Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät

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17.12.2025

Internationale Menschenrechtskonferenz zu Frauenrechten an der Universität Tübingen

„Women have never received rights without fighting for them“ – Prof. Dr. Gabriele Abels betont, dass Frauenrechte nur wirksam sind, wenn sie aktiv verteidigt und im Alltag gelebt werden

Die Universität Tübingen war Gastgeberin der internationalen Konferenz zu Menschenrechten „Courage Against Power – Defending Women’s Rights Worldwide“, die am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, in der Alten Aula stattfand. Die Veranstaltung wurde von der FFNFriedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Kooperation mit der Universität Tübingen durch ihre Institute – das Institut für Politikwissenschaft (IfP), das Weltethos-Institut und das College of Fellows (CoF) – organisiert. 

Im Zentrum der Konferenz stand die Frage, wie Frauenrechte weltweit verteidigt und gestärkt werden können. Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft diskutierten Strategien, tauschten internationale Perspektiven aus und beleuchteten Herausforderungen und Fortschritte in unterschiedlichen Regionen der Welt. Dabei wurde die zentrale Rolle von Frauenrechtsbewegungen für bürgerschaftliches Engagement, globale Gerechtigkeit und nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung besonders hervorgehoben.

 

Die Konferenz wurde mit Begrüßungsworten von Teresa Morrkopf-Widlok (Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit), Dr. Christopher Gohl (Weltethos-Institut, Universität Tübingen) und Dr. Sara Bangert (College of Fellows, Universität Tübingen) eröffnet. Sie betonten die Bedeutung interdisziplinärer und institutionenübergreifender Zusammenarbeit für den Schutz der Menschenrechte und die Stärkung von Frauenrechten weltweit.

Die Video-Keynote von Reem Alsalem, UN-Sonderberichterstatterin für Gewalt gegen Frauen und Mädchen, thematisierte die globalen Ursachen und Folgen von Gewalt gegen Frauen, darunter Femizid, digitale Gewalt sowie sexualisierte Gewalt in Konflikt- und Krisensituationen, und lieferte damit eine internationale menschenrechtliche Einordnung für die anschließenden Diskussionen. (Video verfügbar, siehe unten).

Zwei Paneldiskussionen bildeten den Kern der Konferenz, moderiert von Janet H. Anderson, Frauenrechtsexpertin und Journalistin. Im ersten Panel ‚The Assault on Women’s Rights in Illiberal Systems Worldwide ‘ diskutierten Dr. Juliana Tappe Ortiz (IfP, Universität Tübingen), Veronika Tsepkalo (Frauenrechtsaktivistin und Menschenrechtsverteidigerin, Belarus) und Frozan Akbaryaar (Frauenrechtsaktivistin und Menschenrechtsverteidigerin, Afghanistan) systematische Einschränkungen von Frauenrechten in autokratischen und illiberalen Staaten sowie deren gesellschaftliche und individuelle Folgen.

Im zweiten PanelEffective Strategies for Resilience and Protection of Women’s Rights‘ diskutierten Expertinnen wirksame Strategien zur Stärkung und zum Schutz von Frauenrechten. Teilnehmende waren Bettina Metz, UN Women Germany; Dr. Erika Schläppi, Mitglied im CEDAW Committee, und Aleid van den Brink, Mitglied der GREVIO - im Rahmen der Istanbul-Konvention zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt.  Ergänzend präsentierte Ayesha Khan von ODI Global einen Impulsbeitrag zu einem Global Push-Back Against Women’s Rights, der die internationalen Herausforderungen und mögliche Gegenstrategien beleuchtete.

Den Abschluss der Konferenz bildeten die Schlussbemerkungen von Prof. Dr. Gabriele Abels, Direktorin sowie Professorin am Institut für Politikwissenschaft (IfP) der Universität Tübingen. Mit der Aussage „Women have never received rights without fighting for them“ betonte sie, dass Frauenrechte nur dann Wirkung entfalten, wenn sie gesellschaftlich verankert und aktiv verteidigt werden. Rechte müssen das tägliche Leben beeinflussen – zu Hause, am Arbeitsplatz und in internationalen Institutionen.

Weiterführend:

Lesen Sie hier das Artikel-Special von Marie Chrostek zur Konferenz mit dem Titel „Women’s Rights are Human Rights“, das zentrale Themen, Beiträge und Perspektiven der Veranstaltung vertieft.

Hier geht es zum Artikel der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und zur Video-Keynote von Reem Alsalem 
Quelle FNF