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06.12.2017

Dr. Madhumita Chatterjee erhält Uta und Jürgen Breunig-Forschungspreis für Untersuchung zu Cholesterin als Herzinfarkt-Risikofaktor

Tickende Zeitbombe für Herzinfarkt entdeckt

Die Preisträgerin Dr. Madhumita Chatterjee. Foto: Dr. Tatsiana Castor

Dr. Madhumita Chatterjee vom Universitätsklinikum Tübingen hat eine Möglichkeit entdeckt, künftig der koronaren Herzkrankheit (KHK) und dem Herzinfarkt vorzubeugen; dafür wurde nun sie mit dem Uta und Jürgen Breunig-Forschungspreis der Deutsche Herzstiftung e. V. und der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) ausgezeichnet. Eine große Rolle in ihrer Arbeit spielt das Cholesterin, ein lebenswichtiges Blutfett. Zu viel Cholesterin kann eine Gefäßverkalkung, die sogenannte Arteriosklerose, und damit verbunden die koronare Herzkrankheit und einen Herzinfarkt mit sich bringen. Mehr als 120.000 Menschen sterben pro Jahr in Deutschland an den Folgen. „Neue Ansätze in der Frühdiagnostik der Arteriosklerose sind extrem wichtig, um KHK-Patienten noch besser vor einem Herzinfarkt zu schützen. Die Forschungserkenntnisse von Dr. Chatterjee leisten hierbei einen wichtigen Beitrag“, betont Professor Thomas Meinertz, Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Um die Blutfette eines Patienten, in der Fachsprache Lipide genannt, und damit das Risiko für eine Herz-Kreislauferkrankung zu bestimmen, wird im Moment im Labor vorwiegend das Blutplasma untersucht. „Damit wird man dem komplexen Krankheitsgeschehen aber nicht gerecht“, sagt Dr. Chatterjee. „Ich habe mit neuen Technologien der Lipidomik – der Begriff für die Analyse sämtlicher Fette im Körper – hunderte von Lipiden in KHK-Patienten gemessen.“ Mit ihrer Messung hätte sie alle Lipide erfasst - nicht nur im Blutplasma, sondern auch in den Blutplättchen (Thrombozyten). Denn Blut bestünde nur gut zur Hälfte aus Blutplasma. Den anderen Teil machten Blutzellen aus, zum Beispiel rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen. Die weitaus größere Menge der Blutfette befinde sich in den Blutplättchen, so Chatterjee. Sie spielten eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung, indem sie sich bei einer Verletzung eines Blutgefäßes an das umliegende Gewebe hefteten oder aneinander klebten und so die Wunde verschlössen. „Die Thrombozyten saugen die Lipide quasi auf und transportieren sie im Körper“, erklärt Dr. Chatterjee. „Damit werden sie aber in der üblichen Diagnostik nicht erfasst.“ Hinzu käme: Die Blutplättchen binden das Cholesterin an sich und veränderten es chemisch. Es oxidiere und aktiviere infolgedessen die Thrombozyten. Daraufhin entzündeten sich die ohnehin bei der KHK angegriffenen Gefäßwände im Laufe der Zeit noch mehr und verengten sich weiter.

„Auch das Risiko, dass sich ein Gerinnsel bildet und einen plötzlichen Herzinfarkt verursacht, wird dadurch stark erhöht“, betont Professor Meinrad P. Gawaz, Ärztlicher Direktor und Ordinarius der Klinik für Kardiologie und Kreislauferkrankungen im Universitätsklinikum Tübingen, wo Chatterjee forscht. So zeigten gerade Betroffene, die einen akuten Herzinfarkt erleiden, große Mengen an oxidiertem Cholesterin im Blut. „Wir müssen in Zukunft schon im Vorfeld zusätzlich die Blutfette in den Thrombozyten analysieren“, betont Prof. Gawaz. „So können wir eine tickende Zeitbombe entlarven. Bei Patienten mit hohen Werten an oxidiertem Cholesterin müssen wir die Lipidtherapie intensivieren“, sagt der Tübinger Experte. „Die Forschungsarbeit von Dr. Chatterjee zeigt, dass man mit dem Nachweis der Blutplättchen-Lipide einem Herzinfarkt künftig sehr wirksam vorbeugen kann.“

Uta und Jürgen Breunig-Forschungspreis
Im Kampf gegen die Sterblichkeit durch die koronare Herzkrankheit (KHK) ist die Erforschung neuer Therapieansätze von großer Bedeutung. Deshalb hat die Deutsche Herzstiftung e. V. gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) 2014 erstmalig den Uta und Jürgen Breunig-Forschungspreis, dotiert mit 6.000 Euro, vergeben. Ausgezeichnet wird eine wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der koronaren Herzkrankheit.

Informationen:

Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle:
Michael Wichert / Pierre König
Telefon +49 69 955128-114/-140
wichertspam prevention@herzstiftung.de / koenigspam prevention@herzstiftung.de
www.herzstiftung.de

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