Zentrum für Islamische Theologie (ZITh)

European Academy of Religion (EuARe) 2025 in Wien

Prof. Dr. Dr. h.c. Lejla Demiri und zahlreiche Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler des ZITh nahmen in diesem Jahr an der achten Jahreskonferenz der Europäischen Akademie der Religion (EuARe) teil. Die Konferenz stand unter dem Motto „Religion and Socio-Cultural Transformation: European Perspectives and Beyond“ und fand vom 8. bis 12. Juli 2025 an der Universität Wien statt.

  Im Laufe dieser fünf Tage boten sie Panels zu öko(theo)logischen Imaginationen, Scriptural Reasoning (SR), interreligiösem Dialog sowie islamischer Epistemologie und Hermeneutik an, leiteten diese und nahmen daran teil. Dadurch stellten sie eine starke und vielfältige Präsenz muslimischen theologischen Denkens auf dieser bedeutenden internationalen Konferenz sicher und ermöglichten einen regen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen anderer Theologien.

Besonders hervorzuheben sind der Vortrag von Aybe Nur Dugun Badat zum Thema „Islamic Contemplative Practices: Journeying toward Ultimate Peace and Praise“ und das von Dr. phil. habil. Claire Gallien organisierte Panel zum Thema „Culture of Certainty: Islam, Knowledge, and the Search for Truth in Unstable and Uncertain Times“, das zehn Beitragende anzog, darunter Dr. Besnik Sinani mit einem Vortrag zum Thema „Scripturalist Certainty in Modern Muslim Thought: Nasir al-Din al-Albani’s Epistemology of Prophetic Teaching“, Hiroaki Kawanishi mit einem Vortrag zum Thema „Reflection on Early Modern Islamic Apocalypticism“ und von Dr. phil. habil.Claire Gallien, die  das Thema „The Truth Hidden from the Eye: of Miracles, Cognitive Neuroscience and what Islamic Theology has to Say“ behandelte.

Ferner referierten Lea Schlenker und Dr. phil. habil. Claire Gallien gemeinsam mit ihren Kollegen Dr. Sebastian Pittl von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen und Prof. Marianne Moyaert von der KU Leuven in Belgien in einem interreligiösen Dialog anlässlich der Veröffentlichung von Moyaerts Monographie „Christian Imaginations of the Religious Other: A History of Religionization“ sowie im Zusammenhang mit der kürzlich erschienenen Sonderausgabe „Patterns of Religionization: A Critical Discussion of a New Perspective on Interreligious Research“ für die neu gegründete Tübinger Zeitschrift Campus der Theologien – Theologische Studien und Kritik.

Prof. Dr. Dr. h.c. Lejla Demiri diskutierte mit Dr. Sebastian Pittl, Prof. Marianne Moyaert und Dr. phil. habil. Claire Gallien in einem Panel über christliche und muslimische Perspektiven über das Thema „Transformation“, sowohl gesellschaftlich als auch individuell, durch die Anwendung der hermeneutischen Technik des Scriptural Reasoning. Zudem präsentierte Prof. Dr. Dr. h.c. Demiri einen separaten Beitrag zur Theologischen Anthropologie aus islamischer Perspektive in interreligiösen Kontexten.

Darüber hinaus untersuchte Dr. Hossam Ouf, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Hadith-Studien und Prophetische Tradition am ZITh,  mit seinem Beitrag „Between Devotion and Partiality: Al-Bukhārī’s Views on Ṣaḥāba and Ahl al-Bayt in the Context of Sunni and Twelver Shiite Hadith” im Rahmen des Panels „Unveiling al-Bukhārī’s Legacy: Methodological, Theological, and Historical Perspectives“ auf der Konferenz der EuARe ob al-Bukhārīs Darstellungen in den Kapiteln Manāqib (Tugenden/Verdienste) und Faḍāʾil (Vorzüge) seines Ṣaḥīḥ eine ökumenische Wirkung entfalten oder konfessionelle Voreingenommenheit erkennen lassen. Der Vortrag beleuchtet al-Bukhārīs methodisches Vorgehen, seine theologisch-politische Haltung sowie seine Bedeutung für die innerislamische Ökumene. Ziel ist es, das ökumenische Potenzial dieser beiden Kapitel kritisch neu zu bewerten und ihre Bedeutung für den heutigen innerislamischen Dialog aufzuzeigen.

Alle Vorträge und weitere Informationen zur Jahreskonferenz finden Sie hier.