24.03.2026

IRex:RESEARCH Working Paper #5: Mit einem blauen Auge davongekommen? Eine raumorientierte Analyse der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg.

Autor*innen: Tim Fröhlich, Bjarne Pfau, Rolf Frankenberger und Katharina Mayer

Wir analysieren die Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg aus einer raumorientierten Perspektive und untersuchen die kommunalen Muster der Erst- und Zweitstimmenergebnisse insbesondere von Bündnis 90/Die Grünen, CDU und AfD. Auf Grundlage kartographischer und statistischer Auswertungen zeigen wir auf, dass sich die Wahlergebnisse entlang einer ausgeprägten Stadt-Land-Differenz strukturieren: Während die Grünen ihre Stärke vor allem in urbanen und universitär geprägten Räumen behaupten, beziehungsweise ausbauen konnten, erzielten CDU und AfD ihre größten Erfolge überwiegend in ruralen Räumen. Die AfD konnte ihren Stimmenanteil gegenüber 2021 deutlich steigern, blieb jedoch hinter ihren selbst postulierten Erwartungen zurück und weist weiterhin ihre größten Schwächen in den urbanen Zentren auf. Die CDU gewann vor allem in der Fläche hinzu und behauptete ihre Rolle als dominante Kraft in vielen ländlichen Räumen. Damit konkurrieren AfD und CDU im Wesentlichen um dieselben Räume. Aufbauend auf diesen Befunden entwickeln wir ein Deutungsangebot, das die Wahldynamik über zwei Konfliktlinien fasst: Den Gegensatz zwischen urbanen und ruralen Lebenswelten sowie jenen zwischen offener und geschlossener Gesellschaft. Damit wird ein Beitrag zur Weiterentwicklung raum- und konflikttheoretischer Erklärungen gegenwärtiger politischer Polarisierung geleistet.

 

Ganzes Working Paper downloaden