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		<title>Pressemitteilungen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilungen/</link><description>Der RSS Feed der Universität Tübingen</description><language>en-EN</language><copyright>Universität Tübingen</copyright><pubDate>Sun, 12 Apr 2026 07:42:58 +0200</pubDate><lastBuildDate>Sun, 12 Apr 2026 07:42:58 +0200</lastBuildDate><item><guid isPermaLink="false">news-129969</guid><pubDate>Tue, 07 Apr 2026 11:25:03 +0200</pubDate><title>Steinzeitlicher Steinbruch: Bereits vor 220.000 Jahren bauten Menschen in Südafrika gezielt Rohstoffe ab</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilungen/newsfullview-pressemitteilungen/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=129969&amp;cHash=73f897ccd6b836773f3a9ba90148cc54</link><description>Internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Tübingen weist langfristige Nutzung einer Rohstoffquelle im altsteinzeitlichen Südafrika nach</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bereits vor 220.000 Jahren bauten Menschen Steine für ihre Werkzeuge an Orten ab, die sie eigens dafür aufsuchten – deutlich früher als bisher angenommen. Das konnte ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Tübingen an der Fundstelle Jojosi in Südafrika nachweisen und widerlegt damit das vorherrschende Paradigma, nach dem Jäger‑ und Sammlergruppen während der Altsteinzeit das Material für Steinwerkzeuge beiläufig bei anderen Aktivitäten sammelten. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift <i>Nature Communications.</i></p><p>„Wir fanden in Jojosi zahlreiche Spuren des Hornfelsabbaus: Blöcke, die auf ihre Qualität hin angeschlagen wurden, Abschläge verschiedener Größe, tausende millimetergroße Produktionsabfälle und Hammersteine“, sagt Dr. Manuel Will aus der Abteilung für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie der Universität Tübingen. Hornfels ist ein feinkörniges Gestein, das in der Steinzeit zur Herstellung von Werkzeugen verwendet wurde. „Die Menschen bearbeiteten hier vor Ort Felsblöcke und schlugen so lange Material ab, bis sie aus dem Stein die gewünschten Formen gewonnen hatten – wahrscheinlich, um daraus später Werkzeuge herzustellen.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-129810</guid><pubDate>Mon, 30 Mar 2026 12:06:27 +0200</pubDate><title>Universität Tübingen lädt zum Studium Generale des Sommersemesters 2026</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilungen/newsfullview-pressemitteilungen/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=129810&amp;cHash=5e3c226e11ffd5c62af0b88edcb14bbb</link><description>Öffentliche Vorlesungsreihe mit breitem Themenspektrum – Teilnahme kostenfrei und ohne Anmeldung möglich</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Studium Generale ist das offene Vorlesungsprogramm der Universität Tübingen: Lehrende verschiedener Fakultäten gestalten gemeinsam Vortragsreihen zu Themen, die aus verschiedenen fachlichen Perspektiven betrachtet werden. Im Sommersemester 2026 stehen ab dem 16. April 2026 fünf Reihen auf dem Programm. Sie befassen sich mit den gesellschaftlichen Folgen Künstlicher Intelligenz (KI), der digitalen Medienökonomie, den aktuellen Entwicklungen in den USA, der Baugeschichte der Universität Tübingen sowie mit Fragen von Vielfalt und Teilhabe im Sport.</p><p>Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Anmeldungen möglich. Alle Veranstaltungen finden im Kupferbau statt; zwei Vorlesungsreihen werden zusätzlich per Livestream übertragen. Detaillierte und aktuelle Informationen sind unter <a href="https://uni-tuebingen.de/universitaet/im-dialog/studium-generale/" target="_blank">www.uni-tuebingen.de/studium-generale</a> einsehbar</p><p>„Forschung und Lehre finden an der Universität Tübingen nicht hinter verschlossenen Türen statt. Mit aktuellen Themen, von KI bis zur digitalen Öffentlichkeit, suchen wir den Austausch mit der Gesellschaft – das ist der Kern unseres Selbstverständnisses als Exzellenzuniversität“, sagt die Rektorin der Universität Tübingen, Professorin Dr. Karla Pollmann.</p><h3>Die Vorlesungsreihen im Kurzporträt&nbsp;</h3><p><strong>KI – Ökonomische und gesellschaftliche Konsequenzen (Montag, 18:15 Uhr, Kupferbau Hörsaal 21)</strong></p><p>Die Ringvorlesung der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät befasst sich mit der rasanten Entwicklung Künstlicher Intelligenz. Sie behandelt, wie KI Arbeitsmärkte, Bildungssysteme, politische Kommunikation und soziale Strukturen verändert. Neben wirtschaftlichen Aspekten stehen Fragen der Regulierung und die Auswirkungen auf demokratische Prozesse im Mittelpunkt. Den Abschluss bildet ein interdisziplinäres Panel.</p><p><strong>Medien, Macht und Menschlichkeit – Wie die digitale Medienökonomie unsere Öffentlichkeit prägt (Dienstag, 18:15 Uhr, Kupferbau Hörsaal 25)</strong></p><p>Medien sind politischer Machtfaktor, wirtschaftlicher Marktplatz und kultureller Akteur zugleich. Unter dem Einfluss der Digitalisierung verändern sie sich grundlegend. Die Vorlesungsreihe des Weltethos-Instituts bespricht neue Eigentumsverhältnisse und Abhängigkeiten. Sie zeigt, wie Plattformen und Algorithmen bestimmen, welche Themen sichtbar werden und welche Stimmen Gehör finden. Daraus ergibt sich die Frage, welche Konsequenzen für Journalismus und demokratische Öffentlichkeit entstehen.</p><p><strong>1776–2026: Was ist los in den USA? (Mittwoch, 18:15 Uhr, Kupferbau Hörsaal 25)</strong></p><p>Im Jahr des 250. Jahrestags der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung richtet die Reihe den Blick auf die aktuellen Ereignisse in den USA und fragt, was diese für Europa und die globalen Beziehungen bedeuten. Ausgehend von der Gegenwart, zieht sie historische, politische, gesellschaftliche, kulturelle und literarische Bezüge heran, um aktuelle Entwicklungen zu verstehen und einzuordnen. Die Vorlesungen beleuchten dabei sehr unterschiedliche Felder – von Außenpolitik über soziale Bewegungen bis hin zu Identitätsdebatten.</p><p><strong>Orte und Architektur der Universität (Mittwoch, 18:15 Uhr, Kupferbau Hörsaal 21 sowie im Livestream)</strong></p><p>Wie in kaum einer anderen deutschen Universitätsstadt lässt sich in Tübingen die Geschichte der abendländischen Universität anhand der baulichen Struktur der Stadt ablesen – vom spätmittelalterlichen Neubauviertel über die Wilhelmstraße bis zur Morgenstelle und dem <span lang="en" dir="ltr">Cyber Valley.</span> Die Ringvorlesung, organisiert vom Museum der Universität Tübingen, zeigt, was die Orte der Hochschule über veränderte Bedingungen von Forschung und Lehre, über universitären Alltag und gesellschaftliche Umbrüche erzählen.</p><p><strong>Das Runde muss ins Eckige: Sportkulturen, Leistung und Vielfalt (Donnerstag, 18:15 Uhr, Kupferbau Hörsaal 21 sowie im Livestream)</strong></p><p>Sport ist ein fester und verbindender Bestandteil des Alltags für viele Menschen und zugleich ein Feld, in dem zentrale gesellschaftliche Spannungsfelder sichtbar werden: zwischen Wettbewerb und Chancengerechtigkeit, zwischen Vergleichbarkeit und Unvergleichbarkeit sowie zwischen Leistungsgedanke und Teilhabe. Die Reihe, gemeinsam organisiert vom Zentrum für Gender- und Diversitätsforschung und dem Institut für Sportwissenschaft, geht diesen Fragen aus sportwissenschaftlicher sowie sozial- und kulturwissenschaftlicher Perspektive nach.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-129735</guid><pubDate>Thu, 26 Mar 2026 15:40:23 +0100</pubDate><title>Veränderte Vegetation auf aufgetautem Permafrostboden verstärkt die Emission von Treibhausgasen</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilungen/newsfullview-pressemitteilungen/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=129735&amp;cHash=8523f78fc7f2af800f16a14d83a33fe9</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen untersucht, wie sich der wechselnde Pflanzenbewuchs im auftauenden Torfmoor Nordschwedens auf die Treibhausgasbilanz auswirkt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Auf dem auftauenden Permafrostboden in der Arktis ändert sich die Zusammensetzung der dort wachsenden Pflanzengemeinschaften: Gräser können langsam wachsende Sträucher verdrängen. Zwar binden diese Gräser mehr Kohlendioxid als die vorherigen Pflanzengemeinschaften, im Jahresverlauf führen sie allerdings zu deutlich mehr Methanemissionen – das ist ein Treibhausgas, das den globalen Temperaturanstieg vielfach stärker als Kohlendioxid vorantreibt. Ein Forschungsteam der Universität Tübingen untersuchte dieses Beziehungssystem zwischen den Pflanzen und den feuchten bis nassen Böden. Ziel war es, den Einfluss der Pflanzen auf die Freisetzung von Treibhausgasen unter wechselnden jahreszeitlichen Bedingungen im auftauenden Permafrost-Torfmoor von Stordalen nahe Abisko in Schweden zu quantifizieren. Professorin Marie Muehe von der Universität Tübingen und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig und Professor Andreas Kappler von der Universität Tübingen leiteten die Untersuchungen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift <i><span lang="en" dir="ltr">Global Change Biology </span></i>veröffentlicht.</p><p>„Die typischen Torfhügel des Moors von Stordalen sind vergleichsweise trocken. Sie liegen auf dem Permafrost auf, so dass das Wasser über der unterliegenden Eisschicht abfließen kann. Beim Auftauen der Bodeneisschicht wird dieser Abfluss gestört. Aus den Torfhügeln werden feuchte Moore und schließlich nasse Marschen“, beschreibt Muehe die längerfristige Entwicklung. Wenn es nasser wird, gedeihen die an die Dauerfrostbedingungen angepassten langsam wachsenden Sträucher wie Rosmarinheide oder Zwerg-Birke nicht mehr. Es siedeln sich Torfmoose an, die schließlich beim weiteren Auftauen des Bodeneises und entstehender Staunässe von deutlich schneller und höher wachsenden Gräsern wie Wollgräsern und Seggen abgelöst werden.</p><p>Grüne Pflanzen binden bei der Fotosynthese das Treibhausgas Kohlendioxid und wandeln es in Stoffe um, die dem eigenen Wachstum dienen. „Einen Teil der Stoffe wie zum Beispiel Zucker und Aminosäuren geben die Pflanzen natürlicherweise über ihre Wurzeln in den Boden ab, um für ihr Wachstum günstige Mikroorganismen anzusiedeln“, erklärt Marie Mollenkopf, Doktorandin in Muehes und Kapplers Arbeitsgruppe und Erstautorin der Studie. Welche Mikroben sich im Wurzelbereich der Pflanzen vermehren, hänge von zahlreichen Bedingungen wie den verfügbaren Nährstoffen oder auch der Anwesenheit von Sauerstoff ab. „Dabei entstehen auch Nahrungsketten, bei denen die einen Mikroben direkt die ausgeschiedenen Stoffe der Pflanze nutzen, andere verwerten deren Ausscheidungsprodukte weiter. In unterschiedlichem Ausmaß werden schließlich auch die Treibhausgase Kohlendioxid und Methan freigesetzt“, sagt Mollenkopf.</p><h2>Vom Torfhügel zu den Marschen</h2><p>In der Studie erfasste das Forschungsteam den Stoffumsatz im Wurzelbereich der verschiedenen Pflanzengemeinschaften systematisch und quantitativ im Freiland des Stordalen-Moors. Über eine Wachstumssaison hinweg maßen die Forscherinnen und Forscher zu definierten Zeitpunkten die natürlichen Wurzelausscheidungen der Pflanzen und die entstehenden Treibhausgase. Zahlreiche Umgebungsbedingungen zur Bodenchemie gingen in die Messungen ein. Sie verglichen dabei die Daten aus den drei Auftauzuständen in den ursprünglichen Torfhügeln, im Moor und in den Marschen.</p><p>„Unsere Ergebnisse zeigen, dass hauptsächlich die Gräser in den aufgetauten Mooren und Marschen die saisonale Dynamik der Stoffumsätze und Treibhausgasemissionen antreiben. Mit dem weiteren Auftauen können sie mehr Kohlenstoff freisetzen und fördern zudem aktiv die Methanemission“, sagt Mollenkopf. Früh im Sommer und auch noch im Hochsommer, von Juni bis August, speicherten die Gräser über ihre Fotosyntheseaktivität zwar umfangreiche Mengen an Kohlendioxid, sehr viel mehr als Torfmoose oder Sträucher. „Doch mit dem Fortschreiten der Wachstumssaison nahmen die Me-thanemissionen bei den Gräsern zu, am höchsten waren die Werte in der Regel im Spätsommer. Ins-gesamt übertrafen sie die positiven Effekte der Kohlendioxidspeicherung bei Weitem. Zudem gaben sie im Herbst durch reduzierte Fotosyntheseaktivität und absterbendes Pflanzenmaterial auch CO2 ab und erhöhten die Treibhausgasemissionen dann neunfach“, sagt Muehe. „Permafrostböden werden typischerweise beim Auftauen zur Kohlenstoffquelle, wobei Gräser diesen Kohlenstoffausstoß zum Ende der Wachstumsperiode zusätzlich erhöhen können.“&nbsp;</p><p>„Permafrostböden speichern fast die Hälfte des weltweit im Boden gebundenen Kohlenstoffs. Der Einfluss pflanzenbedingter Prozesse im Jahresverlauf kann dazu beitragen, dass sich auftauende Permafrostgebiete noch stärker und schneller als bisher angenommen von einer Kohlenstoffsenke zu einer Kohlenstoffquelle verwandeln. Globale Klimamodelle müssen den Permafrost selbst, aber besonders auch die pflanzliche Aktivität auf ihm berücksichtigen“, sagt Marie Mollenkopf.</p><p>„Die Ergebnisse aus Stordalen machen deutlich, dass wir den Klimawandel nur verstehen und wirksam begrenzen können, wenn wir die Prozesse in empfindlichen Ökosystemen wie den Permafrostgebieten genau kennen. Forschende der Universität Tübingen leisten hier einen wichtigen Beitrag, um die Rolle der Böden im globalen Kohlenstoffkreislauf besser abzuschätzen. Dieses Wissen ist eine wesentliche Grundlage für verantwortungsvolle Klima- und Umweltpolitik“, sagt Professorin Dr. Karla Pollman, Rektorin der Universität Tübingen.</p><h2>Weitere Information:</h2><p>Diese Studie entstand im Rahmen des Exzellenzclusters EXC 3121: TERRA – Wechselwirkungen zwischen Geo- und Biosphäre in einer Welt im Wandel.</p><h2>Publikation:</h2><p>Marie Mollenkopf, Katja Lenge, Sören Drabesch, Sylvain Monteux, Sigrid van Grinsven, Prachi Joshi, Ellen Dorrepaal, Birgit Wild, Andreas Kappler, E. Marie Muehe: Graminoids increase greenhouse gas emissions from thawed permafrost at the end of the growing season. <i>Global Change Biology,</i><a href="https://doi.org/10.1111/gcb.70783" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1111/gcb.70783</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-129714</guid><pubDate>Thu, 26 Mar 2026 09:37:30 +0100</pubDate><title>Streiterin für Demokratie und Dialog: Amy Gutmann erhält Dr. Leopold Lucas-Preis</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilungen/newsfullview-pressemitteilungen/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=129714&amp;cHash=d56797a966e8a2e042051ed75b58aad1</link><description>US-amerikanische Wissenschaftlerin und Diplomatin für ihren Einsatz für pluralistische Demokratie und internationale Verständigung geehrt – Nachwuchspreis für evangelischen Theologen Joel Klenk </description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Diplomatin und Politikwissenschaftlerin Amy Gutmann erhält den diesjährigen Dr. Leopold Lucas-Preis. Der Preis der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen würdigt Gutmanns Einsatz für die pluralistische Demokratie und den internationalen Dialog.</p><p>Die feierliche Verleihung findet statt am</p><p class="align-center"><strong>Freitag, 15. Mai 2026 um 17:15 Uhr</strong><br>in der<strong> Alten Aula der Universität Tübingen&nbsp;</strong><br>(Münzgasse 30, 72070 Tübingen)</p><p>Medienvertreterinnen und -vertreter sowie die interessierte Öffentlichkeit sind herzlich eingeladen. Amy Gutmann wird die Preisrede mit dem Titel „<span lang="en" dir="ltr">Democracy in Danger: The Case for Civic Courage</span>“ halten. Wir bitten um Anmeldung per E-Mail an <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,gx0vjgqnqikgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2">ev.theologie<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a> . Pressegespräche mit der Preisträgerin sind auf Anfrage ebenfalls möglich und können über dieselbe Adresse vereinbart werden.</p><h3>Demokratie zwischen Zerbrechlichkeit und Engagement</h3><p>Amy Gutmann zählt zu den international profiliertesten Stimmen für Demokratie und internationale Verständigung und wurde für ihr Engagement vielfach ausgezeichnet. Sie ist Professorin für Politikwissenschaften an der <span lang="en" dir="ltr">University of Pennsylvania,</span> deren Präsidentin sie von 2004 bis 2022 war. Von 2022 bis 2024 amtierte sie als Botschafterin der USA in Deutschland.</p><p>Im Zentrum von Gutmanns wissenschaftlicher Arbeit steht die Frage, wie Demokratien stark und lebendig bleiben können. Sie betont die Bedeutung eines offenen und respektvollen Dialogs über soziale, religiöse und kulturelle Grenzen hinweg. Dabei wirbt sie für Verständnis, Kompromissbereitschaft und die Berücksichtigung von Minderheiten im politischen Prozess. Zugleich weist sie auf die Zerbrechlichkeit demokratischer Ordnungen hin und unterstreicht, wie wichtig politische Bildung und kontinuierliches Engagement für den Erhalt pluralistischer Gesellschaften sind.</p><p>In ihrer Amtszeit als Botschafterin in Berlin setzte sie starke Impulse für die deutsch-amerikanischen Beziehungen und förderte den internationalen Dialog. Angesichts der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts sind Gutmanns Beiträge zur internationalen Verständigung und zur Förderung der Demokratie von besonderer Bedeutung. „Gutmann ist eine Brückenbauerin zwischen Nationen und Völkern und steht als Wissenschaftlerin, als Universitätspräsidentin und Diplomatin für Frieden durch Verständigung in einer Zeit zunehmender Polarisierung“, urteilt die Jury unter Vorsitz von Professorin Birgit Weyel, Dekanin der Evangelisch-Theologischen Fakultät. Damit entspreche ihre Arbeit den Zielen, für die der Dr. Leopold Lucas-Preis gestiftet wurde.</p><p>Der Dr. Leopold Lucas-Preis zeichnet Personen aus, deren wissenschaftliches Werk die Beziehungen zwischen Menschen und Völkern fördert und sich um die Verbreitung des Toleranzgedankens verdient macht. Gestiftet wurde er 1972 von Generalkonsul Franz D. Lucas, Ehrensenator der Universität Tübingen, anlässlich des 100. Geburtstages seines Vaters, des jüdischen Gelehrten Dr. Leopold Lucas. Dieser wirkte als Rabbiner in Glogau und zuletzt an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin und kam 1943 im Konzentrationslager Theresienstadt ums Leben. Der zu seinem Gedächtnis gestiftete Preis wird jährlich von der Evangelisch-Theologischen Fakultät im Namen der Universität Tübingen verliehen. Er ist mit 50.000 Euro dotiert.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-129633</guid><pubDate>Tue, 24 Mar 2026 12:57:53 +0100</pubDate><title>Späte Neandertaler in Europa gehen auf eine einzelne Gruppe zurück</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilungen/newsfullview-pressemitteilungen/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=129633&amp;cHash=87907ee01add898fe695f4c5b188cdf0</link><description>Internationales Team unter Leitung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Universität Tübingen zeigt große Umbrüche in der genetischen Geschichte dieser Menschen auf</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die letzten Neandertaler in Europa teilten einen weitgehend einheitlichen Genpool, und es gab einen umfassenden Umbruch in ihrer Bevölkerung vor ihrem endgültigen Verschwinden vor rund 40.000 Jahren. Das ergab eine Studie, in der neue DNA-Daten untersucht und mit archäologischen Nachweisen kombiniert wurde. In der Studie zeichnete ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Professor Cosimo Posth vom Senckenberg <span lang="en" dir="ltr">Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> an der Universität Tübingen die dramatische genetische Geschichte der europäischen Neandertaler nach. Hinweise darauf, dass die weitverbreiteten früheren Neandertalerpopulationen in Europa weitgehend verschwunden waren, existierten bereits. Die neue Studie ergab, dass eine lokale Gruppe die rauen Bedingungen des Eiszeitklimas vor rund 75.000 Jahren durch Rückzug in ein Refugium im heutigen Südwestfrankreich überlebt hatte – und dass die Nachkommen dieser Überlebenden sich nach 65.000 Jahren vor heute über Europa ausbreiteten. Genetisch gesehen stammten fast alle späten Neandertaler von dieser einen Linie ab.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-129432</guid><pubDate>Tue, 17 Mar 2026 16:46:05 +0100</pubDate><title>Küstenchemie der Weltmeere: Menschen hinterlassen überall chemische Spuren</title><link>https://uni-tuebingen.de/pt/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilungen/newsfullview-pressemitteilungen/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=129432&amp;cHash=95012d677478715437b5994cb5b8eb1a</link><description>Studie der Universität Tübingen mit achtzehn Forschungseinrichtungen und Universitäten weltweit zeigt: keine untersuchte Stelle in Weltmeeren frei von menschlichen chemischen Einflüssen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Vom Menschen hergestellte Chemikalien durchdringen die Küstenmeere in bislang unbekanntem Ausmaß. Das zeigt eine internationale Studie, geleitet von den Biochemikern Jarmo-Charles Kalinski und Daniel Petras an der University of California, Riverside, der zudem eine Nachwuchsgruppe an der Universität Tübingen leitet. Das Forschungsteam analysierte dazu mehr als 2.300 Meerwasserproben aus mehr als 20 Feldstudien, die mehr als ein Jahrzehnt lang im Pazifik, Atlantik und im Indischen Ozean gesammelt wurden. Die Ergebnisse<br>wurden in <i>Nature Geoscience</i> veröffentlicht.</p><p>„Selbst an Orten, die wir für unberührt halten, fanden wir eindeutige chemische Fingerabdrücke menschlicher Aktivität. Obwohl die chemische Verschmutzung der Meere lange bekannt ist, hat uns das Ausmaß doch überrascht“, sagt Daniel Petras, Assistenzprofessor an der University of California und Nachwuchsgruppenleiter im Exzellenzcluster „Kontrolle von Mikroorganismen zur Bekämpfung von Infektionen“ (CMFI) an der Universität Tübingen. Selbst entlegene Korallenriffsysteme, oft als besonders ursprüngliche Meeresumgebungen betrachtet, tragen laut Petras deutliche chemische Signaturen menschlicher Aktivität – von Landwirtschaft und Küstenentwicklung bis zum Tourismus. „Es gab praktisch keinen Ort, an dem wir Proben nahmen, der keinerlei chemischen Einfluss des Menschen zeigte“, sagt Jarmo-Charles Kalinski, ehemaliger Postdoktorand in Petras' Gruppe an der UC Riverside und Erstautor der Studie.</p><h3>Im globalen Maßstab eine enorme Menge</h3><p>Die Forschenden stellten fest, dass anthropogene Chemikalien weit über die Küstenlinie hinaus nachweisbar sind. Selbst mehr als 20 Kilometer vor der Küste machten vom Menschen stammende Verbindungen etwa 1 Prozent der nachgewiesenen organischen Substanz aus. „In globalem Maßstab ist das eine enorme Menge an Material“, sagt Petras.</p><p>In Küstengewässern erreichten die Signalwerte menschengemachter organischer Moleküle einen Medianwert von bis zu 20 Prozent, verglichen zu den niedrigsten Werten von etwa 0,5 Prozent im offenen Ozean. Extremwerte an Flussmündungen mit unbehandeltem oder schlecht behandeltem Abwasser überstiegen zum Teil sogar Werte von 50 Prozent. Insgesamt identifizierte das Team 248 vom Menschen stammende Verbindungen, die über alle Proben hinweg einen Median von rund 2 Prozent des gesamten Signals ausmachen. Das Team erwartete Pestizide und pharmazeutische Verbindungen vor allem in Küstennähe, doch Industriechemikalien wie Weichmacher aus Kunststoffen, Schmiermittel und andere Chemikalien aus Pflege- und Konsumprodukte dominieren den menschlichen chemischen Fußabdruck in den Ozeanen. Einige dieser Verbindungen bewegen sich an der Grenze zwischen organischen Molekülen und Nanokunststoffen und verwischen damit die Trennlinie zwischen chemischer und Kunststoffverschmutzung, erklärt Daniel Petras. „Diese Chemikalien sind ein wesentlicher Bestandteil der organischen Stoffgesamtheit der Ozeane. Das bedeutet, dass sie möglicherweise eine bisher unbekannte Rolle im Kohlenstoffkreislauf und in der Funktion des marinen Ökosystems spielen.“</p><h3>Tausende Proben verschiedener Studien analysiert</h3><p>Die Studie stellt eine der bisher umfassendsten chemischen Metaanalysen der maritimen Küstenzonen dar. Sie stützt sich auf Proben, die für viele verschiedene Untersuchungszwecke gesammelt wurden, darunter für die Untersuchung der Gesundheit von Korallenriffen, von Algenblüten oder des Kohlenstoffkreislaufs. Eine wesentliche Innovation des Forschungsteams war die Kombination einheitlicher, hochauflösender Methoden der Massenspektrometrie über mehrere Labore hinweg sowie der Einsatz skalierbarer Computerverfahren, die in der Gruppe von Mingxun Wang, Assistenzprofessor für Informatik an der UC Riverside, entwickelt wurden. Dank dieser technologischen Fortschritte konnte die Gruppe Tausende von Proben aus nicht zusammenhängenden Studien als einheitlichen, konsolidierten Datensatz kombinieren und analysieren.</p><p>„Diese Arbeit war nur durch den Einsatz unserer Kooperationspartner rund um den Globus und deren öffentlich zugängliche Datensätze möglich“, sagt Petras. „Indem wir unsere Daten öffentlich zugänglich machen, hoffen wir, die Forschung zu beschleunigen und ein umfassenderes Verständnis der menschlichen chemischen Auswirkungen auf die Weltmeere zu ermöglichen.“ Trotz des Umfangs des Datensatzes weisen die Forscher darauf hin, dass große Teile der Welt noch wenig erforscht sind. Die Daten konzentrierten sich stark auf Nordamerika und Europa, mit begrenzter Abdeckung der Südhalbkugel und wenig Daten aus Regionen wie Südostasien, Indien und Australien. „Das Fehlen von Daten bedeutet nicht, dass das Problem nicht vorhanden ist“, sagt Kalinski. „Es bedeutet, dass wir noch nicht genau genug hingeschaut haben.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item>
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