüge zu verbieten, den Konsum von Billigfleisch zu reduzieren? Schon ist es da, das große, oft bloß modische Aufregungsspektakel, das von Tugendterror und Doppelmoral handelt und die neueste Meinungsumfrage und Gegenstimmen zum Thema referiert. Unbeachtet bleibt die Frage, was grundsätzlich zu tun wäre, um im Angesicht von weltweit steigenden Treibhausgasemissionen, von Überschwemmungen und brennenden Wäldern, von Dürre und Hitzetoten den Klimawandel doch noch aufzuhalten. Hier bräuchte es andere Zeithorizonte, langfristige Planung, die von Inhalten bestimmte Entschiedenheit der Politik. Und einen Abschied von der Fixierung auf das zeitlich Neue, aktuell Aufregende, vor allem spektakulär Konflikthafte.</p><p>Welche Sprache wäre, so fragt Luisa Neubauer, einer Situation angemessen, in der das ökologische Problembewusstsein zwar vorhanden ist, aber das engagierte Handeln und effektive Umsteuern nicht ausreichend vorangetrieben wird? Wie ließen sich Klimarealismus und Klimagerechtigkeit – jenseits der gängigen politischen Lagerbildungen und der verhärteten Diskurse – neu im Zentrum gesellschaftlicher Debatten platzieren? Welche Narrative könnten auf dem Weg in eine ökologische und solidarische Zukunft hilfreich sein? Und wie bewahrt man sich selbst im Angesicht von Attacken und gezielten Desinformationskampagnen die innere Freiheit und Freude, die politisches Engagement und neue Ideen nun einmal brauchen?</p><p>Mit Luisa Neubauer übernimmt eine der bekanntesten Klimaaktivistinnen die diesjährige Tübinger Mediendozentur. Sie zählt zu den zentralen Gesichtern von Fridays for Future und hat ihre Ideen mit so unterschiedlichen Politikern wie Angela Merkel, Barack Obama und Emmanuel Macron diskutiert. Luisa Neubauer schrieb bislang drei Bücher, die allesamt Bestseller wurden. 2019 publizierte sie (gemeinsam mit Alexander Repenning) den Band „Vom Ende der Klimakrise“, 2021 erschien (gemeinsam mit dem Zeit-Journalisten Bernd Ulrich) das Gesprächsbuch „Noch haben wir die Wahl“, 2022 publizierte sie gemeinsam mit ihrer Großmutter Dagmar Reemtsma den autobiografischen Essay „Gegen die Ohnmacht“. Das Time Magazine zählte Neubauer 2022 zu den wichtigsten Newcomern, das Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen verlieh ihr die Auszeichnung Rede des Jahres 2022 für eine Ansprache, die sie auf dem Parteitag der Grünen gehalten hatte.</p><p>Die thematische Einführung zur 18. Tübinger Mediendozentur am 22. Juni übernimmt der Medienwissenschaftler Professor Bernhard Pörksen von der Universität Tübingen. Es moderiert der Tübinger SWR-Studioleiter Marcel Wagner. Die Veranstaltung findet in Präsenz statt und kann auch im <a href="https://www.youtube.com/watch?v=yIYjM8-Yizg" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Livestream</a> verfolgt werden. Im Nachgang des Vortrags sind Interessierte in den Räumen der Wandelhalle herzlich zu einem Empfang eingeladen.</p><p>Ein Mitschnitt von Luisa Neubauers Rede wird im Radioprogramm des SWR gesendet. Das Institut für Medienwissenschaft publiziert den Text im Anschluss gemeinsam mit dem SWR in einer Sonderveröffentlichung.</p><p>Die Tübinger Mediendozentur ist eine Kooperation der Universität Tübingen, des Instituts für Medienwissenschaft und des SWR-Studios Tübingen. Seit 2003 kamen für die Mediendozentur unter anderem Claus Kleber, Maybrit Illner, Giovanni di Lorenzo, Alice Schwarzer, Frank Schirrmacher, Doris Dörrie, Sascha Lobo und Juli Zeh nach Tübingen.</p><p class="align-right">Gemeinsame&nbsp;Pressemitteilung der Universität Tübingen und des SWR</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-91981</guid><pubDate>Thu, 30 Mar 2023 12:53:24 +0200</pubDate><title>Universität Tübingen schließt Krisenjahr erfolgreich ab</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=91981&amp;cHash=c0224c9368dde8c10204a427f522e43a</link><description>Rektorin Pollmann legt Jahresbericht 2022 vor: Forschungsbereich bleibt auf Wachstumskurs – Für Herausforderungen wie Energiekosten und demographische Entwicklungen gerüstet</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen hat das Krisenjahr 2022 trotz zahlreicher neuer Herausforderungen erfolgreich abschließen können. „Die Universität hat im vergangenen Jahr außerordentlich viel erreicht“, sagte Rektorin Professorin Karla Pollmann bei der Vorstellung des Jahresberichts 2022 am Donnerstag in Tübingen. „Wir können uns aber nicht auf dem Erreichten ausruhen. Die aktuellen Entwicklungen – national wie international – werden die Universität in den nächsten Jahren massiv fordern. Diese werden wir mit vereinten Kräften angehen.“</p><p>Die Universität Tübingen ist maßgeblich im Forschungsbereich weiterhin auf Wachstumskurs, wie der Jahresbericht zeigt. So stiegen im vergangenen Jahr die Gesamteinnahmen um 10,7 Prozent auf 770 Millionen Euro an. Die Einwerbung von Forschungsdrittmitteln wuchs um 16,1 Prozent und übersprang damit erstmals die Marke von 300 Millionen Euro. Rund die Hälfte der Drittmittel (rund 53 Prozent) entfielen auf die Medizinische Fakultät.</p><p>Wichtigste Geldgeber waren die Deutsche Forschungsgemeinschaft mit 90,5 Millionen Euro sowie die Bundesregierung, deren Förderung im vergangenen Jahr mit 90,4 Millionen Euro überproportional um 53,5 Prozent anwuchs. Grund hierfür waren unter anderem temporäre Fördergelder des Bundes für die Corona-Forschung. Doch konnte auch das Tübingen AI Center dauerhaft verstetigt werden und erhält nun 20 Millionen Euro Förderung jährlich aus Bundesmitteln.</p><p>Wichtige Investitionen ermöglichte zudem das Engagement von Stiftungen und privaten Geldgebern; insgesamt unterstützten sie die Universität mit 54,8 Millionen Euro. Dank einer großzügigen Finanzierung der Hector Stiftung in Höhe von 100 Millionen Euro entsteht am Standort Tübingen der europaweit erste Institutsbau für ELLIS (Europäisches Laboratorium für Lernen und Intelligente Systeme). Das Werner Siemens Imaging Center an der Medizinischen Fakultät kann durch eine Förderung in Höhe von 18,4 Millionen Euro durch die Schweizer Werner Siemens-Stiftung weiter ausgebaut werden. Im Juli 2022 konnte die Universität das Center for Digital Education eröffnen, das mit 1,35 Millionen Euro von der Vector Stiftung unterstützt wird.</p><p>Nach zwei langen Jahren mit Einschränkungen durch die Pandemie sind die Studierenden im Jahr 2022 wieder auf den Campus zurückgekehrt. Mit rund 28.000 Eingeschriebenen blieb die Gesamtzahl stabil, obwohl die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger um 7,2 Prozent zurückging. Einen starken Zulauf erlebte die Universität Tübingen vor allem bei den internationalen Studierenden, deren Gesamtzahl im Wintersemester 2022/23 auf 4.165 Eingeschriebene stieg und damit einen Rekordwert erreichte.</p><p>„Hier tragen die Internationalisierungsbemühungen der Universität Früchte“, sagte Pollmann. Unübersehbar sei aber auch, dass der demographische Wandel die Universitäten in den kommenden Jahren vor enorme Probleme stellen werde. „Wir werden uns in Zusammenarbeit mit dem Studierendenwerk und der Stadt in Zukunft noch stärker engagieren müssen, um bestmögliche Rahmenbedingungen für ein Studium in Tübingen zu bieten.“</p><p>Im Bereich der internationalen Zusammenarbeit kann die Universität Tübingen weiterhin auf ein starkes Netzwerk mit Partnerinstitutionen in Europa und weltweit bauen. Die Universitätsallianz CIVIS, in der sich mittlerweile elf forschungsstarke Universitäten zusammengeschlossen haben, ist seit Oktober 2022 in der zweiten Förderphase, wie Pollmann berichtete. Es führe die Idee einer europäischen Universität weiter, unter anderem durch Campus-übergreifende Projekte und Lehrveranstaltungen. „Gleichzeitig hat sich das Bündnis auch außereuropäischen Partnern geöffnet und Abkommen mit sechs afrikanischen Universitäten abgeschlossen.“</p><p><strong>Starker Druck durch Energiepreise und Inflation</strong><br> Gerade die internationalen Entwicklungen bereiteten aber auch große Sorge, erklärte die Rektorin: „Der Krieg gegen die Ukraine hat sich im vergangenen Jahr gleichsam über Nacht auf die Universität ausgewirkt.“ Die Zahl der ukrainischen Studierenden an der Universität Tübingen habe sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Über 30 Forschende, die aus der Ukraine fliehen mussten, konnte die Universität aufnehmen. Massiv seien die Auswirkungen der infolge des Krieges gestiegenen Kosten für Energie, viele weitere Produkte und Dienstleistungen. „2022 ist es uns – nicht zuletzt durch die breite Beteiligung von Beschäftigten und Studierenden an einer Energiesparkampagne – gelungen, die Kosten in Schach zu halten“, sagte Pollmann. Für 2023 aber zeichne sich ein Kostenanstieg bei den Energieausgaben von zehn Millionen Euro ab.</p><p>„Auch darf nicht vergessen werden, dass zusätzliche Drittmittel immer auch zusätzliche Kosten für Personal, IT und Material sowie Büros, Labore und Ausstattung nach sich ziehen“, sagte die Rektorin. „Diese Projektkosten werden von den sogenannten Overhead-Mitteln seit vielen Jahren nur unzureichend abgedeckt. Hier muss die Politik bald den jüngsten Empfehlungen des Wissenschaftsrats folgen und die entsprechenden Zusatzmittel auf 40 Prozent der jeweiligen Fördersumme erhöhen.“</p><p>In der Gesamtbetrachtung sei die Universität Tübingen aus einer sehr robusten Ausgangslage in das Jahr 2023 gestartet. „Die Universität ist solide finanziert, sie verfügt über engagierte Studierende, exzellente Forschende und einen hoch-professionellen wissenschaftsunterstützenden Dienst.“ Dennoch müsse allen Mitgliedern der Hochschule bewusst sein, dass die kommenden Jahre nicht einfach würden. „Die Folgen von Klimaerwärmung, Krieg und anderen Krisen können wir nur im Schulterschluss bewältigen“, sagt die Rektorin. „Deshalb bleibt es wichtig, bewährte Kooperationen zu pflegen und neue Partner zu gewinnen, mit denen wir gemeinsame Ziele verfolgen.“</p><p><a href="/pt/universitaet/aktuelles-und-publikationen/publikationen/jahresbericht/" class="ut-btn ut-btn--color-primary-1 ut-btn--outline">Zum Download: Jahresbericht 2022</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-91873</guid><pubDate>Wed, 29 Mar 2023 10:08:51 +0200</pubDate><title>Tübingen vernetzt Forschung und Schule zur digitalen Bildung</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=91873&amp;cHash=16a57890b8eb2cc8629063bed6205570</link><description>Bundesforschungsministerium fördert Projekt zur Weiterentwicklung des digital-gestützten MINT-Unterrichts mit 7,5 Millionen Euro</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen treibt die digitale Bildung in den MINT-Fächern voran, gemeinsam mit weiteren Partnern: Zum 1. April 2023 wird sie Teil eines der vom Bund geförderten Kompetenzzentren, die den Einsatz neuer Technologien in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) erforschen und weiterentwickeln. Das Verbundprojekt „MINT-ProNeD“ erhält vom Bundesforschungsministerium 7,5 Millionen Euro für eine Laufzeit von 2,5 Jahren und vernetzt bundesweit lehrerbildende Standorte sowie weitere Einrichtungen.</p><p>Kern des länderübergreifenden Projektverbunds ist eine enge Kooperation der fünf <span lang="en" dir="ltr">Schools of Education</span> in Baden-Württemberg (<span lang="en" dir="ltr">Binational School of Education</span> Konstanz, Heidelberg <span lang="en" dir="ltr">School of Education</span>, <span lang="en" dir="ltr">School of Education „Freiburg Advanced Center of Education”</span> (FACE), <span lang="en" dir="ltr">Professional School of Education</span> Stuttgart-Ludwigsburg, Tübingen <span lang="en" dir="ltr">School of Education</span>) und dem Zentrum für Lehrerbildung der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau.</p><p>Im Projektverbund werden forschungsbasierte Fortbildungs- und Beratungskonzepte an verschiedenen Standorten entwickelt. Diese Konzepte sollen Lehrkräfte unterstützen, digitale Technologien adaptiv und prozessorientiert einzusetzen: Beim adaptiven Lernen wird der Unterricht möglichst passgenau auf die individuellen Voraussetzungen der einzelnen Schülerinnen und Schüler ausgerichtet. Damit soll der zunehmenden Heterogenität von Klassen auch in den MINT-Fächern produktiv begegnet werden.&nbsp;</p><p>Insgesamt werden drei Netzwerke aufgebaut. Das Tübingen <span lang="en" dir="ltr">Center for Digital Education</span> (TüCeDE) übernimmt die Koordination: Das „MINT-Netzwerk Fortbildungen“ bietet künftig forschungsbasierte Fortbildungen zum adaptiven Unterrichten mit digitalen Medien in den MINT-Fächern für alle Schularten gebündelt an. Im „MINT-Netzwerk Unterrichtsentwicklung“ entsteht ein Beratungskonzept in Form von professionellen Lerngemeinschaften, um Schulen in der Unterrichtsentwicklung zu unterstützen. Im „MINT-Netzwerk <span lang="en" dir="ltr">Future Innovation Hub</span>“ untersuchen Forschende innovative Technologien wie <span lang="en" dir="ltr">Virtual Reality </span>oder Verfahren der künstlichen Intelligenz auf ihre Eignung für den MINT-Unterricht.</p><p>„Eine unserer Stärken ist die enge Verknüpfung von Forschung und Praxis“, sagt Projektleiter Professor Andreas Lachner vom TüCeDE. „In MINT-ProNeD arbeiten neun Hochschulen und drei außeruniversitäre Forschungsinstitute gemeinsam mit den jeweiligen Landesinstituten für Lehrerbildung und Schulentwicklung an einem einheitlichen Fortbildungs- und Beratungskonzept.“</p><p>MINT-ProNeD steht für „Professionelle Netzwerke zur Förderung adaptiver, prozessbezogener, digital-gestützter Innovationen in der MINT-Lehrpersonenbildung“ und startet als eines von sechs standortübergreifenden Verbundprojekten, die bundesweit geplant sind. Das Bundesforschungsministerium fördert den Aufbau von Verbundprojekten zum digital gestützten Unterrichten in verschiedenen Fachbereichen mit mehr als 200 Millionen Euro.</p><p><strong>Projektbeteiligte Standorte im MINT-ProNeD:</strong><br> Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE), Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF), Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM), Ludwig-Maximilians-Universität München, Pädagogische Hochschule Freiburg, Pädagogische Hochschule Heidelberg, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg, Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau, Universität Konstanz, Universität Stuttgart.</p><p><strong>Kooperationspartner im MINT-ProNeD:&nbsp;</strong><br> Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg (IBBW), Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg (ZSL), Pädagogisches Landesinstitut Rheinland-Pfalz (PL), Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen (ALP)</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-91396</guid><pubDate>Thu, 23 Mar 2023 20:00:00 +0100</pubDate><title>Computermodellierung zur schnelleren Entwicklung antiviraler Medikamente</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=91396&amp;cHash=be42d4b508d9ec6adedd38082cb58b3f</link><description>Vorbereitung auf die nächste Pandemie: Tübinger Forschende suchen im Computermodell nach Angriffspunkten gegen Infektionen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wirksame Medikamente gegen virale Erkrankungen wie COVID-19 werden jetzt und zukünftig dringend benötigt. Dies umso mehr, als das Aufkommen von Virusmutanten und neu auftretenden Viren die Impfstoffe an ihre Grenzen bringen könnte. Der DZIF-Wissenschaftler Andreas Dräger arbeitet an der Universität Tübingen an einem computerbasierten Verfahren, das die zeitaufwändige Identifizierung und Entwicklung antiviraler Wirkstoffe beschleunigen kann. Mit einer auf beliebige Viren und Wirtszellen übertragbaren neuartigen Analysetechnik konnten die Wissenschaftler ein Modell erstellen und damit weitere Angriffspunkte für SARS-CoV-2 aufspüren.</p><p>„Eine effiziente Pandemievorsorge erfordert neue, breit wirksame antivirale Medikamente, gegen die die Viren nicht schnell Resistenzen entwickeln können“, erklärt Andreas Dräger, Juniorprofessor an der Universität Tübingen und Mitglied des Tübinger Exzellenzclusters „Kontrolle von Mikroorganismen zur Bekämpfung von Infektionen – CMFI“. „Doch die Wirkstoffentwicklung benötigt sehr viel kostbare Zeit, auf die es im Ernstfall dringend ankommt.“ Hier will Dräger mit seiner Computermodellierung Abhilfe schaffen.</p><p>Bereits 2021 konnte die Tübinger Arbeitsgruppe im Modell ein menschliches Enzym – die Guanylatkinase 1 – identifizieren, das für die Virusvermehrung unabdingbar ist und ausgeschaltet werden kann, ohne die Zelle zu schädigen. Nun konnte der Bioinformatiker ein weiteres Modell mit seinen Teamkolleginnen entwickeln um die Aussagekraft ihrer Ziele zu testen. „Durch eine verbesserte Analysetechnik können wir nun die Virusinfektion in vielen verschiedenen Gewebearten spezifisch modellieren”, erklärt Nantia Leonidou, die Erstautorin der aktuellen Studie“.</p><p><strong>Den Stoffwechsel nach Virusinfektion im Modell beobachten</strong><br> Das integrierte systembiologische Modell der Tübinger simuliert eine Infektion mit SARS-CoV-2 in bronchialen Epithelzellen und identifiziert dann wirtsbasierte Stoffwechselwege, die gehemmt werden können, um die virale Vermehrung zu unterdrücken. „Wenn man die Zusammensetzung eines Virus kennt, kann man verschiedene Szenarien durchspielen und sehen, wie sich die biochemischen Reaktionen in den Wirtszellen während einer Virusinfektion verändern“, so Dräger. Um eine Infektion zelltypspezifisch zu simulieren, entwickelte das Team hochwertige Software.</p><p><strong>Neue Angriffsziele erkannt</strong><br> Mit dem Modell für einen weiteren Zelltyp konnte die Forschungsgruppe das bereits identifizierte Zielmolekül, die Guanylatkinase, bestätigen und weitere neue Ziele mit bemerkenswerten antiviralen Wirkungen entdecken. Der vielversprechendste neue Treffer war die CTP-Synthase 1, ein Enzym, dessen Hemmung auch das Viruswachstum um 62 Prozent minderte, ohne sich auf die Zellerhaltung des menschlichen Wirts auszuwirken. Beide Zielmoleküle sind eng mit dem Aufbau der Erbsubstanz verknüpft, die sowohl im Virus als auch im Wirt dieselben Bausteine benötigt.</p><p>Das Team um Andreas Dräger geht davon aus, dass diese Ergebnisse eine wichtige Grundlage für die schnellere Entwicklung von viralen Hemmstoffen darstellen. „Unsere Modelle könnten einen Paradigmenwechsel in der Wirkstoffentwicklung darstellen und die präklinische Phase beschleuni-gen“, betont Nantia Leonidou und ergänzt: „Die Methoden sind vollständig auf jeden Virus- und Wirtszellentyp übertragbar und auch kommerziell nutzbar.“</p><p>Die Gruppe um Dräger will nun ihre Methoden auf weitere Viren anwenden. Erste Hemmstoffe für ihre gefundenen Enzyme sollen in Tiermodellen auf Sicherheit, Toxizität und Wirksamkeit getestet werden.</p><p><strong>Publikation: </strong>Leonidou N, Renz A, Mostolizadeh R and Dräger A: New Workflow Predicts Drug Tar-gets Against SARS-CoV-2 via Metabolic Changes in Infected Cells. PLOS Computational Biology 2023. doi: 10.1371/journal.pcbi.1010903</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>CompSysBioInfection-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-91456</guid><pubDate>Wed, 22 Mar 2023 10:27:40 +0100</pubDate><title>Höhlen als Archive der Vergangenheit: Neuer Leibniz-WissenschaftsCampus in Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=91456&amp;cHash=9de4c7b2731d3229a576997a2defb711</link><description>Der „GeoGenomic Archaeology Campus Tübingen (GACT)“ untersucht Einflüsse des Menschen auf Ökosysteme anhand von Höhlen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hat sich in seiner gestrigen Sitzung für die Einrichtung eines neuen WissenschaftsCampus in Tübingen ausgesprochen. Dadurch entsteht ein Forschungsnetzwerk zwischen dem Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment, der Universität Tübingen und dem Max-Planck-Institut für Biologie sowie weiteren nationalen und internationalen Institutionen. Unter dem Titel „GeoGenomic Archaeology Campus Tübingen (GACT)“ werden an dem neuen Campus Forschende verschiedener naturwissenschaftlicher Disziplinen innovativ und integrativ zusammenarbeiten. Gemeinsames Ziel ist es alte DNA aus Höhlensedimenten zu nutzen, um die Interaktion des damaligen Menschen mit vergangenen Ökosystemen und die Auswirkungen auf diese im Laufe der Zeit zu untersuchen.</p><p>Rund zwei Millionen Jahre alt sind die bislang ältesten Besiedlungsspuren einer Höhle, die Menschen in Afrika hinterlassen haben. „Frühmenschen lebten in Höhlen, weil diese ihnen einen leicht zugänglichen Unterschlupf sowie Schutz vor Regen, Wind und Kälte boten“, erläutert der Sprecher des neuen WissenschaftsCampus Jun. Prof. Cosimo Posth vom Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen, der den Antrag gemeinsam mit Dr. Susan Mentzer, Prof. Christopher Miller und Prof. Nicholas Conard stellte. Mentzer ergänzt: „Doch nicht nur Menschen nutzten den natürlichen&nbsp;‚Wohnraum‘: Höhlen boten schon immer Unterschlupf für zahlreiche Arten – von der Mikrobe bis zum großen Säugetier.“</p><p>Obwohl in Höhlen nur ein kleiner Teil der globalen biologischen Vielfalt zu finden ist, beherbergen sie dennoch einzigartige und eigenständige Ökosysteme. „Diese können durch äußere Einflüsse erheblich beeinträchtigt werden und sind – weil sie empfindlich auf Veränderungen reagieren – wahrscheinlich die ersten Ökosysteme, die durch menschliche Aktivitäten tiefgreifend verändert wurden“, erklärt Miller.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-91354</guid><pubDate>Tue, 21 Mar 2023 10:38:47 +0100</pubDate><title>Rita Triebskorn erhält Tübinger Preis für Wissenschaftskommunikation</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=91354&amp;cHash=601cb9407b87c0f87934de7a47019887</link><description>Jury würdigt langjähriges Engagement in der Vermittlung von
Forschung zum Gewässerschutz – Nachwuchspreis geht an KIForscherin
Auguste Schulz</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Biologin Professorin Rita Triebskorn erhält den Tübinger Preis für Wissenschaftskommunikation 2023. Die Jury würdigte damit ihr langjähriges Engagement in der Vermittlung ihrer Forschungsergebnisse gegenüber der breiten Öffentlichkeit. Mit dem Nachwuchspreis für Wissenschaftskommunikation wird die KI-Forscherin Auguste Schulz ausgezeichnet.</p><p>„Rita Triebskorn hat in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich und hartnäckig daran gearbeitet, ein Bewusstsein für ihr zentrales Forschungsthema zu schaffen, den ökologischen Schutz von Gewässern vor Schadstoffen und Mikroplastik“, erklärte die Jury in ihrer Begründung. Triebskorns Wirken zeige damit eindrücklich und für die Öffentlichkeit nachvollziehbar, welche zentrale Bedeutung Wissenschaft hat, um die grundlegenden und gleichzeitig lebenswichtigen Zusammenhänge in unserer Umwelt zu verstehen und sichtbar zu machen. Zudem trage diese Vermittlungstätigkeit aktiv zum Schutz eines wichtigen Lebensraums für zahllose Tiere und Pflanzen bei.</p><p>Besonders beeindruckt zeigte sich die Jury einerseits angesichts der Nachhaltigkeit und Konsistenz, mit der Triebskorn sich in der Öffentlichkeit engagierte und andererseits von der Breite ihrer kommunikativen Aktivitäten. Dazu zählten öffentliche Vorträge, Politikberatung und Medieninterviews, die Kinder-Uni, aber auch ihre Zusammenarbeit mit dem Science Media Center als einer wichtigen Vermittlungsplattform für die Wissenschaftskommunikation.</p><p>Rita Triebskorn studierte an der Universität Heidelberg Biologie und Germanistik für das Lehramt an Gymnasien und promovierte dort 1990 im Fach Zoologie. Anschließend arbeitete sie als Wissenschaftlerin für das Schweizer Chemie- und Pharmaunternehmen Lonza und an der Universität Hohenheim. Seit 1995 ist sie an der Universität Tübingen im Lehr- und Forschungsbereich Physiologische Ökologie der Tiere tätig und beschäftigt sich dort mit Themen im angewandten Umweltschutz. Siehabilitierte sich für das Fach Zoologie im Jahr 1999 und wurde 2006 zur außerordentlichen Professorin ernannt. Parallel leitet sie seit 2000 das Steinbeis-Transferzentrum für Ökotoxikologie und Ökophysiologie Rottenburg.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-91120</guid><pubDate>Thu, 16 Mar 2023 16:16:46 +0100</pubDate><title>Universität Tübingen: Verbleib von Hirnschnitten aus der NS-Zeit bleibt offen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=91120&amp;cHash=d0b5a1d182eea64f09d2cc263221de79</link><description>Wissenschaftliche Arbeitsgruppe zur „Sammlung Ostertag“ legt Abschlussbericht vor – Suche nach sterblichen Überresten von ermordeten Kindern ohne eindeutiges Ergebnis</description><content:encoded><![CDATA[<p>Eine internationale Forschungsgruppe, die sich an der Universität Tübingen mit dem Verbleib der sogenannten Sammlung Ostertag beschäftigte, hat ihren Abschlussbericht vorgelegt. Wie die Leiterin des Projekts, Professorin Benigna Schönhagen, am Donnerstag berichtete, konnte die Arbeitsgruppe feststellen, dass die aus der NS-Zeit stammende medizinische Sammlung nicht bei einer undokumentierten Bestattung im Gräberfeld X des Tübinger Stadtfriedhofs begraben wurde. Der Verbleib der Sammlung bleibt aber noch ungeklärt. Die Sammlung Ostertag bestand mutmaßlich aus Hirnschnitten von insgesamt 106 Kindern, die während des Zweiten Weltkriegs in einer Einrichtung für psychisch Kranke in Berlin-Wittenau ermordet worden waren.</p><p>Auf Initiative der Forschungsgruppe waren im März 2022 insgesamt vier Marmorbehältnisse auf dem Gräberfeld X exhumiert worden. Anschließend wurden die Behälter in der klinischen Anatomie von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Forschungsgruppe sowie weiteren Experten untersucht. Wie Schönhagen berichtete, fanden die Forschenden eine Vielzahl von Organschnitten auf Glasträgern sowie Paraffinblöckchen, in denen das Gewebe aber nicht mehr erhalten war. Einige Präparate ließen sich einzelnen medizinischen Sammlungen zuordnen, nicht jedoch der gesuchten Sammlung, die nach Kriegsende mutmaßlich im damaligen Institut für Hirnforschung der Universität verwahrt wurde.</p><p>Die vier Marmorbehälter wurden am Donnerstag in einer schlichten Zeremonie auf dem Tübinger Stadtfriedhof erneut beigesetzt. An der Beisetzung nahmen Vertreterinnen und Vertretern von Stadt und Universität teil. Die evangelische Stadtdekanin Elisabeth Hege sowie der Vorsitzende der katholischen Gesamtkirchengemeinde Tübingens, Pfarrer Ulrich Skobowsky, sprachen Gebete und hielten eine kurze Ansprache.</p><p>Die Universität Tübingen hatte im vergangenen Jahr zur Untersuchung des Gräberfelds X sowie der exhumierten Präparate Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Einrichtungen hinzugezogen, darunter die Harvard Medical School, das Naturhistorische Museum in Wien, die Oxford Brookes University und die TU München. Tübinger Archäologinnen und Archäologen unter der Leitung von Professorin Natascha Mehler führten die Grabung und anschließende Exhumierung durch. Dabei wurden sie unterstützt von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Tübinger Friedhofsverwaltung sowie des Anatomischen Instituts.</p><p>Die Universität war bereits im Jahr 1988/89 mit der Tatsache konfrontiert worden, dass Mikro- und Makropräparate von Menschen aus der NS-Zeit sich noch immer in verschiedenen medizinischen Lehrsammlungen befanden. Die Universität richtete daraufhin eine externe Untersuchungskommission ein, die eine vollständige Bestandsaufnahme vornehmen sollte. In ihrem Abschlussbericht, der im Sommer 1989 vorgelegt wurde, empfahl die Kommission, alle Präparate aus der Zeit zwischen 1933 und 1945 aus dem Anatomischen Institut und sämtlichen anderen medizinischen Einrichtungen der Universität zu entfernen und in würdiger Form zu bestatten, bei deren Tod ein Zusammenhang mit Gewaltakten oder Verfolgung durch das NS-Regime nicht ausgeschlossen werden konnte. Die Beisetzung auf dem Gräberfeld X erfolgte am 4. Juli 1990 im kleinen Kreis. Eine öffentliche Gedenkfeier folgte am 8. Juli.</p><p>Der britische Medizinhistoriker Professor Paul Weindling hatte Anfang 2021 in einem Fachartikel den Verdacht geäußert, dass Verantwortliche der Universität im Juli 1990 auch die Sammlung Ostertag auf dem Gräberfeld X des Tübinger Stadtfriedhofs bestattet haben. Der Vorgang sei seinerzeit gegenüber der Öffentlichkeit und auch gegenüber der externen Untersuchungskommission verschwiegen worden. Die Universitätsleitung nahm diesen Verdacht außerordentlich ernst und beantragte nach weiteren Recherchen im Universitätsarchiv Ende 2021 bei der Universitätsstadt Tübingen eine Exhumierung mit dem Ziel, die Präparate zu finden und die Opfer namentlich zu identifizieren. Der Anfangsverdacht hat sich allerdings durch die nun vorliegenden Ergebnisse nicht bestätigt.</p><p>Nach Recherchen Weindlings stammen die sterblichen Überreste der „Euthanasie“-Opfer aus der so genannten Kinderfachabteilung Wiesengrund in Berlin-Wittenau, in der während des Zweiten Weltkriegs eine Vielzahl von psychisch kranken Kindern ermordet wurde. An der Einrichtung tätige Ärzte entnahmen den getöteten Kindern die Gehirne und präparierten diese für Forschungszwecke. Der für Wiesengrund tätige Pathologe Berthold Ostertag soll die Hirnpräparate von insgesamt 106 Opfern nach dem Krieg nach Tübingen gebracht haben. Ostertag baute an der Universität Tübingen nach Kriegsende das Institut für Hirnforschung auf und leitete dieses bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1964. Weindling stützt sich in seinen Recherchen maßgeblich auf Aussagen von Ostertags Nachfolger an der Spitze des Tübinger Instituts für Hirnforschung, Professor Jürgen Peiffer, der im Dezember 2006 verstarb.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-91045</guid><pubDate>Thu, 16 Mar 2023 09:00:00 +0100</pubDate><title>Gefäßverkalkung sichtbar machen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=91045&amp;cHash=de0844a3281ee22e17afa7963c7352e0</link><description>Neue Methode zur Erkennung von „Verkalkungen“ in Blutgefäßen hilft, die Ursachen von Herzinfarkten und Schlaganfällen besser zu verstehen ‒ Einsatz von Versuchstieren deutlich reduziert</description><content:encoded><![CDATA[<p>Forschende der Universität Tübingen haben ein neues Verfahren entwickelt, mit dem sich Atherosklerose im Mausmodell besser erforschen lässt. Die nicht-invasive Bildgebungsmethode soll neue Wege eröffnen, Gefäßverengungen als Ursache von Herzinfarkten und Schlaganfällen besser zu verstehen und zu behandeln. Zudem kann sie die Anzahl der Versuchstiere im Vergleich zu bisherigen Methoden deutlich reduzieren. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Circulation Research veröffentlicht.&nbsp;<br> &nbsp;<br> Atherosklerose, auch Arterienverkalkung genannt, kann zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen und ist die häufigste Todesursache weltweit. Es sind mehrere Faktoren bekannt, die zu Ablagerungen und Verdickungen in den Blutgefäß-Wänden führen, wie zum Beispiel ein hoher Cholesterinspiegel. Diese sog. Plaques engen Gefäße häufig stark ein oder führen gar zur Bildung von Blutgerinnseln, so dass Herz oder Gehirn nicht mehr ausreichend versorgt und in Folge von Sauerstoffmangel geschädigt werden.<br> &nbsp;<br> Das neue Verfahren zur Untersuchung von Atherosklerose beruht auf einem künstlichen Positronen-Emissions-Tomografie (PET)-Reporter-Enzym. Dieses wird durch einen genetischen Trick speziell in den Gefäßmuskelzellen der Maus gebildet. Es bewirkt, dass es in diesen Zellen zur Ansammlung einer radioaktiven Substanz kommt, dem PET-Tracer. Die für das Tier ungefährliche radioaktive Strahlung wird mittels PET erkannt und auf einem Bildschirm sichtbar gemacht. PET ist eine klinisch etablierte Methode, die beispielsweise zur Untersuchung von Tumorpatienten eingesetzt wird. Als nicht-invasives Verfahren belastet die PET-Bildgebung den Organismus weniger als viele andere Untersuchungen.<br> &nbsp;<br> Durch die Kombination von PET mit der Magnetresonanztomographie (MRT) ist das Forschungsteam jetzt in der Lage, die Position und Anzahl der Gefäßmuskelzellen im Körper zu verfolgen. „Mit dieser Methode können wir am lebenden Tier beobachten, wie die markierten Zellen an der Entstehung von Atherosklerose beteiligt sind“, erläutert Erstautorin und Studienleiterin Dr. Susanne Feil vom Interfakultären Institut für Biochemie (IFIB) der Universität Tübingen. So ist beispielweise zu sehen, wo in Blutgefäßen sich vermehrt Gefäßmuskelzellen ansammeln und zu „Verkalkungen“ beitragen. Durch das Sichtbarmachen solcher Zellansammlungen lassen sich Rückschlüsse ziehen, ob Veränderungen harmlos sind oder sich lebensbedrohlich auswirken könnten, etwa weil sie zu Gefäßverschlüssen und Infarkten führen könnten (siehe Abbildung).&nbsp;<br> &nbsp;<br> Zusätzlich seien im Vergleich zu früheren Methoden wesentlich weniger Versuchstiere nötig, so das Forschungsteam. Die markierten Zellen könnten nicht-invasiv über viele Wochen im selben Tier verfolgt werden und somit auch die Entwicklung einer Atherosklerose. Zudem ließen sich mit Hilfe von Langzeitstudien deutlich mehr Daten pro Tier gewinnen, und diese auch in besserer Qualität, da es nicht zu interindividuellen Schwankungen bei den Messwerten kommt.&nbsp;<br> &nbsp;<br> „Ganz im Sinne des 3R-Prinzips“, sagt Feil. „Es geht darum, Tierversuche möglichst vollständig zu vermeiden (Replacement) beziehungsweise die Zahl der Tiere (Reduction) und deren Belastung (Refinement) in Versuchen auf das unerlässliche Maß zu beschränken. Zur Analyse des Verhaltens von Zellen (z.B. Gefäßmuskelzellen) in Mäusen wurden bisher Verfahren verwendet, die mit einer relativ hohen Belastung bzw. der Tötung einer größeren Anzahl von Versuchstieren verbunden waren.“&nbsp;<br> &nbsp;<br> Das neue PET-Verfahren wurde in Zusammenarbeit des Interfakultären Instituts für Biochemie und des Werner Siemens Imaging Center des Universitätsklinikums Tübingen entwickelt. Das Projekt wurde von der EU, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Dr. K. H. Eberle Stiftung gefördert.&nbsp;</p><h3>Publikation:</h3><p>Feil S, Stowbur D, Schörg B, Ehrlichmann W, Reischl G, Kneilling M, Pichler B, Feil R. 2023. „Noninvasive detection of smooth muscle cell-derived hot spots to study atherosclerosis by PET/MRI in mice”. Circulation Research, doi.org/10.1161/CIRCRESAHA.122.322296<br> sowie <a href="https://www.ahajournals.org/doi/abs/10.1161/CIRCRESAHA.122.322296" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.ahajournals.org/doi/abs/10.1161/CIRCRESAHA.122.322296</a>&nbsp;&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-90736</guid><pubDate>Wed, 08 Mar 2023 13:34:32 +0100</pubDate><title>Veränderte Hirnstruktur: Warum Infektionen in der Schwangerschaft Autismus begünstigen können</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=90736&amp;cHash=e60a6a4261bcb0abd9aee03f6c1e0306</link><description>Tübinger Forscherinnen entwickeln ein dreidimensionales Hirngewebemodell, um Umwelteinflüsse auf die embryonale Hirnentwicklung in der Petrischale zu untersuchen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wichtige Weichen werden früh im Leben gestellt – manche sogar vor der Geburt. Bereits im Mutterleib beeinflussen Umweltfaktoren die Entwicklung des Kindes und können Auswirkungen auf die Gesundheit haben. So erhöhen bestimmte Infektionen das Risiko, später an einer Autismus-Spektrum-Störung zu erkranken. Ein Forschungsteam um Dr. Simone Mayer vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und der Universität Tübingen hat nun einen molekularen Mechanismus dieses Zusammenhangs entschlüsselt. Schüttet das Immunsystem der werdenden Mutter einen bestimmten Botenstoff aus, so verändere das Großhirn des Ungeborenen seinen Aufbau, berichten sie in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift <span lang="en" dir="ltr"><em>Molecular Psychiatry</em></span>. Für die Studie hat das Team dreidimensionales Zellgewebe entwickelt, dass die Großhirnrinde des Menschen nachahmt: ein sogenanntes Hirnorganoid.</p><p>„Epidemiologische Studien deuten seit längerem darauf hin, dass Infektionen während der Schwangerschaft mit einem leicht erhöhten Risiko bei Kleinkindern einhergehen, an einer Autismus-Spektrums-Störung zu erkranken“, erklärt Studienleiterin Mayer. Bei Mäusen sei festgestellt worden, dass Botenstoffe des Immunsystems die embryonale Gehirnstruktur beeinflussen könnten. „Offen war bisher, ob die gleichen molekularen Mechanismen auch beim Menschen zum Tragen kommen.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-90703</guid><pubDate>Tue, 07 Mar 2023 13:44:16 +0100</pubDate><title>Universität Tübingen baut Forschungsstelle Rechtsextremismus auf</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=90703&amp;cHash=294b59a882578d67f8b7d3f15f79aeb2</link><description>Forschende wollen Einstellungen, Lebenswelten und Kommunikation von Rechtsextremisten analysieren – Enge Kooperation mit Dokumentationsstelle Rechtsextremismus und weiteren Partnern</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen wird im Auftrag des Landes Baden-Württemberg eine Forschungsstelle Rechtsextremismus aufbauen. „Unser Ziel ist die Stärkung gesellschaftlicher und staatlicher Strukturen gegen&nbsp;rechtsextreme Ideologien und Praktiken mithilfe der Forschung“, sagte der Dekan der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, Professor Ansgar Thiel, am Dienstag in Tübingen. „Wir wollen dabei sowohl die Entstehung und Verbreitung rechtsextremer Einstellungen und Praktiken erforschen, als auch die jeweils aktuellen Bedrohungspotentiale für die offene Gesellschaft identifizieren.“&nbsp;</p><p>Die Forschungsstelle wird drei Professuren umfassen, die vom Land Baden-Württemberg finanziert werden, darunter die bundesweit erste Professur für Rechtsextremismusforschung im Bereich der Politikwissenschaft. Zusätzlich finanziert die Universität eine Juniorprofessur zur Erforschung von Antisemitismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Dazu kommen weitere Stellen für wissenschaftliche sowie unterstützende Aufgaben. Das Land finanziert die Forschungsstelle mit insgesamt 1,2 Millionen Euro pro Jahr. Darüber hinaus soll die neue Einrichtung Drittmittel für einzelne Forschungsprojekte einwerben.<br> &nbsp;<br> Die Forschungsstelle wird eng mit der Karlsruher Dokumentationsstelle Rechtsextremismus zusammenarbeiten, deren Einrichtung von der baden-württembergischen Landesregierung bereits 2020 beschlossen worden war. Weitere Kooperationspartner sind die Hochschule Esslingen, die Hochschulen für Verwaltung in Kehl und Ludwigsburg, die baden-württembergische Polizeihochschule, der Gedenkstättenverbund Gäu-Neckar-Alb sowie die Landesarbeitsgemeinschaft Offene Jugendbildung. Der Aufbau der Forschungsstelle soll noch 2023 beginnen.&nbsp;</p><p>Ein Schwerpunkt der Forschung wird die Analyse rechtsextremer Kommunikation auf unterschiedlichsten digitalen Plattformen und in den sozialen Medien sein. Dabei soll unter anderem untersucht werden, wie rechtsextreme Diskurse, Medien und Strategien die demokratische Debattenkultur beschädigen. „Soziale Medien spielen eine zentrale Rolle bei der Verbreitung rechtsextremen Gedankenguts und der Kommunikation zwischen rechtsextremen Akteurinnen und Akteuren“, sagte Professorin Tanja Thomas, Inhaberin des Lehrstuhls Transformationen der Medienkultur der Universität Tübingen.</p><p>Die für die Forschungsstelle zu berufenden Professorinnen und Professoren sollen sich mit Rechtsextremismus aus politikwissenschaftlicher, medienwissenschaftlicher und erziehungswissenschaftlicher Perspektive auseinandersetzen, wie Thiel erläuterte: „Die Idee ist, sämtliche Aspekte der Erforschung des Rechtsextremismus zu berücksichtigen, von der Ideologie, über den Alltag rechtsextremer Milieus bis hin zu konkreten Aktivitäten einzelner Akteurinnen und Akteure.“ Dabei würden die Forschende ein breit gefächertes Spektrum von Methoden einsetzen, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Die Forschungsstelle werde dabei sowohl die rechte Szene in Baden-Württemberg beleuchten als auch bundesweite und punktuell internationale Verflechtungen der rechten Szene in den Blick nehmen. &nbsp;&nbsp;</p><p>Thiels Vorgänger im Amt des Dekans, der Politikwissenschaftler Professor Josef Schmid, sagte, die Forschungsstelle könne auf eine Reihe von wissenschaftlichen Projekten an der Universität Tübingen aufbauen, darunter der Demokratie-Monitor Baden-Württemberg, der Sonderforschungsbereich „Bedrohte Ordnungen“ oder ein Promotionskolleg zum Rechtsextremismus. Die Tübinger Informatik mit ihrem Schwerpunkt in Künstlicher Intelligenz wird Forschungsaktivitäten ebenso unterstützen wie das Zentrum für Methoden. Die Zentren für Wissenschaftskommunikation und Medienkompetenz der Universität sind weitere Partner in Forschung und Transfer von Forschungsergebnissen in die Zivilgesellschaft.</p><h3>Weitere Informationen:</h3><p><a href="https://stm.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/land-baut-forschungsstelle-rechtsextremismus-in-tuebingen-auf" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Staatsministeriums Baden-Württemberg zur Forschungsstelle Rechtsextremismus</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-90088</guid><pubDate>Fri, 24 Feb 2023 09:00:00 +0100</pubDate><title>Leopold Lucas-Preis für Judaist Peter Ochs</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=90088&amp;cHash=095faccd07a5decfcfc277746f3e1a9e</link><description>Mitbegründer der „dialogischen Interpretation“, die Religionen ins Gespräch bringt – Nachwuchspreis erhält Geschichtswissenschaftlerin Johanna Jebe</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der diesjährige Dr. Leopold Lucas-Preis der Evangelisch-Theologischen Fakultät wird an den Judaisten Peter Ochs verliehen. Die Fakultät der Universität Tübingen würdigt damit seine Verdienste im Dialog zwischen Judentum, Christentum und Islam: Er hat maßgeblich die Methode des „<span lang="en" dir="ltr">Scriptural Reasoning</span>“ mitentwickelt und verbreitet.&nbsp;</p><p>Die Methode verfolgt das Ziel, durch gemeinsame Lektüre und Diskussion der jeweiligen heiligen Schriften versöhnend zwischen Angehörigen des Christentums, des Judentums und des Islam zu vermitteln und zu gemeinsamem Handeln zu motivieren. Die dialogische Interpretation der heiligen Schriften befördert das Verständnis und die Akzeptanz der jeweiligen religiösen Traditionen. Dieses gegenseitige Verständnis stellt für Ochs die Grundlage der interreligiösen Versöhnung dar. &nbsp;</p><p>Die feierliche Verleihung findet statt am&nbsp;</p><p class="align-center"><strong>Dienstag, 9. Mai 2023 17:15 Uhr im Festsaal&nbsp;<br> der Universität Tübingen<br> (Neue Aula, Geschwister-Scholl-Platz, 72074 Tübingen).&nbsp;</strong></p><p>Medienvertreterinnen und -vertreter sowie die interessierte Öffentlichkeit sind herzlich eingeladen.</p><p>Peter Ochs (geb. 1950) war von 1997-2021 <span lang="en" dir="ltr">Edgar M. Bronfman Professor of Modern Judaic Studies</span> an der <span lang="en" dir="ltr">University of Virginia </span>und ist seit 2022 Professor Emeritus. Er ist Mitbegründer der „<span lang="en" dir="ltr">Society for Scriptural Reasoning</span>” und des „<span lang="en" dir="ltr">Children of Abraham Institute</span>”, die dem Dialog zwischen Mitgliedern der abrahamitischen Religionen verpflichtet sind. Er ist durch zahlreiche einflussreiche Publikationen im Bereich der Judaistik, der jüdischen Philosophie und Theologie, der (post-)modernen Philosophie und des interreligiösen Dialogs und der Friedensförderung hervorgetreten.</p><p>Neben seiner breiten und interdisziplinären wissenschaftlichen Tätigkeit war Ochs auch in der Politikberatung für das amerikanische Außenministerium zu den Themen Religion und Außenpolitik sowie Religion und Gewalt aktiv. Ochs stellt in seinem Wirken nicht nur einen theoretischen Rahmen für die interreligiöse Verständigung zur Verfügung, sondern arbeitet auch aktiv an einer praktischen Umsetzung dieses Ziels.</p><p>Damit erfülle der Judaist in herausragender Weise in seinem wissenschaftlichen und persönlichen Wirken die Ziele des Dr. Leopold Lucas-Preises, sagte die Jury. Mit dem Preis werden Menschen ausgezeichnet, deren wissenschaftliches Werk die Beziehungen zwischen Menschen und Völkern fördert und sich um die Verbreitung des Toleranzgedankens verdient gemacht hat. Der Dr. Leopold Lucas-Preis wurde 1972 von Generalkonsul Franz D. Lucas, Ehrensenator der Universität Tübingen, gestiftet ‒ aus Anlass des 100. Geburtstages seines Vaters, des jüdischen Gelehrten Dr. Leopold Lucas.&nbsp;</p><p>Dieser wirkte als Rabbiner in Glogau und zuletzt an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin und kam 1943 im Konzentrationslager Theresienstadt ums Leben. Der zu seinem Gedächtnis gestiftete Preis wird jährlich von der Evangelisch-Theologischen Fakultät im Namen der Universität Tübingen verliehen. Er ist mit 50.000 Euro dotiert.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-89881</guid><pubDate>Tue, 14 Feb 2023 17:06:17 +0100</pubDate><title>Lehrer legen ungleiche Kriterien bei der Bewertung von Hochbegabung an</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=89881&amp;cHash=f3f3762ffcd8f6832e7535ced54cc9d3</link><description>Mädchen und Kinder aus bildungsfernen Familien werden bei gleichen Fähigkeiten benachteiligt – Internationales Forscherteam legt repräsentative Studie vor  
</description><content:encoded><![CDATA[<p>Lehrern vermuten bei Jungen mit eineinhalbmal höherer Wahrscheinlichkeit eine Hochbegabung als bei ebenso begabten Mädchen. Außerdem schätzen Lehrkräfte auch Kinder aus Familien mit hohem Bildungsstand eher als hochbegabt ein. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Universitäten Tübingen, Maastricht und Jena, die in der Zeitschrift <span lang="en" dir="ltr"><em>Gifted Child Quarterly</em></span> veröffentlicht wurde.</p><p>Damit machen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf ein besonderes Problem in der Förderung von Hochbegabten aufmerksam: Da für manche Förderprogramme Lehrkräfte die Schülerinnen und Schüler nominieren, werden einige Gruppen systematisch benachteiligt, unabhängig von deren Fähigkeiten, Motivation oder Persönlichkeit. Erst nach der Einschätzung durch die die Lehrkräfte folgen weitere Tests, beispielsweise standardisierte Intelligenztests als Zugangsvoraussetzung zu bestimmten Förderprogrammen.</p><p>„Lehrkräfte sollten ihre Vorstellungen von Hochbegabung hinterfragen“, so Jessika Golle, Juniorprofessorin am Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung und eine der Autorinnen der Studie.</p><p>Sie ließen sich oftmals von falschen Vorstellungen leiten oder wählten Kinder aus, von denen sie vermuteten, dass diese in den Förderprogrammen gut abschneiden könnten. Gängige Vorstellungen, wie sich Hochbegabung bei Kindern ausdrückt, sind gute Leistungen in der Schule, hohe Motivation und Kreativität sowie überdurchschnittliche soziale Fähigkeiten. Hochbegabte Kinder werden allerdings oft auch als emotional anfällig und weniger umgänglich gesehen und mit problematischem Verhalten in Verbindung gebracht.</p><p>Um herauszufinden, was Lehrkräfte tatsächlich dazu bringt, ein Kind als hochbegabt einzuschätzen, werteten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Daten einer Langzeitstudie aus den Niederlanden aus. Insgesamt wurden für den Datensatz rund 27.000 Schülerinnen und Schüler aus der sechsten Klassenstufe und ihre rund 1.300 Lehrkräfte befragt. Die Kinder absolvierten einen Test, der ihre allgemeine kognitive Fähigkeit abbildete, sowie Tests, die ihre schulische Leistung erfassten, und beantworteten einen Fragebogen, der ihre Persönlichkeitsmerkmale erfasste. Gleichzeitig sollten die Lehrkräfte die Kinder in ihrem Verhalten beurteilen und die Frage beantworten, ob das Kind ihrer Meinung nach hochbegabt sei oder nicht.</p><p>Das Ergebnis: Schüler, die als hochbegabt eingestuft wurden, zeigten ein höheres Niveau an allgemeinen kognitiven Fähigkeiten, sie zeigten höhere schulische Leistungen, waren offener und waren umgänglicher als die Schülerinnen und Schüler, die nicht als hochbegabt eingestuft wurden. Außerdem waren die als hochbegabt beurteilten Kinder auch häufiger jünger und männlich und stammten aus Familien mit einem hohen Bildungsstand im Vergleich zu allen anderen Kindern. „Interessant war zudem, dass bei Schülerinnen und Schülern mit gleichen Fähigkeiten und gleicher Motivation, diejenigen eher als hochbegabt eingestuft wurden, deren Verhalten weniger verträglich war“, so Golle. Das zeige, dass sich hartnäckig das Stereotyp halte, Hochbegabte seien im Umgang schwieriger und sozial beeinträchtigt.</p><p>„Es ist wichtig, dass Lehrkräfte diese Vorurteile bewusst werden, sonst werden Mädchen und Schülerinnen und Schüler aus Familien mit niedrigem Bildungsniveau systematisch benachteiligt“, ergänzt Trudie Schils von der Universität Maastricht. „Ihre Rolle im Auswahlprozess sollte hinterfragt werden, denn schließlich sind meistens sie es, die den Förderbedarf von Kindern frühzeitig erkennen.“</p><p><strong>Originalpublikation:</strong><br> Golle, J., Schils, T., Borghans, L., &amp; Rose, N. (2022). <span lang="en" dir="ltr">Who is considered gifted from a teacher’s perspective? A representative large-scale study</span>. <span lang="en" dir="ltr"><em>Gifted Child Quarterly</em></span>. <span lang="en" dir="ltr">Advanced online publication.</span><a href="https://doi.org/10.1177/00169862221104026&amp;nbsp" target="_blank" rel="noreferrer">doi.org/10.1177/00169862221104026&amp;nbsp</a>;<br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-89623</guid><pubDate>Tue, 07 Feb 2023 09:30:00 +0100</pubDate><title>Hertie-Stiftung gründet neues Institut, das künstliche Intelligenz und Neurowissenschaften verbindet </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=89623&amp;cHash=e22287b96d0a7486612a456dea9c7cf0</link><description>Hertie Institute for Artificial Intelligence in Brain Health (Hertie AI) in Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<ul><li>Hertie-Stiftung finanziert mit 10 Mio. Euro das gemeinsame Projekt mit der Universität Tübingen</li><li>Institut als weiterer Baustein im <span dir="ltr" lang="en">Cyber Valley</span> Ökosystem, Europas größtem Forschungskonsortium im Bereich KI</li><li>Ziel des Instituts ist, Fortschritte in künstlicher Intelligenz für Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen des Nervensystems zu nutzen</li></ul><p>Startschuss für ein Leuchtturmprojekt, das die Zukunftsthemen Künstliche Intelligenz (KI) und Neuromedizin erstmals miteinander verbindet: Mit dem <span lang="en" dir="ltr">Hertie Institute for Artificial Intelligence in Brain Health (Hertie AI)</span>, das zum 1. Februar an der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen gegründet wurde, entsteht das bundesweit erste Institut, das Prävention und frühe Diagnose von Erkrankungen des Nervensystems mit Hilfe von Methoden der künstlichen Intelligenz erforscht.</p><p><strong>KI und „Big Data“ zur Prävention von Hirnerkrankungen&nbsp;</strong>&nbsp;&nbsp; &nbsp;<br> Das Hertie AI wird auf neuesten Erkenntnissen im Bereich des maschinellen Lernens und der künstlichen Intelligenz aufbauen und diese für ein besseres Verständnis des gesunden und kranken Nervensystems nutzen. Mithilfe komplexer Datensätze, die heute in der Grundlagenforschung verfügbar sind und im Klinikalltag gesammelt werden, sollen am Institut neue Methoden entwickelt werden, um Erkrankungen des Nervensystems früher zu erkennen, Krankheitsverläufe vorherzusagen und Therapien zielgerichteter einzusetzen. Um dieses Potenzial voll auszuschöpfen, wird das Hertie AI insbesondere methodische Innovationen vorantreiben, die jene besonderen Anforderungen erfüllen, die an klinisch eingesetzte KI-Methoden gestellt werden: Genauigkeit, Robustheit und Nachvollziehbarkeit.</p><p>Gründungsdirektor Prof. Dr. Philipp Berens, Professor im Bereich <span lang="en" dir="ltr">Data Science</span> an der Universität Tübingen und Sprecher des Exzellenzclusters „Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft“ forscht seit 15 Jahren auf dem Gebiet: „Mit dem neuen Institut können wir, ausgehend von der methodischen Grundlagenforschung, die translationale Pipeline bis hin zur klinischen Umsetzung abdecken“, erklärt er. „Das ermöglicht uns, die Investitionen in den KI Standort Tübingen sowohl für die Neuromedizin als auch für die Patientinnen und Patienten nutzbar zu machen – in Zusammenarbeit mit unseren klinischen Partnern in der Neurologie und Augenheilkunde.“&nbsp;</p><p>Die Hertie-Stiftung finanziert das gemeinsame Projekt mit der Universität Tübingen mit 10 Millionen Euro für zunächst fünf Jahre. Unter ihrem Leitthema „Gehirn erforschen“ investiert die Stiftung damit nach der erfolgreichen Gründung des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung (HIH) im Jahr 2001 in ein neues zukunftsweisendes Großprojekt in Tübingen. &nbsp;</p><p>Frank-J. Weise, Vorstandsvorsitzender der Hertie-Stiftung erläutert: „Die Förderung der Neurowissenschaften ist ein Kernthema der Hertie-Stiftung. Ich bin davon überzeugt, dass künstliche Intelligenz eine Schlüsselrolle für die Wissenschaft spielen wird und freue mich deshalb sehr, dass wir ein weiteres zukunftsweisendes Institut für die Weiterentwicklung der Neuromedizin gemeinsam mit der Universität Tübingen auf den Weg bringen können. Das ebenfalls gemeinsam gegründete Hertie-Institut für klinische Hirnforschung mit Förderung vom Land Baden-Württemberg zeigt eindrucksvoll, was eine gute <span lang="en" dir="ltr">Public-Private Partnership</span> bewirken kann.“</p><p>Die Rektorin der Universität Tübingen, Prof. Dr. Karla Pollmann, dankte der Hertie-Stiftung für ihr nachhaltiges Engagement für den Forschungsstandort Tübingen: „Die Tatsache, dass wir Tübingen in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach auf hoch-innovativen und sich dynamisch entwickelnden Forschungsfeldern wie den Neurowissenschaften oder der künstlichen Intelligenz etablieren konnten, haben wir ganz wesentlich der Unterstützung von Einrichtungen wie der Hertie-Stiftung zu verdanken.“ Ein solches Engagement privater Geldgeber sei zentral dabei, im Wettbewerb um die besten Köpfe weltweit erfolgreich zu sein und – im Verein mit Bund und Land – gute Bedingungen für Spitzenforschung zu schaffen.</p><p>„Das <span lang="en" dir="ltr">Hertie Institute for Artificial Intelligence in Brain Health</span> ist ein bedeutender Meilenstein auf dem Weg hin zu einer Medizin 4.0. Mit der Digitalisierung der medizinischen Forschung und Krankenversorgung werden wir zukünftig richtungsweisende Fortschritte erzielen. So kann uns die künstliche Intelligenz dazu verhelfen, den gigantischen Datenmengen Herr zu werden, die etwa beim Einsatz modernster medizinischer Diagnoseverfahren entstehen. Umso erfreulicher ist es, dass das Hertie AI an der Medizinischen Fakultät Tübingen angesiedelt ist“, betont Prof. Dr. Bernd Pichler, Dekan der Medizinischen Fakultät Tübingen.</p><p>Das Hertie AI ist ein neuer Pfeiler in dem europaweit einzigartigen Netzwerk aus Forschungsinitiativen in den Neurowissenschaften und der künstlichen Intelligenz am Wissenschaftsstandort Tübingen und wird in das <span lang="en" dir="ltr">Cyber Valley</span> Ökosystem eingebettet.</p><ul><li><a href="https://hertie.ai/" target="_blank" rel="noreferrer">Homepage Hertie AI</a></li></ul><p><br><em><strong>Über die Gemeinnützige Hertie-Stiftung</strong><br> Die Arbeit der Hertie-Stiftung konzentriert sich auf zwei Leitthemen: Gehirn erforschen und Demokratie stärken. Die Projekte der Stiftung setzen modellhafte Impulse innerhalb dieser Themen. Im Fokus stehen dabei immer der Mensch und die konkrete Verbesserung seiner Lebensbedingungen. Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung wurde 1974 von den Erben des Kaufhausinhabers Georg Karg ins Leben gerufen und ist heute eine der größten weltanschaulich unabhängigen und unternehmerisch ungebundenen Stiftungen in Deutschland. Der Name „Hertie“ geht zurück auf Hermann Tietz, Mitbegründer des gleichnamigen Warenhauskonzerns zum Ende des 19. Jahrhunderts.<br><a href="http://www.ghst.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.ghst.de</a></em></p><p><em><strong>Über die Medizinische Fakultät an der Universität Tübingen</strong><br> Die Medizinische Fakultät als enger Partner des Universitätsklinikums Tübingen ist mit über 1.000 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Fakultät der Universität Tübingen und Ausbildungs- und Forschungsstätte auf höchstem Niveau. Zusammen mit der Theologischen, der Juristischen und der Artistischen (später Philosophischen) Fakultät gehört sie zu den vier "Gründungsfakultäten" der Universität aus dem Jahre 1477.<br><a href="http://www.uni-tuebingen.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de</a></em></p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-89518</guid><pubDate>Thu, 02 Feb 2023 16:27:55 +0100</pubDate><title>Krebsforschung auf Augenhöhe</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=89518&amp;cHash=cc43dc1f7f24416a0b0947c0b8dea1ba</link><description>Tübingen, Stuttgart und Ulm als gemeinsamer Standort des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) bestätigt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die onkologischen Spitzenzentren Tübingen-Stuttgart (CCC-TS) und Ulm (CCCU) sind in ihrer Funktion als gemeinsamer Standort „NCT-SüdWest“ des erweiterten Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) bestätigt worden. Die Entscheidung wurde im Rahmen einer Veranstaltung der Nationalen Dekade gegen Krebs von Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger verkündet. Das erweiterte, aus sechs Standorten bestehende NCT soll im Endausbau mit jährlich 98 Millionen Euro gefördert werden. Dies ist die größte finanzielle Netzwerk-Förderung für die nationale Krebsforschung in der Geschichte der Bundesrepublik.</p><p>Der Bestätigung vorausgegangen war eine zweijährige Strategiephase, in der die neu ausgewählten NCT Standorte ein Strategiekonzept erarbeiten und präsentieren mussten. Mit Erfolg, wie nun das NCT-SüdWest mit seinem Hauptstandort Tübingen beweist: „Die Entscheidung seitens des Internationalen Gutachtergremiums und des BMBF erfüllt uns mit Stolz und bestätigt uns in unserem gemeinsamen Ziel, die klinische Krebsforschung auf ein neues Level zu bringen,“ betont Prof. Dr. Lars Zender, Koordinator des NCT-SüdWest und Ärztlicher Direktor der Medizinischen Onkologie und Pneumologie am Universitätsklinikum Tübingen.</p><p>Übergeordnetes Ziel des erweiterten NCTs und damit aller Standorte ist es, die klinische Krebsforschung in Deutschland zu unterstützen und mehr Patientinnen und Patienten schnelleren Zugang zu neuen innovativen Krebstherapien zu ermöglichen. Dazu soll die Zahl der klinischen Studien in der Onkologie deutlich gesteigert werden. Insbesondere soll durch die finanzielle Unterstützung erreicht werden, dass an den Universitätsklinika und Onkologischen Spitzenzentren selbst entwickelte Therapiekonzepte in die Phasen der klinischen Testung überführt werden können. Das erweiterte NCT ist eine langfristig angelegte Kooperation zwischen dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), exzellenten Partnern in der Universitätsmedizin und weiteren herausragenden Forschungspartnern an verschiedenen Standorten in Deutschland.</p><p>Eine große Rolle wird dabei das Konzept des „Patienten als Forschungspartner“ spielen. „Die Patientenbeteiligung in der klinischen Forschung ist ein entscheidender Faktor und ist in dieser Art und Weise ein Novum in der deutschen Krebsforschung“, erläutert Prof. Dr. Hartmut Döhner, Koordinator des Partnerstandortes Ulm und Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III am Universitätsklinikum Ulm. An jedem NCT-Standort wird es regionale NCT Patienten-Räte geben, mit einem übergeordneten „Nationalen NCT Patienten-Forschungsrat“ in enger Kooperation mit der Patienten-Experten-Akademie (PEAK). Patientinnen und Patienten werden also von Anfang an auf Augenhöhe in die klinische Forschung integriert. So waren bereits in der Konzeptionsphase für das erweiterte NCT Patienten-Vertreter am Aufbau zukünftiger Strukturen beteiligt.</p><p>„Krebsforschung zusammen mit Patientinnen und Patienten zu denken ist ein weiterer entscheidender Schritt hin zu unserem gemeinsamen Ziel, die Prognose und dadurch die Lebensqualität von Krebspatientinnen und -patienten zu verbessern“, meint Prof. Dr. Matthias Schwab, Koordinator des Partnerstandortes Stuttgart und Leiter des Dr. Margarete Fischer-Bosch-Instituts für Klinische Pharmakologie (IKP) am Bosch Health Campus (BHC), der auch das Robert-Bosch-Krankenhaus und das Robert Bosch Centrum für Tumorerkrankung einschließt. Neben der Einbringung einer breiten pharmakologischen Expertise wird der Standort Stuttgart das NCT-SüdWest auch durch die Rekrutierung von Krebspatientinnen und -patienten aus der Metropolregion Stuttgart unterstützen.</p><p>Das NCT-SüdWest nimmt in Deutschland eine Vorreiterrolle im Bereich akademisch entwickelter neuer zielgerichteter molekularer Therapien ein. Neue Therapeutika, welche im akademischen Wirkstoffzentrum TüCAD2 (Tübingen Centre for Academic Drug Discovery and Development) entwickelt wurden sollen nun im Rahmen des NCT, zusammen mit neuen Bildgebungsverfahren und neuen Immuntherapien in die Phase der klinischen Testung überführt werden.</p><p>Mit dem Hauptstandort Tübingen verfügt der zukünftige Partnerstandort NCT-SüdWest über ein hervorragendes Umfeld im Bereich der klinischen Krebsforschung. Davon zeugen der Status als renommierte Exzellenzuniversität, das international angesehene Universitätsklinikum und der einzige deutsche Exzellenzcluster in der Krebsforschung, iFIT. Hinzu kommt die langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit der beiden Onkologischen Spitzenzentren Tübingen-Stuttgart und Ulm bei der gemeinsamen Durchführung klinischer Studien und bei der Etablierung des Netzwerks der Zentren für Personalisierte Medizin.</p><p class="align-right"><em>Pressemitteilung des Universitätsklinikums Tübingen</em></p><p class="align-right">&nbsp;</p><p>Weitere Pressemitteilungen:</p><ul><li><a href="https://www.bmbf.de/bmbf/de/forschung/gesundheit/FutureXChange.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Bundesministerium für Bildung und Forschung</a></li><li><a href="https://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/startschuss-fuer-das-nationale-centrum-fuer-tumorerkrankungen-suedwest" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg</a></li></ul><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-89470</guid><pubDate>Wed, 01 Feb 2023 17:00:00 +0100</pubDate><title>Die Chemie der Mumifizierung: Spuren einer globalen Vernetzung</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=89470&amp;cHash=ae5d9614d2604ad7c2419279f0762c62</link><description>Internationales Forschungsteam entschlüsselt altägyptische Balsamierung: Gefäße aus einer Mumifizierungswerkstatt in Sakkara erlauben neue Einblicke, welche chemischen Substanzen zur Konservierung menschlicher Körper eingesetzt wurden</description><content:encoded><![CDATA[<ul><li>Ein Forschungsteam der LMU München und der Universität Tübingen gewann über Rückstandsanalysen an Gefäßen einer Mumifizierungswerkstatt neue Erkenntnisse, wie die alten Ägypter die Körper der Verstorbenen einbalsamierten</li><li>Die Archäologen konnten bestimmen, welche Substanzen für welches Körperteil verwendet wurden</li><li>Einige Substanzen stammten nicht aus Ägypten, sondern aus dem gesamten Mittelmeerraum, tropischen Regenwäldern und sogar Südostasien – ein Beleg für eine frühe, globale Vernetzung</li></ul><p>Vor genau 100 Jahren wurde das Grab des Tut-anch-Amun mit seiner weltberühmten Mumie entdeckt. Zwar haben Forscherinnen und Forscher seitdem zahlreiche Erkenntnisse darüber erlangt, wie die alten Ägypter die Leichname für die Mumifizierung vorbereitet haben. Doch wie sie letztlich die Körper der Verstorbenen durch Einbalsamierung unsterblich gemacht haben, ist bislang nur unzureichend bekannt. Einem deutsch-ägyptischen Forscherteam ist es nun gelungen, ganz neue Erkenntnisse über die Chemie der Balsamierung zu gewinnen. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin <em>Nature </em>veröffentlicht.</p><p>Ein Forschungsteam der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und der Universität Tübingen hat zusammen mit dem <span lang="en" dir="ltr">National Research Center</span> in Kairo chemische Rückstände an Gefäßen aus einer erst im Jahr 2016 entdeckten Balsamierungswerkstatt in Sakkara unweit der Unaspyramide analysiert. „Wir konnten alle naturwissenschaftlichen Analysen in Ägypten selbst durchführen“, sagt LMU-Archäologe Philipp Stockhammer und Maxime Rageot von der Universität Tübingen ergänzt: „Das verdanken wir Ramadan Hussein, dem Entdecker und Leiter der Ausgrabung des DFG Saqqara Saite Tombs Projects, der leider im Frühjahr unerwartet verstorben ist.“</p><p>In der neu entdeckten Werkstatt mumifizierten im 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. Fachleute die Toten. Für die Ägyptologen war es ein Glücksfall, dass zahlreiche Gefäße, die die Handwerker damals verwendet hatten, noch geborgen werden konnten. Und: Die Gefäße waren mit Inhaltsangaben beschriftet, manche sogar mit Handlungsanweisungen. „Namentlich sind viele dieser Balsamierungsstoffe seit der Entzifferung der altägyptischen Schrift bekannt“, so die Leiterin der Ausgrabung, Susanne Beck von der Universität Tübingen, „aber welche Substanz sich hinter einem Namen verbarg, konnten wir bislang nur erahnen.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-89332</guid><pubDate>Mon, 30 Jan 2023 11:29:37 +0100</pubDate><title>Mutige Theorien und viel Kleinarbeit</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=89332&amp;cHash=3487a089b76c44e66cb38e670cf42183</link><description>Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie zeichnet Archäologin Briana Doering aus: Neue These zur Migration indigener Völker in Alaska bewiesen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie geht in diesem Jahr an Briana N. Doering, Juniorprofessorin an der Universität Wyoming, USA. Die Wissenschaftlerin wird für ihre Dissertation „Evaluating the Social and Environmental Processes of the Athabascan Migration“ ausgezeichnet. In dieser erforscht sie die Migration der indigenen Dene/Athabascan: Vor etwa 1500 Jahren hatten diese ihre Heimat in Alaska und Yukon verlassen und waren in den amerikanischen Südwesten ausgewandert. Briana Doering stellte eine neue These zu den Ursachen auf und bewies diese in gründlicher Kleinarbeit und unter der Anwendung verschiedener Methoden.</p><p>Briana N. Doering studierte am Barnard College der Columbia Universität (New York) den Bachelor Anthropologie und absolvierte an der Universität Michigan (Ann Arbor) den Master „Anthropologische Archäologie“. Dort schloss sie 2020 ihre Promotion ab und ist seitdem als Juniorprofessorin in der Abteilung Anthropologie an der Universität Wyoming tätig. Sie forscht in Alaska unter anderem an Fragen zu Migration, indigener Archäologie, Mensch-Tier-Beziehungen, räumlicher Organisation, Resilienz und Anpassung.</p><p>In ihrer Dissertation stellt die Archäologin eine neue These zur Migration der indigenen Dene/Athabascan auf, die durch archäologische, sprachliche, genetische und mündlich überlieferte Daten belegt ist. Lange war die gängige Meinung, diese Sprachgruppe hätten wegen eines Vulkanausbruchs ihre Heimat verlassen. Doering stellt in Frage, dass hier ein plötzliches dramatisches Umweltereignis zugrunde lag. Stattdessen ging sie von einem allmählichen Prozess aus, der durch soziale Faktoren ausgelöst wurde: eine wachsende Bevölkerung und eine Reorganisation von Gruppen im Zusammenhang mit der Verwandtschaftsstruktur.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-89305</guid><pubDate>Fri, 27 Jan 2023 15:22:36 +0100</pubDate><title>Universitäten von Nottingham und Tübingen schließen strategische Partnerschaft</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=89305&amp;cHash=0047bc335152d7b9a67b2e67dfd9895c</link><description>Investitionen in gemeinsame Spitzenforschung und erlassene Studiengebühren für Masterstudiengänge vereinbart</description><content:encoded><![CDATA[<p>Eine Delegation aus Nottingham unter der Leitung von Rektorin und Präsidentin Professor Shearer West war am Donnerstag an der Universität Tübingen zu Besuch und hat eine strategische Partnerschaft unterzeichnet. Die Vereinbarung sieht in den kommenden Jahren gemeinsame Investitionen in Forschung, Lehre und Innovation vor.&nbsp;</p><p>"Grundlage unserer vertieften Zusammenarbeit sind gemeinsame Forschungsprojekte, Masterstudiengänge, Postdoc-Programme und Stipendien für Promovierende und Studierende“, sagte Professorin West. „Die Universität Nottingham investiert deshalb weitere 320.000 Pfund in diese Partnerschaft.“ Das sind umgerechnet etwas über 360.000 Euro.</p><p>Die beiden Universitäten einigten sich auf eine Anschubfinanzierung und gemeinsam getragene Stipendien, für die Tübingen die von Nottingham vorgesehenen Mittel matcht.&nbsp;</p><p>„Die britischen Universitäten sind heute und in Zukunft eine unverzichtbare Säule der europäischen Forschung. Für die Universität Tübingen ist es von großer Bedeutung, die traditionell hervorragenden Beziehungen zu britischen Wissenschaftseinrichtungen zu pflegen und zu stärken“, sagte Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. Dies komme nicht nur den Studierenden und Forschenden in Nottingham und Tübingen zugute, sondern auch der Gesellschaft und Wirtschaft in Deutschland und Großbritannien insgesamt.</p><p>In der Lehre kooperieren die beiden Universitäten bereits seit 2017. Mittlerweile gibt es drei gemeinsame Masterstudiengänge in den Wirtschaftswissenschaften: Master in Economics, European Management und European Economics. Studierende absolvieren zwei Semester in Tübingen und zwei Semester in Nottingham. Die Studiengebühren der Universität Nottingham werden dabei erlassen. &nbsp;</p><p>Auftakt zu der strategischen Partnerschaft zwischen beiden Universitäten auch in der Forschung war ein Workshop im Mai 2020. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beider Institutionen identifizierten Themen, bei denen eine Zusammenarbeit zu besonderen Synergien führen kann. Dazu gehören die Bereiche Quantenphysik, Mathematik und die Erforschung von Gravitationswellen, Molekularbiologie, bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie, Ernährungssicherheit und Agrarwirtschaft, Geistes- und Sozialwissenschaften.&nbsp;</p><p>"Seit der Investition in die Partnerschaft durch zweckgebundene Ressourcen ist der Output unserer gemeinsamen Forschung von 2019 bis 2021 um 220 Prozent gestiegen. Dieser Trend wird sich nun fortsetzen", sagte Professorin West.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-89290</guid><pubDate>Fri, 27 Jan 2023 09:15:44 +0100</pubDate><title>Leibniz Kolleg der Universität Tübingen wird 75 Jahre</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=89290&amp;cHash=3b15a218b49282aa6793837233ff1c4e</link><description>Auftakt der Hannah Arendt-Lecture: Jüdisch-deutsche Philosophin ist Namensgeberin der jährlichen Vorlesungsreihe – Livestream für die Öffentlichkeit</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Leibniz Kolleg der Universität Tübingen feiert 75-jähriges Jubiläum: 1948 gegründet, absolvieren hier jährlich Studierende ein interdisziplinäres Orientierungsstudium. Anlässlich des Jahrestags findet erstmals die Tübinger Hannah Arendt-Lecture statt, die künftig jährlich vom Leibniz Kolleg ausgerichtet wird. Sie erinnert an die deutsch-jüdische Philosophin und an ihre Vorträge über Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft am Leibniz Kolleg in den 1950er Jahren.</p><p>Zur ersten Hannah Arendt-Lecture und Feier des 75. Jubiläums sind Medienvertreterinnen und -vertreter herzlich eingeladen:</p><p>Am Sonntag, 5. Februar 2023, um 13:00 Uhr im Audimax der Universität (Neue Aula, Geschwister Scholl-Platz). Wir bitten um Anmeldung unter&nbsp;<a href="#" data-mailto-token="ocknvq,xgtcpuvcnvwpiBngkdpkb/mqnngi0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">veranstaltung<span style="display:none">spam prevention</span>@leibniz-kolleg.uni-tuebingen.de</a></p><p>Da nur noch wenige Plätze frei sind, wird die Veranstaltung zudem für die interessierte Öffentlichkeit im Livestream übertragen unter&nbsp;<a href="https://youtu.be/tCSOTc_HbkQ" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://youtu.be/tCSOTc_HbkQ</a></p><p>Es sprechen Rektorin Professorin Karla Pollmann; Professor Jan Born, Sprecher des Wissenschaftlichen Beirats, und Ursula Konnertz, wissenschaftliche Leiterin des Leibniz Kollegs. Den Festvortrag „Die Last unserer Zeit – Hannah Arendt über Totalitarismus“ hält Professorin Barbara Hahn aus Vanderbilt.</p><p><strong>Das Leibniz Kolleg – „Demokratie durch Bildung“</strong><br> Kernkonzept des Leibniz Kollegs war seit Gründung im Februar 1948 „Demokratie durch Bildung“. Das Kollegienhaus sollte damals jungen Deutschen ein demokratisches Verständnis vermitteln und in den Kriegsjahren Orientierung und Handwerkszeug für Studienwahl und Studienalltag bieten. „Beide Bildungsziele sind heute, mehr als siebzig Jahre später, aktueller denn je“, sagt Ursula Konnertz, wissenschaftliche Leiterin des Kollegs.</p><p>Seit 2016 ist es wieder Teil der Universität Tübingen: Der Studiengang Leibniz Kolleg, in den die Kollegiatinnen und Kollegiaten eingeschrieben sind, ist ein Studienvorbereitungsjahr, das wie ein erstes Collegejahr organisiert ist. Zurzeit absolvieren hier 53 Studierende ein Studium generale, das inhaltlich den historisch gewachsenen Schwerpunkt auf Bildung für Verantwortung, Demokratie, kritisches Denken und Nachhaltigkeit legt. Eng damit verbunden ist ein Studium sociale, ein selbstverwaltetes Zusammenleben und engagiertes Zusammenarbeiten auf der Basis von gegenseitigem Respekt und Solidarität in einem gemeinsamen Haus. Dies ermöglicht jungen Menschen eine persönliche Entwicklung in einer entscheidenden Übergangsphase ihres Bildungs- und Lebensweges.</p><p>In zwei Semestern lernen sie Wissenschaft in ihrer disziplinären Vielfalt kennen und machen sich mit Arbeitsweisen unterschiedlicher Fachdisziplinen vertraut. Die gemeinsame Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Themen in Projektseminaren und im geteilten Alltag, ermöglichen, herauszufinden, wo die eigenen Interessen und Stärken liegen. Zudem geht es im Kollegsjahr auch darum, die fachliche und interdisziplinäre Arbeit gemeinschaftlich und nicht in Konkurrenz zu verwirklichen. Es gilt, Konflikte auszutragen und gemeinsam zu lösen, ein Studium und ein Leben zu planen, in dem es nicht nur um die eigene Karriere geht, sondern darum, Zukunft, Umwelt und Gesellschaft verantwortlich und kreativ mit zu gestalten. So übernehmen die Kollegiatinnen und Kollegiaten auch in der Stadtgesellschaft Verantwortung: sie arbeiten in einem Kooperationsprojekt mit einer Grundschule ehrenamtlich mit Kindern, die Interesse und Unterstützung brauchen.</p><p>➢<a href="https://uni-tuebingen.de/de/89471" target="_blank" class="internal-link"> Webseite des Leibniz Kollegs</a></p><p><strong>Hannah Arendt-Lecture</strong><br> Die Tübinger Hannah Arendt-Lecture findet 2023 zum ersten Mal anlässlich des 75. Jahrestages der Gründung des Leibniz Kollegs an der Universität Tübingen statt. Sie erinnert an die deutsch-jüdische Philosophin, die durch den Nationalsozialismus zur Emigration gezwungen wurde, und an ihre Vorträge über Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft am Leibniz Kolleg in den 1950er Jahren. Damit wird auch die in der Gründung durch Carlo Schmid und Romano Guardini in das Programm eingeschriebene zentrale Aufgabe des Leibniz Kollegs aufgenommen: Die Förderung demokratischer, politischer und sozialer Verantwortung der Studierenden nach der tiefen Verstrickung der Universitäten und der Wissenschaften in den Nationalsozialismus. In der Vorlesung geht es nicht um eine philologische Ausdeutung des Werks von Hannah Arendt, sondern darum, ihr einflussreiches Denken als Philosophin und politische Theoretikerin einem breiteren Publikum näher zu bringen. Die Lecture soll ebenso Arendts Einfluss auf die heutige Theoriebildung in den Geistes- und Sozialwissenschaften fördern und die Spuren ihres Denkens und die kritische interdisziplinäre Auseinandersetzung mit ihr in den aktuellen Strömungen der Philosophie, der Literatur-, Kunst- und Sozialwissenschaften, der Genderforschung sichtbar machen.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-88480</guid><pubDate>Mon, 09 Jan 2023 15:37:30 +0100</pubDate><title>Astronomen entdecken acht superheiße Sterne</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=88480&amp;cHash=bb746b7d26ef4d96dbe503fee74cab41</link><description>Forscher der Universität Tübingen beteiligt an der Untersuchung hochbetagter seltener Himmelsobjekte am Ende ihres Lebenszyklus</description><content:encoded><![CDATA[<p>Mithilfe des größten Einzelteleskops auf der Südhalbkugel, dem SALT in Südafrika, hat ein internationales Team von Astronomen acht der heißesten Sterne im Universum entdeckt. Ihre Oberflächentemperatur liegt bei mehr als 100.000 Grad – die Oberfläche der Sonne erreicht lediglich 5.800 Grad. Die Entdeckungen entsprangen einem Forschungsprojekt unter der Leitung von Professor Simon Jeffrey vom Armagh-Observatorium in Nordirland, an dem Professor Klaus Werner vom Institut für Astronomie und Astrophysik der Universität Tübingen beteiligt ist. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift <span lang="en" dir="ltr"><em>Monthly Notices of the Royal Astronomical Society</em></span> veröffentlicht.</p><p>Das Southern African Large Telescope (SALT) befindet sich rund 400 Kilometer nordöstlich von Kapstadt. Die Forscher untersuchten Daten, die mithilfe dieses Teleskops bei der Durchmusterung heliumreicher heißer Unterzwerge gewonnen wurden. Als Unterzwerge werden in der Astronomie Sterne bezeichnet, die sich zu Weißen Zwergen weiterentwickeln. „Weiße Zwerge sind ungefähr so groß wie die Erde, allerdings eine Million Mal massereicher. Sie sind die dichtesten existierenden Sterne, die aus normaler Materie bestehen. Ihre direkten Vorläufer, die heißen Unterzwerge, sind noch etwas größer. Sie ziehen sich zusammen und werden innerhalb weniger Tausend Jahre Weiße Zwerge“, erklärt Klaus Werner. „Sowohl die heißen Unterzwerge als auch die Weißen Zwerge können eine hohe Oberflächentemperatur haben. Von den acht superheißen Sternen, die wir entdeckt haben, war der heißeste ein Weißer Zwerg mit einer Oberflächentemperatur von 180.000 Grad.“</p><p><strong>Bisher unbekannter planetarischer Nebel</strong><br> Jeder der neuentdeckten Sterne sei mehr als einhundertmal heller als die Sonne, so Werner. Allerdings befänden sie sich – anders als die nur etwas mehr als acht Lichtminuten entfernte Sonne – zwischen 1.500 und 22.000 Lichtjahre fern der Erde und könnten daher nicht mit bloßem Auge gesehen werden. Einer der aufgefundenen Sterne ist der Zentralstern eines neu entdeckten planetarischen Nebels, der einen Durchmesser von einem Lichtjahr hat. Zwei der anderen Objekte sind oszillierende Sterne. „All diese Sterne befinden sich in einem weit fortgeschrittenen Stadium ihres Lebenszyklus und nähern sich dem Sterben als Weiße Zwerge“, sagt Werner und fügt hinzu: „Ich bin stolz darauf, diese bahnbrechende Forschung mit auf den Weg gebracht zu haben. Die Ergebnisse könnten auch ein neues Licht auf die Entstehung unserer Galaxie werfen.“</p><p>Der Mitautor der Studie Dr. Itumeleng Monageng von der <span lang="en" dir="ltr">University of Cape Town</span> und dem <span lang="en" dir="ltr">South African Astronomical Observatory</span>, dem Betreiber des SALT-Teleskops, sagt: „Die SALT-Durchmusterung heliumreicher heißer Unterzwerge hatte den Zweck, die Entwicklungswege unterschiedlicher Sterntypen in ihren späten Stadien zu erforschen. Die Entdeckung extrem heißer Sterne hat uns überrascht.“ Simon Jeffery erklärt, dass Sterne mit Temperaturen von 100.000 Grad oder mehr außerordentlich selten sind. „Überraschend war auch, dass bei unserer Himmelsdurchmusterung gleich so viele solcher Objekte gefunden wurden. Diese Entdeckungen werden hilfreich sein, um die Spätphasen der Sternentwicklung besser zu verstehen. Sie demonstrieren auch, dass SALT ein großartiges Teleskop für unser Projekt ist.“</p><p><strong>Publikation:</strong><br> S. Jeffery, K. Werner, D. Kilkenny, B. Miszalski, I. Monageng, E.J. Snowdon: <span lang="en" dir="ltr">Hot White Dwarfs and Pre-White Dwarfs discovered with SALT.</span><span lang="en" dir="ltr"><em>Monthly Notices of the Royal Astronomical Society</em></span>, <a href="https://doi.org/10.1093/mnras/stac3531" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1093/mnras/stac3531</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-88183</guid><pubDate>Wed, 21 Dec 2022 09:33:48 +0100</pubDate><title>Gleichstellung von Frauen begünstigt Wirtschaftswachstum</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=88183&amp;cHash=35b36fab53d5add7e228dc5225f2b8c7</link><description>Forscherteam untersucht 27 Länder in Europa seit Ende des Mittelalters ‒ Fähigkeit im Umgang mit Zahlen entscheidend für wirtschaftliche Entwicklung</description><content:encoded><![CDATA[<p>In Ländern und Regionen Europas, in denen Frauen spät heirateten, hat sich die Wirtschaft in den vergangenen 500 Jahren besser entwickelt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Wirtschaftshistorikerin Alexandra de Pleijt von der Universität Wageningen in den Niederlanden und des Wirtschaftshistorikers Jörg Baten von der Universität Tübingen. Die Studie wurde im Fachjournal <span lang="en" dir="ltr"><em>World Development</em></span> veröffentlicht.&nbsp;</p><p>„Eine frühe Hochzeit verkürzte die Zeit, in der junge Frauen einer Tätigkeit auf dem Hof oder dem Arbeitsmarkt nachgehen konnten. Nach der Hochzeit blieben die Frauen dann auf das Leben im Haushalt beschränkt“, erklärte Jörg Baten, Professor für Wirtschaftsgeschichte an der <span lang="en" dir="ltr">School of Business and Economics</span> in Tübingen. Das Heiratsalter gilt Ökonomen deshalb als ein Maß für die Gleichstellung zwischen den Geschlechtern.&nbsp;</p><p>Das Forscherteam konnte nun erstmals nachweisen, dass Frauen durch eine längere Eigenständigkeit „numerische Fähigkeiten“ besser ausprägten. „Numerische Fähigkeiten“ bezeichnen den Umgang mit Zahlen, Proportionen und Wahrscheinlichkeiten. Sie können auch ohne formale Schulbildung erworben werden und gelten Wirtschaftshistorikern als wichtige Voraussetzung für die ökonomische Entwicklung einer Gesellschaft.&nbsp;</p><p>Baten und de Pleijt werteten Volkszählungen und Aufzeichnungen von „Hexenprozessen“ aus 27 Ländern und 153 Regionen in Europa vom 16. Jahrhundert bis zum Ende des 19. Jahrhundert aus. Rundeten Frauen bei Befragungen und Verhören ihr Alter auf Zehner- oder Fünferschritte auf oder ab, fehlte ihnen oft eine präzise Zahlenvorstellung. In Regionen, in denen früh geheiratet wurde, rundeten Frauen besonders häufig ihr Lebensalter.&nbsp;</p><p>Danach setzten Baten und de Pleijt das durchschnittliche Heiratsalter mit den numerischen Fähigkeiten in Beziehung. Im Alpenraum und in Mittel- und Nordeuropa heirateten Frauen zwischen 1500 und 1900 erst mit Mitte zwanzig und gaben deutlich häufiger ihr Lebensalter präzise an. In Ost- und Südosteuropa heirateten Frauen im selben Zeitraum im Schnitt vor ihrem zwanzigsten Lebensjahr und rundeten häufiger auf oder ab – sie hatten also nicht dieselben numerischen Fähigkeiten erlernt.</p><p>„Die wirtschaftliche Entwicklung war in Regionen besser, in denen Frauen spät heirateten und numerische Fähigkeiten besser ausprägen konnten. Genau dort fand im 19. Jahrhundert auch die industrielle Revolution statt“, so Alexandra de Pleijt, Forscherin an der Abteilung <span lang="en" dir="ltr">Economic and Environmental History</span> der Universität Wageningen. Die Zusammenhänge zeigten sich in der statistischen Auswertung sowohl zwischen Regionen und Ländern, als auch über die Jahrhunderte hinweg.&nbsp;</p><p>Der Einfluss der Frauen wird verständlicher, wenn ihre Rolle bei der Erziehung und Bildung ihrer Kinder berücksichtigt wird. „Wenn Mütter selbst über numerische Fähigkeiten verfügten, konnten sie ihre Söhne und Töchter zum Erlernen dieser Fähigkeiten anregen und so die gesamte wirtschaftliche Entwicklung beeinflussen“, so de Pleijt.</p><p>Ein Grund für die kulturellen Unterschiede, was das Heiratsalter betrifft, sieht das Forscherteam in der Vieh- und Mildwirtschaft im Alpenraum und in Mittel- und Nordeuropa: Für das Melken und Füttern der Kühe sei nicht so viel Muskelkraft erforderlich wie für das Pflüge von Äckern und die Ernte von Korn. „Frauen haben deshalb in bäuerlichen Gesellschaften, die stärker auf Vieh- und Milchwirtschaft basieren, eine wichtigere Rolle in den Arbeitsprozessen und mussten erst später heiraten“, erklärte Baten.&nbsp;</p><p>Das Autoren-Team zieht Parallelen aus der historischen Untersuchung zur heutigen Entwicklung in manchen Weltgegenden. In Regionen mit geringer Gleichstellung der Geschlechter, wie zum Beispiel Süd- und Zentralasien, entwickelten sich die numerischen Fähigkeiten ebenfalls langsamer – und entsprechend langsamer wuchs die Wirtschaft.</p><h3>Publikation:</h3><p>Joerg Baten, Alexandra M. de Pleijt, „<span lang="en" dir="ltr">Female autonomy generated successful long-term human capital development: Evidence from 16th to 19th century Europa, World Development, October</span> 2022.&nbsp;<a href="https://doi.org/10.1016/j.worlddev.2022.105999" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.worlddev.2022.105999</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-88057</guid><pubDate>Fri, 16 Dec 2022 12:00:00 +0100</pubDate><title>„Eine komplizierte Rede in komplizierten Zeiten“</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=88057&amp;cHash=bb85eba0d97475c4710b5d97ce02a258</link><description>Seminar für Allgemeine Rhetorik zeichnet Luisa Neubauer für „Rede des Jahres 2022“ aus</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Jury des Seminars für Allgemeine Rhetorik an der Universität Tübingen verleiht Luisa Neubauer die Auszeichnung „Rede des Jahres 2022“ für ihre Ansprache auf dem Parteitag der Grünen am 16. Oktober 2022. Ihre Rede ist ein aufrüttelndes Plädoyer für eine wirkungsvolle Klimapolitik und ein eindringlicher Aufruf der jungen Generation für Gerechtigkeit und Solidarität in Anbetracht des Klimawandels.&nbsp;</p><p>Auf dem Parteitag der Grünen stand Neubauer, selbst Grünen-Mitglied und Klimaaktivistin bei Fridays for Future, vor einer großen situativen und persönlichen Herausforderung. Während der politische Alltag von Ukrainekrieg, Corona-Folgen und wirtschaftlichen Problemen geprägt ist und die Grünen-Partei vor einer Zerreißprobe steht, will Neubauer energisch auf die Schattenseiten der realpolitischen Lösungsansätze hinweisen. Pointiert fasst sie die Ausgangslage zusammen: „Eine komplizierte Rede in komplizierten Zeiten.</p><p>Mit großem Engagement und kraftvoller Rhetorik tritt Neubauer für ihre Sache ein, ihre Betroffenheit und Sorge sind in jedem Satz der Rede zu spüren – und manches Mal auch in ihrer betroffenen, mitunter wütenden Stimme zu hören. Feinfühlig und dennoch bestimmt erinnert sie an die Werte und Ziele der Grünen und der Klimabewegung in Zeiten wachsenden Handlungsdrucks und einer von Kompromissen gezeichneten Realpolitik. Mit rhetorischen Fragen wendet sich Neubauer gegen eine aus ihrer Warte als Klimaaktivistin falsch verstandene Realpolitik: „Ich frage euch: Was ist denn Realpolitik in der Klimakatastrophe? Scholz und Lindner, sie sind nicht die Realität; Friedrich Merz und sein Klima-Populismus ist es auch nicht.“&nbsp;</p><p>Wer Neubauers Auftritte von den Demonstrationen mit Fridays for Future kennt, erlebt hier eine ganz andere Rednerin. Dort wie hier passt sie sich gekonnt dem Publikum an. Die Jugendsprache weicht der beißenden Ironie, der melodische Vortrag – fast einem Rap vergleichbar – wird durch antithetische Perioden ersetzt. Ein genau kalkulierter und argumentativ starker Auftritt, bei dem die Rednerin sich heiklen Fragen und Problemen stellt, statt ihnen auszuweichen. Wiederholungen und Antithesen nutzt sie, um Verständnis und Unverständnis gleichermaßen auszudrücken und den Widerspruch zu einem Kernelement der Rede werden zu lassen: „Ich verstehe, dass ihr die Misere der anderen ausbadet, ich verstehe, dass der Weg aus den Fossilen nach dem 24. Februar diesen Jahres ein anderer sein muss als davor. Was ich aber nicht verstehe, ist, dass dieser provisorische Weg für Jahrzehnte zementiert wird, dass man neue fossile Infrastruktur schafft, die man absehbar nicht braucht.“ Das kleine Dorf Lützerath erklärt die Rednerin zum Symbol dieses Konfliktes, wo sich das große Ganze manifestiere. Genau hier legt Neubauer, die unermüdliche Klimaaktivistin, den Finger in die Wunde und fragt mit großer Verve: „Seit wann argumentieren die Grünen mit gefakten Zahlen von RWE? Seit wann?“</p><p>Vom Raunen im Saal lässt sich die Rednerin, Stimme der jungen Generation, nicht beirren.&nbsp;<br> Sie appelliert an die Vernunft, der Klimakatastrophe politisch zu begegnen, denn das sei echte Realpolitik.</p><p>Zum Schluss ihrer aufrüttelnden Rede fährt Neubauer nochmals ein ganzes Arsenal an Appellen auf, die an Dringlichkeit kaum zu überbieten sind: „Es gibt keinen Tag zu verlieren und keine Legislaturperiode zu verschwenden“, und: „legt los!“. Das Publikum zeigt sich von der eindringlichen Mahnerin und ihren aufrüttelnden Appellen hörbar wie sichtbar beeindruckt – und würdigt sie mit stehendem Applaus. Damit liefert Neubauer nicht nur eine technisch wie performativ äußerst mitreißende Rede, sondern auch ein beeindruckendes Beispiel für die differenzierende Wirkmacht kritischer Rhetorik.&nbsp;</p><p><strong>Jury: </strong>Lukas Beck, Nico Bosler, Dr. Fabian Erhardt, Dr. Markus Gottschling, Dr. Gregor Kalivoda, Rebecca Kiderlen, Prof. Dr. Joachim Knape, Dr. Sebastian König, Prof. Dr. Olaf Kramer, Dr. Frank Schuhmacher, Prof. Dr. Dietmar Till, Viktorija Völker, Dr. Thomas Zinsmaier</p><p><strong>Arbeitskreis Rede des Jahres:</strong> Lukas Beck, Dr. Fabian Erhardt, Dr. Frank Schuhmacher</p><p><strong>Text der Rede:</strong><a href="http://www.rhetorik.uni-tuebingen.de/portfolio/rede-des-jahres/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">http://www.rhetorik.uni-tuebingen.de/portfolio/rede-des-jahres/</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-87973</guid><pubDate>Thu, 15 Dec 2022 11:00:00 +0100</pubDate><title>Archäologie aus dem Abfall: kleine Splitter erzählen vom Werkzeuggebrauch vor 300.000 Jahren</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=87973&amp;cHash=f71e16960ef72cbf82970cb0874aea3c</link><description>Team der Universität Tübingen und des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment untersucht Funde aus dem niedersächsischen Schöningen</description><content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-87967</guid><pubDate>Wed, 14 Dec 2022 12:17:21 +0100</pubDate><title>Tübinger Universitätsrat fordert finanzielle Unterstützung des Landes</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=87967&amp;cHash=b2d46fc1024c0d1d77b08f1fafb9a2b6</link><description>Erhebliche finanzielle Herausforderungen durch steigende Energiekosten</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Tübinger Universitätsrat fordert die Landesregierung auf, angesichts der stark gestiegenen Energiekosten ein Hilfsprogramm für die Universitäten aufzulegen. „Anders als alle anderen staatlichen Hochschulen in Baden-Württemberg müssen die Universitäten die Kosten für Heizung und Strom aus ihrem eigenen Etat bestreiten“, sagte der Vorsitzende des Universitätsrats, Bernhard Sibold, nach einer Sitzung des Gremiums am Mittwoch. Die Kostenentwicklung seit 2021 drohe zu einer Gefahr für Forschung und Lehre zu werden.&nbsp;</p><p>Angesichts von rund zehn Prozent Inflation gebe es für die Universität keine Möglichkeit mehr, an den Sachmitteln zu sparen. Komme das Land den Universitäten nicht zu Hilfe, blieben daher nur Einschnitte beim Personal, sagte der Vorsitzende des Universitätsrats: „Um unser strukturelles Defizit auszugleichen, müsste die Universität 20 Professuren einschließlich der dazu gehörenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einsparen“, erklärte Sibold: „Dies hätte direkte und massive Auswirkungen auf Forschung und Lehre an der Universität Tübingen.“ Die Zahl der Neuberufungen müsste drastisch gesenkt werden und Einschnitte in das Studienangebot wären unausweichlich.&nbsp;</p><p>Sibold betonte, die Universität Tübingen wirtschafte außerordentlich sparsam: „Die Wirtschaftsführung der Universität basiert auf schwäbischen Grundsätzen“, sagte der Vorsitzende des Kontrollgremiums. Sie unternehme zudem seit Beginn der Ukrainekrise sichtbare Anstrengungen, um ihren Energieverbrauch zu senken: „Eine Preissteigerung von rund 80 Prozent in zwei Jahren lässt sich aber nicht allein durch eine Senkung des Verbrauchs auffangen, selbst dann nicht, wenn wir das von der Landesregierung vorgegebene und außerordentlich ehrgeizige Einsparziel von 20 Prozent erreichen sollten.“</p><p>Der Vorsitzende des Universitätsrats mahnte konkrete Schritte der Landesregierung an. „Finanzminister Daniel Bayaz hat erst vor wenigen Wochen die Schlüsselrolle der Hochschulen bei der Bewältigung der aktuellen Krisen hervorgehoben. Die Landesregierung muss daher jetzt den Universitäten finanziell helfen, damit sie die nächsten Jahre ohne spürbare Einschnitte in Lehre und Spitzenforschung überstehen können.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-87886</guid><pubDate>Tue, 13 Dec 2022 11:18:20 +0100</pubDate><title>Chan Zuckerberg Initiative fördert Suche nach Therapie für die seltene neurologische Erbkrankheit PCH2</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=87886&amp;cHash=6f13a7ef76143e5723fa1a9dd619efbc</link><description>Zwei Millionen US-Dollar gehen an zukunftsweisendes Verbundprojekt aus baden-württembergischem Forschungsteam und Patientenverein</description><content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-87666</guid><pubDate>Mon, 05 Dec 2022 10:55:28 +0100</pubDate><title>Artenvielfalt in Trockengebieten schützt Klima</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=87666&amp;cHash=1aa6deb190547361485329a58d55c4b0</link><description>Wissenschaftler der Universität Tübingen an erster weltweiter Studie zur Erforschung von Weidewirtschaft in Trockengebieten beteiligt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Lebensunterhalt jedes dritten Menschen auf der Erde hängt von Viehhaltung und Weidewirtschaft ab. Speziell in Trockengebieten, die mehr als 40 Prozent der Landfläche unseres Planeten ausmachen, ist Weidewirtschaft überlebenswichtig.</p><p>Trotz dieser Bedeutung für Mensch und Natur hatte es bis vor kurzem keine globale Feldstudie zur Auswirkung von Weidewirtschaft auf die Leistungsfähigkeit von Trockengebieten gegeben. Der Lehrstuhl für Vegetationsökologie der Universität Tübingen hat sich deshalb einem Forschungsverbund von über hundert Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern angeschlossen, die an 326 Orten in Trockengebieten in 25 Ländern und auf sechs Kontinenten Daten erhoben und ausgewertet haben. Die Studie ist im November in dem renommierten Fachjournal <em>Science </em>erschienen.</p><p>„Wir untersuchen seit Jahren die Auswirkungen des Klimawandels auf selten erforschte Trockengebiete in Chile, Palästina und Südafrika. Wir konnten dadurch wichtige Leerstellen im Datenset der Studie füllen“, sagte Professorin Katja Tielbörger, Leiterin des Lehrstuhls Vegetationsökologie an der Universität Tübingen.</p><p>Mit einem standardisierten Verfahren gingen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter Leitung des spanischen Ökologen Fernando Maestre von der Universität Alicante weltweit der Frage nach, wie sich steigender Weidedruck auf die „Leistungen des Ökosystems“ auswirken. Zu diesen Leistungen gehören Bodenfruchtbarkeit, Erosion, Regulierung des Klimas oder Baumbestand und Verfügbarkeit von Futterpflanzen. Entscheidenden Einfluss haben dabei das lokale Klima, der Boden und die Artenvielfalt.</p><p>Diese Faktoren wirken sich allerdings unterschiedlich auf die Leistungsfähigkeit des Ökosystems aus, je nachdem, ob der Weidedruck steigt oder fällt. Mit steigendem Weidedruck erodiert der Boden stärker, es sinkt seine Fähigkeit, Kohlenstoff zu speichern. Diese Speicherfähigkeit steigt dagegen wieder durch Bewuchs mit Gefäßpflanzen und durch bestimmte pflanzenfressende Säugetiere wie Ziegen oder Schafe, sofern der Weidedruck nicht zu hoch ist. Landmanagement in Trockengebieten hat somit eine große Bedeutung für den Klimaschutz. „Unsere Ergebnisse zeigen, wie wichtig der Erhalt der Artenvielfalt in Trockengebieten weltweit für den Klimaschutz sind“, sagt Liesbeth van den Brink, Post Doc in der Arbeitsgruppe von Professorin Tielbörger und Ko-Autorin der Studie.</p><p>Die Ergebnisse der Studie können bei der Umsetzung eines nachhaltigen Weidemanagements helfen und geben Hinweise, was gegen Klimawandel und die Verwüstung von Trockengebieten getan werden kann.</p><p>Die Studie war Teil des Projekts <a href="https://biodesert.maestrelab.com" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">BIODESERT</a>, für dessen Finanzierung Fernando T. Maestre einen Consolidator Grant des European Research Council (ERC) erhalten hat.</p><h3>Publikation:</h3><p>Maestre, F.T. et al. “Grazing and ecosystem service delivery in global drylands”. Science (2022), doi: 10.1126/science.abq4062&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-87627</guid><pubDate>Fri, 02 Dec 2022 13:02:23 +0100</pubDate><title>Alzheimer: Therapie muss frühzeitig beginnen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=87627&amp;cHash=aeb0589ee7b7a800a548efdeced32cd5</link><description>Eiweißablagerungen im Gehirn sind Ursache und Ansatzpunkt für Therapien – in späteren Stadien scheint sich jedoch die Krankheitsentwicklung von ihnen abzukoppeln, so Tübinger Forschende</description><content:encoded><![CDATA[<p>Hauptursache für die Entstehung der Alzheimerkrankheit scheint die Ablagerung eines bestimmen Eiweißes, des Beta-Amyloid-Proteins, im Gehirn zu sein – so der aktuelle Stand der Alzheimerforschung. Die Bildung dieser sogenannten Plaques beginnt mindestens zwanzig Jahre vor den ersten Krankheitssymptomen. Bislang fand man bei Erkrankten jedoch nur einen schwachen Zusammenhang zwischen der Menge der Ablagerungen und den klinischen Symptomen. Grund dafür könnte sein, dass sich die Krankheit in fortschreitenden Stadien unabhängig von den Plaques weiterentwickelt. Das legt eine aktuelle Studie von Forschenden um Professor Dr. Mathias Jucker vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung, der Universität Tübingen und dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) nahe. Eine Therapie müsse daher so frühzeitig wie möglich begonnen werden, so Jucker. Die Ergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe der renommierten Zeitschrift „Nature Communications“ erschienen.</p><p>„Es gibt überzeugende Beweise dafür, dass die Beta-Amyloid-Plaques die wichtigste Ursache der Alzheimererkrankung sind“, sagt Neurobiologe und Studienleiter Jucker. „Es existiert jedoch nur eine schwache Korrelation zwischen ihnen und den klinischen Symptomen.“ So sei die Verzögerung von zwanzig Jahren zwischen dem Entstehen der ersten Plaques und dem Auftreten der Krankheitssymptome sehr lang. Auch führe die Reduzierung schädigender Eiweißablagerungen im Gehirn von Probanden im Rahmen von klinischen Studien zu einer nur kleinen Verbesserung von deren Hirnleistungen. „All diese Befunde haben nahegelegt, dass die Alzheimer-Krankheitskaskade in späteren Stadien von den Proteinablagerungen unabhängig werden könnte.“</p><p>Das Tübinger Forschungsteam liefert nun erstmals experimentelle Belege für die Entkopplung der Ablagerungen von der nachgeschalteten Neurodegeneration. In ihrer Studie untersuchte es Mäuse, die als Alzheimermodell dienen. Bei ihnen lagern sich – wie bei Alzheimererkrankten – mit fortschreitendem Lebensalter Beta-Amyloid-Eiweiße im Gehirn ab.&nbsp;</p><p>Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler reduzierten nun bei den Mäusen in unterschiedlichen Altersstadien gezielt die Plaques. Dann maßen sie ein weiteres Protein im Hirnwasser der Mäuse, das sogenannte Neurofilament-Leichtketten-Protein (NfL). Das NfL-Protein ist im Hirnwasser von Alzheimererkrankten erhöht; es gilt als Anzeiger für den Abbau von Nervenzellen.</p><p>Das Ergebnis: „Wenn wir die Beta-Amyloid-Ablagerung in frühen Stadien reduzierten, stieg die Menge an NfL-Protein im Hirnwasser nicht mehr an. Wir konnten den Abbau der Nervenzellen stoppen“, so Christine Rother, Erstautorin der Studie. Ein anderes Bild ergab sich im höheren Lebensalter: „Wenn wir die Bildung der Beta-Amyloid-Plaques in späteren Stadien reduzierten, stieg der Pegel des NfL-Proteins im Hirnwasser unverändert an. Es starben also weiterhin Nervenzellen. Die Neurodegeneration hatte sich von den Ablagerungen entkoppelt“, ergänzt Ruth Uhlmann, Co-Erstautorin der Arbeit.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-87489</guid><pubDate>Wed, 30 Nov 2022 13:14:30 +0100</pubDate><title>Gold aus Troia, Poliochni und Ur hatte denselben Ursprung</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=87489&amp;cHash=e6c3488cf6f29ce1af27a8e910df2c60</link><description>Neue Lasermethode ermöglicht Untersuchung von berühmten Schmuckstücken – Handelsbeziehungen in der frühen Bronzezeit reichten bis ins Industal</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Gold in Objekten aus Troia, Poliochni - einer Siedlung auf der ungefähr 60 Kilometer vor Troia liegenden Insel Lemnos - und dem mesopotamischen Ur hat denselben geographischen Ursprung und wurde über große Distanzen gehandelt. Zu dieser Erkenntnis kommt ein internationales Forscherteam, das mit Hilfe einer innovativen mobilen Lasermethode erstmals Proben von berühmten frühbronzezeitlichen Schmuckstücken aus Troia und Poliochni analysiert hat. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift <em>Journal of Archaeological Science</em> veröffentlicht.&nbsp;</p><p>Die Studie haben Ernst Pernicka, Wissenschaftlicher Direktor des Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie (CEZA) an den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim und Leiter des Troia-Projekts an der Universität Tübingen, und Barbara Horejs, Direktorin der Österreichischen Archäologischen Instituts an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien initiiert. In ihrem internationalen Team waren Naturwissenschaftlerinnen und Archäologen vom Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie, dem Österreichischen Archäologischen Institut in Wien (ÖAI) und des Nationalen Archäologischen Museums in Athen beteiligt.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-87387</guid><pubDate>Mon, 28 Nov 2022 14:56:31 +0100</pubDate><title>Allgäuer Biber leben seit mehr als elf Millionen Jahren im Familien-Clan</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=87387&amp;cHash=e25cb0e50820a6745c11aaa855751f64</link><description>Forscherteam gelingt erstmals Einblick in die Ökologie der Nagetiere während des Miozän</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Hammerschmiede im Allgäu, Fundstelle des Menschenaffen Danuvius, ist eine einmalige Fundgrube für Paläontologen: Bereits über 140 fossile Wirbeltierarten konnten hier geborgen werden. Anhand der Knochenfunde lässt sich nun auch die Lebensweise und Entwicklung einer ausgestorbenen Biberart nachvollziehen: Steneofiber depereti war etwas kleiner als heutige Biber und besiedelte bereits vor über elf Millionen Jahren die Fließgewässer Süddeutschlands. Thomas Lechner und Madelaine Böhme vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen schließen aus einer vergleichenden Untersuchung der Zähne des prähistorischen Nagers, dass die Populationsdynamik und Ökologie dieser Art der heutiger europäischer Biber bereits sehr ähnlich waren.</p><p>„Heutige Biber sind sehr familiär. Elterntiere und bis zu zwei Jungtiergenerationen kümmern sich gemeinsam um den Nachwuchs“, sagt der Grabungsleiter der Fundstelle, Doktorand Thomas Lechner. Geschlechtsreife Tiere verlassen schließlich den Clan und suchen sich ihr eigenes Gebiet. Die optimalen Biber-Reviere liegen vor allem an größeren Flüssen und sind meist schon besetzt, sodass junge erwachsene Biber gezwungen sind, flussaufwärts an kleineren Bachläufen zu siedeln. Die Überlebensbedingungen sind hier deutlich schwieriger und die Sterblichkeitsrate ist in dieser Altersstufe entsprechend höher als bei Alttieren, die einen optimalen Lebensraum besiedeln.&nbsp;</p><p>„Es ist ungewöhnlich, dass Aussagen zu Sterblichkeit und Ökologie fossiler Tierarten möglich sind – meist existieren nur Einzelfunde“, sagt Professorin Madelaine Böhme. Den Schlüssel liefere in diesem Fall die Fundstelle selbst: „Die Fundstelle Hammerschmiede gibt einen detaillierten Einblick in zwei unterschiedliche fossile Habitate, einen kleineren Bachlauf – der Lebensraum des Menschenaffen Danuvius guggenmosi ‒ und einen größeren Fluss.“ So wird es möglich, die Sterblichkeit der Biber im Fluss mit derer im Bach zu vergleichen. „Aus beiden Ablagerungsbereichen konnten wir die Zähne von vielen Bibern sammeln und anhand der jeweiligen Zahnabnutzung ‚Mortalitäts-Profile‘ erstellen und vergleichen“, erklärt Lechner.</p><p>„Das Ergebnis zeigt deutlich, dass im Bachbereich vor allem junge erwachsene Biber eine hohe Sterblichkeit aufwiesen und so gut wie keine Jung- und Alttiere vorhanden waren. Im Fluss hingegen, zeigt sich genau das Gegenteil: mit einer hohen Sterblichkeit im Baby-Alter und einer linear fallenden Alterssterblichkeit – junge erwachsene Biber scheinen hier zu fehlen.“ Exakt dieses Bild zeichnen auch heutige Biberpopulationen. Der optimale Lebensraum für Steneofiber depereti lag demnach wie bei heutigen Vertretern dieser Gattung in größeren Flussbereichen. Zudem ist zu vermuten, dass bereits vor elf Millionen Jahren Biber im Allgäu in Familienclans mit mehrjähriger elterlicher Fürsorge lebten.</p><p>Sowohl die ökologischen Gemeinsamkeiten dieser Biberart, als auch die morphologischen Eigenschaften der Zähne, lassen zudem schließen, dass Steneofiber depereti in der direkten Stammeslinie der heutigen Biber einzuordnen ist. „Die Backenzähne unseres fossilen Bibers zeigen Übereinstimmungen mit dem Vorläufer der heutigen Biber. Sie füllen eine kleine Lücke zwischen bisher klar abgegrenzten Arten und belegen eine eher kontinuierliche Biberevolution hin zur heutigen Form“, erklärt Lechner.</p><p>„Die Studie zeigt einmal mehr, wie lohnenswert die akribische Grabungsarbeit ist und welch einzigartiges Potential Fossilien besitzen können, indem nicht nur die reine Morphologie, sondern auch statistische Altersverteilungen der Funde unerwartete Einblicke geben können“, sagt Böhme.</p><p>Unter Leitung von Professorin Madelaine Böhme vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen finden die Ausgrabungen in der Menschenaffen-Fundstelle Hammerschmiede seit 2011 statt. Seit 2020 werden sie vom Freistaat Bayern finanziell unterstützt.</p><h3>Publikation:</h3><p>Thomas Lechner, Madelaine Böhme: The beaver Steneofiber depereti from the lower Upper Miocene hominid locality Hammerschmiede and remarks on its ecology. Acta Palaeontologica Polonica 67 (4): xxx-xxx. DOI: <a href="https://doi.org/10.4202/app.00997.2022" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.4202/app.00997.2022</a>&nbsp; &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-87216</guid><pubDate>Thu, 24 Nov 2022 10:20:59 +0100</pubDate><title>Internationales Forscherteam identifiziert neue Dinosaurier-Art</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=87216&amp;cHash=f4a728443be8c83a656dafed88db9351</link><description>Breitköpfiges Reptil aus Transsylvanien gibt Einblicke in Fauna Europas am Ende der Kreidezeit</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein internationales Forscherteam hat im Westen Rumäniens eine bislang unbekannte Dinosaurier-Art entdeckt und nach dem Fundort Transsylvanien benannt: Transylvanosaurus platycephalus lebte vor etwa 70 Millionen Jahren und war ein Pflanzenfresser, wie der Paläontologe Felix Augustin von der Universität Tübingen berichtete. Der Fund wurde nun von der Fachzeitschrift <span lang="en" dir="ltr">Journal of Vertebrate Paleontology </span>veröffentlicht. An der Studie waren neben Augustin Wissenschaftler der Universität Bukarest und der Universität Zürich beteiligt.</p><p><em>Transylvanosaurus platycephalus</em> bedeutet übersetzt „breitköpfiges Reptil aus Transsylvanien“. Der bislang unbekannte Dinosaurier war ungefähr zwei Meter lang, ging auf zwei Beinen und gehörte zur Gruppe der sogenannten Rhabdodontiden. In Transsylvanien erreichten sie, wie andere Dinosaurier dort auch, nur eine geringe Körpergröße und sind deshalb als „Zwergsaurier“ bekannt. Die von <em>Transylvanosaurus</em> gefundenen Schädelknochen geben damit weitere Einblicke in die Fauna kurz vor dem Aussterben der Dinosaurier vor 66 Millionen Jahren. „Vermutlich führte ein begrenztes Nahrungsangebot im damaligen Europa zu einer angepassten Statur“, sagte Augustin.</p><p>Europa war in der Kreidezeit, die vor 145 Millionen Jahren begann und vor 66 Millionen Jahren endete, ein tropischer Archipel. <em>Transylvanosaurus</em> lebte auf einer der vielen Inseln gemeinsam mit anderen Zwergdinosauriern, Krokodilen, Schildkröten und riesigen Flugsauriern, deren Flügel bis zu zehn Meter Spannbreite maßen. „Mit jeder neu entdeckten Art löst sich die weit verbreitete Annahme weiter auf, die Fauna in der Kreidezeit in Europa sei artenarm gewesen“, so Augustin.</p><p>Die Rhabdodontiden stellten zur damaligen Zeit die häufigste Gruppe unter den kleinen bis mittel-großen Pflanzenfresser Europas dar. Manche Arten, die in derselben Gegend gefunden wurden, hatten deutlich schmalere Schädel als <em>Transylvanosaurus</em>. Im Gebiet des heutigen Frankreichs dagegen lebten seine nächsten Verwandten – eine große Überraschung für die Wissenschaftler. Wie war der <em>Transylvanosaurus</em> auf die „Insel der Zwergsaurier“ im heutigen Transsylvanien gekommen?</p><p>In der Publikation rekonstruieren die Paläontologen Felix Augustin, sein Doktorvater Zoltán Csiki-Sava von der Universität Bukarest, Dylan Bastiaans von der Universität Zürich/ Naturalis-Museum Leiden und der unabhängige Forscher Mihai Dumbravă aus Dorset verschiedene Möglichkeiten. Die ältesten Knochenfunde von Rhabdodontiden stammen aus Osteuropa – von dort könnten sich die Tiere nach Westen ausgebreitet haben, spätere Arten könnten wieder zurückgewandert sein. Durch Schwankungen des Meeresspiegels und tektonische Prozesse sind zwischen den vielen Inseln zeitweise Landverbindungen entstanden und haben die Ausbreitung begünstigt, vermuten die Wissenschaftler. Außerdem sei anzunehmen, dass fast alle Dinosaurier schwimmen konnten, auch Vertreter des Transylvanosaurus. „Sie hatten kräftige Beine und einen kräftigen Schwanz. Die meisten Tierarten, insbesondere Reptilien, können von Geburt an schwimmen“, so Augustin. Eine zweite Möglichkeit ist, dass sich parallel verschiedene Linien der Art in Ost- und Westeuropa entwickelt haben.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-87183</guid><pubDate>Wed, 23 Nov 2022 11:42:45 +0100</pubDate><title>Nachhaltigkeitspreise und Sustainability Lecture 2022</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=87183&amp;cHash=6edf7626b293f5ad35b5dfd2c44cbad9</link><description>Universität Tübingen prämiert Abschlussarbeiten – Soziologe Armin Nassehi hält seine Rede über die „überforderte Gesellschaft“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Energie, Biodiversität, Wirtschaft und Kultur: Themen einer Nachhaltigen Entwicklung stehen im Mittelpunkt aktueller Forschungen der Universität Tübingen – auch bei Studierenden, die zu solchen Herausforderungen zahlreiche Beiträge leisten.<br> &nbsp;<br> Die besten Abschlussarbeiten 2022 werden bei der jährlichen Verleihung der Nachhaltigkeitspreise der Universität Tübingen am 29. November 2022 ausgezeichnet. Dr. Andreas Rothfuß, der Kanzler der Universität, wird jeweils drei Preise für Bachelor- und Masterarbeiten überreichen. Die diesjährigen Preisträgerinnen und -träger werden erst während der Veranstaltung bekanntgegeben.<br> &nbsp;<br> In der anschließenden Sustainability Lecture spricht in diesem Jahr der Soziologe Armin Nassehi zum Thema „Klima, Krieg, Corona: Die überforderte Gesellschaft“. Im Fokus seiner Festrede steht die Frage, warum es für moderne Gesellschaften so schwierig ist, auf Krisen wie den Klimawandel angemessen zu reagieren.<br> &nbsp;<br> Die öffentliche Veranstaltung findet <strong>am Dienstag, 29. November 2022, um 18.00 Uhr in der Alten Aula, Münzgasse 30, statt. </strong>Die interessierte Öffentlichkeit sowie Medienvertreterinnen und Medienvertreter sind herzlich eingeladen. Die Festveranstaltung kann außerdem online via Zoom verfolgt werden (ohne Voranmeldung; Link: <a href="https://zoom.us/j/96850076632" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://zoom.us/j/96850076632</a>; Kenncode: 698608). Weitere Informationen unter <a href="http://www.uni-tuebingen.de/nachhaltig" target="_blank" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de/nachhaltig</a>.<br> &nbsp;<br> Die Veranstaltung wird vom Kompetenzzentrum für Nachhaltige Entwicklung organisiert. Mit der Vergabe der Nachhaltigkeitspreise für Abschlussarbeiten, die seit 2011 verliehen werden, setzt die Universität Tübingen Anreize für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Themen Nachhaltiger Entwicklung. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden von einer Jury aus Mitgliedern des Beirats für Nachhaltige Entwicklung ausgewählt.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-87138</guid><pubDate>Tue, 22 Nov 2022 15:17:21 +0100</pubDate><title>Universität Tübingen verzeichnet Rekordwert bei internationalen Studierenden</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=87138&amp;cHash=844d896e78fc90a11420d66b216147ee</link><description>Gesamtzahl der Studierenden bleibt stabil – Rückgang bei deutschen Studienanfängerinnen und Studienanfängern</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen wird bei internationalen Studierenden immer beliebter. Zum Stichtag Mitte November verzeichnete die Universität insgesamt 4.165 Studierende ohne deutschen Pass, ein neuer Rekordwert. Im laufenden Wintersemester liegt damit der Anteil der internationalen Studierenden bei 14,7 Prozent. Die Gesamtzahl der Immatrikulierten erhöhte sich um 207 oder 0,7 Prozent auf 28.366.</p><p>Allerdings sank die Zahl der neuen Studierenden insgesamt um 7,2 Prozent auf 5.035. Ursächlich hierfür ist ein überproportionaler Rückgang der deutschen Erst- und Neueingeschriebenen von 11,5 Prozent. Dagegen stieg die Zahl der internationalen Studienanfängerinnen und Studienanfänger um 9,7 Prozent auf 1.195.</p><p>„Wir sehen in der Studierendenstatistik des Wintersemesters 2022/23 verschiedene, teils gegenläufige Trends“, sagte die Rektorin der Universität, Professorin Karla Pollmann: „Zum einen registrieren wir eine hohe Zahl von über 23.000 Rückmeldungen. Das lässt den Schluss zu, dass die Studierenden als Folge der Corona-Pandemie nach wie vor länger bis zum Studienabschluss brauchen.“</p><p>„Zum anderen zeigen sich bei den Erstsemestern mit deutscher Staatsangehörigkeit die Auswirkungen des demographischen Wandels“, erklärte Pollmann. Nach Berechnungen der Kultusministerkonferenz wird die Zahl der Abiturientinnen und Abiturienten bundesweit bis Mitte des Jahrzehnts auf unter 300.000 pro Jahr sinken, um erst danach langsam wieder zu steigen.</p><p>„Für die Universität Tübingen zahlt es sich nun aus, dass wir seit mehreren Jahren aktiv um Studierende aus dem Ausland werben, ganz besonders in den Bereichen Masterstudium und Promotion“, sagte die Rektorin: „Wir wollen nicht nur in der Forschung, sondern auch im Studium die besten Köpfe national und international an die Universität Tübingen holen.“ Dazu diene unter anderem eine Vielzahl von internationalen Studiengängen, die ganz oder weitgehend auf Englisch studiert werden könnten.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-87111</guid><pubDate>Tue, 22 Nov 2022 11:59:29 +0100</pubDate><title>Universität Tübingen gründet Forschungszentrum für Wissenschaftskommunikation</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=87111&amp;cHash=55b2db2a658a842fa03ceada84ce4d22</link><description>Sprecher wird Professor Olaf Kramer vom Lehrstuhl für Rhetorik – Auch Bürgerinnen und Bürger eingebunden</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen stärkt die Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Wissenschaftskommunikation mit dem Aufbau eines eigenen Zentrums. „Im wissenschaftspolitischen Dialog ist in den vergangenen Jahren die Frage in den Fokus gerückt, wie Universitäten und Forschungseinrichtungen nicht nur exzellente Wissenschaft betreiben, sondern diese auch in der Gesellschaft wirksam vermitteln können“, sagte die Rektorin der Universität, Professorin Karla Pollmann: „Inzwischen ist überdeutlich, dass Wissenschaftskommunikation selbst zu einem zunehmend wichtigen Forschungsfeld wird, auf dem die Universität Tübingen eine wesentliche Rolle spielen will.“ Die Gründung des Forschungszentrums reagiere auf diese Entwicklungen.&nbsp;</p><p>Direktor des Zentrums wird Olaf Kramer, Professor für Rhetorik und Wissenskommunikation am Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen. „Forschung ruft oft gesellschaftliche Widerstände hervor – ob beim Thema Künstliche Intelligenz, Impfungen oder Klimawandel“, erklärte Kramer: „Ein Ertrag der Corona-Pandemie war sicher die Erkenntnis, wie wichtig Wissenschaftskommunikation ist.“ Kooperationspartner des neuen Zentrums sind das Institut für Medienwissenschaft der Universität, das Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung (HIB) sowie das Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) als außeruniversitärer Partner.</p><p>„Wissenschaft wird über immer mehr Kanäle kommuniziert“, sagte Kramer. „Nur ein interdisziplinär ausgerichtetes Zentrum vermag diese vielfältigen Wege und Wirkungen von Wissenschaftskommunikation zu analysieren und darzustellen.“ Während Kommunikation und Marketing von Unternehmen seit vielen Jahrzehnten intensiv erforscht würden, sei die Wissenschaftskommunikation ein noch junges Forschungsfeld. „Tübingen kann auf allen Feldern, die für dieses Thema relevant sind, hervorragende Forscherinnen und Forscher aufweisen – von der Bildungsforschung über die Informatik, die Kognitions- und Medienwissenschaften, die Psychologie bis hin zur Rhetorik“, betonte der Direktor des Forschungszentrums.</p><p>Die Tübinger Rhetorik konnte in den vergangenen Jahren bereits eine Vielzahl von Forschungs- und Praxisprojekten zur Wissenschaftskommunikation starten, auf denen das künftige Forschungszentrum nun aufbauen wird. So untersucht das Projekt „RHET AI“ derzeit unter anderem den öffentlichen Diskurs über und die mediale Darstellung von künstlicher Intelligenz und fragt in einem nationalen Dialog Bürgerinnen und Bürgern nach Risiken und Chancen dieser Technologie und ihren Sorgen und Erwartungen. Kooperationspartner sind unter anderem das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das Exzellenz-Cluster „Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft“ sowie Cyber Valley.</p><p>Am Seminar für Allgemeine Rhetorik erprobt die Forschungsstelle Präsentationskompetenz bereits seit 2011, unterstützt von der Heidelberger Klaus Tschira Stiftung, mit zahlreichen Projekten innovative Formen der Wissenschaftskommunikation. Beim bundesweiten Wettbewerb „Jugend präsentiert“ etwa trainieren Schülerinnen und Schüler die Vermittlung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse. Die Zeitschrift „Science Notes“ berichtet nicht nur über Ergebnisse aus der Wissenschaft, sondern auch über den Prozess dahinter. Entstanden ist die Publikation im Zusammenhang mit der gleichnamigen Reihe wissenschaftlicher Kurzvorträge, die von elektronischer Musik umrahmt in Clubs in Berlin, Hamburg, Tübingen und anderen Städten präsentiert werden. Das neue Forschungszentrum wird außerdem Tübinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der visuellen Darstellung von Statistiken und Fakten und der verständlichen Formulierung von Forschungsergebnissen ausbilden. Dazu wird das bestehende Zertifikatsprogramm „Wissenschaftskommunikation und mediale Kompetenz“ ausgebaut.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-86544</guid><pubDate>Fri, 11 Nov 2022 11:28:59 +0100</pubDate><title>Universität Tübingen ehrt Maren Kroymann für „Rede des Jahres 2021“</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=86544&amp;cHash=7736a03c709b6532015fe636285e219f</link><description>Die Schauspielerin thematisierte bei Verleihung des Deutschen Comedy-Preises Sexismus in der Fernsehbranche </description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Seminar für Allgemeine Rhetorik würdigt die Schauspielerin, Kabarettistin und Sängerin Maren Kroymann mit der Auszeichnung „Rede des Jahres 2021“. Vertreterinnen und Vertreter der Presse sind herzlich zu dem Festakt <strong>am Donnerstag, 24. November, um 20 Uhr im Audimax der Neuen Aula (Geschwister Scholl Platz, 72074 Tübingen) </strong>eingeladen. Die Veranstaltung ist öffentlich.</p><p>Maren Kroymann wurde bereits im vergangenen Jahr vom Seminar für Rhetorik für ihre Rede ausgezeichnet, die sie bei der Verleihung des Deutschen Comedy-Preises im Oktober 2021 gehalten hatte, als sie den Ehrenpreis für ihr Lebenswerk entgegennahm. Dabei hatte sie über Sexismus in der Fernsehbranche und eigene Erfahrungen mit Diskriminierung gesprochen.&nbsp;</p><p>Nun wird der Preis offiziell an der Universität Tübingen übergeben. Olaf Kramer, Professor für Rhetorik und Wissenschaftskommunikation, wird sich im Audimax der Universität Tübingen mit der Preisträgerin über Inhalte, Form und Wirkung ihrer Rede unterhalten. Studentinnen und Studenten der Rhetorik setzen sich in Video-Einspielern mit Kroymanns Auftritt beim Comedy-Preis auseinander.&nbsp;</p><p>Kroymanns Rede könne als eine kraftvolle Demonstration von Solidarität mit der deutschen #metoo-Bewegung und als herausragendes Beispiel für die Wirkungsmacht von Rhetorik gesehen werden, begründete die Jury ihre Entscheidung im vergangenen Dezember.</p><p>Das Allgemeine Seminar für Rhetorik verleiht seit 1998 den Preis für die „Rede des Jahres“. Ausgezeichnet wurden bisher unter anderem Angela Merkels Fernsehansprache zur Coronapandemie im Jahr 2020, Ursula von der Leyens Wahlrede vor dem Europäischen Parlament 2019 oder Navid Kermanis Gedenkrede zum deutschen Grundgesetz 2014.</p><p>Maren Kroymann trat unter anderem in der Kabarett-Sendung „Scheibenwischer“ auf und wurde durch die SDR-Serie „Oh Gott, Herr Pfarrer“ einem breiteren Publikum bekannt. Seit 2017 ist sie mit der Satiresendung „Kroymann“ in der ARD zu sehen.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-86505</guid><pubDate>Fri, 11 Nov 2022 09:36:06 +0100</pubDate><title>Neuer Master zur Bevölkerungsgesundheit</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=86505&amp;cHash=52750c4d47a57ce7e33b102ba3f65b70</link><description>Medizinische Fakultät Tübingen bietet internationalen Studiengang an: Population-Based Medicine erforscht, was eine Gesellschaft gesund erhält und entwickelt Strategien zu Prävention und Intervention</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen bietet ab dem Sommersemester 2023 den internationalen Masterstudiengang „Population-Based Medicine (PBM)“ an. Der viersemestrige Studiengang bildet künftige Expertinnen und Experten für Gesundheitsfragen einer Gesellschaft aus. Der Studiengang wird komplett auf Englisch angeboten und richtet sich damit gleichermaßen an deutsche und internationale Studierende. Ein Pflichtpraktikum im dritten Semester kann in Deutschland oder im Ausland absolviert werden.</p><p>Die Studierenden des Masterprogramms werden sich interdisziplinär mit Faktoren beschäftigen, die sich auf die Gesundheit der Bevölkerung auswirken können ‒ vom individuellen Verhalten über Umwelteinflüsse, soziale und kulturelle Aspekte bis hin zu politischen und wirtschaftlichen Zusammenhängen. Sie erlernen dafür maßgeblich den Umgang mit großen medizinischen Datensätzen, statistischen und epidemiologischen Methoden. Jeder Studierende wird während des Studiums von einem persönlichen Mentor oder einer Mentorin begleitet und beraten.</p><p>Absolventinnen und Absolventen sollen in der Lage sein, Präventionsstrategien und passgenaue Interventionsmaßnahmen zu entwickeln und die Politik zu beraten. Künftige Arbeitsfelder sind unterschiedliche Bereiche des Gesundheitssektors wie Gesundheitsämter, Krankenhäuser oder Beratungsagenturen aber auch die Forschung, Politik oder Wirtschaftsunternehmen.</p><p>Interessierte können sich ab Mitte Dezember bis zum 15. Januar 2023 bewerben. Voraussetzung ist ein sechssemestriger Bachelor in Gesundheitswissenschaften oder ein gleichwertiger Abschluss in einem vergleichbaren Fach. Anmeldungen zu einer Online-Infoveranstaltung am Mittwoch, 23. November 2022, 17.00 Uhr sind unter <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,rdo0uvwfkwoBogf0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">pbm.studium<span style="display:none">spam prevention</span>@med.uni-tuebingen.de</a>&nbsp;möglich.&nbsp;</p><p>Alle Informationen unter <a href="http://www.pbm-tuebingen.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.pbm-tuebingen.de</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-86355</guid><pubDate>Wed, 09 Nov 2022 10:15:00 +0100</pubDate><title>Europaweite Studie zur Epigenetik des Acker-Hellerkrauts</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=86355&amp;cHash=cb21e2989eeab4b2fd2259e4d5762856</link><description>Forschungsteam unter der Leitung der Universität Tübingen untersucht, welchen Einfluss Gene und Umwelt auf natürliche epigenetische Variationen der weitverbreiteten Wildpflanze haben</description><content:encoded><![CDATA[<p>Zu den vererbbaren Variationen innerhalb einer Art tragen kleine Unterschiede in der DNA-Sequenz bei, aber auch chemische Modifikationen der DNA, sogenannte epigenetische Veränderungen. Um deren Bedeutung für die Evolution von Pflanzen besser zu verstehen, untersuchte ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Professor Oliver Bossdorf vom Institut für Evolution und Ökologie der Universität Tübingen jetzt in einer europaweiten Studie zahlreiche Populationen des Acker-Hellerkrauts. Die Forscherinnen und Forscher verknüpften DNA-Sequenzen und Umweltdaten der Herkunftsorte mit der epigenetischen Variation dieser Wildpflanze. Ihren Ergebnissen zufolge wird ein großer Teil der epigenetischen Markierungen vor allem durch die DNA-Sequenz bestimmt. Ein Teil der epigenetischen Variation steht aber stark im Zusammenhang mit den klimatischen Bedingungen der Pflanzen-Herkunftsorte. In der Landwirtschaft könnte das Acker-Hellerkraut künftig als Winterdeckfrucht und als Grundlage für Biokraftstoff an Bedeutung gewinnen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift <em>PLoS Genetics </em>veröffentlicht.</p><p>Das Acker-Hellerkraut oder auch Acker-Pfennigkraut, lateinisch <em>Thlaspi arvense</em>, ist eine einjährige weißblühende Wildpflanze aus der Familie der Kreuzblütler, die in großen Teilen Europas und in Asien beheimatet ist. Ihre deutschen Namen erhielt sie aufgrund der Form ihrer runden Früchte, die an Münzgeld erinnern. Für die Studie sammelten die Forscherinnen und Forscher europaweit in 207 wilden Populationen des Acker-Hellerkrauts Samen und zogen deren Nachkommen im Labor unter Standardbedingungen auf. Aus Proben dieser Pflanzen analysierten sie dann deren komplette DNA-Sequenzen, sowie die 'Methlyome', die Gesamtheit der DNA-Methylierungen – wichtige epigenetische Veränderungen, die beeinflussen, ob und wie häufig bestimmte Gene abgelesen werden.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-86049</guid><pubDate>Fri, 04 Nov 2022 10:27:00 +0100</pubDate><title>Alfons Auer Ethik-Preis geht an Leela Gandhi</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=86049&amp;cHash=702151ab10a5bc919602facfbb52a131</link><description>Katholisch-Theologische Fakultät ehrt Professorin der Brown University für ihre Arbeiten zur Postkolonialen Theorie</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der „Alfons Auer Ethik-Preis“ der Universität Tübingen geht in diesem Jahr an die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Professorin Leela Gandhi. Der Preis würdigt insbesondere ihre innovativen Arbeiten zur Postkolonialen Ethik und Politischen Theorie. Von den Ansätzen Mahatma Gandhis her, dessen Nachfahrin sie ist, entwickelt sie eine kreative Ethik, die kritisch und konstruktiv an neuen Formen der Gewaltlosigkeit und an der Überwindung jener Schädigungen und Verletzungen arbeitet, die der Kolonialismus auch in postkolonialen Welten hinterlassen hat.&nbsp;</p><p>Als ausgezeichnete Denkerin und offene Gesprächspartnerin seien ihre Arbeiten auch für die christlich-theologische Ethik von fundamentaler Bedeutung, so die Begründung der Katholisch-Theologischen Fakultät. Leela Gandhi erarbeite eine Postkoloniale Theorie, deren Herausforderung sich auch die Theologie zu stellen habe: Wolle theologische Ethik ihrem Anspruch einer Inklusivität gerecht werden, die alle Menschen zu allen Zeiten einschließe, sei es wichtig, dass sie die postkoloniale Kritik an ihrem eigenen Kolonialismus höre.&nbsp;</p><p>Der öffentliche Festakt zur Übergabe findet am Dienstag, 15. November 2022, um 17:00 Uhr im Hörsaal des Theologicums (Liebermeisterstr. 12) statt. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen.</p><p>Die Laudatio hält Professorin Ulrike E. Auga vom Institut für Missions-, Ökumene- und Religionswissenschaft der Universität Hamburg. Leela Gandhi selbst hält einen Festvortrag zum Thema „<span lang="en" dir="ltr">The challenges of postcolonial theories for ethics and possible perspectives for a postcolonial ethics</span>“.</p><p>Leela Gandhi (geboren im Mumbai) forscht und lehrt seit 2014 als „<span lang="en" dir="ltr">John Hawkes Professor of Humanities and English</span>“ an der <span lang="en" dir="ltr">Brown University</span> in <span lang="en" dir="ltr">Providence, Rhode Island</span> (USA). Sie promovierte am <span lang="en" dir="ltr">Balliol College</span> der Universität Oxford und hat bereits an der <span lang="en" dir="ltr">University of Chicago</span>, der <span lang="en" dir="ltr">La Trobe University (Melbourne</span>, Australien) und der <span lang="en" dir="ltr">University of Delhi</span> gelehrt. Gandhi ist vor allem mit ihren grundlegenden Werken zur postkolonialen Theorie und Politik, zur demokratischen Praxis und zu postkolonialer Vergemeinschaftung international bekannt geworden. Sie gibt die von ihr mit gegründete akademische Zeitschrift <span lang="en" dir="ltr">Postcolonial Studies</span> heraus und ist Redaktionsbeirätin der elektronischen Zeitschrift <span lang="en" dir="ltr">Postcolonial Text</span>. Sie ist zudem <span lang="en" dir="ltr">Senior Fellow </span>der <span lang="en" dir="ltr">School of Criticism and Theory</span> an der<span lang="en" dir="ltr"> Cornell University</span>. Leela Gandhi ist die Urenkelin des Freiheitskämpfers und Bürgerrechtlers Mahatma Gandhi.</p><h3>Der Alfons Auer Ethik-Preis</h3><p>Der Alfons Auer Ethik-Preis wird von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen vergeben und ist dem Theologen Alfons Auer gewidmet (1915-2005). Er war Gründungsdirektor der Katholischen Akademie des Bistums Rottenburg-Stuttgart (1951-1953), hatte den Lehrstuhl für Moraltheologie an der Universität Würzburg inne (1955-1965) und war von 1966 bis zu seiner Emeritierung 1981 Ordinarius für Moraltheologie an der Universität Tübingen.</p><p>Auer gilt als einer der wichtigsten deutschsprachigen Moraltheologen des 20. Jahrhunderts, der sich um einen Dialog von Kirche und Welt im Geiste des Zweiten Vatikanischen Konzils bemühte. Kennzeichnend für seinen ethischen Ansatz war die zentrale Stellung der menschlichen Vernunft in Fragen der christlichen Sittenlehre, die er in einer positiven Sicht von Mensch und Schöpfung verankerte. Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger waren der kanadische Sozialphilosoph Professor Charles Taylor (2015), der Menschenrechtler Heiner Bielefeldt (2017) und die irische Politikerin und ehemalige Staatspräsidentin Mary McAleese.</p><p>Den Preis stiftete der Unternehmer Siegfried Weishaupt zu Auers 100. Geburtstag. Weishaupt ist geschäftsführender Gesellschafter der Max Weishaupt GmbH. Das weltweit tätige Unternehmen mit 3000 Mitarbeitern und Hauptsitz im schwäbischen Schwendi wurde von seinem Vater Max Weishaupt, Ehrensenator der Universität Tübingen, gegründet. Seit mehr als 50 Jahren ist Weishaupt zudem leidenschaftlicher Kunstsammler. Die „Sammlung Siegfried und Jutta Weishaupt“ ist seit 2007 in der Kunsthalle Weishaupt in Ulm zu sehen.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-86184</guid><pubDate>Fri, 04 Nov 2022 10:03:39 +0100</pubDate><title>Wie altern die Zellen in unserem Gehirn?</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=86184&amp;cHash=4c531f9a9e30afb86f631c00ffd46770</link><description>Tübinger Forschungsprojekt erhält 1,6 Millionen US-Dollar von der Chan Zuckerberg Initiative</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Gesundheit von Nervenzellen ist eng mit den sie umgebenden Hilfszellen – den sogenannten Gliazellen – verbunden. Weitgehend unklar ist, welche Rolle die Gliazellen bei altersbedingten Erkrankungen spielen. Ein Forschungsnetzwerk unter Federführung des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung, dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen und der Universität Tübingen untersucht nun in menschlichen Gehirngewebekulturen, wie Nervenzellen altern und anfällig für neurodegenerative Erkrankungen werden. Dabei überprüfen die Forscherinnen und Forscher die Hypothese, dass neuronale Fehlfunktionen vor allem durch Veränderungen in Gliazellen hervorgerufen werden. Die nun anlaufende Studie wird mit 1,6 Millionen US-Dollar (entspricht aktuell 1,6 Millionen Euro) von der Chan Zuckerberg Initiative gefördert, wie die Wohltätigkeitsorganisation des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg und seiner Ehefrau Dr. Priscilla Chan diese Woche bekannt gegeben hat.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-86079</guid><pubDate>Thu, 03 Nov 2022 09:37:29 +0100</pubDate><title>Wie ein taumelnder Spielzeugkreisel: Überraschende Neuigkeiten vom Röntgenpulsar Her X-1</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=86079&amp;cHash=f09081d1617821e09dbcd91cf7640f15</link><description>Internationales Forschungsteam unter Führung der Universität Tübingen wertet erste direkte Messungen der Polarisation von Röntgenquellen durch das Weltraumteleskop IXPE aus</description><content:encoded><![CDATA[<p>Gleich die erste direkte Messung der Polarisation eines Röntgenpulsars, eines rotierenden magnetisierten Neutronensterns, durch das Weltraumteleskop IXPE (<span lang="en" dir="ltr">Imaging X-ray Polarimetry Explorer</span>) stellte bisherige Modelle solcher Systeme in Frage. Der Polarisationsgrad des Röntgenpulsars Hercules X-1 war viel niedriger als theoretisch vorhergesagt, sodass die Vorstellungen der Astrophysiker von der Geometrie und Struktur der Materieflüsse grundlegend überdacht werden müssen. Den neuen Erkenntnissen zufolge liegen die Drehachse und die magnetische Achse des Neutronensterns, als auch die Richtung des Drehimpulses in diesem Doppelsternsystem, nicht in einer Linie, sodass das Objekt sich taumelnd wie ein Kreisel bewegt. In der Fachzeitschrift <span lang="en" dir="ltr">Nature Astronomy</span> ist dazu eine Studie eines großen internationalen Teams erschienen. Hauptautoren sind Dr. Victor Doroshenko vom Institut für Astronomie und Astrophysik der Universität Tübingen und Dr. Juri Poutanen von der finnischen Universität Turku.</p><p>Röntgenpulsare haben Durchmesser von nur etwa zehn Kilometern, sind aber schwerer als die Sonne und haben ein Magnetfeld, das mehrere Milliarden Mal stärker ist als alle Magnetfelder, die wir auf der Erde kennen. Sie bilden ein Doppelsternsystem mit einem normalen Stern, der Materie über ein Magnetfeld wie über einen Trichter in die Polregionen des Pulsars überfließen lässt. Dies zur Freisetzung immenser Energien und macht Röntgenpulsare zu sehr hellen Quellen am Röntgenhimmel.</p><p><strong>Bisherige Modelle überdenken</strong><br> Nun liefert die IXPE-Mission, die zu Beginn dieses Jahres startete, eine neue Perspektive auf diese Objekte. IXPE ist die erste Pioniermission, bei der polarisierte Röntgenstrahlen von Himmelsobjekten gemessen werden können. „Her X-1 war der erste Röntgenpulsar, der von IXPE beobachtet wurde. Wir waren sehr überrascht, dass dabei nur eine niedrige Polarisation beobachtet wurde, was unsere theoretischen Vorhersagen über den Haufen warf. Wir haben das noch nicht verstanden“, sagt Victor Doroshenko. Der durchschnittliche Polarisationsgrad von circa 8,6 Prozent, der von IXPE mit hoher Genauigkeit gemessen wurde, sei viel niedriger als die erwarteten circa 80 Prozent, die durch theoretische Arbeiten vorhergesagt waren. „Eine solch große Diskrepanz impliziert, dass bisherige Modelle des Strahlungstransports in stark magnetisierten Plasmen, die sich an den Polen der Neutronensterne sammeln, und unsere Ideen bezüglich der Geometrie und Struktur der Emissionsregion in Her X-1 – und wahrscheinlich weiterer Pulsare – im Licht der IXPE-Ergebnisse grundlegend überdacht werden müssen“, setzt Juri Poutanen hinzu.</p><p>„Ich habe Her X-1 fast mein ganzes Leben lang untersucht, und er überrascht mich immer wieder“, sagt Professor Rüdiger Staubert vom Tübinger Institut für Astronomie und Astrophysik und einer der Koautoren der Studie. „Es ist der erste Röntgenpulsar, bei dem wir das magnetische Feld des Neutronensterns direkt messen konnten. Und es ist eines der meistuntersuchten Objekte seiner Art. Aber wir sind noch weit davon entfernt, es völlig zu verstehen“, sagt Staubert.</p><p><strong>Ultimativer Beleg steht noch aus</strong><br> Trotz aller neuen Rätsel betrachtet das Forschungsteam die neuen Ergebnisse als grundlegende Erkenntnisse. „Erstmals seit der Entdeckung von Röntgenpulsaren vor fünf Jahrzehnten war es möglich, durch das Studium der Änderungen des Polarisationswinkels mit der Phase der Eigendrehung den Winkel zwischen der Drehachse und der magnetischen Dipolachse zu messen. Diese Informationen benötigen wir, um die Emission aus solchen Objekten zu modellieren“, erklärt Doroshenko. „Diese röntgenpolarimetrischen Beobachtungen haben wir mit früheren optischen polarimetrischen Messungen kombiniert. So konnten wir belegen, dass die Drehachse des Pulsars nicht in einer Linie mit dem Bahndrehimpuls liegt. Das deutet – wie auch andere frühere Beobachtungen – darauf hin, dass der Neutronenstern taumelt wie ein auslaufender Spielzeugkreisel.“</p><p>Der ultimative Beleg dafür werde später in diesem Jahr erwartet, wenn IXPE den Röntgenpulsar Her X-1 in einer anderen Phase seines 35-Tage-Zyklus beobachten soll, berichtet Professor Andrea Santangelo vom Tübinger Institut für Astronomie und Astrophysik. „IXPE startet gerade erst jetzt das neue Beobachtungsfenster der Röntgenpolarimetrie und ebnet den Weg für die nächste Generation von Röntgenpolarimetern. Es ist erst der Anfang eines großen Abenteuers“, setzt er hinzu.</p><p>Der Imaging X-ray Polarimetry Explorer (IXPE) wurde zu Beginn dieses Jahres an Bord einer Fal-con-9-Rakete von Cape Canaveral aus ins All geschossen und kreist nun 370 Meilen (600 Kilometer) über dem Erdäquator. Die Mission ist eine Kooperation zwischen der NASA und der Agenzia Spaziale Italiana mit Partnern und Wissenschaftlern in zwölf Ländern. Gesteuert wird die Weltraummission von Ball Aerospace, die ihren Sitz in Broomfield, Colorado, in den USA hat.</p><p><strong>Pressemitteilung der NASA:</strong><br><a href="https://www.nasa.gov/mission_pages/ixpe/news/2022/powerful-neutron-star-s-behavior-surprises-ixpe-researchers.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.nasa.gov/mission_pages/ixpe/news/2022/powerful-neutron-star-s-behavior-surprises-ixpe-researchers.html</a></p><p><strong>Publikation:</strong><br> Doroshenko, V., Poutanen, J., Tsygankov, S.S. et al. Determination of X-ray pulsar geometry with IXPE polarimetry. Nature Astronomy, 24. Oktober 2022, <a href="https://doi.org/10.1038/s41550-022-01799-5" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41550-022-01799-5</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-86034</guid><pubDate>Wed, 02 Nov 2022 13:05:00 +0100</pubDate><title>Neue Einblicke in den Alltag frühindustrieller Arbeiterinnen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=86034&amp;cHash=ff66e870c41123651471d69af15243b7</link><description>Was Handskelette über das Arbeiten im 19. Jahrhundert verraten: Forscher der Universität Tübingen und des Naturhistorischen Museums Basel kombinieren Knochenanalysen mit historischem Archiv</description><content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-85953</guid><pubDate>Mon, 31 Oct 2022 08:24:08 +0100</pubDate><title>MINT me! verbindet Schülerlabore der Region </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=85953&amp;cHash=a7068d180014717f05389d3240a721db</link><description>BMBF fördert Aufbau eines Schülerlabor-Netzwerks: Die außerschulischen MINT-Angebote der Region Neckar-Alb sollen gebündelt und ausgebaut werden</description><content:encoded><![CDATA[<p>Selber Experimente durchführen und einen Blick hinter die Kulissen der Forschung werfen: In Schülerlaboren dürfen Schülerinnen und Schüler durch Ausprobieren wissenschaftlichen Fragen nachgehen. Das Projekt „MINT me!“ will solche außerschulischen Lernangebote künftig besser sichtbar machen. Die MINT-Didaktiken und das Schülerlabor Neurowissenschaften der Universität Tübingen haben sich hierfür mit Verbundpartnern (BBQ Tübingen, Universitätsstadt Tübingen, Siemens Stiftung) sowie 14 weiteren Partnern (u. a. Tübingen AI Center, Cyber Valley, die Exzellenzcluster iFIT und CMFI) zusammengeschlossen. Gemeinsam soll die Außendarstellung solcher Angebote zu MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) gebündelt und weiterentwickelt werden.</p><p>Das Projekt wurde im Rahmen des aktuellen MINT-Aktionsplans des Bundesministeriums für Bildung und Forschung als eines von 25 Projekten aus insgesamt über 100 Bewerbungen ausgewählt. Es erhält für drei Jahre finanzielle Unterstützung in Höhe von 500.000 Euro.</p><p>Geplant ist, mit einem Web-Portal eine zentrale Anlaufstelle für unterrichtsergänzende MINT-Aktivitäten der Universität Tübingen zu schaffen. Ein Fokus liegt dabei auf der nachhaltigen Verzahnung der Lerngelegenheiten mit dem Schulunterricht durch das sogenannte „Blended-Learning“. Videoclips aus der Praxis werden zeigen, dass und wie Schülerlabore direkten Bezug zu Berufsfeldern haben.&nbsp;</p><p>„Im Vordergrund aller außerschulischen Lerngelegenheiten steht die Frage: Wie können Forschungsprozesse an relevanten berufsspezifischen und alltagsnahen Fragen verdeutlicht werden?“, sagt Professor Stefan Schwarzer (Didaktik der Chemie), der das Projekt zusammen mit Professor Uwe Ilg (Schülerlabor Neurowissenschaften) leitet. Lernten Schülerinnen und Schüler die Forschung durch praxisnahe Beispiele aus der Wissenschaft und Wirtschaft kennen, können dies eine Grundlage sein, später einen MINT-Beruf zu wählen.&nbsp;</p><p>„MINT me!“ soll helfen, dem Mangel an MINT-Nachwuchs in der wirtschaftsstarken Region Neckar-Alb entgegen zu wirken. Ferner soll der Verbund einen organisatorischen Rahmen für weitere Aktivitäten bilden, beispielsweise Fortbildungen für Lehrkräfte oder Berufspraktika. Die wissenschaftliche Begleitung des Vorhabens durch die MINT-Didaktiken wird dabei zur Qualitätssicherung der Lernangebote beitragen.</p><p>Informationen unter <a href="https://uni-tuebingen.de/de/237057" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/de/237057</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-85911</guid><pubDate>Fri, 28 Oct 2022 13:20:23 +0200</pubDate><title>35. Tübinger Poetik-Dozentur</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=85911&amp;cHash=91b52eac2561b4bcebc28e1f37d4436e</link><description>Ingo Schulze und Dževad Karahasan gemeinsam mit Alida Bremer und Naser Šečerović an der Universität Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen lädt zur 35. Tübinger Poetik-Dozentur ein: Ingo Schulze und Dževad Karahasan werden vom 14. bis zum 18. November die Poetik-Vorlesungen halten und – gemeinsam mit Alida Bremer und Naser Šečerović – über ihre Werke, ihre aktuellen Arbeiten und auch ihr literaturpolitisches Engagement sprechen. Die Vorlesungen und&nbsp;<br> Gespräche finden jeweils um 19:15 Uhr in der Alten Aula (Münzgasse 30, 72070 Tübingen) statt.&nbsp;</p><p>Für eine Teilnahme vor Ort ist keine Anmeldung erforderlich. Die diesjährigen Vorlesungen können über einen Livestream verfolgt werden: <a href="https://www.youtube.com/playlist?list=PLsZhiMXtMWI7QZKBAkGXru4rk1yzDrdJx" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.youtube.com/playlist?list=PLsZhiMXtMWI7QZKBAkGXru4rk1yzDrdJx</a>&nbsp;</p><p>Ingo Schulze und Dževad Karahasan lesen zudem am Sonntag, 13. November, 16 Uhr, in der Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall, aus Ihren Romanen „Die rechtschaffenen Mörder“ (2020) und „Der Trost des Nachthimmels“ (2016). Hier ist eine Anmeldung erforderlich unter <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mwpuvjcnngBywgtvj0eqo" data-mailto-vector="2" class="mail">kunsthalle<span style="display:none">spam prevention</span>@wuerth.com</a>. Der Eintritt ist frei.</p><p>Die Tübinger Poetik-Dozentur ist ein<strong> Projekt der Stiftung Würth</strong> und wird von der<strong> Adolf Würth GmbH &amp; Co. KG</strong> gefördert. Einmal jährlich werden zwei Autoren oder Autorinnen eingeladen, öffentliche Vorlesungen zu halten sowie Workshops für Studierende anzubieten.</p><h3>Die Termine im Überblick</h3><p><strong>Lesung von Ingo Schulze und Dževad Karahasan</strong> am Sonntag,&nbsp;<br> 13. November, 16.00 Uhr, Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall.&nbsp;<br> Anmeldung erforderlich unter <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mwpuvjcnngBywgtvj0eqo" data-mailto-vector="2" class="mail">kunsthalle<span style="display:none">spam prevention</span>@wuerth.com</a>&nbsp;</p><p><strong>Veranstaltungen an der Universität Tübingen</strong><br> jeweils 19 Uhr c. t., Alte Aula (Münzgasse 30, 72070 Tübingen)&nbsp;</p><p><strong>Montag, 14. November&nbsp;</strong><br> Vorlesung von Ingo Schulze: „Wer die Geschichten und die Geschichte schreibt. Zur Entstehung der Romane ‚Peter Holtz – sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst‘ und ‚Die rechtschaffenen Mörder‘“</p><p><strong>Dienstag, 15. November&nbsp;</strong><br> Vorlesung von Dževad Karahasan: „Die Schule des Lebens“</p><p><strong>Mittwoch, 16. November&nbsp;</strong><br> Ingo Schulze und Dževad Karahasan im Gespräch mit Alida Bremer und Naser Šečerović:&nbsp;<br> „Der Beobachter sieht nichts? Über ‚Tasso im Irrenhaus‘“</p><p><strong>Donnerstag, 17. November&nbsp;</strong><br> Dževad Karahasan und Ingo Schulze im Gespräch mit Alida Bremer und Naser Šečerović</p><p>Weitere Informationen unter poetik-dozentur.de&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-85599</guid><pubDate>Wed, 26 Oct 2022 09:30:28 +0200</pubDate><title>Bisher leichtester Neutronenstern oder seltsame Quark-Materie?</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=85599&amp;cHash=34339ccecb288a3e8d122c9d1a5611fb</link><description>Astrophysiker der Universität Tübingen entdecken ein ungewöhnliches Objekt im Zentrum des Supernovaüberrests HESS J1731-347</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der leichteste bisher bekannte Neutronenstern steht im Zentrum des Supernovaüberrests HESS J1731-347. Dr. Victor Doroshenko, Dr. Valery Suleimanov, Dr. Gerd Pühlhofer und Professor Andrea Santangelo von der Abteilung Hochenergieastrophysik am Institut für Astronomie und Astrophysik der Universität Tübingen entdeckten das ungewöhnliche Objekt mithilfe von Röntgenteleskopen im All. Nach Berechnungen des Forschungsteams besitzt er nur etwa die Hälfte der Masse eines typischen Neutronensterns. Als Berechnungsgrundlage nutzte es neue Entfernungsmessungen zu einem Begleitstern, den das gleiche Team bereits früher entdeckt hatte. So konnten die Astrophysiker Masse und Radius des Neutronensterns mit bisher unerreichter Genauigkeit angeben. Ihre Studie wurde in der Fachzeitschrift <em>Nature Astronomy</em> veröffentlicht.</p><p>Neutronensterne werden geboren, wenn normale Sterne mit großer Masse in der Explosion einer Supernova ‚sterben‘, berichtet Victor Doroshenko, der Hauptautor der Studie. Sie seien extreme Objekte, die sozusagen als Himmelslabore für Studien der physikalischen Grundlagenforschung genutzt werden können. „Neutronensterne weisen noch unbekannte Eigenschaften von Materie auf, sie haben eine viel höhere Dichte als Atomkerne“, sagt der Forscher. Solche Bedingungen könnten in irdischen Laboren nicht nachgebildet werden. „Beobachtungen von Neutronensternen im All mit Röntgen- oder anderen Teleskopen werden uns erlauben, die Rätsel der superdichten Materie zu lösen – zumindest, wenn wir Herausforderungen wie die bei der Beobachtung entstehende Unschärfe bei den Entfernungsmessungen in den Griff bekommen. Genau das ist uns nun gelungen.“</p><h3>Präzise Berechnungen</h3><p>Der Neutronenstern im Zentrum des Supernovaüberrests HESS J1731-347 war einer von einer Handvoll von Objekten, die bei Messungen der Gammastrahlung mit den H.E.S.S.-Teleskopen in Namibia entdeckt und anschließend durch Röntgenteleskope aus dem All untersucht wurden, berichtet Doroshenko. „Erst dadurch wurde der sich abkühlende Neutronenstern sichtbar“, setzt Gerd Pühlhofer hinzu. Die Besonderheit dieses Objekts ist, wie das gleiche Forschungsteam bereits früher festgestellt hatte, dass es mit einem weiteren Stern physikalisch verbunden ist. Er beleuchtet die Staubhülle um den Neutronenstern und taucht sie in infrarotes Licht. Der Begleitstern wurde kürzlich durch das Gaia-Weltraumteleskop der Europäischen Raumfahrtagentur beobachtet, was dem Forschungsteam eine akkurate Entfernungsmessung zu beiden Objekten lieferte. Bei der Gaia-Mission wird der Himmel hochgenau dreidimensional optisch durchmustert. „Dadurch konnten wir vorherige Ungenauigkeiten beheben und unsere Modelle verbessern. Masse und Radius des Neutronensterns ließen sich viel genauer bestimmen, als es bisher möglich war“, erklärt Valery Suleimanov aus der Theoretischen Astrophysik.</p><p>Noch sei nicht klar, wie sich das ungewöhnliche Objekt gebildet hat. Auch gebe es Zweifel, ob es sich tatsächlich um einen Neutronenstern handelt oder ob das Objekt Kandidat für ein noch viel exotischeres Objekt ist, das aus seltsamer Quark-Materie besteht, sagt Andrea Santangelo und setzt hinzu: „Das ist aktuell der vielversprechendste Quarkstern-Kandidat, den wir bisher kennen, auch wenn seine Eigenschaften mit denen eines ‚normalen‘ Neutronensterns übereinstimmen.“ Doch selbst in dem Fall, dass es sich bei dem Objekt im Zentrum von HESS J1731-347 um einen Neutronenstern handele, bleibe es ein besonders interessantes Objekt. „Es erlaubt uns, den noch unerforschten Teil des Parameterraums in der Masse-Radius-Ebene von Neutronensternen zu untersuchen. So erhalten wir wertvolle Hinweise auf die Zustandsgleichung der dichten Materie, mit der sich ihre Eigenschaften beschreiben lassen“, schließt Santangelo.</p><h3>Publikation:</h3><p>Victor Doroshenko, Valery Suleimanov, Gerd Pühlhofer and Andrea Santangelo: A strangely light neutron star within a supernova remnant. <em>Nature Astronomy</em>, 24. Oktober 2022, <a href="https://doi.org/10.1038/s41550-022-01800-1" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41550-022-01800-1</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-85416</guid><pubDate>Mon, 24 Oct 2022 10:33:05 +0200</pubDate><title>„Troia, Schliemann und Tübingen“ – Jubiläumsausstellung zeigt unveröffentlichte Fundstücke</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=85416&amp;cHash=74f90560267694278b306b5f764b6048</link><description>Das Museum der Universität Tübingen MUT feiert sein 25-jähriges Bestehen ‒ Baden-Württemberg Stiftung und zwölf weitere Förderer unterstützen die Ausstellung  </description><content:encoded><![CDATA[<p>Rund 150 Jahre nach der Entdeckung Troias durch Heinrich Schliemann präsentiert das Museum der Universität Tübingen MUT ab Donnerstag bislang unveröffentlichte Fundstücke aus den Grabungen des deutschen Archäologen. Das Museum MUT „Alte Kulturen“ auf Schloss Hohentübingen begeht mit der Ausstellung ‘Troia, Schliemann und Tübingen‘ zugleich seinen 25. Geburtstag und den 200. Geburtstag Schliemanns. Die Baden-Württemberg Stiftung und zwölf weitere Förderer unterstützen die Ausstellungsarbeiten des Museums und des Tübinger Troia-Forschungsprojekts unter der wissenschaftlichen Leitung von Professor Ernst Pernicka am Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters.</p><p>„In den archäologischen Sammlungen im Schloss lagern über 200 Originale aus den Troia-Grabungen Schliemanns. Die Tübinger Ausstellung macht sie nun erstmals der Öffentlichkeit zugänglich“, sagt MUT-Direktor Professor Ernst Seidl. Unter den Fundstücken der Tübinger Sammlung befindet sich beispielsweise ein Tondeckel für ein Gefäß, in dem ein Gesicht zu erkennen ist. Gezeigt werden auch Leihgaben anderer Museen, wie ein Ohrring aus Gold mit Gehänge oder ein Becher mit kunstvoll geschwungenem Doppelhenkel.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-85323</guid><pubDate>Thu, 20 Oct 2022 14:54:41 +0200</pubDate><title>Seit 25 Jahren aktiv: Lehrpreis der Universität Tübingen würdigt internationales Mathematik-Seminar</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=85323&amp;cHash=c430d1cc5176ea55301c831296acf26d</link><description>Studierende aus 40 Ländern lernen gemeinsam ‒ Sonderpreis für studentisches Engagement für „Mindful Science“-Initiative, die Studierende und Forschende zum Gespräch über psychische Gesundheit einlädt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Lehrpreis der Universität Tübingen geht in diesem Jahr an Professor Rainer Nagel aus der Mathematik für das internationale „Internetseminar Evolutionsgleichungen“. Schon seit 25 Jahren verbindet er in diesem Seminar digitale Elemente mit Präsenzlehre: Studierende aus derzeit 120 Universitäten weltweit erarbeiten zusammen jährlich wechselnde Themenschwerpunkte aus der Mathematik. Das Seminar wurde von Rainer Nagel begründet, stetig weiterentwickelt und wird inzwischen gemeinsam von einem internationalen Gremium aus 15 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern organisiert und evaluiert.</p><p>Den mit 2.500 Euro dotierten Preis vergibt die Universität jährlich für innovative Lehrformate oder besonderes Engagement in der Lehre.</p><p>Den Sonderpreis für herausragendes studentisches Engagement 2022 der Universität Tübingen erhält die „Mindful Science“-Initiative aus den Neurowissenschaften: Promovierende bieten niedrigschwellige Formate wie Vorträge und gemeinsame Spaziergänge an, in denen Studierende und Forschende sich zum Thema „Mental Health“, über ihre eigene Situation und Belastungen, unter anderem in der Pandemie-Situation, austauschen können.</p><h3>Lehrpreis für das „Internetseminar Evolutionsgleichungen“</h3><p>Die Würdigung des Internetseminars fällt mit einem Jubiläum zusammen: Vor 25 Jahren, im Wintersemester 1997/98, etablierte Professor Nagel das Format für Mathematik-Studierende ab dem dritten Semester. Inzwischen nehmen jährlich ca. 500 Mathematik-Studierende aus 40 Ländern teil.&nbsp;</p><p>Im Ablauf wechseln sich digitale Phasen mit Präsenzveranstaltungen ab: Von Oktober bis Februar vermittelt der “<span lang="en" dir="ltr">virtual lecturer</span>“ in einem Online-Kurs das nötige Basiswissen – ergänzt durch Übungsaufgaben, Online-Treffen mit anderen Teilnehmern und betreut durch lokale Koordinatoren. Von März bis Juni formieren sich dann universitätsübergreifende Kleingruppen, die Schwerpunktthemen bearbeiten und über ihre Fortschritte regelmäßig „<span lang="en" dir="ltr">Status Reports</span>“ abgeben. Die Ergebnisse werden im Juni während eines einwöchigen Workshops in Präsenz und auf Englisch vorgestellt.&nbsp;</p><p>Den jeweiligen Themenschwerpunkt wählt ein internationales Leitungsgremium aus 15 Professorinnen und Professoren aus, die oft bereits selbst als Studierende am Seminar teilgenommen haben. Das Gremium unterstützt die Organisation und wirbt Fördermittel für die Ausrichtung des Workshops ein.</p><p>„Studierende knüpfen in diesem Seminar erste internationale und fachliche Kontakte und erfahren die Mathematik als internationale Wissenschaft“, sagt Nagel. „Es ist für mich immer wieder beeindruckend, den Enthusiasmus und das Engagement der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu erleben.“</p><p>Mit dem Preisgeld sollen Tübinger Studierende bei der Teilnahme am Seminar finanziell unterstützt werden.</p><p>Link zum Seminar 2022: <a href="https://www.mat.tuhh.de/veranstaltungen/isem26/start" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.mat.tuhh.de/veranstaltungen/isem26/start</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-85278</guid><pubDate>Thu, 20 Oct 2022 09:35:12 +0200</pubDate><title>Universität Tübingen und Boehringer Ingelheim bündeln Kräfte</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=85278&amp;cHash=f6db646a7253faddc29320512dfd6534</link><description>Gemeinsames Stipendienprogramm fördert Forschung an der Schnittstelle von künstlicher Intelligenz und Gesundheit.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen und Boehringer Ingelheim starten ein KI- und Data-Science-Stipendienprogramm für Top-Talente aus der ganzen Welt. Pro Jahr werden drei bis fünf Stipendien für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren vergeben. Ziel ist es, nach fünf Jahren insgesamt neun bis fünfzehn Stipendien im Programm zu haben.<br> &nbsp;<br> Die Partner werden an der Schnittstelle von Gesundheit und KI-Anwendungen Forschungsthemen definieren, die von einem gemeinsamen Steering Committee ausgewählt werden. Erste Fellowships wurden auf der <a href="https://uni-tuebingen.de/de/237054" target="_blank" class="internal-link">Website der Universität</a> veröffentlicht und interessierte Postdoktoranden können ihre Bewerbungen jetzt einreichen.<br> &nbsp;<br> Die Partnerschaft basiert auf der gemeinsamen Vision von Boehringer Ingelheim und der Universität Tübingen, die Leistungsfähigkeit von KI und Data Science zur Verbesserung der Gesundheit von Mensch und Tier zu nutzen. Ziel ist es, das Leben der Patientinnen und Patienten durch medizinische Fortschritte zu verbessern, Behandlungszeiten zu verkürzen und die Patientenorientierung weiter zu erhöhen<br> &nbsp;<br> „Die Partnerschaft mit der Universität Tübingen wird unsere Forschung im Bereich KI und Data Science stärken und uns die Möglichkeit bieten, die nächste Generation an KI-Spezialisten und Data Scientists zu rekrutieren bzw. weiterzuentwickeln. Diese Talente werden ausschlaggebend für das Erreichen unseres Ziels einer beschleunigten Entwicklung neuartiger Behandlungen sein und das Leben von Millionen von Menschen und Tieren positiv beeinflussen“, so Jan Nygaard Jensen, Globaler Leiter Computational Biology und Digital Sciences bei Boehringer Ingelheim.<br> &nbsp;<br> „Nur wenn wir das Potenzial der neuen digitalen Technologien voll ausschöpfen, können wir unser Ziel erreichen, Menschen auf der ganzen Welt neueste Gesundheitslösungen zugänglich zu machen. Deshalb erstrecken sich bei Boehringer Ingelheim digitale Innovationen auf alle Bereiche und stehen zur optimalen Nutzung der sich bietenden Möglichkeiten unter einer einheitlichen Strategie. Wir freuen uns sehr auf die Arbeit mit den Fellows, um gemeinsam unsere Führungsposition bei der Entwicklung von Lösungen der nächsten Generation in den Bereichen KI und Data Science weiter auszubauen“, ergänzt Brigitte Fuhr, Leiter Central Data Science bei Boehringer Ingelheim.<br> &nbsp;<br> „Diese Zusammenarbeit mit einem forschungsorientierten biopharmazeutischen Unternehmen wie Boehringer Ingelheim ist eine Partnerschaft von beiderseitigem Interesse und könnte den Weg für weitere Kooperationen ebnen", sagt Professor Dr. Peter Grathwohl, Vizepräsident Prorektor für Forschung und Innovation an der Universität Tübingen. „Die Universität etabliert hier eine weitere Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und praktischer Anwendung. Zudem schärft sie ihr Profil in einem Forschungsbereich von zunehmender Bedeutung: dem Einsatz von KI in der Medizin und den Lebenswissenschaften.“<br> &nbsp;<br> „Insbesondere die Kombination von KI mit relevanten Gesundheits- bzw. Pharmadaten bietet ein großes Potenzial für eine deutliche Verbesserung des Wohlbefindens vieler Menschen“, erklärt Nico Pfeifer, Professor für Methods in Medical Informatics an der Universität Tübingen und Projektleiter. „Die Methodenforschung ist in der Lage, Probleme im Gesundheitswesen zu identifizieren, die neue KI-Ansätze erfordern, und maßgeschneiderte Lösungen dafür zu entwickeln."<br> &nbsp;<br> Die Fellows werden vor Ort an der Universität Tübingen forschen. Sie profitieren von der umfangreichen Erfahrung der Universität, dem schnellen Wachstum auf dem Gebiet der KI und Data Science sowie der dortigen hoch angesehenen medizinischen Forschung. Außerdem haben sie die Möglichkeit, eng mit Wissenschaftlern, Spezialisten für verschiedenste Gebiete und Führungskräften von Boehringer Ingelheim lokal wie global zusammenzuarbeiten. Darüber hinaus ist geplant, dass Fellows zu Besuchen an den Unternehmensstandorten sowie zu Netzwerkveranstaltungen und jährlich stattfindenden Symposien eingeladen werden.<br> &nbsp;<br> Der Universität Tübingen ist es ein Anliegen, Innovationen und Forschungsergebnisse in die Praxis zu tragen und im engen Austausch mit Wirtschaft und Gesellschaft zu stehen. Im Bereich der künstlichen Intelligenz ist die Universität Gründungsmitglied des Forschungsnetzwerks Cyber Valley und führt in vielen unterschiedlichen Kooperationen angewandte Grundlagenforschung durch. Der Fokus liegt auf Anwendungen für die Wissenschaft selbst – beispielsweise im Exzellenzcluster „Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft“ –, aber auch auf den Life Sciences und der Medizin sowie auf ethischen Aspekten.<br> &nbsp;<br> Die digitale Strategie von Boehringer Ingelheim zielt auf die Erstellung eines führenden Data-Science-Ökosystems ab. Hierzu sollen Kooperationen mit erstklassigen Forschungsinstitutionen auf diesem Gebiet abgeschlossen sowie Talente gefördert bzw. weiterentwickelt und Partnerschaften mit Dateninitiativen weltweit eingegangen werden. Dies ermöglicht den Aufbau einer umfassenden globalen Datenbank mit Genom- und Patientendaten. Das Unternehmen kooperiert entlang der gesamten Wertschöpfungskette mit innovativen digitalen Startups und investiert über den unternehmenseigenen Venture Fund BIVF in digitale Vorreiter.<br> &nbsp;<br> Die Kooperation mit der Universität Tübingen stärkt Boehringer Ingelheims Partnerschaften im Bereich KI und Data Science an vielen Innovationsstandorten in Europa, den USA und Asien. Im vergangenen Jahr wurde ein ähnliches Fellowship Programm zwischen der Yale University und dem Forschungs- und Entwicklungsstandort des Unternehmens in Ridgefield ins Leben gerufen. &nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p><strong>Die Universität Tübingen</strong><br> Die Universität Tübingen gehört zu den elf deutschen Universitäten, die als exzellent ausgezeichnet wurden. In den Lebenswissenschaften bietet sie Spitzenforschung im Bereich der Neurowissenschaften, Translationalen Immunologie und Krebsforschung, der Mikrobiologie und Infektionsforschung sowie der Molekularbiologie. Weitere Forschungsschwerpunkte sind Maschinelles Lernen, die Geo- und Umweltforschung, Archäologie und Anthropologie, Sprache und Kognition sowie Bildung und Medien. Mehr als 28.000 Studierende aus aller Welt sind aktuell an der Universität Tübingen eingeschrieben. Ihnen steht ein Angebot von mehr als 200 Studiengängen zur Verfügung – von der Ägyptologie bis zu den Zellulären Neurowissenschaften.<br><a href="http://www.uni-tuebingen.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de</a><br> &nbsp;<br><strong>Boehringer Ingelheim</strong><br> Boehringer Ingelheim arbeitet an bahnbrechenden Therapien, die das Leben heutiger und zukünftiger Generationen verändern. Als führendes forschungsgetriebenes biopharmazeutisches Unternehmen schafft das Unternehmen Werte durch Innovationen in Bereichen mit hohem ungedeckten medizinischen Bedarf. Seit seiner Gründung im Jahr 1885 ist Boehringer Ingelheim in Familienbesitz und verfolgt eine langfristige Perspektive. Mehr als 52.000 Mitarbeitende bedienen über 130 Märkte in den drei Geschäftsbereichen Humanpharma, Tiergesundheit und Biopharmazeutische Auftragsproduktion.<br><a href="http://www.boehringer-ingelheim.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.boehringer-ingelheim.de</a></p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-85269</guid><pubDate>Wed, 19 Oct 2022 17:15:00 +0200</pubDate><title>Attempto-Preis für die Sichtbarmachung einzelner Proteine in lebenden Nervenzellen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=85269&amp;cHash=6f24b9c3e9040dbd19a4a9c9dadbbf97</link><description>Die Doktorandin Aleksandra Arsić wird für ihre herausragende Arbeit ausgezeichnet, die neue Möglichkeiten bei bildgebenden Verfahren in der Hirnforschung eröffnet</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Attempto-Preis 2022 der Tübinger Attempto-Stiftung geht an Aleksandra Arsić, die am Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) der Universität Tübingen promoviert. Der mit 5.000 Euro dotierte Attempto-Preis wurde ihr im Rahmen der Mitgliederversammlung des Universitätsbundes am 19. Oktober 2022 in der Neuen Aula in Tübingen überreicht.</p><p>Aleksandra Arsić werde für eine Studie ausgezeichnet, die in der Grundlagenforschung einen qualitativen Meilenstein setzt bei der bildgebenden Untersuchung einzelner Proteine in lebenden Nervenzellen, so das Auswahlgremium des Preises. Das Verfahren eröffne neue Möglichkeiten in der bildgebenden Hirnforschung.</p><p>Arsić hatte gemeinsam mit ihren Koautorinnen und -autoren einen Weg gefunden, bestimmte Proteine in der lebenden Nervenzelle gezielt mit einem Fluoreszenzfarbstoff zu markieren. Diese Neurofilamente gehören zum Zellskelett, das den Nervenzellen ihre Struktur gibt. Die minimale Markierung stört die normalen Stoffwechselprozesse der Zellen nicht. Dadurch lassen sich Vorgänge in Nervenzellen von Mäusen mithilfe erweiterter Methoden der Lichtmikroskopie bis über die Beugungsgrenze des Lichts hinaus auf der Ebene der Neurofilamentmoleküle verfolgen.</p><p>Um nur die interessierende Molekülklasse der Neurofilamente im Lichtmikroskop sichtbar zu machen, nahm Aleksandra Arsić mit ihren Kolleginnen und Kollegen unter der Leitung von Dr. Ivana Nikić-Spiegel am CIN eine hochspezifische genetische Manipulation vor: In die Ketten von Aminosäurebausteinen, aus denen die Neurofilamente bestehen, wurde eine künstliche Aminosäure eingefügt. An diese konnte das Forschungsteam in einer Click-Markierung einen Farbstoff ankoppeln, der ein Fluoreszenzsignal aussendet. Die Click-Markierung beruht auf den innovativen Methoden der biologisch angewandten Click-Chemie, für deren Entdeckung der diesjährige Nobelpreis für Chemie vergeben wird.</p><p>Der von Aleksandra Arsić und ihren Koautoren entwickelte Ansatz erlaube nicht nur bislang undenkbare Einblicke in das molekulare Gefüge lebender Nervenzellen und deren normaler Entwicklung, sondern auch Einblicke in die Rolle molekularer Veränderungen infolge von Mutationen, Infektionen und Umwelteinwirkungen unterschiedlicher Art, die mutmaßlich für die Entwicklung von Störungen normaler Hirnfunktionen verantwortlich sein dürften, sagte Professor Hans-Peter Thier vom CIN in seiner Laudatio.</p><p>Der Attempto-Preis wurde 1983 von dem Psychiater Konrad Ernst und seiner Ehefrau Dorothea gestiftet. Er wird an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler für herausragende Arbeiten über Hirnleistungen und deren Störungen vergeben, die an der Universität Tübingen und an den der Universität verbundenen Tübinger Einrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft entstanden sind. Zuletzt wurde der Attempto-Preis 2019 vergeben. Das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro kann zur Förderung der weiteren wissenschaftlichen Karriere eingesetzt werden. Die Attempto-Stiftung wird seit ihrer Gründung 1983 vom Universitätsbund verwaltet.</p><h3>Publikation:</h3><p>Aleksandra Arsić, Cathleen Hagemann, Nevena Stajković, Timm Schubert &amp; Ivana Nikić-Spiegel: <span lang="en" dir="ltr">Minimal genetically encoded tags for fluorescent protein labeling in living neurons. <em>Nature Communications</em></span>, <a href="https://doi.org/10.1038/s41467-022-27956-y" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41467-022-27956-y</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-85122</guid><pubDate>Mon, 17 Oct 2022 15:31:57 +0200</pubDate><title>Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz zeichnet Schülerteams aus</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=85122&amp;cHash=8060ce520134294f306f3381b1fb4115</link><description>Deutschlands KI-Nachwuchs begeisterte beim Finale des führenden Wettbewerbs rund um Künstliche Intelligenz. Ziel aller Teilnehmenden: Mithilfe von KI-Anwendungen die Welt verbessern</description><content:encoded><![CDATA[<p>Insgesamt zehn Schülerteams sind am Freitag beim Finale des 4. Bundeswettbewerbs für Künstliche Intelligenz (BWKI) in Tübingen mit ihren eingereichten KI-Projekten angetreten: Von <span lang="en" dir="ltr">Fake-News</span>-Filtern, Sprachübersetzungs-Apps bis hin zur chemiefreien Unkrautbekämpfung durch Drohnen-Spotting – für die Jury war die Auswahl aus der Bandbreite an Anwendungen keine leichte Entscheidung.&nbsp;</p><p>Der mit 1.500 Euro dotierte Hauptgewinn ging in diesem Jahr an den 17-jährigen David Rutkevich aus Leer in Ostfriesland, angemeldet als „<span lang="en" dir="ltr">camel_case</span>“. Er hat einen Algorithmus entwickelt, der weiße Blutzellen analysiert. Das hilft bei der Erkennung von Viruserkrankungen wie Affenpocken oder von HIV. Effiziente und kostengünstigere KI-gestützte Methoden könnten auch die medizinische Diagnostik in ärmeren Ländern verbessern. Er gewann außerdem einen Praktikumsplatz bei der Firma Fanuc und erhält hier vertiefte Einblicke in die Industrieautomatisierung.</p><p>Den mit 500 Euro dotierten Geldpreis in der Sonderkategorie „Umwelt und Nachhaltigkeit“ erhielt der 15-jährige Christian Krause aus Rottum in Oberschwaben, angetreten als „ampfer_mampfer“. Er hat einen Algorithmus entwickelt, der das Feldunkraut Ampfer auf Drohnenbildern erkennt und genau positioniert: Die perfekte Grundlage für gezielte mechanische Unkrautentfernung durch Roboter anstelle von chemischen Unkrautvernichtungsmitteln.</p><p>Als Sieger in der Sonderkategorie „Hardware“ gingen Alexander Lowa und Moritz Erbe mit ihrem Team „Droneso.me“ hervor. Die 18-Jährigen aus dem Spreewald freuten sich über einen Geldpreis in Höhe von 750 Euro. Dank „Droneso.me“ könnten in Zukunft medizinische Hilfsmittel per autonomer intelligenter Transport-Drohne in Windeseile an ihren Zielort gelangen – ohne Zeitverlust in Staus oder an roten Ampeln.</p><p>Mit dem Nachwuchspreis wurde das „Team Orion“ aus Hamburg ausgezeichnet. Die beiden 17-jährigen Vincent Elster und Caspar Pagel haben eine KI entwickelt, die Tweets mit gefakten Inhalten erkennt und den Nutzer warnt. Ihr Anwendungsbeispiel: Die <span lang="de" dir="ltr">Queen </span>ist nicht tot. Das Team erhielt einen Geldpreis in Höhe von 500 Euro.</p><p>Alle Daheimgebliebenen hatten die Chance, der Veranstaltung <a href="https://www.bw-ki.de/live" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">live auf YouTube</a>&nbsp;beizuwohnen – und ihre Favoriten mit dem Publikumspreis zu belohnen. Dieser – dotiert mit 500 Euro - ging in diesem Jahr erstmals an zwei Teams: Darunter „Captcha-AI Bot“ bestehend aus dem 17-jährigen Jacob Bürkle aus dem hessischen Dreieich. Er hat den Captcha-Test mit einem Algorithmus herausgefordert. Captchas werden dazu verwendet, um sicher zu stellen, dass ein Mensch, und keine Maschine sich in Nutzerkonten einloggen oder Internetformulare ausfüllen. Der 15-jährige Christian Krause aus Rottum in Oberschwaben von „ampfer_mampfer“ lag mit „Captcha-AI Bot“ gleich auf und konnte sich damit über gleich zwei Preise am Abend freuen.</p><p>Das Gymnasium Neuenbürg in Baden-Württemberg sicherte sich den Titel „KI Schule des Jahres“. Mehr als 80 Schüler:innen hatten vorab am kostenlosen KI-Kurs des BWKI teilgenommen. Als Preis erhält das Gymnasium einen Klassensatz einer von der Pflanzenwelt inspirierten Roboterblume.</p><p>Schüler:innen weiterführender Schulen waren im Frühjahr dazu aufgerufen, alleine, im Team mit bis zu vier Personen oder als Klassengemeinschaft ein eigenes KI-Projekt zu entwickeln – und damit beispielsweise einen gesellschaftlichen oder ökologischen Beitrag zu leisten. Nach der Einreichung der Projektideen Mitte Mai hatten die Jugendlichen ein halbes Jahr Zeit, diese umzusetzen. Zehn Teams qualifizierten sich für das Finale am 14. Oktober und hatten die Chance ihre Projekte in Tübingen selbst der Jury zu präsentieren und damit zu begeistern.</p><p>Der Tag endete mit einer gemeinsamen Party, bei der das <span lang="en" dir="ltr">Algorave</span>-Duo „<span lang="en" dir="ltr">Crash Server</span>“ aus Straßburg live Elektrosounds programmierte und die entsprechenden Computercodes auf einen Bildschirm projizierte.</p><p>„Künstliche Intelligenz verändert Wirtschaft und Gesellschaft massiv. Daher ist es wichtig, sie nicht nur zu verstehen, sondern auch kreativ und verantwortungsvoll einzusetzen. Der Wettbewerb bestärkt junge Menschen, genau das zu tun“, erklärte Dr. Felix Streiter, Geschäftsführer der Carl-Zeiss-Stiftung, die den Bundeswettbewerb nun schon im dritten Jahr fördert.</p><p>„Inzwischen spüren wir überall, dass wir dringend gute Ideen für eine gute Zukunft brauchen. Der BWKI soll das Selbstvertrauen unserer jungen Leute stärken und sie ermutigen, mit neuen Technologien nach neuen Lösungen zu suchen,” sagte Professor Matthias Bethge, Co-Initiator des Wettbewerbs und Leiter des Tübingen <span lang="en" dir="ltr">AI Center</span>, eine gerade von Bund und Land neu gegründete Forschungseinrichtung der Universität und des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme in Tübingen.</p><p>In der Jury des Wettbewerbes waren in diesem Jahr vertreten: Dr. Philip Häusser (Physiker und Moderator), Prof. Dr. Matthias Bethge (Initiator des Wettbewerbs, Direktor des Tübingen <span lang="en" dir="ltr">AI Center</span>), Dr. Wieland Brendel (Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme Tübingen) und Prof. Dr. Bernhard Schölkopf (Direktor Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme Tübingen), André Gatzke (Fernsehmoderator, u.a. der Sendung mit der Maus), Pina Merkert (Redakteurin beim c’t Magazin und Makerin), Julia Nitsch (Robotik- und ML-Expertin), Alexander Kleiner (<span lang="en" dir="ltr">Chief Expert Navigation and Coordination of Autonomous Systems </span>bei Bosch), Jan Seyler (Bereichsleitung und Entwicklung FESTO), Andrea Kranzer (<span lang="en" dir="ltr">Business Angel </span>und <span lang="en" dir="ltr">Start-Up</span>-Investorin im Bereich <span lang="en" dir="ltr">AI &amp; Health</span>), sowie Boris Gibba und Elisabeth Knigge als BWKI-Alumni.</p><p>Der Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz wird im kommenden Jahr erneut ausgeschrieben. Hauptförderer des Wettbewerbs ist die Carl-Zeiss-Stiftung. Der Wettbewerb wurde zudem von Bosch, Festo, Fanuc, dem Verlagshaus Droemer und Knaur sowie dem c’t Magazin unterstützt und in Kooperation mit dem Cyber Valley, der Hochschule der Medien Stuttgart und der Deutschen Allianz Meeresforschung durchgeführt.</p><h3>Über den Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz</h3><p>Der BWKI motiviert Schüler:innen eigenen Ideen für eine bessere Welt von morgen mithilfe von Künstlicher Intelligenz umzusetzen. Der Bundeswettbewerb wurde 2018 am KI-Forschungsstandort Tübingen durch Prof. Dr. Matthias Bethge (Direktor des Tübingen <span lang="en" dir="ltr">AI Center</span>), Dr. Wieland Brendel (Tübingen <span lang="en" dir="ltr">AI Center</span> / Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme Tübingen) und Prof. Dr. Bernhard Schölkopf (Direktor Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme Tübingen) ins Leben gerufen und ermöglicht seitdem Jugendlichen, ihr Können aktiv im KI-Forschungsumfeld unter Beweis zu stellen.</p><p>Mehr Infos unter: <a href="https://bw-ki.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bw-ki.de</a></p><h3>Über das Tübingen AI Center</h3><p>Der Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz ist ein Outreach-Projekt des Tübingen <span lang="en" dir="ltr">AI Center</span>. Das KI-Zentrum ist eine Forschungseinrichtung der Universität Tübingen und des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme, die gemeinsam vom Bund und Land getragen wird. Dort geht es darum, die Grenzen der KI-Forschung zu erweitern und die Zukunft in Europa mitzugestalten, mit dem Ziel, dass sich die Technik der Natur anpassen sollte und nicht umgekehrt.</p><p>Mehr Infos unter: <a href="https://tuebingen.ai" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://tuebingen.ai</a>&nbsp;</p><h3>Über die Carl-Zeiss-Stiftung</h3><p>Die Carl-Zeiss-Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, Freiräume für wissenschaftliche Durchbrüche zu schaffen. Als Partner exzellenter Wissenschaft unterstützt sie sowohl Grundlagenforschung als auch anwendungsorientierte Forschung und Lehre in den MINT-Fachbereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). 1889 von dem Physiker und Mathematiker Ernst Abbe gegründet, ist die Carl-Zeiss-Stiftung eine der ältesten und größten privaten wissenschaftsfördernden Stiftungen in Deutschland. Sie ist alleinige Eigentümerin der Carl Zeiss AG und SCHOTT AG. Ihre Projekte werden aus den Dividendenausschüttungen der beiden Stiftungsunternehmen finanziert.</p><p>Mehr Infos unter: <a href="https://carl-zeiss-stiftung.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://carl-zeiss-stiftung.de</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-85116</guid><pubDate>Mon, 17 Oct 2022 14:47:27 +0200</pubDate><title>Universität Tübingen feiert zehn Jahre LEAD</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=85116&amp;cHash=1873c11d2a8556914c4c15d260767f0a</link><description>Forschungsnetzwerk verknüpft über 100 Wissenschaftler – Internationale Spitzenposition für empirische Bildungsforschung in Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die empirische Bildungsforschung feiert das zehnjährige Bestehen des Forschungsnetzwerks LEAD an der Universität Tübingen. „Das Netzwerk hat seit 2012 eine wesentliche Rolle dabei gespielt, Tübingen zu einem der weltweit führenden Standorte der empirischen Bildungsforschung und der pädagogischen Psychologie zu machen“, sagte der Co-Direktor von LEAD, Professor Ulrich Trautwein. Das Jubiläum begehen die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit einer dreitägigen Konferenz vom 19.-21. Oktober.</p><p>LEAD startete als Graduiertenschule, die von 2012 bis 2019 im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder mit insgesamt neun Millionen Euro gefördert wurde. Die Universität und das Land Baden-Württemberg garantieren seither die weitere Arbeit. Ab 2016 erweiterte sich die Graduiertenschule zum Forschungsnetzwerk, das heute mehr als 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus zwölf Fachgebieten und mehr als zehn Nationen vereint. Bislang konnten 86 Doktorandinnen und Doktoranden im Rahmen von LEAD ihre Promotion erfolgreich abschließen.</p><p>„Gemeinsam haben sie maßgeblich dazu beigetragen, dass Tübingen zu einem der produktivsten Standorte weltweit in Pädagogischer Psychologie geworden ist“, sagte Trautwein. Der Bildungsforscher verwies auf die Ergebnisse eines im Fachmagazin Educational Psychology Review veröffentlichten globalen Rankings. Darin belegte die Universität Tübingen den vierten Platz und schaffte es als einzige wissenschaftliche Einrichtung in Deutschland unter die Top 20. Angeführt wird das Ranking von drei US-amerikanischen Universitäten.</p><p>„LEAD betreibt bestmögliche Forschung und bildet die nächste Generation von Bildungsexpertinnen und -experten aus“, sagte die Direktorin des Leibniz-Instituts für Wissensmedien, Professorin Ulrike Cress: „Beides wird mehr denn je benötigt – das zeigen die ernüchternden Ergebnisse des IQB-Bildungstrends nachdrücklich.“ Das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) hat am 17. Oktober den Bildungstrend 2021 veröffentlicht. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass rund ein Fünftel aller Schülerinnen und Schüler der 4. Klasse beim Lesen und Rechnen nicht einmal die Mindeststandards erreicht. In der Rechtschreibung sind es sogar 30 Prozent.</p><p>Die Jubiläumskonferenz des Forschungsnetzwerks findet in den Räumen der Tübinger Museumsgesellschaft statt. Forscherinnen und Forscher aus zwölf Disziplinen werden über Themen wie Digitalisierung in der Schule, die Bedeutung belastbarer wissenschaftlicher Erkenntnisse für die Schulentwicklung und den Dialog zwischen Wissenschaft, Schule und Öffentlichkeit diskutieren. Interessierte Medienvertreter sind herzlich zu dem Treffen eingeladen. Anmeldung wird erbeten über presse@lead.uni-tuebingen.de.</p><p>Die Abkürzung LEAD steht für Learning, Educational Achievement, and Life Course Development, was man mit „Lernprozesse, Bildungserfolg und Entwicklung im Lebensverlauf“ übersetzen kann. LEAD vernetzt Forschende aus unterschiedlichen Fachbereichen wie Erziehungswissenschaft, Psychologie, Informatik, Mathematik, Wirtschaftswissenschaft, Sportwissenschaften und Kinder- und Jugendpsychiatrie. Erfahrene Forschende coachen die jüngeren und unterstützen bei der Vernetzung, auch mit internationalen Kolleginnen und Kollegen aus über zehn Ländern weltweit. Mit 27 Schulen unterhält LEAD Partnerschaften, was dazu führt, dass sich die Studien des Forschungsnetzwerks durch eine große Nähe zu Praxis auszeichnen.&nbsp;</p><p>Die Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg ermöglicht die Erforschung der vielseitigen Faktoren, die Bildungserfolg von Schülerinnen und Schülern bestimmen. Dazu gehören Begabung, Motivation, soziale Herkunft, Unterrichtsqualität und der sinnvolle Einsatz von Lernmedien. An LEAD beteiligt sind neben der Universität Tübingen auch das Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) in Tübingen und das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen (DIE) in Bonn.&nbsp;</p><p>Weblinks: <a href="https://uni-tuebingen.de/forschung/forschungsschwerpunkte/lead-graduate-school-research-network/10-jahre-lead/" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/forschung/forschungsschwerpunkte/lead-graduate-school-research-network/10-jahre-lead/</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-84912</guid><pubDate>Wed, 12 Oct 2022 08:43:10 +0200</pubDate><title>Der Faden zur Nadel: Wie unsere Vorfahren die heimische Flora nutzten</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=84912&amp;cHash=dc5bc2f9a499ee8d03a9610c6026d05d</link><description>DNA aus Sedimenten gibt Auskunft über den Gebrauch von Pflanzen durch Menschen der Altsteinzeit</description><content:encoded><![CDATA[<p>Frankfurt/Tübingen, 11.10.2022. Unter der Leitung der Universität Oslo hat ein internationales Forschungsteam aus den Sedimenten der armenischen „Aghitu-3“-Höhle Pflanzen-DNA extrahiert und analysiert. Die Höhle wurde vor etwa 40.000 bis 25.000 Jahren von Menschen des Jungpaläolithikums als Unterschlupf genutzt. Eine detaillierte Auswertung der DNA zeigt, dass die Bewohner der Höhle zahlreiche Pflanzenarten zu verschiedenen Zwecken genutzt haben könnten, unter anderem als Medizin, Farbstoff oder Garn. Geleitet wurden die Ausgrabungen von der Nationalen Akademie der Wissenschaften von Armenien und dem Forschungsprojekt The Role of Culture in Early Expansions of Humans (ROCEEH), welches an der Universität Tübingen und dem Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt angesiedelt ist. Die Studie erschien kürzlich im Fachjournal <em>Journal of Human Evolution</em>.</p><p>Auf den ersten Blick unterscheidet die „Aghitu-3-Höhle“ nichts von den anderen zahlreichen Basalthöhlen im Hochland Südarmeniens. Doch die elf Meter tiefe, 18 Meter breite und sechs Meter hohe Höhle hat es in sich: Sie ist eine von wenigen Fundstellen für die Zeit des Jungpaläolithikums in der Republik Armenien. In den Höhlenedimenten finden sich Informationen zur menschlichen Besiedelung über einen Zeitraum von etwa 39.000 bis 24.000 Jahren vor heute. „In der Höhle wurden bereits Steinartefakte, Überreste von Tieren, Knochen, Werkzeuge, Muschelperlen sowie Holzkohle von Lagerfeuern gefunden“, erklärt der wissenschaftliche Leiter der Grabung Dr. Andrew Kandel vom Projekt ROCEEH an der Universität Tübingen und fährt fort: „Obwohl wir wissen, dass Pflanzen im Leben der prähistorischen Menschen nicht nur als Nahrungsmittel eine grundlegende Rolle spielten, bleiben Pflanzenteile wie Samen, Blätter, Früchte und Wurzeln – da sie organisch sind und in der Regel schnell zerfallen – nur selten erhalten und machen uns so die Erforschung schwer.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-84870</guid><pubDate>Tue, 11 Oct 2022 09:43:12 +0200</pubDate><title>Neue Leitung für das Studio Literatur und Theater</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=84870&amp;cHash=bbc625177644d61f9b8e01f1b18b486e</link><description>Lyrikerin Nancy Hünger wird zum Wintersemester Nachfolgerin von Dagmar Leupold</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Lyrikerin Nancy Hünger leitet künftig das Studio Literatur und Theater an der Universität Tübingen. Sie tritt zum Wintersemester 2022/23 die Nachfolge von Dagmar Leupold an. Die Schriftstellerin hatte das Angebot der Universität zum kreativen Schreiben seit 2004 verantwortet.</p><p>Nancy Hünger, geboren in Weimar, war bereits 2018 Tübinger Stadtschreiberin und kehrt nun für ihre neue Aufgabe zurück. Sie studierte Freie Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar und verschrieb sich danach ganz der Literatur. Zuletzt lebte sie als freie Autorin in Gotha.</p><p>Das Wintersemester-Programm des Studio Literatur und Theater für die Studierenden steht bereits und ist auf der <a href="https://uni-tuebingen.de/universitaet/campusleben/kunst-kultur-und-freizeit/studio-literatur-und-theater/programm/" target="_blank" class="external-link">Homepage des SLT</a> zu finden. Die neue Leiterin des SLT möchte künftig weitere Kooperationspartner für die Zusammenarbeit gewinnen. So findet im Winter ein gemeinsames Seminar mit dem Literaturarchiv in Marbach und der Universität Stuttgart zum Thema „?Frauen?literatur im Archiv“ statt.</p><p>Das Studio Literatur und Theater wurde vor 25 Jahren, im Jahr 1997, an der Universität Tübingen ins Leben gerufen. Hier können sich Studierende aller Fachbereiche in verschiedenen Formen kreativen Schreibens ausprobieren. Neben Seminaren zu Prosa, Lyrik und szenischem Schreiben lehren regelmäßig Gastdozierende wie Autorinnen und Autoren, Theater-, Verlags- und Medienschaffende. Im Mittelpunkt steht die eigene Kreativität, es geht aber auch um die Umsetzung auf der Bühne, im Rundfunkstudio oder auf dem Lesepodium – unterstützt durch Kooperationen mit regionalen Kultureinrichtungen und Medien.</p><p><strong>Auszeichnungen und Veröffentlichungen von Nancy Hünger</strong><br> Im Herbst 2008 erhielt Nancy Hünger ein Hermann-Lenz-Stipendium, 2012 das Dürener Förderstipendium Lyrik. 2011 war sie Jenaer Stadtschreiberin, 2013 Stipendiatin des Künstlerhauses Edenkoben. 2014 erhielt sie den Caroline-Schlegel-Förderpreis der Stadt Jena, 2015 das Thüringer Literaturstipendium Harald Gerlach. 2018 war sie Tübinger Stadtschreiberin und 2020 erhielt sie ein Sonderstipendium der Kulturstiftung Thüringen.</p><p><strong>Veröffentlichungen (Auswahl):</strong> Halt dich fern. Dresden: Edition Azur, 2012.Wir sind golden, wir sind aus Blut. Ein Familienalbum. Dresden: Edition Azur, 2017. Ein wenig Musik zum Abschied wäre trotzdem nett. Dresden: Edition Azur, 2017.4 Uhr kommt der Hund. Ein unglückliches Sprechen. Dresden: Edition Azur, 2020.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-84351</guid><pubDate>Mon, 26 Sep 2022 21:00:00 +0200</pubDate><title>Frühe Menschen in Afrika nutzten Hightech-Kleber aus der Steineibe</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=84351&amp;cHash=0f0951b4259b970517d8506517f3009e</link><description>Forschungsteam der Universitäten Tübingen und Kapstadt entdeckt, wie sich mit steinzeitlichen Mitteln Teer mit guten Hafteigenschaften herstellen lässt – Hinweise auf erste technische Innovationen</description><content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-84429</guid><pubDate>Fri, 23 Sep 2022 11:26:41 +0200</pubDate><title>Zentrum für Islamische Theologie der Universität feiert Jubiläum</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=84429&amp;cHash=7de34a35c4bf30d09536e98683a7337c</link><description>Ausbildung von islamischen Theologen für Schule, Seelsorge und Wissenschaft startete 2011 – Tübingen war bundesweit Vorreiter</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Zentrum für Islamische Theologie (ZITh) der Universität Tübingen hat am Donnerstag sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Im Jahr 2011 hatte die Universität als erste Hochschule in Deutschland ein Zentrum für Islamische Theologie gegründet. Zum Wintersemester 2011/12 begannen die Lehrveranstaltungen für den Bachelor-Studiengang „Islamische Theologie“. Wegen der Corona-Pandemie konnte der Festakt zum Jubiläum erst in dieser Woche stattfinden.</p><p>Zum Start des Zentrums 2011 waren 24 Studentinnen und Studenten am ZITh eingeschrieben. Die Zahl der Studierenden ist bis heute auf über 200 gestiegen, Zweidrittel davon sind Frauen. Das Studium qualifiziert für ein Lehramt an Gymnasien, für die Seelsorge beispielsweise in Krankenhäusern, für eine akademische Laufbahn oder verwandte Tätigkeiten.</p><p>„Das Zentrum für Islamische Theologie leistet Pionierarbeit für die Etablierung einer islamischen Theologie im deutschen Wissenschaftssystem – für die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses ebenso wie für die Ausbildung von zukünftigen Lehrkräften für den islamischen Religionsunterricht. Es trägt den interreligiösen Dialog, den wir in unserer Gesellschaft dringend brauchen, in die Schulen und in die Gesellschaft“, sagte Petra Olschowski, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, auf der Jubiläums-Feier.</p><p>Aktuell bietet das Zentrum insgesamt sechs Studiengänge an: „Islamische Theologie“ als Bachelor und „Islamische Religionslehre für das Lehramt“ als Bachelor und Master, außerdem die Master-Studiengänge „Islamische Theologie im europäischen Kontext“ und „Islamische Praktische Theologie für Seelsorge und Soziale Arbeit“. In Kooperation mit der katholischen und der evangelischen theologischen Fakultät hat das ZITh den Master-Studiengang „Theologien interreligiös – Interfaith Studies“ entwickelt. Er unterstreicht die Bedeutung des interreligiösen Dialogs an der Universität Tübingen.</p><p>An den mittlerweile sieben Lehrstühlen des Zentrums arbeiten 40 Beschäftigte, davon 25 Doktoranden und Postdocs, die teilweise selbst am ZITh ausgebildet wurden. Mit zehn Universitäten bestehen Erasmus-Kooperationen. Über das interreligiöse Forschungsprojekt „Geteilte Überzeugungen“ sind Verbindungen zu Universitäten in Straßburg, Basel, Freiburg und der Hochschule für jüdische Studien Heidelberg entstanden.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-84372</guid><pubDate>Thu, 22 Sep 2022 08:55:30 +0200</pubDate><title>Römische Münzen als Massenmedium</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=84372&amp;cHash=96afbe13fad00d5f00bcdbf34e40a603</link><description>Sonderforschungsbereich „Andere Ästhetik“ eröffnet digitale Ausstellung zur Ästhetik römischer Münzen

</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Sonderforschungsbereichs 1391 „Andere Ästhetik“ der Universität Tübingen präsentiert ab 1. Oktober die digitale Ausstellung „Im Auge des Betrachters. Die Ästhetik römischer Münzen“. Die gemeinsam mit Studierenden erarbeitete Ausstellung beschäftigt sich mit römischen Münzen als Zahlungsmittel aber auch als Massenmedium der Antike.&nbsp;</p><p>Aufgrund der Covid-19-Pandemie wurde das ursprünglich als Präsenzausstellung angedachte Konzept im eMuseum des Digitalen Münzkabinetts am Institut für Klassische Archäologie umgesetzt, in Kooperation mit dem Museum der Universität Tübingen MUT.&nbsp;</p><p>Ab dem 1. Oktober 2022 wird die Ausstellung auf der <a href="http://www.ikmk.uni-tuebingen.de/eMuseum" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Seite des eMuseums</a> zu sehen sein. Zur Eröffnungsveranstaltung&nbsp;</p><p class="align-center"><strong>am Freitag, den 30. September 2022 um 15 Uhr<br> im Rittersaal auf Schloss Hohentübingen</strong></p><p>ist die interessierte Öffentlichkeit herzlich eingeladen.</p><p>Römische Münzen sind besondere Objekte. Sie waren das offizielle Zahlungsmittel des Römischen Reiches und damit eines der wichtigsten Massenprodukte der Vormoderne. Aufgrund der vielfältigen Bilder und Texte, die auf den Münzen abgebildet sind, dürfen sie zudem zu Recht&nbsp;<br> als das erste Massenmedium der Antike gelten.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-84195</guid><pubDate>Thu, 15 Sep 2022 20:15:00 +0200</pubDate><title>Gemeinsame Evolution: Darmmikroben und ihre Menschen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=84195&amp;cHash=0e9f5e8ec8df9829cf81821e1cf7c88d</link><description>Forschende entdecken gemeinsame Evolutionsgeschichte von Darmmikroben und ihren menschlichen Wirten</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das menschliche Darmmikrobiom umfasst Tausende verschiedener Bakterien und Archaeen, die sich zwischen Populationen und Individuen stark unterscheiden. Jetzt entdeckten Forschende des Max-Planck-Instituts für Biologie in Tübingen die gemeinsame Evolutionsgeschichte von Darmmikroben und ihren menschlichen Wirten: Die Mikroorganismen haben sich über Hunderttausende Jahre lang im menschlichen Darm parallel zum Menschen entwickelt. Darüber hinaus weisen einige Mikroben Merkmale in Funktionen und Erbgut auf, die sie abhängig von der menschlichen Darmumgebung machen. In der Fachzeitschrift <span lang="en" dir="ltr"><em>Science </em></span>stellt das Forschungsteam nun die Ergebnisse ihrer Studie vor, die mit Daten von 1225 Personen aus Afrika, Asien und Europa durchgeführt wurde.</p><p>Viele Mikroben-Spezies im menschlichen Darm sind in verschiedensten Bevölkerungsgruppen auf der ganzen Welt zu finden. Die Mikroben-Stämme innerhalb einer Mikroben-Art unterscheiden sich jedoch erheblich zwischen Individuen und Populationen. Trotz ihrer Bedeutung für die menschliche Gesundheit war bisher wenig über die Entwicklung der verschiedenen Stämme bekannt. Angesichts dessen, dass zudem die meisten dieser Stämme fast ausschließlich im menschlichen Darm vorkommen, stellt sich die Frage nach ihrer Herkunft.&nbsp;</p><h3>Verknüpfung der Geschichte von Mikroben und Menschen</h3><p>Das Forschungsteam des Max-Planck-Instituts für Biologie in Tübingen stellte die Vermutung auf, dass bestimmte Arten und Stämme den Menschen bei der Ausbreitung über die Erde begleitet und sich in seinem Darm parallel mitentwickelt haben. Dazu verglichen die Forschenden des MPI für Biologie, des Instituts für Tropenmedizin und des Exzellenzclusters CMFI der Universität Tübingen erstmals systematisch die Evolutionsgeschichten von Menschen und Darmmikroben. Die Forschenden erstellten dazu Stammbäume für 1225 menschliche Versuchspersonen sowie für 59 Mikroben-Arten aus deren Darm. Mithilfe von statistischen Tests analysierten sie, wie gut diese Stammbäume übereinstimmten.</p><p>Über 60% der untersuchten Spezies zeigten eine parallele Stammesgeschichte zu ihrem menschlichen Wirt. Dies weist darauf hin, dass sich diese Mikroben über Hunderttausende Jahre hinweg im menschlichen Darm weiterentwickelten, während die Menschen sich von Afrika aus über die Kontinente ausbreiteten. “Wir wussten bisher nicht, dass unsere Darmmikroben unserer Evolutionsgeschichte so genau gefolgt sind", staunt <span lang="en" dir="ltr">Ruth Ley</span>, die Leiterin der Abteilung für Mikrobiomforschung am Max-Planck-Institut für Biologie in Tübingen, wo die Studie durchgeführt wurde, sowie stellvertretende Sprecherin des CMFI ist.</p><h3>Darmmikroben abhängig vom Menschen</h3><p>"Bemerkenswert ist auch, dass diejenigen Stämme, die unserer Entwicklungsgeschichte am engsten gefolgt sind, nun am meisten von der Darmumgebung abhängig sind", fügt <span lang="en" dir="ltr">Ley </span>hinzu. Tatsächlich sind einige der Mikroben-Stämme, die sich zusammen mit dem Menschen entwickelt haben, stark von der menschlichen Darmumgebung abhängig: Sie besitzen kleinere Genome und reagieren empfindlicher auf Abweichungen in Sauerstoffgehalt und Temperatur – Merkmale, die ein Überleben außerhalb des menschlichen Körpers erschweren. Im Gegensatz dazu wiesen Mikroorganismen, die eine schwächere Verbindung mit der menschlichen Geschichte aufwiesen, mehr Eigenschaften von freilebenden Bakterien auf. "Einige der Darmmikroben verhalten sich, als seien sie Teil des menschlichen Erbguts", erklärt Taichi Suzuki, der zusammen mit seinem Kollegen <span lang="en" dir="ltr">Liam Fitzstevens</span> Erstautor der Studie ist. Suzuki ergänzt: "Diese Mikroben befinden sich sozusagen irgendwo im Spektrum von 'freilebend' bis hin zu abhängig von der menschlichen Körperumgebung. Wir konnten zeigen, dass einige Darmbakterien des Menschen in diesem Spektrum weiter in Richtung irreversibler Abhängigkeit gekommen sind als bisher angenommen." Ley fügt weiter hinzu: "Diese Ergebnisse verändern unsere Sichtweise auf das menschliche Darmmikrobiom grundlegend."</p><h3>Auf Bevölkerungsgruppen angepasste Mikrobiom-Therapien&nbsp;</h3><p>Um Daten einer breitgefächerten Stichprobe unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen weltweit zu erhalten, analysierte das Forschungsteam die Darmmikroben und Genome von 1225 Personen in Europa, Asien und Afrika. Die Stuhl- und Speichelproben wurden mit Hilfe von Forschenden des Instituts für Tropenmedizin der Universität Tübingen und deren Partnerorganisationen in Vietnam und Gabun gesammelt. Darüber hinaus unterstützten Forschende auf der ganzen Welt die Studie mit vergleichbaren Datensätze von Teilnehmenden aus Kamerun, Südkorea und dem Vereinigten Königreich.</p><p>Die Ergebnisse der Studie tragen zum besseren Verständnis von Mikroben bei, die seit langem zu bestimmten Bevölkerungsgruppen gehören. Mikrobiom-Krankheitstherapien können mit diesem Wissen besser auf die jeweilige lokale Bevölkerung angepasst und verfeinert werden. &nbsp;</p><h3>Original-Publikation:</h3><p>Taichi A. Suzuki, J. Liam Fitzstevens, Victor T. Schmidt, Hagay Enav, Kelsey E. Huus, Mirabeau Mbong Ngwese, Anne Grießhammer, Anne Pfleiderer, Bayode R. Adegbite, Jeannot F. Zinsou, Meral Esen, Thirumalaisamy P. Velavan, Ayola A. Adegnika, Le Huu Song, Timothy D. Spector, Amanda L. Muehlbauer, Nina Marchi, Hyena Kang, Lisa Maier, Ran Blekhman, Laure Ségurel, GwangPyo Ko, Nicholas D. Youngblut, Peter Kremsner, Ruth E. Ley: <span lang="en" dir="ltr">Codiversification of gut microbiota with humans. </span><span lang="en" dir="ltr"><em>Science v</em>ol.</span> 377, i<span lang="en" dir="ltr">ssue </span>6612 (2022).</p><p class="align-right"><em>Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Biologie Tübingen</em><br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-83823</guid><pubDate>Mon, 05 Sep 2022 11:16:08 +0200</pubDate><title>Was Fossilien über die Kreuzung früher Menschen verraten</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=83823&amp;cHash=60cf354c6f31ba7a705d0f265dba695e</link><description>Forscherinnen vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen und der Universität Kapstadt analysieren, wie sich Hybridisierung auf das Skelett auswirkte</description><content:encoded><![CDATA[<p>Viele heutige Menschen tragen einen kleinen Anteil an Neandertaler-DNA in ihren Genen, was darauf hindeutet, dass die Vermischung mit anderen Abstammungslinien früherer Menschenformen eine wichtige Rolle in der Evolution unserer Spezies spielte. Paläogenetische Beweise legen nahe, dass es mehrfach zu Kreuzungen mit Neandertalern und anderen früheren Gruppen kam: Die Geschichte unserer Art ähnelt eher einem Netzwerk oder vielverzweigtem Strom als einem Baum. Der Ursprung der Menschheit war komplexer als bisher angenommen.</p><p>Um die Auswirkung von Hybridisierungen zu untersuchen, müssen mehrere Beweislinien einbezogen werden. Alte DNA aus Fossilien ist selten gut erhalten, daher muss man in der Forschung Hybride anhand ihres Skeletts erkennen. Das sei entscheidend, um unsere komplexe Vergangenheit zu verstehen und was uns zu Menschen macht, sagen Professorin Katerina Harvati vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen und Professorin Rebecca R. Ackermann vom Human Evolution Research Institute der Universität Kapstadt, Südafrika. Sie haben den Einfluss der Hybridisierung an fossilen Schädeln untersucht und einzelne potenzielle Hybride aus der Vergangenheit identifiziert. Ihre Arbeit wurde in der Zeitschrift Nature Ecology and Evolution veröffentlicht.</p><h3>Sorgfältige Analyse der Daten</h3><p>Die Forscherinnen untersuchten eine große Anzahl fossiler Überreste früherer Menschen aus dem späten Paläolithikum Eurasiens, die auf die Zeit vor ungefähr 40.000 bis 20.000 Jahren datiert werden. Bei mehreren dieser Individuen wurde alte DNA gefunden, in die Neandertalervorfahren einen kleinen Anteil eingebracht hatten. Dies deutet auf eine Vermischung mit dieser Gruppe vor vergleichsweise kurzer Zeit hin. Die Schädelknochen dieser Individuen wurden mit denen von – unvermischten – Neandertalern sowie mit frühen und jüngeren Individuen des Homo sapiens aus Afrika verglichen. Die Forscherinnen untersuchten drei Schädelregionen, den Unterkiefer, die Hirnschale und das Gesicht, auf Anzeichen von Hybridisierung. „Dazu gehören zum Beispiel Übergangsformen zwischen Neandertalern und anatomisch modernen Menschen in der Morphologie, Zahnanomalien oder ungewöhnliche Größen. Dies sind Merkmale, wie sie bei Hybriden verschiedener Säugetiere, einschließlich der Primaten, zu finden sind“, erklären Harvati und Ackermann. Ihre Studie zeigte, dass Anzeichen der Hybridisierung in der Hirnschale und im Unterkiefer erkennbar sind, nicht aber in den Gesichtern.</p><p>Bei den Individuen mit bekanntem genetischem Hintergrund untersuchten die Forscherinnen auch, ob das Ausmaß der Hybridisierungsmerkmale am Skelett mit dem Prozentsatz der Neandertalerverwandtschaft übereinstimmte. Das war nicht der Fall. „Wahrscheinlich ist es entscheidender, ob bestimmte genetische Varianten vorhanden sind, als der Anteil der Neandertalerverwandtschaft insgesamt“, sagen die Forscherinnen.</p><p>Harvati und Ackermann identifizierten einige der untersuchten Individuen als potenzielle Hybride, darunter welche aus dem Nahen Osten – einer Region, in der die Gruppen bekanntermaßen aufeinandertrafen, – aber auch einige aus West- und Osteuropa. „Wenn möglich, sollte der Hybridstatus eines Individuums anhand genetischer Daten bestätigt werden, weshalb wir unsere Ergebnisse als zu prüfende Hypothesen betrachten“, sagt Harvati. Dies sei die erste Studie dieser Art, sagt sie: „Wir hoffen, dass sie auch andere Forscher ermutigt, diese Fossilien genauer zu untersuchen und mehrere Beweislinien zu kombinieren, um Hybridisierungen zu erkennen.“</p><h3>Wegbereiter der Evolution</h3><p>Bei anderen Organismen – von Pflanzen bis hin zu großen Säugetieren – ist bekannt, dass Hybridisierung vielfältige und ungewöhnliche evolutive Innovationen erzeugt. „Man schätzt, dass etwa zehn Prozent der Tierarten Hybride hervorbringen, darunter zum Beispiel Rinder, Bären, Katzen und Hundeartige“, sagt Ackermann. Auch bei Primaten, unseren nahen Verwandten, seien Hybride bekannt, etwa bei den Pavianen. „Da die Hybridisierung neue Variationen einführt und neue Kombinationen von Varianten schafft, kann dies eine besonders schnelle Evolution ermöglichen, insbesondere wenn neue oder sich verändernde Umweltbedingungen herrschen“, sagt sie.&nbsp;</p><p>Daher könnten frühe Menschen durch Hybridisierung genetische und anatomische Merkmale erlangt haben, die ihnen bei der Ausbreitung von Afrika aus über die ganze Welt wichtige Vorteile verschafften und zu unserer heutigen physisch vielfältigen und evolutionär widerstandsfähigen Art führten, erklären die Autorinnen.</p><p>Publikation:<br> Harvati K., Ackermann R.R.: Merging morphological and genetic evidence to assess hybrid-ization in Western Eurasian Late Pleistocene hominins. Nature Ecology &amp; Evolution,<br><a href="https://doi.org/10.1038/s41559-022-01875-z" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41559-022-01875-z</a>&nbsp;&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-83721</guid><pubDate>Tue, 30 Aug 2022 11:06:35 +0200</pubDate><title>Wie Wertvorstellungen unsere Wahrnehmung beeinflussen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=83721&amp;cHash=701bd21b273226d2cc53fc517847ae08</link><description>Was wir in unserer Umwelt wahrnehmen ist manchmal das Ergebnis eines wertbasierten Entscheidungsprozesses, so eine aktuelle Literaturanalyse in der Fachzeitschrift Neuron.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Für uns Menschen erscheint das, was wir sehen, ein unkomplizierter Vorgang zu sein. Tatsächlich aber sind die hierfür zugrunde liegenden Berechnungen unseres Gehirns überraschend komplex. Eine aufschlussreiche Möglichkeit, Wahrnehmungsprozesse wissenschaftlich näher zu untersuchen, besteht zum Beispiel darin, Testpersonen visuellen Reizen auszusetzen, die ihnen nicht eindeutig interpretierbar erscheinen. Bei solch widersprüchlichen Wahrnehmungen, wie sie zum Beispiel von Kippbildern bekannt sind, tendiert das Gehirn dazu, zwischen verschiedenen Interpretationen hin und her zu schalten. Dieser Verschaltungsprozess folgt bestimmten Regeln, die unter dem Begriff der multistabilen Wahrnehmung erfasst sind. Neurowissenschaftler des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik und der Universität Tübingen haben eine umfassende Literaturanalyse zu Aspekten der multistabilen Wahrnehmung unternommen. In ihrer nun in der Fachzeitschrift Neuron veröffentlichten Studie stellen sie fest, dass diese Schaltungen von Wertvorstellungen wie dem emotionalen Gehalt eines Bildes bestimmt sind. &nbsp;</p><p>Die Max-Planck-Wissenschaftler Shervin Safavi und Peter Dayan stützen sich auf empirische Erkenntnisse und wissenschaftliche Konzepte mehrerer Jahrhunderte und interpretieren sie aus Perspektive der Mathematik und Algorithmik neu. Eine altehrwürdige Idee von Herrmann von Helmholtz besagt, dass das Gehirn Impulse unserer Netzhaut im Kontext voreingestellter Mechanismen und vergleichbarer Wahrnehmungen interpretiere. Dieser Umstand jedoch würde eine immense rechnerische Belastung bedeuten, da das Gehirn eine überwältigende Fülle möglicher Situationen des Abgleichs unternehmen müsste; zugleich bleibt diese Ansicht statistisch herausfordernd, da die von unseren Augen weitergegebenen Informationen von einem bestimmten Blickpunkt heraus erfolgen und immer nur einen Bruchteil der realen Szenerie wiedergeben können.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-83163</guid><pubDate>Thu, 18 Aug 2022 11:43:51 +0200</pubDate><title>Wenn glatten Muskelzellen die Kraft fehlt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=83163&amp;cHash=d18335888a6c5b8c0e3dafb0d8cf2693</link><description>Team der Universität Tübingen entdeckt an Mäusen, wie es zu Missbildungen der Blutgefäße kommen kann – Neue Einblicke in bestimmte Netzhauterkrankungen des Auges</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Herz pumpt Blut durch das Gefäßsystem und versorgt die Zellen mit Sauerstoff und Energie. Die Feinregulierung des Blutflusses übernehmen glatte Muskelzellen in den Gefäßen. Wenn sie ihre Aufgabe nicht erfüllen können, kann es zu Fehlbildungen und Erweiterungen des Blutgefäßsystems kommen. Das hat ein Forschungsteam unter der Leitung von Professor Alfred Nordheim vom Interfakultären Institut für Zellbiologie der Universität Tübingen gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Tübingen, Münster und dem schwedischen Uppsala im Tierversuch herausgefunden. Die neuen Studienergebnisse, die in der Fachzeitschrift Circulation Research veröffentlicht wurden, ließen sich experimentell auf ein Modell für eine bestimmte Netzhauterkrankung des Auges bei Frühgeborenen übertragen. Hier liefern die Studienergebnisse einen potenziellen Ansatz zu neuen Behandlungsmöglichkeiten.</p><p>In den arteriellen und venösen Blutgefäßen regeln glatte Muskelzellen durch gezieltes Zusammenziehen und Entspannen, wo mehr und wo weniger Blut hinfließt. Sie geben dem Gefäßnetzwerk außerdem die nötige Festigkeit, um dem Blutdruck standzuhalten. Im Experiment haben Alfred Nordheim und sein Team in Mäusen das Gen für den sogenannten Serum-Response-Faktor (SRF) inaktiviert, der das Kontraktionsvermögen der Zellen maßgeblich reguliert. „Das führte zu einer deutlichen Erweiterung der Blutgefäße und zu Gefäßmissbildungen“, berichtete Nordheim.&nbsp;</p><h3>Verminderte Durchblutung</h3><p>Bei den Missbildungen handele es sich um Direktverbindungen zwischen Arterien und Venen, erklärte der Forscher. „Die Arterien nehmen eine Abkürzung zu den Venen und umgehen dabei kleinste Mikrogefäße. Ähnliche Missbildungen sind auch bei bestimmten seltenen Blutgefäßkrankheiten beim Menschen bekannt. Unser Team konnte zeigen, dass durch solche Abkürzungen das umliegende Gewebe nur noch vermindert durchblutet wird.“ Durch die fehlende Festigkeit der glatten Muskelzellen sei es sogar teilweise zu Brüchen in den Gefäßen gekommen.</p><h3>Gedankensprung zu einer weiteren Erkrankung</h3><p>„Das neu gewonnene Wissen brachte uns außerdem auf die Spur einer ganz anderen Erkrankung, der sogenannten ischämischen Retinopathie. Das ist eine Netzhauterkrankung des Auges bei Frühgeborenen, die im schlimmsten Fall zur Erblindung führen kann“, berichtet der Erstautor der Studie Dr. Michael Orlich von der Universität Uppsala. Durch eine Überreaktion beim Wachstum der Blutgefäße komme es dabei zu krankhaften Veränderungen bestimmter Zellen, der Perizyten. „Die krankhaften Perizyten produzieren dabei unter anderem, ähnlich wie die glatten Muskelzellen, kontraktile Proteine“, erklärt Orlich. „Wir hatten nun erwartet, dass der Serum-Response-Faktor auch hier eine wichtige Rolle spielt. Außerdem nahmen wir anr, dass sich die Symptome der Netzhauterkrankung bessern, wenn die Überreaktion der Perizyten gedämpft wird.“</p><p>Seine Annahmen überprüfte das Forschungsteam experimentell an Mäusen, bei denen eine Erkrankung vergleichbar mit der ischämischen Retinopathie ausgelöst wurde. „Als wir den Serum-Response-Faktor in den Perizyten dieser Mäuse gezielt ausschalteten, nahmen die Krankheitssymptome ab“, fasst Orlich die Ergebnisse zusammen. So habe man einen potenziellen Ansatz für neue Behandlungsmöglichkeiten der ischämischen Retinopathien beim Menschen gewonnen.</p><h3>Publikation:</h3><p>Michael M. Orlich, Rodrigo Diéguez-Hurtado, Regine Muehlfriedel, Vithiyanjali Sothilingam, Hartwig Wolburg, Cansu Ebru Oender, Pascal Woelffing, Christer Betsholtz, Konstantin Gaengel, Mathias Seeliger, Ralf H. Adams, and Alfred Nordheim: Mural Cell SRF Controls Pericyte Migration, Vessel Patterning and Blood Flow. Circulation Research,<br><a href="https://doi.org/10.1161/CIRCRESAHA.122.321109" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1161/CIRCRESAHA.122.321109 &nbsp;</a>​​​​​​​</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-83124</guid><pubDate>Mon, 15 Aug 2022 16:07:53 +0200</pubDate><title>Eröffnung der Ausstellung „Drawing in Motion“</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=83124&amp;cHash=d1548476ce4705c86e4de226178d2149</link><description>Der Künstler Takehito Koganezawa stellt als „Invited Artist“ gemeinsam mit Studierenden Ergebnisse eines Workshops im Museum der Universität Tübingen aus</description><content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-82914</guid><pubDate>Tue, 09 Aug 2022 12:22:33 +0200</pubDate><title>Als der Wald die Affen verließ</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=82914&amp;cHash=fa9c519d21fcf12c1b507e94ea477578</link><description>Ökologische Kontinuität zwischen Orang-Utans und ausgestorbenen Vorfahren unterstreicht ihre Abhängigkeit von intakten Regenwäldern</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein internationales Forschungsteam mit Prof. Hervé Bocherens vom<span lang="en" dir="ltr"> Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> an der Universität Tübingen und der von ihm betreuten Doktorandin Sophie G. Habinger hat im Rahmen des Kooperationsprojektes EVEPRIMASIA der Universitäten Tübingen und Poitiers (Frankreich) den Lebensraum von Orang-Utan-Vorfahren im heutigen Myanmar rekonstruiert. Die Ergebnisse der jetzt in der Fachzeitschrift „<span lang="en" dir="ltr">Scientific Reports</span>“ veröffentlichten Studie verdeutlichen die Abhängigkeit der Orang-Utans von intakten Waldflächen und die Notwendigkeit, ihre letzten Rückzugs- und Lebensräume zu schützen.</p><p>Im Unterschied zu anderen Menschenaffen wie Gorillas oder Schimpansen sind von Orang-Utans (Pongo) gleich mehrere fossile Vorfahren bekannt. Heute sind Orang-Utans nur noch auf den südostasiatischen Inseln Borneo und Sumatra heimisch und dort stark bedroht. „Das Verbreitungsgebiet ihrer Vorfahren im späten Miozän dagegen erstreckte sich über ein riesiges Gebiet von der Türkei, über das östlichste Pakistan, Indien, Nepal und Myanmar bis nach Thailand“, berichtet Paläobiologin Sophie Habinger. Im Zentrum der Studie steht der Orang-Utan-Vorfahr <em>Khoratpithecus ayeyarwadyensis</em>, dessen Fossilien in der Irrawaddy-Formation im heutigen Myanmar gefunden wurden, sowie weitere fossile Vertreter der Subfamilie Ponginae wie Indopithecus, Sivapithecus und Gigantopithecus. Die Rekonstruktion ihres Lebensraums und dessen Nutzung ermöglicht wichtige Rückschlüsse für die Bedürfnisse und den Schutz heutiger Orang-Utans: „Um effiziente Strategien zum Schutz bedrohter Arten auszuarbeiten, brauchen wir ein gutes Verständnis ihrer ökologischen Flexibilität. Ein Weg, an diese Information zu gelangen, ist die Erforschung der Ökologie ihrer Vorfahren“, erläutert Letztautor Hervé Bocherens.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-82701</guid><pubDate>Tue, 02 Aug 2022 10:10:00 +0200</pubDate><title>Vögel bereicherten den Speiseplan der Neandertaler</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=82701&amp;cHash=46268226678e3974cbc90223d4ad7afc</link><description>Schlachtspuren auf Knochenfragmenten aus dem Hohle Fels geben Auskunft über das Leben vor 65.000 Jahren – 
Archäologen der Universität Tübingen präsentieren Funde im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren
</description><content:encoded><![CDATA[<p>Dass die Neandertaler in der Mittleren Altsteinzeit, vor mehr als 65.000 Jahren, auf der Schwäbischen Alb Großwild wie Rentiere, Wildpferde oder Wollnashörner jagten, gilt als wissenschaftlich gesichert. Die Jagd auf flinke, wendige Kleintiere wie Schneehühner oder -hasen hingegen wurde den Neandertalern lange nicht zugetraut. Jetzt haben Ausgrabungen in der Welterbe-Höhle Hohle Fels auf der Schwäbischen Alb nahe Schelklingen für das mittlere Europa die bislang besten Belege für solche Verhaltensweisen erbracht: Auf Vogelknochen fanden sich Schlachtspuren, die von Neandertalern stammen müssen. Das Team von Professor Nicholas Conard aus der Abteilung Ältere Urgeschichte und Quartärökologie der Universität Tübingen hat eine größere Menge rund 65.000 Jahre alter Vogelknochen geborgen, untersucht und bei einer Pressekonferenz am Dienstag als „Fund des Jahres“ vorgestellt. Die Ausgrabungsergebnisse werden in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg veröffentlicht.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-82677</guid><pubDate>Tue, 02 Aug 2022 09:00:00 +0200</pubDate><title>Medizinische Fakultät stärkt Hochschullehre</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=82677&amp;cHash=a0bfd2590b6fd8d85e42bbf108ff459b</link><description>Neu gegründetes „TIME - Tübingen Institute for Medical Education“ bündelt praktische Ausbildung Studierender, Professionalisierung der Lehre und Forschungsprojekte zur Medizindidaktik</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Medizinische Fakultät Tübingen bündelt ihre Angebote zur medizinischen Lehre: Das neu gegründete TIME (Tübingen Institute for Medical Education) steuert künftig sämtliche Aktivitäten im Bereich der Hochschuldidaktik der Medizin und medizinnaher Studiengänge. Das Institut ist das erste seiner Art in Baden-Württemberg. Direktorin Professorin Anne Herrmann-Werner hat zudem die landesweit erste Professur für Medical Education mit Schwerpunkt Medizindidaktik inne.</p><p>Mit dem neuen Institut werden das bisherige Kompetenzzentrum für Hochschuldidaktik in der Medizin und der Skillsbereich „DocLab" zusammengeführt. In einem interdisziplinärem Lehrangebot erlernen Studierende der Medizin und medizin-naher Studiengängen hier schon seit 2011 praktische Fertigkeiten, von der Blutabnahme bis zum schwierigen Patientengespräch. Das Kompetenzzentrum für Hochschuldidaktik in der Medizin bietet Qualifizierungskurse und Weiterbildungen für Lehrende an und begleitet sie so bei der Professionalisierung, Ausbildungsforschung, Nachwuchsförderung und Vernetzung. Ergänzend baut das TIME im neu gegründeten Bereich „Research“ einen Schwerpunkt für Forschung zur Didaktik der Medizin auf.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-82478</guid><pubDate>Tue, 26 Jul 2022 10:39:00 +0200</pubDate><title>Zentrum für Digitale Bildung eröffnet</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=82478&amp;cHash=0a81d25c6b08c382c6b19b4ea2e15bfb</link><description>Universität Tübingen und Partnerinstitutionen intensivieren ihre Forschung zum Einsatz von digitalen Medien im Schulunterricht – Preise für exzellente digitale Lehre verliehen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen hat am Montag das neu geschaffene „Tübingen <span lang="en" dir="ltr">Center for Digital Education</span>“ eröffnet. Das Zentrum wird innovative Formen des Lehrens und Lernens mit digitalen Medien erforschen, die praktische Anwendung dieser Methoden erproben und – in Zusammenarbeit mit Partnerschulen – den Transfer in die Praxis vorbereiten. Das Zentrum wird für fünf Jahre mit insgesamt 1,35 Millionen Euro von der Stuttgarter Vector Stiftung gefördert.</p><p>„Das Tübingen Center for Digital Education nimmt ein zukunftsweisendes und bedeutendes Thema in den Blick und wird erheblich zur Innovationsfähigkeit des Landes im Bildungsbereich beitragen. Ich freue mich, dass die Universität Tübingen und ihre Partner eine der großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts adressieren: Wie wollen wir in Zukunft lernen?“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. Mit hervorragenden Forschungsvoraussetzungen und Vernetzungsmöglichkeiten in der Region sei Tübingen der ideale Standort, um Antworten auf diese Frage zu formulieren.</p><p>„Deutschland hat enormen Nachholbedarf beim Einsatz digitaler Medien im Unterricht und bei der Digitalisierung der Schulen insgesamt“, sagte der Rektor der Universität, Professor Bernd Engler. Die Bundesregierung unternehme aktuell erhebliche Anstrengungen, diese Situation zu verbessern. „Die Universität Tübingen und ihre Forschungspartner aus den Bereichen Bildung, Medien und Informatik wollen auf diesem Feld in Zukunft eine Schlüsselrolle übernehmen ähnlich wie heute bereits auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-82274</guid><pubDate>Thu, 21 Jul 2022 18:17:03 +0200</pubDate><title>Name Eberhard Karls Universität Tübingen bleibt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=82274&amp;cHash=2778ebdee8c26650ed9dd241ed3b9ae0</link><description>Senat der Universität lehnt Antrag von Studierenden mehrheitlich ab – Hochschulleitung sagt verstärkte Beschäftigung mit der Geschichte der Universität zu</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Name Eberhard Karls Universität Tübingen bleibt bestehen. Der Senat der Universität lehnte am Donnerstag einen Antrag von Studierenden auf Umbenennung der Universität ab. Für den Antrag, Graf Eberhard und Herzog Karl Eugen von Württemberg aus dem Namen der Universität zu streichen, stimmten 15 Senatsmitglieder, 16 stimmten dagegen, zwei enthielten sich der Stimme. Für eine Umbenennung wäre eine Zweidrittelmehrheit notwendig gewesen. Die Befürworter einer Umbenennung hatten argumentiert, beide Herrscher seien aufgrund persönlicher und politischer Verfehlungen als Namensgeber einer Universität im 21. Jahrhundert ungeeignet. So war Graf Eberhard maßgeblich seine judenfeindliche Haltung, Herzog Karl Eugen unter anderem seine Beteiligung am Soldatenhandel vorgeworfen worden. &nbsp;</p><p>„Die Universität Tübingen wendet sich seit Jahrzehnten klar gegen jegliche Form von Antisemitismus, Rassismus und die Benachteiligung von Minderheiten“, sagte Rektor Professor Bernd Engler nach der Entscheidung. Der tradierte Name Eberhard Karls Universität habe zudem zu keinem Zeitpunkt eine unkritische Würdigung der beiden Namensgeber bedeutet. „Graf Eberhard und Herzog Karl Eugen waren Herrscherpersönlichkeiten, die Bedeutendes geleistet haben, insbesondere für die Universität, aber auch für die Stadt Tübingen und die Region Württemberg“, betonte Engler: „Zugleich waren sie Menschen, die von ihrer Zeit geprägt waren, und zum Teil völlig inakzeptable Entscheidungen getroffen haben. Sie waren Menschen mit Fehlern.“&nbsp;</p><p>Engler dankte allen Beteiligten für die konstruktive und an wissenschaftlicher Objektivität orientierte Debatte um den Universitätsnamen: „Der Senat hat sich die nun vorliegende Entscheidung nicht leicht gemacht.“ In den vergangenen Monaten sei die Namensfrage mehrfach intensiv in den Gremien der Universität diskutiert worden. Zudem habe die Hochschule in einer öffentlichen Veranstaltung am 5. Juli allen Hochschulangehörigen sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit gegeben, das Für und Wider einer Umbenennung zu debattieren. „Es ist den Angehörigen der Universität hoch anzurechnen, dass die Diskussion nicht ohne Leidenschaft, aber sachlich geführt wurde und alle Beteiligten sich persönlicher Angriffe auf Andersdenkende enthalten haben“, sagte Engler. „Ich bitte alle Angehörigen der Universität Tübingen, aber auch alle Menschen, die der Hochschule seit langem verbunden sind, die nun getroffene Entscheidung zu respektieren.“</p><p>Der Rektor erklärte, ihm sei von Beginn an bewusst gewesen, dass eine Diskussion um die Umbenennung der Universität Emotionen hervorrufen würde. Dennoch habe die Universität der Diskussion nicht mehr ausweichen können, nachdem im Sommer 2019 der Studierendenrat öffentlich eine Umbenennung der Universität gefordert habe. Ihm persönlich sei es wichtig gewesen, die Debatte klar zu strukturieren, in überschaubarer Zeit abzuschließen und dann eine Entscheidung herbeizuführen, sagte Engler: „Eine jahrelange Diskussion hätte die Universität gespalten und unser wichtigstes Gut gefährdet: die Fähigkeit, gemeinsam und mit vereinten Kräften zu agieren, Herausforderungen zu meistern und unsere selbstgesetzten Ziele zu erreichen.“ &nbsp;</p><h3>Universität will sich intensiver mit ihrer Geschichte befassen</h3><p>Engler betonte, die Studierenden hätten mit ihrer Initiative eine wichtige Diskussion innerhalb der Universität sowie in Stadt und Region angestoßen. Diese habe deutlich gemacht, dass sich die Universität Tübingen intensiver als bisher mit ihrer Geschichte auseinandersetzen müsse. Zudem sei deutlich geworden, dass die Geschichte des jüdischen Lebens und der jüdischen Kultur in Südwestdeutschland erst in Ansätzen erforscht sei. Aus diesem Grund wolle die Universität Tübingen einen Lehrstuhl für jüdische Geschichte einrichten: „Die Debatte hat gezeigt, dass die Aufarbeitung unserer Geschichte in eine neue Phase treten muss.“&nbsp;</p><p>Eine Arbeitsgruppe von Historikerinnen und Historikern unter Leitung der Direktorin des Instituts für Geschichtliche Landeskunde der Universität Tübingen, Professorin Sigrid Hirbodian, hatte im Frühjahr 2022 ein Gutachten zu den beiden Namensgebern vorgelegt. „Die sorgfältige Arbeit der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hat eine fundierte Bewertung der Namensfrage überhaupt erst möglich gemacht“, sagte der Rektor. In ihrem Gutachten waren die Fachleute zu dem Ergebnis gekommen, dass sich bei Graf Eberhard von Württemberg aus verschiedenen zeitgenössischen Dokumenten eine judenfeindliche Haltung belegen lässt. So hatte Eberhard unter anderem entschieden, bestehende Aufenthaltsgenehmigungen für in Tübingen ansässige Juden nicht mehr zu verlängern. Zu Herzog Karl Eugen von Württemberg verwies die Arbeitsgruppe darauf, dass der Herrscher für die bereits von Zeitgenossen kritisierte Vermietung beziehungsweise den Verkauf württembergischer Soldaten an auswärtige Mächte verantwortlich war, um der Staatskasse zusätzliche Einnahmen zu sichern.&nbsp;</p><p>Dagegen verwiesen die Fachleute auch darauf, dass die Politik und der persönliche Einsatz beider Herrscher entscheidend für die Gründung der Universität Tübingen im 15. Jahrhundert beziehungsweise den Fortbestand der Universität im 18. Jahrhundert waren. Die negativen Seiten beider Persönlichkeiten werteten die Historikerinnen und Historiker als Ausdruck zeittypischer Haltungen. Graf Eberhard von Württemberg hatte die Universität Tübingen 1477 gegründet. Herzog Karl Eugen hatte die Universität im 18. Jahrhundert reformiert und wesentliche Neuerungen durchgesetzt, teils gegen den Widerstand der Professoren. Der Herzog hatte 1769 auch den bis heute gültigen Namen der Hochschule festgelegt, die als Eberhard Karls Universität auf die Vornamen beider Herrscher Bezug nimmt.</p><h3>Weblinks</h3><p>Das Gutachten zu den beiden Namensgebern der Universität finden Sie hier: &nbsp;<br><a href="/pt/universitaet/profil/geschichte-der-universitaet/name-der-universitaet/" class="internal-link" title="Link zum Gutachten">https://uni-tuebingen.de/de/231839&nbsp;</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-82166</guid><pubDate>Wed, 20 Jul 2022 10:07:17 +0200</pubDate><title>Sommeruniversität 2022 gibt Einblick in Spitzenforschung zu aktuellen Themen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=82166&amp;cHash=f57bea627c98b027ce7c760334da3970</link><description>Veranstaltungsreihe von Universität und Universitätsstadt Tübingen: Zehn Vorträge thematisieren unter anderem den Klimawandel, Geldanlagen, das kirchliche Arbeitsrecht oder Russlands Politik</description><content:encoded><![CDATA[<p>Erstmals seit der Pandemie findet im August wieder die Sommeruniversität statt: In zehn Vorlesungen geben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Einblicke in ihre aktuelle Forschung. Die Reihe wird gemeinsam mit der Universitätsstadt Tübingen organisiert. Die Vorlesungen finden von <strong>Montag, 1. bis Freitag, 12. August jeweils um 10:15 Uhr im Hörsaal des Theologicums statt (Dauer 45 Minuten; Adresse: Liebermeisterstraße 16, 72074 Tübingen)</strong>. Anschließend kann das Publikum Fragen stellen und mit den Expertinnen und Experten über ihre Forschungsthemen diskutieren. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht notwendig.</p><h3>Das Programm:</h3><p><strong>Montag, 1. August</strong><br><em><strong>Prof. Dr. Mischa Meier: Die „Völkerwanderung“&nbsp;</strong></em><br> Endlose Wagentrecks, germanische und hunnische Kriegerscharen und der Untergang des Römischen Reiches: In der Forschung hat sich ein weitaus diffizileres Bild zum Begriff der „Völkerwanderung“ entwickelt als die populären Mythen. Der Vortrag ordnet die „Völkerwanderung“ aus der Perspektive der aktuellen historisch-archäologischen Forschung neu ein und thematisiert auch wirkungs- und wissenschaftsgeschichtliche Fragen.</p><p><strong>Dienstag, 2. August</strong><br><em><strong>Prof. Dr. Olaf Kühne: Die Hochwasserkatastrophe vom Juli 2021. Konfliktäre Social-Media-Resonanzen zwischen Anteilnahme, Verschwörungstheorien und Moralisierungen</strong></em><br> Das Juli-Hochwasser des Jahres 2021 im Westen Deutschlands ist nicht nur eine folgenschwere ‚Naturkatastrophe‘, sondern hatte auch eine andauernde politische, administrative und massenmediale Resonanz. Gerade in sozialen Medien wurde die Flutkatastrophe mit starker Polarisierung verschwörungstheoretisch und moralisch aufgeladen diskutiert. Vor dem Hintergrund der Konflikttheorie Ralf Dahrendorfs erfolgt eine Einordnung wesentlicher Aspekte der Social-Media-Debatten.</p><p><strong>Mittwoch, 3. August</strong><br><strong><em>Prof. Dr. Carla Cederbaum: Relativität in Einsteins Relativitätstheorie — Bedeutung und Grenzen des Relativen</em></strong><br> „Alles ist relativ“, sagte Albert Einstein dem Volksmund zufolge. Die Wahrheit ist komplizierter: Seinen Relativitätstheorien liegt zwar die Idee zu Grunde, dass die Beschreibung von Raum und Zeit sowie von ihnen innewohnenden Phänomenen abhängig von den Beobachtenden, ergo relativ ist. Allerdings ist eben doch nicht alles relativ, manche physikalischen Größen und Eigenschaften sind von den Beobachtenden unabhängig.&nbsp;</p><p><strong>Donnerstag, 4. August</strong><br><em><strong>Prof. Dr. Eckart Goebel: „Es ist worden spät“. Endzeit bei Lord Byron, Charles Baudelaire und Stefan George</strong></em><br> Der Vortrag bietet die detaillierte Lektüre eines Gedichtes aus dem Zyklus „Das Jahr der Seele“ von Stefan George. Gezeigt werden soll, dass George in dieses Endzeitgedicht raffiniert Bezüge auf Gedichte anderer Lyriker einwebt, auf Goethes Prometheus, Byrons Darkness und Baudelaires Sonett über den Untergang der romantischen Sonne. Auf engstem Raum entsteht eine Miniaturgeschichte moderner Lyrik, von deren Glut nur noch graue Asche in eisiger Mondnacht geblieben ist.</p><p><strong>Freitag, 5. August</strong><br><em><strong>Prof. Dr. med. Juliane Walz: Peptid-basierte Immuntherapie: T-Zellen im Kampf gegen COVID-19</strong></em><br> Juliane Walz und ihr Team haben einen bedeutenden Beitrag zum Verständnis der T-Zell-vermittelten Immunität gegen SARS-CoV-2 geleistet und die Grundlage für die Entwicklung eines Multi-Peptid-Impfstoffs gegen COVID-19 geschaffen. Bisherige Corona-Impfstoffe zeigen bei Patienten mit Immunschwäche kaum Wirkung. Ein solcher Multi-Peptid-Impfstoff könnte diese Lücke schließen. Er befindet sich bereits in einer ersten klinischen Prüfung.&nbsp;</p><p><strong>Montag, 8. August</strong><br><em><strong>Dr. Ralf Frankenberger: Russland – eine lupenreine Diktatur</strong></em><br> Nach den Wirren der Jelzin-Ära schaffte es Präsident Wladimir Putin das politische System zu stabilisieren – indem er das Land grundlegend reformierte. Dabei handelte es sich jedoch mitnichten um eine Demokratisierung, sondern die Transformation in eine lupenreine Diktatur. Der Vortrag zeigt auf, wie und entlang welcher Entwicklungslinien dies geschah, welche Rolle dabei die neue russische Ideologie spielt und warum mit einer Öffnung kaum zu rechnen ist.</p><p><strong>Dienstag, 9. August</strong><br><em><strong>Prof. Dr. Hermann Reichold: Aufbruch zu einem neuen Arbeitsrecht der katholischen Kirche</strong></em><br> Die Kirchen sind nach dem Staat Deutschlands größter Arbeitgeber – nehmen aber mit Vorschriften zu den „Loyalitätsobliegenheiten“ ihrer Mitarbeitenden eine absolute Sonderrolle im Arbeitsrecht für sich in Anspruch. Diese wurde durch die Kampagne #OutInChurch, die sich für die Rechte von LGBTIQ+-Personen am kirchlichen Arbeitsplatz einsetzt, stark erschüttert. Die sogenannte „Grundordnung“ wird nun überarbeitet und liberalisiert – darüber wird zu reden sein.</p><p><strong>Mittwoch, 10. August</strong><br><em><strong>Prof. Dr. Susanne Marschall: Die wunderbare Welt der Farbe im Kino</strong></em><br> Als Element künstlerischer Gestaltung auf der Leinwand bewegen sich die Farben des Films in einem reichen Beziehungsgefüge zwischen Wahrnehmung und Erinnerung, Technik- und Filmgeschichte. In die Filmästhetik fließen künstlerische Handschriften, kulturelle Kontexte und auch Modeerscheinungen ein. Der Vortrag vertieft sich anhand ausgewählter Filmbeispiele in die wunderbare Welt der Filmfarben und deren subtile Wirkung auf das Publikum.</p><p><strong>Donnerstag, 11. August</strong><br><em><strong>Dr. Holger Euchner: Negative Emissionstechnologien – eine mögliche Antwort auf die Klimakrise?</strong></em><br> Um die Klimaziele zu erreichen, sehen realistische Szenarien neue Methoden zur Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre vor, sogenannte negative Emissionstechnologien. Nach einer Einführung in verschiedene Szenarien der Klimaforschung werden Möglichkeiten zur Reduktion des CO2 Gehalts in der Atmosphäre vorgestellt. Insbesondere geht es um das Projekt „NETPEC“ und Einblicke in den dort gewählten solarbasierten, photoelektrochemischen Ansatz sowie in die aktuelle Tübinger Forschung in diesem Feld.</p><p><strong>Freitag, 12. August</strong><br><em><strong>Prof. Dr. Monika Gehde-Trapp: Nachhaltig, digital oder doch ganz einfach investieren?</strong></em><br> Investieren und profitieren mit gutem Gewissen? Die Welt verbessern und via Krypto-Assets als ungerecht empfundene Strukturen umgehen? Was Werbung, ManagerInnen und InfluencerInnen preisen, braucht einen kritischen Blick. Denn nicht nur der Vermögensverwalter DWS ringt aktuell um Klarheit beim nachhaltigen Investieren. Auch der vermeintlich krisensichere Bitcoin ist als das „neue Gold“ entzaubert. Der Vortrag räumt mit Mythen auf und vermittelt einen wissenschaftlich fundierten Blick – für Gewissen und Anlageerfolg.&nbsp;</p><p>Programm unter <a href="http://www.uni-tuebingen.de/de/39634" target="_blank" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de/de/39634</a>&nbsp;und als Programmheft erhältlich in öffentlichen Stellen und beim Fachbereich Kunst und Kultur der Universitätsstadt Tübingen. Die Sommeruniversität wird seit 2004 gemeinsam von der Universitätsstadt Tübingen und der Universität Tübingen veranstaltet.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-81938</guid><pubDate>Wed, 13 Jul 2022 20:00:00 +0200</pubDate><title>Marder, Vielfraße, Stinktiere und Rote Pandas: Hammerschmiede war ein Paradies für kleine Raubtiere</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=81938&amp;cHash=da11829c292199e8e4f94cfe0cd42668</link><description>Team des Senckenberg Centres for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen entdeckt hohe Diversität kleiner Fleischfresser an der Fundstelle im Allgäu</description><content:encoded><![CDATA[<p>Mindestens 20 Arten kleiner Raubtiere lebten vor 11,5 Millionen Jahren im heutigen Allgäu: Dies hat ein internationales Forschungsteam bei der Untersuchung von Fossilien aus der Fundstelle Hammerschmiede in Bayern nachgewiesen. Der Ort steht seit 2019 im Interesse der Forschung, weil dort der bereits aufrechtgehende Menschenaffe <em>Danuvius guggenmosi</em>, genannt Udo, entdeckt wurde. Zu dem aktuellen Hammerschmiede-Team gehörten Nikolaos Kargopoulos von der Universität Tübingen, Wissenschaftler aus Saragossa und Barcelona sowie Professorin Madelaine Böhme vom <span lang="en" dir="ltr">Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment </span>an der Universität Tübingen. Ihre Arbeit wurde im Fachjournal <span lang="en" dir="ltr"><em>PLOS ONE</em></span> veröffentlicht.</p><p>Die jüngsten Ausgrabungen in der Hammerschmiede unter der Leitung von Professorin Madelaine Böhme haben eine außergewöhnliche Vielfalt an fossilen Tieren und Pflanzen zutage gefördert, darunter mehr als 350 Einzelfunde von Raubtieren. Viele der entdeckten Fleischfresser waren semiaquatisch, lebten also sowohl an Land als auch im Wasser, oder hatten eine kletternde Lebensweise. „So konnten sich die Arten an den bewaldeten Fluss anpassen, der zu jener Zeit in der Region vorhanden war“, sagt Böhme.</p><h3>Unterschiedliche ökologische Nischen</h3><p>Unter den von der Fundstelle nachgewiesenen Raubtieren sind vier marderähnliche Arten, zwei Verwandte des heutigen Vielfraßes, vier Otterarten, drei Arten Stinktiere, zwei Arten aus der Verwandtschaft des Roten (Zwerg-)Pandas, drei verschiedene Ginsterkatzen sowie einige Arten von Gruppen, von denen es heute keine lebenden Vertreter mehr gibt. Für den Doktoranden Nikolaos Kargopoulos, den Erstautor der Studie, ist ein sehr gut erhaltener Schädel eines Marders (<em>„Martes“ sansaniensis</em>) eines der beeindruckendsten Fundexemplare. „Dieser gehört in eine bislang unbekannte Gattung großer, ausgestorbener Marder“, resümiert er.&nbsp;</p><p>Die Forscher entdeckten außerdem eine für die Wissenschaft neue Art eines Wiesels – mit nur ein bis drei Kilogramm Körpergewicht eines der kleinsten Raubtiere aus der Hammerschmiede. Spezialanpassungen im Gebiss verraten, dass diese Art sich ausschließlich von Fleisch ernährte. Die Wissenschaftler gaben ihr den Namen <em>Circamustela hartmanni</em>, um die Familie Hartmann, die Grundstückseigentümer der Hammerschmiede, zu ehren, die Grabungen auf ihrem Grund über all die Jahre hinweg ermöglicht hat.</p><p>Madelaine Böhme zufolge sind in Europa Fossilien aus der Zeit vor 11,5 Millionen Jahren von Vielfraßen, Stinktieren und auch Roten Pandas durchaus zu erwarten gewesen, jedoch nicht in dieser hohen Konzentration und Artenzahl. „Eine mit 20 Arten so außergewöhnlich große Vielfalt an kleinen Raubtieren an ein und demselben Fundort deutet darauf hin, dass das damalige Ökosystem blühte und all diese verschiedenen Formen ernähren konnte“, sagt sie. „Ausgehend von den Ergebnissen einer Analyse der Körpermasse sowie der Ernährungs- und Fortbewegungsgewohnheiten der entdeckten Arten nahm jede von ihnen eine andere Rolle im Ökosystem ein. Sie nutzten verschiedene natürliche Ressourcen und konnten so Konkurrenz vermeiden“, betont Kargopoulos.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-81836</guid><pubDate>Tue, 12 Jul 2022 11:33:34 +0200</pubDate><title>Auszeichnung für Archäologinnen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=81836&amp;cHash=ce63693879e97e13a9793fdb070282bf</link><description>Ländliche Kirchen und die städtischen Eliten des Mittelalters: Barbara-Scholkmann-Förderpreis der Universität Tübingen zeichnet Promotionen aus – Erstmals Würdigung für die beste Masterarbeit</description><content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-81728</guid><pubDate>Fri, 08 Jul 2022 10:00:00 +0200</pubDate><title>Aus den Augen, schnell aus dem Sinn</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=81728&amp;cHash=880b1a36187de325bd9b2c9b1c1d38eb</link><description>Objekte in zentraler Blickrichtung können wir sehr schlecht aus dem Kurzzeitgedächtnis abrufen – obwohl wir diesen Bereich am schärfsten sehen, berichten Tübinger Hirnforschende</description><content:encoded><![CDATA[<p>Unser Sehvermögen ist im Bereich der Sehgrube (lat. <em>Fovea centralis</em>) am schärfsten. Paradoxerweise können wir diesen Teil des Gesichtsfeldes extrem schlecht aus dem Kurzzeitgedächtnis abrufen. Das ist das Ergebnis einer Studie von Professor Dr. Ziad Hafed und seinem Team vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und dem Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften der Universität Tübingen. Die neuen Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung sind sowohl für das medizinische Verständnis von Erkrankungen als auch für die technologische Anwendung interessant. Die Forschenden haben ihren Befund in der Fachzeitschrift <em>PNAS </em>publiziert.</p><p>„Wir Menschen verlassen uns in hohem Maße auf das foveale Sehen“, erklärt Erstautor Konstantin Willeke. „Das ist der Bereich, auf den wir unseren Blick richten. Hier sehen wir Objekte am schärfsten. Menschen und Gegenstände, die außerhalb unserer Blickrichtung liegen, nehmen wir mit zunehmendem Abstand verschwommener wahr.“ Zur Veranschaulichung empfiehlt Willeke folgenden Selbsttest: Wenn wir jemandem direkt in die Augen schauen und ihn bitten, farbige Stifte neben sein Ohr zu halten, erkennen wir nicht, wie viele Stifte er hochhält oder welche Farben sie haben. Die Augenfarbe unseres Gegenübers könnten wir stattdessen problemlos beschreiben.&nbsp;</p><p>Doch scheinen nicht alle Sehinformationen aus der zentralen Blickrichtung anschließend gut im Gedächtnis zu bleiben. Das stellten die Tübinger Hirnforschenden fest, als sie untersuchten, mit welcher Genauigkeit foveale Bilder im Kurzzeitgedächtnis repräsentiert werden.&nbsp;</p><p>Sie präsentierten gesunden Versuchspersonen einen kleinen Lichtreiz auf einem Bildschirm. Dieser konnte an ganz unterschiedlichen Stellen erscheinen. Nachdem er verschwunden war, sollten die Personen aus dem Gedächtnis die Position angeben.</p><p>Das Ergebnis: Die größten Abweichungsfehler machten die Versuchspersonen bei den Lichtreizen, die im Bereich des fovealen Sehens präsentiert wurden. „Das lässt vermuten, dass die Repräsentation im Kurzzeitgedächtnis stark verzerrt ist,“ so Studienleiter Hafed. „Die Verzerrungen spiegeln wahrscheinlich den Aufbau unseres Sehsystems wider.“&nbsp;</p><p>Um eine hohe visuelle Auflösung zu erreichen, würden Sehreize aus der Sehgrube von einer verhältnismäßig großen Anzahl an Nervenzellen im Gehirn verarbeitet. Ihre mentale Repräsentation sei daher vergrößert. Reize aus den Randbereichen des Gesichtsfeldes würden hingegen von weniger Nervenzellen verarbeitet, ihre mentale Repräsentation sei folglich kleiner. „Orientiert sich die Versuchsperson bei der Gedächtnisaufgabe im mentalen Raum und überträgt die Entfernungen dann auf die Außenwelt, kommt es zu den relativen Abweichungsfehlern“, erklärt Hafed. „Diese sind für foveale Sehreize logischerweise größer als für Sehreize aus der Peripherie.“&nbsp;</p><p>Die neuen Erkenntnisse sind hilfreich, um neurologische Erkrankungen besser zu verstehen, bei denen etwa die Körperwahrnehmung gestört ist. Sie sind ebenfalls für den IT-Bereich interessant. So könnten sie helfen, virtuelle Realitäten zu optimieren. Die präsentierten Bilder könnten mithilfe eines Eyetrackers – eines Geräts, das Blickbewegungen aufzeichnet und analysiert – etwa so aufgebaut werden, dass bestimmte Bereiche besser oder schlechter erinnert würden.&nbsp;</p><p>„Als Menschen empfinden wir das Sehen als mühelos,“ sagt Hafed. „Das ist aber eine Illusion. Hinter unserem subjektiven Gefühl verbirgt sich eine enorm komplexe rechnerische Verarbeitung im Gehirn.“ Neben Hafed und Willeke waren Dr. Araceli Cardenas und Dr. Joachim Bellet an der Studie beteiligt.&nbsp;<br> &nbsp;</p><h3>Originalpublikation</h3><p>Willeke, K.F et al. (2022): Severe distortions in the representation of foveal visual image locations in short-term memory. PNAS 119 (24) e2121860119 doi: <a href="https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2121860119" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2121860119</a>&nbsp;&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-81620</guid><pubDate>Wed, 06 Jul 2022 20:00:00 +0200</pubDate><title>Frühe Steinwerkzeuge waren keine Raketenwissenschaft</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=81620&amp;cHash=60b6d7d97f49bf089db990ed397e94c2</link><description>Menschen stellen einfache Werkzeuge spontan her: Tübinger Experiment hinterfragt Annahme, dass Steinwerkzeuge vor 2,6 Millionen Jahren den Beginn der menschlichen Kultur darstellen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Steinwerkzeuge aus archäologischen Ausgrabungen ‒ einige bis zu 2,6 Millionen Jahre alt – gelten Vielen als Beleg für den Beginn der menschlichen Kultur in der Evolution. Aber zeigen sie tatsächlich, dass unsere Vorfahren bereits zu diesem Zeitpunkt geistig und kulturell zu Menschen wurden? Diese herkömmliche Interpretation haben Dr. Claudio Tennie und William Snyder aus der Urgeschichte und Quartärökologie der Universität Tübingen in einem vom Europäischen Forschungsrat (ERC) finanzierten Forschungsprojekt überprüft. Sie kommen zu einem anderen Schluss: Wie ein Experiment zeigte, können die frühesten Techniken zur Herstellung von Steinwerkzeugen auch ohne kulturelle Weitergabe spontan neu erfunden werden. Sie seien also kein Beweis für den Beginn der menschlichen Kultur, die möglicherweise erst viel später begonnen habe, urteilen die Forscher. Die Studie wurde im Fachmagazin Science Advances veröffentlicht.&nbsp;</p><h3>Von Grund auf neu hergestellte Werkzeuge</h3><p>Das Team um Dr. Claudio Tennie und William Snyder hatte eine experimentelle Studie mit 28 Erwachsenen ohne archäologische Vorbildung durchgeführt. Die Teilnehmenden wurden gebeten, eine Kiste zu öffnen, die eine finanzielle Belohnung enthielt. Sie konnten dafür zur Verfügung gestellte Rohstoffe – eine bemalte Glashalbkugel, einen mittelgroßen Flusskiesel und einen großen Granitblock – auf jede ihnen geeignet erscheinende Weise verwenden, um im Anschluss ein Seil zu zertrennen, das die Kiste verschlossen hielt.&nbsp;</p><p>Die Teilnehmenden erhielten vorab keine Informationen zur Herstellung oder Verwendung von Steinwerkzeugen, und 25 von ihnen gaben im Anschluss an die Studie an, keinerlei Vorkenntnisse zur Herstellung von Steinwerkzeugen zu haben. Trotzdem erfand eine deutliche Mehrheit spontan mindestens eine dieser Techniken und nutzte die hergestellten Werkzeuge, um das Seil zu zerschneiden. Laut Autoren wurden sogar ohne Ausnahme alle bisher beschriebenen Herstellungstechniken früher Steinwerkzeuge von unerfahrenen Probandinnen und Probanden von Grund auf neu erfunden. &nbsp;</p><p>„Diese Daten widerlegen die frühere Annahme, dass die Herstellung von Steinwerkzeugen schwierig sein muss oder gar unmöglich, wenn es keine Vorbilder gibt, die man kopieren kann“, sagt Studienleiter Claudio Tennie. Wären die frühesten Steinwerkzeuge der menschlichen Geschichte tatsächlich der erste Ausdruck menschlicher Kultur, wie bislang meist angenommen, dann hätten sie im Experiment nicht Gegenstand spontaner Innovation sein können, so Tennie. Es wäre dann schlicht nicht möglich, dass sie ‚aus dem Nichts‘ neu entstehen, ohne dass die ihnen zugrundeliegenden Techniken kulturell weitergegeben wurden.</p><p>„Diese Ergebnis überraschte andere Forscher, die wir vor Veröffentlichung unserer Ergebnisse befragten“, sagt Tennie. „Sie waren der Überzeugung, dass die Herstellung von Steinwerkzeugen immer das Kopieren ihrer Herstellungstechniken voraussetzt. Das ist aber nicht der Fall.“&nbsp;</p><p>„Dass es vor 2,6 Millionen Jahren Steinwerkzeuge gab, ist kein zuverlässiger Beweis mehr dafür, dass unsere Vorfahren in der frühesten Steinzeit eine Kultur wie die unsere hatten“, resümiert William Snyder. „Wir müssen jetzt viel spätere Zeiträume für die Entstehung der menschlichen Kultur betrachten."&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-81272</guid><pubDate>Tue, 28 Jun 2022 14:07:21 +0200</pubDate><title>Eberhard und Karl – Die Universität Tübingen diskutiert ihren Namen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=81272&amp;cHash=c49d9fd82cc181a68e5d3d6e32beac84</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Graf Eberhard und Herzog Karl Eugen von Württemberg, die Namensgeber der Eberhard Karls Universität Tübingen stehen in der Diskussion: Soll der Name beibehalten werden oder künftig nicht mehr geführt werden?</p><p>Entscheiden wird dies am Ende der Senat der Universität Tübingen. In seinem Auftrag hat eine Arbeitsgruppe aus Historikerinnen und Historikern ein Gutachten vorgelegt, in dem die Quellenlage zu beiden Persönlichkeiten geprüft und wissenschaftlich fundiert bewertet wurde. Zur weiteren Meinungsbildung lädt die Universität Tübingen alle interessierten Universitätsangehörigen sowie Bürgerinnen und Bürger ein, sich zum Thema zu informieren und mitzudiskutieren. Die Veranstaltung findet statt &nbsp;</p><p class="align-center"><strong>am Dienstag, 5. Juli 2022, 18:30-20.30 Uhr im Hörsaal 25 des Kupferbaus (Hölderlinstr. 5).&nbsp;<br> Eine Anmeldung ist nicht nötig, die Veranstaltung findet in Präsenz statt.&nbsp;</strong></p><p>Es diskutieren Professorin Sigrid Hirbodian, Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften, Vorsitzende der beauftragten Arbeitsgruppe; Professor Bernd Grewe, Institut für Geschichtsdidaktik und Public History, Mitglied der Arbeitsgruppe; Hanna Veiler, Jüdische Studierendenunion</p><p>Moderation: Anja Meitner, Landeszentrale für politische Bildung, Leiterin der Außenstelle Tübingen</p><ul><li>Das Gutachten ist zu finden unter: <a href="/pt/universitaet/profil/geschichte-der-universitaet/name-der-universitaet/" class="internal-link">https://uni-tuebingen.de/de/231839</a> &nbsp;<br> 	&nbsp;</li></ul>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-81065</guid><pubDate>Fri, 24 Jun 2022 09:32:27 +0200</pubDate><title>Fehler in der Kristallstruktur des Quarzes verraten Alter und Herkunft des Staubs</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=81065&amp;cHash=6f35b78058741ae86fd4d3e47e5d8317</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen nutzt Eigenschaften des häufigen Minerals für eine neue Methode zur Untersuchung von Sedimentationskreisläufen und der Klimadynamik</description><content:encoded><![CDATA[<p>Durch die globale Erwärmung und ein fortschreitend trockeneres Klima in vielen Teilen der Erde werden vermehrt Staubstürme ausgelöst. Um ihr Auftreten vorhersagen zu können, blicken Forscherinnen und Forscher in die Vergangenheit und wollen klären, woher der Staub bei früheren Stürmen kam, wie lange und über welche Entfernungen er transportiert wurde. Dazu hat ein Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Aditi K. Dave und Professorin Kathryn Fitzsimmons vom Fachbereich Geowissenschaften der Universität Tübingen gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Rumänien, Brasilien, Kasachstan und Tadschikistan eine neue Methode entwickelt. Sie beruht auf der Untersuchung von unregelmäßigen Stellen in der Kristallstruktur, sogenannten Defektzentren, des Minerals Quarz, das häufig in Sedimenten vorkommt. Die Studie wurde in der Zeitschrift&nbsp;<em>Geophysical Research Letters&nbsp;</em>veröffentlicht.&nbsp;</p><p>Um den Ursprung des Quarzes im Staub nachzuvollziehen, konzentrierte sich das Forschungsteam auf die sogenannten E1- und Peroxy-Defektzentren in der Kristallstruktur. Sie entstehen in einer Folge von Gitterbewegungen, nachdem ein Sauerstoffatom im Siliziumdioxid-Kristallgitter des Quarzes seinen regulären Platz verlassen hat und an eine freie Stelle gewandert ist. „Die Konzentration von E<sub>1</sub>'- und Peroxy-Defektzentren nimmt natürlicherweise mit dem Alter des quarzhaltigen Gesteins zu“, sagt Aditi Dave. Sobald das Quarzmineral aus dem Gestein abgetragen wird und Sedimente bildet, ändert sich bei den Defektzentren jedoch nichts mehr. Sedimente werden als Staub vom Wind über weite Strecken verfrachtet und schließlich als Löss abgelagert.&nbsp;</p><h3>Allgegenwärtiger Bestandteil</h3><p>Die&nbsp;E<sub>1</sub>’- und Peroxy-Defektzentren besitzen ein einziges Elektron, sie sind paramagnetisch. Daher kann das Forschungsteam die Elektronenspinresonanzspektroskopie nutzen, um die Anzahl dieser Defektzentren im Quarz zu messen. „Unsere Methode stellt ein wesentlich einfacheres Messprotokoll dar als andere verfügbare Methoden, um sozusagen einen Fingerabdruck eines Sediments zu erstellen“, sagt Dave. „Die stabilen Eigenschaften des Quarzes nutzen wir, um anhand des unterschiedlichen Alters möglicher Ausgangsgesteine herauszufinden, woher die Quarzkörner stammen.“ Kathryn Fitzsimmons setzt hinzu: „Ein Vorteil dieser Methode ist, dass Quarz in der Natur allgegenwärtig ist und nicht durch Verwitterung beeinträchtigt wird. So lässt sie sich auf Sedimente aus verschiedenen Ablagerungssystemen anwenden."</p><p>Das Forschungsteam testete seine Methode an Lössproben aus dem Ili-Becken in Kasachstan und der Tadschikischen Senke in Tadschikistan. Es war bekannt, dass der Staub an diesen Orten aus unterschiedlichen Quellen und von Gesteinen unterschiedlichen Alters stammt. „Mit unserer Methode ließen sich die Sedimente aus diesen beiden Becken in Zentralasien eindeutig unterscheiden“, sagt Aditi Dave. Sedimente gelten als Archive vergangener Klimaänderungen. „Die Methode stellt eine wichtige Ergänzung dar, um frühere Sedimenttransporte zu untersuchen und mehr über das frühere Klima zu erfahren. Daraus gewinnen wir Hinweise, wie sich Landschaften heute im Klimawandel verändern könnten“, fügt Kathryn Fitzsimmons hinzu.</p><h3>Publikation:</h3><p>Aditi K. Dave, Alida Timar-Gabor, Zuzanna Kabacińska, Giancarlo Scardia, Nosir Safaraliev, Saida Nigmatova, Kathryn E. Fitzsimmons: A novel proxy for tracking the provenance of dust based on paired E1’-peroxy paramagnetic defect centres in fine-grained quartz.&nbsp;<em>Geophysical Research Letters</em>, <a href="https://doi.org/10.1029/2021GL095007" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1029/2021GL095007</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-80771</guid><pubDate>Mon, 20 Jun 2022 09:25:00 +0200</pubDate><title>„Ich wusste nicht, dass es Leute wie mich an der Universität gibt“</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=80771&amp;cHash=e351c3e51017ba4e69dc59f9a7abe2ed</link><description>Wissenschaftskommunikation kann die Bildungschancen von Kindern mit Migrationshintergrund verbessern</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wissenschaftskommunikation kann ein Schlüssel zur Überwindung von sozialer Ungerechtigkeit, Ungleichheit und Ausgrenzung sein. Vor allem direkte Interaktionen zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und benachteiligten Gruppen haben das Potenzial, Wissen über und die Begeisterung für die Naturwissenschaften in allen Teilen der Gesellschaft zu steigern. Dies zeigen erste Ergebnisse der Befragungen von Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Projekts „Native Schools“, in dem die Organisation Native Scientist Workshops mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für Kinder und Jugendliche aus Migrantengemeinschaften konzipiert. In diesen haben Forscher wie Kinder den gleichen kulturellen Hintergrund und verständigen sich in ihrer jeweiligen Muttersprache.</p><p>„Ziel ist es, nicht nur die Motivation der Schülerinnen und Schüler dafür zu steigern sich mit wissenschaftlichen Phänomenen auseinanderzusetzen, auch ihr Zugehörigkeitsgefühl und Selbstbewusstsein sollen gestärkt werden“, erklärt Jessika Golle, Professorin am Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung, die mit Native Scientist kooperiert. Durch Befragungen von mehr als 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigte sich, dass sowohl die Kinder und Jugendlichen als auch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von den Workshops zu profitieren scheinen. Letztere gaben sogar an, ihre Kommunikationsfähigkeit, ihre Kreativität und Anpassungsfähigkeit zu trainieren. Das Konzept der Workshops wurde nun in der Zeitschrift <em>Trends in Cell Biology</em> vorgestellt.</p><p>Fragen der Gleichberechtigung, Vielfalt und Inklusion werden zwar seit langem in der Forschung zu Wissenschaftskommunikation diskutiert. Jedoch repräsentieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie die Zielgruppen der Wissenschaftskommunikation überwiegend die Merkmale und Werte der dominanten Gruppen. Um vor allem Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund naturwissenschaftliche Fragestellungen nahe zu bringen, hat die Organisation Native Scientist ein Format ins Leben gerufen, mit dem diese Kinder und Jugendlichen ganz gezielt erreicht werden können.</p><p>Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden dazu ermutigt, in Workshops mit ihnen über ihre Arbeit zu sprechen und zu erzählen, was ihre persönliche Motivation war, in der Wissenschaft zu arbeiten und wie sie dorthin gekommen sind. Mehr als 1.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sich mittlerweile in insgesamt elf verschiedenen Sprachen in 28 Städten aus acht europäischen Ländern mit Kindern und Jugendlichen in den Workshops ausgetauscht.</p><p>Ein entscheidender Aspekt ist die Konzentration auf Naturwissenschaften und Sprache. Kinder und Jugendliche ethnischer Minderheiten oder mit Migrationshintergrund beherrschen die fremde Landessprache oftmals nicht fließend und sie verstehen den Unterricht in den Naturwissenschaften aufgrund der übermäßigen Verwendung von Fachbegriffen nicht richtig. Deshalb finden die Workshops in der jeweiligen Muttersprache der Schülerinnen und Schüler statt. Das gibt ihnen das Gefühl von Zugehörigkeit, ermöglicht ihnen Kompetenzerleben und stärkt sie in ihrem Selbstvertrauen. „Der Native Scientist Workshop war wichtig, weil ich nicht wusste, dass es Leute wie mich an der Universität gibt“, berichtete beispielsweise eine Schülerin nach der Teilnahme. Aber auch für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die oftmals skeptisch gegenüber Wissenschaftskommunikation eingestellt sind, weil sie zeitaufwendig ist, weil sie denken, dass es zu kompliziert ist, Laien ihre Forschung zu erklären oder weil sie Angst davor haben, dass sie Fragen nicht beantworten können, waren die Workshops eine gewinnbringende und positive Erfahrung.&nbsp;</p><p>„In anschließenden Befragungen haben sie berichtet, dass sie selbst neue Perspektiven gewonnen haben, dass auch ihr Selbstvertrauen gestiegen ist oder ihre Leidenschaft für die Forschung neu entfacht wurde“, erzählt Joana Moscoso, Mitbegründerin und Direktorin von Native Scientist. „Wenn die eigene Forschung sichtbarer wird, kann das auf beruflicher Ebene zudem die Chance erhöhen, an neue Finanzierungsmöglichkeiten für Projekte zu gelangen oder es erleichtert die Teilnahme an interdisziplinären Projekten.“ Die Wirksamkeit des Programms wird derzeit von Wissenschaftlerinnen am Hector-Institut in einer randomisiert-kontrollierten Evaluationsstudie überprüft.</p><h3>Über Native Scientist</h3><p>Was 2013 als abenteuerliche Idee mit einem Workshop in einer Londoner Schule für portugiesischsprachige Kinder begann, hat sich inzwischen zu einem preisgekrönten europaweiten Programm entwickelt, das sich an Migrantengemeinschaften richtet. Die Vision von native Scientist ist eine Welt, in der das Potenzial jedes Kindes voll ausgeschöpft werden kann, unabhängig von seiner Herkunft.</p><h3>Publikation:</h3><p>Golle, J., Moscoso, J. A., Bordalo, J. M., &amp; Catarino, A. I. (2022). How can we promote equity in science education? Trends in Cell Biology. Advance Online Publication. <a href="https://doi.org/10.1016/j.tcb.2022.04.005" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.tcb.2022.04.005</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-80702</guid><pubDate>Wed, 15 Jun 2022 16:29:26 +0200</pubDate><title>Eiweißveränderungen im Nervenwasser zeigen Entzündungsprozesse im Gehirn an</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=80702&amp;cHash=b178c87273dd9538b4a1e8bba90fee1f</link><description>Als Biomarker könnten sie künftig Auskunft über entzündliche Abläufe bei Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson geben</description><content:encoded><![CDATA[<p>Alzheimer, Parkinson und andere neurodegenerative Erkrankungen gehen mit Entzündungsprozessen im Gehirn einher. Tübinger Forschenden ist es gelungen, eine Gruppe von Eiweißen im Hirnwasser zu identifizieren, die Rückschlüsse auf solche Entzündungsvorgänge geben könnten. Als sogenannte Biomarker könnten diese Eiweiße künftig helfen, Krankheitsprozesse besser zu verstehen und die Wirkung potenzieller Medikamente gegen diese Entzündungen zu testen. Das Forschungsteam um Stephan Käser und Professor Dr. Mathias Jucker am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und der Universität Tübingen hat in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Stefan Lichtenthaler vom Münchner Standort des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen seine Studie nun in der Fachzeitschrift <em>PNAS</em> veröffentlicht.</p><p>„Entzündungen im Gehirn sind ein bekanntes Krankheitsmerkmal von Alzheimer und Parkinson“, erklärt Studienleiter Käser. „Dabei spielen sogenannte Mikroglia eine wichtige Rolle.“ Als „Müllschlucker“ schützten diese Zellen normalerweise unser Gehirn vor schädlichen Erregern und Substanzen. Im Fall einer neurodegenerativen Erkrankung seien sie chronisch aktiv und schütteten selbst Stoffe aus. „Es wird vermutet, dass diese Reaktion der Mikroglia, die sich zunächst positiv auf den Krankheitsverlauf auswirkt, später ins Negative umschlägt“, sagt Käser.</p><p>Um Informationen über die dynamischen Entzündungsreaktionen im Gehirn zu erhalten, hat das Tübinger Forschungsteam nun nach möglichen molekularen Biomarkern gesucht. Dies sind Substanzen, deren Anwesenheit oder Konzentrationsänderung im Körper auf einen Krankheitsprozess hinweist. Sie lassen sich etwa in Blut, Urin oder anderen Körperflüssigkeiten messen und sind ein wichtiges Instrument der medizinischen Diagnostik oder um einen Krankheitsverlauf zu beobachten.&nbsp;</p><p>In der aktuellen Studie analysierten die Neurobiologen Hirnwasser von Mäusen, die charakteristische Merkmale der Alzheimererkrankung oder von Morbus Parkinson zeigen. „Mittels moderner Messtechnik konnten wir in nur zwei Mikrolitern Hirnwasser, also einem winzigen Tropfen, mehr als 600 Eiweiße gleichzeitig messen,“ berichtet Käser. „Wir fanden heraus, dass die Konzentration von 25 Eiweißen bei beiden Mausmodellen gegenüber gleichaltrigen, gesunden Tieren verändert war.“</p><p>„Bemerkenswert ist, dass der Großteil dieser Eiweiße von Gliazellen stammt oder mit diesen in Verbindung gebracht werden kann,“ führt der Neurobiologe fort. „Praktisch alle sind auch im menschlichen Hirnwasser nachweisbar und zum Teil bei Alzheimerkranken verändert.“ Die veränderten Konzentrationen der Eiweiße könnten unterschiedliche Aktivierungsstadien der Gliazellen widerspiegeln. Sie hätten damit das Potential, als Biomarker zu dienen.</p><p>„Die Möglichkeit, die Entzündungsreaktionen im Hirnwasser zu messen, wäre ein großer Fortschritt,“ erklärt Mitautor Jucker. „Das würde uns erlauben, Erkrankungsstadien besser zu verstehen und auch erste Medikamente gegen diese Entzündungen in klinischen Studien zu testen.“ Die neuen Erkenntnisse aus dem Labor fänden damit praktische Anwendung in der Patientenversorgung und wären somit ein gutes Beispiel für translationale Hirnforschung.</p><p>Originalpublikation:<br> Eninger, Mueller et al. (2022): Signatures of glial activity can be detected in the CSF proteome. PNAS, 119 (24) e2119804119<br><a href="https://doi.org/10.1073/pnas.2119804119" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1073/pnas.2119804119</a></p><p><strong>Pressemitteilung des Hertie-Institut für klinische Hirnforschung</strong></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-80690</guid><pubDate>Wed, 15 Jun 2022 14:30:00 +0200</pubDate><title>Tübinger Bildgebung erfährt weitere Millionenförderung</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=80690&amp;cHash=02bd7ea90b053a796384cc1e8e694b88</link><description>Werner Siemens Imaging Center erhält 18,4 Millionen Euro Förderung von der Werner Siemens-Stiftung</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Werner Siemens Imaging Center (WSIC) an der Radiologischen Universitätsklinik Tübingen und der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen darf sich über eine Fördersumme von insgesamt 18,4 Millionen Euro von der Schweizer Werner Siemens-Stiftung (WSS) freuen. Mit der Fördersumme soll die bereits bestehende internationale Spitzenforschung auf dem Gebiet der molekularen und funktionellen Bildgebung gehalten und weiter ausgebaut werden. Die Fördersumme erstreckt sich über einen Zeitraum von zehn Jahren, von 2024 bis 2033.</strong></p><h3>Internationaler Leuchtturm im Bereich Bildgebungsforschung</h3><p>Seit 2008 hat sich das einst kleine Labor zu einer hochmodernen Einrichtung mit internationaler Strahlkraft entwickelt. So ist das WSIC ein international hoch-kompetitives, einzigartiges Forschungsinstitut, das die Bereiche multimodale Bildgebung, also die Verwendung von verschiedenen Bildgebungstechnologien und innovativen Bildgebungssonden, und KI-gestützte Datenanalyseentwicklung unter einem Dach vereint. Die internationale Reputation zeugt nicht zuletzt von zahlreichen Forschungskooperationen mit Institutionen der Spitzenklasse wie der Stanford University, Johns-Hopkins-University oder der Harvard Medical School. „Das Werner Siemens Imaging Center bildet eine tragende Säule für die Bildgebung am Standort Tübingen und ist ein Garant für exzellente Forschung an unserer Universität. Umso glücklicher sind wir über die großzügige Zuwendung der Werner Siemens-Stiftung“, erläutert Prof. Dr. Bernd Engler, Rektor der Universität Tübingen.</p><h3>Strategischer Ausbau des Forschungszentrums</h3><p>Unter der Prämisse, die modernsten Technologien zu entwickeln und diese für die biomedizinische Forschung zu verwenden, wurden in der Vergangenheit etwa die Kombination von Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) vorangetrieben. Diese hybride Bildgebung erlaubt die gleichzeitige Gewinnung von Informationen zur Funktion (z. B. zellulärer Stress, Stoffwechsel) und zu Strukturen von gesundem oder krankem Gewebe in einem Untersuchungsgang. Gepaart mit der Entwicklung von sogenannten Immun-Imaging-Tracern, also radioaktiven Substanzen, die die Vorgänge des eigenen Immunsystems mithilfe von Bildgebungsverfahren noch präziser darstellen lassen, kommen diese Technologien insbesondere in der Tumortherapieplanung und Steuerung zum Einsatz. „Die Förderung gibt uns langfristige Planungssicherheit, damit wir am Werner Siemens Imaging Center mit der nächsten Generation der Bildgebungsmethoden forschen und innovative Datenanalysesysteme und Bildgebungs-Tracer entwickeln können“, erklärt Prof. Dr. Bernd Pichler, Direktor des WSIC.&nbsp;</p><p>„Gerade neuartige Therapien, wie etwa Krebsimmuntherapien, sind äußerst kostspielig und erfordern eine komplexe und individualisierte Steuerung, die nur mit der neuesten Generation der Bildgebungsverfahren gewährleistet werden kann“, führt Prof. Pichler weiter aus. &nbsp;</p><h3>Künftige Forschungsschwerpunkte des Zentrums</h3><p>Molekulare und funktionelle Veränderungen beim Krebs besser zu verstehen und durch Bildgebungsverfahren auch visuell darzustellen, verschafft der Medizin bessere Möglichkeiten bei der Krebstherapie. Ziel am WSIC ist, die Bildgebung von Tumoren durch die Kombination von PET und MRT-Verfahren weiter zu verbessern. Beispielsweise sollen innerhalb einer einzigen einstündigen Bildgebungsuntersuchung Aussagen zu tumorspezifischen Oberflächenrezeptoren, zellulärem Stress und Stoffwechsel von soliden Tumoren getroffen werden können. Gekoppelt mit Analyseverfahren des maschinellen Lernens und innovativen Tracern erleichtert dies die Charakterisierung der Tumoren und damit einhergehend die Steuerung von komplexen Krebstherapien erheblich, da genauere und schnellere Vorhersagen zum Ansprechen der Therapie beim jeweiligen Patienten bzw. bei der jeweiligen Patientin getroffen werden können.</p><p>Aber auch innovative Immuntherapien, wie etwa die CAR-T-Zell-Therapie, stoßen manchmal an ihre Grenzen. Hier wird dem Krebspatienten bzw. der Krebspatientin Blut entnommen, um im Labor die körpereigenen Abwehrzellen des Immunsystems, die T-Zellen, so zu modifizieren, dass sie nach dem Transfer zurück in das Blut des Betroffenen gelangen, um die Krebszellen erkennen und bekämpfen zu können. Manche dieser modifizierten Immunzellen verlieren in bestimmten Tumorregionen aber ihre Funktion. Um die Mechanismen aufzudecken, die für die lokalen „Funktionsverluste“ der Immunzellen verantwortlich sind, ist es notwendig, diese auf Einzelzellebene direkt in der Umgebung des Tumors zu beobachten. Das WSIC beherbergt mit einem Intravitalmikroskop und einem 3D-Light-Sheet-Mikroskop zwei modernste Bildgebungsgeräte, die dabei helfen, jene Parameter zu untersuchen, die Einfluss darauf haben, ob eine Tumorzelle Resistenzen entwickelt oder nicht. Ziel ist es, Immunzellen für zukünftige Therapien zu entwickeln, die trotz Abwehrmechanismen des Tumors die Krebszellen effizient angreifen können. Außerdem hilft die mikroskopische Bildgebung dabei, sogenannte Biomarker zu identifizieren, also biologische Merkmale, die dann zum Beispiel dabei helfen, frühzeitig Therapieresistenzen zu entdecken.&nbsp;</p><p>Neben der Krebsforschung fokussiert sich das WSIC auch auf Bildgebungstechnologien und neuartige Tracer für die Charakterisierung und den frühzeitigen Nachweis von neurodegenerativen Erkrankungen und Infektionskrankheiten.</p><h3>Über die Werner Siemens-Stiftung</h3><p>Die Töchter von Carl Siemens gründeten 1923 in der Schweizer Kleinstadt Schaffhausen die Werner Siemens-Stiftung. Charlotte und Marie setzten damit eine Idee ihres 1906 verstorbenen Vaters um, der schon früh über eine Stiftung zur Unterstützung der Siemens-Nachkommen nachgedacht hatte. Heute ist die Werner Siemens-Stiftung eine gemischte Stiftung. Im philanthropischen Teil unterstützt sie herausragende Innovationen und den begabten Nachwuchs in Technik und Naturwissenschaften.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-80192</guid><pubDate>Thu, 09 Jun 2022 17:00:00 +0200</pubDate><title>Das prähistorische Wallacea – ein genetischer Schmelztiegel menschlicher Abstammungslinien</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=80192&amp;cHash=c86a8e817bec403f21adb9b29022e585</link><description>Untersuchung mehrerer Tausend Jahre alter Genome liefert Einblick in die Besiedlungsgeschichte Ostindonesiens</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Inseln Wallaceas im heutigen Ostindonesien wurden bereits vor langer Zeit von modernen Menschen besiedelt. Vor allem austronesisch sprechende Gruppen hinterließen bei ihrer Ausbreitung über den Seeweg nach Ozeanien archäologische Spuren ihres jungsteinzeitlichen Lebensstils und eine genetische Prägung, die noch bei heutigen Menschen in Ostindonesien nachweisbar ist. Um mehr Einblick in die Besiedlungsgeschichte Ostindonesiens zu erhalten, hat ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Max-Planck-Institute für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und für Menschheitsgeschichte in Jena sowie des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen neue genetische Studien durchgeführt. Die Forscherinnen und Forscher fanden Nachweise für mehrere genetische Durchmischungen von Menschen verschiedener Abstammung aus den Nachbarregionen in Asien und Ozeanien vor mindestens 3.000 Jahren.</p><p>Die Inseln Wallaceas waren von Asien und Ozeanien immer durch Tiefseegebiete getrennt. Dennoch dienten diese tropischen Inseln im Pleistozän vor vielen Tausend Jahren als Korridor für die Wanderung moderner Menschen auf die Landmasse Australiens und Neu Guineas, das Gebiet Sahul, und wurden seit mindestens 47.000 Jahren besiedelt. Die archäologischen Aufzeichnungen belegen einen großen kulturellen Wandel in Wallacea, der vor rund 3.500 Jahren begann. Er steht im Zusammenhang mit der Ausbreitung austronesisch sprechender Farmer, die sich mit lokalen Gruppen aus Jägern und Sammlern mischten. Frühere genetische Studien an heutigen Bewohnerinnen und Bewohnern dieses Gebiets ergaben jedoch widersprüchliche Daten für die Durchmischung, die vor 1.100, aber möglicherweise auch vor fast 5.000 Jahren stattgefunden haben könnte.</p><p>Um mehr über die Ausbreitung der Menschen und ihre Begegnungen zu erfahren, analysierte das Forschungsteam DNA von 16 mehrere Tausend Jahre alten Individuen von verschiedenen Inseln in Wallacea. Dadurch weitete es den Datenbestand zu alten Genomen aus dieser Region stark aus. „Wir stellten deutliche Unterschiede innerhalb Wallaceas fest. Wir waren überrascht, dass sich die Abstammung früher Individuen von den südlichen Inseln nicht einfach durch Kreuzungen zwischen austronesischen und papuanischen Gruppen erklären ließ“, sagt Sandra Oliveira vom MPI für evolutionäre Anthropologie, eine Hauptautorin der Studie.</p><h4>Frühe Spuren einer Abstammungslinie vom südostasiatischen Festland</h4><p>Das Forschungsteam identifizierte bisher unbekannte genetische Spuren einer Abstammungslinie vom südostasiatischen Festland, die am engsten mit heutigen Menschen aus dem austroasiatischen Sprachgebiet verwandt ist. Die Forscherinnen und Forscher gehen davon aus, dass zunächst eine Durchmischung zwischen Menschen vom südostasiatischen Festland und aus Papua stattfand und erst später Gene aus Gruppen mit austronesischer Abstammung hinzukamen.</p><p>„Die genetischen Spuren vom südostasiatischen Festland stellen mich vor ein Rätsel. Ich vermute, dass sie von einer vergleichsweise kleinen Gruppe stammten, möglicherweise frühen Farmern, die weit reisten, jedoch auf ihrem Weg keine archäologischen oder sprachlichen Spuren hinterließen. Nach ihrer Ankunft vergrößerte sich dann ihre Population“, sagt Peter Bellwood von der Australian National University in Canberra, einer der Studienautoren, der seit Jahrzehnten als Archäologe auf den Inseln Südostasiens arbeitet. „Diese Entdeckung ist sehr wichtig für die archäologische Forschung in der Region“, fügt die Anthropologin und Co-Autorin Toetik Koesbardiati von der Airlangga University in Indonesien hinzu. „Wir werden unsere Anstrengungen verstärken, diese Wanderungsbewegungen auch auf anderen Wegen zu belegen.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-80123</guid><pubDate>Tue, 07 Jun 2022 14:41:58 +0200</pubDate><title>Europäische Geckos haben eine lange Geschichte</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=80123&amp;cHash=41d11019c51036d797729aeb32fc7726</link><description>Forschungsteam mit Beteiligung der Universität Tübingen untersucht ein Fossil aus dem Geiseltal in Sachsen-Anhalt – Enge Verwandtschaft mit heutiger Art der Mittelmeerregion</description><content:encoded><![CDATA[<p>Geckos lebten bereits vor 47 Millionen Jahren in Europa. Das ergab die Untersuchung eines nahezu vollständigen fossilen Geckoschädels aus dem früheren Braunkohleabbaugebiet Geiseltal in Sachsen-Anhalt. Die bisher unbekannte Art beschrieb ein Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Andrea Villa vom Katalanischen Institut für Paläontologie Miquel Crusafont in Barcelona und des Biogeologen Dr. Márton Rabi von der Universität Tübingen und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Das Forschungsteam stellte fest, dass die ausgestorbene Geckoart eng verwandt ist mit dem heute noch in Teilen der Mittelmeerregion heimischen Europäischen Blattfingergecko. Sie stellt den bisher ältesten bekannten Vertreter in dessen Abstammungslinie dar. Die neue Studie wurde in der Fachzeitschrift <span lang="en" dir="ltr"><em>Papers in Palaeontology</em></span> veröffentlicht.</p><p>Geckos umfassen eine stark diverse und alte Abstammungslinie echsenartiger Reptilien. „Fossilien von Geckos sind sehr selten und selten gut erhalten. Nicht einmal aus den reichen Fundorten wie der Grube Messel oder dem Geiseltal hatten wir bisher viel über ihre Evolutionsgeschichte erfahren“, berichtet Andrea Villa. Der jetzt erst untersuchte Geckoschädel sei bereits 1933 gefunden worden und habe sich als Glücksfall erwiesen. „Er ist einer der vollständigsten und ältesten Geckoschädel aus den vergangenen 66 Millionen Jahren, also dem Zeitraum nach dem großen Massensterben der Dinosaurier“, setzt er hinzu. Diese Geckoart war bisher nicht bekannt und ist einer der frühesten Ver-treter moderner Gruppen. Das Forschungsteam taufte die Art <em>Geiseleptes delfinoi</em> – nach dem Fundort Geiseltal, dem eng verwandten heutigen Europäischen Blattfingergecko <em>Euleptes europaea</em> sowie nach dem Spezialisten für ausgestorbene Reptilien Dr. Massimo Delfino.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-79349</guid><pubDate>Tue, 31 May 2022 11:55:37 +0200</pubDate><title>Wie Eindringlinge die Abbaumaschinerie der Pflanzenzelle ausschalten</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=79349&amp;cHash=dbd7fcf1f5546d4df38e7846c3c26343</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen entdeckt bisher unbekannten Mechanismus, mit dem krankheitserregende Bakterien die pflanzliche Immunabwehr überwinden</description><content:encoded><![CDATA[<p>Krankheitserregende Bakterien in Pflanzen können deren Abwehr lahmlegen und so der Auflösung durch die Pflanzenzelle, der sogenannten Xenophagie, entgehen. Ein ähnlicher Mechanismus, über den Bakterien die Fressmaschinerie der Immunabwehr überwinden, ist von tierischen und menschlichen Zellen bekannt. Bei Pflanzen hat ihn nun ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Professor Suayb Üstün vom Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen der Universität Tübingen und der Ruhr-Universität Bochum zum ersten Mal beschrieben. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift <span lang="en" dir="ltr">The EMBO Journal</span> veröffentlicht.</p><p>Zellen müssen ihren Proteinbestand stetig an ihre aktuellen Funktionen und an Einflüsse aus ihrem Umfeld anpassen. „Ständiger Proteinabbau ist dabei unumgänglich, sonst wird es eng in der Zelle, und das Material geht aus“, erklärt Suayb Üstün, dessen Arbeitsgruppe diese streng geregelten Abbauprozesse erforscht. Wenn die Zelle größere Teile wie Proteinkomplexe, unlösliche Aggregate oder ganze Organellen, also Zellorgane, zu entsorgen hat, nutzt sie meist einen als Autophagie bezeichneten Prozess, wörtlich frisst sie sich dabei selbst auf. „Diesen Weg des Abbaus nutzen tierische und menschliche Zellen teilweise auch, wenn sie Eindringlinge wie krankheitserregende Bakterien beseitigen wollen. Dann bezeichnet man den Vorgang auch als Xenophagie – das Fressen des Fremden“, sagt der Wissenschaftler.</p><h3><strong>Wettrüsten zwischen Wirt und Krankheitserreger</strong></h3><p>Doch endet das Wettrüsten zwischen Wirt und Krankheitserreger dort nicht: Manche Bakterien haben wiederum Proteine entwickelt, die die auf sie gelenkte Maschinerie der Autophagie blockieren. Dadurch verschaffen sie sich Vorteile, sie können sich weiter ausbreiten. „Diesen Forschungsstand kennt man bei menschlichen Zellen seit mehreren Jahren. Bei Pflanzen waren wir noch nicht so weit. Denn es gibt bei der Autophagie&nbsp;einen wichtigen Unterschied gegenüber tierischen Zellen: Bei Pflanzen dringen krankheitserregende Bakterien nicht in die Zellen ein, sie halten sich im extrazellulären Raum auf“, sagt Üstün. Dies sei zum Beispiel bei dem Bakterium Xanthomonas der Fall, das bei einer ganzen Reihe von Pflanzen Welke und Fäule an Blättern, Stängeln und Früchten verursacht und auch die vom Forschungsteam untersuchten Tabakpflanzen befällt.</p><p>„Xanthomonas-Bakterien schleusen einen Effektor in die Pflanzenzellen ein. Wir haben festgestellt, dass dieser eine wichtige Komponente der Autophagiemaschinerie unterdrückt. So kann sich Xanthomonas weiter ausbreiten“, sagt Üstün. „Allerdings lässt die pflanzliche Abwehr diesen Schritt nicht unbeantwortet. Sie wiederum produziert ein Protein, das den Effektor von Xanthomonas durch Autophagie zersetzt.“ Dies seien die ersten Belege für antimikrobielle Xenophagie in den Beziehungen zwischen Pflanzen und Bakterien. „Ein interessanter Aspekt dabei ist, dass die beteiligten Proteine wie der Effektor von Xanthomonas und in der Autophagie-Maschinerie sich bei Mensch und Pflanze stark ähneln, obwohl sie von unterschiedlichen bakteriellen Krankheitserregern befallen werden“, sagt Üstün. In der Biologie spreche man davon, dass die Proteine zwischen ganz unterschiedlichen Lebewesen in der Evolution stark konserviert wurden.</p><p>Die neuen Studienergebnisse geben den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wichtige Hinweise für die weitere Grundlagenforschung über Auto- und Xenophagie bei Pflanzen – langfristig könnten diese der Vorbeugung von Pflanzenkrankheiten im Nutzpflanzenanbau dienen.</p><h3><strong>Publikation:</strong></h3><p>Jia Xuan Leong, Margot Raffeiner, Daniela Spinti, Gautier Langin, Mirita Franz-Wachtel, Andrew R. Guzman, Jung-Gun Kim, Pooja Pandey, Alyona E. Minina, Boris Macek, Anders Hafrén, Tolga O. Bozkurt, Mary Beth Mudgett, Frederik Börnke, Daniel Hofius, Suayib Üstün: <span lang="en" dir="ltr">A bacterial effector counteracts host autophagy by promoting degradation of an autophagy component. The EMBO Journal</span>, <a href="https://doi.org/10.15252/embj.2021110352" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.15252/embj.2021110352</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-79259</guid><pubDate>Mon, 30 May 2022 10:15:00 +0200</pubDate><title>3400 Jahre alte Stadt aus dem Tigris aufgetaucht</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=79259&amp;cHash=3ceb766738481980cad31351a5d8d52f</link><description>Dürre ermöglicht Ausgrabung eines ehemaligen Zentrums im Reich von Mittani</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein Team aus deutschen und kurdischen Archäologinnen und Archäologen hat am Tigris eine 3400 Jahre alte Stadt aus der Zeit des Mittani-Reichs freigelegt, die aus dem Wasser des Mosul-Stausees aufgetaucht war. Ermöglicht wurde dies, weil der Wasserspiegel des Sees aufgrund extremer Trockenheit im Irak rapide abgesunken war. Bei der ausgedehnten Stadtanlage mit Palast und mehreren Großbauten könnte es sich um das alte Zachiku handeln. Dieses dürfte ein wichtiges Zentrum im Großreich von Mittani gewesen sein (ca. 1550–1350 v. Chr.).</p><p>Der Irak ist eines der weltweit am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder. Besonders der Süden des Landes leidet seit Monaten unter extremer Trockenheit. Um die Ernte nicht vertrocknen zu lassen, wurden seit Dezember große Mengen von Wasser aus dem Mosul-Stausee – dem wichtigsten Wasserreservoir des Irak – zu Bewässerungszwecken abgelassen. Dadurch trat am Rand des Sees, am Ort Kemune in der Region Kurdistan des Irak, eine bronzezeitliche Stadt wieder an die Oberfläche, die vor Jahrzehnten untergegangen war, bevor sie archäologisch untersucht werden konnte.</p><p>Durch dieses unvorhergesehene Ereignis geriet die Archäologie unter Zugzwang: Es galt zumindest Teile dieser großen, wichtigen Stadtanlage schnellstmöglich freizulegen und zu dokumentieren, bevor sie wieder im Wasser versank. Deshalb haben der kurdische Archäologe Dr. Hasan A. Qasim, Direktor der Kurdistan Archaeology Organization (KAO), und die deutsche Archäologin Junior-Professorin Ivana Puljiz von der Universität Freiburg und der deutsche Archäologe Professor Peter Pfälzner von der Universität Tübingen spontan beschlossen, eine gemeinsame Rettungsgrabung in Kemune zu unternehmen. Diese fand im Januar und Februar 2022 in Zusammenarbeit mit der Antikendirektion Dohuk, Region Kurdistan-Irak statt.</p><p>Binnen weniger Tage wurde ein Team für die Rettungsgrabung zusammengestellt. Über die Universität Freiburg konnten kurzfristig Mittel der Fritz-Thyssen-Stiftung zur Finanzierung der Arbeiten eingeworben werden. Das deutsch-kurdische Team stand bei den Ausgrabungen unter immensem Zeitdruck, weil nicht klar war, wann das Wasser im See wieder ansteigen würde.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-79058</guid><pubDate>Fri, 20 May 2022 15:16:26 +0200</pubDate><title>Hans Bausch Mediapreis geht an Studie zur Informationskompetenz der Deutschen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=79058&amp;cHash=18c1d8ba2e76e15b7ca3d01bddfedd36</link><description>Anna-Katharina Meßmer, Alexander Sängerlaub und Leonie Schulz haben die Auszeichnung am 19. Mai erhalten.</description><content:encoded><![CDATA[<p><em>„Quelle: Internet?“ Digitale Nachrichten- und Informationskompetenzen der deutschen Bevölkerung im Test.“ </em>Für diese Studie aus dem März 2021 haben Anna-Katharina Meßmer, Alexander Sängerlaub und Leonie Schulz den Hans Bausch Mediapreis des SWR erhalten. Sie hatten darin überprüft, wie gut Probandinnen und Probanden Desinformationen erkennen und Quellen einordnen können – eine Fähigkeit, die in Zeiten des Medienwandels eine Grundlage der unabhängigen Meinungsbildung ist. Mit ihrer Studie geben sie einen Überblick über die aktuelle Nachrichten- und Informationskompetenz der Bevölkerung in Deutschland und leiten daraus Empfehlungen für gezielte Medienbildungspolitik ab.</p><p><strong>Studie zeigt Mängel der Nachrichtenkompetenz auf</strong><br> Im Rahmen des Nachrichtenkompetenz-Tests wurden über 4.000 Internetnutzerinnen und -nutzer in Deutschland befragt und getestet. Sie schnitten in fast allen Kompetenzbereichen überwiegend mittelmäßig bis schlecht ab. Die Unterschiede zwischen Desinformation, Information, Werbung und Meinung erkannten sie nur schwer. Die drei Preistragenden fordern deshalb eine bessere digitale Schul- und Erwachsenenbildung und transparente journalistische Angebote.<br> &nbsp;<br><strong>Debatte um gesellschaftliche Verantwortung in digitalen Öffentlichkeiten</strong><br> Die Studie ist laut Jurybegründung „ein höchst gelungener Beitrag zur Debatte um gesellschaftliche Verantwortung in digitalen Öffentlichkeiten. Die Handlungsempfehlungen richten sich nicht nur an Bürgerinnen und Bürger, sondern fragen auch nach der Rolle und Bedeutung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, des Journalismus, der Medienbildung für alle Altersgruppen, nach politischen Entscheidungsträgern und der Regulierung von Plattformen.“</p><p><strong>Handlungsempfehlungen ein klares Signal für den Journalismus der Zukunft</strong><br> „Gut funktionierende Demokratien sind auf gut informierte Bürgerinnen und Bürger angewiesen,“ so Professor Kai Gniffke, Intendant des SWR. „Die Studie betont unsere Verantwortung als Journalistinnen und Journalisten auch in digitalen Öffentlichkeiten. Die klaren Empfehlungen schärfen den Blick und leisten einen wertvollen Beitrag für die praktische journalistische Arbeit. Ich freue mich, dass der Hans Bausch Mediapreis dieses Jahr an ein Team geht, das sich fundiert mit den immer wichtiger werdenden Bereichen Informations- und Nachrichtenkompetenz befasst hat.“</p><p><strong>Ausbau der digitalen Bildung von der Vorschule bis zum Hochschulwesen</strong><br> Der Rektor der Universität Tübingen, Professor Bernd Engler, sagte, das deutsche Bildungswesen müsse künftig verstärkt auf digitale Bildung setzen, und dies von der Vorschule bis zum Hochschulwesen: „Dabei wird es wie bei jeder Technologie darauf ankommen, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene die neuen Möglichkeiten nicht nur technisch beherrschen, sondern auch die Missbrauchspotenziale begreifen und einen kritisch-reflektierten Medienkon-sum entwickeln.“ Auch aus diesem Grund werde die Universität den Bereich der digitalen Bil-dung in Zukunft deutlich ausbauen, vor allem in der Ausbildung künftiger Lehrkräfte.</p><p><strong>Über die Autorinnen und Autoren</strong><br> Die promovierte Soziologin Anna-Katharina Meßmer leitet das Projekt zu digitaler Nachrichten- und Informationskompetenz. Davor leitete sie die Geschäftsstelle des Forschungsinstituts für gesellschaftliche Weiterentwicklung (FGW) und arbeitete als Lead Strategic Development bei dem Meinungsforschungsinstitut-Startup Civey.</p><p>Alexander Sängerlaub ist seit Januar 2021 Direktor und Mitbegründer des Think &amp; Do Tanks futur eins. Sein Fokus liegt dabei auf dem Themenfeld der Digitalisierung von Öffentlichkeiten. Bis 2020 leitete er Projekte zu Desinformation, Fact-Checking und digitaler Nachrichtenkompetenz bei der Stiftung Neue Verantwortung.</p><p>Leonie Schulz ist für die Datenerhebung und Analyse der Studie zuständig. Sie ist spezialisiert auf Forschung im gesellschaftspolitischen Bereich und in Wahlkämpfen. Zurzeit leitet sie quantitative Forschungsprojekte und Analysen bei der Forschungs- und Beratungsagentur <span lang="en" dir="ltr">polytix strategic research</span> gmbh und ist dort als Beraterin tätig.</p><p><br><strong>Hintergrund: Der Hans Bausch Mediapreis des SWR</strong><br> Die gemeinnützige Stiftung Hans Bausch Mediapreis des SWR dient der Förderung von Wissenschaft, Forschung und Innovation im Medienbereich. Dies wird insbesondere durch die Verleihung des gleichnamigen Mediapreises in Höhe von 5.000 Euro verwirklicht, der einmal jährlich für eine wissenschaftliche Arbeit im deutschsprachigen Raum verliehen wird. Bei der Verleihung des Preises kooperiert der SWR eng mit dem Institut für Medienwissenschaft der Universität Tübingen.</p><p><strong>Fachjury aus Medienpraxis und -forschung</strong><br> Mitglieder des Vorstandes der Stiftung sowie der personenidentischen Jury sind:</p><ul><li>Professor Kai Gniffke, SWR Intendant sowie Vorsitzender Vorstand und Jury des Hans Bausch Mediapreises des SWR</li><li>Stefanie Schneider, SWR Landessenderdirektorin Baden-Württemberg</li><li>Thomas Dauser, SWR Direktor Innovationsmanagement und Digitale Transformation</li><li>Professorin Tanja Thomas, Lehrstuhl für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen mit dem Schwerpunkt Transformation der Medienkultur</li><li>Professorin Martina Thiele, Lehrstuhl für Medienwissenschaft an der Universität Tü-bingen mit dem Schwerpunkt Digitalisierung und gesellschaftliche Verantwortung</li><li>Professor Sascha Dickel, tätig im Arbeitsbereich Mediensoziologie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz mit dem Schwerpunkt Gesellschafts- und Medientheorie und digitale Partizipation</li></ul><p>&nbsp;</p><p><strong>Mehr zum Thema: </strong><a href="http://swr.li/hans-bausch-mediapreis-ausschreibung" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">http://swr.li/hans-bausch-mediapreis-ausschreibung</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-78977</guid><pubDate>Thu, 19 May 2022 12:19:26 +0200</pubDate><title>Neue Krokodilart lebte vor 39 Millionen Jahren in Asien</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=78977&amp;cHash=f4f3202c935aa1774c39c23cad302fab</link><description>Maomingosuchus wurde vier Meter lang ‒ Forschungsteam identifiziert Fossilien aus Vietnam</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wissenschaftler des <span lang="en" dir="ltr">Senckenberg Centre for Human Evolution</span> and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen haben in Vietnam die Fossilien einer bisher unbekannten Krokodilart identifiziert. Das knapp vier Meter lange, fast vollständig erhaltene Skelett aus der Fundstelle Na Duong gehört zu den langschnäuzigen Krokodilen aus der Verwandtschaft der Sundagaviale. Das zwischen 35 und 39 Millionen Jahre alte Fossil gibt neuen Aufschluss über die Verbreitung dieser Krokodile von ihren Ursprüngen in Nordafrika und Westeuropa nach Südostasien. Die Studie erschien im Fachmagazin <span lang="en" dir="ltr"><em>Journal of Systematic Palaeontology.</em></span></p><p>Gaviale haben eine lange Schnauze und sind auf Fischfang spezialisiert. Die heute lebenden Vertreter dieser Familie sind in ihrem Bestand gefährdet: der Sundagavial (T<em>omistoma schlegelii</em>) von der Malaiischen Halbinsel, Borneo, Sumatra und Java sowie der Gangesgavial (<em>Gavialis gangeticus</em>) aus Nepal und Indien. Die genauen Verwandtschaftsverhältnisse dieser heutigen Krokodilarten sind trotz genetischer Untersuchungen noch nicht abschließend geklärt.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-78812</guid><pubDate>Wed, 18 May 2022 20:00:00 +0200</pubDate><title>Unerwartete Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen der frühen Hirschferkel</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=78812&amp;cHash=6e3455354d7adc1f987447a212d2fc03</link><description>Tübinger Wissenschaftlerinnen untersuchen rund elf Millionen Jahre alte Schädelfunde aus der Tongrube Hammerschmiede im Allgäu</description><content:encoded><![CDATA[<p>Hirschferkel gehören zu den kleinsten Wiederkäuern der Welt. Sie leben heute in den Tropen Afrikas und Asiens und sind kaum größer als Hasen. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich nur wenig. Das war vor rund elf Millionen Jahren anders: Josephina Hartung und Professorin Madelaine Böhme vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen stießen bei der Untersuchung zweier fossiler Hirschferkelschädel aus der Tongrube Hammerschmiede im Allgäu auf einen bisher unbekannten Geschlechtsunterschied. Sie entdeckten am Schädel eines männlichen Hirschferkels auffällige Knochenwülste über den Augen, die den Weibchen fehlten. Die Studie wurde vor Kurzem im Fachmagazin <em>PLOS ONE</em> veröffentlicht.</p><p>„Bei heute lebenden Hirschferkeln unterscheiden sich die Männchen von den Weibchen nur durch vergrößerte und äußerlich sichtbare obere Eckzähne“, sagt die Doktorandin Josephina Hartung. Diese säbelartigen Hauer dienten im Kampf zweier Männchen als Waffe oder zur Demonstration von Stärke. Die Hirschferkel der ausgestorbenen Art <em>Dorcatherium naui</em>, die vor elf Millionen Jahren in der heutigen süddeutschen Gegend um Pforzen lebten, seien etwas größer gewesen als heutige Arten. Sie waren Zeitgenossen des ersten aufrecht gehenden Menschenaffen <em>Danuvius guggenmosi</em>, dessen Überreste aus der Hammerschmiede bereits vor einigen Jahren untersucht wurden.</p><h3>Luftgefüllte Knochenstrukturen</h3><p>„Das Ungewöhnliche an den männlichen Schädeln der Hirschferkel aus der Hammerschmiede sind gut ausgeprägte Knochenwülste, die das Schädeldach nahezu kranzartig umschließen“, erläutert Hartung. Dieses Merkmal war bisher sowohl bei heutigen als auch bei fossilen Hirschferkeln unbekannt. Weibliche Hirschferkelschädel vom selben Fundort wiesen dieses Merkmal nicht auf. Die Forscherinnen schlossen daraus, dass es sich um einen bis jetzt unentdeckten Geschlechtsunterschied, auch als Geschlechtsdimorphismus bezeichnet, handeln müsse. Eine Bestätigung dieses Befunds erhielten sie durch den Vergleich mit weiteren fossilen Schädeln dieser Hirschferkelart.</p><p>Interessant sei, dass die Schädelwülste des Männchens mit Luft gefüllt waren, sagt Hartung. Das hätten Messungen mithilfe der Mikro-Computertomografie ergeben, einem Röntgenverfahren, mit dem man dreidimensionale Bilder der inneren Struktur kleiner Proben erhält. „Diese Daten haben uns gezeigt, dass die Wülste keineswegs mit dichtem Knochenmaterial gefüllt waren, sondern vielmehr viele kleine Hohlräume besaßen, ähnlich wie bei heutigen Giraffen.“ Ob diese Hohlräume zur Verringerung des Gewichts des Schädels dienten oder eine andere Funktion hatten, ist derzeit noch unklar. „Möglicherweise schützte der über der Augenpartie liegende Wulstabschnitt das Auge vor Kampfverletzungen durch die dolchartigen Eckzähne eines anderen Männchens, wie man dies von Muntjakhirschen kennt“, mutmaßt Madelaine Böhme.</p><h3>Hinweis auf eine ökologisch diverse Familie</h3><p>Die Forscherinnen halten es auch für wahrscheinlich, dass die Knochenwülste als eine Art Darstellungsmerkmal dienten, als Schmuck oder zum Imponieren, um Weibchen zu beeindrucken oder andere Männchen abzuschrecken. Ähnliches sei von den nahverwandten Huftieren wie Giraffen, Hirschen und Antilopen bekannt, die als Stirnwaffenträger hornartige Auswüchse, Hörner oder Geweihe tragen. „Dass die evolutionsgeschichtlich primitiveren Hirschferkel Knochenwülste auf ihren Schädeln trugen, ist ein Novum für die Biologie dieser kleinen Wiederkäuer“, sagt Hartung. Dies deute darauf hin, dass die Hirschferkel einst eine ökologisch diversere Familie bildeten.</p><p>„Erneut haben die Grabungen in der Hammerschmiede gezeigt, welches einzigartige Potenzial die Fossilien besitzen. Sie helfen uns, mehr über die Evolution und Biologie ausgestorbener Arten zu erfahren“, sagt Böhme.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-78839</guid><pubDate>Mon, 16 May 2022 12:26:18 +0200</pubDate><title>Die Tübinger Kinder-Uni startet wieder</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=78839&amp;cHash=80f646bbd478d3a6d76f8475a0b3eb26</link><description>In Vorlesungen wird unter anderem über Künstliche Intelligenz und Flüsse gesprochen ‒ Für den Kinder-Uni-Forschertag sind ab 30. Mai Anmeldungen möglich</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Kinder-Uni findet in diesem Semester erstmals wieder statt – pünktlich zum 20-jährigen Jubiläum der Vorlesungsreihe heißt die Universität alle interessierten Kinder im Kupferbau willkommen. Jeweils dienstags um 17 Uhr geht es im Hörsaal 25 (Kupferbau, Hölderlinstraße 5) um unsere Sehfähigkeit, Künstliche Intelligenz, Flüsse und darum, was wir an Hunderassen über die Evolution lernen können. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Eltern sind willkommen, werden jedoch gebeten, die Sitzplätze den Kindern zu überlassen und ggf. in den hinteren Reihen Platz zu nehmen. Alle Informationen unter: <a href="https://uni-tuebingen.de/universitaet/campusleben/veranstaltungen/zentrale-veranstaltungen/kinder-uni/" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/universitaet/campusleben/veranstaltungen/zentrale-veranstaltungen/kinder-uni/</a>.</p><ul><li><strong>Dienstag, 24. Mai</strong></li></ul><p><strong>Prof. Dr. Uwe Ilg: Warum verschwindet die Maus?</strong><br> Wir nehmen an, dass unsere Augen hervorragende Kameras darstellen, viel besser als die Kamera unseres Smartphones! Sie senden anscheinend ständig scharfe Bilder an unser Gehirn. Mit einer Reihe von einfachen Experimenten und Präsentationen während der Vorlesung wird deutlich, dass dies so nicht stimmt: Sehen findet im Gehirn statt, nicht in den Augen.</p><ul><li><strong>Dienstag, 31. Mai</strong></li></ul><p><strong>Dr. Wieland Brendel: Warum kann ein Computer noch nicht meine Hausaufgaben machen?</strong><br> Computer und Smartphones können heute Dinge, die vor wenigen Jahren undenkbar waren. Wir können mit ihnen reden und sie nach dem Wetter fragen, sie übersetzen Texte oder malen Fotos in den Stilen berühmter Künstler. Das alles geschieht durch sogenannte Künstliche Intelligenz. Aber warum können Computer nicht auch Hausaufgaben erledigen? Um das zu verstehen, schauen wir uns gemeinsam an, wie Künstliche Intelligenz funktioniert und warum sie manchmal super schlau und manchmal ziemlich einfältig ist.</p><p>Gerne können Hausaufgaben (Textaufgaben) zum live Testen vorab eingesendet werden: <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,ykgncpf0dtgpfgnBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">wieland.brendel<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p><ul><li><strong>Dienstag, 21. Juni</strong></li></ul><p><strong>Prof. Dr. Christiane Zarfl: Warum müssen Flüsse wild fließen?</strong><br> Der Sommer naht, und der Neckar lädt zum Baden ein. Wie schön, einen Fluss vor der Haustür zu haben! Aber ... was ist eigentlich ein Fluss? In dieser Vorlesung schauen wir uns Beispiele für Flüsse aus aller Welt an und werfen auch einen Blick auf „unsere“ Flüsse in Tübingen. Was haben sie gemeinsam? Worin unterscheiden sie sich und warum? Wir sprechen über die Bedeutung von Flüssen ‒ für uns und auch für Tiere und Pflanzen. Und warum ist es so selten (geworden), dass ein Fluss wild fließen kann?"</p><ul><li><strong>Dienstag, 28. Juni</strong></li></ul><p><strong>Prof. Dr. Detlef Weigel: Warum ist der Schäferhund kein Dackel?</strong><br> Wir sind alle verschieden: nicht nur wie wir aussehen, aber auch, wie wir uns in unterschiedlichen Lebenslagen verhalten, welche Musik uns gefällt oder welche Dinge uns Spaß machen, weil wir sie gut können. Einiges davon ist gelernt oder anerzogen, vieles ist auch angeboren. Diese Vielfalt ist nicht auf Menschen beschränkt; auch Tiere und Pflanzen sind oft sehr unterschiedlich. Die Vielfalt innerhalb von Arten ist die Grundlage der Evolution. Bei Evolution denken die meisten von uns an Dinosaurier oder Neandertaler, und an Zeiträume, die sich über Millionen oder Hunderttausende von Jahren erstrecken. Evolution kann aber auch viel schneller ablaufen, besonders wenn der Mensch die Finger im Spiel hat – so wie bei der Züchtung, zum Beispiel von Hunderassen. Über dieses spannende Thema werden wir uns unterhalten.</p><p>Am<strong> Kinder-Uni-Forschertag </strong>ist nicht nur zuhören, sondern auch mitmachen angesagt: Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren können in kleineren Veranstaltungen und Workshops Institute der Universität kennen lernen und selbst mitforschen. Er findet dieses Jahr am <strong>Samstag, 2. Juli </strong>statt, das Programm wird am 30. Mai unter <a href="https://uni-tuebingen.de/de/2626" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/de/2626</a>&nbsp;veröffentlicht, dann können die Kinder per E-Mail angemeldet werden. Bitte beachten Sie, dass die Teilnahme erst ab 7 Jahren möglich ist, Ausnahmen sind leider nicht möglich.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-78851</guid><pubDate>Mon, 16 May 2022 12:10:00 +0200</pubDate><title>Ursula Schwitalla zur Ehrensenatorin der Universität Tübingen ernannt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=78851&amp;cHash=65c17c7e0a822e83a72a3b562e6a8642</link><description>Kunsthistorikerin engagiert sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich für die Universitätssammlungen und die Lehre an der Universität</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen verlieh die Ehrensenatorinnenwürde an Dr. Ursula Schwitalla BDA a.o. Die Kunsthistorikerin wurde für ihr langjähriges Engagement für die Vermittlung und Förderung von Kunst und Architektur an der Universität ausgezeichnet. Zur Verleihung am Freitag, 13. Mai 2022, war die interessierte Öffentlichkeit sowie Medienvertreterinnen und -vertreter eingeladen.&nbsp;</p><p>Die Laudatio hielt Prof. Dr. Ernst Seidl, Direktor des Museums der Universität Tübingen MUT. In einem Ehrenvortrag sprach Prof. Dr. Werner Sobek von der Universität Stuttgart zum Thema „Über das Bauen in der Zukunft“.&nbsp;</p><p>Ursula Schwitalla studierte Geschichte, Geographie, Politik und Kunstgeschichte an den Universitäten Tübingen und Wien und wurde in Tübingen im Fach Kunstgeschichte mit einer Forschungsarbeit zum Kloster Bebenhausen promoviert. Sie arbeitete unter anderem als Kuratorin, Kunstberaterin und Lehrbeauftragte an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Universität Tübingen.</p><p>Schwitalla ist Organisatorin der seit mehr als dreißig Jahren bestehenden, hochkarätig besetzten Vorlesungsreihe „Architektur Heute“ an der Universität Tübingen. Als Vorstand des Fördervereins „Tübinger Kunstgeschichtliche Gesellschaft – TKG“ engagiert sie sich seit vielen Jahren für die Unterstützung des Kunsthistorischen Instituts und die Erweiterung der Graphischen Sammlung. Zudem ist sie Kuratoriumsmitglied und Mitinitiatorin des Invited-Artist-Programms der Universität, bei dem internationale Künstlerinnen und Künstler zu Lehraufträgen nach Tübingen eingeladen werden.</p><p>„Ursula Schwitalla ist eine exzellente Botschafterin der Universität Tübingen, für die sie in den vergangenen Jahren mit außerordentlichem Erfolg gewirkt hat“, sagte der Rektor der Universität, Professor Bernd Engler. Dank ihrer außerordentlichen Engagements habe sich Tübingen zu einem anerkannten Zentrum des Diskurses über zeitgenössische Architektur entwickelt. „Ihr Wirken in Kultur und Gesellschaft ist beispielhaft und hat das Ansehen der Universität enorm befördert.“</p><p>„Wer je in den Genuss einer der weltweit von Ursula Schwitalla angebotenen Exkursionen kam, der weiß, wie groß ihr Engagement und wie singulär die Fähigkeiten dieser beeindruckenden Person sind“, sagte ihr langjähriger Kollege Professor Ernst Seidl.</p><p>Die Universität Tübingen verleiht die Ehrensenatorenwürde an Persönlichkeiten, die sich um Wissenschaft, Forschung, Kunst, Kultur und gesellschaftliche Verständigung verdient gemacht haben. Sie würdigt damit auch ein besonderes Engagement für die Universität.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-78578</guid><pubDate>Wed, 11 May 2022 17:00:00 +0200</pubDate><title>Explosion auf einem Weißen Zwerg direkt beobachtet</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=78578&amp;cHash=a49e5b9476242bd84d0e3a545d1ff293</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wenn Sterne wie unsere Sonne ihren Brennstoff verbraucht haben, schrumpfen sie zu Weißen Zwergen. Manchmal zucken solche Objekte in einer superheißen Explosion noch einmal auf und produzieren einen Feuerball aus Röntgenstrahlung. Einen solchen Ausbruch im Röntgenlicht konnte ein Forschungsteam aus verschiedenen unter Führung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) jetzt zum ersten Mal direkt beobachten, Tübinger Wissenschaftler waren an dem Projekt beteiligt.</strong></p><p>„Dabei kam uns auch der Zufall zu Hilfe“, erklärt Ole König vom Astronomischen Institut der FAU in der Dr. Karl Remeis-Sternwarte Bamberg, der gemeinsam mit dem FAU-Astrophysiker Prof. Dr. Jörn Wilms und dem Forschungsteam bestehend aus dem Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching, der Universität Tübingen, der Universitat Politécnica de Catalunya in Barcelona und dem Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam in der renommierten Fachzeitschrift Nature über die Beobachtung berichtet. „Solche Röntgenblitze lassen sich kaum vorhersagen, dauern nur wenige Stunden und das Beobachtungsinstrument muss in dieser Zeit auf den Ausbruch zielen“, schildert der Astrophysiker die Zusammenhänge.</p><p>Bei diesem Instrument handelt es sich um das eROSITA-Röntgen-Teleskop, das eineinhalb Millionen Kilometer von der Erde entfernt seit 2019 den Himmel nach weichen Röntgenstrahlen durchmustert. Dabei wurde am 7. Juli 2020 starke Röntgenstrahlung in einem Bereich des Himmels gemessen, der vier Stunden vorher noch völlig unauffällig gewesen war. Als das Röntgen-Teleskop vier Stunden später die gleiche Stelle am Himmel erneut musterte, war diese Strahlung wieder verschwunden. Weniger als acht Stunden hatte der Röntgenblitz also gedauert, der vorher das Zentrum des Detektors völlig überbelichtet hatte.</p><p>Solche Röntgen-Ausbrüche hatten theoretische Überlegungen bereits vor mehr als 30 Jahren vorgesagt. Sie waren bisher aber noch nie direkt beobachtet worden. Diese Feuerbälle aus Röntgenstrahlen entstehen auf der Oberfläche von Sternen, die eine ähnliche Größe wie unsere Sonne hatten, bevor sie ihre Brennstoffvorräte aus Wasserstoff und später aus Helium tief in ihrem Inneren weitgehend verbraucht hatten. Diese alten Sterne schrumpfen sehr stark zusammen, bis ein „Weißer Zwerg“ übrigbleibt, der ähnlich groß wie die Erde ist, aber eine Masse enthält, die ähnlich groß wie unsere Sonne sein kann. „Diese Verhältnisse kann man sich an einem Beispiel gut vorstellen“, erklärt Jörn Wilms: „Stellt man sich die Sonne in der Größe eines Apfels vor, hätte die Erde die Dimension eines Stecknadelkopfes, der in zehn Metern Entfernung um den Apfel kreist.“</p><p>„Solche sogenannten Novae passieren häufiger, aber eine Beobachtung der allerersten Augenblicke des Ausbruchs, bei denen der größte Teil der Röntgenstrahlung produziert wird, ist sehr schwierig“, fügt Dr. Victor Doroshenko von der Universität Tübingen hinzu. „Nicht nur die kurze Dauer diese Röntgenblitzes ist eine Herausforderung, sondern auch die Tatsache, dass das Spektrum der emittierten Strahlung sehr weich ist. Weiche Röntgenstrahlung ist nicht sehr energiereich und wird leicht von interstellarer Materie absorbiert, deshalb können wir in diesem Wellenlängenband nicht besonders tief ins All blicken. Das begrenzt die Anzahl der beobachtbaren Objekte, gleich ob eine Nova oder ein normaler Stern. Röntgenteleskope sind deshalb normalerweise so konstruiert, dass sie besonders im harten Röntgenbereich effektiv arbeiten. Und genau das ist der Grund, warum wir ein solches Ereignis nicht sehen würden!“</p><h3>Sterne in Form eines Edelsteins</h3><p>Verkleinert man wiederum einen Apfel auf die Größe eines Stecknadelkopfes, behält dieses winzige Teilchen das vergleichsweise riesige Gewicht des Apfels. „Ein Teelöffel Materie aus dem Inneren eines Weißen Zwergs hat daher leicht die Masse eines Lastkraftwagens“, erklärt Jörn Wilms weiter. Weil diese ausgebrannten Sterne hauptsächlich aus Sauerstoff und Kohlenstoff bestehen, ähneln sie einem ebenfalls aus Kohlenstoff bestehenden riesigen Diamanten, der die Größe der Erde hat und im Weltraum schwebt. Diese Objekte in Form eines Edelsteins sind zwar immer noch heiß und leuchten daher weiß. Nur ist diese Strahlung schwach und lässt sich daher von der Erde aus gesehen kaum entdecken.</p><p>Es sei denn, der alte Stern wird von einem Stern begleitet, in dem das Sonnenfeuer noch brennt und von dem dann Material auf ihn übergehen kann. „Dieser Wasserstoff kann sich mit der Zeit zu einer nur wenige Meter dicken Schicht auf der Oberfläche der Sternenleiche sammeln“, erklärt FAU-Astrophysiker Jörn Wilms. In dieser Schicht aber erzeugt die riesige Schwerkraft einen gigantischen Druck, der so groß werden kann, dass dort das Sternenfeuer wieder zündet. In einer Kettenreaktion entsteht rasch eine riesige Explosion, in der die Wasserstoffschicht wieder abgesprengt wird. Die Röntgenstrahlung einer solchen Explosion hat dann am 7. Juli 2020 die Detektoren von eROSITA getroffen und überbelichtet.</p><p>„Der physikalische Ursprung der Röntgenstrahlung des Weißen Zwergs ist ganz gut verstanden und wir können das Spektrum sehr gut modellieren. Der Vergleich von Modellen mit der Beobachtung erlaubt die Bestimmung von Masse, Größe und chemischer Zusammensetzung dieser Objekte.“ Erklärt Dr. Valery Suleimanov von der Universität Tübingen. „Das Problem in diesem Fall war, dass wir nach 30 erfolglosen Jahren solche Röntgenblitze zu finden plötzlich ein so helles Ereignis beobachtet haben, das die Detektoren des Teleskops überbelichtete und die Auswertung der Daten erschwerte.“ fügt Victor Doroshenko hinzu.</p><p>„Mit Modellrechnungen, mit denen wir ursprünglich die Entwicklung des Röntgen-Instruments begleitet hatten, konnten wir dann in einer aufwändigen Arbeit das überbelichtete Bild genauer analysieren und so erstmals einen Blick hinter die Kulissen einer solchen Explosion auf einem Weißen Zwerg werfen“, schildert Jörn Wilms die weitere Forschung. Nach diesen Ergebnissen sollte der Weiße Zwerg ungefähr die Masse unserer Sonne haben und damit relativ groß sein. Bei der Explosion entstand ein 327.000 Grad heißer Feuerball, der damit rund sechzigmal wärmer als unsere Sonne war. „Diese Ergebnisse wurden durch die Kombination von Modellen der Röntgenstrahlung und der Emissionsmodellen von weißen Zwergen gewonnen, die in Tübingen von Valery Suleimanov und Victor Doroshenko entwickelt werden, gewonnen. Das zeigt eindrücklich, wie wichtig die Zusammenarbeit in der modernen Wissenschaft ist und belegt die breite Expertise des deutschen eROSITA-Konsortiums“, fügt Professor Klaus Werner von der Universität Tübingen hinzu.</p><p>Weil bei solchen Novae der Energie-Nachschub fehlt, kühlen sie rasch aus, und die Röntgenstrahlung wird weicher, bis sie schließlich zu sichtbarem Licht wird, das einen halben Tag nach der eROSITA-Entdeckung auch die Erde erreichte und mit optischen Teleskopen beobachtet wurde. „Es tauchte dann ein scheinbar heller Stern auf, der sogar mit dem bloßen Auge sichtbar war“, erklärt Ole König. Solche scheinbaren „neuen Sterne“ wurden auch früher schon beobachtet und wegen ihres unverhofften Auftauchens „Nova Stella“ genannt, was „neuer Stern“ bedeutet. Weil diese Nova aber erst nach dem Röntgenblitz sichtbar wird, ist eine Vorhersage für solche Ausbrüche sehr schwierig, die daher eher zufällig die Röntgen-Detektoren treffen. „Da hatten wir wirklich Glück“, freut sich Ole König.&nbsp;</p><h3>Weitere Informationen:</h3><p><a href="https://www.nature.com/articles/s41586-022-04635-y" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.nature.com/articles/s41586-022-04635-y</a>&nbsp;</p><p class="align-right">Nach einer Pressemitteilung der&nbsp;Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-78359</guid><pubDate>Thu, 05 May 2022 11:04:37 +0200</pubDate><title>Zwei Millionen Euro jährlich für die Hirnforschung</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=78359&amp;cHash=4200d8be93abc994205a0fa3d0989f1d</link><description>Dauerhafte Finanzierung des Hertie-Institut für klinische Hirnforschung ist künftig durch das Land Baden-Württemberg gesichert.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Zwanzig Jahre nach seiner Gründung wird das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) jährlich dauerhaft mit zwei Millionen Euro durch das Land Baden-Württemberg gefördert. Die Verstetigung der Landesförderung und die weitere Unterstützung durch die Gemeinnützige Hertie-Stiftung erlauben dem Institut die Umsetzung des Zukunftsplans „HIH 2030“. Gemäß seiner Mission, Spitzenforschung und optimale Krankenversorgung zum Wohle der Erkrankten und Gesellschaft zu leisten, plant das HIH nun, seine Forschungsstrukturen weiterzuentwickeln. Bundesweit gilt es als Vorreiter einer erfolgreich gelebten Translation in der Neuromedizin. Das HIH feierte sein 20-jähriges Jubiläum am Mittwoch, 04. Mai 2022, mit einem Festakt in Anwesenheit von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.</p><p>„Seit 20 Jahren leisten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hertie-Instituts für Hirnforschung hervorragende Arbeit in der Spitzenforschung und haben maßgeblich dazu beigetragen, dass das Institut sich im Bereich der Neurowissenschaften einen exzellenten Ruf erworben hat. Das Institut leistet hier einen entscheidenden Beitrag zur Forschungsexzellenz Baden-Württembergs. Damit dies auch in Zukunft gesichert werden kann, steigt das Land von diesem Jahr an in die dauerhafte Finanzierung mit ein“, so Ministerin Bauer während der Veranstaltung in der Neuen Aula der Universität Tübingen.</p><p>„Wir freuen uns natürlich sehr über die Aufnahme in den Landeshaushalt“, erklärt Professor Dr. Thomas Gasser, Vorstandsvorsitzender des Zentrums für Neurologie. „Nun können wir unseren systematischen Ansatz der translationalen Forschung und Versorgung strategisch erweitern und so auch künftig den Herausforderungen der klinischen Hirnforschung begegnen zum Wohl der Patientinnen und Patienten.“</p><p>Das HIH wurde 2001 von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, dem Land Baden-Württemberg, der Eberhard Karls Universität und ihrer medizinischen Fakultät sowie dem Universitätsklinikum Tübingen gegründet. Mit der Neurologischen Universitätsklinik Tübingen bildet es das Zentrum für Neurologie. Diese strukturelle Verknüpfung ermöglicht, dass wissenschaftliche Erkenntnisse rasch in die klinische Praxis überführt werden können und Patientinnen und Patienten direkt von neuen Forschungsergebnissen profitieren.</p><p>In Zukunft wird sich das Zentrum noch mehr der Entwicklung von Strategien zur Früherkennung, Prävention und Rehabilitation neurologischer Erkrankungen widmen und sich bei dem Ausbau seines Forschungs- und Versorgungsspektrums auf zwei Zukunftsfelder konzentrieren: auf die systembasierte Neuromedizin sowie auf die an den individuellen Krankheitsursachen ansetzenden, personalisierten Medizin. Dafür werden neue Arbeitsgruppen und Strukturen eingerichtet.</p><p>In der personalisierten Medizin wird gezielt und individuell die Krankheitsursache der betroffenen Person therapiert. Das kann zum Bespiel ein seltener Gendefekt sein, der zur Erkrankung führt. Die systembasierte Neuromedizin zielt hingegen darauf ab, das erkrankte Gehirn oder Nervensystem als Ganzes zu behandeln, etwa mit Hilfe von innovativen Neuroprothesen. Neben der Stärkung dieser beiden methodischen Zukunftsfeldern wird das Institut zudem die Digitalisierung vorantreiben und Methoden des Maschinellen Lernens und der Künstlichen Intelligenz integrieren.</p><p>„Bei seiner Weiterentwicklung kann das Zentrum für Neurologie auf seine langjährige herausragende Expertise in den klinischen Neurowissenschaften aufbauen“, sagt Professor Dr. Bernd Pichler, Dekan der Medizinischen Fakultät Tübingen. „Das Erfolgsmodell HIH hat maßgeblich dazu beigetragen, dass sich der Standort Tübingen zu einem Leuchtturm der Neurologischen Forschung mit internationalen Bekanntheitsgrad entwickeln hat.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-77741</guid><pubDate>Mon, 25 Apr 2022 11:26:13 +0200</pubDate><title>Studium Generale wieder im Kupferbau</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=77741&amp;cHash=77918f4c254049093174ad73795944d4</link><description>Kostenlose Vorlesungsreihen der Universität Tübingen greifen unter anderem aktuelle Debatten zu Genderstudies, Bildungsgerechtigkeit, Klimawandel und Verantwortung der Wissenschaft auf</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Studium Generale der Universität Tübingen kehrt im Sommersemester 2022 wieder in den Kupferbau zurück. Erstmals finden die Veranstaltungen zum überwiegenden Teil wieder in Präsenz statt. Der Zugang ist für alle Interessierten kostenlos und ohne Anmeldung möglich.</p><p>In der Reihe <strong>Religion und Literatur – Eine Topographie ihrer Begegnung im Spiegel deutschsprachiger Literatur (Montag, 18:15 Uhr im Hörsaal 25) </strong>geht Theologe Professor Karl-Josef Kuschel „Sternstunden“ einer Begegnung von Religion und Literatur nach, die immer auch mit ausgewählten Schauplätzen des Lebens verbunden sind: Seien es Bertolt Brechts „Svendborger Gedichte“ aus dem Dänischen Exil, Rainer Maria Rilkes „Duineser Elegien“ oder das Zwiegespräch von Nelly Sachs und Paul Celan, das im Gedicht „Zürich. Zum Storchen“ festgehalten wurde.</p><p>Fragen von Gleichheit und Ungleichbehandlung, Diskriminierung, Vielfalt und Bewegungen wie #metoo prägen aktuell politische und gesamtgesellschaftliche Debatten. Die Reihe <strong>Gender und Diversität als Forschungszugänge: Beiträge zur Versachlichung der Diskussion (Montag, 18:15 Uhr im Hörsaal 21)</strong>, organisiert durch das Zentrum für Gender und Diversitätsforschung an der Universität Tübingen, zeigt das breite Spektrum an Forschungsfragen, Methoden und Wissensbeständen der „Gender und Diversity Studies“ auf.</p><p>Ob Robin Hood, Wilhelm Tell, Zarathustra oder Anna Karenina: In der Reihe <strong>Europas phantastische Held*innen – eine literarische Spurensuche (II) (Montag, 20:15 Uhr im Hörsaal 25)</strong> setzt Literaturwissenschaftler Professor Jürgen Wertheimer seine Beschäftigung mit „Helden“ aus dem kollektiven Gedächtnis der Europäer fort und erzählt damit eine „etwas andere Geschichte“ des Kontinents, jenseits von Herrscherdaten und Epochenschwellen.</p><p>Die Reihe <strong>„Wie wurde ich Professor*in? Bildungsaufsteiger*innen reflektieren ihren Lebensweg“ (Dienstag, 18:15 Uhr im Hörsaal 21) </strong>verstehen die Einladenden, Professorin Astrid Franke (Amerikanistik) und Professor Markus Rieger-Ladich (Erziehungswissenschaft), als einen Beitrag zur Selbstreflexion der Universität, und auch zu mehr Bildungsgerechtigkeit. Professorinnen und Professoren, die in ihrer Familie in der ersten Generation studierten, schildern ihre Erlebnisse und Erfahrungen im Lauf ihrer akademischen Karriere.</p><p>Um die Klimakrise und die Gesunderhaltung unseres Planeten geht es in der Reihe <strong>Klima, Umwelt und Planetare Gesundheit (Dienstag, 20:15 Uhr im Hörsaal 25)</strong>, die gemeinsam von „Health for Future (H4F) und den Scientists for Future (S4F) mit dem Kompetenzzentrum für Nachhaltige Entwicklung organisiert wird. Diskutiert werden Fragen wie „Wie könnte die Menschheit besser gesundheitliche, politische, ökonomische, rechtliche und soziale Zusammenhänge erkennen und steuern?“ und „Wie lassen sich die natürlichen Systeme unseres Planeten bewahren?“</p><p>Die Reihe <strong>Sexualisierte Gewalt in Bildungseinrichtungen: Perspektiven einer aktuellen Debatte (Mittwoch, 18:15 Uhr im Hörsaal 25) </strong>möchte das Feld der sexualisierten Gewalt in pädagogischen Einrichtungen ausleuchten und mit Expertinnen und Experten Ideen diskutieren, wie sich Schutz, Prävention und Aufarbeitung gestalten lassen. Organisiert wird sie von Professor Marcus Syring und Dr. Anja Nold (beide Erziehungswissenschaft).</p><p>Die Reihe <strong>Markt und Moral (Donnerstag, 18:15 Uhr im Hörsaal 25) </strong>untersucht ein Spannungsverhältnis: Stehen Marktergebnisse zwingend im Widerspruch zur Moral? Auch wenn die Wirtschaftswissenschaft sich mit Marktversagen und korrigierenden Politikinterventionen befasst, tut sie sich möglicherweise schwer, hier Antworten zu geben. Organisiert von Professor Gernot Müller und Professor Dominik Papies sucht der Fachbereich das Gespräch, auch mit Forschenden aus der Philosophie und Theologie.</p><p>Die Reihe <strong>Wissenschaft zwischen Freiheit und Verantwortung (Donnerstag, 20:15 Uhr im Hörsaal 25 und per Livestream) </strong>diskutiert die öffentliche Rolle von Wissenschaften. Insbesondere in Krisenzeiten stellen sich Fragen, u.a. wie sich akademische Freiheiten und öffentlicher Druck vertragen, welche öffentliche Verantwortung Forschenden zukommt und wie sich dies gelungen kommunizieren lässt. Dr. Christopher Gohl vom Weltethos-Institut lädt Vertreterinnen und Vertreter verschiedenster Fachbereiche ein, das wissenschaftliche Selbstverständnis sowie (eigene) Erwartungen an die Wissenschaft zu erkunden und zu diskutieren.</p><p>Details zu den Formaten (Präsenz/digital) sowie der Programmflyer sind unter <a href="http://www.uni-tuebingen.de/studium-generale" target="_blank" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de/studium-generale</a>&nbsp;hinterlegt. Der Flyer kann auch in gedruckter Form unter <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,ugmtgvctkcv/mqoowpkmcvkqpBbx0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">sekretariat-kommunikation<span style="display:none">spam prevention</span>@zv.uni-tuebingen.de</a>&nbsp;bestellt werden.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-77240</guid><pubDate>Tue, 19 Apr 2022 10:35:57 +0200</pubDate><title>Universität Tübingen eröffnet College of Fellows</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=77240&amp;cHash=142c13403a9fdb18d0cb68d4d8df2a27</link><description>Plattform ermöglicht Austausch und Zusammenarbeit internationaler Gastforschender aus allen Fachbereichen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen hat ein „<span lang="en" dir="ltr">College of Fellows</span>“ für internationale Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler gegründet. Unter Leitung von Dr. Niels Weidtmann wird es als eigenständige Forschungseinrichtung agieren und zudem Plattform für einen fächerübergreifenden und wissenschaftskommunikativen Ideenaustausch sein. Mit der Gründung trägt die Universität der zunehmenden Bedeutung internationaler Vernetzung Rechnung sowie der kontinuierlich steigenden Zahl internationaler Gastaufenthalte in Tübingen. Das College of Fellows wird aus Mitteln der Exzellenzstrategie finanziert.</p><p>Am <span lang="en" dir="ltr">College of Fellows</span> haben vor allem Forschende in der <span lang="en" dir="ltr">Postdoc</span>-Phase die Möglichkeit, sich in informellen Veranstaltungen, bei <span lang="en" dir="ltr">Lunch-Talks</span> und in Kolloquien untereinander zu vernetzen und über Fächergrenzen hinweg auszutauschen. Außerdem können sie in sogenannten ‚<span lang="en" dir="ltr">Focus Groups</span>‘ gemeinsam interdisziplinäre Forschungsprojekte organisieren und dazu renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt nach Tübingen einladen.</p><p>Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler haben hier darüber hinaus die Möglichkeit, Forschungsergebnisse und -methoden durch Videos, Podcasts oder Vorträge einer breiteren Öffentlichkeit nahezubringen. Anstelle vorgegebener Themen und Events wächst das <span lang="en" dir="ltr">College</span> somit von Beginn an mit der Partizipation, der Eigeninitiative und dem Ideenreichtum motivierter Mitglieder.</p><p>Mit dem <span lang="en" dir="ltr">College of Fellows</span> setzt die Universität zudem die Idee eines <span lang="en" dir="ltr">Institute for Advanced Studies</span> um. „Das <span lang="en" dir="ltr">College of Fellows</span> wird noch deutlicher sichtbar machen, dass die Universität regelmäßig eine Vielzahl an internationalen Gästen empfängt“, sagt Niels Weidtmann. „Und auch, dass Tübingen schon lange als attraktiver Standort auf der akademischen Landkarte gilt.“ Vom „<span lang="en" dir="ltr">Center for Interdisciplinary and Intercultural Studies</span> (CIIS)“, das er zuvor leitete, bringt er zentrale Aufgabenbereiche und Projekte mit ans <span lang="en" dir="ltr">College of Fellows</span>.</p><p>Ihren Sitz hat die Einrichtung voraussichtlich ab dem Jahr 2024 in der Villa Köstlin (Rümelinstraße 27), vorerst ist sie zu Teilen in der Neuen Aula und zu Teilen in der Keplerstraße 2 untergebracht.</p><p>Weitere Informationen und eine Übersicht aller Veranstaltungen und Ausschreibungen unter: <a href="https://uni-tuebingen.de/college-of-fellows" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/college-of-fellows</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-76835</guid><pubDate>Thu, 07 Apr 2022 09:31:19 +0200</pubDate><title>Digitale Medien im Unterricht: Qualität vor Quantität</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=76835&amp;cHash=ebe3a3bbdc59e0006c7fa2c834400fa1</link><description>Einsatz von Tablets kann die Lernbereitschaft steigern – wenn ihre Potenziale ausgeschöpft werden</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ob Schülerinnen und Schüler vom Einsatz von Technologie im Unterricht profitieren, hängt weniger davon ab, wie intensiv digitale Medien eingesetzt werden als vielmehr davon, wie sie genutzt werden. Wenn ihr Einsatz zum Nachdenken anregt oder beispielsweise dazu, Ergebnisse zu diskutieren, haben sie durchaus das Potenzial, die Lernbereitschaft der Schülerinnen und Schüler positiv zu beeinflussen. Das konnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen und vom Leibniz-Institut für Wissensmedien in einer Studie zeigen. Sie untersuchten, ob der Einsatz digitaler Medien die Lernbereitschaft der Schülerinnen und Schüler positiv beeinflussen kann und ob Veränderungen im Lernverhalten sowohl mit der Häufigkeit als auch mit der Qualität des Einsatzes in Zusammenhang stehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Contemporary Educational Psychology veröffentlicht.<br> &nbsp;<br> Dabei machte es einen Unterschied, in welchem Fach die digitalen Medien eingesetzt wurden. Im Mathematikunterricht erhöhte sich die Lernbereitschaft der Schülerinnen und Schüler sowohl kurz- als auch langfristig, wenn diese den Einsatz der digitalen Medien als kognitiv aktivierend empfanden – unabhängig von der Häufigkeit des Einsatzes. Im Fach Deutsch hingegen war entscheidend, wie oft die digitalen Medien eingesetzt wurden. Je häufiger die Schülerinnen und Schüler Tablet-Computer nutzten, desto positiver veränderte sich ihre Lernbereitschaft.<br> &nbsp;<br> In der Studie erhielten rund 700 Schülerinnen und Schüler in 28 siebten und achten Klassen an 14 weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg Tablets. Die Lehrkräfte wurden gebeten, diese in ihren Unterricht zu integrieren, sie wurden aber nicht dazu verpflichtet. In einem Zeitraum von 16 Monaten wurden sowohl die Lehrkräfte als auch die Schülerinnen und Schüler zu ihren Wahrnehmungen zum Unterricht mit Tablets befragt.<br> &nbsp;<br> Um herauszufinden, wie hoch die Bereitschaft der Schülerinnen und Schüler war, sich anzustrengen, beantworteten sie beispielsweise Fragen wie: „… habe ich mich so sehr angestrengt, wie ich konnte“ oder „… habe ich versucht, so viel zu lernen wie ich konnte“. Die Qualität des Unterrichts wurde danach beurteilt, wie sehr die Schülerinnen und Schüler ihren Unterricht als kognitiv aktivierend wahrnahmen. So wurden sie zum Beispiel gefragt, ob ihre Lehrkraft sie im Unterricht auch manchmal mit ihren eigenen Vermutungen in die Irre gehen lässt und die Schülerinnen und Schüler diese Irrwege selbst erkennen lässt. In Bezug auf die Häufigkeit der Nutzung im Mathematikunterricht fand das Forschungsteam keine positiven Zusammenhänge mit der Veränderung der Lernbereitschaft der Schülerinnen und Schüler. Je kognitiv aktivierender sie jedoch den Unterricht wahrnahmen, desto positiver veränderte sich auch ihre Bereitschaft, sich anzustrengen. Zudem war die Veränderung der Lernbereitschaft bei Mädchen positiver als bei Jungen.<br> &nbsp;<br> „Wie bei jedem anderen Medium auch, scheint die entscheidende Frage zum Einsatz digitaler Medien für einen lernförderlichen Unterricht nicht zu sein, ob digitale Medien im Unterricht eingesetzt werden oder nicht, sondern vielmehr auf welche Art und Weise sie genutzt werden, um einen qualitativ hochwertigen Unterricht zu gestalten“, sagt Tim Fütterer vom Hector-Institut, der Erstautor der Studie. Dass sich im Deutschunterricht die Häufigkeit des Einsatzes bedeutsamer für die Lernanstrengung erwies, könnte daran liegen, dass hier der Neuheitseffekt zum Tragen kommt, da in diesem Fach digitale Medien seltener eingesetzt werden. Beim Neuheitseffekt wird die Aufmerksamkeit kurzzeitig erhöht, er ist jedoch nicht von Dauer. „Eine mögliche Erklärung für die Fachunterschiede könnte zudem sein, dass Mathematiklehrkräfte technikaffiner sind - das sehen wir in unseren Daten. Eine andere Erklärung könnte sein, dass es für den Mathematikunterricht passendere Softwareanwendungen gibt“, ergänzt Fütterer.<br> &nbsp;<br> „Nachhaltige Wirkungen mit digitalen Medien lassen sich dann erzielen, wenn ihre lernbezogenen Potenziale ausgeschöpft werden. Beispielsweise können dynamisch-interaktive Visualisierungen in multimedialen Lernumgebungen Phänomene so illustrieren, dass sie tiefergehend verarbeitet werden“, erklärt Professorin Katharina Scheiter vom Leibniz-Institut für Wissensmedien. Auch die Multiperspektivität ist ein Mehrwert digitaler Medien. Das bedeutet, dass Themen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden können, zum Beispiel aus der der Wissenschaft, des Journalismus oder aus Beiträgen in Diskussionsforen. Zudem ist es bereits möglich, mit digitalen Lernangeboten individuell auf die Bedürfnisse einzelner Schülerinnen und Schüler einzugehen.<br> &nbsp;<br> Doch noch immer hängt Deutschland bei der Digitalisierung der Schulen im internationalen Vergleich weit hinterher. Noch im Jahr 2020 mussten sich fast zehn Schülerinnen und Schüler ein digitales Gerät teilen, während in den USA das Verhältnis bei weniger als zwei liegt. Außerdem fühlen sich die Lehrkräfte nur unzureichend auf den Unterricht mit digitalen Medien vorbereitet. „Ein didaktisch hochwertiger Einsatz von Technologie im Unterricht setzt aber voraus, dass die Lehrkräfte über technologisch-pädagogisches Wissen verfügen“, sagt Tim Fütterer. Deshalb müsse dieses Wissen viel stärker als bisher in die berufliche Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften einfließen.<br> &nbsp;<br> Originalpublikation:<br> Fütterer, T., Scheiter, K., Cheng, X., &amp; Stürmer, K. (2022). Quality beats frequency? Investigating students’ effort in learning when introducing educational technology in classrooms. Contemporary Educational Psychology. Advance online publication. <a href="https://doi.org/10.1016/j.cedpsych.2022.102042" target="_blank" rel="noreferrer">doi.org/10.1016/j.cedpsych.2022.102042</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-76412</guid><pubDate>Wed, 30 Mar 2022 15:00:00 +0200</pubDate><title>Universität Tübingen bleibt auf Wachstumskurs</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=76412&amp;cHash=fbcc2965c6ad852d8a4dc65ff5527edf</link><description>Drittmitteleinnahmen erstmals über 250 Millionen Euro – Rektor Engler legt Jahresbericht 2021 vor </description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen bleibt auf Wachstumskurs. „Allen Schwierigkeiten und Herausforderungen zum Trotz konnte die Universität im vergangenen Jahr erneut mehr Forschungsmittel einnehmen und mehr Studierende auf dem Campus begrüßen“, sagte der Rektor der Universität, Professor Bernd Engler, bei der Vorstellung des Jahresberichts am Mittwoch. Dank eines außergewöhnlichen Engagements aller Hochschulangehörigen habe die Universität die Corona-Pandemie in den letzten beiden Jahren gut überstanden und werde im bevorstehenden Sommersemester weitestgehend wieder in den Normalbetrieb zurückkehren.&nbsp;</p><p>In fast allen wichtigen Parametern konnte die Universität Tübingen im vergangenen Jahr Zuwächse verbuchen. So stiegen die Gesamteinnahmen der Universität um rund 1,6 Prozent auf 695,7 Millionen Euro. Überproportional stark kletterte die Summe der eingeworbenen Forschungsdrittmittel. Sie stiegen mit 258,3 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent und erreichten einen neuen Rekordwert. Von den Drittmitteln entfiel mehr als die Hälfte auf die Medizinische Fakultät, die allein 141,5 Millionen Euro einwarb. Wichtigster Geldgeber bei den Drittmitteln blieb die Deutsche Forschungsgemeinschaft mit 85,8 Millionen Euro, gefolgt von der Bundesregierung mit 58,9 Millionen Euro sowie Stiftungen und Spenden mit 48,4 Millionen Euro.&nbsp;<br> &nbsp;<br> Die hohe Attraktivität Tübingens als Studienort lasse sich ebenfalls an wichtigen Kennziffern ablesen, sagte Engler. Gegen den bundesweiten Trend steige die Zahl der Studierenden an der Universität Tübingen weiter. So waren im Wintersemester 2021/22 insgesamt 28.159 Personen eingeschrieben, 723 mehr als noch vor einem Jahr. Die Zahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger (Erst- und Neueinschreibungen) kletterte gegenüber dem Vorjahr von 5.332 auf 5.428. Einen deutlichen Zuwachs gab es bei den internationalen Studierenden, deren Zahl um 305 auf 3.927 stieg. „Bei den internationalen Studierenden konnten wir bereits im vergangenen Jahr wieder das Niveau der Jahre vor Beginn der Pandemie erreichen“, sagte Engler: „Diesen Trend wollen wir in den nächsten Jahren weiter verstärken.“</p><p>Einen Zuwachs gab es auch bei der Zahl der Beschäftigten. Die Zahl der Stellen stieg nach Vollzeitäquivalent um 4,6 Prozent auf 5.610, darunter 4.169 im wissenschaftlichen Bereich. Die Zahl der Professorinnen und Professoren stieg um zehn auf 539. Der Frauenanteil an den Professuren kletterte von 25,8 auf 26,8 Prozent. „Die Zahl der Professorinnen, die an der Universität Tübingen forschen und lehren, ist nach wie vor zu niedrig“, sagte Engler. „Daher haben wir die gezielte Förderung vielversprechender Wissenschaftlerinnen im 2021 weiter ausgebaut.“ Er verwies auf das neu eingeführte Förderprogramm „Athene Advanced“, mit dem neu berufene Juniorprofessorinnen durch Coaching-Maßnahmen unterstützt werden, sowie die ebenfalls neue Programmlinie „Athene-Mentoring“, mit deren Hilfe Studentinnen an eine wissenschaftliche Karriere herangeführt werden sollen.&nbsp;</p><h3>Wachsende Bedeutung internationaler Projekte</h3><p>„2021 ist auch im Hinblick auf die Ansiedlung neuer Forschungseinrichtungen am Standort Tübingen ein wichtiges Jahr gewesen“, sagte der Rektor. „Ein Meilenstein war dabei zweifellos die erfolgreiche Bewerbung um das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit.“ Hier werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Tübingen künftig an neuen Präventions-, Diagnose- und Therapieverfahren für psychische Erkrankungen arbeiten.&nbsp;</p><p>Wichtige Impulse für die internationale Forschungskooperation seien zudem von den neuen Globalen Zentren für Klima und Gesundheit zu erwarten. Wie der Rektor berichtete, ist es der Universität 2021 gelungen, gleich drei dieser Zentren einzuwerben, die sich künftig mit dem richtigen Umgang mit Wassermangel und Trockenheit, schnelleren Reaktionen auf die Ausbreitung von Infektionskrankheiten sowie der Pandemievorsorge in zentralafrikanischen Ländern befassen werden. Die Zentren werden vom Deutschen Akademischen Austauschdienst zunächst bis 2025 mit bis zu 600.000 Euro pro Jahr gefördert.&nbsp;</p><p>„Die Corona-Krise hat Forschung und Lehre auf internationaler Ebene in den vergangenen zwei Jahren erheblich erschwert, der Krieg gegen die Ukraine die Situation nochmals dramatisch verschärft“, sagte Engler: „Umso wichtiger ist es, dass wir mit unseren Anstrengungen nicht nachlassen und weiterhin für den grenzüberschreitenden Austausch von Bildung und Wissen eintreten.“ Der Rektor verwies in diesem Zusammenhang auf die europäische Universitätsallianz CIVIS, die im vergangenen Jahr mit den Universitäten Glasgow und Salzburg zwei weitere renommierte Mitglieder habe aufnehmen können: „Trotz der Pandemie haben die CIVIS-Partner den Ausbau des Lehrangebots für die mehr als 380.000 Studierenden im Verbund weiter vorangetrieben.“&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-76415</guid><pubDate>Wed, 30 Mar 2022 09:24:51 +0200</pubDate><title>Doris Dörrie bei der 17. Tübinger Mediendozentur</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=76415&amp;cHash=607f65bf939f10097fdb877082f6604f</link><description>Die vielfach ausgezeichnete Regisseurin und Schriftstellerin spricht über die Macht von Geschichten</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Tübinger Mediendozentur findet wieder statt! Das Institut für Medienwissenschaft der Universität Tübingen und der SWR laden die Studierenden und eine interessierte Öffentlichkeit herzlich ein:<strong> Am Donnerstag, den 12. Mai 2022, um 18.30 Uhr </strong>spricht die Regisseurin, Schriftstellerin und Professorin Doris Dörrie im Festsaal der Universität (Neue Aula, Geschwister-Scholl-Platz) über die Macht von Geschichten. Die Veranstaltung findet in Präsenz statt und kann auch im Livestream verfolgt werden.</p><p>Worum geht es? Doris Dörrie zeigt autobiographisch, anekdotisch und mit Lust am Experiment, wie sehr die Macht von Geschichten die menschliche Existenz prägt. Denn Fakt ist: Menschen lieben Geschichten, leben in Geschichten, träumen in Geschichten. Und lügen sich die Welt in Form von Geschichten zurecht. Geschichten können Feindbilder und Hass erzeugen, Kriege befeuern. Sie können Menschen trennen und verbinden. Persönliche Neuanfänge, glückende Therapien, Veränderungen im Privaten und Revolutionen in der Gesellschaft, die Abkehr von Ungerechtigkeit und Gewalt – nichts von alldem ist denkbar ohne die Sinnzufuhr von Stories.</p><p>Aber wer darf überhaupt sprechen? Wessen Geschichte zählt? Und wann regiert nur das Klischee? Wie verändern Narrative der Propaganda das Kommunikationsklima? Und wie entdeckt man – in einer von News-Hektik und Selfie-Perfektionismus geprägten Zeit – wieder seine eigene Stimme, findet im authentischen Erzählen zu einer Würdigung des eigenen Lebens?</p><p>Diesen Fragen widmet sich Doris Dörrie in ihrem großen öffentlichen Vortrag.</p><p>Mit Doris Dörrie, Professorin an der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen, kommt eine der bekanntesten Autorinnen und Filmemacherinnen nach Tübingen, die mit über 30 Ehrungen und Preisen ausgezeichnet wurde. Schon ihre Filmkomödie <em>Männer </em>(1985) machte sie international bekannt und wurde als bester ausländischer Beitrag für den Oscar nominiert. Es folgten zahlreiche weitere Spielfilme (u.a. <em>Erleuchtung garantiert </em>und <em>Kirschblüten – Hanami</em>). Überdies ist Doris Dörrie Autorin von Romanen, Novellen, Kurzgeschichten und Kinderbüchern und hat (u.a. an der Staatsoper Berlin, und den Salzburger Festspielen) mit ihren Opern-Inszenierungen für Aufsehen gesorgt. Über etliche Monaten hinwegs stand ihr aktuelles Buch<em> Leben, Schreiben, Atmen</em> auf den Bestellerlisten. In Workshops auf der ganzen Welt gibt Dörrie Schreibkurse und inspiriert ihr Publikum zu einem von Neugier, Offenheit und Lebensfreude geprägten Erzählen. „Ich schreibe, um das Leben zu feiern“, so sagt sie. „Und wer schreibt, bekommt eine Ahnung von sich selbst.“</p><p>Die thematische Einführung zur 17. Tübinger Mediendozentur am 12. Mai übernimmt der Medienwissenschaftler Professor Bernhard Pörksen. Es moderiert der neue Tübinger SWR-Studioleiter Marcel Wagner; er übernimmt diese Aufgabe von Andreas Narr, einem der Erfinder der Mediendozentur, die inzwischen auch weit über die Grenzen der Stadt hinaus für Aufmerksamkeit sorgt. Ein Mitschnitt von Dörries Rede wird in SWR Aktuell gesendet; Interessierte können die Rede auch über einen Livestream verfolgen. Das Institut für Medienwissenschaft publiziert den Text gemeinsam mit dem SWR in einer Sonderveröffentlichung.</p><p>Die Tübinger Mediendozentur ist eine Kooperation der Universität Tübingen, des Instituts für Medienwissenschaft und des SWR Studios Tübingen. Seit 2003 kamen für die Mediendozentur unter anderem Claus Kleber, Maybrit Illner, Giovanni di Lorenzo, Alice Schwarzer, Frank Schirrmacher, Mathias Döpfner, Miriam Meckel, Sascha Lobo und Juli Zeh nach Tübingen.</p><p><strong>Wegen großer Nachfrage ist der Eintritt nur mit Gratis-Tickets möglich. Pro Person können bis zu zwei Tickets bestellt werden. Die links zur Anmeldung und den Livestream zur Veranstaltung finden Sie auf der Homepage der Mediendozentur: <a href="http://www.uni-tuebingen.de/mediendozentur" target="_blank" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de/mediendozentur</a>&nbsp;</strong></p><p>Es gelten die aktuellen Corona-Regelungen und Hygienemaßnahmen.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-75973</guid><pubDate>Thu, 17 Mar 2022 15:00:11 +0100</pubDate><title>Drei Kandidatinnen bewerben sich um Rektorinnenamt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=75973&amp;cHash=3c58ca9d26147e4196b57e3aa4985565</link><description>Universität Tübingen wählt Nachfolge von Professor Bernd Engler</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg hat dem Vorschlag der Findungskommission zur Wahl einer neuen Rektorin / eines neuen Rektors an der Universität Tübingen zugestimmt. Damit stehen folgende Kandidatinnen für das Amt der Rektorin der Universität Tübingen zur Wahl (in alphabetischer Reihenfolge):</p><ul><li>Frau Prof. Dr. Beatrix Busse, Prorektorin für Studium und Lehre und Professorin für Englische Sprachwissenschaft an der Universität zu Köln</li><li>Frau Prof. Dr. Karla Pollmann, Dean of the Faculty of Arts and Professor of Classics and Theology an der University of Bristol</li><li>Frau Prof. Dr. Monique Scheer, Prorektorin für Internationales und Diversität und Professorin für Empirische Kulturwissenschaft an der Universität Tübingen</li></ul><p>Die Wahl durch den Senat und den Universitätsrat findet voraussichtlich im April statt. Im Folgenden finden Sie Kurzbiographien der Kandidatinnen:</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-75715</guid><pubDate>Fri, 11 Mar 2022 11:35:37 +0100</pubDate><title>Kleines Molekül – großes Potential für die Gentherapie </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=75715&amp;cHash=8dfa6f3164e6314d2b25c376696e1304</link><description>Tübinger Forschende beheben Gendefekt in der Petrischale – Laborbesuch im Rahmen der Brain Awareness Week für Medienvertretende möglich </description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein kleines Stückchen Nukleinsäure könnte der Schlüssel zum Erfolg sein: Mit seiner Hilfe ist es einem Tübinger Forschungsteam im Labor gelungen, einen Genfehler direkt in einer Nervenzelle zu reparieren. Das Molekül verhinderte, dass die Zellen ein fehlerhaftes Protein produzierten und dadurch Schaden nahmen und starben. Mit ihrer „Proof-of-concept-“ oder Machbarkeitsstudie ist das Team um Professor Dr. Ludger Schöls und Dr. Stefan Hauser vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung, dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen und der Universität Tübingen einer Gentherapie der zugrundeliegenden Erkrankung einen Schritt näher gekommen. Die Ergebnisse haben die Forschenden in der aktuellen Printausgabe der Fachzeitschrift „Molecular Therapy – Nucleic Acids“ veröffentlicht. Sie bieten interessierten Medienvertreterinnen und -vertretern im Rahmen der Brain Awareness Week vom 14. – 20. März 2022 einen Laborbesuch an.</p><p>Bei der Studie nutzte das Team Zellen von Patientinnen und Patienten mit der Spinozerebellären Ataxie Typ 3 oder Machado-Joseph-Krankheit (SCA3/MJD). „Durch einen Erbfehler produzieren ihre Nervenzellen neben einer gesunden Form eines bestimmten Proteins die krankhafte Proteinform Ataxin-3“, erklärt Studienleiter Schöls. „Das fehlerhafte Protein sammelt sich in großen Klumpen in den Zellen an und stört ihren ‚Regelbetrieb‘.“ Das führe langfristig zum Tod der Zellen, und die betroffene Person leide zunehmend an einer Bewegungsstörung, der Ataxie.</p><p>„Um die Krankheit zu behandeln, müssen wir an den Ursachen ansetzen: der Entstehung des schädlichen Proteins“, so der Neurologe. Er und sein Team entnahmen den Patientinnen und Patienten Hautzellen und ließen diese nach einer Umwandlung in Stammzellen in der Petrischale zu Nervenzellen reifen. Dann entwickelten sie ein sogenanntes Antisense-Oligonukleotid. „Das ist ein kurzes Stück Nukleinsäure, das in den Nervenzellen gezielt die fehlerhafte Stelle auf der dortigen mRNA erkennt und an sie andockt. Diese wird dadurch abgebaut, und das kranke Protein kann nicht gebildet werden.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-75601</guid><pubDate>Wed, 09 Mar 2022 13:27:01 +0100</pubDate><title>Neue Gattung ausgestorbener Gänsevögel entdeckt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=75601&amp;cHash=bc052d1f1a14810fd961bf460d6ee851</link><description>Forscher finden rund elf Millionen Jahre alte Fossilien – Tongrube Hammerschmiede im Allgäu als Fundort</description><content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-75491</guid><pubDate>Mon, 07 Mar 2022 13:19:31 +0100</pubDate><title>Antike jüdische Münzen: Deutschlandweit herausragende Sammlung wird präsentiert</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=75491&amp;cHash=cb8413c02f10bfaa2ab838192134f9a5</link><description>Tübinger Archäologen veröffentlichen Sammlung antiker jüdischer Münzen im Internet – Erforschung mit Unterstützung der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs</description><content:encoded><![CDATA[<p>Antike jüdische Münzen sind in deutschen Museen eine Seltenheit und bislang auch kaum publiziert worden. Jetzt präsentiert das Institut für Klassische Archäologie der Universität Tübingen eine Sammlung, die in ihrem Umfang und ihrer historischen Bandbreite deutschlandweit außergewöhnlich ist. Sie umfasst 394 Münzen, die alle Epochen des antiken Judentums abdecken. Die Münzen wurden von einem Team unter Leitung von Professor Stefan Krmnicek wissenschaftlich untersucht und historisch eingeordnet. Die Fotos und Beschreibungen stehen ab sofort im Digitalen Münzkabinett der Universität Tübingen (<a href="https://www.ikmk.uni-tuebingen.de/" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.ikmk.uni-tuebingen.de/</a>)&nbsp;als gemeinfreie Inhalte zur Verfügung. Die wissenschaftliche Bearbeitung und digitale Dokumentation der Sammlung wurde durch die finanzielle Förderung der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW) ermöglicht.</p><p>Zusammengetragen wurde die Kollektion in den 1920er und 1930er Jahren von Arthur Müller, einem aus dem Schwarzwald stammenden Konditor, der viele Jahre in Palästina und danach in Australien lebte. Mitte der sechziger Jahre kehrte Müller nach Deutschland zurück.&nbsp;</p><p>Die Bronze- und Silbermünzen illustrieren verschiedene Epochen des antiken Judentums von der Bildung eines jüdischen Staats im Kampf gegen die Seleukidenherrscher im 2. Jahrhundert v. Chr. bis zur Niederschlagung des zweiten Aufstandes gegen die Römer im 2. nachchristlichen Jahrhundert. „Die Motive und Inschriften spiegeln das jüdische Streben nach Unabhängigkeit ebenso wider wie hellenistische Einflüsse und die römische Besatzungszeit. Auf diese Weise liefert die Sammlung einen eindrucksvollen Längsschnitt durch die wechselvolle Geschichte der Juden im Altertum“, sagte Stefan Krmnicek.&nbsp;</p><p>Auf vielen der Münzen, die teilweise hebräische, teilweise griechische Inschriften tragen, fehlt das sonst auf antiken Geldstücken gängige Herrscherporträt, denn das jüdische Bildverbot ließ zwar die Darstellung von Symbolen, nicht aber von Personen zu. Einen besonders spannenden Blick in die Historie bieten die Münzen, die während der jüdischen Unabhängigkeitskriege gegen Rom geprägt wurden. Hebräische Freiheitsparolen und religiöse Motive bezeugen die Dramatik dieser Kämpfe.&nbsp;</p><p>Die letzten eigenständig jüdischen Münzprägungen fanden während des zweiten, schließlich niedergeschlagenen Aufstandes gegen Rom (132-135 n. Chr.) statt. Die Rebellen überprägten römische Münzen mit hebräischen Legenden wie „Jahr 1 der Erlösung Israels“ und religionspolitischen Motiven. Zu ihnen gehörte die Leier, die als Tempelgerät das Ziel des Aufstandes symbolisierte: Jerusalem mit dem jüdischen Tempel sollte nach der Zerstörung im Jahr 70 n. Chr. wiederaufgebaut werden. Eine Besonderheit sind auch die silbernen Schekel der phönizischen Stadt Tyros, gelegen im heutigen Libanon. Diese Münzen dienten den Juden zur Bezahlung ihrer Tempelsteuer – obwohl sie ein heidnisches Motiv trugen: Melkart, den Hauptgott der Stadt, der von den Griechen mit Herakles gleichgesetzt wurde. &nbsp;&nbsp;</p><p>„Durch die wissenschaftliche Erschließung und öffentliche Ausstellung dieser Münzen aus den historischen Landschaften des heutigen Israel – Galiläa im Norden, Judäa mit Jerusalem als Zentrum und das dazwischen gelegene Samaria – wird unsere lange jüdische Geschichte jetzt auch für die Bürgerinnen und Bürger im Land noch anschaulicher. Wir danken der Universität Tübingen für ihren Einsatz bei der Aufarbeitung dieses wichtigen Zeugnisses jüdischen Lebens“, so Professorin Barbara Traub, Vorstandssprecherin der IRGW, die die Patenschaft für die Sammlung übernommen hat.&nbsp;</p><h3>Arthur Müller – Münzsammler, Zuckerbäcker, Weltbürger</h3><p>Arthur Müller, 1889 in Lenzkirch im Schwarzwald geboren, erlernte das Bäcker- und Konditorhandwerk, heuerte als Schiffskoch auf Luxusdampfern an und arbeitete in den Jahren vor und nach dem ersten Weltkrieg im Vorderen Orient. Danach führte ihn sein Beruf quer durch Europa und bis nach Japan. Ab 1925 lebte er in Palästina, das ihm zur zweiten Heimat wurde. Dort legte er eine etwa 1.150 Stücke umfassende Münzsammlung an, darunter die Spezialsammlung der 394 antiken jüdischen Münzen. Müller wurde bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges von den Briten interniert und 1941 gemeinsam mit anderen Palästinadeutschen nach Australien verbracht. Dort arbeitete er nach Kriegsende für das australische Parlament als Koch und Konditor. 1965 kehrte Arthur Müller in seine Schwarzwaldheimat zurück, wo er nach schwerer Krankheit im März 1967 verstarb. Nach seinem Tod wurde die Sammlung von der Sparkasse Hochschwarzwald erworben, um ihren Erhalt im Ganzen sicherzustellen. Anfang 2009 übergab die Sparkasse Hochschwarzwald die Sammlung der Universität Tübingen als Dauerleihgabe.&nbsp;</p><p>Weblink:<br><a href="https://www.ikmk.uni-tuebingen.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.ikmk.uni-tuebingen.de/</a>&nbsp;(Als Suchbegriff das Schlagwort „Müller“ in die Suchmaske eingeben)</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-75380</guid><pubDate>Thu, 03 Mar 2022 15:19:17 +0100</pubDate><title>Universität Tübingen setzt Kooperation mit Russland aus</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=75380&amp;cHash=fcb380fa5385f81c39d32a0b22536fbd</link><description>Zusammenarbeit auf institutioneller Ebene wird eingefroren – Russische Studierende weiterhin willkommen </description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen wird in Reaktion auf den Krieg gegen die Ukraine die Zusammenarbeit mit russischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen bis auf Weiteres aussetzen. „Wir folgen damit der Empfehlung der Allianz der Wissenschaftsorganisationen, alle Kooperationen mit russischen Partnern mit sofortiger Wirkung einzufrieren“, sagte die Prorektorin für Internationales, Professorin Monique Scheer, am Donnerstag. Gemeinsame Forschungsaktivitäten würden gestoppt. Zudem werde es vorerst keine gemeinsamen wissenschaftlichen Tagungen geben. Auch werde die Universität Tübingen zunächst keine neuen Forschungsprojekte mit russischen Einrichtungen anstreben.</p><p>Die Universität werde in naher Zukunft keine Tübinger Studierenden zum Austausch nach Russland schicken, sagte Scheer. Dienstreisen nach Russland würden nicht mehr genehmigt. „Die Universität Tübingen erkennt zugleich ausdrücklich an, dass russische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, ebenso wie russische Studierende für den Angriffskrieg in der Ukraine nicht verantwortlich sind“, betonte die Prorektorin: „Im Gegenteil haben zahlreiche Forscherinnen und Forscher sich mutig gegen diesen Krieg ausgesprochen.“ Daher wolle die Universität Tübingen solchen Personen nicht pauschal den Weg nach Deutschland versperren. Allerdings verlange der Angriff Russlands auf die Ukraine eine klare Haltung auch von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Deutschland, sagte Scheer: „Die ukrainische Bevölkerung kämpft um ihre Freiheit, und wir müssen sie durch konsequente Sanktionen gegen staatliche Institutionen in Russland unterstützen.“</p><p>Die Universität Tübingen bleibe trotz schwieriger Bedingungen ein Ort des Austausches und der Weltoffenheit, sagte die Prorektorin: „Alle russischen Studierenden, Lehrenden und Forschenden, die sich derzeit bereits an der Universität Tübingen aufhalten, sind uns weiterhin willkommen und können selbstverständlich bleiben.“ Auch im kommenden Sommersemester werden russische Studierende aufgenommen und immatrikuliert.</p><p>Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Tübingen kooperieren zu einer Vielzahl von Themen mit Forschenden an Universitäten und Forschungseinrichtungen in Russland. Involviert sind unter anderem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Astronomie, Geowissenschaften, Geschichte, Jura, Mathematik, Mikrobiologie, Physik und Slavistik. Darüber hinaus gibt es Austauschabkommen der Universität Tübingen mit Universitäten in Moskau und Sankt Petersburg.</p><p><br><strong>Weblinks:</strong><br> Stellungnahme der Allianz der Wissenschaftsorganisationen:<br><a href="https://www.dfg.de/download/pdf/dfg_im_profil/allianz/220225_statement_allianz_ukraine.pdf" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.dfg.de/download/pdf/dfg_im_profil/allianz/220225_statement_allianz_ukraine.pdf</a><br><a href="https://www.dfg.de/download/pdf/dfg_im_profil/allianz/220225_statement_allianz_ukraine_en.pdf" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.dfg.de/download/pdf/dfg_im_profil/allianz/220225_statement_allianz_ukraine_en.pdf</a><br><br> Pressemitteilung der Deutschen Forschungsgemeinschaft:<br><a href="https://www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung_nr_01/index.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung_nr_01/index.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-75323</guid><pubDate>Wed, 02 Mar 2022 10:02:54 +0100</pubDate><title>Schildkröten in Osteuropa überlebten das Massensterben der Dinosaurier</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=75323&amp;cHash=d355be0510bbda0d9df5b4dbaaaa254f</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen untersucht 70 Millionen Jahre alte Fossilien aus dem heutigen Rumänien</description><content:encoded><![CDATA[<p>Eine kleine Schildkrötenart überlebte das Massensterben der Dinosaurier vor 66 Millionen Jahren: Ein internationales Team unter der Leitung der Paläobiologie der Universität Tübingen hat eine bisher unbekannte Schildkrötenart erstmals beschrieben. Das 19 Zentimeter lange Reptil, das vor 70 Millionen Jahren auf dem Gebiet des heutigen Rumäniens lebte, hat keine engen lebenden Verwandten. Es gehört zur größeren Gruppe der Halswender-Schildkröten, deren heutige Vertreter meist auf der Südhalbkugel leben. Die engsten Verwandten der neu entdeckten Art sind aus rund 57 Millionen Jahren alten Fossilien bekannt, die ebenfalls in Rumänien gefunden wurden. Das deutet darauf hin, dass die Abstammungslinie dieser Schildkröte nach dem Massenaussterben vor 66 Millionen Jahren fortgesetzt wurde. Bei diesem Ereignis verschwanden mindestens drei Viertel aller damaligen Arten von Lebewesen von der Erde, darunter auch die meisten Dinosaurier. Die Beschreibung der erstmals entdeckten Art wurde in der Fachzeitschrift <em>Journal of Systematic Palaeontology</em> veröffentlicht.</p><p>Das Team unter der Leitung des Biogeologen Dr. Márton Rabi von der Universität Tübingen umfasste außerdem Wissenschaftler von der Universität Bukarest, dem ungarischen Museum für Naturgeschichte und der Eötvös-Loránd-Universität Budapest. Die Schildkrötenfossilien wurden bereits 1995 von rumänischen Forscherinnen und Forschern im Hateg-Becken in Transsilvanien entdeckt, aber nun genauer untersucht. Die Art erhielt den Namen<em> Dortoka vremiri </em>nach dem Spezialisten für die Wirbeltierfauna der Kreidezeit Mátyás Vremir, der 2020 verstarb.&nbsp;</p><p>Das Hateg-Becken ist eine der wichtigsten Fundstätten für Wirbeltiere der späten Kreidezeit in Europa. Sie ist bekannt für ihre abgeschottete Fauna, zu der unter anderem Zwergdinosaurier gehörten, und wird seit mehr als 120 Jahren untersucht. Der Fund der Schildkröte <em>Dortoka vremiri</em> gibt einen seltenen Einblick in die Selektivität des Massenaussterbens zum Ende der Kreidezeit.</p><p>Wie konnte die kleine Schildkröte überleben, während die meisten anderen Arten ausstarben? „Überraschenderweise überlebten andere Mitglieder der gleichen Schildkrötenfamilie in Westeuropa nicht“, sagt der Doktorand und Erstautor der Studie Felix Augustin von der Universität Tübingen. Die abgelegene und möglicherweise geschütztere paläogeografische Lage der transsilvanischen Landmasse könne eine Rolle gespielt haben beim Überleben der osteuropäischen Schildkröten, sagt er.</p><p>Ein weiterer Faktor könne die direkte Umgebung von <em>Dortoka vremiri </em>gewesen sein. „Die einzige andere zeitgenössische Schildkrötenart war eine Landschildkröte, die das Massenaussterben nicht überlebte. Die neu entdeckte Art lebte hingegen im Süßwasser“, sagt Zoltan Csiki-Sava von der Universität Bukarest. „Das passt zu einer früheren Beobachtung aus der nordamerikanischen Fauna, bei der die Landwirbeltiere deutlich stärker von der Auslöschung zum Ende der Kreidezeit betroffen waren als die Süßwasserarten.“ Spekuliert wird, ob die Nahrungsketten im Süßwasser, die auf sich zersetzendem organischen Material aufbauen, erhalten bleiben, auch wenn große Umwälzungen die Nahrungsketten auf dem Land, an deren Basis vielfach Pflanzen stehen, zum Erliegen bringen. Dieses Muster sei bei anderen Aussterbeereignissen beobachtet worden und könne verbreitet sein, doch seien die Belege dafür noch rar, sagt Rabi.</p><p>Solche Erkenntnisse gewinnen große Bedeutung beim aktuellen massiven Artensterben, das durch menschliche Aktivitäten hervorgerufen wird, meint Augustin: „Wenn man die Selektivität früherer Artenauslöschung besser versteht, lassen sich heute besser Prioritäten im Artenschutz setzen.“</p><h3>Publikation:</h3><p>Felix J. Augustin, Zoltán Csiki-Sava, Andreas T. Matzke, Gábor Botfalvai &amp; Márton Rabi: A new latest Cretaceous pleurodiran turtle (Testudinata: Dortokidae) from the Haţeg Basin (Romania) documents end-Cretaceous faunal provinciality and selective survival during the K-Pg extinction. <em>Journal of Systematic Palaeontology</em>, <a href="https://doi.org/10.1080/14772019.2021.2009583" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1080/14772019.2021.2009583</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-75230</guid><pubDate>Mon, 28 Feb 2022 12:02:58 +0100</pubDate><title>Solidarität mit der Ukraine</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=75230&amp;cHash=a7e34f9e97b60d9742e9e001cf47f10c</link><description>„Wir blicken mit Entsetzen und großer Sorge auf die Geschehnisse in Kiew und dem ganzen Land“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen solidarisiert sich gemeinsam mit Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus aller Welt in der scharfen Verurteilung des russischen Angriffs auf die Ukraine. „Wir blicken mit Entsetzen und großer Sorge auf die Geschehnisse in Kiew und dem ganzen Land und werden Studierende sowie Forschende in Not unterstützen,“ so Professorin Monique Scheer, Prorektorin für Internationales. Die Universität ist in Kontakt mit ihren Kooperationspartnern und -partnerinnen an der Taras Schewtschenko Universität Kiew, bietet im Rahmen ihrer Mitgliedschaft bei Scholars at Risk Betreuungsangebote an und wird sich um Unterstützung für geflüchtete Studierende und Forschende bemühen. Zurzeit halten sich keine Tübinger Studierenden im Rahmen unseres Austauschabkommens in Kiew auf. Mit vier Tübinger Studierenden, die sich gerade in Moskau aufhalten, ist das International Office im Austausch.</p><p>An der Universität Tübingen sind derzeit insgesamt 52 Studierende mit ukrainischer Staatsangehörigkeit eingeschrieben, darunter 14 Promotionsstudierende. Die Universitätsleitung ist in Gedanken bei ihnen und ihren Familien in dieser hoch unsicheren Zeit. Mit ihrer Solidaritätsbekundung, auch gemeinsam mit ihrer Europäischen Universitätsallianz CIVIS, bekräftigt sie die im Leitbild der Universität festgehaltene Verpflichtung zur Achtung der Menschenwürde, der Meinungs- und Redefreiheit sowie der Freiheit von Wissenschaft und Forschung.</p><ul><li><a href="/pt/international/universitaet/solidaritaet-mit-der-ukraine/">Webseite "Solidarität mit der Ukraine"</a></li><li><a href="/pt/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/geschichtswissenschaft/seminareinstitute/osteuropaeische-geschichte/startseite/we-standwithukraine/" class="internal-link">Hilfsangebote für Flüchtlinge, Spendenmöglichkeiten und Hintergrundinformationen</a> (Institut für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde)</li><li><a href="https://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/service/faq-ukraine-krise/" target="_blank" rel="noreferrer">FAQ-Seite des MWK zur Ukraine-Krise für Hochschulen und Wissenschaft</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-75140</guid><pubDate>Fri, 25 Feb 2022 10:07:32 +0100</pubDate><title>Auf der Spur der Krankheitsursache: Wie entsteht das Dravet-Syndrom?</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=75140&amp;cHash=37c20b24888e3fef012f1f8492fab9a1</link><description>Am 28. Februar ist Tag der Seltenen Erkrankungen – Tübinger Hirnforschende untersuchen Krankheitsmechanismus einer früh-kindlichen Epilepsieform</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Dravet-Syndrom ist eine der häufigsten schweren frühkindlichen&nbsp;Formen der Epilepsie – und mit einer oder einem Erkrankten auf 15.000 Personen in Deutschland glücklicherweise sehr selten. Die Erkrankung ist genetisch-bedingt und geht in den häufigsten Fällen auf eine Veränderung oder einen Verlust in einem Gen auf Chromosom 2 zurück. Das führt zu einer gestörten Signalübertragung im Gehirn und in Folge zu&nbsp;epileptischen Anfällen und weiteren Begleitsymptomen. Ein Forscherteam am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und der Universität&nbsp;Tübingen untersucht nun einen bislang unerforschten Entstehungsmechanismus der Krankheit.&nbsp;</p><p>Dem Team ist wichtig zu betonen, dass Menschen mit Seltenen Erkrankungen nicht von Forschenden vergessen sind, sondern dass auch für sie an neuen Behandlungsmethoden gearbeitet wird. Anlässlich des Tags der Seltenen Erkrankungen am 28. Februar möchten sie darauf aufmerksam machen, dass sich Betroffene oder ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte an spezialisierte Zentren wenden, um dort von den neuesten medizinischen Fortschritten zu profitieren.</p><p>„Beim Dravet-Syndrom entwickeln sich die Kinder nach der Geburt erst völlig normal, bis sie im Alter von 3 bis 9 Monaten den ersten epileptischen Anfall erleiden“, erklärt Dr. Ulrike Hedrich-Klimosch, Biologin und eine der drei Studienleiterinnen. „Dieser tritt häufig in Verbindung mit Fieber auf. Später können die Anfälle auch durch Übermüdung, Gefühlsausbrüche oder Infektionen ausgelöst werden und lassen sich häufig nur schwer bis gar nicht mit Medikamenten behandeln.“&nbsp;</p><p>Nach Krankheitsbeginn verlangsamt sich in den meisten Fällen die Entwicklung. Es kommt zu einer Sprachverzögerung, aber auch Gangstörungen oder Verhaltensauffälligkeiten. Die Mehrzahl der Kinder leidet im weiteren Verlauf an einer geistigen Behinderung.&nbsp;</p><p>In rund 80 Prozent der Fälle beruht die Erkrankung auf einer zufälligen Veränderung des Gens SCN1A. In Folge ist ein Natriumkanal im Gehirn nicht mehr gut durchlässig. Wie genau dieser Funktionsverlust zu epileptischen Anfällen führen kann, will das Tübinger Forschungsteam nun weiter entschlüsseln. „Der Natriumkanal befindet sich nicht nur auf hemmenden Nervenzellen, sondern auch auf speziellen Gliazellen im Gehirn, den sogenannten Oligodendrozyten. Diese umwickeln Nervenzellfasern und unterstützen sie dadurch bei der Informationsweiterleitung“, erläutert Hedrich-Klimosch. „Wir wollen erstmals die Auswirkungen des Gendefekts auf diese Zellen erforschen. Führt bei ihnen der gestörte Natriumkanal zu einer veränderten Wechselwirkung mit Nervenzellen?“&nbsp;</p><p>Diese Frage untersucht Hedrich-Klimosch anhand von Zellkulturen und Mäusen mit SCN1A-Gendefekt. Die Neurobiologin leitet die Studie gemeinsam mit Dr. Ivana Nikić-Spiegel vom Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) und Dr. Friederike Pfeiffer vom Physiologischen Institut, Abteilung Neurophysiologie der Universität Tübingen. Gemeinsam haben die Forscherinnen nun für ihr Projekt eine Förderung der Gruppo Famiglie Dravet Associazione ONLUS in Partnerschaft mit anderen europäischen Dravet-Stiftungen bekommen, die sich aus Eltern betroffener Kinder zusammengeschlossen haben.&nbsp;</p><p>„Bei unserer Studie handelt es sich natürlich um Grundlagenforschung, die nicht unmittelbar in neue Therapien mündet. Trotzdem sollten auch diese Studien möglichst breit publik gemacht werden, damit Patientinnen und Patienten sehen, dass die Forschung nicht stillsteht und es immer wieder Fortschritte gibt, die ihnen langfristig helfen könnte.“&nbsp;</p><p>Lesen Sie auch das Interview, dass die Hertie-Stiftung mit Dr. Ulrike&nbsp;Hedrich-Klimosch anlässlich des Tags der Seltenen Erkrankungen geführt hat:&nbsp;<a href="https://www.ghst.de/interview-ulrike-hedrich-klimosch/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.ghst.de/interview-ulrike-hedrich-klimosch/</a>&nbsp;</p><p class="align-right">Pressemitteilung des Hertie-Instituts für Klinische Hirnforschung</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-75107</guid><pubDate>Thu, 24 Feb 2022 15:26:57 +0100</pubDate><title>21-Jähriger legt landesweit bestes Jura-Examen ab</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=75107&amp;cHash=5de148b2d1121683d3a8fb0e74a0951f</link><description>Absolvent der Universität Tübingen – Juristische Fakultät registriert insgesamt hervorragende Examensergebnisse</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der landesweit beste Absolvent der Ersten Juristischen Prüfung kommt aus Tübingen: Wie die Juristische Fakultät am Donnerstag mitteilte, hat der Tübinger Student Raphael Reiss im Alter von nur 21 Jahren vor Kurzem das Examen mit der Gesamtnote von 13,53 Punkten abgeschlossen. „Raphael Reiss dürfte damit einer der jüngsten Juristen sein, die in den vergangenen Jahrzehnten bundesweit die Abschlussprüfung erfolgreich abgelegt haben“, sagte der Prodekan der Fakultät, Professor Jens-Hinrich Binder.</p><p>Reiss sagte, das Vorbild seines großen Bruders habe ihn dazu motiviert, sich in Tübingen einzuschreiben. „Auch war ich als Schüler bei `Jugend debattiert´ aktiv“, erinnert sich der 21-Jährige: „Der argumentative Aspekt am Jurastudium hat mir von Anfang an gut gefallen.“ Wie den meisten anderen Studenten seines Faches sei ihm die Anfangsphase sehr schwergefallen: „Vor allem im ersten Semester Zivilrecht hatte ich das Gefühl, nicht hinterher zu kommen.“ Wie viele seiner Kommilitonen habe er sehr viel Zeit in den Lernstoff investieren müssen: „Dann aber hat es angefangen, Spaß zu machen.“</p><p>Reiss erhielt für seinen Abschluss den mit 750 Euro dotierten Examenspreis der Tübinger Juristischen Gesellschaft. Er wird der Universität Tübingen noch einige Jahre erhalten bleiben. Wie Professor Binder berichtete, wird der Absolvent an der Fakultät eine Stelle als Akademischer Mitarbeiter und Doktorand antreten.</p><p>Der Prodekan zeigte sich erfreut über das auch insgesamt sehr erfreuliche Abschneiden der Tübinger Jurastudenten bei den landesweiten Abschlussprüfungen. In der Notenstufe "gut" liege Tübingen mit neun Absolventinnen und Absolventen und einem Anteil von 5,7 Prozent aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer landesweit an erster Stelle. Ein Prädikatsexamen mit der Note "vollbefriedigend" hätten immerhin 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erreicht. Auch hier liege Tübingen mit einem Anteil von 15,82 Prozent wieder über dem Landesdurchschnitt. Die Durchfallquote lag mit 17,72 Prozent außerordentlich niedrig; hier schnitt die Tübinger Fakultät landesweit am zweitbesten ab. „Insgesamt liegen die Tübinger Absolventinnen und Absolventen in allen Notenstufen über dem Landesdurchschnitt“, betonte Binder.</p><p>Die Tübinger Juristen führen dieses hervorragende Ergebnis unter anderem auf die in den vergangenen Jahren nochmals intensivierte Vorbereitung der Examenskandidatinnen und -kandidaten zurück. „Die Fakultät hat in den letzten Jahren sehr viel Mühe und Arbeit in die Qualität der Examensvorbereitung investiert“, sagte der Prodekan. Allen Studierenden werde die Möglichkeit eröffnet, insgesamt 66 Probeklausuren pro Jahr zu schreiben. In Fallbesprechungen und Tutorien werde der Stoff der Vorlesungen systematisch vertieft. Dazu komme ein sehr gute Lehrsituation. Es gebe seit einigen Jahren kaum noch vakante Lehrstühle. Der Kreis der Lehrenden sei vergleichsweise jung und hoch motiviert. Mit zahlreichen attraktiven Zusatzangeboten, wie dem Zertifikatsstudiengang Recht - Ethik - Wirtschaft, und internationalen Austauschprogrammen, z.B. mit der University of Chapel Hill in den USA, ziehe Tübingen in den letzten Jahren immer mehr interessierte Studierende aus der ganzen Bundesrepublik an.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-74759</guid><pubDate>Wed, 16 Feb 2022 20:00:00 +0100</pubDate><title>Orang-Utans zeigen Voraussetzungen für das Arbeiten mit Steinwerkzeugen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=74759&amp;cHash=07bd9332d5ad868d925f792e30be30eb</link><description>Bei Verhaltensexperimenten setzten Zoobewohner spontan scharfe Steine ein – Verhalten vermutlich sehr früh in der Evolution angelegt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die grundlegenden Fähigkeiten zum Einsatz von Steinwerkzeugen könnten unter Primaten sehr viel weiter verbreitet sind als bisher angenommen: Eine Studie der Universität Tübingen, des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der Universität Barcelona zeigt, dass Orang-Utans ohne vorheriges Training spontan in der Lage sind, scharfe Steine als Schneidewerkzeuge zu erkennen und einzusetzen. In dieser Hinsicht wären sie sogar Schimpansen überlegen, die dem Menschen näher verwandt sind, aber in entsprechenden Experimenten nicht diese Fähigkeit gezeigt hatten. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift <span lang="en" dir="ltr">PLOS ONE</span> veröffentlicht.</p><p>Die Ergebnisse seien ein weiteres Puzzleteil zu den technologischen Ursprüngen unserer Spezies, sagen Studienleiter Dr. Alba Motes-Rodrigo und Dr. Claudio Tennie. Im Rahmen des EU-geförderten <span lang="en" dir="ltr">STONECULT</span>-Projekts hatte das Forschungsteam Tests mit fünf untrainierten Orang-Utans in zwei verschiedenen europäischen Zoos durchgeführt. Den Orang-Utans wurden mit Futter gefüllte Puzzleboxen vorgesetzt und auch scharfe Steinabschläge angeboten. Bei ihren Versuchen, die Boxen zu öffnen, nutzte ein Orang-Utan die scharfen Steinabschläge als Werkzeuge zum Öffnen der Puzzlebox. Zudem stellten Sie selbst scharfe Steinabschläge her, indem sie Steine auf einen harten Untergrund schlugen, benutzten diese aber nicht weiter.</p><p>Die Herstellung und Verwendung scharfer Steinwerkzeuge gilt als eine der wichtigsten Innovationen in der Evolution unserer Spezies. Sie ermöglichte unseren homininen (urmenschlichen) Vorfahren, nährstoffreiche Nahrungsmittel in ihre Ernährung einzubeziehen, zudem ließen sich so möglicherweise weitere Werkzeuge herstellen und bearbeiten.</p><p>Die Forschung geht davon aus, dass sich die systematische Herstellung und Verwendung von solchen Steinwerkzeugen aus einer Reihe einfacher, grundlegender Verhaltensweisen und Fähigkeiten entwickelt hat: Um Steinwerkzeuge herstellen zu können, mussten Urmenschen, sog. Hominine, in der Lage sein, einen geeigneten Stein gegen einen anderen oder gegen eine harte Oberfläche zu schlagen, um scharfe Stücke (Steinabschläge) abzutrennen. Um einen solchen Abschlag wiederum als Werkzeug einzusetzen, mussten sie scharfe Steinkanten als potenzielle Werkzeuge erkennen und diese bearbeiten können.</p><p>Die Ergebnisse der aktuellen Studie zeigen, dass diese Voraussetzungen - die Verwendung scharfer Steine als Schneidewerkzeuge und die Fähigkeit, einen Stein so gegen harte Oberflächen zu schlagen, dass scharfe Steinstücke entstehen - bei Orang-Utans vorhanden sind. Eine frühere Studie war davon ausgegangen, dass dies nur möglich sei, wenn diese Tätigkeiten vorher von Menschen demonstriert wurden.</p><p>„Allerdings kombinierten die Orang-Utans der Studie diese Fähigkeiten nicht, um eigene Steinwerkzeuge herzustellen und einzusetzen“, sagt Motes-Rodrigo. „Auch nicht, nachdem Menschen dies demonstriert hatten. Diese Fähigkeit zur Kombination scheinen nur Hominine besessen zu haben.“</p><p><strong>ERC-Projekt STONECULT</strong>: <a href="https://sites.google.com/view/stonecult" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://sites.google.com/view/stonecult</a></p><h3>Publikation:</h3><p><span lang="en" dir="ltr">Alba Motes-Rodrigo, Shannon P. McPherron, Will Archer, R. Adriana Hernandez-Aguilar and Claudio Tennie: Experimental investigation of orangutans lithic percussive and sharp stone tool behaviours, PLOS ONE</span>,&nbsp;<a href="https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0263343" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0263343</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-74616</guid><pubDate>Mon, 14 Feb 2022 10:06:00 +0100</pubDate><title>Astronomen entdecken seltene Sternhochzeit</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=74616&amp;cHash=d9069700c39279bc0fac96f7f2c98cf8</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen stößt auf neuen Sterntyp mit ungewöhnlichen Eigenschaften – Verschmelzung zweier Weißer Zwerge vermutet</description><content:encoded><![CDATA[<p>Astronomen der Universitäten Tübingen und Potsdam haben einen neuen Typ Sterne entdeckt: Auf der Jagd nach „heißen Sternen“ mit dem Large Binocular Telescope in Arizona stieß das Team auf Sterne mit ungewöhnlichen Eigenschaften. Während normale Sternoberflächen aus Wasserstoff und Helium bestehen, sind die Sterne, die unter Leitung von Professor Klaus Werner von der Universität Tübingen gefunden wurden, mit Kohlenstoff und Sauerstoff bedeckt, der Asche einer Helium-Kernfusion. Die exotische Zusammensetzung ist umso rätselhafter, weil Temperaturen und Durchmesser der Sterne anzeigen, dass in ihrem Inneren weiterhin Heliumkerne fusionieren. Die Ergebnisse wurden in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society publiziert.</p><p>Der typische Lebenszyklus eines Sterns wie unserer Sonne beginnt mit der Kernfusion von Wasserstoff zu Helium. Danach setzt tief im Sterninneren eine Kernreaktion ein, die Helium in Kohlenstoff und Sauerstoff umwandelt: Der Stern „stirbt“ im Laufe von Millionen Jahren und schrumpft zu einem sogenannten Weißen Zwerg.&nbsp;</p><p>„Von Sternen mit der chemischen Oberflächenzusammensetzung der entdeckten Sterne erwarten wir normalerweise, dass sie die Heliumfusion im Zentrum beendet haben und sich kurz vor dem Endstadium ihrer Entwicklung zum Weißen Zwerg befinden“, erklärt Klaus Werner vom Institut für Astronomie und Astrophysik. Dass es Sterne gebe, die statt durch Wasserstoff mit Kohlenstoff und Sauerstoff bedeckt seien, sei bekannt. Als Ursache dafür vermute man ein explosionsartiges Wiedereinsetzen der Heliumfusion, die dann die Brennasche – Kohlenstoff und Sauerstoff – an die Oberfläche bringt. „Dieses Ereignis kann jedoch nicht die neu entdeckten Sterne erklären. Sie haben größere Radien und führen die Heliumfusion friedlich in ihrem Zentrum aus.“<br> Eine mögliche Erklärung zur Entstehung dieser untypischen Sterne liefert ein parallel publizierter Artikel von Astronomen der Universität von La Plata (Argentinien), unter Leitung von Marcelo Miller Bertolami. „Wir glauben, dass die Sterne, die unsere deutschen Kollegen entdeckt haben, durch eine sehr seltene Art von Verschmelzung zweier Weißer Zwerge entstanden sind“, sagt Miller Bertolami, der Erstautor der begleitenden Publikation.&nbsp;</p><p>Die Verschmelzung Weißer Zwerge in engen Doppelsternsystemen kann vorkommen, weil der Abstand ihrer Umlaufbahnen durch die Emission von Gravitationswellen ständig abnimmt. „Dies führt normalerweise nicht zur Entstehung eines Sterns, der mit Kohlenstoff und Sauerstoff angereichert ist“, erklärt Nicole Reindl von der Universität Potsdam. „Wir glauben jedoch, dass in Doppelsternsystemen mit sehr spezifischen Sternmassen ein Weißer Zwerg mit einem Kohlenstoff-Sauerstoffkern durch Gezeitenkräfte zerrissen werden kann. Sein Material wird dann auf der Oberfläche seines Weißen-Zwerg-Begleiters abgeladen und führt so zur Entstehung dieser exotischen Sterne.“ Zur vollständigen Erklärung des vorgefundenen Phänomens brauche es allerdings noch genauere Entwicklungsmodelle.</p><p>Die Sterne wurden im Rahmen eines großangelegten Suchprogramms gefunden, in dem Forschende kurzlebige, heiße Sterne aufspüren, um die Endphasen der Sternentwicklung besser zu verstehen. Dabei werden die Spektren der Sterne erfasst und analysiert, beispielsweise um die chemische Zusammensetzung zu bestimmen. Da diese Sterne wenig Leuchtkraft haben, sind dafür große optische Teleskope nötig. Das größte, das zur neuen Entdeckung beitrug, ist das Large Binocular Telescope in Arizona, bestehend aus zwei großen Hauptspiegeln von je 8,4 Meter Durchmesser.</p><h3>Publikationen:</h3><p>Klaus Werner, Nicole Reindl, Stephan Geier, Max Pritzkuleit: Discovery of hot subdwarfs covered with helium-burning ash. Monthly Notices of the Royal Astronomical Society, <a href="https://academic.oup.com/mnrasl/article-lookup/doi/10.1093/mnrasl/slac005" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://academic.oup.com/mnrasl/article-lookup/doi/10.1093/mnrasl/slac005</a>&nbsp;</p><p>Marcelo M. Miller Bertolami, Tiara Battich, Alejandro H. Córsico, Leandro G. Althaus, Felipe C. Wachlin: An evolutionary channel for CO-rich and pulsating He-rich subdwarfs. Monthly Notices of the Royal Astronomical Society, <a href="https://academic.oup.com/mnrasl/article-lookup/doi/10.1093/mnrasl/slab134" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://academic.oup.com/mnrasl/article-lookup/doi/10.1093/mnrasl/slab134</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-74403</guid><pubDate>Wed, 09 Feb 2022 09:55:17 +0100</pubDate><title>Kreative Ideen für die digitale Lehre prämiert</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=74403&amp;cHash=3f8d0773ec57e4c00f3a83cc1dfd0064</link><description>Dr. Eberle Zentrum der Universität Tübingen zeichnet unter anderem Lernspiel für Sozialwissenschaften, Mathematik-Podcast und einen Leitfaden zur Beobachtung von Säugetieren aus</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Dr. Eberle Zentrum für digitale Kompetenzen an der Universität Tübingen zeichnet fünf Projekte mit dem Förderformat „Open Educational Resources (OER)“ aus. Bereits zum zweiten Mal werden damit innovative Ideen von Tübinger Forschenden gefördert, die digitale und frei verfügbare Lehr- und Lernmaterialien entwickeln. Jedes Team erhält bis zu 10.000 Euro für die Projektentwicklung und wird die Ergebnisse über das von der Universitätsbibliothek betriebene OER-Repositorium Baden-Württemberg frei im Netz zugänglich machen. Möglich wurde die Ausschreibung des Zentrums durch die großzügige Unterstützung der Dr. K. H. Eberle Stiftung. Die OER-Preise gehen an folgende Projektideen:</p><ul><li>Das Projekt „InterSim – Ein Educational-Game zur Simulation sozialwissenschaftlicher Interviewführung“ will Kompetenzen für die Durchführung sozialwissenschaftlicher Interviews vermitteln. In sozialwissenschaftlichen Fächern gelten diese als eine der wichtigsten Erhebungsformen für Studiendaten. Das Methodenzentrum und die Digital Humanities haben dazu unter Leitung von Juniorprofessorin Ursula Offenberger und Dipl.-Inf. Kevin Körner ein Lernspiel entworfen, das aktuell in einem Kurs zu qualitativen Interviews erprobt und gemeinsam mit Studierenden weiterentwickelt wird.<br><strong>Kontakt:</strong><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,wtuwnc0qhhgpdgtigtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">ursula.offenberger<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>; <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,&apos;mgxkp0mqgtpgtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">kevin.koerner@uni-tuebingen.de</a></li></ul><ul><li>Im Projekt „Philosophie im Globalen Süden: Multimediale Lernmaterialien zur interkulturellen Philosophie in Lateinamerika“ entwickeln und erproben Studierende am Center for Interdisciplinary and Intercultural Studies ein offenes Lehrbuch. Inhalte sind unter anderem indigene Denktraditionen Kolumbiens, der mexikanische Existenzialismus oder der Feminismus und politisches Denken im Globalen Süden. Das Lehrbuch wird mit Lernvideos ergänzt und kann in den Fächern Philosophie, Soziologie sowie Literatur- und Politikwissenschaften genutzt werden. Leitung: Dr. Fernando Wirtz, Federica González Luna Ortiz, Philosophisches Seminar; Dr. Adrian Razvan Sandru, Champalimaud Stiftung Portugal.&nbsp;<br><strong>Kontakt:</strong><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,hgtpcpfq0yktvbBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">fernando.wirtz<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;</li></ul><ul><li>Der Podcast "abgerechnet" will mathematische Konzepte verständlich vermitteln und macht Dinge hörbar, die man sonst eher aus Gleichungen kennt. Studiengänge von Wirtschaft bis Hirnforschung vermitteln zunehmend auch mathematische Techniken, doch gerade Nebenfach-Studierende bringen hier sehr unterschiedliche Voraussetzungen mit, die den Einstieg erschweren. &nbsp;Solche Lücken will "abgerechnet" mit kurzen Erzählungen auf Deutsch und Englisch füllen, die man jederzeit mobil und unterwegs hören kann. In natürlicher Sprache und ohne Formeln vermittelt der Podcast Kerngedanken der Höheren Mathematik und ergänzt so die Vorlesungen der Universität. Leitung: Florian Dehmelt; Professor Aristides B. Arrenberg.<br><strong>Kontakt: </strong><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,hnqtkcp0fgjognvBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">florian.dehmelt<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>; <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,ctkuvkfgu0cttgpdgtiBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">aristides.arrenberg<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</li></ul><ul><li>Das Projekt „Informatik Interaktiv Erfahrbar Machen“ erstellt Skripte, Foliensätze und Übungsblätter zu den Vorlesungen Informatik I und Programmiersprachen I + II. Diese Vorlesungen vermitteln wichtiges Grundlagenwissen: In „Informatik I“ kommen Studierende im Haupt- wie im Nebenfach erstmals in Kontakt mit der Programmierung und den Grundideen der Informatik. Die Lernmaterialien dafür sollen nun zu digitalen und interaktiven Lehrbüchern erweitert werden, beispielsweise durch Visualisierungen, ausführbare Programme zur Übung oder interaktive Quizze zur Überprüfung von Wissen. Sie werden online öffentlich zugänglich gemacht und zu einer Plattform verknüpft, die auch Austausch unter Studierenden ermöglicht. Leitung: David Binder; Jun.-Prof. Jonathan Brachthäuser; Prof. Klaus Ostermann.<br><strong>Kontakt: </strong><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,fcxkf0dkpfgtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">david.binder<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;&nbsp;</li></ul><ul><li>Das Projekt „Säugetiere im Freiland“ plant ein neues OER-Modul, das angehende Biologielehrkräfte bei der Planung und Leitung von Schulexkursionen unterstützt: Online-Vorträge vermitteln hier unter anderem Wissen zu Säugetieren und ihren Vorkommen sowie zu Aspekten der Mensch-Wildtier-Interaktion. Studierende können zudem Methoden erlernen, um die heimischen großen Säugetiere für Forschungsarbeiten oder bei Schülerexkursionen sicher aufzuspüren, zu beobachten und auch deren Spuren zu erkennen. Leitung: Professorin Katharina Foerster.&nbsp;<br><strong>Kontakt: </strong><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mcvjctkpc0hqgtuvgtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">katharina.foerster<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</li></ul><p>Das Dr. Eberle Zentrum für digitale Kompetenzen bildet Tübinger Studierende sowie Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler für den Einsatz digitaler Medien in Forschung, Studium und Berufsleben aus. Mit der Ausschreibung „Digitale Lehr- und Lernmaterialien“ unterstützt die Universität die Entwicklung sogenannter „Open Educational Resources (OER)“. Diese digitalen Lehr- und Lernressourcen sind vielseitig in der Lehre einsetzbar, von Einzeldokumenten bis hin zu multimedial aufbereiteten Kursen. Ihre Erstellung erfordert jedoch neben Kompetenzen zur Nutzung digitaler multimedialer Werkzeuge auch geeignete didaktische Konzepte. Die neuen digitalen Module werden zur kostenfreien Nutzung im Onlinedienst „Zentrales Repositorium für Open Educational Resources der Hochschulen in Baden-Württemberg“ (ZOERR) veröffentlicht. Diesen stellt die Universitätsbibliothek im Rahmen des „Hochschulnetzwerks Digitalisierung der Lehre Baden-Württemberg“ zur Verfügung.&nbsp;</p><p>Die Dr. K. H. Eberle Stiftung mit Sitz im baden-württembergischen Lörrach hat das Zentrum bereits mit mehr als 600 000 Euro gefördert und auch die Ausschreibung des Förderformats „Digitale Lehr- und Lernmaterialien“ ermöglicht. Sie wurde aus dem Vermögen des Unternehmers Dr. Karl Helmut Eberle gegründet und engagiert sich in der Forschungs- und Innovationsförderung in Tübingen und anderen Hochschulen. Eberle, der im November 2015 im Alter von 88 Jahren starb, hatte an der Universität Tübingen Medizin studiert und war danach erfolgreich in der Immobilienbranche tätig. <a href="https://dreberlestiftung.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://dreberlestiftung.de/</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-74067</guid><pubDate>Mon, 31 Jan 2022 16:02:58 +0100</pubDate><title>Neuer Dekan für die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=74067&amp;cHash=395e2f30b0799885111ef6d2975b5cf1</link><description>Fakultätsrat wählt Sportwissenschaftler Ansgar Thiel zum Nachfolger von Josef Schmid</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professor Ansgar Thiel ist zum neuen Dekan der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät gewählt worden. Der Fakultätsrat ernannte den Direktor des Instituts für Sportwissenschaft zum Nachfolger von Dekan Josef Schmid, der nach 12-jähriger Amtszeit zum 30. September 2022 aus seinem Amt ausscheidet. „Mit Ansgar Thiel erhält die Fakultät einen hervorragenden Wissenschaftler, der unter anderem die anwendungsbezogene und interdisziplinäre Forschung auf seinem Gebiet vorangetrieben hat“, sagte Professor Bernd Engler, Rektor der Universität. „Er verfügt über das Standing, das an einer Forschungsuniversität wie Tübingen für dieses Amt benötigt wird. Ich bin mir sicher, dass er sich – wie sein Vorgänger – hoch engagiert für die Interessen seiner Fakultät einsetzen wird.“&nbsp;</p><p>Rektor Engler dankte zudem Josef Schmid, welcher der Fakultät insgesamt für zwei Amtsperioden als Dekan vorstand. „Dekan Thiel übernimmt eine Fakultät, die sein Vorgänger mit wichtigen innovativen Akzenten maßgeblich weiterentwickelt hat ‒ im Bereich der disziplinären Ausrichtung, aber auch im Bereich der interdisziplinären Vernetzung, unter anderem mit der Etablierung des ‚Methodenzentrums‘“.&nbsp;</p><p>Auf interdisziplinäre Zusammenarbeit wolle er auch in seiner Funktion als Dekan setzen, sagte Ansgar Thiel nach seiner Wahl: Er sehe es als seine Aufgabe, die Mitwirkung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät in großen Forschungsnetzwerken zu fördern. „Insgesamt wünsche ich mir, das enorme Wissen und die hervorragenden Forschungsergebnisse, die in dieser Fakultät produziert werden, besser sichtbar zu machen: In der Öffentlichkeit, in beratender Funktion gegenüber der Politik aber auch international.“&nbsp;</p><p>Weitere mögliche Themen seien der Ausbau zweisprachiger Studiengänge und die Stärkung der internationalen Strategie, überfakultäre Lehrkooperationen zu Querschnittsthemen oder auch Weiterbildungsstudiengänge. „Klar ist aber, dass die Weiterentwicklung der Fakultät nur im Austausch mit den Fachbereichen sowie Vertreterinnen und Vertretern aller Statusgruppen gelingen kann.“</p><p>Ansgar Thiel wurde 1963 im baden-württembergischen Laupheim geboren. Er wurde an der Universität Bielefeld promoviert, wo er sich im Jahr 2000 an der Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft habilitierte. Nach einer Professur für Sportsoziologie an der Technischen Universität Chemnitz wurde er 2004 an die Universität Tübingen berufen und hat seitdem die Professur für Sportwissenschaft mit Fokus auf sozial- und gesundheitswissenschaftliche Fragen inne.&nbsp;</p><p>Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Soziologie von Sport und Gesundheit im Allgemeinen sowie im Spitzensport im Speziellen. Weitere Interessen sind der Zusammenhang von körperlicher Aktivität und biopsychosozialer Gesundheit sowie Methoden der interdisziplinären Forschung. Er ist Sprecher des 2019 mit der Sportmedizin gegründeten Interfakultären „Forschungsinstituts für Sport und körperliche Aktivität Tübingen“ und Mitglied des LEAD Graduate School and Research Networks.</p><p>Ansgar Thiel steht seit 2010 dem Sportinstitut als Direktor vor und bringt vielfältige Erfahrung aus der akademischen Selbstverwaltung mit: In der ehemaligen Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften war er bereits als Prodekan wie auch Dekan tätig. In der jetzigen WISO-Fakultät war er Prodekan für Forschung (2013-2016) und Sprecher des Fachbereichs Sozialwissenschaften (2017-2019), zudem von 2010 bis 2014 stellvertretendes Mitglied des Senats der Universität. Außerhalb der Universität war er unter anderem in der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft und in der European Association for the Sociology of Sport engagiert.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73968</guid><pubDate>Fri, 28 Jan 2022 14:00:03 +0100</pubDate><title>Neue Erkenntnisse zur Vorhersage der Wirksamkeit von Wirkstoffen in der Arzneimittelentwicklung</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=73968&amp;cHash=8746dca07ec83a747c4498bff8bb63a6</link><description>Deutsch-Finnische Studie gibt Aufschluss, wie lange ein Arzneistoffmolekül an sein Ziel gebunden ist </description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Arzneistoffe bestehen aus im Wirkstofflabor entwickelten Molekülen, die an ihr Ziel, meist einem Protein, binden und so ihre Wirkung entfalten. Die tatsächliche Dauer der Bindung eines Wirkstoffmoleküls an sein Zielprotein variiert je nach Wirkstoff. Die Lebensdauer des Wirkstoff-Ziel-Komplexes kann eine entscheidende Rolle für die Wirksamkeit eines Medikaments spielen, da eine lange Verweildauer am Ziel in einigen Fällen für die Wirkung des Medikaments entscheidend sein kann. Daher ermöglicht das Verständnis der zugrunde liegenden Ursachen eine bessere Entwicklung von Arzneimitteln. In der neuen Studie die im renommierten Wissenschaftsjournal „Nature Communications“ veröffentlicht wurde, haben Forscher der University of Eastern Finland und der Universität Tübingen die Schlüsselfaktoren identifiziert, die bei sogenannten Kinaseinhibitoren für eine lange oder kurze Verweildauer am Zielort verantwortlich sind.</strong></p><p>Kinasen sind Enzyme, die entweder auf oder in Zellen an der Weiterleitung von bestimmten Signalen beteiligt sind. Sie spielen zum Beispiel bei der Zellteilung eine Rolle, indem sie „Wachstumssignale“ weitergeben. Kinaseinhibitoren sind Hemmstoffe, die diese Wachstumssignale der Enzyme unterbinden. Viele dieser Hemmstoffe sind bereits für den klinischen Einsatz zugelassen, die meisten davon in der Behandlung von Krebs. "Ursprünglich wollten wir wissen, was die Ursache für die unterschiedliche Verweildauer zweier ähnlicher Kinaseinhibitoren am Zielort ist", sagt der durchführende Forscher und Erstautor Dr. Tatu Pantsar von der University of Eastern Finland.</p><p>„Bereits in der frühen Phase der Arzneistoffentwicklung zu erkennen, welche Moleküle geeignet sind, ist ein entscheidender Faktor, da die Entwicklung von Medikamenten äußerst zeitintensiv und kostspielig ist“, sagt Prof. Dr. Stefan Laufer, Leiter der Pharmazeutischen und Medizinischen Chemie am Institut für Pharmazie der Universität Tübingen. Die Gruppe von Prof. Laufer verfügt mit dem „Tübingen Center for Academic Drug Discovery &amp; Development“ (TüCAD2) über ein eigenes akademisches Zentrum zur Wirkstoffentwicklung von Medikamenten, dessen Mitgründer und Sprecher Prof. Laufer ist. Die Forschungsgruppe um Prof. Laufer hat bereits zahlreiche niedermolekularen Kinaseinhibitoren entwickelt, synthetisiert und enzymatisch/biologisch charakterisiert, was die jetzige Forschung ermöglichte. Aus Vorgängerprojekten fanden auch schon Inhibitoren ihren Weg bis zur Erstanwendung am Menschen.&nbsp;</p><p>"In der Studie konzentrierten wir uns auf zwei niedermolekulare Kinaseinhibitoren, die in ihrer Hemmstärke am isolierten Enzymtests identisch sind, sich aber in ihrer Verweildauer am Zielenzym unterscheiden, d.h. wie lange ein einzelner niedermolekularer Kinaseinhibitor an das Zielprotein gebunden ist. Wir fanden auch heraus, dass der Inhibitor mit einer längeren Verweildauer bei Tests in Zellen wirksamer war", erläutert Dr. Pantsar.&nbsp;</p><p>In der Studie untersuchten und verglichen die Forschenden die niedermolekularen Kinaseinhibitoren zusammen mit ihrem Zielprotein mithilfe von Computersimulationen, die auf finnischen Supercomputern durchgeführt wurden. Das Protein verhält sich je nach dem gebundenen Inhibitor unterschiedlich. "Die Simulationen deuten darauf hin, dass, wenn ein niedermolekularer Inhibitor an das Protein bindet, das Protein dynamischer ist, wenn der Inhibitor mit kurzer Verweilzeit daran gebunden ist. Das bedeutet im Grunde, dass sich das Protein mehr bewegt, wenn es den Hemmstoff mit kurzer Verweilzeit bindet, und weniger, wenn es den Hemmstoff mit langer Verweilzeit bindet.", erklärt Dr. Pantsar.</p><p>Wassermoleküle haben dabei einen großen Einfluss auf die Verweildauer des Wirkstoffs am Zielort. "Diese winzigen, aber reichlich vorhandenen Wassermoleküle, die das Protein umgeben, scheinen ausschlaggebend zu sein. Ein wesentlicher Bestandteil der Bindung des Inhibitors beruht auf der Verdrängung von Wassermolekülen.</p><p>In den Simulationen war der Inhibitor mit langer Verweildauer den Wassermolekülen weniger ausgesetzt, und die erforderliche Energie für die Wassermoleküle, um die Bindungsstelle des Inhibitors mit langer Verweildauer wieder zu besetzen, war viel höher. Dies führt zu einer höheren energetischen Barriere für die Trennung des Inhibitors von seinem Ziel und damit zu einer längeren Verweildauer des Wirkstoff-Ziel-Komplexes. Die Beobachtungen zum Verhalten des Zielproteins und zur Rolle der Wassermoleküle wurden auch mit einem strukturell vielfältigen niedermolekularen Kinaseinhibitor mit extrem kurzer Verweilzeit bestätigt. Solche Berechnungen (MD-Simulationen) wurden für diesen Typ von Inhibitoren zusammen mit Wassermolekülen erstmals durchgeführt.</p><p>Die Ergebnisse können in den frühen Stadien der Medikamentenentwicklung nützlich sein. "Jetzt, da wir die Gründe für die Verweildauer eines Medikaments auf atomarer Ebene besser verstehen, können wir effektivere Moleküle entwerfen, die in der Arzneimittelentwicklung eingesetzt werden können, wenn eine lange Verweildauer gewünscht wird. Natürlich darf man nicht vergessen, dass die Verweildauer am Zielort nur ein Aspekt des sehr komplexen und schwierigen Prozesses der Entwicklung von Arzneimitteln ist, bei dem eine Vielzahl von Faktoren berücksichtigt werden muss", so Dr. Pantsar abschließend.&nbsp;</p><p>An der University of Eastern Finland wurde die Forschung an der Fakultät für Pharmazie und innerhalb der DrugTech Research Community durchgeführt. Die Forschung wurde durch die vom CSC - IT Center for Science Finland - zur Verfügung gestellten Rechenressourcen ermöglicht. Das Projekt war integraler Bestandteil des von Prof. Laufer geleiteten „TüCAD2“, einem Format der Tübinger Exzellenzstrategie. Es belegt eindrucksvoll die Vernetzung von tiefer Grundlagenforschung mit der Anwendung und unmittelbaren Überführung in die Arzneimittelforschung.</p><p>Originaltitel der Publikation: Pantsar, T., Kaiser, P.D., Kudolo, M. et al. “Decisive role of water and protein dynamics in residence time of p38α MAP kinase inhibitors”. Nat Commun 13, 569 (2022).&nbsp;<a href="https://doi.org/10.1038/s41467-022-28164-4" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41467-022-28164-4</a></p><p>Direktlink Nature: <a href="https://www.nature.com/articles/s41467-022-28164-4" target="_blank" class="external-link" title="Link zum Nature-Artikel" rel="noreferrer">https://www.nature.com/articles/s41467-022-28164-4&nbsp;</a></p><p class="align-right">Pressemitteilung des Universitätsklinikums Tübingen und der Universität Tübingen</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73803</guid><pubDate>Tue, 25 Jan 2022 13:50:26 +0100</pubDate><title>Datenbank erfasst NS-Opfer in der Tübinger Anatomie</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=73803&amp;cHash=dbf645d4fa3fd4e5573c96a89d97a218</link><description>Forschungsprojekt trug biographische Daten zusammen – öffentlicher Launch zum Holocaustgedenktag am 27. Januar</description><content:encoded><![CDATA[<p>1078 Menschen wurden während der NS-Zeit nach ihrem Tode der Anatomie der Universität Tübingen übergeben – ohne zu Lebzeiten das Einverständnis erteilt zu haben. Die Namen und Lebensdaten sind nun in einer Forschungsdatenbank erfasst, die erste ihrer Art an einer deutschen Universität. Das Forschungsprojekt Gräberfeld X, eine Initiative der Universität Tübingen und der Universitätsstadt Tübingen, trug biographische Daten sowie alle verfügbaren Angaben aus der Anatomie zusammen. Anlässlich des Holocaustgedenktags am 27. Januar wird der aktuelle Stand der Datenbank der Öffentlichkeit vorgestellt, die noch weiterentwickelt wird.</p><p>Ein vergleichbares Werkzeug gebe es bundesweit noch zu keinem anderen anatomischen Institut, sagt Projektleiterin Professorin Benigna Schönhagen. „Die Datenbank bietet völlig neue Möglichkeiten, sich über die 1078 Menschen zu informieren.“ Von vielen Betroffenen hätten biographische Angaben gefehlt, und nur wenige Lebensgeschichten seien bekannt gewesen. „Aber einige Lücken konnten wir im Forschungsprojekt zum Gräberfeld X bereits schließen“, berichtet die Historikerin.</p><p>Fragen, die vorher einzeln recherchiert werden mussten, lassen sich nun mit wenigen Klicks und über Filterfunktionen klären. So ist beispielsweise erfasst, wie viele Hingerichtete, Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter oder Kriegsgefangene pro Jahr in die Anatomie kamen, wer sie waren und woher sie stammten. Zudem finden sich Informationen zu den Frauen und Männern, unter anderem zu Geburts- und Sterbeorten. Weitere künftige Erkenntnisse werden in die Forschungsdatenbank einfließen.</p><p>„Die Aufbereitung dieser Daten ist weit mehr als eine Sammlung von Zahlen: Die Arbeit des Forschungsprojekts gibt NS-Opfern aus dem Gräberfeld X wieder eine Geschichte und macht ihre Schicksale unvergessen“, sagt Professorin Monique Scheer, Prorektorin für Internationales und Diversität an der Universität Tübingen. „Das Projekt ‚Gräberfeld X‘ leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Aufarbeitung der NS-Zeit an der Universität wie auch im anatomischen Institut Tübingen.“</p><p>„2019 wurde durch das Stadtarchiv auf dem Gräberfeld X ein Gedenkbuch aufgestellt, das 42 fehlerhafte Namen auf den Gedenkplatten korrigiert und fehlende Opfer ergänzt. Dass diese Forschungen jetzt durch ein gemeinsam finanziertes Projekt von Stadt und Universität fortgesetzt werden und in einer Datenbank münden, zeigt die gute und verlässliche Zusammenarbeit beider Institutionen bei der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in unserer Stadt“, sagt Oberbürgermeister Boris Palmer. „Mit der neuen Datenbank steht der Forschung und der interessierten Öffentlichkeit nun ein außerordentlich hilfreiches Werkzeug zur Verfügung, das am lokalen Beispiel eindrücklich vor Augen führt, welch tödlichen Folgen die verbrecherische Politik des Nationalsozialismus in allen Lebensbereichen für ungezählte Menschen hatte.“</p><p>Zum <strong>digitalen Launch der Datenbank am Donnerstag, 27. Januar, um 19 Uhr</strong> sind Medienvertreterinnen und -vertreter sowie Interessierte herzlich eingeladen. Es sprechen Professorin Monique Scheer, Prorektorin für Internationales und Diversität an der Universität Tübingen, sowie Boris Palmer, Oberbürgermeister der Universitätsstadt Tübingen. Professorin Benigna Schönhagen und Stefan Wannenwetsch vom Forschungsprojekt Gräberfeld X werden gemeinsam mit Webdesigner Matthias Lehr die Funktionen vorstellen und Fragen zu Inhalten und Technik beantworten. Sie laden zudem ein, Wünsche und Anregungen für die Weiterentwicklung der Datenbank einzubringen.</p><p>Zudem stellt das Projekt exemplarisch erstmals die Lebensgeschichte von Josef Bukofzer vor, eines der wenigen jüdischen Opfer, die im Gräberfeld X bestattet wurden. Seine Geschichte wurde von der Studentin Antonia Wegner im Rahmen eines Lehrforschungsprojektes rekonstruiert.</p><p>Den Zugangslink zur Veranstaltung erhalten Sie unter <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,itcgdgthgnfzBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">graeberfeldx<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;<br> Wir weisen darauf hin, dass die Veranstaltung aufgezeichnet wird.</p><p>Das <strong>Projekt Gräberfeld X</strong> arbeitet die Vorgänge in der Tübinger Anatomie während der NS-Zeit auf. Es ist nach dem Friedhofsareal benannt, auf dem alle Toten beigesetzt wurden, die zuvor am Anatomischen Institut der Universität Tübingen Lehr- und Forschungszwecken dienen mussten. <a href="https://graeberfeldx.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://graeberfeldx.de/</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73266</guid><pubDate>Mon, 17 Jan 2022 09:13:41 +0100</pubDate><title>Die Ideologisierung der Hochwasserkatastrophe</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=73266&amp;cHash=95e252c35388db76914e52494fccad3a</link><description>Tübinger Forschungsteam untersucht Internetkommunikation zur Hochwasserkatastrophe: Schuldzuweisungen und utopische Weltanschauungen dominieren – Sorge um die politische Diskussionskultur in Deutschland</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Hochwasser, das im Juli dieses Jahres große Gebiete in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz heimsuchte, kostete 181 Menschen das Leben, zerstörte zahlreiche Gebäude und richtete massive Schäden an Brücken, Straßen und Eisenbahngleisen an. Die Katastrophe wurde sofort zum Top-Thema im Internet, wo heftige Debatten über Ursachen und Konsequenzen entbrannten.</p><p>Welche Positionen wurden hier vertreten, wie wurden die Ereignisse gedeutet und was lässt sich daraus für die Diskussionskultur in diesem Land ableiten? Diese Frage haben Olaf Kühne, Professor für Stadt- und Regionalentwicklung an der Universität Tübingen und sein Team anhand einer Analyse von tausend Kommentaren zu einer ZDF-Sendung über die Flutkatastrophe untersucht. Ihr Ergebnis: Eine sachliche Diskussion fand kaum statt, stattdessen wurde das Thema in hohem Maße moralisch aufgeladen. Statt Sachfragen seien Wertekonflikte ausgetragen worden, so das Forschungsteam. Die Studie wurde in der Open-Access-Fachzeitschrift <span lang="en" dir="ltr"><em>Sustainability</em></span> veröffentlicht.</p><h3>Wenig Vertrauen in die Wissenschaft</h3><p>So waren viele Debattenbeiträge bestimmt von pauschalen Schuldzuweisungen und drastischer Politikerschelte bis hin zu Verschwörungstheorien, denen zufolge die Flutkatastrophe absichtlich herbeigeführt wurde. „Hinter den Auseinandersetzungen werden zwei gegensätzliche Weltanschauungen jenseits des klassischen Rechts-Links-Schemas erkennbar, die beide utopistisch sind“, sagt Olaf Kühne.</p><p>Auf der einen Seite stehe die Utopie einer harmonischen Einheit von Menschen und Natur, geprägt durch Klimaneutralität, regionale Wirtschaft, vegane Ernährung und Wohngemeinschaften Gleichgesinnter. Demgegenüber stehe die ebenso utopische Vorstellung, man könne den bisherigen Wohn- und Lebensstil unverändert beibehalten und die heutigen Verhältnisse konservieren.</p><p>Gemeinsame Kriterien für die Unterscheidung zwischen wahren und falschen Aussagen fand das Forschungsteam in diesen Auseinandersetzungen kaum noch. Wissenschaftliche Erkenntnisse seien nur willkommen, wenn sie die eigene Weltanschauung stützen, ansonsten würden sie als bloße Meinungen abqualifiziert, so Kühne. „Mit Blick auf künftige gesellschaftliche Auseinandersetzungen, die im Zuge des Klimawandels und seiner Folgen unvermeidlich sind, stimmen diese Ergebnisse bedenklich.“</p><h3>1000 Kommentare analysiert</h3><p>Basis der Studie waren Internetdiskussionen, die der 40-minütige ZDF-Beitrag „Das Hochwasser und seine Folgen im Westen Deutschlands“ auf YouTube ausgelöst hatte. Die Sendung brachte Berichte aus den überfluteten Regionen, Interviews mit Flutopfern, Helfern, Experten und Politikern. Sie schloss mit der Prognose, dass man wegen der Fragilität des Klimasystems auch künftig mit Starkwetterereignissen rechnen müsse. Das Tübinger Forschungsteam analysierte 1000 Zuschauerkommentare, die eine repräsentative Stichprobe aller zu diesem Video veröffentlichten Kommentare bildeten.</p><p>Jeder Kommentar wurde daraufhin untersucht, in welchem Maße er als sachlich, feindselig und empathisch eingestuft werden konnte. Für jede dieser drei Kategorien gab es wiederum fünf Stufen: trifft voll zu / überwiegend zu / teilweise zu / überwiegend nicht zu / gar nicht zu. Ein Kommentar konnte also auch „teilweise sachlich“ und „teilweise empathisch“ sein. Jeder der 1000 Kommentare wurde in jeder der drei Kategorien bewertet, so dass sich insgesamt 3000 Einstufungen ergaben.</p><p>Im Ergebnis klassifizierte das Team knapp ein Drittel aller analysierten Kommentare (324) als sehr, überwiegend oder teilweise feindselig. Nur etwa die Hälfte aller Kommentare (485) passte in die Stufen voll, überwiegend oder zumindest teilweise sachlich. Ebenfalls knapp die Hälfte (447) zeigte Empathie in starkem Maß, überwiegend oder teilweise, beispielsweise in Form von Mitleidsbekundungen oder Hilfsangeboten.</p><p>Inhaltlich hätten viele Kommentare drastische Schuldzuweisungen enthalten, so das Team: an „die Politiker“ („Die eigentliche Katastrophe sind doch unsere Politverbrecher...“), die für Flächenversiegelung und Flussbegradigungen verantwortlich gemacht wurden oder die Betroffenen selbst, die in gefährdeten Gebieten gebaut hätten („Wenn man bis auf wenige Meter an Flüsse Häuser baut, kommen solche schrecklichen Bilder raus“). Kritisiert worden seien fehlende Unwetterwarnungen, angeblich leere Hilfsversprechen („Staatsversagen auf breiter Ebene“), die vermeintliche Instrumentalisierung des Themas für den Wahlkampf und die Ausrichtung der Politik auf den Klimawandel, („Vielleicht doch lieber Hochwasserschutz statt Klimaschutz?“).</p><h3>Identitäts- und Wertekonflikte statt Sachfragen</h3><p>Während das Hochwasser in einem Teil der Kommentare als Bestätigung des Klimawandels angeführt wurde („Gretahasser, Klimawandelleugner und Impfgegner! IHR HABT ES SO GEWOLLT! Das sind die Auswirkungen eines Klimasaulebensstils!“), sahen die Leugner des Klimawandels darin eine von der „Klimapropaganda“ genutzte Krise („verlogene Klima-Agenda)“. Einige Diskutanten in diesem Lager argumentierten verschwörungstheoretisch und machten gezielte Wettermanipulationen durch „geimpfte Wolken“ oder hochfrequente Radiowellen für die Überflutungen verantwortlich.</p><p>„Wir sehen hier einen irrationalen Schlagabtausch, in dem die Sach- und Verfahrenskonflikte, um die es eigentlich geht, in Identitäts- und Wertekonflikte umgedeutet werden, was wiederum eine Unversöhnlichkeit der Standpunkte zur Folge hat“, fasst Kühne zusammen. „Das ist exemplarisch für viele Internetdebatten, die die politischen Folgen von Klima- und Wetterentwicklungen zum Thema haben. Für die Zukunft gibt dies Anlass zur Besorgnis, denn produktive Konfliktregelungen sind unter solchen Bedingungen nahezu unmöglich.“</p><h3>Publikation:</h3><p>Olaf Kühne, Lara Koegst, Marie-Luise Zimmer, Greta Schäffauer: “... <span lang="en" dir="ltr">Inconceivable, Unrealistic and Inhumane”. Internet Communication on the Flood Disaster in West Germany of July 2021 between Conspiracy Theories and Moralization ‒ A Neopragmatic Explorative Study. Sustainability 2021, 13, 11427</span>. <a href="https://doi.org/10.3390/su132011427" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.3390/su132011427</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72951</guid><pubDate>Fri, 07 Jan 2022 09:15:06 +0100</pubDate><title>Auf die Beziehung kommt es an</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=72951&amp;cHash=2aaae6dbcf00d5ed2f38fa0b1f4986bd</link><description>Studie zeigt, wie wichtig die persönliche Beziehung im Distanzunterricht ist</description><content:encoded><![CDATA[<p>Unterrichtsmethoden, die einen persönlichen Kontakt ermöglichen und Beziehungen aufrechterhalten, haben sich als besonders günstig für den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler im Distanzunterricht herausgestellt. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Hector-Instituts für Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen und des Leibniz-Instituts für Wissensmedien. Sie untersuchten, wie Lehrkräfte während der ersten Schulschließungsphase im Frühsommer 2020 aufgrund der Corona-Pandemie den Distanzunterricht gestalteten und wie die Qualität dieses Unterrichts von Schülerinnen und Schülern sowie ihren Eltern wahrgenommen wurde.</p><p>Dabei zeigte sich, dass beispielsweise Videomeetings oder auch persönliche Treffen der Lehrkraft mit einzelnen Schülerinnen und Schülern am meisten zur Unterrichtsqualität und zur Freude am Lernen oder der Anstrengungsbereitschaft beitrugen. „Das große Bedürfnis von Schülerinnen und Schülern nach einem persönlichen Kontakt zur Lehrkraft zeigte sich auch eindrücklich an einem weiteren Ergebnis der Studie: Selbstgemachte Videos der Lehrkräfte wurden am besten beurteilt“, erklärt Bildungsforscherin Ann-Kathrin Jaekel. Schülerinnen und Schüler und auch deren Eltern legen offenbar keinen Wert auf ein perfekt gestaltetes Video. „Sie wollen lieber die eigene Lehrkraft sehen und das Gefühl haben, da hat sich jemand für uns richtig Mühe gegeben‘“, fügt Jaekel hinzu. Keine relevante Auswirkung auf die Unterrichtsqualität hingegen zeigten Lernvideos von Drittanbietern auf Plattformen wie Youtube oder Planet Schule. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift <em>AERA Open</em> veröffentlicht. &nbsp;</p><p>Rund 3.200 Schülerinnen und Schüler, 1.700 Eltern und 300 Lehrkräfte von weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg beteiligten sich an der Studie. Untersucht wurde, wie der Unterricht in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch konkret gestaltet wurde, zum Beispiel mit Videomeetings, Gruppenarbeiten, Onlinepräsentationen oder Lernvideos und welche dieser Methoden Eltern und Schülerinnen und Schüler als besonders hilfreich für das Lernen auf Distanz erlebten. So wurde etwa gefragt, wie die Struktur des Unterrichts, das Feedback der Lehrkraft oder die Gestaltung der Übungsphasen wahrgenommen wurden. Schließlich wurde untersucht, wie die Unterrichtsmethoden beispielsweise mit Lernfreude, Anstrengungsbereitschaft oder mit der erlebten Klassengemeinschaft zusammenhingen.</p><p>Die Ergebnisse zeigten, dass die Lehrkräfte eine große Bandbreite von Gestaltungsmöglichkeiten nutzten und diese stark vom jeweiligen Unterrichtsfach und der Lehrkraft abhängig waren. Während Videomeetings oder Treffen mit einzelnen Schülerinnen und Schülern über alle Fächer hinweg eingesetzt wurden, verwendeten Mathematiklehrkräfte verstärkt selbstproduzierte Lernvideos. In den Fächern Deutsch und Englisch hingegen spielte Gruppenarbeit eine größere Rolle. Insgesamt wurden Formate als besonders lernwirksam erachtet, wenn sie &nbsp;eine persönliche Beziehung zur Lehrkraft oder den Klassenkameradinnen und -kameraden ermöglichten und die soziale Interaktion förderten.</p><p>Der regelmäßige persönliche Austausch mit der Lehrkraft und den Mitschülerinnen und Mitschülern ist deshalb besonders im Distanzunterricht bedeutsam. „Es ist jedoch auch klar, dass dies für Lehrkräfte mitunter einen großen Aufwand bedeutet. Sie sollten ihren Schülerinnen und Schülern aber regelmäßig und verlässlich die Möglichkeit zum persönlichen Austausch geben“, rät Ann-Kathrin Jaekel. „Insbesondere mit Blick auf die Ergebnisse zu den Lernvideos liefert uns die Studie zudem interessante Ansatzpunkte, um auch den inzwischen wieder stattfindenden Präsenzunterricht durch digitale Bestandteile sinnvoll zu ergänzen. Bestimmte Elemente des digitalen Unterrichts haben durchaus Zukunftspotential“ ergänzt Richard Göllner, Professor für Educational Effectiveness und Educational Trajectories am Hector-Institut.</p><h3>Originalpublikation:</h3><p>Jaekel, A.-K., Scheiter, K., &amp; Göllner, R. (2021). Distance Teaching During the COVID-19 Crisis: Social Connectedness Matters Most for Teaching Quality and Students’ Learning. <em>AERA Open</em>. <a href="https://doi.org/10.1177/23328584211052050" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1177/23328584211052050</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72519</guid><pubDate>Fri, 17 Dec 2021 11:30:00 +0100</pubDate><title>„Wenn man uns hört, dann muss man uns als ganze Menschen hören.“</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=72519&amp;cHash=1b4011b25a3fa113c337a5838ad722bf</link><description>Seminar für Allgemeine Rhetorik zeichnet Maren Kroymann für „Rede des Jahres“ 2021 aus</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Jury des Seminars für Allgemeine Rhetorik verleiht Maren Kroymann die Auszeichnung Rede des Jahres 2021 für ihre Dankesrede beim Deutschen Comedypreis, in der sie eindringlich den alltäglichen Sexismus kritisiert und ein leidenschaftliches Plädoyer für Gleichberechtigung formuliert.</p><p>Die Rede Kroymanns könne als eine kraftvolle Demonstration von Solidarität mit der deutschen #metoo-Bewegung und als herausragendes Beispiel für die Wirkungsmacht von Rhetorik gesehen werden, da sie dem Thema Sexismus große mediale Aufmerksamkeit verschafft habe, so die Jury in ihrer Begründung.</p><p>Maren Kroymann erhält am Abend des 01.10.2021 den Ehrenpreis des Deutschen Comedypreises. Der Saal ist voll, das Publikum applaudiert der Ehrenpreisträgerin; Standing Ovations, während Maren Kroymann den Preis entgegennimmt. Es ist ihr Lebenswerk, das an diesem Abend ausgezeichnet wird. Der Anlass legt eine Dankesrede nahe. Doch Kroymann vollzieht einen mutigen Gattungswechsel, wandelt ihre Dankesrede in eine Anklagerede um, und begeht damit einen Bruch mit der Erwartungshaltung der Zuschauenden, der aufrüttelt: „Ich setze mich ja seit Beginn meiner Karriere dafür ein, dass die Geschichten von Frauen gehört werden. Ich werde jetzt dafür ausgezeichnet, dass ich lustige Geschichten erzähle. Und es gibt Frauen, die eben Geschichten erzählen, die ihre Geschichten sind, die nicht lustig sind und sie werden nicht so gerne gehört. Und ich möchte eigentlich nur sagen, dass ich das ein Missverhältnis finde. Wenn man uns hört, dann muss man uns als ganze Menschen hören.“</p><p>Die Reaktion des Publikums im Saal ist unmittelbar spürbar, drückende Spannung liegt in der Luft – hier passiert etwas Unerwartetes und Mutiges. Besonders nach der Rede, als die Moderation wieder in den gewohnten glatten Kommunikationsmodus fällt und Konfetti von der Studiodecke regnet, wird ersichtlich, wie groß der tatsächliche Erwartungsbruch ist. Eben hierin liegt eine der großen Stärken der ausgezeichneten Rede.</p><p>Kroymann überzeugt in ihrer Rede auch auf performativer Ebene. So setzt sie Sprechtempo und Pausentechnik gekonnt dazu ein, ihre sorgsam gewählten Worte zu betonen. Ihre Mimik und Gestik unterstützen jede Passage der Rede, sodass sie ihre volle Wirkkraft entfalten kann. Dabei wird in jeder Zeile spürbar, dass es der Rednerin mit ihrer Sache ernst ist. Kraftvoll und eindringlich adressiert Kroymann die Zuschauenden im Saal und vor den Fernsehgeräten.</p><p>Kroymanns Rede besitzt eine humoristisch-selbstironische Note, die das Publikum für die Rednerin einnimmt, ihr Autorität und Glaubwürdigkeit verleiht. Der Text ist gespickt mit ironischen Bezügen, die sprachlich und performativ auf den Punkt genau gesetzt werden. So berichtet sie etwa über Begebenheiten zu Beginn ihrer Karriere mit einer großen Portion Selbstironie: „Ich erinnere mich noch sehr gut, es war 1985 – ja, da habe ich schon gelebt“.</p><p>Die Argumentation der Rede ist durchzogen von kurzen, aber eindringlichen Narrativen. Kroymann verdichtet ihre persönlichen Erfahrungen zu eindrücklichen Skizzen und illustriert mit diesen Episoden sprachlich versiert die damalige und aktuelle Situation von Frauen in der Comedybranche. Beispielhafte Erzählungen von ihren ersten Engagements und Begegnungen mit Regisseuren, Autoren und anderen Personen der Unterhaltungsindustrie verleihen ihrer Rede Anschaulichkeit und machen sie für die Zuhörenden hoch wirksam und konkret erfahrbar.</p><p>Maren Kroymann hat der #metoo-Bewegung in der Comedybranche mit ihrer abgewandelten Dankesrede zum Erhalt des Ehrenpreises eine kraftvolle Stimme verliehen und dem Thema starke Sichtbarkeit verschafft. Ihre Rede ist damit auch ein Zeichen für einen tiefergreifenden gesellschaftlichen Wandel, der sich vor allem durch das Überwinden der Sprachlosigkeit auszeichnet. Zurückblickend stellt sie fest: „Das waren […] Frauen, die nur in einem Universum von einem Mann vorkamen, der für sie schrieb. Und auf die Bühne zu gehen mit einem eigenen Thema, mit sich selbst als Thema, das gab es nicht.“ Ihr Mut, ihre eigene Geschichte zu erzählen, und ihr Appell, es ihr gleich zu tun, sind eine Bestärkung für alle Personen, die um Sichtbarkeit ringen – und ein beeindruckendes Beispiel für die Wirkungsmacht der Rede.</p><p><strong>Jury:</strong> Lukas Beck, Rebecca Kiderlen, Prof. Dr. Joachim Knape, Prof. Dr. Olaf Kramer, Sarah Polzer, Clara Rohloff, Prof. Dr. Dietmar Till, Viktorija Völker, Dr. Thomas Zinsmaier</p><p><strong>Text der Rede: </strong><a href="http://www.rhetorik.uni-tuebingen.de/portfolio/rede-des-jahres/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">http://www.rhetorik.uni-tuebingen.de/portfolio/rede-des-jahres/</a>&nbsp;</p><p><strong>Video der Rede:</strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=SOiigtwfUsM" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.youtube.com/watch?v=SOiigtwfUsM</a>&nbsp;<br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72185</guid><pubDate>Fri, 10 Dec 2021 12:57:09 +0100</pubDate><title>Ein Raum für künstliche Intelligenz mitten in der Stadt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=72185&amp;cHash=04761210e34cf456ef3a4cb57443f4a6</link><description>Universität Tübingen richtet KI-Makerspace für Jugendliche ein</description><content:encoded><![CDATA[<p>„Lernen, experimentieren, diskutieren und Spaß“ – so lautet des Motto des neuen KI-Makerspace in den Räumen des Casinos am Neckar in Tübingens Innenstadt. Der KI-Makerspace ist ein außerschulischer Lernort, in dem Kinder und Jugendliche in Kursen und betreutem Experimentieren erste Erfahrung mit Programmierung und künstlicher Intelligenz (KI) sammeln, sowie ihre eigenen Projekte mit Soft- und Hardware verwirklichen können.</p><p>Der KI-Makerspace lädt darüber hinaus zur Auseinandersetzung mit Funktionsweisen, Techniken, Anwendungen und gesellschaftlichen Auswirkungen von KI ein. Ab dem 28. Januar 2022 werden auf knapp 250 Quadratmetern im ersten Stock des direkt am Neckar gelegenen Casinos an vier Tagen in der Woche strukturierte Programmierkurse, Soft- und Hardware, kompetente Betreuung und Freiraum für eigene Projektideen sowie Anlässe für Diskussionen zum Thema KI angeboten. Das Kursspektrum reicht dabei von Scratch- und Python-Kursen, über Design-Software, bis hin zu Podcasting und Internetsicherheit. Auch Robotik- und Sensorik-Bausätze sind eingeplant. Ziel ist es, ein vielfältiges, niederschwelliges und zielgruppengerechtes Angebot für Jugendliche zu etablieren.</p><p>„Mit dem KI-Makerspace bekommt Tübingen in zentraler Lage einen Ort, an dem sich Kinder und Jugendliche unter professioneller Anleitung mit den Chancen, aber auch mit den Grenzen künstlicher Intelligenz auseinandersetzen können. Das ist ein großer Gewinn für unsere Stadt als Bildungs- und Wirtschaftsstandort. Ich freue mich auf die Diskussionen und Projekte, die vom KI-Makerspace ausgehen werden, und danke allen Beteiligten für Ihr Engagement“, sagt Oberbürgermeister Boris Palmer.</p><p>Der KI-Makerspace ist ein Gemeinschaftsprojekt der Universität Tübingen, Cyber Valley Public Engagement, des Jugendgemeinderats Tübingen sowie des Bundeswettbewerbs Künstliche Intelligenz (BWKI) des Tübingen AI Centers. Es wird von der Vector Stiftung Stuttgart für drei Jahre gefördert.</p><p>„Künstliche Intelligenz ist alles andere als ein trockenes technisches Fach, sondern ein Thema mit vielen gesellschaftlichen Facetten, das jungen Menschen nicht zuletzt auch enorme Karrierechancen bietet“, sagt Prof. Dr. Philipp Hennig, Cyber Valley Co-Sprecher und Professor für Methoden des Maschinellen Lernens an der Universität Tübingen. Da der Weg in die Universitätsgebäude für viele junge Menschen nicht in Frage komme, hält er es für entscheidend, „dass es gelungen ist, hier im Herzen der Stadtgesellschaft einen Raum des Lernens zu schaffen, in dem man sich auch zwanglos begegnen und diskutieren kann.“</p><p>In vorbereitenden Workshops mit dem Jugendgemeinderat Tübingen wünschten sich die Jugendlichen darüber hinaus die Möglichkeit zu eher klassischem handwerklichem Arbeiten mit Holz, Siebdruck und Elektronik. In den Räumen werden den Jugendlichen dafür neben Werk- und Lötplätzen beispielsweise eigene Server, ein 3D-Drucker, ein 3D-Kamerasystem, ein Podcast-Studio aber auch eine Küche für gemeinsame Kochaktionen und ein „Wohnzimmer“ für Science-Fiction-Filmabende zur Verfügung stehen. Eine große Dachterrasse für soziale Aktivitäten im Sommer rundet die Attraktivität des KI-Makerspace ab.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71931</guid><pubDate>Tue, 07 Dec 2021 10:00:00 +0100</pubDate><title>Volkskrankheit Migräne: Dem Tsunami im Gehirn auf der Spur</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=71931&amp;cHash=6889e1bb06478f6a42f7bc75c4cf522f</link><description>Ein Mausmodel hilft, den Auslösemechanismus von Migräne-Auren zu entschlüsseln</description><content:encoded><![CDATA[<p>Rund jeder Zehnte in Deutschland ist von ihr betroffen: Migräne. Ein Drittel der Erkrankten leidet zusätzlich unter vorübergehenden neurologischen Symptomen. Bei ihnen geht zum Beispiel ein Flimmern vor den Augen dem Kopfschmerz voraus, die sogenannte Migräne-Aura. Im Gehirn beobachtet man während der Auren ein typisches Aktivitätsmuster: Nachdem eine starke Erregungswelle wie ein Tsunami über die Hirnrinde gezogen ist, folgt eine große Stille. Ein Forschungsteam aus Tübingen und München unter Federführung von Professor Tobias Freilinger ist nun im Tiermodell einem der zugrundeliegenden Mechanismen auf die Spur gekommen. Bei sogenannten Migräne-Mäusen, die die Erkrankung beim Menschen nachbilden, ist eine bestimmte Art von Nervenzellen überaktiv, berichtet das Team in seiner aktuellen Publikation im <em>Journal of Clinical Investigation</em>. Die Studie ist von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert worden.</p><p>„Wir können in diesen Tieren die neuronale Entsprechung der Migräne-Auren untersuchen: eine heftige Aktivitätswelle gefolgt von einer Ruhephase“, sagt Neurologe und Co-Studienleiter Professor Tobias Freilinger vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung in Tübingen. Diese Migräne-Mäuse haben, wie Patientinnen und Patienten mit einer bestimmten erblichen Form der Migräne, einen Gendefekt. Der Fehler im Erbgut führt dazu, dass bestimmte Membranporen – sogenannte Natriumkanäle – stärker durchlässig werden. Die Forschenden beobachteten nun bei den Mäusen, dass Nervenzellen dadurch übermäßig aktiv wurden. „Allerdings nicht alle Neurone, sondern nur die, die Aktivität sogenannter Pyramidenzellen hemmen“, berichtet Freilinger. „Eine Überraschung für uns: Bislang hatte man überwiegend Pyramidenzellen unter Verdacht, Auslöser der Migräne-Auren zu sein“, sagt Neurowissenschaftler und Co-Studienleiter Professor Nikolaus&nbsp;Plesnila vom Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung&nbsp;des LMU Klinikums München.</p><p>Die krankhafte Hirnaktivität bei den Mäusen besserte sich, als die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Substanz verabreichten, die die übermäßige Natriumkanalaktivität blockiert. „Damit haben wir einen Ansatzpunkt für die medikamentöse Behandlung von Patientinnen und Patienten – zumindest bei dieser bestimmten Form der Migräne“, schlussfolgert die Tübinger Wissenschaftlerin und Co-Erstautorin Dr. Ulrike Hedrich-Klimosch.</p><p>Migräne kann viele Auslöser haben. Oftmals spielen erbliche Faktoren eine Rolle. Die untersuchte Unterform ist weltweit sehr selten. Auren können bei verschiedenen Migräneformen vorkommen und betreffen fast ein Drittel aller Patientinnen und Patienten. Sie gehen dem Kopfschmerz voraus und dauern typischerweise zwischen 15 und 30 Minuten an. Meist handelt es sich um Sehstörungen, wie etwa ein Flimmern vor den Augen, das langsam durch das Sehfeld wandert. Auren können sich aber auch als andere vorübergehende neurologische Symptome zeigen. „Unsere Erkenntnisse tragen dazu bei, den generellen Auslösemechanismus von Migräne-Auren zu entschlüsseln“, erklärt Dr. Eva Auffenberg, eine der Erstautorinnen der Studie.&nbsp;</p><p>Die Studie ist aus einer translationalen Kollaboration zwischen den Professoren Tobias Freilinger und Holger Lerche am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) und Universität Tübingen, sowie Martin Dichgans und Nikolaus Plesnila am Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung (ISD), Klinikum der Universität München, entstanden. Beteiligt war außerdem die Arbeitsgruppe von Professor Michael Pusch (Biophysics Institute, National Research Council, Genua, Italien). Gleichberechtige Erstautorinnen der Studie sind Dr. Eva Auffenberg (ISD, Klinikum der Universität München und HIH, Universität Tübingen), Dr. Ulrike Hedrich-Klimosch (HIH und Universität Tübingen), Dr. Raffaela Barbieri (Biophysics Institute, National Research Council, Genua, Italien) und Daniela Miely (HIH und Universität Tübingen).</p><h3>Originalpublikation</h3><p>Auffenberg E., Hedrich UB, Barbieri R, Miely D, et al. (2021) Hyperexcitable interneurons trigger cortical spreading depression in an Scn1a migraine model. <em>Journal of Clinical Investigation</em>; e142202<br> doi: 10.1172/JCI142202</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71508</guid><pubDate>Wed, 24 Nov 2021 12:59:01 +0100</pubDate><title>Eigenentwickelter Impfstoff gegen SARS-CoV-2 zeigt starke Immunantwort </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=71508&amp;cHash=fa5ae4efed960f3ab41098b1e066decf</link><description>Ergebnisse der Phase-I-Studie in Fachzeitschrift Nature publiziert</description><content:encoded><![CDATA[<p>Am Universitätsklinikum Tübingen wurde im November 2020 unter Leitung von Prof. Dr. Juliane Walz in der KKE Translationale Immunologie der Medizinischen Klinik (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Helmut Salih) die klinische Erprobung eines eigenentwickelten Impfstoffs (CoVac-1) gegen SARS-CoV-2 begonnen. Nun liegen die Ergebnisse der Phase-I-Studie vor und belegen eine potente Aktivierung der T-Zell-Antwort gegen das Coronavirus. Die Ergebnisse sind aktuell in der renommierten Fachzeitschrift <em>Nature </em>publiziert. Derzeitig befindet sich die Studie in der zweiten Phase. Ziel ist, in Patienten und Patientinnen mit Antikörpermangel eine breite und starke T-Zell-vermittelte Immunantwort gegen SARS-CoV-2 zu induzieren, um so schwere Covid-19-Krankheitsverläufe zu verhindern.</p><p>T-Zellen spielen eine bedeutende Rolle bei der Covid-19-Erkrankung. Das konnte das Forschungsteam um Prof. Walz, Leiterin der klinischen Studie, bereits in mehreren wissenschaftlichen Publikationen belegen. Im Rahmen dieser Forschungsarbeiten wurden im Blut von Personen mit überstandener Covid-19-Erkrankung diejenigen Peptide identifiziert, die für eine Erkennung und Langzeitschutz durch T-Zellen speziell beim SARS-CoV-2-Virus von Bedeutung sind. „Genau die Peptide, die eine bedeutende Rolle bei der Langzeitimmunität nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion spielen, werden nun in unserem CoVac-1 Impfstoff eingesetzt“, erklärt Juliane Walz. Als Peptide werden kurze Eiweiße bezeichnet, die auf der Oberfläche von Tumorzellen, aber auch auf Virus befallenen Zellen dem Immunsystem und hier speziell den T-Zellen präsentiert werden. Dies ermöglicht dem Immunsystem, „fremde“ und infizierte Zellen zu erkennen und diese zu eliminieren. Die Idee für den Impfstoff kommt aus der Krebsimmuntherapie, einem der Hauptforschungsschwerpunkte der Tübinger Immunologen.&nbsp;</p><h3>Ergebnisse der Phase-I-Studie</h3><p>CoVac-1 wurde in einer klinischen Phase-I-Studie in gesunden Probanden und Probandinnen zwischen 18 und 80 Jahre eingesetzt. Hier konnte bei guter Verträglichkeit eine äußerst potente Aktivierung der T-Zell-Antwort gegen SARS-CoV-2 belegt werden.&nbsp;</p><p>Insgesamt wurden 36 Probandinnen und Probanden im Rahmen der Studie einmalig geimpft. Bei wenigen Teilnehmenden wurden leichte Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Müdigkeit beobachtet, schwerwiegende Nebenwirkungen traten nicht auf. Bei allen Probandinnen und Probanden entwickelte sich an der Impfstelle eine lokale Verhärtung. „Diese Lokalreaktion wird für unseren Impfstoff erwartet und gewünscht. Sie ist Ausdruck der Bildung eines Depots an der Impfstelle, das einen schnellen Abbau des Impfstoffs verhindert und so eine langanhaltende Immunreaktion ermöglicht“, erklärt Dr. Jonas Heitmann, einer der Erstautoren der Studie. &nbsp;</p><p>Bei allen Studienteilnehmenden lag vier Wochen nach der Impfung die gewünschte breite und starke T-Zell-Immunantwort gegen SARS-CoV-2 vor. In ersten Folgeuntersuchungen blieben diese Immunantworten in unveränderter Stärke bestehen. Darüber hinaus sind die durch CoVac-1 aktivierten T-Zell-Antworten deutlich stärker ausgeprägt als die bei Genesenen nach natürlicher Infektion und auch potenter als die T-Zell-Immunität, die durch zugelassene mRNA- oder Vektorimpfstoffe erzeugt wird. Anders als bei den bislang zugelassenen Impfstoffen richtet sich die CoVac-1-induzierte T-Zell-Immunität nicht nur gegen das Spike Protein, sondern gegen verschiedene Virusbestandteile. Die Wirksamkeit des Impfstoffes wird durch keine der bekannten SARS-CoV-2-Varianten negativ beeinflusst.&nbsp;</p><h3>Eigene Impfstoffentwicklung, Herstellung und Erprobung</h3><p>CoVac-1 wird im Wirkstoffpeptidlabor und der sogenannten GMP-Einheit des Universitätsklinikums und der Medizinischen Fakultät Tübingen hergestellt. Auch hier wird auf die langjährige Erfahrung und Expertise bei der Produktion von Impfstoffen für Krebserkrankte zurückgegriffen. Die klinische Evaluation des Impfstoffs erfolgt in der KKE Translationale Immunologie, einer deutschlandweit einzigartigen Einrichtung im Department Innere Medizin des Universitätsklinikums. Diese wurde etabliert, um innovative Immuntherapiekonzepte möglichst rasch in ersten klinischen Studien erproben zu können, damit Patienten und Patientinnen schnellstmöglich von neuen Erkenntnissen der Forschung profitieren.&nbsp;</p><h3>Weitere Entwicklung von CoVac-1</h3><p>Auf Grundlage dieser Studienergebnisse wurde bereits im Juni die Phase-II-Studie gestartet, die CoVac-1 in Patienten und Patientinnen mit angeborenem oder erworbenem Immunglobulinmangel untersucht. Hierzu gehören beispielsweise Leukämie- oder Lymphompatientinnen und -patienten, die auf Grund ihrer Erkrankung oder einer Therapie keine ausreichende durch antikörpervermittelte Immunität aufbauen können. &nbsp;</p><h3>Titel der Originalpublikation</h3><p>A COVID-19 Peptide Vaccine for the Induction of SARS-CoV-2 T-Cell Immunity; doi:&nbsp;<a href="https://www.nature.com/articles/s41586-021-04232-5" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.nature.com/articles/s41586-021-04232-5</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71478</guid><pubDate>Wed, 24 Nov 2021 11:05:41 +0100</pubDate><title>„Nachhaltigkeits-Donut“ als Vorbild für Tübingen?</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=71478&amp;cHash=59ab8ff7409da266ce11ee767d67ca2d</link><description>Universität Tübingen verleiht Nachhaltigkeitspreise für Abschlussarbeiten – Kate Raworth stellt ihr Konzept einer nachhaltigen „Donut-Ökonomie“ vor</description><content:encoded><![CDATA[<p>Von Postwachstum über neue Formen der Landwirtschaft bis hin zur Klimaneutralität – die Themen Nachhaltiger Entwicklung sind in aller Munde und haben in Tübingen und an der Universität einen wichtigen Stellenwert.&nbsp;</p><p>Am 30. November 2021 verleiht die Universität Tübingen die jährlichen Nachhaltigkeitspreise für Abschlussarbeiten, diesmal in einem hybriden Format: live in der Alten Aula und digital via Zoom. Kanzler Dr. Andreas Rothfuß überreicht für die Universität jeweils drei Preise für Bachelor- und Masterarbeiten, die sich in herausragender Weise mit Themen der Nachhaltigen Entwicklung auseinandersetzen. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden auf der Veranstaltung bekanntgegeben und geben dem Publikum dort kurze Einblicke in ihre Arbeiten.&nbsp;</p><p>In der anschließenden Sustainability Lecture spricht in diesem Jahr Kate Raworth über ihr Konzept einer nachhaltigen „Donut-Ökonomie“. Die britische Wirtschaftswissenschaftlerin, die schon für die Vereinten Nationen und Oxfam tätig war, wird digital zugeschaltet. Wirtschaftliches Handeln muss planetare Grenzen respektieren und soziale Grundrechte sichern, so die Grundidee der Ökonomin. In ihrer Festrede “Thriving cities in the 21st century: can Tuebingen live within the Doughnut?” wird Raworth diskutieren, welche Orientierungsmöglichkeiten ihre Donut-Ökonomie für die Stadt Tübingen bietet.</p><p>Die öffentliche Veranstaltung findet am Dienstag, 30. November 2021 um 18.00 Uhr, in einem hybriden Format statt: live in der Alten Aula (2G, Voranmeldung an <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,pcejjcnvkiBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">nachhaltig<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>) und digital via Zoom (ohne Voranmeldung; Link: <a href="https://zoom.us/j/98734840119" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://zoom.us/j/98734840119</a>). Die interessierte Öffentlichkeit sowie Medienvertreterinnen und Medienvertreter sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen unter <a href="http://www.uni-tuebingen.de/nachhaltig" target="_blank" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de/nachhaltig</a>.</p><p>Mit der Vergabe der Nachhaltigkeitspreise für Abschlussarbeiten setzt die Universität Tübingen Anreize für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Themen Nachhaltiger Entwicklung. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden von einer Jury aus Mitgliedern des Beirats für Nachhaltige Entwicklung ausgewählt. „Seit mehr als zehn Jahren vergeben wir die Nachhaltigkeitspreise. Sie zeigen eindrücklich, auf welch hohem wissenschaftlichen Niveau Tübinger Studierende Themen Nachhaltiger Entwicklung beforschen und mit ihren Arbeiten innovative Anregungen für die Praxis geben. Dass wir in diesem Jahr die weltweit rezipierte Ökonomin Kate Raworth für die Sustainability Lecture gewinnen konnten, freut mich außerordentlich“, so der Juryvorsitzende Professor Thomas Potthast.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71214</guid><pubDate>Thu, 18 Nov 2021 09:24:51 +0100</pubDate><title>Fachbereich Mathematik erhält Lehrpreis der Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=71214&amp;cHash=3ee82723a6eba1b2c2d1aa5044538a25</link><description>Digitale Übungen für Studierende auf eigener Plattform entwickelt – Sonderpreis für studentisches Engagement geht an Promovierenden-Initiative „sustainAbility“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Lehrpreis der Universität Tübingen geht in diesem Jahr an den Fachbereich Mathematik für sein neues Lehr-Lern-Konzept zu digitalen Übungsgruppen. Auf einer eigens entwickelten Plattform können Studierende der Naturwissenschaften Aufgaben und Lösungsansätze diskutieren, die sie vorher in Eigenregie bearbeitet haben. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert und wird jährlich für innovative Lehrformate oder besonderes Engagement in der Lehre vergeben.</p><p>Den Sonderpreis für herausragendes studentisches Engagement 2021 vergibt die Universität an die Promovierenden-Initiative „<span lang="en" dir="ltr">sustainAbility</span>“. Doktorandinnen und Doktoranden führen im Rahmen dieser Initiative Projekte zum Thema Nachhaltigkeit durch. Der mit 300 Euro dotierte Preis wird ebenfalls jährlich verliehen.</p><h3>Informationen zum Lehrpreis</h3><p>Für Studierende der Mathematik und naturwissenschaftlicher Studiengänge ist es wichtig, sich in Übungseinheiten mit mathematischen Konzepten, Beweismethoden und Rechentechniken auseinanderzusetzen und diese zu trainieren. Damit dies auch während der Pandemie möglich war, entwickelten Dr. Stefan Keppeler, Professorin Hannah Markwig, Professor Thomas Markwig und Professor Roderich Tumulka ein digitales Lehr-Lern-Konzept und die entsprechenden Lehr-Lern-Materialien.</p><p>So schufen sie eine eigene Online-Plattform, auf der Studierende in Kleingruppen wöchentliche Aufgaben erhielten und selbst bearbeiten konnten. Mit Übungsleiterinnen und -leitern diskutierten sie in Videokonferenzen Lösungsansätze und entwickelten diese live weiter. Zudem produzierte der Fachbereich Videos, in denen Lösungsansätze erklärt wurden, und Unterstützung durch studentische Mentorinnen und Mentoren. Übungsleiterinnen und -leiter erhielten Schulungen zur Online-Lehre und es wurde ein Handbuch erarbeitet.</p><p>Mit dem neuen Konzept konnten die für das Studium unverzichtbaren Mathematikübungen digital fortgeführt werden oder klassische Lehrformate ergänzen. Es wird auch künftig ergänzend zum Präsenzstudium eingesetzt oder als Fernstudieneinheit für Studierende, die nicht vor Ort sein können.</p><p>Das Preisgeld will der Fachbereich für die Weiterentwicklung des Mentorenprogramms zu den Übungen einsetzen.</p><h4>Kontakt:</h4><p>Prof. Dr. Thomas Markwig<br> Universität Tübingen<br> Fachbereich Mathematik<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;Telefon +49 7071 29- 76702<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mgkngpBocvj0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">keilen<span style="display:none">spam prevention</span>@math.uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p><h3>Informationen zum Sonderpreis für herausragendes studentisches Engagement</h3><p>„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt“: Im Geiste dieses Zitats von Mahatma Gandhi gründeten Promovierende der Universität Tübingen 2016 die Initiative „<span lang="en" dir="ltr">sustainAbility</span>“. Seitdem haben rund 30 Doktorandinnen und Doktoranden aus verschiedenen Fächern und Nationen in Tübingen Projekte angestoßen, die aus ihrer Sicht einen Beitrag zu einer nachhaltigen Gesellschaft und Universität leisten.</p><p>So schrieben sie ein „Nachhaltigkeits-Stipendium“ für Studierende der Universität Tübingen aus, die sich in ihrer Abschlussarbeit mit Themen zur Nachhaltigkeit auseinandersetzen und begleiteten diese finanziell und beratend. Sie schufen den „<span lang="en" dir="ltr">Stay Grounded Grant</span>“, bei dem sich Austauschstudierende um Reiseförderung bewerben können, wenn sie alternative Verkehrsmittel zum Flugzeug nutzen, um ein Bewusstsein für den immensen CO<sub>2</sub>-Fußabdruck von Flugreisen zu schaffen.</p><p>Im selbst produzierten „<span lang="en" dir="ltr">Sustainable Work Podcast</span>“ informiert die Initiative über Berufsfelder, die einen positiven nachhaltigen Einfluss auf die Gesellschaft haben, und im Bündnis „StuVegan“ setzte sie sich mit Partnern für pflanzliche Gerichte in Tübinger Mensen ein. Derzeit führt sie zudem eine Studie zu mentaler Gesundheit von Promovierenden durch.</p><p>Mit dem Preisgeld will „<span lang="en" dir="ltr">sustainAbility</span>“ eine weitere Runde des "<span lang="en" dir="ltr">Stay Grounded Grant</span>" finanzieren sowie technisches Equipment zur Aufnahme ihrer Podcasts anschaffen</p><h4>Kontakt:</h4><p>Cornelius Schröder<br> Initiative <span lang="en" dir="ltr">sustainAbility</span><br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,eqtpgnkwu0uejtqgfgtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">cornelius.schroeder<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a><br><a href="http://www.sustainability-phd.com/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">http://www.sustainability-phd.com/</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71148</guid><pubDate>Wed, 17 Nov 2021 09:38:13 +0100</pubDate><title>Wie bekamen wir den richtigen Riecher? </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=71148&amp;cHash=8f6e786cfe5954c8f535b87168007fd5</link><description>Die Nasen von Säugetieren sind eine Neuheit der Evolution – und wahrscheinlich auch für ihre Gehirnentwicklung verantwortlich</description><content:encoded><![CDATA[<p>Gemeinsam mit japanischen Wissenschaftlern weist Ingmar Werneburg vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen in einer neuen Studie nach, dass die für Säugetiere typische Gesichtsstruktur mit ihren prominenten Nasen evolutionär ein vergleichsweise neues Phänomen darstellt. Der hochentwickelte Geruchssinn der meisten Säugetiere hat wahrscheinlich auch die Gehirnentwicklung begünstigt. Die Studie erschien im Fachjournal „Proceedings of the National Academy of Sciences”.</p><p>Im Gegensatz zu anderen Landwirbeltieren haben die meisten Säugetiere vorstehende, bewegliche Nasen, die eine erhebliche Verbesserung von Geruchs- und Tastsinn bedeuten. „Bisher sah die Wissenschaft die Entwicklung der Gesichter von Reptilien und Säugetieren dennoch als relativ vergleichbar an”, erläutert PD Dr. Ingmar Werneburg, Ko-Autor der Studie und Forscher am Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen und fährt fort: „Nun können wir zeigen, dass die Schnauze der Säugetiere eine drastische Abweichung vom gemeinsamen Grundplan ist – und evolutionär eine neue Entwicklung.”</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71121</guid><pubDate>Tue, 16 Nov 2021 12:32:41 +0100</pubDate><title>Mit KI die Welt verändern</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=71121&amp;cHash=d68946280870477dce45a0040969d709</link><description>Schülerinnen und Schüler finden außergewöhnliche Lösungsansätze</description><content:encoded><![CDATA[<p>Aussprachefehler erkennen, intelligent Fotos aufnehmen, autonomes Fahren, Hass- und Hetzkommentare im Internet aufspüren oder einen Algorithmus zur Analyse des Brutverhaltens von Falken – am Freitag haben die diesjährigen Teilnehmenden des Bundeswettbewerbes Künstliche Intelligenz ihre Projekte in Tübingen vorgestellt. Das Gymnasium St. Augustin zu Grimma in Sachsen verteidigt seinen Titel als „KI-Schule des Jahres“.</p><p>Am Freitag wurden die Projekte der Finalistinnen und Finalisten des Bundeswettbewerbes Künstliche Intelligenz (BWKI) in Tübingen vorgestellt. Die Preisverleihung am Abend wurde Live auf YouTube übertragen. Zuvor hatte die hochkarätig besetzte Jury über die Gewinner des Wettbewerbes entschieden.</p><p>Der Hauptgewinn des Wettbewerbes ging an drei 17-Jährige des Teams „buffalo“ aus Erfurt, das einen Algorithmus entwickelt hat, der die Aussprache analysiert und Sprachauffälligkeiten erkennt. Die KI kann zukünftig in logopädischen Behandlungen eingesetzt werden oder das Erlernen von Fremdsprachen unterstützen. Die Gewinner erhielten einen Geldpreis in Höhe von 1500 Euro.</p><p>Der KI-Künstler Mario Klingemann verkündete die Gewinner des Nachwuchspreises. Das Team „SMAILE“ aus der Internatsschule Schloss Hansenberg in Geisenheim überzeugte mit ihrer KI, die es ermöglicht intelligent Fotos aufzunehmen und unästhetische, verwackelte oder unzufriedenstellende Aufnahmen vermeidet. Das Team erhält einen Geldpreis in Höhe von 500 Euro und Zugang zu einem Online-KI-Kurs.</p><p>In der Sonderkategorie Umwelt und Nachhaltigkeit verkündete die Jurorin und Meeresbiologin Ute Wilhelmsen die Gewinnerin. Katharina Bade aus Magdeburg analysierte mit ihrem Projekt Siemensfalken das Brutverhalten von Turmfalken, die in den Gemäuern ihres Gymnasiums nisten. Die 17-Jährige darf sich über einen Geldpreis von 500 Euro und ein Praktikum an einem Deutschen Meeresforschungsinstitut freuen. Der Preis wurde von der Deutschen Allianz für Meeresforschung gestiftet.</p><p>Der Juror und Moderator der BWKI-Preisverleihung, Philip Häusser, kürte den Sieger in der Sonderkategorie Hardware. Maximilian Kraeft aus Stollberg, Sachsen, entwickelte in seinem Projekt „tars“ einen autonomen Roboter, der die Fähigkeit besitzt, Hindernisse zu erkennen und in seinen Weg durch ein Labyrinth zu finden. Der 17-Jährige erhält einen Geldpreis in Höhe von 750 Euro.</p><p>Am Freitagabend hatten die Zuschauenden der Livesendung (https://www.youtube.com/watch?v=fqbfwt1IxZo) die Möglichkeit, für ihre Favoriten, und somit über die Gewinnerinnen und Gewinner des Publikumspreises abzustimmen. Der diesjährige Publikumspreis ging an drei 17- bis 18-jährige Jugendliche aus Erfurt, die mit ihrer KI „hateflow“ Hass- und Hetzkommentare im Internet erkennen und ahnden. Der Preis war mit 500 Euro dotiert.</p><p>Das Gymnasium St. Augustin zu Grimma, Sachsen, verteidigte seinen Titel als „KI Schule des Jahres“. Dank der überdurchschnittlichen Teilnahme der Schülerinnen und Schüler dieser Schule am Online-KI-Kurs, konnte der Preis erneut verliehen werden. Als Preis erhält das Gymnasium einen Klassensatz eines sensorischen Bionikbaukastens (bionics4education).</p><p>Den Auftakt der BWKI-Abschlussveranstaltung hatte der Hackathon am 6. und 7. November 2021 gebildet. Gemeinsam mit dem Badischen Landesmuseum und in Kooperation mit der Initiative Hack &amp; Söhne wurden Herausforderungen unter dem Motto „Schreib Code – Schreib Geschichte“ gestellt. Die Teilnehmenden wurden aufgefordert KI-Anwendungen zu entwickeln, die in Museen der Zukunft zur optimierten Wissensvermittlung eingesetzt werden. Das Gewinnerprojekt eines 16-jährigen Schülers erweckt mit Augmented Reality Museumsobjekte zum Leben. Die vier 17 bzw. 18 Jahre alten Schüler des Teams „Hyperion“ generierten auf der Grundlage von Museumsdaten neue Kunstwerke. Das siegreiche Team wird durch das Badische Landesmuseum in der Fortführung seiner Projektidee begleitet. Weiterhin wurden Buchpreise und die Teilnahme an unterschiedlichen Online-Kursen an weitere Teams vergeben.</p><p>„Künstliche Intelligenz ist eines der wichtigsten und spannendsten Themen unserer Zeit, sie ist ein echter Game-Changer. Beim Bundeswettbewerb KI können Jugendliche und junge Erwachsene dieses wichtige Zukunftsthema aktiv mitgestalten“, erklärte Ministerin Theresia Bauer, Vorsitzende der Stiftungsverwaltung der Carl-Zeiss-Stiftung und Schirmherrin des Bundeswettbewerbes. „Kinder haben Neugier und Spaß an der Sache. Das macht sie zu idealen Forschern und das können sie im BWKI ausleben“, sagte Professor Bernhard Schölkopf, Direktor am Max-Planck-Institutes für Intelligente Systeme und einer der Initiatoren des Wettbewerbes. „Es ist einfach großartig und inspirierend, die Kreativität, das Können und die Ausdauer der Schülerinnen und Schüler bei diesem Wettbewerb zu sehen. Ich träume von einer Gesellschaft, in der wir uns noch viel mehr ermutigen, gute Ideen zu entwickeln und auszuprobieren“, ergänzte Professor Matthias Bethge, Co-Initiator des Wettbewerbes und Leiter des Tübingen AI Centers, BMBF-Kompetenzzentrum für Maschinelles Lernen.</p><p>In der Jury des Wettbewerbes waren in diesem Jahr vertreten: Mario Klingemann (KI-Künstler), TheMorpheus (YouTuber und Informatiker), Andrea Kranzer (Businessangel), Dr. Philip Häusser (Physiker, Fernsehmoderator, Webvideoproduzent), Dr. Ute Wilhelmsen (Meeresbiologin), Prof. Dr. Veronika Eyring (Klimawissenschaftlerin DLR und Univ. Bremen), Christoph Röscher (Bosch Center of Artificial Intelligence), Dr. Nina Gaissert (Expertin für Bionik, Festo), Marlene Prautsch (Datascientist), Prof. Dr. Matthias Bethge, Dr. Wieland Brendel (Initiatoren des Wettbewerbes, Universität Tübingen), Prof. Dr. Bernhard Schölkopf (Initiator des Wettbewerbes, Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme).</p><p>Mehr als 150 Schülerinnen und Schüler hatten 2021 ihre Projektideen beim Wettbewerb angemeldet. Im Finale stellten sich zehn Teams der Jury und dem Publikum vor. In einem kostenfreien Online-KI-Kurs des BWKI können die Grundlagen der KI erlernt werden. Bislang haben bereits mehr als 4.000 Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Interessierte die Angebote des BWKI wahrgenommen.</p><p>Der Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz wird im kommenden Jahr erneut ausgeschrieben. Hauptförderer des Wettbewerbs ist die Carl-Zeiss-Stiftung. Der Wettbewerb wurde zudem von Bosch, Festo, paperspace, Google, Verlagshaus Droemer und Knaur unterstützt und in Kooperation mit Cyber Valley, der Hochschule der Medien und der Deutschen Allianz Meeresforschung durchgeführt.</p><h3>Über den Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz</h3><p>Der BWKI motiviert Schülerinnen und Schüler mit den Werkzeugen der künstlichen Intelligenz ihre eigenen Ideen für eine bessere Welt von morgen umzusetzen. Der Bundeswettbewerb wurde 2018 am KI-Forschungsstandort Tübingen durch das Kompetenzzentrum für Maschinelles Lernen ins Leben gerufen und ermöglicht Jugendlichen, ihr Können aktiv im KI-Forschungsumfeld unter Beweis zu stellen. Weitere Informationen unter <a href="https://bw-ki.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bw-ki.de</a>&nbsp;und <a href="https://ki-kurs.org" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://ki-kurs.org</a>&nbsp;</p><h3>Über die Carl-Zeiss-Stiftung</h3><p>Die Carl-Zeiss-Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, Freiräume für wissenschaftliche Durchbrüche zu schaffen. Als Partner exzellenter Wissenschaft unterstützt sie sowohl Grundlagenforschung als auch anwendungsorientierte Forschung und Lehre in den MINT-Fachbereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). 1889 von dem Physiker und Mathematiker Ernst Abbe gegründet, ist die Carl-Zeiss-Stiftung eine der ältesten und größten privaten wissenschaftsfördernden Stiftungen in Deutschland. Sie ist alleinige Eigentümerin der Carl Zeiss AG und SCHOTT AG. Ihre Projekte werden aus den Dividendenausschüttungen der beiden Stiftungsunternehmen finanziert.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70911</guid><pubDate>Wed, 10 Nov 2021 12:10:25 +0100</pubDate><title>Universität Tübingen lädt zum virtuellen Studieninfotag ein</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=70911&amp;cHash=d5b854f30dbde4ee77a04328ec28a07e</link><description>80 Studiengänge stellen am 17. November ihr Angebot online vor ‒ Lehrende und Studierende stehen für Fragen bereit</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen lädt alle Schülerinnen und Schüler der Oberstufe zum virtuellen Studieninfotag am Mittwoch, 17. November 2021, ein. In diesem Jahr bietet der Studieninfotag mit einem umfassenden Online-Angebot ab 9 Uhr Gelegenheit, Einblicke in verschiedene Studienfächer zu erhalten. Die Fakultäten und zentralen Einrichtungen der Universität haben dafür ein breitgefächertes Vormittags- und Nachmittagsprogramm zusammengestellt: Rund<strong> 80 Studiengänge</strong> stellen sich über <strong>Zoom </strong>mit unterhaltsamen und informativen Live-Angeboten vor.&nbsp;</p><p>Lehrende geben an diesem Tag Einblicke in die Inhalte, Anforderungen und beruflichen Perspektiven der verschiedenen Studiengänge und Studierende erzählen von ihren persönlichen Erfahrungen. Schülerinnen und Schüler können somit leicht mit Studierenden sowie Dozentinnen und Dozenten ins Gespräch kommen.&nbsp;</p><p>Parallel dazu stehen Studienberaterinnen und -berater den ganzen Tag für Fragen und Antworten bereit, und es gibt eine Reihe von fächerübergreifenden Veranstaltungen rund um das Studium. Zudem senden Studierende von CampusTV von 9-16 Uhr live aus dem TV-Studio und von anderen Orten der Universität Tübingen und berichten aus ihrem Studienalltag.&nbsp;</p><p>Bereits jetzt ist es möglich, den Studieninfotag vorzubereiten und Veranstaltungen auszuwählen. <strong>Eine Übersicht aller Live-Angebote und vorproduzierten Inhalte sind auf der Webseite der Universität zu finden</strong>: <a href="http://www.uni-tuebingen.de/studientag" target="_blank" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de/studientag</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70338</guid><pubDate>Wed, 27 Oct 2021 12:02:14 +0200</pubDate><title>Veränderung der Hirnaktivität bei Rolando-Epilepsie lässt sich durch gezielte Laute im Schlaf beeinflussen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=70338&amp;cHash=d34a052b9f6e09190ac18283e3b7cb77</link><description>Forschungsteam der Universität und des Universitätsklinikums Tübingen entwickelt Ansatz zur Reduktion epileptischer Aktivität bei Kindern</description><content:encoded><![CDATA[<p>Eine bei Kindern häufige Form der Epilepsie ist die Rolando-Epilepsie, bei der die Anfälle vornehmlich im Schlaf auftreten. Durch im Schlaf vorgespielte kurze Laute können die für die Epilepsie charakteristischen, in der Hirnaktivität messbaren Ausschläge teilweise unterdrückt werden. Das hat ein Forschungsteam der Universität und des Universitätsklinikums Tübingen unter der Leitung von Dr. Hong-Viet Ngo und Professor Jan Born vom Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie festgestellt. Diese Erkenntnisse könnten die Grundlage für künftige Forschungen an Therapien für diese Epilepsieform bilden. Zwar nimmt die Rolando-Epilepsie in der Regel einen milden Verlauf und bleibt oft unbehandelt. Doch ließen sich zum Teil mit der Erkrankung in Verbindung gebrachte Auffälligkeiten in der kognitiven Entwicklung durch eine solche Therapie möglicherweise beeinflussen. Die neue Studie wurde in der Fachzeitschrift <em>Cell Reports Medicine</em> veröffentlicht.</p><p>Die Rolando-Epilepsie tritt bei Kindern meist zwischen dem fünften und achten Lebensjahr erstmals auf und verschwindet um den Beginn der Pubertät. „Die Anfälle bei dieser Form der Epilepsie sind meist kurz, es kann zu Zuckungen im Bereich des Gesichtes und vorübergehenden Sprechstörungen im Rahmen der Anfälle kommen“, erklärt die an der Studie beteiligte Ärztin Dr. med. Susanne Ruf von der Kinderklinik. Auch treten die Anfälle oft nur in sehr großen zeitlichen Abständen auf. Daher entscheiden sich viele Eltern und Kinder gegen die Einnahme von Tabletten. „Problematisch ist jedoch, dass die Epilepsie die normale Hirnaktivität im Schlaf in einer wichtigen Entwicklungsphase der Kinder stören kann.“ Lern- und Sprachschwierigkeiten, Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen würden mit der Rolando-Epilepsie in Verbindung gebracht.</p><h3>Unterschiede in der Hirnaktivität</h3><p>In der Studie zeichnete das Forschungsteam die elektrische Hirnaktivität von sieben an Rolando-Epilepsie erkrankten Kindern sowie sieben jeweils altersgleichen gesunden Kontrollpersonen während des Schlafs nichtinvasiv in Elektroenzephalogrammen (EEG) auf. „Wir können mit unserer Arbeit frühere Erkenntnisse bestätigen, dass es bei den kleinen Patienten im Schlaf Unterschiede in der Hirnaktivität gegenüber gesunden Kindern gibt“, sagt Dr. Jens Klinzing aus Borns Arbeitsgruppe, der Erstautor der Studie. „Dies betrifft insbesondere die sogenannten Schlafspindeln, ein Aktivitätsmuster, das wichtig für die Verarbeitung von Gedächtnis im Schlaf ist.“ Im Schlaf und in ruhigen Wachphasen wurden außerdem die zu erwartenden epileptischen Entladungen gemessen, die als Ausschlag der Kurve im EEG aufgezeichnet werden. „Man nimmt an, dass von der Rate und Stärke dieser Entladungen, die wir als Spikes bezeichnen, abhängt, wie stark ausgeprägt die Beeinträchtigung der Entwicklung der Kinder ist.“</p><p>Dass der wahrscheinliche Ursprungsort der Spikes die Verbindungen zwischen dem Zwischenhirn und der Großhirnrinde sind, brachte die Forscher auf die Idee, Experimente mit Lauten im Schlaf durchzuführen. „Diese Verbindungen sind sowohl an der Entstehung von Spikes als auch von Schlafspindeln beteiligt“, sagt Klinzing. „Aus früheren Untersuchungen war bekannt, dass sich Schlafspindeln durch Laute stimulieren lassen.“ Die Forscher vermuteten daher, dass sich so auch die epileptischen Entladungen beeinflussen lassen könnten. Tatsächlich stellte sich heraus, dass die leise abgespielten Laute bei den an Rolando-Epilepsie erkrankten Kindern sowohl die Spikefrequenz verminderten als auch die Intensität der darauffolgenden Spikes.</p><h3>Förderung der plastischen Prozesse im Gehirn</h3><p>„In Folge der Laute traten die gewünschten Schlafspindeln im EEG auf“, sagt Dr. Ngo. Diese sind ein Indikator dafür, dass plastische Prozesse im Gehirn ablaufen, die zur Festigung von Gedächtnisinhalten führen. Dies seien Funktionen, die bei der Rolando-Epilepsie beeinträchtigt sein können. „Wir hoffen, einen Ansatz gefunden zu haben, um die mit der Erkrankung verbundenen ungünstigen epileptischen Entladungen ein wenig zu unterdrücken“, sagt der Wissenschaftler. Nun müsse eine größere Studie mit mehr Patienten und längeren Behandlungszeiten die Befunde erhärten. Zu den offenen Fragen gehört, ob die Unterdrückung der Spikes zu kognitiven Verbesserungen bei den betroffenen Kindern führt.</p><h3>Publikation:</h3><p>Jens G. Klinzing, Lilian Tashiro, Susanne Ruf, Markus Wolff, Jan Born, Hong-Viet V. Ngo: Auditory stimulation during sleep suppresses spike activity in benign epilepsy with centrotemporal spikes. <em>Cell Reports Medicine</em>, <a href="https://doi.org/10.1016/j.xcrm.2021.100432" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.xcrm.2021.100432</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70329</guid><pubDate>Wed, 27 Oct 2021 11:29:00 +0200</pubDate><title>Tübinger Poetik-Dozentur findet wieder statt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=70329&amp;cHash=faf7aae4f921ba1ecf7077ff03a947ef</link><description>Nach einem Jahr Pause: Eva Menasse und Thomas Hettche an der Universität Tübingen – Teilnahme per Livestream möglich</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen und die Stiftung Würth freuen sich, in diesem Jahr wieder zur Tübinger Poetik-Dozentur einladen zu können: Eva Menasse und Thomas Hettche werden vom 15. bis zum 18. November die Poetik-Vorlesungen halten, jeweils um 19:15 Uhr im Audimax (Neue Aula, Geschwister-Scholl-Platz, 72074 Tübingen).&nbsp;</p><p>Die Tübinger Poetik-Dozentur versteht sich als Forum der kulturellen Begegnung. Studierende, Dozierende, Universitätsangehörige und eine breite Öffentlichkeit haben hier die Gelegenheit, herausragende Schriftstellerinnen und Schriftsteller und ihre Werke kennen zu lernen. Sie dient damit dem inneruniversitären Dialog und lädt zum kulturellen Austausch zwischen Universität, Stadt und Region ein.&nbsp;</p><p>Die Tübinger Poetik-Dozentur ist ein <strong>Projekt der Stiftung Würth </strong>und wird von der <strong>Adolf Würth GmbH &amp; Co. KG</strong> gefördert. Einmal jährlich werden zwei Autoren oder Autorinnen eingeladen, öffentliche Vorlesungen zu halten sowie Workshops für Studierende anzubieten.</p><p>Die diesjährigen Vorlesungen können über einen Livestream verfolgt werden: <a href="https://youtube.com/playlist?list=PLsZhiMXtMWI7QZKBAkGXru4rk1yzDrdJx" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://youtube.com/playlist?list=PLsZhiMXtMWI7QZKBAkGXru4rk1yzDrdJx</a>&nbsp;&nbsp;</p><p>Für eine Teilnahme vor Ort ist eine Anmeldung erforderlich, die Links zur Buchung der Einzeltermine finden Sie unter poetik-dozentur.de.<br> Am Einlass ist der Nachweis des 3G-Status nötig. Ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz muss während der gesamten Veranstaltungen getragen werden.&nbsp;</p><h3>Die Termine im Überblick</h3><ul><li><strong>Lesung von Eva Menasse und Thomas Hettche</strong> am Sonntag, 14. November 2021, 16.00 Uhr, Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall. Anmeldung erforderlich unter <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mwpuvjcnngBywgtvj0eqo" data-mailto-vector="2" class="mail">kunsthalle<span style="display:none">spam prevention</span>@wuerth.com</a></li></ul><ul><li><strong>Vorlesungen an der Universität Tübingen</strong>,<br> 	jeweils 19 Uhr c. t. im Audimax,&nbsp;Neue Aula, Geschwister Scholl Platz, 72074 Tübingen. 	<ul><li>Montag, 15. November<br><strong>Eva Menasse: „Treppen, Rampen, Räume – Über Romanstrukturen“</strong></li><li>Dienstag, 16. November<br><strong>Thomas Hettche: „Schwebend in der Luft wendete ich daher wieder um Oder Vom Schreiben eines Romans“</strong></li><li>Mittwoch, 17. November<br><strong>Eva Menasse und Thomas Hettche: „Der/die Kanon:e – Lieblingsautoren und Vorbilder“</strong></li><li>Donnerstag, 18. November<br><strong>Eva Menasse und Thomas Hettche im Gespräch mit Dorothee Kimmich:&nbsp;„Techniken der Lüge. Aus der Werkstatt“&nbsp;</strong></li></ul></li></ul><p>Alle Informationen und Links zur Anmeldung unter poetik-dozentur.de.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70245</guid><pubDate>Tue, 26 Oct 2021 10:56:09 +0200</pubDate><title>Das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung feiert  sein 20-jähriges Bestehen </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=70245&amp;cHash=ea28f84d2e03727d2f5880b6441d1af1</link><description>Spitzenforschung für eine optimale Krankenversorgung – Institut entwickelt künftig Strategien zur Früherkennung, Prävention und Rehabilitation </description><content:encoded><![CDATA[<p>Seit 20 Jahren werden am Tübinger Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) das Gehirn und seine Erkrankungen erforscht. Ziel ist es, neue und wirksamere Strategien der Diagnose, Therapie und Prävention zu ermöglichen. Die enge Verknüpfung des Forschungsinstituts mit der Neurologischen Universitätsklinik unter dem Dach des Zentrums für Neurologie sorgt dafür, dass wissenschaftliche Erkenntnisse rasch in die klinische Praxis überführt werden können. So profitieren etwa Patientinnen und Patienten der Neurologischen Universitätsklinik von der fortschreitenden Entdeckung krankheitsauslösender Gendefekten. Das Wissen hilft, sie mit einer maßgeschneiderten Therapie zu behandeln. Das HIH gilt bundesweit als Vorreiter einer erfolgreich gelebten Translation in der Neuromedizin. Dieses Jahr feiert es nun sein 20-jähriges Bestehen. Um auch künftig den Herausforderungen der klinischen Hirnforschung optimal zu begegnen, wird das HIH sein Forschungsspektrum erweitern.</p><p>„Seit 20 Jahren leisten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hertie-Instituts hervorragende Arbeit. Das Institut hat sich im Bereich der Neurowissenschaften einen exzellenten Ruf erworben. Die Förderung des Landes dokumentiert, welch hohen Stellenwert das Institut selbst, aber auch das Engagement der Hertie-Stiftung im Land genießt“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.</p><p>„Die Neuromedizin der Zukunft beruht auf einem besseren Verständnis der molekularen und elektrophysiologischen Prozesse auf Zellebene und im Gesamtsystem Gehirn“, erklärt HIH-Vorstandsvorsitzender Professor Dr. Thomas Gasser. „In unserer alternden Gesellschaft ist außerdem der Schritt von der kurativen zur präventiven Medizin von großer Bedeutung. Den Menschen ist am besten geholfen, wenn sie gar nicht erst krank werden.“</p><p>Das HIH plant daher künftig stärker als bisher Strategien zur Früherkennung, Prävention und Rehabilitation neurologischer Erkrankungen zu entwickeln. Der Fokus liegt dabei auf der systembasierten Neuromedizin sowie der sogenannten personalisierten Medizin. Der erste Ansatz zielt darauf ab, das erkrankte Gehirn oder Nervensystem als Ganzes zu behandeln, etwa mit Hilfe von Neuroprothesen. Im zweiten Ansatz hingegen wird die zugrundeliegende Krankheitsursache – etwa ein Gendefekt – auf die erkrankte Person zugeschnitten therapiert. Da Fortschritte in der modernen Biomedizin auf die Nutzung immer größerer Datenmengen in Labor und Klinik beruhen, wird das Institut zudem den Bereich der Digitalisierung stärken und Methoden des Maschinellen Lernens und der Künstlichen Intelligenz integrieren.</p><p>Seit seiner Gründung vor 20 Jahren ist das HIH stark gewachsen. Was mit Aushilfslaboren und einer Baustelle auf der grünen Wiese begann, hat sich in eine Forschungseinrichtung auf Augenhöhe mit anderen großen Zentren für Hirnforschung in Europa entwickelt. So hat sich die Zahl der Mitarbeitenden verdreifacht, das Drittmitteleinkommen vervierfacht und aus vier sind heute sechs Abteilungen geworden. Ihre Schwerpunkte reichen von Schlaganfall, Parkinson, Epilepsie über Hirntumore hin zu Alzheimer und decken die gesamte Bandbreite neurologischer Erkrankungen ab.</p><p>Die Forschenden am HIH haben mehrfach bahnbrechende Entdeckungen gemacht. So ist es ihnen etwa gelungen, einen Biomarker zu identifizieren, mit dem die Alzheimer-Erkrankung bereits in sehr frühen Phasen durch einen simplen Bluttest nachgewiesen werden kann. Sie fanden ebenfalls eine ganze Reihe von Gendefekten, die zu Epilepsien, Parkinson oder seltenen neurodegenerativen Erkrankungen führen. Fundamental neu ist auch der Ansatz, das erkrankte Gehirn zeitlich synchronisiert zu seinem inneren Erregungszustand zu stimulieren. Die Methode erwies sich bei der Rehabilitation einzelner Schlaganfallpatientinnen und -patienten mit Hand- oder Armlähmungen als sehr erfolgreich und wird aktuell in größeren Studien erprobt und ihre Anwendung für weitere Netzwerkerkrankungen des Gehirns geprüft. Langfristig soll ein Stimulationshelm entwickelt werden, mit dem Patientinnen und Patienten im Klinikalltag unkompliziert behandelt werden können.</p><p>„Das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung ist die wichtigste Initiative innerhalb unseres Bereiches Gehirn erforschen“, sagt Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, die das Institut seit seiner Gründung mit mehr als 55 Millionen Euro unterstützt hat. „Die Forschungserfolge und internationale Reputation bestätigen, dass mit der gemeinsamen Gründung des HIH als Public-Private-Partnership und seiner Department-Struktur ein starker Impuls zur Erneuerung der Forschungslandschaft in Deutschland gelungen ist. Ich bin überzeugt von der Zukunftsfähigkeit dieses Modells und gratuliere zu 20 Jahren Spitzenleistungen auch im Namen der gesamten Stiftung“, so Weise.</p><p>Das HIH feiert sein 20-jähriges&nbsp;Jubiläum mit einer digitalen Festwoche ab Montag, 25. Oktober 2021 auf seiner Webseite (<a href="http://www.hih-tuebingen.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.hih-tuebingen.de</a>). Die Feierlichkeiten in Präsenzform werden aufgrund der aktuellen Situation auf nächstes Jahr verschoben.</p><p>Das <strong>Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) </strong>wurde 2001 von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, dem Land Baden-Württemberg, der Eberhard Karls Universität und ihrer medizinischen Fakultät sowie dem Universitätsklinikum Tübingen gegründet. Das HIH beschäftigt sich mit einem der faszinierendsten Forschungsfelder der Gegenwart: der Entschlüsselung des menschlichen Gehirns. Im Zentrum steht die Frage, wie bestimmte Erkrankungen die Arbeitsweise dieses Organs beeinträchtigen. Dabei schlägt das HIH die Brücke von der Grundlagenforschung zur klinischen Anwendung. Ziel ist, neue und wirksamere Strategien der Diagnose, Therapie und Prävention zu ermöglichen. Derzeit sind 19 Professorinnen und Professoren, 28 Forschungsgruppen und rund 430 Mitarbeitende am Institut beschäftigt. Mehr Informationen unter: <a href="http://www.hih-tuebingen.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.hih-tuebingen.de</a></p><p>Das 1805 gegründete <strong>Universitätsklinikum Tübingen (UKT)</strong> gehört zu den führenden Zentren der deutschen Hochschulmedizin und trägt als eines der 35 Universitätsklinika in Deutschland zum erfolgreichen Verbund von Hochleistungsmedizin, Forschung und Lehre bei. 2001 gründete es zusammen mit der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und der Eberhard Karls Universität das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH), mit dem Ziel, die Ergebnisse der exzellenten neurowissenschaftlichen Forschung rasch in die klinische Praxis zur Behandlung neurologischer und neurodegenerativer Erkrankungen zu überführen. Website: <a href="http://www.medizin.uni-tuebingen.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.medizin.uni-tuebingen.de</a></p><p>Die <strong>Universität Tübingen</strong> gehört zu den elf deutschen Universitäten, die als exzellent ausgezeichnet wurden. In den Lebenswissenschaften bietet sie Spitzenforschung im Bereich der Neurowissenschaften, Translationalen Immunologie und Krebsforschung, der Mikrobiologie und Infektionsforschung sowie der Molekularbiologie. Weitere Forschungsschwerpunkte sind Maschinelles Lernen, die Geo- und Umweltforschung, Archäologie und Anthropologie, Sprache und Kognition sowie Bildung und Medien. Mehr als 27.600 Studierende aus aller Welt sind aktuell an der Universität Tübingen eingeschrieben. Ihnen steht ein Angebot von rund 330 Studiengängen zur Verfügung – von der Ägyptologie bis zu den Zellulären Neurowissenschaften.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70053</guid><pubDate>Mon, 25 Oct 2021 09:29:45 +0200</pubDate><title>Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen wird weiter gestärkt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=70053&amp;cHash=fe657eb89bb87795b1adc7a5db2dc39b</link><description>Hector Stiftung sagt Förderung von 19 Millionen Euro zu</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Hector Stiftung baut die finanzielle Förderung der Empirischen Bildungsforschung an der Universität Tübingen deutlich aus: Die Stiftung der Eheleute Dr. h.c. Hans-Werner Hector und Josephine Hector sagt im Rahmen ihres Engagements für das Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung 19 Millionen Euro für die kommenden zehn Jahre zu. Mit der weiteren Unterstützung soll die internationale Sichtbarkeit des Instituts nachhaltig gestärkt und seine Position als eine der führenden deutschen Einrichtungen der Bildungsforschung gesichert werden. „Bildung ist die wichtigste Ressource, die wir der nächsten Generation mit auf den Weg geben können. Die großzügige Zuwendung ermöglicht eine neue Generation von wissenschaftlichen Studien, die dabei helfen, Bildungsprozesse zu verstehen und zu verbessern“, sagte Professor Ulrich Trautwein, Direktor des Hector-Instituts.</p><p>Bereits die Gründung des Hector-Instituts 2014 war nur dank finanzieller Unterstützung des Ehepaares Hector möglich geworden. Die Hector Stiftung hatte seinerzeit eine finanzielle Förderung in Höhe von 7,5 Millionen Euro über zehn Jahre zugesagt. „Die hervorragende Entwicklung der Universität Tübingen als eine erste Adresse in der Bildungsforschung ist nicht zuletzt auch der kontinuierlichen Entwicklung des Hector-Instituts zu verdanken“, sagte Rektor Professor Bernd Engler: „Das Institut hat erst kürzlich eine Begutachtung durch eine international besetzte Gutachterkommission mit Bravour bestanden und mit Professor Kou Murayama eine prestigeträchtige Humboldt-Professur eingeworben. Ich freue mich auf die weitere Entwicklung“. &nbsp;</p><p>Das Hector-Institut an der Universität Tübingen konnte seit seiner Gründung ein enormes Wachstum verzeichnen. Wissenschaftliche Erfolge wie Publikationen in Fachzeitschriften weltweit haben zur internationalen Sichtbarkeit beigetragen. Heute arbeiten rund 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daran, Aussagen über die Qualität von Bildungsangeboten und Bildungsprozessen zu erforschen und empirisch abzusichern. Das Institut bietet einen Bachelor- und einen Masterstudiengang „Empirische Bildungsforschung und Pädagogische Psychologie“ sowie den Weiterbildungsstudiengang „Schulmanagement und Leadership“ an.&nbsp;</p><p>Das Wachstum hat aber auch dazu geführt, dass das Institut mittlerweile auf mehrere Standorte in Tübingen verteilt ist. „Bis zum Jahr 2024 soll das Hector-Institut einen neuen repräsentativen Standort erhalten“, sagt Professor Bernd Engler, Rektor der Universität Tübingen. Der Umbau des Gebäudes der Alten Physiologie ist bereits in vollem Gange. Die Universität stellt außerdem weiterhin die Grundfinanzierung in vollem Umfang und die zur Verwaltung des Instituts nötige Infrastruktur zur Verfügung.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69978</guid><pubDate>Fri, 22 Oct 2021 09:52:13 +0200</pubDate><title>Zurab Bero kommt als Invited Artist nach Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=69978&amp;cHash=b53cde3b2c3c01922cf4c8ac119d4ee0</link><description>Der georgische Künstler lehrt im Wintersemester für sechs Wochen an der Universität Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Künstler Zurab Bero kommt im Rahmen des „Invited Artist“-Programms an die Universität Tübingen. Vom 15. Oktober bis zum 30. November wird er in Tübingen lehren und arbeiten. Zur offiziellen Begrüßung und Vorstellung des Künstlers im Museum der Universität MUT auf Schloss Hohentübingen sind Medienvertreterinnen und -vertreter herzlich eingeladen:</p><p class="align-center"><strong>Am Mittwoch, 27. Oktober 2021, um 19:00 Uhr&nbsp;<br> im Rittersaal des MUT auf Schloss Hohentübingen</strong></p><p>Zur Begrüßung sprechen Rektor Prof. Dr. Bernd Engler, Dr. Ursula Schwitalla und Zurab Bero. Um Anmeldung wird gebeten: <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,ugmtgvctkcvBowugwo0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">sekretariat<span style="display:none">spam prevention</span>@museum.uni-tuebingen.de</a>. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist nur mit 3G-Nachweis und medizinischem Mund- und Nasenschutz möglich.</p><p>Zurab Bero, 1982 in Georgien geboren, lebt und arbeitet in Berlin und Tiflis, Georgien. Er studierte Bildende Kunst, Bildhauerei und Deutsche Literatur in Berlin und Tiflis. 2010 gewann er den Diffring Preis für Skulptur der Jacqueline Diffring Foundation. Er war Gastprofessor an der Visual Arts, Architecture &amp; Design School der Freien Universität in Tiflis.</p><p>In Tübingen bietet er unter dem Titel „Feel the touch“ ein Seminar für Studierende aller Fakultäten an. Diese sollen Abformtechniken erlernen, mit deren Hilfe Oberflächen erfasst und dreidimensionale Objekte hergestellt werden können. So werden beispielsweise Körperteile, selbst modellierte oder gefundene Gegenstände abgeformt und anschließend in Gips oder Wachs gegossen.&nbsp;</p><p>Das Tasten zählt zu den wichtigsten Sinneserfahrungen des Menschen. Durch die Corona-Pandemie wurde diese Form sinnlicher Erfahrung stark reduziert, die Berührung von Oberflächen oder anderen Menschen vermieden. Das Seminar will die Beschaffenheit von Oberflächen bewusst erfahrbar machen und zu einem haptischen Dialog anregen. Mit Unterstützung des Künstlers haben Studierende die Möglichkeit, eigene kleine Projekte durchzuführen.&nbsp;</p><p>Mit dem Konzept „Invited Artist“ lädt die Universität Tübingen international renommierte und innovative Künstlerinnen und Künstler nach Tübingen ein, die Studierenden einen Zugang zur zeitgenössischen Kunst unterschiedlicher Richtungen ermöglichen. Nach dem iranischen Fotokünstler Mohammad Ghazali und der amerikanischen Konzeptkünstlerin Morgan O’Hara ist der Georgier Zurab Bero der dritte Künstler, der als Invited Artist nach Tübingen kommt.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69921</guid><pubDate>Thu, 21 Oct 2021 10:18:26 +0200</pubDate><title>Universität Tübingen eröffnet “Center for Religion, Culture and Society”</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=69921&amp;cHash=a11bee490e33d7cf107fd329d47eb1a3</link><description>Zentrum erforscht fachübergreifend die Rolle von Religion in unterschiedlichen Kontexten – Festakt mit der US-Historikerin Dagmar Herzog</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen eröffnet ein „Center for Religion, Culture and Society (CRCS)“: Das neue Zentrum wird fachübergreifend die Rolle von Religion im sozialen, kulturellen und öffentlichen Leben und in historischen Zusammenhängen erforschen. Zum feierlichen <strong>Auftakt am Donnerstag, 28. Oktober 2021, um 18:15 Uhr im Festsaal der Universität</strong> ist die deutsch-amerikanische Historikerin Professorin Dagmar Herzog (City University of New York) als Festrednerin eingeladen. Sie spricht zum Thema „Behindertenrechte und reproduktive Rechte – Deutschland im Sommer 1989“. Weitere Rednerinnen sind Professorin Marion Müller (Soziologie) und Professorin Regina Ammicht Quinn (Ethik) von der Universität Tübingen.</p><p>Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen, den Festakt über den Live-Stream zu verfolgen: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=juVcIc3-SYk" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.youtube.com/watch?v=juVcIc3-SYk</a>. Die Zahl der Gäste im Festsaal der Neuen Aula ist begrenzt. Anmeldungen richten Sie bitte per Mail an: <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,eteuBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">crcs<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>.&nbsp;</p><p>Das CRCS nimmt religiöse, kulturelle, säkulare und gesellschaftliche Verflechtungen in den Blick. Als Plattform vernetzt es Forschende verschiedener Fachrichtungen und ermöglicht einen interdisziplinären Austausch zum Thema, innerhalb der Universität wie auch international. Geplant sind unter anderem Gastvorträge und monatliche Kolloquien. Die Universität kann eine Vielzahl religionsbezogener Disziplinen aufweisen: Zwei christlich-theologische Fakultäten (evangelisch, katholisch), das Zentrum für Islamische Theologie, eine traditionsreiche Judaistik, eine nicht-theologische Religionswissenschaft sowie Orient- und Islamwissenschaft, darüber hinaus Vertreterinnen und Vertreter aus den Literatur-, Kultur- sowie Geschichts- und Sozialwissenschaften beschäftigen sich mit Fragestellungen, in denen religiöse Identitäten und Institutionen eine große Rolle spielen.</p><p>Dagmar Herzog ist als Distinguished Professor of History und als “Daniel Rose Faculty Scholar” am Graduate Center der City University in New York tätig. Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind unter anderem die Geschichte des Holocaust und seine Folgen, sowie Religions- und Sexualitätsgeschichte. Derzeit erforscht sie den Umgang mit Behinderung in Theologie und Politik in Deutschland in der Zeit von 1900 bis 2020.</p><p>In ihrem Festvortrag spricht sie darüber, wie reproduktive Rechte und Behindertenrechte, beides Nachzügler im Menschenrechtskanon der Nachkriegszeit, als konkurrierend angesehen wurden ‒ und deckt unerwartete Folgen auf. Herzog konzentriert sich dabei auf die Kontroversen, die im Sommer 1989 über den utilitaristischen Philosophen Peter Singer in Deutschland ausbrachen und stellt diese als Überschneidung mit einer lange verzögerten historiografischen Neubetrachtung des nationalsozialistischen Mordprojekts an Behinderten dar.</p><p>Alle Informationen auch unter <a href="https://uni-tuebingen.de/crcs" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/crcs</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69630</guid><pubDate>Thu, 14 Oct 2021 16:10:10 +0200</pubDate><title>Neue Langhäuser der frühesten Bauern aus dem 6. Jahrtausend v. Chr. bei Tübingen-Unterjesingen entdeckt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=69630&amp;cHash=25f576666c8b076b60c3ead1dfcd4c80</link><description>Erfolgreiche Fortsetzung des gemeinsamen Forschungsprojekts des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart und der Universität Tübingen zur frühen Jungsteinzeit im Ammertal (Landkreis Tübingen)</description><content:encoded><![CDATA[<p>Nordwestlich von Tübingen-Unterjesingen liegt in der Flur Ammenbühlen, westlich des Enzbachs, eine prähistorische Siedlung. Obwohl die Fundstelle bereits 1926 entdeckt wurde, war mit Ausnahme weniger Lesefunde kaum etwas über das Areal bekannt. Im Zuge aktueller Geländeforschungen konnten nun wichtige Erkenntnisse zur Siedlungsstruktur und Befundsituation gewonnen werden. Die Untersuchungen fanden im Rahmen eines gemeinsamen Projekts des Landesamts für Denkmalpflege (LAD) im Regierungspräsidium Stuttgart und der Universität Tübingen statt. Geleitet wurde das Projekt zur Besiedlungsgeschichte des Ammertals während der frühen Jungsteinzeit von Prof. Dr. Raiko Krauß, Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Tübingen, und Jörg Bofinger, Leiter des Referats Operative Archäologie am LAD.</p><p>„Ziel des Forschungsprojektes ist es, die zeitliche Abfolge der verschiedenen frühneolithischen Siedlungen genauer zu erfassen und mit Hilfe naturwissenschaftlicher Untersuchungen Umweltbedingungen und Lebensweise und damit den Landschaftswandel durch den Beginn der Landwirtschaft im 6. Jahrtausend zu untersuchen “, erläutert Prof. Raiko Krauß.</p><p>Zunächst konnte im Frühjahr 2021 das Siedlungsareal auf einer Fläche von rund sechs Hektar mittels geophysikalischer Messungen durch die Fachfirma Terrana aus Mössingen aufgenommen und erste Hinweise jungsteinzeitlicher Besiedlungsstrukturen kartiert werden. Die Magnetfeldmessungen zeigten, dass die Reste mehrerer der charakteristischen Langhäuser (die Dimensionen von über 30 Metern Länge erreichen können) noch im Boden erhalten sind und einen Siedlungsplatz der sogenannten Linienbandkeramischen Kultur, der frühesten bäuerlichen Bevölkerungsgruppe in Südwestdeutschland im 6. Jahrtausend v. Chr., belegen. Auf dieser Basis gelang es während einer vierwöchigen Grabungskampagne im Frühherbst 2021 unter der örtlichen Leitung von Veronika Stein (Universität Tübingen), Ausschnitte von einem der jungsteinzeitlichen Hausgrundrisse archäologisch zu untersuchen und zu dokumentieren. „Verfärbungen im Boden lassen die Standspuren der ehemaligen Pfosten der Hauskonstruktion erkennen, ebenso wie Gräbchenstrukturen, die als letzte Hinweise auf Wände des Hauses zu deuten sind,“ erläutert Dr. Jörg Bofinger.</p><p>Südlich von Entringen sowie nordöstlich von Pfäffingen konnten bereits Hausgrundrisse nachgewiesen werden, die auf linienbandkeramische Dörfer hinweisen. Dank der aktuellen Feldforschungen gelang es nun zweifelsfrei, ein weiteres Dorf mit mehreren Langhäusern beziehungsweise Gehöften der ersten Bauern rund 500 Meter nördlich des heutigen Ammerverlaufs zu lokalisieren. Weitere Untersuchungen wie beispielsweise 14C-Datierungen (Radiokarbonmethode zur Bestimmung des Alters von Funden) oder archäobotanische Analysen werden dazu beitragen, Fragen der absoluten Chronologie und Wirtschaftsweise besser beurteilen zu können.</p><p class="align-right">Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69519</guid><pubDate>Wed, 13 Oct 2021 17:00:00 +0200</pubDate><title>Neuer Ansatz gegen Nebenwirkungen von Antibiotika</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=69519&amp;cHash=7166be9ee1870a1f9eebaae3b044c8f5</link><description>Forschende aus Tübingen und Heidelberg analysieren Kollateralschäden, die Antibiotika im Darm verursachen – Gegenmittel könnten nützliche Bakterien besser schützen </description><content:encoded><![CDATA[<p>Antibiotika helfen bei der Behandlung bakterieller Infektionen und retten jedes Jahr Millionen von Leben. Sie können aber auch die hilfreichen Mikroben in unserem Darm schädigen, eine der ersten Verteidigungslinien unseres Körpers gegen Krankheitserreger schwächen und die positiven Auswirkungen körpereigener Mikrobiota auf unsere Gesundheit beeinträchtigen. Häufige Nebenwirkungen dieser „Kollateralschäden“ von Antibiotika sind Magen-Darm-Beschwerden und wiederkehrende <em>Clostridioides-difficile</em>-Infektionen, aber auch die Entwicklung von allergischen, metabolischen, immunologischen oder entzündlichen Krankheiten.&nbsp;</p><p>Ein internationales Forschungsteam hat systematisch die Auswirkungen von 144 Antibiotika auf unsere häufigsten Darmbakterien untersucht. Die Arbeitsgruppen um Lisa Maier aus dem Exzellenzcluster „Controlling Microbes to Fight Infections“ (CMFI) der Universität Tübingen und um Nassos Typas am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg, schlagen Strategien vor, um die negativen Auswirkungen auf das Darmmikrobiom abzuschwächen. Mit der in der Fachzeitschrift <em>Nature </em>veröffentlichte Studie lassen sich die Auswirkungen von Antibiotika auf Darmbakterien erheblich besser verstehen.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69360</guid><pubDate>Mon, 11 Oct 2021 11:00:00 +0200</pubDate><title>Älteste Fußspuren von Vormenschen auf Kreta datiert</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=69360&amp;cHash=5677eb92b6c2e3667f8352e6991f5088</link><description>Sechs Millionen Jahre alte versteinerte Fußspuren auf der Insel ähneln in ihrer Anatomie bereits dem menschlichen Lauffuß</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die ältesten bekannten Fußspuren von Vormenschen stammen von der Mittelmeerinsel Kreta und sind mindestens sechs Millionen Jahre alt. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Team von Forschern aus Deutschland, Schweden, Griechenland, Ägypten und England, unter Leitung der Tübinger Wissenschaftler Uwe Kirscher und Madelaine Böhme vom Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment der Universität Tübingen. Die Studie wurde im Fachmagazin<em> Scientific Reports </em>publiziert.</p><p>Die Fußspuren aus versteinerten Strandsedimenten wurden 2017 bei Trachilos bekannt. Mit geophysikalischen und mikropaläontologischen Methoden konnten sie nun auf 6,05 Millionen Jahren vor heute datiert werden und sind somit der älteste direkte Hinweis auf einen menschenähnlichen Lauffuß. „Die Spuren sind damit nahezu 2,5 Millionen Jahre älter als die <em>Australopithecus afarensis</em> (Lucy) zugeschriebenen Laufspuren aus Laetoli in Tansania“, berichtet Uwe Kirscher. Die Abdrücke kommen damit auf dasselbe Alter wie die Fossilien des bereits bekannten aufrecht gehenden <em>Orrorin tugenensis</em> aus Kenia. Von diesem Zweibeiner sind unter anderem Oberschenkelknochen erhalten, jedoch keinerlei Fußknochen oder -spuren.&nbsp;</p><p>Die Datierung der kretischen Fußspuren wirft deshalb ein neues Licht auf die frühe Evolution des menschlichen Laufens vor über sechs Millionen Jahren. „Der älteste menschliche Lauffuß besaß einen Fußballen, mit einer anliegenden und robusten Großzehe, sowie sich kontinuierlich verkürzenden Seitenzehen“, erläutert Per Ahlberg, Professor an der Universität Uppsala und Koautor der Studie. „Er hatte eine kürzere Fußsohle als <em>Australopithecus</em>. Ein Fußgewölbe war noch nicht ausgeprägt und die Ferse war schmaler.“</p><p>Die heutige Insel Kreta war vor sechs Millionen Jahren noch mit dem griechischen Festland über die Peloponnes verbunden. Nach Ansicht von Professor Madelaine Böhme „ist nicht ausgeschlossen, dass der Erzeuger der Spuren im Zusammenhang steht mit dem möglichen Vormenschen <em>Graecopithecus freybergi</em>“. Fossilien des <em>Graecopithicus </em>aus 7,2 Millionen Jahre alten Ablagerungen im nur 250 Kilometer entfernten Athen hatte Böhmes Team vor wenigen Jahren als eine vorher unbekannte Vormenschen-Art im heutigen Europa identifiziert.&nbsp;</p><p>Weitere Ergebnisse der Studie bestätigen zudem jüngste Forschungen und Thesen des Teams Böhme, nach denen vor sechs Millionen Jahren das europäische und vorderasiatische Festland durch eine kurzfristige Sahara-Ausbreitung vom feuchten Ostafrika getrennt waren. So lässt die geochemische Analyse der sechs Millionen Jahre alten Strandablagerungen Kretas darauf schließen, dass Wüstenstaub aus Nordafrika mit dem Wind dorthin transportiert wurde. Das Team kam bei der Datierung von Mineralkörnern in Staubkorngröße auf ein Alter zwischen 500 und 900 Millionen Jahren vor heute. Diese Zeiträume seien typisch für nordafrikanischen Wüstenstaub, so die Autoren.&nbsp;</p><p>Neueste Forschungen der Paläoanthropologie legten zudem nahe, dass der afrikanische Menschenaffe <em>Sahelanthropus </em>als Zweibeiner ausgeschlossen werden könne und der aus Kenia stammende, 6,1 bis 5,8 Millionen Jahre alte <em>Orrorin tugenensis</em> der älteste Vormensch Afrikas sei, so Böhme. Kurzzeitige Wüstenbildungen und die geographische Verbreitung früher Menschenvorläufer könnten daher in einem engeren Zusammenhang stehen als bisher vermutet wird: Einerseits könnte eine Wüstenbildungsphase vor 6,25 Millionen Jahren in Mesopotamien eine Migration europäischer Säugetiere und möglicherweise Menschenaffen nach Afrika initiiert haben. Andererseits könnte die zweitweise Abriegelung der Kontinente durch die Sahara vor 6 Millionen Jahren eine getrennte Entwicklung des afrikanischen Vormenschen <em>Orrorin tugenensis</em> und eines europäischen Vormenschen ermöglicht haben. Nach diesem von Böhme „Wüstenschaukel“ genannten Prinzip, steuerten aufeinanderfolgende kurzfristige Wüstenbildungen in Mesopotamien und der Sahara eine Migration von Säugetieren von Eurasien nach Afrika.</p><h3>Publikation:</h3><p>Uwe Kirscher, Haytham El Atfy, Andreas Gärtner, Edoardo Dallanave, Philipp Munz, Grzegorz Niedźwiedzki, Athanassios Athanassiou, Charalampos Fassoulas, Ulf Linnemann, Mandy Hofmann, Matthew Bennett, Per Erik Ahlberg, Madelaine Böhme. Age constraints for the Trachilos footprints from Crete. <em>Scientific Reports</em>, DOI:&nbsp;<a href="http://doi.org/10.1038/s41598-021-98618-0" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">http://doi.org/10.1038/s41598-021-98618-0</a>; <a href="http://www.nature.com/articles/s41598-021-98618-0" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.nature.com/articles/s41598-021-98618-0</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69351</guid><pubDate>Fri, 08 Oct 2021 09:19:59 +0200</pubDate><title>Bernhard Schlink hält 15. Weltethos-Rede</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=69351&amp;cHash=697fe73d7065e3ebc196ff50c1bbb632</link><description>Der Jurist und Schriftsteller spricht am 15. Oktober an der Universität Tübingen – Teilnahme per Livestream möglich</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Stiftung Weltethos und die Universität Tübingen laden in diesem Jahr wieder zur Weltethos-Rede ein: Der Jurist und Schriftsteller Professor Dr. Bernhard Schlink spricht am Freitag, 15. Oktober 2021, ab 18.00 Uhr im Festsaal der Universität. Anschließend findet ein Gespräch unter Moderation der Journalistin Aline Abboud statt. &nbsp;</p><p>Die Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen, die 15. Weltethos-Rede über den <strong>Livestream im Internet</strong> zu verfolgen: <strong><a href="https://youtu.be/wz5wyLA9qKs" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://youtu.be/wz5wyLA9qKs</a>&nbsp;&nbsp;</strong><br> Aufgrund der Hygienevorgaben ist die <strong>Zahl der Teilnehmer im Festsaal begrenzt, Anmeldungen sind möglich unter <a href="https://www.eventbrite.de/e/15-weltethos-rede-tickets-186514067597" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.eventbrite.de/e/15-weltethos-rede-tickets-186514067597</a></strong>. Die Teilnahme ist kostenlos, der Eintritt ist nur mit 3G-Nachweis und Ausweis möglich. Während der gesamten Veranstaltung muss ein medizinischer Nasen- und Mundschutz getragen werden.&nbsp;</p><p>Bernhard Schlink ist emeritierter Professor; er lehrte öffentliches Recht an der Humboldt-Universität zu Berlin und „Comparative Constitutionalism“ und „Jurisprudence“ an der Benjamin N. Cardozo School of Law in New York. Er war Richter am Verfassungsgerichtshof Nordrhein-Westfalen und ist außerdem Schriftsteller.</p><p>Die Weltethos-Reden werden seit dem Jahr 2000 gemeinsam von der Stiftung Weltethos und der Universität Tübingen organisiert. Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens nehmen aus unterschiedlichen Blickwinkeln Stellung zur Weltethos-Thematik. Die Frage nach einem „Weltethos“ geht zurück auf die Programmschrift „Projekt Weltethos“ (1990) von Professor Hans Küng. Er zeigte auf, dass zwischen den großen Religionen und humanistischen Traditionen ein Grundkonsens an verbindenden Werten, Maßstäben und Grundhaltungen besteht. Diesen gilt es bewusst zu machen und zu nutzen, als Grundlage für Dialog und Verständigung der Kulturen und für ein gelingendes Miteinander in unseren Gesellschaften.</p><p>Zu den Weltethos-Rednern gehörten unter anderem Kofi Anan (2003), Shirin Ebadi (2005),&nbsp;Helmut Schmidt (2007) und weitere.</p><p>Aufgezeichnete Reden sind zu finden unter folgenden Links:&nbsp;<br><a href="https://www.weltethos.org/politik-weltethos-reden/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.weltethos.org/politik-weltethos-reden/</a>&nbsp;<br><a href="https://uni-tuebingen.de/universitaet/campusleben/veranstaltungen/zentrale-veranstaltungen/weltethosrede.html" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/universitaet/campusleben/veranstaltungen/zentrale-veranstaltungen/weltethosrede.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69240</guid><pubDate>Wed, 06 Oct 2021 09:51:56 +0200</pubDate><title>Neue Mitglieder im Universitätsrat </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=69240&amp;cHash=6d3efcf53546fa2064bc276fdbd53d39</link><description>Irmgard Männlein-Robert und Heike Oberlin folgen Stefanie Gropper und Sandra Kauenhowen nach</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Tübinger Universitätsrat hat am Dienstag erstmals in neuer Zusammensetzung getagt. So traten Professorin Irmgard Männlein-Robert und Professorin Heike Oberlin eine dreijährige Amtszeit an. Sie folgen Professorin Stefanie Gropper und Sandra Kauenhowen nach, die zum 30. September turnusgemäß aus dem Universitätsrat ausgeschieden sind. Die neuen Mitglieder waren auf Vorschlag einer Findungskommission vom Senat der Universität Tübingen einstimmig gewählt worden.&nbsp;</p><p>Als beratender Vertreter des Wissenschaftsministeriums ist künftig Dr. Justus Lentsch tätig, in Nachfolge von Dr. Uwe Kernbach. Zudem bestätigte das Gremium Bernhard Sibold als Vorsitzenden und Professor Oliver Kohlbacher als stellvertretenden Vorsitzenden im Amt. Sie haben den Vorsitz für eine weitere Amtszeit bis zum 30. September 2024 inne.&nbsp;</p><p>Irmgard Männlein-Robert ist seit 2006 Professorin für Klassische Philologie und Gräzistik an der Universität Tübingen und wirkt in den Sonderforschungsbereichen „Bedrohte Ordnungen“, „RessourcenKulturen“ sowie „Andere Ästhetik“ mit. Sie ist unter anderem Vertrauensdozentin der Studienstiftung des deutschen Volkes, Mitglied des DFG-Fachkollegiums „Alte Kulturen“, Vice-President der internationalen Plato Society und seit 2016 ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.</p><p>Heike Oberlin ist seit 2016 außerplanmäßige Professorin für Indologie an der Universität Tübingen, Geschäftsführende Direktorin der Abteilung für Indologie und war Initiatorin für die Einrichtung der Gastdozentur „Gundert Chair für Malalayam“ an der Universität. Sie ist unter anderem Stellvertretende Sprecherin des DFG-Fachkollegiats 106 „Sozial- und Kulturanthropologie, Außereuropäische Kulturen, Judaistik und Religionswissenschaft“ und Sprecherin der „Landesvertretung Akademischer Mittelbau an den Universitäten in Baden-Württemberg“.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69147</guid><pubDate>Tue, 05 Oct 2021 09:49:18 +0200</pubDate><title>Schützt Nervenzellen vor dem Niedergang: ein ungewöhnliches Molekül als Schutzschild</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=69147&amp;cHash=f839423306f313d30b9341500e804882</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen untersucht einen Wirkstoffkandidaten, der typischen Schädigungen durch die Alzheimer-Krankheit entgegenwirken könnte</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der aus Bodenbakterien isolierte Naturstoff Collinolacton reduziert im Laborversuch künstlich verursachten Stress auf Nervenzellen und schützt sie dadurch vor Schäden, wie sie bei neurodegenerativen Erkrankungen auftreten. Das fand ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Professorin Stephanie Grond vom Institut für Organische Chemie der Universität Tübingen in einer Studie heraus, die in der Fachzeitschrift Angewandte Chemie veröffentlicht wurde. Das Team wies zudem nach, dass das Molekül Collinolacton in seiner chemischen Struktur identisch ist mit dem Stoff Rhizolutin, der aus Bakterien an den Wurzeln der asiatischen Heilpflanze Ginseng isoliert wurde. Ein koreanisches Forschungsteam hatte im vergangenen Jahr entdeckt, dass Rhizolutin im Tierversuch die für die Alzheimer-Krankheit charakteristischen Proteinzusammenlagerungen um Nervenzellen auflösen kann.</p><p>Unter den neurodegenerativen Erkrankungen, bei denen die Nervenzellen des zentralen Nervensystems nach und nach zerstört werden, spielt die Alzheimer-Demenz mit 50 bis 75 Prozent der Krankheitsfälle eine große Rolle. Typisch für diese bisher unheilbare Erkrankung sind Ablagerungen außerhalb der Nervenzellen im Gehirn, die aus fehlgefalteten Amyloid-Beta-Proteinen und verknäuelten Tau-Proteinen bestehen. Die meisten der mehr als hundert Stoffkandidaten, die seit 2003 klinisch auf die Eigenschaft getestet wurden, die Alzheimer-Plaques aufzulösen, erwiesen sich als unbrauchbar. „In der Forschung müssen wir uns daher neuen chemischen Strukturen zuwenden. Collinolacton ist interessant, da es sich mit seinem ungewöhnlichen Kohlenstoffgerüst aus drei verknüpften Ringen mit seltener 6-10-7-Kombination der Ringe grundlegend von bisher getesteten Stoffen unterscheidet“, sagt Stephanie Grond.</p><h3>Vergleich der chemischen Strukturen</h3><p>Collinolacton wurde bereits vor mehr als 20 Jahren aus dem Bodenbakterium Streptomyces collinus isoliert. Da es keine antimikrobielle Wirkung gegen andere Bakterien oder Pilze aufwies, wurde es für pharmazeutische Zwecke damals nicht näher untersucht. Als das Forschungsteam das erst kürzlich neu beschriebene Rhizolutin mit Collinolacton verglich, stellte sich heraus, dass beiden Stoffstrukturen das gleiche Kohlenstoffgerüst zugrunde liegt. „Wir haben die früher veröffentlichten Daten zu Rhizolutin neu ausgewertet und dessen chemische Struktur korrigiert. Nun ist klar, dass die korrekte Struktur identisch ist mit dem schon bekannten Collinolacton“, erklärt Julian Schmid, Erstautor der Studie und Doktorand in Gronds Arbeitsgruppe. Die Forscherinnen und Forscher der Mikrobiologie analysierten im nächsten Schritt, welche Gencluster in den Streptomyces-Bakterien für die Herstellung des Collinolactons verantwortlich sind, und entwickelten gentechnisch einen Streptomyceten-Stamm, der den Stoff in erheblich gesteigerter Menge produziert und so erst weitergehende Studien ermöglichte.</p><p>Von Collinolacton stellten die Forscherinnen und Forscher der Chemie chemische Abkömmlinge her und veränderten verschiedene Seitengruppen an der Grundstruktur. All diese Stoffe wurden im Labor auf ihren Einfluss auf künstlich in Stress versetzte Nervenzellen getestet. „Nur der unveränderte Naturstoff Collinolacton hatte die schützende Wirkung auf Nervenzellen“, berichtet Grond. Diese sei ganz unabhängig zu sehen von der zuvor belegten Wirkung des Rhizolutins, welches in Labor- und Tierversuchen die bei der Alzheimer-Krankheit typischen Plaques auflösen konnte. Nach Einschätzung des Forschungsteams lassen sich diese Ergebnisse gleichsetzen für Collinolacton. „Beide Eigenschaften zusammen machen Collinolacton interessant als Stoffkandidaten für die Entwicklung von Alzheimer-Medikamenten“, sagt die Forscherin. Denn die Tierversuche mit Rhizolutin hätten bereits ergeben, dass der Stoff ins Säugerhirn gelangen und dort seine Wirkung bei den Nervenzellen entfalten kann. Weitere Tests müssten nun zeigen, ob sich Collinolacton als Wirkstoff zu einem Medikament weiterentwickeln lasse.</p><h3>Publikation:</h3><p>Julian C. Schmid, Kerstin Frey, Matthias Scheiner, Jaime Felipe Guerrero Garzón, Luise Stafforst, Jan-Niklas Fricke, Michaela Schuppe, Hajo Schiewe, Axel Zeeck, Tilmann Weber, Isabel Usón, Ralf Kemkemer, Michael Decker, and Stephanie Grond: The Structure of Cyclodecatriene Collinolac-tone, its Biosynthesis, and Semisynthetic Analogues: Effects of Monoastral Phenotype and Protec-tion from Intracellular Oxidative Stress. Angewandte Chemie – International Edition, <a href="https://doi.org/10.1002/anie.202106802" target="_blank" class="external-link" title="Link zur Publikation in Angewandte Chemie - International Edition" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1002/anie.202106802</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68553</guid><pubDate>Thu, 23 Sep 2021 13:24:37 +0200</pubDate><title>So wird CO2 zur wertvollen Ressource</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=68553&amp;cHash=81311f496382394f5e6a02b2800bbb00</link><description>Wissenschaftler der Universität Tübingen beteiligt: Internationales Forschungszentrum arbeitet an Technologien, mit denen sich Kohlendioxid in neue Rohstoffe umwandeln lässt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Tübinger Umweltbiotechnologe Lars Angenent und sein Team sind an einem neuen Forschungszentrum beteiligt, das Technologien zur Abscheidung, Speicherung und Wiederaufbereitung von Kohlendioxid (CO2) entwickeln soll. Das interdisziplinäre Zentrum wird in den kommen Jahren von der dänischen „Novo Nordisk“-Stiftung mit 84,7 Millionen Euro gefördert.</p><p>Angesiedelt an der Universität von Aarhus in Dänemark wird das Zentrum mit Angenents Team in Tübingen und weiteren Forschungseinrichtungen aus den USA, Norwegen, den Niederlanden und Dänemark kooperieren. Partnerschaften mit der Industrie sollen zudem eine schnelle Umsetzung von Grundlagenforschung in die Praxis sicherstellen.</p><p>CO2 in der Atmosphäre ist eine der Hauptursachen für den Klimawandel. Um den Anstieg der Temperaturen weltweit einzudämmen, muss nicht nur der CO2-Ausstoß verringert werden. Dafür müsste auch Kohlendioxid der Atmosphäre entnommen und in Produkten wiederverwendet werden, die derzeit auf Kohlenstoff basieren, also aus fossilen Brennstoffen wie Öl und Kohle gewonnen werden.</p><p>Im neuen Zentrum erforschen Teams aus der Chemie, den Biowissenschaften und der Systemanalyse gemeinsam Technologien, mit denen sich CO2 aus der Atmosphäre sowie aus Industrieanlagen und Kraftwerken wieder recyceln lässt. So könnten beispielsweise Kohlendioxid, Wasser und Elektronen mit Hilfe von Bakterien und Elektrochemie in Grundstoffe für neue Kunststoffe umgewandelt werden. Forschungsgegenstand ist auch eine Anlage, die mit Mikroorganismen Kohlendioxid in Kraftstoff umwandelt und so die Verwendung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas ersetzt.</p><p>An der Universität Tübingen forscht Lars Angenent daran, wie solche CO2-Abscheidungen aus Industrie und Atmosphäre mit biologischen Systemen gekoppelt werden können: Sein Team speist diese zusammen mit Wasserstoff in „Bioreaktoren“ ein. Mithilfe von Mikrobenkulturen können dort neue Produkte entstehen. Schwerpunkt dieses Projekts ist unter anderem die Frage, wie verschiedene Mikroben optimal zusammenarbeiten können, um gezielt und auf umweltfreundliche Weise spezifische Chemikalien für die Industrie zu produzieren. Die Abläufe werden vorerst im kleinen Maßstab im Labor erprobt und sollen später auch in großen Anlagen umgesetzt werden.</p><p>Film zum neuen Forschungszentrum: <a href="https://vimeo.com/610637211" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://vimeo.com/610637211</a>&nbsp;</p><p>Universität Aarhus: <a href="https://nat.au.dk/en/about-the-faculty/news/show/artikel/new-research-centre-to-help-solve-the-climate-crisis-1/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://nat.au.dk/en/about-the-faculty/news/show/artikel/new-research-centre-to-help-solve-the-climate-crisis-1/</a>&nbsp;</p><h3>Novo Nordisk Foundation CO2 Research Center</h3><p>Das Novo Nordisk Foundation CO2 Research Center arbeitet interdisziplinär und hat sich zum Ziel gesetzt, den Klimawandel abzuschwächen: durch die Erforschung und Entwicklung innovativer Technologien zur Abscheidung, Speicherung und Wiederverwertung von CO2. Das Zentrum arbeitet mit der Industrie und Entscheidungsträgern zusammen, um sicherzustellen, dass entwickelte Lösungen skalierbar und umsetzbar sind. Zunächst wird es sich auf punktuelle Kohlenstoffdioxid-Quellen konzentrieren, wie Industrieanlagen und Kraftwerke. Langfristig soll auch erforscht werden, wie sich CO2 direkt aus der Atmosphäre entnehmen lässt.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68385</guid><pubDate>Fri, 17 Sep 2021 11:51:48 +0200</pubDate><title>Digitale Kinder-Uni der Hector Kinderakademien startet am 30. September </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=68385&amp;cHash=ed7f8fd4d6832210139823eada61325d</link><description>12-teilige Serie im Livestream begeistert Kinder für Weltklasseforschung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bei der neuen digitalen Kinder-Uni der Hector Kinderakademien entdecken Kinder die Welt der Wissenschaft per Live-Stream im digitalen Hörsaal und können ihre Fragen stellen. Die 12-teilige Web-Serie startet am 30. September 2021 und zeigt: Wissenschaft ist für unsere Gesellschaft unabdingbar und macht Spaß, wenn man sie richtig verpackt.&nbsp;</p><p>„Warum gibt es Kriege?“, „Was verbirgt sich hinter Sinnestäuschungen?“ und „Warum sind Schnecken manchmal gestresst?“. Dass Suche nach Wahrheit und Erkenntnis Freude bereitet, beweist das neue Format der verfilmten Kinder-Uni. Wissenshungrige Kinder werden von Tübinger Spitzenforscherinnen und -forschern in zwölf einzigartigen Folgen auf eine Entdeckungstour durch die Welt der Wissenschaft begleitet – inklusive Special Effects, Animationen, Live-Fragen an die Professorinnen und Professoren und einer humorvollen Begleitung durch zwei Comedians. Am 30. September feiert die Kinder-Uni der Hector Kinderakademien an der Universität Tübingen Premiere: Online und für alle interessierten Kinder kostenlos zugänglich.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68346</guid><pubDate>Fri, 17 Sep 2021 01:05:00 +0200</pubDate><title>Ein indischer Fischotter in Deutschland</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=68346&amp;cHash=97041ab63f67b928d903c534a5ac6dfb</link><description>Neue Otterart in der Hammerschmiede entdeckt: Neptuns Vishnu-Otter kam vor 11,4 Millionen Jahren aus Südasien</description><content:encoded><![CDATA[<p>Forscher der Universitäten Tübingen und Zaragoza sind auf eine bislang unbekannte Otterart aus 11,4 Millionen Jahre alten Schichten der Fossilfundstelle Hammerschmiede gestoßen. Die Grabungsstelle im Allgäu wurde 2019 durch Funde des sich zweibeinig fortbewegenden Menschenaffen <em>Danuvius guggenmosi</em> weltweit bekannt. Die im <span lang="en" dir="ltr"><em>Journal of Vertebrate Palaeontology</em></span> veröffentlichte neue Art erhielt den Namen <em>Vishnuonyx neptuni</em>, was so viel bedeutet wie Neptuns Vishnu-Otter. Die Gattung der Vishnu-Otter war bisher nur aus Asien und Afrika bekannt.</p><p>Das Forschungsteam gräbt in der Hammerschmiede unter Leitung von Professorin Madelaine Böhme vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen. Es konnte bereits über 130 verschiedene Arten ausgestorbener Wirbeltiere aus Flussablagerungen bergen, die der Ur-Günz zugeschrieben werden. Viele dieser Arten sind an das Leben am und im Wasser angepasst. Der Nachweis eines Vishnu-Otters in Bayern kam jedoch unerwartet, denn dessen Vertreter kannte man bisher nur aus Regionen außerhalb Europas.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68244</guid><pubDate>Wed, 15 Sep 2021 12:26:21 +0200</pubDate><title>Muslime im Jugendstrafvollzug: Wissenschaftler fordern Ausbau der islamischen Gefängnisseelsorge </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=68244&amp;cHash=a633223bcd35469e6903aee5d6a40bcf</link><description>Wichtige Rolle bei Resozialisierung und Prävention – Befragung von Strafgefangenen, Seelsorgern und JVA-Beschäftigten in vier Bundesländern</description><content:encoded><![CDATA[<p>Muslimische Jugendstrafgefangene sind bei der religiösen Betreuung gegenüber ihren christlichen Mithäftlingen benachteiligt. Das zeigt eine Studie des Instituts für Kriminologie der Universität Tübingen in Kooperation mit dem Kriminologischen Dienst Baden-Württemberg und dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN). Die Wissenschaftler fordern einen Ausbau der islamischen Gefängnisseelsorge.&nbsp;</p><p>Die Gefängnisseelsorge spielt für die Resozialisierung und Radikalisierungsprävention eine wichtige Rolle. Über die religiösen Bedürfnisse und seelsorgerische Betreuung muslimischer Jugendstrafgefangener gab es aber bislang nur bruchstückhafte Informationen, obwohl ihr Anteil in den deutschen Jugendstrafanstalten bei etwa 40 Prozent liegt. Die gerade abgeschlossene Studie „Muslime im Jugendstrafvollzug – Chancen und Risiken für eine gelingende Integration“ liefert nun ein detailliertes Bild der Situation.&nbsp;</p><p>Für das vom Bundesforschungsministerium geförderte Projekt wurden Daten in insgesamt acht Justizvollzugsanstalten (JVA) in Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen erhoben. Befragt wurden 766 männliche und 62 weibliche Strafgefangene zwischen 15 und 25 Jahren. Einbezogen waren Mitglieder aller Konfessionen sowie Konfessionslose. Interviews mit Seelsorgern, Anstaltsleitungen und JVA-Beschäftigten ergänzen die Erhebung. Wegen des sehr geringen Frauenanteils unter den Gefangenen liegt der Fokus der Untersuchung auf den männlichen Jugendlichen.</p><p>Jeweils 41 Prozent der befragten Jugendlichen gehören muslimischen oder christlichen Religionsgemeinschaften an, weitere sechzehn Prozent rechnen sich selbst keiner Religion zu. Für die große Mehrheit der Jugendstrafgefangenen spielt der Glaube eine wichtige Rolle: 84 Prozent der Muslime und 78 Prozent der Christen schätzen sich als religiös ein. „Das Interesse an der Religion hatten wir in diesem Ausmaß nicht erwartet. Es zeigt sich, dass viele Jugendliche im Gefängnis die Religion wiederentdecken, weil sie ihnen Orientierung und ein Zugehörigkeitsgefühl vermitteln kann“, sagt Projektleiter Tillmann Bartsch, außerplanmäßiger Professor für Kriminologie an der Universität Tü-bingen und stellvertretender Leiter des KFN.&nbsp;</p><p>„Hinzu kommt, dass sich viele Jugendliche Seelsorgern gegenüber unbefangener äußern, weil sie sich weniger bewertet fühlen als im Gespräch mit Sozialarbeitern oder Psychologen“, ergänzt Wolfgang Stelly, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Tübingen und beim Kriminologischen Dienst Baden-Württemberg. Unterschiede gibt es bei den Gesprächsthemen: Während die Christen mit dem Seelsorger vor allem über die Familie oder den eigenen Lebensweg sprechen möchten, stehen für die Muslime Fragen nach den religiösen Geboten, der Koranauslegung und der korrekten Praktizierung des Glaubens im Vordergrund.&nbsp;</p><h3>„Wichtiges Signal für die religiöse Gleichstellung“</h3><p>Viel stärker als die Christen wünschen sich die Muslime eine Verbesserung der religiösen Angebote in der JVA. Zwar geben sie an, dass ihnen die Ausübung ihrer Religion im Prinzip möglich ist. Aber mehr als die Hälfte fühlt sich benachteiligt, weil eigene Gebetsräume fehlen oder religiöse Gebräuche wie das Fastenbrechen im Ramadan mit den festen Abläufen im Strafvollzug kollidieren. Mehr als zwei Drittel sehen sich zudem im Gefängnisalltag bei ihrer Glaubensausübung nicht hinreichend unterstützt. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass muslimische Seelsorger im Gegensatz zu ihren christlichen Kollegen bislang nur als Teilzeitkräfte auf Honorarbasis beschäftigt sind. Da sie geringere Stundendeputate haben, ist vielfach keine Einzelbetreuung möglich. Manchmal können deshalb auch Gottesdienste wie das Freitagsgebet nicht stattfinden. &nbsp;</p><p>„Eine Erhöhung der Stundenzahl und klarere institutionelle Strukturen für die muslimische Seelsorge sind notwendig, um die Betreuung zu verbessern. Das wäre zudem ein wichtiges Signal für die religiöse Gleichstellung in den Justizvollzugsanstalten“, sagt Tillmann Bartsch und weist auf ein weiteres Problem hin: Anders als für die christlichen Seelsorger gibt es für ihre muslimischen Kollegen kein gesetzlich anerkanntes Schweigerecht. Voraussetzung dafür wäre, dass ein solches Gebot zunächst einmal in den muslimischen Glaubensgemeinschaften selbst verankert wird. Erst dann könnte es vom deutschen Staat anerkannt werden. &nbsp; &nbsp;</p><p>Die oft thematisierte Gefahr einer islamistischen Radikalisierung in den Jugendstrafanstalten halten die Forscher für überschätzt. „Ein verfestigtes extremistisches Weltbild verbunden mit Gewaltbereitschaft haben wir nur bei einem Prozent der Inhaftierten festgestellt und es gibt ein dichtes Kontrollnetz, das verhindert, dass sich solches Gedankengut in den Anstalten verbreitet“, sagt Jürgen Thomas vom Kriminologischen Dienst Baden-Württemberg. Zur Prävention trage die muslimische Seelsorge ganz wesentlich bei, wenn sie zum Beispiel die Rechtfertigung von Gewalt im Namen des Glaubens kritisiere. Probleme entstehen den Kriminologen zufolge vor allem nach der Haftentlassung, wenn die Jugendlichen oft sich selbst überlassen sind. „Was fehlt, ist eine Straffälligenhilfe für Muslime, wie es sie in der christlichen Sozialarbeit seit langem gibt“, sagt Tillmann Bartsch.</p><h3>Publikation:</h3><p>Wolfgang Stelly, Paulina Lutz, Jürgen Thomas, Barbara Bergmann, Tillmann Bartsch: Glaube und religiöse Praxis von (muslimischen) Jugendstrafgefangenen. Forum Strafvollzug 3/2021.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68220</guid><pubDate>Wed, 15 Sep 2021 10:27:55 +0200</pubDate><title>28. Tübinger Erbe-Lauf in den Startlöchern</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=68220&amp;cHash=f612b1cfb171b8c1308a09c0477bb561</link><description>Am 18. und 19. September fallen wieder Startschüsse für Läuferinnen und Läufer – In diesem Jahr ohne Publikum</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Countdown läuft! Nur noch wenige Tage bis zum Laufwochenende des 28. Tübinger Erbe-Laufs, das von Samstag, 18. September, bis Sonntag, 19. September 2021, in Tübingen stattfindet. Die Läuferinnen und Läufer des Virtual Charity Runs sind sogar schon seit dem 11. September auf ihren Strecken unterwegs. Unter der Leitung von Marc Oßwald und Dieter Baumann und mit Unterstützung von Studierenden wird die Veranstaltung vom Institut für Sportwissenschaft der Universität Tübingen organisiert und in Kooperation mit der Leichtathletik-Vereinigung (LAV) Stadtwerke Tübingen ausgerichtet.</p><h3>Virtual Charity Run</h3><p>Der von dem Namenssponsor Erbe Elektromedizin GmbH veranstaltete Virtual Charity Run läuft bereits seit Samstag, 11.September. Noch bis zum Sonntag, 19. September, kann jeder, egal wie, wo oder wann Kilometer für den guten Zweck sammeln. Auch Kurzentschlossene können noch teilnehmen, die Anmeldung bleibt bis zum Schluss geöffnet. Die Erbe Elektromedizin GmbH spendet 50 Cent pro Kilometer an den diesjährigen Sozialpartner Deutsches Institut für Ärztliche Mission e.V. (Difäm) mit seinem Projekt „Hospiz Tübingen“. Aktuell ist bereits eine beachtliche Strecke von über 4000 Kilometern durch Läuferinnen und Läufer aus der ganzen Welt zusammengekommen. Weitere Informationen unter <a href="http://exceptional.erbe-med.com" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">exceptional.erbe-med.com</a>.</p><h3>VR-Bank Schülerlauf</h3><p>Der VR-Bank Schülerlauf findet am Samstag, 18. September, auf der Platanenallee/Neckarinsel statt. Die Neckarinsel wird für den Zeitraum der Veranstaltung für den Besucherverkehr gesperrt sein. Lediglich Eltern und Geschwister der Teilnehmenden sind, nach erfolgreicher 3G-Kontrolle und Registrierung über die Luca-App, als Publikum auf der Neckarinsel erlaubt. Von 10.00 bis 13.00 Uhr absolvieren insgesamt über 300 Schülerinnen und Schüler in ihren jeweiligen Riegen die 1000 Meter lange Strecke auf der Neckarinsel. Voraussetzung für Teilnehmende ist ebenfalls die 3G-Regelung.</p><h4>Starteinteilung der Riegen/Läufe:</h4><p><strong>Achtung: neuer Zeitplan bei den Schülerläufen!<br> Achtung: neue Einteilung der Startergruppen in Mädchen / Jungen&nbsp;</strong></p><div class="table-rwd"><div class="table-rwd__overflow"><table><tbody><tr><td><strong>U 10</strong><br> 			10:00 Uhr U 10 Läufe - Mädchen<br> 			10:10 Uhr U 10 Läufe - Mädchen<br> 			10:20 Uhr U 10 Läufe - Mädchen<br> 			10:30 Uhr U 10 Läufe - Jungen<br> 			10:40 Uhr U 10 Läufe - Jungen<br> 			10:50 Uhr U 10 Läufe - Jungen</td><td><strong>U 12</strong><br> 			11:00 Uhr U 12 Läufe - Mädchen<br> 			11:10 Uhr U 12 Läufe - Mädchen<br> 			11:20 Uhr U 12 Läufe - Jungen<br> 			11:30 Uhr U 12 Läufe - Jungen<br> 			11:40 Uhr U 12 Läufe - Jungen</td><td><strong>U 14</strong><br> 			12:00 Uhr U 14 Läufe - Mädchen<br> 			12:10 Uhr U 14 Läufe - Jungen<br> 			12:20 Uhr U 14 Läufe - Jungen</td></tr></tbody></table></div></div>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-67995</guid><pubDate>Wed, 08 Sep 2021 17:00:00 +0200</pubDate><title>Zweige der pflanzlichen Immunabwehr sind eng verflochten</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=67995&amp;cHash=df95a9c282bb29336e67a9c52f8c4fe4</link><description>Studie der Universität Tübingen und des Max-Planck-Instituts für Pflanzenzüchtungsforschung erfordert Revision des bisherigen Modells – Widerstandskraft als wichtiges Ziel im Nutzpflanzenbau</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wie Tiere besitzen auch Pflanzen ein Immunsystem, das auf Angriffe mikrobieller Krankheitserreger reagiert. Es besteht aus zwei Zweigen: erste Abwehrmaßnahmen beginnen bei der Erkennung solcher Eindringlinge außerhalb der Zellen, ein zweiter Alarmierungsweg wird von der Pflanze selbst in der Zelle ausgelöst. In jüngster Zeit hatten sich die Hinweise vermehrt, dass diese bisher getrennt geglaubten Zweige des pflanzlichen Immunsystems verbunden sein könnten. Nun hat ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Professor Thorsten Nürnberger vom Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen der Universität Tübingen und Professorin Jane Parker vom Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln einen Beleg für die Verbindung gefunden. Es hat Komponenten entdeckt, die in die Signalwege beider Zweige eingeschaltet sind. Eine gute Immunabwehr und der Aufbau einer großen Widerstandskraft gegen mikrobielle Krankheitserreger sind wichtige Ziele in der Pflanzenzüchtung und im Nutzpflanzenbau. Die Ergebnisse, die zu einem neuen Modell des pflanzlichen Immunsystems führen könnten, wurden in der Fachzeitschrift <em>Nature</em> veröffentlicht.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68010</guid><pubDate>Wed, 08 Sep 2021 15:54:13 +0200</pubDate><title>Späte Neandertaler auf der Schwäbischen Alb nutzten ausgeklügelte Techniken</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=68010&amp;cHash=4c132f38d23dfb86b208bd9282c1a5fd</link><description>Team der Universität Tübingen belegt, dass Menschen der Mittleren Altsteinzeit mit ausgeprägtem Arbeitsgedächtnis und viel Geschick an die Herstellung von Steinwerkzeugen gingen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Neandertaler, die vor mehr als 45.000 Jahren auf der Schwäbischen Alb lebten, haben bei der Herstellung von Steinwerkzeugen anspruchsvolle Techniken mit verzweigten Arbeitsgängen verwendet. Das belegen Sammlungen steinerner Artefakte von der Fundstelle Heidenschmiede, aus denen ihre Vorgehensweise rekonstruiert werden konnte. Diese Forschungsergebnisse veröffentlichten Dr. Berrin Çep, Benjamin Schürch und Dr. Jens Axel Frick vom Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters sowie Dr. Susanne Münzel vom Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie, alle von der Universität Tübingen, in der Fachzeitschrift <em>PLOS ONE</em>. Sie unterstreichen einmal mehr, dass die Neandertaler hochentwickelte Fähigkeiten besaßen.</p><p>Die Heidenschmiede, ein Felsdach oder Abri bei Heidenheim an der Brenz auf der östlichen Schwäbischen Alb, wurde 1928 von dem Amateurarchäologen Hermann Mohn als Fundstelle von frühen Menschen bearbeiteter Steine und Knochen entdeckt und ausgegraben. „Seit dem Erscheinen einer ersten Publikation über die Funde 1931 ruhte die Forschungsarbeit weitgehend. Unsere Studie ist seither die erste detaillierte Untersuchung, die sich mit den zahlreichen Funden befasst und diese näher einordnet“, berichtet Benjamin Schürch. Die Knochen- und Steinwerkzeuge stammten aus dem Mittelpaläolithikum, der Mittleren Altsteinzeit, und seien mindestens 50.000 bis 42.000 Jahre alt. „In diesem Zeitraum lebten noch keine modernen Menschen unserer heutigen Art Homo sapiens in der Region. Es waren späte Neandertaler, die sich in der Heidenschmiede aufhielten.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-67921</guid><pubDate>Mon, 06 Sep 2021 09:55:33 +0200</pubDate><title>Die Aussicht vom Lochenstein genoss man schon in der Bronzezeit</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=67921&amp;cHash=52de34083a04d886a3f64ef3726c371e</link><description>Tübinger Archäologen bestätigen lange Geschichte einer Siedlung zwischen Rhein und Donau</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Lochenstein bei Balingen war ab dem zweiten Jahrtausend vor Christus bis in die Römerzeit besiedelt. Dies untermauern neue Funde einer Grabung, die Archäologen der Universität Tübingen am Freitag abgeschlossen haben. Die Wissenschaftler knüpften an eine Ausgrabung und Forschungsarbeiten an, die vor fast 100 Jahren stattgefunden hatten. Ziel war es, die Besiedlungsgeschichte des Berges mit modernen Methoden zu untersuchen – nach den Forschungen des Landesamts für Denkmalpflege aus dem Jahr 1923 reicht diese bis in die Jungsteinzeit zurück.</p><p>Zahlreiche neue Fundstücke bestätigen die vorgeschichtliche Nutzung des Berges und lassen auf eine Besiedelung ab dem zweiten Jahrhundert vor Christus schließen, wie Grabungsleiter Professor Martin Bartelheim vom Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters sagt. So fanden die Archäologen Keramik aus der Bronze- und Eisenzeit (etwa 1000 v.Chr.), Glasperlen, die in der Eisenzeit (etwa 500 v. Chr.) als Schmuck getragen wurden, und Teile von Gläsern, die im römischen Reich hergestellt wurden. „Zudem bezeugen viele Tierknochen ein reiches Leben in dieser Siedlung“, sagt Bartelheim.</p><p>Mit seinem steilen Aufstieg zu allen Seiten war der Lochenstein ein Siedlungsplatz, der sich gut verteidigen ließ. Von dort aus sieht man nach Westen über den Schwarzwald bis zu den Vogesen; östlich und südlich liegt die Donau.</p><p>Dass unter anderem Glas aus dem römischen Reich auf dem Lochenstein benutzt wurde, zeigt, dass die Bewohner in regem Austausch mit den umliegenden Regionen standen. Die dazu notwendige Infrastruktur bildete die nahe vorbeiführende Römerstraße von Rottweil nach Bad Cannstatt.</p><p>Bartelheim vermutet, dass der Lochenstein zudem schon in der Bronze- und Eisenzeit eine wichtige Station an Verbindungswegen durch das Bära- und das Eyachtal von der oberen Donau durch die Schwäbische Alb und den Schwarzwald zum Rhein war. Durch diese relativ leichte Überwindung der europäischen Hauptwasserscheide verbanden sich die zwei großen Flusssysteme Europas als direkte Kommunikationsroute vom Schwarzen Meer zur Nordsee bereits in der Vorgeschichte. „Der Lochenstein und Umgebung werden auch weiterhin Gegenstand unserer Forschung sein.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-67858</guid><pubDate>Wed, 01 Sep 2021 20:00:00 +0200</pubDate><title>Erste spezifische Arzneitherapie für eine schwere frühkindliche Form der Epilepsie</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=67858&amp;cHash=cb43d8c3739a5c8ab3ad3db6060214f9</link><description>Medikament gegen Multiple Sklerose hilft auch bei einer seltenen Form der genetisch bedingten Epilepsie – Wirkstoff richtet sich präzise gegen zugrundeliegenden Gendefekt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Epilepsie hat viele Gesichter. Bei einer genetisch bedingten Form leiden Betroffene bereits im ersten Lebensjahr an schweren epileptischen Anfällen. Die Erkrankung geht bei ihnen mit starken Entwicklungsstörungen einher: Es fällt ihnen schwer zu laufen, sie können sich schlecht konzentrieren und haben später Probleme beim Sprechen, Rechnen und Buchstabieren. Bislang ließ sich diese Form der Epilepsie nur schlecht mit den üblichen Arzneimitteln behandeln. Tübinger Forschende setzten nun erstmals ein Medikament ein, das eigentlich gegen Multiple-Sklerose zugelassen ist. Der Arzneistoff wirkt dem zugrundeliegenden Gendefekt direkt entgegen und linderte erfolgreich die Symptome der Erkrankten, berichtet das Team um Dr. Ulrike Hedrich-Klimosch, Dr. Stephan Lauxmann und Prof. Dr. Holger Lerche vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung, dem Universitätsklinikum und der Universität Tübingen. Damit steht den betroffenen Kindern und Erwachsenen zum ersten Mal eine medikamentöse Behandlung zur Verfügung. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift <em>Science Translational Medicine</em> veröffentlicht.</p><p>Ursache dieser Form der frühkindlichen Epilepsie ist ein seltener Gendefekt. Mutationen im <em>KCNA2</em>-Gen führen zu geschädigten Kaliumkanälen im Gehirn. „Kaliumkanäle sind kleine Poren, die in der Zellmembran von Nervenzellen sitzen und für die Weiterleitung elektrischer Signale wichtig sind“, erklärt Erstautorin und Biologin Hedrich-Klimosch. „Die Mutationen führen in manchen Unterformen der Erkrankung zu einer gesteigerten Aktivität des Kanals. In diesen Fällen wir sprechen wir von einer <em>gain of function</em>-Mutation."</p><p>Das Forschungsteam setze nun erstmals ein Medikament zur Behandlung ein, das genau an dieser Stelle angreift. „Eine ursachenbezogene Therapie muss in diesem Fall die gesteigerte Kanalaktivität hemmen," erläutert Mit-Erstautor und Neurologe Lauxmann. „Ein solcher Kanalblocker ist der Wirkstoff 4-Aminopyridin. Er hemmt spezifisch die Überaktivität der Kaliumkanäle und ist in einem Medikament enthalten, das zur Behandlung von Gangstörungen bei Multiple Sklerose Patienten zugelassen ist.“ In Kooperationen mit acht weiteren Zentren weltweilt behandelte das Team elf Patientinnen und Patienten in individuellen Heilversuchen mit der Arznei. Mit erfreulichen Ergebnissen: Bei neun von ihnen verbesserten sich die Symptome. „Die Anzahl der täglichen epileptischen Anfälle reduzierte sich oder verschwand komplett. Die Patientinnen und Patienten waren im Alltag allgemein deutlich wacher und geistig fitter. Auch ihre Sprache verbesserte sich nach Beginn der Medikamentenbehandlung.“</p><p>Der Wirkstoff wirkt nicht bei allen Unterformen der Erkrankung. Bei manchen führt die Genmutation zu einer eingeschränkten Aktivität der Kaliumkanäle. Damit behandelnde Ärzte schnell entscheiden können, ob der Wirkstoff bei einer Patientin oder einem Patienten mit neu diagnostiziertem <em>KCNA2</em>-Gendefekt helfen kann oder nicht, haben die Forschenden eine Datenbank erstellt. In ihr sind die verschiedenen Mutationen aus der <em>KCNA</em>-Genfamilie und den damit verbundenen Auswirkungen auf den Kaliumkanal aufgelistet. Auf diese Weise kann schnell mit einer Therapie begonnen werden und der oft schwere Krankheitsverlauf gelindert werden.</p><p>"Bei Epilepsien, die durch <em>KCNA2</em>-Genmutationen verursacht werden, handelt es sich um sehr seltene Erkrankungen. Weltweit sind nur gut 50 Fälle bekannt,“ berichtet Studienleiter und Neurologe Lerche. Die Entwicklung eines passenden Arzneimittels sei für diese „Waisenkinder der Medizin“ meist zu teuer und zu wenig rentabel für Pharmafirmen. „Umso mehr freut es uns, wenn wir diesen Patientinnen und Patienten individuell mit dem sogenannten <em>Drug Repurposing</em> helfen können: Dem Einsatz von Medikamenten, die eigentlich für andere Erkrankungen zugelassen sind.“</p><p>Für die Durchführung des Projekts wurde das Forschungsteam mit dem Eva Luise Köhler Forschungspreis für Seltene Erkrankungen 2018 ausgezeichnet. Die Studie wurde zudem durch die Forschungsgruppe FOR-2715 der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit dem Thema „Epileptogenese genetischer Epilepsien“ und dem Forschungsnetzwerk für seltene Ionenkanalerkrankungen („Treat-ION“) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.</p><h3>Publikation:</h3><p>Hedrich, U.B.S., Lauxmann, S. et al. <strong>4-Aminopyridine is a promising treatment option for patients with gain-of-function <em>KCNA2</em>-encephalopathy</strong>. <em>Science Translational Medicine (2021)</em><br> DOI: 10.1126/scitranslmed.aaz4957<br><a href="https://stm.sciencemag.org/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://stm.sciencemag.org/</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-67789</guid><pubDate>Tue, 31 Aug 2021 10:17:37 +0200</pubDate><title>Ein früher Kaiman aus Nordamerika</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=67789&amp;cHash=d9ab86c2ffe8b706cd9a7916e3d7a5f5</link><description>Forscher der Universität Tübingen ordnen seltene Fossilfunde in die Evolutionsgeschichte der Krokodile ein</description><content:encoded><![CDATA[<p>Zwei rund 52 Millionen Jahre alte Fossilfunde aus der Green-River-Formation im US-amerikanischen Wyoming konnten in einer neuen Studie in die Evolutionsgeschichte der Krokodile eingeordnet werden: Die Biogeologen Jules Walter und Dr. Márton Rabi von der Universität Tübingen bestimmten die ausgestorbene Art Tsoabichi greenriverensis gemeinsam mit weiteren Kollegen als frühen Kaiman. Heute lebende Arten der Kaimane kommen in Nordamerika nicht vor. Ihr Stammbaum spiegelt auch die Geschichte ihrer Wanderungen und Ausbreitungsmöglichkeiten. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Historical Biology veröffentlicht.</p><p>Die heute lebenden Kaimane sind etwa 1,5 bis 2,5 Meter lange Krokodile, die in tropischen Süßwasserfeuchtgebieten, Flüssen, Seen und Sümpfen in Mexiko, Zentral- und Südamerika vorkommen. Ihre engsten lebenden Verwandten sind die Alligatoren in Nordamerika und Asien. „Vollständige Skelette von Krokodilen aus der Zeit vor 50 Millionen Jahren, wie die von uns untersuchten Funde, sind auf dem Gebiet der heutigen USA sehr selten“, sagt Márton Rabi.</p><h3>Dem Massenaussterben entgangen</h3><p>Die Forscher wollten sich in ihrer Studie der Frage nähern, ob die Kaimane ursprünglich aus Nord- oder Zentralamerika stammten. „Anhand weiterer Kaimanfossilien aus Zentralamerika stellten wir fest, dass diese ausgestorbenen Arten tatsächlich zu der gleichen Gruppe gehören wie die heute lebenden Kaimane. Die ganze Artengruppe hatte sich jedoch in Nordamerika entwickelt“, sagt Jules Walter. Wahrscheinlich hätten sich die Kaimane von dort aus in der Kreidezeit vor rund 66 Millionen Jahren nach Südamerika ausgebreitet – zur Zeit des Massenaussterbens der Dinosaurier.</p><p>„Von den Dinosaurierarten blieben nur die Vorfahren heutiger Vögel erhalten. Süßwasserarten wie die Krokodile waren von dem großen Aussterben jedoch nicht so stark betroffen“, erklärt Walter. In der Kreidezeit seien Nord- und Südamerika nur durch eine Inselkette verbunden gewesen, sodass die Kaimane einige Schwierigkeiten zu überwinden hatten. „Dennoch war die Ausbreitung von Nord- nach Südamerika kein Einzelereignis; es muss zwischen beiden Subkontinenten zu weiteren Wanderungen gekommen sein“, sagt er.</p><h3>Überleben durch Ausbreitung</h3><p>Die Stammbaumstudie der Forscher legt nahe, dass entweder in Südamerika entwickelte neue Arten der Kaimane zurück nach Nordamerika wanderten und dort unter anderem Tsoabichi greenriverensis entstand oder dass es eine spätere zweite Ausbreitungswelle von Nord- nach Südamerika gab. „Aus dieser Gruppe hätten sich dann die heute lebenden Kaimanarten entwickelt“, erklärt Rabi. In der jüngeren geologischen Vergangenheit seien wieder Kaimane, dieses Mal heute noch lebender Arten, aus dem Süden nach Zentralamerika vorgedrungen. Da es in diesem Zeitraum jedoch in nördlicher Richtung keine geeigneten Korridore mit Feuchtgebieten mehr gegeben habe, gelangten sie nicht nach Nordamerika.</p><p>„Die Evolutionsgeschichte der Kaimane unterstreicht, wie entscheidend die Möglichkeiten zur Wanderung und Ausbreitung sind. Davon hängt häufig ab, ob Arten ihr Überleben bei Veränderung der Umwelt sichern können oder sich auch zu neuen Arten auffächern“, sagt Rabi. Heute führe die Zerstörung vieler Lebensräume durch den Menschen zu isolierten Populationen. Arten könnten sich oft nicht weiter ausbreiten, wenn sie zum Beispiel Klimaveränderungen dazu zwängen.</p><h3>Publikation:</h3><p>Jules Walter, Gustavo Darlim, Tobias Massonne, Arvid Aase, Eberhard Frey and Márton Rabi: On the origin of Caimaninae: insights from new fossils of Tsoabichi greenriverensis and a review of the evidence. Historical Biology, <a href="https://doi.org/10.1080/08912963.2021.1938563" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1080/08912963.2021.1938563</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-67678</guid><pubDate>Wed, 25 Aug 2021 12:53:01 +0200</pubDate><title>Bereits in der Schule erkennen, wer Lehrer wird</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=67678&amp;cHash=28c20386d8209ed430ec85c418b98292</link><description>Studie der Universität Tübingen zeigt: Wunsch der Eltern und Arbeitsbedingungen spielen wichtige Rolle für Aufnahme eines Lehramtsstudiums</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Einfluss der Eltern spielt eine erhebliche Rolle bei der Berufswahl von&nbsp;Lehrkräften. Wünschen sich Eltern, dass ihre Kinder ein Lehramtsstudium&nbsp;aufnehmen, ist die Wahrscheinlichkeit besonders hoch, dass diese dem&nbsp;folgen. Ist ein Elternteil als Lehrkraft tätig, erhöht dies ebenfalls die Wahrscheinlichkeit, dass die Sprösslinge in ihre Fußstapfen treten. Dies haben&nbsp;Wissenschaftler des LEAD Graduate School &amp; Research Network an der&nbsp;Universität Tübingen in einer Studie herausgefunden. Sie wurde in der&nbsp;Zeitschrift <em>Educational Researcher</em> veröffentlicht.&nbsp;</p><p>Daneben gibt es weitere Merkmale, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen,&nbsp;ob Schülerinnen und Schüler ein Lehramtsstudium aufnehmen: unter anderem soziale Interessen, das Bedürfnis nach einem sicheren Arbeitsplatz und der Wunsch, Kinder zu haben. Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten dagegen sind von untergeordneter Bedeutung für die Wahl&nbsp;des Lehrerberufs. „Dies könnte auch damit zusammenhängen, dass die&nbsp;Gehälter für Lehrkräfte in Deutschland trotz geringer Aufstiegsmöglichkeiten relativ hoch eingeschätzt werden“, erklärt Adam Ayaita, LEAD-Mitglied und Akademischer Rat an der RWTH Aachen.&nbsp;</p><p>Die Wissenschaftler werteten Daten aus einer Langzeitstudie von rund&nbsp;3.600 Schülerinnen und Schülern, die später ein Studium aufnahmen, sowie von deren Eltern aus. Die erstmalige Befragung fand statt, als die&nbsp;Schülerinnen und Schüler die 9. Klasse besuchten, die letzte der jährlichen Befragungen sechs Jahre später. Nun verglichen die Wissenschaftler die früheren Angaben derer, die später ein Lehramtsstudium aufnahmen, mit denen, die sich für ein anderes Studienfach einschrieben. „Mit&nbsp;unserer Studie konnten wir zeigen: Jugendliche im Alter von etwa 15 Jahren, deren Eltern den Wunsch äußerten, dass ihr Kind Lehrer wird, begannen später tatsächlich deutlich häufiger ein Lehramtsstudium als andere Jugendliche“, so Ayaita.&nbsp;</p><p>Das Ergebnis ist wichtig für die Steuerung des Bedarfs an Lehrkräften. Begabte Schülerinnen und&nbsp;Schüler, die möglicherweise nicht an eine Lehrtätigkeit denken, könnten über die Eltern in diese&nbsp;Richtung gelenkt werden, aber auch Beratungslehrerinnen und –lehrer können eine wichtige Rolle&nbsp;spielen. Durch die Veränderung der Arbeitsbedingungen, etwa das Schaffen von Aufstiegsmöglichkeiten, könnten zudem auch diejenigen für das Lehramt gewonnen werden, die durch die fehlenden&nbsp;Entwicklungsmöglichkeiten im Lehrerberuf bisher davon abgeschreckt wurden.</p><h3>Originalpublikation:</h3><p>Savage, C., Ayaita, A., Hübner, N., &amp; Biewen, M. (2021). Who chooses teacher education and why?&nbsp;Evidence from Germany. Educational Researcher.&nbsp;<br> Online abrufbar unter: <a href="https://doi.org/10.3102/0013189x211000758" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.3102/0013189x211000758</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-67189</guid><pubDate>Wed, 11 Aug 2021 11:39:58 +0200</pubDate><title>Zum Nussknacken nutzen Orang-Utans spontan einen Holzhammer</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=67189&amp;cHash=ac6cf111993f31b1b3616ecaad06020f</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen belegt, dass die Menschenaffen keine Anleitung brauchen und das Hämmern individuell erlernen können</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Nussknacken mit einem als Hammer dienenden Gegenstand wird als einer der komplexesten Werkzeuggebräuche im Tierreich angesehen. Bisher wurden in der Wildnis nur Schimpansen, Kapuzineraffen und Makaken dabei beobachtet, wie sie mit solchen Werkzeugen Nüsse knackten. Ob auch weitere Menschenaffenarten wie Orang-Utans Nüsse mit Werkzeug knacken und wie die Tiere dies erlernen können, haben Dr. Elisa Bandini und Dr. Claudio Tennie aus der Älteren Urgeschichte und Quartärökologie der Universität Tübingen in einer neuen Studie untersucht. Von zwölf in Zoos lebenden Orang-Utans, setzten vier die angebotenen Hämmer spontan und erfolgreich zu diesem Zweck ein, obwohl sie sich dieses Verhalten nicht bei anderen abschauen konnten. Die Studie wird in der Fachzeitschrift <em>American Journal of Primatology</em> veröffentlicht.</p><p>„Nach Schimpansen sind unter den Menschenaffen die Orang-Utans diejenigen, von denen das zweitgrößte Repertoire an Werkzeuggebrauch bekannt ist. Beim Nüsseknacken wurden wildlebende Tiere bisher jedoch nicht beobachtet“, sagt Claudio Tennie. In der neuen Studie erhielten vier Orang-Utans im Leipziger Zoo, denen dieses Verhalten nicht vorgemacht wurde, harte Nüsse, Astabschnitte als Hämmer sowie einen Holzblock, der als Amboss dienen konnte.</p><h3>Erfolgreich ohne Vorbild</h3><p>Ein Orang-Utan nutzte zunächst den Amboss als Hammer. Bei späteren Versuchen wurde dieser befestigt, woraufhin das Tier spontan den Holzhammer zum Nussknacken einsetzte. Die anderen drei älteren Orang-Utans versuchten es jedoch mit den Händen oder Zähnen. „Das Aufbeißen führte bei diesen drei Tieren auch wirklich zum Ziel“, berichtet Tennie.</p><p>In ihre Analyse bezogen die Forscher eine ähnliche Untersuchung aus dem Zoo Zürich mit acht Orang-Utans ein, die bisher unveröffentlicht war. Von den insgesamt zwölf getesteten Orang-Utans haben vier Individuen, ein Tier in Leipzig und drei in Zürich, spontan und ungeübt begonnen, mit Holzhämmern Nüsse zu knacken. „Die Orang-Utans können selbst dieses komplexe Verhalten also rein durch individuelles Lernen entwickeln“, sagt Elisa Bandini. Das Nussknacken mit Werkzeugen ist damit – mindestens bei Orang-Utans – ein Verhalten, das nicht der kulturellen Weitergabe durch Kopieren bedarf. „In der Wissenschaft war man bisher von der gegenteiligen Annahme ausgegangen und hatte sogar erwartet, dass die Fertigkeit bei Menschenaffen ausstürbe, wenn sie nicht kulturell weitergegeben werden kann.“</p><h3>Publikation:</h3><p>Elisa Bandini, Johannes Grossmann; Martina Funk, Anna Albiach Serrano &amp; Claudio Tennie: Naïve orangutans (Pongo abelii &amp; Pongo pygmaeus) individually acquire nut-cracking using hammer tools. <em>American Journal of Primatology</em>, <a href="https://doi.org/10.1002/ajp.23304" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1002/ajp.23304</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-67165</guid><pubDate>Tue, 10 Aug 2021 14:38:17 +0200</pubDate><title>Hohe Impfbereitschaft unter Studierenden</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=67165&amp;cHash=b943e261f0bd24233aebf7e0644daa2d</link><description>Corona-Impfquote bei Befragten einer Studierendenumfrage bei über 90 Prozent – Universität bietet auch allen Neuimmatrikulierten eine Vakzinierung an</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Bereitschaft von Studentinnen und Studenten, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen, ist offenbar deutlich stärker ausgeprägt als in der Gesamtbevölkerung Deutschlands. In einer Umfrage unter mehr als 4.000 Studierenden der Universität Tübingen gaben 74 Prozent der Befragten an, bereits vollständig geimpft zu sein. Weitere 18 Prozent der Befragten erklärten, sie hätten bislang eine Impfdosis erhalten. Lediglich 3,7 Prozent der Befragten gaben an, sie wollten sich auf keinen Fall impfen lassen. Die Befragung wurde vom 22. Juli bis zum 8. August 2021 vom Institut für Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Tübingen durchgeführt.</p><p>„Die Zahlen machen deutlich, dass die übergroße Mehrheit der Studierenden den überragenden Nutzen einer Impfung gegen Covid-19 sieht“, sagte der Rektor der Universität Tübingen, Professor Bernd Engler: „Nach drei Semestern Online-Studium wollen die Studierenden zurück auf den Campus.“ Das Ziel, deutlich mehr als 50 Prozent aller Lehrveranstaltungen wieder in Präsenz durchzuführen, sei nur dann erreichbar, wenn möglichst viele Studierende vollständig vakziniert seien. „Die Ergebnisse der Befragung machen deutlich, dass die Universität Tübingen dank der hohen Impfbereitschaft ihrer Studentinnen und Studenten mit großer Zuversicht auf das kommende Wintersemester blicken kann.“</p><p>Die Leiterin der Studie, Dr. Esther Rind, sagte, die befragten Studierenden hätten in ihren Antworten eine sehr positive Haltung gegenüber Maßnahmen zum Infektionsschutz und zur Hygiene an den Tag gelegt. Dazu zählen beispielsweise Abstandhalten, Händewaschen und Lüften, aber auch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sowie der besondere Schutz von Risikogruppen oder die Durchführung von Veranstaltungen in Räumlichkeiten, in denen die Abstandsregeln eingehalten werden können: „Dass die Studierenden diese Hygienemaßnahmen im privaten wie im universitären Umfeld als wichtig erachten, dürfte eine wichtige Rolle bei der Vermeidung von Infektionen mit dem Coronavirus spielen, wenn der Studienbetrieb wieder vermehrt vor Ort läuft.“</p><h3>Kooperation mit Tübinger Impfzentrum&nbsp;</h3><p>Der Rektor betonte, es zahle sich nun offensichtlich auch aus, dass die Universität zu einem frühen Zeitpunkt allen Beschäftigten und Studierenden eine Impfung gegen Covid-19 angeboten habe. Nun gelte es, diejenigen in den Blick zu nehmen, die im Herbst ein Studium beginnen werden: „Um einen möglichst lückenlosen Infektionsschutz zu erreichen, haben wir uns dazu entschlossen, auch allen Neuimmatrikulierten ein Impfangebot zu machen“, sagte Engler. Die Universität habe ein hohes Interesse daran, dass möglichst alle rund 5.000 Erstsemester, die im Oktober ihr Studium beginnen werden, über einen vollständigen Impfschutz verfügen. Im Rahmen der bestehenden Kooperation mit dem staatlichen Tübinger Impfzentrum können Studienanfängerinnen und Studienanfänger wie auch alle übrigen Hochschulangehörigen noch bis Anfang September schnell und unkompliziert einen Impftermin buchen.<br> Die Impfungen finden vom 16. August bis 30. September wieder im Gebäude der Alten Archäologie, Wilhelmstraße 9, 72074 Tübingen, statt.</p><h3>Weblink:</h3><p><a href="http://www.uni-tuebingen.de/impfen" target="_blank" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de/impfen</a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-66700</guid><pubDate>Wed, 28 Jul 2021 09:38:18 +0200</pubDate><title>Eine Million Jahre alte Werra-Lachse</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=66700&amp;cHash=80bd67148e588d155b9d65adc114fbd9</link><description>Weltweit erster Fossilnachweis für Atlantische Lachse in der thüringischen Wirbeltierfundstelle Untermaßfeld</description><content:encoded><![CDATA[<p>Paläontologin Madelaine Böhme vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen hat den ersten Fossilnachweis für Atlantische Lachse erbracht. Die von ihr beschriebenen Fossilfunde von nicht weniger als sechs Lachsen stammen aus der senckenbergischen Forschungsgrabung im thüringischen Untermaßfeld. Sie zeigen, dass die Werra bereits vor einer Million Jahre laichwandernde Lachse beheimatete. Böhme und ihr Weimarer Kollege Ralf-Dietrich Kahlke gehen davon aus, dass die Fische als Nahrungsquelle für große Bären dienten, deren Überreste ebenfalls in der Fossillagerstätte gefunden wurden. Die Studie ist Teil des vierten Bandes der Monographie „The Pleistocene of Untermassfeld near Meiningen“.</p><p>In der vorindustriellen Zeit boten zahlreiche Flüsse in Europa natürliche Laichstätten für den Atlantischen Lachs (<em>Salmo salar</em>). „Auch die Werra war einst reich an Lachsen – bis Ende des 18. Jahrhunderts wurden die großen Fische hier gefangen und landeten, insbesondere bei der ärmeren Bevölkerung, auf dem Küchentisch“, erklärt Prof. Dr. Madelaine Böhme von der Universität Tübingen und fährt fort: „Es ist uns nun im thüringischen Werratal gelungen, den weltweit ersten paläontologischen Nachweis eines Atlantischen Lachses zu erbringen.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-66541</guid><pubDate>Thu, 22 Jul 2021 11:42:28 +0200</pubDate><title> Feuerstein-Artefakt belegt Großwildjagd der Neandertaler am Hohle Fels</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=66541&amp;cHash=50f12c9d582b19d26ccc1476529fdec8</link><description>Neu entdeckte Blattspitze war Teil einer Stoßlanze – Archäologen der Universität Tübingen präsentieren im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren neue Funde</description><content:encoded><![CDATA[<p>Schon in der Mittleren Altsteinzeit, vor mehr als 65.000 Jahren, jagten die Neandertaler auf der Schwäbischen Alb mit komplex hergestellten Waffen Großwild wie Rentiere oder Wildpferde. Das belegt ein neuer Fund aus der Welterbe-Höhle Hohle Fels auf der Schwäbischen Alb nahe Schelklingen. Wie Professor Nicholas Conard und sein Team aus der Abteilung Ältere Urgeschichte und Quartärökologie der Universität Tübingen bei einer Pressekonferenz am Donnerstag berichten, wurde unterhalb der Fundschichten des modernen Menschen eine exzellent erhaltene, blattförmig bearbeitete Hornsteinspitze ausgegraben. Solche Funde werden in der Forschung Blattspitzen genannt. Der neue Fund stammt aus der Zeit der Neandertaler, war Teil einer Stoßlanze gewesen und verrät viel Neues über die kognitiven und handwerklichen Fähigkeiten der Neandertaler. Die Ausgrabungsergebnisse werden in den aktuellen Ausgaben der Fachzeitschriften <em>Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg </em>sowie in den <em>Mitteilungen der Gesellschaft für Urgeschichte</em> veröffentlicht.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-65959</guid><pubDate>Tue, 13 Jul 2021 12:05:00 +0200</pubDate><title>28. Tübinger Erbe-Lauf findet hybrid statt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=65959&amp;cHash=50171cf7cf81d7f4f18eba1b653dc8db</link><description>Vorbereitungstraining startet am 27. Juli</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Tübinger Erbe-Lauf ist “on the Road again”: Der 28. Tübinger Erbe- Lauf findet in diesem Jahr am 18. und 19. September statt. Nach einem virtuellen Lauf im vergangenen Jahr gibt es dieses Jahr eine Hybrid-Form und neue Strecken. Der Hauptsponsor, die Erbe Elektromedizin GmbH, veranstaltet zusätzlich den Virtual Charity Run. Unter Leitung von Marc Oßwald und Dieter Baumann wurde die Veranstaltung mit Unterstützung von Studierenden des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Tübingen organisiert und wird in Kooperation mit der Leichtathletik-Vereinigung (LAV) Stadtwerke Tübingen ausgerichtet. Ab sofort sind Anmeldungen auf der Webseite des Tübinger Erbe-Laufes möglich: <a href="https://www.tuebinger-erbe-lauf.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.tuebinger-erbe-lauf.de/</a></p><p>Vorrausetzung für die Teilnahme an den Präsenz-Läufen sind die 3G: genesen, geimpft oder getestet.</p><h3>Hauptlauf</h3><p>Der Hauptlauf des Tübinger Erbe-Lauf, der 10 Kilometer-Lauf, findet am Sonntag, den 19. September, ab 11 Uhr statt. Nach aktuellen Corona-Verordnungen startet alle fünf Minuten eine Gruppe mit 25 Läufern. Der Lauf findet dieses Jahr im Industriegebiet „Unter dem Holz“: Ernst-Simon-Straße/ Firmengelände der Firma Erbe Elektromedizin auf Höhe Steinlachwasen statt.</p><h3>Jeder kann-Run</h3><p>Auch der Jeder kann-Run über 5 Kilometer findet im Industriegebiet „Unter dem Holz“ statt. Gleichzeitig können dort Schülerinnen und Schüler der Altersgruppe U16 an den Start gehen. Ab 9:30 Uhr starten alle fünf Minuten jeweils 25 Läufer.</p><h3>Virtual Charity Run und Sozialpartner</h3><p>Nachdem sich der letztjährige virtuelle Lauf als erfolgreich erwiesen hatte, gibt es dieses Jahr eine erneute Auflage. Beim Virtual Charity Run kann jeder weltweit im Zeitraum vom 11. bis zum 19. September für einen guten Zweck laufen. Wie im Vorjahr gilt es, so viele Kilometer wie möglich zu&nbsp;laufen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer können im vorgegebenen Zeitraum täglich Kilometer sammeln. Egal wie, egal wo, egal wann. Gezählt wird eine Lauf- oder Geh-Einheit pro Tag. Die Erbe Elektromedizin GmbH spendet dabei 50 Cent pro Kilometer. Die Endsumme geht dieses Jahr an den Verein Deutsches Institut für Ärztliche Mission (Difäm), der aktuell in Tübingen ein Hospiz baut, das im Oktober fertig gestellt werden soll. Das Difäm-Hospiz ist damit auch der Sozialpartner des 28. Tübinger Erbe-Laufes. Weitere Informationen zur Anmeldung unter <a href="https://www.exceptional.erbe-med.com/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">exceptional.erbe-med.com</a></p><h3>VR Bank Schülerlauf</h3><p>Der Schülerlauf findet am Samstag, den 18. September, unter dem Motto „Gemeinsam gewinnt“ statt. Ziel ist es, bei Kindern die Lust und Freude an Bewegung zu wecken. Dieses Jahr wird eine neue Strecke rund um die Neckarinsel und Platanenallee gelaufen. Ab 10 Uhr starten alle zehn Minuten Schülerinnen und Schüler in Gruppen zu 25, um die 1000-Meter Distanz zu bestehen. Der Eingang für Teilnehmerinnen und Teilnehmer befindet sich auf der Alleenbrücke, gestartet wird auf der Höhe des Silcherdenkmals, das Ziel liegt im Bereich Neckarbrücke. Wir bitten um Verständnis, dass keine Zuschauer auf der Neckarinsel erlaubt sind.</p><h3>Vorbereitungstraining</h3><p>Auch in diesem Jahr wird es wieder ein Vorbereitungstraining geben. Am 27. Juli startet ein gezieltes Lauf- und Alternativtraining für verschiedene Leistungslevel, gefördert durch die AOK und durchgeführt von der LAV Stadtwerke Tübingen. Das Training findet dienstags und donnerstags um 19 Uhr an der Fitnessstation Sand (Falkenweg Ecke Sandweg) statt. Eine Anmeldung ist, nach aktuellen Corona-Verordnungen, nicht nötig. Das Training ist gratis. Zudem bieten die Studierenden Fitnesstraining online an: Jeweils freitags wird eine Trainingseinheit auf der Homepage des Erbe-Lauf bzw. auf den Kanälen der sozialen Medien veröffentlicht.</p><h3>Anmeldung</h3><p>Aufgrund der Pandemie-Bedingungen gibt es nur begrenzte Startplätze. Die Anmeldung zu den Läufen erfolgt über die Webseite des Tübinger Erbe-Laufes unter: <a href="https://www.tuebinger-erbe-lauf.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.tuebinger-erbe-lauf.de/</a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p><p>Das Organisationsteam freut sich auf viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 28. Tübinger Erbe-Lauf und wünscht eine gute Vorbereitung.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-65557</guid><pubDate>Thu, 08 Jul 2021 11:00:00 +0200</pubDate><title>Klima formte die Größe unserer Körper und Gehirne unterschiedlich</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=65557&amp;cHash=1bbb1686a4dc7baf2f19053f80b2336b</link><description>Fossilien aus einer Million Jahre zeigen: Je kälter eine Region desto schwerer die Menschen – Gehirngröße hängt von anderen Herausforderungen ab</description><content:encoded><![CDATA[<p>Klima und regional vorherrschende Temperaturen haben über einen Zeitraum von einer Million Jahre wesentlich die Körpergröße des Menschen beeinflusst und waren somit ein Haupttreiber in der menschlichen Evolution. Je kälter das Klima, desto schwerer die Menschen: Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universitäten Tübingen und Cambridge. Ein interdisziplinäres Forschungsteam aus Archäologen, Anthropologen, Ökologen und Klimamodellierern, unter Leitung von Dr. Manuel Will von der Universität Tübingen, hatte die Körper- wie auch Gehirngrößen von über 300 Fossilien der Gattung <em>Homo</em> weltweit gesammelt und sie mit rekonstruierten Klimadaten abgeglichen. Die Studie wurde im Fachmagazin <em>Nature Communications</em> veröffentlicht.</p><p>Unsere Spezies <em>Homo sapiens</em> entstand vor etwa 300.000 Jahren in Afrika. Die Gattung <em>Homo</em> existiert schon viel länger und umfasst die Neandertaler und andere ausgestorbene, verwandte Arten wie <em>Homo</em><em>habilis</em> und <em>Homo erectus</em>. Ein entscheidendes Merkmal der Evolution unserer Gattung ist der Trend zur zunehmenden Körper- und Gehirngröße; im Vergleich zu früheren Arten wie <em>Homo habilis</em> ist <em>Homo sapiens</em> 50 Prozent schwerer und sein Gehirn in etwa dreimal so groß. Was aber als Treiber solche Veränderungen bewirkt hat, ist bislang umstritten.</p><p>In der aktuellen Studie kombinierte das Forschungsteam über viele Jahre gesammelte Größen-Daten mit einer neu entwickelten Rekonstruktion der regionalen Klimaverhältnisse weltweit, bis zu eine Million Jahre vor unserer Zeit. So ließ sich bestimmen, in welchem spezifischen Klima die jeweils untersuchten Menschen gelebt&nbsp;hatten ‒ unter anderem wurden hierfür der jährliche Temperatur- und Niederschlagsdurchschnitt und das kälteste bzw. trockenste Quartal eines Jahres rekonstruiert. Die Studie konnte so erstmals das Verhältnis zwischen Klimaverhältnissen und der Körper- und Gehirngröße unserer Gattung analysieren.</p><p>Die Ergebnisse zeigen, dass das durchschnittliche Körpergewicht der Menschen zwischen einer Million und 10.000 Jahren vor heute erheblich schwankte und eine klare Korrelation mit Klimaverhältnissen aufweist: Menschen in kälteren Regionen waren tendenziell schwerer. Dies bot einen bessern Puffer gegen kältere Temperaturen, ein Zusammenhang, der so auch schon bei Säugetieren festgestellt wurde: Ein Körper verliert weniger Wärme, wenn seine Masse im Verhältnis zu seiner Oberfläche groß ist.</p><p>„Unsere Daten deuten darauf hin, dass das Klima - insbesondere die Temperatur - der Haupttreiber für die Veränderungen des Körpergewichts in der letzten Million Jahre war“, sagt Ko-Autor Dr. Professor Andrea Manica vom Institut für Zoologie der Universität Cambridge. Auch an heute lebenden Menschen sei zu sehen: „Menschen in wärmeren Klimazonen sind tendenziell leichter gebaut als Menschen in kälteren Klimazonen. Wir wissen jetzt, dass die gleichen klimatischen Einflüsse in den letzten Millionen Jahren am Werk waren.“</p><p>Anders ist es bei der Größe des Gehirns. Auch hier untersuchten die Forscher den Einfluss von Umweltfaktoren für die Gattung <em>Homo</em>, fanden allerdings nur schwache Korrelationen vor und keinen Gleichschritt mit der Entwicklung des Körpergewichts. Tendenziell waren die Gehirne der Menschen größer, die in Lebensräumen mit wenig Vegetation, wie offenen Steppen und Grasland, lebten, aber auch in Gebieten, die über Jahrtausende ökologisch stabil waren.</p><p>In Kombination mit archäologischen Daten liegt nahe, dass Menschen aus diesen Lebensräumen große Tiere jagten ‒ eine komplexe Aufgabe, die die Evolution größerer Gehirne vorangetrieben haben könnte. Die Forscher schließen, dass für das Wachstums des Gehirns also eher Faktoren eine Rolle spielten, die nicht-umweltbedingt sind, beispielsweise eine vielfältigere Ernährung und zusätzliche kognitive Herausforderungen durch ein zunehmend komplexes soziales Leben und höher entwickelte Technologie.&nbsp;</p><p>„Eine entscheidende Erkenntnis unserer Studie ist, dass unterschiedliche Faktoren die Gehirn- und Körpergröße bestimmen, sie stehen nicht unter demselben evolutionären Druck. Die Umwelt hatte einen viel größeren Einfluss auf unser Körpergewicht als auf unsere Gehirngröße", sagt Erstautor Dr. Manuel Will von der Abteilung für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie der Universität Tübingen. „In stabilen und offenen Gebieten gibt es einen indirekten Umwelteinfluss auf die Gehirngröße: Die Menge an Nährstoffen aus der Umwelt musste ausreichen, um die Erhaltung und das Wachstum unserer großen und besonders energiehungrigen Gehirne zu ermöglichen.“</p><p>Auch heute entwickeln sich unsere Körper- und Gehirngröße noch weiter. Der menschliche Körperbau passt sich weiterhin unterschiedlichen Temperaturen an, dabei leben Menschen mit größerem Körperbau heute im Schnitt in kälteren Klimazonen. Die Gehirngröße wiederum scheint laut bekannter Studien bei unserer Spezies seit Beginn des Holozäns (vor etwa 11.650 Jahren) zu schrumpfen. Die zunehmende Abhängigkeit von Technik, wie z.B. die Auslagerung komplexer Aufgaben an Computer, könnte die Gehirne - aber nicht zwingend die Intelligenz des Menschen - in den nächsten paar tausend Jahren sogar weiter schrumpfen lassen. „Auch wenn es faszinierend ist, sollten wir hier mit Spekulationen zur weiteren Evolution unserer Art vorsichtig sein“, sagt Will. „Es können sich zu viele Faktoren ändern und nie ist eine einzige Variable ausschlaggebend.“</p><p>Das Forschungsprojekt wurde vom Europäischen Forschungsrat und der Antarctic Science Platform finanziert.</p><h3>Publikation:</h3><p>Will, M. et al: 'Different environmental variables predict body and brain size evolution in <em>Homo</em>.' Nature Communications, Juli 2021. DOI: 10.1038/s41467-021-24290-7</p><p><a href="https://www.cam.ac.uk/research/news/climate-changed-the-size-of-our-bodies-and-to-some-extent-our-brains" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Pressemitteilung der University of Cambridge in englischer Sprache</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-65071</guid><pubDate>Fri, 25 Jun 2021 16:56:36 +0200</pubDate><title>Stadt und Universität erzielen Einigung zur Regionalstadtbahn</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=65071&amp;cHash=8391e1e16f24bd2fbe578c7f2d43d5d6</link><description>„Große Bedeutung für die Weiterentwicklung des Wissenschafts- und Klinikstandorts“ – Räumliche Entwicklung zugesichert</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Stadtverwaltung Tübingen und die Universität Tübingen haben in der Diskussion um eine mögliche Innenstadtstrecke der geplanten Regionalstadtbahn eine weitgehende Einigung erzielt. Wie der Rektor der Universität, Professor Bernd Engler, und der Oberbürgermeister der Universitätsstadt Tübingen, Boris Palmer, am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten, wollen beide Seiten durch ein umfangreiches Maßnahmenpaket negative Auswirkungen auf Forschungseinrichtungen der Universität und des Universitätsklinikums soweit wie möglich ausschließen.&nbsp;</p><p>„Die Universität misst der umweltfreundlichen Verkehrserschließung des Campus Tal, des Klinikums und des Campus Morgenstelle große Bedeutung für die Weiterentwicklung des Wissenschafts- und Klinikstandorts Tübingen bei“, sagte Rektor Bernd Engler. „Sie unterstützt daher den Bau der Innenstadtstrecke der Regionalstadtbahn vorbehaltslos.“</p><p>Beide Seiten verständigten sich darauf, die Auswirkungen der mit dem Betrieb der Regionalstadtbahn verbundenen Erschütterungen und elektromagnetischen Felder auf hochempfindliche Messgeräte schon bei der Planung der Regionalstadtbahn zu berücksichtigen. So sagte die Stadtverwaltung zu, bei der Planung der Innenstadtstrecke die Beeinträchtigung von Forschungsgebäuden durch Erschütterungen und elektromagnetische Felder durch eine aufwändige Gleisbettung sowie entsprechende Vorkehrungen bei der Stromversorgung deutlich zu reduzieren.</p><p>„Die Innenstadtstrecke hat nur einen Sinn, wenn sie die Verkehrs- und Entwicklungsbedürfnisse der Universität gleichermaßen erfüllt. Mit der nun erzielten Einigung können wir das garantieren“, sagt Oberbürgermeister Boris Palmer. „Wenn die Innenstadtstrecke kommt, werden wir in Planung und Bau alles tun, was technisch möglich ist, um die Nutzungsmöglichkeiten der Universität auch in Zukunft nicht einzuschränken.“</p><p>„Trotz aller technischen Maßnahmen, die ergriffen werden sollen, wird es aber in einem Korridor von etwa 80 Metern links und rechts der geplanten Stadtbahntrasse immer noch zu Beeinträchtigungen von Forschungs- und Messgeräten kommen“, sagte der Rektor: „Wie im Gutachten des Ingenieurbüros Heiland und Mistler dargelegt, führt daher an einer Verlagerung des Werner Siemens Imaging Centers kein Weg vorbei.“ Diese auch für die Radiologie des Universitätsklinikums eminent wichtige Einrichtung müsse den aktuellen Standort räumen und in den Bereich der Kliniken Berg umziehen.</p><p>Engler verwies darauf, dass es für die Universität von enormer Bedeutung sei, im Rahmen der Diskussion um die Regionalstadtbahn auch die künftige Entwicklung im Blick zu behalten. „Der Wissenschaftsstandort Tübingen wird weiterwachsen. Daher profitiert die Universität von verbesserten Verkehrsverbindungen zwischen Tübingen und der sie umgebenden Region.“ Es dürfe aber nicht außer Acht gelassen werden, dass in den kommenden Jahren immer leistungsfähigere, aber auch zunehmend empfindlichere wissenschaftliche Geräte entwickelt würden, auf die die Universität Tübingen angewiesen sei, wenn sie ihren Rang als internationale Forschungseinrichtung beibehalten wolle. Die aktuelle Entwicklung auf dem Gebiet der Quantencomputer sei hier ein besonders evidentes Beispiel. Es müsse auch für die Zukunft sichergestellt sein, dass die Universität neue Forschungsbauten in Bereichen errichten könne, die außerhalb des Wirkungsbereichs der Regionalstadtbahn lägen.</p><p>Oberbürgermeister Boris Palmer sagte der Universität daher räumliche Entwicklungsmöglichkeiten jenseits des Campus Morgenstelle zu. „Der aktuelle Entwurf des Flächennutzungsplans sieht bereits seit mehreren Jahren eine künftige bauliche Nutzung der Flächen zwischen der Morgenstelle und dem Landgasthof Rosenau vor“, so Palmer. Auch die Regionalversammlung habe mit der jüngst erfolgten Änderung des Regionalplans die Weichen für eine entsprechende Nutzung gestellt. Palmer verwies zudem darauf, dass die Universität das Areal mit einzelnen Gebäuden wie dem Hochspannungslaboratorium Rosenau und dem Lebensphasenhaus bereits seit den 1950er Jahren nutze. Hier gebe es ausreichende Entwicklungsmöglichkeiten für die Universität außerhalb des physikalischen Einflussbereichs der Stadtbahn. &nbsp;</p><p>Auch Eugen Höschele, der Vorsitzende des Zweckverbands Regional-Stadtbahn Neckar-Alb, begrüßt das klare Bekenntnis der Universität zur Innenstadtstrecke: „Es freut uns sehr, dass auch wir vom Zweckverband zu dieser gütlichen Einigung zwischen der Stadt und der Universität Tübingen beitragen konnten.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-64978</guid><pubDate>Thu, 24 Jun 2021 13:48:02 +0200</pubDate><title>Ausstellung zu „50 Jahre EKW“ eröffnet auf Schloss Hohentübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=64978&amp;cHash=833ba8e5f32e3cf928cae18b352e8f28</link><description>„Die Umbenennungsfrage ist damit entschieden“: Zweite Ausstellung zum 50-jährigen Jubiläum ab 1. Juli zu sehen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Ausstellung „19. Mai 1971. ‚Die Umbenennungsfrage ist damit entschieden.‘“ hat 50 Jahre Empirische Kulturwissenschaft zum Thema: Denn am 19. Mai 1971 stimmte das Kultusministerium Baden-Württemberg der Umbenennung des „Instituts für deutsche Altertumswissenschaft, Volkskunde und Mundartenkunde“ in „Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft“ (LUI) zu. Damit war das Tübinger Institut Vorreiter einer Entwicklung, die im Fach Volkskunde – oft verbunden mit emotional ausgetragenen Debatten – im deutschsprachigen Raum bis in die Gegenwart führt.</p><p><strong>Die Ausstellung wird am Donnerstag, 1. Juli 2021, um 15.30 Uhr auf Schloss Hohentübingen im MUT eröffnet. Die Öffentlichkeit ist&nbsp;hierzu herzlich eingeladen. Es gelten die Hygieneregeln (Abstand, Tragen eines Mundschutzes).</strong></p><p>Der neue Name setzte damals in Tübingen sofort intellektuelle Energien frei, die die „empirische Kulturwissenschaft“ theoretisch, methodisch und gegenstandsbezogen in eine innovativ arbeitende Wissenschaft übersetzten. Dabei suchte man sofort mit Forschungen und Ausstellungen den Kontakt zur Öffentlichkeit.</p><p>Der Blick in die 1960er- und 1970er-Jahre illustriert somit, wie in kurzer Zeit an der Tübinger Universität ein national und international anerkanntes und gerade für die Studierenden hochattraktives Institut entstand. Der dort vertretene, weite Kulturbegriff etwa bestimmt seither nicht nur akademische Sichtweisen, sondern dient zur Klärung der Frage, wie wir uns und unsere Welt im Alltag sehen und verstehen.</p><p>Die Ausstellung ist Teil des Jubiläumsprogramms „50 Jahre Empirische Kulturwissenschaft Tübingen“. Sie ist in Kooperation zwischen dem Museum der Universität Tübingen MUT und dem Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft entstanden und gemeinsam mit Studierenden erarbeitet worden.</p><p>„Obwohl das LUI und das MUT bereits seit einer Reihe von Jahren eng kooperieren, freut es mich besonders, dass wir gerade zum Jubiläumsereignis ‚50 Jahre EKW‘ wieder ein gemeinsames Projekt verfolgen“, sagt der Direktor des MUT, Professor Ernst Seidl. „Vor allem deshalb, da das LUI, das ja selbst auf eine lange museologische Tradition in Theorie und Praxis blickt, nun anlässlich dieses Jubiläums gleich zwei Ausstellungen organisiert – passenderweise im Haspelturm des LUI und im MUT auf Schloss Hohentübingen.“</p><p>Zur Eröffnung erscheint ein illustrierter Katalog, der diese Ausstellung mit der im Haspelturm des LUI gezeigten Ausstellung „Unser Ding. Sachgeschichte als Fachgeschichte“ dokumentiert und die Geschichte dieser 50 Jahre aus unterschiedlichen Perspektiven nachzeichnet. Er ist für 24,90 Euro an der Museumskasse erhältlich.<br> &nbsp;<br><strong>Ausstellung:</strong><br> 19. Mai 1971: „Die Umbenennungsfrage ist damit entschieden.“</p><p><strong>Eröffnung:</strong><br> 1. Juli 2021, 15.30 Uhr, Schlosshof und Kabinettraum</p><p><strong>Eröffnungsprogramm:</strong></p><p>Begrüßung: Ernst Seidl<br> Einführung: Reinhard Johler<br> Der Beitrag der Studierenden: Nathalie Skrzipczyk<br> Zur Publikation: Karin Bürkert</p><p><strong>Laufzeit der Ausstellung:</strong><br> 2. Juli bis 7. November 2021<br> &nbsp;</p><p><strong>Ort:</strong><br> MUT | Alte Kulturen | Schloss Hohentübingen<br> Burgsteige 11<br> 72070 Tübingen</p><p><strong>Info im Museum:</strong><br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> 07071/29-77579 oder -77384<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mcuugBowugwo0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">kasse<span style="display:none">spam prevention</span>@museum.uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-64846</guid><pubDate>Tue, 22 Jun 2021 16:10:02 +0200</pubDate><title>Festo und Universität Tübingen forschen gemeinsam im Bereich künstliche Intelligenz</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=64846&amp;cHash=06b9c4ff105c350b9895ff438c12a5c8</link><description>Kooperation zur anwendungsorientierten Grundlagenforschung im Bereich industrielle KI und autonome Systeme</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Festo SE &amp; Co. KG und die Universität Tübingen arbeiten künftig in der Erforschung der künstlichen Intelligenz (KI) zusammen. Kürzlich unterzeichneten die Kooperationspartner einen Vertrag über gemeinsame Forschungsaktivitäten für autonome Systeme: Im Rahmen einer „Industry on Campus“-Kooperation baut Festo ein KI-Labor an der Universität auf.</p><p>Um individuelle Produkte effizient herstellen zu können, braucht es autonome Systeme in der Produktion. Sie sind wandelbar und können Aufgaben selbstständig lösen und sich immer wieder aufs Neue anpassen: Vom Transportsystem innerhalb eines Werks, über flexible Produktionsanlagen bis hin zur Qualitätskontrolle sind autonome Systeme eine der Schlüsseltechnologien für die smarte Fabrik der Zukunft. Sogenannte kollaborative Roboter können voneinander lernen und den Menschen bei sich wiederholenden und ermüdenden Aufgaben unterstützen. Das Potenzial für KI-basierte Anwendungen, um die Gesamtanlageneffektivität in der Produktion zu erhöhen, ist enorm. Daher hat sich Festo mit seinem KI-Labor für den Forschungsschwerpunkt „Autonome Systeme“ entschieden.</p><p>Im Rahmen einer „Industry on Campus“-Kooperation ordnet Festo den KI-Experten Dr. Shahram Eivazi für fünf Jahre an die Universität Tübingen ab. Er wird eine Arbeitsgruppe aufbauen, die das selbständige Lernen komplexer Aufgaben erforscht und dabei eng mit der Arbeitsgruppe „Human-Computer Interaction“ von Prof. Dr. Enkelejda Kasneci zusammenarbeitet.</p><p>Der Schwerpunkt liegt zunächst auf Deep Reinforcement Learning für Robotik, das neuronale Netze mit dem Lernen durch Bestärken kombiniert: Der Roboter versucht durch Ausprobieren (Trial-and-Error) ein vorgegebenes Ziel zu erreichen. Anhand der erhaltenen Rückmeldungen optimiert er nach und nach seine Aktionen, bis er die Aufgabe erfolgreich löst. Meta Learning, Edge AI, AutoMachineLearning-Ansätze, verteiltes Lernen und generative Modelle sind weitere KI-Felder, die anwendungsorientiert untersucht werden sollen. Die Ergebnisse fließen kontinuierlich in bestehende und neue KI-Anwendungen von Festo ein.</p><p>„Wir freuen uns sehr, mit dieser Kooperation unsere Innovationskraft im Bereich künstliche Intelligenz weiter auszubauen. Die Universität Tübingen ist die Anlaufstelle für KI-Wissenschaftler und Festo bietet ihnen spannende Fragestellungen aus der industriellen Praxis. So profitieren beide Seiten und formen die Produktion der Zukunft gemeinsam“, sagt Jan R. Seyler, Head of Advanced Development Analytics and Control bei der Festo SE &amp; Co. KG.</p><p>„Industry on Campus“-Kooperationen mit der Industrie schaffen eine Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und Anwendungsorientierung“, sagt Prof. Dr. Bernd Engler, Rektor der Universität Tübingen. „Wir freuen uns über die neue Kooperation mit Festo, die erfolgversprechende Perspektiven für eine anwendungsinspirierte Forschung im Bereich autonomer Systeme eröffnet.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-64693</guid><pubDate>Fri, 18 Jun 2021 10:10:52 +0200</pubDate><title>Mimik-Erkennung: Warum das Gehirn dem Computer (noch) überlegen ist</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=64693&amp;cHash=8fd82ec2dc3ed1b9ae8e4811e6870555</link><description>Unser Gehirn verarbeitet Mimik unabhängig von der Gesichtsform - So verstehen wir sogar Emotionen von Phantasiefiguren wie Meister Yoda</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Corona-Maskenpflicht macht uns derzeit bewusst: Mimik ist eines unserer wichtigsten Kommunikationssignale. Bei der Deutung von Gesichtsausdrücken machen wir erstaunlich wenig Fehler, selbst wenn unser Gegenüber kein Mensch ist. So erkennen wir sofort, dass Meister Yoda skeptisch ist – auch wenn wir keine eingefleischten Star Wars-Fans sind und ihn zum ersten Mal sehen. Menschen sind der künstlichen Intelligenz (KI) hier noch weit überlegen, die zwar menschliche Gesichter sehr gut erkennen kann, aber bei Phantasiefiguren kläglich versagt, wenn sie nicht vorher darauf trainiert wurde.</p><p>Professor Dr. Martin Giese und Professor Dr. Peter Thier vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und dem Zentrum für Integrative Neurowissenschaft der Universität Tübingen haben nun eine mögliche Erklärung dafür, warum unser Sehsystem hier überlegen ist: Die Form des Kopfes scheint bei der Wahrnehmung von Gesichtsausdrücken keine Rolle für Menschen zu spielen. Im Gegensatz dazu haben KI-Systeme Probleme, Gesichtsausdrücke auf Gesichtsformen zu erkennen, die stark von den vorher trainierten abweichen. Aktuelle Gesichtserkennungsprogramme, wie sie in Sicherheitssystemen oder in der Forensik verwendet werden, können daher Meister Yodas Mimik nicht ohne Weiteres lesen. Der Grund, warum unser Gehirn so gut Gesichtseindrücke deuten kann, liegt möglicherweise in unserer evolutionären Geschichte, wie das Team in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift eLife berichtet.</p><p>Für ihre Studie erstellten die Tübinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dreidimensionale computeranimierte Gesichter von Menschen und Affen. „Dabei haben wir Methoden verwendet, die auch bei Hollywood-Filmen wie ‘Avatar‘ oder ‘Herr der Ringe‘ eingesetzt wurden“, sagt Nick Taubert, Erstautor der Studie. Die Forschenden konnten die Bewegung der Gesichts-Avatare kontrollieren, diese entsprachen der typischen Mimik von Menschen wie auch von Affen beim Ausdruck von „Angst“ und „Ärger“. Der Clou: der Affen-Avatar konnte auch menschliche Gesichtsausdrücke übernehmen und der Mensch-Avatar tierische Mimik zeigen.</p><p>Während des Experiments mussten menschliche Probandinnen und Probanden die wahrgenommenen Gesichtsausdrücke einordnen. Das Ergebnis: „Die Mimik wurden bei beiden Gesichts-Avataren gleich gut erkannt. Unsere Probandinnen und Probanden identifizierten die menschlichen Gesichtsausdrücke auf dem Affengesicht sofort“, erklärt Michael Stettler, der die Experimente durchgeführt hat. „Die Affenausdrücke, die sich sehr von den menschlichen unterscheiden, lernten sie wiederum nach wenigen Wiederholungen.“ Die unterschiedliche Gesichtsform des Menschen- und des Affen-Avatars scheint daher für die Erkennung der emotionalen Ausdrücke keine Rolle zu spielen.</p><p>Den Grund für dieses Ergebnis vermutet das Forschungsteam in der evolutionären Entwicklung unseres Gehirns. „Die Anatomie der Gesichtsmuskeln hat sich in den letzten 25 Millionen Jahren nur wenig verändert, so dass Affen und Menschen im Prinzip sehr ähnliche Gesichtsbewegungen ausführen können,“ erklärt Studienleiter Giese. „Die menschliche Kopfform weicht dagegen deutlich von der des Affen ab, der Affe hat etwa einen viel größeren Mund. Unser Gehirn könnte sich an diesen Unterschied angepasst haben und deshalb die Mimik unabhängig von der Kopfform verarbeiten.“&nbsp;</p><p>Das Forschungsteam will weiter untersuchen, welche Berechnungen das Gehirn bei der Mimik-Erkennung durchführt. „Sobald wir aufgeklärt haben, wie Gesichtsausdrücke unabhängig von der Kopfform verarbeitet werden, könnten wir der KI beibringen, die Mimik von Meister Yoda zu verstehen – auch ohne umfangreiches Training“, so Giese. &nbsp;</p><h3>Originalpublikation:</h3><p>Taubert et al. (2021): Shape-invariant encoding of dynamic facial expressions in human perception. eLife, 10:e61197<br> doi: <a href="http://10.7554/eLife.61197" target="_blank" class="external-link" title="Shape-invariant encoding of dynamic facial expressions in human perception" rel="noreferrer">10.7554/eLife.61197</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-64435</guid><pubDate>Thu, 10 Jun 2021 16:29:13 +0200</pubDate><title>Rektor scheidet im Oktober 2022 aus</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=64435&amp;cHash=72022084b2a485d62ce0a29152434b18</link><description>Professor Bernd Engler stellt sein Amt zur Verfügung – Seit 2006 an der Spitze der Universität Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Rektor der Universität Tübingen, Professor Dr. Bernd Engler, beabsichtigt, zum Oktober 2022 aus dem Amt auszuscheiden. Wie er am Donnerstag im Senat bekannt gab, beendet er seine dritte Amtszeit damit im kommenden Jahr deutlich vor deren offiziellem Auslaufen. Die Universität wird nun eine Findungskommission einsetzen und die Neuausschreibung in die Wege leiten.&nbsp;</p><p>Bernd Engler, Professor für Amerikanistik, führt die Universität seit 2006 als Rektor. Unter seiner Ägide konnte die Universität sich zweimal erfolgreich in der Exzellenzinitiative des Bundes behaupten. Die Universität Tübingen habe sich in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt und im internationalen Wettbewerb bestens positioniert. Er blicke auf erfüllte Jahre zurück, erklärte Engler. „Es war mir eine Ehre und auch stets eine Freude, mit einem hervorragenden Team an der Spitze einer Universität wirken zu dürfen, die sich exzellenter Forschung und Lehre gleichermaßen verpflichtet weiß.“&nbsp;</p><p>Nachdem die Exzellenzstrategie der Universität nun in allen zentralen Bereichen implementiert sei, sehe er seine Aufgabe als abgeschlossen an, sagte Engler. „Eine neue Rektorin beziehungsweise ein neuer Rektor soll genügend Zeit haben, in den nächsten Jahren die künftige Exzellenzstrategie auszugestalten und in der Universität breit zu verankern.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-64339</guid><pubDate>Wed, 09 Jun 2021 14:13:45 +0200</pubDate><title>Stellungnahme: Forschung an Krähen war zu jeder Zeit behördlich genehmigt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=64339&amp;cHash=fceefb1f4acf3b7ab9c6cb805d7bcf21</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Anlässlich der Mitteilung von „Ärzte gegen Tierversuche e.V.“ und der „Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V.“ erklärt die Universität Tübingen:</p><p>Die Behauptung, an der Universität Tübingen würden Tierversuche ohne Genehmigung durchgeführt, ist nicht richtig. Die neurobiologische Forschung von Professor Andreas Nieder an Krähen war zu jedem Zeitpunkt nach den strengen Maßstäben des Tierschutzgesetzes behördlich genehmigt. Die Tierversuchsgenehmigung umfasste auch von Beginn an den Einsatz von (beispielsweise wegen Krankheit) aus der Natur entnommenen Krähen zur Zucht oder als Versuchstiere. Die Übernahme der vom Vogelschutzzentrum Mössingen und anderen Einrichtungen abgegebenen Tiere war genehmigt. Es handelte sich um Tiere, die nicht mehr hätten ausgewildert werden können.</p><p>Am Lehrstuhl für Tierphysiologie der Universität wird seit mehr als zehn Jahren mit Krähenvögeln im Bereich der Hirnforschung gearbeitet. Als Neurobiologe erforscht Professor Nieder die Arbeitsweise der Nervenzellen im Gehirn mit dem Ziel herauszufinden, wie kognitive Leistungen entstehen. Seine Arbeit zum Bewusstsein bei Krähenvögeln wurde 2020 von der American Association for the Advancement of Science als einer der „Forschungsdurchbrüche des Jahres“ ausgezeichnet. Methodisch sind dafür invasive Eingriffe unabdingbar. In der Regel werden dabei Zuchttiere eingesetzt.&nbsp;</p><p><a href="/pt/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilungen/newsfullview-pressemitteilungen/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=62950&amp;cHash=b22e64835535939827c6985b1c5b714b">Stellungnahme „Universität Tübingen steht zu Forschung an Krähenvögeln“ vom 3. Mai 2021</a><br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-64204</guid><pubDate>Mon, 07 Jun 2021 09:56:52 +0200</pubDate><title>Art der Waldnutzung beeinflusst Lebensrhythmus der Wildpflanzen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=64204&amp;cHash=ffa09f57c872a94341501658193eb9a3</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen vergleicht zeitliche Rhythmen der Frühjahrsblüher auf verschiedenen Flächen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Durch die Klimaerwärmung verschieben sich bei vielen Pflanzen die jahreszeitlichen Rhythmen, zum Beispiel die Blütezeit. Eine Studie der Universität Tübingen fand nun heraus, dass auch die Art und Weise der Landnutzung am Standort der Pflanzen den Takt ihrer Lebensabläufe erheblich beeinflussen kann. Ein Forschungsteam aus der Arbeitsgruppe Evolutionäre Ökologie der Pflanzen hat in einer Vergleichsstudie hundert Waldflächen unterschiedlicher Nutzung untersucht. Es stellte fest, dass in intensiv forstwirtschaftlich genutzten Wäldern die Frühjahrsblüher im Unterholz, wie Buschwindröschen, Bärlauch oder Waldveilchen, durchschnittlich zwei Wochen später zur Blüte kommen als auf naturnahen Waldflächen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift <em>Ecological Applications</em> veröffentlicht.</p><p>Zum Gedeihen und Überleben müssen wichtige Ereignisse im Leben der Pflanzen auf günstige Umweltbedingungen abgestimmt sein. Dazu gehört vor allem die Fortpflanzung. „Für Blütenpflanzen gibt es kein wichtigeres Ereignis als die Blüte. Das Timing ist entscheidend“, erklärt Franziska Willems, Hauptautorin der Studie. Nur wenn die Blüten zum richtigen Zeitpunkt bestäubt werden, wachsen Früchte mit Samen heran, die neue Pflanzen hervorbringen können.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-64198</guid><pubDate>Mon, 07 Jun 2021 09:28:17 +0200</pubDate><title>Computerspielen trainiert den Zahlensinn</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=64198&amp;cHash=47c2d5a992677ba9ed93161f5200bf0f</link><description>Die Fähigkeit, Mengen richtig zu schätzen, verbessert sich mit der Anzahl an Spielstunden pro Woche, berichten Tübinger Forschende</description><content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-63820</guid><pubDate>Tue, 25 May 2021 09:02:54 +0200</pubDate><title>Vom harmlosen Hautbakterium zum gefürchteten Infektionserreger</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=63820&amp;cHash=a60f339a3277fad5bc30b9519aecb8ac</link><description>Internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Tübingen entdeckt, dass ein zusätzlicher Baustein in der Zellwand Staphylokokken gefährliche Eigenschaften verleiht</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Bakterium <em>Staphylococcus epidermidis</em> kommt meist als harmlose Art auf der menschlichen Haut und in der Nase vor. Doch können einige Stämme schwer behandelbare Infektionen von Kathetern, künstlichen Gelenken und Herzklappen oder in der Blutbahn hervorrufen. Häufig sind sie zudem resistent gegen das besonders wirksame Antibiotikum Methicillin und zählen zu den gefürchteten Krankenhauskeimen. Wie aus den harmlosen Hautkeimen plötzlich gefährliche Infektionserreger werden konnten, war bislang weitgehend unklar.</p><p>Ein internationales Forschungsteam hat nun entdeckt, was die friedlichen Mitbewohner unter den <em>S. epidermidis</em>-Bakterien von vielen der gefährlichen Invasoren unterscheidet. Bei vielen der Letzteren identifizierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein neues Gencluster, das den Bakterien zu zusätzlichen Strukturen der Zellwand verhilft. Damit können sich die Staphylokokken leichter an menschliche Wirtszellen in der Blutbahn anheften; sie werden dadurch zu Krankheitserregern. Möglicherweise kann über diese Zellwandstrukturen auch die Methicillinresistenz verbreitet und beispielsweise von <em>Staphylococcus epidermidis</em> auf die noch gefährlichere Schwesterart <em>Staphylococcus aureus</em> übertragen werden.</p><p>Die Studie wurde unter der Leitung von Forscherinnen und Forschern des Exzellenzclusters „Kontrolle von Mikroorganismen zur Bekämpfung von Infektionen“ (CMFI) der Universität Tübingen und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) in Zusammenarbeit mit Universitäten in Kopenhagen, Hamburg, Shanghai und Hannover und des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) in Borstel durchgeführt und im Fachmagazin <em>Nature Microbiology</em> veröffentlicht.</p><h3>Die Struktur macht den Unterschied</h3><p>Die Zellwand der Staphylokokken – wie auch anderer grampositiver Bakterien – besteht zu einem erheblichen Anteil aus Teichonsäuren. Sie ragen kettenartig nach außen und sind in artspezifischen Varianten mit unterschiedlicher chemischer Struktur bekannt. „Bei unseren Untersuchungen haben wir festgestellt, dass viele krankheitserregende Stämme von <em>S. epidermidis</em> ein zusätzliches Gencluster besitzen, das die Informationen zur Herstellung der eigentlich für <em>S. aureus</em> typischen Wandteichonsäuren enthält“, berichtet die Forscherin Xin Du vom Exzellenzcluster CMFI und vom DZIF. Experimente hätten ergeben, dass <em>S. epidermidis</em>-Bakterien mit der arttypischen Wandteichonsäure allein wenig invasiv sind und Haut- und Schleimhautoberflächen besiedeln. Komme die für <em>S. aureus</em> typische Wandteichonsäure hinzu, könnten sie dort weniger gut wachsen und drängen stattdessen erfolgreicher in die Gewebe ihres menschlichen Wirts ein. „Irgendwann haben einige<em> S. epidermidis</em>-Klone die entsprechenden Gene von <em>S. aureus</em> übernommen und sind so zu bedrohlichen Krankheitserregern geworden“, sagt Professor Andreas Peschel vom Exzellenzcluster CMFI und dem DZIF.</p><p>Seit langem ist bekannt, dass Bakterien Eigenschaften untereinander per Gentransfer übertragen können. Den Transfer übernehmen Bakteriophagen, das sind Viren, die Bakterien befallen. Dies geschieht meist innerhalb einer Art und setzt gleiche Oberflächenstrukturen voraus, an die die Bakteriophagen binden müssen. „Zwischen <em>S. epidermidis</em> und <em>S. aureus</em> verhindern die unterschiedlichen Zellwandstrukturen normalerweise den Gentransfer. Doch bei den <em>S. epidermidis</em>-Stämmen, die auch die Wandteichonsäuren von <em>S. aureus</em> herstellen können, ist so ein Genaustausch plötzlich möglich“, sagt Peschel. So ließe sich erklären, wie <em>S. epidermidis </em>eine Resistenz gegen Methicillin auf den noch bedrohlicheren – dann Methicillin-resistenten – <em>S. aureus</em> übertragen konnte. Das müsse jedoch noch genauer untersucht werden. Die neuen Ergebnisse seien ein wichtiger Schritt, um bessere Therapien oder Impfungen gegen gefährliche Krankheitserreger wie den seit rund 15 Jahren bekannten <em>S. epidermidis </em>ST 23 entwickeln zu können, der zur Gruppe der HA-MRSE gehört (healthcare-associated methicillin-resistant <em>S. epidermidis</em>).</p><h3>Publikation:</h3><p>Xin Du, Jesper Larsen, Min Li, Axel Walter, Christoph Slavetinsky, Anna Both, Patricia M. Sanchez Carballo, Marc Stegger, Esther Lehmann, Yao Liu, Junlan Liu, Jessica Slavetinsky, Katarzyna A. Duda, Bernhard Krismer, Simon Heilbronner, Christopher Weidenmaier, Christoph Mayer, Holger Rohde, Volker Winstel, Andreas Peschel: <em>Staphylococcus epidermidis</em> clones express <em>Staphylococcus aureus</em>-type wall teichoic acid to shift from commensal to pathogen behavior. <em>Nature Microbiology</em>, <a href="https://doi.org/10.1038/s41564-021-00913-z" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41564-021-00913-z</a>.</p><h3>Weitere Informationen:</h3><p><a href="https://naturemicrobiologycommunity.nature.com/posts/how-emerging-staphylococcus-epidermidis-clones-learned-from-staphylococcus-aureus-how-to-be-a-pathogen?channel_id=346-behind-the-paper" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Blogbeitrag von Andreas Peschel für <em>Nature&nbsp;Portfolio Microbiology Community</em></a>,&nbsp;Kategorie "Behind the Paper"</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-63715</guid><pubDate>Thu, 20 May 2021 19:00:00 +0200</pubDate><title>Dr. Simon Strick mit Hans Bausch Mediapreis des SWR für gesellschaftliche Verantwortung in digitalen Öffentlichkeiten ausgezeichnet</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=63715&amp;cHash=510c2bc1d9a05412de1fe82ecebe9bb4</link><description>Die Verleihung erfolgt am 20.05.2021 in Zusammenarbeit mit dem Institut für Medienwissenschaft der Universität Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<h3>Preisverleihung im Rahmen der Tübinger Medientage an Simon Strick</h3><p>Der Medienwissenschaftler Dr. Simon Strick wird mit dem diesjährigen Hans Bausch Media Preis des SWR ausgezeichnet. Strick, der am Brandenburgischen Zentrum für Medienwissenschaften (ZeM) tätig ist, erhält die Auszeichnung für sein am 1. Mai 2021 veröffentlichtes Buch „Rechte Gefühle. Affekte und Strategien des digitalen Faschismus.“ Er untersucht darin, mit welchen Strategien rechtes Gedankengut auf der Gefühlsebene verankert wird und welche Rolle digitale Medien dabei spielen. Anhand von Postings, Memes, GIF’s, YouTube-Videos, Blogs oder Games macht er deutlich, wie diese Weltanschauung ganz alltäglich daherkommt, auf emotionaler Ebene die Gegen- und Jugendkultur anspricht und letztlich darauf zielt, als anschlussfähig und unbedenklich wahrgenommen zu werden. Die Preisverleihung findet im Rahmen der Tübinger Medientage am 20. Mai 2021 ab 18:00 Uhr statt. Interessierte Journalistinnen und Journalisten können an der Veranstaltung unter folgendem Link teilnehmen: <a href="https://www.swr.de/unternehmen/hans-bausch-mediapreis-100.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.swr.de/unternehmen/hans-bausch-mediapreis-100.html</a>&nbsp;</p><h3>Verbreitung von rechtem Gedankengut im Netz als aktuelle Herausforderung</h3><p>Das Buch, so bilanzierte die Jury des Hans Bausch Mediapreises, könnte „angesichts vergangener und gegenwärtiger rechtsterroristischer Anschläge, aber auch alltäglicher rassistischer, sexistischer wie antisemitischer Gewalt, aktueller nicht sein. Es ist der wissenschaftlich gut begründete sowie deutlich formulierte Aufruf, den eigenen Blick für rechtes Gedankengut und die dahinterstehenden Strategien im Netz zu schärfen. Stricks Studie geht alle an, die sich aus journalistischer oder wissenschaftlicher Perspektive mit den Herausforderungen der Digitalisierung beschäftigen und denen demokratische Öffentlichkeit und gerechtes Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft ein Anliegen ist.“</p><p>Simon Strick ist Gender-, Kultur- und Medienwissenschaftler und arbeitet derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Brandenburgischen Zentrum für Medienwissenschaften. Er promovierte 2011 an der Humboldt-Universität und hatte Positionen an verschiedenen Universitäten in Deutschland und den USA inne. Seine Forschungs- und Lehrtätigkeit konzentriert sich auf Medienwissenschaften, Gender und Race-Theorien sowie populäre Kulturen. Er ist Mitbegründer des Theaterkollektivs PKRK. Simon Strick lebt und arbeitet in Berlin.&nbsp;</p><h3>Gesellschaftliche Verantwortung von Medien in der digitalen Welt&nbsp;</h3><p>Mit dem neu belebten Hans Bausch Mediapreis richten der SWR und das Tübinger Institut für Medienwissenschaft den Fokus ganz bewusst auf die gesellschaftliche Verantwortung in digitalen Öffentlichkeiten. „Es ist uns wichtig, die gesellschaftliche Debatte aktiv voranzutreiben. Uns geht es um fairen Austausch auf der Grundlage von gut recherchierten Informationen, auch und gerade im digitalen Raum“, so Professor Kai Gniffke, Intendant des SWR. „Wir wollen ausloten, welchen Beitrag wir als Medienanbieter leisten können, um Diskussionen anzuregen und auch gelingen zu lassen. Simon Strick schaut in seiner Arbeit auf diese Verantwortung im Digitalen. Mit ihm haben wir einen großartigen Preisträger, der in seinem medienethischen Ansatz klar und direkt ist. So können seine Ausführungen wirklich einen Unterschied machen.“</p><p>Der Rektor der Universität Tübingen, Professor Bernd Engler, betont: „Unser Institut für Medienwissenschaft steht für innovative Forschung in gesellschaftlicher Verantwortung, und es steht als Fach programmatisch im Einklang mit den Zielen des universitären Zukunftskonzeptes Research, Relevance, Responsibility. Die Idee, Forschung im steten Austausch mit der Medienpraxis voranzutreiben und medienwissenschaftliche Einsichten und Befunde kontinuierlich in verschiedene Foren öffentlicher Kommunikation einzuspeisen, hat dabei Tradition in der Tübinger Medienwissenschaft. Dafür steht auch die langjährige Kooperation des Instituts mit dem SWR, die in diesem Jahr erstmals durch die die Verleihung des Hans Bausch Mediapreises ergänzt wird. Damit signalisieren wir auch Studierenden, die sich um einen Platz im neu geschaffenen Profil „Öffentlichkeit und gesellschaftliche Verantwortung“ unseres Masterstudiengangs bewerben können: Medienwissenschaft in Tübingen widmet sich theoretisch fundiert und ethisch reflektiert den Herausforderungen der Digitalisierung und dies im Austausch mit der Medienpraxis.“</p><h3>Hintergrund: Der Hans Bausch Mediapreis des SWR&nbsp;</h3><p>Die gemeinnützige Stiftung Hans Bausch Mediapreis des SWR dient der Förderung von Wissenschaft, Forschung und Innovation im Medienbereich. Der Preis wird einmal jährlich für eine wissenschaftliche Arbeit im deutschsprachigen Raum verliehen und ist mit 5.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden Arbeiten, die</p><ul><li>für die Entwicklung auf dem Feld der Digitalen Ethik oder auf dem Feld der Medienethik, der Medienkompetenz im Rahmen gesellschaftlicher Verantwortung oder zum Thema Medien und gesellschaftlicher Wandel von hervorragender Bedeutung erscheinen,</li><li>im Bereich der Medienpublizistik, der Digitalisierung der Medien, der Medienforschung oder Medienpädagogik in herausragender Weise zur Förderung eines verantwortlichen Umgangs mit Medien in einer breiten Öffentlichkeit beitragen,</li><li>oder in einem den genannten vergleichbaren Themenfeld eine herausragende Bedeutung für die gesellschaftliche Fortentwicklung haben.</li></ul><p>In den vergangenen Jahren war die Verleihung des Hans Bausch Mediapreises ausgesetzt. In dieser Zeit wurde die Satzung der Stiftung in Abstimmung mit der Stiftungsbehörde aktualisiert. Die Neuausrichtung ermöglicht nun, den Preis für wissenschaftliche Arbeiten zum Schwerpunkt gesellschaftliche Verantwortung in digitalen Öffentlichkeiten zu verleihen.</p><p>Bislang wurde der Hans Bausch Mediapreis des SWR an herausragende Medienpersönlichkeiten verliehen. Zuletzt wurde er im Jahr 2009 an den Medienjournalisten Stefan Niggemeier vergeben. Frühere Preisträgerinnen und Preisträger waren unter anderem Harald Schmidt, der Kinderbuchautor Janosch, die Schriftstellerin Elke Heidenreich und die Medienwissenschaftlerin Hertha Sturm.</p><p>Über die Vergabe des Hans Bausch Mediapreises des SWR entscheidet eine Jury, die das Wissen von Expertinnen und Experten aus dem praktischen Medienalltag und der universitären Erforschung von Medien und Gesellschaft vereint. Mitglieder des Vorstandes der Stiftung sowie der personenidentischen Jury sind:</p><ul><li>Professor Kai Gniffke, SWR Intendant sowie Vorsitzender Vorstand und Jury des Hans Bausch Mediapreises des SWR</li><li>Stefanie Schneider, SWR Landessenderdirektorin Baden-Württemberg&nbsp;</li><li>Thomas Dauser, SWR Chef Innovationsmanagement und Digitale Transformation</li><li>&nbsp;Professorin Tanja Thomas, Lehrstuhl für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen mit dem Schwerpunkt Transformation der Medienkultur</li><li>Professorin Martina Thiele, Lehrstuhl für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen mit dem Schwerpunkt Digitalisierung und gesellschaftliche Verantwortung&nbsp;</li><li>Junior-Professor Sascha Dickel, tätig im Arbeitsbereich Mediensoziologie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz mit dem Schwerpunkt Gesellschafts- und Medientheorie und digitale Partizipation</li></ul>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-63712</guid><pubDate>Thu, 20 May 2021 09:13:15 +0200</pubDate><title>Erster Lockdown: Ein Drittel aller Schüler hatte keinen Kontakt zur Schule</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=63712&amp;cHash=e2faec5dd6f740b87c600f8de9440334</link><description>Studie befragte im Frühjahr 2020 Schulleitungen – Deutliche Unterschiede zwischen Stadt und Land</description><content:encoded><![CDATA[<p>Rund 30 Prozent aller Schülerinnen und Schüler in Deutschland hatten während der ersten Corona-bedingten Schulschließungen im Frühjahr 2020 keinen regelmäßigen Kontakt zu ihren Schulen. Insbesondere in ländlichen Regionen gelang es demnach nicht, den Kontakt zu halten. Nur etwa 25 Prozent der Schülerinnen und Schüler in den ländlichen Regionen Deutschlands erhielten darüber hinaus während der Schulschließung Lernmaterialien im Rahmen von Onlineunterricht – in Städten waren es etwa 60 Prozent. Dies zeigt die für Deutschland repräsentative Schulleitungs-Studie „Leadership in German Schools (LineS)“, die gemeinsam von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universitäten Tübingen, Lüneburg und der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz durchgeführt wird.</p><p>Die Corona-Krise traf Schulen in Deutschland unvorbereitet und stellte diese vor neue Herausforderungen. Vor allem wiederholte Schließungen und die Aufhebung des Präsenzunterrichts führten dazu, dass viele Schülerinnen und Schüler den Kontakt zu Ihren Lehrkräften verloren. Zudem mussten kurzfristig neue Formen des Lernens und Unterrichtens eingeführt werden, die sich von den traditionellen Formen des Unterrichts unterscheiden.</p><p>In der Studie wurden zwischen April und Juni 2020 insgesamt 306 zufällig ausgewählte Schulleitungen allgemeinbildender Schulen befragt. Wie diese berichteten hatten demnach bundesweit nur etwa drei von vier Schulkindern (71 Prozent) in Deutschland während der Schulschließungen im Frühjahr 2020 regelmäßigen Kontakt mit ihrer Schule, das heißt mindestens einmal pro Woche. In ländlichen Regionen (Schulstandorte mit weniger als 3.000 Einwohnerinnen und Einwohnern) waren es nur drei von fünf Schülerinnen und Schülern (60 Prozent), die regelmäßig Kontakt hatten.</p><p>Die Kommunikation mit Schülerinnen und Schülern erfolgte meist im direkten Austausch mit ihren Lehrkräften (89 Prozent), beispielsweise über Telefon, einen Messenger-Dienst oder durch das Bereitstellen von Material auf Lernplattformen (75 Prozent). Gemeinsames Lernen in Kleingruppen (41 Prozent) oder gar im Klassenverband (33 Prozent) fand während der Schulschließungen im Frühjahr 2020 hingegen eher selten statt. Diesbezüglich zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Schulen in ländlichen und städtischen Gebieten: So fand in ländlichen Regionen ein gemeinsames Lernen in Kleingruppen nur an 19 Prozent aller Schulen, ein gemeinsames Lernen im Klassenverband nur an 16 Prozent aller Schulen statt.</p><p>Deutliche Unterschiede während der ersten bundesweiten Schulschließungen im Frühjahr 2020 finden sich mit Blick auf den Unterricht: Während in Städten und Metropolen rund 60 Prozent aller Schulen Lernmaterialien im Rahmen von Onlineunterricht anboten, wählten nur 27 Prozent der Schulen im ländlichen Raum diesen Weg. Stattdessen versorgten Sie Schülerinnen und Schüler vor allem durch die Bereitstellung von Lernmaterialien bereits vor der Schulschließung (88 Prozent) sowie durch die Bereitstellung von Material während der Schulschließung (74 Prozent).</p><p>Bundesweit berichten Schulleitungen über alle Regionen hinweg von einer mangelnden digitalen Ausstattung in Schulen und Elternhäusern, die den Fernunterricht sehr stark beeinträchtigt habe. „Inwieweit es den Schulen zwischenzeitlich gelungen ist, aus der Situation im letzten Jahr für die jüngsten Schulschließungen 2021 zu lernen, muss sich in einer Folgestudie zeigen“, sagt Prof. Dr. Colin Cramer, der die Studie an der Universität Tübingen betreut. Eine entsprechende Studie, die voraussichtlich im Sommer oder Herbst 2021 stattfinden soll, befinde sich in Vorbereitung.</p><h3>Zum Hintergrund der Studie</h3><p>Die vorgestellten Ergebnisse sind Teil einer Ergänzung zur Studie Leadership in German Schools (LineS), die von den Universitäten Tübingen (Prof. Dr. Colin Cramer und Dr. Jana Groß Ophoff) und Lüneburg (PD Dr. Marcus Pietsch) sowie von der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz (Prof. Dr. Pierre Tulowitzki) durchgeführt wird. Von April bis Juni 2020 wurden die hier ausgewerteten Daten während der bundesweiten Schulschließungen im Kontext der Corona- Pandemie unter 306 zufällig ausgewählten Schulleitungen allgemeinbildender Schulen durch die forsa GmbH mittels Online-Fragebogen erhoben. Die Daten und Auswertungen sind Teil einer größeren repräsentativen Studie, die im Jahr 2019 unter Schulleitungen in Deutschland begonnen wurde. Von 405 der bereits im Jahr 2019 befragten Schulleitungen konnten 218 Schulleiterinnen und Schulleiter erneut erreicht werden. Diese Daten wurden um weitere 88 Datensätze von zusätzlich für die Erhebung gewonnenen Schulleitungen ergänzt.</p><h3>Informationen zum Download</h3><p>Ein Kurzbericht zur Studie mit weiterführenden Informationen und Grafiken zur Weiterverwendung stehen zum Download bereit unter: <a href="https://www.doi.org/10.17605/OSF.IO/VWDB8" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.doi.org/10.17605/OSF.IO/VWDB8</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-63424</guid><pubDate>Wed, 12 May 2021 09:12:06 +0200</pubDate><title>Alle profitierten vom Aufschwung vor Corona</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=63424&amp;cHash=1192aacdb979bbc5995e30c432218249</link><description>Tübinger Wirtschaftsstudie zum Armutsbericht der Bundesregierung: Bis 2020 stiegen die Nettoeinkommen ‒ An der Einkommensverteilung ändert sich dennoch wenig</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der lange anhaltende Aufschwung des Arbeitsmarktes nach 2005 hat vor allem den unteren Einkommensbereichen der Gesellschaft finanzielle Zuwächse beschert und zu einer gleichmäßigeren Einkommensverteilung beigetragen. Diesen Effekten wirkten allerdings andere Entwicklungen entgegen, wie beispielsweise die nach 2010 gestiegene Einwanderung sowie die stärkere Differenzierung der Gesellschaft nach Bildungsabschlüssen und Arbeitserfahrung. Das zeigen Tübinger Wirtschaftswissenschaftler in einer Studie für den aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Die dem Bericht zugrunde liegenden Begleitstudien wurden bereits auf der Internetseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales veröffentlicht.</p><p>Eine Studie von Forschern der Universität Tübingen und des Tübinger Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) für den 6. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung belegt: Durch den Arbeitsmarktaufschwung nach 2005 entstanden über weite Bereiche der Einkommensverteilung deutliche Einkommenszuwächse. Der Beschäftigungsaufschwung wurde durch steigende Vollzeitbeschäftigung von Männern und Frauen, aber in noch stärkerem Maße durch steigende Teilzeitbeschäftigung von Frauen getragen.&nbsp;</p><p>Diese langanhaltende Entwicklung wurde erst durch die Corona-Krise gestoppt. Sie führte im unteren Bereich der Verteilung zu realen Einkommenszuwächsen von drei bis fünf Prozent, im mittleren bis oberen Bereich hingegen nur zu Zuwächsen von eins bis zwei Prozent. Es handelt sich hierbei um einen Nettoeffekt: Berücksichtigt wird bei der Berechnung, dass Menschen, die bei Ausbleiben des Aufschwungs arbeitslos gewesen wären, Anspruch auf Zahlungen aus der Arbeitslosen- und Grundsicherung gehabt hätten.</p><p>Neben den positiven Effekten des Aufschwungs zeigt die Studie die stark stabilisierende Wirkung des deutschen Steuer- und Sozialversicherungssystems: Es mildert die Folgen wirtschaftlicher Abschwünge, aber auch die Folgen wirtschaftlicher Aufschwünge für das verfügbare Nettoeinkommen ab. „Unsere Ergebnisse zeigen: Selbst wenn sämtliche Beschäftigungsgewinne des Aufschwungs durch die Corona-Krise rückgängig gemacht würden, hätte dies aufgrund des starken sozialen Sicherungssystems nur begrenzte Auswirkungen auf die Einkommensverteilung“, sagt Martin Biewen, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Tübingen und einer der Studienautoren. Das gelte allerdings mit Einschränkungen, so Biewen. „Von der Corona-Krise besonders betroffene Gruppen wie Selbständige und geringfügig Beschäftigte sind durch das soziale Sicherungssystem in geringerem Maße geschützt.“</p><p>Trotz des deutlichen Aufschwungs bis zur Corona-Krise, hat sich die Ungleichheit der Nettoeinkommen nur unwesentlich geändert – dies liegt an weiteren Faktoren, deren Einfluss die Autoren ebenfalls untersuchten. So zeigen sie, dass die gestiegene Einwanderung seit 2010 sowie eine stärkere Differenzierung der Gesellschaft nach Bildungsabschlüssen und Arbeitserfahrung für sich gesehen die Ungleichheit erhöhten. Diese Entwicklung überwog die günstigen Auswirkungen des Beschäftigungsaufschwungs teilweise sogar, wurde aber wieder durch einzelne politische Maßnahmen wie die Einführung der erweiterten Mütterrente oder Kindergelderhöhungen abgemildert.&nbsp;</p><p>Keinen nachweisbaren Einfluss auf Einkommensungleichheit hatten Änderungen in der Höhe der Löhne oder bei den Kapitaleinkünften sowie der Trend zu mehr Einpersonenhaushalten. Zusammengenommen führten alle betrachteten Entwicklungen dazu, dass die Ungleichheit der Nettoeinkommen und die Armutsrisikoquote auf dem Höhepunkt des Arbeitsmarktaufschwungs geringfügig höher waren als zu dessen Beginn.</p><p>Die Tübinger Studie ist Teil des Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, der einmal in jeder Legislaturperiode veröffentlicht wird. Die Studie ist Teil eines umfangreichen Gutachtens, welches in Zusammenarbeit mit dem ifo Institut München verfasst wurde. Der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung beruht auf umfangreichen Begleitforschungen, die sich mit vielfältigen Themen der Einkommens- bzw. Vermögensverteilung und der sozialen Mobilität beschäftigen.&nbsp;</p><p><a href="https://www.armuts-und-reichtumsbericht.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.armuts-und-reichtumsbericht.de</a>&nbsp;</p><p><a href="https://www.armuts-und-reichtumsbericht.de/SharedDocs/Downloads/Service/Studien/1-studie-iaw-ifo-tuebingen.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=3" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.armuts-und-reichtumsbericht.de/SharedDocs/Downloads/Service/Studien/1-studie-iaw-ifo-tuebingen.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=3</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-63208</guid><pubDate>Thu, 06 May 2021 16:34:14 +0200</pubDate><title>Universität setzt kritische Prüfung ihres Namens in Gang</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=63208&amp;cHash=11f4a5ef4005a1c2a9602d6c86a615c4</link><description>Historikerinnen und Historiker sollen Entscheidung des Senats vorbereiten</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen hat eine kritische Prüfung ihres eigenen Namens in Gang gesetzt. Der Senat der Universität beauftragte am Donnerstag das Rektorat, eine Arbeitsgruppe von Historikerinnen und Historikern zu bilden, die sich mit den beiden Namensgebern der Universität, Graf Eberhard und Herzog Karl Eugen von Württemberg, auseinandersetzen sollen. „Aufgabe der Fachleute wird es sein, die Quellenlage zu beiden Persönlichkeiten zu prüfen und zu einer wissenschaftlich fundierten Bewertung beider Herrscher zu kommen“, sagte der Rektor der Universität, Professor Bernd Engler. Die Leitung der Arbeitsgruppe wird die Direktorin des Instituts für Geschichtliche Landeskunde der Universität Tübingen, Professorin Sigrid Hirbodian, übernehmen.&nbsp;</p><p>Wie der Rektor erläuterte, sollen die Fachleute im Laufe des Wintersemesters 2021/22 einen Bericht zu Graf Eberhard und Herzog Karl Eugen von Württemberg vorlegen. Auf Basis dieses Berichts soll anschließend eine Senatskommission eine Beschlussempfehlung zum Namen der Universität erarbeiten. In dieser Senatskommission werden alle Statusgruppen der Universität vertreten sein.</p><p>Engler sagte, die Universität sei in den vergangenen Jahren maßgeblich von Studierenden immer wieder darauf angesprochen worden, ob der Name der Eberhard Karls Universität noch zeitgemäß sei. Beide Namensgeber seien nicht repräsentativ für die heutigen Werte der Universität, argumentierten die Studierenden. Graf Eberhard von Württemberg hatte die Universität Tübingen 1477 gegründet. Herzog Karl Eugen hatte 1769 den bis heute gültigen Namen der Hochschule festgelegt, die als Eberhard Karls Universität auf die Vornamen beider Herrscher Bezug nimmt.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-63025</guid><pubDate>Tue, 04 May 2021 15:00:00 +0200</pubDate><title>Auftaktveranstaltung des 3R-Netzwerkes Baden-Württemberg</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=63025&amp;cHash=24db69e8708143a55397fc4cfcd0011b</link><description>Landesweites Netzwerk zur Verbesserung von Tierschutz und Forschung geht an den Start</description><content:encoded><![CDATA[<p>Tierversuche tragen in der Medizin zu einem besseren Verständnis von Erkrankungen bei und helfen bei der Entwicklung vieler neuer diagnostischer Verfahren und Therapien. Trotz der Entwicklung von Alternativen werden sie auch in der biomedizinischen Forschung auf absehbare Zeit noch ein notwendiger Baustein bleiben. Dabei immer im Fokus der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist das 3R-Prinzip – also Tierversuche zu verbessern, zu verringern und wenn möglich zu vermeiden (Vermeidung, Verringerung, Verbesserung = Replacement, Reduction, Refinement – 3R). Mit dem Aufbau eines flächendeckenden 3R-Netzwerks, das alle wesentlichen biomedizinischen Standorte im Land einbezieht, wählt Baden-Württemberg einen neuen Ansatz, um die wissenschaftliche Forschung und den Tierschutz gleichermaßen voranzubringen. Eine virtuelle Auftaktveranstaltung gab den Netzwerkpartnern heute Gelegenheit, ihre Vorhaben vorzustellen.</p><p>„Die biomedizinische Forschung spielt bei der Bewältigung der COVID-19-Pandemie eine entscheidende Rolle. Nur dank der jahrzehntelangen Grundlagenforschung konnte bereits ein Jahr, nachdem sich das Virus weltweit verbreitet hatte, eine Vielzahl an Impfstoffen gegen COVID-19 entwickelt und eingesetzt werden. Diese Impfstoffe würde es ohne Tierversuche nicht geben, und auch die Entwicklung von wirksamen Therapien wird ohne sie auf absehbare Zeit nicht auskommen. Wir brauchen deshalb mehr Alternativmethoden“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer am Dienstag (4. Mai) in Stuttgart. Umso entscheidender sei es, sowohl die Forschung als auch den Tierschutz voranzubringen – „und das werden wir mit unserem 3R-Netzwerk Baden-Württemberg gemeinsam erreichen. Wir wollen aktiv dazu beitragen, die Anzahl der Tierversuche in der Forschung zu reduzieren.“ Als wichtiger Standort der biomedizinischen Forschung trage Baden-Württemberg eine besondere Verantwortung.</p><h3>Thema auch von gesellschaftlicher Relevanz&nbsp;</h3><p>„Mit dem 3R-Netzwerk Baden-Württemberg wollen wir die Expertise in der biomedizinischen Forschung im Land bündeln, die Sichtbarkeit der Aktivitäten erhöhen und eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem Thema Tierschutz in Forschung und Lehre gewährleisten“, betonte die Ministerin. Nicht nur die rund 200 Anmeldungen zur Auftaktveranstaltung zeigten die Relevanz des Themas, sondern auch das breite Teilnehmerfeld aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Tierschutzbeauftragten, Tierärzt*innen, Studierenden, Vertreter*innen aus Industrie und anderen 3R-Zentren wie auch Vertreterinnen und Vertretern von Tierschutzorganisationen.</p><p>Für den Aufbau des Netzwerks wird das Land in den nächsten fünf Jahren knapp vier Millionen Euro bereitstellen. Die beteiligten Hochschulen ergänzen diese Anschubfinanzierung des Wissenschaftsministeriums mit insgesamt fast drei Millionen Euro an Eigenmitteln, so dass in den nächsten Jahren knapp sieben Millionen Euro für das 3R-Netzwerk zur Verfügung stehen.</p><p>„Ob bessere Medikamente, sichere Operationen oder das Wissen, wie man Organe verpflanzt: Die großen Fortschritte der Medizin in den vergangenen 150 Jahren waren nur durch den Austausch zwischen biomedizinischer Grundlagenforschung und anwendungsorientierter klinischer Forschung möglich. Mit dem 3R-Netzwerk und insbesondere mit dem 3R-Center erhält die biomedizinische Forschung am Standort Tübingen einen weiteren wichtigen Impuls, in dem Bestreben, Tierschutz und Forschung noch weiter zu verbessern", betonte Prof. Dr. Bernd Engler, Rektor der Universität Tübingen, die zusammen mit dem NMI Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Institut in Reutlingen Trägerin des 3R-Centers ist.</p><p>Zum Auftakt des neu gegründeten 3R-Netzwerks Baden-Württemberg stellten die zehn Netzwerkpartnerinnen und -partner ihre geförderten Projekte in jeweils zehnminütigen Vorträgen vor. Die Auftaktveranstaltung des Netzwerks richtete das 3R-Center für In-vitro-Modelle und Tierversuchsalternativen im Auftrag des Wissenschaftsministeriums aus. „Mit unserem 3R-Center wollen wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Baden-Württemberg einen möglichst einfachen Zugang zu neuartigen Alternativmethoden bieten, mit dem Ziel, die Anzahl an Tierversuchen nachhaltig auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren“, sagte die Gründungsdirektorin des 3R-Centers und Direktorin des NMI Reutlingen, Prof. Dr. Katja Schenke-Layland.</p><h3>Fünf Zentren bilden Grundgerüst des Netzwerks</h3><p>Gemeinsam mit dem bereits im Frühjahr 2020 gegründeten 3R-Center für In-vitro-Modelle und Tierversuchsalternativen in Tübingen/Reutlingen werden künftig vier weitere Zentren das Grundgerüst des „3R-Netzwerk Baden-Württemberg“ bilden: das „3R-Zentrum Rhein-Neckar“ der Universität Heidelberg mit dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim, das „3R-US Netzwerk“ der Universität Stuttgart und des Robert-Bosch-Krankenhauses, das „CAAT-Europe“ (Center for Alternatives to Animal Testing in Europe) der Universität Konstanz mit der John Hopkins University und das „Interdisziplinäre Zentrum zur Erforschung von Darmgesundheit“ an der Universität Heidelberg.&nbsp;</p><h3>Aus- und Weiterbildung mit im Fokus</h3><p>Darüber hinaus werden drei weitere Forschungsprojekte gefördert, die an den Universitäten in Heidelberg, Ulm und Freiburg beheimatet sind. Zusätzlich werden noch zwei Projekte aus dem Bereich Aus- und Weiterbildung an der Hochschule Reutlingen und an der Universität Ulm gefördert.</p><h3>Landesweite Forschungskompetenz: 10 Projekte in jeweils 10 Minuten</h3><p>Mit der W3-Brückenprofessur von Prof. Dr. Peter Loskill für Organ-on-a-Chip-Systeme, der ab 1. Mai auch die Leitung des <strong>3R-Center für In-Vitro-Modelle und Tierversuchsalternativen Tübingen</strong> übernommen hat, erhält die Medizinische Fakultät der Universität Tübingen die Expertise, neue Technologien bereitzustellen, die die Notwendigkeit von Tierversuchen reduzieren oder gar ersetzen können. Der entscheidende Vorteil ist, dass Organ-on-a-chip-Modelle die natürliche Mikro-umgebung, so wie sie in menschlichen Zellen in bestimmten Organen und Geweben gegeben ist, abbilden.&nbsp;</p><p>Dr. Marcus Meinhardt vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim wird über das <strong>3R-Zentrum Rhein-Neckar </strong>referieren, das zusammen vom Zentralinstitut und der Universität Heidelberg verantwortet wird. Hauptziel ist die Etablierung des Zentrums in der Rhein-Neckar Region mit den Schwerpunkten „Refine“ und „Reduce“, welches das Tübinger Zentrum mit dem Schwerpunkt „Replace“ sehr gut ergänzt. Das 3R-Zentrum Rhein-Neckar plant den Aufbau einer zentralen Datenbank für Tiermaterial, Aktivitäten in Weiterbildung und Lehre sowie Open Access und wird Hilfe bei der Gestaltung neuer Experimente anbieten sowie eigene 3R-Forschungs¬aktivitäten vorantreiben.</p><p>Die Leiterin des Interdisziplinären Zentrums zur Erforschung von Darmgesundheit an der <strong>Universität Heidelberg</strong>, Prof. Dr. Beate Niesler, gewährt einen Einblick in die komplexe Erforschung von Darmerkrankungen. Langfristiges Ziel ist die Generierung patientenspezifischer 3D-Organoide, um individuelle Organfunktionen nachzuahmen, um so zur Verringerung und Vermeidung von Tierversuchen beizutragen.</p><p>Beim 3R-US Netzwerk der <strong>Universität Stuttgart und des Robert-Bosch-Krankenhauses</strong> geht es um die Entwicklung einer Tumorgewebe-Plattform für Medikamententests als Ersatz für Tierversuche. Prof. Dr. Monilola Olayioye vom Institut für Zellbiologie und Immunologie der Universität Stuttgart erklärt, wie Tumormodelle aus Biomaterialien und Zellen mit 3D-Druckverfahren naturgetreu als Ersatzsystem für Tierversuche aufgebaut werden.</p><p>Prof. Dr. Marcel Leist, Direktor des<strong> CAAT-Europe</strong> (Center for Alternatives to Animal Testing in Europe), das transatlantische Bündnis zwischen der <strong>Universität Konstanz </strong>und der Johns Hopkins University, erläutert, wie Forschungs- und Harmonisierungsmaßnahmen die Akzeptanz tierfreier neuer Ansatzmethoden in verschiedenen Interessengruppen fördern können.</p><p>Zum Thema „Überwindung translationaler Hürden – Verbesserung der Evidenz und des prädiktiven Wertes bei experimenteller Forschung“ hält Dr. Ralf Watzlawick der <strong>Universität Freiburg </strong>einen Vortrag.&nbsp;</p><p>„Refinement in komplexen belastenden Versuchen an Mäusen“ erläutert Prof. Dr. Jan Tuckermann von der <strong>Universität Ulm</strong>. Das Projekt hat zum Ziel, Maßnahmen zur Verringerung der Belastung von Mäusen bei Tierversuchen zu etablieren.&nbsp;</p><p>Prof. Dr. Karen Bieback und Prof. Dr. Nicole Rotter von der Universität Heidelberg referieren zur „Charakterisierung und Weiterentwicklung heterotypischer 3D-Sphäroide aus Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinomen“. Für die Etablierung individualisierter Therapien für Plattenepithelkarzinome sollen 3D-Sphäroide, die die Tumorarchitektur widerspiegeln, optimiert und weiterentwickelt werden.</p><p>Prof. Dr. Ralf Kemkemer von der <strong>Hochschule Reutlingen </strong>informiert über das Projekt „3R-BioMED Lab“, das zum Ziel hat, das Thema Alternativ- und Ergänzungsmethoden bei Tierversuchen systematisch in den Lehrplan des Studiengangs Biomedizinische Wissenschaften zu integrieren.&nbsp;</p><p>Mit dem Ziel, die Etablierung und Durchführung anerkannter, zertifizierter 5R-Kurse zur Verbesserung der Qualität von Tierexperimentellen Studien in der biomedizi-nischen Forschung voranzubringen, erweitert Prof. Dr. Jan Tuckermann von der <strong>Universität Ulm</strong> die Thematik um zwei Schwerpunkte und zwar „Rigour“ und „Reproducibility“. Ziel ist die Belastungen im Tierversuch zu erkennen und zu reduzieren (Rigour) und ein zeitgemäßes Qualitätsmanagement zu etablieren (Reproducibility).&nbsp;</p><p>Gemeinsam mit dem „3R-Center für In-vitro-Modelle und Tierversuchsalternativen“ haben das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und die Medizinische Fakultät der Universität Tübingen zur virtuellen Auftaktveranstaltung eingeladen.</p><p>Das Veranstaltungsprogramm und weitere Informationen zum 3R-Center entnehmen Sie gerne dem folgenden Link:&nbsp;<a href="https://www.3rtuebingen.de/konferenz2021.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.3rtuebingen.de/konferenz2021.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62950</guid><pubDate>Mon, 03 May 2021 15:28:18 +0200</pubDate><title>Universität Tübingen steht zu Forschung an Krähenvögeln</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=62950&amp;cHash=2e4120aecbd7dc4967603d8eebd5d979</link><description>Grundlagenforschung untersucht Vorgänge im Gehirn – Sämtliche Versuche nach umfassenden Prüfungen behördlich genehmigt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Leitung der Universität Tübingen stellt sich ausdrücklich hinter die neurobiologische Forschung von Professor Andreas Nieder. „Die in der Kritik stehenden Experimente wurden intensiven Vorprüfungen unterzogen, sorgfältig ethisch abgewogen und durch Tierschutzbeauftragte begleitet. Die Versuche sind nach den strengen Maßstäben des Tierschutzgesetzes behördlich genehmigt. Sie werden unter tierärztlicher Begleitung verantwortungsvoll durchgeführt“, sagt Rektor Professor Bernd Engler.&nbsp;</p><p>Am Lehrstuhl für Tierphysiologie der Universität wird seit mehr als zehn Jahren mit Krähenvögeln im Bereich der Hirnforschung gearbeitet. Als Neurobiologe erforscht Professor Nieder die Arbeitsweise der Nervenzellen im Gehirn mit dem Ziel herauszufinden, wie kognitive Leistungen entstehen. Seine Arbeit zum Bewusstsein bei Krähenvögeln wurde 2020 von der American Association for the Advancement of Science als einer der „Forschungsdurchbrüche des Jahres“ ausgezeichnet.&nbsp;</p><p>Methodisch sind dafür invasive Eingriffe unabdingbar. Deren ethische Vertretbarkeit und Belastungsintensität werden im Genehmigungsverfahren intensiv unter Heranziehung von externem Sachverstand geprüft. Das gilt auch für die Herkunft der im Versuch eingesetzten Tiere. Regelhaft werden nur Zuchttiere eingesetzt. Werden Wildtiere eingesetzt, muss diese Regelabweichung genehmigt werden. Ethisch ist der Einsatz solcher Tiere nur vertretbar, wenn eine Auswilderung eines Tieres nicht in Betracht kommt. Dies war bei den Krähen, die Professor Nieder vom Naturschutzbund Deutschland erhalten hat, der Fall. Der Einsatz solcher nicht mehr auswilderungsfähigen Tiere wurde von der zuständigen Behörde genehmigt. Die Versuchsdurchführung wird engmaschig intern und behördlich überwacht.</p><p>Rektor Professor Bernd Engler: „Die Universität steht zur Notwendigkeit von Tierversuchen und weiß dabei um die Verantwortung, die der Umgang mit Tieren mit sich bringt. Grundlagenforschung wie die der Tübinger Hirnforschung halten wir für unverzichtbar. Die Universität arbeitet selbstverständlich parallel zu den für notwendig erachteten Experimenten mit Tieren intensiv daran, Tierversuche zu reduzieren und – wo immer möglich – schrittweise durch alternative Verfahren zu ersetzen sowie Versuchsabläufe so zu verbessern, dass die Tiere geringeren Belastungen ausgesetzt sind.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62923</guid><pubDate>Mon, 03 May 2021 10:40:46 +0200</pubDate><title>Zehn Jahre Deutschlandstipendium an der Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=62923&amp;cHash=9e833be9746203ca9511ecdc0f6d1ab6</link><description>Rund 1.600 Studierende profitierten ‒ Beispiel für gelungene Partnerschaft privater und öffentlicher Förderer</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen feiert zehn Jahre Deutschlandstipendium. Seit dem Sommersemester 2011 wird das von Bund und Ländern gemeinsam mit den Hochschulen organisierte Förderformat in Tübingen angeboten. Insgesamt 1.595 Studierende der Universität Tübingen haben bis heute vom Deutschlandstipendium profitiert. Mehr als fünf Millionen Euro wurden bis März 2021 ausgezahlt, wovon die Hälfte aus privaten Mitteln stammt: Die zunächst von der Universität eingeworbenen Gelder werden vom Bundesbildungsministerium verdoppelt.</p><p>Bewerben können sich Studierende aller Studienrichtungen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen und vor allem nach ihrer fachlichen Leistung in Verbindung mit sozialen Kriterien ausgewählt werden. Sie erhalten ein Jahresstipendium von monatlich 300 Euro.</p><p>„Das Deutschlandstipendium hat sich als herausragendes Beispiel für eine gelungene Partnerschaft von staatlicher Förderung und privatem Engagement erwiesen und ist fest in unserer Förderkultur verankert“, sagte Rektor Professor Bernd Engler anlässlich des Jubiläums. Er stellte insbesondere das Engagement von Absolventen und Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Gesellschaft heraus, von denen einzelne seit dem Start im April 2011 der Universität Tübingen die Treue halten.</p><p>Der größte Einzelspender ist der Universitätsbund, der Förderverein der Universität Tübingen. Mit mehr als 1,3 Millionen Euro steuerte er seit 2011 knapp die Hälfte der Gelder bei, davon rund 850.000 Euro aus Vereinsmitteln und mehr als 500.000 Euro aus Spendengeldern.</p><p>Viele Stipendien wurden von institutionellen Förderern wie Stiftungen und Unternehmen aufgebracht, die mit ihrem Engagement oft gezielt Studierende bestimmter Fachrichtungen unterstützen möchten. Der Anteil solcher Zweckbindungen stieg von 18 Prozent im Sommersemester 2011 auf zuletzt knapp zwei Drittel für den Jahrgang 2021/22.</p><p>Die 195 Deutschlandstipendiaten des aktuellen Jahrgangs erhalten ihre Förderung seit dem 1. April. Eine offizielle Urkundenübergabe mit Feierstunde ist geplant, aufgrund der Pandemie-Situation steht der Termin noch nicht fest.</p><p>Interessierte Förderer erhalten weitere Informationen zum Deutschlandstipendium unter <a href="/pt/universitaet/profil/freunde-und-foerderer/deutschlandstipendium/">https://uni- tuebingen.de/de/108384</a>.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62758</guid><pubDate>Thu, 29 Apr 2021 09:26:05 +0200</pubDate><title>Twitter als Ratgeber-Medium bei Corona-Schulschließungen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=62758&amp;cHash=5475d172005400892117c73f7befab9b</link><description>Studie der Universität Tübingen zeigt Potenzial von Online-Communities und legt Defizite des Digitalisierungsprozesses in Schulen offen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Lehrkräfte haben während der Schulschließungen aufgrund der Corona-Pandemie verstärkt Social-Media-Plattformen wie Twitter als Informationsquelle und zur Fortbildung genutzt. Sie vernetzten sich in der Online Community und tauschten sich über die Herausforderungen bei der Umstellung auf den digitalen Unterricht aus. Die drängendsten Themen waren guter digitaler Unterricht, die fehlende Software und unzureichendes digitales Know-How. Gleichzeitig zeigten die Twitter-Beiträge die Defizite im Bildungssystem hinsichtlich der digitalen Ausstattung und der Vermittlung entsprechender Kompetenzen an die Lehrkräfte auf. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Hector-Instituts für Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen, des Leibniz-Instituts für Wissensmedien Tübingen und des Instituts für Erziehungswissenschaft der Universität Tübingen. Die Studie wurde kürzlich in der <em>Zeitschrift für Erziehungswissenschaft </em>veröffentlicht.</p><p>Ausgewertet wurden unter anderem über 21.000 Beiträge, sogenannte Tweets, von mehreren tausend Nutzerinnen und Nutzern im Zeitraum vom 6. Januar bis zum 3. Juni 2020, die unter den Hashtags #twitterlehrerzimmer oder #twlz veröffentlicht wurden. Hashtags können wie Schlagworte behandelt werden und vernetzen die Mitglieder einer Community. Mit Hilfe von computerlinguistischen Methoden wurden Themen der Tweets bestimmt, sowie die Reaktionen, die sie hervorriefen, zum Beispiel, wenn sie besonders häufig weiterverbreitet wurden, starke Zustimmung erhielten oder intensiv diskutiert wurden.</p><p>Es zeigte sich, dass sich die Themen vor und während der Schulschließungen wenig unterschieden und das Twitterlehrerzimmer bereits vor den Schulschließungen für Austausch und Vernetzung hinsichtlich digitalen Unterrichts genutzt wurde. Es kann angenommen werden, dass der digital gestützte Unterricht in Deutschland vor der Corona-Pandemie bisher vor allem denjenigen Medienenthusiasten überlassen war, die sich beispielsweise aus persönlicher Überzeugung in die Thematik eingearbeitet&nbsp;hatten. Während der Schulschließungen erhöhte sich die Anzahl der Tweets erwartungsgemäß und das Thema wurde noch stärker in den Fokus gerückt. Vor den Schulschließungen stand eher der Wunsch nach Veränderung im Raum, der durch die häufig in Zusammenhang verwendeten Worte <em>Bildungsnotstand</em> und <em>Bildungsrevolution</em> ausgedrückt wurde. Während der Schulschließungen wurde dann die unbekannte Situation des digitalen Distanzunterrichts diskutiert. So wurde beispielsweise das Schlagwort <em>Homeschooling</em> in Kombination mit Worten wie <em>Medienkompetenz</em> verwendet, und es standen die Werkzeuge im Vordergrund, die digitalen Unterricht ermöglichen.</p><p>Um herauszufinden, welche Herausforderungen und Chancen im Twitterlehrerzimmer während der Schulschließungen thematisiert wurden, wurden diejenigen Tweets hinsichtlich ihrer Inhalte analysiert, die das größte Echo erzeugten: Sie erhielten viele Likes und wurden häufig geteilt oder kommentiert. Als die drei drängendsten Herausforderungen wurden die Gestaltung eines guten digitalen Unterrichts, die fehlende Software zum digitalen Lehren und Lernen sowie unzureichendes digitales Know-How zur Durchführung des digitalen Unterrichts genannt. Die drei größten Chancen, die sich boten, waren die Möglichkeiten für Vernetzung und Austausch, das Angebot von digitalem Material und das Angebot von Tipps und Erklärungen. Diese Angebote wurden auch am häufigsten verbreitet.</p><p>„Dies kann als Anzeichen für den großen Bedarf an Materialien, Software sowie Tipps und Erklärungen zur Nutzung und Umsetzung im digitalen Unterricht gedeutet werden“, erklärt Dr. Tim Fütterer vom Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung und Erstautor der Studie. Beispielsweise wurde ein Tweet, der eine kostenlose Geographie-App vorstellte, am häufigsten geteilt. Am stärksten diskutiert wurden die hohe Arbeitsbelastung durch die Umstellung auf den Fernunterricht und die fehlende Software.</p><p>„Die Bildungspolitik könnte Social-Media-Plattformen wie Twitter nutzen, um einen Eindruck drängender Probleme in Echtzeit zu erhalten“, so Fütterer. Zu bedenken gibt der Wissenschaftler jedoch, dass sich die Lehrkräfte, die in der Twitterlehrerzimmer-Community aktiv sind, wahrscheinlich durch eine hohe Medienaffiniät auszeichnen. „Diese Einschränkung lässt aber auch befürchten, dass die Defizite bezüglich der Digitalisierung an Schulen, die in unserer Studie zu Tage kamen, noch größer sind.“</p><h3>Publikation:</h3><p>Fütterer, T., Hoch, E., Stürmer, K., Lachner, A., Fischer, C., &amp; Scheiter, K. (2021). Was bewegt Lehrpersonen während der Schulschließungen? – Eine Analyse der Kommunikation im Twitter-Lehrerzimmer über Chancen und Herausforderungen digitalen Unterrichts. <em>Zeitschrift für Erziehungswissenschaft</em>. Artikel zum Download: <a href="https://doi.org/10.1007/s11618-021-01013-8" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1007/s11618-021-01013-8</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62569</guid><pubDate>Fri, 23 Apr 2021 14:06:48 +0200</pubDate><title>Universität Tübingen bietet auch künftig „Kreatives Schreiben“ für Studierende an</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=62569&amp;cHash=b4e607d3ba2dcf92e9de204497d018a6</link><description>Einsparungen waren nie geplant: Das Kursangebot des Studios Literatur und Theater wird fortgeführt, die Leitung nachbesetzt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die aktuelle Berichterstattung und die Mutmaßungen zur Zukunft des Studios Literatur und Theater (SLT) an der Universität Tübingen sind keineswegs zutreffend und beruhen auf nicht nachvollziehbaren Spekulationen. Die Universität Tübingen wird die Leitung des SLT wieder ausschreiben und neu besetzen. Auch das Kursangebot zu kreativem Schreiben bleibt erhalten. „Es war zu keinem Zeitpunkt geplant, an dieser Stelle Einsparungen vorzunehmen oder gar das SLT in Frage zu stellen“, sagt Rektor Professor Bernd Engler.</p><p>Bezüglich der weiteren Arbeit des SLT wünscht sich die Universitätsleitung indes eine Erweiterung des bisherigen Fokus und eine höhere Präsenz des SLT in der gesamten Universität. Der Bereich „Kreatives Schreiben“ sollte daher die Kooperation mit Kolleginnen und Kollegen suchen, die ebenfalls Kontakte zu Schriftstellern und Schriftstellerinnen pflegen und die diese nach Tübingen einladen. Dabei könnte das Kursangebot des SLT in neue Formate eingebunden und enger mit anderen Angeboten der Universität verknüpft werden.</p><p>Inspiriert wurde dieser Ansatz durch eine Veranstaltung des Literaturhauses Stuttgart mit dem Fokus „Membran“. „Eine Membrane ist eine Grenze, aber eine durchlässige. Vor dem Hintergrund, dass es unterschiedliche Weltzugänge gibt und zwischen wissenschaftlichem und literarischem Schreiben durchaus Verbindungen bestehen, scheint uns dies ein produktiver Zugang zu sein“, sagt Professorin Karin Amos, Prorektorin für Studierende, Studium und Lehre.&nbsp;</p><p>Der weiterentwickelte Ansatz werde die Struktur des Studios Literatur und Theater in Details verändern, sagt Amos. Wie diese Details aussehen können, werde derzeit noch diskutiert. „Dazu braucht es noch etwas Zeit; die Universität strebt aber eine Wiederbesetzung der Leitung zum Wintersemester an“, so Rektor Bernd Engler.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62050</guid><pubDate>Tue, 13 Apr 2021 10:38:54 +0200</pubDate><title>Studium Generale im Sommer digital</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=62050&amp;cHash=e10b2b854c2c91c054b91ea141d3c1ea</link><description>Vorlesungsreihen diesmal online: Forschende diskutieren das Zusammenleben von Juden und Christen, Übergänge im Lebenslauf, ästhetische Phänomene und den „Fluch der Kassandra“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Studium Generale der Universität Tübingen findet im Sommersemester 2021 erstmals virtuell statt. Aufgrund der andauernden Pandemie bietet die Universität ein kleines Programm im digitalen Format an. „Nach zwei Semestern Pause freuen wir uns, das Studium Generale wiederbeleben zu können“, sagt Professorin Karin Amos, Prorektorin für Studierende, Studium und Lehre. „Wir hoffen, das Tübinger Publikum auch auf diesem Wege zu begeistern. Langfristig möchten wir jedoch wieder zu Präsenzveranstaltungen zurückkehren, sofern es die Pandemie zulässt.“</p><p>In der Reihe <strong>„How dare you!“ ‒ Kassandrarufe einst und jetzt (Montag, 20:15 Uhr)</strong> beleuchtet Professor Jürgen Wertheimer den „Fluch der Kassandra“: Die allzu menschliche Tendenz, Warnungen zu Fehlentwicklungen in der Gesellschaft in den Wind zu schlagen, sei es durch die Cassandra der griechischen Mythologie, Jeanne d’Arc oder aktuell die Schwedin Greta Thunberg.</p><p>In der Reihe <strong>Jüdisches Schwaben. Neue Perspektiven auf das Zusammenleben von Christen und Juden (Mittwoch, 18:15 Uhr)</strong> zeichnet das Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften einen differenzierteren Blick auf das Zusammenleben von Juden und Christen: Im Fokus stehen bislang wenig beachtete Phasen funktionierender Koexistenz und eines regen kulturellen Austausches im Mittelalter und in der Neuzeit. In der Schlussdiskussion mit Angehörigen der jüdischen Gemeinschaft und dem Beauftragten der Landesregierung gegen Antisemitismus wird die aktuelle Situation von Juden in Baden-Württemberg thematisiert.</p><p>Das DFG-Graduiertenkolleg „Doing Transitions“ präsentiert in der Reihe <strong>Doing Transition ‒ wie sich Übergänge im Lebenslauf herstellen (Donnerstag, 18:15 Uhr) </strong>seine Forschung. Promovierende der Universität Tübingen und der Goethe-Universität Frankfurt am Main untersuchen hier die vielfältigen Übergänge, die wir im Laufe unseres Lebens meistern&nbsp;müssen – von „Klassikern“ wie Elternschaft oder Ruhestand bis zu den weniger stark institutionalisierten Übergänge wie Partner(innen)losigkeit, die beginnende kindliche Mobilität oder Übergänge ins Sprechen über Erfahrungen sexualisierter Gewalt in der Kindheit.</p><p>In der Reihe <strong>Aesthetic turn ‒ Perspektiven einer „Anderen Ästhetik“ der Vormoderne (Donnerstag, 18:15 Uhr)</strong> diskutiert der Sonderforschungsbereich „Andere Ästhetik" Fragen der Kunst und Ästhetik. Der Verbund beschäftigt sich mit ästhetischen Phänomenen – Objekten, Texten, Artefakten – von der griechischen Antike bis an die Schwelle zur Moderne. Was ist und wo beginnt Kunst? Wozu ist sie gut und was darf sie? Welche Kontinuitäten zeichnen sich in der historischen und kulturellen Vielfalt des Ästhetischen ab? Die Vorlesungsreihe soll vormoderne Ästhetik einem breiteren Publikum bekannt machen und einen neuen Blick für Debatten der Gegenwart eröffnen.</p><p>Das Studium Generale steht allen Interessierten offen, die Teilnahme ist kostenlos. Die Zugangslinks zu den jeweiligen Veranstaltungen sowie der Programmflyer sind auf der Seite <a href="/pt/universitaet/im-dialog/studium-generale/">www.uni-tuebingen.de/studium-generale</a>&nbsp;hinterlegt. Der Flyer kann auch in gedruckter Form unter <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,ugmtgvctkcv/mqoowpkmcvkqpBbx0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">sekretariat-kommunikation<span style="display:none">spam prevention</span>@zv.uni-tuebingen.de</a>&nbsp;bestellt werden.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61578</guid><pubDate>Wed, 31 Mar 2021 11:37:49 +0200</pubDate><title>Jäger und Sammler, aber keine Fischer</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=61578&amp;cHash=0629f4bfce2b29702421fd46c32ddf92</link><description>Eine Eiszeit trieb Menschen vor 27.000 Jahren nach Südeuropa – Anhand detaillierter Knochenanalysen konnte nun ihr Speiseplan rekonstruiert werden</description><content:encoded><![CDATA[<p>Fisch stand vor 27.000 Jahren nicht auf dem Speiseplan der Jäger und Sammler Südeuropas: Überaschenderweise ernährten sich die Menschen auf der iberischen Halbinsel in der Periode des späten Gravettien stattdessen von Pflanzen und Landtieren wie Hasen, Rotwild oder Pferden. Dies konnte ein internationales Forscherteam erstmals anhand einer Isotopenstudie an menschlichen Fossilien aus den Höhlen von Serinyà in Katalonien nachvollziehen. Die Forschungsteams von Dr. Dorothée Drucker, Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment (SHEP) an der Universität Tübingen, und Joaquim Soler, Institut für Historische Forschung der Universität Girona veröffentlichen ihre Ergebnisse im Fachmagazin <em>Journal of Human Evolution</em>.</p><p>In der kulturellen Periode des Gravettien (33.000-25.000 Jahre vor heute) ernährten sich die Jäger und Sammler entsprechend den lokalen Umweltbedingungen: Stand in Mitteleuropa das Mammut auf dem Speiseplan, so waren es in Großbritannien Pferd und Rentier; an der französischen und italienischen Mittelmeerküste wurden Meerestiere verspeist. Im letzten glazialen Maximum (27.000-23.000 Jahre vor heute) zwang das sehr kalte und trockene Klima die Menschen zum Rückzug in südliche Regionen. Besonders die iberische, italienische und griechische Halbinsel wurden verstärkt besiedelt.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61515</guid><pubDate>Tue, 30 Mar 2021 11:29:37 +0200</pubDate><title>Leopold Lucas-Preis 2021 geht an den Philosophen Bernhard Waldenfels</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=61515&amp;cHash=c1895da230e5dbffd2cc30b9ca1f2cff</link><description>Feier zur Preisverleihung findet erst 2022 statt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Dr.-Leopold-Lucas-Preis der Universität Tübingen geht 2021 an den Philosophen Bernhard Waldenfels. Das Vergabekomitee würdigt damit sein Werk, das die Bedingungen und Möglichkeiten des Verstehens von Fremdem auslotet. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wird jährlich von der Evangelisch-Theologischen Fakultät verliehen. Die Preisverleihung kann auch 2021 aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Sie wird, ebenso wie die Preisverleihung des Jahres 2020, mit der Preisver- leihung 2022 verbunden.</p><p>Bernhard Waldenfels (geb. 1934 in Essen) ist emeritierter Professor für Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum. Er gehört zu den bedeu- tendsten Autoren im Bereich der zeitgenössischen Phänomenologie. Sein Werk, das mehr als 20 Bände umfasst und interdisziplinär rezipiert wor- den ist, widmet sich hauptsächlich der Entwicklung einer „Phänomenologie des Fremden“. Waldenfels gelinge es, die „Kategorie“ der Alterität, also des kulturellen Andersseins, durch die Perspektive der Fremdheit neu zu lesen, sagte die Jury. „Er stellt sich der Herausforderung, einen phänomenologischen Diskurs zu entwickeln, mit dem sich erfassen lässt, inwiefern sich das Fremde im instabilen und pluralistischen Terrain der Erfahrung auf eine authentische Weise offenbart und dadurch erkennbar bleibt.“</p><p>Waldenfels gilt als wichtige Figur in der zeitgenössischen Philosophie. Seine Arbeit habe sich explizit und in origineller Weise dem Projekt eines „genuinen“ Dialogs zwischen Nationen und Ländern gewidmet, so die Jury weiter. „Die Pluralität der Bereiche, in denen sich das Fremde offenbart, veranlasst Waldenfels dazu, sich nicht lediglich auf die Ergebnisse der phänomenologischen Forschung im engeren Sinne zu beschränken. Vielmehr erweitert er das Spektrum seiner Auseinandersetzung in unterschiedlichste Forschungsfelder wie etwa Sozialphilosophie, politische Philosophie, Recht und Ethik, den ethnologischen Diskurs sowie die&nbsp;Psychologie und die Psychoanalyse. Darüber hinaus widmet er Kunst und Literatur besondere Aufmerksamkeit.“</p><p>In seinem Werk spielt die jüdische zeitgenössische Philosophie eine besondere Rolle, die ihn zur Bedeutung des „radikalen Gesprächs“ geführt hat: Dieses bezieht das Fremde als eigenen Faktor des Verstehens ein. Aus dieser Perspektive des Fremden hat sich Waldenfels‘ Philosophie im Zeichen eines Dialogs zwischen philosophischen Traditionen Europas entwickelt, vor allem in seinem Versuch, die französische und deutsche philosophische Tradition in ein fruchtbares Gespräch zu bringen.</p><p>Der Dr. Leopold-Lucas-Preises zeichnet Menschen aus, deren wissenschaftlich fundiertes Werk die Beziehungen zwischen Menschen und Völkern fördert und sich um die Verbreitung des Toleranzgedankens verdient gemacht hat. Der Preis wurde 1972 zum Gedenken an den jüdischen Gelehrten und Rabbiner Dr. Leopold Lucas gestiftet, der 1943 in Theresienstadt als Opfer des NS-Staates starb.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61506</guid><pubDate>Tue, 30 Mar 2021 10:05:38 +0200</pubDate><title>Virtueller Marktplatz für Gründer: Erste Startup:con Tübingen – Online-Veranstaltung des Startup Centers am 15. April</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=61506&amp;cHash=20e3a5ca25d5d8e905b5d08df8759752</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Wer gründen will, braucht das richtige Umfeld: Arbeitsräume für die Bedürfnisse von Startups, maßgeschneiderte Weiterbildungen und den Zugang zu Fördermitteln. Nicht zuletzt der Austausch mit erfahrenen Gründerinnen und Gründern hilft durch die anfänglich holprige Zeit. Tübingen hat für Startups viel zu bieten ‒ nur sichtbar ist das bisher nicht. Die Startup:con Tübingen, organisiert vom Startup Center der Universität Tübingen, soll das ändern: Als Plattform, auf der Interessierte sich informieren und Akteure sich vernetzen können.</p><p>Oberbürgermeister Boris Palmer gibt mit einem Grußwort den Startschuss: <strong>Die erste Startup:con Tübingen findet am Donnerstag, den 15. April von 16.30 bis 18.30 Uhr online statt. Die Registrierung bis zum 9. April über die Website <a href="/pt/forschung/innovation/startup-center/">uni-tuebingen.de/gruenden</a> möglich. Die Veranstaltung ist kostenlos.</strong></p><p>Nach der Eröffnung stellen die Akteure in 90-sekündigen Pitch-Vorträgen sich und ihre Angebote vor. Ab 17.15 Uhr steht der digitale Marktplatz allen Besuchern offen. An virtuellen Ständen präsentieren zahlreiche Akteure aus der Region Angebote für angehende Gründerinnen und Gründer. Dabei sind unter anderem Cyber Valley, IHK Reutlingen, die Technologieförderung Reutlingen-Tübingen sowie Anbieter von Startup- spezifischen Dienstleistungen wie Coworking Spaces, Workshops und Beratungen. Junge Startup-Teams aus Tübingen wie Cytolytics, Eye2you, Look! oder Your Company berichten aus der Praxis.</p><p>Sandra Gässler vom Startup Center der Universität Tübingen freut sich über die gute Resonanz: „Die Reaktionen auf unsere Initiative sind durchweg positiv. Unser Ziel ist es, dem Startup-Ökosystem in Tübingen mehr Sichtbarkeit zu verleihen und damit die Gründungskultur zu stärken und die Gründerszene zu beleben.“</p><p>Um den regelmäßigen Austausch zu fördern, soll die Startup:con Tübingen alle zwei Monate stattfinden. Weitere Informationen sowie ein&nbsp;Anmeldeformular sind auf der Website des Startup Centers zu finden: <a href="/pt/forschung/innovation/startup-center/">www.uni-tuebingen.de/gruenden</a> &nbsp;&nbsp;</p><h3>Programm der Online-Veranstaltung Startup:con Tübingen</h3><p>Donnerstag, 15. April 2021&nbsp;</p><ul class="ut-list ut-list--link-list"><li>16.30 Uhr – Eröffnung durch Oberbürgermeister Boris Palmer<br> 	&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;Einführung durch das Startup Center der Universität Tübingen&nbsp;</li><li>16.50 Uhr – 90-Sekunden-Pitches der Akteure und Anbieter &nbsp;&nbsp;</li><li>17.20 Uhr – Eröffnung des digitalen Marktplatzes &nbsp;&nbsp;</li></ul><p>Registrierung unter: <a href="/pt/forschung/innovation/startup-center/">uni-tuebingen.de/gruenden</a></p><h3>Über das Startup Center der Universität Tübingen&nbsp;</h3><p>Das Team des Startup Center unterstützt sowohl Studierende als auch Forschende der Universität Tübingen dabei, ihre innovativen Ideen aus der Wissenschaft in die wirtschaftliche Anwendung zu bringen. Das Angebot richtet sich an alle Studierenden, Forschenden, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie ALUMNI der Universität Tübingen. (<a href="/pt/forschung/innovation/startup-center/">uni-tuebingen.de/gruenden</a>)</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61452</guid><pubDate>Mon, 29 Mar 2021 10:00:00 +0200</pubDate><title>Affen erfinden das Rad immer wieder neu</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=61452&amp;cHash=5b71c7a0be0c57149ab4e9b534c339de</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen weist nach, dass Menschenaffen ihre Verhaltensmuster in jeder Generation neu erlernen müssen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Menschenaffen geben ihre Verhaltensweisen nicht an die nächste Generation weiter. Sie kopieren das Wissen ihrer Artgenossen nicht, sondern lernen es in jeder Generation neu – im Gegensatz zum Menschen. Dies zeigt eine Studie von Dr. Alba Motes-Rodrigo und Dr. Claudio Tennie von der Arbeitsgruppe „Werkzeuge und Kultur bei frühen Homininen“ der Universität Tübingen. „Affen sind darauf angewiesen, das sprichwörtliche Rad immer wieder neu zu erfinden. Die Form des Rades ändert sich dabei aber nicht“, erklärt Tennie.</p><p>Das Team aus dem Fachbereich Ältere Urgeschichte und Quartärökolo- gie suchte in allen veröffentlichten Berichten über Menschenaffen nach Aussagen über lokal einzigartige Verhaltensmuster, wie zum Beispiel über Schimpansen, die Blätter als Löffel zum Wassertrinken einsetzten. Anschließend wurden diese systematisch auf Richtigkeit untersucht. Auf diese Weise wurde auf indirektem Wege überprüft, ob Menschenaffenkulturen auf den gleichen Mechanismen wie menschliche Kulturen aufgebaut sind. Die Studie wurde im Fachmagazin Biological Reviews veröffentlicht.</p><p>In der menschlichen Kultur werden Verhaltensweisen dadurch erlernt, dass Menschen sich gegenseitig beobachten und kopieren. So wird wertvolles Wissen an die nächste Generation weitergegeben. Hierbei werden Verhaltensweisen oft leicht abgewandelt, denn Menschen machen beim Kopieren Fehler oder fügen selbst Aspekte hinzu. Auf diese Weise verändert sich menschliche Kultur von Generation zu Generation. Alba Motes vergleicht dies mit dem Spiel „Stille Post“, bei dem ein Spieler seinem Nachbarn einen Begriff ins Ohr flüstert. Der Begriff wird von Mitspieler zu Mitspieler weitergegeben, was durch Hörfehler am Ende häufig zu einem anderen Begriff führt als dem Ursprungswort.</p><p>Wann genau die Mechanismen des Kopierens, die der menschlichen Kultur zugrunde liegen, entstanden sind, wird kontrovers diskutiert. Eine&nbsp;These besagt, dass die Fähigkeit, Verhalten zu kopieren, schon Millionen von Jahren zurückreicht und dass auch Menschenaffen einander kopieren. Eine andere These geht davon aus, dass Menschenaffen und auch viele Vorfahren der Menschen einander nicht kopieren.</p><p>Alba Motes-Rodrigo und Claudio Tennie suchten mit einer neuen Herangehensweise nach Beweisen für den Prozess des Kopierens bei Menschenaffen. Sie versuchten, Verhaltensweisen in Affenpopulationen zu identifizieren, die Veränderungen von Generation zu Generation durchlaufen haben. „Beruht das Verhalten der Menschenaffen wirklich auf Nachahmung, wie es bei Menschen der Fall ist, würden wir erwarten, dass sich ihr Auftreten kulturell verändert hat und es deshalb inzwischen einzelne Verhaltensweisen geben müsste, die nur auf eine Population an einem Ort beschränkt sind“, erklärt Motes.</p><p>Das Team suchte deshalb nach regional einzigartigen Verhaltensmustern von Menschenaffen, sowohl in allen veröffentlichten Berichten über Menschenaffen sowie in Gesprächen mit Experten für Menschenaffen. Ihr Ergebnis: Die überwältigende Mehrheit der Verhaltensweisen von Menschenaffen ist nicht regional begrenzt. Aus hunderten Verhaltensmustern konnten lediglich drei nicht andernorts nachgewiesen werden.</p><p>Diese Ergebnisse zeigen dem Forschungsteam zufolge, dass die Kultur der Affen durch andere Lernmechanismen aufrechterhalten wird als die menschliche Kultur. Im Gegensatz zum Menschen kopieren sich Affen nicht gegenseitig, sondern erfänden jede ihrer Verhaltensweisen in jeder Population und in jeder Generation immer wieder neu. „Dabei werden sie lediglich durch andere zu diesen Neuerfindungen angeregt, ohne dass die jeweilige Form der Verhaltensweise kopiert wird. Diese Erkenntnis erscheint überraschend, wird aber von neuesten Studien der vergleichenden Kognitionswissenschaften gestützt“, sagt Tennie. In diesen Untersuchungen kopierten Menschenaffen nur dann neue Verhaltensweisen, wenn sie vorher durch Menschen auf Verhaltenskopien trainiert worden waren.</p><h3>Publikation:</h3><p>Alba Motes-Rodrigo and Claudio Tennie: The Method of Local Restriction: in search of potential great ape culture-dependent forms. <em>Biological Reviews</em>, DOI 10.1111/brv.12710</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61380</guid><pubDate>Thu, 25 Mar 2021 11:00:00 +0100</pubDate><title>Erhebliche Auswirkungen der geplanten Regionalstadtbahn auf die Universität </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=61380&amp;cHash=d7602099a8f48dcb7ff5cf91eacdc8e5</link><description>„Verkehrssystem darf Entwicklung des Forschungsstandortes nicht blockieren“ – Innenstadtstrecke erzwingt Verlagerung von hochempfindlichen Geräten</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bau und Betrieb einer Regionalstadtbahn durch die Tübinger Innenstadt hätten erhebliche Auswirkungen auf Forschungseinrichtungen der Universität. Zu diesem Ergebnis kommt ein von der Universität beauftragtes Gutachten des Bochumer Ingenieurbüros Baudynamik Heiland und Mistler. „Wir müssen bereits bei der Errichtung der geplanten Innenstadtstrecke, spätestens aber beim Betrieb der Regionalstadtbahn mit erheblichen Problemen rechnen“, sagte der Rektor der Universität, Professor Bernd Engler, bei der Vorstellung des Gutachtens am Donnerstag.&nbsp;</p><p>Der Dekan der Medizinischen Fakultät, Professor Bernd Pichler, ergänzte, insbesondere Forschungseinrichtungen in den Lebenswissenschaften seien stark betroffen: „Die Probleme dürften mit der künftigen technischen Entwicklung weiter zunehmen, da analytische Systeme, wissenschaftliche Messgeräte sowie bildgebende Verfahren zunehmend leistungsfähiger, aber damit auch empfindlicher werden.“ Ganz offensichtlich seien die daraus resultierenden Probleme den politisch Verantwortlichen bislang nicht hinreichend klar. Die Interessen von Universität und Medizinischer Fakultät müssten bei Planung und Realisierung der Regionalstadtbahn deutlich stärker als in der Vergangenheit berücksichtigt werden.&nbsp;</p><p>Die wesentlichen Ergebnisse der Gutachter lauten wie folgt:&nbsp;</p><ol><li>Der Betrieb der Stadtbahn führt zu Erschütterungen und elektromagnetischen Feldveränderungen. Diese werden voraussichtlich dazu führen, dass empfindliche technische Geräte, Anlagen und Messinstrumente nicht mehr funktionieren und genutzt werden können. Ohne technische Kompensationsmaßnahmen wären bis zu einer Entfernung von jeweils 180 Metern links und rechts der Trasse Beeinträchtigungen feststellbar.&nbsp;</li><li>Um die Beeinträchtigungen zu begrenzen, sind umfangreiche Schutzmaßnahmen auf dem Streckenabschnitt zwischen dem Hörsaalgebäude „Kupferbau“ bis zum Arboretum des Botanischen Gartens auf der Morgenstelle erforderlich. Dazu zählen primär eine hochelastische Schienenlagerung sowie besonders hochwertige elektromagnetische Kompensationsmaßnahmen auf dem gesamten Streckenabschnitt. Darüber hinaus sind in Teilabschnitten noch höherwertige Maßnahmen am Oberbau in Form von Masse-Feder-Systemen vorzusehen.</li><li>Selbst bei einer Realisierung der genannten Schutzmaßnahmen ist weiterhin eine Beeinträchtigung von einzelnen Forschungslaboren und den dort befindlichen Messinstrumenten durch elektromagnetische Strahlung und Erschütterungen zu erwarten.&nbsp;</li><li>Durch die Realisierung der Innenstadtstrecke wird das Werner Siemens Imaging Center im Gebäudekomplex Röntgenweg 11-17 den Standort räumen müssen. Notwendig wird dadurch der Bau eines neuen Forschungsgebäudes auf einem unbeeinträchtigten Baufeld sowie der Rückbau des bestehenden Gebäudes.&nbsp;</li><li>Universität und Medizinische Fakultät verlieren in einem Korridor von jeweils 80 Meter links und rechts der Stadtbahntrasse in erheblichem Umfang Bau- und Entwicklungsflächen für künftige Forschungsgebäude mit hochempfindlicher Nutzung.</li></ol><p>„Der Forschungsstandort Tübingen hat inzwischen nicht nur wissenschaftliche, sondern auch wirtschaftspolitische Bedeutung für ganz Deutschland“, sagte Engler. „Die wachsende Zahl von Forschungseinrichtungen des Bundes wie das Nationale Tumorzentrum oder das KI-Kompetenzzentrum machen das ebenso deutlich wie der Einstieg der bundeseigenen KfW beim Impfstoffhersteller CureVac.“ In dieser Situation bekenne sich die Universität zu einer klimafreundlichen Verkehrspolitik als Teil einer nachhaltigen Entwicklungsstrategie für Stadt und Region. „Allerdings muss gewährleistet sein, dass ein künftiges Verkehrssystem die weitere Entwicklung des Forschungsstandorts Tübingen befördert und nicht blockiert“, sagte der Rektor. Dementsprechend müssten bei der künftigen Planung einer Regionalstadtbahn vitale Interessen der Universität deutlich stärker als bislang berücksichtigt werden. Vor diesem Hintergrund forderten Universität und Medizinische Fakultät die Stadt Tübingen und die Betreiber der Regionalstadtbahn dazu auf, bei einer Realisierung der Innenstadtstrecke folgende Bedingungen erfüllen:&nbsp;</p><p>A. Erschütterungen: Zur Reduktion der Erschütterungen sind bestmögliche Schutzmaßnahmen am Gleis vorzusehen. Neben einer hochelastischen Schienenlagerung in Kombination mit einem verstärkten Oberbau entlang des gesamten hier betrachteten Streckenabschnitts (Kupferbau-Arboretum) sind in Teilabschnitten zusätzlich tiefabgestimmte Masse-Feder-Systeme umzusetzen.&nbsp;<br><br> B. Elektromagnetische Feldveränderungen: Zur Reduktion des Einflusskorridors der elektromagnetischen Feldveränderungen müssen die bestmöglichen Kompensationsmaßnahmen am Gleis („besonders hochwertig“ vergleichbar mit System Ulm) entlang des gesamten Trassenabschnitts (Kupferbau-Arboretum) vorgesehen werden.&nbsp;<br><br> C. Passive Schutzmaßnahmen: Die Betreiber der Regionalstadtbahn müssen die Kosten für passive Schutzmaßnahmen an Gebäuden der Universität übernehmen. Dazu gehören neben Maßnahmen zur elektromagnetischen Abschirmung von Geräten auch geeignete Maßnahmen gegen Straßenbahnlärm in Kurvensituationen, beispielsweise in der Nähe der Gebäude Neue Aula, Alte Physik, Alte Archäologie.&nbsp;<br><br> D. Werner Siemens Imaging Center (Forschungsgruppe präklinische Bildgebung): Vollständige Finanzierung eines Neubaus mit rund 2.000 Quadratmeter Nutzfläche für Büros und Labore, die teilweise Reinraum- und Strahlenschutzanforderungen genügen müssen, sowie Kostenübernahme für den Rückbau des bestehenden Gebäudes.&nbsp;<br><br> E. Entwicklungsflächen: Mit dem Bau der Regionalstadtbahn wird die rechtlich verbindliche Ausweisung neuer Entwicklungsflächen für Universität und Medizinische Fakultät aufgrund der absehbaren Verluste von nutzbaren Bauflächen in naher Zukunft zwingend erforderlich. Dabei ist eine Ausweisung von Flächen im Umfang der genannten Verluste sowie entsprechend künftig erwartbarer Bedarfe unabdingbar. Bisher vorgesehene Entwicklungsflächen wie Teile der Morgenstelle oder der Sarchhalde liegen in der unmittelbaren Einflusszone der Regionalstadtbahn und sind daher für den Bau neuer Forschungsgebäude keine realistische Option mehr. Als erster Schritt muss daher die Planung und der Bau der Südtangente Richtung Rosenau/Hagelloch zeitnah angegangen werden, damit die bereits jetzt im Flächennutzungsplan ausgewiesenen Sonderflächen baulich entwickelt werden können. Weitere Forschungsbauten der Universität, die in naher Zukunft realisiert werden müssen, können nur in neu ausgewiesenen Arealen gebaut werden.<br><br> F. Bauphase: Bereits während der Errichtung der Stadtbahntrasse müssen geeignete Maßnahmen zum Schutz vor Lärm, Erschütterungen und elektromagnetischen Feldveränderungen ergriffen werden.&nbsp;</p><p>Universität und Medizinische Fakultät seien nicht gegen den Bau einer Regionalstadtbahn, betonte der Rektor: „Die regionale Verkehrspolitik darf aber die Weiterentwicklung des Wissenschaftsstandortes nicht gefährden.“ In dieser Situation sei sowohl die Stadt Tübingen als auch die baden-württembergische Landesregierung in der Pflicht. Das Land verfüge in Tübingen über umfangreiche Flächen, die bereits vor Jahrzehnten für die langfristige Entwicklung der Universität angekauft worden seien. Diese Flächen müssten jetzt aktiviert werden.&nbsp;</p><p>Prof. Pichler betonte, die Tübinger Lebenswissenschaften und hier insbesondere die Medizinische Fakultät stünden in Konkurrenz zu führenden Forschungsstandorten weltweit. „Wir haben in diesem Wettbewerb hervorragende Chancen. Wenn wir aber erfolgreich sein wollen, brauchen unsere Forschungseinrichtungen räumliche Entwicklungspotenziale und eine entsprechende Planungssicherheit.“&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-60360</guid><pubDate>Thu, 04 Mar 2021 11:00:00 +0100</pubDate><title>Als aus Wölfen Hunde wurden</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=60360&amp;cHash=001b1099e46041b10f1cdea70db6b528</link><description>Ursprung des europäischen Haushundes im Südwesten Deutschlands vermutet</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein Forschungsteam des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen hat gemeinsam mit internationalen Kolleginnen und Kollegen die Anfänge der Domestizierung von Wölfen in Europa untersucht. Sie analysierten mit einem multimethodischen Ansatz mehrere <em>Canidae</em>-Fossilien aus einer Höhle im südwestlichen Deutschland. In ihrer heute im Nature-Fachjournal „Scientific Reports“ veröffentlichten Studie kommen sie zu dem Schluss, dass in dieser Region vor 16.000 bis 14.000 Jahren der Übergang von Wölfen zu gezähmten Hunden stattgefunden haben könnte.</p><p>Hunde gelten gemeinhin als die ältesten bekannten Haustiere. „Wann genau die Domestizierung von Wölfen zu Haus- und Hütehunden erfolgte, ist aber nach wie vor unklar. Wissenschaftliche Schätzungen variieren zwischen etwa 15.000 bis 30.000 Jahren vor heute“, erklärt Dr. Chris Baumann vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen und fährt fort: „Und auch der Ort dieses Übergangs vom Wild- zum Haustier ist bislang nicht geklärt.“</p><p>Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, hat Baumann mit einem internationalen Team mehrere fossile Knochen aus der Familie der Hunde (<em>Canidae</em>) – zu welcher neben heutigen Haushunden auch Wölfe und Füchse gehören – aus einer Höhle im Südwesten Deutschlands untersucht. „Die Gnirshöhle ist eine kleine Höhle mit zwei Kammern im Süden Baden-Württembergs, die in unmittelbarer Nähe zu zwei weiteren Höhlen aus dem Zeitalter des Magdalénien, einer archäologischen Kulturstufe im jüngeren Abschnitt des Jungpaläolithikums, liegt“, ergänzt Baumann.</p><p>Die aus der Gnirshöhle stammenden fossilen <em>Canidae</em>-Knochen wurden mit verschiedenen kombinierten Methoden untersucht. Der Tübinger Biogeologe hierzu: „Wir haben Morphologie, Genetik und Isotopie verknüpft und konnten so feststellen, dass die untersuchten Knochen aus vielen verschiedenen genetischen Linien stammen&nbsp;und die daraus neu sequenzierten Genome die ganze genetische Bandbreite von Wolf bis Hund abdecken.“</p><p>Das Forschungsteam geht daher davon aus, dass die Menschen des Madgaléniens Tiere gezähmt und aufgezogen haben, die aus verschiedenen Wolfslinien stammten. „Die Nähe der Tiere zu den Menschen sowie die Hinweise auf deren recht eingeschränkte Ernährung lassen uns annehmen, dass vor 16.000 bis 14.000 Jahren Wölfe bereits zu Haushunden domestiziert wurden. Ein Ursprung der europäischen Hunde könnte demnach im Südwesten Deutschlands liegen“, fasst Baumann zusammen.</p><h3>Publikation</h3><p>Chris Baumann et.al. (2021): A refined proposal for the origin of dogs: the case study of Gnirshöhle, a Magdalenian cave site. Scientific Reports. <a href="http://www.nature.com/articles/s41598-021-83719-7  " target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.nature.com/articles/s41598-021-83719-7</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-60423</guid><pubDate>Wed, 03 Mar 2021 11:42:46 +0100</pubDate><title>Michael Butter erhält Tübinger Preis für Wissenschaftskommunikation</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=60423&amp;cHash=173468f75e5f6c07dad87c3fa2ccde58</link><description>„Mutiges Eintreten gegen Verschwörungstheorien“ – Julia Diekämper und Robert Ranisch erhalten Nachwuchspreis für Kommunikation zu Chancen und Risiken der Genomveränderung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Amerikanist Professor Michael Butter erhält den neu geschaffenen Tübinger Preis für Wissenschaftskommunikation des Jahres 2021. Der 43-Jährige wird ausgezeichnet für die intensive Vermittlung seiner Forschung zu Verschwörungstheorien in der breiten Öffentlichkeit. Den diesjährigen Nachwuchspreis für Wissenschaftskommunikation erhalten die Medizinethikerin Dr. Julia Diekämper und der Medizinethiker Dr. Robert Ranisch für „ZukunftMensch“, ein gemeinsames Projekt des Berliner Museums für Naturkunde und der Universität Tübingen. Der Tübinger Preis für Wissenschaftskommunikation ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Die Auszeichnung ist Teil der Exzellenzstrategie der Universität Tübingen und soll den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft fördern. &nbsp;&nbsp;</p><p>„Michael Butter verbindet in vorzüglicher Weise internationale Spitzenforschung mit einer engagierten und breit angelegten Kommunikation seiner wissenschaftlichen Arbeit“, hieß es in der am Mittwoch veröffentlichten Begründung der Jury: „Sein mutiges Eintreten gegen Verschwörungstheorien leistet einen außerordentlich wichtigen Beitrag gegen einen zerstörerischen Diskurs, der das Vertrauen in unsere öffentlichen Institutionen untergräbt und damit den gesellschaftlichen Frieden massiv bedroht.“</p><p>Der Aufstieg populistischer Bewegungen weltweit und die zunehmende Präsenz von Verschwörungstheorien stehen in engem Zusammenhang. Michael Butter und sein Team erforschen das Thema seit mehreren Jahren, derzeit im Rahmen des Projekts „Populism and Conspiracy Theory (PACT)“, das durch einen Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrats gefördert wird. Im Projekt arbeitet ein interdisziplinäres Team aus Politikwissenschaft, Medienwissenschaft, Soziologie, Anthropologie und Geschichtswissenschaft zusammen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen zeitgenössische Verschwörungstheorien in Europa, den USA und Südamerika. Die Ergebnisse seiner Forschung vermittelt Butter seit mehreren Jahren in zahlreichen Interviews und öffentlichen Vorträgen. Darüber hinaus berät er Parteien, Ministerien sowie die Bundeszentrale für politische Bildung. Im vergangenen Jahr war der Amerikanist für Medien im In- und Ausland ein gefragter Gesprächspartner im Hinblick auf Verschwörungstheorien zu Ursachen und Verlauf der Corona-Pandemie.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-60111</guid><pubDate>Tue, 23 Feb 2021 15:51:37 +0100</pubDate><title>Otter jonglieren gerne mit Steinen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=60111&amp;cHash=25582dac5c0e047c61ecf55342b86d6e</link><description>Tübinger Forschende untersuchen Spiel- und Werkzeugverhalten der Otter: Fast alle Arten weltweit wurden dabei beobachtet, sich intensiv mit Steinen zu beschäftigen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Otter lieben Steine. Sie rollen und stapeln sie, schlagen sie gegeneinander, hämmern und jonglieren mit ihnen. Ein Forschungsprojekt der Universität Tübingen zeigt nun, dass sich dieses Verhalten bei Otterarten weltweit feststellen lässt, sowohl in freier Wildbahn als auch in Gefangenschaft. Die Ergebnisse wurde im Fachmagazin Animal Behavior &amp; Cognition veröffentlicht.</p><p>Bislang gab es nur verstreute Berichte und Videos von Ottern, die mit Steinen hantieren. Um herauszufinden, wie weit verbreitet dies tatsächlich ist, haben Dr. Elisa Bandini, Margherita Bandini und Dr. Claudio Tennie vom Institut für Ur- und Frühgeschichte Otter-Experten rund um den Globus nach ihren Beobachtungen befragt. Die Auswertung der Berichte zeigt: Zehn der dreizehn weltweit existierenden Otterarten wurden dabei beobachtet, Steine zu benutzen: zum Jonglieren, Klopfen, Hämmern oder Rollen. „Sehr wahrscheinlich gibt es diese Aktivitäten auch bei den drei übrigen Arten. Aber da sie in schwer zugänglichen Gebieten leben, wurde so etwas bei ihnen bislang noch nicht beobachtet“, sagt Elisa Bandini.&nbsp;</p><p>Im Tierreich ist diese Vorliebe für das Hantieren mit Steinen eine Rarität. Bislang ist sie nur bei Makaken bekannt, einer in Asien und Nordafrika lebenden Affengattung. Die meisten Otter benutzen Steine spielerisch. Nur Seeotter setzen – als einzige Otterspezies – Steine gezielt als Werkzeuge ein, mit denen sie Muscheln, Austern und Krebse „knacken“.&nbsp;</p><p>Welchen biologischen Sinn demgegenüber die spielerischen Verwendungsweisen haben, wird gerade erforscht. Möglicherweise unterstützt das Spiel mit Steinen in jungen Jahren die motorische Entwicklung der Tiere, während es im Alter dem Abbau der kognitiven Leistung vorbeugt. Bei Seeottern könnte es zudem wichtig sein, um den Gebrauch von Werkzeuge zu erlernen. Diese These knüpft an eine Studie zu wild lebenden Makaken in Thailand an: Diese zeigte, dass heranwachsende Makaken, die sich mit Steinen beschäftigen, diese später mit größerer Wahrscheinlichkeit auch als Werkzeuge einsetzen – im Gegensatz zu ihren Artgenossen, die im Jugendalter nicht mit Steinen spielten.&nbsp;</p><p>Dass der Umgang mit Steinen unter Ottern so weit verbreitet ist, lässt jedenfalls auf eine genetische Veranlagung dafür schließen, meint Forscherin Bandini. „Spannend ist, dass mit den Ottern eine Gattung ein solches Verhalten zeigt, die nicht zu den Primaten gehört – vor allem vor dem Hintergrund, dass Steine die ersten Werkzeuge der frühen Menschen waren. Wenn wir untersuchen, wie so unterschiedliche Tierarten mit Steinen umgehen, können wir möglicherweise auch rekonstruieren, wie unsere Vorfahren anfingen, den Nutzen von Steinen zu begreifen.“&nbsp;</p><h3>Publikation:</h3><p>Elisa Bandini, Margherita Bandini &amp; Claudio Tennie: A short report on the extent of stone handling behavior across otter species. Animal Behavior and Cognition 2021, 8(1), 15-22. <a href="https://doi.org/10.26451/abc.08.01.02.2021" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.26451/abc.08.01.02.2021</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-59716</guid><pubDate>Fri, 12 Feb 2021 09:05:00 +0100</pubDate><title>Nanokugeln zum Kräftemessen mit Zellmotoren</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=59716&amp;cHash=f5016d9a9c441ae4fe5f6233fab7351b</link><description>Tübinger Forschende entwickeln Kraftmikroskope für den Nanobereich ‒ Das Motorprotein Kinesin macht Tippelschritte und rutscht </description><content:encoded><![CDATA[<p>Motorproteine erzeugen die Kräfte für mechanische Prozesse in unseren Zellen. Auf einer Größenskala von Nanometern, also einem millionstel Millimeter, treiben sie unsere Muskeln an oder transportieren unter anderem Stoffe innerhalb einer Zelle. Solche Bewegungen, mit bloßem Auge nicht zu sehen, kann Erik Schäffer sichtbar machen: Der Professor für zelluläre Nanowissenschaften an der Universität Tübingen verfolgt mit eigens entwickelten Spezialmikroskopen, „optischen Pinzetten“, die Arbeit der molekularen Maschinen. Diese Technologie hat sein Team am Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen nun weiter verfeinert. Mit höher auflösenden, speziellen Sonden, den Germanium-Nanokugeln, lassen sich sowohl Bewegungen als auch die Kräfte eines Motorproteins messen. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin <em>Science</em> veröffentlicht.</p><p>Die untersuchten Motorproteine sind mit einer Größe von lediglich 60 Nanometern echte Winzlinge, aber für Zellprozesse unverzichtbar. Unter anderem helfen sie bei der Zellteilung, Chromosomen mechanisch auseinanderzuziehen, oder sie transportieren „Pakete“ innerhalb der Zelle. Funktionieren diese Motorproteine nicht, kann dies beispielsweise in Nervenzellen zu neurologischen Krankheiten wie Alzheimer beitragen.&nbsp;</p><p>Um den Mechanismen dieser molekularen Maschinen auf die Spur zu kommen, entwickelte Biophysiker Erik Schäffer ultragenaue optische Pinzetten. Sie beruhen auf Prinzipien, die bereits der Astronom Johannes Kepler 1609 entdeckte und für die der Physiker Arthur Ashkin 2018 den Nobelpreis erhielt. Dabei wird der Strahlungsdruck von Licht ausgenutzt, um mit Laserstrahlen berührungslos kleine Kugeln festzuhalten und kleinste Kräfte zu messen. Mit diesem Werkzeug konnte Schäffer in den vergangenen Jahren bereits nachweisen, dass sich beispielsweise das Motorprotein Kinesin tanzenderweise fortbewegt: Mit zwei „Füßen“ macht es acht Nanometer große Schritte und dabei jeweils eine Halbdrehung – ähnlich wie bei einem Wiener Walzer.&nbsp;</p><p>Seine Doktorandin Swathi Sudhakar hat die Technologie der optischen Pinzetten nun weiterentwickelt. Mit sogenannten Germanium-Nanokugeln, viel kleinere und höher auflösende Sonden, kommt man gerade noch gegen die fünf Pikonewton starken Kräfte der biologischen Motoren an ‒ dies entspricht fünf Billionstel der Gewichtskraft einer Tafel Schokolade. Somit lassen sich auch kleinste und schnelle Bewegungen messen. Bisher konnten diese wegen der für kleine Teilchen typischen, ruckartigen Wärmebewegung nicht exakt beobachtet werden.&nbsp;</p><p>So ließ sich Kinesin in Echtzeit beobachten und Sudhakar konnte einen weiteren „Zwischenschritt“ in seiner Fortbewegung nachweisen, die den Walzer fast perfekt machen. „Ob es diesen Zwischenschritt gibt, wurde unter Wissenschaftlern seit 20 Jahren diskutiert“, sagt Schäffer. „Wir konnten dies erstmals direkt mit optischen Pinzetten messen.“ Zudem zeigte sich durch die Nanokugeln ein bislang unbekannter „Rutschmechanismus“ des Motorproteins: „Das ist eine Art Sicherungsleine, die den Motor in der Schiene hält, sollte die Last zu hoch sein“, sagt Schäffer. Dieser Mechanismus erkläre die hohe Effizienz des Stofftransports in Zellen. „Weiß man, wie Kinesin-Motoren im Detail funktionieren, versteht man auch die lebenswichtigen Zellprozesse, die sie antreiben, und Fehlfunktionen, die zu Krankheiten führen können, besser.“</p><p>Der Wissenschaftler vergleicht die neue Technologie mit einem vertieften Blick, sozusagen „unter die Haube“ der molekularen Maschinen. So könne man nicht nur einzelne Bewegungen von Motorproteinen exakt beobachten, sondern auch besser verstehen, wie beispielsweise Eiweiße ihre Struktur erhalten. „Die Nanokugeln haben als Halbleiter weitere spannende optische und elektrische Eigenschaften und könnten auch in anderen Bereichen der Nano- und Materialwissenschaften eingesetzt werden, beispielsweise für bessere Lithium-Ionen-Akkus.“</p><h3>Video – Visualisierung eines Motorproteins:</h3><p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=plvQCOE9s_k" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.youtube.com/watch?v=plvQCOE9s_k</a>&nbsp;</p><h3>Publikation:&nbsp;</h3><p>Swathi Sudhakar, Mohammad Kazem Abdosamadi, Tobias Jörg Jachowski, Michael Bugiel, Anita Jannasch, Erik Schäffer: „Germanium nanospheres for ultraresolution picotensiometry of kinesin motors.“ Science, DOI: 10.1126/science.abd9944&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-59575</guid><pubDate>Tue, 09 Feb 2021 09:39:57 +0100</pubDate><title>Neuer Schnelltest zum Nachweis von Corona-Antikörpern entwickelt </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=59575&amp;cHash=1a5ca2cf7921025dd97b9b60cd4e7b3a</link><description>Ergebnis in nur zwölf Minuten – Neues Testverfahren übertrifft ELISA-Methode – „Meilenstein in der Entwicklung der immunologischen Diagnostik“ </description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein internationales Forschungsteam der Universitäten Paraná (Brasilien) und Tübingen hat einen Schnelltest entwickelt, der innerhalb von Minuten Antikörper gegen den Covid-19 Erreger SARS-Cov2 im Blut zuverlässig nachweisen kann. Wie die Forscherinnen und Forscher in der Fachzeitschrift ACS Sensors berichteten, lässt sich das neue Verfahren aufgrund eines einfachen Messprinzips ohne teure Instrumente durchführen und ist daher auch für mobile Teststationen oder für Labore in wirtschaftlich weniger entwickelten Regionen geeignet. Die neue Diagnosemethode sei zudem deutlich schneller als das sogenannte ELISA-Verfahren, das in der Labordiagnose von Antikörpern seit Jahrzehnten als Goldstandard gilt.&nbsp;</p><p>„Nur eine kleine Probenmenge wird für den Test benötigt: gerade mal ein Tropfen reicht aus, der zwei Mikroliter Serum enthält“, sagte der Erstautor der Studie, Professor Luciano F. Huergo von der Universität Paraná: „Zudem ist es möglich, Vollblut einzusetzen, das heißt die normalerweise notwendige Abtrennung der löslichen Blutbestandteil kann für die Diagnose entfallen.“ Das ermögliche den Einsatz des Tests an Pflege- und Teststationen vor Ort. „Ein ausgestattetes Labor sowie der Einsatz spezieller Geräte ist für die Durchführung nicht unbedingt erforderlich“ Darüber hinaus sei die Gesamtreaktionszeit 15-mal kürzer als die des klassischen ELISA-Tests, wie Huergo erläutet: „Dadurch können Hunderte von Proben in wenigen Stunden getestet werden.“</p><p>Das neue Testverfahren basiert auf magnetischen Nanopartikeln, die mit viralen Antigenen beschichtet sind. Zur Durchführung des Tests wird Blutserum oder Blut auf die Testoberfläche aufgetragen. Nach ungefähr zwei Minuten werden die Nanopartikel gewaschen und mit einer Entwickler-Reagenz behandelt. Weist die Blutprobe Antikörper gegen das Coronavirus auf, kommt es zu einem Farbumschlag. Während beim&nbsp;traditionellen ELISA-Test das Ergebnis nach etwa drei Stunden vorliegt, benötigt die neue Methode nach den Ergebnissen der Studie nur zwölf Minuten. &nbsp;</p><h3>Einsatz bei akut Erkrankten und bei Genesenen möglich</h3><p>Antikörper gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 bilden sich im Allgemeinen elf bis 16 Tage nach Auftreten der Symptome aus. Einige Patienten produzieren jedoch bereits zwei bis vier Tage nach den ersten Krankheitssymptomen Antikörper in nachweisbaren Konzentrationen. Immunologische Tests können daher als zusätzliche Instrumente zur Identifizierung von Patienten in der akuten Phase der Covid-19-Erkrankung beitragen oder von Patienten, die in der PCR-Untersuchung als falsch negativ getestet wurden.</p><p>„Unser Test schnitt insbesondere bei Proben mit niedrigen Antikörpertitern besser ab als das ELISA-Verfahren.“, sagte Professor Karl Forchhammer vom Interfakultären Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin der Universität Tübingen. „Die Methode arbeitete mit einer Sensitivität von 87 Prozent sowie einer Spezifität von 99 Prozent der getesteten Covid-19-Proben.“ Bereits mit dem bloßen Auge könnten positive und negative Ergebnisse festgestellt werden. Durch den Einsatz zusätzlicher Instrumente, wie eines Microplate-Readers, könne die Präzision des Tests weiter gesteigert werden. „Ein weiterer Vorteil gegenüber dem ELISA-Vefahren besteht darin, dass das Farbergebnis unseres neuen Verfahrens direkt proportional zur Antikörperkonzentration ist“, sagte Huergo. „Mit anderen Worten, die neue Methode liefert Daten über die Menge an Antikörpern und nicht nur über ihr Vorhandensein oder Nichtvorhandensein.“</p><p>Darüber hinaus zeigt die Studie, dass die neue Technologie auch auf die serologische Diagnose anderer Krankheiten angepasst werden kann. Professor Huergo sagte, das neue Verfahren habe das Potenzial, den seit den 1970er Jahren verwendeten ELISA-Test zu ersetzen: „Wir glauben, dass diese Technik einen Meilenstein in der Entwicklung der immunologischen Diagnostik darstellt.“ In der Forschungsliteratur gebe es keine Berichte über einen immunologischen Test für Covid-19, der so schnell, mit so hoher Genauigkeit und vor allem so geringen Kosten Daten liefere.&nbsp;</p><p>Die Autorinnen und Autoren der Studie gehen davon aus, dass das neue Verfahren künftig zu vergleichbaren Kosten für jeweils eine Diagnose wie der ELISA-Test angeboten werden kann. „Der Test erfordert nur minimale Instrumentierung in allen Produktionsphasen und soll nun mit einer größeren Anzahl von Proben sowie für die Massenproduktion evaluiert werden“, sagt Dr. Khaled Selim, der Leiter des deutschen Teams an der Universität Tübingen. „Wir glauben, dass unsere schnelle und quantitative Methode zum Nachweis von SARS-CoV-2-Antikörpern dabei helfen kann, Fälle von Covid-19 zu verfolgen, insbesondere in Entwicklungsländern wie Brasilien, die nicht den Luxus haben, regelmäßige PCR-basierte Tests im Rahmen der Krankenversorgung durchzuführen.“ Die Technologie steht für Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationspartnerschaften über die Innovationsagentur der Universität Paraná zur Verfügung, die über die gesetzlichen und Patentrechte verfügt.</p><h3>Publikation:&nbsp;</h3><p>Luciano F. Huergo, Khaled A. Selim, Marcelo S. Conzentino, Edileusa C. M. Gerhardt, Adrian R. S. Santos, Berenike Wagner, Janette T. Alford, Nelli Deobald, Fabio O. Pedrosa, Emanuel M. de Souza, Meri B. Nogueira, Sônia M. Raboni, Dênio Souto, Fabiane G. M. Rego, Dalila L. Zanette, Mateus N. Aoki, Jeanine M. Nardin, Bruna Fornazari, Hugo M. P. Morales, Vânia A. Borges, Annika Nelde, Juliane S. Walz, Matthias Becker, Nicole Schneiderhan-Marra, Ulrich Rothbauer, Rodrigo A. Reis, and Karl Forchhammer. Magnetic Bead-Based Immunoassay Allows Rapid, Inexpensive, and Quantitative Detection of Human SARS-CoV-2 Antibodies.&nbsp;<br> ACS Sens, January 26, 2021; <a href="https://doi.org/10.1021/acssensors.0c02544" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1021/acssensors.0c02544</a>&nbsp;&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-59503</guid><pubDate>Mon, 08 Feb 2021 09:20:09 +0100</pubDate><title>Quantenoptik verfeinert medizinische Diagnose</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=59503&amp;cHash=99f491c951c36e1cdfb96cea0d942c71</link><description>Forschungspreis 2020 der Dr. K. H. Eberle Stiftung für neue Mikroskopiemethode – Neues Förderformat prämiert kreative Ideen für die digitale Lehre</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wie in den Vorjahren hat die Dr. K. H. Eberle Stiftung auch im Jahr 2020 den mit 250.000 Euro dotierten Forschungspreis für innovative Projekte an der Universität Tübingen vergeben. Im Jahr 2020 ging die Auszeichnung an das interdisziplinäre Projekt „Mikroskopie des Stoffwechsels“: Die Biochemiker Dr. Sabrina Hoffmann und Dr. André F. Martins (Werner Siemens Imaging Center) planen gemeinsam mit den Physikern Dr. Lőrinc Sárkány und Professor József Fortágh (Center for Quantum Science) die Entwicklung einer innovativen Mikroskopiemethode, mit der sich selbst kleinste Veränderungen des Stoffwechsels im Gewebe lokal und in Echtzeit abbilden lassen. Die Methode könnte so als neues Diagnoseverfahren Teil der präklinischen Bildgebung werden.</p><p>„Uns hat das Projekt überzeugt. Sollte dieses Diagnoseverfahren funktionieren, hätten wir einen weiteren Leuchtturm, um im Bereich der personalisierten Medizin voranzukommen“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Dr. Eberle Stiftung, Thomas Schwind. Die Übergabe an die Preisträger konnte aufgrund der Pandemie noch nicht im feierlichen Rahmen stattfinden, soll aber nachgeholt werden, sobald die Infektionslage dies zulässt.</p><p>Zudem hat das an der Universität Tübingen angesiedelte Dr. Eberle Zentrum für digitale Kompetenzen im Jahr 2020 Jahr erstmals ein Förderformat für die Entwicklung digitaler und frei verfügbarer Lehr- und Lernmaterialien ausgeschrieben, sogenannte Open Educational Resources (OER). Fünf der eingereichten Projektideen werden mit jeweils bis zu 10.000 Euro gefördert. Mit den Mitteln will die Dr. K. H. Eberle Stiftung Projekte unterstützen, die neue digitale Formate in der universitären Lehre erproben und Lehr- und Lernmaterien zur Ergänzung der Präsenzlehre entwickeln.</p><p>Die Stiftung verleihe nicht nur Preise, sondern lege auch viel Wert auf eine dauerhafte institutionelle Förderung, betonten die Vorstände Dr. Alexandra Zoller und Dr. Georg von Schönau. „Das Zentrum für digitale Kompetenzen soll Studierenden und der Professorenschaft einen wichtigen Baustein zur Weiterentwicklung der digitalen Kompetenzen an der Hochschule an die&nbsp;Hand geben. Auch vor dem Hintergrund der Pandemie eine richtige Entscheidung“, unterstrichen die beiden Vorstände.</p><h3>Forschungspreis: Den Stoffwechsel in Echtzeit verfolgen</h3><p>Der Stoffwechsel eines Gewebes ist charakteristisch für dessen Gesundheitszustand und eignet sich damit hervorragend für die medizinische Diagnostik. Krankheitsbedingte Veränderungen des Stoffwechsels im Körper können durch die modernen Bildgebungsverfahren Positronen-Emissions- Tomographie (PET) und Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) erkannt werden. Diese Methoden sind jedoch hinsichtlich der Sensitivität, Auflösung und Verfolgung der endogenen Stoffwechseldynamik begrenzt – die Preisträger sehen deshalb dringenden Bedarf an neuen Methoden, die eine kontinuierliche Echtzeit-Diagnose ermöglichen.</p><p>In der Quantenoptik ist die mikroskopische Detektion einzelner Atome und Moleküle anhand ihrer optischen Eigenschaften, Schwingungs- und Rotationsspektren sowie deren Beobachtung in Echtzeit Standard. Auf dieser Grundlage werden aktuell Quanten- und Sensortechnologien entwickelt, die nun mit diesem interdisziplinären Projekt auch in der medizinischen Diagnostik angewendet werden sollen. Durch die Kombination faseroptischer Lasertechniken und moderner spektroskopischer Verfahren soll eine Mikroskopiemethode entwickelt werden, die bei minimalem Eingriff und kombiniert mit den bildgebenden Methoden PET/MRT bisherige diagnostische Einschränkungen überwinden und ein ganzheitliches, dynamisches Bild des Stoffwechsels erstellen kann.</p><h3>OER-Förderung: Mit diesen Programmen macht Lernen im Netz Spaß</h3><p>Mit dem neuen Förderformat „Digitale Lehr- und Lernmaterialien“ ruft das Dr. Eberle Zentrum für digitale Kompetenzen der Universität Tübingen dazu auf, Konzepte für Online-Formate einzureichen ‒ von einzelnen Modulen bis zu multimedial aufbereiteten Kursen. Diese sollen in Lehrveranstaltungen einsetzbar sein und als „Open Educational Resources (OER)“ national wie international zur Verfügung stehen. Möglich wird dies über den Onlinedienst „Open Educational Resources der Hochschulen in Baden-Württemberg“, den die Universitätsbibliothek Tübingen im Rahmen des Hochschulnetzwerks „Digitalisierung der Lehre“ zur Verfügung stellt. (<a href="https://www.oerbw.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.oerbw.de/</a>)</p><p>Das Zentrum wurde von der Dr. K. H. Eberle Stiftung bisher mit 600.000 Euro finanziert und soll auch weiterhin gefördert werden. Als Lehr- und Lernzentrum bildet es Studierende sowie Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler für den Einsatz digitaler Medien in Forschung und Studium aus. Die OER-Preise gehen in diesem Jahr an folgende Projektideen:</p><ul><li>Im Projekt <strong>„Computational Thinking als kognitive Grundlage des Programmierens“ </strong>entwickelt Katerina Tsarava vom Hector Institut für Empirische Bildungsforschung (HIB) ein Unterrichtsmodul für angehende Lehrkräfte im Bereich Informatik. Schülerinnen und Schüler ab der fünften Klasse können damit spielerisch an die Grundlagen des Programmierens her- angeführt werden. Das Projekt ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen HIB (Prof. Ulrich Trautwein) und dem Fachbereich Informatik (Prof. Klaus Ostermann). Es baut auf einem Modul für Grundschulen auf, entwickelt von Katerina Tsarava, Dr. Manuel Ninaus (Leibniz Institut für Wissensmedien) und Prof. Korbinian Moeller (Loughborough University).<br> 	&nbsp;</li><li>Im Projekt <strong>„MuseumVirtuell“</strong> erarbeitet Stefan Krmnicek, Juniorprofessor für Antike Numismatik am Institut für Klassische Archäologie, ein Modul, das Studierende der kunst- und kulturwissenschaftlichen Fächer für den Einsatz von „Virtual Reality“ im Museumsbereich schult. In einem Seminar lernen diese, wie sich aus digitalisierten Museumsobjekten eine virtuelle Ausstellung im Internet konzipieren und praktisch umsetzen lässt.<br> 	&nbsp;</li><li>Mit dem Projekt <strong>„Geo-dig online – praxisnahe Lernelemente in Lehrveranstaltungen der Geoinformatik“</strong> erweitern Dr. Andreas Braun und Dr. Hans-Joachim Rosner vom Lehrstuhl „Physische Geographie und Geoinformatik“ Lehrinhalte der Geoinformatik durch anwendungsbezogene Lern- und Prüfungsinhalte. Das Geographische Institut vermittelt Studierenden bereits Kompetenzen in Kartographie, Statistik, räumlicher Datenanalyse und der Auswertung von Satellitenbildern. Nun werden diese Module durch praktische digitale Aufgaben und geleitete Übungen (z.B. durch Videos) zu Themen der Geo-Visualisierung, der Verwendung von Programmiersprachen oder des Cloud Computings erweitert.<br> 	&nbsp;</li><li>PD Dr. Sebastian Bücking und Edith Scheifele, M.A., vom Deutschen Seminar/Sonderforschungsbereich 833 gestalten ein Lehr-Lern-Modul<strong> „Natürliche und formale Sprachen“</strong>, das in den Zusammenhang von natürlichen und formalen Sprachen einführt. Formale Sprachen werden in der Sprachwissenschaft dazu genutzt, natürliche Sprachen wie das Deutsche oder Englische zu beschreiben und deren Funktionsweise zu erklären. Sie finden aber auch als Programmiersprachen (z.B. R, Latex) Anwendung. Das Modul will dazu befähigen, formale Sprachen zu verstehen, zu erlernen und für die theoretische und praktische Arbeit mit natürlichen Sprachen nutzbar zu machen. (Homepage: <a href="https://bit.ly/3eQpStu)" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bit.ly/3eQpStu)</a><br> 	&nbsp;</li><li>Im Lehrprogramm <strong>„Embryologie-Lernspiele“</strong> hat PD Dr. Ingmar Werneburg aus der Paläontologischen Sammlung der Universität seltene historische Embryonen-Zeichnungen aufbereitet. Für das Verständnis der Stammbaumforschung entwickelte er – zusammen mit Schweizer Kollegen – ein interaktives Online-Programm für Studierende. Mit der OER-Förderung soll dieses weiter ausgebaut und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. (Programm: <a href="http://www.msanchezlab.net/phylotool/tool/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.msanchezlab.net/phylotool/tool/</a>).</li></ul><p><br> Die Dr. K. H. Eberle Stiftung mit Sitz im baden-württembergischen Lörrach wurde aus dem Vermögen des Unternehmers Dr. Karl Helmut Eberle gegründet und engagiert sich in der Forschungs- und Innovationsförderung in Tübingen und anderen Hochschulen. Eberle, der im November 2015 im Alter von 88 Jahren starb, hatte an der Universität Tübingen Medizin studiert und war danach erfolgreich in der Immobilienbranche tätig. <a href="https://dreberlestiftung.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://dreberlestiftung.de/</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-59239</guid><pubDate>Mon, 01 Feb 2021 09:34:18 +0100</pubDate><title>Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte geht an australische Forscherin</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=59239&amp;cHash=15391a003ce294d2efcd83a2d016fa4f</link><description>Anna Florin zeigt an 65.000 Jahre alten Pflanzenresten, dass die ersten Menschen Australiens viel Zeit mit der Essenszubereitung verbrachten</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie geht in diesem Jahr an Dr. Anna Florin von der University of Queensland in Brisbane. Die Australierin wird für ihre Dissertation „Archaeobotanical investigations into 65,000 years of plant food use at Madjedbebe, Mirarr Country, northern Australia“ ausgezeichnet. Sie untersuchte 65.000 Jahre alte Pflanzenmakrofossilien, die in Madjedbebe in Nordaustralien gefunden wurden, um so Veränderungen in der Ernährung und Landnutzung der Menschen nachzuvollziehen. Sie zeigte in ihrer Arbeit, dass die ersten Menschen geschickte Sammler waren, die komplexe Verarbeitungstechniken für pflanzliche Lebensmittel beherrschten.</p><p>Anna Florin studierte an der University of Queensland in Brisbane Archäologie und promovierte dort auch. Sie ist derzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin am <em>ARC Centre of Excellence for Australian Biodiversity and Heritage</em> an der University of Wollongong.</p><p>In ihrer Forschung setzten Florin und ihr Team Hochleistungs- Lichtmikroskopie und Rasterelektronenmikroskopie ein, um verkohlte Pflanzenreste aus alten Feuerstellen der Madjedbebe-Stätte zu analysieren. Es sind weggeworfene Reste von Mahlzeiten, die vor Zehntausenden von Jahren gekocht und geteilt wurden. Es zeigte sich, dass die Proben konservierte Reste von Früchten, Nüssen, Samen, Palmstämmen sowie Wurzeln und Knollen enthielten. „Für viele der gefundenen pflanzlichen Nahrungsmittel benötigte man viel Zeit und gute Kenntnisse für die Zubereitung“, erklärt Florin. Die Ergebnisse stellen frühere Theorien in Frage, die davon ausgingen, dass die frühen modernen Menschen sich mit möglichst wenig Aufwand ernährten und keine abwechslungsreiche Ernährung hatten.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-59233</guid><pubDate>Mon, 01 Feb 2021 09:09:14 +0100</pubDate><title>Europäische Universitätsallianz CIVIS nimmt University of Glasgow auf</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=59233&amp;cHash=6b92164a00be7ced059dc5f3a8c83fc3</link><description>Einbindung schottischer Spitzenuniversität stärkt Beziehungen zu Großbritannien nach dem Brexit</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die University of Glasgow ist neuer assoziierter Partner im europäischen Universitätsverbund CIVIS, der seit 2019 im Rahmen der „European Universities“-Initiative der Europäischen Kommission gefördert wird. Die Kommission hatte im Dezember einen entsprechenden Antrag der acht Gründungspartner des Netzwerks bewilligt, zu dem auch die Universität Tübingen gehört. CIVIS ist ein Verbund führender Universitäten aus ganz Europa, die innovative Lehre und Forschung sowie zivilgesellschaftliches Engagement fördern und den Austausch von Studierenden und Beschäftigten voranbringen wollen. Zudem sollen Verbindungen in den Nahen Osten und nach Afrika aufgebaut werden.</p><p>Als Spitzenuniversität von Weltrang ergänzt die University of Glasgow die CIVIS-Allianz in hervorragender Weise. Zudem stärkt die Zusammenarbeit mit der schottischen Universität die Beziehungen der CIVIS-Partner nach Großbritannien und eröffnet neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit auch nach dem Brexit.</p><p>„Mit der Aufnahme der University of Glasgow setzen wir ein Zeichen, dass Großbritannien für uns nach wie vor zu Europa gehört,“ sagt Professorin Monique Scheer, Prorektorin für Internationales und Diversität der Universität Tübingen. Dieses europäische Selbstverständnis teilt auch ihre Amtskollegin in Glasgow, Rachel Sandison: „Auch nach dem Brexit sieht sich Glasgow weiterhin als stolze europäische Institution, die viel zu einer Zusammenarbeit mit europäischen Partnern beitragen und davon profitieren kann."</p><p>Die University of Glasgow gehört laut Times Higher Education Ranking und QS World University Ranking zu den Top 100 der Universitäten welt- weit. Bereits seit fünf Jahren arbeitet die Universität Tübingen mit Glasgow und weiteren europäischen Hochschulen im Rahmen von „The Guild“ zusammen, einem Verbund führender Forschungsuniversitäten.</p><p>„Für Tübingen ist die University of Glasgow ein vertrauter und bewährter Partner,“ erklärt Professorin Scheer. „Solche etablierten Partnerschaften sind für die CIVIS-Allianz eine wichtige Grundlage.“ Innerhalb von CIVIS ist Tübingen federführend dabei, auch Partnerschaften mit Universitäten in der Region Afrika-Nahost zu erschließen. „Die Stärken, die Glasgow in diesem Bereich mitbringt, sind für CIVIS ein enormer Gewinn,“ so die Prorektorin.</p><p>Mit der Aufnahme der University of Glasgow umfasst die CIVIS-Allianz nun eine Community von rund 450.000 Studierenden und 65.000 Beschäftigten, darunter mehr als 30.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Mit ihrer gebündelten Expertise wollen die Partner neue Wege in der Hochschulbildung gehen – lokal verwurzelt mit guten Beziehungen in die Gesellschaft vor Ort, aber zugleich mit dem Ziel, globale Herausforderungen gemeinsam anzugehen.</p><h3>Weitere Informationen zu CIVIS</h3><p>Gründungsmitglieder der Allianz: Universität Aix-Marseille (Frankreich), Nationale und Kapodistrias- Universität Athen (Griechenland), Universität Bukarest (Rumänien), Freie Universität Brüssel (Belgien), Autonome Universität Madrid (Spanien), Sapienza Universität Rom (Italien), Universität Stockholm (Schweden), Universität Tübingen</p><p>Informationen im Internet: <a href="http://www.civis.eu" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">http://www.civis.eu</a> und <a href="/pt/international/universitaet/netzwerke/civis/">https://uni-tuebingen.de/de/148059</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-58309</guid><pubDate>Mon, 04 Jan 2021 10:06:52 +0100</pubDate><title>Universität Tübingen verleiht Lehrpreis für  innovativen Webcomic</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=58309&amp;cHash=99444f770784d829c9d6e7d89607ec8c</link><description>Masterseminar erzählt Geschichte der Sozialwissenschaft in Comicform</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Lehrpreis der Universität Tübingen für das Jahr 2020 geht&nbsp;an Juniorprofessorin Ursula Offenberger (Schwerpunkt Lehre, Methodenzentrum der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften) sowie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars „Chicagoer Pragmatismus in Theorie und Praxis: Ursprünge empirischer Sozialforschung in den USA“ am Institut für Erziehungswissenschaften. Das Team wird für die Entwicklung eines Webcomics ausgezeichnet, in dem die Geschichte der Sozialwissenschaften erzählt wird. Der Comic kann auch künftig in Seminaren eingesetzt werden.</p><p>Die öffentliche Verleihung des Lehrpreises musste im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie ausgesetzt werden. Seit 2007 wird der Lehrpreis jährlich für besonders nachhaltige Lehrleistungen und Engagement für Studierende vergeben. Das Auswahlverfahren findet durch die Senatskommission Studium und Lehre statt.</p><h3>Informationen zum Lehrpreis:</h3><p>In dem Masterseminar entwickelten Ursula Offenberger und ihre Studierenden gemeinsam das Konzept für einen Webcomic. Dieser erzählt die Geschichte von den Anfängen der empirischen Sozialforschung in den USA. Im Mittelpunkt steht dabei eine Form von Sozialforschung, in der Sozialwissenschaft, Politik und praktische Sozialarbeit noch nicht getrennt waren, sondern eine Einheit bildeten. Außerdem geht es um wegweisende Beiträge von Frauen zur Geschichte der Sozialwissenschaft – eine Perspektive, die sich in den gängigen Klassikerkanones häufig nicht widerspiegelt.</p><p>Der Webcomic wurde mit Unterstützung einer Illustratorin fertiggestellt und wird seit Dezember 2020 in Etappen veröffentlicht. Ziel des Projekts ist dabei einerseits Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmern zu ermöglichen, mit kreativen Schreibtechniken zu experimentieren. Andererseits soll das Produkt bei anderen Studierenden das Interesse für die Geschichte der Sozialwissenschaften wecken. Die Comicszenen werden mit Hyperlinks zu vielfältigen Quellen angereichert, zum Beispiel mit Originaltexten, Bildern und Videos. Dies soll eine multimediale Annäherung an die Geschichte ermöglichen. Das innovative Projekt zeichnet sich durch die Wahl eines für Wissenschaftskommunikation und Lehre gleichermaßen ungewöhnlichen Mediums aus.&nbsp;</p><p>Das gesamte Projekt lässt sich erkunden unter:<br><a href="https://digital-humanities.uni-tuebingen.de/webcomics/pragmatism-reloaded/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://digital-humanities.uni-tuebingen.de/webcomics/pragmatism-reloaded/</a><br> sowie bei Instagram: <a href="https://www.instagram.com/pragmatism_reloaded/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.instagram.com/pragmatism_reloaded/</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-58123</guid><pubDate>Thu, 17 Dec 2020 17:28:34 +0100</pubDate><title>Über 100 Millionen Euro zusätzlich für KI-Forschung in Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=58123&amp;cHash=51ba2052e042661a9f248daac6aa6f73</link><description>Bundeskanzlerin Merkel spricht von echtem „Gamechanger“ für KI der nächsten Dekade und gibt Startschuss für „AI Breakthrough Hub“ – Förderung von Bund, Land und Hector-Stiftung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Bundesregierung und das Land Baden-Württemberg bauen ihre Förderung des KI-Standortes Tübingen massiv aus. Insgesamt wird in den kommenden Jahren ein dreistelliger Millionenbetrag zusätzlich in die Erforschung und Entwicklung auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz (KI) fließen – darunter 100 Millionen Euro von einer Stiftung des SAP-Gründers Hans-Werner Hector, unter anderem zur Schaffung von „Hector Endowed ELLIS Fellowships“. „Die Bundesregierung wird die KI-Forschung und den Transfer in die Anwendung weiter intensiv unterstützen“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag in einer Videokonferenz zum Startschuss für den „AI Breakthrough Hub“. „Kürzlich haben wir die Fortschreibung der KI-Strategie beschlossen und im Rahmen des Zukunftspakets haben wir zusätzliche zwei Milliarden Euro für KI zugesagt. Beides zusammen soll als Katalysator wirken: für modernste Recheninfrastrukturen, attraktive Bedingungen für Spitzentalente und zukunftsgerichtete KI-Ökosysteme.“</p><p>Das von Bund, Land und privater Seite finanzierte Projekt „AI Breakthrough Hub“ wird rund um das Tübinger AI Center verwirklicht, dem gemeinsamen Kompetenzzentrum für Maschinelles Lernen von Universität Tübingen und dem Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme. Dieses wachsende KI-Ökosystem, zu dem neben Cyber Valley auch das European Laboratory for Learning and Intelligent Systems (ELLIS) gehört, soll die Anziehungskraft Deutschlands für internationale Talente auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz deutlich erhöhen. Hierzu gehören ein Fellowship-Programm für hochrangige Gastwissenschaftler, der Ausbau der Rechnerleistung, eine Coding School &nbsp;zur Programmierausbildung, der Aufbau einer Plattform für künftige KI-Startups&nbsp;und sowie eine verstärkte Forschung auf dem Gebiet von KI-Anwendungen für die Medizin.</p><p>EU-Vizepräsidentin Margrethe Vestager verwies auf die Notwendigkeit, Industrieanwendungen in das KI-Zeitalter zu überführen. „Die Verknüpfung der industriellen Basis mit der Spitzenforschung im Bereich der künstlichen Intelligenz ist der beste Weg nach vorn“, sagte die EU-Kommissarin für Digitales und Wettbewerb, die ebenfalls an der Videokonferenz teilnahm. „Wir müssen auch die Zusammenarbeit verstärken, was dieses neue AI Breakthrough Hub im Kern ausmacht. Unser europäischer Ansatz beruht auf unseren Werten – und dieser neue Hub wird ein Eckpfeiler sein, um die künstliche Intelligenz in Europa voranzubringen.“</p><p>„Heute ist das Cyber Valley eine der größten Forschungskooperationen in Europa und ein internationaler Leuchtturm in der KI-Forschung. Und das dank eines gemeinsamen Kraftakts von Bund, Land, Wissenschaft, Wirtschaft und privaten Stiftern“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann. 140 Millionen Euro habe das Land Baden-Württemberg bereits in den erfolgreichen Weg von Cyber Valley investiert. „Zuletzt an diesem Dienstag einen zweistelligen Millionenbetrag, um die gemeinsame Förderung des KI-Kompetenzzentrums durch Bund und Land abzusichern. Gemeinsam mit dem Bund und Cyber Valley haben wir mit dem ,AI Breakthrough Hub‘ ein hervorragendes Konzept zur Förderung der KI hierzulande erstellt. Außerdem freue ich mich, dass auch die Hector Stiftung die Berufung von KI-Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern im Cyber Valley mit einem Betrag von bis zu 100 Millionen Euro fördern wird.“</p><p>„Cyber Valley hat es in wenigen Jahren geschafft, international beste KI-Talente anzuziehen und sich hervorragend mit den bedeutendsten Standorten der KI-Forschung in der Welt zu vernetzen“, sagte Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. „Mit einer großen gemeinsamen Anstrengung können wir jetzt den Durchbruch schaffen und Cyber Valley weltweit in die Spitzenliga bringen und dort halten. Denn wir wollen bei der Entwicklung einer europäischen KI schnell vorankommen.“</p><p>„Seit vier Jahren bauen wir hier mit herausragenden Kolleginnen und Kollegen etwas Neues auf. Wir haben Cyber Valley gegründet, ein regionales KI-Ökosystem mit internationaler Anziehungskraft. Dann sind wir Teil der KI-Strategie des Bundes geworden – und in den vergangenen beiden Jahren haben wir uns daran gemacht, auch zu einem Motor der europäischen KI zu werden“, sagte Prof. Dr. Bernhard Schölkopf, Direktor am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme. „Der offizielle Launch der ersten 30 ELLIS-Forschungseinrichtungen im September, darunter auch Tübingen, war ein Meilenstein auf dem Weg dorthin, dass Europa mit den KI-Hotspots der Welt konkurrieren kann, insbesondere den USA und China. Mit der Gründung des neuen ,AI Breakthrough Hubs‘ geben der Bund und das Land Baden-Württemberg nun den Startschuss in eine neue Ära. Ich persönlich empfinde es als Privileg, dass wir gemeinsam die Exzellenz in Forschung und Innovation weiterentwickeln dürfen, um so Baden-Württemberg, Deutschland und Europa voranzubringen.“</p><h3>Über Cyber Valley:</h3><p>Cyber Valley ist Europas größtes Forschungskonsortium im Bereich der künstlichen Intelligenz mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie. Das Land Baden-Württemberg, die Max-Planck-Gesellschaft mit dem Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, die Universitäten Stuttgart und Tübingen sowie Amazon, BMW AG, Daimler AG, IAV GmbH, Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Robert Bosch GmbH und ZF Friedrichshafen AG sind die Gründungspartner dieser Initiative. Darüber hinaus ist die Fraunhofer-Gesellschaft Cyber Valley Partner. Unterstützt wird Cyber Valley zudem von der Christian Bürkert Stiftung, der Gips-Schüle-Stiftung, der Vector Stiftung und der Carl-Zeiss-Stiftung.<br> Website: <a href="https://cyber-valley.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://cyber-valley.de/</a></p><h3>Über ELLIS:</h3><p>Das im Dezember 2018 gegründete European Laboratory for Learning and Intelligent Systems (ELLIS) ist eine paneuropäische wissenschaftliche Organisation, die sich auf die Erforschung und Weiterentwicklung der modernen KI konzentriert, die sich stark auf Methoden des maschinellen Lernens stützt, mit denen Computer aus Daten und Erfahrungen lernen können.&nbsp;<br> Website: <a href="https://ellis.eu/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://ellis.eu/</a>&nbsp;</p><h3>Über das Tübingen AI Center:</h3><p>Das Tübingen AI Center ist eines der fünf durch das Bundesforschungsministerium (BMBF) geförderten Kompetenzzentren für künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen. Das Zentrum wird seit Oktober 2018 vom BMBF gefördert. In ihrer Sitzung am 13. November 2020 beschloss die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) die dauerhafte institutionelle Förderung von Nationalen Kompetenzzentren für Künstliche Intelligenz (KI), darunter das Tübinger AI Center. Website: <a href="https://tuebingen.ai/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://tuebingen.ai/</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-58120</guid><pubDate>Thu, 17 Dec 2020 16:38:03 +0100</pubDate><title>„Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst“</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=58120&amp;cHash=503b6fd2cc99d5681e8c8e8a75222075</link><description>Bundeskanzlerin Merkel erhält die Auszeichnung „Rede des Jahres“ 2020
</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen verleiht die Auszeichnung „Rede des Jahres“ 2020 an Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel. Sie erhält die Auszeichnung für ihre historische Fernsehansprache zur Coronapandemie vom 18. März 2020. Die Rede sei ein eindrucksvoller Appell an Verantwortung und Miteinander, verbinde die anschauliche Darstellung komplexer wissenschaftlicher Erkenntnisse mit Empathie und politischer Umsicht, sagte die Jury.&nbsp;</p><p>Mit der im Ersten und Zweiten Deutschen Fernsehen ausgestrahlten Ansprache stellt sich die Bundeskanzlerin einer denkbar schweren Aufgabe, gilt es doch, komplexe epidemiologische Modelle zu erklären und die Bevölkerung zu radikalen Verhaltensänderungen zu bewegen. Rhetorisch nutzt Merkel dafür alle Register: Die Rede ist anschaulich geschrieben und gut strukturiert, engagiert vorgetragen und sorgt durch Wiederholungen und Variationen zentraler Gedanken für Eindringlichkeit. Durch bemerkenswertes Empathievermögen gelingt es Merkel, für Verständnis und Verantwortung zu werben. Sie formuliert einen großartigen und überzeugenden&nbsp;Appell an Vernunft und Einsicht, an Gemeinsinn und Solidarität: „Wir werden als Gemeinschaft zeigen, dass wir einander nicht allein lassen.“</p><p>Als Leitmotiv zieht sich die Forderung nach Verantwortung des Einzelnen für die Gemeinschaft durch die Rede. So macht die Kanzlerin immer wieder deutlich, dass Corona-Verordnungen alleine nicht ausreichten, um die Pandemie einzudämmen: „Alle staatlichen Maßnahmen gingen ins Leere, wenn wir nicht das wirksamste Mittel gegen die zu schnelle Ausbreitung des Virus einsetzen würden: Und das sind wir selbst.“ Immer wieder spricht Merkel einzelne Bevölkerungsgruppen direkt an und erzeugt so Nähe, nutzt ein breites Repertoire rhetorischer Stilmittel, um ihrer Botschaft Nachdruck zu verleihen und deutlich zu machen, wie ernst die Lage ist. Überzeugend bringt sie eigene Erfahrungen ein, nutzt ihre eigene Biografie und Autorität, um als Rednerin für ihre Sache einzustehen. „Für jemandem wie mich, für die Reise- und Bewegungsfreiheit ein schwer erkämpftes Recht waren, sind solche Einschränkungen nur in der absoluten Notwendigkeit zu rechtfertigen.“&nbsp;</p><p>Auch im Kontext der Reden anderer europäischer Regierungschefs sticht Merkels Rede heraus: Während Emmanuel Macron in seiner ersten Fernsehansprache zu autoritären Ansagen und einer ausladenden Kriegsmetaphorik tendiert, ein Boris Johnson die Gefahren eher herunterspielt, verwendet Kanzlerin Merkel eine sachlich informierende Sprache und eine wissenschaftlich fundierte Argumentation. Dabei gelingt ihr der Spagat zwischen Vernunft und Einfühlungsvermögen in einer vorbildlichen Art und Weise, die auch international große Anerkennung gefunden hat.&nbsp;</p><p>Mit großem rhetorischem Können verdeutlicht Merkel die Allgegenwärtigkeit des Virus und die damit verbundenen Gefahren und erreicht dabei eine starke emotionale Wirkung, indem sie die Konsequenzen der Pandemie deutlich macht: „Das sind nicht einfach abstrakte Zahlen in einer Statistik, sondern das ist ein Vater oder Großvater, eine Mutter oder Großmutter, eine Partnerin oder Partner, es sind Menschen. Und wir sind eine Gemeinschaft, in der jedes Leben und jeder Mensch zählt.“</p><p>Kanzlerin Merkel demonstriert eindrucksvoll, wozu öffentliche Rede fähig ist, wie Vernunft mit Hilfe von Rhetorik handlungsmächtig werden kann und auf welche Weise gute Rhetorik Gemeinsinn und Zusammenhalt befördern kann. Merkel gelingt damit eine historische Rede, die für die erfolgreiche Bewältigung der ersten Corona-Welle von zentraler Bedeutung ist. Wie kaum eine andere Rede in den vergangenen Jahren dürfte die Fernsehansprache die deutsche Bevölkerung unmittelbar beeinflusst haben.&nbsp;</p><p>Dass Verständnis und gegenseitige Rücksichtnahme immer wieder neu beschworen werden müssen, zeigen freilich die aktuellen Entwicklungen: Nachdem die Politik der zweiten Corona-Welle zunächst nicht mit der nötigen Entschiedenheit entgegentrat, ist es in dieser Situation wiederum Merkel, die sich mit ihrer ungewöhnlich emotionalen Rede zum Bundeshaushalt Anfang Dezember für Verantwortung und Miteinander stark macht, mit großem persönlichen Engagement dafür kämpft, dass wir als Gesellschaft der Bedrohung durch die Corona-Pandemie konsequent entgegentreten.</p><p><strong>Jury:</strong> Lukas Beck, Nico Bosler, Dr. Simon Drescher, Dr. Gregor Kalivoda, Rebecca Kiderlen, Prof. Dr. Joachim Knape, Sebastian König, Prof. Dr. Olaf Kramer, Clara Rohloff, Viktorija Romascenko, Frank Schuhmacher, Prof. Dr. Dietmar Till, Dr. Thomas Zinsmaier</p><p><strong>Text der Rede:</strong><br><a href="https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/fernsehansprache-von-bundeskanzlerin-angela-merkel-1732134" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/fernsehansprache-von-bundeskanzlerin-angela-merkel-1732134</a>&nbsp;</p><p><strong>Video der Rede:</strong><br><a href="https://www.youtube.com/watch?v=caUFMAipVYI&amp;list=PLgxOHsdLsxQNT7M2dNi_J26-WNZxXq-0-&amp;index=97" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.youtube.com/watch?v=caUFMAipVYI&amp;list=PLgxOHsdLsxQNT7M2dNi_J26-WNZxXq-0-&amp;index=97</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-58060</guid><pubDate>Thu, 17 Dec 2020 09:09:32 +0100</pubDate><title>Neues Konzept für den Physik-Unterricht: Stromkreise besser verstehen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=58060&amp;cHash=2b61ec5dbb2fdd77affd94b5c429b06a</link><description>Forscher der Universitäten Frankfurt und Tübingen entwickeln erfolgreiche Unterrichtssequenz für das Schulfach Physik</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Thema Elektrizität bereitet vielen Schülerinnen und Schülern im Physikunterricht Schwierigkeiten. Physikdidaktiker der Goethe-Universität und der Universität Tübingen haben ein neues, intuitives Lehrkonzept entwickelt und in einer großen Vergleichsstudie an Schulen getestet. Das Ergebnis: Nicht nur die Schülerinnen und Schüler verstanden elektrische Schaltkreise besser, auch die Lehrkräfte waren mit ihrem Unterricht zufriedener.</p><p>Ein Leben ohne Elektrizität ist heute kaum mehr vorstellbar. Egal ob Smartphone, Haartrockner oder die Deckenlampe – unsere liebgewonnenen technischen Errungenschaften benötigen Elektrizität. Zwar lernt jedes Kind in der Schule, dass Strom nur bei einem geschlossenen Stromkreis fließen kann, aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen Strom und Spannung? Warum ist eine Steckdose lebensgefährlich, eine einfache Batterie hingegen nicht? Und warum wird eine an eine Mehrfachsteckdose angeschlossene Lampe nicht dunkler, wenn eine zweite Lampe an die Mehrfachsteckdose angeschlossen wird?</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-58030</guid><pubDate>Wed, 16 Dec 2020 14:40:53 +0100</pubDate><title>Neuer Dekan an der Spitze der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=58030&amp;cHash=5efc48692f01a5f7d85c56312b7fc1fa</link><description>Fakultätsrat wählt Biochemiker Thilo Stehle zum Nachfolger von Wolfgang Rosenstiel – „Forscher mit exzellenter Reputation und großer Gremienerfahrung“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Biochemiker Professor Thilo Stehle wird neuer Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Tübingen. Der Fakultätsrat wählte den 58-Jährigen am Mittwoch zum Nachfolger von Professor Wolfgang Rosenstiel, der im August verstorben war. Der Rektor der Universität, Professor Bernd Engler, würdigte Stehle als außergewöhnlich profilierten Forscher mit internationaler Erfahrung: „Mit Thilo Stehle tritt erneut ein Forscher mit exzellenter Reputation und großer Gremienerfahrung an die Spitze der größten Tübinger Fakultät“, sagte Engler: „Seine Vita als Wissenschaftler im In- und Ausland, seine reiche Erfahrung in der akademischen Selbstverwaltung, aber auch seine Fähigkeit zu Dialog und Ausgleich machen ihn zu einer hervorragenden Besetzung für dieses wichtige Amt.“&nbsp;</p><p>Stehle, der seit 2004 an der Universität Tübingen tätig ist, sagte nach der Wahl, die Fakultät stehe vor immensen Herausforderungen. So gelte es, die drei Tübinger Exzellenzcluster so zu unterstützen und weiterzuentwickeln, dass der Exzellenzstatus der Universität im Jahre 2025 nachhaltig gesichert werden könne. Als weitere Ziele nannte der neue Dekan eine verbesserte strategische Planung, eine bessere Betreuung von Doktorandinnen und Doktoranden sowie eine verstärkte Internationalisierung im Hinblick auf Studierende und Forschende. Der neue Dekan wird sein Amt am 1. April 2021 antreten.&nbsp;</p><p>„Wir verlieren immer noch zu viele vielversprechende Nachwuchskräfte an die Industrie oder andere nicht-universitäre Einrichtungen, oder auch an ausländische Institutionen“, sagte Stehle. Gleichzeitig sei es für internationale Nachwuchsforscher nach wie vor schwer, in Deutschland Fuß zu fassen. „Hier sehe ich großen Handlungsbedarf. Wir müssen über Konzepte nachdenken, die vielversprechenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in einer frühen Karrierephase noch bessere Perspektiven bieten.“</p><p>Professor Thilo Stehle wurde 1962 in Stuttgart geboren. Nach dem Studium der Chemie an der Universität Freiburg wurde Stehle dort 1992 in Strukturbiologie promoviert und ging anschließend in die USA. Bis 1997 forschte er als Postdoktorand an der Harvard University. Anschließend war er bis 2004 als Assistenzprofessor an der Harvard Medical School tätig. Seit 2004 ist er Professor für Biochemie an der Universität Tübingen, seit 2005 zudem außerordentlicher Professor an der Vanderbilt University School of Medicine im US-amerikanischen Nashville.&nbsp;</p><p>Seit seiner Berufung war Stehle in leitender Funktion an vielen Verbundforschungsprojekten beteiligt. Aktuell ist er einer der Projektleiter im Exzellenzcluster „Kontrolle von Mikroorganismen zur Bekämpfung von Infektionen“ (CMFI) und Sprecher der DFG-Forschungsgruppe 2327 ViroCarb, welche die Rolle von so genannten Glykanen bei Virusinfektionen untersucht. Zudem ist er an Verbundprojekten der US-Gesundheitsbehörde NIH beteiligt. &nbsp;&nbsp;</p><p>Der 58-Jährige engagiert sich seit vielen Jahren in der akademischen Selbstverwaltung. So war Stehle von 2005 bis 2016 Direktor des Interfakultären Instituts für Biochemie sowie von 2007 bis 2009 Prodekan der damaligen Fakultät für Chemie und Pharmazie. Seit 2016 fungiert er zudem als Prodekan für Forschung an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-57778</guid><pubDate>Thu, 10 Dec 2020 11:00:00 +0100</pubDate><title>Bakterien setzen klimaschädlichen Kohlenstoff aus tauenden Dauerfrostböden frei</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=57778&amp;cHash=8f1e30aa8269d3d50a646380363914f1</link><description>Forschungsteam der Universitäten Tübingen und Bristol untersucht, welche mikrobiologischen Prozesse durch die globale Erwärmung in Permafrostböden ablaufen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Etwa ein Viertel der Böden auf der Nordhalbkugel ist dauerhaft gefroren. In diesen Gebieten ist Schätzungen zufolge doppelt so viel Kohlenstoff im Boden gebunden wie aktuell in der Erdatmosphäre vorhanden. Durch die globale Erwärmung tauen immer mehr Permafrostböden auf. Ein Forschungsteam der Universität Tübingen unter der Leitung von Professor Andreas Kappler und Monique Patzner vom Zentrum für Angewandte Geowissenschaften und Dr. Casey Bryce, jetzt an der University of Bristol, hat erforscht, wie sich dies auf die Aktivität der Bodenmikroben auswirkt. Die Ergebnisse werden in <em>Nature Communications</em> veröffentlicht. Das Team geht davon aus, dass Bakterien den Kohlenstoff bei steigenden Temperaturen in großem Maßstab als Kohlendioxid und Methan freisetzen werden. Diese Gase verstärken den Treibhauseffekt, dadurch das weitere Auftauen der Permafrostböden und beeinflussen unser gesamtes Klima.</p>]]></content:encoded><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-57751</guid><pubDate>Wed, 09 Dec 2020 15:11:21 +0100</pubDate><title>eROSITA findet riesige Blasen im Halo der Milchstraße</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=57751&amp;cHash=1d803e0335d76289286375789c457277</link><description>Großräumige Strukturen aus heißem Gas über- und unterhalb der galaktischen Scheibe sind wahrscheinlich auf Schockwellen zurückzuführen, die von früheren, energiereichen Ausbrüchen im Innern unserer Milchstraße stammen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die erste vollständige Himmelsdurchmusterung mit dem Röntgenteleskop eROSITA an Bord des SRG-Observatoriums hat eine große Struktur in der Milchstraße aufgezeigt, die wie eine gigantische Sanduhr aussieht. Diese "eROSITA-Blasen" zeigen eine verblüffende Ähnlichkeit mit den Fermi-Blasen, die vor einem Jahrzehnt bei noch höheren Energien entdeckt wurden. Die wahrscheinlichste Erklärung für diese Gasblasen ist, dass vor langer Zeit aus dem galaktischen Zentrum ein massiver Energieeintrag in die heiße Gashülle um unsere Galaxie stattfand, der zu riesigen Schockwellen führte.</p><p>Astronomen haben in der ersten vollständigen Himmelskarte des Röntgenteleskops eROSITA an Bord des SRG-Observatoriums eine auffallende Entdeckung gemacht: eine riesige kreisrunde Struktur aus heißem Gas unterhalb der Milchstraßenebene, die den größten Teil des südlichen Himmels einnimmt. Eine ähnliche Struktur am Nordhimmel, der sogenannte Nordpolar-Sporn, ist seit langem bekannt und man nahm an, dass er von einer frühen Supernova-Explosion stammte. Zusammengenommen scheinen die nördliche und die südliche Struktur stattdessen beide aus dem galaktischen Zentrum auszutreten und erinnern in ihrer Form an eine Sanduhr.</p><p>„Dank seiner Empfindlichkeit sowie Energie- und Winkelauflösung kann eROSITA den gesamten Röntgenhimmel mit bisher unerreichter Tiefe kartieren und so auch die südliche Blase eindeutig nachweisen“, erklärt Michael Freyberg, der als Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) schon viele Jahre an eROSITA arbeitet. Das Röntgenteleskop durchmustert alle sechs Monate den gesamten Himmel, und die Daten ermöglichen es den Wissenschaftlern, nach großräumigen Strukturen zu suchen.</p><h3>Scharfe Grenzflächen</h3><p>Die Röntgenemission, die von eROSITA in seinem mittleren Energieband (0,6-1,0 keV) beobachtet wird, zeigt, dass die Blasen eine Ausdehnung von mehreren Kiloparsec (oder bis zu 50.000 Lichtjahren) im Durchmesser haben, und damit fast so groß sind wie die Milchstraße selbst. Diese ‚eROSITA-Blasen‘ zeigen auffallende morphologische Ähnlichkeiten mit den bereits bekannten ‚Fermi-Blasen', die das Fermi-Teleskop im Bereich der Gammastrahlen entdeckte, sie sind aber größer und energiereicher.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-57514</guid><pubDate>Wed, 02 Dec 2020 10:04:38 +0100</pubDate><title>Bedrohte Ordnung? Geschichtsunterricht in der Pandemie</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=57514&amp;cHash=d704fb2d2f506a748be0c9b2f96f3226</link><description>Forschende der Universität Tübingen entwickeln digitale Lernplattform für innovativen Geschichtsunterricht</description><content:encoded><![CDATA[<p>Forschende der Universität Tübingen gehen mit einer neuen digitalen Schulplattform online: Unter <a href="http://www.offene-geschichte.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.offene-geschichte.de</a>&nbsp;unterstützt diese historisches Lernen und ermöglicht Schulen, Geschichtsunterricht auch unter den schwierigen Pandemiebedingungen zu einem spannenden Lernerlebnis zu machen. Sie wurde von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Tübinger Sonderforschungsbereichs (SFB) 923 „Bedrohte Ordnungen“ in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichtsdidaktik und Public History entwickelt.&nbsp;</p><p>Die Plattform startet mit fünf historischen Situationen, darunter etwa „Deutschland nach dem Kriegsende 1945“, „die Pest“ oder „die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl“. Sie wird regelmäßig durch neue Lernmodule ergänzt sowie durch neue Funktionen und Aufgabenformate erweitert. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler orientierten sich an den Lernbedürfnissen der Schülerinnen und Schüler. „Geschichtsunterricht soll spannender werden“, meint Projektleiter Professor Bernd-Stefan Grewe vom Institut für Geschichtsdidaktik und Public History. „Genau dafür bieten die dramatischen Krisen, die der Sonderforschungsbereich ‘Bedrohte Ordnungen‘ erforscht, den perfekten Ausgangspunkt.“&nbsp;</p><p>Seit knapp zehn Jahren untersucht der Tübinger Forschungsverbund, wie Menschen mit existentiellen Bedrohungen ihrer sozialen Ordnung umgehen. Im Jahr 2020 gefährdet das Corona-Virus nicht nur unsere Gesundheit, die Pandemie bedroht unsere gesamte Ordnung, die Wirtschaft, das tägliche Miteinander – alles wird in einer solchen Situation in Frage gestellt.&nbsp;Daher hat der SFB im Sommer die Forschungsinitiative „Fokus:Corona“ eingerichtet, in der Forschungsaktivitäten und Kommunikationsmaßnahmen zur Corona-Pandemie gebündelt werden – wie der Launch der Schulplattform unter außergewöhnlichen Bedingungen. Denn die tiefgreifenden Einschnitte im öffentlichen Leben hätten gerade junge Menschen als dramatisch erfahren, so Grewe: „Die Lernenden erleben derzeit hautnah das, was der SFB historisch untersucht.“ Das Erkenntnismodell des SFB könne Schülerinnen und Schülern helfen, das komplexe Gegenwartsgeschehen besser einzuordnen, indem sie selbst andere Fälle bedrohter Ordnungen systematisch vergleichen und lernen, dass die eigene Zukunft nicht von historischer Entwicklung vorgezeichnet sei.&nbsp;</p><p>„Unter Pandemiebedingungen und dem zeitweiligen Verlust des Präsenzunterrichts waren herkömmliche Unterrichtsformate und analoge Formate von heute auf morgen beinahe überflüssig“, sagt Rainer Lupschina, Lehrer an einem Reutlinger Gymnasium und einer der Entwickler der Plattform. Diese bietet ein multimediales, didaktisch innovatives Lernerlebnis, das Geschichte als etwas Offenes und im Entstehen Begriffenes vermittelt, an dem wir selbst teilhaben. Ihr Verlauf wird nicht als alternativlos und zwangsläufig präsentiert. Stattdessen lernen Schülerinnen und Schüler, dass die Folgen von Entscheidungen in der Vergangenheit meist ungewisser waren als in vielen Schulbüchern dargestellt.&nbsp;</p><p><a href="http://www.offene-geschichte.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.offene-geschichte.de</a>&nbsp;bietet historische Einblicke in die Ängste und Unsicherheiten einer Bedrohungslage, in der Menschen unter hohem Zeitdruck weitreichende Entscheidungen fällen mussten. Welche Entscheidung war die richtige? Die Geschichte bedrohter Ordnungen zeigt: Es hätte auch anders kommen können. In Alternativen zu denken, öffnet Lernenden neue Deutungshorizonte und hilft bei der Orientierung in einer unübersichtlichen Gegenwart.</p><p>Die Plattform regt offenes historisches Denken an. Sie konfrontiert nicht mit fertigen Interpretationen, sondern animiert durch spezielle Aufgaben zu eigenständigem Denken. „Im Unterricht trauen wir unseren Schülerinnen und Schülern zu wenig zu. Zum Großteil findet lediglich Faktenvermittlung statt“, sagt Grewe. Die Plattform soll Lernende in die Lage versetzen, eine eigensinnige, spannende Geschichte zu verfassen und – noch wichtiger – zu einem triftigen historischen Urteil zu kommen.</p><p>Hintergrundinformation: Der Sonderforschungsbereich 923 „Bedrohte Ordnungen“ startete 2011 und wird bis zum Sommer 2023 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit circa 2 Millionen Euro pro Jahr gefördert. Knapp 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen in derzeit 19 Teilprojekten, die interdisziplinär, historisch oder gegenwartsnah angelegt sind und unterschiedliche geographische Räume in den Blick nehmen. Beteiligt sind die Fächer Geschichtswissenschaft, Soziologie, Germanistik, Amerikanistik, Empirische Kulturwissenschaft, Politikwissenschaft, Theologie, Philologie, Rechtswissenschaft sowie die Medizin.&nbsp;</p><h3>Weitere Informationen:</h3><ul><li>Video über die Arbeit des SFB: <a href="https://youtu.be/w1Fme9G5O8k" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://youtu.be/w1Fme9G5O8k</a>&nbsp;</li><li>Video zur Erklärung der Schulplattform: <a href="https://youtu.be/0XAT_-feBZU" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://youtu.be/0XAT_-feBZU</a></li><li>Podcast zur Geschichtsplattform: <a href="https://spoti.fi/3fX2cor" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://spoti.fi/3fX2cor</a>&nbsp;</li><li>Informationen zu Fokus:Corona: <a href="https://uni-tuebingen.de/de/196949" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/de/196949</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>SFB-923-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-57370</guid><pubDate>Fri, 27 Nov 2020 09:19:13 +0100</pubDate><title>Alltagsrassismus macht Geflüchteten das Leben schwer</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=57370&amp;cHash=737cd5d1ade4911efc55388abfded83d</link><description>Hindernis für Integration in den Arbeitsmarkt: Studie der Tübinger Politikwissenschaft berichtet von Diskriminierungen bei Ausbildung und Wohnungssuche </description><content:encoded><![CDATA[<p>Rassismus und Diskriminierung erschweren Geflüchteten in Deutschland die Integration in den Arbeitsmarkt. Zu diesem Schluss kommt eine politikwissenschaftliche Studie der Universität Tübingen: Ein Team um Dr. Nikolai Huke hatte 64 Interviews mit Geflüchteten, Behörden, Beratungsstellen, Ehrenamtlichen und Gewerkschaften in sechs Regionen Deutschlands geführt. In den Gesprächen wurde wiederholt von Rassismuserfahrungen in Behörden, Berufsschulen, Betrieben oder bei der Wohnungssuche berichtet, die Betroffene als sehr belastend empfanden. Die Studie ist Teil des Verbundprojekts „Willkommenskultur und Demokratie in Deutschland“, das vom Bundesforschungsministerium gefördert wird. Herausgegeben wird sie in Kooperation mit der Initiative Pro Asyl und der Gewerkschaft IG Metall (Ressort Migration und Teilhabe).</p><p>Geht es in öffentlichen Debatten um die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt, ist Rassismus nur selten Thema. Im Mittelpunkt stehen meist Sprachkenntnisse, die Anerkennung von Qualifikationen, bürokratische Hürden oder Probleme mit dem Aufenthaltsstatus. In den qualitativen Interviews des Verbundprojekts – Gespräche, die Einzelschicksale untersuchen und offene Antworten ermöglichen – wurde deutlich, dass Rassismus im Alltag ebenfalls ein Integrationshindernis sein kann: Die Gesprächspersonen berichteten von abfälligen Bemerkungen, Pöbeleien und Ausgrenzung bis hin zu handfesten Auseinandersetzungen.</p><p>In Berufsschulen könnten Rassismuserfahrungen psychosomatische Beschwerden und Bildungsabbrüche verursachen, so Autor Nikolai Huke. In den Betrieben komme es zu Konflikten zwischen Beschäftigen. „In einigen Fällen wurden die von Diskriminierung Betroffenen entlassen, während diejenigen, die sich rassistisch äußerten, keine Sanktionen befürchten mussten. In Behörden erschweren Vorurteile und fehlende Sprachkenntnisse den Geflüchteten immer wieder Zugang zu Unterstützungsleistungen und machten sie von externer Unterstützung (z.B. durch Ehrenamtliche) abhängig.“&nbsp;</p><p>Auch hätten Geflüchtete es besonders schwer, eine Wohnung zu finden und müssten oft länger als nötig in Flüchtlingsunterkünften wohnen. Der Alltag dort sei mit zahlreichen Stressfaktoren verbunden, wie beispielsweise fehlenden Lern- und Rückzugsräumen. Das wirke psychisch belastend und erschwere eine berufliche Qualifizierung.&nbsp;</p><p>„Eigentlich sind Migration und Herkunftsverschiedenheit in den meisten Betrieben normaler Alltag. Die betriebliche Sozialintegration von Geflüchteten verläuft in der Regel konfliktarm“, sagt Huke. „Dennoch beobachten wir in unserer Forschung, dass Geflüchtete in verschiedenen Lebensbereichen Rassismuserfahrungen machen, die eine stabile Integration in die Arbeitswelt deutlich erschweren.“ Die Tatsache, dass ein Verlust des Ausbildungs- oder Arbeitsplatzes unter Umständen das Aufenthaltsrecht bedrohe, erschwere es Geflüchteten zusätzlich, sich gegen Rassismus in der Schule oder im Betrieb zu wehren.&nbsp;</p><p>„Wo es keinen gleichberechtigten Zugang gibt, stehen die Türen für ausgrenzende und rassistische Handlungen in Betrieben weit offen“, sagt Andrea Kothen von der Organisation Pro Asyl. „Ein Staat, der einen Teil der Bevölkerung diskriminierenden Regelungen unterwirft, muss wissen, dass das System in den Betrieben alltäglich Wirkung entfaltet.“ Rassismus, betont Petra Wlecklik von der IG Metall (Ressort Migration und Teilhabe), ist „ein gesamtgesellschaftliches Problem, dass in unseren institutionalisierten und auch in nicht-formalen Wegen des Zusammenlebens begründet ist und keinesfalls lediglich das Problem der Menschen ist, die davon betroffen sind. Nicht-rassistische Bildungsarbeit und interkulturelle Arbeit sollten von Unternehmensleitungen in den Mittelpunkt gestellt werden.“</p><p>Als Gegenmaßnahmen schlägt die Studie unter anderem vor, professionelle Antidiskriminierungs- und Rechtsberatungsstellen flächendeckend aufzubauen, die ehrenamtliche Begleitung von Flüchtlingen im Alltag zu fördern und Arbeitsmarktakteure wie Behörden und Berufsschulen für dieses Thema zu sensibilisieren.&nbsp;</p><p>Die <a href="http://www.welcome-democracy.de/arbeitsmarktintegration" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Studie „Ganz unten in der Hierarchie. Rassismus als Arbeitsmarkthindernis für Geflüchtete</a>“ ist&nbsp;kostenlos als Download verfügbar.</p><h3>Kontakt:</h3><p>Dr. Nikolai Huke<br> Universität Tübingen<br> Institut für Politikwissenschaft<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,pkmqnck0jwmgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">nikolai.huke<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;Telefon +49 (0)1578-7414416</p><h3>Pressekontakt:</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung</p><p>Antje Karbe<br> Pressereferentin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>Telefon +49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p><p><a href="https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/" target="_blank" title="Alle News der Universit‰t">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-57325</guid><pubDate>Thu, 26 Nov 2020 10:01:14 +0100</pubDate><title>Wie Kinder und Jugendliche unter der Pandemie leiden</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=57325&amp;cHash=eaaa1706de1f64d3b54220afcec1c13f</link><description>53 Prozent der Grundschüler fast ohne Kontakt zu Lehrpersonen – COVID KIDS-Studie der Universitäten Tübingen und Luxemburg
</description><content:encoded><![CDATA[<p>Seit der Pandemie geht es Kindern und Jugendlichen in Deutschland deutlich schlechter. Gaben für die Zeit vor der Pandemie mehr als 95 Prozent der Befragten aus Deutschland an, mit ihrem Leben zufrieden oder sehr zufrieden gewesen zu sein, so waren dies für die Zeit während der Pandemie nur noch 53 Prozent. Dies zeigt die internationale Studie COVID KIDS, die von Forscherinnen und Forschern der Universitäten Tübingen und Luxemburg durchgeführt wurde. Ein besonders beunruhigendes Ergebnis ist, dass mehr als die Hälfte der befragten deutschen Grundschulkinder während der Schulschließungen vor den Sommerferien fast nie Kontakt zu ihren Lehrpersonen hatte.</p><p>Professor Sascha Neumann vom Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Tübingen und Claudine Kirsch und Pascale Engel de Abreu von der Universität Luxemburg befragten im Frühjahr online mehr als 3.000 Kinder und Jugendliche zu ihren Erfahrungen in der Corona-Zeit. Die Befragten kamen aus Brasilien, Deutschland, Luxemburg und der Schweiz und waren im Alter zwischen 6 und 16 Jahren. Über 1.700 Kinder und Jugendliche füllten den Fragebogen in Deutschland, Luxemburg und der Schweiz aus. „Es war uns wichtig, die Kinder selbst zu Wort kommen zu lassen“, sagt Kindheitsforscher Neumann.</p><p>Die Studie ergab, dass die Lebenszufriedenheit der Kinder und Jugendlichen während der Pandemie deutlich zurückging, am stärksten in Brasilien. Auch in Deutschland war der Rückgang stärker als etwa in Luxemburg und der Schweiz. In allen Ländern waren es Freunde und Personen aus dem familiären Umfeld, die den Befragten am meisten gefehlt haben. Angesichts der drastischen Abnahme der Lebenszufriedenheit um 42 Prozentpunkte in Deutschland zeigten sich die Forscher besorgt. „Auch im Vergleich zu früheren repräsentativen Erhebungen ist dies ein enormer Rückgang. In der Regel ergeben sich bei Kindern und Jugendlichen sehr hohe Werte bei der Lebenszufriedenheit“, sagt Neumann.</p><h3>Über die Hälfte der Grundschulkinder nahezu ohne direkten Kontakt zu Lehrpersonen</h3><p>Auch mit der Schule und dem Umfang, der dort zu erledigenden Aufgaben sind Kinder und Jugendliche seit Beginn der Pandemie weniger zufrieden: Gaben unter den in Deutschland Befragten vor Corona über 90&nbsp;Prozent an, mit der Schule zufrieden oder sehr zufrieden gewesen zu sein, so sagten dies für die Zeit seit Beginn der Krise nur noch etwas mehr als 50 Prozent. In der Schweiz lag die Zufriedenheits-Quote mit mehr als 70 Prozent deutlich höher.</p><p>Als besorgniserregend bezeichneten die Forschenden, dass 53 Prozent der befragten Grundschulkinder in Deutschland angaben, während der Zeit der Schulschließung fast nie Kontakt zu ihren Lehrpersonen gehabt zu haben. In der Schweiz liegt der unter Grundschülern ermittelte Wert nur bei etwa 18 Prozent. Auch bei den Befragten von weiterführenden Schulen aus Deutschland gaben mehr als 22 Prozent an, fast nie in direktem Kontakt zu Lehrpersonen gewesen zu sein. „Der Aufgabe, wie Lehrpersonen den Kontakt aufrechterhalten, wird man sich stellen müssen, wenn die Schulen wieder zum Wechselunterricht zurückkehren und auch bei Schülerinnen und Schülern in Quarantäne“ sagt Neumann.</p><h3>Auch in der Pandemie sind nicht alle jungen Menschen gleich</h3><p>Die Studie zeigt weitere Unterschiede beim subjektiven Wohlbefinden: Mädchen berichteten häufiger, mit ihrem Leben seit der Pandemie unzufrieden zu sein als Jungen. Sie äußerten auch öfter Sorgen oder negative Gefühle wie etwa Traurigkeit oder Einsamkeit. Ein ähnliches Muster zeigt sich beim Vergleich von Kindern mit eher bildungsnahem und eher bildungsfernem Familienhintergrund: Letztere berichten häufiger über Sorgen und negative Gefühle sowie eine generell geringere Lebenszufriedenheit.</p><p>Die Online-Befragung fand von Mai bis Juli 2020 statt. Neben der Lebenszufriedenheit und den Erfahrungen mit „Homeschooling“ erkundigten sich die Forschenden auch nach Veränderungen im Alltag sowie den Gefühlen und Sorgen junger Menschen in der Corona-Zeit. Die Studie orientierte sich am Konzept des subjektiven Wohlbefindens. Zur Beteiligung aufgerufen wurde über soziale Medien sowie Tageszeitungen. Für rund zwei Drittel der Befragten aus Deutschland waren die Schulen bei Teilnahme noch geschlossen.</p><h3>Womit hängt das subjektive Wohlbefinden während der Pandemie zusammen?</h3><p>Das Team untersuchte mehrere potentielle Faktoren, die das Wohlbefinden beeinflussen. Es zeigte sich, dass Kinder und Jugendliche, die Angst haben wegen Corona zu erkranken, mit höherer Wahrscheinlichkeit eher Sorgen oder negative Emotionen entwickeln. Gerade bei den Befragten in Deutschland ergab sich, dass Kinder und Jugendliche, die ihre eigene Freiheit während der Pandemie als zufriedenstellend erleben, auch mit ihrem Leben insgesamt zufriedener sind. Außerdem fühlen sich Kinder, die sich positiv darüber äußern, wie Erwachsene ihnen zuhören, insgesamt sicherer und auch zuversichtlicher im Hinblick auf ihre eigene Gesundheit. „Es ist nicht ein einzelner Faktor, der die Unterschiede im subjektiven Wohlbefinden erklärt“, sagt Neumann. „Wichtig ist aber, dass wir in unserer Studie auch solche gefunden haben, die durch das Verhalten von Eltern oder Lehrpersonen beeinflussbar sind.“ Die Ergebnisse können einen wichtigen Beitrag leisten, um angemessen mit der Situation von Kindern und Jugendlichen umzugehen.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-57256</guid><pubDate>Tue, 24 Nov 2020 09:22:03 +0100</pubDate><title>Corona-Krise hält Studierende nicht ab</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=57256&amp;cHash=59d43794eccc88d3af67b7a4814ae742</link><description>Mehr Erstsemester an der Universität Tübingen – Internationaler Austausch geht während der Pandemie leicht zurück</description><content:encoded><![CDATA[<p>An der Universität Tübingen sind im aktuellen Wintersemester insgesamt 27.436 Studierende eingeschrieben, darunter 16.133 Frauen und 11.303 Männer. Damit stieg die Zahl der Studierenden im Vergleich zum Vorjahr (WS 2019/20: 27.196 Studierende) um 240. Mit 5.332 Erstsemestern liegt die Zahl der Neu- und Ersteinschreibungen um rund 100 über der des Vorjahres. (WS 2019/20: 5.219)</p><p>Insgesamt scheinen die erschwerten Rahmenbedingungen während der Corona-Pandemie Studieninteressierte aus Deutschland also nicht abzuhalten. Lediglich in der Gruppe der internationalen Studierenden macht sich die Situation bemerkbar: Mit 3.622 Eingeschriebenen, darunter 2.199 Frauen und 1.423 Männern, sind 157 Studierende weniger immatrikuliert als im Vorjahr (WS 2019/20: 3.779).</p><p>Mit rund 170 Austauschstudierenden hielte sich derzeit nur etwa ein Drittel der üblichen Anzahl in Tübingen auf (WS 2019/20: 500), sagt Thomas Bonenberger, Leiter des Dezernats Studierende. Der Austausch mit den USA, Südamerika und Afrika sei in diesem Semester komplett ausgesetzt. Für Studierende aus diesen Regionen habe das International Office der Universität das kostenlose Online-Programm „TÜ-VIPP“ aufgelegt, das Sprachkurse, ein Buddy-Programm und Kurse zu interkulturellem Austausch sowie Nachhaltigkeitsthemen anbietet. „Das Programm dient auch der Vorbereitung auf einen Austausch im Sommer und wird derzeit von 86 Studierenden weltweit wahrgenommen.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-57064</guid><pubDate>Tue, 17 Nov 2020 11:00:00 +0100</pubDate><title>Der lange Weg zur Alzheimer-Demenz</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=57064&amp;cHash=5b8a97dbaa676275b7ff52d9d91c717d</link><description>Die Kettenreaktion, die zu den toxischen Protein-Ablagerungen führt, setzt viel früher ein als bisher gedacht. Tübinger Forschende zeigen, wie dieser Prozess frühzeitig gestoppt werden könnte.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Eine Alzheimer-Erkrankung schaukelt sich über Jahrzehnte hoch. Sie beginnt mit einer fatalen Kettenreaktion, bei der massenhaft falsch gefaltete Beta-Amyloid-Proteine entstehen, die das Gehirn am Ende regelrecht überschwemmen. Forschende um Mathias Jucker vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) in Tübingen und vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) zeigen in der Fachzeitschrift „Nature Neuroscience“, dass diese Kettenreaktion bei Mäusen sehr viel früher beginnt als bisher angenommen. Damit gibt es neben der bekannten Frühphase der Erkrankung mit Protein-Ablagerungen aber ohne Demenz-Symptome eine noch viel frühere Phase, in der winzige, unsichtbare Aggregationskeime die Kettenreaktion in Gang setzen. Wenn sich das auch beim Menschen bestätigt, müsste eine an den Ursachen ansetzende Behandlung diese Aktion unterbinden. Die Forschenden haben bereits einen ersten Antikörper identifiziert, der das vielleicht leisten könnte.</p><p>Dafür haben sie unter den bereits bekannten Antikörpern gegen falsch gefaltete Beta-Amyloid-Proteine nach solchen gesucht, die auch diese frühen Aggregationskeime erkennen und möglicherweise beseitigen können. Von den sechs verwendeten Antikörpern zeigte nur der Antikörper Aducanumab eine Wirkung: Sogenannte Alzheimer-Mäuse, die noch vor dem Auftreten der ersten Proteinablagerungen für lediglich fünf Tage damit behandelt worden waren, wiesen später nur die Hälfte der sonst üblichen Menge an Ablagerungen im Gehirn auf. „Die kurze Behandlung mit Aducanumab hat die vorhandenen Aggregationskeime offensichtlich beseitigt und da die Bildung neuer Aggregationskeime Zeit braucht, werden in den Wochen und Monaten nach der Behandlung viel weniger Ablagerungen gebildet“, kommentiert Mathias Jucker die Ergebnisse. „Das Gehirn der Mäuse war am Ende zu 50 Prozent weniger geschädigt“.&nbsp;</p><p>Obwohl sich die Alzheimer-Forschung schon länger mit den Aggregationskeimen beschäftigt, weiß niemand so recht, wie sie aussehen. Sie werden derzeit nur über ihre Rolle als Auslöser für diese Kettenreaktion definiert. Damit ähneln sie den sogenannten Prionen, die bei Rindern BSE, bei Schafen Scrapie und beim Menschen die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit auslösen. Krankmachende Prionen zwingen ihren richtig gefalteten Artgenossen ihre abnorme Form auf. Jucker und sein Team nutzen den Antikörper Aducanumab deshalb auch dazu, um mehr über die Struktur der Aggregationskeime zu erfahren. Dabei konnten sie zeigen, dass Aducanumab Proteinaggregate erkennt, aber keine einzelnen Beta-Amyloid-Ketten. Die Wissenschaftler hoffen nun, den Antikörper als Angelhaken nutzen zu können, um diese Aggregationskeime zu isolieren und besser zu beschreiben.&nbsp;</p><p>„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass wir uns mehr auf diese absolute Frühphase einer Alzheimer-Erkrankung konzentrieren und nach Biomarkern dafür suchen müssen. Wir brauchen auch weitere Antikörper, die unterschiedliche Typen der Aggregationskeime erkennen und uns helfen, zu verstehen, wie sie die Kettenreaktion auslösen und wie sie für eine Therapie eingesetzt werden können“, so Jucker.&nbsp;</p><p>In der Medizin besteht derzeit kein Zweifel darüber, dass die Behandlung einer Alzheimer-Erkrankung früher einsetzen muss, nicht erst, wenn das Vergessen schon begonnen hat. Die Ergebnisse der Tübinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler definieren jetzt allerdings den Begriff der „Frühzeitigkeit“ bei Mäusen neu. Bisher gilt die Phase mit Protein-Ablagerungen aber ohne Demenz-Symptome als frühzeitig, die neuen Untersuchungen legen nahe, dass eine an den Ursachen ansetzende Behandlung von Alzheimer noch viel eher beginnen sollte.&nbsp;</p><h3>Originalpublikation:</h3><p>Uhlmann R.E., Rother C., Rasmussen, J. et al (2010): Acute targeting of pre-amyloid seeds in transgenic mice reduces Alzheimer-like pathology later in life, Nature Neuroscience. DOI: 10.1038/s41593-020-00737-w</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-56968</guid><pubDate>Thu, 12 Nov 2020 19:36:20 +0100</pubDate><title>Fragwürdige Absprachen vor Gericht</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=56968&amp;cHash=5c91025be2e8a17df09141eb17c91bbf</link><description>Tübinger Kriminologen beteiligt: Bundesweite Studie untersucht Verständigungspraxis in deutschen Strafprozessen </description><content:encoded><![CDATA[<p>Geständnis gegen Strafmilderung: Absprachen dieser Art kürzen Gerichtsprozesse oft ab. Nicht immer halten sich die Beteiligten dabei an den gesetzlichen Rahmen, wie eine bundesweite Studie zeigt. Im Auftrag des Bundesjustizministeriums hatte ein Forschungsprojekt der Universitäten Tübingen, Düsseldorf und Frankfurt am Main zwei Jahre lang untersucht, wie „Verständigungen“ im deutschen Gerichtsalltag ablaufen. Ein Team um Professor Jörg Kinzig vom Tübinger Institut für Kriminologie befragte dabei mehr als 1.500 Strafrichter, Staatsanwälte und Strafverteidiger zu ihren Erfahrungen. Die Ergebnisse wurden im Open Access unter <a href="http://www.nomos-elibrary.de/10.5771/9783748922094" target="_blank" rel="noreferrer">www.nomos-elibrary.de/10.5771/9783748922094</a>&nbsp; veröffentlicht.</p><p>Verständigungen in Strafverfahren sind seit mehr als 30 Jahren Teil des gerichtlichen Alltags und unterliegen seit 2009 festen gesetzlichen Regeln: So muss eine solche Übereinkunft der Transparenz wegen dokumentiert werden. Geständnisse sind zwingend zu überprüfen. Auch darf das genaue Strafmaß nicht von vorneherein feststehen, möglich ist vorab nur die Festlegung eines „Korridors“, in dem die Strafe liegen soll.</p><p>Die Befragung der 1.500 Fachleute ergab nun, dass gegen die gesetzlichen Vorgaben häufig verstoßen wird: Rund 58 Prozent der Befragten gaben an, dass allen Beteiligten bereits mit der Verständigung klar sei, welche Strafe am Ende der Verhandlung stehen werde. Dabei vermuteten die Befragten, dass ein Geständnis und ein somit abgekürztes Verfahren mit einem Strafrabatt von rund 20 Prozent für die Angeklagten honoriert werde.</p><p>Darüber hinaus förderte die Befragung zutage, dass auch die sogenannten „informellen Absprachen“, also solche außerhalb der Vorgaben der Strafprozessordnung, weiter praktiziert werden. Nicht einmal die Hälfte aller Richter, Staatsanwälte und Strafverteidiger gab an, auf derartige „Deals“ in der eigenen Praxis vollständig zu verzichten. Entsprechende Praktiken werden vor allem bei Betrugsdelikten (29 Prozent), Wirtschaftsstrafsachen (27 Prozent), Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz (22 Prozent) und Steuerstrafsachen (20 Prozent) genutzt. Häufig oder sogar sehr häufig wird eine solche Vorgehensweise bei Strafrichter (35 Prozent) und Schöffengericht (27 Prozent) an Amtsgerichten vermutet, eher weniger dagegen am Schwurgericht bei Landgerichten (nur 1 Prozent).</p><p>Kinzig sieht in den Ergebnissen einen Beleg dafür, dass die derzeitige Regelung nur bedingt praxistauglich und daher reformbedürftig ist: „Der Gesetzgeber sollte sich nun genau anschauen, an welchen Stellen und aus welchen Motiven die am Strafprozess Beteiligten den normativen Vorgaben die Gefolgschaft verweigern. Wenn vor allem an Amtsgerichten ‚gedealt‘ wird, ist das auch ein Hinweis darauf, dass es an den nötigen personellen Ressourcen fehlt.“</p><p>Das Bundesjustizministerium will auf Grundlage der Ergebnisse prüfen, ob weitere gesetzliche Vorgaben nötig sind, um Verständigungsverfahren besser zu regeln. (Stellungnahme unter: <a href="https://www.bmjv.de/SharedDocs/Artikel/DE/2020/110420_Evaluation_Verstaendigung.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.bmjv.de/SharedDocs/Artikel/DE/2020/110420_Evaluation_Verstaendigung.html</a>)</p><h3>Publikation:&nbsp;</h3><p>Karsten Altenhain, Matthias Jahn, Jörg Kinzig: <strong>Die Praxis der Verständigung im Strafprozess</strong>. Eine Evaluation der Vorschriften des Gesetzes zur Regelung der Verständigung im Strafverfahren vom 29. Juli 2009, 1. Auflage 2020, ISBN print: 978-3-8487-7805-8, <em>ISBN online</em>: 978-3-7489-2209-4, <a href="https://doi.org/10.5771/9783748922094" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.5771/9783748922094</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-56911</guid><pubDate>Thu, 12 Nov 2020 17:00:00 +0100</pubDate><title>Mit Methan als Nahrungsquelle setzen Bakterien giftiges Arsen frei</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=56911&amp;cHash=fd68fe9bf2c2fa16e0e466cada2d914a</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen entdeckt bisher unbekannten Mechanismus, der in Vietnam eine wichtige Rolle bei der natürlichen Verunreinigung des Grundwassers spielt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Giftiges Arsen belastet großflächig Flüsse und Grundwasser in vielen südostasiatischen Ländern wie Bangladesch und Vietnam. Es wird durch die Aktivität von Mikroorganismen freigesetzt, über deren Nahrungsquellen jedoch bisher wenig bekannt war. Ein Team aus der Geomikrobiologie der Universität Tübingen unter der Leitung von Professor Andreas Kappler wies kürzlich nach, dass die Arsen freisetzenden Bakterien ihre Nahrung in den tieferen Bodenschichten finden und nicht von der Wasseroberfläche zum Beispiel aus Algen oder Pflanzen beziehen. Nun entdeckte das Team, dass neben den an Sedimenten abgelagerten organischen Stoffen Methangas als Nahrungsquelle eine wichtige Rolle bei der Freisetzung des Arsens durch Bakterien spielt. Damit lässt sich die hohe Ar-senkonzentration des Wassers in vielen Gebieten Südostasiens besser als bisher erklären. Die neue Studie erscheint in der Fachzeitschrift <em>Nature Communications Earth &amp; Environment</em>.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-56770</guid><pubDate>Tue, 10 Nov 2020 09:17:10 +0100</pubDate><title>Rechtschreibschwächen spielerisch überwinden</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=56770&amp;cHash=5303fb7d1c4141b641253c9f7a56b402</link><description>Bis zu zehn Prozent der Bevölkerung leiden unter einer Lese- Rechtschreibschwäche – Tübinger Forschungsprojekt hat Lernapp für Kinder entwickelt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Zwischen fünf und zehn Prozent der deutschen Bevölkerung leiden an einer Lese-Rechtschreibschwäche (LRS). Etwa 40.000 Kinder pro Jahrgang sind davon betroffen. Die massiven Schwierigkeiten beim Erlernen der Schriftsprache überschatten bei vielen den Schulalltag. Ihr Selbstbewusstsein leidet so, dass sie oft die Lust am Lernen verlieren.</p><p>Um Betroffenen zu helfen, haben Linguisten, Informatiker und Psychologen der Universität Tübingen und des Tübinger Instituts für Lerntherapie (TIL) das digitale Lernspiel „Prosodiya“ für Tablets und Smartphones entwickelt. „Viele Kinder mit einer LRS haben Probleme, den Sprachrhythmus wahrzunehmen und die Betonungen der Wortsilben zu erkennen“, sagt Heiko Holz, einer der Entwickler. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Sprachwissenschaft und Doktorand des LEAD Graduate School &amp; Research Network an der Universität Tübingen.</p><p>Das sei ein echter Hemmschuh beim Schreibenlernen, denn die Silbenbetonung spiele eine große Rolle für die Anwendung wichtiger Rechtschreibregeln. So wird in den betonten Silben vieler Wörter der Vokal durch zusätzliche Buchstaben begleitet: Lange Vokale werden zum Beispiel durch h oder ie gekennzeichnet (fehlen, Biene), während kurze Vokale zum Beispiel durch ck (packen) oder doppelte Konsonantenbuchstaben (rennen) angezeigt werden. Wer diese Regeln zur Markierung der Vokallängen nicht beherrscht, dem fehlt ein entscheidender Baustein der deutschen Orthographie.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-56755</guid><pubDate>Mon, 09 Nov 2020 16:45:48 +0100</pubDate><title>Schüler gestalten mit Künstlicher Intelligenz die Welt von morgen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=56755&amp;cHash=f8d0aa3dcd8aa685de2929bac8d4b308</link><description>Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz präsentiert am 14. November Finalistinnen und Finalisten im Livestream: von Fake News bis zum smarten Hühnerstall ‒ Virtueller Hackathon bildet Auftakt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Bundeswettbewerbs Künstliche Intelligenz (BWKI) 2020 steuert auf sein Finale zu. Am 14. November steht die Abschlussveranstaltung an, die in diesem Jahr einen virtuellen Hackathon mit der offiziellen Preisverleihung für die besten KI-Projekte verbindet. Am großen „KI-Tag“ werden Jugendliche ihre Kreativität und Coding Skills in einem virtuellen Hackathon unter Beweis stellen. Im Team entwickeln sie innerhalb von acht Stunden ein Konzept und einen Prototypen. Organisiert und betreut wird der Hackathon unter anderem durch die Vorjahresgewinner des Wettbewerbs.</p><p>Ab 18:00 Uhr werden die Projekte der diesjährigen Finalisten des BWKI in einer Livesendung vorgestellt (YouTube-Livestream: <a href="https://youtu.be/gpNNUA7R4KM" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://youtu.be/gpNNUA7R4KM</a>). Die Jury verkündet die Gewinner und ehrt die KI-Schule des Jahres. Über die Vergabe des Publikumspreises entscheiden die Zuschauer durch eine Live-Abstimmung.</p><p>Am BWKI sind Schülerinnen und Schüler ab 13 Jahre mit einem selbst entwickelten Projekt rund um das Thema maschinelles Lernen teilnahmeberechtigt. In diesem Jahr haben mehr als 2.000 Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Interessierte die Angebote des BWKI wahrgenommen. In einem kostenfreien Online KI-Kurs wurden die Grundlagen der KI vermittelt und eine wöchentliche Programmieraufgabe gab die Chance, während der Corona-bedingten Schulschließungen die eigenen Programmierkenntnisse zu vertiefen. Mehr als 150 Schüler haben ihre Projektideen beim Wettbewerb eingereicht.</p><p>Die Finalisten des diesjährigen Wettbewerbs haben unter anderem KI-Systeme entwickelt, die Fake News erkennen, Blattkrankheiten an Weinreben bestimmen oder gesprochene Worte durch Lippenlesen für gehörlose Menschen in einen geschriebenen Text übersetzen. Weiterhin wurden Prototypen wie ein intelligenter Blindenstock oder ein smarter Futterapparat für den heimischen Hühnerstall entwickelt.</p><p>Die Jury des Wettbewerbs 2020 ist hochkarätig besetzt: Dr. Ranga Yogeshwar (Wissenschaftsjournalist), Julian Janssen (TV-Moderator), Dr. Sibylle Anderl (Wissenschaftsjournalistin, FAZ), Dr. Philip Häusser (Physiker, Fernsehmoderator, Webvideoproduzent), Dr. Ute Wilhelmsen (Meeresbiologin), Dr. Suzanna Randall (Astrophysikerin, Astronautin), Prof. Christiane Zarfl (Universität Tübingen), Christoph Röscher (Bosch Center of Artificial Intelligence), Dr. Nina Gaissert (Expertin für Bionik, Festo), Prof. Dr. Matthias Bethge, Dr. Wieland Brendel (Initiatoren des Wettbewerbs, Universität Tübingen), Prof. Dr. Bernhard Schölkopf (Initiator des Wettbewerbs, Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme).</p><p>„Mit dem Bundeswettbewerb KI kommt eines der wichtigsten Themen unserer Zeit in die Schulen. Künstliche Intelligenz verändert in atemberaubendem Tempo unsere Gesellschaft und unser Leben. Wir brauchen dringend viele junge, engagierte Menschen, die sich aktiv mit KI auseinandersetzen und neue Ideen entwickeln“, erklärt Ministerin Theresia Bauer, Vorsitzende der Stiftungsverwaltung der Carl-Zeiss-Stiftung und Schirmherrin des Wettbewerbs.</p><p>„Es ist einfach großartig und inspirierend, die Kreativität, das Können und die Ausdauer der Schüler bei diesem Wettbewerb zu sehen. Ich träume von einer Gesellschaft, in der wir uns noch viel mehr ermutigen, gute Ideen zu entwickeln und auszuprobieren“, schwärmt Professor Matthias Bethge, Organisator und Juror des Wettbewerbs.</p><p>Der Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz ist eine Initiative des Tübingen AI Centers, BMBF Kompetenzzentrums für Maschinelles Lernen, in Kooperation mit Cyber Valley. Hauptförderer ist die Carl-Zeiss-Stiftung. Weitere Sponsoren sind BOSCH, Festo, paperspace und NVIDIA.</p><h3>Über den Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz</h3><p>Der BWKI motiviert Schülerinnen und Schüler mit den Werkzeugen der künstlichen Intelligenz ihre eigenen Ideen für eine bessere Welt von morgen umzusetzen. Der Bundeswettbewerb wurde 2018 am KI Forschungsstandort Tübingen durch das Kompetenzzentrum für Maschinelles Lernen ins Leben gerufen und ermöglicht Jugendlichen ihr Können aktiven im KI-Forschungsumfeld unter Beweis zu stellen.</p><p>Weitere Informationen unter <a href="https://bw-ki.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bw-ki.de</a>&nbsp;</p><h3>Kontakt:</h3><p>Dr. Caroline Schmidt<br> Universität Tübingen<br> Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;Telefon +49 7071 29-70880<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,ectqnkpg0uejokfvBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">caroline.schmidt<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p><h3>Pressekontakt:</h3><p>Lennart Schmid<br> Pressereferent Cyber Valley<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> Telefon &nbsp;+49 7071 29-70794<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,ngppctv0uejokfBeadgt/xcnnga0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">lennart.schmid<span style="display:none">spam prevention</span>@cyber-valley.de</a>&nbsp;&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-56470</guid><pubDate>Tue, 03 Nov 2020 10:10:11 +0100</pubDate><title>Schon Grundschulkinder verstehen Wissenschaft</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=56470&amp;cHash=2d86afc13f680db25b5dd3a963e2732a</link><description>In Zeiten von Corona wichtiger denn je: Studie der Universität Tübingen bestätigt, wie Grundschulkinder ein Verständnis für wissenschaftliche Prozesse entwickeln können</description><content:encoded><![CDATA[<p>Schon Grundschulkinder der dritten und vierten Klasse können lernen, wie Wissenschaft funktioniert. Dies zeigt eine neue Studie des Hector-Instituts für Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen: Nach speziellen Kursen, in denen Kinder selber forschen durften, konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zeigen, dass diese dabei ein Verständnis für grundlegende Abläufe von Wissenschaft entwickelt hatten. Gerade in Pandemie-Zeiten sei ein grundlegendes Verständnis insbesondere der Naturwissenschaften unerlässlich, um politische Entscheidungen, die unseren Alltag unmittelbar betreffen, zu verstehen und einzuordnen, erklärt Autorin Dr. Julia Schiefer. Die Ergebnisse wurden im <em><a href="https://psycnet.apa.org/record/2020-66878-001?doi=1" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Journal of Educational Psychology</a></em> veröffentlicht.</p><p>„Viele Kinder, aber auch Erwachsene, haben zunächst eine vereinfachte Vorstellung davon, was Wissenschaft leisten kann und was nicht“, sagt Julia Schiefer. „Sie gehen beispielsweise häufig davon aus, dass Forschungsergebnisse endgültig sind oder eine absolute Wahrheit liefern.“ Dies sei ein Trugschluss, wie aktuell die Erforschung von SARS-coV-2 zeige.</p><p>Mit Kolleginnen und Kollegen hatte sie die Förderung des Wissenschaftsverständnisses in Kursen an den Hector Kinderakademien untersucht, die ein Förderprogramm für besonders begabte und hochbegabte Kinder anbieten. Insgesamt nahmen 310 Kinder der dritten und vierten Klasse an 28 Standorten in ganz Baden-Württemberg an der Studie teil. Dabei wurden die Kinder nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt: Die eine Hälfte besuchte den Kurs „Kleine Forscher – Wir arbeiten wie Wissenschaftler“ sofort, die andere Hälfte (die Kontrollgruppe) besuchte den Kurs erst später.</p><p>In dem Kurs schlüpften die Kinder zehn Wochen lang selbst in die Rolle eines Forschenden, indem sie unter anderem ihre eigenen Sinne oder unbekannte Objekte erforschen oder Versuche zu elektrischen Fischen im Schülerlabor Neurowissenschaften der Universität Tübingen durchführen konnten. Neben dem aktiven Experimentieren und Beobachten standen die Vermittlung von naturwissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweisen, das kritische Hinterfragen von Ergebnissen sowie der intensive Austausch zwischen den Kindern ‒ beispielweise im Rahmen von sogenannten „Forscherkongressen“ ‒ im Vordergrund. Wie der anschließende Vergleich mit den Kindern aus der Kontrollgruppe zeigte, verstanden die Kinder nach dem Besuch des Kurses den Ablauf eines Forschungsprozesses besser, hatten eine genauere Vorstellung über die Natur von Wissen und waren insgesamt motivierter, sich mit Naturwissenschaften zu beschäftigen. Hierbei profitierten die Mädchen durch den Kurs insgesamt stärker als die Jungen. Die Ergebnisse runden eine Serie von zuvor durchgeführten kleineren Studien ab, bei denen bereits ähnliche Effekte gefunden wurden. Die jetzt publizierte Studie zeigt jedoch zum ersten Mal, dass der Kurs auch in seinem flächendeckenden Einsatz in der Praxis wirksam ist.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-55925</guid><pubDate>Mon, 19 Oct 2020 13:15:22 +0200</pubDate><title>Poetik-Dozentur 2020 entfällt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=55925&amp;cHash=1720249cca626c2d97430a39b50139a2</link><description>Eva Menasse und Thomas Hettche sind dieses Jahr in einem Interview-Film zu sehen ‒ im Herbst 2021 dann in Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Tübinger Poetik-Dozentur muss aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr entfallen. Als Gäste waren für dieses Jahr die Schriftstellerin Eva Menasse und der Schriftsteller Thomas Hettche eingeladen. Die für November geplanten Veranstaltungen werden nun um ein Jahr verschoben. Das betrifft auch die für Sonntag, den 15. November, geplante Lesung von Eva Menasse in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall.</p><p>„Wir bedauern dies sehr und hoffen, im Herbst 2021 Eva Menasse und Thomas Hettche in Tübingen begrüßen zu können“, sagte Professorin Dorothee Kimmich vom Deutschen Seminar, die mit ihrem Team die Poetik-Dozentur ausrichtet. Als kleiner Vorgeschmack werde jedoch ein Interview-Film die Autorin und den Autor im Gespräch zeigen und einen Ausblick auf die Poetik-Dozentur 2021 geben.</p><p>Der Film wird Ende November auf der Homepage der Poetik-Dozentur verlinkt; weitere Informationen zur Poetik-Dozentur finden Sie ebenfalls unter:&nbsp;<a href="/pt/universitaet/campusleben/kunst-und-kultur/tuebinger-poetik-dozentur/">https://uni-tuebingen.de/universitaet/campusleben/kunst-kultur-und-freizeit/tuebinger-poetik-dozentur/</a></p><p>Die Tübinger Poetik-Dozentur ist ein Projekt der Stiftung Würth und wird von der Adolf Würth GmbH &amp; Co. KG gefördert. Einmal jährlich werden zwei Autoren oder Autorinnen eingeladen, öffentliche Vorlesungen zu halten sowie Seminare und Workshops für Studierende anzubieten.</p><h3>Die Gäste der Poetik-Dozentur 2020 /2021</h3><p><strong>Eva Menasse</strong>, geboren 1970 in Wien, lebt seit 2003 als freie Schriftstellerin in Berlin.</p><p><strong>Publikationen (Auswahl)</strong></p><p><em>Der Holocaust vor Gericht</em>, Siedler, Berlin, 2000 / Kiepenheuer &amp; Witsch, Köln, 2017<br><em>Vienna</em>, Kiepenheuer &amp; Witsch, Köln, 2005<br><em>Lässliche Todsünden</em>, Kiepenheuer &amp; Witsch, Köln, 2009<br><em>Quasikristalle</em>, Kiepenheuer &amp; Witsch, Köln, 2013<br><em>Tiere für Fortgeschrittene</em>, Kiepenheuer &amp; Witsch, Köln, 2017<br><em>Gedankenspiele über den Kompromiss</em>, Droschel, Graz, 2020</p><p><strong>Pressestimmen</strong></p><p>„Vom Glück der Lektüre: Eva Menasse schreibt kristallklare Prosa über die Vergeblichkeit des sehnsuchtsvollen Miteinanders – große Literatur!“ (Die Zeit, über <em>Quasikristalle</em>)<br> „Eva Menasses Spezialität sind die saturierten alternativ-bürgerlichen Milieus in Wien und in Berlin, ein smartes Biotop von Künstlern, Kreativen, Medienleuten und Urban Intellectuals, das sie intim kennt und mit genüsslicher Biestigkeit beschreiben kann.“ (Sigrid Löffler, Deutschlandfunk Kultur)<br> „Eva Menasses Erzählungen <em>Tiere für Fortgeschrittene</em> sind charmante Anti-Fabeln [...]: das heißt nicht zuletzt, im großen Symbiosentheater sowohl dem Traurigen als auch dem Komischen einen Platz zu geben.“ (Die Zeit, über <em>Tiere für Fortgeschrittene</em>)</p><p><strong>Thomas Hettche</strong>, 1964 am Rand des Vogelsbergs geboren, lebt als freier Schriftsteller in Berlin und in der Schweiz.</p><p><strong>Publikationen (Auswahl)</strong></p><p><em>NOX </em>(1995)<br><em>Der Fall Arbogast.</em> Kriminalroman, DuMont Verlag, Köln, 2001<br><em>Totenberg</em>, Kiepenheuer &amp; Witsch, Köln, 2012<br><em>Pfaueninsel. </em>Roman, Kiepenheuer &amp; Witsch, Köln, 2014<br><em>Unsere leeren Herzen.</em> Über Literatur, Kiepenheuer &amp; Witsch, Köln, 2017<br><em>Herzfaden. Roman der Augsburger Puppenkiste</em>, Kiepenheuer &amp; Witsch, Köln, 2020</p><p><strong>Pressestimmen</strong></p><p>„Hettche erweist sich erneut als einer der elegantesten und raffiniertesten Stilisten der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.“ (Jury des Deutschen Buchpreises 2014, über <em>Pfaueninsel</em>)<br> „Hettche erzählt [...] in einer virtuosen und dramaturgisch sogkräftigen Mischung aus Selbst- und Fremdporträt, aus Beschreibung, schwebender Assoziation und detailgenauem, stechendem Erinnerungsbild [...].“ (NZZ , 23. April 2013, über <em>Totenberg</em>)<br> „Es ist eine grandios vergnügliche Wiedersehensfeier mit der eigenen Kindheit. [...] Ein literarischer Triumph.“ (Denis Scheck, ARD druckfrisch, über <em>Herzfaden</em>)</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-55742</guid><pubDate>Wed, 14 Oct 2020 14:26:18 +0200</pubDate><title>Tübingen festigt seinen Ruf als weltweites Zentrum für Covid-Impfstoffentwicklung</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=55742&amp;cHash=8ddaa2e26408921549ce93b0ea5377ab</link><description>Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert Forschungstransfer-Projekt mit 18 Millionen Euro.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Gründerteam des EXIST-Forschungstransfer-Projekts der Abteilung Immunologie der Universität und des Universitätsklinikums Tübingen arbeitet an einer vielversprechenden plattformbasierten Technologie zur Entwicklung eines Impfstoffes gegen SARS-CoV-2. Über sein Programm EXIST fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) das Projekt mit 18 Millionen Euro. Besonderheit des Projekts ist der sogenannte polyvalente Vektor-Ansatz, um einen hochwirksamen Impfstoff zu entwickeln, der gegen mehrere Antigene des Corona-Virus gleichzeitig wirksam ist. Somit steigt die Wahrscheinlichkeit des Impfstoffs, auch gegen zukünftige Mutationen des Virus zu schützen.</p><p>Der Ansatz vom Tübinger Projekt unterscheidet sich dabei maßgeblich von vielen derzeit verfolgten Impfstoffentwicklungen: Das Forscherteam rund um Gruppenleiter Dr. Ralf Amann zielt bei seinem Impfstoff darauf ab, neben einer starken und breiten antikörperbasierten Immunantwort, auch SARS-CoV-2-spezifische T-Zellen-Antworten auszulösen. Das Projekt wird bereits seit April vom BMWi gefördert und hat sich seit Ausbruch der COVID-19 Pandemie in Deutschland gänzlich der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das neuartige Virus verschrieben.</p><p>Die Forscherinnen und Forscher des Projekts greifen bei der Entwicklung des Impfstoffs auf ihre Plattformtechnologie zurück. Diese Technologie ermöglicht die individuelle Anpassung von Impfvektoren an verschiedene Anforderungen: Die Impfvektoren sind genetisch modifizierte Partikel, die mit dem genetischen Material gezielt in die Empfängerzelle transportiert werden. Die genetischen Informationen können dann in dem zu impfenden Organismus abgelesen werden und als Antigene das Immunsystem aktivieren. „Die Daten der präklinischen Versuche sind äußerst vielversprechend und bestärken uns in unserem Vorhaben - unter Verwendung unserer einzigartigen Plattformtechnologie - einen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie zu leisten“, so Dr. Ralf Amann Gruppenleiter des EXIST-Forschungstransfer-Projekts der Abteilung Immunologie. Sein Team arbeitet an der Entwicklung des Impfstoffs in den Laboren des Interfakultären Instituts für Zellbiologie, Abteilung Immunologie der Universität Tübingen.</p><p>Dabei ist die Forschergruppe nicht das einzige Impfstoffprojekt aus Tübingen, das vielversprechende Daten liefert. Bereits im Juni startete die erste klinische Studie am Universitätsklinikum Tübingen zur Testung des von CureVac entwickelten mRNA-Impfstoffs.</p><p>Leiter der Studie, die sich bereits in Phase zwei befindet, ist Prof. Dr. Peter Kremsner, Direktor des Instituts für Tropenmedizin, Reisemedizin und Humanparasitologie. Parallel ist eine Arbeitsgruppe um Dr. Juliane Walz von der Klinischen Kooperationseinheit Translationale Immunologie am Universitätsklinikum Tübingen gemeinsam mit der Abteilung für Immunologie dabei eine klinischen Studie zu entwickeln, die einen Impfstoff gegen SARS-CoV-2 auf Basis von T-Zell-Epitopen zum Ziel hat. „Obwohl alle drei Studien unterschiedliche Ansätze verfolgen, ist genau dieser Umstand ein großer Vorteil für die erfolgreiche Entwicklung gleich mehrerer Impfstoffe und zeugt vom exzellenten Forschungsstandort Tübingen“, so Prof. Dr. Bernd Pichler, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen.</p><p>Als weitere Ausgründung (unter anderem CureVac) aus der Abteilung Immunologie, ist bereits das EXIST-Start-up Prime Vector Technologies (PVT) entstanden, das sich um Fertigstellung, Zulassung und die Markteinführung des Impfstoffs bemühen wird. „Die Abteilung Immunologie arbeitet aktuell an der Entwicklung neuer diagnostischer, prophylaktischer und therapeutischer Maßnahmen bei COVID-19. Dabei kommen uns unsere Erfahrungen aus der Krebsimmuntherapie zu Gute“, sagt Prof. Dr. Hans-Georg Rammensee, Leiter der Abteilung Immunologie des Interfakultären Institutes für Zellbiologie der Universität Tübingen.</p><p>Mit dem Programm EXIST „Existenzgründungen aus der Wissenschaft" fördert das BMWi seit 20 Jahren erfolgreich Startup-Ausgründungen aus der deutschen Hochschul- und Wissenschaftslandschaft.</p><p>Weitere Informationen in der <a href="https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2020/10/20201014-bmwi-gefoerdertes-impfstoffprojekt-entwickelt-einen-covid-19-impfstoff-der-zweiten-generation.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Pressemitteilung des BMWi zur Förderung</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-55688</guid><pubDate>Tue, 13 Oct 2020 09:15:24 +0200</pubDate><title>Digitales Semester: Tübinger Studierende ziehen positives Fazit</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=55688&amp;cHash=6c23d59336943519d53915a564a99fd6</link><description>Universitätsweite Umfrage zeigt: Studierende waren technisch gut gerüstet und absolvierten das Sommersemester trotz aller Hindernisse</description><content:encoded><![CDATA[<p>Tübinger Studierende ziehen ein positives Fazit für das digitale Sommersemester 2020. In einer Umfrage der Universität Tübingen gaben zwei Drittel der Befragten dem digitalen Lehrangebot die Note „Sehr gut“ oder „Gut“. Aufgrund der Pandemie hatte die Universität im Frühjahr das gesamte Lehrangebot in kürzester Zeit auf Online-Formate umgestellt. Im Juli bat sie Studierende in einer universitätsweiten Erhebung um Feedback, wie sie das Semester bewältigt hatten – rund 5.200 Studierende aus allen Fächern beteiligten sich.</p><p>Als „gelungen“ beurteilte die große Mehrheit der Befragten die Umstellung auf digitale Lehrformate und würdigte zudem in offenen Nennungen das Engagement der Lehrenden. Die Studierenden selbst waren bereits gut ausgerüstet: Rund 80 Prozent der Befragten verfügten schon zu Semesterbeginn über einen ausreichend starken Internetzugang sowie über die technische Ausstattung für die Teilnahme am digital gestützten Lehrangebot.</p><p>Die Hälfte der Befragten lebte auch im digitalen Semester in Tübingen. 46 Prozent nahmen von auswärts an der Online-Lehre teil, beispielsweise an ihrem Heimatort, zwei Prozent hielten sich im Ausland auf. 40 Prozent der Befragten unterzogen sich Online-Prüfungen ‒ zwei Drittel aller Klausuren wurden aber auch im Sommersemester 2020 in Präsenz durchgeführt.</p><p>Als beste Unterstützung für den eigenen Lernprozess empfanden gut zwei Drittel der Befragten eine Mischung aus synchronen und asynchronen Lehrveranstaltungen: Synchrone Veranstaltungen (in Echtzeit) böten die Möglichkeit für Fragen und direkten Austausch. Asynchrone (aufgezeichnete) Veranstaltungen ermöglichten ein zeit- und ortsunabhängiges Lernen.</p><p>Trotz dieser überwiegend positiven Einschätzung forderte die neue Situation auch heraus: So fehlte vielen Studierenden der persönliche Kontakt zu Mitstudierenden (82 Prozent) und Lehrenden (72 Prozent). Sie empfanden den Umgang mit einer eingeschränkten Infrastruktur der Universität als schwierig, darunter die Schließung der Mensen und der begrenzte Zugang zu Bibliotheken (65 Prozent). Zudem gaben viele an, der Arbeitsaufwand habe sich im digitalen Semester spürbar erhöht.</p><p>Für das kommende Wintersemester wünschten die Studierenden sich deshalb einen gemäßigteren Arbeitsaufwand und leichteren Zugang zu Bibliotheken und Arbeitsplätzen an der Universität. Zudem freuten sich viele wieder auf die Rückkehr zur Präsenzlehre für Seminare, Sprachkurse und Praktika, möglichst in Kleingruppen.</p><p>Für das Wintersemester 2020 plant die Universität Tübingen eine deutliche Ausweitung von Veranstaltungen, die in Präsenzlehre durchgeführt werden. Vor allem Veranstaltungen mit begrenzten Teilnehmerzahlen wie Seminare und Kurse können unter Einhaltung der Hygienevorschriften wieder vor Ort stattfinden. „Die Universität freut sich darauf, wieder Studierende auf dem Campus zu begrüßen“, sagte Professorin Karin Amos, Prorektorin für Studierende, Studium und Lehre. Die plötzliche Umstellung der Lehre auf reine Online-Formate habe sowohl Lehrenden als auch Studierenden einiges abverlangt. „Gleichzeitig war die Situation eine Chance: Wir werden die Erfahrungen aus dem Sommersemester nützen, um unser digitales Lehrangebot weiter zu verbessern.“</p><p>Die Studierendenbefragung wurde durch das Zentrum für Evaluation und Qualitätsmanagement (ZEQ) der Universität Tübingen durchgeführt. Die Ergebnisse finden Sie hier: <a href="/pt/einrichtungen/zentrale-einrichtungen/zentrum-fuer-evaluation-und-qualitaetsmanagement/aktuelles/">https://uni-tuebingen.de/de/1755</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-55685</guid><pubDate>Tue, 13 Oct 2020 09:06:45 +0200</pubDate><title>Aus der Corona-Pandemie für die Eindämmung anderer Infektionen lernen </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=55685&amp;cHash=b83b816b7de18718454eb7ea1b8c35b8</link><description>Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fordern ein konsequentes Umdenken in der Bekämpfung von Krankenhausinfektionen durch multiresistente Bakterien </description><content:encoded><![CDATA[<p>Krankenhausinfektionen nehmen seit Jahren stetig zu und fordern jährlich hunderttausende vermeidbarer Todesopfer. Die Ursache sind vor allem Bakterien, die gegen mehrere Antibiotika resistent geworden sind. Trotz alarmierender Zahlen ist das Thema Antibiotikaresistenz bisher jedoch in der Politik ohne Priorität geblieben. Das muss sich ändern, mahnen Expertinnen und Experten aus dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), dem Exzellenzcluster Controlling Microbes to Fight Infections (CMFI) der Universität und des Universitätsklinikums Tübingen und anderen internationalen Forschungseinrichtungen in der aktuellen Ausgabe von <em>Lancet Infectious Diseases</em> und rufen zu einem Richtungswechsel auf. Obwohl COVID-19 durch Viren verursacht wird, könne man aus der Erfahrung mit der Pandemie viel für das Management und die Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten übernehmen. &nbsp;</p><p>„Wir haben uns zu sehr daran gewöhnt, dass durch unzureichende Hygiene, zu geringes Wissen über die Ausbreitungswege der Erreger, mangelnde ärztliche Ausbildung und fehlendes Interesse der Pharmaindustrie an Antibiotikaforschung viele unserer Risikopatienten schwer erkranken und sterben.“ Mit dieser Mahnung wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Professorin Maria Vehreschild (Köln), Professor Andreas Peschel (Tübingen), Professorin Evelina Tacconelli (Verona/Tübingen) und Professor Christian Giske (Stockholm) eine breite Diskussion anstoßen. Maria Vehreschild, Evelina Tacconelli und Andreas Peschel forschen auch gemeinsam im DZIF-Schwerpunkt „Krankenhauskeime und Antibiotika-resistente Bakterien“.</p><p>„Mit vergleichsweise geringem Aufwand könnten große Fortschritte in der Eindämmung von Krankenhausinfektionen erzielt werden“, so die Überzeugung der Wissenschaftler in ihrem Meinungsbeitrag in der Fachzeitschrift. „Die Frage, mit welchem Engagement und welchen Ressourcen wir lebensbedrohliche, aber vermeidbare Infektionskrankheiten über COVID-19 hinaus künftig behandeln, wird immer drängender.“&nbsp;</p><p>Das Team aus Infektionsmedizinern und Wissenschaftlern des DZIF, des Tübinger Exzellenzclusters CMFI und renommierter Forschungseinrichtungen anderer Länder hat hiermit einen an die weltweite Öffentlichkeit gerichteten Aufruf zu einem Paradigmenwechsel im Umgang mit Krankenhausinfektionen gestartet. Obwohl die Risikogruppen für COVID-19 und für Krankenhausinfektionen fast deckungsgleich sind, werde das Thema der Antibiotikaresistenzen seit Jahren sträflich vernachlässigt, so das Team, es mangele bislang an der nötigen gesellschaftlichen Wahrnehmung. &nbsp;</p><p>„Die Corona-Pandemie hat die Infektionskrankheiten zu einem Thema der Politik gemacht. „Wir sollten nach Corona nicht wieder zur Tagesordnung zurückkehren, sondern auch bei anderen schweren, aber vermeidbaren Infektionserkrankungen eine neue Richtung einschlagen“, betont DZIF-Wissenschaftlerin Maria Vehreschild, die den Aufruf mit verfasst hat. Die Verfasser sind davon überzeugt, dass mit vergleichsweise geringem Aufwand große Fortschritte in der Eindämmung von Krankenhausinfektionen erzielt werden können.</p><h3>Veröffentlichung</h3><p>Vehreschild MJGT, Tacconelli E, Giske CG, Peschel A: Beyond COVID-19 – a paradigm shift in infection management? <em>Lancet Infectious Diseases</em>, 9.10.2020, DOI: <a href="https://doi.org/10.1016/S1473-3099(20)30789-1" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/S1473-3099(20)30789-1</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-55463</guid><pubDate>Wed, 07 Oct 2020 09:19:56 +0200</pubDate><title>Universität Tübingen für vorbildliche Verwendung von Recyclingpapier ausgezeichnet</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=55463&amp;cHash=f7cc74b6966dd86d4fab7a19c1428296</link><description>Bundesumweltministerin würdigt Engagement ‒ Papieratlas 2020: Recyclingpapier in Hochschulen immer beliebter</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen ist von Bundesumweltministerin Svenja Schulze für herausragendes Engagement bei der Verwendung von Recyclingpapier ausgezeichnet worden. Seit fünf Jahren erbringt sie Bestleistungen im Papieratlas-Hochschulwettbewerb der Initiative Pro Recyclingpapier (IPR): Am Dienstag nahm Kanzler Dr. Andreas Rothfuß dafür die Auszeichnung „Mehrfachsieger“ im Bundesumweltministerium Berlin entgegen. Weitere Preise gingen an die FernUniversität in Hagen als „Recyclingpapierfreundlichste Hochschule“ und die Universität zu Köln als „Aufsteiger des Jahres“.&nbsp;</p><p>Die Universität Tübingen erhält die Auszeichnung damit im fünften Jahr in Folge: Seit 2015 nutzt sie zu 100 Prozent Recyclingpapier. Die Umstellung erfolgte im Rahmen ihres Umweltmanagementsystems EMAS (Eco Management and Audit Scheme), mit dem sie seit 2011 daran arbeitet, sämtliche Ablaufprozesse nachhaltig auszurichten. So konnte unter anderem der Papierverbrauch in den vergangenen zehn Jahren um 50 Prozent reduziert werden. Auch wurden in den vergangenen fünf Jahren mehr als 18,3 Millionen Liter Wasser und über 3,7 Millionen Kilowattstunden Energie eingespart – und dies, obwohl die Universität stetig wächst.</p><p>Der Papieratlas bildet seit fünf Jahren den Papierverbrauch und die Recyclingpapierquoten deutscher Hochschulen ab. Partner sind das Bundesumweltministerium, das Umweltbundesamt und der Deutsche Hochschulverband. In diesem Jahr beteiligten sich 43 Hochschulen an dem Wettbewerb. Durchschnittlich verwenden sie bereits über 75 Prozent Papier mit dem Blauen Engel und stellen damit einen neuen Rekord auf.</p><p>Informationen unter <a href="http://www.papieratlas.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.papieratlas.de</a>&nbsp;<br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-55396</guid><pubDate>Fri, 02 Oct 2020 08:50:03 +0200</pubDate><title>27. Tübinger Erbe-Lauf: Virtuelle Premiere ein voller Erfolg</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=55396&amp;cHash=f189c2b23ac7b0ce1f2a26263577e1a7</link><description>2775 Teilnehmer sammeln gemeinsam über 30.000 Kilometer</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Erbe-Lauf 2020 war auch in virtueller Form ein Erfolg: Insgesamt 2275 Läuferinnen und Läufer nahmen in diesem Jahr teil und sammelten gemeinsam mehr als 30.000 Kilometer. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte der 27. Tübinger Erbe-Lauf dieses Jahr nicht in gewohntem Format stattfinden. Das Organisationsteam um Judith Wais vom Institut für Sportwissenschaft hatte deshalb in enger Kooperation mit der Leichtathletik-Vereinigung (LAV) Stadtwerke Tübingen den ersten virtuellen Erbe-Lauf konzipiert. Ermöglicht wurde dies auch durch die Unterstützung der Partner des Erbe-Laufes, die ihr Engagement bei der virtuellen Premiere fortsetzten.</p><p>Vom 20. bis zum 27. September 2020 hatten Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, auf selbstgewählten Strecken verschiedene Distanzen, auch mehrmals, zu absolvieren – gehend, laufend oder mit dem Handbike. Die eigene Aktivität wurde über eine beliebige App erfasst und auf einem Online-Portal eingetragen. Die virtuelle Premiere eröffnete dabei auch neue Möglichkeiten des miteinander Wetteiferns. So stand erstmals ein Wettbewerb Walking/Nordic-Walking zur Auswahl, für den auf Anhieb 275 Anmeldungen eingingen. Insgesamt meldeten sich 1.771 Personen online an. Dabei gingen Anmeldungen aus der ganzen Welt ein, unter anderem auch aus den USA, Korea und Indien.</p><p>Für Grundschülerinnen und -schüler gab es ein gesondertes Angebot. Hier wurden klassenweise Laufwettbewerbe an der jeweiligen Schule mit begrenzten Teilnehmerzahlen durchgeführt, an denen insgesamt 1.004 Schülerinnen und Schüler teilnahmen. „So erreichte der Erbe-Lauf mit insgesamt 2.775 Anmeldungen fast die Zahl aus dem Vorjahr– ein toller Erfolg“, sagte Judith Wais.</p><p>Die Einzelwertung des Erbe-Laufs über zehn Kilometer gewann bei den Herren Timo Göhler (LAV Stadtwerke Tübingen) in schnellen 30:05 Minuten, gefolgt von seinen Vereinskollegen Robert Baumann (30:16) und Lorenz Baum (30:30). Bei ihren Vereinskolleginnen verwies Katja Fischer (34:22) &nbsp;Hanna Klein (38:12) und Luisa Wöhrmann (44:16) auf die Plätze zwei und drei. Auch die Teamwertung entschied die LAV Stadtwerke Tübingen für sich. 80 LAVler erliefen zusammen knapp 4.000 Kilometer. Insgesamt nahmen an der Teamwertung 110 Teams teil. Das größte Team stellte der Haupt- und Namenssponsor, die Erbe Elektromedizin GmbH. 174 „Erbe Roadrunners“ und zahlreiche weitere internationale Mitarbeiter sammelten sehr motiviert Kilometer um Kilometer.</p><p>Für jeden gelaufenen Kilometer sowohl der Einzel- als auch der Teamwertung spendet die Erbe Elektromedizin GmbH zehn Cent an den Förderverein für krebskranke Kinder Tübingen e.V. Am Ende kamen 30.846 Kilometer zusammen - das gesetzte Gesamtziel von 27.000 Kilometern wurde somit sogar übertroffen.</p><p>Der diesjährige Sozialpartner hat nun Grund zu doppelter Freude, wie Christian O. Erbe, geschäftsführender Gesellschafter und Chief Executive Officer der Erbe Elektromedizin GmbH, verkündete: „Wir freuen uns sehr über den Erfolg des diesjährigen Erbe-Laufs und die Beteiligung unserer internationalen Mitarbeiter. Daher haben wir uns entschlossen, die Spende für unseren Sozialpartner, den Förderverein für krebskranke Kinder Tübingen e. V., zu verdoppeln.“</p><p>„Das Organisationsteam zieht ein sehr positives Fazit“, sagte Judith Wais. „Wir sind überwältigt von so viel Zuspruch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-55339</guid><pubDate>Wed, 30 Sep 2020 13:40:22 +0200</pubDate><title>Keramiken zeigen 3000 Jahre altes Handelsnetz</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=55339&amp;cHash=3eca29b1bdf35f3b344347516bcff3f7</link><description>Archäometrische Analysen verraten genaue Herkunft: Auf der Insel Tavolara tauschten Einwohner Sardiniens Waren mit Festlandbewohnern</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die sardische Insel Tavolara war in der frühen Eisenzeit (zwischen 900-700 v.Chr.) möglicherweise Handelsplatz für die Ureinwohner Sardiniens, die Nuragier, und die Festlandbewohner Mittelitaliens aus der Villanova-Kultur. Archäometrische Analysen ca. 3000 Jahre alter Keramik-Funde aus der Grabungsstelle Spalmatore di Terra auf Tavolara zeigen, dass diese aus mehreren unterschiedlichen Produktionsstätten des damaligen Etruriens (heutige Regionen Toskana und Latium) stammen. Die Ergebnisse werfen neues Licht auf die kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Nuragiern und Proto-Etruskern der Villanova-Kultur im 9. Jahrhundert v.Chr., wie das Team unter Leitung von Dr. Silvia Amicone am Competence Center Archaeometry – Baden-Wuerttemberg (CCA-BW) der Universität Tübingen berichtete. Sie wurden im <em>Journal of Archaeological Science: Reports</em> veröffentlicht.</p><p>Die heutigen italienischen Regionen Toskana und Latium gehörten im 9. und 8. Jahrhundert v.Chr. zum Kernland der sogenannten Villanova-Kultur, aus der sich später die Kultur der Etrusker entwickelte. Die Proto-Etrusker kontrollierten die Kupfer- und Eisenbergwerke der Toskana und waren versierte Metallarbeiter. Als Nuragier bezeichnet man die Einwohner Sardiniens, die in der Bronzezeit ab 1600 v.Chr. die gemeinsame „Nuraghen-Kultur“ entwickelten – sie errichteten rund 8000 Steintürme, genannt Nuraghen, die bis heute als Wahrzeichen der Insel gelten.&nbsp;</p><p>Dass Nuragier und Proto-Etrusker Beziehungen unterhielten, ist durch Metallfunde und Keramiken aus Sardinien dokumentiert, die häufig aus Villanova-Gräbern geborgen wurden. Umgekehrt gab es bislang nur wenige Funde der Villanova-Kultur auf Sardinien, meist in Form von Metallgegenständen wie Broschen. Die Keramiken von Tavolara, einer kleinen Insel vor Sardinien, deuten darauf hin, dass Nord-Etrurien ‒ die heutige Toskana ‒ Zentrum des damaligen Handels war. Sie wurden bereits 2011 und 2013 von der italienischen Forscherin Dr. Paola Mancini geborgen und von Dr. Francesco di Gennaro als erster Nachweis proto-etruskischer Keramik auf Sardinien identifiziert.</p><p>Die archäometrischen Analysen wurde am CCA-BW der Universität Tübingen von Dr. Silvia Amicone und Dr. Christoph Berthold sowie Dr. Kyle Freund (Forschungsgruppe Fernöstliche Anthropologie, Indian River State College, USA) durchgeführt. Dabei wurden Keramik-Scherben mit petrographischen und chemischen Methoden auf Herkunft und Zusammensetzung des Materials sowie die Herstellungstechnik analysiert. Die Ergebnisse bestätigen, dass die Keramik nach Sardinien eingeführt wurde – und zwar aus unterschiedlichen Produktionszentren entlang der Mittelmeerküste des heutigen Italiens.</p><p>Daraus lasse sich schließen, dass die gesamte Region Etrurien im Handelsaustausch stand, von der Toskana bis in das nördliche Latium, sagen die Autoren. „Vorstellbar wäre sogar ein ‚Handelsabkommen‘ zwischen Nuragiern und Proto-Etruskern – Tavolara könnte als Treffpunkt für den Austausch von Gütern gedient haben.“ Die kleine sardische Insel sei der erste bekannte Ort dieser Art auf Sardinien – vermutlich habe es aber mehrere Treffpunkte gegeben, die für den Austausch von Waren genutzt wurden. Weitere Forschung dort und an den archäologischen Funden soll die Rolle Tavolaras innerhalb dieses Übersee-Netzwerks der Eisenzeit im Mittelmeerraum klären.</p><p>Die Grabungen auf Spalmatore di Terra wurden von der Area Marina Protetta Tavolara finanziert und unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Rubens D'Oriano als ehemaligem Funktionär der Soprintendenza Archeologia, Belle Arti e Paesaggio per le Province di Sassari e Nuoro durchgeführt. Die keramischen Funde werden von Dr. Francesco di Gennaro, Dr. Paola Mancini und Dr. Silvia Amicone untersucht.</p><h3>Publikation:</h3><p>Silvia Amicone, Kyle P. Freund, Paola Mancini, Rubens D'Oriano, Christoph Berthold: New insights into Early Iron Age connections between Sardinia and Etruria: Archaeometric analyses of ceramics from Tavolara, <em>Journal of Archaeological Science: Reports</em>,&nbsp;DOI: <a href="https://doi.org/10.1016/j.jasrep.2020.102452" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.jasrep.2020.102452</a></p><p>Die Publikation zum Download:&nbsp;<a href="https://authors.elsevier.com/a/1bm3H,rVDBVSDV" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://authors.elsevier.com/a/1bm3H,rVDBVSDV</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-55102</guid><pubDate>Tue, 22 Sep 2020 10:29:48 +0200</pubDate><title>Cyber Valley: Neue Initiative zu KI in der Medizin gestartet</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=55102&amp;cHash=c5cac90c504cc2f305a7b4c1f91a0774</link><description>„Bietet die Chance, alle Kräfte zu bündeln und Baden-Württemberg zum weltweit sichtbaren Standort zu machen“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen sowie die Max-Planck-Institute für biologische Kybernetik und für Intelligente Systeme haben eine neue Initiative zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Medizin und Lebenswissenschaften gestartet. „Die aktuelle Pandemie zeigt, dass wir bei der Bekämpfung globaler Gesundheitsgefahren schneller und effizienter werden müssen. Zu diesem Zweck müssen wir die Potenziale der KI künftig deutlich stärker nutzen. Die neue Initiative bietet die Chance, alle Kräfte zu bündeln und Baden-Württemberg zu einem weltweit sichtbaren Standort für KI-Anwendungen in der Medizin zu machen“, so Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, die die Initiative zur engeren Kooperation im Bereich KI und Medizin mit Nachdruck begrüßt, am Dienstag.</p><p>Die neue Initiative sei offen für weitere profilierte Akteure aus dem Kreis der Universitäten, der außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen, sagte der Rektor der Universität, Professor Bernd Engler. „Insbesondere streben wir eine enge Kooperation an mit der Universität Stuttgart, die eine erste Adresse für Themen wie Datenintegration und Simulationstechnik ist“. Beide Universitäten könnten sich zudem auf die Zusammenarbeit im Cyber Valley stützen, Europas größtem Forschungsverbund auf dem Gebiet der modernen KI.</p><p>Wichtige Partner seien zudem das Deutsche Krebsforschungszentrum, das European Molecular Biology Laboratory (EMBL), die Universität Heidelberg und alle medizinführenden Universitäten in Baden-Württemberg sowie Unternehmen aus dem Kreis der weltweit hoch angesehenen baden-württembergischen Medizintechnikindustrie. Das Forschungsfeld biete darüber hinaus ein gewaltiges Potenzial für die Entstehung von neuen Start-Ups in den Bereichen Diagnostik, Medizintechnik, Pharmazie sowie medizinnaher Dienstleistungen.</p><p>Engler kündigte an, dass die Universität und ihre Medizinische Fakultät in einem ersten Schritt noch in diesem Jahr vier zusätzliche Professuren auf diesem zukunftsträchtigen Forschungsfeld einrichten werden. Die künftigen Lehrstühle sollen sich unter anderem mit der Auswertung von medizinischen Bilddaten, Sequenzier- und Metadaten sowie Zeitreihen oder Statistiken mit den Methoden des Maschinellen Lernens befassen und damit neue KI-gestützte Instrumente für Diagnose, Therapieentscheidung und die Entwicklung neuer Arzneimittel schaffen. „Mit der bereits in konkreter Planung befindlichen Errichtung des Cyber Valley-Gebäudes im Tübinger Technologiepark haben Max-Planck-Gesellschaft und Universität im zweiten Bauabschnitt Vorsorge für die mögliche Unterbringung der neuen Professuren und ihrer Forschungsgruppen getroffen“, sagte der Rektor.</p><p>Das Vorhaben von Universität, Fakultät und Max-Planck-Instituten wird unter anderem auch von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung unterstützt. Die Stiftung hat sich vorgenommen, am Standort Tübingen den Aufbau eines weiteren wissenschaftlichen Leuchtturmprojekts zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz in den Neurowissenschaften zu fördern. Bereits seit 20 Jahren fördert die Stiftung in Tübingen das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung, das mittlerweile als Modell für den Transfer von Erkenntnissen aus modernster Grundlagenforschung in die klinische Anwendung gilt.</p><p>Bereits heute forschen in Tübingen rund 15 Professorinnen und Professoren am Einsatz von Methoden der Informatik in Medizin und Lebenswissenschaften. Dazu kommen zahlreiche Forschungsgruppen. Einrichtungen der Universität wie das Exzellenzcluster „Maschinelles Lernen in der Wissenschaft“ und das von der Bundesregierung finanzierte KI-Kompetenzzentrum machen Tübingen schon heute zum führenden deutschen Standort für Grundlagenforschung im Maschinellen Lernen. Darüber hinaus sind immer mehr Tübinger Medizin-Start-Ups Teil des Cyber Valley Start-Up Networks.</p><p>„Mit unserer KI- und Medizin-Initiative bauen wir auf einem starken Fundament auf“, sagte Professor Michael Black, Direktor des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme in Tübingen. „Von der Patientenversorgung über die Diagnose bis hin zur personalisierten Medizin gibt es endlose Möglichkeiten, die moderne Medizin mit KI und Robotik zu stärken. Indem wir unsere Stärken vereinen, wollen wir einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, die Felder von Künstlicher Intelligenz und Medizin voranzubringen.“</p><p>„Unsere Arbeiten in der Grundlagenforschung bilden ein solides Fundament dieser sehr vielversprechenden Initiative mit wegweisenden Vorhaben an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Anwendung“, kommentierte Professor Peter Dayan, Geschäftsführender Direktor am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik. „Wegweisende Erkenntnisse aus Analysen hochauflösender bildgebender Verfahren ermöglichen es uns beispielweise, die neuronale Organisation im Gehirn auch im Zusammenhang mit Krankheitsbildern besser zu verstehen; das Potenzial Künstlicher Intelligenz erlaubt es uns etwa, die Komplexität menschlichen Entscheidungsverhaltens besser zu durchdringen, um uns so auch über Wesen und Verlauf typischer psychischer Erkrankungen ein klareres Bild machen zu können.“</p><p>Der Dekan der Medizinischen Fakultät, Professor Bernd Pichler, verwies darauf, dass beim Einsatz moderner medizinischer Diagnoseverfahren gewaltige Datenmengen entstehen, deren Auswertung mit herkömmlichen Methoden kaum noch zu bewältigen ist: „Ähnliche Herausforderungen treten bei einer Vielzahl von Fragestellungen in den Lebenswissenschaften auf, von der Grundlagenforschung bis hin zur Translation von Forschungsergebnissen in die klinische Anwendung, etwa in der personalisierten Medizin. Daher bin ich davon überzeugt, dass in den kommenden Jahren und Jahrzehnten bahnbrechende Erfolge in der medizinischen Forschung und der Versorgung von Patienten mit dem Einsatz Künstlicher Intelligenz einhergehen werden.“ Die Auswertung und intelligente Interpretation von Gesundheitsdaten werde nicht nur die Prognose von Krankheitsverläufen vereinfachen oder die Prävention und die Früherkennung von Krankheiten verbessern, sondern unterstütze auch die Suche nach neuen Medikamenten und Therapieoptionen.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-55072</guid><pubDate>Mon, 21 Sep 2020 09:51:57 +0200</pubDate><title>IWM und Universität Tübingen weisen Kritik des Vereins Digitalcourage zurück</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=55072&amp;cHash=8da421e48ee520d7286591b49f3f4e3f</link><description>Stellungnahme zu „Big Brother Award“ – „Keine Forschungsprojekte, die auf eine Totalüberwachung von Schülerinnen und Schülern abzielen“
</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Verein Digitalcourage e.V. hat dem Leibniz-WissenschaftsCampus Tübingen (WCT) am 18. September den so genannten Big Brother Award in der Kategorie Bildung verliehen. Bei dem Award handelt es sich um einen Negativpreis für „Datensünder”, der jährlich an Behörden, Personen, Unternehmen und Organisationen verliehen wird.</p><p>Den beteiligten Forscherinnen und Forschern des Leibniz-Instituts für Wissensmedien (IWM) und der Universität Tübingen wird dabei unter anderem vorgeworfen, sie arbeiteten an einer Technik, die eine vollständige Überwachung des Lernverhaltens von Schülerinnen und Schülern im Unterricht mit Hilfe von EEG und Eyetracking möglich mache. Darüber hinaus wird den Forscherinnen und Forschern vorgeworfen, sie würden Bildung einer „maschinell überprüfbaren Leistung“ opfern. Es drohe eine „Dressur mittels Lernsoftware“. Die Rolle von Lehrerinnen und Lehrern werde abgewertet.&nbsp;</p><p>IWM und Universität Tübingen weisen diese Vorwürfe als falsch zurück. „Es gab und gibt an beiden Einrichtungen keine Forschungsprojekte, die auf eine Totalüberwachung und Dressur von Schülerinnen und Schülern im täglichen Unterricht abzielen“, sagte die Direktorin des Leibniz-Instituts, Professorin Ulrike Cress: „Derartige Projekte würden nicht nur unserem Menschenbild, sondern auch unserer Vorstellung von gutem Unterricht diametral widersprechen.“ Der Rektor der Universität Tübingen, Professor Bernd Engler, betonte: „Ziel unserer Universität ist es, angehenden Lehrerinnen und Lehrern das notwendige Rüstzeug für guten Unterricht an die Hand zu geben. Dazu aber ist es wichtig zu verstehen, wie guter Unterricht gelingen kann.“</p><p>Am Leibniz-Institut für Wissensmedien und der Universität Tübingen wird in zahlreichen Projekten erforscht, welche Elemente auf dem Weg zu guter Bildung eine wesentliche Rolle spielen.&nbsp;„Hierzu sind Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft und der Kognitionspsychologie ebenso von Bedeutung wie die Entwicklung digitaler Lernmedien und eine wissenschaftlich fundierte Fachdidaktik“, sagte der Leiter der Arbeitsgruppe Multimodale Interaktion am IWM, Professor Peter Gerjets: „Um die Frage beantworten zu können, wie Bildung gelingen kann, sind wir auf belastbare Daten angewiesen. In diesem Zusammenhang helfen uns technische Verfahren wie EEG, Eyetracking oder Kamerabeobachtung wesentlich dabei zu verstehen, wie guter Unterricht funktioniert.“</p><p>Der Direktor des Hector-Instituts für Empirische Bildungsforschung, Professor Ulrich Trautwein, sagte, die Kritiker gingen von einer falschen Vorstellung der Tübinger Projekte sowie guten Unterrichts aus: „Wir sind uns alle einig, dass wir Schülerinnen und Schüler darin stärken müssen, selbstreguliert zu lernen und bestmögliche Teilhabe an einer demokratischen, lebenswerten Gesellschaft zu erwerben“. Nachgewiesenermaßen scheiterten Schule und Unterricht jedoch viel zu oft an diesem Anspruch. Die Forschung der vergangenen Jahre habe deutlich aufgezeigt, an welchen Stellen im Schulalltag Hürden existieren, die guten Unterricht insbesondere auch für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler erschweren. „Eine fundamentale Erkenntnis: Viele Lehrkräfte erkennen nicht, woran das Lernen bei einzelnen Schülerinnen und Schülern oder ganzen Klassen scheitert, und sie nutzen zu selten individuelles Feedback, nicht nur in Corona-Zeiten.“ Die Tübinger Arbeiten erforschen in diesem Sinne letztlich, wie Lehrkräfte darin gestärkt werden können, pädagogisch sinnvoll auf die Lernsituation von Kindern und Jugendlichen einzugehen, um allen ein möglichst selbstreguliertes und gelingendes Lernen zu ermöglichen – mit oder ohne Unterstützung durch digitale Medien. &nbsp;&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-54979</guid><pubDate>Mon, 14 Sep 2020 14:56:20 +0200</pubDate><title>Weinpresse aus der Eisenzeit gibt Aufschluss über Bautechnik der Phönizier</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=54979&amp;cHash=35f94652a5566b340668441bc64c0d1a</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen entdeckt seltenen Nachweis der frühen Weinherstellung an der Ausgrabungsstätte Tell el-Burak im Libanon</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wein hatte im Mittelmeergebiet schon in der Eisenzeit eine große Bedeutung. Insbesondere durch die Phönizier, die Bewohner der östlichen Mittelmeerküste, wurde das Getränk beliebt und über ihre Handelswege verbreitet. Nun wurde bei Ausgrabungen im phönizischen Tell el-Burak die erste eisenzeitliche Weinpresse auf dem Gebiet des heutigen Libanon entdeckt – bislang waren keine Anlagen zur Herstellung von Wein in dieser Region bekannt. Den Aufbau der Presse aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. und die verwendeten Baumaterialien haben Dr. Adriano Orsingher und Professor Jens Kamlah vom Biblisch-Archäologischen Institut sowie Dr. Silvia Amicone und Dr. Christoph Berthold vom Competence Center Archaeometry - Baden-Württemberg (CCA-BW) der Universität Tübingen gemeinsam mit Professorin Hélène Sader von der American University in Beirut näher untersucht. Sie fanden heraus, dass die Phönizier beim Bau der Weinpresse einen Putz verwendeten, der aus Kalk und gemahlenen recycelten Tonscherben gemischt wurde. Diese Technik zur Herstellung eines Estrichmörtels wurde später von den Römern weiterentwickelt. Die Studie wird in der Fachzeitschrift <em>Antiquity</em> veröffentlicht.</p><p>Die Stätte Tell el-Burak wird seit 2001 als libanesisch-deutsches Gemeinschaftsprojekt archäologisch ausgegraben. Dort konnten die Überreste einer kleinen phönizischen Siedlung aus dem späten achten bis in die Mitte des vierten Jahrhunderts v. Chr. freigelegt werden. Wahrscheinlich wurde die Siedlung zur Versorgung mit landwirtschaftlichen Produkten von der nahe gelegenen Stadt Sidon aus gegründet. Tell el-Burak war südwestlich und südöstlich von einer 2,5 Meter breiten Terrassenmauer eingegrenzt. „Südlich einer dieser Mauern haben wir eine gut erhaltene Weinpresse entdeckt. Sie war am Hang des Hügels angelegt worden“, berichten die Autoren.</p><h3>Wasserresistentes und widerstandsfähiges Material</h3><p>Analysen des Tübinger CCA-BW im Rahmen des Sonderforschungsbereichs RessourcenKulturen (1070) lieferten nun neue Daten zur Zusammensetzung und Technologie der eisenzeitlichen Kalkputzherstellung, aus dem auch die Weinpresse besteht. „Einen qualitativ guten Kalkputz herzustellen war aufwendig“, sagen die Autoren. „Die Phönizier haben die Technik weiterentwickelt, indem sie recycelte Keramikscherben verwendeten. Damit ließ sich besser und zugleich stabiler bauen.“ Im südlichen Phönizien habe sich eine lokale und innovative Tradition der Putzherstellung entwickelt. „Der Putz war wasserresistent und widerstandsfähig. Die Römer haben diese Technologie für den Gebäudebau übernommen.“ Das Forschungsteam will die Bauweise der Weinpresse auch mit zwei weiteren Anlagen in Tell el-Burak vergleichen, die aber auch anderen Zwecken gedient haben könnten.</p><p>Frühere Forschungen in Tell el-Burak hatten ergeben, dass in der Umgebung des Orts großflächig Trauben angebaut wurden. „Wir gehen davon aus, dass dort für einige Jahrhunderte in großem Stil Wein hergestellt wurde. Für die Phönizier hatte er große Bedeutung, sie nutzten Wein auch in religiösen Zeremonien“, sagen die Autoren. Der frühere Fund einer großen Zahl von Amphoren, die häufig als Transportgefäße genutzt wurden, weise darauf hin, dass die Phönizier den Wein auch handelten. „Die Stadt Sidon lag an Meereshandelsrouten des östlichen Mittelmeergebiets. Phönizier spielten eine wichtige Rolle bei der Verbreitung des Weins im Mittelmeergebiet, ihre Tradition des Weinkonsums gaben sie bis nach Europa und Nordafrika weiter.“ Bisher habe es kaum Nachweise für die Weinherstellung in Phönizien gegeben, so Orsingher. „Die neue Entdeckung liefert zahlreiche Hinweise, wie die Weinpioniere das Getränk herstellten.“</p><h3>Publikation:</h3><p>Adriano Orsingher, Silvia Amicone, Jens Kamlah, Hélène Sader &amp; Christoph Berthold: Phoenician lime for Phoenician wine: Iron Age plaster from a wine press at Tell el-Burak, Lebanon. <em>Antiquity </em>2020 Vol. 94 (377): 1–21, <a href="https://doi.org/10.15184/aqy.2020.4" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.15184/aqy.2020.4</a>&nbsp;</p><h3>Ausgrabungsprojekt:</h3><p>Tell el-Burak Archaeological Project. Gemeinschaftsprojekt der American University of Beirut, Prof. Dr. Hélène Sader; der Universität Tübingen unter Beteiligung des Sonderforschungsbereichs 1070, Prof. Dr. Jens Kamlah; der Universität Mainz, Dr. Aaron Schmitt, und der Orient Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts, Dr. Dr. Margarete van Ess.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-54808</guid><pubDate>Mon, 07 Sep 2020 09:11:01 +0200</pubDate><title>Das Westallgäu als Brücke im europäischen Wirtschaftsraum der Bronzezeit</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=54808&amp;cHash=f73639ec03bbe84b75f1710115b4188d</link><description>Schon vor mehr als 3.000 Jahren investierten Menschen in Regionen, um vom Handel zu profitieren, sagt ein Team des Sonderforschungsbereichs RessourcenKulturen der Universität Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Westallgäu in der Region um die heute wachsende Stadt Leutkirch war bereits vor mehr als 3.000 Jahren, in der Bronzezeit, dichter besiedelt als bislang angenommen. Das ergaben jüngste Arbeiten von Forscherinnen und Forschern aus der Archäologie und Geografie im Sonderforschungsbereich 1070 RessourcenKulturen der Universität Tübingen. Dabei sei die Region mit feuchtem Klima und langen harten Wintern kein besonders günstiger Siedlungsraum gewesen, so das Team. Die schmelzenden Gletscher der letzten Eiszeit hätten kiesige Böden hinterlassen und die Region liege höher als die angrenzenden Gebiete im Norden und Westen, die wärmer seien und über bessere Böden verfügten. Diese Nachteile wurden aus Sicht der prähistorischen Menschen offenbar durch die günstige Lage an großen Fernhandelsrouten wieder wettgemacht. Erste Ergebnisse der Nachforschungen wurden in der neuesten Ausgabe der <em>Archäologischen Ausgrabungen in Baden-Württemberg</em>, dem Jahrbuch der Landesdenkmalpflege, veröffentlicht.</p><p>Das Forschungsteam führt seit 2017 Ausgrabungen bei Leutkirch durch, die unter anderem eine befestigte Bergkuppe zutage brachten; Grabhügel markieren ein zugehöriges Gräberfeld, und im darunter liegenden Tal befanden sich weitere Siedlungen. Bodenanalysen zeigten weit verbreitete Erosion in dieser Zeit, was darauf hindeutet, dass um 1500 v. Chr. Wälder abgeholzt wurden, um Nahrung für eine Bevölkerung beträchtlicher Größe anzubauen.</p><p>„Der Umfang der bronzezeitlichen Besiedlung, der jetzt deutlich wurde, verändert unser ganzes Bild von der Region zu dieser Zeit“, sagt Benjamin Höpfer, Doktorand im Teilprojekt „Gunst – Ungunst? Ressourcenerschließung in Marginalräumen“. „Das prähistorische Allgäu war keineswegs menschenleer. In der Bronzezeit dürfte es – ähnlich wie heute – viele einzelne Höfe und einige kleine Dörfer gegeben haben.“</p><h3>Wachsende Bedeutung des Fernhandels</h3><p>Warum aber entschieden sich die Menschen der Bronzezeit für ein Leben an einem kalten, nassen Ort auf steinigem Boden? Das habe mit der günstigen Lage des Allgäus zwischen Alpen, Donau, Iller, Rhein und Bodensee zu tun – allesamt wichtige Verkehrsadern, so das Forschungsteam. Es habe eine Brücke zwischen den Regionen in einem breiten, gesamteuropäischen prähistorischen Wirtschaftsraum gebildet. „Selbst die Alpen waren nicht nur ein Hindernis, sondern auch eine wichtige Handelsdrehscheibe. Der Fernhandel wurde immer wichtiger, und dabei spielten Flusstäler als Wegstrecken und Höhenzüge als Orientierungspunkte eine wichtige Rolle“, erklärt Höpfer. Im ganzen Alpenvorland gibt es entlang der Flüsse und an den Seen viele Fundstellen, an denen auch Importwaren nachgewiesen wurden, etwa Kupfer aus den Ostalpen und Zinn aus Cornwall für die damaligen Bronzelegierungen. Kupfer, Zinn, Bernstein – diese und viele andere Rohstoffe seien entlang der hier verlaufenden Routen gehandelt worden. Neu sei, dass im Westallgäu parallel dazu nun auch eine dauerhafte bäuerliche Besiedlung nachgewiesen wurde.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-54748</guid><pubDate>Mon, 31 Aug 2020 16:37:35 +0200</pubDate><title>Forscher in der Radiologie erhält Sofja Kovalevskaja-Preis der Humboldt-Stiftung</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=54748&amp;cHash=cadb3a98997a1c720562484f78204c93</link><description>André Martins entwickelt am Universitätsklinikum Tübingen die biomedizinische Bildgebung des Stoffwechsels von Tumorzellen weiter – Neue Ansätze für die personalisierte Medizin</description><content:encoded><![CDATA[<p>Dr. André Martins aus der Radiologischen Universitätsklinik Tübingen ist einer der diesjährigen Träger des Sofja Kovalevskaja-Preises der Alexander von Humboldt-Stiftung. Mit diesem Preis, einem der höchstdotierten Wissenschaftspreise in Deutschland, werden junge internationale Forschertalente ausgezeichnet. Mit dem Preisgeld von bis zu 1,65 Millionen Euro können die Preisträgerinnen und -träger eine unabhängige Forschungsgruppe an einem deutschen Gastinstitut einrichten und ein fünfjähriges Forschungsprojekt realisieren. Martins, ein Experte für nicht-invasive biomedizinische Bildgebung, leitet bereits seit 2019 eine Arbeitsgruppe unter dem Titel „Hyperpolarized Metabolism &amp; Multimodal-Imaging Sciences“ in der Abteilung für Präklinische Bildgebung und Radiopharmazie. Diese Abteilung unter der Leitung von Professor Bernd Pichler ist auch Gastinstitution für das mit dem Kovalevskaja-Preis ausgezeichnete Projekt.</p><p>André Martins und sein Team wollen die relevanten Mechanismen der menschlichen Pathologie und Physiologie verstehen und die Rolle des Stoffwechsels bei verschiedenen Erkrankungen aufklären. Dafür nutzen die Forscherinnen und Forscher detaillierte nicht-invasive biomedizinische Bildgebungsverfahren. Martins Forschungsarbeiten haben Schnittstellen zu verschiedenen Feldern, zur Onkologie, der biomedizinischen Bildgebung sowie auch den Grundlagenwissenschaften wie der Biophysik, Biochemie und Chemie. Das Team um Martins forscht außerdem an der Entwicklung einer neuen Generation von nicht-invasiven Stoffwechselsensoren für die biomedizinische Bildgebung, zum Beispiel Biomarkern des Stoffwechsels von seneszenten Tumoren, bei Diabetes, Schlaganfall oder Entzündungen und in der Immunologie.</p><h3>Projekt in der Krebsforschung</h3><p>Mit der Förderung von 1,65 Millionen Euro aus dem Sofja Kovalevskaja-Preis will Martins die Heterogenität des Tumorstoffwechsels erforschen. Das Umfeld von Tumoren zeichnet sich durch starke Unterschiede in der Zusammensetzung von Zellen, Stoffwechselprodukten und anderen Molekülen aus. Diese können dem Tumor evolutionäre Vorteile verschaffen. Weiterhin führt der anomale Stoffwechsel der Tumorzellen zu Veränderungen im direkten Umfeld des Tumors. Martins will den Einfluss von Stoffwechselfaktoren auf die Aggressivität der Tumore aufklären und diese als potenzielle Indikatoren für die Bösartigkeit einer Krebserkrankung nutzen. Dafür setzt er nicht-invasive Hightech-Bildgebungsverfahren, das maschinelle Lernen und klinisch anwendbare smarte Stoffwechselsensoren ein. Das Projekt soll neue Wege in der personalisierten Medizin eröffnen, um die Rolle der Verschiedenartigkeit von Tumoren im Hinblick auf Therapieresistenzen zu verstehen.</p><p>André Martins wurde an der Universität Coimbra in Portugal und der Universität Orléans in Frankreich in der Chemie und Biochemie promoviert. Anschließend arbeitete er als Wissenschaftler an der University of Texas (UT) in Dallas und am UT Southwestern Medical Center in Texas in den USA. In dieser Zeit spezialisierte sich Martins auf den Bereich der molekularen Bildgebung und auf die Entwicklung reaktionsfähiger Sensoren in der Magnetresonanztomografie. Unter anderem entwickelte er innovative Zinksensoren, die bei Diabetes und Prostatakrebs eingesetzt werden. Im Jahr 2019 wechselte er als Arbeitsgruppenleiter an das Universitätsklinikum Tübingen.</p><p>Der Sofja Kovalevskaja-Preis wird seit 2002 an Nachwuchswissenschaftlerinnen und&nbsp;-wissenschaftler vergeben. Ziel ist es, international umworbene Forschertalente bereits zu Beginn einer vielversprechenden Karriere in Kooperationen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Deutschland einzubinden. Ausgezeichnet werden herausragendes Talent und kreative Forschungsansätze. Der Preis wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert und wurde nach der 1850 geborenen russischen Mathematikerin Sofja Kovalevskaja benannt. Sie wurde 1874 an der Universität Göttingen mit einer Dissertation „Zur Theorie der Partiellen Differentialgleichungen“ promoviert und erhielt 1889 eine ordentliche Professur für Mathematik an der Universität in Stockholm.</p><h3>Kontakt:&nbsp;</h3><p>Dr. André F. Martins&nbsp;<br> Universitätsklinikum Tübingen&nbsp;<br> Abteilung für Präklinische Bildgebung und Radiopharmazie in der Radiologie<br> Telefon <span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;+49 7071 29-87487<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpftg0octvkpuBogf0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">andre.martins<span style="display:none">spam prevention</span>@med.uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p><h3>Pressekontakt:</h3><p><strong>Eberhard Karls Universität Tübingen</strong><br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung<br><br> Janna Eberhardt<br> Forschungsredakteurin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> Telefon +49 7071 29-77853<br> Telefax +49 7071 29-5566<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,lcppc0gdgtjctfvBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail" title="Mail an Janna Eberhardt">janna.eberhardt<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a><br><a href="/pt/universitaet/aktuelles-und-publikationen/" title="Alle News der Universität">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen</a></p><p><strong>Universitätsklinikum Tübingen</strong><br> Kommunikation und Medien<br> Bianca Hermle<br> Leitung<br> Telefon <span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;+49 7071 29-81032<br> Telefax +49 7071 29-25024<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,dkcpec0jgtongBogf0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">bianca.hermle<span style="display:none">spam prevention</span>@med.uni-tuebingen.de</a>&nbsp;&nbsp;<br><a href="https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/kontakt/Medienkontakt" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/kontakt/Medienkontakt</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-54283</guid><pubDate>Fri, 07 Aug 2020 09:37:17 +0200</pubDate><title>Lehrerfortbildung über Social Media</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=54283&amp;cHash=1aeb299ce681daaca384bf5d7080aeb1</link><description>Studie der Universität Tübingen untersucht, wie professionelle Fortbildung für Lehrkräfte auf Twitter gelingen kann</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Austausch in Interessensgemeinschaften auf Social Media Plattformen wie Twitter kann der professionellen Lehrkräftefortbildung dienen. Das haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Tübingen und der University of Michigan in einer Studie herausgefunden. Dafür werteten sie rund 2.000 Beiträge aus Twitter-Communities über eine Zeitspanne von rund drei Jahren aus, denen 93 Biologielehrerinnen und –lehrer aus den USA angehörten. Dabei teilten die Lehrkräfte Links zu Informationsquellen, besprachen curriculare Veränderungen, tauschten sich über Prüfungen aus und organisierten Chats, in denen sie unter anderem bestimmte fachliche Inhalte diskutierten. Flachere Hierarchiestrukturen als in traditionellen Fortbildungen können es begünstigen, dass neue Community-Mitglieder sich schnell sicher fühlen, um sich mit allen anderen Mitgliedern auszutauschen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift <em>AERA Open</em> veröffentlicht.</p><p>Der Austausch über Soziale Medien könnte dazu führen, dass Lehrkräfte, die in ihrem Kollegium beispielsweise eine Sonderstellung einnehmen, weil sie die Einzigen in ihrem Fach sind, sich weniger isoliert fühlen. „Übertragen auf die Situation in der Corona-Krise können soziale Netzwerke durchaus dafür sorgen, dass einzelne Lehrkräfte sich in ihrem Homeoffice nicht im Stich gelassen fühlen und sich schnell und unkompliziert von Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Republik individuellen Rat einholen können“, sagt Christian Fischer, Professor für Educational Effectiveness am Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen.</p><p>In der Studie wurde untersucht, welche Teilnehmerstrukturen in den Communities vorherrschten, ob die Beiträge, sogenannte Tweets, eine eher positive oder eher negative Stimmung verbreiteten, wieviel Zeit die Lehrkräfte in den Communities verbrachten und in welcher Zeitspanne sie aktiv waren. Es zeigte sich, dass es zwar einige Lehrkräfte gab, die Termine organisierten, mehr Fachwissen mit den anderen teilten oder neue Mitglieder anwarben, diese jedoch nicht mehr Ansehen oder Einfluss in der Gruppe hatten.</p><p>Der Großteil der Beiträge, fast 65 Prozent, war neutral, rund 29 Prozent waren positiv und rund 6 Prozent negativ. Die positiven Tweets bekamen mehr Zustimmung und wurden öfter retweetet, das heißt weiterverbreitet, als die neutralen Tweets. Bezüglich des zeitlichen Verlaufs gab es große Unterschiede: manche Lehrkräfte waren sehr wenig aktiv, andere dagegen nutzten das Medium sehr oft und sehr intensiv.</p><p>„Die intensive Nutzung des Mediums wäre ein Minimalstandard, um Twitter als effektive Lehrkräftefortbildung sehen zu können, da Studien gezeigt haben, dass diese erst ab einer gewissen Dauer effektiv sind“, so Christian Fischer. Er sieht jedoch durchaus Potential in Fortbildungsangeboten über soziale Medien und auch deren Vorteile wie schnelle individuelle Beantwortung von Fragen oder die zeitliche Unabhängigkeit. Ob und wie Schülerinnen und Schüler von Lehrkräften profitieren, die sich über soziale Medien austauschen und wie Lehrkräfte in Deutschland Twitter-Communities zur Fortbildung nutzen, sind Pläne für weitere Studien.</p><h3>Publikation:</h3><p>Fischer, C., Fishman, B., &amp; Schoenebeck, S. (2019). New contexts for professional learning: Analyzing high school science teachers’ engagement on Twitter. <em>AERA Open, </em>5(4), 1-20. <a href="https://doi.org/10.1177/2332858419894252" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1177/2332858419894252</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-54244</guid><pubDate>Thu, 06 Aug 2020 09:44:13 +0200</pubDate><title>Drei Sonderausstellungen gehen in die Verlängerung</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=54244&amp;cHash=580ca5fcf69ac9cd8f4b7809c159d2fe</link><description>Das Museum der Universität Tübingen auf Schloss Hohentübingen reagiert auf Schließungszeiten durch die Corona-Pandemie</description><content:encoded><![CDATA[<p>Gleich drei Sonderausstellungen im Museum Alte Kulturen auf Schloss Hohentübingen hatte das Museum der Universität Tübingen MUT in den ersten Monaten dieses Jahres eröffnet: „UDO. Der erste Fußgänger“ mit dem Sensationsfund des ältesten aufrecht gehenden Menschenaffen <em>Danuvius guggenmosi</em> aus dem Allgäu; die besondere Such-Sonderschau in der Dauerausstellung unter dem Titel „Die unsichtbare Ausstellung“, für die der Regensburger Künstler Stefan Göler Objekte versteckte, sowie die Werksschau „Life and Meaning … it’s personal“ von Studierenden gemeinsam mit der New Yorker Künstlerin Morgan O’Hara. Wegen der Corona-Beschränkungen mussten alle Ausstellungen am 28. März geschlossen werden.</p><p>Seit dem 9. Mai sind sie unter Berücksichtigung der Infektionsschutzmaßnahmen wieder für Besucherinnen und Besucher zugänglich. Um die monatelange Arbeit aller Beteiligten an den Ausstellungen anzuerkennen und allen Interessierten Gelegenheit zur Besichtigung zu geben, geht das MUT mit den drei Ausstellungen in die Laufzeitverlängerung:</p><ul><li>Die Werksschau <strong>„Life and Meaning... it's personal“</strong> im Kabinett-raum des Schlosses läuft bis zum 6. September 2020;</li><li>die Sonderausstellung <strong>„UDO. Der erste Fußgänger“</strong> bleibt bis zum 1. November 2020 im Rittersaal;</li><li>die Sonderschau<strong> „Die unsichtbare Ausstellung“</strong>, für die der Regensburger Künstler Stefan Göler Objekte zwischen den Sammlungsgegenständen im Museum Alte Kulturen versteckt hat, wird sogar bis zum 10. Januar 2021 zu sehen sein.</li></ul><p>Noch in den ersten beiden Märzwochen hatten Studierende der Universi-tät Tübingen gemeinsam mit der New Yorker Künstlerin Morgan O'Hara intensiv im Kabinettraum des Schlosses an der Werksschau „Life and Meaning... it's personal“ gearbeitet. Die ausgestellten Kunstwerke hatten die Studierenden im Herbst 2019 geschaffen, als Morgan O’Hara als „Invited Artist“ an die Universität kam. Mit dem Konzept „Invited Artist“ lädt&nbsp;die Universität jährlich international renommierte und innovative Künstlerinnen und Künstler nach Tübingen, um Studierenden Einblick in die zeitgenössische Kunst unterschiedlicher Kulturkreise zu ermöglichen. Die für den 19. März geplante Vernissage musste wegen der Corona-Beschränkungen um einen Tag verschoben werden und konnte nur im kleinen Kreis mit Rektor Professor Bernd Engler zu Ehren von Morgan O'Hara symbolisch eröffnet werden. Während des Corona-Lockdowns hat das MUT die Sonderausstellung in ein digitales Format transferiert. Sowohl die Kunstwerke der Studierenden als auch die Szenografie der Ausstellung von Stephan Potengowski können in einer 360-Grad-Tour auf der Website des MUT besichtigt werden.</p><p>Mehr unter <a href="http://www.unimuseum.de" target="_blank" class="internal-link" rel="noreferrer">www.unimuseum.de</a></p><p><strong>„Life and Meaning... it's personal“</strong><br> bis 6. September 2020<br><a href="https://www.unimuseum.uni-tuebingen.de/de/ausstellungen/sonderausstellungen/life-and-meaning-its-personal.html" target="_blank" class="internal-link" rel="noreferrer">https://www.unimuseum.uni-tuebingen.de/de/ausstellungen/sonderausstellungen/life-and-meaning-its-personal.html</a></p><p><strong>„UDO. Der erste Fußgänger“</strong><br> bis 1. November 2020<br><a href="https://www.unimuseum.uni-tuebingen.de/de/ausstellungen/sonderausstellungen/udo-der-erste-fussgaenger.html" target="_blank" class="internal-link" rel="noreferrer">https://www.unimuseum.uni-tuebingen.de/de/ausstellungen/sonderausstellungen/udo-der-erste-fussgaenger.html</a></p><p><strong>„Die unsichtbare Ausstellung“</strong><br> bis 10. Januar 2021<br><a href="https://www.unimuseum.uni-tuebingen.de/de/ausstellungen/sonderausstellungen/die-unsichtbare-ausstellung.html" target="_blank" class="internal-link" rel="noreferrer">https://www.unimuseum.uni-tuebingen.de/de/ausstellungen/sonderausstellungen/die-unsichtbare-ausstellung.html</a></p><p>Öffnungszeiten im MUT | „Alte Kulturen“ auf Schloss Hohentübingen, Burgsteige 11, 72070 Tübingen:<br> Mittwoch bis Sonntag 10 bis 17 Uhr<br> Donnerstag 10 bis 19 Uhr</p><p>Info Kasse:<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;Telefon 07071 29-77579<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mcuugBowugwo0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">kasse<span style="display:none">spam prevention</span>@museum.uni-tuebingen.de</a>&nbsp;<br> Eintritt: 5/3/0 Euro; Familienkarte: 12 Euro</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-54172</guid><pubDate>Mon, 03 Aug 2020 14:06:12 +0200</pubDate><title>Ein Riesenkranich aus dem Allgäu</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=54172&amp;cHash=8abdd341ea830c6c30ef83bb08b016f7</link><description>Forschungsteam beschreibt rund elf Millionen Jahre alten Vogelschädel von der Fundstelle Hammerschmiede als frühesten Nachweis eines großen Kranichs in Europa</description><content:encoded><![CDATA[<p>Den Schädel eines sehr großen Kranichs haben Frankfurter und Tübinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der mehr als elf Millionen Jahre alten Fossilienfundstelle Hammerschmiede im Allgäu, Bayern, entdeckt und beschrieben. Es handelt sich um den frühesten Nachweis eines solch großen Kranichs in Europa. Insgesamt ähnele das Fossil dem Schädel des heutigen, sehr langschnäbeligen Sibirischen Kranichs, berichten Dr. Gerald Mayr vom Forschungsinstitut Senckenberg Frankfurt sowie Thomas Lechner und Professorin Madelaine Böhme vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen. Die Fundstelle Hammerschiede hatte Ende letzten Jahres durch die Entdeckung des zweibeinigen Menschenaffen <em>Danuvius guggenmosi</em> mit dem Spitznamen ‚Udo‘ Schlagzeilen gemacht. Der neu entdeckte Kranich dürfte der größte Vogel zu dessen Lebzeiten gewesen sein.</p><p>Unter den zahlreichen Überresten von Tieren aus der Fundstelle Hammerschmiede stammen viele Fossilien von Vögeln. Erst kürzlich hatte dasselbe Forschungsteam Fossilfunde von tropischen Schlangenhalsvögeln beschrieben. Heute kommt in Europa nur eine einzige Kranichart vor, der Eurasische Kranich. „Fossilfunde zeigen, dass es in der Vergangenheit viel mehr Kranicharten gegeben haben muss“, sagt der Studienleiter Gerald Mayr. „Allerdings stammen die meisten Belege aus dem Mittelmeergebiet, während Nachweise aus Mitteleuropa sehr spärlich sind.“ Weltweit gibt es heute 15 Kranicharten.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-54100</guid><pubDate>Fri, 31 Jul 2020 10:12:15 +0200</pubDate><title>Bisher älteste Bissspuren von Säugetieren auf Dinosaurierknochen entdeckt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=54100&amp;cHash=f4080498a9239653b9d857d3827cdf29</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen belegt, dass kleine Säuger aus dem Nordwesten Chinas vor 160 Millionen Jahren Aas nicht verschmähten</description><content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-53902</guid><pubDate>Wed, 22 Jul 2020 20:00:00 +0200</pubDate><title>Sag‘ mir, was der Fuchs fraß, und ich sage dir, wie der Mensch zu ihm stand</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=53902&amp;cHash=aed929512b63625d84eff03040a820b1</link><description>Forschungsteam untersucht, was Knochen des Kulturfolgers über sein Lebensumfeld vor rund 40.000 Jahren verraten</description><content:encoded><![CDATA[<p>Füchse passten sich schon vor 40.000 Jahren an Menschen an und änderten ihr Nahrungsspektrum. Diese Entwicklung fiel mit dem Auftreten des modernen Menschen in Südwestdeutschland zusammen, als die Höhlen der Schwäbischen Alb stärker genutzt wurden. Die hauptsächliche Ernährungsweise des Fuchses und seine Beziehungen zum Menschen untersuchte ein Forschungsteam des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen für den Zeitraum vor 42.000 bis 32.000 Jahren. Dafür haben die Teammitglieder Chris Baumann, Professor Hervé Bocherens, Dr. Dorothée Drucker und Professor Nicholas Conard Isotopenanalysen von Fuchsknochen aus verschiedenen Fundstellen Südwestdeutschlands, mehreren Höhlen auf der Schwäbischen Alb, herangezogen. Neben den Füchsen, die in der Nähe von Menschen lebten, gab es auch solche, die unabhängig waren und selbst auf die Jagd gingen oder sich an der Beute großer Raubtiere bedienten. Die Ergebnisse hat das Forschungsteam in der Fachzeitschrift<em> PlosONE</em> veröffentlicht.</p><p>Menschen nahmen schon früh Einfluss auf ihre Umwelt. So wird vermutet, dass sie durch ihr Jagdverhalten im späten Pleistozän das Aussterben großer Pflanzenfresser mit verursachten. „Wir haben nun untersucht, ob die Jagdaktivitäten der Menschen manchen Tierarten auch Vorteile verschafft haben könnten“, sagt Chris Baumann. Ursprünglich hätten Rotfuchs und Polarfuchs <em>(Vulpes vulpes</em> und <em>Vulpes lagopus</em>) hauptsächlich von der Jagd auf kleine Säugetiere gelebt. „So war es im Mittelpaläolithikum vor mehr als 42.000 Jahren“, sagt der Wissenschaftler. „Das war in Südwestdeutschland die Zeit der Neandertaler, und die Schwäbische Alb war kaum besiedelt.“</p><h3>Eine neue ökologische Nische</h3><p>Als seit dem Jungpaläolithikum, in den Kulturperioden des Aurignacien (42.000 bis 34.000 Jahre vor heute) und Gravettian (34.000 bis 30.000 Jahre vor heute) der moderne Mensch in die Region einwanderte und die Höhlen auf der Schwäbischen Alb stärker genutzt wurden, ergab sich für die Füchse eine neue ökologische Nische. „Die Daten aus den Isotopenanalysen der Fuchsknochen deuten darauf hin, dass sich die Nahrungszusammensetzung etlicher Tiere änderte. Wir gehen davon aus, dass diese Füchse sich nun überwiegend von Fleischabfällen ernährten, die Menschen hinterlassen hatten, oder vielleicht sogar von ihnen gefüttert wurden“, sagt Hervé Bocherens. Dabei handelte es sich um Fleisch von großen Tieren, die die Füchse nicht selbst erbeuten konnten wie Mammuts und Rentiere.</p><p>„Die Menschen brachten erlegte Rentiere im Ganzen in ihre Höhlen. Dagegen wurden die riesigen Mammuts vor Ort zerlegt, dort wo sie getötet wurden“, erklärt Baumann. Die Füchse nutzten wahrscheinlich beides als Nahrungsquelle. Sie seien sehr flexibel und stellten sich schnell auf das am leichtesten zu erreichende Futter ein. Auch heute sei bei Füchsen zu beobachten, dass sie sich in der Nähe von menschlichen Siedlungen überwiegend von Abfällen ernährten. Umgekehrt seien in der Vogelherd-Höhle bei Niederstotzingen im Lonetal Unterkiefer von Füchsen mit Schnittspuren aus dem Jungpaläolithikum gefunden worden, die zeigten, dass Menschen Fleisch und Fell der Füchse nutzten.</p><h3>Hund, Fuchs und Wolf</h3><p>In einer vorhergehenden Publikation hatte das Forschungsteam das Nahrungsspektrum von Hund, Fuchs und Wolf im Zeitraum zwischen 17.000 und 13.000 Jahren vor heute, der Kulturperiode des Magdalenien, von mehreren Fundstätten in Südwestdeutschland und der Schweiz untersucht. „Die Wölfe ernährten sich von einem weiten Spektrum von Beutetieren, während Hunde bei ihrem Futter von Menschen abhingen“, fasst Baumann die Ergebnisse zusammen. Die meisten Füchse besetzten eine eigene ökologische Nische und ernährten sich von kleinen Säugetieren. „Es gab jedoch einen Rotfuchs, der ein ähnliches Nahrungsspektrum hatte wie die Hunde. Er lebte in der Nähe von Menschen, wie heutige Füchse in den Städten.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-53811</guid><pubDate>Mon, 20 Jul 2020 12:51:19 +0200</pubDate><title>Werkzeug-Satz aus Elfenbein</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=53811&amp;cHash=5be7a67727cebd8df2f53e6791ff87d5</link><description>Meißel aus Mammutstoßzähnen wurden vor 38.000 Jahren multifunktional eingesetzt – Archäologen der Universität Tübingen präsentieren im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren neue Funde</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Hohle Fels am Rande der Schwäbischen Alb war in der jüngeren Altsteinzeit eine bedeutsame Elfenbeinwerkstatt: Große Mengen an Spänen und Splittern von Mammutstoßzähnen, aber auch spektakuläre Schnitzarbeiten wie die weltberühmte Venus wurden in der Höhle geborgen. Neue Funde könnten nun genaueren Aufschluss darüber geben, welche Werkzeugtechniken die Menschen vor 38.000 Jahren anwandten: Professor Nicholas Conard und Dr. Sibylle Wolf vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment (SHEP) an der Universität Tübingen präsentierten am Montag im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren drei Meißel aus Mammutelfenbein, die vermutlich unterschiedlichen handwerklichen Zwecken dienten. Die Fundstücke werden im Jahrbuch „Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2019“ des Landesamts für Denkmalpflege vorgestellt, das diese Woche erscheint.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-53781</guid><pubDate>Fri, 17 Jul 2020 12:17:12 +0200</pubDate><title> Neu an der Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=53781&amp;cHash=d353095e58bd860167d6e980b9a7e873</link><description>Kurzvorstellung der neuen Professorinnen und Professoren</description><content:encoded><![CDATA[<p>Im Folgenden möchten wir Ihnen vier Wissenschaftlerinnen und drei Wissenschaftler vorstellen, die in den vergangenen Monaten den Ruf an die Universität Tübingen angenommen haben:</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-53661</guid><pubDate>Tue, 14 Jul 2020 10:30:40 +0200</pubDate><title>Katzen: Unabhängig seit 6000 Jahren</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=53661&amp;cHash=79fb2cb88b22121e877913ead291a980</link><description>Urahnen der Hauskatzen lebten opportunistisch</description><content:encoded><![CDATA[<p>Forschende des Senckenberg Centers for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen haben mit einem internationalen Team die Nahrungsgewohnheiten der Vorfahren heutiger Hauskatzen untersucht. Sie kommen zu dem Schluss, dass die ersten aus Europa bekannten Katzen sich nicht vom Menschen abhängig machten. Stattdessen ernährten sich die Tiere vor 6200 bis 4300 Jahren sowohl von Wildtieren, als auch von Nagetieren, die im Zusammenhang mit menschlicher Landwirtschaft standen. Die Studie erscheint heute im Fachjournal „PNAS“.</p><p>Die Falbkatze (<em>Felis silvestris lybica</em>) ist der Urahn aller heutigen Hauskatzen. Ursprünglich stammen die sandfarbenen Tiere vom afrikanischen Kontinent. „Vor etwa 6000 Jahren etablierten sich &nbsp;die Tiere auch in Europa und breiteten sich dort als Hauskatzen aus“, erklärt Prof. Dr. Hervé Bocherens vom Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen und fährt fort: „Die ältesten Fossilien sind ungefähr 6200 Jahre alt und wurden in Polen gefunden. Uns hat interessiert wie es zu der Domestizierung der Tiere nach ihrer Einwanderung kam.“</p><p>Um diesen Fragen auf die Spur zu kommen, hat Bocherens mit Erstautorin Magdalena Krajcarz von der Nikolaus-Kopernikus- Universität im polnischen Toruń und einem internationalen Team stabile Isotope im Knochenkollagen der Katzenfossilien gemessen. Anhand der unterschiedlichen Isotopenverhältnisse lassen sich Rückschlüsse auf die Ernährung der Tiere schließen. „Insgesamt haben wir sechs Katzenfossilien aus polnischen Fossilfundstätten untersucht. Um einen Vergleich zu haben, wurden &nbsp;zudem Fossilien der ältesten aus Polen bekannten domestizierten Katzen, sowie 34 weitere Tiere, die mit den Katzen vor etwa 6000 Jahren in Europa lebten, gemessen“, erläutert der Tübinger Wissenschaftler. Ziel der Studie sei es, auch mit der Erforschung der Ökologie und Soziologie der eingewanderten Falbkatzen, die historische Verbindung von Mensch und Katze zu rekonstruieren.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-53502</guid><pubDate>Thu, 09 Jul 2020 09:14:49 +0200</pubDate><title>Vom Kommen und Gehen eines Mega-Sees</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=53502&amp;cHash=4a46e12813bf4482af68ce45c3b4fbb9</link><description>Hydrologische Untersuchungen am ostafrikanischen Chew Bahir in der „Wiege der Menschheit“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Forschende des Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen haben mit einem internationalen Team in einem abgelegenen Tal in Südäthiopien die 20.000 Jahre zurückreichende Geschichte des Mega-Sees Chew Bahir rekonstruiert. Unter der Leitung von Annett Junginger zeigen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass der See in seiner Geschichte rapiden Wasserspiegelschwankungen unterlag, welche sich direkt auf die vor Ort lebenden Menschen auswirkten. Die Studie erschien kürzlich im Fachjournal „Frontiers in Earth Science“.</p><p>Wasser ist das wichtigste Grundnahrungsmittel des Menschen. Menschen aller Kulturen strebten und streben danach, sich an Orten anzusiedeln, die nicht zu weit von sauberem Trinkwasser entfernt liegen – so auch seit 20.000 Jahren im Süden Äthiopiens am heutigen Chew Bahir-See.</p><p>Derzeit ist dieser See nahezu vollständig ausgetrocknet. „In der Vergangenheit führte der See aber immer wieder enorme Mengen an Wasser und erreichte Ausdehnungen von der fünffachen Größe des Bodensees!“, erklärt Markus Fischer, Erstautor und Doktorand an der Universität Tübingen und fährt fort: „Wir konnten anhand von hydrologischen Modellierungen und den Sedimenten des&nbsp;Sees enorme und schnell wechselnde Seespiegelschwankungen in dessen Vergangenheit aufzeigen.“</p><p>Die Modellbefunde und Seesedimente des internationalen Forschungsteams belegen eindrucksvoll, dass die ostafrikanische Landschaft immer wieder zwischen wüstenartigen Bedingungen und einem riesigen See wechselten, wobei zwischen dem Austrocknen und Wiederbefüllen des Sees oftmals nur wenige Jahrzehnte lagen. In den immer wieder auftretenden Feuchtphasen seien zwischen 20 und 30 Prozent mehr Regen im Vergleich zu heute gefallen. „Wer als Kind an einem See aufgewachsen ist und vielleicht dort den Fischfang gelernt hat, war im Erwachsenenalter eventuell mit einem ausgetrockneten See konfrontiert“, ergänzt Fischer.</p><p>Inwiefern die damaligen Menschen auf die Umweltveränderungen reagiert haben ist auf Grund der sehr lückenhaften archäologischen Datengrundlage weitestgehend unklar. Jedoch diskutieren Fischer und seine Koautorinnen und -autoren die Beobachtung, dass während der kurzzeitigen, nur wenige zehn bis hundert Jahren dauernden,&nbsp;Austrocknungen des Chew-Bahir-Sees die Siedlungsaktivitäten in den angrenzenden äthiopischen Hochländern zugenommen haben. „Dies könnte darauf hindeuten, dass die damaligen Menschen in die kühleren und feuchteren Berge auswichen&nbsp;und womöglich ihre Nahrungsbeschaffung kurzfristig ändern mussten. Mit dem Eintreten feuchterer Bedingungen könnten sie jedoch in die tiefer gelegenen Täler des Grabenbruchs mit seinen großen Seen zurückgekehrt sein“, erläutert Junginger.</p><p>Laut der Studie könnte erst eine über mehrere hunderte von Jahren dauernde Zeit klimatischer Instabilität in Richtung immer trockener werdenden Klimas zu einem kulturellen Umbruch führen, bei welchem ein Übergang von hauptsächlich Jägern und Sammlern zur sesshaften Viehhaltung vollzogen wurde. Umweltveränderungen als Stressfaktor und daraus resultierende Migration könnten also einen Rahmen gegeben haben, in welchem sich neue Verhaltensstrategien entwickeln und durchsetzen.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-53457</guid><pubDate>Wed, 08 Jul 2020 17:00:00 +0200</pubDate><title>Neue Wege zu gesunden Proteinen außerhalb der Zelle</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=53457&amp;cHash=7018ee9387996bfc120eecd3010273b6</link><description>Team der Universität Tübingen identifiziert Regulatoren der extrazellulären Proteinqualität, die eine Rolle bei Alzheimer und anderen neurodegenerativen Erkrankungen spielen könnten</description><content:encoded><![CDATA[<p>Mit steigendem Alter und vor allem bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer treten falsch gefaltete Proteine auf, die innerhalb und außerhalb der Zellen schädliche Ablagerungen bilden. Aus den Zellen ausgeschiedene Proteine spielen eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Körperfunktionen und bei der Bekämpfung von Infektionen. Nun hat ein Forschungsteam der Universität Tübingen Mechanismen entdeckt, die Proteine außerhalb der Zelle daran hindern, Ablagerungen zu bilden. Das Team wird geleitet von der Altersforscherin Dr. Della David vom Interfakultären Institut für Biochemie und dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Die neuen Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Aufrechterhaltung von in Körperflüssigkeiten befindlichen Proteinen in ihrer korrekten Form sowohl vor Alterung als auch vor Infektionen schützen. Die Studie wurde in der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift <em>Nature </em>veröffentlicht.</p><p>Proteine sind im Körper Baustoffe der Zellen, sie sind aber zum Beispiel als Enzyme auch für viele Abläufe des Stoffwechsels zuständig. Dafür müssen die langen Aminosäureketten, aus denen Proteine bestehen, korrekt in ihre dreidimensionale Form gefaltet werden. „Jahrzehntelang haben sich Forscherinnen und Forscher auf Kontrollmechanismen der Proteinqualität in der Zelle konzentriert, mit denen sich schädliche Ablagerungen vermeiden lassen“, sagt Della David. Doch träten Ablagerungen fehlgefalteter Proteine auch außerhalb der Zellen auf. „Bisher wusste man sehr wenig über ihre Regulation, da der Prozess an Versuchstieren, wie zum Beispiel Mäusen, schwer zu untersuchen ist“, sagt sie.</p><h3>Ein neues Modell für die extrazelluläre Proteinablagerung</h3><p>An dem winzigen Fadenwurm <em>Caenorhabditis elegans</em> entwickelten David, ihre Kolleginnen und Kollegen ein neues Modell zur Untersuchung der extrazellulären Proteinablagerung. Bei dem Fadenwurm entdeckten sie 57 Regulatoren der Proteinablagerung außerhalb der Zellen. Gemeinsam mit Dr. Martin Haslbeck von der TU München identifizierten sie den ersten extrazellulären Regulator in den Würmern, der an ausgeschiedene falsch gefaltete Proteine bindet und sie stabilisiert. „Wir wussten, dass eine bessere Kontrolle der Proteinqualität in der Zelle den Tieren zu einem längeren Leben verhilft. Nun konnten wir belegen, dass dies auch bei der extrazellulären Kontrolle der Fall ist“, sagt David. „Erstaunlicherweise mobilisieren die Würmer diese extrazellulären Regulatoren in Antwort auf eine Infektion mit Krankheitserregern.“ Ivan Gallotta, der Erstautor der Studie, setzt hinzu: „Wir waren überrascht, dass Würmer, die über eine bessere Kontrolle der extrazellulären Proteinqualität verfügten, einen Angriff von Krankheitserregern bis zu 30 Prozent länger überlebten.“ Dass die extrazellulären Regulatoren die Immunantwort der Tiere verstärken, stellten die Forscher in einer Kooperation mit Professor Ralf Sommer vom Tübinger Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie fest.</p><p>„Viele Mechanismen und Proteinfunktionen sind bei Würmern und Menschen sehr ähnlich“, sagt Maximilian Peters von der Hebrew University in Jerusalem, der auch an der Studie beteiligt war. Er identifizierte die menschlichen Proteine, die den extrazellulären Regulatoren beim Wurm am ähnlichsten sind. „Als nächstes wollen wir untersuchen, ob diese Regulatoren aktiv werden können gegen extrazelluläre Beta-Amyloid-Proteinablagerungen, wie sie im Gehirn von Alzheimerpatienten zu finden sind“, sagt David. Sie will über die Ergebnisse neue Wege für die Suche nach effektiven Alzheimertherapien öffnen. „Bessere Kenntnisse über die extrazelluläre Proteinqualitätskontrolle könnten auch dazu beitragen, mehr über das gesunde Altern und den Schutz vor Infektionen zu erfahren.“</p><h3>Publikation:</h3><p>Gallotta I., Sandhu A., Peters M., Haslbeck M., Jung R., Agilkaya S., Blersch J. L., Rödelsperger C., Röseler W., Huang C., Sommer R.J., David D.C.: Extracellular proteostasis prevents aggregation during pathogenic attack. Nature, DOI 10.1038/s41586-020-2461-z; <a href="https://dx.doi.org/10.1038/s41586-020-2461-z" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://dx.doi.org/10.1038/s41586-020-2461-z</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-53442</guid><pubDate>Tue, 07 Jul 2020 13:28:07 +0200</pubDate><title>Verbotene Kräuter? Die Wirkung von Cannabis war schon vor 250 Jahren Streitthema</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=53442&amp;cHash=e54d63b97344afd60942f81e2053681a</link><description>Tübinger Historikerin rekonstruiert einen Legalisierungsdiskurs zwischen Wissenschaft und Kirche aus dem 18. Jahrhundert</description><content:encoded><![CDATA[<p>Soll Cannabis zu medizinischen Zwecken legalisiert werden oder bleibt es eine illegale Droge? Dies wird seit Jahren in vielen Ländern diskutiert ‒ und ist doch schon wesentlich länger Streitpunkt als gedacht: Bereits im Mexiko des 18. Jahrhunderts warb der Priester und Wissenschaftler José Antonio Alzate y Ramírez für die heilende Wirkung der umstrittenen Pflanze – und legte sich dabei mit der spanischen Kolonialmacht und der Inquisition an. Die Historikerin Dr. Laura Dierksmeier vom Sonderforschungsbereich RessourcenKulturen an der Universität Tübingen untersucht die damalige öffentliche Auseinandersetzung dazu in Mexiko. Ihre Studie „Forbidden herbs: Alzate’s defense of ‚pipiltzintzintlis‘“ wurde am 07. Juli im Journal <em>Colonial Latin American Review</em> veröffentlicht.</p><p>In einem Zeitungsartikel von 1772 verteidigte Alzate Cannabis, das er unter dem Namen „Pipiltzintzintlis“ aus eigenen Anbau kannte: Er schrieb ihm einen wertvollen medizinischen Nutzen für die Behandlung von Husten, Gelbsucht, Tinnitus, Tumoren, Depressionen und vielem mehr zu. Zudem hielt er die Hanfpflanze für einen hervorragenden Rohstoff zur Herstellung von Seilen für Segelschiffe. Die Spanische Inquisition betrachtete das Halluzinogen hingegen als ein Mittel, um mit dem Teufel in Verbindung zu treten und hatte es daher verboten ‒ genauso wie viele andere psychoaktive Pflanzen oder Verhaltensweisen, die christlichen Grundsätzen angeblich widersprachen.</p><p>José Antonio Alzate y Ramírez (1737 - 1799) hatte eine Mission: er wollte der mexikanischen Öffentlichkeit wissenschaftliche und vor allem naturkundliche Erkenntnisse näher bringen. Im Laufe seines Lebens war er Herausgeber vier verschiedener Zeitungen, Mitglied des königlichen botanischen Gartens in Madrid und korrespondierendes Mitglied der französischen Akademie der Wissenschaften.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-53025</guid><pubDate>Tue, 23 Jun 2020 08:59:16 +0200</pubDate><title>Jede fünfte Schulleitung will ihre Schule verlassen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=53025&amp;cHash=7fe588ffcef46ac7e243e21fbd7f5823</link><description>Forschungsteam befragte Führungskräfte an Schulen in ganz Deutschland: Ideal und Berufsalltag klaffen oft weit auseinander</description><content:encoded><![CDATA[<p>Jede fünfte Schulleitung in Deutschland würde lieber den Arbeitsplatz wechseln. Dies zeigt die für Deutschland repräsentative Studie „Leadership in German Schools (LineS2020)“ zu den Karrieren von Schulleiterinnen und Schulleitern. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Tübingen, Lüneburg und der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz hatten 405 Schulleitungen an allgemeinbildenden Schulen befragt. Unter anderem wollten sie herausfinden, warum Menschen eine Schulleitung annehmen (oder eben nicht), ob und warum sie einen Arbeitsplatzwechsel in Betracht ziehen und in welchem Maße dies einen Einfluss darauf hat, Schulen in Deutschland fit für die Zukunft zu machen.</p><p>Deutschlandweit sind derzeit etwa 1.000 Schulleitungen unbesetzt, insbesondere an Grundschulen. Aber auch vergebene Stellen sind oft Wackelkandidaten: Die Studie zeigt, dass 20 Prozent aller Schulleiterinnen und Schulleiter darüber nachdenken, nochmals die Stelle zu wechseln. Insbesondere an Haupt- und Realschulen (24%) sowie an Grundschulen (23%) ist die Wechselbereitschaft hoch. Als Gründe gaben die Befragten einen Wunsch nach beruflicher Weiterentwicklung an (52%), aber häufig auch die als unangemessen erachtete Bezahlung (44%) oder fehlende Unterstützung (31%).</p><p>„Unsere Befragung zeigt: Die Gründe für die Berufswahl und die Arbeitsrealität von Schulleitungen klaffen weit auseinander“, sagt Professionsforscher Professor Colin Cramer, der an der Universität Tübingen für die Studie verantwortlich ist. Mit 93 Prozent hätten nahezu alle Schulleitungen in Deutschland als Motivation für ihre Tätigkeit angegeben, das Amt eröffne die Möglichkeit, neue Ideen zu entwickeln und zu erproben. In der Praxis verbrächten sie jedoch die meiste Zeit damit, einen reibungslosen Alltag an Schulen sicherzustellen, so 67 Prozent der Befragten. Nur 16 Prozent bestätigten, ausreichend Zeit für neue Ideen und die Umsetzung von Innovationen zu haben.</p><p>Die Motivation scheint hoch: 95 Prozent der Schulleitungen berichten, Freude an ihrer Arbeit zu haben, 88 Prozent erleben ihre Tätigkeit als inspirierend. Dennoch gibt mehr als die Hälfte (53%) an, unter Stress und Überlastung zu leiden. Rund jede vierte Schulleitung (24%) empfindet ein Missverhältnis von beruflicher Verausgabung einerseits und beruflicher Entlohnung durch Einkommen und Anerkennung andererseits ‒ die Wissenschaft spricht hier von einer „beruflichen Gratifikationskrise“. Bei etwa jeder sechsten Schulleitung (16%) fand das Forschungsteam darüber hinaus Hinweise auf einen Burnout.</p><p>„Schulleitungen in Deutschland sind grundsätzlich zufrieden mit ihrer Aufgabe und haben Freude daran. Es bleibt ihnen angesichts vielfältiger Verwaltungsaufgaben aber wenig Zeit, ihre Schule weiterzuentwickeln und sie damit auf künftige Herausforderungen vorzubereiten“, sagt Cramer. So nehme die Arbeitszufriedenheit gerade in besonders fordernden Situationen wie der Corona-Krise merklich ab. Innovationen, beispielsweise im Bereich der Digitalisierung, müssten unter Hochdruck nachgeholt werden. „Zukunftsfähige Schulen brauchen offenbar Schulleitungen, die mehr Freiraum für die erforderlichen Innovationen haben ‒ hier kommt Schulleitungen in Deutschland eine besondere Chance und zugleich Verantwortung zu.“</p><h3>Die Studie</h3><p>Grundlage der Studie Leadership in German Schools (LineS2020) ist ein für Deutschland repräsentativer Datensatz (n = 405) zu Schulleitungen an allgemeinbildenden Schulen, der über den Felddienstleister forsa GmbH von Oktober bis November 2019 durch eine Online-Befragung erhoben wurde. Das Projekt nutzt ein Messwiederholungsdesign, um Schulleitungen wiederholt zu befragen. Eine erste Folgeerhebung wurde während der bundesweiten Schulschließungen im April und Mai 2020 realisiert. Verantwortet wird die Studie von Forschenden an den Universitäten Tübingen (Prof. Dr. Colin Cramer, Dr. Jana Groß Ophoff) und Lüneburg (PD Dr. Marcus Pietsch) sowie von der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz (Prof. Dr. Pierre Tulowitzki).</p><h3>Bericht und Grafiken zum Download</h3><p>Ein Kurzbericht zur Studie mit weiterführenden Informationen und Grafiken zur Weiterverwendung stehen zum Download bereit unter: <a href="https://www.doi.org/10.17605/OSF.IO/GNCFU" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.doi.org/10.17605/OSF.IO/GNCFU</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-52908</guid><pubDate>Wed, 17 Jun 2020 12:16:55 +0200</pubDate><title>27. Tübinger Erbe-Lauf in neuem Format </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=52908&amp;cHash=b950f10f25522de11c8a3e2d0706f581</link><description>Premiere für virtuellen Erbe-Lauf: Sportveranstaltung findet im September online statt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Aufgrund der durch die Covid-19-Pandemie bedingten Einschränkungen kann der 27. Tübinger Erbe-Lauf in diesem Jahr nicht im gewohnten Format stattfinden. Mit über 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, mehreren Tausend Zuschauerinnen und Zuschauern entlang der Strecke sowie den zahlreichen Helferteams lassen sich Abstands- und Hygieneauflagen nicht umsetzen. Das Risiko einer Gesundheitsgefährdung aller Beteiligten wäre zu hoch.&nbsp;</p><p>Um den Läuferinnen und Läufern dennoch ein tolles Event zu bieten, erarbeitet das Organisationsteam um Judith Wais vom Institut für Sportwissenschaft in enger Kooperation mit der Leichtathletik-Vereinigung (LAV) Stadtwerke Tübingen derzeit ein Konzept für den ersten virtuellen Erbe-Lauf.&nbsp;</p><p>Die Entscheidung für ein virtuelles Konzept wurde gemeinsam von der Universität Tübingen mit dem Institut für Sportwissenschaft, der LAV und dem Hauptsponsor, der Erbe Elektromedizin GmbH, getroffen. Christian O. Erbe, geschäftsführender Gesellschafter und Chief Executive Officer der Erbe Elektromedizin GmbH, betont, wie wichtig es gerade in Zeiten der Corona-Pandemie ist, sich körperlich zu betätigen und hat sein Engagement als Hauptsponsor auch für die virtuelle Premiere zugesichert: „Gerade in Zeiten einer Pandemie dürfen wir nicht am Spielfeldrand stehen. Wir müssen selber aktiv werden um engagiert gegen die Krise zu kämpfen. Dazu zählt in besonderem Maße die Gesundheit und der Sport um diese zu erhalten.“&nbsp;</p><p>Geplant sind verschiedene Online-Angebote und Challenges für einzelne Personen und Teams (z.B. Firmen-, Vereins-, Schulteams) sowie unterschiedliche Leistung- und Altersgruppen. Auch das Vorbereitungstraining auf den Erbe-Lauf findet dieses Jahr virtuell statt. Unter bewährter und qualifizierter Anleitung der LAV sind verschiedene Online-Angebote (z.B. Trainingsgestaltung, Funktionstraining, Expertentipps) angedacht.&nbsp;</p><p>Das finale Konzept wird voraussichtlich Mitte Juli vorgestellt. Bis dahin bitten wir um Geduld. Wir freuen uns bereits jetzt auf viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer am virtuellen Erbe-Lauf.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-52779</guid><pubDate>Fri, 12 Jun 2020 09:27:04 +0200</pubDate><title>Frühstück mit Claus Kleber</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=52779&amp;cHash=6ca9ecbcbb73d6842538b394dba304ae</link><description>Nachrichtenmoderator spricht in der Morgensendung der Medizinischen Fakultät über Wissenschafts- und Boulevardjournalismus</description><content:encoded><![CDATA[<p>Am Montag, 15. Juni, um 8 Uhr ist Moderator Claus Kleber aus dem ZDF heute journal zu Gast im Frühstücksfernsehen der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen. Professor Bernhard Hirt wird mit dem Journalisten über Wissenschafts- und Boulevardjournalismus, den Pressekodex, „gefährliche“ Fake-News und Corona-Verschwörungstheorien sprechen.</p><p>Seit Mitte April sendet die Fakultät ein tägliches Frühstücksfernsehen unter der Moderation von Bernhard Hirt. In der Sendung werden aktuelle Informationen zu Studium und Lehre präsentiert sowie ein täglich wechselnder Gast, der über seine Arbeit und Erfahrungen in der Coronakrise berichtet.</p><p>Bisherige Gäste beim Frühstücksfernsehen waren unter anderem Schauspieler Jan Josef Liefers, Professor Urban Wiesing, Direktor des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin, und Professor Thomas Walter, Dekan des Fachbereichs Informatik.</p><p>YouTube-Kanal der Core Facility Medientechnik Medizin Tübingen (CoMMT): <a href="https://www.youtube.com/c/commt" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.youtube.com/c/commt</a>&nbsp;&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-52758</guid><pubDate>Wed, 10 Jun 2020 12:46:36 +0200</pubDate><title>Affen reagieren auf Animationen im Hollywood-Stil </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=52758&amp;cHash=4db5a7df5510201ad8a65fb042b86883</link><description>Rhesusaffen akzeptieren einen naturalistisch aussehenden Affen-Avatar als Artgenossen und begegnen ihm mit ihrer artspezifischen Mimik. Unrealistische Avatare ignorieren sie dagegen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wer mehr über das soziale Miteinander von Affen lernen möchte, muss den Tieren die Gesichtsausdrücke ihrer Artgenossen in kontrollierter Weise präsentieren. Das ist mit Videos von echten Affen allein nicht möglich. Deshalb haben Neurowissenschaftlerinnen und Neurowissenschaftler der Arbeitsgruppen von Professor Peter Thier und Professor Martin Giese vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und dem Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften der Universität Tübingen einen Affen-Avatar entwickelt, der diesen Anforderungen genügt. &nbsp;</p><p>Allerdings gibt es den sogenannten „Uncanny Valley“-Effekt. Dieser Effekt besagt, dass menschenähnliche Avatare bei menschlichen Betrachtern Befremden hervorrufen, wenn die Avatare zu realistisch sind. Dieser Effekt ist auch bei Affen nachgewiesen worden. Das ist ein starkes Argument dafür, dass die Wahrnehmung von Gesichtsausdrücken bei Menschen und Affen auf ähnlichen Mechanismen beruht. Die Tübinger Wissenschaftler zeigen nun in der Online-Fachzeitschrift eNeuro, dass der „Uncanny Valley“-Effekt bei Rhesusaffen überwunden werden kann. Die Tiere lehnen Avatare ab, die dem natürlichen Vorbild nicht nahekommen, akzeptieren jedoch eine natürlich anmutende Version und eine völlig fremde Form. „Wir bestätigen nicht nur, dass es den „Uncanny-Valley“-Effekt bei Rhesusaffen tatsächlich gibt, sondern zeigen auch, dass die Affen auf einen sehr natürlich anmutenden Avatar mit arttypischem Verhalten reagieren“, sagt Professor Thier.&nbsp;</p><p>Er und Professor Giese werden den akzeptierten Avatar nutzen, um zu verstehen, wie Rhesusaffen den Gesichtsausdruck ihrer Artgenossen wahrnehmen und angemessen darauf reagieren. „Solche Untersuchungen können uns helfen, herauszufinden, warum Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung Schwierigkeiten haben, den Gesichtsausdruck und den Blick des anderen zu verstehen und damit umzugehen“, sagt Ramona Siebert, die Erstautorin der Studie. „Gesichtsausdrücke zu interpretieren ist eine Kernfunktion menschlicher Kommunikation“, so Professor Thier. &nbsp;„Wir haben durch die Verwendung des Avatars die Chance, zu verstehen, worauf das Kommunikationsdefizit beim menschlichen Autismus beruht“.&nbsp;</p><p>Die Tübinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben mit vier verschiedenen Avataren gearbeitet, die Nick Taubert entwickelt hat: einem natürlich aussehenden Avatar mit Fell und Gesichtsdetails, einem Avatar ohne Fell, einem Graustufen-Avatar und einem Gittermodell-Avatar. Zudem zeigten sie den Versuchstieren auch Videoaufnahmen von Gesichtsausdrücken ihrer Artgenossen. Die Rhesusaffen schauten auf das Gittermodell, vermieden allerdings den Blick auf den Graustufen-Avatar und den Avatar ohne Fell, was dem „Uncanny-Valley-Effekt“ entspricht. Dabei ging es um fünf Gesichtsausdrücke: um einen neutralen Gesichtsausdruck, eine Drohgebärde, einen ängstlichen Ausdruck, ein freundlich-entgegenkommendes Schmatzen und um einen artifiziellen Ausdruck, den es im Verhaltensrepertoire der Tiere gar nicht gibt.&nbsp;</p><p>Am längsten schauten die Rhesusaffen auf die Drohgebärde, interessierten sich aber auch für den freundlichen und den ängstlichen Ausdruck, für den artifiziellen Ausdruck dagegen kaum. Die Tiere reagierten auf die Videoaufnahmen der lebenden Artgenossen und den natürlichen Avatar am ehesten mit einer freundlichen Geste. Die unnatürlichen Avatare lehnten sie noch stärker ab, wenn diese den jeweiligen Gesichtsausdruck als Bewegung präsentierten, nicht als statisches Bild. Das ist auch beim Menschen so. Nicht gemochte Avatare werden als Animationen noch weniger akzeptiert als in Form eines statischen Bildes. Die Tübinger Wissenschaftler haben mit dem Avatar ein wichtiges Instrument für die weitere Forschung in der Hand.</p><h3>Originalpublikation:</h3><p>Siebert, R., Taubert, N., Spadacenta, S. et al. (2020): A naturalistic dynamic monkey head avatar elicits species-typical reactions and overcomes the uncanny valley.&nbsp;Online-Veröffentlichung in eNeuro, doi:10.1523/eneuro.0524-19.200&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-52539</guid><pubDate>Fri, 29 May 2020 12:23:21 +0200</pubDate><title>Professor Bernd Pichler neuer Dekan der Medizinischen Fakultät</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=52539&amp;cHash=6a62914c2916dfbba1f6f037c0872120</link><description>Fakultätsrat wählte Nachfolger von Professor Ingo Autenrieth – „Exzellenter Forscher mit hervorragenden internationalen Kontakten“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professor Bernd Pichler ist neuer Dekan der Medizinischen Fakultät an der Universität Tübingen. Der Fakultätsrat wählte den Direktor der Abteilung für Präklinische Bildgebung und Radiopharmazie am Universitätsklinikum zum Nachfolger von Professor Ingo Autenrieth, der am 1. April Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Heidelberg geworden war.</p><p>Der Rektor der Universität, Professor Bernd Engler, würdigte Pichler als „exzellenten Forscher mit hervorragenden internationalen Kontakten“. Der 50-Jährige habe ganz entscheidenden Anteil daran gehabt, dass Tübingen heute als einer der weltweit führenden Standorte in der präklinischen und translationalen Bildgebung wahrgenommen werde. Der neu gewählte Dekan kündigte an, in den kommenden Jahren die bestehenden Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät weiterentwickeln zu wollen.&nbsp;</p><p>Wichtig sei ihm zudem eine gezielte Förderung von translationaler und klinischer Forschung, von Nachwuchskräften in der Wissenschaft, die Stärkung der exzellenten Lehre und die vermehrte Rekrutierung von leistungsstarken Forscherinnen und Forschern aus dem Ausland, sagte Pichler. Der neue Dekan bekannte sich ausdrücklich zu einer teamorientierten Führung: „Es geht nicht um einzelne Personen, sondern um die Zukunft der Fakultät und ihrer internationalen Strahlkraft in Forschung und Lehre.“ Jede Studentin und jeder Student, jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter müsse stolz sein können, an der Medizinischen Fakultät Tübingen zu studieren, zu promovieren, zu forschen und zu arbeiten.&nbsp;</p><p>Mit Blick auf die künftige enge Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum – der Dekan der Medizinischen Fakultät ist auch Teil des Klinikumsvorstandes – ist Professor Michael Bamberg zuversichtlich: „Bernd Pichler ist mit seinem Institut bereits heute eng mit unseren Klinik-Direktoren verbunden“, betonte der Leitende Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Tübingen. Die Etablierung neuer Zentren für Gesundheitsforschung seien Ausdruck der Leistungsfähigkeit von Forschung und Krankenversorgung am Tübinger Standort.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-52287</guid><pubDate>Tue, 19 May 2020 16:00:00 +0200</pubDate><title>300.000 Jahre alter Elefant aus Schöningen fast vollständig erhalten</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=52287&amp;cHash=acec9858da6aef85d9478a7d032dcd2b</link><description>Was am Seeufer geschah: Archäologen dokumentieren Spuren von Steinzeitmenschen und Fußabdrücke von Elefanten</description><content:encoded><![CDATA[<p>Im niedersächsischen Schöningen tummelten sich vor 300.000 Jahren Elefanten. Aus der altsteinzeitlichen Grabungsstelle wurden in den vergangenen Jahren Fossilien von mindestens zehn Elefanten geborgen. Nun haben Archäologen vom Senckenberg-Zentrum für menschliche Evolution und Paläoumwelt der Universität Tübingen in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege erstmals ein nahezu vollständiges Skelett eines eurasischen Waldelefanten (<em>Palaeoloxodon antiquus</em>) freigelegt. Das Tier starb am damaligen Seeufer von Schöningen ‒ was genau geschah und wie die Umgebung vor 300.000 Jahren beschaffen war, rekonstruiert das Team nun durch Analysen und weitere Grabungen. Die ersten Erkenntnisse werden im Fachmagazin <em>Archäologie in Deutschland</em> veröffentlicht und wurden am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit dem niedersächsischen Wissenschaftsminister Björn Thümler in Schöningen präsentiert.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-52299</guid><pubDate>Tue, 19 May 2020 14:13:08 +0200</pubDate><title>Neue Humboldt-Professur im Bereich Bildungsforschung für die Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=52299&amp;cHash=84f1dc16fc207330796e7efb93a823a1</link><description>Kou Murayama kommt aus Großbritannien mit Deutschlands höchstdotiertem internationalen Forschungspreis</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen hat in der Ausschreibungsrunde 2021 eine neue Alexander von Humboldt-Professur eingeworben. Mit Deutschlands höchstdotiertem internationalen Forschungspreis wird der Psychologe und Experte für Bildungsforschung Professor Kou Murayama an den Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Tübingen wechseln. Bisher forscht er an der University of Reading in Großbritannien. Die Alexander von Humboldt-Stiftung fördert die gleichnamige Professur über fünf Jahre mit fünf Millionen Euro. Murayama wird auf einen Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie am Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung berufen.</p><p>„Kou Murayama verbindet in seinen Forschungsansätzen unterschiedliche Disziplinen von der Bildungs-, Sozial- und Entwicklungspsychologie bis hin zur Neurowissenschaft. In all diesen Bereichen ist die Universität Tübingen bereits sehr umfangreich aufgestellt. Durch seine Berufung werden die Schwerpunkte in neuer Weise vernetzt und erhalten frische Impulse“, sagt Rektor Professor Bernd Engler.</p><p>Mit dem Blick auf Lernprozesse erforscht Murayama, was Menschen motiviert und was die Motivation stärken oder schwächen kann. So ergab eine seiner gemeinsam mit Kollegen veröffentlichten Studien, dass beim Lernen in der Mathematik die Motivation langfristig wichtiger ist als die Intelligenz. Diese Studie fand international viel Beachtung. Murayama greift in seinen Arbeiten zum Lernerfolg eine Vielzahl von Aspekten auf, die auch für die Bildungsforschung zentrale Bedeutung haben: Er untersucht unter anderem den Einfluss der Familie sowie von intrinsischer und extrinsischer Belohnung, die Rolle von Wettbewerb, Neugier oder Interessen. Dass die Lernleistungen von Kindern messbar schlechter werden, wenn Eltern zu hohe oder gar unerreichbare Erwartungen an sie haben, ergab eine weitere viel beachtete Untersuchung Murayamas. International gilt er als eine der treibenden Kräfte bei der Weiterentwicklung der Motivationsforschung. Die Datengrundlagen von Murayamas Arbeiten gelten als besonders vielfältig. Er stützt sich auf psychologische Experimente ebenso wie auf Längsschnittstudien oder Neuroimaging-Studien.</p><p>Kou Murayama wurde in Japan geboren, wo er auch studierte und promoviert wurde. Murayama forscht seit 2013 an der University of Reading in Großbritannien. Dort ist er Forschungsprofessor und leitet das von ihm gegründete Motivation Science Lab. Zuvor verbrachte er Forschungsaufenthalte in den USA und in Deutschland, unter anderem als Humboldt-Forschungsstipendiat an der Ludwig-Maximilians-Universität München und als Gastprofessor an der Universität Tübingen. Murayama erhielt für seine Forschungsarbeiten zahlreiche Auszeichnungen, darunter Awards der American Psychological Association und der Japanese Psychological Association.</p><p>Mit der Humboldt-Professur werden internationale Spitzenforscherinnen und -forscher nach Deutschland berufen. Die Preisträgerinnen und -träger werden von Universitäten vorgeschlagen und von einem Ausschuss der Humboldt-Stiftung ausgewählt. In der Runde 2021 wählte die Stiftung bisher fünf Preisträger aus. Die offizielle Preisverleihung soll im Mai 2021 stattfinden.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-52272</guid><pubDate>Tue, 19 May 2020 10:05:31 +0200</pubDate><title>Frühstück mit Jan Josef Liefers</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=52272&amp;cHash=e408d72bf791c5aac664f3285b991309</link><description>Schauspieler spricht in der Morgensendung der Medizinischen Fakultät über seine Rolle als Rechtsmediziner</description><content:encoded><![CDATA[<p>Am Mittwoch, 20. Mai, um 8 Uhr ist Schauspieler, Regisseur und Musiker Jan Josef Liefers zu Gast im Frühstücksfernsehen der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen. Seit Mitte April sendet die Fakultät ein tägliches Frühstücksfernsehen unter der Moderation von Professor Bernhard Hirt. In der Sendung werden aktuelle Informationen zu Studium und Lehre präsentiert sowie ein täglich wechselnder Gast, der über seine Arbeit in der Coronakrise berichtet.</p><p>Das Thema der Sendung am Mittwoch lautet „Arzt schauspielern vs. schauspielender Arzt“. Bernhard Hirt spricht mit dem beliebten „Tatort“- Schauspieler Jan Josef Liefers via Skype über aktuelle Herausforderungen für Kunstschaffende und seine Rolle als Professor Karl-Friedrich Boerne im Münsteraner „Tatort“.</p><p>Bisherige Gäste beim Frühstücksfernsehen waren unter anderem Professor Urban Wiesing, Direktor des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin, Professor Thomas Walter, Dekan des Fachbereichs Informatik und Lisa Federle, Leitende Notärztin des Landkreis Tübingen.</p><p>Live oder in der Mediathek - YouTube-Kanal der Universität Tübingen:&nbsp;<br><a href="https://www.youtube.com/playlist?list=PLsZhiMXtMWI4omwoQSKYszJoS3eRiqO0G" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.youtube.com/playlist?list=PLsZhiMXtMWI4omwoQSKYszJoS3eRiqO0G</a></p><p>YouTube-Kanal der Core Facility Medientechnik Medizin Tübingen (CoMMT):<br><a href="https://www.youtube.com/channel/UCTat5GgXHFVMsp44Nmw9X5w" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.youtube.com/channel/UCTat5GgXHFVMsp44Nmw9X5w</a><span style="font-size:11.0pt"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;"></span></span></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-52221</guid><pubDate>Mon, 18 May 2020 09:36:21 +0200</pubDate><title>Technologien für die Proteinproduktion: Wege zur Ernährung der Weltbevölkerung</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=52221&amp;cHash=d10062bb43d6a1d39d775096f3e2e360</link><description>Team der Universität Tübingen untersucht, wie Eiweiße ohne Tierhaltung und Pflanzenbau hergestellt werden könnten</description><content:encoded><![CDATA[<p>Proteine (auch: Eiweiße) bilden einen essenziellen Teil der menschlichen Ernährung. Bisher nehmen wir sie in der Regel mit Fleisch, tierischen Produkten wie Milch und Eiern oder auch aus Pflanzen auf. Die Herstellung, insbesondere die Tierhaltung, verschlingt immense Ressourcen und verursacht schwerwiegende Umweltprobleme. Ein Forschungsteam der Universität Tübingen unter der Leitung des Umweltbiotechnologen Professor Lars Angenent vom Zentrum für Angewandte Geowissenschaften hat nun theoretisch untersucht, wie die wachsende Weltbevölkerung unter Umgehung der Tierhaltung mit Proteinen versorgt werden könnte. Mit dem Ansatz „Power-to-Protein“, bei dem Eiweiße direkt unter Energieeinsatz aus Grundzutaten wie Kohlendioxid und Ammoniak produziert werden, diskutiert das Team theoretische Überlegungen, bestehende Verfahren der industriellen Proteinerzeugung und Berechnungen für dieses Ziel. Es kommt in seinem Übersichtsartikel in der Fachzeitschrift <em>Joule</em> zu dem Schluss, dass elektrochemische und biotechnologische Verfahren in Kombination erhebliche Proteinmengen für die menschliche Versorgung liefern könnten – bei vergleichsweise sehr geringem Energieeinsatz.</p><p>„Wir befinden uns mit der derzeitigen Nahrungsmittelproduktion in einer vielschichtigen Krise“, sagt Lars Angenent. „Vor allem die Viehhaltung zur Herstellung von tierischem Protein verbraucht viel Landfläche, fossile Rohstoffe, Phosphor und Wasser. Sie führt außerdem zu riesigen Mengen klimaschädlicher Emissionen.“ Die Produktion tierischer Proteine sei teuer und für viele Menschen, vor allem in sehr armen Ländern, unerschwinglich. Angenent setzt daher das Ziel, die Proteinproduktion kostengünstig zu gestalten und sie in eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft einzubinden, die ohne fossile Rohstoffe auskommt.</p><h3>Vielseitige Lebewesen</h3><p>Proteine bestehen aus den chemischen Elementen Kohlen-, Sauer-, Wasser- und Stickstoff. Der menschliche Körper ist jedoch nicht in der Lage, alle Proteinbestandteile aus einfachen Verbindungen selbst zu bilden, daher müssen wir sie mit der Nahrung aufnehmen. Die chemische Synthese wäre sehr aufwendig. Doch es gibt Lebewesen, die von Natur aus sehr große Mengen Proteine bilden, welche in ihrer Zusammensetzung nahrhaft für uns Menschen sind, vor allem Hefen und Pilze. „Bei den Power-to-Protein-Verfahren haben andere Forscher, aber auch der Gruppenleiter Dr. Bastian Molitor und ich in Tübingen, elektrochemische und biologische Prozesse in unterschiedlicher Weise verkettet. Uns interessiert, wie effizient einzelne Verfahren sind und ob sie sich für unsere Zwecke eignen“, erklärt Angenent. Das Tübinger Team konzentrierte sich dabei auf Verfahren, die ohne Lichtenergie und ohne den Einsatz gentechnisch veränderter Mikroben auskommen. Zum Beispiel lässt sich elektrochemisch Strom aus erneuerbarer Energie nutzen, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten. Bestimmte Bakterien können anschließend den Wasserstoff zu Wasser oxidieren und mit der freiwerdenden Energie Kohlendioxid und Ammoniak zu anderen organischen Stoffen umsetzen, die die Proteinbausteine bilden. Einige der Proteinproduzenten wie Hefe und manche Pilze können vom Menschen direkt verzehrt werden.</p><h3>Gesammelte Ideen und Ansätze</h3><p>Bereits in den 1960er-Jahren hätten sich Forscher Gedanken gemacht, wie aus Ausscheidungen des Menschen in Form von Kohlendioxid und Ammoniak Proteine hergestellt werden können, sagt Angenent: „Dort ging es um eine geschlossene Kreislaufwirtschaft im kleinen Maßstab, um Menschen auf eine lange Raumfahrtmission zu schicken.“ Erste industrielle Erfahrungen mit der Proteinherstellung aus einfachen Stoffen und Energie gebe es aus der Produktion von Fleischersatz. „Wir haben Ideen und Ansätze auf eine zügige praktische Weiterentwicklung geprüft und sehen darin ein großes Potenzial. Einer Studie zufolge benötigt man nur rund 2,5 Prozent aller erzeugten Energie, um die Menschen weltweit mit Proteinen aus Power-to-Protein-Verfahren zu ernähren“, sagt er.</p><p>Allerdings erfordere eine solche Strategie ein radikales Umdenken in den Produktionsabläufen. Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft, so der Wissenschaftler, brauche die Menschheit mehr Möglichkeiten zur Erzeugung erneuerbarer Energie und eine Infrastruktur zum Einfangen und Speichern von Kohlendioxid – dem Gas, das heute eher als schädliches Abfallprodukt bekannt ist. Am wichtigsten sei, dass die Landwirte wirtschaftlich gestärkt werden, damit sie sich auf die nachhaltige Produktion von Weizen, Gemüse, Obst, Nüssen und anderen proteinersetzenden Produkten konzentrieren und zugleich die Natur schützen können.</p><h3>Publikation:</h3><p>Akanksha Mishra, Jean Nepomuscene Ntihuga, Bastian Molitor, and Largus T. Angenent: Power-to-Protein: Carbon Fixation with Renewable Electric Power to Feed the World. <em>Joule</em>, <a href="https://doi.org/10.1016/j.joule.2020.04.008" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.joule.2020.04.008</a>&nbsp;&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-52188</guid><pubDate>Thu, 14 May 2020 13:29:42 +0200</pubDate><title>Barbara Scholkmann-Preis fördert junge Archäologen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=52188&amp;cHash=87bfdf8c880f0b0a5f5f72d60e626612</link><description>Abteilung Archäologie des Mittelalters zeichnet Doktorarbeiten aus: Wie stellten sich Adlige bei Reiterspielen dar und was verrät Laserscanning über die österreichische Burg Scharfeneck?</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Barbara Scholkmann-Preis der Historischen Archäologie geht in diesem Jahr an Dr. Fabian Brenker und Dr. Roland Filzwieser. Der an der Universität Tübingen vergebene Preis würdigt herausragende Arbeiten, mit denen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler einen erkennbaren Forschungsfortschritt für die Historische Archäologie anstoßen. Er ist in diesem Jahr mit insgesamt 3.000 Euro dotiert und wird 2020 zum zweiten Mal von der Abteilung Archäologie des Mittelalters der Universität und dem Verein zur Förderung der Archäologie des Mittelalters Schloss Hohentübingen verliehen. Der Festakt wird aufgrund der Corona- Pandemie auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-52119</guid><pubDate>Wed, 13 May 2020 09:20:22 +0200</pubDate><title>Arzneimittelfälscher nutzen Angst vor Corona-Epidemie</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=52119&amp;cHash=c6533b3b389b966b9337045ead24fbb0</link><description>Gefälschte Chloroquin-Tabletten in Afrika identifiziert ‒ Universität Tübingen unterstützt lokale Pharmazeuten bei der Analyse</description><content:encoded><![CDATA[<p>Arzneimittelfälscher nutzen die Corona-Pandemie offensichtlich, um in Afrika mit völlig wirkungslosen oder sogar schädlichen Tabletten Geschäfte zu machen: In Kamerun und im Kongo sind in den vergangenen Wochen fünf verschiedene Arten gefälschter Chloroquin-Tabletten aufgetaucht, die viel zu wenig Wirkstoff enthielten, oder gar völlig andere. Nachgewiesen wurden die Fälschungen von der Arbeitsgruppe von Professor Lutz Heide am Pharmazeutischen Institut der Universität Tübingen in Zusammenarbeit mit afrikanischen Pharmazeuten und dem Deutschen Institut für Ärztliche Mission (Difäm). Die Ergebnisse wurden im <em>American Journal of Tropical Medicine &amp; Hygiene</em> veröffentlicht.</p><p>Vor wenigen Wochen wurde weltweit vermeldet, der Arzneistoff Chloroquin helfe möglicherweise gegen die Krankheit COVID-19. Chloroquin wird seit Jahrzehnten gegen Malariaparasiten eingesetzt – dass es Patienten mit Viruskrankheiten hilft, konnte bislang nicht nachgewiesen werden. Experten warnen daher vor einer Anwendung bei COVID-19-Patienten, auch wegen möglicher ernsthafter Nebenwirkungen. Infolge der intensiven Berichterstattung über die mögliche Wirksamkeit bei Corona-Infektionen stieg die weltweite Nachfrage nach Chloroquin sprunghaft an. „Damit gingen auch die Preise nach oben und riefen Arzneimittelfälscher auf den Plan“, sagt Lutz Heide.</p><p>Bereits Ende März hatten kirchliche Arzneimittel-Versorgungsstellen in Kamerun und im Kongo, die mit dem Difäm aus Tübingen und dem Ecumenical Pharmaceutical Network (EPN) aus Kenia zusammenarbeiten, über gefälschte Chloroquin-Tabletten berichtet. Diese waren nicht nur bei illegalen Händlern sondern auch in lizensierten Apotheken entdeckt worden und hatten sich bei der Untersuchung mit einem mobilen Labor als Fälschungen herausgestellt. Es gelang, Proben an die Universität Tübingen zu schicken, wo sie von den Pharmazie-Doktorandinnen Gesa Gnegel und Cathrin Hauk untersucht wurden. Die Analysen zeigten, dass eines der Präparate weniger als ein Viertel der behaupteten Wirkstoffmenge enthielt – zu wenig, um Patienten zu heilen, aber geeignet, um die Entwicklung von Chloroquin-resistenten Malariaerregern zu begünstigen.</p><p>In einer zweiten Fälschung fanden die Tübinger Pharmazeutinnen anstelle von Chloroquin das Schmerzmittel Paracetamol. In drei weiteren Präparaten entdeckten sie eine unbekannte Substanz, die von der Chemikerin Dr. Dorothee Wistuba mit Hilfe von Massenspektrometrie als das Antibiotikum Metronidazol identifiziert werden konnte. „Dieser bittere Arzneistoff wurde vermutlich benutzt, um den bitteren Geschmack des Chloroquins nachzuahmen“, sagt Gesa Gnegel. Im Vergleich zu üblichen Metronidazol-Tabletten hätten die Fälschungen allerdings viel zu geringe Mengen des Antibiotikums enthalten und könnten somit wiederum die Entstehung von Antibiotika-resistenten Krankheitskeimen begünstigen. „Die gefälschten Tabletten enthalten also wenig oder gar kein Chloroquin, aber dafür andere Wirkstoffe mit jeweils eigenen Risiken und Nebenwirkungen, von denen weder Arzt noch Patient wissen. Dies ist eine der gefährlichsten Formen der Arzneimittelfälschung.“</p><p>Das Tübinger Forschungsteam und ihre afrikanischen Kolleginnen und Kollegen informierten die Weltgesundheitsorganisation, die daraufhin eine internationale Warnmeldung mit Fotos der gefälschten Arzneimittel veröffentlichte. Sie gehen davon aus, dass diese Fälschungen nur Vorbote weiterer Probleme sind. „Bereits kürzlich haben wir mit insgesamt 55 Wissenschaftlern aus 20 Ländern im britischen Fachjournal ‚The Lancet‘ davor gewarnt“, sagt Heide. „Jeder potenzielle Wirkstoff oder Impfstoff, für den eine Wirksamkeit gegen COVID-19 berichtet wird, kann eine verzweifelt hohe Nachfrage auslösen.“ In allen Ländern, besonders in den ärmsten, werde dies Arzneimittelfälscher auf den Plan rufen, deren Produkte Leben und Gesundheit von Millionen Menschen gefährdeten.</p><p>Arzneimittelfälschungen sind in der Geschichte vielfach dokumentiert, gerade in den Zeiten von Epidemien: Quacksalberei grassierte während der Pestepidemien in Mittelalter und Neuzeit. Als die Chinarinde im 17. Jahrhundert zur Behandlung von Malaria eingeführt wurde, wurde sie in großem Umfang verfälscht. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg führte der Mangel an Penicillin zu weit verbreiteten Arzneimittelfälschungen.</p><p>Das aktuelle Problem werde sich nicht auf Arzneimittel gegen COVID-19 beschränken, so das Forschungsteam. Der Lock-down in China und Indien habe internationale Arzneimittel-Lieferketten zerstört und vor allem Entwicklungsländer stünden vor Engpässen in der Versorgung. Das massenhafte Auftreten gefälschter Medikamente werde eine Folge sein. Vor allem zwei Maßnahmen seien erforderlich, so das Fazit. „Einerseits muss in den kommenden Monaten die Versorgung von Entwicklungsländern mit preisgünstigen, qualitätsgesicherten Medikamenten so gut wie möglich sichergestellt werden“, sagt Heide. „Und es müssen dort einfach durchzuführende Testmöglichkeiten etabliert werden, mit denen verdächtige Arzneimittel rasch identifiziert und einer genauen Untersuchung zugeleitet werden können.“</p><h3>Publikationen:</h3><p>G. Gnegel, C. Hauk, R. Neci, G. Mutombo, F. Nyaah, D. Wistuba, C. Häfele-Abah, L. Heide: The identification of falsified chloroquine tablets in Africa at the time of the COVID-19 pandemic. American Journal of Tropical Medicine &amp; Hygiene, Epub ahead of print. <a href="https://www.ajtmh.org/content/journals/10.4269/ajtmh.20-0363" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.ajtmh.org/content/journals/10.4269/ajtmh.20-0363</a></p><p>WHO. Medical Product Alert N°4/2020. Falsified chloroquine products circulating in the WHO region of Africa. Available at: <a href="https://www.who.int/news-room/detail/09-04-2020-medical-product-alert-n4-2020" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.who.int/news-room/detail/09-04-2020-medical-product-alert-n4-2020</a></p><p>Newton P, Bond KC, Heide L and 50 further signatories. COVID-19 and risks to the supply and quality of tests, drugs, and vaccines. Lancet Glob Health 2020 Apr 9. <a href="https://doi.org/10.1016/S2214-109X(20)30136-4" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/S2214-109X(20)30136-4</a>.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-51939</guid><pubDate>Tue, 12 May 2020 09:14:46 +0200</pubDate><title>Höhlenbär: Vegetarischer Fleischfresser</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=51939&amp;cHash=1662991b564b8420275ce218b93d21b9</link><description>Nachweis für rein pflanzliche Ernährung des ausgestorbenen Höhlenbären in Europa erbracht</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wissenschaftler vom Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen haben mit einem internationalen Team den Nachweis für eine rein vegetarische Ernährung der ausgestorbenen Höhlenbären in Europa erbracht. Bislang deuteten Untersuchungen daraufhin, dass sich die großen Bären im heutigen Rumänien auch teilweise von Fleisch oder Fisch ernährten. Das Forscher*innen-Team konnte dies nun in einer kürzlich im Nature-Fachjournal „Scientific Reports“ erschienenen Studie mit einer neuen Methode widerlegen.</p><p>Höhlenbären (Ursus spelaeus) lebten in der letzten Kaltzeit vor etwa 100.000 bis 25.000 Jahren in Europa. Mit bis zu 3,50 Meter Länge und 1,7 Meter Schulterhöhe waren die in Europa weit verbreiteten Tiere deutlich größer als ihre heutigen Verwandten, die Braunbären. „Umso erstaunlicher ist die Erkenntnis, dass sich die Tiere – trotz ihrer Größe und zudem in einer kalten und trockenen Umgebung – nur von Pflanzen ernährten“, erklärt Prof. Dr. Hervé Bocherens vom Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen und fährt fort: „Während diese vegetarische Ernährungsweise für die allermeisten Höhlenbären Europas schon belegt ist, gab es bei Fossilfunden aus Rumänien zuletzt rege wissenschaftliche Diskussionen, ob sich die Bären dort auch von Fleisch ernährt haben könnten.“ Im Knochenkollagen der rumänischen Höhlenbären wurden isotopische Werte von Stickstoff gemessen, die sowohl denen einiger Fleischfresser, als auch denen reiner Pflanzfresser, wie Mammute, ähneln.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-51849</guid><pubDate>Fri, 08 May 2020 12:00:51 +0200</pubDate><title>Coronavirus-Forschung mit vereinten Kräften</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=51849&amp;cHash=b21f1cf02327a19d266ae2bf8039acd6</link><description>Genomforscherinnen und -forscher schließen sich zur Deutschen COVID-19 OMICS Initiative (DeCOI) zusammen – Beteiligung der Universität und des Universitätsklinikums Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wie verändert das neue Coronavirus (SARS-CoV-2) seine Erbinformation? Welche weiteren Infektionen bei Patienten mit COVID-19 treten auf? Gibt es genetische Risikofaktoren, die eine Infektion begünstigen? Zahlreiche Genomforscherinnen und -forscher sind intensiv damit beschäftigt, ihre Expertise und Sequenzier-Infrastruktur zu bündeln, um einen wissenschaftlichen Beitrag zur Bewältigung der COVID-19-Pandemie zu leisten. Diese Aktivitäten werden nun offiziell in der Deutschen COVID-19 OMICS Initiative (DeCOI) zusammengeführt, um die Forschung zu beschleunigen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an mehr als 22 Institutionen sind aktiv an DeCOI beteiligt – und es werden mehr.</p><p>Die zentrale Koordination von DeCOI liegt zurzeit bei Professor Joachim Schultze von der Universität Bonn. Von der Universität Tübingen beteiligen sich Professor Oliver Kohlbacher vom Interfakultären Institut für Biomedizinische Informatik und Dr. Sven Nahnsen vom Quantitative Biology Center. Am Universitätsklinikum Tübingen sind Professor Olaf Rieß und Professor Stephan Ossowski, beide vom Institut für Medizinische Genetik und Angewandte Genomik, sowie Professorin Julia Frick vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene Mitglieder der Initiative.</p><p>An vielen Stellen in der Welt wird inzwischen das Genom von SARS-CoV-2 sequenziert, um damit Veränderungen der Erbinformation des Virus zu charakterisieren. Je mehr solche Virusgenome sequenziert werden, desto besser können Wissenschaftler die Variation des Virus verstehen. Mit der Analyse der Verwandtschaftsstruktur einzelner Viren lassen sich Rückschlüsse auf deren Herkunft und auf unterschiedliche Formen des Virus in der Bevölkerung ziehen.&nbsp;</p><p>Neben der Sequenzierung der Virusgenome werden auch sogenannte Metagenome bestimmt, die etwas darüber aussagen, welche weiteren Infektionen bei Patienten mit COVID-19 möglicherweise auftreten. „Außerdem könnten bestimmte körpereigene Mikroorganismen die Empfänglichkeit eines Menschen für eine COVID-19-Infektion mit beeinflussen“, erklärt Julia Frick. Um der Frage nachzugehen, wie solche Mikroorganismen oder Begleitinfektionen die Schwere der Erkrankung beeinflussen, wollen Wissenschaftler des DeCOI bis zu 2000 Metagenome bei COVID-19 Patienten in Deutschland sequenzieren.</p><p>Eine andere DeCOI-Gruppe vermutet, dass es auch genetische Risikofaktoren gibt, die die Wahrscheinlichkeit sich zu infizieren oder die Schwere der Erkrankung beeinflussen können. „Um genetische Risikofaktoren zu erkennen, müssten wir von vielen tausend Patienten deren Genom sequenzieren, eine Aufgabe, die besonders effektiv nur in internationalen Verbünden erfolgen kann“, sagt Professor Olaf Rieß vom Universitätsklinikum Tübingen. Deshalb habe man sich mit DeCOI frühzeitig mit europäischen und internationalen Kollegen weltweit vernetzt.</p><p>Ziel der funktionellen Genomik ist es, ganze Organsysteme funktionell zu charakterisieren. Häufig werden dabei mehrere molekulare Ebenen der Regulation erfasst und kombiniert (Multi-Omics-Analysen). An mehreren Standorten in Deutschland werden diese Verfahren im Rahmen klinischer Studien genutzt, um zum Beispiel die Wirksamkeit neuer Medikamente gegen SARS-CoV-2 zu testen. Weitere Einsichten in das komplexe Geschehen im Körper von Erkrankten ermöglicht die noch sehr junge Methode der Einzelzell-Sequenzierung. DeCOI-Forscher sind in großen internationalen Konsortien unter anderem daran beteiligt, die Verteilung der Rezeptoren auf den Zellen des Körpers zu bestimmen, die für den Eintritt des SARS-CoV-2 verantwortlich gemacht werden. Ziel ist herauszubekommen, welche Immunzellen in Prozesse involviert sind, die besonders bei Patienten mit schweren Verläufen vorkommen, um neue Therapiemöglichkeiten zu erkennen.</p><p>Die Genomforschung produziert in all ihren Bereichen immense Datenmengen, die zur Auswertung der Forschungsergebnisse computergestützt analysiert werden. „Nur wenn wir klinische Daten und Genomdaten sinnvoll miteinander verknüpfen, werden wir möglichst viel zum Verständnis von COVID-19 beitragen können“, sagt Oliver Kohlbacher. Durch den Zusammenschluss zur DeCOI wollen die Forscherinnen und Forscher parallel viele Fragen gemeinsam und schneller beantworten können. DeCOI soll mit weiteren Initiativen eng vernetzt werden, um weltweit fundiertes Wissen zur Bewältigung der Krise beizutragen.</p><h3>Die Mitglieder der Deutschen COVID-19 OMICS Initiative (DeCOI):</h3><p>Robert Bals (Universität des Saarlandes), Ezio Bonifacio (TU Dresden), Maria Colome-Tatche (Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt/HMGU), Andreas Diefenbach (Charité – Universitätsmedizin Berlin), Alex Dilthey (Universitätsklinik Düsseldorf), Nicole Fischer (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf), Julia Frick (Universitätsklinikum Tübingen), Konrad Förstner (ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften), Julien Gagneur (TU München), Michael Hummel (Charité; German Biobank Node), Birte Kehr (Charité), Andreas Keller (Uni des Saarlandes), Sarah Kim-Hellmuth (TU München), Oliver Kohlbacher (Universität Tübingen), Ingo Kurth (RWTH Aachen), Markus Landthaler (Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin Berlin/MDC), Kerstin Ludwig (Universitätsklinikum Bonn/UKB), Alice McHardy (Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung Braunschweig), Christian Mertes (TU München), Markus Nöthen (UKB), Peter Nürnberg (Universität zu Köln), Uwe Ohler (MDC), Klaus Pfeffer (Uniklinik Düsseldorf), Nikolaus Rajewsky (MDC), Markus Ralser (Charité), Olaf Rieß (Universitätsklinikum Tübingen), Stephan Ripke (Charité), Philip Rosenstiel (Universität Kiel), Joachim Schultze (Universität Bonn/DZNE), Oliver Stegle (Deutsches Krebsforschungszentrum), Fabian Theis (HMGU), Janne Vehreschild (Uni Köln), Max von Kleist (Robert Koch-Institut), Jörn Walter (Uni des Saarlandes) und Dagmar Wieczorek (Uniklinik Düsseldorf).</p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Oliver Kohlbacher<br> Universität Tübingen<br> Interfakultäres Institut für Biomedizinische Informatik (IBMI)<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-70457<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,qnkxgt0mqjndcejgtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">oliver.kohlbacher<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p>Dr. Sven Nahnsen<br> Universität Tübingen<br> Quantitative Biology Center<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071-29-72163<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,uxgp0pcjpugpBsdke0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">sven.nahnsen<span style="display:none">spam prevention</span>@qbic.uni-tuebingen.de</a></p><p>Prof. Dr. Olaf Rieß<br> Universitätsklinikum Tübingen<br> Institut für Medizinische Genetik und Angewandte Genomik<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-76408<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,qnch0tkguuBogf0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">olaf.riess<span style="display:none">spam prevention</span>@med.uni-tuebingen.de</a></p><p>Prof. Dr. Stephan Ossowski<br> Universitätsklinikum Tübingen<br> Institut für Medizinische Genetik und Angewandte Genomik<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-72279<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,uvgrjcp0quuqyumkBogf0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">stephan.ossowski<span style="display:none">spam prevention</span>@med.uni-tuebingen.de</a></p><p>Professorin Julia Frick<br> Universitätsklinikum Tübingen<br> Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,lwnkc/uvghcpkg0htkemBogf0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">julia-stefanie.frick<span style="display:none">spam prevention</span>@med.uni-tuebingen.de</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-51873</guid><pubDate>Fri, 08 May 2020 10:57:00 +0200</pubDate><title>Sommeruni entfällt im Sommersemester</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=51873&amp;cHash=0fa5df3d2b242bc6e60c55b5fb1597d7</link><description>Universität Tübingen und Universitätsstadt Tübingen setzen öffentliche Vorlesungsreihe aus
</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen und die Universitätsstadt Tübingen setzen in diesem Jahr die Veranstaltungsreihe „Sommeruni“ aus. Die öffentlichen Vorlesungen finden üblicherweise in den ersten beiden Augustwochen statt und geben Einblicke in aktuelle Tübinger Forschungsprojekte. Die Absage des Kooperationsprojekts dient sowohl dem Gesundheitsschutz der Besucherinnen und Besucher als auch der veranstaltenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Es lässt sich zurzeit nicht abschätzen, ab wann Präsenzveranstaltungen mit einem größeren Publikum wieder möglich sein werden.</p><p>Die Sommeruniversität wird seit 2004 gemeinsam von der Universitätsstadt Tübingen und der Universität Tübingen organisiert. Die Veranstalter bitten um Verständnis, die Universität informiert auf ihrer Homepage unter:&nbsp;<br><a href="https://uni-tuebingen.de/universitaet/campusleben/veranstaltungen/zentrale-veranstaltungen/sommeruniversitaet/" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/universitaet/campusleben/veranstaltungen/zentrale-veranstaltungen/sommeruniversitaet/</a>&nbsp;&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-51780</guid><pubDate>Thu, 07 May 2020 11:01:14 +0200</pubDate><title>Wiedereröffnung der Ausstellung „Alte Kulturen“ auf Schloss Hohentübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=51780&amp;cHash=92ff4cc6181d1c99cb3748f72fb34992</link><description>Nach der Schließung wegen des Coronaschutzes ist das Museum der Universität Tübingen von Samstag, 9. Mai 2020, an wieder zugänglich – mit neuen Regeln</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Museum der Universität Tübingen MUT „Alte Kulturen“ auf Schloss Hohentübingen öffnet am Samstag, 9. Mai 2020, um 10 Uhr wieder seine Türen für Besucherinnen und Besucher – mit neuen Regeln zur Einhaltung der vorgeschriebenen Infektionsschutzmaßnahmen des Robert-Koch-Instituts. Im Kabinettraum wird die derzeitige Werkschau „Life and Meaning ... it's personal“ der New Yorker Künstlerin Morgan O'Hara (Invited Artist der Universität Tübingen 2019) mit Kunstwerken von Tübinger Studentinnen und Studenten zu sehen sein sowie die Sonderausstellungen „Die unsichtbare Ausstellung. Versteckte Objekte von Stefan Göler“ und „UDO. Der erste Fußgänger“.</p><h3>Wie der Ausstellungsbesuch möglich wird</h3><p>Bereits vor dem Eingang ins Museum „Alte Kulturen“ legen die Besucherinnen und Besucher Mund- und Nasenschutz an. Sie werden durch ein Leitsystem unter Berücksichtigung der 1,5 Meter-Abstandsregel zur Kasse geführt, wo sie das Personal hinter Plexiglas erwartet. In den Sanitärbereichen, im Eingang und Ausgang steht Desinfektionsmittel bereit.</p><p>Dann wird der Museumsbesuch zur Einbahnstraße: Über ein Wegeleitsystem können Besucherinnen und Besucher alle Sammlungsobjekte und die drei Sonderausstellungen besichtigen. Eingang und Ausgang sind dabei voneinander getrennt. Die kleineren Räume innerhalb des Museums weisen zusätzliche Zugangsbeschränkungen auf, die über Aushänge oder Kundenstopper genauer erläutert werden, so der Eiszeitraum mit Exponaten aus dem UNESCO-Weltkulturerbe „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“.</p><p>Allgemein gilt die Faustregel: eine Person pro 15 Quadratmeter, ausgenommen Familien und Lebenspartnerschaften. Das Aufsichtspersonal wird all diese Regelungen im Blick haben.</p><h3>Was noch nicht wieder geht</h3><p>Aus Infektionsschutzgründen sind Gruppenführungen, Führungen mit dem Audioguide und Workshops weiterhin nicht möglich. Auch die regelmäßigen Themenvorträge und Highlight-Führungen des Museums können bis auf Weiteres nicht stattfinden. Alle Großveranstaltungen auf dem Schloss Hohentübingen sind abgesagt, darunter die 8. Tübinger Kulturnacht am 9. Mai 2020 und der Familientag am 10. Mai 2020.</p><h3>Was immer geht: Digitaler Ausstellungsbesuch</h3><p>Das MUT bietet drei verschiedene Formate zum digitalen Ausstellungsbesuch an:</p><p>Das <strong><em>eMuseum</em></strong> gibt einen Ein- und Überblick über die Vielfalt der Objekte und über die 70 Sammlungen an der Universität Tübingen – den meisten an einer deutschen Universität.<br> eMuseum: <a href="https://www.emuseum.uni-tuebingen.de/objects/images" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.emuseum.uni-tuebingen.de/objects/images</a>&nbsp;</p><p>Das <strong><em>3D-Museum</em></strong> zeigt alle Details ausgewählter Objekte: Hier können die gescannten Stücke – etwa auch die Eiszeitfiguren – von allen Seiten betrachtet werden, wie es selbst in der analogen Ausstellung nicht möglich ist.<br> 3D-Museum: <a href="https://www.unimuseum.uni-tuebingen.de/de/sammlungen/3d-museum.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.unimuseum.uni-tuebingen.de/de/sammlungen/3d-museum.html</a>&nbsp;</p><p>Die <strong>360°-Ausstellungen</strong> des MUT bieten den Schritt in die nächste Dimension: Sie bieten Eintritt in die virtuelle räumliche Welt einer Ausstellung – so etwa in die letztjährige Leonardo-Ausstellung oder die ganz aktuelle zu Morgan O’Haras Studierenden-Projekt „Life and meaning… It’s personal“. Man betritt die Ausstellung und kann selbst entscheiden, wohin man geht, welches Bild man ansehen und welches Modell oder welchen Text man aufrufen möchte.<br> 360°-Ausstellungen: <a href="https://www.unimuseum.uni-tuebingen.de/de/ausstellungen/online-ausstellungen/360-ausstellungen.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.unimuseum.uni-tuebingen.de/de/ausstellungen/online-ausstellungen/360-ausstellungen.html</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-51750</guid><pubDate>Wed, 06 May 2020 20:00:00 +0200</pubDate><title>Tropischer Schlangenhalsvogel lebte im Allgäu</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=51750&amp;cHash=cbddc235ba3eeb601f2e13af09d4bf02</link><description>Paläontologen bergen 11,5 Millionen Jahre alte Fossilien in der Menschenaffen-Fundstelle Hammerschmiede</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Hammerschmiede im Allgäu (Bayern), Fundstelle des ersten zweibeinig laufenden Menschenaffen <em>Danuvius guggenmosi</em>, liefert auch spektakuläre Fossilien von Vögeln: Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstituts und Naturmuseums Frankfurt und der Universität Tübingen haben dort Knochen eines Schlangenhals-Vogels geborgen, wie sie im Fachmagazin PLOS One berichten. <em>Anhinga pannonica</em> lebte vor rund 11,5 Millionen Jahren und war deutlich größer als seine heutigen Verwandten in den Tropen.</p><p>Schlangenhalsvögel (Gattung <em>Anhinga</em>) sind Tauchvögel tropisch-subtropischer Seen und Flüsse. Heute leben insgesamt vier Arten in Süd- und Mittelamerika, Afrika südlich der Sahara sowie dem tropischen Asien und Australien. Beim Tauchen ragt nur ihr sehr langer, schlanker Hals samt Kopf aus dem Wasser, was den Eindruck einer schwimmenden Schlange vermittelt. Die im englischen <em>darter </em>genannten Vögel besitzen einen spitzen, pfeilartigen Schnabel. Dieser wird mithilfe einer unter Vögeln einmaligen Anatomie der Halswirbel blitzschnell nach vorn katapultiert: Einem Dart-Pfeil gleich, spießen die Vögel so mit ihrem Schnabel Fische und andere Beutetiere auf.</p><p>Der Schlangenhalsvogel der Hammerschmiede gehört zu der ausgestorbenen Art <em>Anhinga pannonica</em>, von der bislang allerdings nur wenige einzelne Knochen bekannt waren. „Durch die neuen Funde ist es nun möglich, die Anatomie dieser seit 1916 bekannten Art detaillierter zu untersuchen und ihre Biologie besser zu verstehen“, sagt der Ornithologe und Studienleiter Dr. Gerald Mayr vom Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum in Frankfurt.</p><p>Mit einer Flügelspannweite von wahrscheinlich mehr als 150 Zentimetern war die fossile Art etwa 30 Prozent größer als heutige Schlangenhalsvögel. Mit etwa 3,3 Kilo Körpergewicht war <em>Anhinga pannonica</em> sogar mehr als doppelt so schwer wie lebende Arten. „Sehr große ausgestorbene Schlangenhalsvögel sind vor allem aus Südamerika bekannt, doch die neuen Funde dokumentieren, dass diese Vögel deutlich weiter verbreitet waren als bisher vermutet“, erklärt Mayr. „Das Vorkommen dieser heute nur in den Tropen lebenden Vogelgruppe belegt zudem eindrücklich die Unterschiede zwischen der heutigen Vogelwelt im Voralpenland und dem mehr als 11 Millionen Jahre alten Ökosystem der Hammerschmiede.“</p><p>Schlangenhalsvögel gelten als Spezialisten im Flachtauchen, heutige Arten jagen selbst in Gewässern mit weniger als 50 Zentimetern Wassertiefe. „Das passt gut zu den Fließgewässern der Hammerschmiede, der Bachlauf der die Knochen von <em>Danuvius </em>lieferte, hatte eine mittlere Tiefe von etwa 80 Zentimetern“, ergänzt Thomas Lechner, Grabungsleiter und Doktorand am Senckenberg Zentrum für Menschliche Evolution und Paläoumwelt der Universität Tübingen. „Ein höheres Gewicht, verbunden mit einer geringeren Pneumatisierung der Knochen ‒ also weniger luftgefüllten Hohlräumen in den Knochen ‒ und einer vollständigen Durchnässung des Gefieders verringert ihren Auftrieb und unterstützt Schlangenhalsvögel beim Tauchen“, sagt die ebenfalls beteiligte Professorin Madelaine Böhme. Und Mayr fügt hinzu: „Um wieder flugfähig zu sein, müssen heutige Schlangenhalsvögel nach jedem Tauchgang ihr Gefieder mit gespreizten Flügeln trocknen. Die hohen Verdunstungsraten in warmen Klimaten sind ein wesentlicher Grund, warum sie in tropischen Regionen leben.“</p><p>In ihrer Studie identifizieren die Wissenschaftler auch weitere Funde von <em>Anhinga pannonica</em> aus Bayern, die bislang für Kormorane gehalten wurden. Sie sind 16 Millionen Jahre alt und damit die ältesten Vertreter dieser Art der Schlangenhalsvögel, die vor sechs Millionen Jahren ausstarb.<em> Anhinga pannonica</em> lebte somit geographisch weiter verbreitet und sehr viel länger auf der Erde als bislang bekannt. „Mit etwa zehn Millionen Jahren ist diese Spezies außergewöhnlich langlebig, eine Art Methusalem selbst unter Vögeln. Säugetierarten erreichen hingegen nur eine Existenzdauer von etwa 2,5 Millionen Jahren“, erläutert Böhme. „Die geographische Verbreitung einer wärmeliebenden Art über 50 Breitengrade, nachgewiesen vom Tagebau Hambach bei Köln bis zum Äquator in Kenia, zeigt, dass das Erdklima im Miozän (23-5 Millionen Jahre vor heute) deutlich wärmer war als heute.“&nbsp;</p><h3>Publikation:</h3><p>Gerald Mayr, Thomas Lechner, and Madelaine Böhme. The large-sized darter <em>Anhinga pannonica</em> (Aves, Anhingidae) from the late Miocene hominid Hammerschmiede locality in Southern Germany. PLoS ONE, Mai 2020. DOI <a href="https://doi.org/10.1371/journal.pone.0232179" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">10.1371/journal.pone.0232179</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-51693</guid><pubDate>Tue, 05 May 2020 11:03:08 +0200</pubDate><title>Universität Tübingen startet Vorlesungsreihen zur Covid-19-Pandemie</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=51693&amp;cHash=32f3c33cc92c9e6cc83802f9cb8fd159</link><description>Mediziner, Naturwissenschaftler, Rhetoriker, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler berichten über den aktuellen Stand der Forschung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen wird im aktuellen Sommersemester mehrere Vorlesungsreihen zur Covid-19-Pandemie anbieten, die sich an Studierende, aber auch an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger richten. Veranstaltet werden die Vorlesungsreihen von der Medizinischen Fakultät, der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät sowie vom Seminar für Allgemeine Rhetorik.</p><p>„Wir sehen ein enormes Interesse in der breiten Öffentlichkeit an verlässlichen Informationen über die Besonderheiten des neuartigen Coronavirus, Krankheitsbilder, Therapiemöglichkeiten sowie die möglichen Folgen der Pandemie“, sagte der Studiendekan der Medizinischen Fakultät, Professor Stephan Zipfel. „Deswegen haben wir uns spontan entschlossen, diese zusätzliche Vorlesungsreihe anzubieten.“&nbsp;</p><p>Themen der von der Medizinischen Fakultät veranstalteten Reihe sind unter anderem mögliche Medikamententherapien gegen Covid-19, Impfstoffentwicklung, psychische Folgen einer Infektion sowie ethische Fragen. Die Vorlesungen werden bis zum 27. Juli jeweils dienstags um 12.00 Uhr live über die Webseite der Sectio Chirurgica ausgestrahlt und können auch von Personen, die nicht Studierende oder Beschäftigte der Universität sind, ohne Login mitverfolgt werden. In der 25. Kalenderwoche gibt es zwei Vorlesungstermine, am Dienstag, den 16. Juni, und zusätzlich am Donnerstag, den 18. Juni. Alle diejenigen, die die Live-Ausstrahlung über die Webseite der Sectio Chirurgica verpasst haben, können sich die Vorlesungen zeitversetzt auf dem Youtube-Kanal der Universität ansehen. Dort wurde für die Vorlesungsreihe eine eigene Playlist eingerichtet.&nbsp;</p><p>Eine zweite Vorlesungsreihe zu den politischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie bereitet derzeit die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Tübingen vor. Diese werden voraussichtlich am 29. Juni 2020 beginnen und wochentags allabendlich um 18.30 Uhr stattfinden. Die letzte Vorlesung ist für den 15. Juli 2020 geplant. Professorinnen und Professoren aus der Fakultät werden in kurzen Vorträgen ausgewählte Aspekte der Covid-19-Pandemie vor dem Hintergrund ihrer Forschung beleuchten, gefolgt von einer Diskussion von Fragen aus dem virtuellen Publikum. Auch diese Vorlesungsreihe kann von Interessierten, die nicht Studierende oder Beschäftigte der Universität sind, ohne Login mitverfolgt werden.</p><p>Am Seminar für Allgemeine Rhetorik hat sich Professor Olaf Kramer der Corona-Krise angenommen. In seiner Vorlesung „Rhetorik der Corona Krise“ geht es um die politischen, sozialen und kulturellen Folgen der Corona-Epidemie: Wie reden Politikerinnen und Politiker über die Krise? Welche Strategien und Techniken werden eingesetzt, um Menschen zu Verhaltensänderungen zu bewegen? Warum befördert die Krise nationalistische und autoritäre Antworten? Wie lassen sich effektive Epidemiebekämpfung und demokratische Freiheitsrechte versöhnen? Was lernen wir durch die Krise über effektive Wissenschaftskommunikation? Das sind Fragen, die in der Vorlesung an Hand aktueller Beispiele allgemeinverständlich diskutiert werden. Die Vorlesung wird jeweils donnerstags auf YouTube veröffentlicht.</p><p>Der Rektor der Universität, Professor Bernd Engler, begrüßte die Initiativen: „Im Zuge unserer Exzellenzstrategie wollen wir aktuelles, gesellschaftlich relevantes Wissen künftig verstärkt auch mit Menschen teilen, die keinen direkten Zugang zur Wissenschaft haben.“ Gerade in Krisen wie der aktuellen Corona-Pandemie steige das Bedürfnis nach zuverlässigen Informationen aus erster Hand: „Dieser Aufgabe werden die Vorlesungsreihen in bester Weise gerecht.“ &nbsp;</p><p>Bislang stehen folgende Termine und Themen in der Reihe der Medizinischen Fakultät fest: &nbsp;</p><p>21.4.&nbsp;&nbsp; &nbsp;Professor Nisar Malek&nbsp;&nbsp; &nbsp;Klinischer Verlauf bei Covid-19 (abrufbar im Youtube-Kanal der Universität)<br> 28.4.&nbsp;&nbsp; &nbsp;Professor Thomas Iftner&nbsp;&nbsp; &nbsp;Grundlagen zum speziellen Sars-2-Virus und Testung (abrufbar im Youtube-Kanal der Universität)<br> 5.5.&nbsp;&nbsp; &nbsp;Professor Karl Oliver Kagan&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;Schwangerschaft und Covid<br> 12.5. &nbsp;&nbsp; &nbsp;Professor Peter Kremsner&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;Medikamentöse Strategien<br> 19.5.&nbsp;&nbsp; &nbsp;Professor Peter Rosenberger&nbsp;&nbsp; &nbsp;Intensivmedizinische Herausforderungen<br> 26.5.&nbsp;&nbsp; &nbsp;Dr. Jan Liese&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;Hygiene<br> 2.6.&nbsp;&nbsp; &nbsp;Professor Andreas Birkenfeld &nbsp;&nbsp; &nbsp;Diabetes und Covid<br> 9.6.&nbsp;&nbsp; &nbsp;Professor Konstantin Nikolaou&nbsp;&nbsp; &nbsp;Radiologische Befunde<br> 16.6.&nbsp;&nbsp; &nbsp;Professor Meinrad Gawaz&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;Kardiologische Befunde<br> 18.6. &nbsp;&nbsp; &nbsp;Professor Thilo Stehle&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;Die Strukturaufklärung des SARS-CoV2 zeigt Ansatzpunkte für eine antivirale Therapie<br> 23.6&nbsp;&nbsp; &nbsp;Professorin Ghazaleh Tabatabai&nbsp;&nbsp; &nbsp;Neurologische Befunde<br> 30.6.&nbsp;&nbsp; &nbsp;Professor Stephan Zipfel / Dr. Florian Junne&nbsp;&nbsp; &nbsp;Mental Health<br> 2.7.&nbsp;&nbsp; &nbsp;Professor Peter Martus&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;Biometrie und Epidemiologie<br> 7.7.&nbsp;&nbsp; &nbsp;Professor Oliver Kohlbacher&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;Bioinformatik-basierte Forschungsansätze<br> 14.7.&nbsp;&nbsp; &nbsp;Professor Hans-Georg Rammensee&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;Impfstoffentwicklung und immunologische Aspekte<br> 21.7.&nbsp;&nbsp; &nbsp;Professor Urban Wiesing&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;Mortalität und Moral. Ethische Aspekte der Corona-Pandemie<br> 27.7.&nbsp;&nbsp; &nbsp;Professor Falko Fend&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;Pathologie und Reflektion des 1. Covid-Patienten am UKT</p><h3>Weblinks:&nbsp;</h3><p>Youtube-Kanal der Universität:<br><a href="https://www.youtube.com/channel/UCfqmh9cUkSo--IVhnO7Lo2A" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.youtube.com/channel/UCfqmh9cUkSo--IVhnO7Lo2A</a>&nbsp;</p><p>Vorlesungsreihe der Medizinischen Fakultät:<br><a href="https://www.sectio-chirurgica.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.sectio-chirurgica.de/</a>&nbsp;</p><p>Vorlesungsreihe der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät:<br> https://uni-tuebingen.de/de/177084&nbsp;</p><p>Vorlesungsreihe der Allgemeinen Rhetorik:<br><a href="https://www.youtube.com/channel/UCIzxcRo54I8na9EjQd5Njsw" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.youtube.com/channel/UCIzxcRo54I8na9EjQd5Njsw</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-51687</guid><pubDate>Tue, 05 May 2020 10:44:43 +0200</pubDate><title>Schon der falsche Ort kann eine allergische Reaktion auslösen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=51687&amp;cHash=dccdfbd0649338268c5619e1a112e024</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen entschlüsselt Mechanismus des Lernens fehlangepasster allergischer Antworten auf eine neutrale Umgebung und die entscheidende Rolle des Schlafs</description><content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-51537</guid><pubDate>Wed, 29 Apr 2020 10:19:50 +0200</pubDate><title>Museumsbesuch auf dem Sofa</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=51537&amp;cHash=6c78762500eb08d64f354e8756660c7a</link><description>Im virtuellen Museum des Sonderforschungsbereichs RessourcenKulturen reisen Besucher um die Welt und durch die Zeit</description><content:encoded><![CDATA[<p>Was haben über 3000 Jahre alte Kunstgegenstände aus der Königsgruft von Qaṭna im heutigen Syrien, der ca. 1000 Jahre alte Wall im nordeuropäischen Haithabu und die mittelalterlichen Burgen Staufeneck und Ramsberg im Filstal gemeinsam? Sie alle repräsentieren Macht. Und sie alle sind Teil der Ausstellung „Symbole der Macht - (Un)sichtbare Repräsentation“ im virtuellen Museum des Sonderforschungsbereichs RessourcenKulturen an der Universität Tübingen, das seit März online zu besichtigen ist.&nbsp;</p><p>Drei „Räume“ erwarten die Besucher: Man kann durch die Ausstellung schlendern, sich interessante Objekte, wie Donut-Steine aus dem Iran, antike Zisternen auf Mittelmeerinseln und Wikingerkatzen in der Schausammlung ansehen oder man klickt sich durch die vielen Projekte im Depot, in denen der Sonderforschungsbereich aktiv ist. An einer Timeline entlang können Projekte von der Altsteinzeit bis in die Gegenwart durchwandert werden, an denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Archäologie, Ethnologie, Geschichts- und Geowissenschaft, sowie vielen Fachrichtungen mehr, interdisziplinär arbeiten.</p><p>„Die Idee für das Museum entstand vor etwa zwei Jahren“, sagt Professor Thomas Thiemeyer, der die Projektgruppe rund um das virtuelle Museum geleitet hat. „Wir möchten nicht nur das Fachpublikum ansprechen, sondern einer breiteren Öffentlichkeit zeigen, wie Wissenschaft arbeitet und wie wir über die Analyse von Fundstücken, die zum Teil tausende Jahre alt sind, zu neuen Erkenntnissen kommen, die auch heute relevant sind.“ „Es war natürlich auch eine Herausforderung, mit den über 60 Mitgliedern unseres Sonderforschungsbereichs an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten“, meint Dr. Sandra Teuber, die wissenschaftliche Koordinatorin des SFB 1070 und ergänzt: „Das Beeindruckende war aber, dass wirklich alle sich mit Ihren Ideen, Fotos, Videos und Texten eingebracht haben, und das neben ihrer eigentlichen Forschung.“</p><p>Das virtuelle Museum des Sonderforschungsbereichs 1070 RessourcenKulturen macht den&nbsp;Museumsbesuch von zu Hause aus möglich und ist damit gerade jetzt der richtige „Besuchertipp“.</p><p>Zum Museum: <a href="https://museum-ressourcenkulturen.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://museum-ressourcenkulturen.de</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-51435</guid><pubDate>Fri, 24 Apr 2020 14:56:12 +0200</pubDate><title>Geburt eines „Schneemanns“ am Rand des Sonnensystems</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=51435&amp;cHash=e4fafc5e69c01200e37ce3b923cc33af</link><description>Astrophysiker des israelischen Technion und der Universität Tübingen erforschen die Entstehung des asteroidähnlichen Objekts Arrokoth im Kuipergürtel</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das asteroidähnliche Objekt Arrokoth im Kuipergürtel ist das erdfernste Objekt am Rand unseres Sonnensystems, das von einer Sonde besucht und ins Bild gesetzt wurde. Sein Aufbau aus zwei ungleich großen rundlichen Teilen, die durch einen schmalen Hals verbunden sind, trug ihm den Spitznamen „Schneemann“ ein. Ein Forschungsteam unter der Leitung von Evgeny Grishin, Dr. Uri Malamud und Professor Hagai Perets von Technion, dem Israel Institute of Technology, hat untersucht, wie sich die ursprünglich zwei Körper von Arrokoths Gestalt aneinanderfügten, ohne in einer Kollision zerstört zu werden. Oliver Wandel und Dr. Christoph Schäfer vom Institut für Astronomie und Astrophysik der Universität Tübingen haben die Simulationen entwickelt, mit denen die Wissenschaftler ihre Hypothesen überprüft haben. Danach gehen sie davon aus, dass Arrokoth im komplexen Dreiersystem mit der Sonne durch die langsame Annäherung zweier kleiner Körper entstanden ist. Mit ihrem Modell lässt sich allgemein die Entstehung vieler Doppelsysteme im Kuipergürtel erklären. Ihre Studie wurde in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.</p><p>Arrokoth erhielt am 1. Januar 2019 Besuch von der Raumsonde der NASA New Horizons, die 2006 zur Erforschung von Pluto gestartet war. Die Sonde kam bis auf 5.500 Kilometer an Arrokoth heran. Noch unter den früheren Namen 2014 MU69 und Ultima Thule (lateinisch: „Der Rand der Welt“) war Arrokoth als geeignetes, nicht zu weit von Pluto entfernt liegendes Objekt zur näheren Erforschung bei dieser Mission ausgewählt worden. Arrokoth bedeutet „Himmel“ oder „Wolke“ in der inzwischen ausgestorbenen Sprache Powhatan eines amerikanischen Stammes.</p><h3>Objekt mit merkwürdigen Eigenschaften</h3><p>Der Zwergplanet Pluto ist das größte Objekt am Rand des Sonnensystems. Daneben finden sich in der Region jenseits von Neptun, die als Kuipergürtel bezeichnet wird, zahllose asteroidähnliche Objekte, die eine Größe von wenigen Metern bis zu Tausenden von Kilometern haben. Die Bedingungen in diesem Bereich unterscheiden sich stark von denen des Schwester-Asteroidengürtels weiter innen im Sonnensystem. Vor allem ist es im Kuipergürtel viel kälter, und die dortigen Objekte bestehen typischerweise zu großen Teilen aus Eis. Die Sonde New Horizons lieferte eine ganze Reihe von Bildern und Informationen über Arrokoth: Es handelt sich um ein rund 30 Kilometer langes Doppelsystem aus sich berührenden Körpern. „Arrokoth hat einige merkwürdige Eigenschaften“, sagt Evgeny Grishin. „Er rotiert mit langsamer Geschwindigkeit um sich selbst, sein ‚Tag‘ dauert knapp 16 Stunden. Außerdem ist sein Neigungswinkel – relativ zu seiner Umlaufbahn um die Sonne – mit 98 Grad sehr groß.“ Der Schneemann liegt fast auf der Seite.</p><p>Die Forscher sind sicher, dass Arrokoth aus zwei kleineren Kuipergürtelobjekten entstanden ist. Doch bisher war der genauere Ablauf unklar. „Eine zufällige direkte Kollision zweier Objekte im Kuipergürtel mit hoher Geschwindigkeit würde die Objekte zerstören, da sie mit hoher Wahrscheinlichkeit hauptsächlich aus weichem Eis bestehen“, erklärt Grishin. „Würden sich zwei Körper in einer kreisförmigen Umlaufbahn umeinander drehen – ähnlich wie der Mond die Erde umrundet –, sich dann langsam spiralförmig annähern und bei geringer Geschwindigkeit aneinander stoßen, müsste die Eigenrotationsgeschwindigkeit von Arrokoth extrem hoch sein. Das entspricht jedoch nicht der gemessenen langsamen Eigenrotation.“ Die israelischen Forscher haben daher ein Modell entwickelt, das die Bedingungen im Kuipergürtel besser wiedergibt. „Unserem Modell zufolge umkreisen sich die beiden Körper, doch weil sie gemeinsam die Sonne umkreisen, handelt es sich nicht um ein Doppel-, sondern um ein Dreiersystem. Solche Systeme, bei denen sich drei Objekte gegenseitig anziehen, haben eine komplexe Dynamik, dies ist in der Physik als das Drei-Körper-Problem bekannt“, sagt Grishin. „Das System von Arrokoth verhielt sich aber weder völlig chaotisch, wie es bei komplexen Dreiersystemen zu erwarten war, noch aber in einfacher und geordneter Weise.“</p><h3>Hunderte von Simulationen</h3><p>Die Forscher haben dieses Szenario für die Entstehung von Arrokoth aufgestellt: „Die beiden Objekte umrundeten sich anfangs in einer weiten, weitgehend kreisförmigen Umlaufbahn, die sich in einem langdauernden Prozess in eine stark exzentrische, elliptische Umlaufbahn weiterentwickelte“, beschreibt Hagai Perets die Abläufe. „Wir konnten belegen, dass solche Bewegungsbahnen zu einer Kollision führen können, die einerseits langsam ist und die Objekte nicht zerstört, aber andererseits ein langsam rotierendes, stark geneigtes Objekt zum Ergebnis hätte, in gleicher Weise, wie Arrokoths Eigenschaften beobachtet wurden.“ Für die detaillierten Simulationen haben die Tübinger Forscher spezielle Computercodes entwickelt, die auf dem Bioinformatik/Astrophysik-Cluster BinAc des Zentrums für Datenverarbeitung der Universität laufen. „Wir mussten Hunderte von Simulationen durchführen, um alle Messdaten aus dem All konsistent zusammenzuführen“, sagt Christoph Schäfer. Oliver Wandel ergänzt: „Die Feldforschung im All ist noch im Frühstadium. Die Körper, aus denen Arrokoth aufgebaut ist, haben eine hohe Porosität, die Eigenschaften des Körperinnern sind aber nicht genau bekannt. Daher mussten wir mit einer Vielzahl unterschiedlicher Annahmen arbeiten.“</p><p>Die Forscher gehen davon aus, dass solche Prozesse, die zur Entstehung von Arrokoth führten, recht verbreitet sind. Bis zu 20 Prozent der Doppelsysteme im Kuipergürtel könnten auf ähnlichem Weg entstanden sein. Auch das System von Pluto und seinem Mond Charon könnte durch einen ähnlichen Prozess entstanden sein. „Wahrscheinlich spielen solche Abläufe allgemein eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Doppelsystemen und Mondsystemen in unserem Sonnensystem“, sagt Uri Malamud. Christoph Schäfer setzt hinzu: „Die Objekte im Kuipergürtel sind Überbleibsel aus der Zeit, in der die Planeten entstanden sind. Sie sind mehr als 4,5 Milliarden Jahre alt. Durch die Untersuchung dieser Objekte können wir möglicherweise auch viel über die Entstehung der Planeten erfahren.“</p><h3>Publikation:</h3><p>Evgeni Grishin, Uri Malamud, Hagai B. Perets, Oliver Wandel, Christoph M. Schäfer: Origin of (2014) MU69-like Kuiper-belt contact binaries from wide binaries. Nature, <a href="https://dx.doi.org/10.1038/s41586-020-2194-z" target="_blank" rel="noreferrer">https://dx.doi.org/10.1038/s41586-020-2194-z</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-51402</guid><pubDate>Thu, 23 Apr 2020 10:45:00 +0200</pubDate><title>Kinder-Uni und Kinder-Uni-Forschertag entfallen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=51402&amp;cHash=15bacbb2153e36f979320c83223ace70</link><description>Universität Tübingen setzt kindgerechte Vorlesungsreihe und Workshops dieses Jahr aus </description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen setzt dieses Jahr die Kinder-Uni und den&nbsp;Kinder-Uni-Forschertag aus. Die geplanten Veranstaltungen sind aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt. Die Maßnahme dient sowohl dem Gesundheitsschutz der Kinder und Eltern als auch der veranstaltenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Es lässt sich zurzeit nicht abschätzen, ab wann Präsenzveranstaltungen mit einem größeren Publikum wieder möglich sein werden.&nbsp;</p><p>„Diese Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen“, sagte Professorin Karin Amos, Prorektorin für Studierende, Studium und Lehre. Der Vorschlag, die Veranstaltungsreihe im Internet anzubieten, sei diskutiert aber letztlich verworfen worden. „Der Charme der Kinder-Uni liegt in der Live-Erfahrung eines echten Hörsaals und in dem direkten Kontakt zu Professorinnen und Professoren“, sagte Amos: „Vor diesem Hintergrund kam für die Universität eine digitale Veranstaltungsreihe nicht infrage.“ Das Rektorat bittet die Kinder aus Tübingen und der Region um Verständnis für die Entscheidung.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-51327</guid><pubDate>Tue, 21 Apr 2020 10:10:11 +0200</pubDate><title>Das menschliche Gebiss als Spiegel unserer Evolution</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=51327&amp;cHash=18d452d06ca9ec0ae610e6d4f4debd35</link><description>Wissenschaftler der Universität Tübingen ermitteln, welche Eigenschaften der Zähne zur Rekonstruktion genetischer Verwandtschaft genutzt werden können</description><content:encoded><![CDATA[<p>Genetische Verwandtschaftsbeziehungen zwischen individuellen Menschen oder auch Menschengruppen lassen sich anhand ihrer Zahnformen teilweise rekonstruieren. Dr. Hannes Rathmann und Dr. Hugo Reyes-Centeno von der Kolleg-Forschungsgruppe „Words, Bones, Genes, Tools“ an der Universität Tübingen haben nun mithilfe eines Algorithmus herausgearbeitet, welche der zahlreichen Zahnmerkmale sich für Verwandtschaftsanalysen besonders gut eignen und welche Zahnmerkmale weniger die Verwandtschaft, sondern eine ähnliche Anpassung an gleiche Umweltbedingungen widerspiegeln. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift <em>Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS)</em>.</p><p>Die Form menschlicher Zähne ist stark variabel und unterscheidet sich im Detail von Person zu Person. Merkmale sind zum Beispiel die Größe der Zahnhöcker, das Furchenmuster in Zahnkronen, die unterschiedliche Anzahl von Zahnwurzeln oder das Vorhandensein beziehungsweise Fehlen von Weisheitszähnen. Solche Zahnmerkmale sind erblich. Bestimmte Ausprägungen treten familiär gehäuft auf und lassen sich weltweit mit unterschiedlicher Häufigkeit in verschiedenen Bevölkerungsgruppen beobachten. „Zahnmerkmale lassen sich alternativ zum genetischen Material der DNA für populationsgenetische Studien verwenden“, sagt Hannes Rathmann. Zähne seien härter als Knochengewebe und Zahnreste verstorbener Individuen meist noch gut erhalten, selbst wenn Knochen und DNA längst zerfallen sind.</p><h3>Neutrale Merkmale geben wertvolle Hinweise</h3><p>„Die globale Vielfalt an Zahnmerkmalen entstand wahrscheinlich hauptsächlich durch die sogenannte Gendrift“, sagt Rathmann. „Das ist ein evolutionärer Prozess, bei dem sich neutrale Mutationen, also Genveränderungen, die keine Vor- oder Nachteile beinhalten, zufällig in einer Population festsetzen.“ Anders sei es, wenn bestimmte Merkmale vorteilhaft sind. Dann können sie sich durch Selektion und Anpassung an veränderte Umweltbedingungen in einer Population ausbreiten wie zum Beispiel bei einer anderen Nahrung, die eine Anpassung beim Kauen erfordert. „Für die Rekonstruktion genetischer Verwandtschaften eignen sich neutrale Zahnmerkmale am besten“, erklärt Reyes-Centeno. Um neutrale und nicht-neutrale Zahnmerkmale voneinander zu trennen, haben die Forscher die Variation von zahlreichen Zahnmerkmalen im Zusammenhang mit der genetischen Variation diverser Bevölkerungsgruppen der Welt untersucht.&nbsp;</p><p>„Wir haben einen Algorithmus entwickelt, der DNA-Sequenzen mit allen gängig verwendeten Zahnmerkmalen und Merkmalskombinationen vergleicht“, erklärt Rathmann. Die Forscher testeten in umfangreichen Berechnungen mehr als 130 Millionen mögliche Merkmalskombinationen. Sie konnten dadurch eine bestimmte Kombination an Zahnmerkmalen identifizieren, die dem Muster neutraler genetischer Variation am ehesten entspricht und sich somit am besten für die Rekonstruktion von Verwandtschaftsbeziehungen eignet.</p><h3>Anwendungsmöglichkeiten in der Gerichtsmedizin, Archäologie und Paläoanthropologie</h3><p>Gängige Anwendungsbereiche der Verwandtschaftsbestimmung mithilfe von Zahnmerkmalen seien die Identifizierung unbekannter Toter, die Untersuchung von Mobilität und Bevölkerungsstruktur vergangener Kulturen in archäologischen Studien und die Rekonstruktion der Abstammungsgeschichte des Menschen anhand von Fossilien. „In solchen Zusammenhängen ist die DNA für nähere Untersuchungen manchmal zu schlecht erhalten oder vom Untersuchungsmaterial darf keine Probe genommen werden, um es nicht zu zerstören“, erläutert Reyes-Centeno. Dann sei die Bestimmung der Zahnmerkmale eine gute Alternative. „Wir empfehlen, nur die Merkmale und Merkmalskombinationen zu nutzen, die wir in unserer Studie als besonders effektiv herausstellen konnten. Sie erlauben genaue Rückschlüsse auf die genetische Verwandtschaft.“ Die Einbeziehung nicht-neutraler Zahnmerkmale könne dagegen das Ergebnis der Analysen verfälschen.</p><h3>Publikation:</h3><p>Hannes Rathmann and Hugo Reyes-Centeno. 2020. Testing the utility of dental morphological trait combinations for inferring human neutral genetic variation. <em>Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America</em>. <a href="https://dx.doi.org/10.1073/pnas.1914330117" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://dx.doi.org/10.1073/pnas.1914330117</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-51288</guid><pubDate>Mon, 20 Apr 2020 11:11:15 +0200</pubDate><title>Alte Genome deuten auf Parallelgesellschaften in der Schweizer Steinzeit hin</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=51288&amp;cHash=ef60ce4c947835bb49a4f215218223b7</link><description>Altansässige und neue Einwanderer lebten bis zur frühen Bronzezeit der heutigen Schweiz vermutlich nebeneinander – Auch wurde einer der frühesten laktosetoleranten Menschen in der Schweiz entdeckt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Durch die Einwanderung von Nomaden aus der eurasischen Steppe kam es in Europa zum Ende der Jungsteinzeit, rund 2800 Jahre v. Chr., zu einer umfassenden Bevölkerungsumwälzung. Das haben umfangreiche genetische Analysen ergeben. Bisher war jedoch über den genauen Zeitpunkt dieser Änderungen und den Ablauf der Vermischung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen in Zentraleuropa wenig bekannt. In einer neuen Studie, die in der Fachzeitschrift <em>Nature Communications</em> veröffentlicht wird, hat ein Forschungsteam 96 alte Genome analysiert, die neue Einblicke in die Abstammung heutiger Europäer geben.</p><h3>Zahlreiche Fundstätten in der Schweiz</h3><p>In der Schweiz wurden jungsteinzeitliche Siedlungen an Seeufern und im Sumpfland gefunden genauso wie in inneren Alpentälern und auf hohen Bergpässen. Die reichhaltigen archäologischen Funde machen die Schweiz zu einem herausragenden Ort zur Erforschung der Bevölkerungsgeschichte Zentraleuropas. Auf das Ende der Jungsteinzeit ca. 2800 v. Chr. wird das erste Auftreten archäologischer Funde aus dem Kulturkomplex der sogenannten Schnurkeramik datiert. Im gleichen Zeitraum lassen sich in der genetischen Abstammung der Menschen Spuren finden, die ihren Ursprung in der pontisch-kaspischen Steppe, auf dem Gebiet des heutigen Russlands, haben.</p><p>Ein internationales Forschungsteam aus den Universitäten Tübingen und Bern sowie dem Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena (MPI-SHH) ist den Spuren genauer nachgegangen. Die Forscherinnen und Forscher interessierte, wie sich die Bevölkerungsgruppen aus der pontisch-kaspischen Steppe mit den in Europa bereits ansässigen Menschen vermischten. Sie sequenzierten die Genome von 96 Individuen aus 13 Ausgrabungsstätten aus der Jungsteinzeit und der frühen Bronzezeit in der Schweiz, in Süddeutschland und dem französischen Elsass. Sie stellten fest, dass die neue Abstammungsgruppe bereits 2800 Jahre v. Chr. einwanderte. Die Forscher gehen davon aus, dass sich die Gene der neuen und altansässigen Bevölkerungsgruppen erst allmählich mischten. Sie identifizierten zudem auf dem Gebiet der heutigen Schweiz aus der Fundstätte Spreitenbach einen der bisher ältesten bekannten Menschen weltweit, der laktosetolerant war und sich daher von größeren Mengen unvergorener Milch und Milchprodukten ernähren konnte. Er lebte rund 2100 Jahre v. Chr.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-51261</guid><pubDate>Fri, 17 Apr 2020 11:52:56 +0200</pubDate><title>CoroNotes: Neue App unterstützt medizinische Studien zu COVID-19</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=51261&amp;cHash=4b86b77c820fdccab0eecd88051b3e8e</link><description>Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Tübinger Kompetenzzentrums für Machine Learning haben zusammen mit Medizinerinnen und Mediziner der Uniklinik Tübingen eine App entwickelt, die anhand von anonymen Gesundheitsdaten zu einem besseren Verständnis des neuartigen Coronavirus beiträgt.</description><content:encoded><![CDATA[<h5>Aufgrund technischer Probleme ist die App derzeit nicht verfügbar</h5><p>Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Tübingen AI Center, einer gemeinsamen Einrichtung der Universität Tübingen und des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme, haben zusammen mit Medizinerinnen und Mediziner der Universitätsklinik Tübingen <em>CoroNotes</em> entwickelt, eine App, die dringend benötigte Daten zu COVID-19 schnell und effizient erhebt. Ziel des Projekts ist es, medizinische und wissenschaftliche Studien zum neuartigen Coronavirus zu unterstützen und damit wichtige Einblicke in die Ausbreitung und Verläufe der durch das Virus hervorgerufenen Krankheit COVID-19 zu gewinnen. Die kostenlose App ist ab sofort im GooglePlay verfügbar. Eine Veröffentlichung im Apple App-Store erfolgt in Kürze.</p><p>„Mit <em>CoroNotes</em> haben wir eine Plattform geschaffen, die Nutzern die Möglichkeit bietet, jeden Tag an der Erforschung des Virus teilzuhaben. Sie bleiben dabei völlig anonym. Täglich beantworten die App-User ein paar Fragen zu ihrem Gesundheitszustand und zu eventuellen Symptomen. Aus diesen Daten können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dann Rückschlüsse auf Krankheitsverläufe ziehen, die im Zusammenhang mit COVID-19 stehen könnten. So können alle User einen Beitrag zur wissenschaftlichen Erforschung dieses Virus leisten,“ sagte Bernhard Schölkopf, Direktor am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme und Co-Direktor des Tübinger AI Center. „Wir hoffen, mithilfe der erfassten Daten zur Beantwortung wichtiger Fragestellungen beitragen zu können – beispielsweise, welche Behandlungen am wirksamsten sind, wie möglichst zuverlässige Diagnosen gestellt werden können, oder auch wie die Immunität gegen das Virus nachgewiesen werden kann.“</p><p>Anhand eines einfachen Fragebogens, den die Nutzerinnen und Nutzer der App täglich in weniger als einer Minute auf ihrem Smartphone oder Tablet ausfüllen, werden wichtige Informationen über die COVID-19 Pandemie gewonnen. Zum Beispiel, ob ich mich heute wohl fühle oder aber Kopf- und Gliederschmerzen habe, eventuell sogar Fieber. Jeder Tag zählt, auch wenn ich mich gesund fühle. Die Forscherinnen und Forscher hoffen, mit den Daten bessere Frühindikatoren für schwere Krankheitsverläufe identifizieren zu können, oder geeignete Personen für medizinische Studien ansprechen zu können, die einen besonders großen Erkenntnisgewinn für den Umgang mit COVID-19 versprechen. Auch sollen die Daten helfen, Epizentren der Pandemie früher ausfindig zu machen.</p><p>Die Plattform soll in Zukunft auch anderen Forschenden&nbsp;und Medizinerinnen und Mediziner&nbsp;zur Verfügung stehen, um in Studien Hypothesen zum Beispiel zum Einfluss bestimmter Medikamente oder den Zusammenhang mit bestimmten Vorerkrankungen zu überprüfen. Dafür können bei Bedarf zusätzliche Informationen abgefragt und mit der bisher erfassten Gesundheitshistorie zusammengeführt werden. Dieses Zusammenspiel erlaubt es, bestimmte Fragestellungen innerhalb sehr kurzer Zeit beantworten zu können.</p><p>„Die COVID-19-Pandemie entwickelt sich sehr dynamisch. Damit die Wissenschaft möglichst schnell Lösungen entwickeln kann, ist die Verfügbarkeit von Daten entscheidend,“ sagt Matthias Bethge, Professor für Computational Neuroscience und Machine Learning der Universität Tübingen und Co-Direktor des Tübingen AI Center. Sein Spezialgebiet ist es, aus vielen Daten Muster und Zusammenhänge zu erkennen. „Es zählen also die Beiträge jedes Einzelnen. Daher hoffen wir, dass viele Menschen <em>CoroNotes</em> herunterladen und nutzen,“ so Bethge.</p><p>Er betont: „Besonders wichtig ist uns dabei, dass die Nutzer der App keine unnötigen Daten preisgeben, die sie nicht preisgeben möchten.“ <em>CoroNotes</em> wird den strengen Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gerecht. Zum einen erhebt <em>CoroNotes</em> nur Daten von Nutzern, die sich aktiv zum Teilen gewisser Daten entscheiden – Daten werden nicht automatisch erfasst. <em>CoroNotes</em> ist keine Tracking- oder Tracing-App, und erfasst keine Bewegungsprofile oder Kontakte mit anderen Personen. Darüber hinaus bekommen Nutzer bei der Anmeldung ein zufällig ausgewähltes Pseudonym und müssen weder Telefonnummer noch Emailadresse angeben. Damit bleiben sie anonym und die App erhebt ausschließlich die selbst angegebenen Gesundheitsdaten. Nutzerinnen und Nutzer können jederzeit ihre eigenen Daten herunterladen oder nachträglich löschen.</p><p>Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler teilen diese anonymisierten Daten mit in Europa ansässigen öffentlichen Gesundheitsorganisationen, akademischen Forschungseinrichtungen oder gemeinnützigen Organisationen – wieder unter den strengen Datenschutzrichtlinien der DSGVO. Die Daten dürfen dabei ausschließlich für Forschungs- und Analyseprojekte mit direktem Bezug zu COVID-19 verwendet werden.</p><p>Weitere Informationen zu <em>CoroNotes</em> finden Sie unter: <a href="https://coronotes.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://coronotes.de</a>&nbsp;</p><p>Die Forscher des Tübinger AI Centers engagieren sich auch im Rahmen des europäischen Exzellenz-Netzwerks ELLIS (European Laboratory for Learning and Intelligent Systems) für die Bekämpfung von COVID-19: <a href="https://ellis.eu/covid-19" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://ellis.eu/covid-19</a>&nbsp;</p><h3>Über das Tübingen AI Center:</h3><p>Das Tübingen AI Center ist ein Verbundprojekt der Universität Tübingen und des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme innerhalb der Cyber Valley Initiative. Das vom BMBF mit insgesamt 14,7 Mio Euro geförderte Kompetenzzentrum für Maschinelles Lernen erforscht robuste Lernsysteme und trägt zu gesellschaftlichem Nutzen bei, insbesondere durch Bildungsinitiativen wie dem Bundeswettbewerb für Künstliche Intelligenz (<a href="https://bw-ki.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bw-ki.de</a>) und Ausgründungen von Start-Ups.</p><p>Forscherinnen und Forscher des Tübingen AI Centers haben sich zusammen mit anderen europäischen Spitzenforscherinnen und Forscher&nbsp;zur ELLIS Initiative zusammengeschlossen (<a href="https://ellis.eu" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://ellis.eu</a>). ELLIS steht für European Laboratory for Learning and Intelligent Systems. Inzwischen gibt es bereits 11 überregionale Fellowship Programme und 17 regionale Forschungsgruppen (ELLIS Units), die führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Bereich der lernenden KI zusammenbringen, die die Entwicklungen in den letzten Jahren maßgeblich vorangetrieben haben. Das längerfristige Ziel von ELLIS ist es, aus diesem Netzwerk heraus eine Forschungseinrichtung zu schaffen, die mit bekannten Spitzenforschenden weltweit junge Talente anzieht und ausbildet, um die KI der Zukunft zu entwickeln.</p><h3>Über Cyber Valley:</h3><p>2016 in Baden-Württemberg gegründet, ist heute Cyber Valley Europas größte Forschungskooperation im Bereich der Künstlichen Intelligenz mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Partnerschaft stärkt die Forschung und Lehre in den Bereichen Maschinelles Lernen, Computer Vision und Robotik sowie die Verbindungen zwischen diesen Wissenschaftsbereichen.</p><p>Partner sind das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme (MPI-IS), die Universität Stuttgart, die Universität Tübingen, das Land Baden-Württemberg, die Fraunhofer-Gesellschaft sowie die folgenden sieben Industriepartner: Amazon, die BMW Group, die IAV GmbH, die Daimler AG, die Porsche AG, die Robert Bosch GmbH und die ZF Friedrichshafen AG.</p><p>Mit zehn neu eingerichteten Forschungsgruppen und zehn neuen Professuren am Max-Planck-Institut sowie an den Universitäten Stuttgart und Tübingen steht Cyber Valley für unabhängige Grundlagenforschung. Die Initiative zielt darauf ab, die besten jungen Köpfe aus aller Welt anzuziehen und zu halten: ein wesentlicher Bestandteil ist die in 2017 gegründete International Max Planck Research School for Intelligent Systems (IMPRS-IS), die bereits heute weit über 100 Doktorandinnen und Doktoranden&nbsp;an den Cyber Valley-Institutionen ausbildet.</p><p>Ziel ist es auch, Start-Ups zu fördern. Eine Gründungskultur in der Wissenschaft soll dazu führen, Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung zügig zur Anwendung zu bringen. Darüber hinaus gibt es gemeinsame Forschungsprojekte zwischen den Partnern, um den Technologietransfer in diesem Zukunftsgebiet zu stärken. Der rege Austausch zwischen anwendungsbezogener Industrieforschung und Neugier getriebener Grundlagenforschung soll neue Impulse für beide Seiten schaffen und den idealen Nährboden für Ausgründungen schaffen.</p><p><a href="http://www.cyber-valley.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.cyber-valley.de</a></p><p class="align-right">Eine Pressemitteilung von&nbsp;Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Tübingen</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-51144</guid><pubDate>Tue, 14 Apr 2020 17:27:00 +0200</pubDate><title>Neuer Ansatz auf dem Weg zum Quantencomputer</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=51144&amp;cHash=276a59c12effc99074a0732b538d1335</link><description>Übergroße Ionen machen Rechnen auf Quantenbasis zuverlässiger und schneller ‒ Tübinger Physiker an internationalem Forschungsprojekt beteiligt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein internationales Forschungsteam hat einen neuen, vielversprechenden Weg zu einem zuverlässigen und praktisch nutzbaren Quantencomputer aufgezeigt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nutzten bei ihrem Experiment so genannte Rydberg-Ionen des Elements Strontium, die durch Laserpulse in hoch-angeregte elektronische Zustände versetzt wurden. Diese übergroßen Ionen wechselwirken außerordentlich stark und erlauben den Austausch der in den Ionen abgespeicherten Quanteninformation mithilfe von Photonen. Die Ergebnisse wurden am Mittwoch im Fachmagazin <em>Nature </em>veröffentlicht.</p><p>Dieser Ansatz unterscheidet sich deutlich von den bislang existierenden Quantenrechnern auf Ionenbasis. Diese bestehen aus Ionen, die einen Kristall bilden, und der Austausch von Quanteninformation erfolgt in der Regel über Kristallschwingungen. Gerade in großen Ionenkristallen mit sehr komplizierten Schwingungsmustern ist diese Methode allerdings sehr langsam. Komplexe Rechenoperationen können daher nicht schnell genug durchgeführt werden, so dass die gespeicherte Quanteninfor-mation zerfällt. Die Nutzung von übergroßen Ionen umgeht dieses Problem, und ermöglicht den schnellen Ablauf von Quantenrechnungen selbst in großen Systemen.&nbsp;</p><p>„Quantencomputer auf Ionenbasis gelten unter Fachleuten seit langem als vielversprechend, da sie im Prinzip mit Fehlerraten von weniger als 0,1 Prozent rechnen können“, sagte Professor Igor Lesanovsky vom Institut für theoretische Physik der Universität Tübingen. Ionen lassen sich mithilfe elektrischer Felder einfangen und kontrollieren sowie sehr gut von der Umgebung abschirmen. Allerdings traten in der Vergangenheit Probleme bei der Skalierung eines solchen Rechners auf. Wurde die Zahl der eingesetzten Ionen schrittweise erhöht, um den Quantenrechner größer und leistungsfähiger zu machen, mussten Wissenschaftler feststellen, dass die Rechenoperationen anschließend langsamer abliefen und die Fehlerrate stieg. „Um Quanteninformationen zu übertragen, müssen die Ionen in Schwingungen versetzt werden“, erklärte Lesanovsky: „Erhöht man die Zahl der eingesetzten Ionen, führt das aber dazu, dass die Schwingungsmuster zunehmend komplizierter werden und immer schwieriger zu kontrollieren sind.“ Die Ionen stören sich gewissermaßen gegenseitig beim Rechnen. &nbsp;</p><p>Einem Forscherteam der Universität Stockholm gelang es nun, die beschriebenen Probleme durch den Einsatz von Rydberg-Ionen zu lösen. Professor Lesanovsky begleitete das aktuelle Experiment gemeinsam mit Dr. Weibin Li von der Universität Nottingham durch theoretische Berechnungen und die Untersuchung möglicher Fehlerquellen. Herkömmliche Ionen zeichnen sich dadurch aus, dass die Elektronen im engen Abstand um den Atomkern kreisen. Bei Rydberg-Ionen zirkuliert dagegen ein Elektron in einem weiten Abstand um den Kern. Ionen in Rydberg-Zuständen sind dadurch nicht nur weitaus größer als herkömmliche Atome oder Ionen, sie zeichnen sich auch durch besondere physikalische Eigenschaften aus.&nbsp;</p><p>„Rydberg-Ionen bilden gewissermaßen kleine Antennen und erlauben dadurch, besonders schnelle Quantengatter zu realisieren, die die „Grundbausteine“ eines Quantencomputers darstellen“, erklärt Professor Markus Hennrich von der Universität Stockholm. Da die Wechselwirkung zwischen Rydberg-Ionen nicht auf Kristallschwingungen, sondern auf dem Austausch von Photonen basiert, erwarten die Forscher, dass ein Quantenrechner auf Basis von Rydberg-Ionen auch bei einer großen, dreidimensionalen Ionenstruktur funktioniert, die für die Schaffung eines leistungsstarken und breit einsetzbaren Quantencomputers notwendig wäre.&nbsp;</p><p>Eine wesentliche Größe für jeden Quantencomputer ist die so genannte Kohärenzzeit. Der Begriff bezeichnet den Zeitraum, über welchen sich Quanteninformation stabil speichern und verarbeiten lässt. „Auch bei der derzeit besten Abschirmung ist diese Kohärenzzeit immer begrenzt, da Quantenzustände bereits beim kleinsten Kontakt mit der Umwelt zerstört werden“, erklärte Lesanovsky. Die Wissenschaftler erwarten, dass mit dem von ihnen gewählten experimentellen Ansatz bis zu 100 Millionen Rechenoperationen pro Kohärenzzeit durchgeführt werden können. Quantenprozessoren basierend auf Festkörpern oder supraleitenden Schaltkreisen erlauben im Moment etwa 1.000 Rechenoperationen pro Kohärenzzeit. „Ein Quantenrechner auf der Basis von Rydberg-Ionen hat damit vor allem das Potenzial, deutlich zuverlässiger zu arbeiten als andere Systeme auf Quantenbasis.“</p><p>Quantencomputer gelten als eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Während herkömmliche Computer nach den Gesetzen der klassischen Physik funktionieren, arbeiten Quantencomputer nach den Regeln der Quantenmechanik. Die Fähigkeit von miteinander verschränkten Quanten, Informationen ohne zeitliche Verzögerung auszutauschen, macht sie sehr schnell und leistungsfähig. Quantencomputer könnten in der Zukunft überall dort zum Einsatz kommen, wo gewaltige Datenmengen verarbeitet werden müssen, so zum Beispiel in der Personalisierten Medizin oder bei der Künstlichen Intelligenz. Die Bundesregierung startete Ende Januar 2020 eine strategische Initiative zum Quantencomputing und stellte dafür 300 Millionen Euro bereit. Große Konzerne wie IBM oder Google haben in der Vergangenheit bereits experimentelle Quantencomputer vorgestellt. Fachleute gehen aber davon aus, dass bis zur Schaffung eines alltagstauglichen Quantencomputers noch mindestens zehn Jahre Forschung und Entwicklung notwendig sind.&nbsp;</p><h3>Publikation:</h3><p>Chi Zhang, Fabian Pokorny, Weibin Li, Gerard Higgins, Andreas Pöschl, Igor Lesanovsky, Markus Hennrich, Sub-microsecond entangling gate between trapped ions via Rydberg interaction. Nature 2019, DOI 10.1038/s41586-020-2152-9, <a href="https://www.nature.com/articles/s41586-020-2152-9" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.nature.com/articles/s41586-020-2152-9</a>&nbsp;</p><p><a href="https://www.fysik.su.se/english/about-us/news/speeding-up-quantum-computing-using-giant-atomic-ions-1.495081" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Englische Pressemitteilung der Universität Stockholm</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-50946</guid><pubDate>Tue, 07 Apr 2020 10:39:32 +0200</pubDate><title>Panzerpuzzle: Weiteres Teil der Schildkrötenevolution hinzugefügt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=50946&amp;cHash=ab84f04cb8e1bf461b0cd0fa29befe9f</link><description>Zusammenhang zwischen Schädel- und Hals-Evolution bei Schildkröten aufgeklärt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Ursprung von Schildkröten gilt als eine der am häufigsten geführten Debatten innerhalb der Evolutionsbiologie. In einer kürzlich im Fachjournal „Nature Scientific Reports“ veröffentlichten Studie hat Senckenberger Ingmar Werneburg mit einem internationalen Team von Forschenden bestehende Hypothesen widerlegt und neues Licht auf die Evolution der Schädelarchitektur geworfen. Die Ergebnisse zeigen eine enge Verknüpfung der Evolution des Schädels und des hochflexiblen Halses bei den Panzerträgern.</p><p>Neben ihren Panzern gehören die flexiblen Hälse und kleinen Köpfe zu den charakteristischen Merkmalen von Schildkröten. „Auch wenn Schildkröten zu den Reptilien zählen, unterscheidet sich ihr Schädel stark von dem anderer Kriechtiere – dies erschwert, zusammen mit dem einzigartigen Panzerskelett, die Beurteilung ihres stammesgeschichtlichen Ursprungs“, erklärt PD Dr. Ingmar Werneburg vom ‚Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment (SHEP)‘ an der Universität Tübingen.</p><p>Fossilien lassen darauf schließen, dass eine Reihe von Modifikationen während der Evolution der Schildkröten dazu geführt hat, dass sich der zunächst in sich bewegliche Schädel zu einer unbeweglichen Struktur umbildete. Dabei schlossen sich auch die Schläfenfenster in der Wangenregion und formten so den sogenannten anapsiden Schädel, wie er sonst bei keinen anderen lebenden Reptilien vorhanden ist.&nbsp;Gleichzeitig entwickelte sich eine einzigartige, mit einem Seilzug vergleichbare Anordnung der Kiefermuskulatur. „Bislang wurde vermutet, dass diese Modifikationen bei Schildkröten zu einer Steigerung der Beißkraft geführt haben und es sich bei dieser Entwicklung um eine funktionelle Anpassung an ein verändertes Fressverhalten handelte“, ergänzt Werneburg.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-50796</guid><pubDate>Thu, 02 Apr 2020 11:59:50 +0200</pubDate><title>Studium Generale entfällt im Sommersemester</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=50796&amp;cHash=a64eab164b896cb51551467a1509199e</link><description>Universität Tübingen setzt öffentliche Vorlesungsreihen aus</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen setzt im Sommersemester die Vorlesungsreihen des „Studium Generale“ aus. Die geplanten abendlichen Veranstaltungen sind abgesagt und werden, sofern möglich, auf das Wintersemester verschoben. Die Maßnahme dient sowohl dem Gesundheitsschutz der Besucherinnen und Besucher als auch der veranstaltenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Zudem lässt sich derzeit nicht abschätzen, ab wann Präsenzveranstaltungen mit einem größeren Publikum wieder möglich sein werden.</p><p>Die Universität bittet um Verständnis und informiert auf ihrer Homepage unter:<br><a href="/pt/universitaet/im-dialog/studium-generale/">https://uni-tuebingen.de/universitaet/campusleben/veranstaltungen/zentrale- veranstaltungen/studium-generale/&nbsp;</a><br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-50646</guid><pubDate>Mon, 30 Mar 2020 09:37:57 +0200</pubDate><title>Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz startet in die nächste Runde</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=50646&amp;cHash=2b9d8be47c838566cbf5e9bf929270cc</link><description>Ab 30. März können Projektideen eingereicht werden ‒ Neuer Online-Kurs vermittelt Werkzeuge der Künstlichen Intelligenz</description><content:encoded><![CDATA[<p>Am 30. März geht der Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz (BWKI) in die nächste Runde: Schülerinnen und Schüler können ‒ allein oder im Team ‒ Projektideen für Algorithmen einreichen und bis Oktober 2020 an ihren kreativen Lösungen für die Herausforderungen unserer Zukunft arbeiten. Neben vielen attraktiven Preisen gibt es einen Besuch bei der Konferenz AI Con zu gewinnen, ermöglicht durch die Firma Bosch.</p><p>Im BWKI entwickeln Schülerinnen und Schüler Algorithmen mit ökologischem, medizinischem, technischem oder gesellschaftlichem Anwendungspotential. Nach einer hohen Resonanz mit mehr als 2500 Teilnehmenden im Vorjahr, wird der Wettbewerb in diesem Jahr zum zweiten Mal durchgeführt. Die Veranstalter sind das Tübingen AI Center der Universität Tübingen und das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Kooperation mit der Cyber Valley Initiative.</p><p>Der BWKI bietet allen Interessierten ab April die Möglichkeit, über social media Kanäle (facebook, instagram und twitter) eine sog. Programmieraufgabe der Woche zu lösen.</p><p>Erstmals gibt es zudem die Möglichkeit, einen umfangreichen KI-Kurs online zu besuchen. In diesem werden die Grundlagen Künstlicher Intelligenz durch Programmier-Tutorials vermittelt und eine Auseinandersetzung mit ethischen Grundfragen angeboten. Abschließend können Teilnehmende sich an einem der Finalisten- Projekte des Vorjahres ausprobieren. Der Kurs eignet sich besonders für Schulen und bietet die Möglichkeit, zukunftsweisende Methoden in den Schulalltag einzubinden. <strong>Die Schule mit den meisten und aktivsten Teilnehmenden am KI-Kurs wird im November zur <em>KI-Schule des Jahres</em> ernannt</strong> und erhält Bionik-Bildungsbaukästen (bionics4education), gestiftet von der Firma Festo.</p><p>Im November werden die Finalisten zur Preisverleihung an das Max- Planck-Institut für Intelligente Systeme eingeladen. Die nominierten Projekte werden dort einer hochrangigen Jury mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Medien vorgestellt. Zu den diesjährigen Jurymitgliedern gehört unter anderem der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar und international bekannte KI-Forscher (<a href="https://bw-ki.de/jury/" target="_blank" rel="noreferrer">https://bw-ki.de/jury/</a>). Die Veranstaltung wird wieder durch Fernsehmoderator und Webvideoproduzent Philip Häusser moderiert.</p><p>Der Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft der baden-württembergischen Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. Die Carl-Zeiss-Stiftung ist Hauptförderer des Wettbewerbs. Weitere Unterstützer sind die Unternehmen Bosch, Amazon, Festo und NVIDIA.</p><p>Informationen und Anmeldung unter <a href="https://bw-ki.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bw-ki.de</a>&nbsp; und <a href="https://ki-kurs.org" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://ki-kurs.org</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-50592</guid><pubDate>Thu, 26 Mar 2020 11:45:16 +0100</pubDate><title>Digitales Unterrichten leicht gemacht </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=50592&amp;cHash=937dc597950110d6c397b592b2f4e3a7</link><description>Universität Tübingen stellt nützliche Tipps und Tools zum Online- Unterrichten und -Lernen vor 
</description><content:encoded><![CDATA[<p>Auf der ganzen Welt sind derzeit Lehrkräfte und Lernende vor die Herausforderung gestellt, von heute auf morgen online unterrichten oder lernen zu müssen. Tipps im Internet dazu gibt es zahlreiche, doch sind diese unstrukturiert und fokussieren meist nur einen bestimmten Teilbereich. Das LEAD Graduate School &amp; Research Network an der Universität Tübingen veröffentlicht nun in Kooperation mit dem Online Learning Research Center (OLRC) an der University of California, Irvine auf der Webseite LEAD.schule evidenzbasierte Anleitungen, wie Unterrichten und Lernen online strukturiert angegangen werden kann.&nbsp;</p><p>Die Anleitungen zeigen beispielsweise, wie man Kursmaterialien aufbereitet und übersichtlich gestaltet, Kurse für die Lernenden strukturiert oder mit ihnen kommunizieren und sie in ihrer Selbstregulation unterstützen kann. Alle Erkenntnisse stützen sich auf Studienergebnisse des OLRC und des Hector-Instituts für Empirische Bildungsforschung der Universität Tübingen. Für Lernende an Schulen und Universitäten gibt es Tipps, wie sich das Lernen zu Hause organisieren lässt. Die Webseite orientiert sich an der amerikanischen Seite des OLRC. Das Angebot wurde übersetzt, die Verlinkungen führen zu den englischsprachigen Seiten. Die Inhalte sollen nach und nach um deutschsprachige Angebote ergänzt werden.&nbsp;</p><p>Website der Universität Tübingen: <a href="https://lead.schule/digitales-lernen/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://lead.schule/digitales-lernen/</a>&nbsp;<br> Website der amerikanischen Bildungsforscher: <a href="https://www.olrc.us/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.olrc.us/</a>&nbsp;&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-50505</guid><pubDate>Tue, 24 Mar 2020 09:28:39 +0100</pubDate><title>Vor 47 Millionen Jahren schrumpften kleine Pferde, große Tapire legten noch zu</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=50505&amp;cHash=2e9f0480c31161a683bd1be400a8dd58</link><description>Wissenschaftler gewinnen anhand von Fossilien aus dem Geiseltal bei Halle Einblick in die Evolution der frühen Säugetiere
</description><content:encoded><![CDATA[<p>Im früheren Braunkohleabbaugebiet im Geiseltal westlich von Merseburg in Sachsen-Anhalt wurde im vergangenen Jahrhundert eine riesige Zahl außergewöhnlich gut erhaltener Tierfossilien geborgen. Sie geben der Paläontologie einen einzigartigen Einblick in die Evolution der Säugetiere vor 47 Millionen Jahren. In dieser Zeit, dem Mittleren Eozän, war das Erdklima viel wärmer als heute und das Gebiet ein morastiger subtropischer Wald, zu dessen Bewohnern Urpferde, frühe Tapire, große landlebende Krokodile sowie Riesenschildkröten, Eidechsen und bodenlebende Vögel gehörten. Die Funde aus dem Geiseltal sind so zahlreich und umfassend, dass sie Forschern ein Bild der Evolutionsdynamik bis auf die Ebene von Tierpopulationen mit bisher unerreichter Detailgenauigkeit geben.</p><p>Ein Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Márton Rabi von der Universität Tübingen und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) hat entdeckt, dass die Körpergröße zweier Säugetierarten sich in gegensätzliche Richtungen entwickelte. Die Studie, die in der Fachzeitschrift <em>Scientific Reports</em> veröffentlicht wurde, ist in Zusammenarbeit mit Simon Ring und Professor Hervé Bocherens vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment und der Universität Tübingen sowie mit Dr. Oliver Wings von der MLU entstanden.</p><p>„Am Anfang haben wir uns vor allem für die Evolution der Urpferde interessiert, die ungefähr die Größe eines Labradors hatten. Von ihnen gibt es besonders viele unter den Geiseltal-Fossilien“, sagt Rabi. Die Forscher gingen zunächst davon aus, dass es dort mehrere Arten früher Pferde gegeben hat. „Wir stellten jedoch fest, dass es sich im Geiseltal nur um eine einzige Art handelt, deren Körpergröße mit der Zeit deutlich abnahm“, erklärt Rabi. Das Forschungsteam wollte wissen, ob diese Veränderung durch das Klima ausgelöst worden sein könnte, da frühere globale Warmphasen zu einer Reduktion der Körpergröße bei frühen Säugetieren geführt hatten.</p><p>Informationen über das lokale Klima im Mittleren Eozän des Geiseltals erhielten die Forscher über Kohlenstoff- und Sauerstoff-Isotopen-Untersuchungen an fossilen Zähnen. „Sie deuten auf ein feuchtes Tropenklima hin. Wir fanden jedoch keine Hinweise auf Klimaänderungen im Geiseltal im untersuchten Zeitraum“, sagt Bocherens. Um ihre Ergebnisse weiter zu erhärten, versuchte das Team herauszubekommen, ob der Schrumpfungsprozess nur bei Pferden auftrat. Zum Vergleich untersuchten sie die Evolution früher Tapire der Gattung Lophiodon. „Wir hatten Anhaltspunkte, die gleichbleibenden Klimadaten in Frage zu stellen; daher erwarteten wir, dass andere Säugetiere die gleichen Trends bei der Entwicklung der Körpergröße zeigen würden wie die Pferde“, erklärt Simon Ring. Doch erstaunlicherweise hätten die Ergebnisse bei den Tapiren, bei denen es sich ebenfalls nur um eine Art handelt, einen gegensätzlichen Trend aufgewiesen. Sie wurden größer, statt zu schrumpfen. Während die Vorfahren der Pferde ihr durchschnittliches Körpergewicht innerhalb von einer Million Jahren von 39 Kilogramm auf rund 26 Kilo verringerten, legten die Tapire im gleichen Zeitraum von durchschnittlich 124 Kilo Körpergewicht auf 223 Kilo zu.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-50445</guid><pubDate>Fri, 20 Mar 2020 11:49:22 +0100</pubDate><title>Leopold Lucas-Preis 2020 geht an Linda Woodhead und Adam Seligman</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=50445&amp;cHash=e15efe9ea9bfd72e5e07e9a9b2dd3b9e</link><description>Feier zur Verleihung wird auf 2021 verschoben – Preis für Nachwuchswissenschaftler erhält Johannes Reich</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der mit 50.000 Euro dotierte Dr. Leopold Lucas-Preis 2020, der jährlich von der Evangelisch-Theologischen Fakultät im Namen der Universität Tübingen vergeben wird, geht 2020 zu gleichen Teilen an Linda Woodhead (England) und Adam Seligman (USA). Mit der Entscheidung zur Teilung des Preises würdigt das Vergabekomitee zwei unterschiedliche und doch im Kern aufeinander bezogene Zugänge zum Zusammenhang zwischen Religion und Gesellschaft in der Gegenwart. Die Preisverleihung findet wegen der aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie nicht in diesem Jahr statt, sondern wird mit der Preisverleihung 2021 verbunden.</p><p>Professor Adam B. Seligman forscht am Institut für Kultur, Religion und Weltgeschehen der Universität Boston und ist vor allem in Israel und den USA tätig. Seine Arbeiten kreisen um die Frage, welchen Stellenwert Religion in einer pluralen Gesellschaft besitzen kann. Er schreitet das Feld zwischen klassischen religiösen Kompetenzen – im Bereich des Rituals, der Tradition und des Vertrauens – und der Notwendigkeit gegenseitiger Achtung in der multireligiösen Gesellschaft ab. Vor diesem Hintergrund engagiert er sich in gegenwärtigen Debatten über Religion und Toleranz.</p><p>Auch Linda Woodhead, Professorin für die Soziologie der Religion an der Universität Lancaster, ist eine gesellschaftlich engagierte Intellektuelle. Sie geht in zahlreichen Studien der Frage nach, wie sich Phänomene neuer Religiosität oder auch das Bewusstsein eines Verzichts auf Religion zu der traditionell in Europa und Großbritannien dominierenden und immer mehr zurückgehenden christlichen Religion verhalten. Von hier aus entwickelt sie einen angesichts der Vielfalt und Komplexität der Religionen nur noch selten gewagten, weiten Blick auf sehr unterschiedliche religiöse Phänomene – und doch auch, unter Beachtung der jeweiligen Rückwirkungen, speziell auf das Christentum.</p><p>Beide Preisträger entsprechen laut Jury in besonderer Weise der Intention des Dr. Leopold-Lucas-Preises, der Menschen auszeichnet, deren wissenschaftlich fundiertes Werk die Beziehungen zwischen Menschen und Völkern fördert und sich um die Verbreitung des Toleranzgedankens verdient gemacht hat. Der Preis wurde 1972 zum Gedenken an den jüdischen Gelehrten und Rabbiner Dr. Leopold Lucas gestiftet, der 1943 in Theresienstadt als Opfer des NS-Staates starb.</p><p>Seit 1986 ist er mit der Verleihung des Dr. Leopold Lucas-Nachwuchswissenschaftlerpreises verbunden, der für 2020 an den katholischen Theologen Dr. Johannes Reich geht. In seiner moraltheologischen Dissertation hat er durch den Vergleich von Kants frühen Vorlesungen und seiner späten Religionsschrift wichtige neue Erkenntnisse zur Kontinuität der kantischen Religionstheorie zu Tage gefördert und die ethische Diskussion hierdurch bereichert.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-50388</guid><pubDate>Thu, 19 Mar 2020 20:00:00 +0100</pubDate><title>Wie Pflanzen Berge formen </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=50388&amp;cHash=9ff5e521dd1af50473c277e4b5623405</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen untersucht den komplexen Zusammenhang zwischen Vegetation, Niederschlag und Bodenerosion in den Anden </description><content:encoded><![CDATA[<p>Pflanzenbewuchs kann Hänge stabilisieren, Regenfälle verstärken hingegen häufig die Bodenerosion. Bisher war das Zusammenspiel dieser Einflüsse auf die Gebirgsbildung nur für einige kleinere Regionen der Erde bekannt. Professor Todd Ehlers, Dr. Jessica Starke und Dr. Mirjam Schaller aus dem Fachbereich Geowissenschaften der Universität Tübingen haben die Wechselwirkung von Pflanzen und Klima auf die Gebirgsbildung nun in einer großangelegten Studie untersucht. Bei ihrer Forschungsarbeit entlang des 3.500 Kilometer langen Westrands der Anden in Peru und Chile stellten sie fest, dass der Einfluss von Pflanzen auf Landschaft und Erosion je nach Region gegensätzlich ausfallen kann. Entscheidende Faktoren sind Klimazonen und Pflanzenbewuchs. Während zum Beispiel in der trockenen Atacama-Wüste die spärliche Vegetation den Boden festhält, ist im Gegensatz dazu in gemäßigten feuchteren Regionen mit einer dichteren Pflanzendecke eine höhere Erosionsrate zu beobachten. Die Ergebnisse werden in der Fachzeitschrift <em>Science</em> veröffentlicht.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-50016</guid><pubDate>Wed, 11 Mar 2020 19:58:47 +0100</pubDate><title>Erster Covid-19-Fall an der Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=50016&amp;cHash=4a172f08d65786fecc4ee5eaa934a880</link><description>Student positiv getestet – Zwei weitere Studenten und zwei Mitarbeiter als Kontaktpersonen der Kategorie 1 eingestuft</description><content:encoded><![CDATA[<p>An der Universität Tübingen gibt es einen ersten bestätigten Covid-19-Fall. Ein Student der Informatik, der an einer Blockveranstaltung teilgenommen hatte, wurde positiv auf das neue Corona-Virus getestet, wie die Universität am Mittwoch mitteilte. Zwei weitere Studenten gelten als Verdachtsfälle. Bei ihnen stand das Testergebnis am Mittwochabend noch aus. An der Blockvorlesung im Fach Informatik hatten insgesamt 28 Studierende sowie ein Professor und zwei Nachwuchswissenschaftler als Lehrende teilgenommen.</p><p>Der positiv auf Corona-Virus getestete Student befindet sich in häuslicher Quarantäne. Die beiden Studenten, die als Verdachtsfälle eingestuft sind, sowie die beiden Nachwuchswissenschaftler galten am Mittwoch als Kontaktpersonen der Kategorie 1 und befinden sich derzeit ebenfalls in häuslicher Quarantäne. Der Informatik-Professor sowie alle übrigen Kursteilnehmer gelten derzeit als Kontaktpersonen der Kategorie 2. Sie sollen ihre sozialen Kontakte reduzieren und von ihren Mitmenschen Abstand halten. Sollten sie typische Krankheitssymptome entwickeln, müssen sie umgehend Kontakt mit den Gesundheitsbehörden aufnehmen.</p><p>Die Lehrveranstaltung hatte seit dem 5. März in einem Hörsaal sowie in einem Computerpool-Raum der Universität stattgefunden. Beide Räume wurden am Mittwoch für die Nutzung gesperrt und werden in Absprache mit dem betriebsärztlichen Dienst der Universität und dem Gesundheitsamt vor einer erneuten Nutzung desinfiziert.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Coronavirus-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-49965</guid><pubDate>Wed, 11 Mar 2020 09:01:00 +0100</pubDate><title>Wie giftiges Arsen ins Grundwasser Vietnams gelangt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=49965&amp;cHash=4edbee85eb509bb5d588205869092226</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen entdeckt in Hanoi, dass Bakterien bei der Freisetzung von Arsen Nahrungsquellen aus tiefen Gesteinsschichten nutzen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Giftiges Arsen im Grund- und Trinkwasser ist ein riesiges Problem für mehr als hundert Millionen Menschen weltweit, insbesondere in Ländern Südostasiens wie Bangladesch und Vietnam. Freigesetzt wird es durch die Aktivität von Mikroorganismen. Nun hat ein Forschungsteam in der Geomikrobiologie unter der Leitung von Professor Andreas Kappler von der Universität Tübingen herausgefunden, dass die Nahrungsquellen dieser Bakterien nicht, wie vermutet, von der Erdoberfläche stammen, sondern aus tiefen Gesteinsschichten. Das Wissen über die hauptsächlichen Wege und Prozesse der Arsenfreisetzung soll helfen, künftige Trinkwasserkontaminationen präzise vorherzusagen und nach Möglichkeit zu vermeiden. Die Studie wird in der Fachzeitschrift <em>Environmental Science and Technology</em> veröffentlicht.</p><p>Im Untergrund vieler Regionen Südostasiens sind große Mengen arsenhaltiger Eisenminerale zu finden. Dort im Sediment der Grundwasserleiter leben Gemeinschaften von Mikroorganismen, die die Eisenminerale auflösen können und dabei das problematische Arsen freisetzen. Dazu benötigen sie organisches Material als Nahrung. „Bisher ging man davon aus, dass organisches Material von der Oberfläche, zum Beispiel Pflanzenablagerungen oder Algen aus kleinen Tümpeln und Seen, die Mikroorganismen antreibt, die arsenhaltigen Eisenminerale aufzulösen und so das Arsen freizusetzen“, sagt Andreas Kappler. Doch habe es in vielen Grundwassersystemen Hinweise gegeben, dass das organische Material von der Oberfläche gar nicht bis in die arsenhaltigen Schichten eindringt.</p><p>In der neuen Studie untersuchten die Tübinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam mit Kollegen aus Zürich, Karlsruhe und Berlin die Zusammenhänge in einem Dorf mit arsenbelastetem Wasser, in VanPhuc, 15 Kilometer südöstlich von Hanoi in Vietnam. Dort wurde bei Bohrungen frisches Untergrundmaterial aus bis zu mehr als 40 Metern Tiefe gewonnen. Das Forschungsteam prüfte, wie viel organisches Material in den tiefen Gesteinsschichten zu finden war, woher es stammte und ob die vorhandenen Mikroorganismen es als Nahrungs- und Energiequelle verwenden können. In kontrollierten Experimenten, die in den Tübinger Laboren durchgeführt wurden, konnten die ablaufenden Stoffwechselprozesse und die jeweiligen Energiequellen der verschiedenen Bakterien identifiziert werden.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-49929</guid><pubDate>Mon, 09 Mar 2020 13:04:38 +0100</pubDate><title>Wann Verschwörungstheorien gefährlich sind und was dagegen hilft</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=49929&amp;cHash=49524f2e50d944da364259e4c012943f</link><description>EU-Projekt veröffentlicht Erkenntnisse und umfangreiche Unterrichtsmaterialien</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Mondlandung, Chemtrails oder der Coronavirus: Verschwörungstheorien sind allgegenwärtig, vor allem in den Sozialen Netzwerken. An der Universität Tübingen veröffentlicht ein EU-gefördertes Forschungsprojekt nun umfangreiche Forschungsergebnisse zum Thema. Unter Koordination von Professor Michael Butter hatten sich im Projekt „Comparative Analysis of Conspiracy Theories” (COMPACT)&nbsp;seit April 2016 insgesamt 160 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 40 Ländern mit Verschwörungstheorien auseinander gesetzt.</p><p>Die Erkenntnisse und Materialien dazu werden der Öffentlichkeit ab 16. März auf der Website des Projekts <a href="https://conspiracytheories.eu/ " target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://conspiracytheories.eu/</a>&nbsp;zugänglich gemacht. Die Broschüre „Guide to Conspiracy Theories“ fasst auf 20 Seiten zusammen, was die Forschung über Verschwörungstheorien weiß: unter anderem, was eine Verschwörungstheorie ausmacht, wen sie anspricht und ab wann es gefährlich werden kann. Erklärt wird auch, wie sich mit Anhängern und „Unentschiedenen“ über Verschwörungstheorien diskutieren lässt.</p><p>Die Broschüre soll besonders Lehrkräften, Medien und der Politik zur Verfügung stehen. In einem „Education Pack“ werden zusätzlich Unterrichtsmaterialien und Planspiele für Schulen und Universitäten zur kritischen Auseinandersetzung mit Verschwörungstheorien angeboten.</p><p>Am 30. März geht der erste Teil des fünfteiligen Podcasts The Expert Guide to Conspiracy Theories online <a href="https://theconversation.com/uk" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://theconversation.com/uk</a>, zudem bietet das Routledge Handbook of Conspiracy Theories einen Überblick über das Forschungsfeld: <a href="https://www.routledge.com/Routledge-Handbook-of-Conspiracy-Theories-1st-Edition/Butter-Knight/p/book/9780815361749" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.routledge.com/Routledge-Handbook-of-Conspiracy-Theories-1st-Edition/Butter-Knight/p/book/9780815361749</a>.</p><p>Alle Materialien werden auch bei der Veranstaltung „Understanding conspiracy theories, and what to do about them” am Montag, 16. März in Brüssel präsentiert. Mitglieder des Netzwerks diskutieren hier mit Vertreterinnen und Vertretern der Weltgesundheitsorganisation WHO, der EU-Kommission, von Journalisten ohne Grenzen und anderen Organisationen. Veranstaltungsprogramm auf der Projekt-Website unter <a href="https://conspiracytheories.eu/activity/brussels-stakeholder-workshop/ " target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://conspiracytheories.eu/activity/brussels-stakeholder-workshop/&nbsp;</a></p><p>Die Projektbeteiligten haben bereits weitere Forschungsvorhaben in Planung. Es bleibe ein Anliegen, dieses Thema systematisch und wissenschaftlich aufzuarbeiten, sagt Michael Butter: „Nicht alle Verschwörungstheorien sind gefährlich und beileibe nicht alle, die an sie glauben. Doch wie die Anschläge von Christchurch und Halle zeigen, können manche zur Radikalisierung beitragen und Gewalt legitimieren“, so der Wissenschaftler. Medizinische Verschwörungstheorien, wie z.B. zum Coronavirus, seien ebenfalls oft gefährlich: „Sie behaupten entweder, es bestehe gar keine Gefahr, sodass Menschen sich womöglich nicht ausreichend schützen. Oder sie übertreiben die Gefahr maßlos und tragen so zur allgemeinen Panik bei.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-49407</guid><pubDate>Wed, 26 Feb 2020 10:59:54 +0100</pubDate><title>Klassische Archäologie vergibt zum zweiten Mal Ernst von Sieglin-Forschungspreis</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=49407&amp;cHash=900a502f3028f69ee4780194a6fae60a</link><description>Nachwuchswissenschaftler der Universität Tübingen ausgezeichnet: Arbeit über Alexander den Großen und seine Bildnisse</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Institut für Klassische Archäologie hat den diesjährigen Ernst von Sieglin-Preis an den Nachwuchswissenschaftler Martin Kovacs vergeben. Er wird für seine Habilitationsschrift „Vom Herrscher zum Heros. Die Bildnisse Alexanders des Großen und die Imitatio Alexandri“ ausgezeichnet. Der Forschungspreis ist mit 5.000 Euro dotiert und wurde zum zweiten Mal vergeben.&nbsp;</p><p>Dr. Martin Kovacs studierte in Göttingen und Köln Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Christliche Archäologie sowie die Archäologie der Römischen Provinzen. Er wurde an der Universität Göttingen promoviert und war danach an den Universitäten Freiburg, Würzburg und Saarbrücken tätig. Seit 2017 forscht er an der Universität Tübingen im Sonderforschungsbereich „Andere Ästhetik“. Dort untersucht er, wie ästhetische Praktiken in der Antike (7.-4. Jahrhundert v.Ch.) in der sozialen und politischen Kommunikation eingesetzt wurden, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen.</p><p>In seiner an der Universität Freiburg verfassten Habilitation hatte er archäologisch und kulturgeschichtlich die Darstellungen von Alexander dem Großen analysiert. Wie präsentierte dieser sich visuell und wie wurde er von späteren Herrschern und Eliten abgebildet? Ob als mythologische Figur, göttlicher Übermensch oder energischer und potenziell nahbarer Feldherr: In seiner methodisch innovativen Arbeit erarbeite Kovacs die unterschiedlichen Konzeptualisierungen und setze sie wieder in einen historischen und kulturgeschichtlichen Kontext, so die Jury. Dies stelle die erste umfassende Untersuchung aller Bildnisse Alexander des Großen dar sowie eine breite Grundlage für künftige weitere Forschung.</p><p>Der Forschungspreis war 2018 von Gunter und Kerstin Sieglin ausgelobt worden, den Enkeln des Stuttgarter Unternehmers und Kunstmäzens Ernst von Sieglin. Er fördert herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler der Klassischen Archäologie. Die Preisträger werden von den Herausgebern der wissenschaftlichen Reihe „Tübinger Archäologische Forschungen“ und der Familie Sieglin gemeinsam ausgewählt.&nbsp;</p><p><a href="/pt/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/altertums-und-kunstwissenschaften/institut-fuer-klassische-archaeologie/ernst-von-sieglin-preis/" class="internal-link" title="Informationen zum Ernst von Sieglin-Forschungspreis">Informationen zum Ernst von Sieglin-Forschungspreis</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-48843</guid><pubDate>Fri, 31 Jan 2020 10:49:31 +0100</pubDate><title>Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie geht an italienische Forscherin</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=48843&amp;cHash=ece2f9956cb803c06b5718fe22130b58</link><description>Flavia Venditti zeigt, wie Menschen schon vor 400.000 Jahren Werkzeuge recycelten </description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie geht in diesem Jahr an Dr. Flavia Venditti von der Sapienza Universität in Rom. Die Italienerin wird für ihre Dissertation „The recycling phenomenon during the Lower Palaeolithic: the case study of Qesem Cave (Israel)“ ausgezeichnet. Darin untersucht sie die gezielte Herstellung kleiner Schneidgeräte aus unbrauchbar gewordenen größeren Geräten und deren vielfältige Verwendung vor 400.000 Jahren.&nbsp;</p><p>Flavia Venditti hat an der Sapienza Universität in Rom Archäologie studiert und spezialisierte sich danach mit einem Master Course auf das Thema „Kulturerbe“. Dort schloss sie ihre Promotion mit Auszeichnung ab. Sie arbeitet heute an der Universität von Tel Aviv in Israel mit Professor Ran Barkai an der Fortsetzung des Themas ihrer Doktorarbeit an Werkzeugen der noch älteren Freilandfundstelle Revadim.</p><p>Recycling, also die Wiederverwertung von Abfall, ist keineswegs eine Erfindung des Industriezeitalters. Sowohl archäologische als auch historische Aufzeichnungen zeigen, dass es bereits in frühen Gesellschaften und Jäger- und Sammlerpopulationen gängige Praxis war. In den altpaläolithischen Schichten der Qesem-Höhle in Israel kann gezieltes Recycling bereits für den Zeitraum 420.000 bis 200.000 Jahre vor heute durchgehend nachgewiesen werden: Steingeräte, die in ihrer ursprünglichen Funktion nicht mehr nutzbar waren, wurden nicht weggeworfen, sondern dienten als Rohmaterial für die Fertigung kleiner, sehr scharfer Werkzeuge.&nbsp;</p><p>Archäologen betrachteten diese in ihrer Form nicht besonders markanten Stücke lange Zeit als Notlösungen ‒ geschuldet einem Mangel an geeignetem Rohmaterial zur Herstellung ausgefeilter Werkzeuge. Die Arbeit von Flavia Venditti zeigt nun, dass die kleinen Abschläge ein gängiger und bedeutender Bestandteil des altsteinzeitlichen Werkzeugkastens in manchen Fundstellen waren.&nbsp;</p><p>Unterschiedliche Gebrauchsspuren weisen auf die Verwendung der Recyclingprodukte hin. Für die Qesem-Höhle konnte die Preisträgerin die Bearbeitung vor allem von Fleisch, Häuten und Knochen beim Zerlegen von Tieren, aber auch von pflanzlichen Materialien wie Knollen belegen. Durch die besonders günstigen Erhaltungsbedingungen der Höhle blieben zudem Rückstände der bearbeiteten Materialien konserviert. Mithilfe mikroskopischer und chemischer Analysen, die im „Laboratory of Technological and Functional Analyses of Prehistoric Artefacts“ unter Leitung von Professorin Cristina Lemorini (Sapienza Universität Rom) durchgeführt wurden, konnten Überreste von Knochen, fleischlichem Gewebe und Fett nachgewiesen werden. In Experimenten eigneten sich die kleinen scharfen Geräte besonders zum Enthäuten von Jagdbeute und zum Zerschneiden der gesäuberten Häute. Die Untersuchung der Verteilung der unscheinbaren Artefakte in der Fundstelle weist auf eine deutliche räumliche Gliederung der Aktivitäten in unterschiedliche Bereiche der Höhle hin.&nbsp;</p><p>„Flavia Venditti hat mit ihrem breiten Repertoire von Untersuchungsansätzen deutlich gemacht, wie viel bewusstes Handeln schon unseren Vorfahren vor 400.000 Jahren zu eigen war“, sagt die Archäologin PD Dr. Miriam Noël Haidle, Laudatorin und wissenschaftliche Koordinatorin der Forschungsstelle „The Role of Culture in Early Expansions of Humans“ der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. „Ihre Arbeit ist richtungweisend für ein besseres Verständnis einer zielgerichteten Ressourcennutzung in der Altsteinzeit, und es wird spannend, wie tief in der Vergangenheit sich Ähnliches mit ihren Methoden nachweisen lassen wird.“</p><p>Der mit 5000 Euro dotierte Förderpreis für Urgeschichte und Quartärökologie ist von der Mineralwassermarke EiszeitQuell gestiftet und wird in diesem Jahr zum 22. Mal verliehen.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-48582</guid><pubDate>Fri, 24 Jan 2020 11:16:05 +0100</pubDate><title>Siehst du, was ich sehe? Neu entdeckte Nervenzellen verarbeiten gezielt Blickbeobachtungen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=48582&amp;cHash=3c9b7481cfe9916ee5a32158258ec7c8</link><description>Lenkung der gemeinsamen Aufmerksamkeit ist Grundlage sozialer Interaktion – Fähigkeit ist bei Autismus gestört</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ich sehe das, was du siehst: Die Fähigkeit, die Blickrichtung von anderen zu verfolgen und ein gemeinsames Ziel der Aufmerksamkeit zu entwickeln ist eine wichtige Grundlage, um mit Mitmenschen zu interagieren. Bei Personen mit Autismus ist diese Leistung gestört. Neurowissenschaftler vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und der Universität Tübingen berichten nun, dass im Gehirn ein bestimmter Bereich für diese Aufgabe zuständig ist. Nervenzellen im sogenannten „Blickfolge-Areal“ helfen uns, den Aufmerksamkeitsfokus anderer zu entschlüsseln, so das Forscherteam. Das Areal befindet sich im hinteren Schläfenlappen, der damit eine Schlüsselrolle einnimmt, um soziale Interaktionen zu kontrollieren. Die Studie ist in der Fachzeitschrift <em>PNAS</em> erschienen.</p><p>In ihrer Studie arbeiteten die Wissenschaftler mit Rhesusaffen. Wie wir Menschen verfolgen die Tiere den Blick anderer, um ihre Aufmerksamkeit auf gemeinsame Ziele auszurichten. In ihren Experimenten zeigten die Forscher den Affen Gesichter von Artgenossen auf einem Computermonitor, die in Richtung bestimmter Objekte schauten. Die Versuchsaffen hatten die Aufgabe, ihren Blick auf das Objekt auszurichten, auf das ihr digitales Gegenüber gerade schaute.</p><p>„Sobald die Affen die Aufgabe mit hoher Sicherheit bewältigten, analysierten wir die Aktivität ihrer Nervenzellen im hinteren Schläfenlappen mit Mikroelektroden“, erklärt Erstautor Dr. Hamid Ramezanpour. „Dieses Hirnareal war aufgrund vorheriger kernspintomographischer Studien unserer Arbeitsgruppe ein heißer Kandidat für die Kontrolle von Blickbeobachtungen.“ Eine richtige Vermutung, wie sich herausstellte: ein großer Teil der Nervenzellen im Blickfolgeareal feuerte immer dann, wenn die Tiere ihren Blick auf das Objekt ausrichteten, auf das auch der andere gerade blickte. „Daraus können wir schließen, dass das getestete Hirnareal eine wichtige Rolle bei der Etablierung gemeinsamer Aufmerksamkeit übernimmt,“ sagt Studienleiter Prof. Dr. Hans-Peter Thier.</p><p>Die Blickrichtung von anderen löst beim Beobachter eine reflektorische Blickfolgebewegung aus. Wie die Forscher berichten, waren die Tiere jedoch in der Lage, diese Bewegung zu kontrollieren und ihr Verhalten auf unterschiedliche Situationen abzustimmen. „Es ist zum Beispiel höchst unangebracht, dem Blick eines anderen zu folgen, wenn plötzlich etwas Gefährliches auf der Szene auftaucht, das unsere volle Aufmerksamkeit erfordert“, erläutert Thier. „Hier hat die Natur vorgesorgt und ermöglicht unserem Gehirn, die Folgen einer Handlung zu beurteilen und die Initiierung der Blickbeobachtung entsprechend anzupassen.“ Dabei spielen ebenfalls die Nervenzellen im „Blickfolge-Areal“ eine Rolle, so die Erkenntnis des Forscherteams.</p><p>Die Studie der Tübinger Wissenschaftler gibt Aufschluss darüber, wie unser Gehirn soziale Aufmerksamkeit und Interaktionen kontrolliert. In einer Reihe von Untersuchungen an menschlichen Versuchspersonen war es der Arbeitsgruppe bereits gelungen, eine dem „Blickfolge-Areal“ von Rhesusaffen entsprechende Struktur im menschlichen Gehirn zu kartieren. „Die Analyse auf Ebene einzelner Nervenzellen beim Rhesusaffen verbessert unser Verständnis der Informationsverarbeitung in diesem Areal. Das wiederum wird Licht auf die Störungen werfen, die Ursache der Blickfolgestörung beim Autismus sind“, so Thier.</p><h3>Originalpublikation:</h3><p>Ramezanpour, H. und Thier, P. (2020): Decoding of the other´s focus of attention by a temporal cortex module, <em>PNAS</em>, Online-Veröffentlichung.&nbsp;<br><a href="https://doi.org/10.1073/pnas.1911269117" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1073/pnas.1911269117</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-48450</guid><pubDate>Wed, 22 Jan 2020 10:23:10 +0100</pubDate><title>Kleine Fische orten Fressfeinde durch Licht</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=48450&amp;cHash=ca18ee44a02e5d67a5adfc524eb74dde</link><description>Meeresbewohner lenkt Sonnenlicht um ‒ Augenreflexion warnt vor lauernden Raubfischen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Kleine Fische nutzen „aktive Lichtortung“, um potenzielle Räuber frühzeitig zu entdecken. So kann der „gelbe Spitzkopf-Schleimfisch“ (<em>Tripterygion delaisi</em>) mit seiner Iris seitlich Sonnenlicht reflektieren und damit seine unmittelbare Umgebung ausleuchten. Dass er dies auch dazu nutzt, seinen Fressfeind, den „Drachenkopf“ (<em>Scorpaena porcus</em>), zu lokalisieren, konnten Professor Nico Michiels vom Institut für Evolution und Ökologie der Universität Tübingen und sein Team nun erstmals in Experimenten nachweisen. Denn trifft das umgelenkte Licht auf die Augen eines Drachenkopfs, wird es zurückreflektiert ‒ und warnt so die Fische, Abstand zu halten. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin <em>Proceedings of the Royal Society B</em> veröffentlicht.</p><p>Manche Tierarten senden aktiv Signale aus und können aus den Reflexionen naher Objekte ihre Umgebung oder Beutetiere ausmachen. So verwenden beispielsweise Fledermäuse Ultraschall-Laute, um sich per Echoortung zu orientieren. Lichtortung, also das Aussenden von Licht um sichtbare Reflexionen auszulösen, war bislang nur von in der Tiefsee lebenden Laternenfischen bekannt. Diese nutzen chemisch erzeugtes Licht, um in der Dunkelheit besser sehen zu können.</p><p>Die Lichtortung tagaktiver Fische wie des Spitzkopf-Schleimfisches ist hingegen kaum erforscht. Der vier Zentimeter lange Fisch lebt in zehn Metern Tiefe im Atlantik und Mittelmeer. Durch Kippen und Drehen seines Auges ist er in der Lage, das einfallende Sonnenlicht mit der Iris umzulenken. Die Tübinger Biologen konnten bereits zeigen, dass er auf diese Weise „Augenblitze“ aussendet, um seine Beute, Kleinkrebse, zu finden.&nbsp;</p><p>Dass er so auch Fressfeinde wie den Drachenkopf ortet, zeigt nun die aktuelle Studie. Der gut getarnte Raubfisch wartet reglos am Boden auf seine Beute. Trifft das umgelenkte Licht auf seine retroflektierenden Augen, erzeugt dies ein Augenleuchten: Wie reflektierende Katzenaugen warnt es den Spitzkopf-Schleimfisch vor der Gefahr. In Experimenten in Korsika, im Labor und auf dem Meeresboden, hinderten die Tübinger Biologen die Fische mit kleinen, schattierenden Hütchen daran, Sonnenlicht seitlich umzulenken. Dies hatte zur Folge, dass die Fische einem (hinter Glas präsentierten) Drachenkopf wesentlich näher kamen als ihre Artgenossen aus der Kontrollgruppe. Wurde stattdessen ein Stein als visuelles Objekt präsentiert, näherten sich alle Fische gleich stark an, ob mit oder ohne Hütchen.</p><p>„Das umgelenkte Licht ist zwar schwach“, sagt Professor Nico Michiels. „Visuelle Modellierungen im Computer zeigen aber, dass es in den Augen der Drachenköpfe eine Reflexion erzeugt, die ausreichend stark ist, um vom Spitzkopf-Schleimfisch wahrgenommen zu werden.“ Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Fische diese Änderung der Pupillenhelligkeit über Entfernungen von sieben Zentimetern und mehr erkennen können. Dies reicht aus, um einen bis dahin unentdeckten Drachenkopf rechtzeitig zu umgehen. „Wir vermuten, dass diese Form der aktiven Wahrnehmung bei kleinen Fischen weit verbreitet ist“, so Michiels.</p><h3>Publikation:</h3><p>Matteo Santon, Pierre-Paul Bitton, Jasha Dehm, Roland Fritsch, Ulrike K. Harant, Nils Anthes und Nico K. Michiels. Redirection of ambient light improves predator detection in a diurnal fish. <em>Proceedings of the Royal Society B</em>, <a href="https://doi.org/10.1098/rspb.2019.2292" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1098/rspb.2019.2292</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Biologie-Willkommen-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-48336</guid><pubDate>Mon, 20 Jan 2020 10:35:16 +0100</pubDate><title>Erster Inklusionssporttag in Tübingen am Samstag, 1. Februar 2020</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=48336&amp;cHash=e8b7ec9e44d9f61da7dba22e7d6e62d1</link><description>Buntes Sportprogramm für Menschen mit und ohne Behinderung – Rollstuhlrugby mit Vertretern aus Stadt und Universität</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Hochschulsport der Universität Tübingen lädt <strong>am Samstag, 1. Februar 2020</strong>, zum ersten Inklusionssporttag ein. Unter dem Motto „Einfach Mit-Machen“ können Interessierte <strong>von 9.30 Uhr bis 17.00 Uhr </strong>auf dem Gelände des Instituts für Sportwissenschaft (Alberstr. 27 und Wilhelmstraße 124) erleben und ausprobieren, wie sich Inklusion im Sport umsetzen lässt: Unter anderem werden Sitzvolleyball, Rollstuhlrugby, Tanz, Klettern, Tauchen und Blindenfußball angeboten. An den Informationsständen stellen sich im Foyer der Alberstraße die Partner des Hochschulsport Inklusionssporttages vor und beraten Interessierte, darunter der DAV Tübingen, die Lebenshilfe Tübingen und Sportvereine.&nbsp;</p><p><strong>Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht nötig. Programm unter <a href="https://www.hsp.uni-tuebingen.de/inklusionssporttag" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.hsp.uni-tuebingen.de/inklusionssporttag</a>&nbsp;</strong></p><h3>Weitere Programmpunkte:</h3><p>Von 10:15 bis 11:30 Uhr nehmen in der Alberstraße Vertreter der Stadt und der Universität aktiv am Rollstuhlrugby teil:</p><ul><li>Prof. Dr. Karin Amos, Prorektorin der Universität Tübingen &nbsp; &nbsp; &nbsp;</li><li>Dr. Daniela Harsch, Bürgermeisterin für Soziales, Ordnung und Kultur der Universitätsstadt Tübingen</li><li>Prof. Dr. Ansgar Thiel, Direktor des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Tübingen</li><li>Uwe Seid, Beauftragter für Senioren und Inklusion, der Universitätsstadt Tübingen &nbsp;</li><li>Ingrid Arzberger, Leiterin des Hochschulsports der Universität Tübingen</li><li>Uta Schwarz-Österreicher, 1. Vorsitzende der Lebenshilfe Tübingen</li></ul><p>Um 13 Uhr hält Professor Ansgar Thiel, Direktor des Instituts für Sportwissenschaft (IfS) im IfS-Hörsaal den Vortrag „Sport als Motor für Inklusion“. Übungsleiter, Trainer und Interessierte sind hierzu herzlich eingeladen.&nbsp;</p><h3>Zehn Jahre Erklärung von Barcelona</h3><p>Bisher treiben im Hochschulsport nur sehr wenige Menschen mit sichtbaren und wahrnehmbaren Behinderungen Sport. Dies sind Menschen mit geistiger Behinderung im Kraft- und Fitnessraum, Frauen mit Brustkrebs, Lernbehinderte aufgrund von Hirnerkrankungen beim Freien Fußballspiel, Hörgeschädigte in den Aikido-Kursen, Studierende mit Behinderungen im Muskel- und Skelettapparat beim Freien Schwimmen. Der Hochschulsport möchte solche Angebote weiter ausbauen und etablieren.</p><p>Der bisher einmalige Inklusionssporttag findet in Kooperation mit der Universitätsstadt Tübingen und dem Rollstuhlsport- und Kulturverein RSKV Tübingen statt und wurde ein Jahr lang vom „Lenkungskreis Inklusion“ der Stadt Tübingen vorbereitet. Er soll für das gesellschaftlich wichtige Thema Inklusion sensibilisieren und konkrete Möglichkeiten aufzeigen, Menschen mit und ohne Behinderung zusammenzubringen. Zudem setzt er ein Zeichen für die Weiterentwicklung des Inklusionssports und ist in die Tübinger Veranstaltungsreihe 2020 zum Jubiläum „10 Jahre Erklärung von Barcelona“ eingebettet. In dieser verpflichtete die Stadt Tübingen sich 2010, Menschen mit Behinderung zu integrieren und die Entwicklung zu einer Barrierefreien Stadt voranzutreiben. (<a href="https://www.tuebingen.de/10-jahre-barcelona" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.tuebingen.de/10-jahre-barcelona</a>)</p><h3>Die Partner des Inklusionssporttages:</h3><p>DAV Tübingen; Fachabteilung Jugendarbeit der Universitätsstadt Tübingen; Habila GmbH; Jump4Fit; Karate Dojo; Lebenshilfe Tübingen; Orthopädie Brillinger GmbH &amp; Co. KG; Rollstuhlsport- und Kulturverein (RSKV) Tübingen; Abteilung Tanz Cheerleading The blue Poisons; Schützenverein Derendingen; Volleyball-Landesverband Württemberg e.V.; Württembergischer Behinderten- und Rehabilitationssportverband e.V.; Württembergischer Landessportbund e.V.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-48300</guid><pubDate>Fri, 17 Jan 2020 10:37:27 +0100</pubDate><title>Neues Auswahlverfahren für Psychologie in Baden-Württemberg </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=48300&amp;cHash=8341510a9a76b9b1c75396daa901f401</link><description>Bewerber können Chancen auf Studienplatz durch einen Eignungstest erhöhen – Anmeldung bis zum 14. Februar auf zentraler Plattform</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universitäten Tübingen, Freiburg, Heidelberg, Mannheim und Ulm führen ab dem Wintersemester 2020/2021 ein neues Auswahlverfahren für den Bachelorstudiengang Psychologie ein. Das Verfahren besteht nun aus einem verpflichtendem Online Self-Assessment und einem freiwilligen Studieneignungstest, der zentral an den Standorten durchgeführt wird. Dieser zählt neben der Abiturnote und kann künftig die Chance auf einen Studienplatz erhöhen. Für den Test ist eine Anmeldung bis 14. Februar 2020 auf der zentralen Anmeldeplattform erforderlich.</p><p>Jedes Jahr ist die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber auf einen Studienplatz im Fach Psychologie weitaus höher als die Anzahl an Studienplätzen. Entsprechend hoch ist der Numerus Clausus für Psychologie. Bisher hatten Interessierte mit weniger guten Abiturnoten so fast keine Chance auf einen der begehrten Studienplätze. Das Bundesverfassungsgericht erklärte eine Auswahl nur anhand der Abiturnote im Dezember 2017 für verfassungswidrig und forderte weitere Auswahlkriterien für Bewerber. Deshalb werden die Grundlagen der Studierendenauswahl auch für den Bachelorstudiengang Psychologie auf neue Beine gestellt.&nbsp;</p><p>Es gilt folgender Zeitplan, alle Informationen sind auch auf der zentralen Website <a href="http://www.stav-psych.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.stav-psych.de</a> zu finden:</p><ul><li>7. Januar bis 14. Februar 2020, 18.30 Uhr: Anmeldung für das Bewerbungsverfahren unter<br><a href="https://cip.dmed.uni-heidelberg.de/stavp-info/stav-psych-koordination-und-organisation/stav-psych-anmeldeportal/ " target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://cip.dmed.uni-heidelberg.de/stavp-info/stav-psych-koordination-und-organisation/stav-psych-anmeldeportal/</a><br> 	&nbsp;</li><li>Bis 21. Februar Überweisung der Teilnahmegebühr für den Studieneignungstext STAV-Psych<br> 	&nbsp;</li><li>16. Mai 2020 Studieneignungstest STAV-Psych an den jeweils teilnehmenden Universitäten. Der Eignungstest besteht aus den Bereichen schlussfolgerndes Denken (verbal, numerisch und figural), Mathematik, Biologie, Englischverständnis und Psychologieverständnis.<br> 	&nbsp;</li><li>Das Online-Assessment OSA-Psych ist verpflichtend und kann bis zum Bewerbungsschluss am 15. Juli 2020 online bearbeitet werden.&nbsp;</li></ul><p>Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Psychologie zum Thema: <a href="https://www.dgps.de/uploads/media/DGPs-Pressemitteilung_20200108.pdf" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.dgps.de/uploads/media/DGPs-Pressemitteilung_20200108.pdf</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-47919</guid><pubDate>Wed, 08 Jan 2020 13:40:40 +0100</pubDate><title>Fossiler Krokodilverwandter entdeckt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=47919&amp;cHash=055ba7ce8b21769d52668241c9f1f45a</link><description>Funde aus Vietnam bestätigen neuen Abstammungszweig der Alligatoren</description><content:encoded><![CDATA[<p>Tübinger Senckenberg-Wissenschaftler haben eine neue fossile Gruppe innerhalb der Krokodilverwandten entdeckt. Anhand von knapp 30 Fossilfunden aus der eozänen Fundstelle Na Duong in Vietnam konnten die Forschenden den neuen Abstammungszweig beschreiben. Die zwischen 39 und 35 Millionen Jahre alten Fossilien geben zudem Auskunft über die Verbreitung der damaligen Krokodilverwandtschaft. Die Studie erschien kürzlich im Fachjournal „PeerJ “.</p><p>Die bis zu sechs Meter langen Mississippi-Alligatoren und die südamerikanischen Kaimane gelten als typische heutige Vertreter der Gruppe der Alligatoroidea – einer Überfamilie innerhalb der Krokodile. Diese Krokodilverwandten haben ihren Ursprung in der späten Kreidezeit und breiteten sich von Nordamerika nach Europa, Asien und Südamerika aus.&nbsp;„Die genauen Verwandtschaftsverhältnisse der Alligatoroidea untereinander sind aber bislang nicht eindeutig geklärt“, erklärt Tobias Massonne vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen und fährt fort: „Wir konnten nun eine neue fossile Gruppe der Alligatoroidea bestimmen und damit dem ‚Familienpuzzle’ ein weiteres Teil hinzufügen.“</p><p>Insgesamt 29 gut erhaltene Schädelfossilien grub das Team unter der Leitung von Prof. Dr. Madelaine Böhme während Grabungskampagnen in den Jahren 2009 und 2012 im „asiatischen Messel“ aus, einer fossilienreichen Fundstelle im nördlichen Vietnam. „Die Kombination verschiedener morphologischer Merkmale, wie beispielsweise ein vergrößerter fünfter Zahn im Oberkiefer der Tiere oder Knochenwülste entlang des Nasenbeins, lässt uns darauf schließen, dass die Fossilien zu einer bislang unbekannten Gruppe aus der Zeit des Eozäns vor 39 bis 35 Millionen Jahren gehören“, so Massonne.</p><p>Die neuentdeckte Gruppe Orientalosuchina gelangte laut der Studie bereits in der späten Kreidezeit nach Asien und breitete sich dort aus. „Wir gehen daher von mindestens zwei getrennten Ausbreitungsereignissen der Reptilien von Nordamerika nach Asien aus. Die bereits bekannte und noch heute lebende Linie <em>Alligator&nbsp;sinensis</em> kam erst später, während des Känozoikums (vermutlich vor etwa 20 Millionen Jahren), auf den asiatischen Kontinent“, resümiert Massonne.</p><h3>Publikation:</h3><p>Massonne T, Vasilyan D, Rabi M, Böhme M. 2019. A new alligatoroid from the Eocene of Vietnam highlights an&nbsp;extinct Asian clade independent from extant Alligator sinensis. PeerJ 7:e7562 DOI 10.7717/peerj.7562</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-47811</guid><pubDate>Thu, 02 Jan 2020 09:37:36 +0100</pubDate><title>Neu entdeckte Moleküle sind für Fibrosen verantwortlich</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=47811&amp;cHash=9285e1aa69031c4881361b558a4d0883</link><description>Forschungsteam unter Tübinger Leitung identifiziert Molekülgruppe, die Gewebeverhärtungen steuert – Möglicher Ansatz zu Behandlung von Leberkrebs</description><content:encoded><![CDATA[<p>Molekularbiologen haben RNA-Moleküle identifiziert, die für die Entstehung von Fibrosen verantwortlich sind: Krankhafte Verhärtungen im Gewebe von Organen, die deren Funktion beeinträchtigen und unter anderem bei Patienten mit Leberzirrhose und Krebs auftreten. Die Erkenntnisse könnten neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnen. Professor Alfred Nordheim vom Interfakultären Institut für Zellbiologie der Universität Tübingen hatte die Studie gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Heidelberg, Dortmund, Braunschweig und Aachen durchgeführt. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Wissenschaftsjournal <em>Proceedings of the National Academy of Sciences</em> (PNAS) publiziert.</p><p>Fibrosen entstehen durch Erkrankungen, aber auch im Alterungsprozess oder durch eine ungesunde Lebensweise. Dabei lagern sich in den Zellen des Organgewebes Proteine, vor allem Kollagene ab, die zu einer Verhärtung des Gewebes und bis zum Organversagen führen können. Dies kann Lunge, Herz, Niere oder Leber betreffen. Bei Krebspatienten geht der Bildung von Tumoren oft eine Fibrose am betroffenen Organ voraus, besonders bei Leberkarzinomen wie dem hepatozellulären Karzinom (HCC), einer meist tödlich verlaufenden Krebserkrankung.</p><p>Alfred Nordheim und sein Team hatten die Entstehung und das Fortschreiten von Leberkrebs an Mäusen untersucht und dabei die beteiligte RNA-Molekülgruppe entdeckt. Diese sogenannten microRNA-Moleküle unterbinden die Bildung von Kollagenen und anderen Proteinen, die mit Fibrose in Zusammenhang gebracht werden. Unter normalen Umständen verhindern sie die Bildung von Fibrosen in der Leber. Im Verlauf der Krebsbildung werden sie jedoch „ausgeschaltet“. So setzt die Fibrosebildung ein und fördert dadurch beispielsweise das Fortschreiten des Leberkarzinoms. Zusätzlich wertete das Team bereits vorhandene Datenbanken aus und stellte fest, dass die Bildung der fraglichen RNA-Moleküle auch bei Brust- und Lungenkrebs beim Menschen unterdrückt ist. &nbsp;</p><p>Wie die Tübinger Doktorandinnen Ivana Winkler und Catrin Bitter in weiteren Forschungen feststellten, kooperieren die Moleküle dabei in einer Art Netzwerk unterschiedlicher microRNAs. Erst das Zusammenwirken verhindert die Bildung von Verhärtungen. Koordiniert wird dies von einem sogenannten Regulatorprotein namens „PPARγ“. An Mäusen überprüfen die Wissenschaftler derzeit, ob diese zentrale Steuerung durch PPARγ neue therapeutische Möglichkeiten eröffnet: Bei gezielter pharmakologischer Aktivierung könnte sich die Entstehung fibrotischen Gewebes bei Patienten reduzieren lassen, so die Hoffnung.&nbsp;</p><p>Das Projekt führte die Arbeitsgruppe Nordheim gemeinsam mit Kollegen aus der Tübinger Bioinformatik sowie vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, vom Dortmunder Leibniz-Institut für Arbeitsforschung, vom Braunschweiger Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung sowie vom Institut für Pathobiochemie am Universitätsklinikum Aachen durch. Die Arbeiten wurden unter anderem von der Deutschen Krebshilfe (Projekt 109886) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG; SFB/TR 209 (Projekt-ID 314905040), Teilprojekt B02) finanziert.</p><h3>Publikation:</h3><p>Winkler I, Bitter C, Winkler S, Weichenhan D, Thavamani A, Hengstler JG, Borkham-Kamphorst E, Kohlbacher O, Plass C, Geffers R, Weiskirchen R and A Nordheim. Identification of Pparγ-modulated miRNA hubs that target the fibrotic tumor microenvironment. <em>Proceedings of the National Academy of The Sciences of the United States of America </em>2019,&nbsp;<a href="https://www.pnas.org/content/early/2019/12/20/1909145117" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.pnas.org/content/early/2019/12/20/1909145117</a>.<span style="font-size:11pt"><span style="font-family:Calibri,sans-serif"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;"></span></span></span></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Biologie-Willkommen-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-47661</guid><pubDate>Wed, 18 Dec 2019 10:05:30 +0100</pubDate><title>Dekan der Medizinischen Fakultät wechselt nach Heidelberg</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=47661&amp;cHash=157144f41f492ae6352ef8966ad3cdcc</link><description>Professor Ingo Autenrieth leitet künftig Universitätsklinikum</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professor Dr. Ingo Autenrieth, Ärztlicher Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene, wird neuer Vorstandsvorsitzender und Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Heidelberg. Er war im Jahr 2000 als Professor für Medizinische Mikrobiologie an die Universität Tübingen berufen worden. Seit 2006 führt er als Dekan die Medizinische Fakultät Tübingen.</p><p>Die Universität Tübingen gratuliert Prof. Dr. Ingo Autenrieth &nbsp;zu seiner Ernennung zum Vorstandsvorsitzenden und Leitenden Ärztlichen Direktor des Universitätsklinikums Heidelberg. Rektor Prof. Dr. Bernd Engler bedankt sich für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit: „Ingo Autenrieth hat mich als Dekan der Medizinischen Fakultät über meine gesamte Amtszeit begleitet. Seine vorzügliche Arbeit eröffnete der Fakultät hervorragende Entwicklungsmöglichkeiten und brachte eine erfolgreiche Profilbildung auf den Weg. Dies hat zu einem Höchststand an Verbund-Forschungsprojekten geführt und maßgeblich zu den Erfolgen in der Exzellenzstrategie beigetragen. In seiner neuen Position am Universitätsklinikum Heidelberg wird er gewiss ebenfalls bedeutsame Akzente setzen. Er ist für die neuen Aufgaben bestens qualifiziert und wird die Herausforderungen, die ihn dort erwarten, meistern. Die Universität Tübingen wünscht ihm dabei viel Erfolg und alles Gute.“<br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-47454</guid><pubDate>Fri, 13 Dec 2019 09:30:00 +0100</pubDate><title>Ursula von der Leyen hielt „Rede des Jahres 2019“</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=47454&amp;cHash=fa9e8b3518f415231cd474abb2959bee</link><description>„Europa einen und stärken“: Seminar für Rhetorik würdigt eindrucksvolles und glaubwürdiges Bekenntnis zu Europa</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen verleiht die Auszeichnung „Rede des Jahres“ 2019 an Ursula von der Leyen. Sie erhält die Auszeichnung für ihre Wahlrede vor dem Europäischen Parlament am 16. Juli 2019. Die Rede sei ein eindrucksvolles und glaubwürdiges Bekenntnis zu Europa, ein Beweis für die Integrationskraft der Idee „Europa“ und ein engagiertes Plädoyer für eine europäische Wertegemeinschaft, so die Jury in ihrer Begründung.&nbsp;</p><p>Ursula von der Leyen hatte nicht die besten Ausgangsbedingungen für ihre Bewerbung zur EU-Kommissionspräsidentin. Bis zur Abstimmung war offen, wie sich das Europäische Parlament entscheiden würde. In dieser krisenhaften Situation gelingt es von der Leyen jedoch in vorbildlicher Weise, Überzeugungsarbeit zu leisten, für ihr Programm zu argumentieren und für Europa zu werben.&nbsp;</p><p>In ihrer halbstündigen Rede kämpft sie für eine Erneuerung Europas und bezieht deutlich Position zu aktuellen Herausforderungen wie Klimawandel, Digitalisierung und Brexit. Pointiert deutet sie die Einigung Europas als ein „gewaltiges Werk“ und beschwört das Parlament, Europa zu einen und zu stärken. Unter Beifall erklärt sie den Klimaschutz zu einer zentralen Herausforderung und wirbt überzeugend für einen „Green Deal“. In der sorgsam durchkomponierten Rede spannt sie einen weiten Bogen von Sachthemen, um schließlich einen emotionalen Appell für Europa zu formulieren: „The world needs more Europe“.&nbsp;</p><p>Von der Leyen spricht engagiert und wohl artikuliert, sie zeigt mit einer akzentuierten Gestik und Körperhaltung, wie wichtig ihr Europa ist. Ihre in drei Sprachen gehaltene Rede (Französisch, Englisch, Deutsch) ist ein Muster für die Realität der politischen Rede in der vielsprachigen Europäischen Union und illustriert damit die kulturelle Vielfalt des Kontinents in souveräner Weise. In Zeiten von starker Polarisierung setzt von der Leyen auf die integrative Kraft Europas, wirbt für Einheit und Zusammenhalt. Ihr Einsatz für Europa wird dabei plausibel aus der eigenen Biographie abgeleitet: „Deshalb bin ich in Brüssel geboren und Europäerin gewesen, bevor ich später gelernt habe, dass ich Deutsche bin und Niedersächsin.“&nbsp;</p><p>In Straßburg etabliert sich von der Leyen als „leidenschaftliche Kämpferin“ für Europa, die eindrucksvoll für die Idee Europa streitet, Rechtstaatlichkeit und moralische Standards hochhält. Dabei macht es sich die Rednerin nicht leicht, weil sie Probleme und Schwierigkeiten in ihrer Rede eben nicht ausspart. Ein Zitat ihres Vaters weist dabei den Weg: „Europa ist wie eine lange Ehe. Die Liebe wird nicht größer als am ersten Tag, aber sie wird tiefer.“ Am Ende steht der emotionale Ausruf „Es lebe Europa!“, ein Appell, der aus tiefstem Herzen zu strömen scheint. Damit war ihr nicht nur der Applaus der Abgeordneten sicher, sondern auch die Mehrheit der Stimmen (383 von 747).&nbsp;</p><p>Jury: Jutta Beck, Nico Bosler, Dr. Simon Drescher, Dr. Gregor Kalivoda, Rebecca Kiderlen, Prof. Dr. Joachim Knape, Sebastian König, Prof. Dr. Olaf Kramer, Michael Pelzer, Clara Rohloff, Viktorija Romascenko, Pia Rox, Frank Schuhmacher, Prof. Dr. Dietmar Till, Dr. Thomas Zinsmaier, Peter Weit</p><p>Text der Rede: <a href="https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/SPEECH_19_4230" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/SPEECH_19_4230</a>&nbsp;</p><p>Video der Rede: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=dR3k4fTmX5Y" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.youtube.com/watch?v=dR3k4fTmX5Y</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-47061</guid><pubDate>Mon, 02 Dec 2019 09:07:40 +0100</pubDate><title>Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz zeichnete Sieger aus</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=47061&amp;cHash=5bf9fe3cfbc94db8e6f051de48820802</link><description>Schülerteams entwickelten Algorithmen zur Identifizierung von Malaria-infizierten Zellen, zur Lokalisierung von Proteinen und zur Voraussage von Zugverspätungen – „KI-Schule des Jahres“ aus dem Saarland</description><content:encoded><![CDATA[<p>Mit der feierlichen Preisverleihung ist der Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz 2019 zu Ende gegangen. Vier Schülerteams aus Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen wurden von der Jury prämiert. Die Auszeichnung „KI-Schule des Jahres“ erhielt das Saarpfalz-Gymnasium in Homburg/Saar. Insgesamt waren mehr als 2.500 Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 bis 19 Jahren dem Aufruf des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme und der Universität Tübingen gefolgt. Beide Einrichtungen sind Teil des Cyber Valley Projekts zur Erforschung von Künstlicher Intelligenz.&nbsp;</p><p>„Mit dem Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz bringt das Cyber Valley die Methoden der KI mitten in die Gesellschaft“, sagte die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer bei der Preisverleihung am Samstag in Tübingen: „Es freut mich außerordentlich, dass der Wettbewerb gleich im ersten Jahr bei der Jugend auf so großes Interesse gestoßen ist. Er bringt Jugendliche und junge Erwachsene schon früh in Kontakt mit Künstlicher Intelligenz – und zwar nicht nur als passive Konsumenten, sondern als aktive Gestalter.“</p><p>In der Altersklasse 14 bis 15 Jahre siegte Luca Abele vom Ulrichsgymnasium im ostfriesischen Norden mit einem Projekt zur Identifizierung von Malaria-Erregern im menschlichen Körper. Er hat einen Algorithmus programmiert, der infizierte Zellen von nicht-infizierten Zellen unterscheiden kann. Der Einsatz Künstlicher Intelligenz auf diesem Gebiet könnte künftig medizinische Diagnosemethoden unterstützen.&nbsp;</p><p>In der Altersklasse 16 bis 19 Jahre gab es mit CellTorch aus Göttingen und Underscore aus Tübingen gleich zwei Siegerteams. Adrian Dobbelstein und Christian Helms vom Max-Planck-Gymnasium beziehungsweise vom Hainberg-Gymnasium in Göttingen entwickelten im Projekt CellTorch einen Algorithmus, der die genaue Position von Proteinen in fluoreszenz-gefärbten Mikroskop-Aufnahmen von Zellen bestimmen kann. Eine effiziente Lokalisierung der Proteine könnte Hinweise auf biologische Mechanismen geben, die unter anderem für die gezielte Entwicklung und den Einsatz von Medikamenten wichtig sind.</p><p>Im Projekt Underscore befassten sich Theo Döllmann und Marius de Kuthy Meurers vom Tübinger Kepler-Gymnasium mit der Voraussage von Zugverspätungen. Die Schüler sammelten einen gewaltigen Datensatz über den tatsächlichen Verlauf von Bahnreisen. Basierend auf diesen Daten sowie Informationen über Wetter, Ferienzeiten und vielem mehr trifft die Künstliche Intelligenz eine Voraussage, ob eine Bahnverbindung Verspätung haben wird. Bahnfahrer können ihre geplante Zugverbindung in eine eigens programmierte Webseite eingeben und sich errechnen lassen, wie wahrscheinlich eine Verspätung ist.&nbsp;</p><p>Alle Finalisten erhielten einen kleinen leistungsstarken Computer für KI Anwendungen von NVIDIA (JetsonNano). Die Preisträger können zudem ein Jahr lang das Journal Technology Review kostenlos beziehen.&nbsp;</p><p>Der Publikumspreis schließlich ging an das Team RISCkant vom Hardenberg-Gymnasium im fränkischen Fürth. Samuel Arpert, Sebastian Fritsch, Simon Klier, Christian Künzle und Jan-Niklas Weghorn präsentierten einen Chip, der mithilfe von KI schneller und zugleich energieeffizienter arbeitet. Als Preis erhielt das Team ein Arduino-Starterset –&nbsp;ein kleiner PC für die Programmierung spezifischer Aufgaben.&nbsp;</p><p>Zudem wurde das Saarpfalz-Gymnasium aus Homburg mit dem Titel „KI Schule des Jahres“ ausgezeichnet. Mit fast 80 Teilnehmern in der ersten Runde des Wettbewerbes und der höchsten Punktzahl lag das Gymnasium vor allen anderen Mitbewerbern. Stellvertretend für die Schule nahmen Michael Bergau, Fachkoordinator Informatik am Saarpfalz-Gynasium, sowie die ehemaligen Schüler Benedikt Lothschütz und Nico Mansion die Auszeichnung entgegen. Die Schule erhielt als Preis zwei Drohnen, um zukünftig Luftaufnahmen mit KI in kreativen Projekten einzusetzen. &nbsp;&nbsp;</p><p>Am Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz 2019 hatten mehr als 2.500 Schülerinnen und Schüler teilgenommen: In einer ersten Runde lösten sie unterschiedliche Programmieraufgaben. In der zweiten Runde fanden sich Teams zusammen, die über einen Zeitraum von fünf Monaten eigene Projektideen umsetzten. Insgesamt 50 Projekte zu medizinischen, technischen und ökologischen KI-Lösungen wurden in der Final-Runde eingereicht, unter anderem in Form von Webseiten und Apps. Acht Finalisten-Teams stellten ihre Projekte bei der Abschlussveranstaltung in Tübingen live einer Jury aus Forschung, Wirtschaft und Medien vor.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46920</guid><pubDate>Thu, 28 Nov 2019 09:28:00 +0100</pubDate><title>Noten vor und nach Schulreformen: Vergleich von Äpfeln mit Birnen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=46920&amp;cHash=df7ebe8828ec996928f477e2f95a66ef</link><description>Oberstufenreformen können die Vergleichbarkeit von Noten erschweren, zeigt eine Studie der Universität Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Oberstufenreformen können die Vergleichbarkeit von Schulnoten vor und nach der Reform erschweren. Dies zeigen Wissenschaftler der Universität Tübingen, der Pädagogischen Hochschule St. Gallen und vom Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation in Frankfurt in einer Studie. Sie verglichen die Mathematik- und Englischnoten von Oberstufenschülerinnen und -schülern mit deren Leistungen, die anhand standardisierter Tests ermittelt wurden – vor und nach Oberstufenreformen in Baden-Württemberg und Thüringen. Die Ergebnisse zeigen: Ändert sich im Zuge einer Reform die leistungsbezogene Zusammensetzung von Kursen, beispielsweise durch die Einführung oder Abschaffung von obligatorischen Kernfächern, erhalten Schülerinnen und Schüler trotz gleicher Leistungen andere Noten als in den Kursen vor der Reform. Die Ergebnisse sind im <em>Journal of Educational Psychology</em> erschienen.</p><p>Oberstufenschülerinnen und -schüler können in diesem Schuljahr in den meisten Bundesländern wieder zwischen Grund- und Leistungskursen wählen. Müssen nur zwei Leistungskurse belegt werden, werden diese mindestens fünf Stunden pro Woche unterrichtet, stehen mehr als zwei Leistungskurse zur Auswahl, müssen sie mindestens vierstündig unterrichtet werden. Damit setzen die Länder einen Beschluss der Kultusministerkonferenz um, um die Abiturnoten in Deutschland vergleichbarer zu machen.&nbsp;</p><p>Für die Studie wurden die Oberstufennoten sowie die Leistungen in standardisierten Tests in Mathematik und Englisch von insgesamt rund 7.800 Schülerinnen und Schülern vor und nach den Oberstufenreformen in Baden-Württemberg (2002) und in Thüringen (2010) herangezogen. Vor den Reformen konnten diese zwischen Grund- und Leistungskursen wählen, die zwei bis vier bzw. fünf oder sechs Stunden pro Woche unterrichtet wurden. Nach den Reformen mussten in beiden Bundesländern Deutsch, Mathematik und eine Fremdsprache als Kernfächer mit jeweils vier Wochenstunden belegt werden. &nbsp;</p><p>Erwartungsgemäß schnitten Schülerinnen und Schüler mit besseren Noten auch in den Leistungstests besser ab. Allerdings zeigten sich bei Schülerinnen und Schülern, die in einem Kurs die gleichen Noten erhalten hatten, erstaunliche Leistungsunterschiede, je nachdem ob sie – wie vor der Reform – ein Fach als Grund- oder Leistungskurs oder – wie nach der Reform – ein Fach als Kernfach belegt hatten. So erreichten Schülerinnen und Schüler aus dem Grundkurs vor der Oberstufenreform weniger Punkte im Leistungstest als diejenigen im Kernfach nach der Oberstufenreform. Analog dazu waren Schülerinnen und Schüler, die vor der Reform den Leistungskurs besucht hatten, im Leistungstest besser als diejenigen aus dem Kernfach. Die Leistungsunterschiede bei gleicher Note fanden sich in Baden-Württemberg für Mathematik und Englisch und ließen sich auch für Mathematik und teilweise für Englisch in Thüringen nachweisen.</p><p>Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Reformen, die die leistungsbezogene Zusammensetzung von Schülerinnen und Schülern in Kursen der Sekundarstufe II verändern, auch die von Lehrkräften vergebenen Noten verändern können. Das liegt besonders daran, dass Lehrkräfte häufig die Leistungen innerhalb einer Klasse oder eines Kurses miteinander vergleichen. Sind diese eher hoch, wie in einem Leistungskurs, erhalten durchschnittliche Schülerinnen und Schüler schwerer eine gute Note als in einem leistungsschwächeren Kurs. Deshalb ist es nicht nur schwierig, die Noten zwischen Bundesländern mit unterschiedlichen Oberstufensystemen zu vergleichen, sondern auch die Noten innerhalb eines Bundeslandes, besonders vor und nach Oberstufenreformen.</p><p>Die erschwerte Vergleichbarkeit hat Folgen für die Selektionsfunktion von Oberstufennoten, besonders bei der Vergabe von Studienplätzen oder bei Bewerbungen um Ausbildungsplatz oder Job. Denn hier werden einzelne Fachnoten, beispielsweise in Mathematik, oft als zentrales Kriterium zur Beurteilung des Leistungspotenzials herangezogen. „Wie die Studie zeigt, haben Bewerberinnen und Bewerber mit einer identischen Note in Mathematik nicht unbedingt die gleichen Kenntnisse in Mathematik. Dass auch strukturelle Veränderungen im Schulsystem diesen Zusammenhang systematisch beeinflussen können, ist bisher weitgehend ignoriert worden“, sagt Dr. Nicolas Hübner, Erstautor der Studie. Diejenigen, die die Personalauswahl treffen, müssten sich dieser Problematik bewusst sein. „Da Reformen die Bedeutung von Noten verändern können, sollten derartige Reformeffekte zukünftig routinemäßig untersucht werden. Darüber hinaus sollten Möglichkeiten zur stärkeren Standardisierung von Benotungsprozessen diskutiert werden“, so Hübner.&nbsp;</p><h3>Originalpublikation:</h3><p>Hübner, N., Wagner, W., Hochweber, J., Neumann, M., &amp; Nagengast, B. (2019). Comparing apples and oranges: Curricular intensification reforms can change the meaning of students' grades! <em>Journal of Educational Psychology</em>. doi:&nbsp;<a href="http://10.1037/edu0000351" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">10.1037/edu0000351 </a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46557</guid><pubDate>Mon, 18 Nov 2019 10:33:52 +0100</pubDate><title>Sustainability Lecture am 27. November 2019: Ein Leben ohne Müll ist möglich</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=46557&amp;cHash=691ff8e9a18e1c4ec2e32e5b958a21e5</link><description>Universität Tübingen verleiht Nachhaltigkeitspreise –  Bloggerin Shia Su und ihr Mann Hanno sprechen über „Zero Waste“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Am 27. November 2019 verleiht die Universität Tübingen zum neunten Mal den Nachhaltigkeitspreis für herausragende Abschlussarbeiten. Kanzler Dr. Andreas Rothfuß zeichnet jeweils drei Bachelor- und drei Masterarbeiten aus, die sich mit Themen der Nachhaltigen Entwicklung beschäftigen. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden auf der Veranstaltung bekanntgegeben und stellen ihre Arbeiten kurz vor. Im Anschluss halten Shia und Hanno Su die „Sustainability Lecture“ zum Thema „Zero Waste – Ein Leben ohne Müll?“.</p><p><strong>Zur Preisverleihung am Mittwoch, 27. November 2019, um 18.00 Uhr im Festsaal der Alten Aula (Münzgasse 30) sowie zur nachfolgenden „Sustainability Lecture“ sind die interessierte Öffentlichkeit sowie Medienvertreterinnen und Medienvertreter herzlich eingeladen.&nbsp;</strong></p><p>Die Bloggerin Shia Su und ihr Mann Hanno Su leben seit 2014 nahezu müllfrei. Sie sind der Überzeugung, dass dieser Lebensstil nichts mit Verzicht zu tun hat, sondern das eigene Leben bereichert. Ihr gesamter Rest- und Plastikmüll eines Jahres passt in ein Einmachglas. „Das ist keine schwarze Magie“, sagt Shia Su. „Es gibt jede Menge überraschender Alternativen, die viele von uns einfach nicht kennen“, ergänzt Hanno Su. (Blog: <a href="https://wastelandrebel.com/de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://wastelandrebel.com/de/</a>)</p><p>Mit der Vergabe der Nachhaltigkeitspreise setzt die Universität Tübingen Anreize für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Nachhaltiger Entwicklung. Auch dieses Jahr gingen wieder zahlreiche Bewerbungen ein. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden von einer Jury aus Mitgliedern des Beirats für Nachhaltige Entwicklung ausgewählt. „In Zeiten von ‚Fridays for Future‘ können wir als Universität die junge Generation auf dem Weg der Transformation unterstützen, indem wir Kompetenzen vermitteln, die zu kritischer Reflexion ermuntern“, sagt Juryvorsitzender Professor Thomas Potthast. „Wir freuen uns sehr, dass sich viele unserer Studierenden in ihren Abschlussarbeiten mit Themen der Nachhaltigen Entwicklung auseinandersetzen.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46374</guid><pubDate>Wed, 13 Nov 2019 11:08:04 +0100</pubDate><title>Schadstoffkatastrophe an der Jagst liefert Erkenntnisse für die Wissenschaft</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=46374&amp;cHash=1f7195df237bacd75106975cc165cd51</link><description>Forscherinnen der Universität Tübingen untersuchen anhand des Unfalls von 2015 Folgen von hohen Stickstoffeinträgen in Gewässer</description><content:encoded><![CDATA[<p>Beim Brand einer Mühle im baden-württembergischen Lobenhausen gelangten im August 2015 größere Mengen mit Kunstdünger verunreinigten Löschwassers in die Jagst, einen Zufluss des Neckars. Dadurch verendeten Tausende von Fischen. Gleichzeitig bewirkte die in den Düngemitteln enthaltene Stickstoffverbindung Ammoniumnitrat eine massenhafte Vermehrung der Algen. Nun haben Dr. Julia Kleinteich und Professorin Christiane Zarfl vom Zentrum für Angewandte Geowissenschaften der Universität Tübingen eine Untersuchung zu den zeitlichen Abläufen dieser Algenblüte wie auch den Auswirkungen dieses Ereignisses auf die Kleinstlebewesen im Wasser abgeschlossen.</p><p>Sie arbeiteten mit Dr. Sabine Hilt vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin sowie Andreas Hoppe von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg zusammen. Ihre Ergebnisse machen deutlich, dass auch in einem ohnehin sehr nährstoffreichen Fluss wie der Jagst zusätzlicher Stickstoff eine Massenvermehrung von Algen bewirken kann. Die Untersuchung wurde in der Fachzeitschrift <em>Limnology and Oceanography</em> veröffentlicht.</p><p>Algenblüten in Meeren, Seen und Flüssen, die das Wasser in beeindruckenden Farbspielen rot, blau oder grün leuchten lassen können, stellen in mehrfacher Hinsicht eine Bedrohung dar: Teilweise produzieren die massenhaft auftretenden Arten von Algen oder Cyanobakterien Stoffe, die auf andere Lebewesen – auch den Menschen – giftig wirken. Außerdem wird dem Wasser bei der Zersetzung der immensen Biomasse aus der Algenblüte Sauerstoff entzogen, was Flora und Fauna der Gewässer zusätzlich schädigt.</p><h3>Klimaerwärmung macht Algenblüten wahrscheinlicher</h3><p>Die Häufigkeit von Algenblüten steigt mit höheren Wassertemperaturen und der höheren Verfügbarkeit von Nährstoffen. Bei diesen Faktoren spielen der Einfluss des Menschen und die Klimaerwärmung eine Rolle. Nach Einschätzung der Wissenschaftlerinnen könnte der pulsartige Eintrag großer Mengen von Nährstoffen in Gewässer künftig häufiger auftreten – auch ohne Unfall. „Extreme Wetterereignisse nehmen zu. So kann etwa ein Starkregen die Böden in kurzer Zeit auswaschen“, erklärt Julia Kleinteich. Wenn landwirtschaftlich genutzte Flächen mit Gülle aus intensiver Viehhaltung gedüngt werden, könnten die umliegenden Gewässer plötzlich mit großen Mengen Stickstoff belastet werden. Daher nutzt die Forscherin die Daten aus dem Jagstunfall wie ein Experiment in natürlicher Umgebung.</p><p>Christiane Zarfl und Julia Kleinteich nahmen nach dem Jagstunfall im September 2015 Wasserproben sowohl vor als auch in sowie hinter der Ammoniumnitratfahne, die flussabwärts gespült wurde. Dabei diente die Konzentration des Chlorophylls, des grünen Farbstoffs, der die Algen zur Fotosynthese befähigt, als Indikator für ihre Biomasse. „Das Wasser war grasgrün“, erinnert sich Kleinteich. „Die Algenblüte hat sich mit dem Düngemittel flussabwärts verlagert, bis die Ammoniumnitratfahne an der Mündung der Jagst durch den Neckar stark verdünnt wurde.“</p><h3>Starke Vermehrung</h3><p>Die Forscherinnen untersuchten in den Proben die Menge wie auch die Zusammensetzung des Mikroplanktons. Dazu zählen Bakterien, einzellige Algen und andere Kleinstlebewesen. Sie setzten dabei Methoden der genetischen Hochdurchsatzsequenzierung ein, um die Arten und relative Individuenzahlen zu bestimmen. Gesteuert werden die Vermehrung und das Wachstum der Organismen durch ein Zusammenspiel vieler Faktoren, eine Hauptrolle spielt dabei die Verfügbarkeit von Nährstoffen. „Der massive Eintrag von Ammoniumnitrat in die Jagst hatte zur Folge, dass sich die Artengemeinschaft, wie sie sich normalerweise im Sommer herausbildet, stark verschoben hat“, fasst Kleinteich zusammen. „Wenige Arten vermehrten sich stark und dominierten die Gemeinschaft.“ Insgesamt habe der Dünger die Menge des pflanzlichen Planktons deutlich gesteigert. „Die Jagst war von vornherein ein sehr nährstoffreiches Gewässer. Wir hatten nicht erwartet, dass zusätzliche Nährstoffe aus den Düngemitteln das Algenwachstum so stark fördern“, sagt die Wissenschaftlerin.</p><p>Bisher wurde die Massenvermehrung von Algen im Süßwasser in vielen Fällen durch das verfügbare Phosphat begrenzt. Seit den 1970er Jahren seien Kläranlagen im großen Maßstab gebaut worden, die Nährstoffe und insbesondere das Phosphat zurückhalten können, berichtet Kleinteich. Vor allem beim Phosphor habe man punktuelle Einträge durch verbesserte Kläranlagen deutlich verringern können. Dadurch verschiebe sich aber nun das Verhältnis in der Umwelt zu anderen Nährstoffen, insbesondere dem Stickstoff. „Der Jagstunfall, bei dem nur zusätzlicher Stickstoff, nicht aber Phosphor ins Wasser gelangte, macht deutlich, dass möglicherweise auch der Stickstoffeintrag begrenzt werden muss, um problematische Algenblüten zu vermeiden“, sagt Kleinteich.</p><p>Aufgrund der erfolgreichen Studienergebnisse beteiligt sich das Land Baden-Württemberg auch an einem Folgeprojekt an der Jagst. Der Fluss wurde 2019 weiter beprobt, um die natürliche Nährstoffdynamik und Biodiversität genauer zu untersuchen. Ziel ist unter anderem, die langfristigen Folgen der Schadstoffkatastrophe besser zu verstehen.</p><h3>Informationen zum Renaturierungsprogramm der Jagst:</h3><p><a href="https://um.baden-wuerttemberg.de/de/umwelt-natur/schutz-natuerlicher-lebensgrundlagen/wasser/jagst/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://um.baden-wuerttemberg.de/de/umwelt-natur/schutz-natuerlicher-lebensgrundlagen/wasser/jagst/</a></p><h3>Publikation:</h3><p>Julia Kleinteich, Sabine Hilt, Andreas Hoppe, Christiane Zarfl: Structural changes of the microplankton community following a pulse of inorganic nitrogen in a eutrophic river. Limnology and Oceanography, <a href="https://doi.org/10.1002/lno.11352" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1002/lno.11352</a><br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46299</guid><pubDate>Tue, 12 Nov 2019 16:54:52 +0100</pubDate><title>Entscheidung für den Forschungsstandort notwendig</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=46299&amp;cHash=9efcbe2433a1132ae3ac5438a97a8081</link><description>Universitätsleitung positioniert sich in der Debatte um Ansiedlung des Internetkonzerns Amazon</description><content:encoded><![CDATA[<p>In der Debatte um die Ansiedlung von Amazon hat die Universität an alle politisch Verantwortlichen in der Stadt Tübingen appelliert, sich für eine Stärkung des Forschungsstandortes zu entscheiden. „Der KI-Standort Tübingen ist in den vergangenen zwei Jahren kontinuierlich gewachsen“, sagte der Rektor der Universität, Professor Bernd Engler, am Dienstag: „Dennoch sind wir immer noch ein gutes Stück davon entfernt, zu den Top-Standorten in der Welt aufschließen zu können.“ Vor diesem Hintergrund seien die Folgen einer ablehnenden Entscheidung gegenüber Amazon derzeit unübersehbar.&nbsp;</p><p>„Die im Oktober 2017 von Amazon verkündete Entscheidung, dem Cyber Valley Verbund beizutreten und zusätzlich ein eigenes Forschungszentrum in Tübingen aufzubauen, hat seither entscheidend zur Sichtbarkeit des Cyber Valley beigetragen“, sagte Engler. Werde dem US-Konzern die Ansiedlung eines Forschungszentrums nun verwehrt, wäre dies ein verheerendes Signal an KI-Forscherinnen und -Forscher weit über Deutschland hinaus.&nbsp;</p><p>Der Rektor verwies darauf, dass Bundesregierung und Alexander von Humboldt-Stiftung ein Programm aufgelegt haben, um bis zu 30 internationale Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus dem Bereich der KI-Forschung nach Deutschland zu holen. „Die Universität unternimmt erhebliche Anstrengungen, damit ein nennenswerter Anteil der prestigeträchtigen Humboldt-Professuren nach Tübingen geht. Wir wollen so sicherstellen, dass die klügsten Köpfe künftig in einem Umfeld forschen und lehren, das sich zur gesellschaftlichen Verantwortung von KI-Forschung bekennt“, sagte Engler: „Zur Stärkung eines solchen Umfeldes trägt maßgeblich auch die Einbindung gesellschaftlicher Akteure bei, die sich mit ethischen Fragen der KI befassen. Ich appelliere daher an alle Mitglieder des Gemeinderats, keine Entscheidung zu treffen, die im In- und Ausland in erster Linie als Ablehnung der KI-Forschung verstanden werden dürfte.“</p><p>Engler warnte davor, die Entscheidung über die Ansiedlung des Amazon-Forschungszentrums mit sachfremden Erwägungen zu verknüpfen. „Die Auseinandersetzung um die Arbeitsbedingungen und die Entlohnung in Amazon-Logistikzentren wird nicht in Tübingen entschieden. Gleiches gilt für die Frage der Besteuerung von multinationalen Internetkonzernen.“ Die Entscheidung des Gemeinderats werde aber einen erheblichen Einfluss auf die Frage haben, wie sich der KI-Standort Tübingen in der weiteren Zukunft entwickele: „Die Universität tritt dafür ein, dass wir künftig mehr und nicht weniger KI-Forschung in Tübingen haben.“</p><p>Engler sagte, Stadt und Universität hätten eine gemeinsame Verantwortung für Wohlstand und Beschäftigung in der Region: „Wenn die Industrie in Baden-Württemberg in den kommenden Jahrzehnten weiterhin prosperieren soll, führt an der intensiven Nutzung der Künstlichen Intelligenz kein Weg vorbei“, betonte der Rektor. „Alle Unternehmen von der mittelständischen Elektro-, Metall- und Textilindustrie bis hin zu großen Konzernen müssen sich dieser Herausforderung stellen.“ Vor diesem Hintergrund sei es eminent wichtig, den KI-Standort Tübingen mit seinem enormen Potenzial in Forschung und Technologietransfer, aber auch in der Ausbildung künftiger Fach- und Führungskräfte weiter zu stärken. &nbsp;&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-45480</guid><pubDate>Wed, 23 Oct 2019 13:59:37 +0200</pubDate><title>Neue Kunst aus der Eiszeit</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=45480&amp;cHash=c24968f769ea64f587d0ed505ac076ec</link><description>15.000 Jahre alte Frauenfigur im Ostalbkreis geborgen ‒ Tübinger Archäologen präsentieren Fund aus Waldstetten</description><content:encoded><![CDATA[<p>Archäologen der Universität Tübingen haben ein Fundstück aus der Gemeinde Waldstetten als 15.000 Jahre altes Kunstwerk aus der Eiszeit identifiziert. Die Frauenfigur vom Typ Gönnersdorf zeigt gleichzeitig einen stark vereinfachten Frauenkörper und einen Phallus. Figuren dieser Art sind bereits aus Fundstätten in Europa bekannt, erstmals wurde nun ein Exemplar im Ostalbkreis gefunden. In einer Pressekonferenz präsentierten am Mittwoch Professor Harald Floss (Abteilung Ältere Urgeschichte und Quartärökologie der Universität Tübingen) und sein Team den Fund gemeinsam mit Vertretern der Gemeinde Waldstetten und des „Arbeitskreis Steinzeit Schwäbisch Gmünd“.&nbsp;</p><p>Geborgen wurde die Figur durch den Amateurarchäologen Adolf Regen. Insgesamt hatte er an die Wissenschaftler ca. 2000 Funde übergeben, von denen ein Teil aus dem Magdalénien stammt, einer Kulturstufe zum Ende der Altsteinzeit (ca. 18.000-12.000 v. Chr.) und vom Ende der letzten Eiszeit. Die Figur ist knapp sechs Zentimeter groß und besteht aus einem Quarzitgeröll, das so auf der Fundstelle nicht vorkommt. Der Form nach entspricht sie den so genannten Frauenfiguren vom Typ Gönnersdorf, die nach einer Fundstelle am Mittelrhein benannt wurden und stark stilisiert sind: Von der natürlichen Form des Gerölls inspiriert, machen hier nur wenige eingravierte Linien aus einem typisch geformten Stein ein Kunstwerk. Die Darstellung reicht von anatomisch annähernd vollständigen Darstellungen bis hin zu Figuren, die nur aus Rumpf und Gesäß bestehen.&nbsp;</p><p>So zeigt der Fund aus Waldstetten nur einen Oberkörper ohne Kopf, einen dominanten Mittelteil mit Gesäß und einen verkürzten Unterkörper im Profil. Mit einer umlaufenden Gravierung im oberen Bereich folgt er zudem einer Tradition der zweigeschlechtlichen Darstellung, die aus der europäischen Eiszeitkunst bekannt ist ‒ die Figur kann gleichzeitig als männliches Geschlechtsteil interpretiert werden.&nbsp;</p><p>„Diese Art der Abstrahierung zeichnet die Kunst am Ende der Eiszeit aus. Unser Typ Frauenfigur hat wenig mit den üppigen so genannten Venusfiguren aus der früheren Epoche des Gravettien gemein“, sagte Archäologe Harald Floss. Frauenfiguren des Typs Gönnersdorf folgten in ihrer geografischen Verbreitung der des Magdalénien und fänden sich von den Pyrenäen bis nach Osteuropa. In Süddeutschland kenne man sie zum Beispiel vom Petersfels bei Engen im Hegau. „Die Figur von Waldstetten ist als ein solches Kunstwerk einzuordnen. Dafür sprechen die absolut typische Form, die Lage in einer Konzentration von magdalénienzeitlichen Funden und mehrere umlaufende Gravierungen, die von Menschen angebracht wurden.“&nbsp;</p><p>Harald Floss leitet ein archäologisches Großprojekt zur Erforschung des Freilandpaläolithikums in Baden-Württemberg, das vom Landesamt für Denkmalpflege, der baden-württembergischen Förderstiftung Archäologie und dem Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg gefördert wird. Eine Schwerpunktregion ist der Ostalbkreis, der in der Altsteinzeitforschung bislang wenig im Mittelpunkt stand. Durch eine Kooperation mit dem „Arbeitskreis Eiszeit in Schwäbisch Gmünd“ waren Floss und sein Team auf die Fundstelle in Waldstetten aufmerksam geworden. Die Frauenfigur ist erst der zweite Fund eines Eiszeitkunstwerkes im Ostalbkreis, nach der Skulptur einer Dasselfliegenlarve aus Gagat von der Kleinen Scheuer im Rosenstein (Stadt Heubach). Die Waldstettener Funde werden derzeit von den Doktoranden Simon Fröhle und Stefan Wettengl an der Universität Tübingen untersucht. Eine Intensivierung der Forschungen in der Region ist geplant.&nbsp;</p><h3>Publikation:</h3><p>Regen, A., Naak, W., Wettengl, S., Fröhle, S., Floss, H. 2019: Eine Frauenfigur vom Typ Gönnersdorf aus der Magdalénien-Freilandfundstelle Waldstetten-Schlatt, Ostalbkreis, Baden-Württemberg. In: H. Floss (Hrsg.), Das Magdalénien im Südwesten Deutschlands, im Elsass und in der Schweiz. Eine Internationale Fachtagung zum 100-jährigen Grabungsjubiläum in der Kleinen Scheuer im Rosenstein. Tübingen Publications in Prehistory, Kerns-Verlag, Tübingen, S. 267-276.<br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-45207</guid><pubDate>Wed, 16 Oct 2019 16:28:10 +0200</pubDate><title>„Programmieren? Kein Problem!“ ‒ Universität Tübingen verleiht Lehrpreis </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=45207&amp;cHash=c7d90f14febf30d04bb61eaa56672f84</link><description>Projekt vermittelt digitale Kompetenzen ‒ Sonderpreis für herausragendes studentisches Engagement geht an das „iGEM“ Team für Innovationen in der synthetischen Biologie</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Lehrpreis der Universität Tübingen geht in diesem Jahr an Johannes Bleher, Dr. Thomas Dimpfl und Professor Joachim Grammig vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaft. Das Team wird für die innovative Vermittlung von Methodenkompetenz ausgezeichnet. &nbsp;In ihrem Projekt erlernen Studierende der Wirtschaftswissenschaften gleich zu Beginn ihres Studiums Grundkenntnisse des Programmierens und werden so an die Datenanalyse herangeführt. Bereits jetzt konnten Verbesserungen in den Klausurergebnissen der Vorlesungen festgestellt werden. Darüber hinaus verleiht die Universität den Sonderpreis für herausragendes studentisches Engagement an das interdisziplinäre studentische iGEM (International Genetically Engineered Machine Competition) Team Tübingen. Für den internationalen Wettbewerb iGEM forschen 16 Tübinger Studierende an Innovationen im Bereich der synthetischen Biologie.</p><p>Die Preise werden <strong>am Donnerstag, 17. Oktober 2019, ab 17 Uhr im Hörsaalzentrum Morgenstelle, Hörsaal 6</strong> von Professorin Karin Amos, Prorektorin für Studierende, Studium und Lehre, übergeben. Die Verleihung ist Teil der Erstsemesterbegrüßung am Dies Universitatis, die jährlich zu Beginn des Wintersemesters stattfindet. Beim anschließenden Markt der Möglichkeiten können sich neue Studierende über studentische Projekte und Initiativen in Tübingen informieren.</p><h3>Informationen zum Lehrpreis:</h3><p>Das Projekt „Computergestützte Methodenkompetenzvermittlung für Studienanfänger in den wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen“ hat zwei Ziele: Studierende ab dem ersten Semester sollen die Programmiersprachen R und Phyton erlernen, die wichtig für ihre Datenkompetenz sind. Zudem soll ihnen eine möglichst einfache Einführung in die praktische Datenarbeit anhand konkreter Beispiel-Datensätze ermöglicht werden. Dafür hat das Projektteam eine Open-Source-Datenanalyse-Werkstatt, einen sogenannten JupyterHub, eingerichtet. Auf diesen können Studierende mit einem internetfähigen Computer oder Smartphone zugreifen und Aufgaben überall, zu jeder Zeit und im individuellen Lerntempo bearbeiten. Zudem muss keine Software installiert werden.&nbsp;</p><p>Die Studierenden können zuhause auf die gleiche Umgebung zugreifen, die in der Vorlesung verwendet wird. Dies senkt die Hemmschwelle, die Programme zu benutzen. Videos ergänzen und erklären die Fragestellungen aus den Vorlesungen und erläutern die Programmierung. Anhand von &nbsp;Skripten können Studierende die Programmierung in R sowie die Vorlesungsinhalte &nbsp;verinnerlichen und &nbsp;verstehen. Außerdem wurde ein Online-Spiel zum täglichen Üben von einfachen Aufgaben aus der linearen Algebra integriert. Das Projekt kann schon Erfolge vorweisen: Sowohl die Evaluationen der begleiteten Veranstaltungen als auch die Klausuren fielen im Wintersemester 2018/19 besser aus als in den Vorjahren.</p><h3>Kontakt:&nbsp;</h3><p>PD Dr. Thomas Dimpfl<br> Universität Tübingen<br> Fachbereich Wirtschaftswissenschaft<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;Telefon +49 7071 29- 76417<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,vjqocu0fkorhnBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">thomas.dimpfl<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p><h3>Informationen zum Sonderpreis für herausragendes studentisches Engagement:</h3><p>Das iGEM Team Tübingen 2019 besteht aus 16 Studierenden der Bereiche Biochemie, Biotechnologie, Chemie, Bioinformatik, Molekulare Medizin und Nanoscience. iGEM (International Genetically Engineered Machine Competition) ist ein internationaler Wettbewerb, der ursprünglich vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston ins Leben gerufen wurde. Der studentische Wettbewerb möchte anregen, &nbsp;Innovation im Bereich der synthetischen Biologie und Lösungen für aktuelle Probleme zu suchen. Im Zuge des iGEM Wettbewerbes wird ein selbst entwickeltes Projekt aus dem Bereich der synthetischen Biologie über 12 Monate verfolgt und eigenständig bearbeitet.</p><p>Ein interdisziplinäres studentisches Team vertritt die Universität Tübingen seit 2011 jährlich in Boston bei der Abschlusskonferenz und Preisverleihung. Die Teilnahme bei iGEM und das Engagement der Studierenden basiert auf Eigeninitiative und steht allen Fachrichtungen offen. Durch eine erfolgreiche Teilnahme am iGEM-Wettbewerb erlangt die Universität Tübingen positive internationale Aufmerksamkeit. Zudem stärkt die Teilnahme die Vernetzung verschiedener Fachrichtungen innerhalb der Universität und fördert den offenen Dialog unter Studierenden.</p><h3>Kontakt:</h3><p>Patrick Müller<br> Universität Tübingen<br> iGEM-Wettbewerb, Team Tübingen<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,rcvtkem0owgnngtBkigo/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">patrick.mueller<span style="display:none">spam prevention</span>@igem-tuebingen.de</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-45096</guid><pubDate>Mon, 14 Oct 2019 10:02:08 +0200</pubDate><title>Universität reagiert auf Kritik am Zentrum für Islamische Theologie und stößt Diskussionsprozess an</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=45096&amp;cHash=3f7a948e0a06c043d307c48073aaa5c3</link><description>Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erarbeiten Leitlinien und Verfahrensweisen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Zentrum für Islamische Theologie (ZITh) an der Universität Tübingen sah sich in den vergangenen Monaten wiederholt Vorwürfen ausgesetzt, Kontakte zu Personen und Einrichtungen aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft zu pflegen. Eine interne Überprüfung habe bis zum heutigen Zeitpunkt keinerlei Belege erbracht, dass es – so der zentrale Vorwurf – ein „Netzwerk der Muslimbrüder“ am ZITh gebe, sagte der Rektor der Universität, Professor Bernd Engler, am Montag. Alle entsprechenden Anschuldigungen bewegten sich im Reich der Spekulation. Trotzdem könne die Universität nicht ignorieren, dass die Vorwürfe das Ansehen des noch jungen Zentrums beschädigt hätten.&nbsp;</p><p>„Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unseres Zentrums genießen ein hohes Vertrauen, nicht zuletzt im politischen Raum“, sagte Engler: „Dies wird unter anderem sichtbar durch die langjährige Mitarbeit islamischer Theologen unserer Universität in der Islamkonferenz und dem Integrationsgipfel der Bundesregierung oder beim so genannten Runden Tisch der Religionen, der von der baden-württembergischen Landesregierung moderiert wird.“ Dieses Vertrauen müsse erhalten und gestärkt werden. Die Universität Tübingen und das ZITh sehen daher die Notwendigkeit, einen internen Diskussionsprozess zum Umgang mit Personen und Einrichtungen anzustoßen, die dem radikalen Spektrum zugeordnet werden können.</p><p>Der Rektor erklärte nach Gesprächen mit dem Vorstand des Zentrums, das ZITh werde im Laufe des Wintersemesters entsprechende Leitlinien erarbeiten und diskutieren. Für das Zentrum sei es von größter Bedeutung, dass die gelungene Aufbauarbeit der letzten Jahre und die wissenschaftlichen Leistungen des Zentrums nicht in Abrede gestellt werden könnten. Zeitgleich werde mit Beschäftigten und Studierenden ein Verhaltenskodex erarbeitet, der das alltägliche Zusammenleben im ZITh regeln solle.&nbsp;</p><p>Um den national und international hervorragenden Ruf des ZITh und seiner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu schützen, werden die Beschäftigten des Zentrums vor Besuchen von wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Einrichtungen, Konferenzen oder Tagungen im In- und Ausland künftig noch umfassender überprüfen, ob diese dem radikalen Spektrum zuzuordnen sind. Ähnliches gilt vor der Einladung von Gastrednerinnen und Gastrednern an das Zentrum.</p><h3>„Freiheit schließt Verantwortung ein“</h3><p>„Ich erwarte, dass die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Zentrum auch in Zukunft mit Theologinnen und Theologen in einen Diskurs treten werden, die ein breites Spektrum unterschiedlicher Positionen abdecken“, sagte Rektor Professor Bernd Engler. „Dies schließe im Einzelfall auch die kritische Auseinandersetzung mit Positionen ein, die von uns nicht geteilt werden. Ich erwarte aber auch, dass unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in jedem Fall klar Stellung beziehen und sich nicht für fremde Zwecke instrumentalisieren lassen. Alle Beteiligten müssen künftig genauer als in der Vergangenheit hinsehen.“&nbsp;</p><p>„Die vom Grundgesetz garantierte Freiheit von Forschung und Lehre gilt für alle Fächer, auch für die islamische Theologie“, sagte Engler. „Diese in Deutschland sehr weit reichende Freiheit schließt aber ein ebenso hohes Maß an Verantwortung ein.“ Das Zentrum für Islamische Theologie an der Universität Tübingen nehme eine wichtige Aufgabe bei der Integration muslimischer Bürgerinnen und Bürger wahr, nicht zuletzt durch die Ausbildung von Religionslehrerinnen und Religionslehrern. Diese bedeutsame Rolle könne das Zentrum aber nur spielen, wenn es sich neben seiner wissenschaftlichen Reputation auch das breite Vertrauen der Gesellschaft erarbeite.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-45090</guid><pubDate>Mon, 14 Oct 2019 09:27:50 +0200</pubDate><title>Neue Erkenntnisse zur frühen Jungsteinzeit in Württemberg</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=45090&amp;cHash=4aef47810b590c3bc5d07e6c1dddbb3c</link><description>Archäologische Ausgrabungen bei Ammerbuch-Pfäffingen bringen Gräben und Bestattungen aus dem 6. Jahrtausend v. Chr. ans Licht</description><content:encoded><![CDATA[<h3>Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart und der Universität Tübingen</h3><p>Bei Forschungsgrabungen des Landesamts für Denkmalpflege (LAD) im Regierungspräsidium Stuttgart und der Universität Tübingen wurden im Bereich einer großen Siedlung der ältesten bäuerlichen Kultur in Mitteleuropa (Linearbandkeramik, 2. Hälfte 6. Jahrtausend vor Christus) bei Ammerbuch-Pfäffingen neue Siedlungsstrukturen aufgedeckt. Aktuelle naturwissenschaftliche Analysen der bei den Ausgrabungen gewonnenen Funde geben neue Einblicke zum Beginn von Ackerbau und Viehzucht in Südwestdeutschland. Die damit verbundene sesshafte Lebensweise bietet die Grundlage für die Entwicklung einschneidender neuartiger Kulturtechniken, die unser heutiges Leben prägen, darunter die Keramik- und Textilproduktion sowie schließlich auch die Entwicklung von Rad und Wagen in einem späteren Stadium der Jungsteinzeit (Neolithikum).</p><p>Auf der Basis geomagnetischer Messungen wurde in der Flur „Lüsse“ am nordwestlichen Ortsrand von Ammerbuch-Pfäffingen erstmals ein Grabensystem identifiziert, welches während einer frühen Phase große Teile einer jungsteinzeitlichen Siedlung umgab. Derartige Siedlungsumfassungen sind zwar typisch für neolithische Siedlungen, waren aber bislang im Neckarraum noch nicht nachweisbar. Durch die laufenden archäologischen Grabungen, die unter der Leitung von Professor Dr. Raiko Krauß, Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters Uni Tübingen, und Dr. Jörg Bofinger vom LAD durchgeführt werden, konnte die Anlage eines Grabens bereits auf Beginn des 53. Jahrhunderts vor Christus bestimmt werden. Die Verfüllung dieser Siedlungsumfassung mit dem Schutt von abgebrannten Häusern und mit großen Mengen verkohlter Getreidekörner, in erster Linie Emmer und Einkorn,deuten auf ein einschneidendes Ereignis während der frühen Phase des neolithischen Dorfes hin.</p><p>Im Laufe des 52. Jahrhunderts vor Christus wurde das Siedlungsareal dann offenbar auch als Bestattungsplatz genutzt. Bereits bei den Grabungen im Vorjahr konnte das Grab eines drei bis vier-jährigen Mädchens identifiziert werden, das in einer Nische innerhalb des Grabens in Hockerlage bestattet worden ist. Aus der Verfüllung des Grabens stammt auch der Schädel einer weiteren Person. Während der Grabungskampagne im Frühjahr dieses Jahres wurde nun das Grab einer Frau, die im Alter von 30 bis 40 Jahren verstorben ist, entdeckt und dokumentiert. Aufgrund von Radiokarbonmessungen kann das Alter dieser Bestattung nun ebenfalls in das 52. Jahrhundert vor Christus eingeordnet werden.</p><p>Die Tote trug am Hals eine Kette aus 16 kleinen, doppelkonischen marmorartigen Kalksteinperlen, die in dieser Form aus der frühen Jungsteinzeit in Süddeutschland bislang nicht bekannt waren und die hohe Kunstfertigkeit und Sorgfalt bei der Schmuckherstellung belegen. Großräumig lassen sich diese Perlen allerdings mit Funden aus dem Karpatenbecken und dem Balkanraum vergleichen, also denjenigen Gebieten, aus denen die ersten Bauern mit ihren Haustieren und Kulturpflanzen nach Mitteleuropa eingewandert sind. Dass der Prozess der Sesshaftwerdung in Mitteleuropa zum Großteil auf die Einwanderung einer neuen Bevölkerungsgruppe zurückzuführen ist, bestätigen genetische Analysen am menschlichen Skelettmaterial. Welche Rolle der einheimischen, mesolithischen Bevölkerung zukam, die nachweislich noch sehr lange in der Region als Jäger und Sammler lebten, ohne allerdings die neuartige Wirtschaftsweise zu übernehmen, wird Gegenstand der weiteren Untersuchungen im Umfeld der jungsteinzeitlichen Siedlung sein.</p><p>Von den neolithischen Siedlungsresten wurde eine Serie neuer Radiokarbon- Datierungen (14C) erstellt, die zusammen mit der Auswertung des Fundmaterials die Grundlage für ein Entwicklungsmodell der Besiedlungsabfolge in der Region bietet. Die Rekonstruktion der Siedlungsgeschichte der ersten sesshaften Bevölkerungsgruppen im Oberen Neckar- und im Ammertal steht beispielhaft für die Neolithisierung Mitteleuropas und hilft zu verstehen, wie sich unsere heutige Art zu leben kulturhistorisch durchsetzen konnte.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-43861</guid><pubDate>Mon, 09 Sep 2019 09:55:09 +0200</pubDate><title>Pflanzenfresser im Holozän – ene, mene, muh und tot bist Du!</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=43861&amp;cHash=d98ec535c2ca7151e2fa646399e3405a</link><description>Auswirkung der Umweltveränderungen im Holozän auf Megaherbivoren untersucht</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein internationales Team hat unter Beteiligung von Hervé Bocherens vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen die Auswirkungen der holozänen Umweltveränderungen in Europa auf die großen Pflanzenfresser Wisent, Elch und Auerochse untersucht. Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass die Auerochsen sich an die veränderten Bedingungen – Ausbreitung von Wäldern und Menschen – nicht anpassen konnten und daher ausstarben. Die Studie erschien kürzlich im Fachjournal „Global Change Biology“.</p><p>Zahlreiche große Pflanzenfresser wie Mammute, Riesenhirsche und Wollnashörner überlebten die letzte Eiszeit nicht. „Von diesen sogenannten Megaherbivoren blieben im darauffolgenden erdgeschichtlichen Zeitabschnitt, dem Holozän, nur noch drei Arten übrig in Europa – Wisente, Elche und Auerochsen“, erläutert Prof. Dr. Hervé Bocherens vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen und fährt fort: „Bis in die heutige Zeit haben aber nur Wisent und Elch überlebt.“</p><p>Die Gründe für das Aussterben der Auerochsen und das Fortbestehen von Wisent und Elch hat Bocherens mit seinem Kollege Rafał Kowalczyk von der Polish Academy of Sciences und einem internationalen Team nun in einer großangelegten Studie untersucht.</p><p>„Seit dem Beginn des Holozäns vor etwa 11.700 Jahren waren diese Tiere großen Umweltveränderungen unterworfen – einerseits der Vegetationswechsel von offenen Steppenlandschaften zu Wäldern, anderseits die Ausbreitung des Menschen“, so Bocherens.</p><p>Die Forschenden bestimmten im Knochen-Kollagen von 295 Fossilien aus 14 europäischen Ländern das Kohlenstoff-Stickstoff-Isotopenverhältnis. Die Ergebnisse zeigen, dass alle drei Pflanzenfresser gezwungen waren ihr Nahrungsgewohnheiten zu wechseln. Am flexibelsten dabei war laut der Studie das Wisent, gefolgt von den Elchen. Der Auerochse mit seiner spezialisierten Nahrung tat sich dagegen mit dem Wechsel schwer.</p><p>Bocherens und Co vermuten, dass die Tiere in den Wäldern nicht genug zu fressen fanden und diese gleichzeitig wegen der Ausbreitung des Menschen und einem höheren Bejagungsdruck auch nicht verlassen konnten. „Dies führte dann letztlich zum Aussterben der Auerochsen im frühen 17. Jahrhundert“, schließt der Tübinger Wissenschaftler.&nbsp;</p><p><strong>Pressemitteilung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung</strong></p><h3>Publikation</h3><p>Hofman-Kamińska E., Bocherens H., Drucker G.D., Fyfe R.M. Gumiński W., Makowiecki D., Pacher M., Piličiauskienė G., Samojlik T., Woodbridge J., Kowalczyk R. 2019. Adapt or die - response of large herbivores to environmental changes in Europe during the Holocene. Global Change Biology DOI: 10.1111/gcb.14733&nbsp;<a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/gcb.14733" target="_blank" rel="noreferrer">https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/gcb.14733</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-43819</guid><pubDate>Fri, 06 Sep 2019 12:55:30 +0200</pubDate><title>Alfons Auer Ethik-Preis: Universität Tübingen zeichnet die irische Politikerin Mary McAleese aus</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=43819&amp;cHash=cf0b7afa9d76f72b03e0d24197d3e38e</link><description>Katholisch-Theologische Fakultät ehrt ehemalige Präsidentin für ihr Engagement zu Frauenrechten und zur moralischen Erneuerung der katholischen Kirche</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die frühere Präsidentin der Republik Irland, Professor Mary McAleese, erhält den „Alfons Auer Ethik-Preis“ der Universität Tübingen. &nbsp;Die Katholisch-Theologische Fakultät würdigt damit ihr Engagement als Christin und Wissenschaftlerin bei der Umsetzung ethischer Werte in der politischen Praxis. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich durch ethisches Engagement im religiösen, wissenschaftlichen und/oder gesellschaftlichen Bereich auszeichnen. Er wurde 2015 vom Unternehmer Siegfried Weishaupt zum Gedenken an den Moraltheologen Alfons Auer gestiftet.&nbsp;</p><p>Mary McAleese habe sich besonders am Schnittpunkt von Ethik und Politik engagiert und Impulse zur moralischen Erneuerung in der Katholischen Kirche gesetzt, so die Begründung des Kuratoriums. Nach ihren Möglichkeiten arbeite sie daran, das Evangelium in den Konflikten der Gegenwart als eine Botschaft der Nicht-Diskriminierung, der Versöhnung und des Friedens zu entfalten. <strong>Der öffentliche Festakt zur Übergabe findet am Mittwoch, 30. Oktober 2019, um 18:30 Uhr im Hörsaal des Theologciums (Liebermeisterstr. 12) statt.</strong> Die Laudatio hält Professorin Hille Haker von der Loyola University Chicago (USA).&nbsp;</p><p>Mary McAleese wurde 1951 im nordirischen Belfast geboren. Aufgewachsen mit einem Bürgerkrieg „vor der Haustür“ wurden Friedensbildung, Demokratisierung und Versöhnung zu ihren Lebensthemen. Sie studierte Jura an der Queen’s University Belfast und wurde 1975 Professorin für Criminal Law, Criminology and Penology am Trinity College Dublin. Ab 1987 war sie Professorin an der Queen’s University, wo sie 1994 als erste Frau das Amt der Prorektorin übernahm.&nbsp;</p><p>Von 1997 bis 2011 amtierte Mary McAleese als 8. Präsidentin der Republik Irland. Danach studierte sie Katholisches Kirchenrecht an der Gregoriana in Rom und ist nach einer Promotion im Fach Kirchenrecht seit 2018 „Professor of Children, Law and Religion“ an der University of Glasgow, Scotland. Als Präsidentin verstand sie sich stets als Brückenbauerin: zwischen Nord- und Südirland, zwischen Gewinnern und Verlierern des wirtschaftlichen Aufschwungs und zwischen allen Teilen der Gesellschaft, in denen sich Spannungen und Brüche auftun. In ihrer Amtszeit wurden der „Employment Equality Act“ (1998) und der „Equal Status Act“ (2000) eingeführt, welche Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung verbieten. Heute gehört sie dem Council of Women World Leaders an, ein Netzwerk aus Premierministerinnen und Präsidentinnen, das sich für Frauenrechte einsetzt.&nbsp;</p><p>Mit diesen Themen engagiert sie sich auch für Reformen in der Katholischen Kirche. Sie thematisiert Kinderrechte und die Diskriminierung von Frauen, fordert eine Anerkennung von LBGT-Lebensweisen und kritisiert den strukturellen Klerikalismus der Kirche. In den letzten Jahren tritt McAleese immer stärker für Veränderungen in der Bewertung der Sexualmoral ein: für die Korrektur der Enzyklika Humanae Vitae, für Veränderungen in der Bewertung von Homosexualität und für die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen. Diese Themen verbinden sie mit Alfons Auer, der Mitglied der päpstlichen Kommission zur Empfängnisregelung war. Er arbeitete dort an dem breit unterstützen Mehrheitsvotum mit, dem sich der Papst bekanntlich nicht anschloss. Damals setzte sich eine kleine Minderheit mit Hilfe der päpstlichen Autorität durch. Alfons Auer hat sich später die Frage gestellt: Ist die Kirche heute noch „ethisch bewohnbar“?</p><h3>Der Alfons Auer Ethik-Preis&nbsp;</h3><p>Der Alfons Auer Ethik-Preis wurde 2015 erstmals von der Katholisch-Theologischen Fakultät an den kanadischen Sozialphilosophen Professor Charles Taylor vergeben, 2017 an den Menschenrechtler Heiner Bielefeldt. Die Auszeichnung ist dem Tübinger Theologen Alfons Auer gewidmet (1915-2005), der Gründungsdirektor der Katholischen Akademie des Bistums Rottenburg-Stuttgart&nbsp;(1951-53) war, bevor er 1955 auf den Lehrstuhl für Moraltheologie an der Universität Würzburg berufen wurde. Von 1966 bis zu seiner Emeritierung 1981 war er Ordinarius für Moraltheologie an der Universität Tübingen. Auer gilt als einer der wichtigsten deutschsprachigen Moraltheologen des 20. Jahrhunderts, der sich um einen Dialog von Kirche und Welt im Geiste des Zweiten Vatikanischen Konzils bemühte. Kennzeichnend für seinen ethischen Ansatz war die zentrale Stellung der menschlichen Vernunft in Fragen der christlichen Sittenlehre, die er in einer positiven Sicht von Mensch und Schöpfung verankerte.&nbsp;</p><p>Den gleichnamigen Preis stiftete der Unternehmer Siegfried Weishaupt zu Auers 100. Geburtstag. Weishaupt ist geschäftsführender Gesellschafter der Max Weishaupt GmbH. Das weltweit tätige Unternehmen mit 3000 Mitarbeitern und Hauptsitz im schwäbischen Schwendi wurde von seinem Vater Max Weishaupt, Ehrensenator der Universität Tübingen, gegründet. Seit mehr als 50 Jahren ist Weishaupt zudem leidenschaftlicher Kunstsammler, die „Sammlung Siegfried und Jutta Weishaupt“ ist seit 2007 in der Kunsthalle Weishaupt in Ulm zu sehen.&nbsp;</p><p><a href="/pt/fakultaeten/katholisch-theologische-fakultaet/fakultaet/auer-preis/" class="internal-link">Internetseite Alfons Auer Ethik-Preis</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-43615</guid><pubDate>Thu, 29 Aug 2019 15:35:02 +0200</pubDate><title>Klimawandel bedroht genetische Vielfalt europäischer Pflanzen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=43615&amp;cHash=d55a03899450986919566934ff0d7a1f</link><description>Extreme Temperaturen und Trockenheit durch den Klimawandel könnten die genetische Vielfalt von Pflanzen in Europa bedrohen. Eine gerade in Nature veröffentlichte Studie unter Beteiligung der Universität Tübingen hat herausgefunden, dass nur wenige Individuen der Ackerschmalwand, Arabidopsis thaliana, die notwendigen Genvarianten besitzen, um dem im Jahr 2050 in Europa erwarteten Klima trotzen zu können. Aufgrund dessen erwarten die Forscher eine starke Reduktion der genetischen Vielfalt in Europa.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein internationales Forscherteam am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen, der Universität Tübingen, der Technischen Universität Madrid und der UC Berkeley untersuchte natürliche Populationen der Ackerschmalwand, einer häufig für Grundlagenforschung in der Biologie verwendeten Pflanze. Die Forscher zogen Ackerschmalwand-Pflanzen von mehr als 500 Standorten in Europa unter kontrollierten Versuchsbedingungen in Spanien und Deutschland an, um ihre Anpassungsfähigkeit an Hitze und Trockenheit zu testen. Sie waren insbesondere daran interessiert, inwieweit die jeweils individuelle Kombination unterschiedlicher Genvarianten der Pflanzen ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaextremen beeinflusste. Die aus den Feldversuchen gewonnen Daten kombinierten die Forscher mit Modellen zur Klimaentwicklung der kommenden Jahrzehnte, um vorherzusagen, wie die vom Menschen verursachten Temperatur- und Niederschlagsveränderungen die genetische Vielfalt der Pflanzen verändern wird.</p><h3>Modelle sagen Rückgang der genetischen Vielfalt voraus</h3><p>Wie sie herausfanden, werden zwar einige Individuen der Ackerschmalwand auch bei starker Trockenheit und Hitze überleben können. Die meisten werden aber die für 2050 prognostizierte Trockenheit auf der iberischen Halbinsel, in Frankreich, Italien und Südosteuropa nicht überstehen. Die genetische Vielfalt der wenigen überlebenden Arabidopsis-Individuen wird dann in diesen Gegenden deutlich geringer sein als heute.</p><p>„Unserer Berechnungen zeigen, dass die heutige genetische Vielfalt der Ackerschmalwand bis zum Jahr 2050 schwinden wird. Es werden sich vor allem die Mutationen durchsetzen, die die Pflanzen widerstandsfähiger gegenüber den künftigen Klimaextremen in Süd- und Südosteuropa machen“, so Moises-Exposito-Alonso, der Erstautor der Studie. „Erstaunt hat uns, wie sehr sich die Individuen einer bestimmten Pflanzenart innerhalb des europäischen Raums unterscheiden, so dass einige unter den künftigen Klimabedingungen überleben werden, andere aber nicht“, so Detlef Weigel, Direktor am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie, wo die Studie koordiniert wurde.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Biologie-Willkommen-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-43525</guid><pubDate>Tue, 27 Aug 2019 13:16:20 +0200</pubDate><title>Universitäten und Hochschulen besorgt um ihre Zukunftsfähigkeit</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=43525&amp;cHash=ce102743288734919798dd75c55164c1</link><description>Gemeinsame Pressemitteilung der Landesrektorenkonferenz Baden-Württemberg und der HAW Baden-Württemberg</description><content:encoded><![CDATA[<h3>Gegenwärtig werden im Land die Eckpunkte der künftigen Hochschulfinanzierung verhandelt. Eine neue Vereinbarung soll ab Januar 2021 den jetzigen Hochschulfinanzierungsvertrag ersetzen. Jetzt schlagen die Rektorinnen und Rektoren in großer Übereinstimmung Alarm: Neue Entwicklungen lassen befürchten, dass sich die schwierige Finanzierungsituation aller Hochschularten weiter verschärfen wird.</h3><p>Bisher haben die Hochschulen und Universitäten die gestiegenen Studierendenzahlen der vergangenen Jahre vor allem mit temporären Programmen und Zusatzbelastungen bewältigt. Dadurch haben sich die Rahmenbedingungen für die Studierenden und die Forschung stetig verschlechtert und die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutlich erschwert. Gleichzeitig sagen die Prognosen der Kultusministerkonferenz bis 2030 eine unvermindert hohe Nachfrage an Studienplätzen an den baden-württembergischen Hochschulen voraus. Deshalb schlagen die Universitäten und Hochschulen unisono Alarm: Ohne ausreichende Finanzierung müssen spätestens im Jahr 2021 Einsparungen durch die Reduktion von Leistungen erfolgen, signifikante Qualitätseinbußen müssen dann in Kauf genommen werden. Dies bedeutet auch, dass Studienplätze in größerem Umfang zur Streichung anstehen könnten.</p><p>Um die klaffende Finanzierungslücke zu schließen, fordern die Spitzen der Rektorenkonferenzen das Land zu folgenden Maßnahmen auf:</p><ol><li>Die Erhöhung der Grundausstattung aller Hochschulen um mindestens 1.000 Euro je Studierendem und Jahr, unter anderem zur 	<ul><li>Verbesserung der Betreuungsrelationen und Sicherung der Studienqualität,</li><li>Digitalisierung von Forschung und Lehre,</li><li>Verbesserung der Infrastruktur,</li><li>Finanzierung neuer Aufgaben, wie Innovation, Förderung der Gründerkultur, Weiterbildung, Transfer, Internationalisierung;</li></ul></li><li>Die Überführung der Ausbauprogramme in die Grundhaushalte der Hochschulen;</li><li>Die jährliche Dynamisierung der Etats um drei Prozent zum Ausgleich der allgemeinen Kostensteigerung, insbesondere beim Personal, den die außeruniversitären Forschungsinstitute im Land bereits seit Jahren erhalten;</li><li>Eine transparente und gerechte Weitergabe aller Mittel aus dem kürzlich zwischen Bund und Ländern geschlossenen „Zukunftsvertrag Studium und Lehre“ an die Hochschulen nach den vereinbarten vertraglichen Kriterien, ohne Sonderabzüge durch das Land:</li><li>Hochschulautonomie beim Einsatz der Mittel, um die Hochschulen in der Weiterentwicklung ihres Studienangebots und ihrer gesellschaftsrelevanten Leistungen zu stärken.</li></ol><p>„Baden-Württemberg muss jetzt die Weichen für die Zukunft stellen“, sagte der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz der Universitäten, Prof. Dr. Bernhard Eitel. Wenn man nicht konsequent in die Universitäten und Hochschulen investiere, werde dies mittel- und längerfristig für das Land schmerzhafte Konsequenzen haben. Die Wirtschaftskraft sei zwar gegenwärtig hoch, könne das aber nur bei beständiger Innovationsleistung bleiben. „Hochqualifizierte Absolventen und Forschungsleistungen sind die Schlüsselfaktoren, um den anstehenden Strukturwandel zu bewältigen. Wenn die Landespolitik diese Aufgabe vernachlässigt, wird Baden-Württemberg in zwanzig Jahren auf der Empfängerseite des Länderfinanzausgleichs stehen.“</p><p>Bisher hat das Land die Zahl der Studienplätze zwar ausgebaut, dabei aber erwartet, dass die Studierendenzahl nach Bewältigung des doppelten Abiturjahrgangs und der Abschaffung der Wehrpflicht wieder abnimmt. Entgegen früherer Voraussagen werden in den nächsten zehn Jahren die Studierendenzahlen weiter auf hohem Niveau bleiben.</p><p>„Es gibt keine Alternative zur Verstetigung des Studienplatzangebotes bei der prognostizierten hohen Nachfrage“, erklärte der Vorsitzende der Rektorenkonferenz der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, Prof. Dr. Bastian Kaiser, „und die Hochschulfinanzierung muss an die gewachsenen Studierendenzahlen angepasst werden. Wir fordern für jeden Studierenden zumindest das Finanzierungsniveau, das wir in Baden-Württemberg im Jahr 2007 hatten.“</p><p>Prof. Dr. Stephan Dabbert, stellvertretender Vorsitzender der Rektorenkonferenz der Universitäten und Rektor der Universität Hohenheim, sagte: „Trotz steigender Ansprüche an die Qualität der Lehre bekommen wir an den Universitäten ein Drittel weniger Geld pro Studentin bzw. pro Studenten vom Land als vor 20 Jahren. Diese Lücke – die in ähnlicher Weise auch die HAWen betrifft - muss schrittweise geschlossen werden. Sichtbare Schritte, um dies zu erreichen sind nun notwendig.“</p><p>Prof. Dr. Gerhard Schneider, Rektor der Hochschule Aalen und stellvertretender Vorsitzender der Rektorenkonferenz für angewandte Wissenschaften, erläuterte: „Die Hochschulen haben in den letzten Jahren immer mehr Aufgaben übernommen, ohne dafür zusätzliche Ressourcen zu erhalten. Die zusätzlichen Studienangebote durch die Einführung der Bachelor- und Master- Abschlüsse oder der Wissens- und Technologietransfer sind nur Beispiele dafür, was die Hochschulen heute bewältigen. Während Ausgaben für andere Bereiche gestiegen sind, sind die Mittel laut einer Berechnung des MWK pro Studierenden und Jahr um 1500 EUR seit 2001 gesunken. Das Ministerium hat jetzt die Verantwortung, das Finanzierungsniveau des Hochschulsystems zu korrigieren und den drohenden Kollaps im System abzuwenden.“</p><p>Gemeinsam fordern die Vertreter aller Hochschularten, dass Baden-Württemberg im Landeshaushalt einen Schwerpunkt auf den Erhalt der Zukunftsfähigkeit des Hochschulsystems setzt. Der Anteil von Hochschulen und Wissenschaft an den Landesausgaben ist in den letzten Jahren geringer geworden. Eine bedarfsgerechte Finanzierung des Hochschulsystems würde einen Zuwachs ihres Anteils am Landeshaushalt um weniger als ein Prozent bedeuten und die dringend notwendige Trendumkehr zugunsten von Bildung und Innovation bewirken. Baden-Württemberg muss auch in Zukunft ein Wissenschaftsstandort und Bildungsland bleiben.</p><p>Stuttgart, 27. August 2019</p><h3>Sachinformation:</h3><ul><li>In der Landesrektorenkonferenz der Universitäten (LRK) sind die neun Landesuniversitäten mit über 170 000 Studierenden, ca. 2.800 Professor*innen, 29.500 Wissenschaftler*innen und 41.000 Beschäftigten organisiert.</li><li>In der Rektorenkonferenz der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW BW e.V.) sind die 21 staatlichen Hochschulen und drei kirchlichen HAW zusammengeschlossen. Sie vertritt damit die Interessen von rd. 3.000 Professor*innen, über 100.000 Studierenden und mehr als 10.000 Beschäftigten.</li><li>Der gemeinsame öffentliche Appell der beiden Rektorenkonferenzen, dem sich auch die anderen Hochschularten (Pädagogische Hochschulen, Duale Hochschule sowie Kunst- und Musikhochschulen) mit nahezu gleichlautenden Forderungen angeschlossen haben, ist ein bis dato einmaliger Vorgang. Er unterstreicht aus Sicht der Universitäten und Hochschulen den Ernst der Lage.</li></ul>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-43390</guid><pubDate>Mon, 19 Aug 2019 15:33:29 +0200</pubDate><title>Universität Tübingen fordert deutlich höhere Grundfinanzierung</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=43390&amp;cHash=e7a4514ed3536c0bdb531c1d26897a1e</link><description>Senat nimmt Stellung zu Verhandlungen über neuen Hochschulfinanzierungsvertrag – „Mindestens 1.000 Euro mehr pro Studentin und Student“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen hat vom Land Baden-Württemberg eine deutliche Erhöhung der staatlichen Grundfinanzierung gefordert. „Während das Bruttoinlandsprodukt Baden-Württembergs seit 1998 um real 40 Prozent und die Steuereinnahmen sogar um 49 Prozent gestiegen sind, liegt der Zuschuss des Landes pro Studierendem heute um real 3.540 Euro unter dem Landeszuschuss des Jahres 1998“, kritisierte der Senat der Universität in einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme. „Daher verlangen wir, die staatliche Grundfinanzierung der Universität Tübingen endlich an die stark gestiegenen Anforderungen anzupassen und die strukturelle Unterfinanzierung dauerhaft zu beenden.“</p><p>Dazu sei es notwendig, den Landeszuschuss an die baden-württembergischen Hochschulen 2021 in einem ersten Schritt um mindestens 1.000 Euro pro Studentin und Student zu erhöhen, erklärte das Gremium. Anschließend müsse der Landeszuschuss pro Jahr um drei Prozent gesteigert werden. Darüber hinaus forderte der Senat, Baden-Württemberg müsse die von der Bundesregierung mit dem „Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken“ zugesagten Mittel an die Hochschulen weiterreichen und&nbsp;wie im Zukunftsvertrag vereinbart – um Landesmittel in gleicher Höhe ergänzen.</p><p>Die Hochschulen verhandeln derzeit mit der Landesregierung über einen neuen Finanzierungsvertrag. Die Laufzeit des bisherigen Vertragswerks endet im Jahr 2020. „Die Signale, die wir im Rahmen der Verhandlungen derzeit erhalten, lassen befürchten, dass die Investitionen in die Hochschulen eingefroren oder gar gekürzt werden sollen“, sagte der Rektor der Universität, Professor Bernd Engler. Angesichts der ökologischen, sozialen, wirtschaftlichen und technologischen Herausforderungen, vor denen Baden-Württemberg in den kommenden Jahren stehe, wäre dies folgenschwer.</p><p>„Die Anforderungen und Erwartungen, die Gesellschaft, Politik und Wirtschaft an die Hochschulen herantragen, wachsen kontinuierlich“, betonte der Senat der Universität in seiner Stellungnahme. „Deutlich mehr junge Menschen als noch vor 20 Jahren streben heute ein Studium an.“ Zahllose Unternehmen, die ihre Arbeitskräfte noch vor wenigen Jahren überwiegend selbst ausgebildet hätten, würden heute zunehmend darauf setzen, dass Ausbildung von den Hochschulen geleistet werde: „Politische Entscheidungen – etwa zur Akademisierung von Gesundheitsberufen – haben den generellen Trend zum Hochschulstudium als Regelfall nochmals deutlich verstärkt.“</p><p>Alle Industrienationen stünden vor dramatischen Veränderungen: „Globalisierung, technologischer und demographischer Wandel, Umweltzerstörung und Klimawandel fordern jeden Einzelnen und die Gesellschaft insgesamt. Es wird in den nächsten Jahrzehnten mehr denn je auf die Universitäten und ihre Leistungen in Forschung und Lehre ankommen“, erklärte das Gremium: „Nur mit den Universitäten, mit ihrer Fähigkeit, das Wissen zu erweitern und weiterzugeben, ihrer Fähigkeit zu Dialog und Ausgleich sowie nicht zuletzt ihrer Fähigkeit zur transnationalen und interkulturellen Verständigung wird unsere Gesellschaft in der Lage sein, diese Herausforderungen zu meistern. Die Universitäten brauchen dazu aber ein solides finanzielles Fundament.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-43297</guid><pubDate>Thu, 15 Aug 2019 10:00:00 +0200</pubDate><title>Karl Ove Knausgård und Judith Schalansky bei der Tübinger Poetik-Dozentur 2019</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=43297&amp;cHash=9311df492bb60d0521af02c47b895be4</link><description>Der norwegische Schriftsteller und die deutsche Schriftstellerin sind von 1. bis 6. Dezember 2019 an der Universität Tübingen 
zu Gast</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Schriftsteller Karl Ove Knausgård und die Schriftstellerin Judith Schalansky sind dieses Jahr von 1. bis 6. Dezember Gäste der von der Stiftung Würth geförderten Tübinger Poetik-Dozentur. Die literarische Veranstaltungsreihe findet zum 33. Mal an der Universität Tübingen statt. Die Vorlesungen im Audimax und in der Alten Aula stehen allen Interessierten offen, der Eintritt ist frei.</p><p>Karl Ove Knausgård beginnt die Reihe mit einer Lesung in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall am Sonntag, den 1. Dezember. Am Montag, den 2. Dezember, eröffnet der norwegische Schriftsteller dann mit einer Vorlesung über sein Schreiben die Tübinger Veranstaltungen. Am Dienstag, den 3. Dezember, wird er in einer zweiten Vorlesung seine literarischen Anliegen darlegen, die sich auf die Übersetzung des eigenen Lebens in seine Texte richten. Judith Schalansky beschäftigt sich in einer Vorlesung am Mittwoch, den 4. Dezember, und in einem zweiten Vortrag am Donnerstag, den 5. Dezember, mit der Frage, wie sich mittels genauer Recherche Wissen nicht nur in Literatur übersetzen, sondern auch bibliophil gestalten lässt. Diesen Prozess der Recherche und Gestaltung wird sie zudem am Donnerstag und Freitag Studierenden in einem Schreibworkshop näherbringen.&nbsp;</p><h3>Die Termine im Überblick</h3><p><strong>Lesung von Karl Ove Knausgård</strong> am Sonntag, 1. Dezember 2019, 11.00 Uhr, Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall. Die Lesung ist ausgebucht.</p><p><strong>Vorlesungen von Karl Ove Knausgård und Judith Schalansky an der Universität Tübingen</strong><br> Montag, 2. Dezember: Vorlesung von Karl Ove Knausgård (Audimax)<br> Dienstag, 3. Dezember: Vorlesung von Karl Ove Knausgård (Audimax)<br> Mittwoch, 4. Dezember: Vorlesung von Judith Schalansky (Alte Aula)<br> Donnerstag, 5. Dezember: Vorlesung von Judith Schalansky (Alte Aula)<br> Die Veranstaltungen in Tübingen finden um 20 Uhr im Audimax (Neue Aula, Geschwister Scholl Platz, 72074 Tübingen) und in der Alten Aula (Münzgasse 30, 72070 Tübingen) der Universität Tübingen statt.</p><p><strong>Schreibworkshop mit Judith Schalansky</strong><br> Donnerstag, 5. Dezember und Freitag, 6. Dezember: Workshop für Studierende mit Judith Schalansky. Anmeldung unter sara.bangert@uni-tuebingen.de&nbsp;</p><h3>Kurzbiografien:</h3>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-43141</guid><pubDate>Wed, 07 Aug 2019 11:04:28 +0200</pubDate><title>Tübinger Wissenschaftler prüfen Vergleichbarkeit verschiedener Hirnsignale</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=43141&amp;cHash=afccba9a074cc70fb9a93349cebdbba0</link><description>Äußerliche Messungen am Kopf lassen Schlüsse auf die zugrundeliegende Nervenzellaktivität zu</description><content:encoded><![CDATA[<p>Eine neue Studie von Tübinger Wissenschaftlern zeigt, dass sich Messergebnisse verschiedener gängiger Methoden zur Bestimmung der Hirnaktivität weitgehend in direkten Zusammenhang bringen lassen. Zwei davon – die Elektroenzephalografie (EEG) und die Magnetoenzephalographie (MEG) – sind nicht-invasive Verfahren, bei denen die Hirn-tätigkeit an der Kopfoberfläche gemessen wird und kein operativer Eingriff notwendig ist. Die dritte Methode ist die invasive Elektrophysiologie, bei der Mikroelektroden die Aktivität einzelner bis tausender Nervenzellen direkt im Gewebe aufnehmen. Forscher um Professor Markus Siegel am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und der Universität Tübingen setzten gemeinsam mit Kollegen vom Massachusetts Institute of Technology (USA) nun alle drei Verfahren parallel in einem Sehexperiment ein. Sie wiesen nach, dass EEG, MEG und invasive Elektrophysiologie bei der Verarbeitung eines Sehreizes sehr ähnliche Informationen erfassen, wie etwa die Farbe und Bewegungsrichtung von Punkten. Erkenntnisse aus invasiven und nicht-invasiven Experimenten lassen sich somit künftig besser in Zusammenhang bringen.&nbsp;</p><p>„Im weiteren Sinne kann nun auch die Forschung an menschlichen Probanden besser mit Untersuchungen an Versuchstieren verglichen werden“, sagt Studienleiter Siegel. Um die Funktionsweise des Gehirns auf der Ebene einzelner Nervenzellen untersuchen zu können, müssen Hirnforscher auf Untersuchungen an Versuchstieren zurückgreifen. EEG und MEG werden wiederum bevorzugt an menschlichen Versuchspersonen eingesetzt, etwa in der klinischen Hirnforschung.&nbsp;</p><p>„Es ist jedoch nicht ganz einfach, EEG- und MEG-Daten mit den zugrundeliegenden neuronalen Schaltkreisen in Beziehung zu setzen“, berichtet Florian Sandhäger, Mitarbeiter von Siegel und Erstautor der Studie. Beide Verfahren messen großflächige elektrische sowie magnetische Felder, die aufgrund der Hirnaktivität entstehen, an der Kopfoberfläche. Mit ihrer Hilfe lassen sich die örtlichen Quellen der Signale bestimmen, nicht jedoch die Aktivität einzelner Zellen. Diese können nur mithilfe der invasiven Elektrophysiologie geklärt werden. Die hauchdünnen Mikroelektroden messen die Nervenzellaktivität direkt am Ort des Geschehens im Gehirn und bieten so eine sehr hohe räumliche Auflösung.&nbsp;</p><p>Ziel von Siegel und seinen Mitarbeitern war es, die außerhalb des Kopfs gemessenen elektrischen und magnetischen Felder mit der konkreten Nervenzellaktivität in Verbindung zu bringen. Dafür entwickelten sie ein Experiment, bei dem verschiedenfarbige Punktmuster auf einem Bildschirm gezeigt wurden, die sich in unterschiedlichen Richtungen bewegten. Zunächst untersuchten die Wissenschaftler die Hirnaktivität menschlicher Versuchspersonen beim Betrachten dieser Muster. Dafür verwendeten sie das MEG. Parallel dazu entwickelten sie ein spezielles EEG, mit dem sie die vergleichbare Hirnaktivität während der Aufgabe an Rhesusaffen messen konnten. In einem dritten Schritt führten sie mit den Tieren das Sehexperiment durch, während sie dabei die Nervenzellaktivität mittels Mikroelektroden maßen.</p><p>Das Ergebnis: Die gemessenen Signale enthielten bei allen drei Verfah-ren Informationen über Farbe und Bewegungsrichtung der Punktmuster. Darüber hinaus identifizierten die Wissenschaftler spezifische Muster im MEG und EEG, die sie in Bezug zu den Eigenschaften einzelner Nervenzellen in bestimmten Hirnarealen setzen konnten. „Unsere Studie hilft, nicht-invasive Messverfahren in engen Bezug zu den unterliegenden zellulären Mechanismen zu setzen“, erläutern Siegel und Sandhäger. „Dieser Brückenschlag trägt nicht nur zu einem besseren Verständnis der Funktionsweise des menschlichen Gehirns bei, sondern kann langfristig auch eine genauere Interpretation von EEG- und MEG-Messungen im klinischen Kontext ermöglichen.“ Die aktuelle Studie ist in der Fachzeitschrift eLife erschienen.</p><h3>Originalpublikation:</h3><p>Sandhaeger et al. (2019): Monkey EEG links neuronal color and motion information across species and scales, eLife, 8: e45645.&nbsp;<a href="http://doi.org/10.7554/eLife.45645" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">doi.org/10.7554/eLife.45645</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-42883</guid><pubDate>Thu, 01 Aug 2019 10:07:43 +0200</pubDate><title>Weibliche und männliche Sexualstraftäter unterscheiden sich</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=42883&amp;cHash=ff39174404f5940690a6009e421572b0</link><description>Studie der Universität Tübingen untersucht erstmals Sexualkriminalität von Frauen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Weibliche und männliche Sexualstraftäter unterscheiden sich in ihrem Tatvorgehen und der Wahl ihrer Opfer. So stellte eine Studie über Sexualstraftäterinnen beispielsweise fest, dass diese häufig gemeinsam mit Männern Taten begehen, ohne dass es zu Körperkontakt zwischen Opfer und Täterin kommt. Die Juristin Dr. Ulrike Hunger hat in einer am Institut für Kriminologie (IFK) der Universität Tübingen entstandenen Untersuchung Strafakten von 104 Täterinnen analysiert, die aufgrund eines sexuellen Missbrauchs- oder Gewaltdeliktes verurteilt wurden. Sie verglich diese mit einer männlichen Gruppe von 98 sexuellen Missbrauchs- und Gewalttätern. Es ist die erste Studie, die sich in Deutschland mit der Gruppe der verurteilten Sexualstraftäterinnen auseinandersetzt. Die Arbeit ist im Duncker &amp; Humblot Verlag erschienen. Die Erkenntnisse können helfen, individuelle Therapiekonzepte zu entwickeln.</p><p>Bei sexuellen Missbrauchsdelikten werden Machtverhältnisse ausgenutzt, dazu zählt zum Beispiel der sexuelle Missbrauch von Kindern. Dagegen wird bei sexuellen Gewaltdelikten Gewalt angewendet oder angedroht, um sexuelle Handlungen zu erzwingen. Darunter fallen die sexuelle Nötigung sowie die Vergewaltigung.&nbsp;</p><p>Ulrike Hunger fand in ihrer kriminologischen Studie „Verurteilte Sexualstraftäterinnen – eine Analyse sexueller Missbrauchs- und Gewaltdelikte“ deutliche Unterschiede, was die Sexualkriminalität von Männern und Frauen betrifft: So waren bei mehr als der Hälfte der Täterinnen, die wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurden, an den Straftaten Mittäter beteiligt – 95 Prozent davon waren Männer. Als Motive nannten die Frauen die sexuelle Befriedigung der Mittäter, ihre Liebesbeziehung zu diesen sowie das eigene Bedürfnis nach Nähe. Typischerweise kam es bei vielen Taten nicht zu Körperkontakt zwischen den Täterinnen und ihren Opfern. Charakteristisch für die Frauen war zudem, dass sie gleichermaßen männliche und weibliche Opfer missbrauchten und ein großer Anteil der Geschädigten mit ihnen verwandt waren. Die Männer der Vergleichsgruppe hingegen verübten die Missbrauchstaten fast alle alleine und hauptsächlich zur eigenen sexuellen Befriedigung. Als Opfer wählten sie größtenteils weibliche Betroffen aus, wobei sie kaum verwandte Opfer missbrauchten, fasst die Studienautorin zusammen.&nbsp;</p><p>Auch in der Gruppe der sexuellen Gewalttäterinnen waren typischerweise bei fast allen Taten weitere Personen beteiligt. Die Täterinnen hatten selbst oftmals keinen Körperkontakt zu ihrem Opfer, sondern forderten zu sexuellen Handlungen auf oder sahen dabei zu. Als Hauptbeweggründe nannten sie die Angst, vom Mittäter verlassen oder körperlich misshandelt zu werden. Über drei Viertel der Opfer waren weiblich. Sämtliche Opfer waren mit den Frauen bekannt oder verwandt ‒ bei sexuellen Gewalttaten von Männern hingegen kannten sich Täter und Opfer in etwa einem Drittel der Fälle vor der Tat nicht. Die Männer präferierten fast ausschließlich weibliche Opfer.</p><p>Die Juristin verglich unter anderem die demographischen Merkmale der Täterinnen, ihren familiären Hintergrund, Geschlecht und Alter der Opfer, die an der Tat Mitwirkenden, die Tathandlung und die Urteile. Danach waren in der Gruppe der sexuellen Missbrauchsdelikte die Täterinnen durchschnittlich 33 Jahre alt. Das Durchschnittsalter der Opfer lag bei nur zwölf Jahren. Die Männer hingegen waren durchschnittlich 37 Jahre alt. Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern waren hohe Bildungsabschlüsse selten, etwa dreiviertel beider Tätergruppen lebten in Partnerschaften und hatten eigene Kinder.&nbsp;</p><p>In der Gruppe der sexuellen Gewaltdelikte waren die Täterinnen mit durchschnittlich 23 Jahren deutlich jünger, viele waren zur Tatzeit noch Jugendliche. Die Opfer waren durchschnittlich 22 Jahre alt. In der männlichen Vergleichsgruppe hingegen waren die Täter älter, ihr Durchschnittsalter lag bei 39 Jahren. Die Geschädigten waren durchschnittlich 25 Jahre alt.</p><p>Den empirischen Hintergrund bildete eine Aktenanalyse zu 104 Täterinnen, die von 2003 bis 2012 in Bayern und Baden-Württemberg wegen eines sexuellen Missbrauchs- oder Gewaltdeliktes verurteilt wurden. Die männliche Vergleichsgruppe setzte sich aus 98 sexuellen Missbrauchs- und Gewalttätern aus den gleichen Bundesländern und demselben Zeitraum zusammen.</p><p>Frauen, die Sexualstraftaten begehen, sind zwar in Statistiken immer noch ein seltenes Phänomen, geraten aber immer mehr in den Blick der Öffentlichkeit. Über den „Staufener Missbrauchsfall“ wurde viel berichtet: Die Täterin wurde zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. „In dieser Studie liegt zum ersten Mal der Fokus auf der kleinen Gruppe der Sexualstraftäterinnen, die sich durch ganz eigene Täter-, Opfer- und Tatmerkmale auszeichnet“, sagt Hunger. „Die Erkenntnisse über die Täterinnen können für die Prävention hilfreich sein, indem auf dieses Thema aufmerksam gemacht wird. Außerdem lassen sich mit Hilfe der Ergebnisse individuelle Therapiekonzepte entwerfen“.</p><h3>Publikation:</h3><p>Ulrike Hunger: Verurteilte Sexualstraftäterinnen – eine empirische Analyse sexueller Missbrauchs- und Gewaltdelikte, Duncker &amp; Humblot Berlin, 2019.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-42700</guid><pubDate>Fri, 26 Jul 2019 11:09:16 +0200</pubDate><title>Universität und Robert Bosch GmbH vertiefen Kooperation</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=42700&amp;cHash=fb670c0d4a3d679811da129c50e20840</link><description>Weitere Industry on Campus-Professur zur künstlichen Intelligenz ‒ Experte für autonome Systeme lehrt und forscht künftig auf Tübinger Campus</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen und die Robert Bosch GmbH vertiefen ihre Zusammenarbeit im Bereich der künstlichen Intelligenz mit einer weiteren Industry on Campus-Professur: Gerhard Neumann, Experte für autonome Systeme und maschinelles Lernen am Bosch Center for Artificial Intelligence, wird auf dem Campus eine eigene Forschungsgruppe aufbauen, mit Forscherinnen und Forschern der Universität kooperieren sowie Lehrveranstaltungen anbieten.&nbsp;</p><p>Die Kooperation ermöglicht eine enge Zusammenarbeit beider Partner und verknüpft Grundlagenforschung mit Erfahrungen und Fragestellungen aus der Praxis. Gerhard Neumann hat an der TU Graz promoviert und forschte anschließend an der TU Darmstadt zu lernenden und autonomen Systemen. 2016 wurde Neumann Professor für Computational Learning an der Universität Lincoln in Großbritannien und Mitglied des Lincoln Center for Autonomous Systems. Im Frühjahr 2019 wechselte er zu Bosch.&nbsp;</p><p>Sein Interesse gilt vor allem der Weiterentwicklung selbst-lernender Systeme. Wie können diese nicht nur einfache Arbeitsschritte, sondern auch vielseitigere Aufgabestellungen erlernen und anwenden, zum Beispiel bei der Handhabung von Objekten oder beim Ernten von Früchten? Hierfür kombiniert er verschiedene Ansätze: Grundlagen des maschinellen Lernens wie beispielsweise Lernen durch „Trial and Error“ (Reinforcement Learning Algorithmen) und durch Imitation des Menschen, Erkenntnisse aus der Roboterwahrnehmung (Robot Vision) wie auch aus der Modellierung von Bewegungsabläufen.&nbsp;</p><p>Die Industry on Campus-Professur von Gerhard Neumann ist bereits die zweite Kooperation dieser Art zwischen Bosch und der Universität Tübingen. Seit 2018 leitet der Physiker Dr. Björn Andres ebenfalls eine Arbeitsgruppe an der Universität Tübingen. Andres forscht im Bereich des Maschinellen Lernens für Computer Vision unter anderem an Verfahren für die robuste Erkennung und Verfolgung von Personen und Fahrzeugen im Straßenverkehr.</p><p>Im Rahmen der Industry on Campus-Professur bringen Unternehmen ihre Praxiserfahrungen aus Entwicklung und Anwendung von Technologien an der Universität Tübingen ein. Davon sollen Studierende wie auch der Forschungsstandort profitieren: Gemeinsame, intensive Forschungsaktivitäten sollen Entwicklungen schneller zur Marktreife bringen und Impulse für weiterführende Forschung geben. „Wir freuen uns über diese weitere Kooperation mit der Robert Bosch GmbH“, sagt der Rektor der Universität Tübingen, Professor Bernd Engler. „Industry on Campus-Formate ermöglichen eine gegenseitige Befruchtung von Wissenschaft und Praxis und fördern die anwendungsinspirierte Grundlagenforschung. Dies entspricht dem Anspruch der Universität, und auch dem Grundgedanken des Forschungsverbunds Cyber Valley zur künstlichen Intelligenz.“</p><p>„Das Kernelement von Industry on Campus ist der Austausch zwischen Top-Experten aus Wissenschaft und Industrie. Diese Gruppen leisten einen wichtigen Beitrag dazu, die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Bosch und der Universität Tübingen weiter auszubauen“, sagt Dr. Michael Bolle, Geschäftsführer und CDO/CTO von Bosch.</p><p>Bosch und die Universität Tübingen gehören zu den Gründungsmitgliedern des Cyber Valley. Die Initiative ist eines der größten KI-Projekte Europas und verbindet Akteure aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in der Region Stuttgart und Tübingen. Bosch unterstützt das Cyber Valley unter anderem mit einer eigenen Stiftungsprofessur zu Maschinellem Lernen. An der Universität Tübingen werden fünf neue Professuren etabliert, rund 30 Arbeitsgruppen forschen rund um das Thema Maschinelles Lernen, Computer Vision und Robotik.</p><p><a href="https://cyber-valley.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://cyber-valley.de/</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-42640</guid><pubDate>Thu, 25 Jul 2019 11:33:00 +0200</pubDate><title>Neue Einblicke in die Nutzung von Ocker in der Altsteinzeit</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=42640&amp;cHash=29ee4e459d64839d7512e18bcf04a54d</link><description>Archäologen der Universität Tübingen präsentieren im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren seltenen Reibestein – Unscheinbarer, aber sehr aussagekräftiger Fund</description><content:encoded><![CDATA[<p>Schon die Jäger und Sammler der Altsteinzeit nutzten Naturfarben wie Ocker: Sie bemalten damit Gegenstände und Körper, gerbten Leder, schützten sich vor Insekten und Sonne oder nutzten es als Zusatz im Klebstoff bei der Werkzeugherstellung. Ein unscheinbarer, kleiner Geröllstein von der Schwäbischen Alb gibt wichtige Aufschlüsse darüber, wie sie die Farben herstellten. Professor Nicholas Conard, Leiter der Abteilung Ältere Urgeschichte und Quartärökologie der Universität Tübingen, hat den Fund aus der Welterbe-Höhle Hohle Fels am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren (urmu) präsentiert. Die Ergebnisse wurden im heute erschienenen Jahrbuch „Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2018“ veröffentlicht.</p><p>Der Stein ist 7,8 Zentimeter lang, 7,1 Zentimeter breit, 4,1 Zentimeter dick und wiegt gut 300 Gramm. Rote Farb- und Abriebspuren und Schlagnarben deuten darauf hin, dass er als Schlagstein für die Werkzeugherstellung und als Reibstein zur Farbaufbereitung diente: Offensichtlich rieben die Menschen der Altsteinzeit geeignete Gesteinsbrocken mit solchen Steinen zu feinem Pulver. Anschließend konnte dieses mit Wasser zu einer Paste gebunden und aufgetragen werden. Darauf weisen Steinfunde von der Schwäbischen Alb hin, auf die vermutlich mit kleinen Stöcken Punktreihen getupft wurden.</p><p>„Der Reibestein zählt zu den wenigen Artefakten, die uns über die Bearbeitung und Herstellung von Ockerpulver Auskunft geben“, sagt Professor Conard, „und obwohl wir im Hohle Fels mehr als 850 Ockerartefakte gefunden haben, sind vergleichbare Stücke, die die Aufbereitung von mineralischen Farbbrocken hin zu nutzbarer Farbe belegen, hier – aber auch im Rest Deutschlands – selten.“ Derzeit entstehe anhand der Funde aus dem Hohle Fels die erste tiefergehende Studie zur Ockernutzung über das gesamte Jungpaläolithikum hinweg, von einer Zeitspanne von 44.000 bis 14.500 Jahren vor heute. Hierbei zeichne sich ab, dass unterschiedliche altsteinzeitliche Epochen unterschiedliche Ockertypen bevorzugt hatten, sagt Conard weiter: „Vor etwa 40.000 Jahren im Aurignacien wurden hellere Farbtöne bevorzugt, während später im Gravettien und Magdalénien die Farbtöne dunkler werden. Ob dies mit der Nutzung neuer Ockerquellen oder mit einer Art neuen Zeitgeschmacks zu tun hat, wissen wir nicht mit Sicherheit.“&nbsp;</p><p>Der Reibestein wird bis Anfang Januar 2020 im urmu als „Fund des Jahres“ präsentiert – begleitet von anderen Exponaten mit Bezug zu Farbe. Das urmu wird in den Sommerferien donnerstags von 11.00 bis 12.00 Uhr ein Sonderprogramm zum Fund des Jahres anbieten: Am 1., 8. und 15. August können sich Besucher nach einer Führung intensiv mit Ocker und Rötel auseinandersetzen und selbst mit Naturfarben experimentieren. Am 22.und 29. August sowie am 5. September wird es in einer Schwerpunktführung um das Thema „Rituelles Rot“ gehen. Außerdem findet von Dienstag bis Sonntag um 14.30 Uhr eine Führung zum Welterbe statt.</p><p>Das urmu liegt inmitten der Steinzeithöhlen, die von der UNESCO im Juli 2017 zum Welterbe „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“ ernannt wurden. Als das Museum für Altsteinzeit in Baden-Württemberg und Forschungsmuseum der Universität Tübingen stellt das urmu das eiszeitliche Leben der Jäger und Sammler am Rand der Schwäbischen Alb vor 40.000 Jahren vor. Prominentestes Exponat ist das Original der „Venus vom Hohle Fels“. (<a href="http://www.urmu.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.urmu.de</a>)</p><h3>Publikation:</h3><p>Nicholas J. Conard, Alexander Janas: „Weiterführende Ausgrabungen im Hohle Fels und neue Einblicke in die Nutzung von Ocker im Jungpaläolitikum.“ ArchäologischeAusgrabungen in Baden-Württemberg 2018 (2019), S. 56-59.</p><p>Velliky EC, Porr M, Conard NJ (2018), Ochre and pigment use at Hohle Fels cave: Results of the first systematic review of ochre and ochre-related artefacts from the Upper Palaeolithic in Germany. PLoS ONE 13(12): e0209874.&nbsp;<a href="https://doi.org/10.1371/journal.pone.0209874" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1371/journal.pone.0209874</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-42322</guid><pubDate>Thu, 18 Jul 2019 09:04:15 +0200</pubDate><title>„Handwriting the Constitution“: Mit der New Yorker Künstlerin Morgan O’Hara das Grundgesetz schreiben</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=42322&amp;cHash=ce0dfc99c8bdb3251d5155dcb88990bd</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die New Yorker Konzeptkünstlerin Morgan O’Hara lädt für <strong>Dienstag, 23. Juli 2019</strong>, alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sowie die Medien zu einer neuen Ausgabe ihres sozialen Kunstkonzepts „<strong>Handwriting the Constitution</strong>“ ein. Anlass ist die Verkündung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland vor 70 Jahren. Die Kunstaktion findet <strong>von 19.30 Uhr bis 21.30 Uhr auf Schloss Hohentübingen</strong> statt.</p><p>Mit „Handwriting the Constitution“ will Morgan O’Hara Menschen zu gemeinsamen friedlichen, kreativen und demokratischen Aktionen anregen. Sie will andere ermutigen, in allen Sprachen die in verschiedenen Verfassungen garantierten Grund- und Menschenrechte handschriftlich niederzulegen: „Wenn du etwas schreibst, kommt es auf eine tiefere Weise in deinen Kopf und deinen Körper“, sagt O’Hara. Die Konzeptkünstlerin wirkt im Sommersemester 2019 als „Invited Artist“ an der Universität Tübingen.</p><p>Ausgehend von einer Protestaktion gegen US-Präsident Donald Trump im Januar 2017 entwickelte sich „Handwriting the Constitution“ zu einer globalen Veranstaltungsreihe. Morgan O‘Hara lädt Menschen an unterschiedlichen Orten ein, die amerikanische Verfassung oder die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte beziehungsweise hier in Tübingen auch das Grundgesetz handschriftlich nachzuschreiben. Bis heute hat sie 108 dieser Sessions mit 1.500 Personen weltweit initiiert und veranstaltet.&nbsp;</p><p>Mit dem Konzept „Invited Artist“ lädt die Universität jährlich international renommierte Künstlerinnen und Künstler nach Tübingen ein, um Studierenden Einblick in die zeitgenössische Kunst unterschiedlicher Kulturkreise zu ermöglichen. Morgan O’Hara bietet im Sommersemester 2019 für Studierende aller Fakultäten den Workshop „Life and Meaning“ an.&nbsp;</p><p>Die Aktion „Handwriting the Constitution – session 109“ findet in Kooperation mit dem Deutsch-Amerikanischen Institut Tübingen, dem Weltethos-Institut Tübingen und der Kunsthalle Göppingen statt. Es werden die Texte des Grundgesetzes, die amerikanische Verfassung, die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte sowie Papier und Schreibgeräte bereitliegen. Diese Utensilien können jedoch gerne auch selbst mitgebracht werden.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-42292</guid><pubDate>Wed, 17 Jul 2019 15:35:15 +0200</pubDate><title>„Erfolg für den Gesundheitsstandort Deutschland“</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=42292&amp;cHash=175ccb44df0b7f11d21b7545d27148e9</link><description>Universität und Universitätsklinikum Tübingen begrüßen positive Entscheidung für Ausbau der Personalisierten Medizin</description><content:encoded><![CDATA[<p>Als großen Erfolg für den Gesundheitsstandort Deutschland haben Universität und Universitätsklinikum Tübingen die Entscheidung der baden-württembergischen Landesregierung für den landesweiten Ausbau der Personalisierten Medizin gewürdigt. „Mit dem nun beschlossenen Aufbau von Zentren für Personalisierte Medizin schafft Baden-Württemberg eine bundesweit einmalige Struktur und macht das Land zum Vorreiter für Diagnose und Therapie der Zukunft“, sagte der Sprecher des Tübinger Zentrums für Personalisierte Medizin und Direktor der Medizinischen Universitätsklinik I, Professor Nisar Peter Malek, am Mittwoch.&nbsp;</p><p>„In den vergangenen vier Jahren haben wir in Baden-Württemberg Methoden und Strukturen für den Einsatz der Personalisierten Medizin entwickelt und erfolgreich erprobt. Nun werden wir die neu entwickelten diagnostischen und therapeutischen Verfahren schrittweise allen Patienten in Baden-Württemberg anbieten können“, erklärte Malek. Die Zentren für Personalisierte Medizin (ZPM) sollen nach dem Beschluss des Stuttgarter Kabinetts zunächst an den Standorten der Universitätskliniken in Heidelberg, Freiburg, Tübingen und Ulm entstehen. Die ZPM sollen sich zunächst auf die Entwicklung zukunftsweisender Diagnoseverfahren und Therapien bei Krebserkrankungen konzentrieren.</p><p>In einer zweiten Ausbauphase sollen schrittweise Partnerstandorte auch an weiteren, leistungsstarken Krankenhäusern aufgebaut werden, wie Malek berichtet. Zudem ist geplant, das Leistungsspektrum schrittweise auch auf entzündliche Erkrankungen, Infektionskrankheiten und neurolo-gische Erkrankungen auszuweiten. Personalisierte Medizin basiert vor allem auf sehr leistungsstarken Diagnoseverfahren. Dazu gehören hochpräzise bildgebende Verfahren ebenso wie beispielsweise Genomanalysen, um Schwachstellen eines Tumors identifizieren zu können. Die so entstehenden Daten werden anschließend zur Entwicklung einer personalisierten, also auf den einzelnen Patienten exakt zugeschnittenen Therapie genutzt.&nbsp;</p><p>Wie der Sprecher des Tübinger ZPM berichtete, wollen die vier baden-württembergischen Zentren eine gemeinsame Datenstruktur aufbauen. „Dies ist ein ganz wesentliches Element, um im Bereich der Personalisierten Medizin erfolgreich sein zu können. Um Krankheiten effektiver als in der Vergangenheit erkennen und behandeln zu können, muss die Medizin den einzelnen Patienten aber auch die Krankheit in ihren vielfältigen Erscheinungsformen besser und vollständiger begreifen.“ Dies sei nur möglich durch die Analyse und Auswertung großer Datenmengen. Dabei werde dem Datenschutz höchste Priorität eingeräumt.&nbsp;<br> &nbsp;&nbsp;<br> Das Tübinger Zentrum für Personalisierte Medizin wurde 2015 gegründet und in den vergangenen Jahren als Forschungsplattform der Universität maßgeblich mit Mitteln der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern gefördert.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-42082</guid><pubDate>Fri, 12 Jul 2019 09:10:56 +0200</pubDate><title>Kontrollierter Stoffaustausch zwischen den Zellen fädiger Cyanobakterien</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=42082&amp;cHash=b37ef6beddcca72c7ef8b85059280e45</link><description>Forschungsteam der ETH Zürich und der Universität Tübingen klärt hochaufgelöst die Struktur und Funktion der Zell-Zell-Verbindungen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die meisten Bakterien sind Einzeller. Dagegen bilden manche Cyanobakterien, auch als Blaualgen bekannt, vielzellige Fäden, die bereits auf bestimmte Aufgaben spezialisierte Zellen besitzen. Sie gehören damit zu den komplexesten Lebewesen im Bakterienreich. Bisher war wenig darüber bekannt, über welche Verbindungen sich die einzelnen Zellen untereinander austauschen. Das haben Gregor Weiss und Professor Martin Pilhofer von der ETH Zürich gemeinsam mit Ann-Katrin Kieninger, Dr. Iris Maldener und Professor Karl Forchhammer vom Interfakultären Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin der Universität Tübingen genauer untersucht. Mit einem speziellen Verfahren der Elektronen- und Fluoreszenzmikroskopie belegte das Team, dass die Verbindungen zwischen den Zellen aus einer Proteinröhre bestehen, die an beiden Enden mit einem Stopfen verschlossen werden kann. Damit fügen die Forscher dem Wissen über Cyanobakterien sowie der Entwicklung von Kommunikationsstrukturen bei Mehrzellern ein weiteres Puzzleteil hinzu. Die Studie wird in der Fachzeitschrift Cell veröffentlicht.</p><p>Cyanobakterien besiedelten die Erde bereits vor 2,5 Milliarden Jahren. Dank ihrer Fähigkeit zur Sauerstoff freisetzenden Fotosynthese ebneten sie höherem Leben den Weg in der Evolution. In den fädigen Cyanobakterien sind die einzelnen Zellen perlschnurartig zu Ketten verbunden. Fotosynthese treibende Zellen ernähren ihre Stickstoff fixierenden Schwesterzellen mit Zucker, in umgekehrter Richtung fließen Stickstoffverbindungen. „Für diesen regen Stofftransport haben Cyanobakterien spezielle Zellverbindungen, sogenannte Septalverbindungen, entwickelt“, erklärt Iris Maldener.</p><h3>In dünne Schichten zerlegt</h3><p>„Mit herkömmlicher Elektronenmikroskopie konnte man die Details dieser Zellverbindungen bisher nicht klären. Dank einer Erweiterung der KryoElektronenmikroskopie ist es uns gelungen, Einblicke in bislang unerreichter Genauigkeit zu erhalten“, sagt Martin Pilhofer. Pilhofers Doktorand Gregor Weiss entwickelte ein Verfahren, um die Cyanobakterien so zu präparieren, dass die Kanäle sichtbar gemacht werden konnten. Dazu „fräste“ Weiss in gefrorenen Cyanobakterien die Verbindungsstelle zwischen zwei Zellen schichtweise ab, bis seine Probe dünn genug war. Die kugeligen Zellen wären ohne Vorbehandlung für eine Anwendung in der Kryo-Elektronenmikroskopie zu dick. Mit dieser Methode zeigten die Forscherinnen und Forscher, dass die Proteinröhren, die die Zellinhalte benachbarter Zellen verbinden, durch Membran und Poren in den jeweiligen Zellwänden verlaufen. Jede Röhre mit einem Innendurchmesser von sieben Nanometern ist an den Enden mit fünfarmigen Proteinelementen überdacht, die ähnlich einer Kamerablende angeordnet sind. Zwischen benachbarten Zellen gibt es Dutzende solcher Verbindungskanäle.</p><p>„Aufgrund der komplexen Struktur der Verbindungskanäle vermuteten wir einen Mechanismus, der die Kanäle öffnet und schließt“, berichtet Forchhammer. Die Doktorandin Ann-Katrin Kieninger untersuchte daher den Stoffaustauch unter Stressbedingungen. Cyanobakterienketten wurden mit einem fluoreszierenden Farbstoff gefärbt und anschließend einzelne Zellen gezielt mit Hilfe eines Lasers gebleicht. Die Forscher maßen den Farbstoffeinstrom aus benachbarten Zellen. So konnten sie zeigen, dass die Kanäle bei Behandlung mit bestimmten Chemikalien oder im Dunkeln tatsächlich dicht machen.</p><h3>Schutz für den gesamten Zellverband</h3><p>Das Forschungsteam entdeckte, dass sich die filigrane Kappenstruktur des Kanals dabei wie eine Irisblende verschließt. Der Stoffaustausch zwischen den Zellen wird unterbrochen. „Ein solcher Schließmechanismus schützt den gesamten Zellverband“, sagt Forchhammer. So könne eine Zelle verhindern, dass sie beispielsweise Schadstoffe an ihre Nachbarzellen weitergebe. „Auch kann bei einem Angriff von Fressfeinden oder bei mechanischer Beschädigung das Auslaufen der Zellinhaltsstoffe des gesamten Zellverbundes verhindert werden.“</p><p>Die hier aus dem Bakterienreich beschriebenen Zell-Zell-Verbindungen seien die ältesten molekularen Strukturen für Vielzelligkeit, berichtet Maldener. Zellverbindungen seien in verschiedenen vielzelligen Lebewesen im Lauf der Evolution mehrmals erfunden wurden und hätten sich parallel entwickelt. „Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, dass ein mehrzelliger Organismus den Warentransport zwischen einzelnen Zellen kontrollieren kann“, sagt Pilhofer.</p><h3>Publikation:</h3><p>Weiss GL, Kieninger A-K, Maldener I, Forchhammer K, Pilhofer M. Structure and function of a bacterial gap junction analog. <em>Cell</em>, 11. Juli 2019. <a href="https://doi.org/10.1016/j.cell.2019.05.055" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.cell.2019.05.055</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Biologie-Willkommen-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-42013</guid><pubDate>Wed, 10 Jul 2019 10:57:13 +0200</pubDate><title>Alfried Krupp-Förderpreis für künftigen Tübinger Experimentalphysiker</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=42013&amp;cHash=66d12432ec43655e3d1db37adf5fbb58</link><description>Eine Million für Forschung zur Quantenphysik ‒ Dr. Christian Groß tritt im September eine Heisenberg-Professur in Tübingen an</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Experimentalphysiker Dr. Christian Groß erhält den mit einer Million Euro dotierten Alfried Krupp-Förderpreis für junge Hochschullehrer 2019. Groß, der im vergangenen Herbst auf eine Professur an der Universität Tübingen berufen wurde, erhält den Preis für seine Leistungen in der experimentellen Untersuchung ultrakalter Quantengase, wie die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung kürzlich mitteilte. Der Preisträger war von der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen für die Auszeichnung vorgeschlagen worden.&nbsp;</p><p>Groß leitet zurzeit eine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Quantentoptik (MPQ) in Garching bei München und wird im September in Tübingen eine Heisenberg-Professur für Experimentelle Vielteilchen-Quantenphysik antreten. Der Alfried Krupp-Förderpreis, der jährlich von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung vergeben wird, soll herausragenden jungen Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftlern eine unabhängige Forschung ermöglichen. Die Auszeichnung wird im November dieses Jahres in der Villa Hügel in Essen verliehen.&nbsp;</p><p>Dr. Christian Groß (geb. 1980) hat Physik an der Universität Mainz studiert und promovierte 2010 an der Universität Heidelberg im Bereich Quantenmetrologie. Seit 2011 ist er am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching beschäftigt. Der Schwerpunkt seiner Forschung liegt auf der experimentellen Untersuchung sogenannter ultrakalter Quantengase, insbesondere mit Blick auf die Vielteilchen-Physik. Eine Herausforderung ist hier das Zusammenspiel vieler Quantenteilchen: Die quantenmechanische Beschreibung einiger weniger Teilchen ist heute sehr gut verstanden, allerdings lässt sich dieses Verständnis nicht immer auf Systeme vieler stark wechselwirkender Teilchen übertragen. So stellt das detaillierte Verständnis sowie die Kontrolle vieler Quantenteilchen eine der großen Fragen der modernen Physik dar.&nbsp;</p><p>Ultrakalte Quantengase bieten hier eine einzigartige Plattform, um solche komplexen Systeme mikroskopisch zu designen und auf dem Level einzelner Atome zu untersuchen. Die heutige Grundlagenforschung in diesem Bereich hat großes Potential als Basis künftiger Technologien, die auf Vielteilchen-Quanteneffekten beruhen.</p><p>In Tübingen wird Groß seine Forschung zu Wechselwirkungen zwischen ultrakalten Atomen fortsetzen. Durch Kontrolle dieser Wechselwirkungen über Reichweiten von mehreren Mikrometern können räumlich getrennte Atome oder Moleküle miteinander in Kontakt gebracht werden. Dies wäre ein vielversprechender Ansatz für die Entwicklung besonders effizienter Informationsverarbeitung in sogenannten Quantencomputern.&nbsp;</p><p>Der Experimentalphysiker erhielt für seine Arbeiten bereits den Dissertationspreis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (2011). Er konnte Förderung durch einen „Starting Grant“ des Europäischen Forschungsrates einwerben und wurde mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgezeichnet ‒ beide Formate unterstützen herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler bei Forschungsvorhaben. An der Universität Tübingen wird er auf eine Heisenberg-Professur der DFG berufen, mit der besonders ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Option für eine Professur auf Lebenszeit erhalten.</p><p>Pressemitteilung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung:&nbsp;<br><a href="https://www.krupp-stiftung.de/presse/christian-gross-erhaelt-alfried-krupp-foerderpreis-fuer-junge-hochschullehrer-2019/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.krupp-stiftung.de/presse/christian-gross-erhaelt-alfried-krupp-foerderpreis-fuer-junge-hochschullehrer-2019/</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-41722</guid><pubDate>Thu, 04 Jul 2019 09:44:50 +0200</pubDate><title>30.000 Jahre alter Mord geklärt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=41722&amp;cHash=c6deecc11ba0414c6f42c39c7b6d2176</link><description>Frühester moderner Europäer war Opfer einer Gewalttat</description><content:encoded><![CDATA[<p>Senckenberg-Wissenschaftlerin Katerina Harvati hat gemeinsam mit internationalen Kolleginnen und Kollegen eine uralte Gewalttat aufgeklärt. Das wissenschaftliche Team untersuchte mit modernsten forensischen Methoden den Schädel eines 33.000 Jahre alten modernen Frühmenschen. Das altsteinzeitliche Fossil stammt aus der rumänischen Cioclovina Höhle und gilt als einer der ältesten Vertreter&nbsp;der modernen Europäer. Der Schädelknochen des Fossils weist mehrere Verletzungen auf, die bisher als post mortem entstandene Strukturen interpretiert wurden. Harvati und ihr Team zeigen in der heute im Fachjournal „PLOS ONE “ veröffentlichten Studie, dass diese Frakturen gewaltvoll zugefügt wurden und vermutlich zum Tod führten.</p><p>Zwei kleine Narben und eine größere Fraktur verlaufen über den 33.000 Jahre alten Frühmenschen-Schädel, der in der rumänischen Cioclovina-Höhle gefunden wurde. „Bislang ist man davon ausgegangen, dass diese Risse nach dem Tod, als Folge von Verwitterungsprozessen, entstanden sind“, erklärt Prof. Dr. Katerina Harvati vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen und fährt fort: „Wir haben das männliche Fossil nun mit modernen forensischen Methoden untersucht und können eine Entstehung dieser Frakturen nach dem Ableben ausschließen.“</p><p>Vielmehr schlussfolgern Harvati und ihr/e Kollege/in&nbsp;Dr. Elena F. Kranioti von der Universität Kreta und Prof. Dr. Dan Grigorescu von der Universität Bukarest, dass der fossile Vertreter der frühesten modernen Menschen in Europa Opfer einer Gewalttat wurde. „Sowohl unsere forensische Knochentrauma-Analyse als auch experimentelle Modelle zeigen, dass die Frakturen von zwei Vorfällen stumpfer Gewalt herrühren – der zweite eindeutig mit einem keulenartigen Objekt!“ Das Ausmaß der Verletzungen sowie die fehlenden Anzeichen einer Heilung weisen auf einen Schlag mit Todesfolge hin.</p><p>Das Team rund um die Tübinger Wissenschaftlerin kann sogar nähere Auskünfte über den Täter oder die Täterin und den Tathergang geben: Das Muster der Fraktur deutet darauf hin, dass sich Opfer und Angreifer oder Angreiferin&nbsp;frontal gegenüberstanden und der Schlag mit der linken Hand ausgeführt wurde. „Eventuell wurde das Opfer auch in einer knienden Position von einer Art Knüppel getroffen“, erläutert die Forensische Anthropologin Kranioti und ergänzt: „Wir gehen hier von einem persönlichen Konflikt aus, der mit Gewalt und wahrscheinlich sogar mit dem Tod endete.“<br> Das Altpaläolithikum ist für technologische Innovationen, kulturelle Komplexität und gesteigertes symbolisches Verhalten bekannt. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass das Verhalten der frühesten modernen Europäer/innen aber auch gewalttätige Konflikte und sogar Morde beinhaltete“, schließt Harvati.</p><h3>Publikation:</h3><p>Kranioti EF, Grigorescu D, Harvati K (2019) State of the art forensic techniques reveal evidence of interpersonal violence ca. 30,000 years ago. PLOS ONE 14(7): e0216718. <a href="https://doi.org/10.1371/journal.pone.0216718" target="_blank" rel="noreferrer">doi.org/10.1371/journal.pone.0216718</a></p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Katerina Harvati<br> Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment<br> Universität Tübingen<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071-29-76516<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mcvgtkpc0jctxcvkBugpemgpdgti0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">katerina.harvati<span style="display:none">spam prevention</span>@senckenberg.de</a></p><p>Judith Jördens<br> Pressestelle<br> Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 69 7542-1434<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,rtguuguvgnngBugpemgpdgti0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">pressestelle<span style="display:none">spam prevention</span>@senckenberg.de</a></p><h3>Pressekontakt:</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung</p><p>Antje Karbe<br> Pressereferentin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> Telefon +49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p><a href="/pt/universitaet/aktuelles-und-publikationen/">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-41647</guid><pubDate>Wed, 03 Jul 2019 10:18:09 +0200</pubDate><title>Wahrnehmungssteuerung: Wie das „Obere Hügelchen“ im Gehirn hilft, eine Nadel einzufädeln</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=41647&amp;cHash=088879ca09ed364107f73735485f5db8</link><description>Forscher des Tübinger Hertie-Instituts schreiben dem Areal im Hirnstamm eine größere Funktion zu als bislang angenommen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wir sehen nur rund ein bis zwei Prozent unserer Umwelt wirklich scharf – und zwar den Ausschnitt, der in die Sehgrube (lat.: <em>Fovea Centralis</em>) der Netzhaut fällt. Um knifflige Handlungen auszuführen, wie etwa einen Faden durch ein Nadelöhr zu ziehen, müssen unsere Augen daher viele kleine und sehr präzise Bewegungen ausführen. Nur so können wir den ganzen Vorgang hochaufgelöst sehen – und vermeiden, dass wir uns in den Finger stechen. Doch wie kontrolliert unser Gehirn diese Bewegungen? Dieser Frage sind Neurowissenschaftler um Professor Ziad M.&nbsp;Hafed am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und der Universität Tübingen nachgegangen. Ihren Ergebnissen zufolge spielt dabei das sogenannte Obere Hügelchen (lat.: <em>Superior Colliculum</em>) im Hirnstamm die Hauptrolle. Darüber berichten die Forscher in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift <em>Current Biology</em>. Die Erkenntnisse helfen, das Sehsystem und seine Störungen besser zu verstehen.</p><p>„Wir wussten vom Oberen Hügelchen, dass diese Region präzise Augenbewegungen kontrollieren kann“, sagt Studienleiter Hafed. „Was unklar war: Trifft dies auch auf Augenbewegungen zu, die von einer hohen Sehschärfe abhängig sind, wie wir sie etwa beim Einfädeln einer Nadel benötigen?“. Um diese Frage zu beantworten, maßen Hafed und sein Team die Aktivität von Nervenzellen im Oberen Hügelchen des Gehirns von Rhesusaffen. Die Tiere mussten dabei auf hochaufgelöste Bildern mit kleinen und präzisen Augenbewegungen reagieren. Anschließend verglichen die Wissenschaftler das Muster der Nervenzellaktivität mit dem anatomischen Aufbau des Oberen Hügelchens.&nbsp;</p><p>„Wir beobachteten, dass rund ein Viertel bis ein Drittel aller Nervenzellen im Oberen Hügelchen für die Verarbeitung von Informationen aus der Sehgrube zuständig ist“, so Hafed. „In anderen Worten: 30 bis 40 Prozent der dortigen Nervenzellen verarbeiten ein bis zwei Prozent des visuellen Bildes.“ Es vergrößert sich also drastisch die Zahl der Nervenzellen, die an der Verarbeitung von hochaufgelösten Bildbereichen beteiligt sind. Hafeds Schlussfolgerung: „Damit eignet sich das Obere Hügelchen perfekt, um auch präzise Augenbewegungen zu lenken.“ Das stelle einen Wendepunkt für die Sehforschung dar: Bislang sei man davon ausgegangen, dass das Obere Hügelchen nur dazu notwendig ist, die Augen aus dem Bereich des schärfsten Sehens wegzubewegen.&nbsp;</p><p>Die Entschlüsselung der Sehverarbeitung in tieferen Hirnstrukturen hilft Hirnforschern auch, bestimmte Sehstörungen besser zu verstehen. So ist beim sogenannten Blindsehen die primäre visuelle Großhirnrinde etwa durch einen Schlaganfall verletzt. Diese Patienten sind erblindet, können jedoch auf manche visuellen Reize unbewusst reagieren und zum Beispiel einen heranfliegenden Ball fangen oder ihm ausweichen. „Parallele Sehbahnen, wie sie etwa über das Obere Hügelchen laufen, verleihen hier die Restfähigkeit“, erklärt Hafed. „Erkenntnisse über diese Wege können in Zukunft genutzt werden, um sie spezifisch zu stimulieren und dadurch spezielle Sehprobleme zu lindern“.</p><p>Die Studie ist in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Klaus-Peter Hoffmann und Privatdozentin Dr. Claudia Distler von Ruhr-Universität Bochum entstanden.</p><p><strong>Pressemitteilung des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung</strong></p><h3>Originalpublikation:</h3><p>Chen et al. (2019): The Foveal Visual Representation of The Primate Superior Culliculus, <em>Current Biology</em>, 29, 1-11.&nbsp;<a href="http://doi.org/10.1016/j.cub.2019.05.040" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">doi.org/10.1016/j.cub.2019.05.040</a></p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Ziad M. Hafed<br> Universität Tübingen<br> Hertie-Institut für klinische Hirnforschung<br> Abteilung Kognitive Neurologie<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-88819<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,bkcf0o0jchgfBekp0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">ziad.m.hafed<span style="display:none">spam prevention</span>@cin.uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p><h3>Pressekontakt:</h3><p><strong>Eberhard Karls Universität Tübingen</strong><br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung</p><p>Antje Karbe<br> Pressereferentin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p><a href="https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/" target="_blank">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p><p><strong>Hertie-Institut für klinische Hirnforschung</strong><br> Kommunikation<br> Dr. Mareike Kardinal<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;+49 7071 29-88800<br> Telefax&nbsp;+49 7071 29-25004<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,octgkmg0mctfkpcnBogfkbkp0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">mareike.kardinal<span style="display:none">spam prevention</span>@medizin.uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-41552</guid><pubDate>Mon, 01 Jul 2019 10:55:25 +0200</pubDate><title>Sommeruniversität 2019 gibt Einblicke in Spitzenforschung</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=41552&amp;cHash=27963adfc87f4c04a858b00965bbd0fe</link><description>Veranstaltungsreihe von Universität und Stadt Tübingen: Zehn Vorträge thematisieren unter anderem maschinelles Lernen, den Klimawandel und die Kinderstube der Sterne</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität öffnet zur Tübinger Sommeruniversität wieder ihre Tore für alle, die Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte bekommen möchten. In den ersten beiden Augustwochen berichten zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über neue Erkenntnisse, unter anderem aus den Bereichen Gesundheit, Geschichte, Biologie und Informatik.</p><p><strong>Vom 29. Juli bis zum 9. August 2019 wird an jedem Werktag ein Vortrag angeboten. Er beginnt jeweils um 10.15 Uhr im Hörsaal des Theologicums (Dauer 45 Minuten; Adresse: Liebermeisterstraße 16, 72074 Tübingen)</strong>. Anschließend kann das Publikum mit den Expertinnen und Experten über ihre Forschungsfragen diskutieren und eigene Fragen stellen. Die Vorträge sind in einer allgemein verständlichen Sprache gehalten. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht notwendig.</p><p>Professor Lars Zender, Sprecher des Exzellenzclusters iFIT, eröffnet die Vortragsreihe mit einer Vorlesung über interdisziplinäre Krebsforschung, deren Herausforderungen und Chancen. iFIT ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern aus den Bereichen molekulare Tumortherapien, Immuntherapien und Bildgebungstechnologie. Weitere Themen sind Mikroorganismen zur Bekämpfung von Infektionen, die Grundprinzipien des maschinellen Lernens, das Nichtlesen im Bildungskontext, die Kriminalitätsentwicklung in Deutschland, „Motivation und Faulheit“ in der Schule, der Klimawandel im Zuge der Menschheitsentwicklung, Jane Austens Romane und ihre Fan Fiction, nordkoreanische Propagandaliteratur und die Kinderstube der Sterne.</p><p>Die Sommeruniversität wird seit 2004 gemeinsam von der Universitätsstadt Tübingen und der Universität Tübingen veranstaltet. Sie ist Teil des Tübinger Kultursommers: Sommernachtskino, die Stadtführungsreihe „Kennen Sie Tübingen?“, Sommertheater und der umbrisch-provenzalische Markt laden ein, den Sommer in Tübingen zu genießen, Neues zu entdecken und Bekanntes mit anderen Augen zu sehen.</p><p>Ein Programmheft liegt ab sofort an vielen öffentlichen Stellen aus und ist im Internet zu finden unter <a href="http://www.uni-tuebingen.de/de/39634" target="_blank" class="external-link" title="Programm der Sommeruniversität" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de/de/39634</a>&nbsp;</p><h3>Kontakt:</h3><p>Alisa Koch<br> Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;Telefon +49 7071 29-76724<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,Cnkuc0MqejBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">Alisa.Koch<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-41133</guid><pubDate>Fri, 21 Jun 2019 09:21:00 +0200</pubDate><title>Archäologie: Was die Kelten tranken</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=41133&amp;cHash=643e8f2aed0a5c3a445ab71c22cbcf36</link><description>Eine neue Studie deckt die kulinarischen Gewohnheiten der Kelten auf und zeigt, was vor 2600 Jahren auf dem Speiseplan stand.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Neue Einblicke in den Speiseplan der Kelten: Einem internationalen Team von Forschern angeführt von der LMU und der Universität Tübingen ist es gelungen, die Ess- und Trinkgewohnheiten der Kelten aufzudecken, die im ersten Jahrtausend vor Christus Mitteleuropa besiedelten.<br> &nbsp;<br> Die Forscherinnen und Forscher untersuchten 99 Trinkgefäße und Transportbehälter aus Keramik, die am ehemaligen keltischen „Fürstensitz“ Mont Lassois im französischen Burgund gefunden worden waren und aus der Zeit um 500 vor Christus stammen. Dazu gehörten auch importierte griechische Gefäße. „Das war eine Zeit des Wandels. Damals kamen erstmals in großer Zahl Gefäße aus Griechenland und Italien in die Region nördlich der Alpen. Bislang ging man davon aus, dass die Kelten den mediterranen Lebensstil imitierten und nur die Elite mediterranen Wein bei ihren festlichen Gelagen trank“, sagt LMU-Archäologe Professor Philipp Stockhammer, der die entsprechenden Forschungen geleitet hat. „Unsere Analysen bestätigen, dass sie importierten Wein tranken, aber sie nutzten die griechischen Trinkschalen auch zum Biertrinken. Die Kelten haben also die fremden Traditionen nicht einfach nur übernommen. Sie nutzten die Gefäße und Produkte auf ihre eigene Weise und für ganz unterschiedliche Zwecke.“ Wein war anscheinend nicht den höheren Schichten vorbehalten. „Auch die Handwerker hatten Zugang zum Wein. Sie haben aber damit anscheinend wohl auch gekocht, während die Eliten den Wein beim Gelage becherten. Das Ergebnis zeigt, wie dynamisch interkultureller Kontakt ist und wie leicht Gefäße ihre Funktion und damit ihre Bedeutung wandeln können.“<br> &nbsp;<br> Was Menschen vor Tausenden von Jahren getrunken und gegessen haben, lässt sich heute besonders gut mithilfe sogenannter Nahrungsrückstandsanalysen ermitteln. Die Forscherinnen und Forscher an der Universität Tübingen untersuchten die Lebensmittelreste, die bis heute in den Gefäßen erhalten geblieben sind. „Wir haben in der Keramik unter anderem Rückstände von Olivenöl und Milch, importiertem Wein und einheimischen alkoholischen Getränken, aber auch Reste von Hirse und Bienenprodukten gefunden“, sagt Dr. Maxime Rageot von der Universität Tübingen, der die chemischen Analysen durchgeführt hat. Zu unterschiedlichen Anlässen wurden am Mont Lassois offensichtlich neben Traubenwein vor allem Hirse- und Gerstenbier getrunken. Seine Tübinger Kollegin Professor Cynthianne Spiteri ergänzt: „Wir sind so begeistert, dass wir endlich die alte Frage beantworten können, ob die frühen Kelten mediterrane Trinksitten übernahmen. Die Antwort ist: ja, aber auf kreative Weise!“<br> &nbsp;<br> Die Ergebnisse der Studie, die im Rahmen des Projekts „BEFIM“ (Bedeutungen und Funktionen mediterraner Importe im früheisenzeitlichen Mitteleuropa) durchgeführt wurden, sind ganz aktuell im Fachmagazin PLOS ONE veröffentlicht. Zu dem internationalen Team zählten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der LMU München, der Universität Tübingen, des Landesmuseums Württemberg, des Landesamts für Denkmalpflege beim Regierungspräsidium Stuttgart, der Universität Zürich und der Universität von Burgund.<br> &nbsp;</p><h3>&nbsp;&nbsp;<br> Kontakt (für die deutschsprachige Presse)</h3><p>Prof. Philipp Stockhammer<br> LMU München<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,rjknkrr0uvqemjcoogtBnow0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">philipp.stockhammer<span style="display:none">spam prevention</span>@lmu.de</a>&nbsp;<br> &nbsp;</p><h3>Kontakt (für die englischsprachige Presse)</h3><p>Prof. Cynthianne Spiteri<br> University of Tübingen<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 (0) 157 84753904<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,eapvjkcppg0fgdqpq/urkvgtkBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">cynthianne.debono-spiteri<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;&nbsp;<br> &nbsp;</p><h3>Kontakt (für die französischsprachige Presse)</h3><p>Dr. Maxime Rageot<br> Université Tübingen<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;+49 (0) 157 53625554<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,oczkog0tcigqvBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">maxime.rageot<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;<br> &nbsp;</p><h3>Publikation:</h3><p>M. Rageot/A. Mötsch/B. Schorer/D. Bardel/A. Winkler/F. Sacchetti/B. Chaume/P. &nbsp;Della Casa/S. Buckley/S. Cafisso/J. Fries-Knoblach/D. Krausse/T. Hoppe/P. W. Stockhammer/C. Spiteri (2019), New insights into Early Celtic consumption practices: Organic residue analyses of local and imported pottery from Vix-Mont Lassois. PLOS ONE.<br> &nbsp;</p><h3>Mehr zum Forschungsprojekt:</h3><p><a href="http://www.befim.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.befim.de</a>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><h3>Mehr zur Forschung von Philipp Stockhammer:</h3><p>Im Video: „Frauen waren schon immer sehr mobil“<br><a href="https://www.uni-muenchen.de/forschung/news/2018/stockhammer_video.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.uni-muenchen.de/forschung/news/2018/stockhammer_video.html</a>&nbsp;<br> &nbsp;</p><h3>Im Porträt: Rückwärts in die Zukunft</h3><p><a href="https://www.uni-muenchen.de/forschung/news/2016/stockhammer.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.uni-muenchen.de/forschung/news/2016/stockhammer.html</a>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-40785</guid><pubDate>Tue, 11 Jun 2019 09:08:16 +0200</pubDate><title>Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz: Schüler programmieren eigenen Algorithmus</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=40785&amp;cHash=fe646893442005fb4ae36bf3d16497f4</link><description>Mehr als 2.500 Teilnehmende bundesweit ‒ In Runde 2 werden eigene Projektideen umgesetzt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz (KI) geht in die zweite Runde. Seit dem Start am 28. Februar haben mehr als 2.500 Schülerinnen und Schüler in über 1.700 Schulteams aus ganz Deutschland teilgenommen. Die meisten Teams kamen aus Nordrhein-Westfalen (355), gefolgt von Baden-Württemberg (332). Unter den Schulen belegt das Saarpfalz Gymnasium aus Homburg (Saarland) den Spitzenplatz mit 83 angemeldeten Teams, dicht gefolgt vom Gymnasium Heide-Ost (Schleswig-Holstein) mit 70 Teams. Die Teilnehmenden waren zwischen 14 und 19 Jahren alt, die größte Gruppe stellten mit einem Drittel die 17-Jährigen.</p><p>Um die erste Runde zu bestehen, musste mindestens eines dieser drei Kriterien erfüllt sein: Die Teilnehmenden mussten eine ausreichende Punktzahl in den Quiz- und Programmieraufgaben erreichen, unter die besten 50 Prozent der Programmier-Challenge kommen oder eine überzeugende Projektidee liefern. Insgesamt 159 Teams reichten Projektvorschläge ein, die von einer unabhängigen Jury auf ihre praktische Relevanz, die Lösbarkeit durch KI, den Innovationsgehalt und die Durchführbarkeit bewertet wurden.</p><p>In der zweiten Runde setzen Schülerinnen und Schüler nun die von ihnen eingereichten Projektideen um. Zugelassen wurden 398 Teams und 642 Schülerinnen und Schüler. Für die Teilnahme an dieser Runde genügt, dass mindestens ein Teammitglied die erste Runde bestanden hat: Dieses kann nun auch neue Mitstreiter ins Boot holen, um die Projektidee weiter zu bearbeiten. „Mit unserer offenen Bewertungsmatrix wollen wir sicherstellen, dass neben talentierten Programmierern auch kreative Denker ohne Coding Skills weiterkommen“, sagt Dr. Wieland Brendel, Wissenschaftler am Tübinger Kompetenzzentrum für Maschinelles Lernen.&nbsp;<br> Im November 2019 endet der Schülerwettbewerb mit einer Abschlussfeier und Preisverleihung in Tübingen. Die viel-versprechendsten Projekte werden im Vorfeld zur AI CON 2019 eingeladen, einer vom Bosch Center for Artificial Intelligence in Kooperation mit dem Cyber Valley ausgerichteten Konferenz zum Thema Künstliche Intelligenz. Zudem wird Microsoft einen KI-Workshop für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte anbieten. Als „KI-Schule des Jahres“ wird die Schule mit den meisten und erfolgreichsten Teilnehmenden geehrt.</p><p>Der Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz ist eine gemeinsame Veranstaltung des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme und der Universität Tübingen im Rahmen der Cyber Valley Initiative. Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 14 und 19 Jahren, die sich für naturwissenschaftliche Fächer wie Mathematik, Informatik oder Physik interessieren.</p><p>Der baden-württembergische Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann hat die Schirmherrschaft für den Wettbewerb übernommen. Hauptsponsor des Wettbewerbs ist die Robert Bosch GmbH. Weitere Sponsoren sind die Gemeinnützige Hertie-Stiftung, Google, Amazon, Microsoft, die Alexander von Humboldt Stiftung und die Hochschule der Medien.</p><p>Informationen unter <a href="https://bw-ki.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bw-ki.de</a></p><h3>Kontakt:&nbsp;</h3><p>Dr. Wieland Brendel<br> Universität Tübingen<br> Tübinger Kompetenzzentrum AI<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-70863<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,ykgncpf0dtgpfgnBekp0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">wieland.brendel<span style="display:none">spam prevention</span>@cin.uni-tuebingen.de</a></p><h3>Pressekontakt:</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung</p><p>Antje Karbe<br> Pressereferentin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> Telefon +49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p><a href="/pt/universitaet/aktuelles-und-publikationen/">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-40659</guid><pubDate>Thu, 06 Jun 2019 09:30:40 +0200</pubDate><title>Untersuchungskommission stellt wissenschaftliches Fehlverhalten durch Tübinger Hirnforscher fest</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=40659&amp;cHash=e8d046959defac786df8d02e9ab318e1</link><description>Gremium der Universität Tübingen kritisiert Wissenschaftler für Umgang mit Untersuchungsdaten und fordert Konsequenzen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Eine Untersuchungskommission der Universität Tübingen hat im Fall zweier Hirnforscher wissenschaftliches Fehlverhalten festgestellt. Die Kommission kam nach der Überprüfung einer im Fachmagazin PLOS Biology veröffentlichten Studie zu dem Ergebnis, dass Untersuchungsdaten in relevantem Umfang nicht ausgewertet beziehungsweise nicht berücksichtigt wurden. Die Kriterien für den Ausschluss dieser Daten seien von den Forschern nicht transparent gemacht worden. Darüber hinaus ließen sich die in der Studie publizierten Ergebnisse in vielen Fällen nicht auf das vorhandene Datenmaterial zurückführen. Das Rektorat der Universität kündigte Konsequenzen an.</p><p>Eine Forschergruppe unter der Leitung eines Seniorprofessors der Universität Tübingen hatte im Jahr 2014 Untersuchungen an insgesamt vier Patienten durchgeführt, die an fortgeschrittener Amyotropher Lateralsklerose (ALS) erkrankt waren. ALS ist eine neurodegenerative Erkrankung, die dazu führt, dass Betroffene schrittweise die Fähigkeit verlieren, ihre Muskulatur zu steuern. Im Endstadium sind Patienten vollständig gelähmt und nicht mehr in der Lage, sich ihrer Umgebung mitzuteilen. Man spricht dann von einem „Completely Locked-In Status“. Die Hirnforscher hatten in der Vergangenheit versucht, eine Technik zu entwickeln, um mit diesen vollständig gelähmten Patienten wieder kommunizieren zu können. Dazu wurde die Hirnaktivität mit Hilfe von Infrarotspektroskopie und Elektroenzephalographie (EEG) gemessen. Die Wissenschaftler nahmen an, dass aus diesen Messdaten Rückschlüsse auf die Gedanken der Patienten möglich sind.&nbsp;<br> &nbsp;&nbsp;<br> Wie die Kommission für Fehlverhalten in der Wissenschaft in ihrem Beschluss feststellt, stieß das Untersuchungsgremium auf eine Reihe von Verstößen gegen die gute wissenschaftliche Praxis:&nbsp;</p><ol><li>Selektive Datenauswahl bei der Datenerhebung<br> 	Die Wissenschaftler haben nach dem Ergebnis der Kommission einen Teil ihrer Datensätze bei der Auswertung nicht berücksichtigt, ohne klar definierte und nachprüfbare Kriterien für ihre Auswahl festzulegen. Vielmehr blieben Daten teils aufgrund von angeführten technischen Problemen bei der Erhebung, teils aufgrund persönlicher Entscheidungen des Seniorprofessors unberücksichtigt. Diese Praxis stellt nach Einschätzung der Kommission eine „Verfälschung von Daten durch Zurückweisen unerwünschter Ergebnisse ohne Offenlegung“ dar und steht zudem im Widerspruch zu Angaben, die beide Wissenschaftler in ihrem Fachartikel selbst gemacht haben.<br> 	&nbsp;</li><li>Fehlende Offenlegung von Daten und Skripten<br> 	In ihrem Fachartikel haben die Wissenschaftler Internet-Links gesetzt, die den Leser zu verschiedenen Datensätzen führen sollen. Darunter fehlt nach dem Ergebnis der Kommission jedoch das Skript, mit welchem einem Computerprogramm Vorgaben zur Auswertung der Daten gemacht wurden. Nach Aufforderung der Kommission hat einer der beiden Hirnforscher dem Gremium zwar Daten zur Verfügung gestellt. Auch aus diesen Daten ließen sich die im Artikel gemachten Angaben jedoch nicht nachvollziehen. Bis zum Abschluss der Untersuchung haben die beiden Wissenschaftler keinen vollständigen Datenbestand nachgewiesen. So fehlen beispielsweise auch die im Artikel dargestellten EEG-Daten. Die Kommission erkennt darin eine „Verfälschung von Daten durch Unterdrücken von relevanten Belegen“.&nbsp;<br> 	&nbsp;</li><li>Fehlende Daten&nbsp;<br> 	Die Wissenschaftler haben nach eigener Darstellung die von ihnen entwickelte Technik einer Gehirn-Computer-Schnittstelle (BCI) bei insgesamt vier Patienten eingesetzt. Die Zahl der Tage, an denen BCI bei den einzelnen Patienten eingesetzt wurde, variiert nach den Angaben im genannten Fachartikel zwischen 6 und 17 Tagen pro Patient. Nach den Ermittlungen der Kommission stimmt die Anzahl der Tage, zu denen Daten vorliegen, mit der Anzahl der Tage, für die im Artikel Auswertungen dargestellt werden, in keinem Fall überein. Beispielsweise wurden bei einem Patienten in PLOS Biology Ergebnisse für zwölf Tage aufgeführt. Der Kommission lagen jedoch nur Daten für acht Tage vor. Bei einem weiteren Patienten werden im Artikel Ergebnisse für 14 Tage aufgeführt, obwohl der Kommission nur Daten für zwölf Tage vorlagen. Die Kommission schloss daraus, dass im Artikel Ergebnisse dargestellt wurden, zu denen keine Daten vorliegen.&nbsp;<br> 	&nbsp;</li><li>Mögliche Datenverfälschung durch fehlerhafte Analyse<br> 	Die beim Einsatz am Patienten mittels BCI erzeugten Rohdaten sind von den Wissenschaftlern mithilfe elektronischer Datenverarbeitung analysiert worden. Wesentliche Software-Komponenten der eingesetzten EDV-Systeme wurden von den Wissenschaftlern gegenüber der Kommission nicht offengelegt, so dass eine Beurteilung der eingesetzten Methoden nicht möglich war. Ob die computergestützte Auswertung der Daten korrekt validiert wurde, ließ sich nicht mehr nachvollziehen. Die Kommission konnte allerdings ermitteln, dass ein ehemaliger Mitarbeiter des Seniorprofessors diesen bereits im November 2015 darauf hingewiesen hatte, dass sich aus den Daten in statistisch korrekter Auswertung keine signifikanten Ergebnisse belegen lassen. Diese Informationen legen nach Ansicht der Kommission nahe, dass eine Datenverfälschung stattfand.</li></ol><h3>Universität kündigt Anlaufstelle für Patienten an</h3><p>Die Kommission hat dem Rektorat der Universität in ihrem Beschluss eine Reihe von Konsequenzen vorgeschlagen. So forderte das Gremium, die beiden Wissenschaftler müssten die umstrittene Studie in PLOS Biology zurückziehen. Ergänzend müssten die Herausgeber der Zeitschrift ebenfalls aufgefordert werden, die Studie zurückzuziehen. Alle Organisationen, die die Studie finanziell gefördert hätten, sowie die Spitzenverbände der deutschen Krankenkassen seien ebenfalls über das Ergebnis zu informieren. Für alle Publikationen, an denen die beiden betroffenen Wissenschaftler seit 2014 mitgewirkt haben, schlägt das Gremium eine nachträgliche Überprüfung durch externe Gutachter vor. Darüber hinaus forderte die Kommission das Rektorat auf, den Status des Seniorprofessors der Universität Tübingen zu überprüfen. Nicht zuletzt wird in dem Beschluss angeregt, eine Anlaufstelle für die betroffenen Patienten und ihre Angehörigen zu schaffen.&nbsp;</p><p>Der Rektor der Universität, Professor Bernd Engler, sagte, die Hochschulleitung werde über die Empfehlungen der Kommission beraten und sehr zeitnah die nun gebotenen Schritte einleiten. Wichtigste Aufgabe sei es, zügig ein Beratungsangebot &nbsp;für die betroffenen Patientinnen und Patienten sowie ihre Angehörigen zu schaffen. Die Betroffenen könnten sich in dieser Angelegenheit an das Dekanat der Medizinischen Fakultät wenden. Engler dankte den Kommissionsmitgliedern und den Vertrauensleuten für ihre zielstrebige Arbeit. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hätten sich akribisch und mit hohem Aufwand in eine komplizierte Materie eingearbeitet und ihre Untersuchungen sehr zeitnah abgeschlossen. „Kommission und Vertrauensleute haben unter Beweis gestellt, dass die Kontrolle der Wissenschaft durch unabhängige Forscherinnen und Forscher an der Universität Tübingen funktioniert“, sagte der Rektor.</p><p>Die Überprüfung der in PLOS Biology publizierten Studie war im Frühjahr 2018 durch einen wissenschaftlichen Mitarbeiter der Universität ausgelöst worden, der sich an die Vertrauensleute der Medizinischen Fakultät gewandt hatte. Die Vertrauensleute untersuchten die Vorwürfe rund ein halbes Jahr lang intensiv und übergaben ihren Bericht schließlich am 22. November 2018 an die universitäre Kommission für Fehlverhalten in der Wissenschaft. Die Kommission beschloss daraufhin Anfang 2019, ein förmliches Verfahren einzuleiten.&nbsp;</p><p>Engler betonte, für eine internationale Forschungsuniversität sei die Einhaltung der Prinzipien guter wissenschaftlicher Praxis von fundamentaler Bedeutung: „Vor diesem Hintergrund unternehmen wir seit vielen Jahren erhebliche Anstrengungen, allen Forschenden und Studierenden die Prinzipien guter Wissenschaft nahezubringen.“ Die Universität werde den aktuellen Fall – unabhängig von den weiteren Schritten – zum Anlass nehmen, ihre Anstrengungen nochmals zu erhöhen: „Wir werden künftig innerhalb der Universität noch deutlicher kommunizieren, dass wir über ein klares Regelwerk und verlässliche Strukturen verfügen, auf die jede Wissenschaftlerin und jeder Wissenschaftler &nbsp;zurückgreifen kann, &nbsp;sobald ein begründeter Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten vorliegt.“ Hinweisgeber, die sich an Vertrauenspersonen wenden, hätten in solchen Fällen selbstverständlich ein Anrecht darauf, vor Repressalien geschützt zu werden. Jedes Mitglied der Universität habe hier Verantwortung gegenüber der Wissenschaft und ihrer Glaubwürdigkeit zu übernehmen. &nbsp;&nbsp;</p><h3>Kontakt:</h3><p>Dr. Karl G. Rijkhoek<br> Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-76788<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mctn0tklmjqgmBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">karl.rijkhoek<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-40248</guid><pubDate>Mon, 27 May 2019 11:14:00 +0200</pubDate><title>Kinder-Uni-Forschertag: Fleischfressende Pflanzen und Astronomie zum Anfassen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=40248&amp;cHash=a40e3218f234f3246b24143ccbcd047e</link><description>Universität lädt kleine Forscherinnen und Forscher am 6. Juli in mehr als 20 Workshops zum Mitmachen ein</description><content:encoded><![CDATA[<p>Am <strong>Samstag, 6. Juli 2019</strong>, findet an der Universität Tübingen wieder der Kinder-Uni-Forschertag statt, die Anmeldung dafür beginnt am <strong>Montag, 3. Juni 2019</strong>. Er ist der zweite Teil der Tübinger Kinder-Uni, bei der Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren Uni-Luft schnuppern dürfen. In den kommenden Wochen finden mehrere Vorlesungen speziell für Kinder statt; beim Forschertag am 6. Juli ist Mitmachen und selber Forschen angesagt.</p><p>Ab 10 Uhr bieten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität auf dem Universitätscampus mehr als 20 Workshops an. Die einzelnen Kurse dauern zwischen eineinhalb und zwei Stunden. Kinder bekommen beispielsweise Einblicke in die Welt der Astronomie, betrachten fleischfressende Pflanzen unter dem Mikroskop, erfahren in der Notfallmedizin, wie sie im Ernstfall Leben retten können, untersuchen Kristalle und vieles mehr.</p><p>Das Programm wird ab 3. Juni unter folgendem Link bekanntgegeben: <a href="http://www.uni-tuebingen.de/de/2626" target="_blank" class="internal-link" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de/de/2626</a>. Die Anmeldung für die einzelnen Kurse erfolgt per Mail an <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mkpfgtwpkBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">kinderuni<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>. Bitte unbedingt den exakten Kurstitel, Uhrzeit, Name und Alter der Kinder sowie eine Notfall-telefonnummer angeben. Kinder unter sieben Jahren können leider noch nicht teilnehmen.</p><p>Programm der Kinder-Uni und weitere Informationen unter:<br><a href="https://www.uni-tuebingen.de/de/2626" target="_blank" class="internal-link" rel="noreferrer">https://www.uni-tuebingen.de/de/2626</a>&nbsp;</p><h3>Pressekontakt:</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung</p><p>Alisa Koch<br> Universität Tübingen<br> Stabsstelle Hochschulkommunikation<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;Telefon +49 7071 29-76724<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cnkuc0mqejBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">alisa.koch<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p><p>Antje Karbe<br> Pressereferentin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> Telefon +49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p><a href="/pt/universitaet/aktuelles-und-publikationen/">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-40161</guid><pubDate>Fri, 24 May 2019 16:30:00 +0200</pubDate><title>Moleküle fangen Sonnenlicht ein</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=40161&amp;cHash=578e15bbbdf805f69af8e4b7f9223705</link><description>Forschungspreis der Dr. K. H. Eberle Stiftung: Chemiker arbeiten an alternativen Energiespeichern ‒ Schlüsselübergabe für neues Lehr- und Lernzentrum zu digitalen Kompetenzen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Forschungspreis der Dr. K. H. Eberle Stiftung geht in diesem Jahr an Professor Holger Bettinger und Juniorprofessorin Ivana Fleischer aus dem Institut für Organische Chemie. In einem gemeinsamen Projekt arbeiten sie an der Weiterentwicklung einer alternativen Speicherform für Sonnenlicht: Bei der Molekularen Solarthermie (MOST) wird Solarenergie in Form von chemischer Energie in einem Molekülpaar gespeichert.&nbsp;</p><p>Die Stiftung zeichnet seit 2017 jährlich innovative Forschungsprojekte an der Universität Tübingen aus, die sich drängenden Zukunftsfragen widmen. Der mit 300.000 Euro dotierte Preis wurde am Freitag im Rahmen des „Tübinger Fensters für Forschung (TÜFFF)“ der Universität überreicht.</p><p>Bei der Molekularen Solarthermie fungiert als Energiespeicher ein Stoff (Molekül A), der durch Sonnenlicht in eine energiereichere Form (Molekül B) umgewandelt wird. Ein Katalysator setzt die in Molekül B gespeicherte Energie wieder frei und macht sie als Wärme nutzbar. Weil es dafür Molekülpaare mit speziellen Eigenschaften brauche ‒ zum Beispiel eine hohe Energiespeicherdichte ‒ seien MOST-Systeme noch nicht auf dem Markt etabliert, sagt Holger Bettinger. Seine Arbeitsgruppe stieß auf ein Molekülpaar, das sehr gut geeignet scheint. In einem nächsten Schritt will das Team für eine bessere Absorption des Sonnenlichts sorgen und entsprechende Katalysatoren optimieren. „Wir wollen Langlebigkeit und Effizienz des Systems erforschen und so ein anwendbares MOST-System entwickeln“, erklärt der Chemiker. „Dies ist unser Beitrag zu einer CO2-neutralen und ressourcenschonenden Energieversorgung.“</p><p>„Das Projekt ist aus Sicht der Stiftung von hoher gesellschaftlicher Relevanz. Die Steigerung des Einsatzes von erneuerbaren Energien ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz“, begründeten die Vorstandsmitglieder Dr. Alexandra Zoller und Dr. Georg von Schönau die Auszeichnung.</p><p>Im Rahmen der Preisverleihung übergab Vorstandsvorsitzender Thomas Schwind zudem den Schlüssel für das neue „Dr. Eberle Zentrum für digitale Kompetenzen“ an die Universität. Das Lehr- und Lernzentrum wird ab 2019 Studierende sowie Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler im Einsatz digitaler Medien für Forschung und Studium ausbilden. Es wird von der Stiftung für zunächst fünf Jahre mit jährlich 200.000 Euro gefördert.&nbsp;</p><p>Die Dr. K. H. Eberle Stiftung mit Sitz im baden-württembergischen Lörrach wurde aus dem Vermögen des Unternehmers Dr. Karl Helmut Eberle gegründet und engagiert sich in der Forschungs- und Innovationsförderung in Tübingen und anderen Hochschulen. Eberle, der im November 2015 im Alter von 88 Jahren starb, hatte an der Universität Tübingen Medizin studiert und war danach erfolgreich in der Immobilienbranche tätig. <a href="https://dreberlestiftung.de/" target="_blank" rel="noreferrer">dreberlestiftung.de</a></p><h3>Kontakt:&nbsp;</h3><p>Prof. Dr. Holger Bettinger<br> Universität Tübingen&nbsp;<br> Institut für Organische Chemie<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-72072<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,jqnigt0dgvvkpigtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">holger.bettinger<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><h3>Pressekontakt:</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung</p><p>Antje Karbe<br> Pressereferentin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> Telefon +49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p><a href="/pt/universitaet/aktuelles-und-publikationen/">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-39924</guid><pubDate>Mon, 20 May 2019 13:04:04 +0200</pubDate><title>3D-Technologie ermöglicht Blick in die Vergangenheit</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=39924&amp;cHash=a239fd4a3b5f87e708a66f58def6f417</link><description>Studie identifiziert Fischarten anhand vier Millionen Jahre alter Karpfenzähne – Modell zur Evolution der Biodiversität bei Süßwasserfischen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Tübingen und aus der Schweiz haben hunderte fossile Karpfenfischzähne erstmals mit 3D-Technologien untersucht. Dabei fanden sie unter den vier Millionen Jahre alten Seeablagerungen aus dem heutigen armenischen Hochland eine erstaunlich hohe Artenvielfalt von Karpfenfischen vor. Dank der „virtuellen Paläontologie“ konnten die Forscher vier sehr nahe miteinander verwandte Arten von Kratzbarben identifizieren. Sie vermuten, dass die Arten gemeinsam in einem Mega-Seesystem lebten und gehen von einem Artenschwarm aus: eine Gruppe sehr nah miteinander verwandter Arten, die dasselbe Biotop besiedeln. Es ist das erste Mal, dass ein Artenschwarm von Süßwasserfischen in Westasien nachgewiesen wurde. Heute leben diese Karpfenarten jedoch in getrennten Regionen. Solche Erkenntnisse können Grundlage dafür sein, evolutionäre Entwicklungen nachzuvollziehen und die Entstehung von Artenvielfalt besser zu verstehen.</p><p>Das Projekt wurde durchgeführt von Anna Ayvazyan und Professorin Madelaine Böhme vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment (HEP) an der Universität Tübingen in Kooperation mit Dr. Davit Vasilyan vom Jurassica Museum in Porrentruy (Schweiz). Die Ergebnisse wurden im Journal <em>PLOS ONE</em> publiziert.</p><p>Kratzbarben (Gattung Capoeta) sind eine ökologisch besondere Karpfenfischgruppe. In ihrer Ernährung sind sie auf Algen spezialisiert, die sie von Steinen abkratzen. Sie leben in Flüssen trockener Landschaften. In West-Asien kommen heute mehr als 30 Arten der Kratzbarben vor. Warum es so viele Arten gibt, war bisher schwer erklärbar –&nbsp;die Identifizierung fossiler Karpfenarten war vor der 3D-Technologie nicht möglich.&nbsp;</p><p>Die 3D-Modelle wurden mit Hilfe von Computertomographie erstellt und dienten als Grundlage für Untersuchungen von Struktur und Form der Karpfenzähne. Die 3D-Technologie liefert hochauflösende Bilder von räumlichen Details der Zahnstrukturen lebender Arten. „Diese Methode ermöglicht deshalb zum ersten Mal die Identifikation fossiler Arten“, sagt die Erstautorin der Studie, Doktorandin Anna Ayvazyan. „Wir konnten erst jetzt die erstaunliche Arten-Diversität feststellen, die bereits vor vier Millionen Jahren bestand.“</p><h3>Wie die Artenvielfalt der Fische im Kaukasus entstand</h3><p>Auf Grundlage der genauen Artenbestimmung können nun erstmals evolutionäre Modelle für Fischfaunen des Nahen Ostens und des Kaukasus erstellt werden. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Evolution der Kratzbarben ein Ergebnis komplexer Wechselwirkungen zwischen geologischen, biologischen und umweltbasierten Prozessen ist. Diese Faktoren steuern in einer Region Artbildungsprozesse und die geographische Verbreitung von Arten über mehrere Millionen Jahre.</p><p>Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nehmen an, dass sich in West-Asien vor fünf Millionen Jahren in einem riesigen Seesystem ein Artenschwarm von Kratzbarben entwickelte. Durch die Kollision der Afro-Arabischen Kontinentalplatte mit Eurasien begann sich damals das heutige Armenische Hochland um einige Kilometer zu heben. Es umfasst heute Ost-Anatolien, Nordwest-Iran, Armenien, Süd-Georgien und West-Aserbaidschan und ist zwischen 1.500 und 5000 Meter hoch. Diese Gebirgsbildungsprozesse zerteilten das Mega-Seesystem, die einzelnen Kratzbarben-Arten überlebten in getrennten Gebieten der im Hochland entspringenden westasiatischen Flüsse Euphrat, Tigris, Kura und Arax. Die geologischen Prozesse führten zur weiteren Ausdifferenzierung und Entstehung neuer Arten von Kratzbarben.&nbsp;</p><p>Weltweit ist die Biodiversität durch den Menschen bedroht. Der kürzlich erschienene Bericht des UN-Biodiversitätsrates listet jede dritte Art der über 15.000 bekannten Süßwasserfische als gefährdet, insbesondere durch Umweltverschmutzung, Klimawandel, Überfischung und Staudammprojekte. Das trifft vor allem für Karpfenfische zu, die weltweit artenreichste Familie der Süßwasserfische. Sie kommen nur in stark eingegrenzten Gebieten vor (Endemismus), ihre Verbreitung hängt von Verbindungen zwischen Wasserbecken ab. Um ihrem Artensterben entgegen zu wirken, ist es wichtig zu verstehen, welche evolutiven Mechanismen diese Biodiversität erst entstehen ließen.</p><h3>Publikation:&nbsp;</h3><p>A. Ayvazyan, D. Vasilyan, M. Böhme: Possible species-flock scenario for the evolution of the cyprinid genus Capoeta (Cypriniformes: Cyprinidae) within late Neogene lake systems of the Armenian Highland. PLOS ONE, 8. Mai 2019 <a href="https://doi.org/10.1371/journal.pone.0215543" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1371/journal.pone.0215543</a>&nbsp;</p><h3>Kontakt:&nbsp;</h3><p>Anna Ayvazyan<br> Universität Tübingen<br> Terrestrische Paläoklimatologie<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;Telefon +49 7071 29-77551<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cppc0caxcbacpBuvwfgpv0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">anna.ayvazyan<span style="display:none">spam prevention</span>@student.uni-tuebingen.de</a></p><h3>Pressekontakt:</h3><p><strong>Eberhard Karls Universität Tübingen</strong><br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung</p><p>Antje Karbe<br> Pressereferentin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> Telefon +49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe@uni-tuebingen.d</a>e</p><p><a href="/pt/universitaet/aktuelles-und-publikationen/">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p><p><strong>Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung</strong><br> Stabsstelle Kommunikation<br> Dr. Sören Dürr<br> Leitung</p><p>Judith Jördens<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;Telefon +49 69 7542 1434<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,lwfkvj0lqgtfgpuBugpemgpdgti " data-mailto-vector="2" class="mail">judith.joerdens@senckenberg&nbsp;</a><br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,rtguuguvgnngBugpemgpdgti0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">pressestelle<span style="display:none">spam prevention</span>@senckenberg.de</a>&nbsp;</p><p><a href="http://www.senckenberg.de/presse" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.senckenberg.de/presse</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-39738</guid><pubDate>Wed, 15 May 2019 21:00:00 +0200</pubDate><title>Schimpansen graben mit Werkzeugen nach Futter</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=39738&amp;cHash=8e4752cd9a783641f26b868dcec23b98</link><description>Forschungsteam filmt im Zoo erstmals, wie die Menschenaffen vorgehen, um an vergrabene Leckereien zu kommen </description><content:encoded><![CDATA[<p>Um essbare Wurzeln und Knollen auszugraben, nutzen Schimpansen nicht nur ihre Hände, sondern auch spontan Werkzeuge ‒ selbst dann, wenn sie diese Verhaltensweise nie erlernt haben. Dies konnte ein Team der Universitäten Tübingen, Oslo (Norwegen), Linköping (Schweden) und Wisconsin-Madison (USA) mit einer im Zoo durchgeführten Studie zeigen. Dabei wurde auch erstmals gefilmt, wie Schimpansen Werkzeuge zum Graben benutzen. Die Studie wurde im Fachmagazin <em>PLOS ONE</em> veröffentlicht.</p><p>Alba Motes-Rodrigo vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Tübingen und Kollegen führten die Experimente im Zoo von Kristiansand (Norwegen) unter Leitung von &nbsp;Dr. Hernandez-Aguilar (Universität Oslo) durch: In einem ersten Durchlauf vergruben sie (in diesem Fall) Früchte und stellten Aststücke als mögliche Werkzeuge zur Verfügung. Die Schimpansen, die vorher noch nie nach Futter gegraben hatten, zeigten ein Repertoire verschiedener Verhaltensweisen, um an die Früchte zu kommen, beispielsweise durch Graben, Schaufeln, Bohren oder das Vergrößern der Ausgrabungsstelle. Sie nutzten dafür die Aststücke, die sie sorgfältig auswählten ‒ bevorzugt wurden längere Werkzeuge. Sie fertigten auch eigene Werkzeuge an, hauptsächlich aus der im Gehege vorkommenden Vegetation. In einem zweiten Experiment wurde wieder Futter für die Schimpansen vergraben, sie erhielten aber keine fertigen Werkzeuge. In diesem Fall nutzten die Schimpansen beim Ausgraben die Hände häufiger und länger als etwaige Werkzeuge.&nbsp;</p><p>Zwar nahm man bisher an, dass wilde Schimpansen Werkzeuge einsetzen, um unterirdische Speicherorgane von Pflanzen wie Wurzeln und Knollen auszugraben ‒ dies wurde aber nie direkt beobachtet. Die Studie von Motes-Rodrigo und Kollegen hält dieses Verhalten erstmals per Kamera fest.&nbsp;</p><p>Die Wissenschaft geht davon aus, dass der Einsatz von Werkzeugen bei der Suche nach Knollen und Wurzeln in der menschlichen Evolution entscheidend war. „Lebensmittel aus der Erde waren in der Nahrung der Frühmenschen, während des Übergangs von bewaldeten zu trockenen Lebensräumen, vermutlich reichlich vorhanden“, sagt Motes-Rodrigo. Leider wisse man bisher wenig über damalige Werkzeuge oder das Vorgehen der Frühmenschen. „Die Daten unserer Studie tragen zu einem besseren Verständnis des frühen menschlichen Verhaltens bei. Schimpansen dienen uns hier als Verhaltensmodelle.“</p><h3>Publikation:</h3><p>Motes-Rodrigo, A., Majlesi, P., Pickering, T.R., Laska, M., Axelsen, H., Minchin, T. C., Tennie, C. and Hernandez-Aguilar, R. A. “Chimpanzee Extractive Foraging with Excavating Tools: Experimental Modeling of the Origins of Human Technology”.&nbsp;<br> PLOS ONE, <a href="http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0215644" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0215644</a>&nbsp;</p><h3><br> Kontakt:</h3><p>Alba Motes-Rodrigo<br> Universität Tübingen&nbsp;<br> Institut für Ur- und Frühgeschichte<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29- 78550<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cndc0oqvgu/tqftkiqBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">alba.motes-rodrigo<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><h3>Pressekontakt:</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung</p><p>Antje Karbe<br> Pressereferentin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p><a href="https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/" target="_blank">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-39471</guid><pubDate>Wed, 08 May 2019 13:49:28 +0200</pubDate><title>„Seid mutig und bringt mit von den Früchten des Landes“</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=39471&amp;cHash=32044484c05d4e689ec2544b61d59201</link><description>Öffentliche Antrittsvorlesung zur Landwirtschaft im antiken Palästina ‒ Professur für Biblische Archäologie an der Universität Tübingen wiederbesetzt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Biblisch-Archäologische Institut der Universität Tübingen ist wieder mit einer ordentlichen Professur ausgestattet: Jens Kamlah wurde im August 2018 auf die Professur an der Evangelisch-Theologischen Fakultät berufen, er hatte das Institut seit 2010 als außerordentlicher Professor geleitet. Am Freitag, 17. Mai 2019, 16 Uhr c. t., hält er nun seine öffentliche Antrittsvorlesung. Im Hörsaal des Theologicums wird er über Geschichte und Aufgaben des Biblisch-Archäologischen Instituts sprechen. Am Beispiel des Granatapfels und weiterer Früchte des „gelobten Landes“ werden die gegenwärtigen Forschungen des Instituts zur Landwirtschaft im antiken Palästina vorgestellt. Die interessierte Öffentlichkeit, Medienvertreterinnen und -vertreter sind dazu herzlich eingeladen.</p><p>Das Institut wurde 1960 als erstes seiner Art in Deutschland gegründet, um mit wissenschaftlich-archäologischen Methoden das Altertum Palästinas und die Lebenswelt der Bibel zu erforschen. Unter anderem beteiligten sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am „Tübinger Atlas des Vorderen Orients“ und erstellten eine dreibändige Dokumentation zur Baugeschichte Jerusalems, die heute als Standardwerk gilt. Ausgrabungen des Instituts in Hirbet ez-Zeraqon in Nordjordanien standen von 1984-1994 unter der Leitung von Siegfried Mittmann. Nach dessen Emeritierung 1999 blieb die Professur unbesetzt, Jens Kamlah übernahm 2010 die Institutsleitung. (Mehr zur Institutsgeschichte unter <a href="/pt/fakultaeten/evangelisch-theologische-fakultaet/lehrstuehle-und-institute/altes-testament/biblisch-archaeologisches-institut/institut/geschichte-des-bai/" target="_blank" class="internal-link">https://uni-tuebingen.de/de/52747</a>)</p><p>Dem Biblisch-Archäologischen Institut ist er schon viel länger verbunden: Während seines Studiums der Evangelischen Theologie, Altorientalistik, Ägyptologie und Vor- und Frühgeschichte war er dort als wissenschaftliche Hilfskraft beschäftigt und nahm an Ausgrabungen teil. 1999 wurde er mit einer Arbeit über die archäologischen Untersuchungen in der Region von Hirbet ez-Zeraqon promoviert. Nach seiner Habilitation an der Universität Kiel kehrte er nach Tübingen zurück. Neben der Religionsgeschichte und Archäologie in den Ländern des östlichen Mittelmeerraums erforscht er auch die Welt und Umwelt des Alten Testaments sowie Landwirtschaft und Sozialgeschichte im antiken Palästina.</p><h3>Kontakt:</h3><p>Professor&nbsp;Dr. Jens Kamlah<br> Universität Tübingen<br> Biblisch-Archäologisches Institut<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-72879<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,lgpu0mconcjBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">jens.kamlah<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><h3>Pressekontakt:</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung</p><p>Antje Karbe<br> Pressereferentin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p><a href="https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/" target="_blank">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-39312</guid><pubDate>Mon, 06 May 2019 10:48:09 +0200</pubDate><title>Universität baut Forschung im Bereich Ethik und Künstliche Intelligenz aus</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=39312&amp;cHash=654984c9f2c26984e344442228a40e10</link><description>Exzellenzcluster richtet &quot;Ethics &amp; Philosophy Lab&quot; ein Öffentliches Forschungsseminar am Weltethos-Institut ‒ Studium Generale-Reihe &quot;Maschinelles Lernen&quot;</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Standort Tübingen baut seine Forschung und Aktivitäten im Bereich Ethik und Künstliche Intelligenz (KI) aus. Das Spektrum reicht dabei von der Einrichtung eines "Ethics &amp; Philosophy Labs"&nbsp;als Forschungseinrichtung des Exzellenzclusters "Maschinelles Lernen"&nbsp;bis hin zu einer öffentlichen Vorlesungs-Reihe im Rahmen des Studium Generale im kommenden Sommersemester. Die folgenden Maßnahmen sind geplant oder bereits umgesetzt:</p><h3>Ethics &amp; Philosophy Lab&nbsp;</h3><p>Zum 1. April hat an der Universität das "Ethics &amp; Philosophy Lab"&nbsp;im Rahmen des Exzellenzclusters "Maschinelles Lernen"&nbsp;seine Arbeit aufgenommen. Es widmet sich ethischen und philosophischen Fragen bei der Erforschung und Anwendung von Techniken Künstlicher Intelligenz in Wissenschaft und Gesellschaft. Untersucht wird u. a., was Maschinen lernen können und welche Rolle Wissenschaftler in einem von Maschinen mitgestalteten Erkenntnisprozess spielen. Das Labor startet zunächst mit drei Fellows: Dr. Thilo Hagendorff befasst sich mit Aspekten der Ethik Maschinellen Lernens (ML) mit besonderer gesellschaftlicher Relevanz, wie zum Beispiel die potenzielle Diskriminierung durch Algorithmen. Dr. Thomas Grote forscht zu Fragestellungen der Verteilung von Verantwortung bei algorithmischer Entscheidungsfindung. Dr. Eric Raidl untersucht die Erkenntnistheorie und Logik von Maschinellem Lernen in der Wissenschaft und dabei besonders, wie sich das in ML-Systemen dargestellte Wissen bei neuen Erkenntnissen verändert.&nbsp;</p><p>Als Mentoren werden Professorin Regina Ammicht-Quinn vom Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) und der Wissenschaftsphilosoph Wolfgang Spohn die Arbeit begleiten, der als Seniorprofessor an die Universität Tübingen berufen wurde. Spohn studierte Philosophie, Logik &amp; Wissenschaftstheorie und Mathematik an der LMU München. Dort habilitierte er sich 1984 und hatte danach Professuren an den Universitäten Regensburg und Bielefeld inne. Bis 2018 war er Professor an der Universität Konstanz. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Wissenschafts-&nbsp;und Erkenntnistheorie, unter besonderer Berücksichtigung der Logik. Er wird zudem am Exzellenzcluster den Aufbau des Bereichs Wissenschaftstheorie und Maschinelles Lernen unterstützen.<br> Infos zum "Ethics &amp; Philosophy Lab"&nbsp;unter <a href="https://uni-tuebingen.de/de/151218" target="_blank" class="internal-link">https://uni-tuebingen.de/de/151218</a>&nbsp;.</p><h3>Carl Friedrich von Weizsäcker Stiftungsprofessur</h3><p>Bereits im Januar hat die Universität Tübingen mit Unterstützung der Udo Keller Stiftung die "Carl Friedrich von Weizsäcker Stiftungsprofessur für Theorie und Geschichte der Wissenschaften"&nbsp;eingerichtet. Professor Reinhard Kahle erforscht hier, in der philosophischen Tradition Carl Friedrich von Weizsäckers unter anderem Fragen zur gesellschaftlichen Verantwortung wissenschaftlicher Forschung. In einem ersten Schwerpunkt geht es dabei vor allem um Verantwortung in der KI.</p><p>So behandelt ein von der Volkswagen-Stiftung gefördertes Projekt die Frage, inwiefern Software 'verantwortlich'&nbsp;sein kann. Ziel ist es, die Verantwortung für Entscheidungen, die von Computerprogrammen getroffen werden, in der Hierarchie der Beteiligten –&nbsp;Programmierer, Auftraggeber, Anbieter und Nutzer –&nbsp;zuweisen zu können. Zudem wird untersucht, wie Verantwortungen zugeordnet werden müssen, damit eine gesellschaftliche Akzeptanz von KI im Alltag erreicht wird. Das sind auch Schlüsselfragen für ein geplantes "Zentrum für Ethik in der digitalen Gesellschaft" mit Professor Reinhard Kahle und Seniorprofessor Klaus Mainzer. Der Philosoph und Wissenschaftstheoretiker Mainzer war unter anderem Gründungsdirektor des Munich Center for Technology in Society und beschäftigt sich mit den Grundlagen Künstlicher Intelligenz und ihren gesellschaftlichen Herausforderungen. In Tübingen wird er im Juli einen Kurs zu den "Grundlagen des maschinellen Lernens und der KI" auf der Hilbert-Bernays-Sommerschule halten, die von der Stiftungsprofessur organisiert wird.<br> Infos unter <a href="https://uni-tuebingen.de/de/143985" target="_blank" class="internal-link">https://uni-tuebingen.de/de/143985</a>&nbsp;.</p><h3>Veranstaltungen für die Öffentlichkeit</h3><p>Unter verschiedenen Lehrveranstaltungen für Studierende gibt es auch Angebote für die interessierte Öffentlichkeit. Im Sommersemester 2019 bietet Dr. Christopher Gohl am Weltethos-Institut das Forschungsseminar "Was bedeutet 'Cyber Valley'&nbsp;für die Tübinger Demokratie"&nbsp;an. Das Weltethos-Institut organisiert bereits seit 2017 Konferenzen, öffentliche Veranstaltungen und Lehrveranstaltungen zum Thema Ethik und KI, ausgehend von der Grundlage: KI braucht Dialog. Es geht um Fragen wie "Machen digitale Erfindungen unser Leben besser?"&nbsp;und "Wer ist daran beteiligt und wer profitiert davon?". "Für die Beantwortung braucht es einen Austausch, bei dem sich alle Beteiligten zu Chancen, Gefahren, Entwicklungen und ihren Konsequenzen verständigen", sagt Gohl. "Tübingen ist für die kritische Begleitung von Forschung rund um die KI gut geeignet, weil die Universität über Institutionen zur ethischen Reflexion verfügt und die Stadt durch eine kritische Stadtgesellschaft mit gut entwickelter Dialog– und Streitkultur geprägt wird."&nbsp;<br> Infos unter <a href="http://www.weltethos-institut.org/institut/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">http://www.weltethos-institut.org/institut/</a>&nbsp;, <a href="https://bit.ly/2UcNmxy" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bit.ly/2UcNmxy</a>&nbsp;</p><p>Im Rahmen des Studium Generale findet im Sommersemester die Ringvorlesung Maschinelles Lernen (Donnerstag, 20 Uhr, Hörsaal 21) statt. Die Reihe wird einen fundierten Überblick über das Forschungsgebiet und dessen Anwendungen geben. Interessierte sollen sich ein realistisches Bild davon machen können, was Maschinelles Lernen derzeit kann und was nicht – und was in naher Zukunft möglich sein könnte. Die Referentinnen und Referenten sprechen auf Einladung der Informatiker Professor Matthias Hein, Professor Philipp Hennig und Dr. Gabriele Schweikert.&nbsp;<br> Infos zum Studium Generale: <a href="https://uni-tuebingen.de/de/63" target="_blank" class="internal-link">https://uni-tuebingen.de/de/63</a>&nbsp;</p><h3>Kontakt:</h3><p>Ethics &amp; Philosophy Lab&nbsp;<br> Prof. Dr. Philipp Berens<br> Universität Tübingen<br> Forschungsinstitut für Augenheilkunde<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;Telefon +49 7071 29-88833<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,rjknkrr0dgtgpuBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">philipp.berens<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p><p>Carl Friedrich von Weizsäcker Stiftungsprofessur<br> Prof. Dr. Reinhard Kahle<br> Universität Tübingen<br> Carl Friedrich von Weizsäcker Stiftungsprofessur<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;Telefon +49 7071 29-75333<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,tgkpjctf0mcjngBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">reinhard.kahle<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p><p>Weltethos–Institut<br> Dr. Christopher Gohl<br> Universität Tübingen&nbsp;<br> Weltethos Institut<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;Telefon +49 7071 54940-33<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,iqjnBygnvgvjqu–kpuvkvwv0qti" data-mailto-vector="2" class="mail">gohl<span style="display:none">spam prevention</span>@weltethos–institut.org</a></p><h3>Pressekontakt:</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung</p><p>Antje Karbe<br> Pressereferentin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> Telefon +49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mctn0tklmjqgmBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">karl.rijkhoek<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a><br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a><br> &nbsp;</p><p><a href="/pt/universitaet/aktuelles-und-publikationen/">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-39276</guid><pubDate>Fri, 03 May 2019 13:58:44 +0200</pubDate><title>Wissenschaft erleben an der Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=39276&amp;cHash=11d89eb5622c19a3da185021ffc82937</link><description>Spitzenforschung auf Augenhöhe und zum Mitmachen gibt es am 24. Mai beim Tübinger Fenster für Forschung (TÜFFF)</description><content:encoded><![CDATA[<p>Was passiert bei einer Impfung im Körper? Wie kann eine Maschine eigenständig neue Verhaltensweisen erlernen? Wie entsteht Epilepsie? Wie kommt Mikroplastik ins Badezimmer? Was hat ein E-Bike mit Da Vinci zu tun? Woher kommen wir? Für kleine und große Neugierige gibt es Antworten auf diese und viele weitere Fragen beim vierten <strong>„Tübinger Fenster für Forschung“ (TÜFFF)</strong>. <strong>Am Freitag, &nbsp;24. Mai 2019,</strong> können Besucherinnen und Besucher aller Altersstufen <strong>von 15 bis 22 Uhr</strong>&nbsp;<strong>im Hörsaalzentrum der Naturwissenschaften (Auf der Morgenstelle 16)</strong> einen Blick hinter die Kulissen von Universität, Klinikum und außeruniversitären Forschungsinstituten werfen.&nbsp;</p><p>Den Auftakt zum diesjährigen TÜFFF bildet am <strong>Donnerstag, 23. Mai, um 18 Uhr die Unterhausdebatte „Genomchirurgie – neue Allzweckwaffe gegen Krankheiten?“ im Pfleghofsaal (Schulberg 2)</strong>. Bei diesem Format zeigt das Publikum – nach Vorbild des britischen Unterhauses – mit der Wahl des Sitzplatzes, ob es einer Position zustimmt. Der Abend wird von der Journalistin Kathrin Zinkant (Süddeutsche Zeitung) moderiert und findet in Kooperation mit „Wissenschaft im Dialog“ und der Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften statt. <strong>Die Eröffnung des vierten TÜFFF</strong> findet am <strong>Freitag, 24. Mai, um 15.30 Uhr</strong> im Hörsaalzentrum Auf der Morgenstelle statt. Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung im Hörsaal N3 wird auch der diesjährige Forschungspreis der Dr. K. H. Eberle Stiftung verliehen.</p><p>Wissenschaft zum Ausprobieren und Mitmachen gibt es beim Markt der Möglichkeiten. Zwischen 15 und 21 Uhr stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an über 60 Stationen ihre Forschungsprojekte vor und laden ein zum Experimentieren, Ausprobieren und Fragenstellen. Die Besucherinnen und Besucher können beispielsweise Nervenzellen in der Hirnrinde genauer unter die Lupe nehmen oder durch den Vergleich von Grabungsobjekten und Symbolen nachvollziehen, wie Menschen während der Eiszeit kommunizierten. Zudem können herkömmliche Fotos mithilfe eines Algorithmus in Gemälde verwandelt werden und vieles mehr.</p><p>Bei sechs Themenführungen zwischen 16 und 19 Uhr dürfen Neugierige die Forschungsräume vor Ort erkunden. Bei einem Rundgang durch die Labore des Interfakultären Instituts für Mikrobiologie und Infektionsmedizin Tübingen (IMIT) beispielsweise können die Teilnehmenden Mikroben live beim Wachsen zusehen. Ein hochauflösendes Massenspektrometer kommt bei der Führung durch das Proteom Centrum Tübingen zum Einsatz.</p><p>Außerdem werden fünf Workshops angeboten: Die Besucherinnen und Besucher können zum Beispiel mit dem Sonderforschungsbereich 833 die Bedeutung von Sprache erkunden. Ein Quiz informiert über witzige, verblüffende und erstaunliche Aspekte verschiedener Sprachen. Der Workshop „Alltagskultur erforschen“ gibt Gelegenheit, mit Forscherinnen und Forschern des Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaft darüber zu sprechen, wie Alltägliches erforscht werden kann und was das Interessante am vermeintlich „Normalen“ ist.</p><p>Verschiedene Vorträge zu Themen wie Genom-Editierung, Freiheitsstrafen, Arsen im Trinkwasser, YouTube und Spotify sowie Therapie von Tumorerkrankungen runden das Programm ab.</p><p>Ein Science Slam ist der abschließende Höhepunkt des diesjährigen Tübinger Fensters für Forschung: kreativ und bunt stellen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von 20 bis 22 Uhr im Hörsaal N6 im Hörsaalzentrum ihre Forschungsergebnisse vor. Von PowerPoint bis Pantomime ist alles möglich – am Ende entscheidet das Publikum, welcher Vortrag am besten gefallen hat.</p><p>Alle Veranstaltungen sind kostenlos, eine Anmeldung ist nicht nötig; bei einigen Programmpunkten sind die Teilnehmerzahlen begrenzt.&nbsp;</p><p>Das gesamte Programm finden Sie unter <a href="http://www.uni-tuebingen.de/tuefff" target="_blank" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de/tuefff</a>&nbsp;</p><h3>Pressekontakt:</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung</p><p>Simona Steeger<br> Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> Telefon +49 7071 29-77825<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,ukoqpc0uvggigtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">simona.steeger<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p><p>Antje Karbe<br> Pressereferentin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> Telefon +49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p><a href="/pt/universitaet/aktuelles-und-publikationen/">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-38754</guid><pubDate>Wed, 24 Apr 2019 10:30:14 +0200</pubDate><title>Warum der moderne Mensch aus Afrika kommt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=38754&amp;cHash=b71c542d6e7318972569b3d12ec0ac59</link><description>Forscher berechnen in Computersimulationen die statistische Wahrscheinlichkeit von Wanderbewegungen wie der des Homo sapiens</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Wiege der Menschheit liegt in Afrika. Von dort aus besiedelte der anatomisch moderne Mensch die Welt, dies gilt als gesichert. Unklar ist noch, warum der Ursprung in Afrika lag und warum sich <em>Homo sapiens</em> gegen Arten wie den Neandertaler oder den Denisova-Mensch durchsetzen konnte. Möglicherweise sind die Ursachen weniger die oft angeführten Umweltfaktoren, als vielmehr zufällige Prozesse. Zu diesem Schluss kommt der Tübinger Geowissenschaftler Professor Paul Bons in einer Studie: Mit einem internationalen, multidisziplinärem Team hatte er evolutionäre Prozesse und Wanderungsbewegungen virtuell im Computer nachvollzogen. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal PLOS ONE veröffentlicht.</p><p>Das Team hatte Computersimulationen durchgespielt, um die Muster grundlegender Evolutionsprozesse zu untersuchen. Dazu gehören die allmähliche Verbreitung genetischer Veränderungen &nbsp;und die menschliche Neigung, sich bei der Partnerwahl eher mit ähnlichen &nbsp;Partnern fortzupflanzen. Zudem tendieren Menschen dazu, ihren Lebensraum zu erweitern und dabei in das Territorium benachbarter Gruppen vorzudringen. Auch wiederholte Simulationen dieser Parameter zeigten, dass schon solch grundlegende evolutionäre Gesetzmäßigkeiten zu Wanderbewegungen führen könnten, sagt Paul Bons.</p><p>Darüber hinaus errechnete das Team den statistisch gesehen wahrscheinlichsten Ausgangspunkt einer Wanderbewegung: In der größten zusammenhängenden besiedelten Fläche. „Dies war während der Eiszeit im Mittelpleistozän (vor mehr als 126 000 Jahren) der afrikanische Kontinent“, sagt Bons. Andere Kontinente hätten kleinere und weniger kompakte Flächen aufgewiesen, die beispielsweise durch Berge und Küstenlinien unterbrochen wurden. „Demzufolge war Afrika der wahrscheinlichste Ausgangspunkt für unsere Spezies, und deshalb gehen die Wanderrouten dieser Zeit überwiegend von Zentralafrika aus.“</p><p>Äußere Faktoren, wie beispielsweise Veränderungen des Klimas, wurden in der Studie bewusst außen vor gelassen, um zu zeigen, dass diese nicht zwingend die Verbreitung des modernen Menschen erklären ‒ auch wenn sie den Verlauf möglicherweise beeinflusst haben. „Migration tritt immer wieder auf, ohne notwendigerweise von Umweltfaktoren abhängig zu sein“, erklärt Bons. „Jeder großen Wanderbewegung gehen viele kleine voraus ‒ und dies konnte dazu führen, dass sich eine Menschenart weltweit verbreitete.“</p><h3>Publikation:</h3><p>Bons, P.D., Bauer, C.C., Bocherens, H., de Riese, T., Drucker, D.G., Francken, M., Menéndez, L., Uhl, A., van Milligen, B.P., Wißing, C. (2019) Out of Africa by spontaneous migration waves. PLOS ONE. &nbsp;<a href="http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0201998" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0201998</a></p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Paul D. Bons<br> Universität Tübingen<br> Geowissenschaften, Arbeitsgruppe Strukturgeologie<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-76469<br> oder <span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49-160-5515482<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,rcwn0dqpuBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">paul.bons<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p><h3>Pressekontakt:</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung</p><p>Antje Karbe<br> Pressereferentin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p><p><a href="https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/" target="_blank">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-38430</guid><pubDate>Wed, 17 Apr 2019 11:26:46 +0200</pubDate><title>Flexibel gewinnt: Asiatischer Elefant überlebt Stegodon</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=38430&amp;cHash=6f9bb700f814b20a55c364c0f4e9a7f2</link><description>Asiatischer Elefant durch vielseitige Ernährung im Vorteil</description><content:encoded><![CDATA[<p>Senckenberg-Wissenschaftler haben mit chinesischen Kolleginnen und Kollegen die Ernährungsgewohnheiten des Asiatischen Elefanten und dessen ausgestorbenen Verwandten Stegodon während des Pleistozäns untersucht. Sie kommen zu dem Schluss, dass sich die Asiatischen Elefanten vielfältiger ernährten und sich dadurch einen Vorteil verschafften. Die Studie erschien kürzlich im Fachjournal „Quaternary Science Reviews“.</p><p>Stegodon orientalis ist eine ausgestorbene Art aus der Familie der Rüsseltiere und – trotz seines relativ langen, niedrigen Körpers – ein naher Verwandter des heutigen Asiatischen Elefanten (Elephas maximus). „Zur Zeit des Pleistozäns, vor etwa 700.000 Jahren, lebten in Südostasien Stegodon- und Elefantenherden in überraschender Koexistenz“, erklärt Prof. Dr. Hervé Bocherens vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen und fährt fort: „Doch nur der Asiatische Elefant hat bis in die heutige Zeit überlebt – wir sind nun den Gründen hierfür nachgegangen.“&nbsp;</p><p>Gemeinsam mit chinesischen Wissenschaftler*innen hat der Tübinger Wissenschaftler fossile, etwa 80.000 Jahre alte Zähne der beiden Rüsselträger aus der südchinesischen Höhle Quzai untersucht. „Wir konnten anhand von Kohlen- und Sauerstoffisotopie im Zahnschmelz der Tiere zeigen, dass sich die Asiatischen Elefanten flexibler ernährten, als Stegodonten“, erläutert Jiao Ma, Erstautorin der Studie von der Chinese Academy of Sciences.&nbsp;</p><p>Sogenannte C4-Pflanzen, wie krautige Gewächse in der Savanne, hinterlassen im Gewebe von Pflanzenfressern eine andere Signatur, als Gehölz- oder C3-Pflanzen aus bewaldeten Gebieten.&nbsp;<br> Diese über Jahrmillionen erhaltenen Signale zeigen, dass Stegodon die Nahrungsaufnahme in dichten Wäldern bevorzugte, während die Asiatischen Elefanten sich sowohl in der Savanne, als auch in den bewaldeten Gebieten ernährten.&nbsp;</p><p>„Diese unterschiedliche Ernährungsmethode könnte sowohl eine Erklärung für die parallele Existenz der beiden Rüsseltiere im Pleistozän, als auch einer der Gründe für das Aussterben von Stegodon sein. Während ihres gemeinsamen Auftretens besetzten die Tiere unterschiedliche Nischen und der Konkurrenzdruck war nicht so hoch. Der Asiatische Elefant konnte sich aber aufgrund seiner flexiblen Ernährung besser auf veränderte Umweltbedingungen einstellen – dies war dann wahrscheinlich der ausschlaggebende Faktor für sein Überleben“, schließt Bocherens.&nbsp;</p><h3>Publikation:</h3><p>Jiao Ma, Yuan Wang, Changzhu Jin, Yaowu Hu, Hervé Bocherens (2019): Ecological flexibility and differential survival of Pleistocene Stegodon orientalis and Elephas maximus in mainland southeast Asia revealed by stable isotope (C, O) analysis. Quaternary Science Reviews, Volume 212, 2019, Pages 33-44 <a href="https://doi.org/10.1016/j.quascirev.2019.03.021" target="_blank" rel="noreferrer">doi.org/10.1016/j.quascirev.2019.03.021</a>.</p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Hervé Bocherens<br> Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment (HEP)&nbsp;<br> Universität Tübingen<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;+49&nbsp;7071 29-76988<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,jgtxg0dqejgtgpuBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">herve.bocherens<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p>Judith Jördens<br> Pressestelle<br> Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung<br> +49 69 7542-1434<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,rtguuguvgnngBugpemgpdgti0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">pressestelle<span style="display:none">spam prevention</span>@senckenberg.de</a></p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-38199</guid><pubDate>Thu, 11 Apr 2019 12:52:31 +0200</pubDate><title>Rückenmarksverletzung: Abwechslungsreicher Lebensstil vor Schädigung verstärkt den Heilungsprozess</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=38199&amp;cHash=101938fa47d24cdb7cfa08af1f90923f</link><description>Geschädigte Nervenzellen heilen bei Nagetieren besser, wenn sie in Käfigen mit anregenden Umgebungsreizen gehalten werden. Ein Molekül kann den positiven Umwelteffekt nachahmen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bei Nagetieren hat die Umgebung, in der sie gehalten werden, Einfluss auf die Heilung von geschädigten Nervenzellen. Wachsen die Tiere mit vielen Artgenossen in großen Käfigen auf, die mit Spielzeug, Tunnel, Schaukeln und Laufrädern ausgestattet sind, so zeigten ihre Nervenzellen ein verstärktes Wachstum nach einer Verletzung. Das berichtet ein Forschungsteam unter der Leitung von Professor Dr. Simone Di Giovanni, der kürzlich vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und der Universität Tübingen zum englischen Imperial College London wechselte, in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins <em>Science Translational Medicine</em>. Die Wissenschaftler identifizierten darüber hinaus mehrere Moleküle, die bei diesem Mechanismus eine Schlüsselrolle innehatten. Wurden sie im Körper künstlich aktiviert, erholten sich verletzte Nervenzellen ebenfalls in einem größeren Ausmaß.</p><p>Für ihre Studie teilten die Forscher Mäuse in zwei Gruppen ein. Eine davon wurde in Standardkäfigen mit einem Laufrad gehalten, die andere in einer besonders stimulierenden Umgebung (Englisch: <em>enriched environment</em>). „Dabei handelt es sich um große Käfige, die neben einem Laufrad mit weiterem Spielzeug ausgestattet sind und die durch die vielen Umweltreize anregend auf das Gehirn wirken“, erklärt Studienleiter Di Giovanni. Bei allen Mäusen wurden operativ das Rückenmark und der Ischiasnerv verletzt. Fünf Wochen später untersuchten die Wissenschaftler den Zustand der verletzen Nerven. „Bei den Mäusen, die in einer anregenden Umgebung lebten, sahen wir wesentlich mehr Nervenzellfortsätze, die in die Läsion hineinwuchsen. Diese Axone waren auch wesentlich länger als bei Mäusen, die in Standardkäfigen gehalten wurden.“</p><p>Doch was führte zu dem verbesserten Heilungsprozess? Mithilfe von verschiedenen Labortechniken gingen die Wissenschaftler den biologischen Mechanismen auf den Grund. Sie fanden mehrere Moleküle, die bei der verstärkten Regenerierung eine Rolle spielen. Eines davon, das<em> CREB&nbsp;Binding Protein</em>, programmiert ausgewachsene Nervenzellen in regenerierbare Zellen um. Den Hirnforschern gelang es, durch Injektion eines Mittels dieses körpereigene Protein zu aktivieren. Das Ergebnis: Bei Mäusen, denen das Mittel gespritzt wurde, erholten sich verletzte Nervenzellen ebenfalls in einem größeren Ausmaß.</p><p>„Damit haben wir ein Medikament gefunden, mit dem der regenerative Effekt einer stimulierenden Umgebung nachgeahmt werden kann“, so Di Giovanni. Er betont: „Wir injizierten die Substanz erstmals sechs Stunden nach der Verletzung und anschließend in einem wöchentlichen Rhythmus – genauso, wie es im Klinikalltag gut umsetzbar ist.“ Bis das Mittel erstmals an Patienten mit Querschnittslähmung getestet werden kann, müssen jedoch weitere Untersuchungen an Tiermodellen durchgeführt werden.</p><p>Die Studie deutet allerdings an, dass ein aktiver Lebensstil generell den Heilungsprozess nach Nervenverletzungen unterstützen kann. „Von Fallbeschreibungen weiß man, dass Personen, die vor ihrer Querschnittslähmung einen aktiven Lebensstil geführt haben, sich besser erholen als Patienten, die weniger aktiv gelebt haben. Ein gesunder Lebensstil scheint somit nicht nur die allgemein bekannten Vorteile zu haben – er scheint auch Nervenzellen auf ein Wachstum vorzubereiten oder wie wir Wissenschaftler sagen, zu ‚primen‘.“</p><h3>Originalpublikation:</h3><p>Hutson et al., (2019): Cbp-dependent histone acetylation mediates axon regeneration induced by environmental enrichment in rodent spinal cord injury models. <em>Science Translational Medicine</em>, <a href="https://dx.doi.org/10.1126/scitranslmed.aaw2064" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://dx.doi.org/10.1126/scitranslmed.aaw2064</a>&nbsp;</p><h3>Pressekontakt:</h3><p>Dr. Mareike Kardinal<br> Leitung Kommunikation<br> Hertie-Institut für klinische Hirnforschung<br> Universität Tübingen<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;+49 7071 29-88800<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,octgkmg0mctfkpcnBogfkbkp0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">mareike.kardinal<span style="display:none">spam prevention</span>@medizin.uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p><p><a href="http://www.hih-tuebingen.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.hih-tuebingen.de</a></p><p>Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung</p><p>Antje Karbe<br> Pressereferentin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;+49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p><a href="/pt/universitaet/aktuelles-und-publikationen/">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-37467</guid><pubDate>Thu, 21 Mar 2019 11:49:32 +0100</pubDate><title>Möglicher Ur-Stoffwechsel in Bakterien entdeckt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=37467&amp;cHash=8e2b7c040381bed773b1aa7544ad922e</link><description>Mikrobiologen aus Braunschweig, Tübingen und Konstanz entdecken, wie Bakterien Eisen-Schwefel-Minerale als Energiequelle nutzen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Mikroorganismen haben die bemerkenswerte Fähigkeit, aus fast jeder chemischen Reaktion Energie zu gewinnen, solange sie einen Bruchteil der zellinternen „Energiewährung“ ATP liefert. Dies gelingt ihnen selbst in unwirtlichster Umgebung. Nun hat ein Konsortium aus Umweltmikrobiologen des Leibniz-Instituts DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen in Braunschweig, der Universität Konstanz und der Universität Tübingen entdeckt, dass Mikroorganismen die Bildung des Minerals Pyrit aus Eisensulfid und Schwefelwasserstoff katalysieren können. Dieser Prozess läuft seit Anbeginn der Erdgeschichte in Sedimenten und Tiefsee-Hydrothermalquellen ab und wurde als erster energieliefernder Prozess für die Entstehung von Leben postuliert. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift PNAS.</p><p>Pyrit, besser als Katzengold bekannt, ist das häufigste Eisen-Schwefel-Erz unserer Erde. Pro Jahr werden schätzungsweise fünf Millionen Tonnen Pyrit hauptsächlich in marinen Sedimenten gebildet. Über geologische Zeiträume und komplexe biogeochemische Mechanismen führte dies zu einer Stabilisierung des heutigen Sauerstoffgehalts in der Luft. Gleichzeitig ist bekannt, dass Pyrit bereits auf der Ur-Erde in marinen Hydrothermalquellen gebildet wurde, die derzeit als die wahrscheinlichste&nbsp;Wiege des Lebens angenommen werden. Hier wird die Pyritbildung als der entscheidende energieliefernde Prozess für einen autokatalytischen Stoffwechsel diskutiert, aus dem später Leben hervorging. Bisher war die Pyritbildung als ein rein (geo-)chemischer Prozess bekannt. Doch jetzt hat das Forscherteam entdeckt, dass auch Bakterien aus der Umwandlung von Eisensulfid und Schwefelwasserstoff zu Pyrit Energie zum Leben gewinnen können. Dies haben Professor Michael Pester vom Leibniz-Institut DSMZ zusammen mit Joana Thiel sowie Professor Bernhard Schink von der Universität Konstanz und Dr. James M. Byrne sowie Professor Andreas Kappler von der Universität Tübingen unter Laborbedingungen genauer untersucht.</p><p>Die Wissenschaftler reicherten unter Sauerstoffausschluss Umweltmikroorganismen aus verschiedenen Sedimenten und Kläranlagen an, wobei sie die chemischen Verbindungen Eisensulfid, Schwefelwasserstoff und Kohlendioxid als einzige Substrate anboten. Mithilfe modernster Messmethoden konnten die Wissenschaftler feststellen, dass daraus Pyrit sowie Methan gebildet wurden. Dies geschah allerdings nicht über Nacht, sondern über sehr lange Zeiträume von mehreren Monaten bis zu einem halben Jahr, was auf die magere Energieausbeute aus diesem Prozess schließen lässt. Dabei waren die Prozesse der Pyrit- und Methanbildung eng miteinander verwoben und voneinander abhängig. Interessanterweise zeigten die Anreicherungen aus Kläranlagen die höchsten Aktivitäten und können jetzt als Modellsystem für die Entschlüsselung dieses wahrscheinlich sehr alten Stoffwechsels herangezogen werden, der auch heute noch Mikroorganismen, die tief in marinen Sedimenten begraben sind, vor dem Hungertod rettet.</p><h3>Publikation:</h3><p>Thiel J., Byrne J. M., Kappler A., Schink B., Pester M. (2019) Pyrite formation from FeS and H2S is mediated through microbial redox activity. Proc. Natl. Acad. Sci. U.S.A., in press.&nbsp;<br><a href="https://doi.org/10.1073/pnas.1814412116" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1073/pnas.1814412116</a></p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Andreas Kappler<br> Universität Tübingen<br> Zentrum für angewandte Geowissenschaften (ZAG)<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-74 992<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpftgcu0mcrrngtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">andreas.kappler<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a> &nbsp;</p><h3>Pressekontakt:</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung</p><p>Antje Karbe<br> Pressereferentin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;+49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566</p><p>&nbsp;</p><p><a href="http://www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html" target="_blank" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-36774</guid><pubDate>Thu, 14 Mar 2019 12:52:02 +0100</pubDate><title>Zarenurkunde geht zurück an Ukraine</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=36774&amp;cHash=a025ab7082a9ea80e417d0398a7c915b</link><description>Originalurkunde Peters des Großen gelangte Ende der 1950er Jahre an die Universität Tübingen ‒ Rückgabe für den 14. März geplant</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Land Baden-Württemberg und die Universität Tübingen geben eine Urkunde Peters des Großen an die Ukraine zurück: Die Originalurkunde war seit den 1950er Jahren im Bestand der Bibliothek des Instituts für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde. Eine deutsch-ukrainische Forschungsgruppe ermittelte, dass die für die ukrainische Kirchengeschichte äußerst bedeutsame Urkunde mit höchster Wahrscheinlichkeit 1941 als Kriegsbeute aus Kiew entwendet wurde. Aufgrund der vorliegenden Indizien hat die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer in Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt und der Universität Tübingen entschieden, die Restitution der Ernennungsurkunde an die Ukraine einzuleiten. Sie wird am 14. März im Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes an den Botschafter der Ukraine, Dr. Andrij Melnyk, übergeben.<br> &nbsp;<br> „Ich bin den Forscherinnen und Forschern aus Tübingen und der Ukraine dankbar für ihre wertvolle Arbeit und ihre Erkenntnisse, wie die Zarenurkunde an die Universität Tübingen gekommen ist. Dass wir diese symbolisch höchst bedeutsame Urkunde, die gewaltsam nach Deutschland gebracht wurde, nun an die Ukraine zurückgeben können, ist zugleich ein Zeichen: Das Land stellt sich seiner historischen Verantwortung“, sagte Kunstministerin Theresia Bauer.<br> &nbsp;<br> Seit Ende der 1950er Jahre befindet sich die farbige und prunkvoll gestaltete Originalurkunde Peters I. im Besitz der Universität Tübingen. Mit dieser kirchengeschichtlich bedeutsamen Urkunde von 1708 bestätigte der russische Zar die Ernennung des Metropoliten (Erzbischof) von Kiew. Die Urkunde mit Siegelkapsel schmückte jahrzehntelang die Bibliothek des Instituts. Über die Umstände ihres Ankaufs war nur mündlich überliefert, dass Professor Werner Markert, der Gründungsdirektor des Instituts (1953-1965), sie Ende der 1950er Jahre erworben hatte.&nbsp;<br> &nbsp;<br> Tübinger Osteuropa-Forscherinnen hatten im Frühsommer 2016 ein Projekt zur Erforschung der Provenienz der Urkunde initiiert, bei der es sich um ein Einzelstück handelt. Das Vorhaben wurde vom Auswärtigen Amt gefördert. Die Frage, wie die Zarenurkunde ihren Weg nach Tübingen fand, sollte geklärt werden ‒ besonders vor dem Hintergrund, dass Werner Markert Kontakte zu Personen hatte, die während der NS-Zeit mit der Beschlagnahmung von Kulturgut befasst waren. Ein deutsch-ukrainisches Forschungsteam recherchierte von Juli bis Oktober 2016 intensiv in Archiven in Kiew, Berlin, Freiburg und Tübingen.&nbsp;<br> &nbsp;<br> Die Historikerinnen und Historiker konnten nachweisen, dass sich die Ernennungsurkunde im Juni 1931 noch in der Vernads’kyj-Nationalbibliothek in Kiew befunden hatte. Vermutlich wurde sie im Oktober 1941 während der deutschen Besatzung mit anderen Bibliotheksbeständen durch das dem Auswärtigen Amt unterstellten Sonderkommando Künsberg (seit Herbst 1942 SS-Sonderkommando Künsberg) abtransportiert. Nach 1945 erfolgte keine Restitution; die Urkunde gelangte in den Verkauf und wurde 1958/59 von Werner Markert für die Universität Tübingen erworben.<br> &nbsp;<br> Die Projektgruppe empfahl, die Urkunde an die Ukraine zu restituieren. Das Rektorat der Universität Tübingen hat dem zugestimmt. Auf der Grundlage der Empfehlung hat das baden-württembergische Wissenschaftsministerium nach einer rechtlichen Prüfung entschieden, die Urkunde zurückzugeben.</p><h3>Publikation:&nbsp;</h3><p>Katharina Kucher, Corinna Kuhr-Korolev, Tetiana Sebta, Nataliia Sinkevych: Kriegsbeute in Tübingen. Eine Urkunde Peters des Großen, Seilschaften der Osteuropaforscher und die Restitution, Osteuropa, 66. Jg., 11-12/2016, S. 149-167 (erschien auch in ukrainischer Sprache in Kiew: Bibliotečnyj visnik. 2017. No 1 (237), S. 39-54); Katharina Kucher, Thorsten Zachary: Feindforschung mit alten Wehrmachtsbeständen, in: F.A.Z., 13.09.2017, 213, N3.</p><h3>Kontakt:&nbsp;</h3><p>Prof. Dr. Klaus Gestwa<br> Dr. Katharina Kucher<br> Universität Tübingen<br> Institut für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-72388&nbsp;<br> &nbsp;<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mncwu0iguvycBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">klaus.gestwa<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mcvjctkpc0mwejgtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">katharina.kucher<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;&nbsp;</p><h3><br> Pressekontakt:</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung</p><p>Antje Karbe<br> Pressereferentin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566</p><p><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p><p><a href="http://www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html" target="_blank" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Histsem-OsteuroGesch-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-36681</guid><pubDate>Tue, 12 Mar 2019 16:53:56 +0100</pubDate><title>Große Resonanz für neuen Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=36681&amp;cHash=19fc8d0b16a2540e945b07f09866f651</link><description>Bisher fast 1500 Teilnehmer am Schülerwettbewerb ‒ Mehr als 900 Schulteams sind bereits dabei</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz (KI) stößt auf große Resonanz. Seit dem Start am 28. Februar nehmen bereits 1451 Schülerinnen und Schüler und 930 Schulteams aus ganz Deutschland am neu geschaffenen Wettbewerb teil. Noch bis 29. April können sich Interessierte unter <a href="https://bw-ki.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bw-ki.de</a>&nbsp;für die erste Runde des neunmonatigen Wettbewerbs anmelden.</p><p>„Wir freuen uns riesig über dieses großartige Echo auf den Bundeswettbewerb“, sagt Professor Matthias Bethge, Direktor des Kompetenzzentrums für Maschinelles Lernen an der Universität Tübingen. „Beim Thema KI ist es wichtig, dass gerade auch unsere jungen Leute Gelegenheiten bekommen, sich möglichst früh damit beschäfitgen zu können. Professor Bernhard Schölkopf vom Max-Planck-Institut ergänzt: „Wir wollen Schüler für Wissenschaft begeistern und sie in die Lage versetzen, unsere Zukunft mit zu gestalten.“</p><p>In der ersten Phase des Wettbewerbs lösen Teilnehmerinnen und Teilnehmer einzelne Programmieraufgaben und beantworten Wissensfragen. Dabei bekommen sie Unterstützung von kurzen, begleitenden Tutorials, die an die wichtigsten Grundbegriffe aus KI und Maschinellem Lernen heranführen. Im Mai startet die zweite Phase, in der die Teilnehmer alleine oder im Team eigene Ideen entwickeln und umsetzen, wie KI die Welt verbessern kann. Dabei werden die in der ersten Runde erlernten Methoden kreativ zur Lösung der selbstgewählten Problemstellung eingesetzt.</p><p>„KI wird als Zukunftstechnologie all unsere Lebensbereiche verändern“, sagt Christoph Peylo, Leiter des Bosch Center for Artificial Intelligence. „Bosch unterstützt den Bundeswettbewerb daher aus der Überzeugung heraus, dass es sich lohnt, junge Menschen für KI zu begeistern. Ich bin sehr gespannt auf die Ideen, die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Wettbewerbs entwickeln werden.“</p><p>Im November 2019 endet der Schülerwettbewerb mit einer Abschlussfeier und Preisverleihung in Tübingen. Die vielversprechendsten Projekte werden im Vorfeld zur AI CON 2019 eingeladen, einer von dem Bosch Center for Artificial Intelligence in Kooperation mit dem Cyber Valley ausgerichteten Konferenz zum Thema Künstliche Intelligenz. Als „KI-Schule des Jahres“ wird die Schule mit den meisten und erfolgreichsten Teilnehmern geehrt.</p><p>Der Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz ist eine gemeinsame Veranstaltung des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme und der Universität Tübingen im Rahmen der Cyber Valley Initiative. Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 14 und 19 Jahren, die sich für naturwissenschaftliche Fächer wie Mathematik, Informatik oder Physik interessieren.</p><p>Der baden-württembergische Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann hat die Schirmherrschaft für den Wettbewerb übernommen. Hauptsponsor des Wettbewerbs ist die Robert Bosch GmbH.</p><p>Informationen unter <a href="https://bw-ki.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bw-ki.de</a>&nbsp;</p><h3>Kontakt:&nbsp;</h3><p>Dr. Isabel Suditsch<br> Universität Tübingen<br> Cyber Valley Unit for Artificial Intelligence<br> Telefon +49 7071 29-70880<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,kucdgn0uwfkvuejBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">isabel.suditsch<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p><h3>Pressekontakt:</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung</p><p>Antje Karbe<br> Pressereferentin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> Telefon +49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p><a href="/pt/universitaet/aktuelles-und-publikationen/">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-36660</guid><pubDate>Tue, 12 Mar 2019 13:17:16 +0100</pubDate><title>Alles durchdringende Digitalisierung – Veranstaltungsreihe des Cyber Valley und der Hertie-Stiftung zu Künstlicher Intelligenz</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=36660&amp;cHash=a839bb691a48ef90a7f170d55999d0cb</link><description>Visionärinnen und Visionäre aus Wissenschaft und Industrie werfen einen Blick auf das Gehirn von morgen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Tübingen/Stuttgart – Künstliche Intelligenz (KI), neuronale Netze sowie autonome intelligente Systeme stehen im Mittelpunkt einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe des Cyber Valley und der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Insgesamt vier Vortragsabende zum Thema „Das Gehirn der Zukunft“ werden an den Universitäten Stuttgart und Tübingen sowie am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme (MPI-IS) abgehalten. Alle drei Forschungseinrichtungen bilden das Herzstück des Cyber Valley, der größten Forschungskooperation im Bereich KI in Europa. An jede Vortragsrunde mit Frauen und Männern aus Wissenschaft und Wirtschaft schließt sich eine Podiumsdiskussion an, in der es um die Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz auf unsere Gesellschaft, unser Leben und Arbeiten gehen wird. Medienpartner ist die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ).</p><p>Die Auftaktveranstaltung am 13. März dreht sich um <strong>KI &amp; Neurorobotik</strong> und findet an der Universität Tübingen statt. Auf dem Podium sitzen Dr. Daniel Häufle vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung, Prof. Dr. Catrin Misselhorn von der Universität Stuttgart, PD Dr. Florian Röhrbein von der Alfred Kärcher SE &amp; Co. KG und Prof. Dr. Surjo Soekadar von der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Hertie-Institut für klinische Hirnforschung statt.</p><p>Am 13. Mai rückt <strong>KI &amp; Autonomes Fahren</strong> in den Mittelpunkt mit einer Vortragsrunde am MPI-IS in Stuttgart. Die Expertenrunde besteht aus Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW in Basel, Dr. Corinna Bernarding von der Universität des Saarlandes, Dr. Sebastian Söhner von der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG sowie Prof. Dr. Andreas Geiger vom MPI-IS und der Universität Tübingen.</p><p>Um <strong>KI &amp; Medizin</strong> geht es am 30. September. Prof. Dr. Philipp Berens von der Universität Tübingen, Prof. Dr. Linda Breitlauch von der Hochschule Trier, Dr. Nadine Diersch vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in Magdeburg sowie Dr. Roman Klinger von der Universität Stuttgart kommen auf dem Podium des Audimax in Tübingen zusammen.</p><p>Die Entwicklung künstlicher intelligenter Systeme wirft viele ethische Fragen auf, die in unserer Gesellschaft offen diskutiert werden müssen. Deshalb steht am 16. Oktober an der Universität Stuttgart das Thema <strong>KI &amp; Ethik</strong> im Fokus. Prof. Dr. Regina Ammicht-Quinn von der Universität Tübingen, Prof. Dr. Markus Frings vom Evangelischen Klinikum Niederrhein, Dr. Christoph Peylo von der Robert Bosch GmbH sowie Prof. Dr. Michael Sedlmair von der Universität Stuttgart stellen sich der Diskussion.</p><p>Cyber Valley besteht seit 2016 als Forschungsverbund zu Künstlicher Intelligenz und wird getragen vom Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, den Universitäten Tübingen und Stuttgart, sieben Industriepartnern und dem Land Baden-Württemberg. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Cyber Valley forschen an Maschinellem Lernen, Robotik sowie Computer Vision. Insgesamt investieren die Cyber Valley Partner in einem ersten Schritt 165 Mio. Euro.</p><p>Die Arbeit der Hertie-Stiftung konzentriert sich auf zwei Leitthemen: Gehirn erforschen und Demokratie stärken. Die Projekte der Stiftung setzen modellhafte Impulse innerhalb dieser Themen. Im Fokus stehen dabei immer der Mensch und die konkrete Verbesserung seiner Lebensbedingungen. Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung wurde 1974 von den Erben des Kaufhausinhabers Georg Karg ins Leben gerufen und ist heute eine der größten weltanschaulich unabhängigen und unternehmerisch ungebundenen Stiftungen in Deutschland.</p><p>Mehr zur Gemeinnützige Hertie-Stiftung finden Sie hier: <a href="http://www.ghst.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.ghst.de</a></p><p>Mehr zur Veranstaltungsreihe finden Sie unter <a href="http://www.ghst.de/GehirnDerZukunft" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.ghst.de/GehirnDerZukunft</a>&nbsp;oder <a href="https://cyber-valley.de/de/events/das-gehirn-der-zukunft" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://cyber-valley.de/de/events/das-gehirn-der-zukunft</a></p><p><em>Gemeinsame Pressemitteilung des Cyber Valley und der Gemeinnnützigen Hertie-Stiftung</em></p><h3>Pressekontakte:</h3><p>Linda Behringer<br> Max-Planck-Institute für Intelligente Systeme<br> Pressestelle<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;0711 689-3552<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,Nkpfc0dgjtkpigtBku0ori0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">Linda.behringer<span style="display:none">spam prevention</span>@is.mpg.de</a></p><p>Dr. Hans-Herwig Geyer<br> Universität Stuttgart<br> Leiter Hochschulkommunikation und Pressesprecher<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> 0711 685-82 555<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,ngkvwpi0jmqoBjmqo0wpk/uvwvvictv0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">leitung.hkom<span style="display:none">spam prevention</span>@hkom.uni-stuttgart.de</a></p><p>Dr. Mareike Kardinal<br> Hertie-Institut für klinische Hirnforschung<br> Leitung Kommunikation<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;07071 29-88800<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,octgkmg0mctfkpcnBogfkbkp0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">mareike.kardinal<span style="display:none">spam prevention</span>@medizin.uni-tuebingen.de</a></p><p>Dr. Karl G. Rijkhoek<br> Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Leiter Stabsstelle Hochschulkommunikation<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> 07071 29-76788<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mctn0tklmjqgmBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">karl.rijkhoek<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-36363</guid><pubDate>Fri, 01 Mar 2019 18:06:40 +0100</pubDate><title>Dōshisha University eröffnet Außenstelle an der Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=36363&amp;cHash=b916835111a4fc22fe050085fa2b1e9c</link><description>Repräsentanz der japanischen Universität soll Zusammenarbeit mit Tübingen vertiefen und europaweite Kooperationen anstoßen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Mit einem internationalen Symposium ist am Mittwoch, 27. Februar 2019, eine dauerhafte Repräsentanz der Dōshisha University an der Universität Tübingen eröffnet worden. Der „Dōshisha EU-Campus“ ist jetzt die europaweit einzige Außenstelle der renommierten japanischen Privatuniversität in Kyoto. Sie koordiniert den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen der Dōshisha University und der Universität Tübingen. Darüber hinaus initiiert und begleitet sie Kooperationen und Projekte mit Partnern in ganz Europa.</p><p>Zur Eröffnung der Außenstelle unterzeichneten der Präsident der Dōshisha University, Professor Takashi Matsuoka, und der Tübinger Rektor Professor Bernd Engler eine Absichtserklärung. Sie sieht vor, die Zusammenarbeit zwischen beiden Universitäten weiter auszubauen. Geplant sind unter anderem gemeinsame Konferenzen, Semesterprogramme mit Sprachkursen und interkulturellem Training für japanische Studierende sowie der Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. In der Forschung sollen bestehende Kooperationen vertieft und neue Projekte initiiert werden, insbesondere in den Natur- und Lebenswissenschaften sowie in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Mit einer Vereinbarung zur strategischen Zusammenarbeit sollen die Aktivitäten des „Dōshisha EU-Campus“ im Laufe des Jahres 2020 weiter präzisiert werden.</p><p>Rektor Engler zeigte sich hocherfreut über die neue Einrichtung: „Mit der Dōshisha University verbindet uns eine jahrzehntelange enge Partnerschaft. Dass Tübingen nun zentrale Koordinationsstelle für alle Aktivitäten der Dōshisha in Europa ist, unterstreicht die Bedeutung unserer Universität in der Kooperation mit Japan.“ Die Universität Tübingen stellt der Dōshisha University Büro- und Seminarräume zur Verfügung; eine Mitarbeiterin aus Japan hat die Repräsentanz in der Keplerstraße 2 bezogen.</p><p>Die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Tübingen und Kyoto wurde bereits mit dem Eröffnungssymposium des EU-Campus am 27. und 28. Februar vorangetrieben. Die interdisziplinäre Veranstaltung widmete sich verschiedenen Aspekten des Themas „Herausforderungen für alternde Gesellschaften“ aus japanischer, deutscher und europäischer Perspektive. Neben Forscherinnen und Forschern aus Kyoto und Tübingen nahmen auch der Prorektor für Internationale Angelegenheiten der Dōshisha University, Professor Dr. Gregory Poole, und Professor Dr. Yoshihiko Wada, Direktor des „Dōshisha EU-Campus“, an dem Symposium teil.</p><p>Die Partnerschaft zwischen der Dōshisha University und der Universität Tübingen besteht seit 1990. Seit 1993 unterhält Tübingen eine Außenstelle an der Dōshisha University in Kyoto, das Tübingen Center for Japanese Studies. Auch das Tübinger Zentrum ist bis heute die einzige Außenstelle einer europäischen Universität an einer Universität in Japan. Der „Dōshisha EU-Campus“ in Tübingen ist nun das Gegenstück. Die Gründung dieser Außenstelle der Dōshisha University erfolgt im Rahmen einer Initiative zur Internationalisierung der Universitäten in Japan, die durch die japanische Regierung gefördert wird.</p><p>Zu den jüngsten gemeinsamen Projekten der Dōshisha University und der Universität Tübingen gehört der Austausch von Lehrenden in Kurz- und Langzeitaufenthalten, der im Oktober 2018 vereinbart wurde und im Spätsommer 2019 startet. Unmittelbar vor dem Symposium wurden am 25. Februar 2019 zudem zwei Abkommen in der Sportwissenschaft geschlossen. Neben einer allgemeinen Vereinbarung zu Austausch und Zusammenarbeit in Forschung und Lehre wurde dabei auch ein konkretes Vorhaben zum Studierendenaustausch in der Sportwissenschaft vereinbart.</p><h3>Kontakt:&nbsp;</h3><p>Dr. Karin Moser v. Filseck<br> Universität Tübingen<br> Dezernat Forschung<br> Internationale Forschungskooperationen<br> Telefon +49 7071 29-77353<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mctkp0oqugtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">karin.moser<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-35901</guid><pubDate>Mon, 25 Feb 2019 09:50:27 +0100</pubDate><title>Theologinnen starten Diskurs zur „Weiblichkeit im Islam“</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=35901&amp;cHash=050b82b83547d46e341677ee35d470a4</link><description>Kooperationsprojekt soll Forscherinnen weltweit vernetzen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Zentrum für Islamische Theologie der Universität Tübingen und die Georgetown Universität in Katar erforschen in einem neuen Kooperationsprojekt das Konzept der „Weiblichkeit im Islam“. Islamische Theologinnen wollen sich dafür mit Wissenschaftlerinnen weltweit vernetzen und eine theologische Auseinandersetzung mit dem Thema anregen. Zudem soll es fester Bestandteil der universitären Lehre werden. Gefördert wird das Projekt „Exploring the Feminine within Islam“ 2019 im Programm „Hochschuldialog mit der Islamischen Welt“ des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) aus Mitteln des Auswärtigen Amts.&nbsp;</p><p>Während es Fortschritte in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung zu „Islam und Gender“ gibt, insbesondere in der Soziologie und Anthropologie, steckt eine theologische Auseinandersetzung zur „Weiblichkeit im Islam“ noch im Anfangsstadium. „In Anbetracht unserer unruhigen internationalen Welt ist es wichtiger denn je, dass muslimische Frauen nicht nur der Gegenstand laufender Diskussionen im Islam sind“, sagt Projektleiterin Lejla Demiri, Professorin für Islamische Glaubenslehre an der Universität Tübingen. „Vielmehr sollten sie als Theologinnen selbst zu den wichtigen Gesprächen über Gender und Religion beitragen.“&nbsp;</p><p>Mit dem Projekt wollen das Tübinger Zentrum für Islamische Theologie (ZITH) und die Georgetown Universität Katar Wissenschaftlerinnen aus vielen Ländern zum Forschungs- und Lehrthema „Weiblichkeit im Islam“ zusammenbringen. Geplant ist unter anderem, Forscherinnen aus mehrheitlich muslimisch geprägten Ländern jährlich zu einer Fachtagung nach Tübingen einzuladen. Von Tübingen und Katar aus soll ein intrareligiöser Dialog zwischen rund 30 Wissenschaftlerinnen der islamischen Theologie und verwandter Studienfächer angeregt werden. Diese könnten sich wiederum mit weiteren Theologinnen und Theologen an anderen Hochschulstandorten vernetzen, so die Idee.&nbsp;</p><p>Das Projekt wird unterstützt und mitentwickelt vom Forscher-Alumni-Netzwerk der Universität Tübingen und ist Teil der hochschulweiten Internationalisierungsstrategie. Wissenschaftlerinnen, Studierende und Alumnae sollen als Multiplikatorinnen in den jeweiligen Teilnehmerländern eingebunden werden, unter anderem in Marokko, im Libanon und im Iran.</p><p>Ziel ist ein Wissensaustausch und die gegenseitige Entsendung von Wissenschaftlerinnen für Lehrtätigkeiten zunächst nach Tübingen oder Katar. Langfristig sollen Mentoring-Strukturen zwischen verschiedenen Karrieregraden entstehen, um Nachwuchsforschende als gleichberechtigte Gesprächspartner in den Diskurs einzubeziehen. „Auf lange Sicht möchten wir Frauen eine Stimme verleihen, die sich ernsthaft für die Verbesserung ihrer Welt(en) durch ihre Arbeit, ihren Aktivismus und ihren Dienst an der Humanität einsetzen“, sagt die Wissenschaftlerin Sohaira Siddiqui, Theologie-Professorin an der Georgetown Universität in Katar. „Wir hoffen, dass unser Projekt nicht nur den Beteiligten des Diskurses nützt, sondern auch den Gesellschaften, in denen wir leben.“</p><h3>Kontakt:&nbsp;</h3><p>Dr. Amina Nawaz<br> Universität Tübingen<br> Zentrum für Islamische Theologie (ZITH)<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cokpc0pcycbBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">amina.nawaz<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><h3>Weiterführende Informationen:</h3><ul><li><a href="/pt/fakultaeten/zentrum-fuer-islamische-theologie/zentrum/">Zentrum für Islamische Theologie an der Universität Tübingen</a></li><li><a href="https://www.qatar.georgetown.edu/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Georgetown University Qatar</a></li><li><a href="http://www.uni-tuebingen.de/trace" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Tübingen Research Alumni Network TRACe</a></li><li><a href="https://www.daad.de/hochschulen/programme-regional/arabischer-raum/de/12825-hochschuldialog-mit-der-islamischen-welt-informationen-zum-programm/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">DAAD-Programm „Hochschuldialog mit der islamischen Welt“</a></li></ul><h3>Pressekontakt:</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen&nbsp;<br> Hochschulkommunikation&nbsp;<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung&nbsp;</p><p>Antje Karbe&nbsp;<br> Pressereferentin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;+49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566&nbsp;<br></p><p><a href="https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/" target="_blank">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-35826</guid><pubDate>Thu, 21 Feb 2019 17:00:00 +0100</pubDate><title>Eine Art selektive Wahrnehmung</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=35826&amp;cHash=5e58f983879984c1c6d93af78e143d87</link><description>Wie kommen von der Retina aufgenommene Bilder ins Gehirn? Tübinger und Münchner Neurobiologen zeigen, dass bereits in der ersten Schaltstation auf dem Weg zum Großhirn visuelle Reize verrechnet werden ‒ aber nicht alle erfahren die gleiche Gewichtung.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Sehsinn ist beim Menschen für bis zu 80 Prozent der Informationen über die Umgebung zuständig. Dafür speisen in der Retina rund 130 Millionen lichtempfindliche Zellen ihre Signale in ein komplexes Netzwerk von Nervenzellen ein. Wie das Gehirn es schafft, diese optischen Signale in sinnvolle Informationen zu übersetzen, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Ein besseres Verständnis der neuronalen Verarbeitung aber ist beispielsweise für die Entwicklung von besseren visuellen Prothesen wichtig. Ein Team um die LMU-Neurobiologin Laura Busse hat in Kooperation mit Thomas Euler und Philipp Berens vom Forschungsinstitut für Augenheilkunde und dem Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) der Universität Tübingen eine bisher kontrovers diskutierte Frage untersucht: Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass schon in der ersten neuronalen Schaltstation zwischen Retina und Großhirn eine Verarbeitung und Gewichtung der Signale stattfindet. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Neuron veröffentlicht.</p><p>In der Netzhaut der Maus wird der Seheindruck von über 30 spezialisierten retinalen Ganglienzellentypen aufgenommen, durch die das Photorezeptorsignal in mehrere parallele Kanäle zerlegt zum Gehirn transportiert wird: Manche Zelltypen reagieren beispielsweise bevorzugt auf dunkle Kontraste, andere auf bestimmte räumliche Muster. „Eine ähnliche Diversität scheint es auch im Primaten zu geben, und damit wahrscheinlich auch beim Menschen“, sagt Busse. „Wir haben nun im Mausmodell untersucht, welche der Ganglienzell-Typen in den visuellen Thalamus ziehen, und ob die dort ankommende Information nur weitergeleitet oder bereits transformiert wird.“ Der visuelle Thalamus stellt die erste Umschaltstation für Signale auf dem Weg zur Großhirnrinde dar, und dieser Verarbeitungspfad ist unter anderem verantwortlich für Formsehen, visuelle Wahrnehmung und Objekterkennung. Beide Fragestellungen wurden in der Wissenschaft in den letzten Jahren kontrovers diskutiert: Einerseits sprachen funktionelle Befunde gegen eine weitere Verarbeitung der Signale. Andererseits zeigten neue anatomische Studien, dass eine einzelne Thalamus-Zelle Signale von mehr als 90 verschiedenen retinalen Ganglienzellen aufnehmen kann, was sehr starke Kombination nahelegt.&nbsp;</p><p>In enger Zusammenarbeit untersuchten die Münchner und Tübinger Wissenschaftler nun die Signalverarbeitung bei der Maus. Die Forscher setzten dabei einen kontrollierten visuellen Stimulus ein, der viele Antworteigenschaften gleichzeitig testet – etwa Dunkel-Hell- und Hell-Dunkel-Veränderungen, Kontraständerungen oder Änderungen in der Schnelligkeit eines Flackerns – und analysierten die Reaktion sowohl der Retina- als auch der Thalamuszellen. Dabei fanden sie, dass die meisten Typen der retinalen Ganglienzellen Informationen zum visuellen Thalamus leiten.&nbsp;</p><p>Auf Basis ihrer Messungen entwickelten die Wissenschaftler anschließend ein Computer-basiertes Modell, das Rückschlüsse darauf ermöglicht, welche und wie viele Zellen jeweils an der Zellantwort aus dem Thalamus beteiligt sind. „Dieses Modell zeigt, dass eine einzelne Thalamus-Zelle nur von maximal fünf verschiedenen retinalen Zelltypen angesteuert wird“, sagt Busse. Die Signale dieser fünf Typen werden in der Thalamus-Zelle kombiniert, wobei allerdings zwei Typen sehr stark dominieren. Die Eingangssignale der anderen Typen haben nur einen geringen Einfluss, sodass das resultierende Signal dem der retinalen Ganglienzelle oft stark ähnelt.&nbsp;</p><p>Nach Ansicht der Wissenschaftler tragen die schwachen Signale der nicht-dominierenden Typen möglicherweise dazu bei, das Sehen „robuster“ zu machen, etwa indem die Zellen besser miteinander vernetzt werden, wenn eine retinale Zelle Signale an viele Thalamus-Zellen schickt. Möglicherweise kann die Gewichtung der Signale auch variiert werden, sodass etwa bei Lernprozessen neue Verarbeitungs-Kombinationen errechnet werden können. „Auf jeden Fall ist der Thalamus nicht nur eine passive Verschaltungsstation zwischen der Netzhaut und dem Gehirn, sondern es finden auch dort schon Neuberechnungen statt“, sagt Busse. „Dabei spielt die Gewichtung der Signale eine wichtige Rolle.“&nbsp;</p><p>Die Arbeiten wurden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 1233 „Robust Vision“ an der Universität Tübingen gefördert.</p><h3>Publikation:</h3><p>Miroslav Román Rosón, Yannik Bauer, Ann H. Kotkat, Philipp Berens, Thomas Euler, Laura Busse: Mouse dLGN receives functional input from a diverse population of retinal ganglion cells with limited convergence. Neuron 2019, DOI: 10.1016/j.neuron.2019.01.040</p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Philipp Berens<br> Universität Tübingen<br> Forschungsinstitut für Augenheilkunde<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-88833<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,rjknkrr0dgtgpuBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">philipp.berens<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p>Prof. Dr. Thomas Euler<br> Universität Tübingen<br> Forschungsinstitut für Augenheilkunde<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-85028<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,vjqocu0gwngtBekp0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">thomas.euler<span style="display:none">spam prevention</span>@cin.uni-tuebingen.de</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-35445</guid><pubDate>Tue, 12 Feb 2019 17:11:05 +0100</pubDate><title>Wie das Ebola-Virus das Immunsystem  in die Irre führt</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=35445&amp;cHash=9cd02c3d8d5b99c78ca6044f6db96da1</link><description>Cleveres Ablenkungsmanöver durch virale Täuschkörper - Aktuell publiziert in Cell Reports</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein Forscherteam aus Tübingen und Göttingen hat im renommierten Fachjournal Cell Reports einen neuen Mechanismus beschrieben, wie das Ebola-Virus der Immunabwehr entkommt. Das Virus bringt infizierte Zellen dazu sogenannte „Täuschkörper“ freizusetzen. Diese führen das Immunsystem in die Irre, indem sie dessen neutralisierende Antikörper inaktivieren und verhindern, dass Immunzellen wichtige Botenstoffe freisetzen. Diese Erkenntnisse könnten zur Entwicklung neuer Impfstoffe gegen hämorrhagische Fieberviren führen.</p><p>Wie das Team um den Virologen Prof. Michael Schindler vom Universitätsklinikum Tübingen berichtet, bringt das Hüllprotein des Ebola-Virus Zellen dazu, kleine Vesikel freizusetzen, auf deren Oberfläche sich das Hüllprotein des Ebola-Virus befindet. Diese sogenannten Virosomen binden Antikörper, die gegen das Ebola-Virus gerichtet sind. Sie könnten dadurch die Bekämpfung der Infektion durch die Antikörperantwort behindern. Außerdem unterdrücken die Virosomen die Freisetzung von Zytokinen und Chemokinen durch Makrophagen. Makrophagen sind Immunzellen, die Botenstoffe freisetzen und damit die Immunabwehr des Körpers gegen Viren koordinieren.</p><p>Warum kommt es nun aber trotzdem in den meisten Infizierten zu einer Immunantwort gegen das Ebola-Virus? Auch hierfür haben die Virologen eine Erklärung: „Das Immunsystem hat Gegenmaßnahmen gegen die Täuschkörper entwickelt“, erläutert Schindler. „So konnten wir zeigen, dass ein anderes zelluläres Protein, welches eine wichtige Rolle bei der angeborenen Immunabwehr spielt, die Freisetzung der Virosomen verhindert.“</p><h3>Immunisieren mit Virosomen</h3><p>Neben der Bedeutung der Erkenntnisse für die Grundlagenforschung ergeben sich auch potentielle Anwendungen aus den neu entdeckten Eigenschaften der Virosomen. „Die Virosomen tragen offensichtlich funktionell intaktes Ebola-Hüllprotein auf ihrer Oberfläche, sind aber ansonsten nicht infektiös“, erklärt Prof. Stefan Pöhlmann, Koautor der Studie und Leiter der Abteilung Infektionsbiologie am Deutschen Primatenzentrum in Göttingen. „Damit sind Virosomen attraktive Kandidaten für die Entwicklung eines Impfstoffs.“</p><p>Die Forscher wollen nun in weiteren Experimenten untersuchen, ob andere hämorrhagische Fieberviren ebenso Virosomen freisetzen und ob diese zur Herstellung von Impfstoffen genutzt werden können.</p><h3><br> Titel der Originalpublikation:</h3><p>Release of immunomodulatory Ebola virus glycoprotein-containing microvesicles is suppressed by tetherin in a species-specific manner.<br> Autoren: Julia Nehls, Ramona Businger, Markus Hoffmann, Constantin Brinkmann, Birgit Fehrenbacher, Martin Schaller, Brigitte Maurer, Caroline Schönfeld, Daniela Krämer, Stephan Hailfinger, Stefan Pöhlmann, Michael Schindler<br> DOI-Nummer: <a href="https://doi.org/10.1016/j.celrep.2019.01.065" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.celrep.2019.01.065</a></p><h3>Kontakt:</h3><p>Universitätsklinikum Tübingen<br> Institut für Medizinische Virologie und Epidemiologie der Viruskrankheiten<br> Prof. Dr. Michael Schindler<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;+49 7071 29-87459<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,Okejcgn0UejkpfngtBogf0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">Michael.Schindler<span style="display:none">spam prevention</span>@med.uni-tuebingen.de</a></p><h3>Pressekontakt:</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen&nbsp;<br> Hochschulkommunikation&nbsp;<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung&nbsp;</p><p>Antje Karbe&nbsp;<br> Pressereferentin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;+49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566&nbsp;<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p><a href="https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/" target="_blank">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-35184</guid><pubDate>Thu, 07 Feb 2019 09:44:24 +0100</pubDate><title>T. rex: Flexibler Kopf</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=35184&amp;cHash=e453e21ad66ef165313ad405a1e9a1d9</link><description>Fleischfressender Dinosaurier besaß einzigartigen Schädel</description><content:encoded><![CDATA[<p>Senckenberg-Wissenschaftler Ingmar Werneburg hat mit einem internationalen Team erstmalig die Schädelkonstruktion des Tyrannosaurus rex untersucht. &nbsp;Mit Hilfe einer "Anatomischen Netzwerk Analyse" zeigen sie in ihrer heute im Fachjournal "Scientific Reports" erschienenen Studie, dass die Schädelstruktur des fleischfressenden Dinosauriers sehr komplex war. Verschiedene Knochenmodule führten zu einer Flexibilität des Schnauzenteils, welche beim Zerlegen von Beutetieren hilfreich war.&nbsp;</p><p>Tyrannosaurus rex - der "König der Schreckensechsen" trägt seinen Namen auch aufgrund seines beeindruckenden Gebisses und Schädels. Letzteren hat ein internationales Team aus Deutschland der Schweiz, Großbritannien, Spanien und den USA nun genauer unter die Lupe genommen. "Wir haben den Schädel des T. rex mit Schädelkonstruktionen heutiger Landwirbeltiere verglichen und mit Hilfe einer ,Anatomischen Netzwerk Analyse' untersucht, welche Schädelknochen miteinander in Verbindung stehen", erläutert Erstautor der Studie PD Dr. Ingmar Werneburg vom Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen.&nbsp;</p><p>Die Analyse ergab, dass der große Fleischfresser unter allen untersuchten Tiergruppen die meisten "Schädelmodule" - Schädelknochen, die Einheiten mit umliegenden Knochen bilden -besaß. Daraus resultierte eine besonders hohe Beweglichkeit des Schädels. "Besonders überrascht waren wir von der Entdeckung eines oberen und unteren Schnauzenmoduls, welche sich wohl unabhängig voneinander bewegen konnten", ergänzt der Tübinger Wissenschaftler.&nbsp;</p><p>Die Forschenden gehen davon aus, dass die Nahrungsgewohnheiten des Tyrannosaurus rex zur Komplexität seines Schädels führten. Die Unterteilung in ein unteres und oberes Schnauzenmodul ermöglichte eine gewisse Flexibilität des zahntragenden Schnauzenteils beim kraftvollen Herausreißen von Nahrungsteilen aus den Beutetieren. "Diese Eigenschaft gepaart mit den in Zahntaschen verankerten Zähnen und zwei großen Schläfenfenstern als Ansatzflächen für eine kräftige Kiefermuskulatur machten T. rex zum ,idealen Fleischfresser'", fasst Werneburg zusammen.&nbsp;</p><h3>Publikation</h3><p>Ingmar Werneburg, Borja Esteve-Altava, Joana Bruno, Marta Torres Ladeira &amp; Rui Diogo (2019): Unique skull network complexity of Tyrannosaurus rex among land vertebrates. Scientific Reports volume 9, Article number: 1520 (2019) DOI: 10.1038/s41598-018-37976-8</p><h3>Kontakt</h3><p>PD Dr. Ingmar Werneburg<br> Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment (HEP) Eberhard Karls Universität<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;+49 7071 29-73068<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,kpioct0ygtpgdwtiBugpemgpdgti0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">ingmar.werneburg<span style="display:none">spam prevention</span>@senckenberg.de</a></p><p>Judith Jördens<br> Pressestelle<br> Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 69 7542-1434<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,rtguuguvgnngBugpemgpdgti0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">pressestelle<span style="display:none">spam prevention</span>@senckenberg.de</a></p><h3>Pressekontakt</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung</p><p>Antje Karbe<br> Pressereferentin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566<br><br><a href="https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/" target="_blank">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-34836</guid><pubDate>Wed, 30 Jan 2019 09:20:37 +0100</pubDate><title>Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie geht in die Niederlande</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=34836&amp;cHash=e51f38bf705319e7fba7e7e8722eefee</link><description>Universität Tübingen zeichnet Andrew Sorensen für seine Forschung zu den Ursprüngen der Feuerherstellung aus – Einladung zum Pressegespräch</description><content:encoded><![CDATA[<p>Den Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie erhält in diesem Jahr Dr. Andrew C. Sorensen von der Universität Leiden in den Niederlanden. Der aus den USA stammende Archäologe wird für seine Dissertation „Beyond Prometheus: Pursuing the origins of fire production among early humans” ausgezeichnet. Darin beschäftigte er sich mit der Frage nach der Feuerherstellung in Europa schon vor der Ankunft anatomisch moderner Menschen um 40.000 Jahre vor heute.</p><p>Andrew C. Sorensen absolvierte 2004 seinen Bachelor in Geologie und Geschichte am Cornell College in Mt. Vernon, Iowa, USA. Nach sechs Jahren praktischer Tätigkeit als Feldarchäologe und Geomorphologe an der University of Iowa wechselte er für ein Masterstudium in Paläolithischer Archäologie an die Faculty of Archaeology der Universität Leiden, das er 2012 beendete. 2018 wurde er dort promoviert und forscht seither als Postdoc im Rahmen der „Human Origins Group“.</p><p>Feuer ist bis heute eine bedrohliche und gleichzeitig faszinierend Urgewalt. Seine Kontrolle und erst recht die gezielte Herstellung waren wichtige Schritte auf dem Weg der menschlichen Entwicklung, heute gründet ein Großteil unserer Lebenswelt auf der Beherrschung von Energiequellen. Doch die Ursprünge dieses menschlichen Verhaltens liegen weitgehend im Dunkeln. Sorensen hat sich der Frage gewidmet, wann Menschen anfingen Feuer herzustellen. Sichere Hinweise gibt es in Europa nur für anatomisch moderne Menschen; häufig wird bezweifelt, dass auch Neandertaler in der Lage waren, Feuer herzustellen.</p><p>Sorensen hat diese Frage aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Er untersuchte kritisch die Annahme, Neandertaler hätten nur das Feuer von Blitzeinschlägen genutzt und auch dies nur selten, weil in der Eiszeit Gewitter weniger häufig vorkamen. Zudem entwickelte er mit einem Kollegen das computergestützte Model „fiReproxies“, mit dem sich bewerten lässt, ob erhitzte Steine ein Hinweis auf Feuernutzung sind, wenn sonstige Spuren für Feuerstellen fehlen.</p><p>Der wichtige dritte Teil seiner Arbeit war die Suche nach direkten Hinweisen auf die Herstellung von Feuer. Einer der frühesten Belege dafür war bislang eine Knolle aus dem Mineral Schwefelkies (auch Pyrit genannt) mit Gebrauchsspuren: Sie wurde in den ca. 40.000 Jahre alten Aurignacienschichten des Vogelherd gefunden, eine der 2017 als UNESCO-Welterbestätten ausgezeichneten Höhlen der Schwäbischen Alb. Teile steinzeitlicher Feuerzeuge wie diese Knolle sind allerdings in der Regel schlecht erhalten. Sorensen nahm sich daher Feuersteingeräte vor, die ergänzend zum Schlagen von Funken gedient haben könnten. Ein von ihm mitentwickeltes Modell geht davon aus, dass Neandertaler nicht bestimmte Werkzeugtypen als Feuerschläger benutzten, sondern Feuersteinstücke, die gerade zur Hand waren. Sorensen suchte hier nach mikroskopisch feinen Spuren und fand schließlich ‒ nach Rückschlägen ‒ an Steingeräten von Neandertalern geringe Überreste von Pyrit &nbsp;sowie Gebrauchsspuren, die auf das Schlagen harter Mineralien zurückzuführen sind.</p><p>„Es ist das große Verdienst von Andrew Sorensen, mit verschiedenen neuen Ansätzen Bewegung in eine lange und festgefahrene Kontroverse gebracht zu haben“, sagt die Archäologin PD Dr. Miriam Noël Haidle, Laudatorin und Wissenschaftliche Koordinatorin der Forschungsstelle „The Role of Culture in Early Expansions of Humans“ der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. „Seine Herangehensweise bietet das Potenzial, Hinweise auf Feuerherstellung nicht nur bei Neandertalern während der letzten Eiszeit festzustellen, sondern Spuren möglicherweise auch noch in früheren Zeiten zu finden.“</p><p>Der Förderpreis wird am <strong>Donnerstag, 7. Februar um 11 Uhr im Fürstenzimmer </strong>auf Schloss Hohentübingen (Burgsteige 11) verliehen. Medienvertreterinnen und -vertreter sind dazu herzlich eingeladen. Im Vorfeld besteht die Möglichkeit zu einem <strong>Pressegespräch mit dem Preisträger: Um 10 Uhr im Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters </strong>(Büro Professor Nicholas Conard, Schloss Hohentübingen, Eingang gegenüber Fürstenzimmer). Dafür bitten wir um kurze Anmeldung unter <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>.</p><p>Der mit 5000 Euro dotierte Förderpreis für Urgeschichte und Quartärökologie ist von der Mineralwassermarke EiszeitQuell gestiftet und wird in diesem Jahr zum 21. Mal verliehen.&nbsp;</p><h3>Kontakt:</h3><p>Professor Nicholas Conard<br> Universität Tübingen<br> Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät<br> Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment (HEP)<br> Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters&nbsp;<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-72416<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,pkejqncu0eqpctfBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">nicholas.conard<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><h3>Pressekontakt:</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung</p><p>Antje Karbe<br> Pressereferentin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;+49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566<br><span style="font-size:1rem"><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></span><br><a href="https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/" target="_blank">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-34725</guid><pubDate>Mon, 28 Jan 2019 17:09:36 +0100</pubDate><title>Auf dem Weg zur risikoarmen Reparatur fehlerhafter genetischer Information</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=34725&amp;cHash=69bf595d75dcf59b0235b045cfcd2abb</link><description>Forscher der Universität Tübingen entwickeln die RNA-Editierung weiter als Grundlage für medizinische Therapien</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Anwendung der Crispr/Cas-Methode beim Menschen, bei der mit einer Art Genschere die Erbinformation DNA dauerhaft verändert wird, steht stark in der Kritik. Zwar ist die Methode prinzipiell zur Gentherapie bei erblichen Krankheiten geeignet. Wenn bei der Behandlung jedoch Fehler auftreten, bleiben diese in der DNA verankert und werden an Nachkommen weitergegeben. Professor Thorsten Stafforst vom Interfakultären Institut für Biochemie der Universität Tübingen arbeitet gemeinsam mit seinem Team an einer risikoärmeren Methode zur Reparatur fehlerhafter genetischer Information: der RNA-Editierung. Dabei werden Änderungen jeweils nur an einer Arbeitskopie der DNA vorgenommen, die zeitnah abgebaut wird. So bleibt eine Behandlung zeitlich befristet. Die Forscher hatten bereits im Juli gemeldet, dass sie an Zellkulturen im Labor Gendefekte mit hoher Effizienz und Präzision ausgleichen konnten. Nun ist ihnen ein weiterer entscheidender Schritt für die Nutzung der Methode als Therapie gelungen: Statt künstliche Proteine zuzusetzen, können sie auf körpereigene Enzyme zugreifen. Ihre Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Biotechnology veröffentlicht.</p><p>In der DNA sind Bauanleitungen für unzählige Proteine als lange Abfolgen von vier verschiedenen Buchstaben kodiert. Werden bestimmte Proteine in der Zelle benötigt, wird der betreffende DNA-Abschnitt in ein chemisch ähnliches RNA-Molekül umkopiert, die sogenannte Boten-RNA. Diese wandert aus dem Zellkern ins Zellplasma, wo nach ihrer Anleitung das Protein zusammengesetzt wird.&nbsp;</p><p>Stafforst und sein Team arbeiten unter anderem mit der erblichen Stoffwechselerkrankung Antitrypsinmangel, die zu Leberzirrhose, Leberkrebs oder einem Lungenemphysem führen kann. Ursache ist hier nur ein falscher Buchstabe in der Bauanleitung der DNA – und entsprechend in der Boten-RNA. Dieser Fehler kann jedoch schwerwiegende Folgen haben, weil die betreffenden Proteine nicht funktionsfähig sind. Die Forscher können den falschen Buchstaben korrigieren. „Wir schleusen ein künstlich erzeugtes Molekül in die Zellen ein, ein sogenanntes Antisense-Molekül, das sich gegengleich an die Boten-RNA anlagert, bis auf die eine fehlerhafte Stelle, die wir durch den korrekten Buchstaben ersetzen“, erklärt Erstautor Tobias Merkle aus dem Team von Stafforst.&nbsp;</p><p>Außerdem trägt das zugegebene Molekül eine Bindungsstelle für ein bestimmtes körpereigenes Enzym, das in der Zelle vorhanden ist und sich anheftet. Es ist darauf spezialisiert, den Paarungskomplex von Antisense-Molekül und der Boten-RNA zu erkennen und zu reparieren. „Dabei wird gezielt der Fehler bereinigt und anschließend ein korrektes Protein hergestellt“, sagt der Forscher.</p><h3>Hohe Effizienz und Präzision</h3><p>„Dass wir nun für diesen Schritt ein körpereigenes Enzym nutzen können, ist ein großer Erfolg“, erklärt Thorsten Stafforst. „Vorher haben wir dafür unseren Zellkulturen ein künstliches Protein mit einer Führungs-RNA zugesetzt. Das funktionierte zwar im Labor sehr gut. Es wäre jedoch schwierig, dieses Konstrukt als Medikament in die Leberzellen zu transportieren.“ Die Forscher arbeiten weiter daran, die Effizienz zur Korrektur des Genfehlers zu steigern. „Möglicherweise wäre Menschen mit schwerem Antitrypsinmangel bereits gut zu helfen, wenn wir die Hälfte der fehlerhaften Boten-RNAs korrigieren könnten“, sagt Merkle. Die Präzision der Methode sei bereits sehr gut: Auch wenn das zugegebene künstliche Molekül in alle Körperzellen gelangte, griffe es nur dort an, wo die passende Boten-RNA zu finden ist.</p><p>Die Forscher beobachten in einigen Fällen, dass auch an anderen Stellen als beabsichtigt ein Buchstabe ausgetauscht wird. Negative Folgen seien bisher nicht zu erkennen, sagt Stafforst. Die Universität Tübingen hat auf die Methode zur RNA-Editierung, die auch auf andere genetisch bedingte Erkrankungen angewendet werden kann, ein Patent angemeldet. Bis zur Entwicklung von Medikamenten für den Menschen sei es jedoch noch ein langer Weg, so die Wissenschaftler.</p><h3>Publikation:</h3><p>Tobias Merkle, Sarah Merz, Philipp Reautschnig, Andreas Blaha, Qin Li, Paul Vogel, Jacqueline Wettengel, Jin Billy Li and Thorsten Stafforst: Precise RNA editing by recruiting endogenous ADARs with antisense oligonucleotides. Nature Biotechnology, DOI : 10.1038/s41587-019-0013-6</p><h3>Kontakt:&nbsp;</h3><p>Prof. Dr. Thorsten Stafforst<br> Universität Tübingen&nbsp;<br> Interfakultäres Institut für Biochemie<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-75376<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,vjqtuvgp0uvchhqtuvBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">thorsten.stafforst<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><h3>Pressekontakt:</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung<br> &nbsp;&nbsp;<br> Janna Eberhardt<br> Forschungsredakteurin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-77853<br> Telefax +49 7071 29-5566<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,lcppc0gdgtjctfvBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">janna.eberhardt<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p><a href="http://www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html" target="_blank" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Biochemie-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-34593</guid><pubDate>Thu, 24 Jan 2019 17:59:00 +0100</pubDate><title>In der ersten Reihe lernt man besser</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=34593&amp;cHash=b2e861210846bee1cf350c4cff18e62b</link><description>Der Sitzplatz wirkt sich auf die Lernleistung aus – das zeigt eine Studie der Universität Tübingen in einem virtuellen Klassenzimmer </description><content:encoded><![CDATA[<p>Schülerinnen und Schüler lernen nicht auf jedem Platz im Klassenzimmer gleich gut: Eine Tübinger Studie zeigt erstmals, dass Schülerinnen und Schüler mehr lernen, wenn sie nahe bei der Lehrkraft und nicht in der letzten Reihe des Klassenzimmers sitzen. Das gilt für alle Schulkinder gleichermaßen und es gibt keinen stärkeren Effekt bei Kindern mit Schwierigkeiten bei der Selbstregulation von Aufmerksamkeit und Verhalten. Die Forscherinnen und Forscher der Graduiertenschule und des Forschungsnetzwerkes LEAD an der Universität Tübingen nutzten ein für die Studie eigens programmiertes virtuelles Klassenzimmer. Alle Kinder erlebten darin mittels Virtual Reality (VR-) Brillen die exakt gleiche Unterrichtssituation: entweder von einem Sitzplatz nahe bei der Lehrkraft oder in der letzten Reihe. Die Studie wurde in der Zeitschrift<em> Learning and Instruction</em> veröffentlicht.</p><p>Die Ergebnisse dieser experimentellen Untersuchung zeigen, dass die Nähe zur Lehrkraft einen Unterschied für den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern machen kann. „Nach der gemeinsamen Mathematikstunde im Virtuellen Klassenzimmer lösten die Schülerinnen und Schüler der vorderen Sitzreihen Mathematikaufgaben schneller als die der hinteren Reihe“, sagt Erstautorin Friederike Blume, die im Bereich Schulpsychologie forscht. „Wichtig ist nun, zu überlegen, wie in einem echten Klassenzimmer alle Kinder gleichermaßen von der Nähe zur Lehrkraft profitieren können.“ Dies könne beispielsweise erreicht werden, indem sich die Lehrkraft während des Unterrichts im Klassenraum bewege oder die Sitzposition der Schülerinnen und Schüler während eines Schuljahres regelmäßig wechsle.</p><p>Die Studie mache außerdem deutlich, dass alle Schülerinnen und Schüler gleichermaßen profitieren; bei Kindern mit Selbstregulationsschwierigkeiten gab es – anders als erwartet – keinen stärkeren Effekt. „Diese Kinder benötigen weitere Unterstützung, wie gezielte Ansprache, um ihnen das Lernen zu erleichtern. Dieser Aspekt sollte in den existierenden Empfehlungen für Lehrkräfte betont werden“, so Blume.</p><p>Insgesamt 81 Jungen und Mädchen aus fünften und sechsten Klassen, vornehmlich von Gymnasien, nahmen an der Studie teil. Mittels virtueller Realität wurde eine typische Klassensituation geschaffen, in die die Schülerinnen und Schüler mithilfe einer VR-Brille eintauchten. Sie wurden zufällig auf Plätze in der ersten Reihe, nahe bei der Lehrkraft oder in der hinteren Reihe verteilt. Dabei hatten sie virtuelle Mitschülerinnen und Mitschüler im Blick, die ab und zu den Unterricht störten, indem sie flüsterten oder sich umdrehten. In der virtuellen Lernsituation erklärte die Lehrkraft eine Lösungsstrategie für eine Mathematikaufgabe. Im Anschluss sollten die Schülerinnen und Schüler in einem Test zeigen, ob sie diese Inhalte verstanden hatten. Die Jungen und Mädchen, die in der Nähe der Lehrkraft saßen, konnten die Aufgaben deutlich schneller lösen. Das lässt den Schluss zu, dass sie den Unterricht aufmerksamer verfolgt und einen größeren Lernerfolg hatten als diejenigen, die in der letzten Reihe saßen.&nbsp;</p><p>In zukünftigen Studien am Arbeitsbereich Schulpsychologie soll im virtuellen Klassenzimmer untersucht werden, welche Unterstützungsmaßnahmen den Kindern helfen, sich weniger ablenken zu lassen oder ihre Aufmerksamkeit zu steuern. Dabei sollen auch Blickbewegungen oder die Hirnaktivität erfasst werden, was in realen Versuchsanordnungen nur schwer möglich wäre. Der Bildungsforscher und Mitautor Richard Göllner möchte vor allem weitere Klassenzimmerszenarien in den Blick nehmen: „Wir werden die Bedeutung anderer Unterrichtsabläufe und -bedingungen für das Lernen von Schülerinnen und Schülern untersuchen: Beispielsweise das Verhalten von Mitschülerinnen und Mitschülern oder die didaktischen Methoden einer Lehrerin oder eines Lehrers.“ Es sei sehr aufwändig Experimente solcher Art in realen Schulklassen durchzuführen, mit virtuellen Umwelten könne man unterschiedliche Einflussgrößen dagegen systematisch und unkompliziert betrachten. „Auf welche Weise komplexere Klassenzimmerszenarien in einer virtuellen Umgebung am besten umgesetzt werden können, ist daher ein weiteres wichtiges Ziel unserer Arbeit“, so Göllner.</p><h3>Originalpublikation:</h3><p>Blume, F., Göllner, R., Möller, K., Dresler, T., Ehlis, A.-C., &amp; Gawrilow, C. (2018). Do students learn better when seated close to the teacher? A virtual classroom study considering individual levels of inattention and hyperactivity-impulsivity. <em>Learning and Instruction</em>. <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0959475217305716?via%3Dihub" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">doi:10.1016/j.learninstruc.2018.10.004</a></p><h3>Kontakt:</h3><p>Universität Tübingen<br> Graduiertenschule &amp; Forschungsnetzwerk LEAD<br> Arbeitsbereich Schulpsychologie<br> Dr. Friederike Blume<br> Telefon +49 7071 29 - 75633<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,htkgfgtkmg0dnwogBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">friederike.blume<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-33891</guid><pubDate>Wed, 09 Jan 2019 17:09:00 +0100</pubDate><title>Die perfekte Welle: Wann ist das Gehirn besonders empfänglich?</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=33891&amp;cHash=42623d5d1d8fce4b3cde1e0c7e90d588</link><description>Tübinger Neurowissenschaftler erforschen die Schwankungen der Hirnerregbarkeit ‒ Gezielte Stimulation ermöglicht neue Therapien für gelähmte Patienten</description><content:encoded><![CDATA[<p>Unser Gehirn ist unterschiedlich empfänglich für neue Reize und Informationen: Manchmal wird ein Signal schnell und effektiv verarbeitet und weitergeleitet. Wenig später kann der gleiche Impuls schon deutlich weniger wirksam sein. Über die verantwortlichen Mechanismen ist bislang wenig bekannt. Der Neurochirurg Professor Alireza Gharabaghi und sein Team haben die zugrundeliegenden Hirnzustände in einer Studie an der Universität Tübingen aufgeschlüsselt. Ein besseres Verständnis solcher Prozesse kann helfen, neue Therapien für gelähmte Patienten, beispielsweise nach einem Schlaganfall, zu entwickeln. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin <em>Brain Stimulation</em> veröffentlicht.</p><p>Selbst wenn wir uns in Ruhe befinden, unterliegt unsere Hirnaktivität einem ständigen Auf und Ab, vergleichbar dem Wellengang eines aufgewühlten Meeres. Seit etwa 100 Jahren kann man diese elektrischen Aktivitäten des Gehirns, auch als Oszillationen bezeichnet, messen: Im Elektroenzephalogramm (EEG) werden die dadurch ausgelösten Spannungsschwankungen an der Kopfoberfläche aufgezeichnet. Die Stärke der EEG-Oszillationen – also die Höhe des Wellenganges – beeinflusst die Weiterleitung von Signalen. Hier konnten die Tübinger Forscher bereits in der Vergangenheit zeigen, dass Impulse besonders schnell vom Gehirn über das Rückenmark an die Muskeln weitergeleitet werden, wenn etwa Hirn-Oszillationen mit bis zu etwa 17 Hertz relativ schwach ausgeprägt sind.</p><p>Für die aktuellen Forschungsergebnisse nutzte das Team um den Arzt und Wissenschaftler Alireza Gharabaghi die transkranielle Magnetstimulation (TMS), um die Aktivitätszustände der Nervenzellen zu erforschen, wenn sie besonders gut miteinander kommunizieren. Die schmerzfreie Diagnose- und Behandlungsmethode TMS erzeugt ohne Berührung ein Magnetfeld über dem Kopf und dadurch neuronale Signale im Gehirn, die von Nervenzelle zu Nervenzellen weitergeleitet werden bis sie in einem Muskel eine Bewegung auslösen.</p><p>Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass neben der Stärke der EEG-Oszillationen besonders wichtig ist, in welcher Phase einer Welle der Impuls eintrifft: „Bei ‚ruhiger See‘, also bei schwachen Oszillationen, werden die Signale bereits um 40 bis 70 Prozent besser weitergeleitet als bei ‚hohem Wellengang‘ “, erklärt der Neurochirurg. Treffe der Impuls jedoch genau im aufsteigenden Schenkel einer Welle ein, steigere sich die Effektivität sogar um ca. 180 Prozent. Dadurch wird der gleiche Impuls um ein mehrfaches wirksamer weitergeleitet und steigert den Wirkungsgrad der Hirnstimulation.</p><p>„Es kommt aber auf Millisekunden an, diese perfekte Welle zu erwischen“, so Gharabaghi weiter. Deshalb beeinflussten die Forscher in einem zweiten Projekt die Hirn-Oszillationen von Schlaganfall-Patienten so, dass der Wellengang vorhersehbarer wurde. Dazu brachten sie von außen über der Kopfhaut sehr schwachen und ungefährlichen Wechselstrom über den Hirnarealen an, die für Bewegung zuständig sind. So konnten sie im Gehirn die Schwankung der Hirnaktivität insgesamt bedeutend reduzieren.</p><p>Patienten könnten damit Therapieansätze, bei denen es genau auf diese Hirnaktivität ankommt, in Zukunft besser nutzen. „Die Kombination dieser beiden Ansätze könnte uns helfen, individuelle Therapien für Patienten zu erforschen, die nach einem Schlaganfall beispielsweise ihre Hand nicht mehr bewegen können.“ Eine klinische Anwendung soll nun in Studien untersucht werden.</p><h3>Publikationen:</h3><p>Khademi F, Royter V, Gharabaghi A. State-dependent brain stimulation: Power or phase? Brain Stimul. 2018. pii: S1935-861X(18)30363-2. doi:10.1016/j.brs.2018.10.015.</p><p>Naros G, Gharabaghi A. Physiological and behavioral effects of β-tACS on brain self-regulation in chronic stroke. Brain Stimul. 2017;10 (2):251-259. doi: 10.1016/j.brs.2016.11.003.</p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. med. Alireza Gharabaghi<br> Universität Tübingen / Medizinische Fakultät<br> Universitätsklinikum Tübingen / Sektion Funktionelle und Restaurative Neurochirurgie&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br> Telefon +49 7071 29-85197&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br><a href="#" target="_blank" data-mailto-token="ocknvq,cnktgbc0ijctcdcijkBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2">alireza.gharabaghi<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p>&nbsp;</p><h3>Pressekontakt:</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung</p><p>Antje Karbe<br> Pressereferentin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> Telefon +49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p><a href="/pt/universitaet/aktuelles-und-publikationen/">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-33837</guid><pubDate>Tue, 08 Jan 2019 16:38:00 +0100</pubDate><title>Silberbecher von 1677 kehrt nach Tübingen zurück</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=33837&amp;cHash=50b4d5e08f61855bdcda3549f126f237</link><description>Sammler vermachen dem Museum der Universität Gefäß aus historischem Bestand</description><content:encoded><![CDATA[<p>Dank einer Schenkung gehört ein historischer Silberbecher nun wieder zum Schatz der Universität Tübingen: Die langjährige Gönnerin Dr. Dr. h.c. Marie Luise Zarnitz vermachte den sogenannten Tübinger Universitätsbecher zum Weihnachtsfest 2018 der Universität. Im Jahr 1677 bei Christian Schließer in Augsburg gefertigt, war er von Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg zum 200-jährigen Jubiläum der Universität gestiftet worden und wurde vermutlich für offizielle Anlässe benutzt. Marie Luise Zarnitz hatte ihn bereits im November 2016 im Auktionshaus Lempertz in Köln für eine hohe Summe wiederersteigert.</p><p>Das aus Silber bestehende, getriebene und gravierte Objekt weist innen noch Reste der Vergoldung auf; es ist 10,5 Zentimeter hoch und hat ein Gewicht von 192 Gramm. Eine Inschrift um das Wappen der Herzöge von Württemberg belegt die Geschichte des Bechers: <em>Eberhardus Ludovicus D.G.D.W. dono misit Universitati Tubingensi in memoriam Anno jubilari 1677</em>.</p><p>Das Sammlerpaar Marie Luise Zarnitz und Dr. Claus Pelling aus Tübingen betätigt sich seit vielen Jahren als Gönner der Universität. Unter anderem ist ihm eine der weltweit umfangreichsten islamisch-numismatischen Sammlungen zu verdanken sowie eine großzügige Förderung der Forschungsstelle für Islamische Numismatik in Tübingen (FINT).</p><p>Die aktuelle Spende ergänzt den Silberschatz der Universität: Dazu zählen neben seltenen Zeptern aus dem 15. und 16. Jahrhundert auch verschiedene Tafelaufsätze (Tischschmuck). Von einst rund zwei Dutzend Universitätsbechern sind nun wieder zehn im Bestand des Silberschatzes. Ein identisches Exemplar des gestifteten Bechers gehört zur Sammlung des Landesmuseums Württemberg in Stuttgart.</p><p>Rektor Professor Bernd Engler und Professor Ernst Seidl, Direktor des Museums der Universität Tübingen, statteten den Stiftern einen persönlichen Dankesbesuch ab. Er hoffe, die Bestände des Universitätsschatzes könnten spätestens bis zum 550. Universitätsjubiläum im Jahr 2027 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, sagte Seidl. „Ideal wäre eine Dauerausstellung zur Universitätsgeschichte mit dem Schatz, vielleicht in einer der beiden Aulen. Die Bestände könnten hierzu erforscht, publiziert und im Rahmen von Praxislehrprojekten mit Studierenden öffentlich zugänglich gemacht werden.“&nbsp;</p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Ernst Seidl<br> Direktor Museum der Universität Tübingen MUT<br> Telefon +49 7071 29-74134<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,gtpuv0ugkfnBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">ernst.seidl<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a><br><a href="http://www.unimuseum.de" target="_blank" rel="noreferrer">http://www.unimuseum.de</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-33633</guid><pubDate>Thu, 03 Jan 2019 10:59:12 +0100</pubDate><title>Universität Tübingen richtet Carl Friedrich von Weizsäcker-Stiftungsprofessur ein</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=33633&amp;cHash=91147239f3047a9d9e7b7eadc0033877</link><description>Förderung durch die Udo Keller Stiftung – Professor Reinhard Kahle als erster Lehrstuhlinhaber berufen – Auseinandersetzung mit Herausforderungen einer globalisierten und technisierten Welt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen und die Udo Keller Stiftung „Forum Humanum“ haben eine neue Stiftungsprofessur für Theorie und Geschichte der Wissenschaften ins Leben gerufen. Wie Stiftung und Universität am Donnerstag mitteilten, wird der Inhaber des Lehrstuhls sich mit philosophischen und sozialen Fragestellungen in einer globalisierten und technisierten Welt auseinandersetzen. Auf die Professur wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2019 der Mathematiker, Informatiker und Philosoph Reinhard Kahle berufen. Die Udo-Keller-Stiftung finanziert die Professur, die nach dem Physiker und Philosophen Carl Friedrich von Weizsäcker benannt wurde.&nbsp;</p><p>Wie Rektor Professor Bernd Engler erklärte, soll Kahle in den kommenden Jahren ein neues Zentrum für internationale Gastwissenschaftler aufbauen, das „College of Fellows“. Das College werde sich mit seinem Programm maßgeblich an internationale Postdoktoranden und Juniorprofessoren wenden und so die an der Universität bereits bestehenden Angebote des Leibniz Kollegs und des Forum Scientiarum ergänzen. „Unser Ziel ist es, mit dem College eine Einrichtung zu schaffen, die als kreatives und lebendiges Zentrum des wissenschaftlichen Austauschs kluge Köpfe aus aller Welt anlockt und die Universität Tübingen in ihrer Gesamtheit befruchtet“, sagte Engler. &nbsp;</p><p>Professor Reinhard Kahle wurde 1967 in Dortmund geboren. Er studierte Mathematik, Informatik und Philosophie in Göttingen, Zürich und München. 1997 promovierte er an der Universität Bern in Informatik mit einer Arbeit über applikative Theorien und Frege-Strukturen. Anschließend lehrte und forschte er in Tübingen, München und Lissabon, seit 2003 als Professor im portugiesischen Coimbra. 2007 habilitierte er sich im Fach Informatik an der Universität Tübingen. Eine zweite portugiesische Habilitation, diesmal im Fach Mathematik, folgte im Jahr darauf an der Universität Coimbra. Seit 2008 war er Inhaber einer Professur für mathematische Logik an der Neuen Universität Lissabon.</p><p>Verstärkt wird das College of Fellows durch die Berufung des Philosophen und Wissenschaftstheoretikers Klaus Mainzer zum Seniorprofessor der Universität Tübingen. Mainzer war von 1981 bis 1988 Professor für Grundlagentheorie und Wissenschaftsgeschichte an der Universität Konstanz. 1988 wechselte er an die Universität Augsburg. Von 2008 bis zu seiner Emeritierung 2016 war er Inhaber des Lehrstuhls für Philosophie und Wissenschaftstheorie an der Technischen Universität München sowie Direktor der Carl von Linde-Akademie. 2012 bis 2014 war er Gründungsdirektor des Munich Center for Technology in Society. Seit seiner Emeritierung ist er Emeritus of Excellence an der TU München. Mainzer beschäftigt sich unter anderem mit den Grundlagen Künstlicher Intelligenz und ihren gesellschaftlichen Herausforderungen.</p><p>„Wir stehen am Beginn einer Epoche, die dem Menschen überaus mächtige Werkzeuge zur Verfügung stellt“, sagte Engler: „Genom-Editierung und Künstliche Intelligenz sind zwei dieser neuen Technologien, die von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ersonnen wurden, und einen erheblichen Einfluss auf die Zukunft der gesamten Menschheit haben werden.“ Es sei eine zentrale Aufgabe von Universitäten, rechtzeitig nicht nur auf mögliche Nutzanwendungen, sondern auch auf das zerstörerische Potenzial neuer Werkzeuge hinzuweisen: „Für diese kritische Reflexion ist die Universität Tübingen der richtige Ort.“&nbsp;</p><p>„Die Udo Keller Stiftung fördert den interdisziplinären und interreligiösen Dialog in Forschung, Lehre und Praxis“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Dr. Cai Werntgen: „Die Stiftung ist dabei insbesondere dem Werk und der Person ihres Gründungskurators Carl Friedrich von Weizsäcker verpflichtet. Als Mitglied jener Spitzengruppe von Forschern, die in den 1930er und 1940er Jahren die Grundlagen der modernen Kernphysik schufen, begegnete von Weizsäcker früh auch der möglichen Destruktivität von Wissenschaft .“ Der Physiker und Philosoph habe auf diese Erfahrung gleichermaßen wissenschaftlich und politisch reagiert, beispielsweise durch die Göttinger Erklärung gegen die atomare Bewaffnung der Bundesrepublik. Carl Friedrich von Weizsäcker sei ein Vorbild, an dem sich die Menschen der Gegenwart angesichts neuer technologischer Herausforderungen orientieren könnten.&nbsp;</p><h3>Kontakt:</h3><p>Professor Reinhard Kahle &nbsp; &nbsp;&nbsp;<br> Universität Tübingen<br> „Carl Friedrich von Weizsäcker“-Stiftungsprofessur<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,tgkpjctf0mcjngBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">reinhard.kahle<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><h3>Pressekontakt:</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen&nbsp;<br> Hochschulkommunikation&nbsp;<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung&nbsp;</p><p>Antje Karbe&nbsp;<br> Pressereferentin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;+49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566&nbsp;<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p><a href="/pt/universitaet/aktuelles-und-publikationen/">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-33164</guid><pubDate>Thu, 13 Dec 2018 14:47:39 +0100</pubDate><title>Cem Özdemir hielt „Rede des Jahres 2018“</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=33164&amp;cHash=c877a095224013809d269909314fea1b</link><description>Seminar für Rhetorik würdigt engagiertes Plädoyer für Pressefreiheit und offene Gesellschaft</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen verleiht Cem Özdemir den Preis „Rede des Jahres 2018“. Özdemir erhält die Auszeichnung für seinen fulminanten Debattenbeitrag im Deutschen Bundestag vom 22. Februar 2018. Darin rechnet er mit einem von der AfD gestellten Antrag ab, der darauf abzielte, den kurz zuvor freigelassenen Deniz Yücel zu maßregeln. Vehement verteidigt Özdemir den Verfassungsgrundsatz der freien Meinungsäußerung und weist die AfD in die Schranken. Seine Rede ist ein eindrückliches Plädoyer für eine offene Gesellschaft, gegen Ausgrenzung und Spaltung.</p><p>Scharfzüngig und emotional begegnet Cem Özdemir dem Antrag der AfD, den er mit großer Verve und rednerischem Können pariert. In jeder Sekunde des kurzen Beitrags sind Leidenschaft und Engagement des Redners zu hören und zu sehen. Özdemir schafft es, eine entschlossene Verteidigung des Grundgesetzes mit einem Angriff auf den vermeintlichen Patriotismus der AfD zu verbinden und umreißt Grundzüge eines Verfassungspatriotismus, der ohne Spaltung und Ausgrenzung auskommt.</p><p>Özdemir stellt sich mit seiner Rede vehement gegen eine Missbilligung von Texten des Journalisten Deniz Yücel, die von der AfD beantragt worden war, und erinnert an das Grundprinzip der Pressefreiheit: „Bei uns in der Bundesrepublik Deutschland ist das Parlament keine oberste Zensurbehörde.“ Mit seinem Hinweis auf die Pressefreiheit offenbart Özdemir die Tragweite der Debatte um den Antrag der AfD und verteidigt das Grundgesetz in engagierter Weise. Dabei nimmt er die AfD-Auseinandersetzung mit Patriotismus und Identität auf, hält der Partei jedoch entgegen: „Sie verachten alles, wofür dieses Land in der ganzen Welt geachtet und respektiert wird.“ Vielfalt, Erinnerungskultur, parlamentarische Demokratie sind für Özdemir Kennzeichen der Bundesrepublik. Der AfD hält er vor, dass sie sich hingegen mit einem Deutschland identifiziere, das so nicht existiere, und spricht der Partei nachdrücklich das Recht ab, zu „bestimmen, wer Deutscher ist und wer nicht“.&nbsp;</p><p>Stilistisch bringt Özdemir sein Anliegen mit Pointen, Zuspitzungen und anschaulichen Beispielen zum Ausdruck. Emotional und gleichzeitig argumentativ fundiert entkräftet er Positionen der AfD und erhält dafür die Zustimmung aller anderen Fraktionen. Mit ciceronianischer Wucht vermittelt er sein Anliegen äußerst lebendig, wirkt dabei authentisch und glaubwürdig. Er stellt den politischen Gegner, indem er den Antrag der AfD ernst nimmt, ihn nicht als Lappalie abtut, sondern als einen nicht zu akzeptierenden Angriff auf das Grundgesetz entlarvt.</p><p>Mit seinem Debattenbeitrag hat Özdemir gezeigt, wie wirksam und kraftvoll eine Parlamentsrede sein kann, wenn ein Redner mit Überzeugung und Leidenschaft antritt – ein herausragendes Beispiel dafür, wie man den Populisten im Parlament die Stirn bieten kann.&nbsp;</p><h3>Jury:</h3><p>Simon Drescher, Pia Engel, Dr. Gregor Kalivoda, Rebecca Kiderlen, Prof. Dr. Joachim Knape, Sebastian König, Prof. Dr. Olaf Kramer, Viktorija Romascenko, Oliver Schaub, Frank Schuhmacher, Prof. Dr. Dietmar Till, Dr. Thomas Zinsmaier</p><h3>Ansprechpersonen:</h3><p>Rebecca Kiderlen &amp; Frank Schuhmacher &nbsp; &nbsp; &nbsp;<br> Universität Tübingen<br> Seminar für Allgemeine Rhetorik<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-74660/-74253<br> Mobil 0176 21191544 / 0178 1822091<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,tgdgeec0mkfgtngpBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">rebecca.kiderlen<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a> / <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,htcpm/jqnigt0uejwjocejgtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">frank-holger.schuhmacher<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a> &nbsp;<br><a href="http://www.rhetorik.uni-tuebingen.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.rhetorik.uni-tuebingen.de</a> &nbsp;</p><h3>Text der Rede:</h3><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btp/19/19014.pdf#P.1189" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btp/19/19014.pdf#P.1189&nbsp;</a></p><h3>Video der Rede:</h3><p><a href="https://www.bundestag.de/mediathek?videoid=7203273#url=bWVkaWF0aGVrb3ZlcmxheT92aWRlb2lkPTcyMDMyNzM=&amp;mod=mediathek" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.bundestag.de/mediathek?videoid=7203273#url=bWVkaWF0aGVrb3ZlcmxheT92aWRlb2lkPTcyMDMyNzM=&amp;mod=mediathek</a>&nbsp;</p><h3>Hintergrund „Rede des Jahres“:</h3><p>Die Auszeichnung „Rede des Jahres“ wird seit 1998 vom Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen vergeben und ging seitdem unter anderem an Margot Käßmann, Marcel Reich-Ranicki und Navid Kermani. Mit diesem Preis würdigt das Seminar für Allgemeine Rhetorik jährlich eine Rede, die die politische, soziale oder kulturelle Diskussion entscheidend beeinflusst hat. Neben das Kriterium der Wirkungsmächtigkeit treten bei der Auswahl weitere Bewertungsmaßstäbe wie argumentative Leistung und stilistische Qualität der Rede. Ziel ist es, das gesamte rhetorische Kalkül des Redners zu betrachten und zu bewerten.</p><p>Die Jury der „Rede des Jahres“ setzt sich aus Mitarbeitenden des Seminars für Allgemeine Rhetorik zusammen. Dieses Jahr war mit Oliver Schaub erstmals auch ein von den Studierenden bestimmtes studentisches Mitglied Teil der Jury.&nbsp;</p><p>Den Kriterienkatalog und ehemalige Reden des Jahres finden Sie unter: <a href="http://www.rhetorik.uni-tuebingen.de/portfolio/rede-des-jahres/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">http://www.rhetorik.uni-tuebingen.de/portfolio/rede-des-jahres/</a>&nbsp;</p><h3>Pressekontakt:</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen&nbsp;<br> Hochschulkommunikation&nbsp;<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung&nbsp;</p><p>Antje Karbe&nbsp;<br> Pressereferentin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;Telefon +49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566&nbsp;<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p><a href="/pt/universitaet/aktuelles-und-publikationen/">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-32033</guid><pubDate>Mon, 19 Nov 2018 13:06:45 +0100</pubDate><title>Studierende im Wintersemester 2018/19</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=32033&amp;cHash=af5c88e88ece4bfdc6d382f12b3c0cb3</link><description>Mehr Erstsemester und Internationale an Universität Tübingen ‒ insgesamt leicht sinkende Studierendenzahlen</description><content:encoded><![CDATA[<p>An der Universität Tübingen studieren im Wintersemester 2018/19 wieder mehr Studienanfänger und internationale Studierende. Dennoch ist die Gesamtzahl der Studierenden weiterhin tendenziell rückläufig: Zum Stichtag 15. November 2018 verzeichnete die Universität 27.565 Einschreibungen, darunter 16.147 Frauen und 11.418 Männer. Dies sind 176 Studierende oder rund 0,6 Prozent weniger als im Wintersemester 2017/18 (27.741).&nbsp;</p><p>Mit 5.319 neuen Studierenden (Erst- und Neueinschreiber) stieg die Zahl um 122 Personen oder rund 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (5.197). Auch die Zahl der internationalen Studierenden erhöhte sich mit 3.924 leicht (2017/18: 3.891) ‒ darunter waren mit 1.170 Neu- und Ersteingeschriebenen 79 Personen oder rund 7,2 Prozent mehr eingeschrieben als im Vorjahr (2017/18: 1091).</p><p>Der tendenzielle Rückgang sei auf eine höhere Zahl an Absolventen zurückzuführen, die ihr Studium abgeschlossen hätten, sagte Kanzler Dr. Andreas Rothfuß. „An der aktuellen Entwicklung kann man erkennen, dass die starken Kohorten wie der Doppelte Abiturjahrgang nun allmählich zum Studienabschluss kommen.“ Im Arbeitsalltag sei dies aber noch nicht zu spüren. „Unsere Kapazitäten ‒ räumlich wie personell ‒ werden noch für viele Jahre stark ausgelastet sein.“</p><h3>Pressekontakt:</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen&nbsp;<br> Hochschulkommunikation&nbsp;<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung&nbsp;</p><p>Antje Karbe&nbsp;<br> Pressereferentin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;Telefon +49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566&nbsp;<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p><a href="/pt/universitaet/aktuelles-und-publikationen/">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-31825</guid><pubDate>Wed, 14 Nov 2018 19:00:00 +0100</pubDate><title>Von wegen wild und gefährlich: Keine Häufung von Kopfverletzungen bei Neandertalern</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=31825&amp;cHash=d80cd8f43aaa7b6809dfee13b6f70c3a</link><description>Forscherteam der Universität Tübingen widerlegt langgehegte Vorstellungen durch Vergleiche mit frühen modernen Menschen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Kopfverletzungen waren bei Neandertalern nicht häufiger als bei frühen anatomisch modernen Menschen in Eurasien. Das fand ein Forscherteam unter der Leitung von Professorin Katerina Harvati vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment und der Universität Tübingen heraus. Die Ergebnisse stehen im Widerspruch zu bisherigen Annahmen, denen zufolge Fossilien von Neandertalern eine ungewöhnlich hohe Zahl von Verletzungen aufwiesen. Das frühere Image des Neandertalers als grobschlächtigem oder gar gewalttätigem Frühmenschen muss weiter revidiert werden. Die neue Studie wird in der Fachzeitschrift <em>Nature</em> veröffentlicht.</p><p>Das Leben der Neandertaler, die vor ungefähr 400.000 bis 40.000 Jahren das westliche Eurasien besiedelten, wurde lange Zeit als rau und gefährlich dargestellt. Diese Vorstellung beruhte zumindest teilweise auf einer vermeintlich ungewöhnlich hohen Verletzungsrate, die durch Fossilien von Neandertalern belegt schien. Meistens finden sich die Verletzungen am Kopf. Als mögliche Gründe wurden ein gewaltgeprägtes Sozialverhalten, der Lebensstil als Jäger und Sammler in der Eiszeit, der ein hohes Unfallrisiko mit sich brachte, oder Angriffe von Raubtieren wie Höhlenbären oder Höhlenhyänen vermutet. „Man glaubt außerdem, dass Neandertaler Kurzdistanzwaffen wie Stoßspeere für die Jagd nutzten, mit denen sie ihrer Beute gefährlich nahe kamen“, erklärt Katerina Harvati. „All diese Annahmen über die Neandertaler und ihr verletzungsreiches Leben basierten jedoch bisher vor allem auf der Untersuchung von Einzelfällen.“</p><h3>Untersuchung von mehreren Hundert Fossilien</h3><p>In seiner neuen Studie untersuchte das Tübinger Forscherteam in einer quantitativen, populationsweiten Analyse die Häufigkeit von Schädelverletzungen von Neandertalern und modernen Menschen des Jungpaläolithikums aus dem westlichen Eurasien. Die Wissenschaftler trugen einen neuen Datenbestand an Knochen von mehreren Hundert Fossilien mit und ohne Verletzungsspuren zusammen, und analysierten die Daten mittels statistischer Modelle. Sie bezogen dabei das Geschlecht, das Sterbealter, die geografische Verteilung der Funde sowie den Erhaltungszustand der Knochen ein. Der fundierte Vergleich der Verletzungsraten ergab keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. „Entgegen früherer Annahmen müssen wir nun die Hypothese verwerfen, nach der Neandertaler häufiger an Kopfverletzungen litten als moderne Menschen“, sagt Katerina Harvati. „Daher müssen auch die Vorstellungen überdacht werden, dass Neandertaler gewalttätig waren oder gefährlichere Jagdmethoden nutzten.“</p><p>Sowohl bei Neandertalern als auch bei frühen modernen Menschen stellten die Forscher mehr Verletzungen bei Männern als bei Frauen fest. „Ein solches Muster kennen wir von zeitlich späteren Populationen. Es lässt sich zum Beispiel durch Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen erklären, durch die Männer möglicherweise eine größere Verletzungsgefahr hatten, oder durch andere kulturell bedingte geschlechtsspezifische Verhaltensweisen und Aktivitäten“, erläutert die Forscherin.</p><h3>Unterschiedliche Verletzungsraten bei jungen Menschen</h3><p>Bei der Auswertung ihrer Daten stießen die Forscher jedoch auch auf einen bemerkenswerten Unterschied: „Während die Verletzungshäufigkeit der beiden Menschenarten insgesamt gleich ist, stellten wir altersabhängige Unterschiede bei der Verletzungshäufigkeit fest“, sagt Judith Beier, die Erstautorin der Studie. Eine mögliche Erklärung sei, dass junge Neandertaler größeren Verletzungsgefahren ausgesetzt waren als ihre Altersgenossen unter den modernen Menschen des Jungpaläolithikums. „Denkbar ist aber auch, dass sich die langfristige Lebenserwartung nach einer nicht-tödlichen Verletzung zwischen den Arten unterschied.“ Dieses altersabhängige Muster sei ein neuer Befund, sagt Katerina Harvati. „Insgesamt legen unsere Ergebnisse jedoch nahe, dass der Lebensstil der Neandertaler nicht gefährlicher war als der unserer Vorfahren, den frühen modernen Europäern.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-31577</guid><pubDate>Fri, 09 Nov 2018 09:00:00 +0100</pubDate><title>Analyse alter Genome zeigt bislang unbekannten Genfluss zwischen Nord- und Südamerika</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=31577&amp;cHash=c1ec990c18df0144e16ca57a61d4b608</link><description>Internationales Forschungsteam enthüllt unerwartete Details zur Besiedlungsgeschichte Mittel- und Südamerikas</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die erste umfangreiche Analyse alter Genome aus Mittel- und Südamerika belegt einen bedeutenden, bislang unbekannten frühen Bevölkerungsaustausch. Untersucht wurden dafür die Genome von bis zu 11.000 Jahre alten menschlichen Überresten von 49 prähistorischen Individuen. Die in der Fachzeitschrift Cell veröffentlichte Studie zeigt, dass ein markanter DNA-Typ, der mit der ersten weit verbreiteten archäologischen Kultur Nordamerikas (Clovis) verbunden ist, vor 11.000 bis 9.000 Jahren auch in Chile, Brasilien und Belize auftrat. Das heißt, dass die Menschen, welche die Clovis-Kultur verbreiteten, auch weiter südlich großen demografischen Einfluss hatten. Diese mit der Clovis-Kultur verbundene Linie fehlt jedoch bei späteren Südamerikanern. Das deutet auf einen Austausch der Bevölkerung des Subkontinents hin, der vor mindestens 9.000 Jahren begann.</p><p>Eine in dieser Woche in der Fachzeitschrift Cell veröffentlichte Studie liefert neue Details über die Besiedlungsgeschichte Mittel- und Südamerikas. Ein internationales Forschungsteam analysierte für diese Studie die Genome von 49 Individuen aus Mittel- und Südamerika, die vor bis zu 11.000 Jahren lebten. Bisher waren die einzigen Genome aus dieser Region, für die Daten in ausreichender Qualität vorlagen, weniger als 1.000 Jahre alt. Das Forschungsteam konsultierte lokale Regierungsbehörden und indigene Gemeinschaften und erhielt die offizielle Genehmigung, die menschlichen Überreste zu analysieren. Die Arbeiten des Tübinger Teams konzentrierten sich auf die Ausgrabungen eines Felsüberhangs in extremer Höhenlage in den peruanischen Anden. Unter der Leitung von Kurt Rademaker (Universität Tübingen/Michigan State University) wurden dort zahlreiche menschliche Skelette geborgen, die im Rahmen dieser Studie anthropologisch und genetisch untersucht wurden. Durch den Vergleich alter und heutiger Genome aus Amerika und anderen Teilen der Welt konnte das Team neue Erkenntnisse über die Frühgeschichte Mittel- und Südamerikas gewinnen.</p><p>Die Leitung der Studie lag beim Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte, der Harvard Medical School, der University of California, Santa Cruz, der Pennsylvania State University, der University of New Mexico und der University of São Paulo. Darüber hinaus waren Mitglieder der DFG-Kollegforschergruppe „Words, Bones, Genes, Tools“ an der Universität Tübingen und Institutionen aus Argentinien, Australien, Belize, Brasilien, Chile, der Europäischen Union, Peru und den Vereinigten Staaten beteiligt.&nbsp;</p><h3>Verbindung zwischen der "Clovis-Kultur" und frühen Mittel- und Südamerikanern</h3><p>„Eine Schlüsselentdeckung war, dass ein etwa 12.800 Jahre altes, mit der Clovis-Kultur verbundenes Individuum aus Nordamerika eindeutige Abstammungsmerkmale mit den ältesten analysierten chilenischen, brasilianischen und belizischen Individuen teilt“, erklärt Cosimo Posth vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte, Erstautor der Studie. „Dies stützt die These, dass die Menschen, welche die Clovis-Kultur in Nordamerika verbreiteten, auch nach Mittel- und Südamerika gelangten.“</p><p>Diese Individuen aus dem Gebiet der heutigen Länder Chile, Brasilien und Belize lebten vor mehr als 9.000 Jahren. Individuen, die nach dieser Zeit lebten, und auch heutige Südamerikaner teilen die mit der Clovis-Kultur verbundenen Abstammungsmerkmale jedoch nicht. Ko-Studienleiter David Reich von der Harvard Medical School sagt: „Dies ist unsere zweite wichtige Entdeckung: Wir haben gezeigt, dass es auf dem gesamten Subkontinent einen Austausch der Bevölkerung gab, der vor mindestens 9.000 Jahren begann.“ Von dieser Zeit an gab es eine bemerkenswerte genetische Kontinuität von den bis zu 9.000 Jahre alten Individuen bis hin zu den heutigen Menschen in mehreren südamerikanischen Regionen. Im Gegensatz dazu gibt es in Westeurasien und Afrika nur wenige Regionen mit solch einer langen genetischen Kontinuität.</p><h3>Mehr als 4.000 Jahre alte Verbindung zwischen Santa-Barbara-Inseln und südperuanischen Anden</h3><p>Eine zweite bislang unbekannte Ausbreitungswelle von Menschen offenbarte sich durch eine weitere Analyse. Diese zeigte, dass die früheren Bewohner der kalifornischen Santa-Barbara-Inseln (auch Kanalinseln genannt) unverkennbar eine gemeinsame Abstammung mit den Menschen hatten, die sich vor mindestens 4.200 Jahren großflächig in den südperuanischen Anden ausbreiteten. Wahrscheinlich spiegelt dies jedoch nicht eine Migration der Menschen von den Kanalinseln nach Südamerika wider. Stattdessen nimmt das Forschungsteam an, dass die genetische Verbindung zwischen beiden Regionen auf einer Migration von Menschen beruht, die Tausende von Jahren zuvor stattfand. Erst in Folge späterer Ereignisse, so die Vermutung; breitete sich diese Abstammungslinie dann in den Anden weiter aus.</p><p>Nathan Nakatsuka von der Harvard Medical School, der zweite Hauptautor der Studie, sagt: „Es könnte sein, dass diese Abstammungslinie vor Tausenden von Jahren nach Südamerika gelangte und dass wir einfach keine älteren menschlichen Überreste haben, die das beweisen. Es gibt archäologische Belege dafür, dass die Bevölkerung der zentralen Anden sich in den letzten 5.000 Jahren weiter ausgebreitet hat. Ausbreitungen bestimmter Untergruppen während dieser Ereignisse könnten der Grund sein, warum wir diese Abstammung dann später erkennen.“ Hugo Reyes-Centeno, wissenschaftlicher Koordinator der Kollegforschergruppe Words, Bones, Genes, Tools“ fügt hinzu: „Es wird spannend sein, die Zusammenhänge zwischen Kalifornien und den Anden weiterhin mit linguistischen Daten zu beleuchten, da bereits in der Vergangenheit von historischen Sprachwissenschaftlern auf derartige Verbindungen hingewiesen wurde.“</p><h3>Vielversprechende Aussichten durch Forschung an alter DNA in Amerika</h3><p>Das Forschungsteam betont, dass seine Studie nur einen kleinen Eindruck davon gibt, welche Entdeckungen durch künftige Studien gelingen können. Um mehr über die anfänglichen Migrationen von Menschen nach Mittel- und Südamerika zu erfahren, wäre es notwendig, DNA von Individuen zu erhalten, die vor mehr als 11.000 Jahren lebten. Darüber hinaus ist das Bild selbst für den in dieser Studie am besten abgedeckten Zeitraum zwischen 11.000 und 3.000 Jahren vor heute bei weitem nicht vollständig. „Uns fehlen Daten aus Amazonien, dem Norden Südamerikas und der Karibik, so dass wir nicht untersuchen konnten, in welchem Verhältnis die Menschen aus diesen Regionen zu den von uns analysierten Individuen standen“, erklärt Reich. „Diese Lücken zu schließen, sollte eine Priorität unserer zukünftigen Forschung sein.“</p><p>„Wir freuen uns über das Potenzial der Forschung auf diesem Gebiet“, sagt Ko-Studienleiter Johannes Krause vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte. „Mit regional ausgerichteten Studien und großen Stichproben werden wir in Zukunft das Potenzial der Archäogenetik nutzen können, um zu zeigen, wie die menschliche Vielfalt entstanden ist, die wir heute in dieser Region sehen.“ Ko-Autorin Katerina Harvati, Mit-Projektleiterin der Kollegforschergruppe „Words, Bones, Genes, Tools“ in Tübingen, ergänzt: „Derartige Forschungen sind nur möglich durch die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern der verschiedensten Fächer, darunter Linguisten, Anthropologen, Genetiker und Archäologen.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-31564</guid><pubDate>Thu, 08 Nov 2018 15:27:39 +0100</pubDate><title>Unsere Vorfahren waren gesünder als erwartet</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=31564&amp;cHash=9fc5e9b0413d9ee5ceac722ee2ad4639</link><description>Bioarchäologische Studie liefert erstmals Gesamtdarstellung zur Gesundheit der Europäer über einen Zeitraum von 2000 Jahren </description><content:encoded><![CDATA[<p>Obwohl das frühe Mittelalter (zwischen 500 und 1000 n.Chr.) oft als „dunkles Zeitalter“ beschrieben wird, waren die Menschen damals gesünder als in den folgenden Zeiten – sogar bis in das industrialisierte 19. Jahrhundert hinein. Nicht nur die historischen Vorbilder der Sagenkönige Artus und Siegfried erfreuten sich guter Gesundheit, sondern auch die Mittel- und Unterschichten dieser frühen Zeit. Zu diesem Schluss kommt ein Team aus Wirtschaftswissenschaftlern, Archäologen und Anthropologen, die erstmals in einer bioarchäologischen Überblicksstudie Daten zur menschlichen Gesundheit in Europa aus 2000 Jahren zusammengestellt haben. Die Ergebnisse wurden in der Publikation „The Backbone of Europe - Health, Diet, Work and Violence over Two Millennia“ veröffentlicht.</p><p>Wirtschaftshistoriker Professor Jörg Baten von der Universität Tübingen wertete dafür zusammen mit Richard H. Steckel und Clark Spencer Larsen von der Ohio State University sowie Charlotte A. Roberts von der University of Durham und zahlreichen Kolleginnen und Kollegen eine große Datenbasis aus einem breiten Länderquerschnitt des europäischen Kontinents aus. Die Studie stellt zudem verschiedene Dimensionen der Gesundheit und anderer Komponenten des Lebensstandards nebeneinander, die bisher so nicht betrachtet wurden. Damit förderte diese für Europa einzigartige Studie erstaunliche Erkenntnisse zutage und lässt erstmals einen Vergleich mit den amerikanischen Kontinenten zu, wo solche Studien bereits ausgeführt wurden.</p><p>Um zu einem ganzheitlichen Verständnis der Geschichte und Entwicklung menschlicher Gesundheit, Gewalt und Arbeitsbelastung zu kommen, nahmen Baten und ein Team aus 75 Bioarchäologinnen und&nbsp;<br> –archäologen ein Jahrzehnt lang Untersuchungen an mehr als 15.000 menschlichen Skeletten vor. Diese stammten aus mehr als 100 Regionen Europas und wurden zwischen dem 3. Jahrhundert n. Chr. und Mitte des 19. Jahrhunderts beigesetzt. Die Grundfrage dabei war: Welchen Einfluss hatten klimatische, geographische, aber auch sozioökonomische Entwicklungen auf die menschliche Gesundheit?</p><p>Die Wissenschaftler betrachteten die Gesundheit der Zähne, die Körpergröße sowie verschiedene andere Messgrößen zur Ernährungsqualität und Arbeitsbelastung. Sie zählten sogar die gewaltsam eingeschlagenen Schädel und stellten sie denen friedlicher verstorbenen Europäern gegenüber. Dabei fanden sie z.B. heraus, dass die Justinianische Pest in der Spätantike (6. Jahrhundert) indirekt einen positiven Einfluss auf die Gesundheit der Bevölkerung hatte: Die Generationen, die direkt nach der Pest geboren wurden, hatten eine deutlich größere Auswahl an Ressourcen, was zu besseren Lebensbedingungen des Einzelnen führte. Erstaunlicherweise nahm die Gesamtgesundheit anschließend, also seit dem Frühmittelalter bis zur Phase der Industrialisierung, konstant ab. Baten und seine Team führen dies auf eine wachsende Bevölkerungsdichte, steigende soziale Ungleichheit, sowie die kleine Eiszeit in Spätmittelalter und früher Neuzeit (16.-19. Jahrhundert) zurück.&nbsp;</p><p>Die staatliche Aktivität in Europa &nbsp;seit dem 15. Jahrhundert wirke diesem Trend jedoch entgegen, so die Wissenschaftler. Die dadurch entstandene Sicherheit habe für weniger Gewalt innerhalb der Gesellschaften gesorgt. Einen ähnlichen Zusammenhang von Organisationsgrad und niedrigerer Gewaltbereitschaft stellte Richard H. Steckel bereits früher für die mexikanischen Hochkulturen im Vergleich zu den kriegerischen Ureinwohnern Nordamerikas fest.</p><p>Das Team leistet mit „The Backbone of Europe“ einen Beitrag zum Verständnis dafür, welchen Einfluss ökonomische, klimatische und gesellschaftliche Veränderungen auf die menschliche Gesundheit haben und damit die Grundlage, aus unserer Geschichte zu lernen.</p><p>Professor Jörg Baten leitet zusammen mit Professor Jörn Staecker und Professor Joachim Wahl den Projektbereich B06 „Mensch und Ressourcen in der Wikingerzeit. Anthropologische und bioarchäologische Analysen zur Nutzung von Nahrungsressourcen und Detektion von Mobilität“ des Sonderforschungsbereichs 1070 RessourcenKulturen an der Universität Tübingen.</p><h3>Publikation:</h3><p>„The Backbone of Europe - Health, Diet, Work and Violence over Two Millennia“. Richard H. Steckel, Clark Spencer Larsen, Charlotte A. Roberts, Joerg Baten (Hrsg.). Cambridge University Press 2018</p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Jörg Baten<br> Universität Tübingen<br> Institut für Wirtschaftswissenschaften<br> joerg.baten@uni-tuebingen.de<br> Tel.: +49 7071 29-78167</p><h3>Pressekontakt:</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen&nbsp;<br> Hochschulkommunikation&nbsp;<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung&nbsp;</p><p>Antje Karbe&nbsp;<br> Pressereferentin<br> Telefon +49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566&nbsp;<br> antje.karbe@uni-tuebingen.de&nbsp;</p><p>www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-30782</guid><pubDate>Mon, 22 Oct 2018 16:35:22 +0200</pubDate><title>Bernhard Sibold neuer Vorsitzender des Universitätsrats </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=30782&amp;cHash=244ad8b347cec2f8b6dbbabd680c2503</link><description>Präsident der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Baden-Württemberg folgt auf Professor Antonio Loprieno</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Tübinger Universitätsrat hat Bernhard Sibold, Präsident der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Baden-Württemberg, zum neuen Vorsitzenden gewählt. Der 64-Jährige folgt auf Professor Antonio Loprieno, der zum 30. September 2018 turnusgemäß aus dem Universitätsrat ausgeschieden ist. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wählte das Gremium Professor Oliver Kohlbacher, Inhaber des Lehrstuhls für angewandte Bioinformatik an der Universität Tübingen. &nbsp;</p><p>Rektor Professor Bernd Engler gratulierte Sibold zur Wahl: „Der Universitätsrat vereint akademischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Sachverstand und ist damit ein unverzichtbarer Impulsgeber für die Hochschulleitung der Universität Tübingen. Ich freue mich außerordentlich auf die Zusammenarbeit mit diesem Gremium unter der Leitung von Bernhard Sibold.“ Sibold bedankte sich für das ihm entgegengebrachte Vertrauen: „Mir liegt viel daran, das bewährte Miteinander im Gremium, mit Rektorat und Senat fortzuführen und die Universität Tübingen auf dem sehr erfolgreich eingeschlagenen Weg konstruktiv in die Zukunft zu begleiten.“ Der neue Vorsitzende des Universitätsrats stammt aus dem badischen Laufenburg am Hochrhein. Sibold machte nach dem Abitur zunächst eine Banklehre, studierte dann Betriebswirtschaftslehre in Mannheim und startete 1980 seine Karriere bei der Bundesbank. Seit 2005 ist er Präsident der Bundesbank-Hauptverwaltung in Baden-Württemberg.&nbsp;</p><p>Zugleich dankte Engler dem ausgeschiedenen Vorsitzenden des Universitätsrats für die langjährige Zusammenarbeit: „Antonio Loprieno ist als ehemaliger Rektor der Universität Basel sowie als Präsident der Schweizer Akademien der Wissenschaften und des europäischen Dachverbandes der Wissenschaftsakademien ein hervorragender Kenner des internationalen Wissenschaftssystems. Er war in den vergangenen Jahren stets ein hervorragender Berater des Rektorats im Zuge der Internationalisierung und der Entwicklung hin zu einer weithin sichtbaren Exzellenzuniversität.“</p><p>Neben Loprieno sind auch Professor Andreas Busch von der Shire GmbH Berlin und Dr. Thomas Nielebock vom Institut für Politikwissenschaft turnusgemäß aus dem Universitätsrat ausgeschieden. Für sie rückten zum 1. Oktober 2018 Dr. Michael Bolle, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH sowie verantwortlicher Chief Digital Officer und Chief Technology Officer und der Schweizer Biologe und ehemalige Präsident der ETH Zürich, Professor Ernst Hafen, nach. Neues internes Mitglied ist Sandra Kauenhowen, Leiterin der Geschäftsstelle der Tübingen School of Education. Die neuen Mitglieder waren auf Vorschlag einer Findungskommission vom Senat der Universität Tübingen einstimmig gewählt worden.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-30674</guid><pubDate>Thu, 18 Oct 2018 18:00:00 +0200</pubDate><title>Standortübergreifend und digital: Universität Tübingen verleiht Lehrpreis für innovatives Seminarformat</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=30674&amp;cHash=a22cd4120744d06053461b02afe9b881</link><description>Sonderpreis für herausragendes studentisches Engagement geht an die Initiative „Week of Links“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Lehrpreis der Universität Tübingen geht in diesem Jahr an Dr. Thomas Nielebock, Alexander Kobusch und Natalie Pawlowski vom Institut für Politikwissenschaft. Das Team wird für ein innovatives Seminarformat ausgezeichnet, das per Videokonferenztechnik und Lernplattform standortübergreifend stattfindet. Für das Projekt kooperieren acht deutsche Universitäten miteinander. Es richtet sich an Studierende, die an der Schnittstelle von Friedens- und Konfliktforschung und Europaforschung interessiert sind. Darüber hinaus verleiht die Universität den Sonderpreis für herausragendes studentisches Engagement an die Initiative „Week of Links“, die jährlich eine Akademie für Nachhaltige Entwicklung organisiert: Studienanfänger aller Fachrichtungen setzen sich hier mit sozialen, ökologischen und ökonomischen Fragen zur Nachhaltigkeit auseinander.&nbsp;</p><p>Die Preise werden am <strong>Donnerstag, den 18. Oktober, ab 17 Uhr im Hörsaalzentrum Morgenstelle, Hörsaal 6</strong> von Professorin Karin Amos, Prorektorin für Studierende, Studium und Lehre, übergeben. Die Verleihung ist Teil der Erstsemesterbegrüßung am Dies Universitatis, die jährlich zu Beginn des Wintersemesters stattfindet. Beim anschließenden Markt der Möglichkeiten können sich neue Studierende über studentische Projekte und Initiativen in Tübingen informieren.&nbsp;</p><p>Informationen zum Lehrpreis:<br> In den Ringseminaren „Gefährdungen des Friedens in Europa?“ (Sommersemester 2017) und „Der Security-Migration-Development-Nexus” (Sommersemester 2018) setzten sich Studierende mit aktuellen Krisenereignissen wie beispielsweise Rechtsnationalismus, der Finanzkrise, dem Brexit (2017) sowie der Migrationskrise und den EU-Beziehungen zu Afrika (2018) auseinander. Die Krisenauswirkungen auf den Frieden in Europa und die Handlungsstrategien der EU im globalen Kontext standen dabei im Fokus. Internationale Expertinnen und Experten erstellten in Vorbereitung auf die Sitzungen Vortragsvideos. Die Studierenden bereiteten in standortübergreifenden Arbeitsgruppen Kommentare und Fragen vor, die dann in wöchentlichen Videokonferenzen mit allen Standorten und den jeweiligen Referentinnen und Referenten diskutiert wurden. Zudem sammelten die Studierenden auf der Lernplattform ILIAS gemeinsam Arbeitsmaterialien (mehr als 7500 Zugriffe) und initiierten die öffentliche e-Learning-Plattform „Frieden in Europa“ (www.elearning-europa.politik.uni-freiburg.de).</p><p>„Das Seminar zeigt beispielhaft, welche beeindruckenden Möglichkeiten die Digitalisierung der Lehre eröffnet“, sagte Professorin Karin Amos. „Zudem ermöglicht die Kooperation verschiedener Hochschulstandorte vielfältige Zugänge zu hochaktuellen und gesellschaftlich relevanten Themen, die eine einzelne Universität nicht bieten könnte.“&nbsp;</p><h3>Kontakt:&nbsp;</h3><p>Alexander Kobusch&nbsp;<br> Universität Tübingen<br> Institut für Politikwissenschaft<br> Telefon +49 29-78365<br> alexander.kobusch@ifp.uni-tuebingen.de</p><h3>Informationen zum Sonderpreis für herausragendes studentisches Engagement:</h3><p>In der Initiative „Week of Links“ wollen Studierende und Promovierende verschiedener Fachbereiche ihre Kommilitonen für Themen der sozialen, ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit sensibilisieren und für ein Engagement in diesen Bereichen zu begeistern. Seit 2014 veranstalten sie jeweils zu Semesterbeginn eine Projektwoche an der Universität Tübingen, die allen Interessierten offen steht: In Workshops werden Themen wie der Klimawandel, soziale Ungleichheit, die Wirtschafts- und Finanzkrise, globale Armut oder die Ausbeutung natürlicher Ressourcen diskutiert. Junge Forschende stellen ihre Projekte vor, auf dem Programm stehen zudem Vorträge, Podiumsdiskussionen, Exkursionen und Formate wie der Poetry Slam.&nbsp;</p><p>Für die Projektwoche sind die Studierenden ehrenamtlich im Einsatz, finanziell wird sie von Universität Tübingen und weiteren Sponsoren unterstützt. Die „Week of Links“ konnte in jedem Jahr steigende Anmeldezahlen verzeichnen und hat bislang rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erreicht. Neben dem ursprünglichen Format im Wintersemester findet inzwischen auch eine Sommer-Edition der „Week of Links“ statt.</p><h3>Kontakt:</h3><p>Moritz Koch<br> Week of Links<br> moritz.koch@gmx.de</p><p><a href="http://weekoflinks.org/&amp;nbsp" target="_blank" rel="noreferrer">weekoflinks.org/&amp;nbsp</a>;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-30619</guid><pubDate>Thu, 18 Oct 2018 10:20:09 +0200</pubDate><title>Universität Tübingen stärkt digitale Lehre </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=30619&amp;cHash=89eec249e484fee372acc791a8f384fa</link><description>„Dr. Eberle Zentrum für digitale Kompetenzen“ schult ab 2019 Studierende und Nachwuchswissenschaftler</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein neues Lehr- und Lernzentrum an der Universität Tübingen wird ab 2019 Studierende sowie Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler im Einsatz digitaler Medien für Forschung und Studium ausbilden. Die Dr. K. H. Eberle Stiftung aus dem badischen Lörrach fördert das „Dr. Eberle Zentrum für digitale Kompetenzen“ für zunächst fünf Jahre mit jährlich 200.000 Euro.&nbsp;</p><p>„Ähnlich wie in den Natur- und Lebenswissenschaften entstehen auch in den Geistes- und Sozialwissenschaften inzwischen umfangreiche Datenbestände, die nur noch mit sehr leistungsfähigen digitalen Methoden ausgewertet und dauerhaft verfügbar gemacht werden können“, sagte der Rektor der Universität, Professor Bernd Engler: „Mit dem neuen Zentrum können wir nun entsprechende Angebote für unsere Studierenden zur Verfügung stellen und eine Brücke zu bereits bestehenden Strukturen in der Forschung schlagen.“ Schwerpunkte des neuen Zentrums werden das Forschungsdatenmanagement, die Visualisierung von Forschungsergebnissen und das Gestalten virtueller Forschungsumgebungen etwa in Form von Animationen werden.&nbsp;</p><p>Dabei wird das „Dr. Eberle Zentrum für digitale Kompetenzen“ mit dem eScience-Center der Universität kooperieren. Dessen Mitarbeiter unterstützen und beraten bereits Forschungsprojekte und haben ein Datenarchiv aufgebaut, das besonders den Geistes- und Sozialwissenschaften die langfristige Archivierung von Forschungsdaten ermöglicht. Mit dem neuen Dr. Eberle Zentrum für digitale Kompetenzen sollen nunmehr auch digitale Lehrmodule und Kurse für berufsorientierte Angebote des Career Service entwickelt werden. Das Zentrum soll zudem eng mit den Fachbereichen Medieninformatik und Medienwissenschaft sowie der Wissenschaftskommunikation in der Rhetorik zusammenarbeiten.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><h3>Kontakt:</h3><p>Antje Karbe<br> Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Telefon +40 7071 29-76789<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p>&nbsp;</p><p>Eberhard Karls Universität Tübingen&nbsp;<br> Hochschulkommunikation&nbsp;<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung&nbsp;</p><p>Antje Karbe&nbsp;<br> Pressereferentin<br> Telefon +49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566&nbsp;<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de&nbsp;</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-30451</guid><pubDate>Tue, 16 Oct 2018 12:25:02 +0200</pubDate><title>Antiblockiersystem in Arterien schützt vor Herzinfarkt </title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=30451&amp;cHash=f42eb8fc3f6c8ddb867625cbddb640bd</link><description>Forschende der Universität Tübingen entdecken einen körpereigenen Mechanismus, der gefährliche Blutgerinnsel hemmt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Tübinger Biochemiker haben einen körpereigenen Mechanismus entdeckt, der die Entstehung gefährlicher Blutgerinnsel im Inneren von Blutgefäßen, sogenannter Thrombosen, verhindern kann. Bislang wurde dieses natürliche Antiblockiersystem für Arterien vor allem an Mäusen untersucht. Erste Untersuchungen mit menschlichen Zellen haben die Ergebnisse bestätigt, so dass sie sehr wahrscheinlich auf Menschen übertragbar sind. Thrombosen zählen weltweit zu den häufigsten Todesursachen, weil sie Blutgefäße verstopfen und damit zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen können. Der neuentdeckte Mechanismus könnte künftig die Therapiemöglichkeiten verbessern. Durchgeführt wurde die Studie von einem Team um Dr. Lai Wen und Professor Robert Feil vom Interfakultären Institut für Biochemie der Universität Tübingen in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Tübingen sowie den Universitäten Lübeck und Würzburg. Sie wurde kürzlich in der Fachzeitschrift <em>Nature Communications</em> veröffentlicht.</p><p>Wunden schließt unser Körper, indem Blutplättchen die beschädigten Gefäßwände verkleben; das Blut gerinnt. Das geschieht äußerlich, wenn wir uns in den Finger schneiden, aber auch bei kleinen Verletzungen innerhalb von Adern. Letzteres wird zum Problem, wenn das Blutgerinnsel zu groß wird und das Blutgefäß verstopft.&nbsp;</p><p>„Wir haben in Blutplättchen von Mäusen und Menschen einen selbstregulierenden Mechanismus entdeckt, der das unkontrollierte Wachstum eines Blutgerinnsels verhindern kann“, erklärt Lai Wen, der Erstautor der Studie: Wenn ein Blutgerinnsel wachse, müsse das Blut das Hindernis umfließen. Je größer das Gerinnsel, desto mehr Kraft übe das vorbeiströmende Blut darauf aus: die sogenannte Schubspannung steige. Das setze einen Mechanismus in Gang, der bewirke, dass in den verklebten Blutplättchen mehr cyclisches Guanosinmonophosphat (cGMP) gebildet werde. „Dieser Botenstoff verhindert, dass weitere Blutplättchen haften bleiben und das lebensbedrohliche Gerinnsel löst sich langsam auf“, beschreibt Wen. Fließe das Blut wieder ungehindert, sinke die Schubspannung und der Mechanismus stoppe. Ein kleines Gerinnsel bleibe bestehen und verschließe weiterhin die Verletzung in der Gefäßwand. Das cGMP wirke somit als eine Art Antiblockiersystem für Blutgefäße, das sich je nach Bedarf über die Schubspannung selbst ein- oder ausschalte.</p><p>„Studien haben gezeigt, dass Menschen, die aufgrund eines genetischen Defekts weniger cGMP bilden, häufiger einen Herzinfarkt erleiden – der neuentdeckte Mechanismus wäre eine Erklärung dafür“, erläutert Feil. Die Entdeckung des cGMP Antiblockiersystems lasse uns aber nicht nur besser verstehen, wie Herzinfarkte entstehen; sie eröffne auch neue Möglichkeiten bei der Therapie von Thrombosen. Es gebe bereits Medikamente, die den Körper bei der Bildung von cGMP unterstützen. „Sie wurden für andere Zwecke entwickelt, könnten aber möglicherweise auch zur Behandlung bei Thrombosegefahr eingesetzt werden“, sagt Feil. Dazu gehörten beispielsweise Präparate mit den Wirkstoffen Riociguat oder Sildenafil; letzteres wird oft in Potenzmitteln eingesetzt.&nbsp;</p><p>„Herkömmliche Medikamente gegen Thrombosen verursachen häufig Blutungen, weil sie die Blutgerinnung im gesamten Körper hemmen. Medikamente, die am cGMP-Mechanismus ansetzen, sollten dagegen weniger lebensgefährliche Nebenwirkungen haben“, erläutert Feil. Sie wirken nur bei erhöhter Schubspannung und die gebe es außerhalb von Blutgefäßen nicht. Um dies endgültig für den menschlichen Körper zu bestätigen, müssen jedoch noch klinische Studien folgen. „Darüber hinaus könnte das Zusammenspiel von mechanischer Krafteinwirkung auf Zellen und der Bildung von cGMP auch bei vielen anderen Krankheiten eine Rolle spielen“, vermutet Feil. „Interessante Aspekte für künftige Forschungen sind beispielsweise die Auswirkungen des neuentdeckten Mechanismus auf Blutdruck, Osteoporose oder Krebs.“</p><h3>Publikation:&nbsp;</h3><p>Lai Wen, Susanne Feil, Markus Wolters, Martin Thunemann, Frank Regler, Kjestine Schmidt, Andreas Friebe, Marcus Olbrich, Harald Langer, Meinrad Gawaz, Cor de Wit, Robert Feil: A shear-dependent NO-cGMP-cGKI cascade in platelets acts as an auto-regulatory brake of thrombosis.<em> Nature Communications</em>. DOI 10.1038/s41467-018-06638-8.</p><h3>Wissenschaftlicher Kontakt:&nbsp;</h3><p>Prof. Dr. Robert Feil&nbsp;<br> Universität Tübingen&nbsp;<br> Interfakultäres Institut für Biochemie (IFIB)<br> Telefon +49-7071-29 73 350<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,tqdgtv0hgknBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">robert.feil<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><h3>Pressekontakt:</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung</p><p>Antje Karbe<br> Pressereferentin<br> Telefon +49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566<br> antje.karbe@uni-tuebingen.de<br> &nbsp;<br><a href="http://www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html" target="_blank" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-30139</guid><pubDate>Wed, 10 Oct 2018 16:33:43 +0200</pubDate><title>Internationale Wirtschaftsexperten diskutieren Auswirkungen des Brexit</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=30139&amp;cHash=06acc8d6c2fe8eb0ebb1b307ac613040</link><description>Peter Egger, Gabriel Felbermayr und Hans-Werner Sinn zu Gast an der Universität Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Großbritannien steht unmittelbar vor dem Austritt aus der Europäischen Union. Es ist zu befürchten, dass dies tiefgreifende Konsequenzen für die Idee des Europäischen Projekts haben wird. Ökonomische und politische Errungenschaften aus mehr als sechs Jahrzehnten europäischer Integration stehen auf dem Spiel. Die große Herausforderung besteht nun darin, den Austritt so zu gestalten, dass möglichst viele dieser Errungenschaften bewahrt bleiben, und der gleichzeitig den Weg bereitet für ein gutes europäisches Miteinander in einem „Post-Brexit“ Europa.</p><p>Um die ökonomischen Konsequenzen und Herausforderungen verstehen und einordnen zu können, veranstaltet der Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Universität Tübingen die Konferenz&nbsp;</p><p class="align-center"><strong>„Brexit – Consequences &amp; Challenges“<br> am 26. Oktober 2018<br> ab 08.30 Uhr<br> an der Universität Tübingen<br> (Pfleghofsaal, Schulberg 2, 72070 Tübingen).</strong></p><p>Um 16.30 Uhr wird Professor <strong>Hans-Werner Sinn</strong>, LMU München und ehemaliger Präsident des Münchner ifo-Instituts eine Keynote zur Frage „What the Brexit means for Europe“ halten. Professor Sinn ist einer der renommiertesten und bekanntesten deutschen Ökonomen, der seit vielen Jahren die öffentliche Debatte zu wichtigen wirtschaftspolitischen Fragestellungen prägt. Im Anschluss daran findet eine Podiumsdiskussion statt, an der neben Professor Sinn die Tübinger Professoren <strong>Wilhelm Kohler</strong> (Fachbereich Wirtschaftswissenschaft) und <strong>Martin Nettesheim </strong>(Juristische Fakultät) teilnehmen werden.&nbsp;</p><p>Zuvor werden von 8.30 - 16.00 Uhr im Rahmen eines Workshops Ergebnisse aus der aktuellen Brexit-Forschung präsentiert. Unter den Rednern kommen aus dem deutschsprachigen Raum Professor <strong>Gabriel Felbermayr</strong> (LMU München und ifo-Institut) und Professor <strong>Peter Egger </strong>(ETH Zürich) nach Tübingen. Beide gehören zu den führenden deutschen Ökonomen. Professor Felbermayr ist designierter Präsident des renommierten Kieler Instituts für Weltwirtschaft, und Professor Egger gilt als einer der forschungsstärksten Ökonomen aus dem deutschsprachigen Raum.</p><p>Zudem konnten mit Professor <strong>Ronald Davies</strong> (University College Dublin) und <strong>Thomas Sampson</strong> (London School Economics) zwei ausgewiesene internationale Experten zum Thema Brexit als Redner für die Konferenz gewonnen werden. Neben Professor <strong>Tobias Berg</strong> (Frankfurt School of Finance &amp; Management) werden zudem die Tübinger Professoren Gernot Müller (Fachbereich Wirtschaftswissenschaft) und Professor Jens-Hinrich Binder (Juristische Fakultät) aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema Brexit präsentieren. Die abschließende Diskussionsrunde wird moderiert von Georg Meck, Ressortleiter Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.</p><p>Am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Universität Tübingen forschen 25 Professorinnen und Professoren zu unterschiedlichen Themen der Betriebs- und Volkswirtschaft. Forschungsschwerpunkte des Fachbereiches in der Volkswirtschaft sind Internationale Besteuerung und Europäische Integration. Der Forschungsschwerpunkt der Europäischen Integration wird auch durch die Volkswagenstiftung im Projekt „Risk Sharing in the Euro Area“ unterstützt. Am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft studieren insgesamt rund 2.000 Studierende in vier B.Sc.- und zwölf M.Sc.-Studiengängen. Die Programme erfreuen sich dank ihrer internationalen Ausrichtung, des Zuschnitts und der inhaltlichen Vielfalt großer Beliebtheit, und die Studienbedingungen am Fachbereich erhalten regelmäßig in Rankings sehr gute Bewertungen.</p><p>Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos, eine Anmeldung wird erbeten unter <a href="https://uni-tuebingen.de/de/129817" target="_blank">https://uni-tuebingen.de/de/129817</a>.&nbsp;Dort finden Sie auch das vollständige Konferenzprogramm.&nbsp;</p><h3>Kontakt:</h3><p>Professor Dominik Papies&nbsp;<br> Universität Tübingen<br> Fachbereich Wirtschaftswissenschaft<br> Telefon +49 7071 29-76977<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,fqokpkm0rcrkguBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">dominik.papies<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-30112</guid><pubDate>Wed, 10 Oct 2018 09:57:01 +0200</pubDate><title>Tübingen erhält Kompetenzzentrum für Maschinelles Lernen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=30112&amp;cHash=1ad2261ca6b302f0d7fc97b28e2de5b3</link><description>Bundesministerium fördert vier Standorte in Deutschland: Universität Tübingen und Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme erforschen robuste Lernalgorithmen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Tübingen erhält ein Kompetenzzentrum für Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen. Damit wurde es als einer von vier Standorten bundesweit ausgewählt, an denen das Bundesforschungsministerium (BMBF) Wissenschaftsprojekte zur Künstlichen Intelligenz bündelt. Im „Tübinger AI Center“ (AI: Artificial Intelligence) werden Forschungsgruppen der Universität Tübingen und des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme an der Weiterentwicklung lernender Systeme arbeiten. Das Zentrum wird seit 1. Oktober vom BMBF mit rund 6,6 Millionen Euro gefördert, zunächst für vier Jahre. Weitere Kompetenzzentren entstehen in Berlin, Dortmund/St. Augustin und München. Die Kompetenzzentren sollen in der angekündigten Strategie der Bundesregierung zur Künstlichen Intelligenz eine wichtige Rolle einnehmen.</p><p>„Wir freuen uns sehr über die Förderung des Tübinger Kompetenzzentrums und sehen hier eine große Chance künstliche Intelligenz maßgeblich zu gestalten“, sagt Koordinator Matthias Bethge, Professor für Computational Neuroscience and Machine Learning an der Universität Tübingen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden hier an neuen Konzepten und Prinzipien forschen, mit denen sich lernende Systeme robuster gestalten lassen: Lernalgorithmen sollen in der Lage sein, erfolgreich mit äußeren und unerwarteten Einflüssen umgehen zu können. Gleichzeitig sollen ihre Reaktionen besser vorhersagbar und transparenter sein.&nbsp;</p><p>„Intelligenz so zu verstehen, dass wir künstliche Systeme daraus schaffen können, ist eine wissenschaftliche Herausforderung, die auch große Chancen für die Gesellschaft birgt“, sagt Michael Black, Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme. „Während wir dafür kontinuierlich Grundlagenforschung brauchen, gibt es schon erste Erfolge in der Anwendung. Das neue Zentrum schlägt eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung, wie auch das Konzept der Cyber Valley Initiative. Dies zeigt einmal mehr, dass die Region Tübingen-Stuttgart eine Führungsrolle in der KI-Forschung deutschland- und sogar weltweit eingenommen hat.“</p><p>Künstliche Intelligenz brauche robuste Lernalgorithmen, sagt Bethge. Während Menschen auch unter veränderten Bedingungen noch die richtigen Schlüsse ziehen könnten, seien selbst hochentwickelte Maschinen oft nicht in der Lage, unerwartete oder neue Bedingungen einzuschätzen. Beispielsweise könnten bei Bilderkennungs-Systemen, die in sozialen Netzwerken Gewaltfotos erkennen und deren Upload verhindern sollen, schon kleine Pixelstörungen zu Irritationen führen: Relevantes Material werde dann nicht mehr erkannt und fälschlicherweise als sicher klassifiziert.&nbsp;</p><p>Das Tübinger AI Center wird auch mögliche missbräuchliche Entwicklungen künstlicher Intelligenz thematisieren und in eigenen Projekten erforschen. So wird sich unter anderem eine Nachwuchsgruppe mit dem Schutz sensibler Daten beschäftigen und Lösungsansätze entwickeln. Teil der Arbeit im Tübinger AI Center sollen zudem sogenannte „Benchmarks“ sein, Wettbewerbe, die wissenschaftliche Problemstellungen definieren. Forschungsgruppen können sich hier um die beste Lösung bemühen.&nbsp;</p><p>Das neue Kompetenzzentrum entsteht im Umfeld des Großprojekts Cyber Valley: In der Region Stuttgart-Tübingen haben sich zahlreiche Partner aus Wissenschaft und Industrie für Forschungsprojekte im Bereich der künstlichen Intelligenz zusammengeschlossen. Die Universität Tübingen wird hierfür insgesamt mindestens fünf Professuren und weitere zusätzliche Nachwuchsgruppen einrichten und ist an der Ausbildung der Doktorandinnen und Doktoranden in der International Max Planck Research School „Intelligent Systems“ beteiligt. <a href="http://cyber-valley.de/de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">http://cyber-valley.de/de</a></p><h3>Kontakt:&nbsp;</h3><p>Professor Matthias Bethge<br> Universität Tübingen<br> Computational Neuroscience &amp; Machine Learning<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-89017<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,ocvvjkcu0dgvjigBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">matthias.bethge<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p><p>Dr. Isabel Suditsch<br> Universität Tübingen<br> Cyber Valley Unit for Artificial Intelligence<br> Koordinatorin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071&nbsp;6011924<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,kucdgn0uwfkvuejBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">isabel.suditsch<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><h3>Pressekontakt:</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung</p><p>Antje Karbe<br> Pressereferentin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p><a href="/pt/universitaet/aktuelles-und-publikationen/">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-30043</guid><pubDate>Tue, 09 Oct 2018 10:22:33 +0200</pubDate><title>Zwei Neurowissenschaftler erhalten den Attempto-Preis</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=30043&amp;cHash=8aa3d5965507852123944378d4867319</link><description>Leonid Fedorov und Ann-Christin Wendeln für herausragende Forschungsarbeiten über das Gehirn ausgezeichnet</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die diesjährigen Attempto-Preise der Tübinger Attempto-Stiftung gehen an Dr. Leonid Fedorov für seine Arbeit über die Repräsentation sozialer Handlungen im Gehirn und an Ann-Christin Wendeln für ihre Veröffentlichung über den Einfluss des Immungedächtnisses im Gehirn auf neurologische Erkrankungen. Die Preise sind jeweils mit 10.000 Euro dotiert.</p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-29476</guid><pubDate>Wed, 26 Sep 2018 17:24:53 +0200</pubDate><title>Tübingen unter den besten 100 Hochschulen weltweit</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=29476&amp;cHash=b25c6462d6fcbaeeaf894720cfc12b86</link><description>Im Times Higher Education World University Ranking 2019 liegt die Universität auf Platz 89</description><content:encoded><![CDATA[<p>Im aktuellen „Times Higher Education World University Ranking (THE)“ liegt die Universität Tübingen zum vierten Mal in Folge unter den 100 besten Universitäten weltweit. Nach den am Mittwoch veröffentlichten Ergebnissen liegt Tübingen auf Platz 89 von insgesamt 1.258 erfassten Hochschulen und verbesserte sich damit gegenüber dem Vorjahr um fünf Plätze. Bundesweit landete Tübingen auf Platz 7 (vormals Platz 9) unter den 47 deutschen Hochschulen, die THE untersucht hat.</p><p>Verbessert hat sich die Universität Tübingen laut THE vor allem in den Kategorien Lehre und eingeworbene Drittmittel. „Seit 2015 gelingt es der Universität Tübingen nun kontinuierlich, sich unter den 100 besten Universitäten weltweit zu platzieren“, sagte der Rektor der Universität, Professor Bernd Engler: „Dies ist das Ergebnis der Anstrengungen, die wir seit vielen Jahren unternehmen, um in Forschung und Lehre immer wieder Spitzenleistungen hervorzubringen.“</p><p>Das THE World University Ranking gilt ‒ neben dem QS World Ranking und dem Shanghai Ranking ‒ als eines der drei großen international anerkannten Rankings und als Gradmesser akademischer Qualität. Es bewertet 13 Indikatoren, wie beispielsweise Lehre, Forschung, Wissenstransfer oder internationales Renommee.</p><h3>Kontakt</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;+49 7071 29-76788<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mctn0tklmjqgmBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">karl.rijkhoek<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p><br><a href="/pt/universitaet/aktuelles-und-publikationen/">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-29437</guid><pubDate>Wed, 26 Sep 2018 10:54:44 +0200</pubDate><title>Ingmar Hoerr wird Ehrensenator der Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=29437&amp;cHash=757f87ee0bf92bffe266e7530b177d99</link><description>Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der CureVac AG erhält Auszeichnung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen verleiht die Ehrensenatorenwürde an Dr. Ingmar Hoerr, den Gründer und Aufsichtsratsvorsitzenden der CureVac AG. Die Verleihung findet am Mittwoch, den 31. Oktober, um 18.00 Uhr in der Schlosskapelle auf Schloss Hohentübingen statt. Die Laudatio hält Dietmar Hopp, Mitbegründer der SAP SE. Medienvertreterinnen und Medienvertreter sind herzlich eingeladen, die Veranstaltung ist nicht öffentlich.</p><p>Dr. Ingmar Hoerr hat Biologie an der Universität Tübingen studiert und wurde am Institut für Organische Chemie und am Interfakultären Institut für Zellbiologie und Immunologie zum Thema „RNA-Vakzine zur Induktion von spezifischen zytotoxischen T-Lymphozyten (CTL) und Antikörpern“ promoviert. In seiner Dissertation beschrieb er die Grundlagen der direkten Anwendung des Botenmoleküls mRNA als Impfstoff, auf denen auch sein Unternehmen aufbaut: Im Jahr 2000 gründete er mit weiteren Kollegen die CureVac AG, um weltweit erstmals klinische Tests mit mRNA-basierten Wirkstoffen durchzuführen.</p><p>Heute beschäftigt CureVac rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und unterhält weitere Standorte in Frankfurt am Main und in Boston, Massachusetts (USA). In das Unternehmen, das derzeit mit 1,6 Milliarden Euro bewertet wird, haben unter anderem die dievini Hopp BioTech Holding GmbH &amp; Co, der Pharmakonzern Eli Lilly sowie die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung investiert.</p><p>Auch als international erfolgreicher Unternehmer sei Ingmar Hoerr dem Standort Tübingen und seiner Universität stets verbunden geblieben, sagte Rektor Professor Bernd Engler. Unter anderem habe er durch eingeworbene Preisgelder die Sanierung des Tübinger Schlosslabors und die Einrichtung der dortigen Dauerausstellung ermöglicht ‒ in diesen Räumen hatte Friedrich Miescher 1868 die Nukleinsäure entdeckt. „Wir freuen uns, ihn als Botschafter der Universität Tübingen auch weiterhin an unserer Seite zu wissen.“</p><p>Die Universität Tübingen verleiht die Ehrensenatorenwürde an Persönlichkeiten, die sich um Wissenschaft, Forschung, Kunst, Kultur und gesellschaftliche Verständigung verdient gemacht haben. Sie würdigt damit auch ein besonderes Engagement für die Universität.</p><p><a href="/pt/universitaet/aktuelles-und-publikationen/newsletter-uni-tuebingen-aktuell/2018/3/alumni-tuebingen/1/">Interview mit Ingmar Hoerr im Newsletter "Uni Tübingen aktuell"</a> (Nr. 3/2018 – 24. Oktober 2018)</p><h3>Pressekontakt</h3><p>Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-76788<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mctn0tklmjqgmBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">karl.rijkhoek<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a><br> &nbsp;&nbsp;<br> www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-28951</guid><pubDate>Wed, 12 Sep 2018 16:46:12 +0200</pubDate><title>Wie Bakterien eine Behandlung mit Antibiotika im Schlaf aussitzen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=28951&amp;cHash=a3910cf9e71117feb72704ef6294cd03</link><description>Wissenschaftler der Universität Tübingen untersuchen die Grundlagen eines Therapieversagens, das nicht auf Resistenzen beruht</description><content:encoded><![CDATA[<p>Gegen Antibiotika können krankheitserregende Bakterien Resistenzen entwickeln, diese werden dann für die Behandlung einer Infektion unwirksam. Daneben gibt es einen anderen Mechanismus, mit dem manche Bakterien der tödlichen Wirkung von Antibiotika entgehen: Einige Zellen einer Population igeln sich ein und warten ab, bis keine Gifte mehr vorhanden sind. Dann nehmen sie ihre Lebensfunktionen wieder voll auf. So können zum Beispiel manche Harnwegsinfektionen nach scheinbar erfolgreich abgeschlossener Antibiotikabehandlung wieder aufflammen. Solche Überdauerungsformen, die zum Beispiel bei bestimmten <em>Escherichia coli-</em>Bakterien auftreten, haben Maja Semanjski, Katrin Bratl und Andreas Kiessling unter der Leitung von Professor Boris Maček vom Proteom Centrum der Universität Tübingen in Zusammenarbeit mit Elsa Germain und Professor Kenn Gerdes von der Universität Kopenhagen untersucht. Varianten eines Enzyms gaben ihnen Hinweise, welche Prozesse die Bildung von Dauerstadien einleiten. Diese Ergebnisse liefern mögliche Ansatzpunkte, um Wirkstoffe gegen die gefährlichen Schläferzellen zu entwickeln. Die Studie wird in der Fachzeitschrift <em>Science Signaling </em>veröffentlicht.</p><p>Von Resistenz sprechen Wissenschaftler, wenn Bakterien gegen einen Wirkstoff unempfindlich sind. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn die Bakterien eindringende Antibiotika erfolgreich wieder aus ihrer Zelle ausschleusen können, wenn sie diese mithilfe eines Enzyms abbauen und dadurch unwirksam machen oder wenn sie einen durch Antibiotika blockierten Stoffwechselweg durch einen alternativen Weg ersetzen. „Antibiotika richten sich in der Regel gegen Wachstumsprozesse der Bakterien“, erklärt Kenn Gerdes. Die Dauerstadien seien nicht resistent, sondern nur vorübergehend tolerant gegenüber den Antibiotika, indem sie ihr Wachstum einstellen. „Genetisch haben sie die gleiche Ausstattung wie die anderen Bakterien in der Population.“ Welche Zellen einer Kolonie in einen Überdauerungszustand eintreten, unterliegt keinen erkennbaren Regeln. „Es passiert selten und betrifft nur jede zehntausendste bis millionste Zelle. Das erschwert die Untersuchung“, sagt der Wissenschaftler.</p><h3>Der Ausbildung der Dauerstadien auf der Spur</h3><p>Das Ausbilden der Dauerstadien wird auch als Fähigkeit zur Persistenz bezeichnet. Nähere Hinweise lieferten vor einigen Jahren Bakterien, die aus Patienten mit durch Escherichia coli verursachten Harnwegsinfektionen isoliert werden konnten. Durch Mutationen, das sind Genveränderungen, wiesen sie eine bis zu tausendfach verstärkte Persistenz auf, ohne dass die Resistenz gegenüber Antibiotika gesteigert war. Ähnliche Funde machten Forscher bei Mukoviszidose-Patienten, die mit dem entzündungserregenden Bakterium <em>Pseudomonas aeruginosa</em> infiziert waren. Mutiert war ein Enzym, das die Ausbildung von Dauerstadien einleiten kann, die HipA-Kinase (high persister gene A).</p><p>In der aktuellen Studie verglich das Forscherteam <em>Escherichia coli</em>-Bakterien mit der normalen HipA-Kinase mit solchen, deren Enzym die Mutationen aufwies. Dazu führten sie Proteomanalysen durch, bei denen jeweils der gesamte Proteinbestand der Bakterienzellen erhoben wird. „Wir konnten feststellen, dass die normale und die mutierte HipA-Kinase ein unterschiedliches Repertoire von bakteriellen Proteinen mit Phosphat modifiziert“, sagt Boris Maček. Eine Vermutung sei gewesen, dass die HipA-Kinase das Wachstum der Bakterienzellen hemmt und so die Ausbildung der Dau-erstadien einleitet. „Der Zusammenhang ist jedoch komplizierter“, so der Wissenschaftler. „Nach unseren Untersuchungen sind die Wachstumshemmung und die Persistenz Folge zweier verschie-dener Prozesse, denn die mutierte HipA-Kinase hemmt das Wachstum der Bakterienzellen deutlich weniger stark als die normale, aber erhöht die Persistenz um ein Vielfaches.“ Diese Ergebnisse liefern den Wissenschaftlern Hinweise, in welche Prozesse neue Wirkstoffe gegen die gefährlichen Persistenzen eingreifen müssten.</p><h3>Publikation</h3><p>Maja Semanjski, Elsa Germain, Katrin Bratl, Andreas Kiessling, Kenn Gerdes and Boris Macek: The kinases HipA and HipA7 phosphorylate different substrate pools in <em>Escherichia coli </em>to promote mul-tidrug tolerance. <em>Science Signaling</em>, 11, eaat5750 (2018). DOI 10.1126/scisignal.aat5750</p><h3>Wissenschaftlicher Kontakt</h3><p>Prof. Dr. Boris Maček<br> Universität Tübingen&nbsp;<br> Proteom Centrum<br> Telefon +49 7071 29-70556<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,dqtku0ocegmBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">boris.macek<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p>&nbsp;</p><h3>Pressekontakt</h3><p>Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung<br> &nbsp;&nbsp;<br> Janna Eberhardt<br> Forschungsredakteurin<br> Telefon +49 7071 29-77853<br> Telefax +49 7071 29-5566<br> janna.eberhardt@uni-tuebingen.de</p><p><a href="http://www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html" target="_blank" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-28261</guid><pubDate>Wed, 29 Aug 2018 17:13:00 +0200</pubDate><title>Nahrungsumstellung mit Todesfolge</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=28261&amp;cHash=8cd071da081550ed0b8281e65bcc7848</link><description>Osteuropäische Wollhaarmammute änderten kurz vor ihrem Aussterben ihre Ernährung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Senckenberg-Wissenschaftler haben mit einem internationalen Team den möglichen Grund für das Aussterben der Wollhaarmammute vor 18.000 Jahren untersucht. In ihrer kürzlich im Fachjournal „Quaternary Research“ erschienenen Studie kommen sie anhand von Isotopenuntersuchungen zu dem Ergebnis, dass die Mammute kurz vor ihrem Aussterben ihre Nahrungsgewohnheiten ändern mussten. Diese erzwungene Umweltanpassung, kombiniert mit dem Jagddruck durch den frühen Menschen, führte letztlich zum Tod der Mammute.</p><p>Wollhaarmammute (<em>Mammuthus primigenius</em>) entwickelten sich vor etwa 800.000 bis 600.000 Jahren und gelten als die letzten Vertreter der Mammute. Doch auch diese Verwandten des Elefanten verschwanden vor etwa 15.000 Jahren aus weiten Teilen ihres Verbreitungsgebietes. „Mit der letzten Reliktpopulation auf der sibirischen Wrangelinsel starben die Wollhaarmammute schließlich vollständig aus“, erklärt Dr. Dorothée Drucker vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment (HEP) an der Eberhard Karls Universität Tübingen und fährt fort: „Ob eine übermäßige Bejagung das Aussterben der Tiere verursacht hat oder rasche Klimaveränderungen zum Ende der Eiszeit, ist bis heute umstritten.“</p><p>Um eine Antwort zu finden, hat ein internationales Team unter Leitung von Drucker und Beteiligung des Senckenberg-Wissenschaftlers Prof. Dr. Hervé Bocherens 18.000 bis 17.000 Jahre alte fossile Mammutknochen auf die Isotopenzusammensetzung von Kohlenstoff und Stickstoff untersucht. Diese beiden Elemente finden sich im Knochenkollagen der Tiere und geben Auskunft darüber, welche Pflanzen überwiegend von den Mammuten gefressen wurden.</p><p>„Frühere Untersuchungen zeigen, dass sich die Mammute in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet – von Südwestfrankreich bis Alaska – überwiegend von Steppengras ernährten. Damit unterschied sich ihre Ernährung deutlich von anderen Pflanzenfressern, wie Wollnashörnern, Pferden, Bisons oder Rentieren und die Mammute besetzten eine eigene ökologische Nische“, erläutert Drucker.</p><p>Umso überraschter war die Tübinger Wissenschaftlerin, als die Proben von Mammuten der ukrainischen Gegend um Mezhirich niedrige Stickstoffisotopenwerte aufzeigten – „solche Werte kennen wir sonst nur von fossilen Pferdeknochen“, ergänzt Drucker.&nbsp;Das Wissenschaftlerteam schlussfolgert, dass die Mammute etwa 3.000 Jahre vor ihrem Aussterben ihre Nahrung wechseln mussten, weil sie aufgrund der Klimaveränderungen ihr bisheriges Futter nicht mehr vorfanden.</p><p>Drucker hierzu: „Die Mammute mussten demnach mit anderen Pflanzenfressern um ihre Nahrung konkurrieren, zudem war die Alternativkost nicht optimal für die großen Tiere. Der Versuch, sich an veränderte Umweltbedingungen anzupassen, wurde außerdem durch die Bejagung durch den Menschen erschwert.“Das Wissenschaftlerteam rund um Drucker resümiert, dass die Mammute von Mezhirich aufgrund des Klimawandels und der daran geknüpften Umweltveränderungen ausstarben. „Ob dies auch bei anderen Mammutpopulationen der Fall ist, müssen wir noch untersuchen“, sagt Drucker und gibt einen Ausblick: „Unsere Daten können uns wichtige Hinweise zu den Mechanismen des Aussterbens großer Säugetiere vor dem Hintergrund des Klimawandels und der Konkurrenz mit dem Menschen liefern. Diese Situation betrifft leider auch heutige Tiere häufig.“</p><p><strong>Pressemitteilung der&nbsp;Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung&nbsp;</strong></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-28105</guid><pubDate>Fri, 24 Aug 2018 14:20:25 +0200</pubDate><title>„Vorsicht, das lief letztes Mal schief“</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=28105&amp;cHash=673cef698d8afe453080d7d770937a97</link><description>Nervenzellen im Kleinhirn weisen vor einer Augenbewegung auf zuvor gemachte Fehler hin. So helfen sie uns, Bewegungen anzupassen und zu lernen, berichten Tübinger Forscher</description><content:encoded><![CDATA[<p>Von links nach rechts, von oben nach unten: Bei Augenbewegungen können auch bei solchen einfachen Aufgaben kleine Abweichungen entstehen. Wissenschaftler um Professor Peter Thier und Marc Junker am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und dem Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) der Universität Tübingen berichten nun von Hirnsignalen, die auf diese Fehler hinweisen. Sie werden von Nervenzellen im Kleinhirn ausgesendet, und zwar kurz bevor wir eine Augenbewegung erneut ausführen. Das ermöglicht uns, die Bewegung anzupassen und zu lernen. Mit der Studie klären die Forscher die Funktion der sogenannten Kletterfasersignale, welche bislang umstritten war. Die Ergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift <em>PLOS Biology</em> erschienen.</p><p>„Um eine Bewegung optimal durchzuführen, kombiniert das Kleinhirn Informationen unterschiedlicher Art“, erklärt Studienleiter Thier. Sie laufen in den sogenannten Purkinjezellen zusammen. Infolgedessen senden die Zellen selbst zwei verschiedene Signale aus. Das erste ist ein hochfrequentes Signal, das Informationen über die Position, Geschwindigkeit und Beschleunigung einer Bewegung weiterleitet. Das zweite ist ein niederfrequentes Signal, das entsteht, wenn die Zellen Informationen aus den sogenannten Kletterfasern erhalten. „Bei dem Kletterfasersignal war bisher unklar, ob es sich um ein Fehlersignal handelt, das Abweichungen in dem durchgeführten Bewegungsablauf signalisiert – oder ob es ein ‚Gedächtnissignal‘ ist, das zeigt, wieviel in einer neuen Situation bereits gelernt wurde“, so Thier.</p><p>Um die Aufgabe des Kletterfasersignals zu entschlüsseln, maßen die Forscher die Aktivität einzelner Purkinjezellen im Gehirn von Rhesusaffen. Diese verfolgten dabei einen Punkt auf einem Bildschirm, der mit einem bestimmten Abstand von der Mitte nach oben, unten, links oder rechts sprang. Der Punkt war so programmiert, dass der Abstand sich hin und wieder zufällig veränderte. In diesen Durchgängen blieb das Blickziel nicht dort, wo der Affe es erwartete, sondern es verlagerte sich etwas nach außen oder nach innen. Als Folge landeten seine Augen nicht mehr auf dem Ziel, sondern leicht daneben: Ein Bewegungsfehler war ausgelöst. Mit diesem Versuchsaufbau konnten die Wissenschaftler klären, unter welchen Bedingungen und in welcher Form das Kletterfasersignal entsteht.</p><p>„Wir sahen, dass das Kletterfasersignal zum einen in dem Moment gesendet wird, in dem ein Bewegungsfehler stattfindet. Es ist also ganz klar ein Fehlersignal“, erklärt Erstautor Junker. Die Wissenschaftler beobachteten das Signal aber noch zu einem anderen Zeitpunkt. Kurz bevor eine Augenbewegung erneut ausgeführt wird, wird es ebenfalls gesendet – und zwar abhängig von dem Fehler, der in der vorherigen, identischen Bewegung gemacht wurde. „Gemäß dem Spruch ‚Vorsicht, das lief letztes Mal schief‘ erinnert sich das Kleinhirn auf diese Weise an vergangene Fehler“, erläutert Junker. Dadurch könne die aktuelle Bewegung direkt angepasst und verbessert werden.</p><p>Das Kletterfasersignal erfüllt also beide zugeschriebenen Rollen und ist Fehler- und Gedächtnissignal zugleich. „Jede Art von Bewegung erfordert ein Höchstmaß an Präzision und Verlässlichkeit. Diese kann nur aufrechterhalten werden, wenn stets auch die kleinsten Unzulänglichkeiten erfasst und genutzt werden, um zukünftige Fehler zu vermeiden“, so Thier.</p><p>Patienten, deren Kleinhirn aufgrund Multipler Sklerose, Schlaganfällen oder Hirntumoren geschädigt ist, besitzen diese Fähigkeit nicht oder nur eingeschränkt. „Eine Ataxie ist die Folge: Die Betroffenen können sich zwar noch bewegen, sind jedoch unsicher und wenig präzise. Das hat erhebliche Auswirkungen auf ihren Alltag“, berichtet Thier. Neben Augenbewegungen gehört auch das Heben einer Tasse, Zähneputzen, Tastaturschreiben oder Sprechen zu den Bewegungen, die vom Kleinhirn kontrolliert werden. Derzeit können Ataxien nicht behandelt werden. Nur ein besseres Verständnis der Art und Weise, wie das Kleinhirn Bewegungen optimiert, ermöglicht langfristig die Entwicklung effektiver Rehabilitationsmaßnahmen. Für die Wissenschaftler keine leichte Aufgabe: „Das Kleinhirn ist sehr komplex und alles andere als klein – es enthält wesentlich mehr Nervenzellen als der gesamte Rest unseres Gehirns“, sagt Thier.</p><h3>Publikation</h3><p>Junker M, et al. (2018): Learning from the past: a reverberation of past errors in the cerebellar climbing fiber signal. <em>PLOS Biology</em>, Online Vorabveröffentlichung am 02.08.2018</p><p>DOI: <a href="https://doi.org/10.1371/journal.pbio.2004344" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1371/journal.pbio.2004344</a></p><h3>Webseiten</h3><p><a href="https://www.hih-tuebingen.de" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.hih-tuebingen.de</a> Hertie-Institut für klinische Hirnforschung</p><p><a href="https://www.uni-tuebingen.de" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.uni-tuebingen.de</a> Eberhard Karls Universität Tübingen</p><p><a href="https://www.cin.uni-tuebingen.de" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.cin.uni-tuebingen.de</a> Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften</p><h3>Autorenkontakt</h3><p>Prof. Dr. Peter Thier<br> Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) und Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN)<br> Universität Tübingen<br> Telefon +49 7071 29 – 83057<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,vjkgtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">thier<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p><p>Marc Junker<br> Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH)&nbsp;<br> Universität Tübingen<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,octe0c0lwpmgtBiqqingockn0eqo" data-mailto-vector="2" class="mail">marc.a.junker<span style="display:none">spam prevention</span>@googlemail.com</a></p><h3>Pressekontakt</h3><p>Hertie-Institut für klinische Hirnforschung<br> Kommunikation<br> Dr. Mareike Kardinal<br> Leitung<br> Telefon +49 7071 29-88800<br> Fax +49 7071 29-25004<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,octgkmg0mctfkpcnBogfkbkp0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">mareike.kardinal<span style="display:none">spam prevention</span>@medizin.uni-tuebingen.de</a><br><a href="http://www.hih-tuebingen.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.hih-tuebingen.de</a></p><p><br> Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung<br> Antje Karbe<br> Pressereferentin<br> Telefon +49 7071 29-76788<br> +49 7071 29-76789<br> Fax +49 7071 29-5566<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mctn0tklmjqgmBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">karl.rijkhoek<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a><br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a><br><a href="http://www.uni-tuebingen.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-27760</guid><pubDate>Wed, 15 Aug 2018 11:07:14 +0200</pubDate><title>Orientieren auf die Schnelle: Neue Erkenntnisse zur Wahrnehmungssteuerung im Gehirn</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=27760&amp;cHash=081da24871802cd622595245f9fdff41</link><description>Tübinger Neurowissenschaftler beschreiben Rolle des „Colliculus Superior“ neu ‒ Region im Stammhirn verarbeitet entgegen bisheriger Annahmen selbst visuelle Reize</description><content:encoded><![CDATA[<p>Augenbewegungen und gerichtete Aufmerksamkeit werden in unserem Gehirn von einer kleinen, zentral sitzenden Struktur im Hirnstamm gesteuert, dem Colliculus Superior („Oberes Hügelchen“). Ein Neurowissenschaftlerteam unter der Leitung von Professor Ziad Hafed vom Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) und Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) an der Universität Tübingen hat nun Hinweise gefunden, dass dieses Hirnareal nicht nur Bewegungen steuert, sondern auch eigenständig visuelle Reize verarbeitet. Es kann grobe, gleichförmige Bildbereiche besonders schnell verarbeiten und stellt so sicher, dass unsere Wahrnehmung die wichtigsten visuellen Informationen aus der Umwelt effizient ansteuern kann.</p><p>„Die Art und Weise, wie der Colliculus Superior visuelle Eindrücke aus der Umwelt verarbeitet, ist genau darauf zugeschnitten, dass wir uns zielgerichtet orientieren können“, stellt Ziad Hafed sein Studienobjekt vor. Der Leiter einer Forschungsgruppe am CIN und HIH erforscht seit Jahren das Sehsystem von Primaten. Bei diesen, wie auch bei Menschen, findet die Bildverarbeitung hauptsächlich im visuellen Kortex statt, einem gut erforschten Teil der Großhirnrinde. Hafeds Team war aufgrund eigener früherer Ergebnisse aber überzeugt, dass auch das „Obere Hügelchen“ im Hirnstamm wichtige Funktionen übernimmt. Beim Sehen von Fischen und Amphibien etwa spielt es eine überragende Rolle. Bei Säugetieren und Primaten war die Annahme bislang, dieses Areal lenke lediglich Augenbewegungen und Aufmerksamkeit.</p><p>Hafed und seine Forschergruppe aber gingen davon aus, dass der Colliculus Superior eine zentrale Rolle in der visuellen Orientierung und Bewegung im Raum spielt. „Wenn ein Hirnareal schon Augenbewegungen steuert, dann liegt es nahe, dass es allgemeine Orientierungsaufgaben übernimmt“, meint Hafed. „Dazu muss es aber auch visuelle Informationen verarbeiten können.“</p><p>Um dieser These nachzugehen, führte sein Labor neurophysiologische Experimente mit Rhesusaffen durch, deren Sehsystem dem unseren sehr ähnlich ist. Die Forscher beobachteten, wie einzelne Gehirnzellen (Neuronen) im Colliculus Superior auf Bildreize reagierten, die den Affen präsentiert wurden. Sie fragten: Würden Veränderungen in Ausrichtung, Kontrast, Hintergrund und anderen Bildeigenschaften für die Neuronen einen Unterschied machen? Ist das untersuchte Areal für Raumorientierung zuständig, müssten Neuronen dort besonders schnell auf solche Reize reagieren, denen wir unsere Aufmerksamkeit zuerst schenken. In natürlichen Umgebungen sind dies allgemeinste Dinge, etwa ob vor uns ein freier Raum liegt, wo Hindernisse sind oder ob zum Beispiel eine Gestalt oder ein Gesicht zu erkennen ist. Damit wir uns in unserer Umwelt orientieren können, &nbsp;muss unser Gehirn derartige Eindrücke so schnell wie möglich verarbeiten. Erst danach werden die Details wichtig.&nbsp;</p><p>Die Wissenschaftler beobachteten deshalb die Reaktion der von ihnen untersuchten Neuronen auf große, gleichförmige Bilder mit einem geringen Maß an Informationsdichte (im Fachjargon: einer niedrigen Raumfrequenz). Derartige Bildreize erhalten wir zum Beispiel, wenn wir Landschaften, Wolken oder den Horizont betrachten. Das Ergebnis: Tatsächlich antworten Neuronen im Colliculus Superior am schnellsten auf Bildreize mit niedriger Raumfrequenz. Zwar reagieren nicht alle Neuronen in gleicher Weise, manche zeigen sogar einen insgesamt stärkeren Ausschlag bei hohen Raumfrequenzen. Aber selbst bei diesen Hochfrequenz-Spezialisten kommt das Signal schneller, wenn flächige, vergleichsweise informationsarme Reize präsentiert werden. Die schnellstmögliche Reaktion auf solche Reize hat offenbar Priorität vor der Analyse des Bildinhalts selbst. Kein Wunder, denn das erste schnelle Signal bestimmt, wie wir orientierende Raumbewegungen ausführen.</p><p>Das „Hügelchen“ zeigt also tatsächlich die Fähigkeit, visuelle Muster zu analysieren – diese Eigenschaft hatte die Forschung dem untersuchten Hirnareal bislang abgesprochen. „Unsere Daten liefern sehr konkrete Hinweise, dass der Colliculus Superior bei Primaten nicht nur ein Organ zur Bewegungskontrolle ist“, resümiert Hafed, „sondern eine Struktur, die für das Sehen im Alltag vielleicht ebenso wichtig ist wie der visuelle Kortex.“</p><h3>Publikationen:</h3><p>Chen, C. -Y., Sonnenberg, L., Weller, S., Witschel, T., &amp; Hafed, Z. M. (2018). Spatial frequency sensitivity in macaque midbrain. Nature Communications, 9: 2852,&nbsp;<br> doi: 10.1038/s41467-018-05302-5.</p><p>Chen, C. -Y. &amp; Hafed, Z. M. (2018). Orientation and contrast tuning properties and temporal flicker fusion characteristics of primate superior colliculus neurons. Frontiers in Neural Circuits (Special Research Topic: The Superior Colliculus/Tectum: Cell Types, Circuits, Computations, Behaviors), 12:58, doi: 10.3389/fncir.2018.00058&nbsp;</p><h3>Autorenkontakt:</h3><p>Prof. Dr. Ziad M. Hafed<br> Universität Tübingen<br> Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN)<br> Hertie-Institut für klinische Hirnforschung<br> Telefon +49 (0)7071 29-88819<br> ziad.m.hafed@cin.uni-tuebingen.de</p><p><strong>Die Universität Tübingen</strong><br> Die Universität Tübingen gehört zu den elf deutschen Universitäten, die als exzellent ausgezeichnet wurden. In den Lebenswissenschaften bietet sie Spitzenforschung im Bereich der Neurowissenschaften, Translationalen Immunologie und Krebsforschung, der Mikrobiologie und Infektionsforschung sowie der Molekularbiologie. Weitere Forschungsschwerpunkte sind Maschinelles Lernen, die Geo- und Umweltforschung, Archäologie und Anthropologie, Sprache und Kognition sowie Bildung und Medien. Mehr als 27.700 Studierende aus aller Welt sind aktuell an der Universität Tübingen eingeschrieben. Ihnen steht ein Angebot von rund 300 Studiengängen zur Verfügung – von der Ägyptologie bis zu den Zellulären Neurowissenschaften.</p><p><strong>Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN)</strong><br> Das Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) ist eine interdisziplinäre Institution an der Eberhard Karls Universität Tübingen, finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern. Ziel des CIN ist es, zu einem tieferen Verständnis von Hirnleistungen beizutragen und zu klären, wie Erkrankungen diese Leistungen beeinträchtigen. Das CIN wird von der Überzeugung geleitet, dass dieses Bemühen nur erfolgreich sein kann, wenn ein integrativer Ansatz gewählt wird.</p><p><strong>Das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH)</strong><br> Das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) wurde 2001 von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, dem Land Baden-Württemberg, der Eberhard Karls Universität und ihrer medizinischen Fakultät sowie dem Universitätsklinikum Tübingen gegründet. Das HIH beschäftigt sich mit einem der faszinierendsten Forschungsfelder der Gegenwart: der Entschlüsselung des menschlichen Gehirns. Im Zentrum steht die Frage, wie bestimmte Erkrankungen die Arbeitsweise dieses Organs beeinträchtigen. Dabei schlägt das HIH die Brücke von der Grundlagenforschung zur klinischen Anwendung. Ziel ist, neue und wirksamere Strategien der Diagnose, Therapie und Prävention zu ermöglichen. Derzeit sind 21 Professoren und rund 380 Mitarbeiter am Institut beschäftigt.<br> &nbsp;</p><p><strong>Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung</strong></p><p><strong>Antje Karbe<br> Pressereferentin<br> Telefon +49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566<br> antje.karbe@uni-tuebingen.de<br> &nbsp;<br> www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</strong></p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-24406</guid><pubDate>Thu, 26 Jul 2018 15:35:45 +0200</pubDate><title>Universität Tübingen erklärt Maschinelles Lernen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=24406&amp;cHash=854e653db00c969e8eb26965e54f1f78</link><description>Video macht wichtigen Teilbereich der Künstlichen Intelligenz für Laien verständlich</description><content:encoded><![CDATA[<p>Mit einem auch für Laien verständlichen Video macht die Universität Tübingen seit Mittwoch auf die Bedeutung des Forschungsfelds Maschinelles Lernen aufmerksam. „In den vergangenen Monaten hat es zahlreiche Medienberichte über die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz und ihres derzeit wichtigsten Teilbereichs, das Maschinelle Lernen, gegeben“, erklärt Professor Matthias Bethge, Inhaber des Lehrstuhls für Computational Neuroscience and Machine Learning an der Universität Tübingen: „Dabei haben wir den Eindruck gewonnen, dass die Öffentlichkeit mehr über die Grundlagen dieses wichtigen Forschungsbereichs erfahren sollte, der eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts werden wird.“</p><p>Das rund zweieinhalb Minuten lange Video erklärt mit einfachen erzählerischen und grafischen Mitteln Grundprinzipien des Maschinellen Lernens und zeigt künftige Anwendungsmöglichkeiten etwa in der Industrie oder im medizinischen Bereich auf. „Wir werden in den kommenden Jahrzehnten in immer mehr Arbeits- und Lebensbereichen vor der Situation stehen, dass wir enorme Datenmengen erzeugen“, sagt Andreas Geiger, Professor für Lernbasierte Computer Vision an der Universität Tübingen. „Diese Datenberge lassen sich nur noch durch lernende IT-Systeme vernünftig auswerten, die im Umgang mit diesen Daten zunehmend klüger werden und so immer präziser arbeiten können.“</p><p>In dem Video wird nicht verschwiegen, dass Maschinelles Lernen auch für schädliche Ziele eingesetzt werden kann. Denn wie bei anderen bahnbrechenden Technologien zuvor gewinnt die Gesellschaft mit dem Maschinellen Lernen ein Werkzeug, das produktiv oder auch destruktiv eingesetzt werden kann. „Deshalb ist es wichtig, dass die Forschung auf diesem Gebiet von öffentlich finanzierten, unabhängigen und transparenten Institutionen vorangetrieben statt nur nachverfolgt wird”, betont Philipp Hennig, Professor für Methoden des Maschinellen Lernens: „Sorgen um negative Folgen für unsere Gesellschaft müssen wir ernst nehmen und die Studierenden dafür sensibilisieren."</p><p>Professor Bethge ergänzt: „Die Universität ist der ideale Ort, um die Auswirkungen für den einzelnen und die Gesellschaft sowie den Umgang mit der neuen Technologie umfassend zu erforschen. Für dieses Konzept einer ambitionierten und zugleich verantwortungsvollen Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz und des Maschinellen Lernens steht die Universität Tübingen.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-23741</guid><pubDate>Tue, 10 Jul 2018 16:20:00 +0200</pubDate><title>Auge in Auge mit winzigen Fischen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=23741&amp;cHash=7d934c7174b2cc9a2eeac5a8e5937080</link><description>Tübinger Neurowissenschaftler stellen selbst entwickeltes Programm für Verhaltensstudien an Fischen frei zur Verfügung </description><content:encoded><![CDATA[<p>Zebrafische gehören erst seit kurzem zu den wichtigsten Tiermodellen der neurowissenschaftlichen Forschung. Laboreinrichtung und Software zur Analyse ihres Verhaltens sind daher oft extrem spezialisiert und teuer. Neurobiologen vom Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) der Universität Tübingen haben nun eine einfach zu bedienende Software entwickelt und stellen diese frei und im Quellcode zur Verfügung: Das Programm erlaubt den Einsatz zahlreicher Untersuchungsansätze und verschiedenster Hardware-Komponenten in Verhaltensexperimenten zu Augenbewegungen von Zebrafischen. Die Software ‚ZebEyeTrack’ und ihre Anwendungsbereiche stellen die Wissenschaftler im Nature-Tochterjournal <em>Nature Protocols</em> vor.</p><p>Was haben die nur wenige Millimeter langen, glasartig durchsichtigen Larven eines südasiatischen Zierfisches mit Menschen gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel, und doch gelten die Larven des Zebrabärblings (auch Zebrafisch genannt) als mit am besten geeignet, um grundlegende Mechanismen unserer Wahrnehmung zu erforschen. Ein Beispiel ist die Steuerung des Auges, dessen Ausrichtung auf großflächige, bewegte Sehreize bei Zebrafischlarven ganz ähnlich funktioniert wie bei uns Menschen.</p><p>Wer im Detail wissen will, wie ein Fisch sieht, benötigt dazu eine äußerst aufwändige Laborausrüstung – nicht untypisch für die Lebens- und Naturwissenschaften. Dazu gehören Softwarelösungen, mit deren Hilfe sich zahlreiche Parameter erfassen und messen lassen. Dafür können sich Forschende einer kommerziellen Software für die Verfolgung von Fischaugenbewegungen bedienen, die aber selten auf die speziellen Fragestellungen eines Projekts ausgerichtet ist und deren Kauf kostspielig sein kann – oder aber das Labor entwickelt eine eigene Softwareanwendung, was entsprechende Programmierfähigkeiten voraussetzt und oft mit jahrelangem Aufwand einhergeht.</p><p>&nbsp;</p><p>Bereits während seiner Doktorarbeit entschied sich der Neurobiologe Aristides Arrenberg deshalb dafür, selbst eine Software zu entwickeln, die den Ansprüchen seiner Arbeit genügte. Seine Forschergruppe am Tübinger CIN arbeitet mit einer über die Jahre immer wieder überholten und erweiterten Version dieser Software, die inzwischen viel dazu gelernt hat: So kann sie individuell gestaltbare Lichtreize steuern, die den Fischlarven präsentiert werden, und die resultierenden Augenbewegungen automatisch erkennen, verfolgen, aufzeichnen und in Echtzeit nach verschiedensten Kriterien analysieren. Dazu kommen Plugins für Laser- und Mikroskopeinsatz sowie eine einfach zu bedienende grafische Benutzeroberfläche. Um anderen Laboren weltweit den Einstieg in Experimente zur Funktion des Zebrafisch-Sehsystems zu erleichtern, hat die Forschergruppe die Software – mittlerweile auf den Namen ‚ZebEyeTrack’ getauft – nun allgemein zugänglich gemacht. Die Software kann auf zebeyetrack.com ohne Installation direkt getestet oder auch heruntergeladen werden und wird in <em>Nature Protocols</em> von den Autoren beschrieben.</p><p>„Wir wissen, dass Forschende weltweit sehr unterschiedliche Ansprüche an solch eine Software haben. Daher machen wir auch den Quellcode verfügbar, so dass unsere Lösung schon mit ein wenig Programmierkenntnis individuell angepasst werden kann“, erklärt Florian Dehmelt, der die (vorerst) finale Version programmierte. Gruppenleiter Arrenberg fügt hinzu: „Mit ZebEyeTrack verstehen wir uns als Teil der Open-Source-Bewegung. Wir hätten vermutlich auch ein Patent anmelden und ZebEyeTrack kommerziell vertreiben können. Aber daran haben wir kein Interesse – damit würden wir ja genau dem Problem Vorschub leisten, das wir selbst einmal hatten.“</p><p><img alt data-htmlarea-file-table="sys_file" data-htmlarea-file-uid="470421" data-htmlarea-zoom="true" height="293" src="fileadmin/_processed_/a/6/csm_18-07-10Aufzeichnung_Sehbewegung_7ffe87ebdb.png" width="300" style></p><p>Aufbau eines Experiments: Die Petrischale mit Zebrafischlarven wird unter einem Stereomikroskop platziert, umgeben von vier Bildschirmen, auf denen visuelle Reize präsentiert werden. Abbildung: Aristides Arrenberg</p><p><img alt data-htmlarea-file-table="sys_file" data-htmlarea-file-uid="470424" data-htmlarea-zoom="true" height="231" src="fileadmin/_processed_/c/e/csm_18-07-10Versuchsaufbau_Stereomikroskop_4e6b394e28.jpg" width="299" style></p><p><br> Die Augenbewegungen der Fischlarven werden aufgezeichnet. Abbildung: Aristides Arrenberg</p><p><img alt data-htmlarea-file-table="sys_file" data-htmlarea-file-uid="470430" data-htmlarea-zoom="true" height="71" src="fileadmin/_processed_/6/8/csm_18-07-10Zebrafischlarve_Seitenansicht_dceffd7bed.jpg" width="300" style></p><p><img alt data-htmlarea-file-table="sys_file" data-htmlarea-file-uid="470427" data-htmlarea-zoom="true" height="214" src="fileadmin/_processed_/2/a/csm_18-07-10Zebrafischlarve_Kopfansicht_081df6cbf2.jpg" width="300" style></p><p><br> Die Augenbewegungen der Fischlarven werden aufgezeichnet. Abbildung: Aristides Arrenberg</p><h3>Publikation:</h3><p>Florian A. Dehmelt, Adam v. Darányi, Claire Leyden, Aristides B. Arrenberg: Evoking and Tracking Zebrafish Eye Movement in Multiple Larvae with ZebEyeTrack. In: Nature Protocols (im Druck).</p><p>doi: 10.1038/s41596-018-0002-0</p><h3>Autorenkontakt:</h3><p>Aristides Arrenberg</p><p>Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN)</p><p>Telefon +49 7071 29-88798</p><p><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,ctkuvkfgu0cttgpdgtiBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2">aristides.arrenberg<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><h3>Pressekontakt CIN:</h3><p>Dr. Paul Töbelmann</p><p>Universität Tübingen</p><p>Wissenschaftskommunikation</p><p>Werner-Reichardt-Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN)</p><p>Otfried-Müller-Str. 25 ∙ 72076 Tübingen</p><p>Telefon +49 7071 29-89108</p><p><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,rcwn0vqgdgnocppBekp0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2">paul.toebelmann<span style="display:none">spam prevention</span>@cin.uni-tuebingen.de</a></p><p><a href="http://www.cin.uni-tuebingen.de/" target="_blank" rel="noreferrer">www.cin.uni-tuebingen.de</a></p><p><strong>Die Universität Tübingen</strong></p><p>Die Universität Tübingen gehört zu den elf deutschen Universitäten, die als exzellent ausgezeichnet wurden. In den Lebenswissenschaften bietet sie Spitzenforschung im Bereich der Neurowissenschaften, Translationalen Immunologie und Krebsforschung, der Mikrobiologie und Infektionsforschung sowie der Molekularbiologie. Weitere Forschungsschwerpunkte sind Maschinelles Lernen, die Geo- und Umweltforschung, Archäologie und Anthropologie, Sprache und Kognition sowie Bildung und Medien. Mehr als 27.700 Studierende aus aller Welt sind aktuell an der Universität Tübingen eingeschrieben. Ihnen steht ein Angebot von rund 300 Studiengängen zur Verfügung – von der Ägyptologie bis zu den Zellulären Neurowissenschaften.</p><p><strong>Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN)</strong></p><p>Das Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) ist eine interdisziplinäre Institution an der Eberhard Karls Universität Tübingen, finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern. Ziel des CIN ist es, zu einem tieferen Verständnis von Hirnleistungen beizutragen und zu klären, wie Erkrankungen diese Leistungen beeinträchtigen. Das CIN wird von der Überzeugung geleitet, dass dieses Bemühen nur erfolgreich sein kann, wenn ein integrativer Ansatz gewählt wird.</p><p><strong>Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung</strong></p><p><strong>Antje Karbe<br> Pressereferentin<br> Telefon +49 7071 29-76789<br> Telefax +49 7071 29-5566<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cpvlg0mctdgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2">antje.karbe<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a><br><br><a href="http://www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html" target="_blank" rel="noreferrer">http://www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></strong></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-23668</guid><pubDate>Thu, 05 Jul 2018 15:59:53 +0200</pubDate><title>Gezielte RNA-Editierung als neue Alternative zur Genschere</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=23668&amp;cHash=d3d314c38caf7196cf50956c4b5adce3</link><description>Forscher der Universität Tübingen entwickeln eine präzise Methode zur umkehrbaren Veränderung genetischer Informationen – Anwendungsziele in Grundlagenforschung und Medizin</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Entwicklung der CRISPR/Cas-Methode stellte eine Revolution für die gezielte Veränderung genetischer Information dar. Sie eröffnet eine Fülle von Möglichkeiten für die Grundlagenforschung und Gentherapie. Dabei werden Veränderungen an der DNA vorgenommen, was mit Risiken verbunden ist: Auch auftretende Fehler werden für immer im Genom gespeichert. Seit rund sieben Jahren arbeitet das Forscherteam von Professor Thorsten Stafforst am Interfakultären Institut für Biochemie der Universität Tübingen an einer risikoärmeren Alternative: an Methoden zur gezielten genetischen Veränderung der RNA-Ebene, der sogenannten RNA-Editierung. Sie machen sich dabei zunutze, dass die Information, die in der DNA von Zellen gespeichert wird, durch eine Arbeitskopie in Form von RNA weitergeleitet wird, die nach dem Gebrauch abgebaut wird. Wird die RNA verändert, dann bleibt die Originalinformation in der DNA erhalten. Jetzt ist es den Forschern gelungen, RNA-Moleküle in der Zelle mit höchster Effizienz und Präzision zu editieren. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift <em>Nature Methods</em> vorgestellt.</p><p>Zellen kopieren die Erbinformation ihrer DNA, die in der Reihenfolge von vier verschiedenen Basen kodiert ist, in RNA-Moleküle um. Nach deren Bauanleitung werden unzählige Proteine in unterschiedlicher Zusammensetzung hergestellt. Diese wiederum dienen als Baustoffe in der Zelle und steuern den Stoffwechsel. „Unsere Methode der RNA-Editierung beruht auf einem Proteinkonstrukt, das mit Hilfe einer kleinen Führungs-RNA zum RNA-Zielmolekül gelangt und dort einzelne Basen umwandelt. So wird die Bauanleitung des kodierten Proteins umgeschrieben“, erklärt Thorsten Stafforst. Die Manipulation der RNA lasse sich fein regulieren und sei grundsätzlich reversibel – was die Methode vor allem auch für medizinische Therapien interessant mache.</p><h3>Zeitlich begrenzte Manipulationen</h3><p>„Mit dem neuen Werkzeug lässt sich potenziell eine Vielzahl an krankheitsverursachenden Mutationen rückgängig machen“, sagt der Wissenschaftler. Die zeitlich begrenzte Veränderung in der RNA erlaube es auch, in Signalwege zum Beispiel von Entzündungsprozessen einzugreifen, deren dauerhafte Manipulation schwerwiegende Folgen hätte. „Uns ist es bereits gelungen, gleichzeitig mehrere RNAs zu editieren, die Signalproteine kodieren“, erklärt Stafforst. Die Arbeitsgruppe zeigte, dass die Methode doppelt so effizient ist wie eine zuvor veröffentlichte Methode zur RNA-Editierung, die auf einer Variante der CRISPR/Cas-Methode beruht.</p><p>Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe von Professor Jin Billy Li an der Stanford University belegten die Tübinger Forscher, dass bei ihrer neuen Methode nur wenige Fehler passieren, die in der Studie weiter minimiert werden konnten. Im Ergebnis sei die Methode hoch effizient bei der Editierung und dennoch vielfach spezifischer als konkurrierende Methoden, sagt Stafforst. Die erzielten Fortschritte stellten allerdings erst den Anfang dar, um die Methode für Grundlagenforschung und Medizin nutzbar zu machen. „In Zukunft möchten wir auf die Proteinkonstrukte völlig verzichten und stattdessen auf die natürlich vorkommenden Enzyme zurückgreifen, um diese für die gerichtete RNA-Editierung einzuspannen“, gibt Stafforst Einblick in das weitere Vorgehen. Für die zugrundeliegende Technologie hat die Universität Tübingen ein Patent angemeldet.</p><h3>Publikation:</h3><p>Vogel, P., Moschref, M., Li, Q., Merkle, T., Selvasaravanan, K. D., Li, J. B. &amp; Stafforst,T. Efficient and precise editing of endogenous transcripts with SNAP-tagged ADARs. <em>Nat. Methods</em><strong>15</strong>, 535–538(2018).</p><p><a href="https://doi.org/10.1038/s41592-018-0017-z" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41592-018-0017-z</a></p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Thorsten Stafforst</p><p>Universität Tübingen</p><p>Interfakultäres Institut für Biochemie</p><p>Telefon +49 7071 29-75376</p><p><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,vjqtuvgp0uvchhqtuvBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2">thorsten.stafforst@</a><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,vjqtuvgp0uvchhqtuvBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2">uni-tuebingen.de</a></p><p><br><strong>Eberhard Karls Universität Tübingen<br> Hochschulkommunikation<br> Dr. Karl Guido Rijkhoek<br> Leitung<br><br> Janna Eberhardt<br> Forschungsredakteurin<br> Telefon +49 7071 29-77853<br> Telefax +49 7071 29-5566<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,lcppc0gdgtjctfvBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2">janna.eberhardt<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></strong></p><p><strong><a href="http://www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html" target="_blank" rel="noreferrer">http://www.uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen.html</a></strong></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-23581</guid><pubDate>Wed, 04 Jul 2018 16:17:54 +0200</pubDate><title>Das plastische Gehirn: Bessere Vernetzung von Gehirnarealen schon nach kurzem Training</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/hochschulkommunikation/onlinekommunikation/styleguide/ci-elemente-und-funktionen/funktionen-extensions/news/detail/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=23581&amp;cHash=905a92841ac0087dede6b45c3980e6e9</link><description>Tübinger Wissenschaftler beobachten, wie schnell sich das Gehirn anpassen kann</description><content:encoded><![CDATA[<p>Forscher des Leibniz-Institutes für Wissensmedien (IWM) sowie der Graduiertenschule und des Forschungsnetzwerkes LEAD an der Universität Tübingen haben jetzt herausgefunden: Durch ein kurzes und intensives Rechentraining werden die neuronalen Verbindungen zwischen wichtigen Regionen im Gehirn im Erwachsenenalter stärker. Diese neuronale Plastizität durch numerisches Lernen war bereits nach nur fünf Trainingseinheiten nachweisbar. Die Ergebnisse der Studie wurden im renommierten Fachmagazin Cortex veröffentlicht.</p><p>Egal, ob ein Mensch neues Wissen oder eine neue körperliche Bewegung erlernt – immer verändern sich dabei Synapsen, Nervenzellverbindungen und ganze Gehirnareale, also die Funktion und Struktur des Gehirns. Das menschliche Gehirn ist ein Leben lang „plastisch“, d.h. es ist in der Lage sich zu verändern. Forscher und Forscherinnen um Dr. Dr. Elise Klein am Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) haben funktionelle und strukturelle Veränderungen im Gehirn als Folge von medienbasiertem numerischen Lernen untersucht. Dass ein Rechentraining Auswirkungen auf unsere Rechenfähigkeit hat, scheint fast aus dem Bauch heraus klar. Das zeigte sich in der Studie auch auf neuronaler Ebene: Durch das Training veränderte sich das Netzwerk aus Gehirnarealen, das zur Lösung einer Aufgabe aktiviert wurde. In der Studie am IWM sind jetzt aber auch strukturelle Veränderungen im Gehirn durch das Rechentraining deutlich geworden – und somit anatomische Veränderungen im neuronalen Netzwerk.</p><p>Das Rechentraining konnte nicht nur erfolgreich die Leistung der Teilnehmenden verbessern, den Tübinger Forscherinnen und Forschern gelang es auch festzustellen, wie dieser Lernprozess auf neuronaler Ebene vonstattengeht. In einer vorangegangenen Studie hatten sie schon beobachtet, dass das Training die funktionelle Aktivierung in Gehirnarealen erhöht, die mit dem Abruf von Fakten aus dem Langzeitgedächtnis assoziiert sind (z. B. Hippocampus). Jetzt konnten sie mit Hilfe der diffusionsgewichteten Magnetresonanztomographie (MRT) zeigen, dass sich durch das Training auch die strukturelle Anbindung dieser Areale über Faserverbindungen verstärkt hat und dies mit erfolgreichem Lernen einherging. „Die neuronale Plastizität durch das medienbasierte Training war bereits nach nur fünf Trainingseinheiten nachweisbar“, so Elise Klein vom IWM. „Diese Veränderung auf neuronaler Ebene zeigt an sich, dass bereits kurze kognitive Trainings plastische Prozesse im Gehirn induzieren können. Die Selektivität der neurostrukturellen Veränderungen sagt etwas aus über die Verarbeitung von Rechenfakten im Gehirn.“</p><p>Damit geben die Ergebnisse nicht nur Aufschluss darüber, wie sich Lernprozesse im Gehirn mani-festieren, sondern zeigen auch das Potenzial neurokognitiver Plastizität im Erwachsenenalter. Kor-binian Moeller, Leiter der Nachwuchsgruppe Neuro-kognitive Plastizität, zu den Ergebnissen der Studie: „Sie erlauben weitergehende Erkenntnisse über die neuronalen Grundlagen numerisches Lernens und zu den Möglichkeiten neuronaler Reorganisation im Gehirn. Sie könnten helfen bei der Entwicklung von Interventionen für Kinder mit Lernschwäche und für Patienten mit numerischen Defiziten nach einer Hirnschädigung.“</p><h3>Publikation:</h3><p>Elise Klein, Klaus Willmes, Silke M. Bieck, Johannes Bloechle, Korbinian Moeller, White matter neuro-plasticity in mental arithmetic: Changes in hippocampal connectivity following arithmetic drill training. Cortex, <a href="https://doi.org/10.1016/j.cortex.2018.05.017" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.cortex.2018.05.017</a></p><h3>Kontakt:</h3><p>Dr. Dr. Elise Klein<br> NG Neuro-kognitive Plastizität<br> Email: <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,g0mngkpBkyo/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2">e.klein<span style="display:none">spam prevention</span>@iwm-tuebingen.de</a><br> Telefon: +49 7071 979-205</p><p><br> Elise Klein arbeitet seit April 2015 im Rahmen eines Wrangell-Habilitationsprogramms am IWM in der Nachwuchsgruppe Neuro-kognitive Plastizität. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschäftigen sich hier mit den neurokognitiven Grundlagen von Wissenserwerb und Wissensnutzung. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt dabei auf der Untersuchung von numerisch-mathematischen Kompetenzen und deren neurokognitiven Korrelaten.</p><h3>Das Leibniz-Institut für Wissensmedien</h3><p>Das Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) in Tübingen erforscht, wie digitale Technologien eingesetzt werden können, um Wissensprozesse zu verbessern. Die psychologische Grundlagenforschung der rund 110 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist auf Praxisfelder wie Schule und Hochschule, auf Wissensarbeit mit digitalen Medien, wissensbezogene Internetnutzung und Wissensvermittlung in Museen ausgerichtet. Von 2009 bis 2016 unterhielt das IWM gemeinsam mit der Universität Tübingen Deutschlands ersten Leibniz-WissenschaftsCampus (WCT) zum Thema „Bildung in Informationsumwelten“. Seit 2017 wird er unter dem Titel „Kognitive Schnittstellen“ weitergeführt.</p><h3>Die Leibniz-Gemeinschaft</h3><p>Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 93 selbständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen u. a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren.</p><h3>Über LEAD</h3><p>Die Graduiertenschule und das Forschungsnetzwerk LEAD (Learning, Educational Achievement and Life Course Development) der Universität Tübingen bieten ein integriertes Forschungs- und Ausbildungsprogramm für Nachwuchswissenschaftler der Empirischen Bildungsforschung. Ein Ziel ist es, verlässliche Grundlagen für einen evidenzbasierten Ansatz in der Bildungspolitik zu schaffen, indem Studien mit belastbaren Designs durchgeführt und interdisziplinär geschulte Experten ausgebildet werden. LEAD wird im Rahmen der Exzellenzinitiative über die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item>
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