Zentrum für Islamische Theologie (ZITh)

Reading Literature as Theology in Islam

Wir freuen uns, eine neue Veröffentlichung von Dr. phil. habil. Claire Gallien bekannt zu machen, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Easa Saad von der Universität Oxford eine Sonderausgabe für „Open Theology“ (De Gruyter) herausgegeben hat.

Der Band mit dem Titel „Reading Literature as Theology in Islam“ bringt führende internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen und reflektiert über die Rolle der Literatur als wichtige Form theologischer Reflexion in der islamischen Geistesgeschichte.

Traditionell konzentriert sich die Theologieforschung auf „ʿIlm al-kalām“ mit seinem rationalistischen Rahmen. Diese Ausgabe hinterfragt diese enge Sichtweise und zeigt, wie Imagination, Poetik und Erzählkunst seit langem eigenständige theologische Ausdrucksformen sind.

In ihrem eigenen Beitrag zum Band „Reading Literature as Theology in Islam: An Introduction and Two Case Studies: al-Thaʿālibī and Ḥāfiẓ“ argumentiert Dr. Gallien, dass Literatur nicht nur als Begleiter der Theologie, sondern als Theologie selbst anerkannt werden sollte. Durch ihre eingehende Lektüre von al-Thaʿālibī und die ihres Kollegen Easa Saad von Ḥāfiẓ zeigt der Artikel, wie die literarische Vorstellungskraft eine tiefgreifende theologische Auseinandersetzung ermöglicht und Dimensionen des Göttlichen offenbart, die oft übersehen werden, wenn Theologie auf formale Scholastik beschränkt bleibt.

Die Sonderausgabe enthält Artikel zu arabischen, persischen, kurdischen, südasiatischen und westafrikanischen Traditionen, darunter Beiträge von Muhammad Sami, Dr. Oludamini Ogunnaike, Dr. Yusuf Çelik, Dr. Imran Visram, Nicholas Judt, Dr. Hina Khalid und Dr. Sarali Gintsburg. Insgesamt lädt der Band dazu ein, die Bedeutung islamischer Theologie in verschiedenen Regionen und Jahrhunderten zu hinterfragen und zu reflektieren.

Die Ausgabe ist online frei zugänglich.