In den wöchentlichen Theoriesitzungen näherten sich die Studenten anhand von Textlektüre und Diskurs grundlegenden themenrelevanten Fragestellungen: Wie kann man Fremdheit begegnen? Ist Kultur ein starres Konzept oder geschieht Kultur? Wie gehen Medien mit Begrifflichkeiten um? Lässt sich eine leitende Kategorisierung in Stereotype aufgrund der Verwendung von Hegemonialbegriffen aufbrechen? Hierfür wurden beispielsweise Texte von Stuart Hall, Hannah Arendt oder Johanna Schaffer herangezogen.
Ziel des Lehrforschungsprojekts war es, am Institut für Medienwissenschaft einen experimentellen Raum der kreativen Zusammenarbeit zwischen Studenten und Geflüchteten zu schaffen. Einen Raum in dem darüber gesprochen wird, was für ein gemeinsames Leben in Deutschland wichtig ist. Zu dieser Fragestellung wurden Filme, Hörstücke, Fotostrecken und Texte mit verschiedenen inhaltlichen Schwerpunkten produziert, die in der Webdoku zusammengeführt wurden. Entscheidend ist hierbei insbesondere der partizipative Charakter des Projekts: Geflüchtete treten nicht als Objekte der Berichterstattung auf, vielmehr wurden mit Ihnen gemeinsam journalistische Wege erarbeitet. Die Geflüchteten nahmen an den wöchentlichen Seminaren, Redaktionssitzungen und Workshops an der Universität Tübingen teil und waren eingeladen, an allen zusätzlichen projektbegleitenden Kursen wie etwa Interviewtrainings, Einführung in Lichttechnik oder einem Fotografie-Kurs teilzunehmen, um eine Einbeziehung im selben Umfang möglich zu machen. In dem Projekt sind die Geflüchteten nun unter anderem als Co-Autoren, Fotografen oder Interviewer beteiligt.