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		<title>Forschung</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/</link><description>Der RSS Feed der Universität Tübingen</description><language>en-EN</language><copyright>Universität Tübingen</copyright><pubDate>Thu, 21 May 2026 04:28:25 +0200</pubDate><lastBuildDate>Thu, 21 May 2026 04:28:25 +0200</lastBuildDate><item><guid isPermaLink="false">news-131655</guid><pubDate>Wed, 13 May 2026 15:18:30 +0200</pubDate><title>Neue Emmy-Noether-Forschungsgruppe zu Pilzinfektionen bei Pflanzen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neue-emmy-noether-forschungsgruppe-zu-pilzinfektionen-bei-pflanzen/</link><description>Der Biologe Juan Carlos De la Concepción wirbt Förderung zum Aufbau einer eigenen Arbeitsgruppe ein</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Reisbrandpilz, <i>Magnaporthe oryzae</i>, ist ein Krankheitserreger, der in vielen Ländern der Erde verheerende Schäden anrichtet. Schätzungen zufolge vernichtet der Brandpilz in der Landwirtschaft jährlich Ernteerträge, mit denen rund 60 Millionen Menschen ernährt werden könnten. Der Pilz befällt nicht nur Reis, sondern auch viele weitere Getreidepflanzen und Gräser und verursacht weltweit Krankheitsausbrüche und Pandemien bei Pflanzen. Um mehr über die gefährliche und ökonomisch wichtige Pflanzenkrankheit zu erfahren, setzt Dr. Juan Carlos De la Concepción ein neues Verfahren ein. Er will auf der molekularen Ebene verstehen, wie der Pilz die Pflanze infiziert. Möglicherweise können auf diese Weise Wege zur effektiven und nachhaltigen Bekämpfung des Pilzes entwickelt werden.</p><p>Der Forscher wechselte mit einer Förderung im Rahmen des Emmy-Noether-Programms der Deutschen Forschungsgemeinschaft zum Jahresbeginn neu an das Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen (ZMBP) der Universität Tübingen. Für sein Vorhaben erhält er mehr als 1,8 Millionen Euro für einen Zeitraum von sechs Jahren. Unter dem Projekttitel „Zelluläre und strukturelle Mechanismen der Pflanzeninvasion durch Pilzpathogene“ kann De la Concepción eine eigene Arbeitsgruppe mit zwei Promotionsstellen und einer Postdoc-Stelle aufbauen. Das Emmy-Noether-Programm ermöglicht herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in einer frühen Karrierephase über die eigenverantwortliche Leitung einer Arbeitsgruppe die Qualifizierung für eine Hochschulprofessur.</p><h3>Aufwendiges Verfahren</h3><p>„Der Reisbrandpilz sprang vom Reis auf den Weizen und andere Nutzpflanzen über und ist in vielen Ländern verbreitet. Diese Pandemie ist ein riesiges Problem, vor allem in ärmeren Ländern“, berichtet De la Concepción. Bei der Infektion bilden die Pilze eine spezielle Zelle aus, das sogenannte Appressorium. Damit kann sich der Pilz an die Oberfläche der Pflanze anheften und einen enormen Turgordruck aufbauen – bis zu 80 bar oder den 40-fachen Innendruck eines Autoreifens. Diesen Druck macht sich der Pilz zunutze, um die Zellwand der Pflanze zu durchdringen und die Infektion zu etablieren.</p><p>Um die Vorgänge genauer als bisher möglich zu beobachten, nutzt De la Concepción die Kryoelektronentomografie, eine sich schnell entwickelnde Technik in der Strukturbiologie. Diese bildgebende Technik wird bisher noch wenig in der Pflanzenforschung eingesetzt. Dabei werden die Proben bei sehr niedrigen Temperaturen eingefroren und mit einem Elektronenmikroskop untersucht. „Vorteil ist, dass die Strukturen der Zellen vollständig erhalten bleiben und sogar Proteinstrukturen aufgelöst werden können“, erklärt De la Concepción. „Bei den meisten anderen Verfahren muss man die Molekülkomplexe isolieren, um sie genauer untersuchen zu können, das große Ganze geht dabei verloren.“ Die Ergebnisse seiner Forschungsarbeit seien breit anwendbar, sagt er. „Viele krankheitserregende Pilze bilden Appressorien, um in ihre Wirtspflanze einzudringen. Meine Hoffnung ist, dass die Ergebnisse auch bei der Eindämmung weiterer Pflanzenkrankheiten helfen könnten.“</p><h3>Mit Tübingen schon länger in Kontakt</h3><p>Mit dem ZMBP in Tübingen sei er schon lange in Kontakt gewesen, sagt er, es sei in der Pflanzenforschung eine von Deutschlands Top-Institutionen. „Ich kann hier die gute technische Infrastruktur nutzen und führe im Gegenzug mit der Kryoelektronentomografie ein am ZMBP neues Verfahren ein. Davon profitieren beide Seiten.“ Außerdem hänge seine Arbeit stark an guten Kooperationen – auch da biete das ZMBP als Teil von Sonderforschungsbereichen und Exzellenzclustern ein dynamisches Forschungsumfeld.</p><p>Juan Carlos De la Concepción studierte Biologie, Biochemie und Biotechnologie an der Universität Sevilla in Spanien und wurde an der <span lang="en" dir="ltr">University of East Anglia</span> in <span lang="en" dir="ltr">Norwich </span>2020 promoviert. Als Postdoc forschte er bis 2021 zunächst weiter in <span lang="en" dir="ltr">Norwich </span>am <span lang="en" dir="ltr">John Innes Centre</span> und <span lang="en" dir="ltr">The Sainsbury Laboratory</span>, bevor er von März 2021 bis Dezember 2025 an das Gregor Mendel Institut für Molekulare Pflanzenbiologie (GMI) in Wien ging. Zum Jahresanfang 2026 wechselte er mit der Emmy-Noether-Förderung an das Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen der Universität Tübingen.</p><p class="align-right"><i>Janna Eberhardt/Hochschulkommunikation</i><br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-131637</guid><pubDate>Wed, 13 May 2026 14:03:32 +0200</pubDate><title>Humboldt-Professur in Strukturbiologie an Sebastian Deindl verliehen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/humboldt-professur-in-strukturbiologie-an-sebastian-deindl-verliehen/</link><description>Deutschlands höchstdotierter internationaler Forschungspreis für Tübinger Biophysiker</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär und der Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung Robert Schlögl haben am 12. Mai 2026 in Berlin die Alexander von Humboldt-Professuren an sieben internationale Top-Forschende verliehen. Sie ist Deutschlands höchstdotierter internationaler Forschungspreis und aktuell mit je fünf Millionen Euro für experimentell und je dreieinhalb Millionen Euro für theoretisch arbeitende Wissenschaftler*innen dotiert.&nbsp;</p><p><strong>Sebastian Deindl</strong></p><p>Unter den Ausgezeichneten war auch der Biophysiker Sebastian Deindl, der in der Ausschreibungsrunde 2025 erfolgreich war und für eine Humboldt-Professur im Bereich Strukturbiologie aus Schweden an seinen Studienort Tübingen zurückgekehrt ist. Sebastian Deindl ist ein Biophysiker, dessen Forschungsergebnisse sowohl für die Grundlagenforschung als auch für die Medizin von herausragender Bedeutung sind.&nbsp;</p><p><strong>Forschung in der Strukturbiologie</strong></p><p>In unseren Körperzellen sind tausende sogenannter molekularer Maschinen tätig, die lebenswichtige Prozesse wie die DNA-Replikation steuern. Sie bestehen aus Proteinen oder Proteinkomplexen und sind so klein, dass sie nur einige Nanometer messen. Molekulare Maschinen sind von Natur aus dynamisch und immer in Bewegung. Deswegen kann die klassische Betrachtung ihrer statischen Architektur nicht zufriedenstellend erklären, wie sie funktionieren.</p><p>An diesem Problem arbeitet Sebastian Deindl und verfolgt dabei ein innovatives Konzept der integrierten Strukturbiologie. Er untersucht mit seiner Arbeitsgruppe, wie sich die Struktur der Proteinkomplexe dynamisch verändert, wenn sie ihre Funktion ausüben. Dafür verwendet er eine Kombination von Einzelmolekül-Fluoreszenz-Bildgebungsverfahren, strukturbiologischen Techniken, Biochemie und Computersimulationen. Sein Ziel ist es, dynamische Echtzeitinformationen aus den Einzelmolekülexperimenten mit biochemischen und strukturellen Daten kombinieren zu können und daraus Filme von molekularen Maschinen zu erstellen, die ein umfangreiches Verständnis ihrer Funktionsweise ermöglichen. Für die medizinische Forschung ist beispielsweise Sebastian Deindls Untersuchung von Nukleinsäure-interagierenden Enzymen relevant, deren abweichende Funktion oder Dysregulation oft mit der Entstehung schwerer Krankheiten wie Krebs verbunden ist.</p><p>An der Universität Tübingen nimmt Sebastian Deindl als Humboldt-Professor den Lehrstuhl für Strukturbiologie am Interfakultären Institut für Biochemie (IFIB) ein. Die Universität plant das Fachgebiet durch die Integration dynamischer Studien auf ein internationales Top-Niveau zu heben.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-130917</guid><pubDate>Mon, 27 Apr 2026 12:04:51 +0200</pubDate><title>Südwestmetall-Förderpreis geht an Amirhossein Ershadi aus der Hydrogeochemie</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/suedwestmetall-foerderpreis-geht-an-amirhossein-ershadi-aus-der-hydrogeochemie/</link><description>Auszeichnung für Simulation des Schadstofftransports in Boden und Wasser</description><content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Amirhossein Ershadi aus der Arbeitsgruppe Hydrogeochemie im Fachbereich Geowissenschaften der Universität Tübingen hat den diesjährigen Förderpreis des Arbeitgeberverbands Südwestmetall erhalten. Der Preis wird seit über 35 Jahren an herausragende Nachwuchswissenschaftler der Landesuniversitäten verliehen, die mit ihren Dissertationen einen besonderen Beitrag für die industrielle Arbeit und deren sozialpolitische Rahmenbedingungen leisten. Ershadi erhielt die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung am 22. April 2026 im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung in Stuttgart.</p><p>Amirhossein Ershadi hat im Rahmen seiner Dissertation untersucht, wie Maschinelles Lernen zur Simulation des Schadstofftransports in Boden und Wasser eingesetzt werden kann. Bisherige Simulationen waren häufig durch hohen Zeitaufwand und methodische Komplexität gekennzeichnet. Ershadi konnte aufzeigen, dass es mittels Maschinellen Lernen möglich ist, aus Kurzzeitversuchen das Langzeitverhalten von Schadstoffen aus mit hoher Genauigkeit vorhersagen können.</p><p>Darüber hinaus entwickelte er ein Modell, dass die Berechnung der Schadstoffausbreitung um den Faktor 1000 beschleunigt und somit eine effizientere Bewertung von Versickerungs- und Verteilungsprozessen ermöglicht. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Modellierung der Ausbreitung von PFAS, einer Schadstoffgruppe, die aufgrund ihrer Beständigkeit in Umwelt und Organismen von besonderem Interesse ist. Das entwickelte Modell erlaubt präzisere Vorhersagen über die Verteilungskoeffizienten von PFAS in unterschiedlichen Bodentypen.</p><p>Die Arbeit von Amirhossein Ershadi trägt somit maßgeblich zum verbesserten Verständnis von Schadstoffverteilungsprozessen bei und bietet das Potenzial, etablierte Labor- und Rechenverfahren zu optimieren. Seine Veröffentlichung wurde bereits kurz nach Erscheinen zu den meistgelesenen Artikeln in der Fachzeitschrift <i><span lang="en" dir="ltr">Environmental Science &amp; Technology</span></i> gezählt; die Dissertation wurde mit summa cum laude bewertet.</p><p>„Die Preisträger machen mit ihren herausragenden Dissertationen die Forschungsleistungen an den baden-württembergischen Landesuniversitäten für uns unmittelbar und sehr vielfältig erlebbar “, sagte der Südwestmetall-Vorsitzende Peter S. Krause anlässlich der Förderpreisverleihung. „Gerade in der Phase verschärften globalen Wettbewerbs und beschleunigter technologischer Entwicklungen kommt es auf Innovationsstärke an.“</p><p class="align-right"><i>Nach einer Pressemitteilung von Südwestmetall</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-130215</guid><pubDate>Tue, 14 Apr 2026 18:00:00 +0200</pubDate><title> Der Tübinger Theologe Eilert Herms erhält den Erwin-Stein-Preis</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/der-tuebinger-theologe-eilert-herms-erhaelt-den-erwin-stein-preis/</link><description>Professor Dr. Eilert Herms, langjähriger Dekan der Evangelisch-Theologischen Fakultät, ist mit dem Erwin-Stein-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wird von der Erwin-Stein-Stiftung verliehen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Den mit 15.000 € dotierten Erwin-Stein-Preis verleiht die Erwin-Stein-Stiftung für das Jahr 2026 an den Tübinger evangelischen Theologen Prof. i.R. Dr. theol. <strong>Eilert Herms </strong>für sein Lebenswerk, insbesondere auf dem Feld der Systematischen Theologie und der Sozialethik. Der Preis wird nach der Satzung der Stiftung verliehen für hervorragende interdisziplinäre wissenschaftliche Arbeiten, die von geistiger Unabhängigkeit zeugen und für die europäische Kultur in kritischer Auseinandersetzung mit der Gegenwart bedeutsam sind.&nbsp;</p><p>„Das Oeuvre von Herms beeindruckt durch seine Spannweite, seine theologische Tiefe und seine innovativen Positionsbestimmungen, gerade auch im Überschneidungsbereich von Theologie und Rechtswissenschaft“, so der Vorsitzende der Stiftung, Prof. Dr. Franz Reimer. „Herms ermutigt mit seinem Werk, der lebensorientierenden Kraft der christlichen Überlieferung auch für gegenwärtige gesellschaftliche Herausforderungen etwas zuzutrauen“, ergänzt Prof. Dr. Anja Klöckner, die wie Prof. Dr. Philipp David ebenfalls zum Vorstand der Stiftung gehört. David betont die Bedeutung von Herms’ Studien zum freiheitlichen Pluralismus des Gemeinwesens, die das Ziel haben, das friedliche Zusammenleben und das Gemeinwohl zu befördern.&nbsp;</p><p>Die Preisverleihung findet in einer Feierstunde am 14. April um 16.15 Uhr in der Aula der Justus-Liebig-Universität Gießen statt. Die Laudatio auf Herms hält der langjährige Bundesverfassungsrichter Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio, Universität Bonn. Die Feierstunde ist öffentlich. Im Anschluss lädt die Stiftung zu einem Umtrunk ins Foyer der Aula.</p><p class="align-right"><i>Nach einer Pressemitteilung der Erwin-Stein-Stiftung</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-130113</guid><pubDate>Thu, 09 Apr 2026 10:17:23 +0200</pubDate><title>Nachwuchspublikationspreis 2026 für Erziehungswissenschaftlerin Dr. Heike Russ</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/nachwuchspublikationspreis-2026-fuer-erziehungswissenschaftlerin-dr-heike-russ/</link><description>Auszeichnung für herausragende Publikation in der Schulpädagogik</description><content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Heike Russ, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Tübingen, wurde mit dem Nachwuchspublikationspreis 2026 der Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung (GEBF) in der Kategorie Promovierende ausgezeichnet. Der Preis würdigt herausragende wissenschaftliche Publikationen von Forschenden in frühen Karrierephasen im Bereich der empirischen Bildungsforschung und ist mit 700 Euro dotiert. Die Preisverleihung fand Mitte März im Rahmen des GEBF-Kongresses 2026 in München statt.</p><p>Ausgezeichnet wurde ihre im <i><span lang="en" dir="ltr">Journal of Educational Psychology</span></i> veröffentlichte Publikation über die Kombination der generativen Lernaktivitäten Erklären und Zeichnen in authentischem Physikunterricht. Die groß angelegte Studie umfasste 720 Schüler*innen in 30 Klassen an 11 Schulen (finales N = 590) und zeigte, dass Schüler*innen, die einer fiktiven Mitschülerin mündlich und per Zeichnen Lerninhalte erklärten, ein unmittelbar tieferes konzeptuelles Verständnis entwickelten als Schüler*innen, die lediglich mit einer vorgegebenen Visualisierung erklärten, rein erklärten oder Lerninhalte wiederholten. Gleichzeitig wurde deutlich, wie herausfordernd es ist, solche Effekte langfristig aufrechtzuerhalten. Die Studie entstand im Rahmen der DFG-Forschungsgruppe "<span lang="en" dir="ltr">Lasting Learning</span>" (FOR 5254).</p><p>Der Artikel ist im <span lang="en" dir="ltr">Open Access</span> frei verfügbar:</p><p>Russ, H., Sibley, L., Flegr, S., Kuhn, J., Hoogerheide, V., Scheiter, K., &amp; Lachner, A. (2025). <span lang="en" dir="ltr">Combining non-interactive teaching and drawing fosters conceptual knowledge but not monitoring accuracy from guided inquiry in science learning. </span><i><span lang="en" dir="ltr">Journal of Educational Psychology</span></i><span lang="en" dir="ltr">. Advance online publication.</span><a href="https://dx.doi.org/10.1037/edu0000971" target="_blank" rel="noreferrer">https://dx.doi.org/10.1037/edu0000971</a></p><p class="align-right"><i>Abteilung Schulpädagogik am Institut für Erziehungswissenschaft</i></p><h3>Weitere Informationen:</h3><ul class="ut-list ut-list--link-list"><li><a href="/fakultaeten/wirtschafts-und-sozialwissenschaftliche-fakultaet/faecher/fachbereich-sozialwissenschaften/erziehungswissenschaft/abteilungen/schulpaedagogik/personal/russ-heike-dr/">Webseite von Dr. Heike Russ</a></li><li><a href="https://www.gebf-ev.de/menü/gebf-nachwuchspublikationspreise/" target="_blank" rel="noreferrer">GEBF-Nachwuchspublikationspreis</a></li><li><a href="https://www.psychologie.uni-wuerzburg.de/paepsy/for5254/" target="_blank" rel="noreferrer">DFG-Forschungsgruppe "<span lang="en" dir="ltr">Lasting Learning</span>" (FOR 5254)</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-129912</guid><pubDate>Wed, 01 Apr 2026 09:45:34 +0200</pubDate><title>Neue Zwischenergebnisse zur Evaluation des Konsumcannabisgesetzes (KCanG)</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neue-zwischenergebnisse-zur-evaluation-des-konsumcannabisgesetzes-kcang/</link><description>Das Forschungsprojekt Evaluation des Konsumcannabisgesetztes (EKOCAN) untersucht die Auswirkungen der Teillegalisierung von Cannabis durch das Konsumcannabisgesetz. Der Auftrag dazu ist im Gesetz selbst verankert. Zum zweiten Jahrestag veröffentlichen die beteiligten Forschenden der Eberhard Karls Universität Tübingen, der Universitätsmedizin Düsseldorf und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) den zweiten Zwischenbericht. Sein Schwerpunkt liegt auf den Auswirkungen der Reform auf die Organisierte Kriminalität.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein moderat wachsender Anteil des in Deutschland konsumierten Cannabis stammt aus grundsätzlich legalen Quellen. Seit der Teillegalisierung am 1. April 2024 bauen immer mehr Konsumierende Cannabis selbst an oder beziehen es aus der Apotheke. Ein Anstieg des Konsums, der auf die Reform zurückgeführt werden könnte, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht erkennbar. Jedoch spielen die Anbauvereinigungen bei der partiellen Verdrängung des Schwarzmarktes bislang nur eine untergeordnete Rolle. Die regelhafte Verschreibung von Medizinalcannabis mit hohem Wirkstoffgehalt ist nicht durch Studien gerechtfertigt und birgt ein erhöhtes Gesundheitsrisiko. Weiterhin hat die Reform aus Sicht der Polizei zu Schwierigkeiten bei der Verfolgung des noch immer existierenden illegalen Handels mit Cannabis geführt. Zudem ist ein Rückgang suchtpräventiver Frühinterventionen bei Kindern und Jugendlichen zu beobachten – Fehlentwicklungen, die in Zukunft Korrekturen durch den Gesetzgeber erforderlich machen können.</p><p>Dies sind einige zentrale Befunde des Forschungsprojekts EKOCAN, die von Forschenden der beteiligten Universitäten aus Hamburg, Düsseldorf und Tübingen in einem neuen Zwischenbericht zwei Jahre nach der Teillegalisierung von Cannabis durch das Konsumcannabisgesetz (KCanG) vorgestellt wurden.</p><h3>Organisierte Kriminalität</h3><p>Die Auswirkungen des KCanG auf die Organisierte Kriminalität können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend bewertet werden. Die moderate Zunahme des Eigenanbaus und des Bezugs von Medizinalcannabis aus der Apotheke bei gleichzeitig ausbleibendem, erheblichem Anstieg des Konsums weisen allerdings auf eine schrumpfende Bedeutung des Schwarzmarktes hin. Dies könnte zu einer finanziellen Schwächung krimineller Gruppierungen beitragen. Zudem kam eine im Rahmen von EKOCAN durchge-führte Befragung von über 2.000 Personen aus den Reihen der Kriminalpolizei zu dem Ergebnis, dass es infolge der Teillegalisierung aus Sicht der Praxis schwieriger geworden sei, die Akteurinnen und Akteure auf dem Schwarzmarkt für den verbotenen Handel mit Cannabis zur Rechenschaft zu ziehen. In eine ähnliche Richtung weisen qualitative Interviews, die mit verschiedenen Expertinnen und Experten für Organisierte Kriminalität aus den Strafverfolgungsbehörden geführt wurden.</p><h3>Cannabismarkt</h3><p>Die im Zuge der Teillegalisierung geschaffenen legalen Bezugswege haben in den zwei Jahren seit der Reform an Bedeutung gewonnen. Besonders stark ist der Zuwachs bei den Importen von Cannabis aus medizinischem Anbau: Von 2024 auf 2025 ist die importierte Menge um 198 Prozent angestiegen. Demgegenüber konnten Anbauvereinigungen ihr Potenzial bisher noch nicht entfalten, da bislang nur sehr wenige Anbauvereinigungen genehmigt wurden. Die nur langsame Verdrängung des Schwarzmarktes könnte durch eine Stärkung der Anbauvereinigungen beschleunigt werden. Hierzu gehört insbesondere die Vereinfachung gesetzlicher Vorschriften für den Anbau und die Weitergabe von Cannabis in diesen Vereinen.</p><h3>Medizinalcannabis</h3><p>Zahlreiche Studien belegen die Wirksamkeit der Anwendung standardisierter Präparate oder Blüten mit einem niedrigen THC-Gehalt (kleiner 10 Prozent) für ausgewählte Erkrankungen beziehungsweise Symptome. Diese Studienlage steht jedoch im Widerspruch zu dem umfassenden Angebot von Cannabisblüten mit einem sehr hohen THC-Gehalt (Durchschnitt: 25 Prozent) in Deutschland. Denn die Nutzung die-ser hochpotenten Blüten ist mit einem erhöhten Risiko psychischer Probleme verbunden. Sie sollten daher nicht regelhaft verschrieben werden. Außerdem bewerben verschiedene Onlineplattformen für Medizinalcannabis ihre Produkte aggressiv und zum Teil unter Verstoß gegen die Vorgaben des Heilmittelwerbegesetzes. Neben einer konsequenten Rechtsdurchsetzung regt das EKOCAN-Forschungsteam eine evidenzbasierte Reform des Medizinal-Cannabisgesetzes (MedCanG) an, wobei der THC-Gehalt in verschreibbaren Cannabisprodukten limitiert werden sollte.</p><h3>Kinder- und Jugendschutz</h3><p>Mit der Teillegalisierung sollte zugleich der Kinder- und Jugendschutz gestärkt werden. Die vorliegenden Daten zeigen jedoch, dass Frühinterventions- und Beratungsangebote durch Jugendliche, die Cannabis konsumieren, infolge der Gesetzesreform deutlich seltener in Anspruch genommen werden als vor der Einführung der Novelle. Denn es gibt durch die Justiz keine regelhaften Zuweisungen zu Frühinterventionskursen mehr. Außerdem hat sich die Zusammenarbeit zwischen den dafür relevanten Akteurinnen und Akteuren aufgrund unklarer Zuständigkeiten verkompliziert. Vor diesem Hintergrund wird empfohlen, zu prüfen, wie die Zusammenarbeit der an Frühinterventionen beteiligten Akteurinnen und Akteuren (Polizei/Ordnungsämter, öffentliche Jugendhilfe und Suchtpräventions-/-beratungsstellen, Personensor-geberechtigte) besser koordiniert werden kann, um die Angemessenheit und die Abläufe von Zuweisungen in Frühinterventionsprogramme zu klären und zu verbessern. Bedenklich ist auch der leichte Rück-gang der Inanspruchnahme von Beratungsangeboten der ambulanten Suchthilfe durch junge Erwachsene mit Cannabiskonsumproblemen. Vor dem Hintergrund der prekären Situation der ambulanten Suchthilfelandschaft in Deutschland scheint eine allgemeine Stärkung dieser Strukturen – insbesondere durch eine auskömmliche Finanzierung – zielführend.</p><p>Dr. Jakob Manthey, Koordinator von EKOCAN und Arbeitsgruppenleiter am Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung am UKE, betont, dass mit dem zweiten Zwischenbericht keine abschließende Evaluation der Teillegalisierung vorliegt. Aus den vorliegenden Daten wird jedoch schon jetzt deutlich, dass der Schwarzmarkt langsam durch legale Angebote verdrängt wird. „Allerdings“, so Dr. Manthey, „sollte der Anbau und die Weitergabe von Cannabis in Anbauvereinigungen gestärkt werden, damit das Ziel der Schwarzmarktverdrängung erreicht werden kann.“ Weiterhin regt Dr. Manthey eine evidenzbasierte Re-form des MedCanG an: „Deutschland hat mit dem MedCanG den größten prinzipiell legal-kommerziellen Markt für Cannabis in Europa geschaffen – mit einer zunehmenden Gefährdung für den Gesundheits-schutz durch die Nutzung hochpotenter Cannabisblüten.“</p><p>„Unter Jugendlichen scheint es ein ausgeprägtes Risikobewusstsein für die Gesundheitsgefahren von Cannabis zu geben, und bestehende Präventionsangebote – zum Beispiel in Schulen und Sozialen Medien – werden von ihnen auch in Anspruch genommen“, erläutert Prof. Dr. Daniel Kotz, Leiter des Schwerpunkts Suchtforschung und klinische Epidemiologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und dem Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD). „Allerdings nehmen durch die Teillegalisierung weniger junge Menschen an Frühinterventionsprogrammen teil, weil verpflichtende Zuweisungen durch die Behörden kaum noch erfolgen.“</p><p>Zu den Auswirkungen auf die cannabisbezogene Kriminalität erklärt Prof. Dr. Jörg Kinzig, Direktor des Instituts für Kriminologie der Universität Tübingen: „Bei der Erforschung der cannabisbezogenen Kriminalität stehen wir noch ziemlich am Anfang, weil sich die neuesten veröffentlichten Daten von Polizei und Justiz größtenteils noch auf das Jahr 2024 beziehen, in dem das KCanG erst eingeführt wurde. Zudem dauern gerade Ermittlungsverfahren auf dem Gebiet der Organisierten Kriminalität häufig mehrere Jahre. Unser Wissen ist also noch begrenzt.“ Er berichtet weiter: „Trotz dieser Einschränkungen gibt es Anhaltspunkte dafür, dass der Bezug von Cannabis auf dem Schwarzmarkt zurückgegangen ist. Gleichzeitig wird insbesondere von den Strafverfolgungsbehörden beklagt, dass der Verfolgungsdruck auf die cannabisbe-zogene Kriminalität nachgelassen habe. Insofern ist zu überlegen, ob die strafprozessualen Ermittlungsmaßnahmen nachjustiert werden müssen.“</p><p>EKOCAN („Evaluation des Konsumcannabisgesetzes“) ist das durch den Gesetzgeber in § 43 KCanG verankerte Projekt zur Evaluation des KCanG. Das vom Bundesministerium für Gesundheit beauftragte un-abhängige wissenschaftliche Konsortium hat zum 1. Januar 2025 seine Arbeit aufgenommen. Das Forschungsvorhaben hat eine Laufzeit bis zum 30. April 2028. EKOCAN wird von drei Partnerinstitutionen getragen: dem Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS) am UKE (Dr. Jakob Manthey, Verbundkoordination und Projektleitung Hamburg), dem <span lang="en" dir="ltr">Centre for Health and Society</span> (chs) am UKD und der HHU (Univ.-Prof. Dr. Daniel Kotz, Projektleitung Düsseldorf) und dem Institut für Kriminologie (IfK) der Universität Tübingen (Univ.-Prof. Dr. Jörg Kinzig, Projektleitung Tübingen). In dem umfassenden Forschungsvorhaben werden eigene Daten erhoben und außerdem Informationen aus sonstigen Studien sowie vorliegende Routinedaten zusammengeführt und analysiert. Der Abschlussbericht wird im April 2028 erwartet.</p><p>Der vollständige zweite Zwischenbericht ist nach Ablauf des Embargos über die EKOCAN Projektwebseite abrufbar: <a href="https://www.uke.de/ekocan/" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.uke.de/ekocan/</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-129888</guid><pubDate>Tue, 31 Mar 2026 13:47:09 +0200</pubDate><title>Erziehungswissenschaftler Andreas Lachner erhält Momentum-Förderung der Volkswagen-Stiftung</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/erziehungswissenschaftler-andreas-lachner-erhaelt-momentum-foerderung-der-volkswagen-stiftung/</link><description>Bewilligung von rund 950.000 Euro zur wissenschaftlichen Weiterentwicklung der Professur</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professor Andreas Lachner vom Institut für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Lehren und Lernen mit digitalen Medien und Co-Direktor des Tübingen <span lang="en" dir="ltr">Center for Digital Education</span> (TüCeDE) der Universität Tübingen hat eine Momentum-Förderung der Volkswagen-Stiftung für erstberufene Professorinnen und Professoren eingeworben. Sein Forschungsvorhaben „MATE: <span lang="en" dir="ltr">Machine Learning for Adaptive Teaching</span>“ – Maschinelles Lernen für den adaptiven Unterricht – wird von Mai 2026 an über einen Zeitraum von vier Jahren mit rund 950.000 Euro gefördert.</p><p>Studien zufolge nehmen die Schulleistungen in Deutschland insgesamt ab und zugleich die individuellen Leistungsunterschiede unter Schülerinnen und Schülern zu. Schulen stehen daher vor der Herausforderung, auf den individuellen Lernbedarf zugeschnittene Unterstützung bereitzustellen, sodass Schülerinnen und Schüler unabhängig von ihrer Herkunft adäquate Lernchancen erhalten. Im sogenannten adaptiven Unterricht, bei dem diese Herausforderung aufgegriffen wird, erheben die Lehrkräfte regelmäßig den Fortschritt der Schülerinnen und Schüler und stellen je nach Lernstand gezielt individualisierte Lernmaterialien bereit.</p><p>Künstliche Intelligenz (KI), insbesondere große Sprachmodelle (LLMs), gelten als vielversprechende Instrumente für das adaptive Lernen. Bisher wurde jedoch nicht erforscht, wie sie wirksam in die schulische Praxis integriert werden können. Diese Lücke will Andreas Lachner mithilfe der Momentum-Förderung schließen, indem er seine Professur zu einem transdisziplinären Hub für KI-gestützte Bildungsforschung weiterentwickelt. Er will Expertise aus den Bereichen maschinelles Lernen, <span lang="en" dir="ltr">Data Science</span> und KI mit der Bildungsforschung verknüpfen, um KI-gestützte adaptive Systeme zu entwickeln und systematisch zu untersuchen. Ein zentraler Bestandteil des Vorhabens ist die Nutzung von Big Data aus realen Bildungskontexten, um belastbare und generalisierbare Erkenntnisse zu gewinnen. In enger Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Partnern soll eine Schnittstelle zwischen Bildungsforschung, Fachdidaktik und KI entstehen. Im Mittelpunkt steht ein ko-konstruktiver Entwicklungsprozess: Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie die schulische Administration werden aktiv in die Gestaltung der Systeme einbezogen. So will Lachner sicherstellen, dass die entwickelten Lösungen praxisnah, wirksam und skalierbar sind.</p><p>Mit der Förderung wird die internationale Sichtbarkeit von Lachners Professur gestärkt und neue Kooperationen aufgebaut. Gleichzeitig wird eine fundierte Grundlage für die Entwicklung KI-gestützter personalisierter Bildung geschaffen.</p><p>In der „Momentum“-Initiative der Volkswagen-Stiftung werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer frühen Phase nach Antritt ihrer ersten Lebenszeitprofessur gefördert. Durch die Fördermittel sollen sie in dieser Karrierephase die Möglichkeit erhalten, ihre Professur inhaltlich und strategisch weiterzuentwickeln.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-129846</guid><pubDate>Mon, 30 Mar 2026 15:10:12 +0200</pubDate><title>Neue Forschungsgruppe zur imperialen Strategie Chinas</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neue-forschungsgruppe-zur-imperialen-strategie-chinas/</link><description>Sinologie der Universität Tübingen an Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit acht Standorten beteiligt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Gleich acht Chinaforscherinnen und -forscher verschiedener Wissenschaftseinrichtungen haben sich zu einer neuen Forschungsgruppe über die politischen Strategien Chinas zusammengeschlossen. Einer davon ist Professor Gunter Schubert von der Abteilung Sinologie des Asien-Orient-Instituts der Universität Tübingen. Die Forschungsgruppe unter dem Titel <span lang="en" dir="ltr">„Learning Empire.</span> Autonomie, Abhängigkeit und Chinas entstehende imperiale Praktiken“ wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für zunächst vier Jahre gefördert. Sprecher des ungewöhnlich vielseitigen Verbunds ist Professor Tobias ten Brink von der <span lang="en" dir="ltr">Constructor University</span> Bremen.</p><p>In Dschibuti am Horn von Afrika hat China offiziell einen Militärstützpunkt eingerichtet. Im Rahmen der Initiative „Neue Seidenstraße“ baut Peking Handels- und Infrastrukturprojekte in über hundert Ländern auf. Hinzu kommt, dass chinesische Firmen unter anderem durch TikTok und Huawei-Handys digitale Infrastrukturen und Überwachungstechnologien exportieren. Die Liste der Indizien dafür, dass China seinen politischen, wirtschaftlichen, militärischen und kulturellen Einfluss gezielt ausbaut, ist lang. Stellt China ein neuartiges Imperium dar und wie sind seine modernen imperialen Praktiken zu kategorisieren? Die Beteiligten der neuen Forschungsgruppe arbeiten gemeinsam an der Frage, mit welchen Strategien und Methoden sich China in verschiedenen Politikfeldern imperialen Einfluss sichert – etwa im internationalen Finanzsystem, beim Zugang zu wichtigen Rohstoffen, bei der Entwicklung grüner Technologien, in der digitalen Welt und im Weltraum sowie im globalen Wissenschaftssystem.</p><p>Der Tübinger Sinologe Gunter Schubert wird sich in diesem Kontext mit Chinas imperialem Ausgriff nach Taiwan befassen und dabei insbesondere die Bedeutung taiwanischer und chinesischer Hochtechnologiepolitik einschließlich der anwendungsorientierten Entwicklung künstlicher Intelligenz untersuchen.</p><p>Neben der Universität Tübingen sind an der Forschungsgruppe Forscherinnen und Forscher der Universitäten Bonn, Bremen und Frankfurt beteiligt sowie von der <span lang="en" dir="ltr">Constructor University </span>Bremen, der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg, dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte und der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin.</p><p class="align-right"><i>Professor Gunter Schubert/Pressemitteilung der Deutschen Forschungsgemeinschaft</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-129717</guid><pubDate>Thu, 26 Mar 2026 09:49:05 +0100</pubDate><title>QS Ranking by Subject: Tübinger Archäologie, Linguistik, Theologien und Ethnologie in Deutschland ganz vorn</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/qs-ranking-by-subject-tuebinger-archaeologie-linguistik-theologien-und-ethnologie-in-deutschland-ganz-vorn/</link><description>Starke Verbesserung auch für Altertumswissenschaften – Datenwissenschaft und Künstliche Intelligenz sowie Medienwissenschaft erstmals gerankt</description><content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Studium</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-129597</guid><pubDate>Mon, 23 Mar 2026 15:19:45 +0100</pubDate><title>Staufermedaille für Tübinger Sprachwissenschaftler</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/staufermedaille-fuer-tuebinger-sprachwissenschaftler/</link><description>Emeritus Hubert Klausmann für Verdienste um südwestdeutsche Dialekte ausgezeichnet</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professor Dr. Hubert Klausmann, Emeritus des Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaft (LUI) der Universität Tübingen, hat die Staufermedaille in Gold des Landes Baden-Württemberg erhalten. Ministerpräsident Winfried Kretschmann würdigte damit Klausmanns Einsatz für die Dokumentation, Erforschung und Pflege der Dialekte, insbesondere die Dialekte Südwestdeutschlands. Die Staufermedaille ist eine persönliche Auszeichnung des Ministerpräsidenten für Verdienste um das Land, seine Bevölkerung und das Gemeinwohl, die mit einem außerordentlichen Engagement einhergehen.</p><h3>Dokumentation sprachlicher Vielfalt und Originalität</h3><p>„Professor Dr. Hubert Klausmann ist <i>der </i>Sprachforscher, wenn es um Dialekt in Baden-Württemberg geht“, sagte Ministerpräsident Kretschmann bei der Verleihung am 18. März 2026 in der Villa Reitzenstein. „Er ‚schaut den Menschen im Land aufs Maul‘ und sammelt, dokumentiert und wertet seit Jahrzehnten aus, wo und wie im Land ‚gschwätzt‘ wird. Er hat einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, die sprachliche Vielfalt und Originalität bei uns in Baden-Württemberg zu dokumentieren“, so Kretschmann. Dabei habe Klausmann immer wieder deutlich gemacht: Dialekt oder regional eingefärbt zu sprechen, sei völlig normal. Vor allem das Alemannische in Baden-Württemberg, in Vorarlberg, Liechtenstein und Bayern, später dann die bis dahin weniger erforschten vor allem fränkischen Dialekte im Norden Baden-Württembergs, aber auch die Familiennamen im Land hätten sein großes wissenschaftliches Interesse geweckt. Er habe dazu umfangreich publiziert und Vorträge gehalten. Hervorzuheben sei der von der Tübinger Arbeitsstelle „Sprache in Südwestdeutschland online veröffentlichte:„Sprechende Sprachatlas von Baden-Württemberg“. Der Ministerpräsident betonte: „Durch seine Art, Menschen mitzunehmen und für sein Fach zu begeistern, macht Professor Klausmann Forschungsergebnisse einem breiten, nichtakademischen Publikum verständlich.“</p><p>Der hauptberufliche Lehrer Hubert Klausmann hat sich im Jahr 2000 an der Universität Bayreuth habilitiert. Ab 2009 war er in Teilabordnung am Tübinger LUI tätig, wo er 2014 zum außerplanmäßigen Professor für volkskundliche Dialektologie ernannte wurde und die wissenschaftliche Leitung der Arbeitsstelle „Sprache in Südwestdeutschland“ übernahm. Im April 2025 stellte Klausmann zusammen mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann eine Dialektstrategie für Baden-Württemberg vor. Zudem ist er Mitglied im Beraterkreis Dialekt der Landesregierung.</p><h3>Digitalisierung historischer Stimmaufnahmen aus dem Alltag</h3><p>Mit dem Projekt „Sprachalltag II“ widmete sich Professor Klausmann der Digitalisierung des:Arno-Ruoff-Archivs. Das Archiv beherbergt weit über 1.000 historische Tonbandaufnahmen sowie deren Transkripte. Die Aufnahmen stammen aus den 1950er-Jahren und konservieren die Stimmen von Sprechenden aus über 500 Orten in Baden-Württemberg, in Bayerisch-Schwaben, Vorarlberg und Liechtenstein. Ziel war unter anderem die Online-Veröffentlichung von fünf Bänden eines Sprachatlasses sowie eines digitalen, „sprechenden“ Sprachatlasses von Baden-Württemberg. „Es ist faszinierend, dort nachzuhören oder nachzuschlagen, welche Ausdrücke und Wörter es bei uns im Land für ein und dieselbe Sache gibt“, unterstrich der Ministerpräsident.</p><p class="align-right"><i>Nach einer Pressemitteilung des Landes</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-129522</guid><pubDate>Fri, 20 Mar 2026 09:04:37 +0100</pubDate><title>Gravitationswellen hinterlassen Spuren im von Atomen emittierten Licht</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/gravitationswellen-hinterlassen-spuren-im-von-atomen-emittierten-licht/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Gravitationswellen künftig mit kompakten Messinstrumenten nachweisen statt wie bislang mittels riesiger Messanlagen: Das schlägt ein internationales Forschungsteam vor und nimmt dazu Atome in den Blick. Das Team unter Leitung der Universität Stockholm mit Beteiligung des Nordic Institute for Theoretical Physics (Nordita) und der Universität Tübingen haben den unkonventionellen, theoretischen Ansatz entwickelt, dessen experimenteller Nachweis aussteht. Die Studie ist nun in der Zeitschrift Physical Review Letters erschienen.</p><p>Gravitationswellen sind Verzerrungen in der Raumzeit, ausgelöst von kosmischen Ereignissen, etwa das Zusammentreffen zweier Schwarzer Löcher, die sich wellenförmig durch die Raumzeit ausbreiten. Bislang konnten Gravitationswellen anhand winziger Entfernungsveränderungen an kilometerlangen Messinstrumenten nachgewiesen werden. Die Forschenden schlagen nun vor, die Gravitationswellen anhand ihrer Auswirkungen auf die Quantenfluktuationen des elektromagnetischen Feldes nachzuweisen, die für das Phänomen der spontanen Emission verantwortlich sind: Atome, die angeregt wurden und wieder in den Grundzustand wechseln, strahlen Photonen, also Licht, in einer bestimmten Frequenz ab.</p><h3>Wie ein gleichmäßiger Ton aus einem Lautsprecher</h3><p>Atome emittieren Licht in etwa so wie ein Musiklautsprecher einen gleichmäßigen Ton wiedergibt. Gravitationswellen beeinflussen in diesem Bild den Klang des Tons, je nachdem aus welcher Richtung er gehört wird. Die Ergebnisse könnten einen Weg aufzeigen, der zu kompakten Gravitationswellenmessgeräte führt.<br>„Gravitationswellen modulieren das Quantenfeld, das wiederum die spontane Emission auslöst“, sagt Jerzy Paczos, Doktorand an der Universität Stockholm und Erstautor der Studie. Diese Modulationen verändern die Frequenz der emittierten Photonen im Gegensatz zu den Fällen, in denen keine Gravitationswellen vorhanden sind. „Letztlich ist es die Auswirkung der Gravitationswellen auf die elektromagnetischen Wellen, die durch die spontane Emission angeregt werden, die wir detektieren. Die elektromagnetischen Wellen haben eine viel größere Ausdehnung als das Atom selbst und sind damit viel besser für den Nachweis von Gravitationswellen geeignet“, sagt Prof. Daniel Braun von der Universität Tübingen und Co-Autor der Studie.</p><h3>Ein Signal vom Grundrauschen unterscheiden</h3><p>Die Forschenden gehen davon aus, dass die Emission richtungsabhängig ist; Atome emittieren Photonen zwar gleichmäßig, allerdings variiert die Frequenz der Photonen mit der Ausrichtung der Emission. Dieses gerichtete Spektralmuster, also die Farbe des ausgestrahlten Lichtes in verschiedene Richtungen, hängt von der Richtung und Polarisation der Gravitationswelle ab und kann dazu beitragen, ein Signal vom Grundrauschen zu unterscheiden. Besonders interessant ist der Effekt für Gravitationswellen im niedrigen Frequenzbereich, die noch nicht beobachtet werden konnten, für die aber bereits Pläne für künftige Weltraum-Observatorien bestehen.</p><p class="align-right">Auf Grundlage einer Pressemitteilung der Universität Stockholm</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-129504</guid><pubDate>Thu, 19 Mar 2026 16:15:27 +0100</pubDate><title>Sabine Volk erhält Marie-Skłodowska-Curie-Postdoktorandenstipendium und Rising Star Award</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/sabine-volk-erhaelt-marie-sklodowska-curie-postdoktorandenstipendium-und-rising-star-award/</link><description>Auszeichnung und Forschungsförderung für Wissenschaftlerin am Institut für Rechtsextremismusforschung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Sabine Volk, Postdoktorandin am Institut für Rechtsextremismusforschung (IRex) der Universität Tübingen, hat im renommierten Marie-Skłodowska-Curie-Programm (MSCA) der Europäischen Union ein Postdoktorandenstipendien erhalten. Die Förderung ermöglicht es der Wissenschaftlerin, zwei Jahre an der Universität Helsinki zu forschen. Für ihre wissenschaftlichen Leistungen wurde Volk zudem mit dem <span lang="en" dir="ltr">Rising Star Award</span> 2025 des <span lang="en" dir="ltr">European Consortium for Political Research</span> (ECPR) ausgezeichnet. Volk arbeitet derzeit am IRex in der Forschungsgruppe von Professorin Dr. Léonie de Jonge, die sich mit politischen Akteuren und Ideologien beschäftigt.</p><h3><span lang="en" dir="ltr">MSCA Postdoctoral Fellowship</span></h3><p>Das MSCA <span lang="en" dir="ltr">Postdoctoral Fellowship</span> will exzellente Forschung stärken und richtet sich an Promovierte, die ihre Karriere im Ausland weiterentwickeln möchten. Sabine Volk erhält die Förderung für ihr Projekt „<span lang="en" dir="ltr">The Translocal Far Right in Europe: Exploring the Mobilization Against ‘Gender’</span>“ (REXGEN). Im Rahmen von REXGEN wird Volk die Mobilisierung der extremen Rechten gegen Geschlechtergleichstellung und Diversität in Europa untersuchen. Die zunehmende Welle des sogenannten Anti-Gender-Aktivismus bedroht demokratische Werte und soziale Inklusion, doch die Dynamiken bleiben bislang wenig erforscht. Mit einem vergleichenden Ansatz will Volk herausfinden, wie rechtsextreme Bewegungen lokal und transnational gegen Geschlechtergleichstellung und sexuelle Diversität agieren. Mithilfe verschiedener Forschungsmethoden wird sie analysieren, wie diese Gruppen ihren Aktivismus einordnen und in den Mainstream gelangen. Ziel des Projekts ist es, Erkenntnisse über diese Form der rechtsextremen Mobilisierung zu gewinnen und politischen Entscheiderinnen und Entscheidern, der Zivilgesellschaft und der Forschung zur Bekämpfung der extremen Rechten in Europa wichtige Hinweise zu geben. Sabine Volk wird ab April 2026 am „<span lang="en" dir="ltr">Hub on Emotions, Populism and Polarisation</span>“ (HEPP) der Universität Helsinki unter der Betreuung von Professorin Dr. Emilia Palonen forschen. Während des zweijährigen Aufenthalts in Finnland bleibt sie dem Tübinger IRex als assoziierte Wissenschaftlerin verbunden.</p><h3>ECPR <span lang="en" dir="ltr">Rising Star Award</span></h3><p>Der ECPR <span lang="en" dir="ltr">Rising Star Award</span> würdigt die Leistungen herausragender Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler und ermöglicht ihnen, ihr Netzwerk und ihre Kompetenzen weiter auszubauen. In ihrer Laudatio hob die Jury Sabine Volks außergewöhnliche wissenschaftlichen Leistungen, ihr tiefes gesellschaftliches Engagement und ihren unermüdlichen Einsatz für die Politikwissenschaft hervor. „Ihre Karriere ist geprägt von intellektuellem Engagement, innovativer Forschung und einem kooperativen Geist, der die Disziplin bereichert. Ihre wissenschaftlichen Arbeiten zeichnen sich durch Tiefe und Aktualität aus.“ Der <span lang="en" dir="ltr">Rising Star Award</span> wird jährlich vom ECPR auf Grundlage von Nominierungen vergeben. Preisträgerinnen und Preisträger erhalten ein Jahr lang kostenfreien Zugang zu ausgewählten Veranstaltungen des ECPR.</p><p class="align-right"><i>IRex/Hochschulkommunikation</i></p><h3>Weitere Informationen:</h3><ul><li><a href="/fakultaeten/wirtschafts-und-sozialwissenschaftliche-fakultaet/faecher/fachbereich-sozialwissenschaften/rechtsextremismusforschung/institut/team/sabine-volk/">Webseite von Sabine Volk</a></li><li><a href="https://ecpr.eu/news/news/details/911" target="_blank" rel="noreferrer">Meldung des ECPR zum Rising Star Award</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-129468</guid><pubDate>Wed, 18 Mar 2026 14:50:21 +0100</pubDate><title>Tübinger Alumna Lyndal Roper erhält renommierten Holberg-Preis</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebinger-alumna-lyndal-roper-erhaelt-renommierten-holberg-preis/</link><description>Australische Historikerin studierte Ende der 1970er-Jahre Theologie und Geschichte in Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die australische Historikerin Lyndal Roper wird mit einem der weltweit bedeutendsten Forschungspreise in den Geistes- und Sozialwissenschaften, der Rechtswissenschaft und der Theologie geehrt: Der von der Universität Bergen verliehene Holberg-Preis ist mit umgerechnet 535.000 Euro dotiert, die Preisverleihung findet am 4. Juni bei einer feierlichen Zeremonie an der Universität Bergen in Norwegen statt.</p><p>Roper ist emeritierte Inhaberin des Regius Chair of History an der Universität Oxford. <strong>Ende der 1970er-Jahre studierte Lyndal Roper zwei Jahre lang an der Universität Tübingen Theologie und Geschichte</strong>, gefördert unter anderem mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes DAAD.&nbsp;</p><p>Lyndal Roper zählt zu den weltweit führenden Wissenschaftler:innen auf dem Gebiet der europäischen Geschichte der Frühen Neuzeit. Ihre bahnbrechenden Studien haben unser Verständnis der Hexenverfolgungen, des Deutschen Bauernkriegs (1524–1525) sowie des Lebens und Denkens Martin Luthers neu geprägt und aufgezeigt, wie Geschlecht, Körper, Psyche und Macht in den sozialen und religiösen Konflikten des 16. Jahrhunderts zusammengewirkt haben. Ihre Arbeiten sind für ihre methodische Innovationskraft und ihren interdisziplinären Ansatz weithin anerkannt.</p><p>Eines von Ropers Hauptwerken ist Oedipus and the Devil (1994; dt. Ausgabe Ödipus und der Teufel. Körper und Psyche in der frühen Neuzeit, 1995). Darin entwickelt Roper ein neues Verständnis von Geschlecht und Kultur, indem sie betont, dass Körper und Psyche nicht von historischen Erfahrungen getrennt werden können. Das Buch beleuchtet die psychologischen Kräfte an der Schnittstelle von Körper, Magie, Religion und Sexualität und untersucht Männlichkeit, Brutalität und Ehrenvorstellungen im frühneuzeitlichen Europa. Roper zeigt, wie Männlichkeit im 16. Jahrhundert politisch instrumentalisiert wurde und wie Gewalt, Alkoholkonsum, Sexualverhalten und soziale Disziplinierung die protestantische Identität mitgeprägt haben.</p><p>Ropers Forschung eröffnet auch eine neue Perspektive auf Martin Luther, die zentrale Gestalt der Reformation. Sie zeigt, wie Luthers Sprache, Selbstdarstellung, Körpererfahrung und Ausdruck sowohl seine Theologie als auch seine öffentliche Führungsrolle prägten. In Werken wie Der feiste Doktor – Luther, sein Körper und seine Biographen (2012), Martin Luther: Renegade and Prophet (2016; dt. Ausgabe: Der Mensch Martin Luther – Die Biographie, 2016) und Living I Was Your Plague: Martin Luther’s World and Legacy (2021; dt. Ausgabe: Im Leben war ich Eure Plage. Luthers Welt und sein Vermächtnis, 2022) untersucht Roper, wie alles an Luther, von seiner derben Sprache bis hin zu seiner Autoritätsausstrahlung, zu den politischen und religiösen Umwälzungen des 16. Jahrhunderts beitrug. Luther erscheint somit nicht nur als Reformator, sondern als historische Persönlichkeit, die von den Konflikten, kulturellen Annahmen und psychologischen Spannungen seiner Zeit geprägt war.</p><p>Ropers jüngste große Studie, Summer of Fire and Blood: The German Peasants’ War (2025; dt. Ausgabe: Für die Freiheit. Der Bauernkrieg 1525, 2024), wurde 2025 mit dem Cundill History Prize ausgezeichnet. Das Buch ist die erste große englischsprachige Darstellung des Bauernkrieges – des größten Volksaufstandes in Europa vor der Französischen Revolution – seit über einer Generation.&nbsp;</p><p>Zur Zielsetzung ihrer Forschung sagt die Preisträgerin: „Im Laufe meiner Karriere habe ich versucht, Geschichte von unten zu schreiben, das heißt, ich wollte eine Geschichte, die die Stimmen gewöhnlicher Menschen aller Art, Hautfarben und Klassen und insbesondere von Frauen einbezieht. Ich wollte neue historische Narrative, die sich nicht um große Männer und gewaltige Ereignisse drehten.“</p><p>„Hier glaube ich, dass mir meine Erfahrung als Mutter bewusst gemacht hat, wie wichtig dasjenige ist, was sich nicht in Worte fassen lässt, und dass Kommunikation nicht immer Sprache voraussetzt“, fährt sie fort. „Und ich wollte Geschlecht ins Zentrum der Geschichtsschreibung stellen. Ich wollte die körperlichen Erfahrungen der Menschen in die Geschichte einbringen und auch die unbewussten Motivationen der Menschen in den Blick nehmen.“</p><p>Die Vorsitzende des Holberg-Komitees, Prof. Ann Phoenix erklärt: „Lyndal Roper gehört zu den bedeutendsten Wissenschaftlerinnen auf dem Gebiet der Geschichte der Frühen Neuzeit und sie ist eine außergewöhnlich originelle Historikerin. Ihre Forschung stellt bisherige Annahmen über die Frühe Neuzeit infrage. Professor Roper ist eine höchst verdiente Trägerin des Holberg-Preises 2026.“</p><h3>Über die Preisträgerin</h3><p>Lyndal Roper war die erste Frau und die erste Australierin, die auf den Regius Chair of History an der Universität Oxford berufen wurde, eine Position, die sie seit 2011 innehat. Sie war Professorin am Royal Holloway, Universität London, und lehrte außerdem am King's College London, wo sie 1985 ihren Doktortitel erwarb. Roper war 1999 Mitbegründerin des Bedford Centre for the History of Women and Gender. Der Regius-Preis in Oxford wurde in Anerkennung ihrer Mentorentätigkeit für jüngere Wissenschaftler und ihrer dynamischen Lehre ins Leben gerufen. Roper ist Mitglied der British Academy, der Australian Academy of the Humanities und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Im Jahr 2016 wurde ihr für ihr Lebenswerk in der Geschichtswissenschaft der Gerda-Henkel-Preis verliehen.</p><h3>Über den Holberg-Preis</h3><p>Der 2003 vom norwegischen Parlament ins Leben gerufene Holberg-Preis ist einer der größten, jährlich vergebenen internationalen Forschungspreise, verliehen für herausragende Beiträge zur Forschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften, der Rechtswissenschaft und in der Theologie. Der Preis wird von der norwegischen Regierung durch eine direkte Mittelzuweisung seitens des Ministeriums für Bildung und Forschung an die Universität Bergen finanziert.&nbsp;</p><p>Zu den bisherigen Preisträgern gehören Jürgen Habermas, Manuel Castells, Onora O'Neill, Cass Sunstein, Paul Gilroy, Sheila Jasanoff, Achille Mbembe und Gayatri Chakravorty Spivak.</p><p class="align-right">Pressemitteilung Holberg-Preis, Universität Bergen</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-129435</guid><pubDate>Tue, 17 Mar 2026 17:16:27 +0100</pubDate><title>Bekämpfung digitaler Desinformation: Wie kann KI im Journalismus transparent gekennzeichnet werden?</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/bekaempfung-digitaler-desinformation-wie-kann-ki-im-journalismus-transparent-gekennzeichnet-werden/</link><description>Bundesforschungsministerium fördert Projekt unter Federführung der Universität Tübingen für drei Jahre mit rund einer Million Euro</description><content:encoded><![CDATA[<p>Am 16. März 2026 war offizieller Startschuss für die neue Förderkampagne des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) zur Bekämpfung digitaler Desinformation. Die Kampagne fördert bis 2029 zunächst elf Forschungsprojekte mit dem Ziel, gesellschaftliche und technologische Resilienz gegen digitale Desinformation nachhaltig zu stärken.</p><h3>Vertrauenswürdige Information und Transparenz zu Algorithmen und lernenden Systemen im Journalismus</h3><p>Das Projekt „Vertrauenswürdige Information und Transparenz zu Algorithmen und lernenden Systemen im Journalismus“ (VITraDes) unter Leitung von <strong>Professorin Dr. Jessica Heesen vom Internationalem Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW)</strong> der Universität Tübingen zielt darauf ab, durch transparente Kennzeichnung von KI-Einsatz diese Lücke im Journalismus zu schließen und einen Beitrag zur Stärkung einer vertrauenswürdigen öffentlichen Kommunikation zu leisten. Konkret möchte das Projektteam praxisorientierte Leitlinien für die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte entwickeln und Bildungsangebote für Medienschaffende erstellen. Das interdisziplinäre Vorgehen basiert auf der Zusammenarbeit von Expertinnen und Experten aus Ethik, Recht und Journalistik. So werden im Vorhaben bestehende Regularien und Selbstverpflichtungen analysiert, partizipative Workshops mit Journalistinnen und Journalisten und weiteren relevanten Akteuren durchgeführt sowie auf diese zugeschnittenen Bildungsangebote entwickelt und evaluiert. Zudem wird untersucht, wie solche Selbstregulierungsansätze der Medien von Online-Plattformen aufgegriffen werden können. Im Fokus steht die Entwicklung eines Standards, der sowohl rechtlich tragfähig als auch für die journalistische Praxis umsetzbar ist.<br>Innovationen und Perspektiven</p><p>Die Forschenden streben, über einzelne technische Lösungen hinausgehend, eine umfassende, branchenübergreifende Lösung für KI-Transparenz an. Die Ergebnisse sollen nicht nur die Medienbranche stärken, sondern auch als Grundlage für Selbstregulierung der Medien und staatliche Regulierungsansätze dienen und somit einen Beitrag zur Stärkung einer vertrauenswürdigen öffentlichen Kommunikation leisten.</p><p>Die Laufzeit des Projekts beträgt drei Jahre bis März 2029, die Fördersumme beträgt 1,08 Millionen Euro. Projektpartner der Universität Tübingen sind die Technische Universität Dortmund und die Universität Bayreuth.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-129270</guid><pubDate>Thu, 12 Mar 2026 09:44:41 +0100</pubDate><title>KI am Podcast-Mikrofon - ein Feld-Experiment mit DAS PODCAST UFO</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/ki-am-podcast-mikrofon-ein-feld-experiment-mit-das-podcast-ufo/</link><description>Am 11. März 2026 wurde eine vollständig mit Künstlicher Intelligenz generierte Folge des populären Podcasts DAS PODCAST UFO veröffentlicht. Sie entstand in enger Zusammenarbeit zwischen den Podcasts-Hosts und Forschenden des RHET AI Centers der Universität Tübingen.  Die Folge erschien zunächst ohne Hinweis auf den KI-Einsatz. Einen Tag später folgte die Auflösung: In einer zweiten Folge erläuterten die Hosts gemeinsam mit den Forschenden das Projekt. Ziel war es, eine Diskussion darüber anzustoßen, was ist mit generativen KI-Tools realistisch umsetzbar ist und wie sich Mediennutzende in einer veränderten Medienlandschaft orientieren können.</description><content:encoded><![CDATA[<h3>Vertrauen in Medieninhalte unter Druck</h3><p>Generative KI-Tools konfrontieren Mediennutzende heute in einem völlig neuen Ausmaß mit künstlich erstellten Inhalten. Bilder, Videos und Audiosequenzen lassen sich so realitätsnah erzeugen, dass sie kaum von echten zu unterscheiden sind. Diese KI-generierten Inhalte simulieren Realitäten und erzeugen Fiktionen, die nicht immer sofort als solche erkennbar sind. Umso wichtiger wird die Frage, wie sich Echtheit und Vertrauenswürdigkeit von Inhalten einschätzen lassen - und wie eine informierte und kritische Mediennutzung unter diesen Bedingungen aussehen kann.</p><h3>Ein Feldexperiment mit Aufklärungsanspruch</h3><p>Im Spannungsfeld dieser Fragen steht ein Projekt des Forschungszentrums für Wissenschaftskommunikationsforschung am RHET <span lang="en" dir="ltr">AI Center</span> der Universität Tübingen: Forschende haben mit KI-generierten Inhalten und Stimmen eine authentisch wirkende Folge von DAS PODCAST UFO simuliert und veröffentlicht. Die Motivation hinter dem Projekt war einerseits, die Grenzen und Möglichkeiten kreativer KI-Generierung und der Interaktion zwischen Menschen und KI-Tools auszuloten. Andererseits sollte es die deutschsprachige Debatte über generative KI mit Impulsen aus rhetorischer Perspektive bereichern.</p><p>Das Projekt versteht sich als Feldexperiment: Es konfrontiert ein großes Publikum direkt mit dem Thema generativer KI, lässt den KI-Einsatz dabei aber nicht unkommentiert stehen. Dafür war das Projekt von Beginn an auf zwei Folgen angelegt: Die Erkenntnisse aus der Arbeit am Podcast und der wissenschaftlichen Reflexion des Projekts flossen in die Konzeption der zweiten Folge ein, die einen Tag später veröffentlicht wurde. Sie ordnet das Experiment in die gesellschaftliche KI-Debatte ein und gibt den Hörerinnen und Hörern eine Orientierung für einen informierten Umgang mit KI-generierten Inhalten.</p><h3>Starke Hörerbindung als Prüfstein</h3><p>Für das Experiment bot sich DAS PODCAST UFO aus mehreren Gründen an. Der Podcast zählt zu den meistgehörten Unterhaltungspodcasts Deutschlands: Seit 2014 haben die beiden Hosts Florentin Will und Stefan Titze über 500 Folgen veröffentlicht und erreichen durchschnittlich rund 90.000 Hörerinnen und Hörer pro Woche. Durch die lange Laufzeit sind diese mit Sprechweise, Tonfall und den persönlichen Eigenheiten der Hosts eng vertraut. Das Format zeichnet sich durch ein offenes Inhaltskonzept aus: Improvisations- und Gesangselemente, spontane Themenentwicklungen sowie die abwechslungsreiche Dynamik der beiden Hosts prägen jede Folge. Die Frage, ob und inwiefern sich diese menschlich-kreative Dynamik mit generativer KI simulieren lässt - und welche Folgen das für Mediennutzende hat - stand dabei im Mittelpunkt des Projekts.</p><h3>Wissenschaftliche Auswertung der Diskursreaktionen</h3><p>Das Projekt lief von Januar 2025 bis zur Veröffentlichung der Podcast-Folgen am 11. und 12. März 2026. Nach der Veröffentlichung beobachten die Forschenden den Diskurs weiter und werten die gesammelten Diskursreaktionen wissenschaftlich aus. An der Realisation dieses Forschungsvorhabens arbeitet ein Projektteam, bestehend aus</p><ul><li>Anna Köhler (Projektleitung, RHET <span lang="en" dir="ltr">AI Center</span>)</li><li>Carolin Volz (Co-Leitung, RHET <span lang="en" dir="ltr">AI Center</span>)</li><li>Stefan Titze (DAS PODCAST UFO)</li><li>Florentin Will (DAS PODCAST UFO)</li><li>mit Unterstützung weiterer Mitarbeitenden des RHET AI,</li><li>sowie unter der Beratung von Dr. Markus Gottschling und Prof. Dr. Olaf Kramer (beide RHET <span lang="en" dir="ltr">AI Center</span>).</li></ul><p class="align-right"><i>&nbsp;Anna Köhler (Projektleitung, RHET <span lang="en" dir="ltr">AI Center</span>), Carolin Volz (Co-Leitung, RHET <span lang="en" dir="ltr">AI Center</span>)</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-128970</guid><pubDate>Mon, 09 Mar 2026 11:28:01 +0100</pubDate><title>Barbara Huber für wegweisende Forschung in der Analyse von Düften vergangener Zeiten ausgezeichnet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/barbara-huber-fuer-wegweisende-forschung-in-der-analyse-von-dueften-vergangener-zeiten-ausgezeichnet/</link><description>Early-Stage Scientist Award der Europäischen Chemischen Gesellschaft geht an Tübinger Wissenschaftlerin</description><content:encoded><![CDATA[<p>Barbara Huber vom Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Tübingen erhält den Early-Stage Scientist Award 2026 der Sektion „<span lang="en" dir="ltr">Chemistry for Cultural Heritage“</span> der Europäischen Chemischen Gesellschaft. Die Postdoktorandin in der Arbeitsgruppe Archäometrie wird damit für ihre herausragenden Beiträge zur biomolekularen Archäologie und der Chemie von Düften und Gerüchen vergangener Zeiten ausgezeichnet.</p><p>Hubers Arbeit in der biomolekularen Archäologie zeichnet sich durch innovative Metabolomik-basierte Ansätze aus, mit denen die Wissenschaftlerin organische Überreste analysiert. Diese Methode ermöglicht es, Gerüche, Düfte, Balsame sowie Heil- und psychoaktive Pflanzen der Vergangenheit aus stark degradierten archäologischen Materialien zu rekonstruieren. Indem sie die chemischen Signaturen von Duftstoffen identifiziert, gibt Huber mit ihrer Arbeit neue Einblicke in rituelle, kosmetische, medizinische und wirtschaftliche Traditionen alter Gesellschaften und erweitert die analytischen Grenzen der Chemie, die sich mit kulturellem Erbe auseinandersetzt.</p><p>Der <span lang="en" dir="ltr">Early-Stage Scientist Award </span>wird alle zwei Jahre an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler vergeben, die innovative Forschung an der Schnittstelle von Chemie, Technologie, Gesellschaft und kulturellem Erbe betreiben. Die offizielle Preisverleihung findet wird im Juni im Rahmen der Konferenz „<span lang="en" dir="ltr">Chemistry for Cultural Heritage 2026” </span>in Bled, Slowenien, statt, bei der Barbara Huber die <span lang="en" dir="ltr">Early-Stage Scientist Award Lecture </span>halten wird.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-128835</guid><pubDate>Wed, 04 Mar 2026 09:29:14 +0100</pubDate><title>Lisa Maier erhält EMBL Alumni Award</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/lisa-maier-erhaelt-embl-alumni-award/</link><description>Tübinger Wissenschaftlerin für Leistungen in der Mikrobiom-Forschung ausgezeichnet</description><content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Lisa Maier, Professorin für Mikrobiom-Wirt-Interaktionen an der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen, hat einen <span lang="en" dir="ltr">Alumni Award</span> des <span lang="en" dir="ltr">European Molecular Biology Laboratory</span> (EMBL) erhalten. Die Auszeichnung, der mit 15.000 Euro dotierte<span lang="en" dir="ltr"> John Kendrew Award</span>, würdigt Maiers wegweisende Arbeiten in der Mikrobiomforschung, mit denen die Wissenschaftlerin unter anderem zeigen konnte, wie häufig eingesetzte Medikamente das menschliche Darmmikrobiom beeinflussen. Der<span lang="en" dir="ltr"> John Kendrew Award </span>wird für herausragende Leistungen in der Wissenschaft oder Wissenschaftskommunikation an ehemalige EMBL-Forschende verliehen, die zwei bis sieben Jahre nach ihrem Ausscheiden am EMBL noch am Anfang ihrer Karriere stehen. Das EMBL ist ein renommiertes molekularbiologisches Forschungslabor mit sechs Standorten in Europa. Es wird von rund 30 europäischen Staaten und weiteren internationalen Partnern getragen.</p><p>Lisa Maiers Arbeit habe weitreichende Folgen dafür, wie Arzneimittelentwicklung und antimikrobielle Interventionen künftig gestaltet werden, so das Auswahlkomitee. Insbesondere habe sie gezeigt, dass klinisch etablierte Medikamente unerwartete Effekte auf Darmmikroben haben können. Zudem entwickelte Maier Strategien, um das Darmökosystem zu schützen und zugleich die Wirksamkeit von Medikamenten zu erhalten. Darüber hinaus würdigte das Komitee ihre prägende Rolle bei der Förderung der nächsten Generation von Forschenden sowie ihr Engagement in der breiten Kommunikation und Vermittlung ihrer Forschungsergebnisse.</p><p>Lisa Maier war von 2015 bis 2018 als Postdoktorandin am EMBL Heidelberg tätig und trieb dort maßgeblich den Übergang der Mikrobiomforschung von überwiegend computergestützten Analysen hin zu systematischen experimentellen Ansätzen voran. Im Anschluss wechselte sie an die Universität Tübingen, zunächst als Nachwuchsgruppenleiterin am Exzellenzcluster „Kontrolle von Mikroorganismen zur Bekämpfung von Infektionen" (CMFI), seit 2022 als Professorin, ebenfalls am CMFI.</p><p>Neben Maier erhält auch <span lang="en" dir="ltr">Stephen Cusack</span>, Emeritus am EMBL Grenoble, einen EMBL <span lang="en" dir="ltr">Alumni Award (Lennart Philipson Award)</span> für seine herausragenden Beiträge zur strukturgeleiteten Entwicklung von Arzneimitteln gegen menschliche Krankheitserreger. Die Preisverleihung findet im Juli am EMBL Heidelberg statt.</p><p class="align-right"><i>Nach einer Meldung des EMBL</i></p><h3>Weitere Informationen:</h3><ul class="ut-list ut-list--link-list"><li><a href="https://www.cmfi.uni-tuebingen.de/team/vorstand/prof-dr-lisa-maier" target="_blank" rel="noreferrer">Webseite von Lisa Maier beim Exzellenzcluster CMFI</a></li><li><a href="https://www.embl.org/news/awards-honours/announcing-the-2026-embl-alumni-award-recipients/" target="_blank" rel="noreferrer">Meldung des EMBL zu den Alumni Awards 2026</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-128823</guid><pubDate>Tue, 03 Mar 2026 16:09:20 +0100</pubDate><title>Blutmarker aus der Demenzforschung könnte helfen, Alterung im Tierreich zu erfassen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/blutmarker-aus-der-demenzforschung-koennte-helfen-alterung-im-tierreich-zu-erfassen/</link><description>Konzentration des Eiweißstoffes NfL bei Säugtieren, Vögeln und Reptilien untersucht </description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Eiweißstoff „Neurofilament-Leichtkette“ (NfL) – der beim Menschen im Kontext neurodegenerativer Erkrankung und des Alterns erforscht wird – ist auch im Blut zahlreicher Tiere nachweisbar und bei Mäusen, Katzen, Hunden und Pferden steigt seine Konzentration mit dem Alter. Fachleute des DZNE und des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung (HIH) an der Universität Tübingen berichten darüber im Wissenschaftsjournal <i><span lang="en" dir="ltr">PLOS Biology</span>.</i> Nach ihrer Einschätzung könnte dieser Biomarker helfen, das biologische Alter von Tieren zu erfassen und ihre Lebenserwartung abzuschätzen.</p><p>Der Eiweißstoff NfL ist ein Indikator für Nervenschäden. Denn er wird freigesetzt, wenn sich Nervenzellen krankheitsbedingt oder im Zuge des natürlichen Alterungsprozesses verändern oder absterben. Das Molekül kann dann in die Blutbahn gelangen und mit empfindlicher Analysetechnik nachgewiesen werden. „Bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und ALS findet sich NfL vermehrt im Blut. Grundsätzlich steigt die Konzentration allerdings auch bei gesunden Menschen mit dem Alter. Das haben wir nun auch in ganz ähnlicher Weise bei Mäusen, Katzen, Hunden und Pferden festgestellt,“ sagt Prof. Mathias Jucker, Forschungsgruppenleiter am DZNE und HIH.</p><h3>Marker mit Vorhersagekraft</h3><p>Studien zufolge nimmt bei älteren Menschen mit der Konzentration von NfL im Blut auch das Sterberisiko zu, was einen Zusammenhang zwischen dem neurologischen Altern und der Sterblichkeit nahelegt. Ähnliches beobachtete Dr. Carina Bergmann, Wissenschaftlerin im Team von Mathias Jucker, nun auch bei Mäusen. Dabei wurden das Blut von 44 älteren Tiere über vier Lebensmonate untersucht. Stieg die NfL-Konzentration im Blut über die Zeit gemessen nur langsam an, so lebten die Mäuse vergleichsweise noch lang. Bei rascherem Anstieg lebten die Mäuse kürzer. „Unsere Daten deuten somit darauf hin, dass sich aus dem zeitlichen Verlauf des NfL-Spiegels die Lebenserwartung von Mäusen abschätzen lässt – ähnlich zu den Ergebnissen, die für alternde Menschen berichtet wurden“, sagt Bergmann.</p><h3>Mehr als 50 Tierarten</h3><p>Neben Katzen, Hunden, Pferden und den besonders detailliert untersuchten Mäusen wurden stichprobenartig 53 weitere Tierarten unter die Lupe genommen – darunter Hasen, Löwen, Affen, Elefanten sowie Reptilien und Vögel. Dies geschah in Zusammenarbeit mit dem Wilhelma Zoologisch-Botanischer Garten Stuttgart, der Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich und einem Tierdiagnostik-Labor. Bei allen Säugetieren ließ sich das NfL-Protein im Blut erfassen. Bei Reptilien und Vögeln konnten NfL-Werte jedoch nur vereinzelt, etwa bei einem Krokodil und einem Papagei gemessen werden. Mögliche Ursache ist, dass die Sequenz des NfLProteins bei diesen Tieren kleine Veränderungen gegenüber der menschlichen Form aufweist und von dem hier verwendeten Test deshalb nicht erfasst werden konnte. „Insgesamt zeigen unsere Daten jedoch, dass Analyse-Methoden aus der Demenzforschung auch für die Veterinärmedizin vielversprechend sind – insbesondere zur möglichen Einschätzung des biologischen Alters, der neurologischen Gesundheit und der Lebenserwartung von Tieren“, sagt Jucker.</p><p class="align-right"><i>Auf Grundlage einer Meldung des DZNE und des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung</i></p><h3>Originalpublikation</h3><p><span lang="en" dir="ltr">Neurofilament light chain may serve as a cross-species blood biomarker to assess aging and predict mortality</span>, Carina Bergmann et al., <i><span lang="en" dir="ltr">PLOS Biology</span></i> (2025), <a href="https://journals.plos.org/plosbiology/article?id=10.1371/journal.pbio.3003606" target="_blank" rel="noreferrer">DOI: 10.1371/journal.pbio.3003606</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-128688</guid><pubDate>Wed, 25 Feb 2026 14:38:04 +0100</pubDate><title>Largus Angenent mit dem Landesforschungspreis 2026 ausgezeichnet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/largus-angenent-mit-dem-landesforschungspreis-2026-ausgezeichnet/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Largus Angenent, Professor für Environmental Biotechnology an der Universität Tübingen, erhält den Landesforschungspreis 2026 für seine wegweisende Forschung zur nachhaltigen Nutzung mikrobieller Gemeinschaften in Energiegewinnung und Umweltreinigung. Mit insgesamt 200.000 Euro ist der Preis der höchstdotierte Forschungspreis eines Bundeslandes.</p><p>Angenent forscht zur nachhaltigen Nutzung mikrobieller Gemeinschaften in der Energiegewinnung und zur Reinigung von Umweltverschmutzungen. Seine Forschung konzentriert sich auf die optimale Nutzung von Bakterien in der Gasfermentation, einer wichtigen Quelle für die saubere Energie der Zukunft. Durch die Analyse der Zusammensetzung und des Zusammenspiels von Mikrobengemeinschaften in verschiedenen Umgebungen, wie beispielsweise in der Luft von Krankenhäusern oder in Fermentierungsanlagen, hat er grundlegende Erkenntnisse gewonnen und sie erfolgreich in Anwendungen umgesetzt. So entwickelt und optimiert er in seiner eigenen Firma Mikroben zur Speicherung von Wasserstoff und Kohlendioxid in Form von Methan, was einen wichtigen Schritt zu einer nachhaltigeren Energieversorgung darstellt.</p><p>Angenent wurde er an der Iowa State University in den USA promoviert. 2002 wurde er Assistant Professor im Department of Energy, Environmental &amp; Chemical Engineering an der Washington University in St. Louis, 2008 Associate Professor am Department of Biological and Environmental Engineering der Cornell University. Im April 2017 trat er seine Humboldt-Professur an der Universität Tübingen an.</p><p>Angenent teil sich den Landesforschungspreis für Grundlagenforschung mit Professorin Irena Kogan von der Universität Mannheim. Sie wird für ihre bedeutenden Beiträge zur Migrations- und Ungleichheitsforschung ausgezeichnet. Professor Robert Zeiser von der Universität Freiburg erhält den Landesforschungspreis für Angewandte Forschung für innovative Fortschritte in der Krebsmedizin durch Stammzelltransplantation und Immuntherapie.&nbsp;</p><p>Der Landesforschungspreis wird seit 1989 verliehen. Seit 1999 ist der Preis zweigeteilt in eine Auszeichnung für Grundlagenforschung und eine für Angewandte Forschung. Die Preise sind mit je 100.000 Euro dotiert.&nbsp;</p><p><a href="https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/arbeitsgruppen/geo-und-umweltnaturwissenschaften/geo-und-umweltnaturwissenschaften/umweltbiotechnologie/arbeitsgruppe/angenent-lab/" target="_blank" class="internal-link ut-btn ut-btn--color-primary-1" title="Angenent Lab"><u>Webseite des Angenent-Labs</u></a></p><p class="align-right">(Nach einer Pressemitteilung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg)&nbsp;<br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-128613</guid><pubDate>Tue, 24 Feb 2026 14:05:39 +0100</pubDate><title>Workshop der Tübinger Theologien zum Thema „Religion und extreme Rechte“</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/workshop-der-tuebinger-theologien-zum-thema-religion-und-extreme-rechte/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Im Workshop „Religion und extreme Rechte“ stellen Forschende aus den Tübinger Theologien ihre Untersuchungsergebnisse vor und diskutieren diese gemeinsam mit einer interessierten Öffentlichkeit. Der Workshop findet am Donnerstag und Freitag, dem 5. und 6. März 2026, im Theologicum der Universität Tübingen (Liebermeisterstraße 16) statt. Inte-ressierte aus den Kirchen und Religionsverbänden sowie aus der Zivilgesellschaft sind herzlich eingeladen. Eine Anmeldung ist gewünscht über <a href="https://eveeno.com/religionundextremerechte" target="_blank" rel="noreferrer">https://eveeno.com/religionundextremerechte</a> .</p><p>Weltweit erstarkt die extreme Rechte, so auch in Deutschland. Von der politischen Linken hat sie gelernt, dass kulturelle Hegemonie nur auf einem Weg zu erreichen ist: Indem man sich an unterschiedliche Milieus der Gesellschaft anschließt und Allianzen bildet. Dement-sprechend bietet sich die extreme Rechte auch den gesellschaftlich einschlägigen Religionen an – in der Bundesrepublik „dem“ Christentum und „dem“ Islam. Dafür greift sie die Themen und Positionen eines rechtsgestimmten, häufig fundamentalistischen oder integralistischen Christentums auf, vor allem die dort herrschende Gegenwartskritik. Die extreme Rechte geht von einem Niedergang der gegenwärtigen Verhältnisse aus und verspricht, danach eine christliche Ordnung wiederherzustellen. Sie stellt in Aussicht, das Christentum neu zu beleben, auch gegen die Amtskirchen, denen sie eine Mitverantwortung für diesen Zusammenbruch gibt. Eine ähnliche Konstellation zeigt sich, wenngleich öffentlich kaum bemerkt, in muslimischen Milieus, wenn ein konservativer Islam von extrem rechten und integralistischen Organisationen angesprochen und vereinnahmt wird.</p><p>Am Tübinger „Campus der Theologien“ beschäftigen sich Forschende aus den beiden christlichen Theologien und aus der islamischen Theologie mit der religiösen Verarbeitung des Rechtsrucks und der kulturellen Hegemonie der extremen Rechten. Sie untersuchen aber auch den Rechtsruck innerhalb der Religionen selbst: Sowohl im Christentum als auch im Islam wird das religiöse Wissen nach extrem rechts hin ausgedeutet und auf die Narrative der extremen Rechten zugespitzt. Umgekehrt greift die extreme Rechte Triggerthemen der christlichen und islamischen Rechten auf. Nicht immer bewusst und geplant, manchmal auch eher unbeholfen, kommen so rechte Religion und extreme Rechte überein – und wirken in den Religionen schismatisch. Ebenso interessiert in den drei Tübinger Theologien, wie sich Glaubensgemeinschaften, Kirchen und Religionsverbände dem Rechtsruck widersetzen, wie sie dem Missbrauch ihrer religiösen Ressourcen widersprechen und die extreme Rechte bekämpfen.&nbsp;</p><p>Mitveranstalter des Workshops sind die Evangelische Akademie Bad Boll, die Katholische Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus sowie das Kompetenzzentrum Demokratie und Menschenrechte der Katholischen Kirche in Bayern.</p><p class="align-right"><i>Matthias Möhring-Hesse</i><br><i>Professur Theologische Sozialethik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-128040</guid><pubDate>Mon, 02 Feb 2026 14:25:35 +0100</pubDate><title>Industry of Beauty: Wie römische Kaiserinnen in Serie gingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/industry-of-beauty-wie-roemische-kaiserinnen-in-serie-gingen/</link><description>Eine neue Ausstellung im Museum der Universität Tübingen zeigt, wie Bildnisse römischer Kaiserinnen über Jahrhunderte reproduziert wurden – von antikem Marmor bis zum modernen 3D-Druck.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Statuen römischer Kaiserinnen haben neben den Statuen römischer Kaiser das Stadtbild des Imperium Romanum geprägt, damit Schönheitsideale definiert und letztlich Weiblichkeit im Reich normiert – vergleichbar mit Barbiepuppen für heutige Vorstellungen von Schönheit. Die Ausstellung <i><span lang="en" dir="ltr">Industry of Beauty. </span>Vom Marmor zum Pixel: Reproduktionen römischer Kaiserinnen</i> zeigt von 6. Februar bis 5. Mai 2026 im Museum Alte Kulturen auf Schloss Hohentübingen, wie diese Bildnisse in der Antike hergestellt, verbreitet und immer wieder kopiert wurden.</p><p>Mit dem Beginn des Prinzipats unter Augustus (27 v. Chr. bis 14 n. Chr.) begann eine bis dahin einzigartige Massenverbreitung von Bildnissen der kaiserlichen Familie. Besonders die Porträts von Kaiserinnen und Prinzessinnen wurden zu Reichweitenträgerinnen neuer Ideale und Normen. Funde solcher Bildnisse aus Spanien und Italien ergänzen sich dabei so exakt, dass sie auf identische Bildtypen zurückgeführt werden können – und so ein verbreitetes Idealbild römischer Weiblichkeit im Imperium Romanum sichtbar machen.</p><h3>Antike Werkstätten und moderne Technik im Spiegel</h3><p>Die Ausstellung führt am Beispiel der Frauen des julisch-claudischen Kaiserhauses die antiken Praktiken der Reproduktion dreidimensionaler Darstellungen vor Augen – und stellt die Methoden späterer Jahrhunderte gegenüber. Gezeigt werden händisch ergänzte und kopierte Marmorstatuen aus dem Zeitraum des 16. bis 18. Jahrhunderts; präzise Gipsabgüsse, die seit Jahrhunderten genutzt werden; digitale 3D-Modelle und aus Kunststoff gefertigte 3D-Drucke, die Bildnisse heute berührungsfrei und millimetergenau erfassen.&nbsp;</p><p>Unter den Ausstellungsstücken ist eines besonders eindrucksvoll: Ein nach antiken Vorbildern kopierter Marmorkopf des Bildhauers Francesco Antonio Franzoni (1734–1818), ein Leihstück der Münchner Glyptothek. Der Marmorkopf zeigt, wie nahe frühe Bildhauer der Antike kommen konnten. Zudem wurde in Kooperation mit Tübingen in der Glyptothek erstmals ein Gipsabguss einer bislang nie abgeformten Gewandstatue der Kaiserin Livia hergestellt. Der Abguss wird nach Ende der Ausstellung dauerhaft Teil der Tübinger Abguss-Sammlung – ermöglicht durch eine großzügige Förderung des Vereins der Freunde des Museums Schloss Hohentübingen.</p><h3>Vernissage am 5. Februar mit Vorträgen und Empfang</h3><p>Die Ausstellung ist ein gemeinsames Unterfangen des ERC-Projekts <i><span lang="en" dir="ltr">The Roman Emperor Seen from the Provinces</span></i> (Universität Verona) und des Instituts für Klassische Archäologie der Universität Tübingen. Daran beteiligt sind unter anderem Professor Dario Calomino und Dr. Julia Lenaghan (Universität Verona), Professorin Cristina Murer und Dr. Martin Kovacs (Universität Tübingen). Alle forschen zur römischen Porträtkunst und Repräsentation – mit unterschiedlichen Schwerpunkten, aber einer gemeinsamen Frage: Wie wurden in der Antike Bildnisse reproduziert?</p><p>Die feierliche Eröffnung findet am Donnerstag, 5. Februar 2026, um 18 Uhr im Rittersaal des Schlosses Hohentübingen statt. Sprechen werden die Dekanin der Philosophischen Fakultät, Professorin Angelika Zirker, ferner Professor Ernst Seidl, Leiter des Museums der Universität Tübingen, sowie Professorin Cristina Murer, Professor Dario Calomino, Dr. Julia Lenaghan und Dr. Martin Kovacs. Im Anschluss gibt es einen kleinen Empfang und Gelegenheit zum Gespräch mit den Ausstellungsmacherinnen und -machern.</p><p>Am Freitag, 6. Februar, öffnet die Schau für das breite Publikum.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-127953</guid><pubDate>Fri, 30 Jan 2026 13:40:28 +0100</pubDate><title>Vom Zettelkatalog zur digitalen Plattform: 50 Jahre Index Theologicus</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/vom-zettelkatalog-zur-digitalen-plattform-50-jahre-index-theologicus/</link><description>Der IxTheo prägt seit 1975 die theologische Forschung. Heute ist er eine unverzichtbare internationale Open-Access-Datenbank und wird von der Universitätsbibliothek der Universität Tübingen verantwortet. Ein Festakt im Februar feiert die Leistung.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Als im Jahr 1975 die ersten Hefte des „Zeitschrifteninhaltsdienst Theologie“ erschienen, recherchierte und las die Welt noch rein analog. Monat für Monat druckte die Universitätsbibliothek Tübingen Inhaltsverzeichnisse und Register der wichtigsten theologischen Zeitschriften. „Der Auftrag hieß Sammeln“, sagt Martin Faßnacht, Leiter der Abteilung Fachinformationsdienste (FID) und seit 2011 an der Universitätsbibliothek Tübingen beschäftigt. Bücher und Zeitschriften kaufen, erschließen, verfügbar machen – das war die Aufgabe der Sondersammelgebiete.</p><p>Fünf Jahrzehnte später haben viele Menschen gemeinsam aus dem Zettelkatalog eine digitale Plattform entwickelt: den Index Theologicus (IxTheo). Er stellt heute die weltweit größte Open-Access-Bibliografie mit etwa 4,9 Millionen Einträgen für Theologie und Religionswissenschaft dar. Enthalten sind wissenschaftliche Literatur zum Christentum und zum interreligiösen Dialog – konfessions-, sprachen- und medienübergreifend. „IxTheo ist heute ein One-Stop-Hub für den Fachinformationsdienst Theologie“, sagt Martin Faßnacht, der auch die Projektkoordination des Index Theologicus leitet. Denn mittlerweile listet der Index zentral Aufsätze, Monografien, Datenbanken, Archivmaterial sowie moderne Formen der Wissenschaftskommunikation wie Blogs und Podcast.</p><h3>Von der CD-ROM ins Netz</h3><p>Im Jahr 1995 entwickelte sich der gedruckte Dienst zur Datenbank, zunächst auf Disketten und CD-ROM, organisiert von der Universitätsbibliothek der Universität Tübingen. Seit dem Jahr 2007 steht IxTheo online und kostenlos zur Verfügung. Die Datenbank wertet mehr als 1.200 internationale Fachzeitschriften aus, viele davon vollständig und bis zurück zum Erscheinungsbeginn. Ferner sind auch historische Titel ab dem 15. Jahrhundert nachgewiesen.</p><p>Mit dem Wechsel zum Förderformat der Fachinformationsdienste (FID) begann im Jahr 2015 eine neue Ära. „Die Jahre 2015 bis 2017 können mit Fug und Recht als bedeutende Entwicklungsphase bezeichnet werden“, wie Martin Faßnacht betont. Durch technische Innovationen wie die Volltextsuche, die automatisierte Erschließung sowie die Integration internationaler Bibliografien entwickelte sich IxTheo im Verlauf dieser Jahre zu einem modernen Instrumentarium für Forschende der Theologie und angrenzender Disziplinen.</p><h3>Für Fachkreise eine unverzichtbare Infrastruktur</h3><p>Der FID Theologie, angesiedelt an der Universitätsbibliothek Tübingen und gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, ergänzt die Plattform durch neue Dienstleistungen: Open-Access-Publikationen, Digitalisierung on Demand und Beratung zum Forschungsdatenmanagement.</p><p>„Die Erstellung von anspruchsvollen, inhaltlich sinnvollen Bibliografien ist aufwändig und erfordert hohe fachliche, bibliothekarische und technisch-innovative Kompetenzen“, sagt Martin Faßnacht. IxTheo gilt heute in Fachkreisen weltweit als unverzichtbare Infrastruktur und ist das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit – und der Bereitschaft, neuen Entwicklungen offen gegenüberzustehen und für die Open-Access-Bibliografie aufzugreifen.</p><h3>Ein solidarisches System für die Wissenschaft</h3><p>Nach zwölf Jahren Förderung im FID-Förderformat kann der FID Theologie in das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) langfristig ausgelegte Förderformat FIDplus wechseln. Das FIDplus Format beruht auf bewährten Prinzipien, die bereits in der Sondersammelgebiets- und FID-Förderung etabliert wurden. Dienstleistungen werden jeweils an dem Standort erbracht, der hierfür fachlich, technisch und organisatorisch am besten geeignet ist. Aufgaben werden nicht doppelt vorgehalten, sondern dort angesiedelt, wo die größte Expertise vorhanden ist.</p><p>Das Prinzip der Solidarität beschreibt ein arbeitsteiliges, verteiltes System: Alle beteiligten Standorte bringen ihre jeweiligen Stärken ein und profitieren von den Leistungen der anderen. Die Universität Tübingen profitiert von diesem solidarisch organisierten System in zweifacher Hinsicht: Einerseits ziehen Forschung und Lehre unmittelbar Nutzen aus den drei an der Universitätsbibliothek Tübingen verantworteten Fachinformationsdiensten Theologie, Religionswissenschaft und Kriminologie. Andererseits profitiert der Standort Tübingen als Volluniversität in 147 Studiengängen, Fächern und Forschungsprojekten von den Leistungen weiterer 35 Fachinformationsdienste, die an anderen Standorten in Deutschland angesiedelt sind.</p><h3>Festakt und Ausblick</h3><p>Am Donnerstag, 12. Februar 2026, wird das IxTheo Jubiläum mit einem Festakt für geladene Gäste in der Alten Aula gefeiert. Grußworte sprechen Vertreterinnen und Vertreter der Universität Tübingen, die Dekaninnen der beiden theologischen Fakultäten und Vertreter der (inter-)nationalen Kooperationspartner, den Festvortrag hält Professorin Dr. Marianne Heimbach-Steins (Universität Münster).&nbsp;</p><p>Ein Nachtkonzert mit französischer Orgelmusik schließt den Festakt ab. Das Konzert in der benachbarten Stiftskirche beginnt um 21:15 Uhr, zu dem die Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist.&nbsp;</p><p>Die Jubiläumsfeier wird von einer Fachtagung zur Zukunft der Theologie im digitalen Zeitalter am 12./13. Februar gerahmt.</p><p class="align-right">Stefan Bentele</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-127860</guid><pubDate>Wed, 28 Jan 2026 13:30:17 +0100</pubDate><title>Land gestaltet KI-Zukunft: Gründungsvereinbarung für Graduiertenzentrum connAIx unterzeichnet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/land-gestaltet-ki-zukunft-gruendungsvereinbarung-fuer-graduiertenzentrum-connaix-unterzeichnet/</link><description>Mit dem Graduierten- und Forschungszentrum connAIx in Heilbronn geht die Landesregierung neue Wege in Forschung und Qualifizierung von KI-Spitzenkräften. Dafür arbeiten drei Landesuniversitäten - Tübingen, Karlsruhe und Stuttgart - eng mit der Wirtschaft zusammen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Wissenschaftsministerin Petra Olschowski haben am Mittwoch (28. Januar) in Stuttgart die Gründungsvereinbarung für das Graduierten- und Forschungszentrum <span lang="en" dir="ltr">connAIx</span> unterschrieben.</p><p><span lang="en" dir="ltr">connAIx – Research School for Applied AI </span>– so lautet der vollständige Name der bundesweit einzigartigen Einrichtung, die in Heilbronn angesiedelt und von den drei KI-Spitzenuniversitäten Karlsruhe, Stuttgart und Tübingen getragen wird. Sie werden in <span lang="en" dir="ltr">connAIx</span> ihre Expertise in der Spitzenforschung disziplinübergreifend bündeln und dadurch sofort ihr internationales Netzwerk nutzen können.</p><p>„Das ist eine sehr gute Nachricht für das Land Baden-Württemberg“, sagte Ministerpräsident Kretschmann. „Wir brauchen exzellent ausgebildete KI-Expertinnen und -Experten in den Zukunftstechnologien KI, Robotik, <span lang="en" dir="ltr">Chip Design</span> und Cybersicherheit.“ <span lang="en" dir="ltr">connAIx</span> verbinde Spitzenforschung mit praktischer Anwendung. „Es bringt unsere exzellente KI-Forschung mit den Ingenieurwissenschaften zusammen und fördert KI-Talente für Wissenschaft und Wirtschaft. Das stärkt Baden-Württemberg als Land der Tüftler und Denker und als einen der führenden KI-Standorte in Europa.“</p><h2>Land fördert connAIx mit jährlich 30 Millionen Euro</h2><p>Wissenschaftsministerin Petra Olschowski ergänzte: „In der KI brauchen wir schnelle Ergebnisse, um im harten internationalen Wettbewerb bestehen und auf die Bedürfnisse der Wirtschaft agil reagieren zu können.“ Deshalb sei es ein starkes Signal, dass die drei Landesuniversitäten eng mit Unternehmen und <span lang="en" dir="ltr">Start-ups</span> zusammenarbeiten, um mit maßgeschneiderten Karrierewegen KI-Spitzentalente auf höchstem Niveau zu qualifizieren. „Wir müssen heute in innovativen Ökosystemen denken, um die KI-Zukunft bestmöglich zu gestalten und voranzubringen“, hob Ministerin Olschowski hervor.</p><p>Im Vollausbau ab dem Jahr 2029 wird Baden-Württemberg <span lang="en" dir="ltr">connAIx</span> mit rund 30 Millionen Euro jährlich fördern. Die Dieter Schwarz Stiftung unterstützt das Land und die Universitäten mit der kostenfreien Bereitstellung von Flächen und Infrastruktur in Heilbronn. Zehn Professorinnen und Professoren mit Schwerpunkt Promotionsbetreuung werden dann mit 60 internationalen Promovierenden und 20 Postdoktorandinnen und -doktoranden zusammenarbeiten. Sie werden sich vornehmlich um die Steuerung und Entwicklung der nächsten Generation von KI wie beispielsweise humanoide Roboter oder Maschinen beschäftigen.</p><h2>Forschungsergebnisse schneller in die Wirtschaft übertragen</h2><p>„Mit <span lang="en" dir="ltr">connAIx</span> schaffen wir in Heilbronn einen einzigartigen Ort, an dem akademische Exzellenz auf reale industrielle Herausforderungen trifft”, erläuterte Professor Gunther Friedl, Geschäftsführer der Dieter Schwarz Stiftung. „Wir bieten dabei weit mehr als nur Räume: Wir garantieren den Talenten direkten Zugang zu den entscheidenden Playern unseres Ökosystems – vom <span lang="en" dir="ltr">IPAI </span>über die <span lang="en" dir="ltr">Campus Founders</span> bis hin zu Weltmarktführern. Durch diese Einbettung entsteht ein Reallabor, in dem KI-Lösungen sofort unter realen Bedingungen validiert und in die Anwendung gebracht werden können.“</p><p>Professor Oliver Kraft, Vizepräsident Forschung, Lehre und Akademische Angelegenheiten des KIT, unterstrich die Ambitionen von connAIx: „Die drei Universitäten verknüpfen ihre vorhandene Expertise in zahlreichen Forschungsfeldern gezielt mit angewandter KI. Es wird vor allem entscheidend sein, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und Forschungsergebnisse schneller in die Wirtschaft zu übertragen. So wird connAIx einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts und zur technologischen Souveränität Europas leisten.“</p><p>Weitere Informationen zu <span lang="en" dir="ltr">connAIx</span> finden Sie unter <a href="https://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/forschung/forschungslandschaft/connaix?highlight=connaix" target="_blank" rel="noreferrer">https://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/forschung/forschungslandschaft/connaix?highlight=connaix</a>&nbsp;</p><p class="align-right"><i>Pressemitteilung des Staatsministeriums Baden-Württemberg</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-127770</guid><pubDate>Tue, 27 Jan 2026 13:22:16 +0100</pubDate><title>Start der sechs Exzellenzcluster an der Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/start-der-sechs-exzellenzcluster-an-der-universitaet-tuebingen/</link><description>Die neuen Cluster TERRA, GreenRobust und HUMAN ORIGINS haben zum 1. Januar offiziell die Arbeit aufgenommen. Die bestehenden Cluster iFIT, Maschinelles Lernen und CMFI starten in ihre zweite Förderphase</description><content:encoded><![CDATA[<p>Forschungsprojekte laufen an, der Aufbau der einzelnen Teams schreitet voran, künftige Feldexperimente werden koordiniert und ein Kickoff-Symposium ist geplant: Für die neuen Exzellenzcluster TERRA, GreenRobust und HUMAN ORIGINS markiert der Januar 2026 den Start der Förderphase, die sieben Jahre lang dauert, bis Ende 2032. Derweil starten die bestehenden Cluster CMFI, iFIT und Maschinelles Lernen in die zweite Förderphase. Am 22. Mai vergangenen Jahres hatte die Universität Tübingen von der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder drei neue Cluster zu den drei bestehenden bewilligt bekommen und mit den ersten Vorbereitungen begonnen.</p><h3>TERRA untersucht Folgen von Artenverlust, Überdüngung und Klimawandel</h3><p>Der Cluster <strong>TERRA </strong>beginnt in seinem ersten Förderjahr mit dem Bau des Feldexperimentes innerhalb des Diversitoriums in Hohenheim. Das Feldexperiment umfasst etwa 200 mit künstlichen Böden versehene Versuchsfelder, die mit Messinstrumenten ausgestattet sind und Klimamanipulationen ausgesetzt werden, dazu laufen Vorversuche in Tübingen an. Damit lässt sich unter kontrollierten Bedingungen untersuchen, wie sich Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen auf unterschiedlichen Böden und unter unterschiedlichen Wetter- und Klimaeinflüsse entwickeln. Ferner soll untersucht werden, wie sich diese Prozesse wieder auf die Bodenbildung auswirken. So kann beispielsweise auch eine Stabilisierung gegenüber Extremereignissen stattfinden. &nbsp;</p><p>TERRA untersucht angesichts des menschengemachten globalen Wandels die Folgen von Artenverlust, globaler Überdüngung und Klimawandel. Untersucht werden dabei die Wechselwirkungen zwischen Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen einerseits sowie zwischen Böden, Wasser und Luft andererseits.</p><p>Aktuell ist die Geschäftsstelle in Tübingen aufgebaut und die ersten Postdoktoranden in TERRA finanzierten Projekten beginnen in Kürze mit ihrer Forschung. Im Rahmen von fünf Forschungsprojekten werden zudem 15 Promotionsarbeiten vergeben. Im April soll das TERRA FutureLab in dem neu errichteten Pavillon unterhalb des GUZ für den Dialog mit der Öffentlichkeit starten, das sich mit Themen für den globalen Wandel beschäftigt. Ein erstes Projekt befasst sich mit dem Einsatz von Biokohle als Zukunftsstrategie zur Kohlenstoffspeicherung in landwirtschaftlichen Böden.</p><h3>GreenRobust erforscht die Grundlagen von Pflanzenrobustheit</h3><p>Pflanzen nimmt auch der neue Cluster <strong>GreenRobust </strong>der Universitäten Tübingen, Heidelberg und Hohenheim in den Fokus. Die Forschenden der drei Universitäten wollen die Grundlagen von Pflanzenrobustheit verstehen, also wie Pflanzen Krankheiten, Schädlinge und Umwelteinflüssen widerstehen. Sie wollen das gewonnene Wissen dazu nutzen, um natürliche und landwirtschaftliche Pflanzensysteme nachhaltig zu bewirtschaften und zu erhalten.&nbsp;</p><p>Ein zentraler Baustein des Clusters stellt der <span lang="en" dir="ltr">Plant Pertubation Atlas</span> (PPA) dar, der am Forschungsgewächshaus Phytotechnikum der Universität Hohenheim verortet ist. In dieser kontrollierbaren Umgebung werden Pflanzen Schwankungen der unmittelbaren Umwelteinflüsse, etwa in der Temperatur oder der Wasserversorgung, ausgesetzt. Die Reaktionen der Pflanzen werden von der Molekularen- bis zur Populationsebene gemessen und dokumentiert. Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz und Netzwerkanalyse sollen Muster erkennbar und Pflanzenreaktionen auf herausfordernde Umwelteinflüsse vorhersagbar werden und die Erkenntnisse der Landwirtschaft und dem Erhalt von Ökosystemen zugutekommen.</p><p>Der Cluster wird zudem junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausbilden und mittels <span lang="en" dir="ltr">RobustTracks </span>– einem speziell etablierten Karriereprogramm – in ihrer frühen akademischen Laufbahn unterstützen. Der Cluster will die interessierte Öffentlichkeit über intensive Kooperationen mit Institutionen außerhalb der akademischen Welt einbeziehen.</p><h3>HUMAN ORIGINS: Paradigmenwechsel in der Erforschung menschlicher Evolution</h3><p>Der Exzellenzcluster <strong>HUMAN ORIGINS</strong> erforscht die Entwicklung des Menschen in den vergangenen fünf Millionen Jahren, um grundlegende Fragen zu Herkunft und Einzigartigkeit des Homo sapiens zu beantworten. Er kombiniert biologische, kulturelle und ökologische Analysen fossiler und archäologischer Funde mit modernsten Methoden. So sollen neue Erkenntnisse zu evolutionären Beziehungen, die Entwicklung der Kognition und die Anpassung an ökologische Nischen erarbeitet werden. Ziel ist ein Paradigmenwechsel in der Erforschung der menschlichen Evolution durch die Integration fragmentierter Daten und die Entwicklung innovativer Theorien.</p><p>Erste Projekte des Clusters sind genehmigt – nach einer Begutachtung durch Fachkolleginnen und Fachkollegen sowie der Empfehlung des clustereigenen<span lang="en" dir="ltr"> Scientific Advisory Boards.</span> Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler sowie Junior-Gruppenleiterinnen und –leiter nehmen demnächst ihre Arbeit auf, einige von ihnen besuchen das Kickoff-Symposium des Clusters im Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren, das Ende Januar stattfindet.</p><h3>iFIT startet in die zweite Förderphase</h3><p>Der bestehende Tübinger Exzellenzcluster <span lang="en" dir="ltr"><strong>Image-Guided and Functionally Instructed Tumor Therapies</strong></span>, kurz iFIT, startet 2026 in seine zweite Förderperiode – erneut mit einer Förderung über sieben Jahre. Bereits in der ersten Phase entwickelte sich iFIT zu einem international beachteten Leuchtturm der onkologischen Spitzenforschung. Forschende konnten mehrere Wirkstoffe, Antikörper und Impfstoff-Therapien erstmals erfolgreich am Menschen erproben. Zudem gingen vier Ausgründungen aus iFIT hervor, und über 50 Patente belegen die Innovationskraft des Clusters.<br>Trotz großer Fortschritte bleibt Krebs eine der größten medizinischen Herausforderungen unserer Zeit. Noch immer werden viele Tumorerkrankungen erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt und sind dann nur noch schwer behandelbar. iFIT widmet sich genau diesen therapieresistenten Tumoren. Forschende aus mehreren Disziplinen arbeiten dabei eng zusammen, um neue Schwachstellen in Tumorzellen zu finden, präzise Therapien zu entwickeln und deren Wirkung direkt im Körper sichtbar zu machen.</p><p>Das iFIT vereint drei komplementäre Forschungsbereiche:<br>A) Funktionelle Identifizierung therapeutischer Zielstrukturen, akademische Wirkstoffentwicklung und molekulare Tumortherapien,<br>B) Immunologie und Immuntherapien,<br>C) Molekulare und funktionelle multiparametrische Bildgebung<br>Diese enge Verzahnung ermöglicht es, Tumore funktionell zu charakterisieren und Behandlungsansätze gezielt zu kombinieren – ein entscheidender Schritt hin zu personalisierten Krebstherapien.</p><p>Der Erfolg von iFIT trug maßgeblich dazu bei, dass Tübingen Standort des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) wurde. Gemeinsam schaffen iFIT und NCT-SüdWest ideale Bedingungen, um neue Krebstherapien frühzeitig in klinischen Studien zu prüfen und damit Patientinnen und Patienten früher den Zugang zu innovativen Krebstherapien zu ermöglichen.</p><p>Mit seinem vernetzten und interdisziplinären Ansatz steht iFIT für Krebsforschung auf Weltniveau. Ziel bleibt es, die Entwicklung wirksamerer Therapien voranzutreiben, die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten zu verbessern und langfristig die Belastung durch Krebserkrankungen zu senken.</p><h3>Drei neue Professorinnen und Professoren im Cluster Maschinelles Lernen</h3><p>Die Forschenden des Exzellenzclusters <strong>Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft </strong>entwickeln Computeralgorithmen im maschinellen Lernen, um wissenschaftliche Entdeckungen in ganz unterschiedlichen Disziplinen voranzutreiben.</p><p>In der jetzt beginnenden zweiten Förderperiode wird der Cluster unter anderem drei neue Professorinnen und Professoren einstellen – an den Schnittstellen zwischen maschinellem Lernen und der Physik, der Wirtschaftswissenschaft und der Philosophie und Ethik. Außerdem arbeiten die Forschenden daran, Netzwerkprojekte innerhalb des Clusters zu entwickeln, um die Zusammenarbeit zwischen dem maschinellen Lernen und den Fachwissenschaften zu stärken. Hier werden Expertinnen und Experten des maschinellen Lernens zum Beispiel mit Forschenden aus der Medizin oder der Kulturwissenschaft zusammenarbeiten. In jedem Projekt sollen drei bis vier Doktorandinnen und Doktoranden eingestellt werden.</p><p>Die Zusammenarbeit des Clusters mit dem <span lang="en" dir="ltr">African Institute for Mathematical Sciences </span>(AIMS) soll in den kommenden sieben Jahren weiter ausgebaut werden. Im Zentrum steht hier eine neue Forschungsgruppe, die ihren Sitz in Kigali, Ruanda, haben wird, und gemeinsam von AIMS sowie der Universität Tübingen und dem Cluster eingerichtet und betrieben wird.</p><h3>CMFI plant allein im Jahr 2026 die Vergabe von zehn Grants</h3><p>Der Exzellenzcluster<strong> Kontrolle von Mikroorganismen zur Bekämpfung von Infektionen</strong>, kurz CMFI, ist im Januar in seine zweite Förderphase gestartet. Er setzt damit seine innovative Forschung im Kampf gegen Infektionskrankheiten fort. In der ersten Phase, die 2019 begann, hat die interdisziplinäre Zusammenarbeit von etwa 150 Forschenden zu bahnbrechenden Erkenntnissen geführt, die unser Verständnis der mikrobiellen Wirkmechanismen grundlegend verändert haben. So konnte sich das Cluster als international führendes Zentrum für Infektionsforschung etablieren. Das spiegelt sich in mehr als 350 Publikationen, fünf neuen Professuren, neun Nachwuchsgruppen, 37 abgeschlossenen Promotionen und über 550 Medienerscheinungen seit 2019 wider.</p><p>Das CMFI strukturiert seine Forschungsbereiche neu, um den Entwicklungen der vergangenen Jahre gerecht zu werden. Die Translation, also die Anwendung der Forschungsergebnisse in der klinischen Praxis, ist nun in alle Bereiche integriert. Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem auf bakteriellen Oberflächenstrukturen und der Suche nach neuartigen natürlichen Wirkstoffen und Mechanismen. KI-gestützte Methoden und Hochdurchsatz-Analysen haben an Bedeutung gewonnen. Auch in der zweiten Förderphase unterstützt das CMFI mit umfangreichen Ressourcen vier Technology Platforms an der Universität. Diese sind mit Spitzentechnologie und Fachpersonal ausgestattet und werden neue Methoden entwickeln.&nbsp;</p><p>Besonders erfolgversprechende Forschungsvorhaben werden weiterhin über interne Grants gefördert. Allein in diesem Jahr werden etwa zehn Grants vergeben. 15 Doktoranden- und weitere Postdoc-Stellen werden besetzt, die Graduiertenschule IGIM weitergefördert. Die IGIM organisiert Summer Schools, den jährlichen Microbiology and Infection Biology Day und Workshops, um den wissenschaftlichen Nachwuchs zu vernetzen und auszubilden. Auch in der aktuellen Förderphase wird es neue CMFI-Nachwuchsgruppen und Professuren geben.</p><p>Für die kommenden Jahre sind zahlreiche Veranstaltungen geplant: das Mikrobiologische Kolloquium, internationale Konferenzen, eine mobile Mitmachausstellung, Beteiligung am Unijubiläum und Wissenschaftsjahr 2026 „Medizin der Zukunft“ sowie ein Labor für co-kreative Wissenschaftskommunikation.</p><p class="align-right"><i>Universität Tübingen</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-127740</guid><pubDate>Mon, 26 Jan 2026 16:08:38 +0100</pubDate><title>Populismus und Föderalismus – ziemlich beste Freunde?</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/populismus-und-foederalismus-ziemlich-beste-freunde-2/</link><description>Eine Podiumsdiskussion des Europäischen Zentrums für Föderalismus-Forschung und des Instituts für Rechtsextremismusforschung </description><content:encoded><![CDATA[<p>Das <strong>Europäische Zentrum für Föderalismus-Forschung (EZFF)</strong> stellte Mitte Januar in Zusammenarbeit mit dem <strong>Institut für Rechtsextremismusforschung (IRex)</strong> das „<strong>Jahrbuch des Föderalismus 2025“</strong> vor. Im Mittelpunkt der Veranstaltung in der Neuen Aula stand eine Podiumsdiskussion zum Thema <strong>„Populismus und Föderalismus – ziemlich beste Freunde?“.</strong></p><p><strong>Professorin Dr. Gabriele Abels, Sprecherin des Vorstandes des EZFF und Direktorin des Instituts für Politikwissenschaft (IfP)</strong>, präsentierte zunächst die Arbeit des EZFF sowie das aktuelle Jahrbuch und sein Schwerpunktthema vor. Im Anschluss diskutierte sie mit <strong>Katharina Thoms (Deutschlandradio) und Dr. iur. Alexander Gorskiy, LL.M. (Universität Tübingen, Hochschule Kehl und Hochschule Ludwigsburg)</strong> darüber, ob die föderalen Strukturen der Bundesrepublik dem Aufstieg populistischer Parteien etwas entgegensetzen oder stattdessen für die Untergrabung oder gar die Abwicklung des Rechtsstaats instrumentalisiert werden können. Moderiert wurde die Gesprächsrunde von <strong>Dr. Martin Große Hüttmann, geschäftsführendes Mitglied des Vorstandes des EZFF</strong>. In seiner inhaltlichen Einführung verwies er unter anderem auf die Debatte über eine Staatsmodernisierung und eine neue Föderalismusreform, die angesichts des stetigen Aufstieges der AfD zunehmend an Fahrt aufnimmt.</p><p>Katharina Thoms verwies in ihrem Eingangsstatement darauf, dass es der AfD immer häufiger gelinge, sich auf lokaler Ebene zu etablieren – etwa in Gemeinderäten – und dabei als weitestgehend „harmlos“ wahrgenommen zu werden. Dieser Gewöhnungseffekt führe de facto bei den anderen Parteien zu der Erkenntnis, dass eine Ausgrenzung bzw. Isolierung der Partei nicht länger funktioniere. Die AfD trage außerdem maßgeblich zu einer Radikalisierung des politischen Diskurses bei, was Medien in ihrer Berichterstattung zunehmend vor Herausforderungen stellt. Dies habe auch Auswirkungen auf andere Parteien, die ebenfalls zunehmend ihre Tonlage verschärfen.</p><p>Anschließend legte Alexander Gorskiy dar, welche Verfassungsstrukturen besonders anfällig für eine Unterwanderung bzw. Instrumentalisierung seien, und mahnte entsprechende Anpassungen an. Konkret verwies er auf die Staatsqualität und die Verfassungsautonomie der Bundesländer, durch die eine populistische Landesregierung erheblichen Spielraum bei der Umsetzung ihrer Politik hätte. Schon ein Bundesland, in dem eine populistische Partei an die Macht kommt, würde ausreichen, um den kooperativen Föderalismus in Deutschland zu erschüttern: Im Bundesrat und den Ministerpräsidenten- und Fachministerkonferenzen, in denen oftmals Einstimmigkeit erforderlich ist, wären die Folgen verheerend. Zugleich hätte eine populistische Landesregierung die Möglichkeit, die jeweilige Staatsorganisation zu ihren Gunsten umzubauen. Er betonte dabei, dass zahlreiche Kontrollmechanismen und die Gewaltenteilung &nbsp;- wie die Zusammensetzung von Landesgerichtshöfen) - in den Bundesländern oftmals nur durch Landesgesetze geregelt seien und somit leicht ausgehebelt werden können.</p><p>Gabriele Abels warf diesbezüglich ein, dass populistische Parteien auch aus der Opposition heraus bereits die Möglichkeit hätten, Verfassungsorgane zu behindern. Sie verwies dabei auf ihre eigenen Erfahrungen als Richterin am Verfassungsgerichtshof von Baden-Württemberg: Dieser würde häufig mit so vielen Anträgen der AfD geflutet werden, dass sie kaum noch zu bewältigen seien und das Gericht somit in seiner Arbeit erheblich behindert werde. Thoms ergänzte, dass die AfD mit ihrer Sperrminorität im Thüringer Landtag Richterwahlen blockieren und daraus politisches Kapital schlagen würde. Zugleich sei es schwierig, in der journalistischen Praxis mit diesen komplexen Sachverhalten umzugehen. Sie prangerte anschließend an, dass zwar häufig vor Wahlen darüber diskutiert werde, wie Verfassungsstrukturen resilienter gemacht werden könnten. Jedoch gebe es nie wirkliche Fortschritte, weil sich die anderen Parteien nicht einig werden – bis es zu spät sei. &nbsp;Sie warnte außerdem davor, dass eine AfD-geführte Landesregierung aus dem Medienstaatsvertrag austreten könnte.</p><p>Abels wies weiter darauf hin, dass man viele Lehren aus dem Vergleich mit anderen Ländern ziehen könne, und nannte konkret den regionalen Aufstieg der Freiheitlichen Partei Österreichs als Beispiel. Die häufige Hoffnung, dass eine rechtspopulistische und/oder systemfeindliche Partei in der Regierungsverantwortung „gezähmt“ werden könne, sei ein Trugschluss. Der Vergleich zu anderen Ländern zeige, dass eine Regierungsbeteiligung keine Entzauberung, sondern vielmehr Anerkennung mit sich bringe. Die Parteien könnten dann noch selbstbewusster auftreten und hätten zugleich die Möglichkeit, einen Staatsumbau zu ihren Gunsten voranzutreiben.</p><p>Alexander Gorskiy kritisierte zuletzt, dass man zahlreiche Schritte zur Stärkung der verfassungspolitischen Resilienz auf Bundes- und Landesebene (z.B. die Verankerung von Kontrollmechanismen in den Landesverfassungen) längt hätte vollziehen können – nun könnte es zu spät sein. Mit Blick auf die 2026 anstehenden Landtagswahlen zeigten sich alle drei Referent*innen besorgt und pessimistisch. Viele Entwicklungen würden sich bereits abzeichnen, doch die politischen Entscheidungsträger hätten es versäumt, sich entsprechend darauf vorzubereiten. Das System des kooperativen Föderalismus würde zwar zunächst noch fortbestehen, jedoch dürfte es Narben davontragen.</p><p class="align-right"><i>EZFF</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-127566</guid><pubDate>Wed, 21 Jan 2026 14:21:58 +0100</pubDate><title>Spitzenplatzierung für Tübinger Psychologie bei THE-Ranking nach Fächern</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/spitzenplatzierung-fuer-tuebinger-psychologie-bei-the-ranking-nach-faechern/</link><description>Sehr gute Rankingergebnisse auch für Informatik, Geisteswissenschaften, Lebenswissenschaften und Medizin</description><content:encoded><![CDATA[<p>Beim weltweiten „Times Higher Education (THE) World University Ranking by subject 2026“ hat sich die Psychologie an der Universität Tübingen erneut verbessert: Das Fach belegt jetzt weltweit Platz 48 und rückte gleichzeitig deutschlandweit auf Platz 2 vor.&nbsp;</p><p>Das Fach Informatik konnte sich in den weltweiten Top 100 etablieren und belegt in diesem Jahr Platz 89. Auch in Deutschland ist die Informatik mit Platz 7 erneut in den Top 10 vertreten.</p><p>Die Tübinger Geisteswissenschaften behaupten ihre Spitzenposition: sie belegen in Deutschland erneut Rang vier bzw. Platz 36 weltweit.</p><p>Auch die Tübinger Lebenswissenschaften und das Fach Medizin konnten beide beim THE-Ranking 2026 ihren 5. Platz in Deutschland erfolgreich verteidigen. International erreichen sie Platz 68 (Lebenswissenschaften) bzw. 99 (Medizin).</p><p>Die Tübinger Erziehungswissenschaft verteidigt ihren 3. Platz in Deutschland und ist auch weltweit mit Platz 68 sehr weit vorne platziert.</p><p><a href="https://www.timeshighereducation.com/world-university-rankings/by-subject" target="_blank" class="ut-btn ut-btn--color-primary-1" rel="noreferrer">Times Higher Education World University Ranking by subject 2026</a></p><p class="align-right">Maximilian von Platen</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-127443</guid><pubDate>Mon, 19 Jan 2026 13:20:38 +0100</pubDate><title>Neue Studie: Forschungsteam entdeckt mögliches Pestmassengrab bei Erfurt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neue-studie-forschungsteam-entdeckt-moegliches-pestmassengrab-bei-erfurt/</link><description>Erster gefundener Begräbnisort der Opfer des „Schwarzen Todes“ in Europa</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein interdisziplinäres Forschungsteam unter Beteiligung der Universität Tübingen hat deutliche Hinweise auf ein Massengrab der Pestzeit im Umfeld der mittelalterlichen Dorfwüstung Neuses bei Erfurt entdeckt. Es handelt sich dabei um den ersten durch systematische Suche gefundenen Begräbnisort der Opfer des „Schwarzen Todes“ in Europa. Die Studie unter Federführung der Universität Leipzig, des Leibniz-Instituts für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) sowie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung – UFZ ist gerade in der renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift „PLOS One“ erschienen.&nbsp;</p><p>Das wissenschaftliche Team hat historische Quellen, geophysikalische Messungen und Sedimentbohrungen miteinander kombiniert, um ein Massengrab zu identifizieren, das den schriftlich überlieferten Pestgruben aus dem 14. Jahrhundert entspricht.</p><h3>Ein neues Fenster in die verheerendste Pandemie Europas</h3><p>Der Pestpandemie von 1346 bis 1353, bekannt als „Schwarzer Tod“, fiel je nach europäischer Region bis zur Hälfte der mittelalterlichen Bevölkerung zum Opfer. In Mitteleuropa gehört Thüringen zu den östlichsten Regionen, die von der Pest betroffen waren. Zeitgenössische Chroniken berichten, dass während des Ausbruchs von 1350 rund 12.000 Tote in elf großen Gruben außerhalb der Stadt Erfurt bestattet wurden. Deren genaue Lage war jedoch bislang unbekannt. Mit elektrischen Widerstandskartierungen des Untergrundes und Sedimentbohrungen konnte das Team die Oberfläche der mittelalterlichen Landschaft rekonstruieren und eine großflächige Untergrundstruktur (etwa 10 Meter mal 15 Meter mal 3,5 Meter) mit stark durchmischtem Sediment sowie menschlichen Knochenfragmenten nachweisen. Radiokohlenstoffanalysen datieren die in den Bohrungen gefundenen menschlichen Überreste eindeutig ins 14. Jahrhundert. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass wir eines der in den Chroniken beschriebenen Pestmassengräber von Erfurt eindeutig lokalisiert haben. Endgültige Klarheit kann allerdings erst im Zuge einer geplanten archäologischen Grabung dieses Befundes erlangt werden“, erklärt Dr. Michael Hein, Hauptautor und Geograph an der Universität Leipzig.</p><p>„Eine große Errungenschaft der Studie besteht jedoch darin, dass dieser Fund nicht zufällig während einer Baumaßnahme, sondern im Rahmen einer interdisziplinären Prospektion gemacht wurde, die naturwissenschaftliche Methoden mit historischen Quellen verknüpft“, ergänzt Dr. Ulrike Werban vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ).</p><p>„Massengräber der Pestzeit sind einzigartige archäologische Momentaufnahmen der mittelalterlichen Gesellschaft und ihres Umganges mit Extremsituationen“, sagt Dr. Iris Nießen vom Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters an der Universität Tübingen. Ihr Kollege Dr. Lukas Werther ergänzt: „Die Erforschung der materiellen Zeugnisse derartiger Krisen hat eine lange Tradition in der Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit an der Universität Tübingen.“&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-127071</guid><pubDate>Fri, 09 Jan 2026 08:33:53 +0100</pubDate><title>Müll im Rhein: Rund 53.000 Teile passieren Köln täglich</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/muell-im-rhein-rund-53000-teile-passieren-koeln-taeglich/</link><description>Hochrechnungen eines bürgerwissenschaftlichen Projektes unter Leitung der Universität Bonn in Zusammenarbeit mit Umweltverein zeigen: Müllmenge höher als angenommen – Forscherin der Universität Tübingen beteiligt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Im Rhein schwimmt um ein Vielfaches mehr Müll als bislang angenommen. Forschende der Universitäten Bonn und Tübingen sowie der Bundesanstalt für Gewässerkunde haben gemeinsam mit dem Kölner K.R.A.K.E. e.V. über einen Zeitraum von 16 Monaten sogenannten Makromüll in einer deutschlandweit einmaligen schwimmenden Müllfalle gesammelt und klassifiziert. Hochrechnungen ergaben, dass rund 53.000 Teile Makromüll den Rhein in Köln täglich passieren. Einwegprodukte aus Kunststoff machen einen Großteil des Rheinmülls aus. Die Ergebnisse sind nun im Wissenschaftsjournal <i><span lang="en" dir="ltr">Communications Sustainability</span></i> veröffentlicht.</p><p>Wie viele Tonnen menschengemachter Müll sich in unseren Meeren befinden, ist nicht klar bezifferbar. Schätzungen gehen von mehreren Millionen Tonnen aus. Und jährlich kommt mehr Müll hinzu. Ein Großteil davon wird über die Flüsse in die Ozeane transportiert. „Um die wirkliche Menge einigermaßen abschätzen zu können, werden meist visuelle Zählungen von Makromüll durchgeführt. Im Rhein geschah das bisher aber auch nur vereinzelt“, sagt Dr. Leandra Hamann vom Bonner Institut für Organismische Biologie der Universität Bonn, die inzwischen an die <span lang="en" dir="ltr">University of Alberta</span> im kanadischen Edmonton gewechselt ist. „Bislang sind das überwiegend Beobachtungen vorbeischwimmender Müllteile – man kann sich leicht vorstellen, dass bei dieser Methode weniger auffällige oder tiefer schwimmende Teile nicht erfasst werden. Jetzt nutzen wir eine genauere, kontinuierliche Langzeitmethode.“</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-126744</guid><pubDate>Mon, 15 Dec 2025 14:52:57 +0100</pubDate><title>Neue Forschungsgruppe untersucht Maispflanzen unter multiplem Stress</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neue-forschungsgruppe-untersucht-maispflanzen-unter-multiplem-stress/</link><description>Förderung für Projekt in den Agrarwissenschaften an der Universität Göttingen mit Beteiligung von Tübinger Forschenden</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert eine neue Forschungsgruppe in den Agrarwissenschaften an der Universität Göttingen, an der auch Forschende der Universität Tübingen beteiligt sind. Unter dem Titel „Wirkungen und Mechanismen gleichzeitig auftretender, multipler abiotischer und biotischer Stressinteraktionen im Maisanbau“ untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Auswirkungen von multiplem Stress auf Physiologie und Leistungsfähigkeit von Mais. Die neuen Erkenntnisse sollen langfristig die Züchtung multistress-resistenter Maissorten unterstützen. Die Fördersumme liegt bei rund 5,4 Millionen Euro für zunächst vier Jahre.</p><p>Multiple Stress-Situationen im Pflanzenbau, insbesondere Kombinationen von abiotischen und biotischen Stressoren, stellen die Landwirtschaft angesichts des fortschreitenden Klimawandels und im Hinblick auf Ernährungssicherung vor enorme Herausforderungen. Während diese Stressarten gewöhnlich isoliert untersucht werden, treten sie in der Natur häufig gemeinsam auf und interagieren. Für die meisten Nutzpflanzen sind die zugrunde liegenden Mechanismen unter Feldbedingungen jedoch noch weitgehend unbekannt.</p><h3>Viele Umwelteinflüsse im Blick</h3><p>Die Forschungsinitiative zielt darauf ab, die Auswirkungen von multiplem Stress auf Physiologie und Leistungsfähigkeit von Mais zu untersuchen, insbesondere hinsichtlich Kornertrag, Biomassequalität und Ressourcennutzungseffizienz. Die zentralen Experimente finden in Deutschland und Kenia unter Feldbedingungen statt und kombinieren die Stressfaktoren Trockenheit, Stickstoffmangel mit der Blattkrankheit <i>S. Turcica</i> und dem Schädling Maiszünsler. „Das übergeordnete Ziel unserer Forschungsgruppe ist das mechanistische Verständnis multipler abiotischer und biotischer Stressinteraktionen im Maisanbau zu revolutionieren – mit dem Pflanzenbestand als Zielskala“, sagt Professor Reimund Rötter, Leiter der Abteilung Tropischer Pflanzenbau und Agrosystem-Modellierung und Sprecher der Forschungsgruppe.</p><p>Der Schwerpunkt in der ersten Phase der Forschungsgruppe liegt auf der Entwicklung und Anwendung eines neuartigen, prozess-basierten <span lang="en" dir="ltr">Models </span>zur Simulation von Pflanzenwachstum und -ertrag verschiedener Maissorten. „Ziel und Aufgabe dieses <span lang="en" dir="ltr">MultiStress Models </span>ist es, die experimentellen Ergebnisse über verschiedene Skalen vom Genom bis zum Pflanzenbestand zu integrieren und die so gewonnen interdisziplinären Erkenntnisse räumlich und zeitlich zu extrapolieren“, sagt Rötter.</p><h3>Forschende aus Tübingen verantwortlich für Feldversuche in Kenia</h3><p>Die Forschenden aus Tübingen werden 18 Foliengewächshäuser mit Bewässerungssystemen an der Jaramogi Oginga Odinga <span lang="en" dir="ltr">University of Science and Technology</span> in Kenia bauen. Professorin Michaela Dippold aus dem Fachbereich Geo- und Umweltnaturwissenschaften der Universität Tübingen bringt mit ihrem Team die Expertise zu Geosphären-Biosphären-Wechselwirken ein und verantwortet zugleich die Forschung zur Boden-Pflanzen-Interaktion. Dabei wird untersucht, ob sich Stressinteraktionen auf sehr fruchtbaren Standorten in mitteleuropäischem Klima in ähnlicher Weise auswirken und kompensiert werden können wie Stressinteraktionen auf sehr unfruchtbaren Tropenböden unter innertropischem Klima. Die Forschenden erhoffen sich davon bessere Strategien, die helfen mit dem häufigeren Auftreten multipler Stressoren im Rahmen des Klimawandels umzugehen.</p><p class="align-right"><i>Nach einer Pressemitteilung der Universität Göttingen</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-126435</guid><pubDate>Mon, 08 Dec 2025 14:10:28 +0100</pubDate><title>Ohne rasches Handeln ist Klimaneutralität bis 2045 kaum erreichbar</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/ohne-rasches-handeln-ist-klimaneutralitaet-bis-2045-kaum-erreichbar/</link><description>Interdisziplinäres Forschungsprojekt mit Tübinger Beteiligung gibt Empfehlungen zur CO2-Entnahme aus der Atmosphäre</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bis 2045 soll Deutschland laut Bundes-Klimaschutzgesetz treibhausgasneutral werden. Dafür reicht es nicht, Emissionen massiv zu senken: Es muss auch ein bedeutender Anteil an CO₂ aus der Atmosphäre entfernt werden. Über 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des interdisziplinären Großprojekts CDRterra haben in zehn Forschungsverbünden verschiedene CO₂-Entnahmemethoden (<span lang="en" dir="ltr">Carbon Dioxide Removal, CDR</span>) untersucht – von biologischen bis zu (geo-)chemischen Verfahren. Ein Verbund &nbsp;steht unter der Leitung von Professorin Dr. Kira Rehfeld (Fachbereich Geowissenschaften) und Dr. Matthias May (Fachbereich Chemie) von der Universität Tübingen. Das Team um die beiden Forschenden entwickelt ein Verfahren, Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu entnehmen und den enthaltenen Kohlenstoff mit künstlicher Photosynthese in langfristig lagerfähige Produkte umzuwandeln. Der Verbund, an dem auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums Berlin, des Karlsruher Instituts für Technologie, der TU Darmstadt sowie der Universitäten Stuttgart und Ulm beteiligt sind, firmiert unter dem Titel NETPEC, kurz für<strong></strong><span lang="en" dir="ltr"><strong>N</strong>egative<strong> E</strong>mission <strong>T</strong>echnologies based on<strong> P</strong>hoto<strong>E</strong>lectro<strong>C</strong>hemical Method</span>s. Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderte Programm CDRterra wird von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München koordiniert.</p><h3>CO₂-Entnahme braucht Tempo</h3><p>Die Forschenden entwerfen ein Szenario mit ambitionierten Transformationsmaßnahmen, in dem ab 2045 bis zu 80 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr durch verschiedene CDR-Verfahren gebunden werden – wenn bestehende und neue Ansätze kombiniert werden.</p><p>Bislang entzieht Deutschland der Atmosphäre nur einen Bruchteil davon. Selbst bei höchst ambitionierter Minderung werden ab 2045 immer noch 60 bis 130 Millionen Tonnen Restemissionen im Jahr bleiben, so Schätzungen. „Ohne ehrgeizige Emissionsminderungen und CO₂-Entnahme verfehlen wir unsere Klimaziele. Für den Hochlauf von CDR braucht es klare Regeln, den Ausbau neuer Methoden, den Schutz natürlicher Senken – und den Dialog mit der Gesellschaft“, sagt Julia Pongratz, CDRterra-Sprecherin und Professorin an der LMU.</p><h3>Etablierte Verfahren brauchen neue Gesetze</h3><p>Bewährte Verfahren wie Aufforstung und Agroforstwirtschaft oder Methoden des „<span lang="en" dir="ltr">Carbon Farmings</span>” wie der Zwischenfruchtanbau lassen sich kurzfristig umsetzen und beschleunigen die CO₂-Speicherung. Modellierungen zeigen, dass großflächige Aufforstungen den Klimawandel messbar bremsen können. Doch für eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad muss die heutige weltweite CO₂-Entnahme bis 2050 mindestens verdoppelt werden. In Deutschland verschärft sich dadurch der Wettbewerb um Flächen erheblich. Hinzu kommen rechtliche und strukturelle Hürden: So ist die Umwandlung von Grünland in Wald vielerorts untersagt, und Landwirtinnen und Landwirten fehlt oft das<span lang="en" dir="ltr"> Know-how </span>oder die langfristige Planungssicherheit.&nbsp;</p><h3>Innovative CDR-Verfahren mit Potenzial</h3><p>Um das Portfolio zu erweitern, haben die Forschenden auch neue Verfahren entwickelt. Potenzial sehen sie etwa in der künstlichen Photosynthese, die CO₂ mithilfe von Solarenergie in Kohlenstoffflocken umwandelt – effizienter als natürliche Prozesse. Vielversprechend sind auch neuartige Baustoffe auf Basis von Gabbro, Pflanzenkohle und biobasierten Kohlenstofffasern, die CO₂ speichern. Diese Optionen brauchen jedoch noch Entwicklungszeit.</p><p>Kira Rehfeld vom Tübinger NETPEC-Leitungsteam erläutert: „In unserem Projekt wollen wir die Herausforderung meistern, eine effiziente künstliche Photosynthese von energiearmen, kohlenstoffreichen Molekülen zu schaffen, um diese als feste oder flüssige Stoffe nahe der Erdoberfläche einzulagern.“ Dieses Verfahren könne insbesondere für Regionen Vorteile bieten, in denen CO2 nicht gasförmig verpresst oder abtransportiert werden kann.</p><p>„Mit künstlicher Photosynthese kann die Gesellschaft langfristig Klima- und Umweltfolgen durch eine flächennutzungseffiziente und energieautarke CO2-Entnahme reduzieren. Es bedarf aber weiterer Forschung, um aus den ersten Ergebnissen Prototypen zu entwickeln und großflächige Feldtests durchführen zu können“, betont Matthias May.</p><h3>Gesellschaft und Infrastruktur als Schlüssel</h3><p>CO₂-Entnahme ist auch eine technische Herausforderung, bei der Infrastruktur für CO2 Transport und Speicherung gut geplant werden muss. „Darüber hinaus ist sie eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Landwirtinnen und Landwirte, Industrie, Kommunen und Bürgerinnen und Bürger müssen von Anfang an beteiligt werden – nur so entstehen Akzeptanz und Vertrauen, die für die Umsetzung entscheidend sind“, betont LMU-Geograph Dr. Felix Havermann, wissenschaftlicher Koordinator bei CDRterra.<br>Das Fazit von CDRterra ist eindeutig: Um Treibhausgasneutralität zu erreichen, müssen Landnutzung und Landwirtschaft grundlegend reformiert, geeignete Infrastrukturen aufgebaut und die politischen Rahmenbedingungen geschaffen werden – im engen Dialog mit der Gesellschaft. So können auch vielfältige ökologische und gesellschaftliche Vorteile genutzt werden. Der Verbund appelliert: „Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren – die nächsten Jahre sind entscheidend.“</p><p class="align-right"><i>Nach einer Pressemitteilung der LMU München</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-126381</guid><pubDate>Fri, 05 Dec 2025 14:36:07 +0100</pubDate><title>Digitale Sammlung von Grundwortschätzen für 1.500 Sprachen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/digitale-sammlung-von-grundwortschaetzen-fuer-1500-sprachen/</link><description>Projekt der Heidelberger Akademie der Wissenschaften unter Tübinger Leitung schafft neue Grundlagen für die sprachwissenschaftliche Forschung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Mit dem Projekt „<span lang="en" dir="ltr">Global Basic Lexicon</span>“ (GloBasLex) der Heidelberger Akademie der Wissenschaften entsteht eine frei zugängliche digitale Datenbank, die für rund 1.500 Sprachen einen einheitlich erfassten Grundwortschatz bereitstellt. Das auf 15 Jahre angelegte und mit jährlich 520.000 Euro finanzierte Vorhaben steht unter der Leitung von Professor Dr. Gerhard Jäger vom Seminar für Sprachwissenschaft der Universität Tübingen. Die GloBasLex-Initiative wurde von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz des Bundes und der Länder bewilligt und in die Förderung im Akademienprogramm aufgenommen. Die Arbeiten starten im Jahr 2026.</p><p>Das Projekt hat ein klares Ziel: Es soll eine frei zugängliche, digitale Sammlung von Grundwortschätzen für rund 1.500 Sprachen der Welt erstellt werden. Für jede dieser Sprachen werden 1.000 grundlegende Begriffe erfasst. Neben einer einheitlichen Lautschrift wird die Datenbank auch Informationen darüber enthalten, wie die Wörter aufgebaut sind. Dadurch können Wörter leichter nachgeschlagen und statistisch ausgewertet werden.</p><p>Die Daten sollen nicht nur eine verlässlichere Grundlage für sprachtypologische Forschung bieten, sondern auch eine wichtige Basis für datengetriebene historische Sprachwissenschaft schaffen. Damit können neue Erkenntnisse über viele bisher wenig erforschte Sprachfamilien und Regionen gewonnen werden. Darüber hinaus ist die Datenbank GloBasLex auch für andere Wissenschaftsdisziplinen wertvoll, etwa für Kognitionswissenschaft, Archäologie oder Genetik, die eigene Forschungsergebnisse mit sprachlichen Mustern vergleichen.</p><p>Für die Öffentlichkeit wird GloBasLex als online zugänglicher Sprachatlas verfügbar sein. Er soll die Faszination für die sprachliche Vielfalt der Welt wecken – eine Vielfalt, die zunehmend bedroht ist – und das Bewusstsein für kleinere Sprachen stärken, sodass ein wichtiger Teil des kulturellen Erbes bewahrt wird.</p><p>Das gemeinsame Forschungsprogramm der deutschen Wissenschaftsakademien – das Akademienprogramm – dient der Erschließung, Sicherung und Vergegenwärtigung unseres kulturellen Erbes. Es ist derzeit das größte geistes- und sozialwissenschaftliche Forschungsprogramm Deutschlands und ist international einzigartig. Seit 1979/80 wird es von Bund und Ländern gemeinsam finanziert. Mit den in den Forschungsstellen erarbeiteten Editionen, Wörterbüchern und Textkorpora schaffen die Akademien zentrale Wissensspeicher für die Zukunft, die der Wissenschaft und der Öffentlichkeit – zunehmend auch digital – zur Verfügung stehen.</p><p class="align-right"><i>Pressemitteilung der Heidelberger Akademie der Wissenschaften</i></p><p class="align-right">&nbsp;</p><h3>Weitere Informationen</h3><ul class="ut-list ut-list--link-list"><li><a href="http://www.hadw-bw.de" target="_blank" rel="noreferrer">Heidelberger Akademie der Wissenschaften</a></li><li><a href="https://www.akademienunion.de/forschung/akademienprogramm/" target="_blank" rel="noreferrer">Akademienprogramm</a></li><li><a href="/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/seminar-fuer-sprachwissenschaft/arbeitsbereiche/allg-sprachwissenschaft/mitarbeitende/prof-dr-gerhard-jaeger/">Webseite von Gerhard Jäger</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-126339</guid><pubDate>Thu, 04 Dec 2025 13:22:05 +0100</pubDate><title>Religiöse Praxis und Liturgie in der Kolonialgeschichte</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/religioese-praxis-und-liturgie-in-der-kolonialgeschichte/</link><description>Theologen aus Erfurt und Tübingen organisierten internationales Fachgespräch an der Universität Erfurt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Eine neogotische Kirche in Daressalam, eine christliche Heilige aus den <span lang="en" dir="ltr">First Nations</span> in Ostkanada, die zwischen den Kulturen steht, Begräbnisriten der westafrikanischen Agni Sanwi in Begegnung mit dem Christentum – diese Beispiele erzählen von religiöser Praxis und Liturgie in der Kolonialgeschichte. Für eine Exploration dieses neuen Forschungsfeldes hatten die Liturgiewissenschaftler Professor Dr. Benedikt Kranemann von der Universität Erfurt sowie Dr. Dominik Abel und Professor Dr. Stephan Winter von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen am 27./28. November 2025 zu einem Fachgespräch in Erfurt eingeladen. Forschende, vor allem aus der Liturgiewissenschaft, der Kirchengeschichte und den Geschichtswissenschaften, aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, aber auch Indonesien und verschiedenen Ländern Afrikas waren der Einladung gefolgt.</p><p>Die christlichen Missionarinnen und Missionare, die im 19. und 20. Jahrhundert etwa in die deutschen Kolonien in Afrika kamen, brachten ihre eigenen Liturgien mit. Blieb das, was beispielsweise Benediktiner oder Jesuiten als lateinische Liturgie feierten, vom neuen kulturellen Kontext unberührt? Wie sahen die Räume für Gottesdienste aus, wie die Ikonographie? Wo nahmen die Menschen vor Ort freiwillig teil, wo gab es Zwang? Das Fachgespräch befasste sich mit Beispielen rituell-religiöser Praxis in Afrika und Kanada. Die religiöse Praxis anderer Kulturen sollte wahrgenommen, das bislang unbearbeitete Feld eigener, „westlicher“ Liturgiegeschichte erforscht werden.</p><p>Diese Geschichte zeigt Wirkung bis in die Gegenwart. Methoden der Liturgiewissenschaft, Begrifflichkeiten, theologische Konzepte, die in Theologie und Liturgiewissenschaft vertraut sind, müssen neu diskutiert werden. So wurde unter anderem vorgeschlagen, die komparative Liturgiewissenschaft mit Blick auf bislang marginalisierte Kulturen weiterzuentwickeln, Ansätze der <span lang="en" dir="ltr">Oral History</span> aufzunehmen und kritische Methoden in der Liturgiewissenschaft zu fördern. Zudem wurde die Frage nach geeigneten Quellen angesprochen, die sich mit Blick auf oral tradierende Kulturen nachdrücklich stellt. Hier könnte materiellen Zeugnissen der Liturgiegeschichte eine wichtige Rolle zukommen. Interessante theologische Perspektiven eröffnen sich, wenn die Kosmologie in Praktiken der<span lang="en" dir="ltr"> First Nations</span>, die Rolle von Familie oder Clan bei der Bewältigung von Sterben und Tod sowie die Verantwortung von Frauen für Rituale und Festpraktiken beachtet werden.</p><p>Das Bild der Missionierenden erwies sich als vielschichtig, aber auch das der Opfer. Mehrfach wurde angemahnt, Opfer kolonialer Gewalt auch in ihrer Widerständigkeit wahrzunehmen. Praktiken, die die Durchsetzung westlicher Liturgie durch französische Missionarinnen und Missionare in Kanada belegen, lassen Rückschlüsse auf die Praxis im Heimatland zu. Liturgie in den Kolonien wird so zum Spiegel für Verhältnisse in Europa. „Die Vernetzungen zwischen Europa und den Ländern des Globalen Südens erweitern den Blick auf eine Geschichte des Christentums“, so Dominik Abel. Man könne, mit dem indischen Historiker Dipesh Chakrabarty formuliert, von einer „Provinzialisierung Europas“ auch in der Liturgiegeschichte sprechen – was nach einer weiteren und vertieften Bearbeitung dieses Forschungsfeldes verlangt, die in Erfurt vereinbart wurde.</p><p class="align-right"><i>Tagungsbericht der Universität Erfurt</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Termine</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-126048</guid><pubDate>Thu, 27 Nov 2025 09:32:24 +0100</pubDate><title>Erfolg beim Eliteprogramm für Postdocs der Baden-Württemberg Stiftung</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/erfolg-beim-eliteprogramm-fuer-postdocs-der-baden-wuerttemberg-stiftung-1/</link><description>Förderung für Projekte in der Kunstgeschichte und den Geschichtswissenschaften</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Baden-Württemberg Stiftung fördert zwei Tübinger Forschungsprojekte mit ihrem „Eliteprogramm für Postdocs“: <strong>Dr. Saskia C. Quené (Kunstgeschichte)</strong> und <strong>Dr. Sabine Hanke (Geschichtswissenschaften)</strong> erhalten für die Laufzeit von maximal drei Jahren bis zu 200.000 Euro für eigene Forschungsvorhaben.</p><p>Das Programm unterstützt exzellente junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Qualifizierungsphase nach der Promotion, um wissenschaftliche Eigenverantwortung und Selbstständigkeit zu stärken. Übergeordnetes Ziel ist es, die Attraktivität Baden-Württembergs für die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zu erhöhen und sie als hochqualifiziertes Personal für die Hochschulen gewinnen zu können.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-125910</guid><pubDate>Mon, 24 Nov 2025 08:41:25 +0100</pubDate><title>Für Offenheit, Vielfalt und den freien Austausch von Ideen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/fuer-offenheit-vielfalt-und-den-freien-austausch-von-ideen/</link><description>Gemeinsam mit anderen Hochschulen beteiligt sich die Universität Tübingen an der Kampagne „Hochschulen zeigen Haltung“ </description><content:encoded><![CDATA[<p>Wissenschaftliche Erkenntnis entsteht durch kritisches Denken, durch das Ringen um die überzeugendsten Argumente und durch einen respektvollen Diskurs. Diese Prinzipien sind untrennbar mit den Werten der Meinungsfreiheit, der Menschenwürde, der Gleichberechtigung und der Rechtsstaatlichkeit verbunden. Gemeinsam bilden sie das Fundament unseres demokratischen Zusammenlebens. Wenn diese Werte in Gefahr geraten, müssen wir gemeinsam handeln.</p><p>Hochschulen sind offene soziale Räume, in denen Menschen unterschiedlicher Hintergründe zusammen studieren, arbeiten und forschen. Sie sind Orte der kritischen Reflexion – auch über gesellschaftliche Verhältnisse. Sie wirken so in die Gesellschaft hinein. Gleichzeitig sind sie Garanten für Innovation und gesellschaftlichen Fortschritt. Wie groß die gesellschaftliche Bedeutung von Hochschulen ist, zeigen auch die massiven Angriffe gegen sie, nicht nur in den USA, sondern auch hierzulande.</p><p>Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Studierende werden zunehmend verbal und sogar tätlich angegriffen. Politische Einflussnahme auf das Wissenschaftssystem und Hetze auf bestimmte Gruppen und Minderheiten nehmen zu. Wissenschaftliche Freiheit gerät mehr und mehr unter Druck.</p><p>Um dem entgegenzuwirken, ist die Universität Tübingen gemeinsam mit vielen anderen Hochschulen Teil der Kampagne „Hochschulen zeigen Haltung“.</p><ul><li>Positionspapier der Universität Tübingen zur <a href="/universitaet/profil/werte-und-visionen/meinungsfreiheit/" target="_blank">Meinungsfreiheit</a></li><li>Grundsätze zum <a href="/universitaet/profil/werte-und-visionen/antidiskriminierungsrichtlinie/" target="_blank">Abbau von Diskriminierung und strukturellen Barrieren an der Universität Tübingen</a></li><li>Ansprechparter/innen an der Universität Tübingen zum Thema <a href="/einrichtungen/gleichstellung/" target="_blank">„Gleichstellung“</a></li></ul><p>Die Kampagne wurde von einem breiten Netzwerk unterschiedlicher Diversitäts-, Gleichstellungs- und Antidiskriminierungsverbünde entwickelt, u.a. von der <a href="https://bukof.de/" target="_blank" rel="noreferrer">Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen (bukof)</a>, dem <a href="https://netzwerk-diversity.de/" target="_blank" rel="noreferrer">Netzwerk Diversity an Hochschulen</a> und dem <a href="https://www.uni-marburg.de/de/universitaet/administration/verwaltung/stabsstellen/adis/netzwerk-antidiskriminierung" target="_blank" rel="noreferrer">Netzwerk Antidiskriminierung an Hochschulen</a>.</p><p class="align-right">Universität Tübingen, Hochschulkommunikation / „Hochschulen zeigen Haltung“</p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-125787</guid><pubDate>Wed, 19 Nov 2025 13:41:33 +0100</pubDate><title>Das JUNO-Experiment liefert zwei Monate nach dem Start erste physikalische Ergebnisse</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/das-juno-experiment-liefert-zwei-monate-nach-dem-start-erste-physikalische-ergebnisse/</link><description>Universität Tübingen ist an Aufbau und Betrieb des unterirdischen Neutrinoobservatoriums in Südchina beteiligt – Ziel ist die Erforschung der elektrisch neutralen Elementarteilchen mit geringer Masse</description><content:encoded><![CDATA[<p>Auf einer Pressekonferenz in der chinesischen Stadt Jiangmen hat das Institut für Hochenergiephysik (IHEP) der Chinesischen Akademie der Wissenschaften am heutigen 19. November 2025 die erfolgreiche Fertigstellung des „Jiangmen <span lang="en" dir="ltr">Underground Neutrino Observatory</span>“ (JUNO) sowie die Veröffentlichung der ersten physikalischen Ergebnisse bekannt gegeben. Nach mehr als zehn Jahren Planung, Bau und internationaler Zusammenarbeit ist JUNO nun der weltweit erste große, hochpräzise Neutrino-Detektor der nächsten Generation, der seinen Betrieb aufgenommen hat.</p><p>Die ersten Daten zeigen, dass wichtige Kenngrößen des Detektors die Erwartungen vollständig erfüllen oder sogar übertreffen und JUNO für bahnbrechende Messungen in der Neutrinophysik bereit ist. Ein ausführlicher Artikel, der die Leistungsfähigkeit des Detektors beschreibt, wurde bei der Fachzeitschrift <i><span lang="en" dir="ltr">Chinese Physics C</span></i> eingereicht und am 18. November auf dem Preprint-Server arXiv veröffentlicht.</p><p>Prof. Wen Liangjian, Koordinator für Physikanalysen der JUNO-Kollaboration, stellte auf der Pressekonferenz die ersten physikalischen Ergebnisse des Experiments vor.</p><p>Mit den Daten, die zwischen dem 26. August und dem 2. November 2025 aufgenommen wurden – nach nur 59 Tagen effektiver Datennahme nach Inbetriebnahme – hat JUNO bereits die beiden sogenannten Sonnenneutrino-Oszillationsparameter, θ12 und Δm221, mit einer 1,6-fach besseren Genauigkeit gemessen als alle bisherigen Experimente zusammen.</p><h3>Messungen laufen wie vorgesehen</h3><p>Diese Parameter, die ursprünglich mit Neutrinos von der Sonne bestimmt wurden, können auch mit Antineutrinos aus Kernreaktoren präzise gemessen werden. Vergleicht man bisherige Ergebnisse der beiden Methoden, zeigt sich eine leichte Abweichung auf dem Niveau von 1,5 Sigma, die manchmal als Sonnenneutrino-Spannung bezeichnet wird und auf mögliche neue Physik hindeuten könnte. Die neue JUNO-Messung bestätigt diesen Unterschied, der nur durch das JUNO-Experiment unter Verwendung von Sonnen- und Reaktorneutrinos bewiesen oder widerlegt werden kann.</p><p>Ein ausführlicher Artikel über diese Ergebnisse wurde zur Veröffentlichung eingereicht und am 18. November auf dem Preprint-Server arXiv veröffentlicht.</p><p>„Dass wir diese Präzision bereits nach nur zwei Monaten Betrieb erreicht haben, zeigt, dass JUNO genau wie vorgesehen funktioniert“, sagt Yifang Wang, Projektleiter und Sprecher von JUNO. „Mit dieser Genauigkeit wird JUNO bald die Neutrino-Massenordnung bestimmen, das Drei-<span lang="en" dir="ltr">Flavour</span>-Oszillationsmodell testen und nach neuer Physik jenseits dieses Modells suchen können.“</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-125565</guid><pubDate>Fri, 14 Nov 2025 13:36:26 +0100</pubDate><title>Mehr Platz für Spitzenforschung – Neubau Cyber Valley I an die Universität Tübingen übergeben</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/mehr-platz-fuer-spitzenforschung-neubau-cyber-valley-i-an-die-universitaet-tuebingen-uebergeben/</link><description>Finanzminister Dr. Danyal Bayaz hat am Freitag (14. November) gemeinsam mit Wissenschaftsministerin Petra Olschowski den Neubau für die Cyber-Valley-Initiative (1. Bauabschnitt) an die Universität Tübingen übergeben.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ministerpräsident Winfried Kretschmann: „Das Cyber Valley steht exemplarisch für die Innovationskraft Baden-Württembergs und hat sich als einer der führenden Standorte für KI und Robotik in Europa etabliert. Hier gestalten Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft die Zukunft der Künstlichen Intelligenz im Einklang mit den europäischen Werten. Forschung, Lehre, Technologietransfer und Unternehmensgeist arbeiten hier innovativ Hand in Hand. Über die Cyber-Valley-Standorte Stuttgart, Tübingen und Karlsruhe hinweg schaffen wir einen gemeinsamen Campus, an dem Talente aus aller Welt forschen, lernen und gründen können. Damit bleibt unser Land nicht nur ein starker Partner für Bund und EU, sondern ein zukunftsweisender Impulsgeber für die digitale Transformation. Klar ist: Die Quellen unseres künftigen Wohlstands liegen in klugen Köpfen, neuen Ideen und verantwortungsvoller Technologie. Das Cyber Valley verbindet all dies auf vorbildliche Weise.“</p><p>Finanzminister Dr. Danyal Bayaz: „Spitzenforschung gehört zur DNA unseres Landes und ist eine wichtige Grundlage für unseren wirtschaftlichen Erfolg. Wenn die besten Ideen aus Baden-Württemberg kommen, haben wir alle Chancen, uns Quellen künftigen Wohlstands zu erschließen. Dazu zählt Künstliche Intelligenz. Das Cyber-Valley macht Baden-Württemberg als KI Standort international sichtbar.“</p><p>Wissenschaftsministerin Petra Olschowski: „Das Cyber Valley I steht für den Anspruch Baden-Württembergs, weiterhin führend in Forschung und Innovation auf dem Feld der Künstlichen Intelligenz zu sein. Hier entstehen neue Technologien, Start-ups und Kooperationen, die Wissenschaft und Wirtschaft enger verbinden. Damit stärken wir den Innovationsstandort Baden-Württemberg und gestalten die technologische Zukunft des Landes.“</p><p>Im Forschungsbau Cyber Valley 1 arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Tübingen AI Centers der Universität Tübingen und des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme unter einem Dach. Auch die Cyber Valley GmbH ist dort angesiedelt. Hier werden Ausgründungen von Technologie-Startups gefördert und der Austausch zwischen Forschung und Industrie unterstützt. Der Neubau bietet auf 6.400 Quadratmetern Platz für Grundlagenforschung, interdisziplinäre Kooperationen und Technologietransfer.</p><p>„Mit dem neuen Forschungsgebäude für das Cyber Valley setzt die Universität mit den beteiligten Partnern ein weiteres starkes Zeichen für den KI-Standort Tübingen und für das, was ihn so herausragend macht: Exzellente Grundlagenforschung, die den Sprung in die Anwendung schafft – durch die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern aus Wissenschaft und Industrie. Künstliche Intelligenz kann uns dabei unterstützen, zentrale Probleme der Gegenwart und Zukunft zu lösen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unserer Universität arbeiten an diesen Lösungsbeiträgen – von innovativen medizinischen Anwendungen bis hin zur verantwortungsvollen und ethischen Gestaltung von KI-Systemen. So entsteht Forschung, die nicht nur Wissen schafft, sondern auch konkret dazu beiträgt, das Leben der Menschen nachhaltig zu verbessern“, so Universitätsrektorin Prof. Karla Pollmann.</p><p>In dem kompakten Bau sind flexible Laborflächen, Hörsäle, Großraumbüros und öffentliche Lehr- und Veranstaltungsbereiche untergebracht. Das Atrium kann mit Hörsälen zusammengelegt werden. So ist das Gebäude multifunktional nutzbar.&nbsp;</p><p>Der Neubau ist mit einer Membrandachkonstruktion aus leichten Folienkissen überdacht. Im Gebäude wird auf hohe Energieeffizienz und auf Nachhaltigkeit gesetzt. Die Fassade kombiniert bauteilintegrierte Photovoltaik mit Sonnenschutzvorrichtungen. Auf dem Dach sind 1.000 Quadratmeter Photovoltaik installiert.&nbsp;</p><p>Das Land hat rund 77,2 Millionen Euro in den Neubau investiert. Vermögen und Bau Tübingen ist für das Projekt verantwortlich.</p><p class="align-right">Pressemitteilung Finanzministerium Baden-Württemberg</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-125556</guid><pubDate>Fri, 14 Nov 2025 10:37:25 +0100</pubDate><title>Interreligiöse Tagung zur Zukunft der Religionspädagogik</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/interreligioese-tagung-zur-zukunft-der-religionspaedagogik/</link><description>Forschende kritisieren: Christlich-orthodoxer Religionsunterricht noch immer nicht umgesetzt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bei einer internationalen Konferenz des interreligiösen Forschungsverbunds für religiöse Bildung an der Universität Tübingen diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Situation orthodoxer Kinder und Jugendlicher im Religionsunterricht. Die Tagung stand zugleich unter der Überschrift „Dialog und Kooperation – orthodoxe, evangelische, katholische und islamische Religionspädagogik: Motive, Potenziale, Zukunftsperspektiven“. Organisiert wurde die Veranstaltung am 7. und 8. November von den Tübinger Professoren Dr. Friedrich Schweitzer und Dr. Reinhold Boschki in Kooperation mit Professorin Dr. Fahimah Ulfat von der Universität Münster.</p><p>Weiterhin besuchen die orthodoxen Kinder und Jugendlichen bislang den evangelischen und katholischen Religionsunterricht, was sich jedoch bei genauerer Betrachtung als unbefriedigend erweist. Dieser Unterricht ist nicht auf diese Zielgruppe eingestellt und bietet auch wenig Information über das orthodoxe Christentum, seine Glaubensüberzeugungen und Traditionen. Obwohl es inzwischen fast 4 Millionen orthodoxe Menschen in Deutschland gibt, handelt es sich in Deutschland doch um eine Minderheit. In dieser Hinsicht teilen Orthodoxe die Erfahrungen von Musliminnen und Muslimen, für die allerdings in zunehmendem Maße ein Angebot an islamischem Religionsunterricht verfügbar ist. Offenbar ist es möglich und sinnvoll, auch Minderheiten ein solches Angebot zu machen. Auch bei der Ausbildung für den islamischen Religionsunterricht sind nicht zuletzt an der Universität Tübingen deutliche Fortschritte gemacht worden, während entsprechende Ausbildungsmöglichkeiten für den orthodoxen Religionsunterricht noch immer weithin fehlen.</p><p>Als vielversprechend wurde auch die religionspädagogische Kooperation zwischen der evangelischen und katholischen, der orthodoxen und der muslimischen Religionspädagogik angesehen. Auch wenn in allen vier Fällen ein eigenes Fach sinnvoll bleibt, gibt es doch viele Möglichkeiten für Dialog und neue Impulse aus einer solchen Zusammenarbeit. Angesichts erheblicher Vorurteile gegen andere Religionen – nicht nur im Verhältnis zur Orthodoxie, sondern auch zum Islam und zum Judentum – erscheint ein solches interkonfessionelles und interreligiöses Lernen besonders wichtig.</p><p>Voraussetzung für Kooperationen in der Schule bleibt aber die Einrichtung eines orthodoxen Religionsunterrichts, wie er in Deutschland bislang kaum stattfindet. Auch fehlt es an einer Ausbildung von Lehrkräften für den orthodoxen Religionsunterricht, beispielsweise gerade in Baden-Württemberg, wo es an keiner der Hochschulen eine Professur oder Dozentenstelle gibt, die für orthodoxe Religionspädagogik zuständig wäre. Rechtlich ist ein solcher Unterricht vorgesehen oder zumindest möglich, aber es fehlt die praktische Umsetzung.</p><p>Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler waren einhellig der Auffassung, dass es höchste Zeit ist, diesen Missstand zu beheben. Der deutsche Staat bleibe orthodoxen Kindern und Jugendlichen Wesentliches schuldig.</p><p class="align-right"><i>Interreligiöser Forschungsverbund für religiöse Bildung</i></p><h3>Weitere Informationen</h3><p>Webseiten des interreligiösen Forschungsverbunds für religiöse Bildung</p><ul><li><a href="/fakultaeten/katholisch-theologische-fakultaet/lehrstuehle/religionspaedagogik/religionspaedagogischer-forschungsverbund-tuebingen-muenster/">bei der Katholisch-Theologischen Fakultät</a></li><li><a href="/fakultaeten/evangelisch-theologische-fakultaet/lehrstuehle-und-institute/praktische-theologie/praktische-theologie-ii/kooperativ-interreligioesen-forschungsverbund-fuer-religioese-bildung/">bei der Evangelisch-Theologischen Fakultät</a></li><li><a href="https://www.uni-muenster.de/ZIT/Islamische_Religionspaedagogik_und_Fachdidaktik/Religionspaedagogischer_Forschungsverbund.html" target="_blank" rel="noreferrer">beim Zentrum für Islamische Theologie an der Universität Münster</a><br>&nbsp;</li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Termine</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-125235</guid><pubDate>Mon, 10 Nov 2025 10:24:31 +0100</pubDate><title>Synergy Grant des Europäischen Forschungsrats für anwendungsnahes Projekt in der Medizin</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/synergy-grant-des-europaeischen-forschungsrats-fuer-anwendungsnahes-projekt-in-der-medizin/</link><description>Tübinger Forschende wollen chronische Lebererkrankungen und Leberkrebs mithilfe der RNA-Editierung auf völlig neue Weise behandeln</description><content:encoded><![CDATA[<p>Leberkrankheiten sind weltweit auf dem Vormarsch. Die bisher unzureichenden Therapiemöglichkeiten will ein Forschungsteam unter der Leitung von Professor Thorsten Stafforst und Professor Mathias Heikenwälder vom Exzellenzcluster „<span lang="en" dir="ltr">Image-guided and Functionally Instructed Tumor Therapies“</span> (iFIT) der Universität Tübingen sowie Professor Erez Levanon von der Bar-Ilan-Universität in Israel in einem neuen Projekt „HepaModulatoR“ erweitern. Mithilfe der RNA-Editierung, einem gentechnischen Verfahren, wollen sie präzise, sichere und personalisierte Therapien gegen Fettleber, Entzündung und Leberkrebs entwickeln. Dafür haben sie einen <span lang="en" dir="ltr">Synergy Grant</span> des Europäischen Forschungsrats (ERC) eingeworben, der mit einer Projektförderung von zehn Millionen Euro über einen Zeitraum von sechs Jahren verbunden ist.&nbsp;</p><p>Mit den <span lang="en" dir="ltr">Synergy Grants </span>fördert der Europäische Forschungsrat Verbundprojekte, die aufgrund ihrer Komplexität von mehreren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und ihren Gruppen bearbeitet werden, um zu Durchbrüchen zu gelangen, die in Einzelprojekten nicht erreicht werden könnten.</p><h3>Umkehrbare Veränderung der Erbinformation</h3><p>Die Leber gilt als Stoffwechselzentrum des Körpers und besitzt die Fähigkeit, sich selbst zu regenerieren. Doch wenn sie aus dem Gleichgewicht gerät, sind die Folgen verheerend: Millionen von Menschen weltweit leiden unter Fettleber, Virusinfektionen oder anderen chronischen Schäden, die bis hin zu Leberkrebs führen können. Leberkrebs ist heute die vierthäufigste Krebstodesursache – und die Heilungschancen sind noch immer gering. Im Projekt HepaModulatoR will das Forschungsteam mithilfe modernster RNA-Technologien Lebererkrankungen sozusagen an ihrer molekularen Wurzel packen. Während sogenannte Gen-Scheren die DNA, also den stabilen Träger der Erbinformationen, dauerhaft verändern, nutzt die RNA-Editierung einen sanfteren Ansatz. Die Erbinformation der DNA wird in der Zelle regulär in die Zwischenstufe RNA umgeschrieben, nach deren Anleitung Proteine hergestellt werden. Die Veränderung der RNA bei der korrigierenden Editierung bleibt vorübergehend.</p><p>„Wir wollen Leberzellen dabei unterstützen, sich selbst zu helfen“, sagt Mathias Heikenwälder, wissenschaftlicher Direktor am M3 Forschungszentrum der Medizinischen Fakultät Tübingen und ausgewiesener Experte für Leberentzündungen. „Wenn wir Krankheitsprozesse frühzeitig und präzise steuern können, schaffen wir völlig neue Möglichkeiten in der Behandlung chronischer Lebererkrankungen.“ Thorsten Stafforst vom Institut für Biochemie der Universität Tübingen und Gründungsmitglied des Tübinger Zentrums für Gen- und RNA-Therapie betont: „Unsere Vision ist es, RNA-Medikamente zu entwickeln, die sich flexibel an verschiedene Krankheitsstadien anpassen lassen. Wir kombinieren molekulare Präzision mit medizinischer Praxisnähe – das ist einzigartig in Europa.“ Die Tübinger Forschenden und Erez Levanon arbeiten an dem gemeinsamen Ziel, neue RNA-Medikamente zu entwickeln, die Leberzellen in verschiedenen Krankheitsstadien neu programmieren – vom gestörten Stoffwechsel bis zum Tumorwachstum.</p><h3>Drei Ansatzpunkte gegen Lebererkrankungen</h3><p>Das Forschungsteam verfolgt drei Schwerpunkte. In der Frühphase soll der Leberstoffwechsel stabilisiert werden, damit sich Fette und Zucker nicht schädlich ansammeln. In mittleren Stadien will man chronische Entzündungen bremsen, um Lebergewebe zu schützen, und in späten Stadien, wenn Krebs entsteht, soll das Immunsystem aktiviert werden, um Tumorzellen gezielt zu vernichten. Diese Kombination aus Prävention, Regulation und Immunaktivierung könnte völlig neue Therapiepfade eröffnen – gerade für Patientinnen und Patienten, bei denen herkömmliche Behandlungen versagen.</p><h3>Spitzenforschung aus Tübingen</h3><p>Der iFIT Exzellenzcluster, dem beide Tübinger Forscher angehören, ist Deutschlands einziger onkologischer Exzellenzcluster, der sich vollständig der Krebsforschung widmet. Diese Umgebung bietet eine herausragende Infrastruktur und fördert die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen. Das Labor von Heikenwälder bringt jahrzehntelange Erfahrung mit Modellen für Leberentzündung und Krebs ein, während das Team von Stafforst als internationaler Pionier der RNA-Editierung gilt. Er hat auf diesem Gebiet auch die Biotech-Start-up-Firma AIRNA gegründet, in der die Verfahren der RNA-Editierung translational in die klinische Anwendung übertragen werden. Gemeinsam bündeln Stafforst und Heikenwälder ihre Kompetenzen, um den Leberstoffwechsel und das Immunsystem in verschiedenen Krankheitsstadien gezielt zu modulieren.</p><p>Langfristig soll das Projekt HepaModulatoR über die konkrete Forschung an Lebererkrankungen hinaus auch zeigen, dass RNA-basierte Medizin ein Werkzeug für viele Krankheiten sein kann – sicher, flexibel und auf den einzelnen Menschen zugeschnitten. „Wir stehen erst am Anfang“, sagt Heikenwälder. „Aber wenn wir verstehen, wie man die Sprache der Zellen auf RNA-Ebene richtig interpretiert und verändert, dann ist das nicht weniger als ein Paradigmenwechsel in der Medizin.“</p><p class="align-right"><i>Nach einer Pressemitteilung des Universitätsklinikums Tübingen/JE, Hochschulkommunikation</i></p>]]></content:encoded><category>Biochemie-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-125100</guid><pubDate>Wed, 05 Nov 2025 15:24:00 +0100</pubDate><title>Diversität, Inklusion und Ausschluss im Geschichtsunterricht thematisieren</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/diversitaet-inklusion-und-ausschluss-im-geschichtsunterricht-thematisieren/</link><description>Forschungsprojekt des Hector-Instituts für Empirische Bildungsforschung in Kooperation mit der Universität Oldenburg</description><content:encoded><![CDATA[<p>Warum wurden in der frühen Neuzeit bestimmte Frauen als Hexen verfolgt? Weshalb haben Menschen in verschiedenen Epochen andere Menschen versklavt? Und wie ist die Gesellschaft in vergangenen Zeitaltern mit Migrantinnen und Migranten umgegangen? Fragen wie diese, also nach dem gesellschaftlichen Ein- oder Ausschluss verschiedener Personengruppen, spielen auch im Geschichtsunterricht eine bedeutende Rolle. Wie eine gute Auseinandersetzung mit diesen Themen gelingen kann, welche Expertise dafür Lehrkräfte einsetzen können und wie sich diese auf die Schülerinnen und Schüler auswirkt, steht im Mittelpunkt des interdisziplinären Forschungsvorhabens „Geschichtsunterricht zum Thema Inklusion, Diversität und Exklusion“ (GUIDE). Leiter des Projekts sind der Bildungsforscher Prof. Dr. Ulrich Trautwein vom Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung der Universität Tübingen sowie der Sonderpädagoge Prof. Dr. Clemens Hillenbrand von der Universität Oldenburg. Das Bundesbildungsministerium fördert das bis März 2030 laufende Projekt in der Förderlinie „Umgang mit Vielfalt“ mit rund 850.000 Euro.</p><p>Im Fach Geschichte können Lehrkräfte ihren Schülerinnen und Schülern vermitteln, wie Vielfalt Gesellschaften schon immer verändert und bereichert, aber auch herausgefordert hat. Zudem kann Geschichtsunterricht zeigen, wie Ausschlussprozesse ungesteuert oder gesteuert ablaufen und welche oft destruktiven individuellen und gesellschaftlichen Folgen sie haben können. Als besonders wertvoll gilt Geschichtsunterricht dann, wenn er es schafft, Schüler:innen anhand konkreter historischer Fälle – etwa von Migration, Sklaverei oder der Hexenverfolgung – verallgemeinernde Einsichten zu Prozessen, Mechanismen und Zielgruppen von Ausschluss und Inklusion zu vermitteln.</p><p>Das Forschungsteam wird im Projekt GUIDE eng mit Weiterbildungszentren und Lehrkräften zusammenarbeiten und auf Erkenntnissen der Psychologie, Unterrichtsqualitätsforschung, Geschichtsdidaktik und Inklusionsforschung aufbauen, um ein neues Konzept für einen diversitätssensiblen Geschichtsunterricht zu erarbeiten. Methodisch verfolgen die Forschenden einen sogenannten Design-Based-Research-Ansatz. Dies bedeutet, dass sie auf Basis vorhandener geschichtsdidaktischer Unterrichtskonzepte ein systematisches Konzept der Lehrkräftequalifizierung mit konkreten Unterrichtshilfen zu Themen wie Ausschluss, Inklusion und Diversität entwickeln und anschließend in einer Feldstudie seine Wirksamkeit überprüfen. Die Feldstudie ist randomisiert, das heißt, die Forschenden erproben die Unterrichtskonzepte mit zufällig ausgewählten Teilnehmenden und werten anschließend deren Lernerfolg aus.</p><p>Als Maß für den Erfolg der Unterrichtshilfen gilt insbesondere ein verbessertes Verständnis der Schülerinnen und Schüler für historische und gegenwärtige Prozesse von Inklusion und Ausschluss gesellschaftlicher Gruppen. Auch soll das Konzept zu einer angstfreien Lernatmosphäre in einer diversen Klassengemeinschaft sowie zu fundierteren Kompetenzen aufseiten der Lehrkräfte beitragen. Die erprobten Unterrichtshilfen werden die Forschenden im Anschluss als kostenfrei verfügbare <span lang="en" dir="ltr">Open-Educational-Ressource-</span>Materialien (OER) den Geschichtslehrkräften online zur Verfügung stellen.</p><p class="align-right"><i>Nach einer Pressemitteilung der Universität Oldenburg&nbsp;</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-124476</guid><pubDate>Tue, 21 Oct 2025 16:38:09 +0200</pubDate><title>Premio Boulvert: International beste Nachwuchsarbeit zum Antiken Recht kommt aus Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/premio-boulvert-international-beste-nachwuchsarbeit-zum-antiken-recht-kommt-aus-tuebingen/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Tübinger Jurist Dr. Andreas Herrmann ist für seine Dissertation „Bereicherungsverbot und Gewalthaberhaftung. Zu den Klagen in id quod pervenit sowie in quantum locupletior factus est“ mit dem renommierten internationalen Wissenschaftspreis „Premio Boulvert“ ausgezeichnet worden. Seine Arbeit ist nach Meinung der Jury das beste monografische Erstlingswerk der Jahre 2022 bis 2024 im Bereich des römischen Rechts und der klassischen antiken Rechte.&nbsp;</p><h3><strong>Begründung</strong></h3><p>In der Begründung der 15-köpfigen internationalen Jury heißt es: „Ein hervorragendes Werk, das sich durch seinen originellen Ansatz zur Frage des Verbots der Bereicherung auf Kosten anderer auszeichnet und durch methodenstrenges Vorgehen sowie eine sorgfältige und gründliche Auslegung der Quellen neues Licht auf die Verwendung entsprechender Klauseln im Kontext der republikanischen quaestiones und der Stadtgesetze wirft.“</p><h3><strong>Hintergrund</strong></h3><p>Das römische Recht kennt Ersatzklagen eines Geschädigten nicht allein gegen dessen Schädiger, sondern in zahlreichen Fällen auch gegen Dritte, an die infolge der Schädigung ein Vorteil gelangt ist. Insbesondere wenn sich der Schädiger nicht mit Erfolg belangen lässt, richten die römischen Juristen die im Verhältnis zwischen dem Geschädigten und seinem Schädiger bestehende Klage gegen den Dritterwerber, soweit dieser etwas erlangt hat. Die dafür gängige Bezeichnung als „prätorische Bereicherungsklagen“ ist indes laut Herrmann irreführend: Die Konstruktion, mit der sich eine Klage in den Grenzen des Erlangten auf den Dritterwerber erstrecken ließ, geht nicht auf den Prätor, sondern bereits das republikanische Repetundenrecht zurück. Die Bezeichnung als Bereicherungsklagen geht fehl, weil vorrangig Schadensersatz bezweckt ist.</p><h3>Premio Boulvert&nbsp;</h3><p>Der Premio Boulvert wird vom „Consorzio Interuniversitario ‚Gérard Boulvert’ per lo studio della civiltà giuridica europea e la storia dei suoi ordinamenti“ und der Zeitschrift „Index“ alle drei Jahre verlieren, die XIII. Verleihung fand Ende August im Rahmen der 78. Jahrestagung der Société Internationale Fernand de Visscher pour l'Histoire des Droits de l'Antiquité (SIHDA) in Budapest statt.&nbsp;</p><p>Der Preis ist mit 12.000 Euro dotiert, zudem werden alle Preisträger mit der Medaille der Universität Neapel Federico II ausgezeichnet.&nbsp;</p><h3>Zur Person</h3><p>Dr. Andreas Herrmann ausgezeichnete Dissertation wurde betreut von Professor Dr. Thomas Finkenauer, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Römisches Recht und Europäisches Privatrecht der Juristischen Fakultät an der Universität Tübingen. Hier ist Herrmann als Akademischer Rat tätig und arbeitet aktuell an seiner Habilitationsschrift.</p><p class="align-right"><i>Maximilian von Platen</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-124470</guid><pubDate>Tue, 21 Oct 2025 15:18:53 +0200</pubDate><title>Buch über anti-asiatischen Rassismus im internationalen Open-Access-Programm gefördert</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/buch-ueber-anti-asiatischen-rassismus-im-internationalen-open-access-programm-gefoerdert/</link><description>Auszeichnung für den Tübinger Kulturwissenschaftler Kien Nghi Ha</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Sammelband <span lang="en" dir="ltr">„Anti-Asian Racism in Transatlantic Perspectives. History, Theory, Cultural Representations and Social Movements</span>“, herausgegeben von Dr. Kien Nghi Ha von der Abteilung für Koreanistik am Asien-Orient-Institut der Universität Tübingen, wurde im September 2025 für ein renommiertes Förderprogramm ausgewählt: das <span lang="en" dir="ltr">„Knowledge Unlatched Select 2026</span>“. Die Organisation <span lang="en" dir="ltr">„Knowledge Unlatched“</span> (KU) setzt sich für den offenen Zugang zu gesellschaftlich relevanten Wissensressourcen ein. Für <span lang="en" dir="ltr">KU Select</span> 2026 hat eine internationale Jury 200 aktuelle Titel aus den Geistes- und Sozialwissenschaften ausgewählt. Die prämierten Bücher werden mit etwa 8.800 Euro für eine <span lang="en" dir="ltr">Open-Access</span>-Publikation gefördert. Der von Kien Nghi Ha herausgegebene Band über anti-asiatischen Rassismus wurde gemeinsam mit anderen wichtigen Neuerscheinungen von international führenden Wissenschaftsverlagen für den Themenbereich <span lang="en" dir="ltr">„Inequalities in Social Contexts“</span> ausgewählt. Gegenwärtig wird das KU-Programm weltweit von 700 Bibliotheken und akademischen Institutionen sowie von mehr als hundert internationalen Verlagen durch Crowdfunding unterstützt.</p><p>Für den Herausgeber Kien Nghi Ha ist das eine weitere gute Nachricht, nachdem er bereits vom Goethe-Institut im Rahmen der aktuellen Online-Ausstellung „<a href="https://www.goethe.de/ins/vn/de/fvd.html" target="_blank" rel="noreferrer">Viet - Duc. 20 Gesichter, 20 Geschichten</a>“ porträtiert wurde. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der diplomatischen Beziehungen zwischen Vietnam und Deutschland stellt die Ausstellung die Lebenswege von Menschen vietnamesischer Abstammung vor, die auf ihrem Gebiet Besonderes geleistet haben. Kien Nghi Ha leiste mit seiner Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Forschung über kulturelle Identität und postkoloniale Verstrickungen, so der Ausstellungstext. Kien Nghi Ha ist promovierter Kultur- und Politikwissenschaftler, Kurator sowie ein vielfacher Buchautor mit den Schwerpunkten postkoloniale Studien, Migration und asiatische Diasporagemeinschaften. Er forscht über asiatische Diaspora, viet-deutsche Migration und Postcolonial Asien German Studies.</p><p>Kien Nghi Ha freut sich über diese Anerkennung und das Interesse an seiner Forschung, die auch in der Auszeichnung für seinen Sammelband zum Ausdruck kommt: „Das ist eine tolle Überraschung, da das Thema bisher wenig erforscht und öffentlich wahrgenommen wird. Ich hoffe, dass das Buch nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Einwanderungsgesellschaften einen Beitrag für diese international wichtige Debatte liefern wird.“</p><p>Während der COVID-19-Pandemie sorgten Sinophobie und antiasiatischer Hass für Schlagzeilen in den Medien. Die Autor*innen des Bandes diskutieren, wie antiasiatische Projektionen und kolonialrassistische Narrative die Moderne und westliche Einwanderungsländer geprägt haben. Dabei nutzen sie eine transatlantische Perspektive, um verschiedene Kerndimensionen des allgegenwärtigen antiasiatischen Rassismus zu thematisieren. Mit einem interdisziplinären Ansatz bringt dieser Band Historiker*innen, Sozialwissenschaftler*innen, Kulturanthropolog*innen, Medienwissenschaftler*innen, Bildungsforscher*innen und zivilgesellschaftliche Perspektiven aus betroffenen Communities zusammen. Gemeinsam bieten sie ein breites Spektrum an Erkenntnissen, die von historischen Kontexten und theoretischen Rahmenbedingungen bis hin zu aktuellen Fallstudien reichen.</p><p>Der Sammelband geht auf die Tagung „<span lang="en" dir="ltr">Anti-Asian Racism: History, Theory, Cultural Representations and Antiracist Movements</span>“ zurück, die 2023 von Kien Nghi Ha und You Jae Lee am <span lang="en" dir="ltr">Center for Korean Studies</span> der Universität Tübingen mit Unterstützung der Plattform <span lang="en" dir="ltr">Global Encounters</span> im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und Landes Baden-Württemberg und der <span lang="en" dir="ltr">Academy of Korean Studies</span> organisiert wurde. Bei dieser internationalen Konferenz diskutierten namhafte ausländische Gastwissenschaftler*innen wie etwa Lok Siu (<span lang="en" dir="ltr">University of California, Berkeley</span>), Qinna Shen (<span lang="en" dir="ltr">Bryn Mawr College</span>) und Rotem Kowner (<span lang="en" dir="ltr">University of Haifa</span>) zusammen mit Tübinger Wissenschaftler*innen wie etwa Bani Gill (Soziologie), Yewon Lee (Koreanistik), Tanja Thomas (Medienwissenschaft) und Bernd-Stefan Grewe (Geschichte).</p><p class="align-right"><i>Prof. Dr. You Jae Lee (Direktor der Koreanistik und des <span lang="en" dir="ltr">King Sejong Institute</span> Tübingen)</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-124194</guid><pubDate>Thu, 16 Oct 2025 09:58:44 +0200</pubDate><title>Was Knochen erzählen: Skelette aus Ostkroatien waren vermutlich römische Soldaten, die im Kampf starben</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/was-knochen-erzaehlen-skelette-aus-ostkroatien-waren-vermutlich-roemische-soldaten-die-im-kampf-starben/</link><description>Forschungsteam der Universitäten Zagreb und Tübingen sowie des Archäologischen Museums Osijek untersucht menschliche Überreste aus dem dritten Jahrhundert n. Chr. mit einer Vielzahl von Methoden</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bei sieben Individuen aus der Spätantike, die aus einem Brunnen in der früheren römischen Stadt Mursa, heute Osijek in Ostkroatien, geborgen wurden, handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um im Kampf getötete römische Soldaten. Unter der Leitung von Dr. Mario Novak vom Institut für Anthropologische Forschung in Zagreb, Kroatien, und von Professor Cosimo Posth von der Universität Tübingen untersuchte ein multidisziplinäres Forschungsteam die menschlichen Überreste. Die Forscherinnen und Forscher kombinierten bioarchäologische Methoden, Isotopenmessungen und Methoden zur Erfassung alter DNA, um den Krankheitszustand, die Ernährungsmuster und das genetische Profil der Menschen zu klären. Die direkte Radiokarbondatierung, die verfügbaren historischen und archäologischen Aufzeichnungen wie auch die biologischen und genetischen Charakteristika deuten darauf hin, dass die Männer Opfer eines katastrophalen Ereignisses in der sogenannten Reichskrise des dritten Jahrhunderts wurden. So oder auch als Zeit der Soldatenkaiser wird der Zeitraum von 235 bis 285 n. Chr. im Römischen Reich bezeichnet, in dem das Imperium mit mehreren inneren und äußeren Krisen konfrontiert wurde.</p><p>In der Spätantike gab es zwei große Schlachten nahe der heutigen Stadt Osijek in Ostkroatien, in der römischen Phase als Mursa bekannt. Die erste brach 260 n. Chr. aus, als Kaiser Gallienus den Anwärter auf den kaiserlichen Thron Ingenuus zurückdrängte. Die zweite Schlacht wurde zwischen dem Kaiser Constantius und dem Thronräuber Magnentius im Jahr 351 n. Chr. geschlagen. Diese Schlachten wurden von zeitgenössischen Quellen als zwei der blutigsten Schlachten in der Geschichte des Römischen Reiches bezeichnet mit Tausenden von Toten auf allen Seiten.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-123948</guid><pubDate>Fri, 10 Oct 2025 13:02:40 +0200</pubDate><title>Times Higher Education Ranking: Universität Tübingen festigt Platz in den Top 100 weltweit</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/times-higher-education-ranking-universitaet-tuebingen-festigt-platz-in-den-top-100-weltweit/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen hat im <span lang="en" dir="ltr">Times Higher Education (THE) Ranking</span> für 2026 hervorragend abgeschnitten und ihren Platz in den Top 100 weltweit bestätigt. In dem am 9. Oktober 2025 veröffentlichten Vergleich der weltbesten Universitäten konnte Tübingen sich dabei sogar leicht auf Position 98 verbessern. Im nationalen Vergleich belegt die Universität Tübingen erneut einen hervorragenden 8. Platz.&nbsp;</p><p>Insbesondere bei den wichtigen Indikatoren Qualität der Lehre und Internationalität konnte sich die Universität Tübingen im Vergleich zum Vorjahr erneut verbessern. Auch bei den Indikatoren Qualität der Forschung und Transfer (<i><span lang="en" dir="ltr">Industry</span></i>) erzielte Tübingen erneut Spitzenwerte.</p><p>Das <span lang="en" dir="ltr">Times Higher Education Ranking </span>gilt als eines der drei großen international anerkannten Rankings ‒ mit dem QS <span lang="en" dir="ltr">World Ranking</span> und dem Shanghai Ranking ‒ und als Gradmesser akademischer Qualität. Es bewertet 13 Performance-Indikatoren, wie beispielsweise Lehre, Forschung, Wissenstransfer oder internationales Renommee.</p><p>THE Ranking 2026: <a href="https://www.timeshighereducation.com/world-university-rankings/latest/world-ranking" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.timeshighereducation.com/world-university-rankings/latest/world-ranking</a>&nbsp;</p><p class="align-right"><i>Maximilian von Platen</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-123921</guid><pubDate>Fri, 10 Oct 2025 10:17:36 +0200</pubDate><title>Dr. Lukas Beichert mit Nachwuchspreis der Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung ausgezeichnet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/dr-lukas-beichert-mit-nachwuchspreis-der-novartis-stiftung-fuer-therapeutische-forschung-ausgezeichnet/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Neurowissenschaftler Dr. Lukas Beichert ist mit dem Graduierten-Preis der Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung ausgezeichnet worden. Die Stiftung ehrt damit einen vielversprechenden Nachwuchsforscher, der sich in seiner Arbeit mit dem Einsatz digitaler Bewegungsanalyse bei seltenen neurologischen Erkrankungen befasst. Seine Forschungsergebnisse helfen dabei, Krankheitsverläufe besser zu verstehen und ebnen den Weg für zukünftige Therapiestudien. „Ich freue mich außerordentlich über diesen Preis, der mich in meiner weiteren Forschung motiviert und unterstützt“, sagte Beichert aus Anlass der Preisverleihung.</p><p>Die Auszeichnung wird in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Fakultät Tübingen verliehen und ist mit 8.000 Euro dotiert. „Der Graduierten-Preis der Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung ist für uns eine großartige Möglichkeit, vielversprechende junge Ärztinnen und Ärzte für ihr Engagement in der Spitzenforschung auszuzeichnen“, sagte der Dekan der Medizinischen Fakultät, Professor Dr. Bernd Pichler: „Ich hoffe, dass dieser Preis weitere Medizinerinnen und Mediziner dazu motiviert, sich – beispielsweise mithilfe unserer <span lang="en" dir="ltr">Clinician Scientist Programme</span> – für eine Tätigkeit in der Grundlagenforschung oder der translationalen Forschung zu entscheiden.“ &nbsp;&nbsp;</p><p>Die Auszeichnung wurde Ende September beim <span lang="en" dir="ltr">Clinician Scientist </span>Event der Fakultät in der Universitäts-HNO-Klinik Tübingen verliehen. Die Medizinische Fakultät hatte den Preis im vergangenen Frühsommer ausgeschrieben. Auf die Ausschreibung hin waren insgesamt 46 Bewerbungen eingegangen. Davon erfüllten 45 Bewerberinnen und Bewerber die Kriterien der Ausschreibung: Die potenziellen Preisträgerinnen und Preisträger müssen einen Doktortitel besitzen und sich entweder in der Facharztweiterbildung befinden oder diese vor höchstens sechs Monaten abgeschlossen haben. Zudem ist ein Nachweis ihrer aktuellen Forschungstätigkeit erforderlich, etwa durch kürzlich erschienene Publikationen oder eingeworbene Drittmittel. Am Ende entschied das Los.&nbsp;</p><p>Beichert studierte ab 2011 zunächst Physik in Heidelberg und London. Nach dem Bachelor wechselte er 2015 zum Medizinstudium nach Tübingen, wo er Ende 2021 die staatliche Approbation als Arzt sowie den Dr. med. erwarb. Seit 2022 ist er in der Arbeitsgruppe von Professor Dr. Matthis Synofzik am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung tätig, die Therapiestrategien für ein breites Spektrum genetischer neurodegenerativer Erkrankungen entwickelt. Zudem arbeitet der Preisträger als Assistenzarzt in der Abteilung Neurologie mit Schwerpunkt Neurodegenerative Erkrankungen des Universitätsklinikums Tübingen, die von Professor Dr. Thomas Gasser geleitet wird. Beichert ist Teilnehmer am Tübinger <span lang="en" dir="ltr">Clinician Scientist Programm „Medical Innovation through Interdisciplinarity“</span>, das von der DFG gefördert wird. &nbsp;</p><p class="align-right"><i>Karl G. Rijkhoek</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-123741</guid><pubDate>Thu, 02 Oct 2025 10:02:27 +0200</pubDate><title>35 Jahre deutsche Wiedervereinigung: Neue Wanderausstellung „Generationen verbinden&quot;</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/35-jahre-deutsche-wiedervereinigung-neue-wanderausstellung-generationen-verbinden/</link><description>Auftakt für die am Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung der Universität Tübingen konzipierte Ausstellung in Köln</description><content:encoded><![CDATA[<p>Anlässlich des 35. Jahrestages der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 2025 zeigt die Demokratie-Stiftung der Universität zu Köln die am Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung der Universität Tübingen konzipierte Wanderausstellung „Generationen verbinden”. In Köln ist die Videoausstellung zum Themenschwerpunkt „Generation 1975 | Mit 14 ins neue Deutschland“ noch bis Ende November zu sehen. Auch an weiteren Orten in Deutschland wird die Ausstellung gezeigt, mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten.</p><h3><strong>Die Wanderausstellung “Generationen verbinden”</strong></h3><p>35 Jahre nach dem Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes und über 75 Jahre nach der Gründung zweier deutscher Staaten ist es wichtig, an die Verwerfungen und Verflechtungen der deutsch-deutschen Geschichte mit einem wertschätzenden Blick auf die Lebensgeschichten der Menschen in Ost- und Westdeutschland zu erinnern – das ist das Ziel der Wanderausstellung “Generationen verbinden”.&nbsp;</p><p>Videoinstallationen machen die Erfahrungen von Jugendlichen und jungen Menschen während der Wendezeit erlebbar: 26 Menschen, die 1975 geboren wurden, berichten in einer Videoausstellung von ihren Erfahrungen mit der Teilung Deutschlands, dem Mauerfall und ihrem persönlichen Neubeginn im vereinigten Deutschland. Sie stammen aus Brandenburg, Baden-Württemberg sowie Ost- und Westberlin und erinnern sich an die Umbrüche in ihrer Jugendzeit. Die in Köln gezeigte Ausstellung “Generation 1975 – Mit 14 ins neue Deutschland” ist eine von vier Themenschwerpunkten der Wanderausstellung.</p><p>Die Stimmen dieser Generation sind über eine Videoinstallation miteinander verbunden. Auf sieben Monitoren können Besucherinnen und Besucher den Zeitzeuginnen und Zeitzeugen begegnen und so die Erfahrungen der „Generation 1975“ miterleben. Die Personen in den Videos waren 14 Jahre alt, als die Mauer fiel – alt genug, um die Veränderungen bewusst wahrzunehmen, aber noch jung genug, um offen für neue Wege zu sein. Die Videoausstellung eröffnet so neue Perspektiven auf das vereinte Deutschland: Sie verbindet persönliche Geschichten mit der großen Geschichte und zeigt, wie unterschiedlich Herkunft und Prägungen aus Ost und West die Sicht auf das neue Land beeinflussten.</p><p><a href="https://uni-tuebingen.de/de/285195" target="_blank" class="ut-btn ut-btn--color-primary-1">Weitere Informationen zur Wanderausstellung “Generationen verbinden”</a></p><h3>Veranstaltungen zur Ausstellung in Köln</h3><ul><li>Am Dienstag, 21. Oktober 2025, findet um 17.00 Uhr im Hörsaal II des Uni-Hauptgebäudes eine Filmvorführung mit anschließendem Filmgespräch mit Dr. Christiane Bertram (Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung, Universität Tübingen) und Stefan Krauss (KRRO Film) statt.</li><li>Am Donnerstag, 13. November 2025, um 17.30 Uhr, findet im Neuen Senatssaal im Uni-Hauptgebäude das Podiumsgespräch „Ost und West im Zeitzeugengespräch: Geteilte Erfahrungen, umstrittene Erinnerungen?” statt. Es diskutieren Dr. Christiane Bertram (Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung, Universität Tübingen), Professorin Dr. Kerstin Brückweh (Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder) und Dr. Stefan Moitra (Deutsches Bergbau-Museum). Moderiert wird die Podiumsdiskussion von Juniorprofessorin Dr. Nicole Kramer und Jochen Pahl vom Historischen Institut der Universität zu Köln.</li></ul><h3>Weitere Stationen der Wanderausstellung</h3><figure class="table" style="width:900px;"><div class="table-rwd"><div class="table-rwd__overflow"><table style="background-color:transparent;"><tbody><tr><td style="border-top:1px solid rgb(221, 221, 221);padding:0.5rem 0.75rem;vertical-align:top;"><strong>Ort</strong></td><td style="border-top:1px solid rgb(221, 221, 221);padding:0.5rem 0.75rem;vertical-align:top;"><strong>Thema</strong></td><td style="border-top:1px solid rgb(221, 221, 221);padding:0.5rem 0.75rem;vertical-align:top;"><p><strong>Ausstellungs-</strong></p><p><strong>dauer</strong></p></td><td style="border-top:1px solid rgb(221, 221, 221);padding:0.5rem 0.75rem;vertical-align:top;"><strong>Vernissage</strong></td></tr><tr><td style="border-top:1px solid rgb(221, 221, 221);padding:0.5rem 0.75rem;vertical-align:top;"><a href="https://uocmaps.uni-koeln.de/?building=102" target="_blank" rel="noreferrer"><u>Universität zu Köln</u></a></td><td style="border-top:1px solid rgb(221, 221, 221);padding:0.5rem 0.75rem;vertical-align:top;">„Generation 1975“</td><td style="border-top:1px solid rgb(221, 221, 221);padding:0.5rem 0.75rem;vertical-align:top;"><p>01.10.2025 –&nbsp;</p><p>Ende November</p></td><td style="border-top:1px solid rgb(221, 221, 221);padding:0.5rem 0.75rem;vertical-align:top;"><p>01.10.2025,&nbsp;</p><p>10 Uhr</p></td></tr><tr><td style="border-top:1px solid rgb(221, 221, 221);padding:0.5rem 0.75rem;vertical-align:top;"><a href="https://share.google/56O4GDK4sr3t23f4L" target="_blank" rel="noreferrer"><u>Kulturzentrum KuBa, Saarbrücken</u></a></td><td style="border-top:1px solid rgb(221, 221, 221);padding:0.5rem 0.75rem;vertical-align:top;">„Eine Sache der Deutschen“</td><td style="border-top:1px solid rgb(221, 221, 221);padding:0.5rem 0.75rem;vertical-align:top;">01.10.2025 –<br>04.10.2025</td><td style="border-top:1px solid rgb(221, 221, 221);padding:0.5rem 0.75rem;vertical-align:top;">—</td></tr><tr><td style="border-top:1px solid rgb(221, 221, 221);padding:0.5rem 0.75rem;vertical-align:top;"><a href="https://share.google/XvPp4sQvfdycPbzXt" target="_blank" rel="noreferrer"><u>Brandenburg-Museum</u></a></td><td style="border-top:1px solid rgb(221, 221, 221);padding:0.5rem 0.75rem;vertical-align:top;">„Generation 1975“&nbsp;</td><td style="border-top:1px solid rgb(221, 221, 221);padding:0.5rem 0.75rem;vertical-align:top;">04.10.2025 – 22.03.2026</td><td style="border-top:1px solid rgb(221, 221, 221);padding:0.5rem 0.75rem;vertical-align:top;">02.10.2025,&nbsp;<br>18:30 Uhr</td></tr><tr><td style="border-top:1px solid rgb(221, 221, 221);padding:0.5rem 0.75rem;vertical-align:top;"><a href="https://maps.app.goo.gl/8FnYYMS5W2WPxvmN7" target="_blank" rel="noreferrer"><u>Villa Rot, Burgrieden</u></a></td><td style="border-top:1px solid rgb(221, 221, 221);padding:0.5rem 0.75rem;vertical-align:top;">„Generation Mauerbau“</td><td style="border-top:1px solid rgb(221, 221, 221);padding:0.5rem 0.75rem;vertical-align:top;">02.11.2025 – 08.02.2026</td><td style="border-top:1px solid rgb(221, 221, 221);padding:0.5rem 0.75rem;vertical-align:top;"><p>02.11.2025,&nbsp;</p><p>11 Uhr</p></td></tr><tr><td style="border-top:1px solid rgb(221, 221, 221);padding:0.5rem 0.75rem;vertical-align:top;"><a href="https://maps.app.goo.gl/8FnYYMS5W2WPxvmN7" target="_blank" rel="noreferrer"><u>Landtag Brandenburg</u></a></td><td style="border-top:1px solid rgb(221, 221, 221);padding:0.5rem 0.75rem;vertical-align:top;">„Nie eine Krise erlebt?“</td><td style="border-top:1px solid rgb(221, 221, 221);padding:0.5rem 0.75rem;vertical-align:top;">12.11.2026 – 21.12.2025</td><td style="border-top:1px solid rgb(221, 221, 221);padding:0.5rem 0.75rem;vertical-align:top;"><p>11.11.2025,&nbsp;</p><p>18 Uhr</p></td></tr></tbody></table></div></div></figure><h3>Projektleitung und Projektpartner</h3><p>Idee und Projektleitung liegen bei Dr. Christiane Bertram vom Hector-Institut für empirische Bildungsforschung der Universität Tübingen, die künstlerische Umsetzung übernimmt KRRO Film (Berlin). Alle Interviews sind außerdem im Archiv Deutsches Gedächtnis der Forschung verfügbar. Die bundesweite Wanderausstellung wird von der Bundesstiftung Aufarbeitung gefördert. Weitere Kooperationspartner sind die Stiftung Berliner Mauer, das Koordinierende Zeitzeugenbüro, das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg sowie die FernUniversität Hagen.</p><p class="align-right">Rebecca Beiter</p><h3>Kontakt</h3><p>Dr. Christiane Bertram<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,Ejtkuvkcpg0dgtvtcoBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2">Christiane.bertram<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-123600</guid><pubDate>Fri, 26 Sep 2025 12:16:36 +0200</pubDate><title>Mechanismus für die Beweglichkeit und den DNA-Transfer zwischen Bakterien entschlüsselt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/mechanismus-fuer-die-beweglichkeit-und-den-dna-transfer-zwischen-bakterien-entschluesselt/</link><description>Bakterien bewegen sich mithilfe von Bewegungsorganen, sogenannten Flagellen oder Pili, ständig fort, um neue Nischen zu besiedeln. Außerdem können sie durch den Austausch von DNA-Strängen Informationen austauschen und neue Fähigkeiten erwerben. In einer gemeinsamen Studie haben Forschende von Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und Eberhard Karls Universität Tübingen zusammen mit weiteren Partnern eine neue Familie von Signalproteinen entdeckt, die die bakterielle Beweglichkeit (Motilität) regulieren und zu DNA-Aufnahmemechanismen beitragen. Über ihre Ergebnisse berichten sie in zwei Veröffentlichungen in den Fachzeitschriften Cell Discovery und Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS).</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Bewegungsorgane (Pili) spielen eine wichtige Rolle bei der DNA-Aufnahme, mit denen verschiedene Bakterien genetische Informationen untereinander austauschen und so die „genomische Plastizität“ ermöglichen. Diese auch als „natürliche Kompetenz“ bezeichnete Fähigkeit beschreibt, dass Bakterienzellen DNA-Moleküle von anderen Bakterien – auch über Artgrenzen hinweg – aufnehmen und in ihr eigenes Genom integrieren können. Die Beweglichkeit der Bakterien und der DNA-Austausch tragen maßgeblich zur Pathogenität, zur Besiedlung von Wirten, zur Bildung von Biofilmen und zur Verbreitung von Antibiotikaresistenzen bei.</p><p>In zwei zusammenhängenden Studien entdeckte ein Forschungsteam um Jun.-Prof. Dr. Khaled Selim (Institut für Phototrophe Mikrobiologie der HHU und Exzellenzcluster CMFI der Universität Tübingen) eine neue Familie von Signalproteinen, die im Bakterienreich weit verbreitet sind. Neben der HHU und der Universität Tübingen waren die Universitäten in Gießen und in Freiburg, das Max-Planck-Instituts für Biologie Tübingen, die US-amerikanischen <span lang="en" dir="ltr">National Institutes of Health (NIH) </span>und die <span lang="en" dir="ltr">New Jersey Medical School</span> an den Arbeiten beteiligt. Die Forschenden stellten fest, dass die sekundären Botenstoffe c-di-GMP und c-di-AMP zusammen mit dem neu entdeckten ComFB-Rezeptorprotein sowohl die Motilität der Bakterien als auch die DNA-Aufnahme regulieren.</p><p>Doktorandin Sherihan Samir, Erstautorin beider Publikationen: „Die verschiedenen Arten von ComFB-Proteinen sind in der Lage, die Motilitäts-/DNA-Aufnahmesignale der Sekundärbotenstoffe c-di-GMP und c-di-AMP zu binden und zu integrieren.“ Gefunden wurden diese Eigenschaften unter anderem in Cyanobakterien, <i>Bacillus subtilis</i> und <i>Vibrio cholerae</i>, dem Erreger der Cholera.</p><p>Prof. Selim: „c-di-AMP gehört zu einer kürzlich entdeckten Klasse von ‚zyklischen Dinukleotid-Typ-Sekundärbotenstoffen‘, deren zelluläre Funktionen noch nicht vollständig verstanden waren. In unseren Studien zeigen wir, dass die ComFB-Proteine mit c-di-AMP und zusätzlich mit c-di-GMP binden können und für die Regulierung der genomische Plastizität und der bakteriellen Motilität unerlässlich sind.“</p><p>ComFB-Proteine sind im Bakterienreich weit verbreitet. Es ist noch unklar, welche anderen Gruppen von Bakterien – neben den untersuchten – diesen Mechanismus ebenfalls nutzen. „Sollten ihn auch andere pathogene Bakterien mit klinischer Relevanz nutzen, könnte dies den Weg für neue Strategien zur Bekämpfung multiresistenter Bakterien ebnen“, unterstreicht Selim.</p><h3>Originalpublikationen</h3><p>Sherihan Samir, Abdalla A. Elshereef, Vikram Alva, Jeanette Hahn, Frederik Eck, Louisa Celma, Eduardo S. Lopes, Kai Thormann, David Dubnau, Michael Y. Galperin, Khaled A. Selim. ComFB, a new widespread family of c-di-NMP receptor proteins. <i>PNAS</i> 122:38 (2025). <a href="https://doi.org/10.1073/pnas.2513041122" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1073/pnas.2513041122</a>&nbsp;</p><p>Sherihan Samir, Sofía Doello, Andreas M. Enkerlin, Erik Zimmer, Michael Haffner, Teresa Müller, Lisa Dengler, Stilianos P. Lambidis, Shamphavi Sivabalasarma, Sonja-Verena Albers &amp; Khaled A. Selim. The second messenger c-di-AMP controls natural competence via ComFB signaling protein.<i> Cell Discovery</i> 11:65 (2025). <a href="https://doi.org/10.1038/s41421-025-00816-x" target="_blank" rel="noreferrer"><span class="c-bibliographic-information__value">https://doi.org/10.1038/s41421-025-00816-x</span></a></p><p class="align-right"><i>Gemeinsame Pressemitteilung mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-123426</guid><pubDate>Fri, 26 Sep 2025 10:00:00 +0200</pubDate><title>Judith Feucht erhält Life Sciences Bridge Award 2025</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/judith-feucht-erhaelt-life-sciences-bridge-award-2025/</link><description>Auszeichnung für Arbeiten in der Krebsforschung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Judith Feucht, Professorin an der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen, erhält den <span lang="en" dir="ltr">Life Sciences Bridge Award 2025</span> der<span lang="en" dir="ltr"> Aventis Foundation</span>, mit 100.000 Euro eine der höchstdotierten Auszeichnungen für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler in Deutschland. Judith Feucht widmet ihre Forschung der Weiterentwicklung von CAR-T-Zelltherapien, die das Potenzial haben, Krebsbehandlungen grundlegend zu verändern. Herkömmliche T-Zellen sind darauf angewiesen, dass Krebszellen ihnen Antigene präsentieren. CAR-T-Zellen werden im Labor genetisch modifiziert und so mit einem antikörperähnlichen Rezeptor ausgestattet. Damit können sie Krebszellen gezielt erkennen und angreifen.</p><p>In ihrer Postdoktorandenzeit am <span lang="en" dir="ltr">Memorial Sloan Kettering Cancer Center</span> in New York von 2015 bis 2020 entwickelte Judith Feucht eine CAR-Variante, die die Wirksamkeit und Verträglichkeit von CAR-T-Zelltherapien präklinisch deutlich verbesserte. Ersten klinischen Studien zeigen, dass die Variante langlebiger, wirksamer und besser verträglich ist als herkömmliche CARs. Diese Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten – sie könnte nicht nur bei Blutkrebs, sondern auch bei soliden Tumoren wie Brustkrebs oder Mesotheliom, einem Tumor im Weichteilgewebe, zum Einsatz kommen.</p><p>Seit ihrer Rückkehr an die Universität Tübingen 2020 forscht Feucht als Wissenschaftlerin im onkologischen Exzellenzcluster „<span lang="en" dir="ltr">Image-guided &amp; Functionally Instructed Tumor Therapies</span>“ (iFIT) und ist seit 2023 Professorin für <span lang="en" dir="ltr">Cellular Immunotherapies in Cancer</span> an der Medizinischen Fakultät. Zudem ist sie als Ärztin in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin (Kinderheilkunde I) tätig.</p><p>2020 warb Judith Feucht einen prestigeträchtigen <span lang="en" dir="ltr">Starting Grant</span> des Europäischen Forschungsrats in Höhe von 1,8 Millionen Euro ein. 2022 wurde sie mit dem<span lang="en" dir="ltr"> Curious Mind Award</span> in der Kategorie <span lang="en" dir="ltr">„Life Sciences“ </span>vom Manager Magazin zusammen mit Merck ausgezeichnet und erhielt den Württembergischen Krebspreis der Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer-Stiftung. Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit setzt sie sich als Mentorin für die Förderung junger Forscherinnen und für die Vereinbarkeit von Familie und Karriere ein.</p><p>Die <span lang="en" dir="ltr">Aventis Foundation</span> ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie fördert Kunst und Kultur sowie Wissenschaft, Forschung und Lehre. Mit dem <span lang="en" dir="ltr">Life Science Bridge Award</span> will die Stiftung Nachwuchsforschende darin bestärken, auch unkonventionelle Ideen umzusetzen.</p><p class="align-right"><i>Steven Pohl / Exzellenzcluster iFIT</i></p><p><a href="https://www.feucht-leibold-labs.com/" target="_blank" class="ut-btn ut-btn--color-primary-1" rel="noreferrer">Weitere Informationen zu Judith Feuchts Forschung</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-123447</guid><pubDate>Mon, 22 Sep 2025 08:34:53 +0200</pubDate><title>DFG-Förderung: Wie Staphylokokken das Immunsystem überlisten</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/dfg-foerderung-wie-staphylokokken-das-immunsystem-ueberlisten/</link><description>Dr. Arnaud Kengmo Tchoupa, Forschender des Exzellenzclusters CMFI an der Universität Tübingen, erhält von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eine individuelle Projektförderung.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Bakterium <i>Staphylococcus aureus</i> ist ein häufig vorkommender Krankheitserreger, der die Haut und Schleimhäute des Menschen besiedelt. Oft ist der Erreger harmlos, doch vor allem seine antibiotikaresistenten Formen können schwere und manchmal lebensbedrohliche Infektionen verursachen. Neue Erkenntnisse zeigen, dass <i>S. aureus</i> aktiv Lipidspezies des Wirts umbaut und möglicherweise Lipidmediatoren (Lipokine) produziert, um der Immunerkennung zu entgehen. Durch die Entschlüsselung dieser komplexen Lipid-Interaktionen zwischen Wirt und Erreger wollen Arnaud Kengmo Tchoupa und sein Team herausfinden, wie das Bakterium im Wirt persistiert und Entzündungen verursacht.</p><p>"Wir freuen uns darauf, zu untersuchen, wie <i>S. aureus</i> die Lipidlandschaft des Wirts manipuliert. Durch die Aufdeckung dieser Mechanismen hoffen wir, neue Wege zu finden, um den Erreger für das Immunsystem sichtbar zu machen und die Strategien zur Vorbeugung und Behandlung von Entzündungen im Zusammenhang mit <i>S. aureus</i> zu verbessern", sagt Dr. Arnaud Kengmo Tchoupa.</p><p>Das neu geförderte Projekt "<span lang="en" dir="ltr">Host lipid landscape remodeling by </span><i><span lang="en" dir="ltr">Staphylococcus aureus</span></i><span lang="en" dir="ltr"> and its impact on infection and inflammation</span>" wird mit rund 278.000 € gefördert und etabliert ein weiteres innovatives Forschungsprogramm am CMFI.</p><p>Die gewonnenen Erkenntnisse könnten letztlich dazu beitragen, <i>S. aureus</i> für das Immunsystem auffindbar zu machen und so die vom Wirt ausgelöste Dekolonisierung zu erleichtern, oder neue Strategien zur Behandlung von Entzündungserkrankungen im Zusammenhang mit <i>S. aureus</i>-Infektionen liefern.</p><p class="align-right"><i>Leon Kokkoliadis / Exzellenzcluster CMFI</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-123354</guid><pubDate>Wed, 17 Sep 2025 14:50:58 +0200</pubDate><title>Die Bauern der Bronze- und Eisenzeit im Nahen Osten bewiesen ökologisches Fachwissen beim Anbau von Wein und Oliven</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/die-bauern-der-bronze-und-eisenzeit-im-nahen-osten-bewiesen-oekologisches-fachwissen-beim-anbau-von-wein-und-oliven/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Während der Klimaveränderungen der Bronze- und Eisenzeit haben Landwirte im Nahen Osten häufiger Weinreben als Olivenbäume bewässert. Ein internationales Team von Archäobotanikerinnen und Archäobotanikern unter Leitung der Universität Tübingen untersuchte verkohlte Pflanzenüberreste und fand so heraus, dass gezielt Bewässerung eingesetzt wurde, um den Anbau in Weinregionen aufrechtzuerhalten. Die Forschungsergebnisse weisen auf die Bedeutung der Wein- und Olivenproduktion für kulturelle und wirtschaftliche Zwecke in dieser Zeit hin. Die unter Beteiligung der Durham University, Großbritannien, realisierte Studie wurde in der Fachzeitschrift <i>PLOS One</i> veröffentlicht.</p><p>Das Forschungsteam untersuchte mehr als 1.500 Samen- und Holzkohleproben von Wein- und Olivenpflanzen aus der frühen Bronzezeit bis zur Eisenzeit (5.000 bis 2.600 Jahre v. Chr.). Die Proben stammen aus der Türkei, Syrien, Libanon, Jordanien und Israel.</p><p>„Wir haben festgestellt, dass der Vergleich der stabilen Kohlenstoffisotopenwerte in pflanzlichen Überresten – also jener Kohlenstoffvarianten, die nicht radioaktiv zerfallen – Aufschluss darüber gibt, wie viel Wasser den Pflanzen während ihres Wachstums zur Verfügung stand. Zudem lässt sich daraus ableiten, wie der Mensch durch Anpassung an Umweltbedingungen für eine möglichst hohe Pflanzenproduktivität sorgte“, erklärt Erstautorin Dr. Simone Riehl vom Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie der Universität Tübingen und dem Senckenberg <span lang="en" dir="ltr">Center for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> an der Universität Tübingen.</p><p>Dr. Katleen Deckers vom Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie der Universität Tübingen und Co-Autorin der Studie sagt: „Dies ist das erste Mal, dass die stabile Kohlenstoffisotopenmessungen an Holzkohle aus Olivenholz und Weinreben verwendet wurde, um auf ihre frühere Bewirtschaftung zu schließen. Mit der Studie zeigen wir, dass diese Messungen die Feuchtigkeitsbedingungen, denen die Pflanzen ausgesetzt waren, zuverlässig abbilden.“</p><p>Für die frühe Bronzezeit decken sich die so gemessenen Phasen des Wasserstresses, also eine Unterversorgung an Wasser, mit den saisonalen Veränderungen der Feuchtigkeit. In späteren Perioden schwankte der Wasserstress jedoch stärker. Gleichzeitig deutet das Vorkommen von Weintrauben und Oliven in trockeneren Regionen auf eine verbreitete Nutzung von Bewässerung hin.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-122919</guid><pubDate>Mon, 08 Sep 2025 09:23:23 +0200</pubDate><title>Forschung für gute Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/forschung-fuer-gute-arbeitsbedingungen-fuer-alle-beschaeftigten/</link><description>60 Jahre Institut für Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Versorgungsforschung</description><content:encoded><![CDATA[<p><i>Vom 9. bis 12. September 2025 feiert das Tübinger Institut für Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Versorgungsforschung (IASV) sein 60-jähriges Bestehen. Professorin Dr. Monika A. Rieger, seit 2008 Direktorin des Instituts, spricht im Interview über aktuelle und künftige Herausforderungen in der Arbeitsmedizin.</i></p><p><strong>Frau Professorin Rieger, die Arbeitswelt befindet sich in einem großen Wandel…</strong></p><p>Die Digitalisierung und die damit einhergehende Globalisierung haben erhebliche Auswirkungen auf die Arbeitswelt insgesamt und auch auf den einzelnen Arbeitsplatz, und das ist völlig unabhängig von der einzelnen Branche.</p><p>Ein Auto wird heute beispielweise nicht mehr komplett in einer Fabrik gebaut, sondern die verschiedenen Bauteile werden an verschiedenen Orten und teilweise weltweit produziert und am Ende an einem Ort zusammenmontiert. Aufgrund der Digitalisierung gelingt das ohne große Lagerkapazitäten – <i><span lang="en" dir="ltr">Just in time</span></i> – mit einer erheblichen Kostenreduktionen, trotz der unglaublich langen Lieferwege. Gleichzeitig führt das aber dazu, dass ein enormer Zeitdruck herrscht, weil diese Form der Produktion nur funktioniert, wenn alle Arbeitsprozesse global abgestimmt sind und keine Lieferverzögerungen auftreten, wie zuletzt während der COVID-19-Pandemie.</p><p>Die Digitalisierung und die damit verbundene Automatisierung bringen es aber auch mit sich, dass bestimmte Tätigkeiten ganz wegfallen, während andere Tätigkeiten komplexer und anspruchsvoller werden, weil die Beschäftigten die dafür erforderlichen Informationen nur digital über Computer erhalten. Das führt wiederum dazu, dass Menschen, die vorher einfache Tätigkeiten gut machen konnten, zum Teil Probleme auf dem Arbeitsmarkt bekommen.</p><p>Parallel erleben wir den demografischen Wandel unserer Gesellschaft: Menschen werden nicht zuletzt dank der verbesserten Lebensumstände und der guten Gesundheitsversorgung älter. Das führt allerdings dazu, dass chronische Erkrankungen zunehmen, der Anteil älterer Menschen steigt und wir deswegen alle länger arbeiten müssen, damit unsere Sozialversicherungssysteme weiterhin funktionieren. Diese längere Lebensarbeitszeit ist für viele Menschen gut möglich und auch gesundheitsförderlich, aber für andere eben nicht so gut. Letzteres gilt insbesondere im Hinblick auf körperliche Belastungen bei der Arbeit, das heißt solche Tätigkeiten, die z.B. zu einer Beanspruchung der Gelenke führen.</p><p><strong>Was untersucht die Arbeitsmedizin?</strong></p><p>Die Aufgabe der Arbeitsmedizin allgemein und auch unserer Forschung ist, Risiken für beruflich bedingte Erkrankungen früh zu erkennen und Vorschläge zu machen, wie wir gute Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten schaffen können - unter Berücksichtigung der genannten Dimensionen und Gegebenheiten.&nbsp;</p><p>Dazu gehört auch, genau hinzuschauen und nachzufragen, wenn Beschäftigte häufige Fehlzeiten haben bzw. sich oft krankschreiben lassen. Auch die Wiedereingliederung nach einer längeren Erkrankung ist Thema der Arbeitsmedizin, mit Schnittstellen zum Versorgungssystem und der zugehörigen Forschung.</p><p>Grundsätzlich sind gute Arbeitsbedingungen im Interesse der Unternehmen, der Beschäftigten und auch der Gesellschaft: für die Unternehmen sind geringe Fehlzeiten relevant, die Beschäftigten bleiben gesund und profitieren von den vielen positiven Effekten von Arbeit, und für die Gesellschaft bedeuten gesunde und arbeitsfähige Beschäftigte, dass diese länger arbeiten und entsprechend länger einen Beitrag zu unserem Sozialversicherungssystem leisten.&nbsp;</p><p>Global gesehen unterscheiden sich die Fragestellungen der Arbeitsmedizin: In noch wenig industrialisierten Gesellschaften mit einer großen Bedeutung des primären Wirtschaftssektors – z.B. Landwirtschaft und Bergbau – stehen die Themen Unfälle und schwere körperliche Arbeit im Vordergrund, zumal dort viele Menschen informell arbeiten, d.h. ohne Einbettung in ein Unternehmen, das für den Arbeitsschutz sorgt. In stärker industrialisierten Ländern kommen berufsbedingte Krebserkrankungen und Muskel-Skelett-Erkrankungen stärker in den Fokus, auch weil die Lebenserwartung in diesen Ländern steigt. Und bei zunehmender Verbesserung des Arbeitsschutzes und Zunahme des Dienstleistungsbereichs in den hochindustrialisierten Ländern werden die psychischen Erkrankungen bedeutsamer mit Blick auf die Arbeitsunfähigkeit. Die Vermeidung von Muskel-Skeletterkrankungen bleibt als Gegenstand der Arbeitsmedizin aber immer erhalten – sei es aufgrund einer möglichen arbeitsbedingten Überforderung z.B. in der Produktion oder Unterforderung z.B. durch langes Sitzen. &nbsp;Und natürlich wirken sich gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Krisen ebenfalls am Arbeitsplatz aus. Das haben wir beispielsweise im Rahmen der COVID-19-Pandemie erlebt und sehen es auch im Hinblick auf den Klimawandel.</p><p>Tatsächlich spielen für Arbeitgeber in Industrieländern Muskel-Skeletterkrankungen, Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen wie z.B. Diabetes sowie psychische Erkrankungen bei der Prävention am Arbeitsplatz die größte Rolle, da sie die meisten Fehlzeiten verursachen.</p><p><strong>Wie ergänzen sich Arbeitsmedizin und Betriebliche Gesundheitsförderung?</strong></p><p>Die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) hat eine andere Perspektive als die Arbeitsmedizin und kommt aus dem Bereich <i><span lang="en" dir="ltr">Public Health</span></i>. Sie schaut weniger nach den konkreten Arbeitsbedingungen, sondern vielmehr danach, dass die – arbeitende – Bevölkerung generell mehr auf eine gesunde Lebensweise und Ernährung achtet und macht dafür konkrete Angebote. Es geht häufig um Gesundheitsthemen, die zunächst nichts unmittelbar mit der Arbeit zu tun haben.</p><p>Im öffentlichen Dienst ist angesichts knapper Kassen häufig wenig Spielraum für die Gesundheitsförderung. Gewerbliche Betriebe können aktuell bis zu 600 Euro jährlich pro Beschäftigtem steuerfrei Leistungen erbringen zur Verhinderung und Verminderung von Krankheitsrisiken und zur Förderung der Gesundheit., und in wirtschaftlich guten Zeiten investieren sie häufig entsprechend in die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der eigenen Belegschaft. In einem wirtschaftlichen Abwärtszyklus, wie wir in momentan erleben, müssen die Unternehmen ihre Produktionskosten senken und mit globalen Unsicherheiten zurechtkommen, da muss dann unter Umständen auch an gesundheitsfördernden Maßnahmen gespart werden.</p><p>An der Universität, wo wir als Institut ja auch die betriebsärztliche Betreuung der Beschäftigten und Studierenden übernehmen, stehen wir im regelmäßigen Austausch mit den Personen, die im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung (an der Universität: <a href="/einrichtungen/zentrale-anlaufstellen-und-beratungsangebote/betriebliches-gesundheitsmanagement/">Betriebliches Gesundheitsmanagement BGM</a>) die verschiedenen Maßnahmen und Angebote koordinieren. Wir beraten dabei sowohl aus einer ärztlichen als auch aus unserer wissenschaftlichen arbeitsmedizinischen Perspektive, welche Angebote und Maßnahmen einen positiven Effekt auf die Gesundheit der Uni-Angestellten und Studierenden haben.</p><p><strong>Das Institut befasst sich auch mit den Bereichen Sozialmedizin (seit 1979) und Versorgungsforschung (seit 2011). Welche Themen stehen hier im Mittelpunkt?</strong></p><p>In der Sozialmedizin wird das Individuum in Hinblick auf seine persönliche Gesundheit und die dafür relevanten sozialen Faktoren wie Bildung, Geschlecht, Alter oder Herkunft betrachtet, das Ganze im Kontext unseres Sozialversicherungssystems. Untersucht wird die Frage, wie alle diese Faktoren individuelle Krankheitsentwicklungen und -verläufe bestimmen. Dieser Bereich kam mit der Berufung von Professor Friedrich Schmahl 1979 auf die Professur für Sozialmedizin ans Institut. Im Verlauf wurden die beiden Professuren für Arbeitsmedizin und Sozialmedizin in einer Professur zusammengefasst, und so blieb es auch bei meiner Berufung im Jahr 2009. Ich komme ursprünglich aus der Arbeitsmedizin, forsche aber viel an der Schnittstelle zur Sozialmedizin und zur Versorgungsforschung.&nbsp;</p><p>Die Versorgungsforschung beschäftigt sich damit, wie die Gesundheitsversorgung und die Krankenversorgung unter Alltagsbedingungen bestmöglich gestaltet werden können, im Hinblick auf die Patientinnen und Patienten. Das umfasst nicht nur die in der medizinischen Forschung häufigen Themen wie Schmerzreduktion oder Überlebensraten, sondern ganz vielfältige Dimensionen von Gesundheit wie etwa Lebensqualität oder – ganz wichtig - Teilhabe an der Gesellschaft: Wie muss eine Gesundheitsversorgung aussehen, damit Menschen nach einer Erkrankung wieder arbeiten oder in der Familie wieder Funktionen ausfüllen können? Hier gibt es Schnittstellen zum Bereich Arbeitsmedizin.&nbsp;</p><p>Zur Versorgungsforschung gehört ebenso die Frage, wie Beschäftigte in der Gesundheits- oder Krankenversorgung qualifiziert sein sollten, damit diese Ergebnisse bestmöglich ausfallen und zugleich aber die Leistungen auch finanzierbar sind.</p><p>Mit der Ansiedelung der Koordinierungsstelle Versorgungsforschung kam dieser Bereich 2011 hier am Institut hinzu, was sich auch im heutigen Namen widerspiegelt. An der Medizinischen Fakultät gibt es eine starke Kooperation mit der Allgemeinmedizin mit Frau Professorin Stefanie Joos, aber auch mit den Bereichen Pflegewissenschaft, Biometrie oder auch der Frauenklinik. Gerade beim Thema Frauengesundheit hat sich erst in jüngster Zeit die Erkenntnis etabliert, dass hier eine andere Art der Kranken- und Gesundheitsversorgung notwendig ist, zu der es noch sehr wenig Forschung gibt.&nbsp;</p><p>Und auch unser Engagement im Bereich Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an unserer Forschung über das <a href="https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/das-klinikum/einrichtungen/institute/arbeitsmedizin-sozialmedizin-und-versorgungsforschung/dialogforum" target="_blank" rel="noreferrer">Dialogforum „Gesunde Arbeit. Gesunde Zukunft “</a> und unsere Bürger*innen-Veranstaltungen entspringt der Versorgungsforschung.&nbsp;</p><p>Bei uns laufen aktuell Studien z.B. zur <a href="https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/das-klinikum/pressemeldungen/593" target="_blank" rel="noreferrer">Prävention beruflich bedingter Krebserkrankungen</a>, zum Einsatz von Exoskeletten am Arbeitsplatz oder zur guten Gestaltung von Steharbeit. Insbesondere während der COVID-19-Pandemie haben wir uns wissenschaftlich auch mit Auswirkungen von Masken am Arbeitsplatz beschäftigt (vgl. <a href="/universitaet/aktuelles-und-publikationen/forschungsmagazin-attempto/genug-luft-zum-atmen/">Attempto! 62/2025</a>).&nbsp;</p><p>Außerdem begleiteten wir in den zurückliegenden Jahren wissenschaftlich die digitale Umgestaltung der Arbeitsabläufe an einem großen Institut für Pathologie (vgl. <a href="https://open.spotify.com/episode/0B3qnSFW4jss2iplUF847z?si=sQGVDM3wQ3SFg4O5ZOpTvw&amp;nd=1&amp;dlsi=2be51beafebd4040" target="_blank" rel="noreferrer">Podcast "Auswirkungen der digitalen Transformation auf Beteiligte"</a>). Eine Erkenntnis war, dass diese Änderung der Arbeit sich auch auf das Bewegungsverhalten am Arbeitsplatz auswirkte: zwar fallen dort durch die Digitalisierung viele Gänge ins Labor weg, weil alles nur noch am Computer passiert. Die Beschäftigten merken aber, dass ihnen diese Bewegung fehlt, während sie vorher darüber geklagt haben, dass sie so viel hin und her gehen müssen.</p><p><strong>Welche weiteren Aufgaben übernimmt das IASV?</strong></p><p>Wir geben Empfehlungen für Politik und Unternehmen zur Arbeitsgestaltung, basierend auf unserer Forschungsarbeit.&nbsp;</p><p>Wir lehren im humanmedizinischen Fach Arbeits- und Sozialmedizin, aber zum Beispiel auch in den Studiengängen Medizintechnik, <span lang="en" dir="ltr">Population-Based Medicine</span> und Hebammenwissenschaften, im Schnitt sind das 345 Studierende allein in der Humanmedizin pro Jahr.&nbsp;</p><p>Wir qualifizieren Menschen in Gesundheitsberufen an der Schnittstelle von Arbeit und Gesundheit, bilden Betriebsärztinnen und Betriebsärzte aus und bieten für diese Gruppe auch Fort- und Weiterbildungen an.&nbsp;</p><p>Nicht zuletzt übernehmen wir die betriebsärztliche Versorgung für insgesamt 37.000 Beschäftigte, darunter die Beschäftigten der Universität Tübingen sowie alle Studierenden der Universität, inklusive der Medizinischen Fakultät.</p><p>Wir sind ein relativ kleines Team mit 38 Mitarbeitenden aus 20 unterschiedlichen Fächern, wie der Medizin, Medizintechnik, Sportwissenschaft, Soziologie oder Pflegewissenschaft. Die vielfältigen Aufgaben des Instituts können wir nur erfüllen, weil die interdisziplinäre Arbeit in diesem Team so gut funktioniert.</p><p>Die Arbeit des Instituts für Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Versorgungsforschung wird seit 2008 ermöglicht durch die institutionelle Förderung durch Südwestmetall, des Verbands der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg. Bei unserer Arbeit gibt es immer wieder Studien, für die die Anregung aus dem regelmäßigen Gedankenaustausch mit dem Verband oder einzelnen Firmen kommt oder bei denen wir eine Kooperation eingehen, aber: Wir sind in unserer wissenschaftlichen Arbeit und bei der Themenwahl völlig unabhängig, denn die Förderung basiert auf einem unrestricted grant. Da kann es schon einmal passieren, dass die Ergebnisse unserer Forschungsprojekte nicht zu politischen Forderungen aus dem Feld der Unternehmen passen. &nbsp;Unsere aktuelle institutionelle Förderung ist noch bis 31 März 2028 gesichert, sie soll aber zukünftig auf eine noch breitere Basis gestellt werden.</p><p><strong>Sprechen wir über das Programm zum 60. Geburtstag des Instituts…</strong></p><p>Bereits am Dienstag, 9. September, beginnt die Jubiläumswoche mit der international größten wissenschaftlichen <strong>Fachtagung zur Prävention arbeitsbedingter Muskel-Skelett-Erkrankungen (PREMUS 2025)</strong>, dazu kommen rund 250 Spezialisten aus der ganzen Welt nach Tübingen.&nbsp;</p><p>Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) gehören weltweit zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit. Sie werden auf der PREMUS-Tagung aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln, beispielsweise epidemiologisch oder aus der psychosozialen Perspektive betrachtet. Im Mittelpunkt stehen dabei die Aspekte Prävention, Diagnose und Behandlung, insbesondere die Rückkehr an den Arbeitsplatz nach einer entsprechenden Erkrankung.&nbsp;</p><p>Am Donnerstag, 11. September, schließt sich unser <strong>Jubiläumssymposium „60 Jahre IASV – Gesunde Arbeit im Wandel“</strong> an. Sie soll einen Ausblick geben, wie gesunde Arbeit in Zeiten von Digitalisierung, demografischem Wandel und neuen Belastungsformen zukünftig gestaltet werden kann und soll. Dazu werden innovative Präventionsansätze sowie ein neuer Risikoindex zur Bewertung von Steharbeit diskutiert. Ein Thema wird natürlich auch der Einsatz von Exoskeletten zur Entlastung des Rückens bei schweren Trage- und Hebetätigkeiten sein, denn hier in Tübingen forschen wir bereits seit langem dazu.</p><p>Besonders am Herzen liegt mir auch unser <strong>Bürger*innennachmittag unter dem Motto „Rücken, Gelenke &amp; Co. – Wie bleibe ich bei der Arbeit gesund?“</strong> Er bildet am Freitag, 12. September, den Abschluss des Jubiläums. Angeboten werden interaktive Mitmachstationen, z. B. Exoskelett-Demos und Bewegungsanalysen, Vorträge, aber auch Dialogrunden mit Forschenden, ganz im Sinne von <i><span lang="en" dir="ltr">Public Engagement</span></i>. Ziel ist es, Wissen verständlich zu vermitteln und Anregungen für gesundheitsbewusste Arbeitsweisen zu geben. Im Vordergrund stehen die Fragen, wie wir auch bei körperlich fordernder Arbeit langfristig gesund bleiben können und welche neuen Lösungen Forschung bietet. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist erforderlich.</p><p class="align-right">Das Interview führte Maximilian von Platen</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Termine</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-122871</guid><pubDate>Thu, 04 Sep 2025 10:26:37 +0200</pubDate><title>Zwei neue Starting Grants des Europäischen Forschungsrats in der Pflanzenforschung und Medizin</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/zwei-neue-starting-grants-des-europaeischen-forschungsrats-in-der-pflanzenforschung-und-medizin/</link><description>Hochdotierte Projektförderungen für eine Wissenschaftlerin und einen Wissenschaftler der Universität und des Universitätsklinikums Tübingen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Joel Frohlich vom fMEG-Zentrum für Fetale Magnetoenzephalographie der Medizinischen Fakultät und Dr. Clémence Marchal vom Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen haben jeweils einen sogenannten Starting Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) eingeworben. Starting Grants werden an exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aller Fächer früh in der Karriere – im Zeitraum von zwei bis sieben Jahren nach der Promotion – vergeben. Mit dem Grant ist eine fünfjährige Projektförderung von regulär bis zu 1,5 Millionen Euro plus eventuellem Mehrbedarf verbunden. Joel Frohlich will in seinem Projekt <span lang="en" dir="ltr">FETAL-MIND</span> mithilfe der Magnetenzephalographie erforschen, wie das Gehirn vor der Geburt soziale Eindrücke verarbeitet. Clémence Marchal wird im Projekt <span lang="en" dir="ltr">CooPAIRation </span>untersuchen, wie pflanzliche Immunrezeptoren optimiert werden können, um eine Grundlage für die Verbesserung von Krankheitsresistenzen bei Nutzpflanzen zu schaffen.</p><p>‚„Die stetigen Erfolge von Forscherinnen und Forschern der Universität Tübingen beim Einwerben der begehrten Starting Grants werfen Schlaglichter auf das große wissenschaftliche Potenzial, das in zahlreichen unserer Fächer vorhanden ist“, sagte Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen.‘</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-122712</guid><pubDate>Tue, 26 Aug 2025 11:29:20 +0200</pubDate><title>Towards a Transatlantic Roadmap for AI Regulation</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/towards-a-transatlantic-roadmap-for-ai-regulation-1/</link><description>Positionspapier von Forschenden aus den USA und Deutschland zu demokratischer KI-Governance </description><content:encoded><![CDATA[<p>Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Tübingen und der amerikanischen <span lang="en" dir="ltr">University of North Carolina at Chapel Hill</span> (UNC) trafen sich im März 2025 bei der interdisziplinären Tagung „<span lang="en" dir="ltr">Towards a Transatlantic Roadmap for AI Regulation</span>“, um gemeinsam über das Zusammenspiel von künstlicher Intelligenz und Regulierung zu diskutieren. Die Veranstaltung fand statt im Rahmen des Partnerschaftsprogramms der beiden Universitäten. In dem Positionspapier "<span lang="en" dir="ltr">AI Governance &amp; Democracy: A Statement of Principles and Transatlantic Research Goals</span>" wurden nun Ergebnisse und Forderungen der Tagung veröffentlicht. Darin haben die 20 Forschenden eine Reihe von Prinzipien und geteilten Forschungsziele festgehalten, die ihre interdisziplinären Sichtweisen und Expertisen bündeln und die zu weiterer Forschung sowie konkreten Maßnahmen im Feld der KI-Regulierung aufrufen. Es ist den Forschenden ein Anliegen, festzuhalten, dass sie sich weiterhin dem transatlantischen Dialog und der Verpflichtung auf gemeinsame demokratische Werte verschreiben. Sie sehen in der Verbindung der Innovationsstärke der USA mit EU-Standards zum Schutz der Menschenrechte einen Schlüssel zur Beantwortung der dringenden Herausforderungen bei der Gestaltung künstlicher Intelligenz zum Wohl der Gesellschaft.</p><p>Ein Kernelement sowohl der Tagung als auch des daraus entstandenen Positionspapiers ist die spezifische inter- und transdisziplinäre Perspektive auf das Zusammenspiel von KI-Entwicklungen, regulatorischen Vorgaben und gesellschaftlichen Dimensionen. Das Autorenteam betont, dass eine wirksame KI-Governance über technische Lösungen hinausgehen muss, um grundlegende Fragen der Machtverteilung, der sozialen Gerechtigkeit und der Menschenwürde anzugehen.</p><p>Entsprechend haben sich die Forschenden auf gemeinsame Prinzipien geeignet, denen die Regulierung und Gestaltung von KI folgen sollte.</p><p>Zu den wichtigsten Themen des Position Papers gehören:&nbsp;</p><ul><li>Gemeinsame demokratische Prinzipien für KI-Governance</li><li>Engagement für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit</li><li>Rahmenbedingungen für ein Gleichgewicht zwischen Innovation und Schutzmaßnahmen</li><li>Gestaltung von KI im Einklang mit Arbeitnehmerinteressen und dem Umweltschutz</li><li>Forschungsvorschläge in fünf kritischen Bereichen</li></ul><p>Die Stellungnahme kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, an dem Technologieunternehmen unterschiedliche KI-Entwicklungen vorantreiben, die mit demokratischen Werten in Konflikt geraten können. Sie legt einen wichtigen Grundstein für eine transatlantische und interdisziplinäre Perspektive auf KI und Regulierung. Dieser kann und muss zukünftig, abhängig von den politischen, industriellen sowie gesellschaftlichen Entwicklungen weiter ausgebaut und angepasst werden.</p><p>Die Initiative ist ein Beispiel für die laufende akademische Zusammenarbeit zwischen US-amerikanischen und europäischen Institutionen, auch wenn der Dialog zwischen den Regierungen in letzter Zeit Rückschläge erlitten hat. Der Forschungsrahmen bietet einen Fahrplan für die künftige transatlantische Zusammenarbeit zu KI-Governance und KI-Regulierung.</p><p class="align-right">Jana Hecktor, Lisa Koeritz und Prof. Dr. Jessica Heesen (Co-Autorinnen des Positionspapiers, alle Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften)</p><p><a href="https://uni-tuebingen.de/securedl/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE3NzkzMzA1MDUsImV4cCI6MTc3OTQyMDUwNSwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW4vVW5pX1R1ZWJpbmdlbi9FaW5yaWNodHVuZ2VuL0laRVcvMl9Gb3JzY2h1bmcvXzNfX01lZGllbmV0aGlrX19UZWNobmlrcGhpbG9zb3BoaWVfX0tJX19ORVVfL1Byb2pla3RlL1VOQy1JWkVXL3Bvc2l0aW9uX3BhcGVyX2FpLXJlZ3VsYXRpb24vQUktR292ZXJuYW5jZS1EZW1vY3JhY3lfQS1TdGF0ZW1lbnQtb2YtUHJpbmNpcGxlc18wODA1MjAyNS0xLnBkZiIsInBhZ2UiOjYxNzE0fQ.zfl9LeCJQRA4X1Ye0VinkJRASLcNbwxPLOWxDN54H9M/AI-Governance-Democracy_A-Statement-of-Principles_08052025-1.pdf" class="ut-btn ut-btn--color-primary-1">Positionspapier zum Download</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-122679</guid><pubDate>Fri, 22 Aug 2025 10:06:33 +0200</pubDate><title>Exzellenzcluster „Maschinelles Lernen“ als Sprungbrett für junge Forschende</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/exzellenzcluster-maschinelles-lernen-als-sprungbrett-fuer-junge-forschende-1/</link><description>Alle neun Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter des Clusters übernehmen Anschlussstellen, die ihre Karrieren voranbringen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Alle Forschenden, die am Exzellenzcluster „Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft“ als Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter angestellt sind oder waren, haben inzwischen Anschlussstellen erreicht, die sie auf ihrem wissenschaftlichen Weg voranbringen: Sie nahmen zum Beispiel eine Stelle als<span lang="en" dir="ltr"> Assistant Professor</span> an oder einen Ruf auf eine Professur mit <span lang="en" dir="ltr">Tenure-Track</span>. Damit hat der Exzellenzcluster sein Ziel erreicht, für die Forschenden während ihrer Zeit am Cluster bestmögliche Voraussetzung zu schaffen, sich innerhalb der Wissenschaft weiterzuentwickeln.&nbsp;</p><h3>Von Klimawissenschaften bis Medizin</h3><p>In der ersten Förderperiode von Januar 2019 bis Dezember 2025 hat der Exzellenzcluster insgesamt neun Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter eingestellt. Alle befanden sich noch in einem frühen Stadium ihrer wissenschaftlichen Laufbahn, sie hatten entweder erst kurz zuvor promoviert oder nach ihrer Promotion einige Jahre als Postdoktoranden oder in der Industrie gearbeitet. Die Schwerpunkte der Gruppen reichten von Themen wie „Maschinelles Lernen für nachhaltige Energiesysteme“ über „Menschliche und maschinelle Kognition“ bis hin zum Einsatz von maschinellem Lernen in der medizinischen Bildanalyse. Alle Gruppen haben mit ihren Arbeiten wesentlich zum Erfolg des Exzellenzclusters beigetragen und die Verbindungen zwischen dem maschinellen Lernen und anderen wissenschaftlichen Disziplinen gestärkt. &nbsp;</p><h3>Unsere Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter aus der ersten Förderphase werden ihre Laufbahn an folgenden Einrichtungen fortsetzen:</h3><ul><li><strong>Franz Baumdicker</strong> wechselt auf eine Professur an die Universität Gießen.</li><li><strong>Christian Baumgartner</strong> ist seit Februar 2024 als <span lang="en" dir="ltr">Assistant Professor</span> an der Universität Luzern in der Schweiz tätig.</li><li><strong>Katharina Eggensperger</strong> wird auf eine Professur an die TU Dortmund wechseln.</li><li><strong>Konstantin Genin </strong>hat ein Angebot der <span lang="en" dir="ltr">University of Utah in Salt Lake City, USA</span> als <span lang="en" dir="ltr">Assistant Professor</span> angenommen.</li><li><strong>Bedartha Goswami</strong> ist seit Oktober 2024 als <span lang="en" dir="ltr">Assistant Professor</span> am <span lang="en" dir="ltr">Indian Institute of Science and Education and Research (IISER)</span> in Pune in Indien tätig.</li><li><strong>Miriam Klopotek</strong> ist im April 2022 als Nachwuchsgruppenleiterin an die Universität Stuttgart gewechselt.</li><li><strong>Nicole Ludwig</strong> wechselt innerhalb der Universität Tübingen auf eine Professur am Tübingen<span lang="en" dir="ltr"> AI Center.</span></li><li><strong>Claire Vernade</strong> hat ein Angebot für eine Professur an der Technischen Universität Nürnberg angenommen.</li><li><strong>Charley Wu</strong> wechselt auf eine Professur an die Technische Universität Darmstadt.</li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-122394</guid><pubDate>Fri, 08 Aug 2025 11:07:59 +0200</pubDate><title>Tübinger Physiker mit KlarText-Preis für Wissenschaftskommunikation ausgezeichnet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebinger-physiker-mit-klartext-preis-fuer-wissenschaftskommunikation-ausgezeichnet/</link><description>Klaus-Tschira-Stiftung ehrt Felix Glang für Beitrag zu seiner Forschung zur Beschleunigung von MRT-Aufnahmen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Felix Glang erhält den KlarText-Preis für Wissenschaftskommunikation 2025 der Klaus-Tschira-Stiftung in der Kategorie Physik. Die Auszeichnung würdigt die allgemeinverständliche Darstellung der eigenen Doktorarbeit in einem Artikel oder einer Infografik. Glang ist eine von insgesamt acht Preisträgerinnen und Preisträgern, deren Beiträge aus knapp 200 Einsendungen ausgewählt wurden. Alle Prämierten erhalten ein Preisgeld von 7.500 Euro.</p><p>Felix Glang wurde 1994 in Nürtingen geboren. Er absolvierte sein Bachelor- und Masterstudium in Physik an der Universität Tübingen. Seine Promotion in Physik schloss er ebenfalls dort ab, mit seiner Doktorarbeit zum Thema „Dynamic Parallel Imaging for Fast MRI, and Optimization of CEST Methods for Metabolic MRI“, die er am Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik anfertigte. Seitdem ist er im dortigen Department für Hochfeld-Magnetresonanz als Postdoktorand tätig. Er forscht an neuen Methoden für die MRT-Bildgebung.</p><p>In seinem Beitrag „Je schneller, desto besser“ beschreibt Felix Glang seine Forschung zur Beschleunigung von MRT-Aufnahmen. Er hat spezielle Hochfrequenzspulen untersucht, die als Komponenten eines MRT-Geräts das Signal der Kernspins empfangen. Die untersuchten Spulen können ihre Empfangseigenschaften elektronisch und extrem schnell ändern. Mithilfe dieser neuen Technik lassen sich die Signale besser orten, sodass MRT-Bilder mit gleicher Qualität in kürzerer Zeit aufgenommen werden können. &nbsp;</p><p>Die Klaus-Tschira-Stiftung fördert Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik und möchte zur Wertschätzung dieser Fächer beitragen. Sie vergibt den KlarText-Preis für Wissenschaftskommunikation seit 1997; der Preis zeichnet Texte und Infografiken zu Arbeiten in den Kategorien Biologie, Chemie, Geowissenschaften, Informatik, Mathematik, Neurowissenschaften und Physik aus. Die Beiträge durchlaufen ein dreistufiges Juryverfahren und werden dabei von Medienschaffenden und Forschenden begutachtet. Die Preisverleihung findet am 13. November 2025 in Heidelberg statt; am selben Tag erscheinen die prämierten Artikel und Grafiken im KlarText-Magazin.</p><p class="align-right">Hochschulkommunikation nach Medieninformationen der Klaus-Tschira-Stiftung</p><p><a href="https://klartext-preis.de/" target="_blank" class="ut-btn ut-btn--color-primary-1" rel="noreferrer">Webseite zum KlarText-Preis für Wissenschaftkommunikation</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-122229</guid><pubDate>Fri, 01 Aug 2025 16:13:27 +0200</pubDate><title>Innovative Ideen mit ethischem Weitblick</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/innovative-ideen-mit-ethischem-weitblick/</link><description>Hochschul-Challenge „Ethical Innovation in Healthcare Technology“ feiert Abschluss-Event</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wie können digitale Innovationen im Gesundheitswesen verantwortlich gestaltet werden? Mit dieser Frage wandte sich das Netzwerk digitale Medizinethik der Universitäten Tübingen und Potsdam im Rahmen der Hochschulchallenge „<span lang="en" dir="ltr">Ethical Innovation in Healthcare Technology</span>“ im letzten Jahr an Studierende aus ganz Deutschland. Auf der Grundlage realer Fälle aus der Praxis sollten interessante Lösungen für ethisch kniffelige Konstellationen gefunden werden. Wo kann Künstliche Intelligenz die Kommunikation von Ärztinnen und Ärzten unterstützen? Wie könnte eine App für Demenzpatienten aussehen? Wie können Patientinnen während belastender Therapien durch Technologie unterstützt werden? ? Nun wurden am 3. Juli im großen Finale die Siegerinnen und Sieger ermittelt. Drei herausragende Studierendenteams präsentierten ihre innovativen Lösungsansätze zu den zentralen ethischen Fragestellungen in der Entwicklung digitaler Gesundheitstechnologien – und stellten diese vor einem interdisziplinären Publikum aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesundheitswesen zur Diskussion. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Keynote-Vortrag von Prof. Dr. Dr. Sabine Salloch (Medizinische Hochschule Hannover). Eine Jury aus Fachexpert*innen und Stakeholdern begleitete das Finale und bestimmte die Gewinnerin.</p><h3>Die Hochschulchallenge „Ethical Innovation in Healthcare Technology“</h3><p>Die Challenge, initiiert vom <span lang="en" dir="ltr"><strong>Digital Medical Ethics Network</strong></span> in Kooperation mit der &nbsp;<strong>ekipa GmbH</strong>, forderte Studierende bundesweit dazu auf, technologische Lösungsansätze für konkrete Anwendungsfälle im Gesundheitswesen zu entwickeln – stets mit einem besonderen Fokus auf ethische Aspekte wie Privatsphäre, die Autonomie von Nutzenden, die Berücksichtigung von Beziehungsverhältnissen und Fairness in der Technologieentwicklung. Weitere Informationen zur Challenge und den von renommierten Institutionen bereitgestellten praxisnahen Use Cases (z.B. Smart Hospital NRW, Sana Kliniken AG, widecare GmbH, Fraunhofer ZDD) sind online zu finden unter: <a href="https://app.ekipa.de/challenges/ethical-healthcare/brief" target="_blank" rel="noreferrer">https://app.ekipa.de/challenges/ethical-healthcare/brief</a>&nbsp;</p><h3>„SyncCare“ überzeugt mit App für integrative und inklusive Arzt-Patienten-Kommunikation</h3><p>Besonders überzeugen konnte die <strong>Siegerin des ersten Platzes Xinyi Guo</strong> mit ihrem Vorschlag „<strong>SyncCare</strong>“. Das Ziel der Erstplatzierten war es die digitale Arzt-Patienten-Kommunikation sicherer, einfacher und inklusiver gestalten: „SyncCare entstand aus dem Wunsch, Krankenhausaufenthalte für Patient*innen verständlicher und menschlicher zu gestalten. Gerade in schwierigen medizinischen Situationen braucht es nicht nur gute Versorgung, sondern auch Transparenz, Empathie und Klarheit“, so die Xinyi Guo. Ihre Lösung – eine mehrsprachige App – nutzt Künstliche Intelligenz, um komplexe medizinische Informationen und Behandlungsdokumente in leicht verständlicher Sprache aufzubereiten und barrierefrei zu kommunizieren. Die App richtet sich dabei insbesondere an Menschen mit Sprachbarrieren oder geringer Gesundheitskompetenz und zielt darauf ab, das Verständnis zu erleichtern, Vertrauen aufzubauen und so Patient*innen in klinischen Kontexten stärker in Entscheidungen einzubeziehen. So leistet „SyncCare“ einen wertvollen Beitrag zur patientenzentrierten Versorgung und ethisch reflektierten Digitalisierung im Gesundheitswesen.</p><h3>Ein Erfolg über verschiedene fachliche Disziplinen hinweg&nbsp;</h3><p>Mitveranstalter Florian Funer vom Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der Universität Tübingen zeigt sich zufrieden mit der Challenge. <strong>Über 150 Studierendengruppen und Innovator*innen</strong> von unterschiedlichen deutschen Hochschulen reichten ihre Lösungsansätze und Ideen ein. „Wir hatten Einreichungen aus den Bereichen Gestaltung, Technik und Gesundheitswissenschaften. Die Finalistinnen und Finalisten haben uns am Ende überrascht. Denn sie haben aus ihrer fachlichen Perspektive Lösungen für ethisch herausfordernde Anwendungsfälle entworfen und dabei ihre je eigenen Stärken ins Spiel gebracht.“ Die Challenge zeigt damit wie junge Talente technologisch kreative Ideen mit ethisch reflektierten und gut begründeten Lösungswegen verbinden können – eine Fähigkeit, die im Gesundheitswesen der Zukunft unerlässlich ist.</p><h3>Weitere Informationen</h3><p>Die Hochschul-Challenge „<span lang="en" dir="ltr">Ethical Innovation in Healthcare Technology</span>“ ist ein Teil des von der Volkswagen Stiftung geförderten Projekts <span lang="en" dir="ltr"><strong>Digital Medical Ethics Network</strong></span> (weitere Informationen zum Projekt und weiteren Maßnahmen finden Sie online unter: <a href="https://digitalmedicalethics.net/" target="_blank" rel="noreferrer">https://digitalmedicalethics.net/</a>). &nbsp;</p><p class="align-right">Maximilian von Platen</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-122223</guid><pubDate>Fri, 01 Aug 2025 09:55:06 +0200</pubDate><title>Zwischen Politik und Portfolio: Wie regulatorische Unsicherheit Anlagestrategien und Vermögenspreise beeinflusst</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/zwischen-politik-und-portfolio-wie-regulatorische-unsicherheit-anlagestrategien-und-vermoegenspreise-beeinflusst/</link><description>DFG bewilligt Forschungsgruppe zu Asset Allocation und Asset Pricing mit Tübinger Beteiligung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wie wirkt sich regulatorische Unsicherheit auf die Bewertung von Vermögenswerten und Anlageentscheidungen aus? Diese Frage steht im Mittelpunkt einer neuen Forschungsgruppe an der Universität Ulm, an der auch Professorin Dr. Monika Gehde-Trapp aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Tübingen beteiligt ist. Mit der Bewilligung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft stehen den insgesamt sieben Wissenschaftlerinnen &nbsp;rund 3,2 Millionen Euro über vier Jahre zur Verfügung. Sprecherin der Gruppe mit dem Titel „<span lang="en" dir="ltr">Asset Allocation</span> und <span lang="en" dir="ltr">Asset Pricing</span> in regulierten Märkten und Institutionen“ ist Professorin An Chen von der Universität Ulm, die Tübinger Forscherin Gehde-Trapp ist an zwei Teilprojekten als <span lang="en" dir="ltr">Principal Investigator</span> beteiligt.</p><p>Im April versetzte der US-amerikanische Präsident Donald Trump mit der Androhung massiver Zollerhöhungen die Regierungen vieler Länder in Angst und Schrecken. Auch Handelsbörsen und Finanzmärkte spielten verrückt, denn auf der ganzen Welt waren Anleger und Investoren verunsichert. Auch nach der aktuellen Zolleinigung mit der EU stellt sich die Frage: Wie geht es weiter? „Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich regulatorische Unsicherheit auf Anlagestrategien und Preisbildung von Vermögenswerten auswirken kann“, erklärt Sprecherin An Chen.</p><p>Die Gruppe ist ein reines Frauenteam aus sieben Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Mathematikerinnen von sechs Universitäten, darunter Expertinnen für <span lang="en" dir="ltr">Finance</span>, Versicherungen und Steuern, für Aktuarwissenschaften und Ökonometrie. Die Forscherinnen untersuchen in fünf Teilprojekten, wie sich mangelnde Klarheit oder Vorhersehbarkeit von wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen auf Anlageentscheidungen und die Bewertung von Vermögenswerten auswirken. „Regulatorische Unsicherheit besteht dann, wenn Zeitpunkt und Umfang geplanter oder wahrscheinlicher wirtschaftspolitischer Regulierungsmaßnahmen wie beispielsweise Zölle oder Steuern nicht bekannt sind“, so Chen. Die Forschungsgruppe analysiert dies für drei Felder: erstens für unterschiedliche Sektoren wie den Finanzmarkt, die Versicherungswirtschaft und den Handel, zweitens für den Bereich Klimapolitik, der geprägt ist von regulativen Maßnahmen wie der CO2-Steuer oder dem Emissionshandel, sowie drittens für das Steuersystem.</p><p>Professorin Monika Gehde-Trapp von der Universität Tübingen will in ihren Teilprojekten neue Methoden zur Messung und Analyse dieser Unsicherheiten entwickeln. Im Projekt „Messung und Modellierung klimapolitischer Unsicherheit“ geht es darum, neuartige Methoden der Textanalyse und finanzökonometrische Verfahren zu finden, um Klimapolitikunsicherheit präziser zu erfassen und die Folgen für Realwirtschaft und Finanzmärkte zu untersuchen. Im Projekt „Derivate-implizierte Steuerunsicherheit“ werden aus den Preisen von Wertpapieren zukunftsgerichtete Erwartungen zu Dividenden- und Kapitalertragsteuern abgeleitet. Diese Indikatoren ermöglichen Einblicke, wie steuerpolitische Erwartungen und Unsicherheiten Unternehmensentscheidungen und die Bewertung von Vermögenswerten prägen. Beide Projekte tragen dazu bei, wirtschaftliche Dynamiken in einem volatilen regulatorischen Umfeld besser zu verstehen.</p><p>Das Thema des Forschungsprojektes ist hochrelevant, weil sich regulatorische Unsicherheiten in Zeiten politischer, wirtschaftlicher und technologischer Unsicherheit schnell als systemische Risiken niederschlagen können, mit Auswirkungen über viele Sektoren hinweg. Auch methodisch ist das Projekt innovativ, denn es verbindet theoretisch-mathematische Modellierung und empirisch-statistische Messung. Die wissenschaftlichen Werkzeuge reichen von der stochastischen Optimierung über Methoden des „Statistical Learning“ bis hin zur Nutzung unstrukturierter Daten wie Texte.</p><p>Zum Team gehören neben An Chen und Monika Gehde-Trapp auch die Professorinnen Nicole Bäuerle (Vizesprecherin, KIT) Nicole Branger (Universität Münster), Antje Mahayni (Universität Duisburg-Essen), Melanie Schienle (KIT) und Caren Sureth-Sloane (Universität Paderborn).</p><p class="align-right"><i>Nach einer Pressemitteilung der Universität Ulm</i><br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-122124</guid><pubDate>Tue, 29 Jul 2025 13:39:21 +0200</pubDate><title>Zwitschern, Piepsen, Rufen – wie kommunizieren Tiere und was hat das mit uns zu tun?</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/zwitschern-piepsen-rufen-wie-kommunizieren-tiere-und-was-hat-das-mit-uns-zu-tun/</link><description>Neue DFG-Forschungsgruppe untersucht neuronale Grundlagen vokaler Kommunikation</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert eine neue transregionale Forschungsgruppe an der Universität Tübingen, die die neuronalen Mechanismen vokaler Kommunikation bei Wirbeltieren untersucht. Sprecher der Forschungsgruppe ist Professor Steffen Hage von der HNO-Klinik und dem <span lang="en" dir="ltr">Centre for Integrative Neuroscience</span> (CIN). Er ist zudem Professor für Neurobiologie sozialer Kommunikation an der Medizinischen Fakultät.</p><p>Soziale Interaktionen zwischen Tieren beruhen häufig auf dem Austausch von Lauten – eine Form der Kommunikation, die für das Überleben und den Fortpflanzungserfolg vieler Arten unverzichtbar ist. Unser Wissen darüber, welche neuronalen Netzwerke diese Vokalisationen steuern, ist jedoch bislang lückenhaft.</p><p>Die neue Forschungsgruppe setzt hier an: Mit einem vergleichenden Ansatz wollen die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen, wie Fische, Vögel und Säugetiere ihre Laute erzeugen, koordinieren und an unterschiedliche soziale und ökologische Kontexte anpassen. Ziel ist es, gemeinsame Prinzipien der vokalen Kommunikation über Artgrenzen hinweg zu identifizieren und gleichzeitig artspezifische Anpassungen zu erklären.<br>„Durch die Kombination von Verhaltensbeobachtung, neurophysiologischen Messungen am sich verhaltenden Tier und theoretischer Modellierung wollen wir die zugrunde liegenden neuronalen Mechanismen umfassend verstehen“, erklärt Professor Hage. Zum Einsatz kommen dabei moderne Methoden, die es erlauben, neuronale Aktivität von der Zellebene bis hin zu komplexen Netzwerken im gesamten Gehirn zu erfassen.</p><p>Beteiligt sind Expertinnen und Experten für verschiedene Modellorganismen: von Fischen und Vögeln bis hin zu Nagern, Fledermäusen und Primaten bis hin zum Menschen. Der interdisziplinäre Verbund will damit die evolutionären Grundlagen vokaler Kommunikation erforschen – mit einem langfristigen Ziel: „Indem wir verstehen, wie verschiedene Tierarten ihre Laute steuern, können wir auch neue Einblicke in die Entwicklung der menschlichen Sprache und ihrer hochkomplexen neuronalen Grundlagen gewinnen“, so Hage.</p><p>Die Forschungsgruppe ist zunächst auf mehrere Jahre angelegt. Sie stärkt das Forschungsprofil der Universität Tübingen an der Schnittstelle von Neurobiologie, Verhaltensforschung und vergleichender Zoologie und ergänzt die bestehende Exzellenz im Bereich der integrativen Neurowissenschaften.</p><p class="align-right"><i>Karin Mainusch, Universitätsklinikum</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-122115</guid><pubDate>Tue, 29 Jul 2025 09:45:02 +0200</pubDate><title>LEGEND-1000 auf Shortlist für nationales Priorisierungsverfahren für Forschungsinfrastrukturen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/legend-1000-auf-shortlist-fuer-nationales-priorisierungsverfahren-fuer-forschungsinfrastrukturen/</link><description>Internationales Großforschungsprojekt mit Tübinger Beteiligung hofft nach Entscheidung des Bundesministeriums und des Wissenschaftsrats auf Sicherung und Intensivierung von Förderung, um den Ursprung von Materie zu erforschen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen und ihre Partner sind mit ihrem Großprojekt <span lang="en" dir="ltr">LEGEND-1000</span> in der engeren Auswahl des nationalen Priorisierungsverfahrens für Forschungsinfrastrukturen (FIS). Das hat das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) bekannt gegeben. LEGEND-1000 (<span lang="en" dir="ltr">Large Enriched Germanium Experiment for Neutrinoless double beta Decay</span>) ist ein Experiment in der Teilchenphysik und untersucht als internationales Forschungsprojekt den Ursprung von Materie.</p><p>Die Arbeitsgruppe von Professor Dr. Josef Jochum am <span lang="en" dir="ltr">Kepler Center for Astro and Particle Physics</span> der Universität Tübingen trägt, unterstützt durch das BMFTR, seit vielen Jahren maßgeblich zur Vorbereitung dieses Experiments bei. Gemeinsam mit den Max-Planck-Instituten für Kernphysik (Heidelberg) und für Physik (München) zählt die Universität Tübingen zu den deutschen Gründungsinstitutionen des Projekts und hat eine zentrale Rolle in seiner wissenschaftlichen Entwicklung eingenommen.</p><p>„In die Shortlist des BMFTR für kommende Forschungsinfrastrukturen aufgenommen zu werden ist ein großer Erfolg für uns“, sagt Professor Dr. Josef Jochum. Auch wenn damit noch keine Förderentscheidung verbunden sei, zeige es doch die hohe Relevanz, die der Wissenschaftsrat und internationale Begutachter dem <span lang="en" dir="ltr">LEGEND</span>-Projekt zuschreiben und im Wettbewerb mit anderen Großprojekten die höchsten Erfolgsaussichten sehe. „Wir freuen uns sehr über die Anerkennung unserer jahrelangen Vorarbeiten und können nun auf viele Jahre kontinuierlicher Förderung durch das BMFTR hoffen.“</p><p>Die Aufnahme in die engere Auswahl unterstreicht die wissenschaftliche Exzellenz und strategische Bedeutung dieses internationalen Großprojekts und stellt einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Realisierung dar. Sie ist zugleich ein bedeutender Erfolg für das <span lang="en" dir="ltr">Kepler Center</span> und sichert diesem in den kommenden Jahren eine verstärkte Unterstützung durch das Bundesministerium. Bisher wurde <span lang="en" dir="ltr">LEGEND </span>in Tübingen über die Jahre mit insgesamt etwa fünf Millionen Euro durch das BMFTR gefördert. Professor Dr. Josef Jochum: „Mit der FIS würde eine derartige Förderung für die nächste Dekade gesichert und intensiviert werden.“</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-122799</guid><pubDate>Mon, 14 Jul 2025 10:38:42 +0200</pubDate><title>Zelleninteraktionen sichtbar machen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/zelleninteraktionen-sichtbar-machen/</link><description>Die Exzellenzplattform Medizintechnik und Bildgebung bringt Forschungsgruppen zusammen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Exzellenzplattform Medizintechnik und Bildgebung basiert auf einer Forschungs- und Studiengangskooperation mit der Universität Stuttgart und ist Teil der Exzellenzstrategie der Universität Tübingen. Zu den Forschungsschwerpunkten der Plattform gehören unter anderem Biomedizinische Magnetresonanz, Hochfeld-MRT, Radioonkologie, Präklinische Bildgebung, Intravitale und Light-Sheet Mikroskopie, Radiopharmazie und KI in der Bildgebung.</p><p>„Ein schönes Beispiel dafür, wie eine Exzellenzplattform Forschungsgruppen zusammenbringen kann, sind zwei unserer aktuellen Projekte, die eng mit meiner eigenen Forschungsgruppe kooperieren“, erklärt Prof. Dr. Bettina Weigelin, die am Werner Siemens Imaging Center (WSIC) arbeitet und mit ihrer Forschungsgruppe „Preclinical Imaging of the Immune System“ Teil der Exzellenzplattform Medizintechnik und Bildgebung ist. „Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Alexander Weber aus der Immunologie und die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Birgit Schittek aus der Dermatologie befassen sich beide mit entzündlichen Hauterkrankungen, nämlich Psoriasis und Atopische Dermatitis“, so Weigelin. Vordergründig ähneln sich diese Hautkrankheiten, haben aber biologisch gesehen unterschiedliche Ursachen und müssen deshalb unterschiedlich behandelt werden. Die Forschungsteams wollen deshalb mehr darüber herausfinden, wie sich die Immunzellen in der Haut verhalten.</p><p>„Alexander Weber und Birgit Schittek kamen mit verschiedenen Imaging-Fragestellungen auf mich zu, weil wir so nachvollziehen wollen, was auf zellulärer Ebene passiert“, so Weigelin. Alle drei sind mit ihren Teams auch Mitglieder im Sonderforschungsbereich Transregio 156 „Die Haut als Sensor und Initiator von lokaler und systemischer Immunität“, an dem auch die Universitäten Heidelberg, Mainz und Münster beteiligt sind.</p><h3>Untersuchung von Hautmodellen mittels Multiphotonenmikroskopie</h3><p>Birgit Schittek entwickelt in ihrem Projekt humane Hautmodelle „ex vivo“. Das bedeutet, dass verschiedene menschliche Hautzellen entnommen werden und daraus künstliche Hautmodelle entwickelt werden. „So können wir an einem humanen System nachvollziehen, wie die Zellen miteinander interagieren, um Entzündungen zu verursachen und wie wir dem therapeutisch begegnen können“, erklärt Bettina Weigelin. Diese 3D-Modelle können Tierversuche ersetzen oder komplementieren und sind momentan Gegenstand vieler Forschungsprojekte.</p><p>Für die Untersuchung der verhältnismäßig dicken Hautmodelle ist die Intravital- oder Multiphotonenmikroskopie nötig. „Mit dem Multiphotonenmikroskop können wir tief in die Hautschichten hineinschauen bis in die Dermis und sehen, wie die verschiedenen Immunzellen, die wir im Modell integrieren, sich verhalten“, beschreibt Weigelin. Ziel ist, herauszufinden, welche Rolle die Makrophagen, also ein bestimmter Immunzellensubtyp, für die unterschiedliche Ausprägung von Psiorasis (Schuppenflechte) und atopischer Dermatitis spielen und warum bakterielle Infektionen von Makrophagen in beiden Erkrankungen unterschiedlich effizient bekämpft werden. „Wir suchen letztlich danach, wo man hier ansetzen kann, um diese Infektionen zu verhindern“, so Weigelin.</p><h3>Exzellenzplattform bietet Kommunikation und Infrastruktur &nbsp;</h3><p>Das zweite Forschungsprojekt von Alexander Weber aus der Tübinger Immunologie untersucht, welche Rolle die Blutplättchen bei der Entstehung der Psoriasis spielen. „Wir verwenden hier für die Bildgebung verschiedene Mausmodelle und greifen dabei auch auf die Multiphotonenmikroskopie zurück, um in die lebende Haut der Maus schauen zu können. Die Technologie erlaubt uns, in die Haut zu schauen, ohne schneiden zu müssen. Man verwendet hier infrarote Laser zur Anregung, und infrarotes Licht geht tiefer ins Gewebe rein“, erläutert Bettina Weigelin. „Wenn wir wissen, welche Bedeutung die Blutplättchen beim Infektionsprozess haben, kann diese Erkenntnis für die Behandlung der Psoriasis genutzt werden.“</p><p>Die enge Kooperation der beiden Forschungsprojekte mit der Imaging-Forschungsgruppe von Bettina Weigelin zeigt, wie die Exzellenzplattformen funktionieren und welchen Mehrwert sie für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bringen. „Ohne die Plattform Medizintechnik und die damit verbundene Kommunikation und Interaktion, beispielsweise über die Social-Media-Kanäle der einzelnen Forschungsbereiche, hätten wir vermutlich nicht zueinander gefunden“, berichtet Weigelin.</p><p>Darüber hinaus stellt die Plattform auch die Methoden bereit. Aus Exzellenzclustergeldern konnten drei Mikroskope gekauft werden, mit denen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch innerhalb der Plattform in der Bildgebung arbeiten. „So eine Gerätebeschaffung funktioniert im Exzellenzkontext sehr viel schneller und einfacher als normalerweise“.</p><p class="align-right">Johannes Baral</p><p><a href="/exzellenzstrategie/forschung/plattformen/medizintechnik/" target="_blank">Weitere Informationen zur Plattform Medizintechnik und Bildgebung</a>&nbsp;<br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-121077</guid><pubDate>Fri, 04 Jul 2025 12:12:47 +0200</pubDate><title>ELLIOT: Initiative zur Entwicklung der nächsten Generation von Künstlicher Intelligenz</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/elliot-initiative-zur-entwicklung-der-naechsten-generation-von-kuenstlicher-intelligenz/</link><description>EU-Projekt für den robusten Betrieb multimodaler KI-Modelle unter Tübinger Beteiligung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein neues Kapitel europäischer KI-Forschung hat mit dem Start von “ELLIOT” begonnen, kurz für “<span lang="en" dir="ltr">European Large Open Multi Modal Foundation Models For Robust Generalization On Arbitrary Data Streams</span>”. Das Forschungsprojekt, das im Rahmen des <span lang="en" dir="ltr">Horizon-Europe-</span>Programms mit  25 Millionen Euro gefördert wird, bringt 30 führende Einrichtungen aus 12 europäischen Ländern zusammen, darunter auch die Universität Tübingen. Ziel von ELLIOT ist die Entwicklung der nächsten Generation vertrauenswürdiger, universal einsetzbarer KI-Modelle mit starker Generalisierungs- und Denkfähigkeit. Diese Modelle sind für Anwendungen mit hohem Datenaufkommen konzipiert; ihr Programmcode ist für Forschung und Entwicklung offen (<span lang="en" dir="ltr">open source</span>). Das ELLIOT-Projekt startete zum 1. Juli 2025 und wird für vier Jahre gefördert.</p><p>Im Zentrum von ELLIOT steht die Entwicklung sogenannter "<span lang="en" dir="ltr">Multimodal Generalist Foundation Models</span>": Das sind KI-Systeme, die sich aus riesigen Datenmengen ganz verschiedener Typen – von Video, Bild, Text über Sensordaten und industrielle Zeitreihen bis hin zu Satellitenströmen – Wissen aneignen und Muster erlernen, um dieses Wissen effizient für zahlreiche spezifische Aufgaben anzuwenden. Im Gegensatz zu bisherigen <span lang="de" dir="ltr">Foundation-</span>Modellen, die bei der Generalisierung und der multimodalen Datenverarbeitung an Grenzen stoßen, sollen die ELLIOT-Modelle auch unter Arbeitsbedingungen eine stabile Leistung liefern, die von denen ihrer Trainingsumgebung abweichen.</p><p>Zum ELLIOT-Konsortium gehört auch das Tübingen <span lang="en" dir="ltr">AI Center an</span> der Universität Tübingen. Dort koordinieren Professorin Dr. Hilde Kühne und Professor Dr. Matthias Bethge die Erhebung, Kuratierung und Generierung von Daten für die nächste Generation multimodaler Grundlagenmodelle. Dr. Kristof Meding, Forschungsgruppenleiter am CZS <span lang="en" dir="ltr">Institute for Artificial Intelligence and Law,</span> untersucht im Projekt die Konformität umfangreicher Datensätze.</p><p>„ELLIOT wird die europäische Souveränität und Unabhängigkeit in der KI entscheidend stärken – insbesondere im rasant wachsenden Bereich multimodaler <span lang="en" dir="ltr">Foundation-</span>Modelle. Durch unsere wissenschaftliche Exzellenz, Recheninfrastrukturen und das Bekenntnisses zu offener und vertrauenswürdiger Forschung stellt ELLIOT einen wesentlichen Schritt für Europa dar, seine Zukunft in der KI aktiv zu gestalten“, sagt Dr. Yiannis Kompatsiaris, Koordinator von ELLIOT am <span lang="en" dir="ltr">Information Technologies Institute</span> (CERTH ITI) in Griechenland.</p><p>ELLIOT kooperiert eng mit europäischen und internationalen <span lang="en" dir="ltr">Communities </span>für <span lang="en" dir="ltr">Open Source</span> und <span lang="en" dir="ltr">Open Science</span> wie LAION und <span lang="en" dir="ltr">open sci</span> und profitiert von deren umfassender Expertise im Aufbau offener <span lang="en" dir="ltr">Foundation-</span>Modelle. Diese Verbindungen stellen sicher, dass der gesamte Ablauf – Erstellung von Datensätzen, Training, Feinabstimmung und Evaluierung – immer offen und reproduzierbar bleibt und damit gut validiert und leicht an spezifische Anforderungen von Industrie und öffentlicher Hand angepasst werden kann.</p><p>Mit Hilfe der erstklassigen europäischen <span lang="en" dir="ltr">Supercomputing-</span>Infrastruktur – etwa EuroHPC-Rechnern wie JUPITER, Leonardo, MareNostrum und LUMI sowie des Schweizer Nationalen <span lang="en" dir="ltr">Supercomputing-</span>Zentrums – wird ELLIOT reale und synthetische Daten aus dem öffentlichen Internet und vertrauenswürdigen Quellen wie den “<span lang="en" dir="ltr">Common European Data Spaces”</span> zusammenführen. Ziel ist die Entwicklung und Bereitstellung von offenen multimodalen <span lang="en" dir="ltr">Foundation-</span>Modellen mit den entsprechenden Datensätzen und Methoden. So wird eine reproduzierbare Forschungs- und Entwicklungsumgebung geschaffen, die sich bisher in diesem Umfang im öffentlichen Bereich nicht umsetzen lässt. Damit ist ELLIOT ein Katalysator für <span lang="en" dir="ltr">Open Source</span> und <span lang="en" dir="ltr">Open Science</span> in der KI und kann zu einer souveränen KI-Zukunft für Europa beitragen.</p><p>ELLIOT verfolgt einen interdisziplinären Ansatz, der ethische und vertrauenswürdige KI-Forschung fördert und technische, rechtliche sowie soziale Herausforderungen multimodaler <span lang="en" dir="ltr">Foundation-</span>Modelle untersucht – darunter die Regulierung durch die EU, gesellschaftliche und ethische Auswirkungen, Fairness, Datenschutz, Diversität, Erklärbarkeit und Sicherheit. Zudem werden die Ergebnisse von ELLIOT ganz neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnen und Europas Stellung in den Bereichen Medien, Erdmodellierung, robotische Wahrnehmung, automatisiertes Fahren, Computertechnik und Prozessautomatisierung stärken.</p><p>„Mit der Entwicklung eines <span lang="en" dir="ltr">Virtual Innovation Lab</span> sorgt ELLIOT dafür, dass die Projektergebnisse in der KI-Forschung breit genutzt werden und zudem Endanwendern in ganz unterschiedlichen Bereichen zugute kommen“, erklärt Dr. Yiannis Kompatsiaris. „Multimedia-Redakteure und Journalistinnen etwa können ELLIOT-Modelle für neue <span dir="ltr">Medienp</span>roduktionen oder Live-Faktenchecks nutzen. Weitere Zielgruppen sind Forschende im Bereich Erdbeobachtung und Klimamodellierung, Beschäftigte in der robotergestützten industriellen Fertigung, Entwickler autonomer Fahrzeuge, Ingenieure in Softwareentwicklung und Hardwaredesign sowie Forschende, die große Korpora multimedialer Inhalte analysieren. Dieser Einsatz von ELLIOT-Modellen, die auf einzelne Anwendungsbereiche zugeschnittenen sind, durch Industrie und Öffentlichkeit ermöglicht einen echten gesellschaftlichen Dialog.“</p><p>Kernelemente des Projekts sind <span lang="en" dir="ltr">Community Building</span> und die Ausbildung der nächsten Generation europäischer Forschender in <span lang="en" dir="ltr">Machine Learning</span> &nbsp;und KI. Dabei greift ELLIOT auf das international renommierte Promotionsprogramm des <span lang="en" dir="ltr">European Laboratory for Learning and Intelligent Systems (</span>ELLIS) zurück. So soll eine ganzheitliche europäische KI-Forschungsumgebung entstehen – entwickelt in Europa, für Europa und mit europäischen Werten. Das Konsortium wird vom <span lang="en" dir="ltr">Information Technologies Institute </span>des <span lang="en" dir="ltr">Centre for Research and Technology Hellas </span>(CERTH) in Griechenland koordiniert und umfasst führende akademische Einrichtungen und Forschungszentren sowie innovative KMU, öffentliche Akteure und Non-Profit-Organisationen mit breit gefächertem Know-how.&nbsp;</p><p class="align-right"><i>Nach einer Pressemitteilung von ELLIOT</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-120966</guid><pubDate>Tue, 01 Jul 2025 14:00:00 +0200</pubDate><title>Rosa Lozano-Durán ist neues Mitglied der EMBO</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/rosa-lozano-duran-ist-neues-mitglied-der-embo/</link><description>Tübinger Wissenschaftlerin zum Mitglied der internationalen Organisation für Mikrobiologie gewählt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Rosa Lozano-Durán, Professorin am Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen (ZMBP) der Universität Tübingen, wurde in die <span lang="en" dir="ltr">European Molecular Biology Organization</span> (EMBO) aufgenommen. Damit ist sie eine von 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die in Anerkennung ihrer herausragenden Leistungen zu neuen Mitgliedern gewählt wurden. Die EMBO ist eine Organisation führender Forschender in den Biowissenschaften und fördert Spitzenleistungen in diesem Bereich in Europa und darüber hinaus. Ihr gehören rund 2100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an.</p><p>„Eine große Stärke von EMBO liegt in der Exzellenz und dem Engagement seiner Mitglieder. Wissenschaft lebt von globaler Zusammenarbeit, und die jährliche Wahl neuer EMBO-Mitglieder und assoziierter Mitglieder bringt frische Energie und Inspiration in unsere Gemeinschaft“, sagt EMBO-Direktorin <span lang="en" dir="ltr">Fiona Watt</span>. „Wir fühlen uns geehrt, diese außergewöhnliche Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern als EMBO-Mitglieder willkommen zu heißen. Ihre Ideen und Beiträge werden die Organisation bereichern und die Lebenswissenschaften weltweit voranbringen.“</p><p>Neue Mitglieder werden von den bestehenden EMBO-Mitgliedern nominiert und gewählt. Die neuen Mitglieder werden auf der Mitgliederversammlung vom 22. bis 24. Oktober 2025 in Heidelberg formell willkommen geheißen. Alle EMBO-Mitglieder und assoziierte Mitglieder, ihren Zugehörigkeiten und Fachgebiete sind in einem <a href="https://people.embo.org/" target="_blank" rel="noreferrer">Online-Verzeichnis</a> zu finden.</p><p>Die Hauptziele der EMBO sind es, talentierte Forschende in allen Phasen ihrer Karriere zu unterstützen, den Austausch wissenschaftlicher Informationen zu fördern und ein Forschungsumfeld zu schaffen, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bestmögliche Arbeit leisten können.</p><p class="align-right"><i>Nach einer Pressemitteilung der European Molecular Biology Organization (EMBO)</i></p><h3>Weitere Informationen</h3><ul><li><a href="/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/zentren/zentrum-fuer-molekularbiologie-der-pflanzen/research/research-groups/lozano-duran/">Arbeitsgruppe von Rosa Lozano-Durán</a></li><li><a href="https://www.embo.org/" target="_blank" rel="noreferrer">Webseite der EMBO</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-120897</guid><pubDate>Mon, 30 Jun 2025 14:42:21 +0200</pubDate><title>Globaler Süden und Funktionsweise der Retina: zwei neue DFG-Graduiertenkollegs für Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/globaler-sueden-und-funktionsweise-der-retina-zwei-neue-dfg-graduiertenkollegs-fuer-tuebingen/</link><description>Die DFG-Graduiertenkollegs sind am Interdisciplinary Centre for Global South Studies (ICGSS) und am Forschungsinstitut für Augenheilkunde angesiedelt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert zwei neue DFG-Graduiertenkollegs (GRK) an der Universität Tübingen:&nbsp;</p><ul><li>Das GRK 3105 „Figurationen des Prekären im Globalen Süden“ ist angesiedelt am <span lang="en" dir="ltr">Interdisciplinary Centre for Global South Studies</span> (ICGSS),</li><li>das internationale GRK „Energie vs. Information: Identifizierung der Grenzen, die die Funktion der Netzhaut und des visuellen Systems bestimmen (Limits2Vision)“ am Forschungsinstitut für Augenheilkunde.&nbsp;</li></ul><p>Die Förderung beginnt im Frühjahr 2026 und geht jeweils über fünf Jahre. Ein Folgeantrag für eine zweite Förderphase von vier Jahren kann im Anschluss gestellt werden.</p><h3>Graduiertenkolleg „Figurationen des Prekären im Globalen Süden“&nbsp;</h3><p>Im Zeitalter der beschleunigten Globalisierung mit ihren vielfältigen sozialen, ökonomischen und ökologischen Krisen erweist sich das Begriffsfeld des Prekären aktuell als eines der zentralen Instrumente zur Zeitdiagnose. Das Graduiertenkolleg „Figurationen des Prekären im Globalen Süden“ lotet den Nutzen dieses Begriffsfelds als Analysekategorie zur Untersuchung der Gesellschaften und Kulturen des Globalen Südens kritisch aus. Es profitiert dafür von dem am <span lang="en" dir="ltr">Interdisciplinary Centre for Global South Studies</span> (ICGSS) der Universität Tübingen etablierten internationalen Forschungsumfeld, das Afrika-, Asien- und Lateinamerikastudien vernetzt. Beteiligt an diesem Projekt sind Forscherinnen und Forscher aus der Literatur- und Kulturwissenschaft, der Sozial- und Politikwissenschaft, der Geschichte, der Anthropologie, der Erziehungswissenschaft, der Rechtswissenschaft und der Ethik.&nbsp;</p><p>Zentrale Fragestellungen des künftigen Graduiertenkollegs sind: Inwiefern nehmen Individuen und Gemeinschaften alltägliche Lebenssituationen, soziale Umstände oder Interaktionen als prekär wahr? Welche kulturellen Deutungsmuster ziehen sie zum Verständnis und zur Bewertung des Prekären heran? Und welche Taktiken und Strategien entwickeln sie für den Umgang damit? Diesen und weiteren Fragen gehen die Projektmitglieder nach. Der Globale Süden wird dabei als Verflechtungsraum begriffen, in dem sich Elemente westlicher Modernisierung mit regional typischen Modellen der Problemlösung und Welterzeugung überschneiden. Ziel des Graduiertenkollegs ist es, den Globalen Süden als einen Ort der Emergenz von zivilgesellschaftlicher Agency, Resilienz und Resistenz bzw. im Sinne der <span lang="en" dir="ltr">Post Development Studies</span> als einen Ort der Wissensproduktion zu begreifen.</p><p><strong>Kontakt:</strong></p><p>Prof. Dr. Sebastian Thies<br>Universität Tübingen<br>Romanisches Seminar<br>Wilhelmstr. 50<br>72074 Tübingen<br>Tel. <span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span><a href="tel:+4970712974301">+49 7071 29-74301</a><br><a href="/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/romanisches-seminar/thies/thies/" target="_blank">https://uni-tuebingen.de/de/33768</a></p><h3>Internationales Graduiertenkolleg „Energie vs. Information: Identifizierung der Grenzen, die die Funktion der Netzhaut und des visuellen Systems bestimmen“</h3><p>Die Netzhaut (Retina) mit ihrem komplexen Netzwerk aus mehr als 100 Zelltypen spielt eine entscheidende Rolle bei der frühen visuellen Signalverarbeitung und der Weiterleitung verhaltensrelevanter Informationen an das Gehirn. Da diese ersten wichtigen Schritte des Sehens viel Energie erfordern, ist die Netzhaut der größte relative Energieverbraucher im menschlichen Körper. Das internationale GRK „Energie vs. Information: Identifizierung der Grenzen, die die Funktion der Netzhaut und des visuellen Systems bestimmen (Limits2Vision)“ widmet sich der Erforschung dieses empfindlichen Gleichgewichts, also jener Mechanismen, die es der Retina ermöglichen, ihren Energiebedarf zu bewältigen und gleichzeitig visuelle Informationen effizient zu verarbeiten. Sprecher des neuen iGRK ist Professor Dr. Thomas Euler vom Forschungsinstitut für Augenheilkunde, Kooperationspartner ist das Institut de la Vision in Paris.</p><p><strong>Kontakt:</strong></p><p>Professor Dr. Thomas Euler<br>Universität Tübingen&nbsp;<br>Forschungsinstitut für Augenheilkunde / Werner Reichardt Centre for Integrative Neuroscience (CIN)<br>Otfried-Mueller-Str. 25<br>72076 Tübingen<br>E-Mail: <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,vjqocu0gwngtBekp0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2">thomas.euler<span style="display:none">spam prevention</span>@cin.uni-tuebingen.de</a>&nbsp;<br>Tel. <span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span><a href="tel:+4970712985028">+49 7071 29-85028</a><br><a href="https://www.eye-tuebingen.de/labs/main-labs/euler-lab/members/thomas-euler" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.eye-tuebingen.de/labs/main-labs/euler-lab/members/thomas-euler</a></p><h3>Großer Erfolg für die Universität</h3><p>Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen betont: „Ich freue mich sehr über diesen außerordentlichen Erfolg für die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und auch für die Universität Tübingen insgesamt. Er verdeutlicht, wie breit die Universität im Bereich der internationalen Spitzenforschung aufgestellt ist. Bereits vor einigen Jahren haben wir ganz gezielt damit begonnen, unsere Forschungen zu Afrika, Asien und Lateinamerika stärker zu bündeln, um die Synergien interdisziplinärer Forschung bestmöglich zu nutzen. Auch die Tübinger Augenheilkunde betreibt seit Jahren Spitzenforschung auf internationalem Topniveau. Dies spiegelt sich jetzt auch in der Förderung der neuen Graduiertenkollegs durch die DFG wider.“</p><p class="align-right">Maximilian von Platen</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-120798</guid><pubDate>Fri, 27 Jun 2025 11:42:00 +0200</pubDate><title>Teresa Wagner erhält Gips-Schüle-Nachwuchspreis 2025</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/teresa-wagner-erhaelt-gips-schuele-nachwuchspreis-2025/</link><description>Preisverleihung am 10. Juli, 17 Uhr, Obere Säle, Museum, Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Schnelle Diagnosen können in der Medizin lebensrettend sein. Zwei junge Wissenschaftlerinnen aus Baden-Württemberg haben im Rahmen ihrer Doktorarbeiten neue innovative Ansätze beim Antibiotika-Einsatz und bei der Krebsbekämpfung entwickelt. Dafür werden sie am 10. Juli in Tübingen mit dem Gips-Schüle-Nachwuchspreis 2025 der Stuttgarter Gips-Schüle-Stiftung ausgezeichnet. Der Preis ist mit insgesamt 20.000 Euro dotiert. Zusätzlich gibt einen Ehrenpreis in der Kategorie Technikwissenschaften für die Entwicklung und Anwendung hydroaktiver Gebäudehüllen.</p><p>Dr. Teresa Wagner (30) erhält den Gips-Schüle-Nachwuchspreis in der Kategorie Lebenswissenschaften. Sie hat 2023 an der Eberhard Karls Universität Tübingen mit summa cum laude provomiert und arbeitet aktuell als CEO in dem ausgegründeten Unternehmen immuneAdvice GmbH. In der Kategorie Technikwissenschaften geht der Gips-Schüle-Nachwuchspreis an Dr.-Ing. H. Ceren Ateş (33), aktuell Postdoktorantin an der Technischen Universität München (TUM).</p><p>„Die Preisträgerinnen werden mit ihren Forschungsarbeiten dazu beitragen, in Zukunft viele Leben zu retten und Klimaprobleme zu lösen. Für mich und die Stuttgarter Gips-Schüle-Stiftung ist es eine Herzensangelegenheit, so hochtalentierte junge Wissenschaftlerinnen mit dem Gips-Schüle-Nachwuchspreis auszuzeichnen und ihre Arbeit zu unterstützen. Es zeigt aber auch, mit wie viel Leidenschaft, Energie und Know-how an unseren Universitäten geforscht wird. Darauf können wir stolz sein“, sagt Dr. Stefan Hofmann, Vorstand der Gips-Schüle-Stiftung.</p><p>Dr. Teresa Wagner hat sich in ihrer Promotion an der Eberhard Karls Universität Tübingen mit dem Thema Immuntherapie bei Krebserkrankungen beschäftigt. Sie hat eine neue Diagnostikmethode entwickelt, mit der Immuntherapien in Echtzeit überwacht werden können. Bisher ist es so, dass Erfolge oder Misserfolge erst nach Monaten der Behandlung beurteilt werden können. Das belastet die Patienten psychisch und ist oft mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden. Im Mittelpunkt steht dabei ein Immun-Checkpoint Protein (SIRPα). Die räumliche Verteilung von Zellen, die dieses Protein auf ihrer Oberfläche tragen, zeigt an, ob die Immuntherapie wirkt oder nicht. Dafür hat Dr. Wagner einen neuen Tracer für die Positronen-Emissions-Tomographie (PET-Tracer) auf Basis von Einzeldomänen-Antikörpern aus Alpakas entwickelt. Mit diesem Tracer kann die Verteilung der SIRPα-Zellen im Tumor mit größter Präzision dargestellt werden. Und die Ärzte können schnell erkennen, ob die Immuntherapie wirkt oder sich eine Resistenz entwickelt hat. In ihrem Startup arbeitet Dr. Wagner nun mit einem Team an Wissenschaftlern, die neue PET-Diagnostik und Immunzell-Tracer zur klinischen Reife zu bringen.</p><h3>Gips-Schüle-Stiftung</h3><p>Die Gips-Schüle-Stiftung fördert Wissenschaft für den Menschen und junge Forschung mit Visionen in Baden-Württemberg. Ihr Fokus liegt auf den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) sowie auf interdisziplinären Projekten. Die Stuttgarter Stiftung arbeitet eng mit den Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Baden-Württemberg zusammen und ermöglicht die Durchführung zukunftsweisender Forschungsprojekte. Sie finanziert Stiftungsprofessuren, vergibt Stipendien, unterstützt Studienbotschafter zur Anwerbung von Abiturientinnen und Abiturienten für MINT-Fächer, Projekte zur Lehreraus- und -fortbildung und fördert fachübergreifende politische Bildung. Weitere Informationen unter: <a href="http://www.gips-schuele-stiftung.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.gips-schuele-stiftung.de</a></p><p class="align-right"><i>Nach einer Pressemeldung der Gips-Schüle-Stiftung</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-120489</guid><pubDate>Wed, 18 Jun 2025 16:26:11 +0200</pubDate><title>Vor seiner Ausbreitung aus Afrika passte sich der Mensch an die vielfältigen Lebensräume Afrikas an</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/vor-seiner-ausbreitung-aus-afrika-passte-sich-der-mensch-an-die-vielfaeltigen-lebensraeume-afrikas-an/</link><description>Universität Tübingen an neuer Studie beteiligt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bevor der Mensch sich aus Afrika nach Eurasien und darüber hinaus verbreitete, erweiterte er seine ökologische Nische um die afrikanischen Wälder und Wüsten, wie neue Forschungsergebnisse zeigen. Die Autorinnen und Autoren einer neuen Studie argumentieren, dass dieser Anpassungsprozess an schwierige Lebensräume entscheidend für die langfristig erfolgreiche Ausbreitung des Menschen war.</p><p>Heute weiß man, dass alle Nicht-Afrikaner von einer kleinen Gruppe von Menschen abstammen, die sich vor etwa 50.000 Jahren nach Eurasien wagten. Frühere Menschenfunde außerhalb Afrikas zeigen jedoch, dass es vor dieser Zeit zahlreiche gescheiterte Ausbreitungsversuche gab, die keine erkennbaren genetischen Spuren bei heute lebenden Menschen hinterlassen haben.</p><p>Eine neue Studie in der Fachzeitschrift Nature erklärt nun erstmals, warum diese frühen Wanderungsversuche nicht gelangen. Dabei zeigt ein Team von Forschenden unter der Leitung von Professorin Eleanor Scerri vom Max-Planck-Institut für Geoanthropologie in Jena und Professor Andrea Manica von der Universität Cambridge, dass die Menschen vor ihrer Ausbreitung nach Eurasien vor 50.000 Jahren begannen, verschiedene Arten von Habitaten in Afrika auf bislang unbekannte Weise zu erschließen. Für die notwendige archäologische Datenbasis dieser Analyse werteten beteiligte Forscher der Universität Tübingen Informationen aus der Datenbank ROAD des Heidelberger Akademie-Projektes <span lang="en" dir="ltr">„The Role of Culture in Early Expansions of Humans (ROCEEH)“</span> aus.</p><p>„Wir stellten einen Datensatz aus archäologischen Stätten und Umweltdaten in Afrika zusammen, der die letzten 120.000 Jahre abdeckt. Mithilfe von Methoden aus der Ökologie versuchten wir, die Veränderungen in den ökologischen Nischen des Menschen, also die ihm nutzbaren und förderlichen Lebensräume, nachzuvollziehen“, sagt Dr. Emily Hallet, die Erstautorin der Studie von der <span lang="en" dir="ltr">Loyola University Chicago.</span></p><p>„Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Mensch seine Nische vor 70.000 Jahren signifikant ausdehnte, was durch eine verstärkte Nutzung verschiedener Habitate, wie Wäldern und Wüsten, angetrieben wurde“, fügt Dr. Michela Leonardi, eine der Hauptautorinnen der Studie vom <span lang="en" dir="ltr">Natural History Museum in London</span>, hinzu.</p><p>„Das ist ein Schlüsselergebnis. Vorherige Ausbreitungen geschahen vermutlich während günstiger Zeitfenster mit vermehrten Niederschlägen in der Arabische Wüste, wodurch ‚grüne Korridore‘ für die Menschen entstanden, um nach Eurasien zu gelangen. Vor etwa 70.000 bis 50.000 Jahren war der einfachste Weg aus Afrika jedoch schwieriger als in früheren Perioden, und dennoch war diese Ausbreitung beträchtlich und letztlich erfolgreich“, erklärt Professor Manica.</p><p>Für die langfristig nur einmalig erfolgreiche Verbreitung des Menschen aus Afrika wurden viele Erklärungsversuche aufgestellt, von technologischen Schlüsselinnovationen wie Pfeil und Bogen oder Gehirnveränderungen bis hin zu Immunität gegen Krankheiten durch eine Vermischung mit eurasischen Menschenformen. „Die Suche nach einer einzelnen bahnbrechenden Innovation des Menschen oder einer revolutionären Veränderung in dessen Kognition, die die erfolgreichen Auswanderungsbewegungen ermöglicht hat, haben bisher alle ins Leere geführt“, ergänzt PD Dr. Manuel Will, Ko-Autor der Studie von der Universität Tübingen.</p><p>Hier zeigen die Forschenden jedoch, dass der Mensch das ihm zur Verfügung stehende Spektrum an Lebensräumen in Afrika, vor seiner Ausbreitung über den Kontinent hinaus, stark vergrößerte. Diese Ausweitung der menschlichen Nische war möglicherweise das Ergebnis einer positiven Rückkopplung durch vermehrte Kontakte und kulturellen Austausch, was größere Verbreitungsgebiete und die Überwindung geografischer Barrieren ermöglichte.</p><p>„Anders als frühere Menschen, die sich aus Afrika ausbreiteten, verfügten diese Gruppen, die vor etwa 60.000 bis 50.000 Jahren nach Eurasien zogen, über eine ausgeprägte ökologische Flexibilität, um mit klimatisch schwierigen Lebensräumen zurechtzukommen“, so Professorin Scerri, „Dies war wahrscheinlich der entscheidende Mechanismus für den Anpassungserfolg unserer Spezies außerhalb ihrer afrikanischen Heimat.“</p><p>Die Forschung wurde finanziell unterstützt durch die Max-Planck-Gesellschaft, den europäischen Forschungsrat und den Leverhulme Trust. Das ROCEEH Projekt wird durch die <a href="https://www.hadw-bw.de/en/research/research-center/roceeh" target="_blank" rel="noreferrer">Heidelberger Akademie der Wissenschaften</a> gefördert.</p><p class="align-right"><i>Nach einer Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Geoanthropologie/Hochschulkommunikation der Universität Tübingen</i></p><h3>&nbsp;</h3>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-119961</guid><pubDate>Tue, 03 Jun 2025 15:41:13 +0200</pubDate><title>Historische Karten zeigen Ausmaß der Entwässerung im größten Niedermoor Süddeutschlands</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/historische-karten-zeigen-ausmass-der-entwaesserung-im-groessten-niedermoor-sueddeutschlands/</link><description>Wissenschaftliche Studie erklärt, warum die Renaturierung des Donaumooses stockt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Bayerische Donaumoos war einst das größte Niedermoor Süddeutschlands. Seit dem späten 18. Jahrhundert wurde das Moos systematisch entwässert und verlor seither seinen natürlichen Charakter. Eine neue interdisziplinäre Studie unter der Leitung der Universität Leipzig und mit Beteiligung der Universität Tübingen liefert nun erstmals eine Rekonstruktion dieser tiefgreifenden Veränderungen über einen Zeitraum von 237 Jahren und wurde im E&amp;G Quaternary Science Journal veröffentlicht.&nbsp;</p><p>Die Ergebnisse zeigen zwei große Phasen des Umbaus und legen offen: Trotz seit Jahrzehnten bestehender Renaturierungsempfehlungen lassen sich bisher keine messbaren Fortschritte erkennen. Eine mögliche Erklärung liegt in den historisch gewachsenen, sozioökonomischen Strukturen, die einer nachhaltigen Umgestaltung des Donaumooses im Wege stehen könnten.<br>Wie in vielen mitteleuropäischen Feuchtgebieten greift der Mensch auch im Donaumoos seit Jahrhunderten gezielt in den Wasserhaushalt ein – mit tiefgreifenden ökologischen und landschaftlichen Folgen. Das Niedermoor im nördlichen Oberbayern wurde ab 1788 durch ein wachsendes Netz aus Gräben und Kanälen entwässert und nach und nach für die landwirtschaftliche Nutzung erschlossen. Zeitgleich wurde der Verlauf der angrenzenden Donau begradigt. Die nun veröffentlichte Studie dokumentiert diese Eingriffe erstmals quantitativ über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahrhunderten.</p><p>Das Forschungsteam aus der Geografie, Geschichte, Ökologie und Historischen Archäologie wertete dazu historische Kartenwerke von 1788 bis 2023 sowie ergänzende Schriftquellen aus. Auf dieser Grundlage konnten die Forscherinnen und Forscher rekonstruieren, wie sich sowohl die Länge der Entwässerungsgräben im Donaumoos als auch die Wasserfläche der Donau über die Jahrhunderte verändert haben. Besonders markante Eingriffe erfolgten demnach in zwei Phasen: Die erste Phase des tiefgreifenden Umbaus begann mit den ersten Kultivierungsmaßnahmen ab 1788 und dauerte bis etwas 1794, die zweite Phase erstreckte sich im Zeitraum zwischen 1907 bis 1959. „Der Vergleich dieser quantitativen Daten mit dem Wissen aus historischen Quellen lässt erkennen, wann große Umbrüche in der Auen- und Moorgeschichte stattfanden – und welche Folgen diese für die Menschen in der Region hatten“, erklärt Professor Christoph Zielhofer, Physischer Geograf an der Universität Leipzig und Leiter der Studie. Wie sich diese Prozesse über die Zeit verteilten, beschreibt Marie Kaniecki, ebenfalls Geografin an der Universität Leipzig: „Diese tiefgreifenden Veränderungen durch Flussbegradigungen, Landgewinnung und Kolonisation traten nicht kontinuierlich auf, sondern in Wellen – unterbrochen von Jahrzehnten der Rückschläge und Stagnation“.&nbsp;</p><p><strong>Keine messbaren Fortschritte bei Renaturierung des Donaumooses</strong></p><p>Obwohl bereits seit den 1980er Jahren erste Empfehlungen zur Renaturierung des Donaumooses vorliegen, zeigen die analysierten Karten bislang keine messbaren Fortschritte: Die Gesamtlänge der Gräben ist nicht zurückgegangen, sondern bleibt annähernd gleich. „Dies könnte auf lang etablierte sozioökonomische Strukturen zurückzuführen sein, die Veränderungen erschweren“, erklärt Professorin Natascha Mehler, Historische Archäologin an der Universität Tübingen. In weiten Teilen des Gebiets wird das Donaumoos weiterhin konventionell landwirtschaftlich genutzt – eine Praxis, die eine fortwährende Entwässerung erfordert. Diese führt zur fortschreitenden Torfsackung, wodurch wiederum weitere Entwässerungsmaßnahmen notwendig werden. „Ein Teufelskreis“, sagt Professorin Anja Linstädter, Ökologin an der Universität Potsdam: „Der anhaltende Entwässerungsdruck in Kombination mit intensiver Nutzung beschleunigt den Verlust organischer Substanz und gefährdet dauerhaft die ökologische Funktion des Moores als Kohlenstoffspeicher und Lebensraum.“</p><p>Die historische Rekonstruktion des Netzes an Drainagegräben eröffnet auch neue Perspektiven für die archäologische Denkmalpflege, so Dr. Stefanie Berg vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in München. Denn dort, wo Eingriffe des Menschen – etwa Entwässerung oder Bodenumlagerung – vergleichsweise spät oder nur punktuell erfolgten, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sich ältere Bodenhorizonte beziehungsweise Torfe erhalten haben. Diese können archäologische Schichten und Funde enthalten, die bislang weder kartiert noch systematisch untersucht wurden. Bisher ist durch Begehungen der Oberflächen bekannt, dass das Donaumoos bereits im Mesolithikum zur Jagd und seit der Eisenzeit zur Gewinnung von Eisen aus Raseneisenerz aufgesucht wurde.“</p><p>Die Studie entstand im Rahmen des Schwerpunktprogramms 2361 „Auf dem Weg zur Fluvialen Anthroposphäre“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Ermöglicht wurden die Ergebnisse durch eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen aus Leipzig, Tübingen, Neuburg an der Donau, München, Potsdam, Erkner und Manchester.</p><p class="align-right"><i>Nach einer Pressemitteilung der Universität Leipzig</i></p><p><strong>Publikation:</strong><br>Zielhofer, C., Kaniecki, M., Köhler, A., Seeburg, V., Rollo, A., Bergmann, L., Berg, S., Stammel, B., Gudermann, R., Fletcher, W. J., Werban, U., Linstädter, A., and Mehler, N.: Great transitions in Donaumoos land reclamation (Bavaria, Germany) since the late 18th century – a palaeohydrological and historical perspective, E&amp;G Quaternary Sci. J., 74, 105–124, 2025<br><a href="https://doi.org/10.5194/egqsj-74-105-2025" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.5194/egqsj-74-105-2025</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-119808</guid><pubDate>Fri, 30 May 2025 10:30:00 +0200</pubDate><title>Neuer Sonderforschungsbereich ist in der Sprachwissenschaft verankert</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neuer-sonderforschungsbereich-ist-in-der-sprachwissenschaft-verankert/</link><description>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert fachübergreifendes Verbundprojekt zur Erforschung des „Common Ground“, dem von Kommunikationspartnerinnen und -partnern geteilten Wissen – Perspektiven aus der Kognition, Grammatik und Kommunikation</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen erhält einen neuen Sonderforschungsbereich unter dem Titel „<span lang="en" dir="ltr">Common Ground</span> – Kognition, Grammatik, Kommunikation“ (SFB 1718), in dem unter der Leitung der Sprachwissenschaft Forscherinnen und Forscher aus der Theoretischen und Computerlinguistik, der Psycholinguistik, Psychologie, Rhetorik, Literaturwissenschaft und biologischen Anthropologie zusammenarbeiten. „Das Konzept ‚<span lang="en" dir="ltr">Common Ground</span>‘ spielt in der Sprachwissenschaft, Philosophie und Psychologie eine wichtige Rolle und hat keine treffende deutsche Übersetzung“, erklärt die Sprecherin des Sonderforschungsbereichs, Professorin Britta Stolterfoht aus der Germanistischen Linguistik am Deutschen Seminar der Universität Tübingen. „Am besten beschrieben ist der Begriff durch geteiltes Wissen in einer Kommunikationssituation, in der auch alle voneinander wissen, dass die jeweils anderen dieses Wissen haben.“ In 18 Teilprojekten sollen Aspekte des <span lang="en" dir="ltr">Common Grounds</span> in einer Zweiersituation bis hin zu gesellschaftlichen Phänomenen untersucht werden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert den Sonderforschungsbereich in der ersten Phase über einen Zeitraum von vier Jahren.</p><p>„Die Einwerbung dieses neuen Sonderforschungsbereichs ist ein sehr schöner Erfolg, der erkennen lässt, dass die Geisteswissenschaften an der Universität Tübingen bestens aufgestellt und untereinander wie auch in andere Bereiche hinein glänzend vernetzt sind“, sagt Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, die Rektorin der Universität Tübingen.</p><p>Der <span lang="en" dir="ltr">Common Ground</span> sei entscheidend für die erfolgreiche Koordination und Umsetzung jeglicher gemeinsamen Aktivitäten, sagt Britta Stolterfoht. Auf einer großmaßstäblichen Ebene sei er hilfreich, um soziale Dynamiken oder auch die Bildung der öffentlichen Meinung zu verstehen. Auf kleinerer Ebene, etwa in der Betrachtung eines Zweiergesprächs, ließen sich Nuancen der hauptsächlich sprachlichen Kommunikation erklären. „Sprache ist in diesen Situationen das effektivste Werkzeug, daher kommt der Sprachwissenschaft eine zentrale Rolle zu“, erklärt die Linguistin. Der Begriff <span lang="en" dir="ltr">Common Ground</span> sei schwer zu fassen, habe aber ein großes Erklärungspotenzial, das gemeinsam von der Sprachwissenschaft und den Nachbardisziplinen genutzt werden soll. Ziel sei es, ein umfassenderes Modell des <span lang="en" dir="ltr">Common Grounds</span> zu entwickeln, das in der sprachwissenschaftlichen Theorie verankert ist und empirischer Überprüfung mithilfe einer Vielzahl unterschiedlicher Methoden standhält. Es kann als Bezugssystem für viele einzelne Phänomene und Rätsel in der Sprache, der sprachlichen Kommunikation und sozialen Interaktion dienen.</p><h3>Teilprojekte in drei Kernbereichen</h3><p>In den Teilprojekten des Kernbereichs<strong> „Kognition“ </strong>arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Linguistik, Psychologie und Anthropologie zusammen. So geht es unter anderem um die Frage, welche Rolle der <span lang="en" dir="ltr">Common Ground</span> für Kinder beim Erlernen ihrer Erstsprache spielt. Untersucht werden soll, ob es auch im Verhalten von Menschenaffen Hinweise auf die Entstehung des<span lang="en" dir="ltr"> Common Grounds </span>gibt. In der Kombination von Psychologie und Linguistik sollen neben sprachlicher auch die Repräsentation und Verarbeitung nicht-sprachlicher Information erforscht werden, etwa die Rolle enzyklopädischen Wissens oder die Funktion sprachbegleitender Gesten.</p><p>Unter der Perspektive der <strong>„Grammatik“</strong> im Titel des Sonderforschungsbereichs geht es um die sprachlichen Mittel, die Personen nutzen, um sich auf den <span lang="en" dir="ltr">Common Ground </span>zu beziehen, wie zum Beispiel sogenannte Diskurspartikeln wie „ja“ oder „doch“. „Wenn ich sage ‚Peter hat ja mit dem Rauchen aufgehört‘, so beziehe ich mich auf etwas, das den Gesprächspartnern bereits bekannt ist oder zumindest als unkontrovers gilt. Mit dem Satz ‚Peter hat doch mit dem Rauchen aufgehört.‘ kann ich durch ‚doch‘ einen Kontrast zu Information ausdrücken, die sich bereits im <span lang="en" dir="ltr">Common Ground</span> befindet“, erläutert Stolterfoht. Die Teilprojekte unter der Perspektive der Grammatik sind in der Germanistik, Anglistik und Romanistik angesiedelt.</p><p>Der Kernbereich<strong> „Kommunikation“</strong> umfasst Teilprojekte aus der Kombination von Linguistik beziehungsweise Computerlinguistik, Rhetorik und Literaturwissenschaft. „Hier soll die Rolle unterschiedlicher Kommunikationspartner und -situationen betrachtet werden. Verglichen wird zum Beispiel die Kommunikation ‚von Angesicht zu Angesicht‘ mit der in den sozialen Medien“, berichtet Stolterfoht. „Zwei Projekte untersuchen den politischen Diskurs. Da geht es um Strategien, die zum Beispiel von rechtspopulistischen Parteien benutzt werden, um spezifische Diskurse aufzurufen.“</p><p>Begleitet wird die Forschung in den drei Kernbereichen durch zwei Plattformen, eine zur Evaluation theoretischer Konzepte und die zweite zur Evaluation empirischer Methoden.</p><p class="align-right"><i>Janna Eberhardt/Hochschulkommunikation</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-119802</guid><pubDate>Wed, 28 May 2025 20:02:32 +0200</pubDate><title>Mythisches Denken und transnationale Gemeinschaftsbildung im Medium der Kulturzeitschrift: Neues DFG-Teilprojekt der FOR „TransExil“ in Tübingen gestartet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/mythisches-denken-und-transnationale-gemeinschaftsbildung-im-medium-der-kulturzeitschrift-neues-dfg-teilprojekt-der-for-transexil-in-tuebingen-gestartet/</link><description>Das DFG-geförderte Forschungsprojekt ist Teil einer Forschungsgruppe zum Thema “TransEXIL. Verhandlung von Ästhetik und Gemeinschaft im postrevolutionären Mexiko”. Die aus ingesamt 6 Teilprojekten bestehende Forschungsgruppe  fokussiert erstmalig Vernetzungen zwischen Exilierten verschiedener Herkünfte sowie lokalen Künstler:innen, Schriftsteller:innen und Intellektuellen im Mexiko der 1920er bis 1950er Jahre im Zusammenhang.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das von Prof. Ehrlicher geleitete Teilprojekt wird die Zielsetzungen der FOR mit einem besonderen medienspezifischen Fokus auf Kulturzeitschriften in der Phase von 1917-1936 verfolgen, die in der Phase von 1917-1936 veröffentlicht wurden. Im Mittelpunkt steht dabei in einem ersten Schritt die von José Vasconcelos edierte Zeitschrift "El Maestro. Revista de cultura nacional" (1.1921-17.1923), in der sich die Vernetzung von Politik, Anthropologie und Ästhetik im Zeichen mythischer Gemeinschaftsbildung exemplarisch innerhalb des mexikanischen Kontextes nach der Revolution erkunden lässt. Die Zeitschrift war dabei transnational nicht nur in ihrer Wirkungen über den mexikanischen Kontext hinaus, sondern auch als ein Umschlagort für die Verbreitung der Ideen der in Frankreich von Barbusse unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg begründeten Clarté-Gruppe, deren Gedankengut in Lateinamerika zur Gründung entsprechender Gruppen und einer ganzen Serie von Zeitschriften führte, die im Forschungsprojekt ein zweiter zentraler Untersuchungsgegenstand sein werden. Drittens werden schließlich Projekte einer transnational angelegten Gemeinschaftsbildung im Zeichen des „Indoamerikanismus“ untersucht, wobei neben José Mariáteguis in Peru herausgegebener Zeitschrift "Amauta" und dem ebenfalls in Peru erschienenen "Editorial/Boletín Titikaka" eine Reihe von Zeitschriften mit dem Titel "Indoamérica" in Mexiko und Buenos Aires im Fokus stehen.&nbsp;</p><p>Über eine rein diskurs- und ideengeschichtliche Dimension hinaus wird die ästhetische Faktur der Zeitschriften besonders in der Analyse von Bildprogrammen bzw. der in der Zeitschrift vernetzten Bildelemente eine Rolle spielen, wobei datengestützt gearbeitet und methodologisch ein mixed-methods-Ansatz verfolgt wird, in dem quantitativ-statistische mit (post)hermeneutischen qualitativen Interpretationen verschränkt sind.</p><p class="align-right">Prof. Hanno Ehrlicher, Romanisches Seminar</p><p class="align-right">&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-119784</guid><pubDate>Wed, 28 May 2025 12:13:43 +0200</pubDate><title>KI trifft Spieltheorie: Wie Sprachmodelle sich in sozialen Szenarien verhalten</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/ki-trifft-spieltheorie-wie-sprachmodelle-sich-in-sozialen-szenarien-verhalten/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p><span lang="en" dir="ltr">Large Language Models (LLMs)</span> – die fortgeschrittene KI-Technologie hinter Anwendungen wie ChatGPT – werden zunehmend in den Alltag integriert. Sie unterstützen bei Aufgaben wie dem Verfassen von E-Mails, dem Beantworten von Fragen oder sogar bei medizinischen Entscheidungsprozessen. Doch können diese Modelle auch soziale Situationen interpretieren, sind sie zu Kompromissen fähig oder können sie Vertrauen aufbauen? Eine neue Studie von Forschenden von Helmholtz Munich, des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik und der Universität Tübingen zeigt: Trotz ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit fehlt es heutigen KI-Systemen noch an sozialer Intelligenz.</p><p><strong>Spiele können dazu beitragen die soziale Kompetenz von KI zu analysieren</strong><br>Um zu untersuchen, wie sich LLMs in sozialen Interaktionen verhalten, wandten die Forschenden die behaviorale Spieltheorie an – eine Methode, die typischerweise eingesetzt wird, um kooperatives, kompetitives und entscheidungsbezogenes Verhalten bei Menschen zu analysieren. Verschiedene KI-Modelle, darunter GPT-4, wurden in eine Reihe von Spielszenarien eingebunden, die soziale Interaktionen simulieren und dabei zentrale Parameter wie Fairness, Vertrauen und Kooperation evaluieren sollten.</p><p>Die Ergebnisse zeigten: GPT-4 war besonders erfolgreich bei Spielen, die logisches Schlussfolgern und strategisches Eigeninteresse erforderten. In Situationen, die auf Teamarbeit, Abstimmung und gemeinschaftliches Handeln angewiesen waren, offenbarte das Modell jedoch deutliche Schwächen.</p><p>„In manchen Fällen war die KI fast zu rational – zu ihrem eigenen Nachteil“, erklärt Dr. Eric Schulz, Seniorautor der Studie. „Sie konnte Bedrohungen oder egoistische Züge sofort erkennen und entsprechend reagieren, tat sich jedoch schwer damit, Vertrauen, Kooperation und Kompromissbereitschaft zu erfassen.“</p><p><strong>Sozial kompetentes Verhalten trainieren</strong><br>Um das Modell zu sozial kompetenterem Verhalten zu befähigen, setzten die Forschenden eine einfache, aber effektive Methode ein: Sie forderten die KI aktiv dazu auf, vor der eigenen Entscheidungsfindung die Perspektive der anderen Spielpartei mit zu berücksichtigen. Dieser Ansatz – Social Chain-of-Thought (SCoT) genannt – führte zu signifikanten Verbesserungen. Mithilfe von SCoT agierte das Modell kooperativer, anpassungsfähiger und erfolgreicher in der Erzielung wechselseitig vorteilhafter Ergebnisse – selbst im Austausch mit realen menschlichen Teilnehmenden.</p><p>„Sobald wir das Modell zu sozialem Denken angeregt haben, begann es, sich deutlich menschlicher zu verhalten“, berichtet Elif Akata, Erstautorin der Studie. „Interessanterweise konnten viele Menschen gar nicht mehr unterscheiden, ob sie mit einer KI oder einem echten Menschen interagierten.“</p><p><strong>Potenzial für Gesundheitswesen und Patientenversorgung</strong><br>Die Implikationen dieser Studie gehen weit über die Spieltheorie hinaus. Die Erkenntnisse bilden eine Grundlage für die Entwicklung stärker menschenzentrierter KI-Systeme – insbesondere im Gesundheitswesen, wo soziale Kognition essenziell ist. In Bereichen wie psychischer Gesundheit, chronischer Krankheitsbewältigung oder der Betreuung älterer Menschen hängt die Wirksamkeit der Unterstützung der Patienten nicht nur von inhaltlicher Richtigkeit und Informationsvermittlung ab, sondern auch von der Fähigkeit der KI, Vertrauen aufzubauen, soziale Signale zu deuten und Kooperation zu fördern. Durch die Modellierung und Verbesserung dieser sozialen Dynamiken ebnet die Studie den Weg für sozial intelligentere KI-Systeme, die für die Gesundheitsforschung und die Mensch-Maschine-Interaktion positive Effekte erzielen kann. „Eine KI, die einen Patienten zur Medikamenteneinnahme motivieren, bei Angstzuständen unterstützen oder ein schwieriges Gespräch begleiten kann – genau dorthin entwickelt sich diese Forschung“, so Elif Akata.</p><p><strong>Original Publikation</strong><br>Akata et al., 2025: <span lang="en" dir="ltr">Playing repeated games with Large Language Models. Nature Human Behaviour</span>. DOI: <a href="https://doi.org/10.1038/s41562-025-02172-y" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41562-025-02172-y</a>&nbsp;</p><h3>&nbsp;</h3><h3>Über die Forscher</h3><p><strong>Dr. Eric Schulz</strong><br>Direktor des Instituts für Human-Centered AI bei Helmholtz Munich und ehemaliger Max-Planck-Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen</p><p><strong>Elif Akata MSc.</strong><br>Doktorandin am Institut für Human-Centered AI bei Helmholtz Munich, Absolventin des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik in Tübingen, und der Universität Tübingen</p><p><strong>Prof. Dr. Matthias Bethge</strong><br>Professor und Gruppenleiter an der Universität Tübingen; Direktor am Tübinger KI-Zentrum</p><p class="align-right"><i>Pressemitteilung des Helmholtz Zentrum München</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-119628</guid><pubDate>Fri, 23 May 2025 15:40:40 +0200</pubDate><title>Hervorragend in der Spitzenforschung: Universität Tübingen feiert Erfolg im Exzellencluster-Wettbewerb</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/hervorragend-in-der-spitzenforschung-universitaet-tuebingen-feiert-erfolg-im-exzellencluster-wettbewerb/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-119598</guid><pubDate>Fri, 23 May 2025 10:46:25 +0200</pubDate><title>Rotalgen zerstören marine Ökosysteme</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/rotalgen-zerstoeren-marine-oekosysteme/</link><description>Studie zeigt, wie invasive Rotalgen der Gattung Dasysiphonia japonica die Erholung der Seetangwälder bedrohen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Erwärmung der Ozeane in gemäßigten Klimazonen führt zum Absterben der Seetangwälder. Gleichzeitig breiten sich Rotalgen zunehmend aus, beispielsweise auch im Norden Spaniens. Diese Transformation von dichten, hochaufwachsenden Seetangwäldern hin zu großflächigen Matten aus Rotalgen, wie sie auch im Golf von Main an der Ostküste der USA zu beobachten ist, hat gravierende Auswirkungen: Es kommt zu einem Verlust an biologischer Vielfalt, einer Veränderung des Energie- und Nährstoffflusses in den Riffsystemen sowie zu grundlegenden Veränderungen in der chemischen Ökologie der Küstenökosysteme.</p><p>Eine neue Studie, veröffentlicht in der renommierten Fachzeitschrift <span lang="en" dir="ltr">Science</span>, zeigt erstmals auf, wie Rotalgen Chemikalien freisetzen, die junge Seetang-Pflanzen schädigen können. Dies haben ein Team um Shane Farrell und <span lang="en" dir="ltr">Doug Rasher</span> am <span lang="en" dir="ltr">Bigelow Marine Laboratory in Maine</span> sowie die Gruppe um Daniel Petras an der Universität Tübingen und der <span lang="en" dir="ltr">University of California, Riverside</span> herausgefunden. Petras war 2021–2024 Leiter einer Nachwuchsgruppe im Exzellenzcluster CMFI an der Universität Tübingen, wo teile der Arbeit durchgeführt wurden. Laut den Forschenden entsteht eine besorgniserregende Rückkopplungsschleife: Mehr Rasen bedeutet eine erhöhte Produktion schädlicher Chemikalien, die die natürliche Erholung der Seetangwälder erschweren und deren Zusammenbruch weiter beschleunigen.</p><p>Diese chemisch vermittelte Wechselwirkung ist auch bekannt als Allelopathie. Die Forschenden bezeichnen es als chemische Kriegsführung. Die Studienergebnisse zeigen eindrucksvoll auf, wie der Klimawandel die Ökosysteme der Ozeane verändert und die Regeneration der Seetangwälder an der sich rapide erwärmenden Küste von Maine zunehmend erschwert.</p><p>An der Studie sind Forschende der <span lang="en" dir="ltr">University of Maine</span>, der Universität Tübingen, des <span lang="en" dir="ltr">Perry Institute for Marine Science</span> sowie der <span lang="en" dir="ltr">Harvard University</span> beteiligt. In interdisziplinären Teams kombinieren sie umfangreiche Feldstudien, chemische Analysen und Laborexperimente, um die dynamischen Veränderungen in diesen wertvollen Ökosystemen besser zu verstehen.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-119487</guid><pubDate>Wed, 21 May 2025 08:43:00 +0200</pubDate><title>Feierliche Eröffnung des Zentrums für Bionic Intelligence Tübingen Stuttgart (BITS)</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/feierliche-eroeffnung-des-zentrums-fuer-bionic-intelligence-tuebingen-stuttgart-bits/</link><description>Auftaktveranstaltung im Klösterle in Weil der Stadt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Am 20. Mai 2025 hat der Forschungsverbund <a href="https://www.bionic-intelligence.org/" target="_blank" rel="noreferrer"><span lang="en" dir="ltr">Bionic Intelligence </span>Tübingen Stuttgart</a> (BITS) zu seiner feierlichen Eröffnung eingeladen. Das BITS ist eine gemeinsame Initiative der Universitäten Stuttgart und Tübingen sowie der Max-Planck-Institute für Intelligente Systeme und für Biologische Kybernetik mit dem Ziel, intelligente bionische Systeme zur Diagnose und Therapie neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen zu entwickeln.</p><h3>Intelligente Technik und Gesundheitsforschung zusammendenken</h3><p>Das BITS gehört zu <a href="https://cyber-valley.de/de" target="_blank" rel="noreferrer"><span lang="en" dir="ltr">Cyber Valley</span></a>, Europas größtes und führendes Zentrum für Künstliche Intelligenz und moderne Robotik, welchem vom Land Baden-Württemberg gefördert wird. Wissenschaftsministerin Petra Olschowski über die Forschung des BITS: „Im neuen Zentrum für bionische Intelligenz BITS treffen intelligente Technik und Gesundheitsforschung zusammen. In diesen Bereichen sind unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Land spitze. Das zukunftsweisende Forschungsfeld bionische Intelligenz bündelt vorhandene Kompetenzen und bietet enormes Potenzial, um Patientinnen und Patienten zu helfen. Solche Innovationen stärken den Forschungs- und Gesundheitsstandort Baden-Württemberg weiter.“</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Termine</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-119343</guid><pubDate>Fri, 16 May 2025 14:22:58 +0200</pubDate><title>Universität Tübingen beteiligt sich am Aufbau des Landesgraduiertenzentrum für KI</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/universitaet-tuebingen-beteiligt-sich-am-aufbau-des-landesgraduiertenzentrum-fuer-ki/</link><description>Beste Voraussetzungen für Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte. Der Aufbau erfolgt gemeinsam mit Land Baden-Württemberg, Karlsruher Institut für Technologie und Universität Stuttgart.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen und die Universität Stuttgart bauen unter Leitung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und dem Land Baden-Württemberg ein Landesgraduiertenzentrum für angewandte Künstliche Intelligenz (LGZ) in Heilbronn auf. Vor kurzem wurde dazu ein <span lang="en" dir="ltr">Memorandum of Understanding</span> (MoU) aller Beteiligten unterzeichnet. Die Einrichtung wird bundesweit einmalig sein und verbindet Forschung und Nachwuchsförderung in der Wissenschaft in Bereichen der künstlichen Intelligenz wie Chipdesign, Robotik und Cybersicherheit. Das Konzept des LGZ zeichnet sich durch ein innovatives, flexibles und multidisziplinäres Promotionsprogramm an der Schnittstelle zwischen Informatik, Maschinenbau und Elektrotechnik aus.</p><p>„Mit dem LGZ richten wir ein innovatives hochschulpolitisches Reallabor für die Spitzenkräfte von morgen ein“, sagt Wissenschaftsministerin Petra Olschowski nach der Unterzeichnung des MoU. „Wir schaffen einen Experimentierraum mit flexibleren Rahmenbedingungen, um neue Formate in der Ausbildung von Spitzenpromovierenden in KI-bezogenen Zukunftsfeldern, in der Rekrutierung und in der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Industrie und Start-Ups zu erproben und zu etablieren. Das ist eine große Chance fürs Land.“</p><p>In dem MoU verpflichten sich alle Partner auf gemeinsame Ziele und die weiteren Schritte zum Aufbau des LGZ bis Ende 2028. „Die Vereinbarung mit den drei Spitzenuniversitäten ist ein starkes Signal und bietet eine sehr gute Grundlage, um das LGZ in den nächsten Monaten zügig voranzubringen“, sagt Wissenschaftsministerin Petra Olschowski. Das LGZ wird begleitet durch einen hochkarätig und international besetzen wissenschaftlich-strategischen Beirat.</p><h3>Rektorin Karla Pollmann: Beste Voraussetzung für Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte&nbsp;</h3><p>„Das LGZ ist ein weiterer wichtiger Baustein, um das Thema KI in seiner ganzen Breite auf Dauer hier im Land zu verankern“, sagt Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen, anlässlich der Unterzeichnung des MoU. Damit werde nicht nur die Forschung in dieser Schlüsseltechnologie vorangetrieben, sondern auch in einem idealen Umfeld zur Anwendung und in die Umsetzung gebracht. „Wir schaffen mit dieser Einrichtung beste Voraussetzungen für die Ausbildung von hochqualifizierten Fachkräften sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von morgen und leisten damit einen zukunftsgerichteten Beitrag zum Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg.“&nbsp;</p><p>Der Aufbau des LGZ wird sukzessive erfolgen; die Berufung des Gründungsdirektoriums soll noch in diesem Jahr starten. Im für das Jahr 2029 geplanten Endausbau wird das Land das LGZ mit jährlich bis zu 30 Millionen Euro zusätzlich fördern. Aktuell sind 1,4 Millionen Euro für das Jahr 2025 und elf Millionen Euro für das Jahr 2026 vorgesehen. Im Vollbetrieb werden – neben zehn Professorinnen und Professoren – noch 57 Promovierende sowie 19 Postdoktorandinnen und Postdoktoranden in den unterschiedlichen Disziplinen am Graduiertenzentrum beschäftigt sein.</p><p class="align-right"><i>Universität Tübingen/ MWK</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-119094</guid><pubDate>Tue, 13 May 2025 15:52:56 +0200</pubDate><title>Neuer Test zur Überprüfung von Einsteins Gravitationstheorie</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neuer-test-zur-ueberpruefung-von-einsteins-gravitationstheorie/</link><description>Studie eines Forschungsteams der Universitäten Bremen und Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein Forschungsteam des Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen und des Instituts für Theoretische Physik der Universität Tübingen hat einen innovativen Ansatz entwickelt, um die Grenzen von Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie zu testen. Sie schlagen vor, diese Untersuchung mithilfe des <span lang="en" dir="ltr">Large Hadron Colliders</span> (LHC) am CERN durchzuführen.</p><p>Einsteins Gravitationsphysik hat die moderne Wissenschaft revolutioniert und zu vielen erfolgreichen Vorhersagen geführt, beispielsweise über Schwarze Löcher, Gravitationswellen und die Entwicklung des gesamten Universums. Allerdings stößt die Allgemeine Relativitätstheorie (ART) zusammen mit dem Standardmodell der Teilchenphysik auch an ihre Grenzen. Auf der einen Seite gibt es Beobachtungen, wie die beschleunigte Ausdehnung des Universums oder die Bewegung von Sternen am Rand von Galaxien, die nur dann mit den Vorhersagen der Theorie übereinstimmen und erklärt werden können, wenn man annimmt, dass unbekannte Komponenten im Universum existieren, die wir dunkle Energie und dunkle Materie nennen. Andererseits sagt die ART voraus, dass die Gravitationskraft in bestimmten Regionen des Universums unendlich stark wird, so dass es bis heute nicht möglich ist, Einsteins Gravitationstheorie mit allen anderen Kräften der Natur (elektromagnetische Kraft, schwache und starke Kernkraft) in Einklang zu bringen. Beim Verständnis der Gravitation bleiben also viele Fragen offen, die Physikerinnen und Physiker weltweit dazu antreiben, nach einer Erweiterung oder Modifikation der ART zu suchen, die die bis heute unerklärten Phänomene der Gravitation erklärbar macht.</p><p>Am 28. April 2025 ist in der Fachzeitschrift <i><span lang="en" dir="ltr">Physical Review D</span></i> die neueste Publikation von Dr. Christian Pfeifer und Dr. Dennis Rätzel vom ZARM sowie Professor Daniel Braun von der Universität Tübingen erschienen, die sich mit dem Test der ART beschäftigt. Sie schlagen vor, die Eigenschaften der Gravitation mit Teilchen zu testen, deren Geschwindigkeit sehr nahe an der Lichtgeschwindigkeit liegt. Diese ultrarelativistischen (oder einfach sehr schnellen) Teilchen erzeugen ein Gravitationsfeld, welches ruhende Testteilchen, an denen sie vorbeifliegen, anzieht. Die Bewegung der Testteilchen kann theoretisch vorhergesagt und mit der beobachteten Bewegung verglichen werden, so dass die Testteilchen als Sensoren für die Gravitation genutzt werden können. Das Besondere an dem hier vorgeschlagenen Experiment ist, dass die Gravitationsanziehung, die von den ultrarelativistischen Teilchen erzeugt wird, hauptsächlich durch die sehr hohe Geschwindigkeit – also ihre sehr hohe kinetische Energie – und nicht durch die Ruhemassenenergie der Teilchen entsteht. Das Experiment misst also, wie die Gravitation der kinetischen Energie aussieht. Stimmt sie mit den Vorhersagen der ART überein oder gibt es Abweichungen?</p><h3>Abweichung rechnerisch vorhergesagt</h3><p>In einem mathematischen Modell, das auf einer Modifikation der ART beruht, haben die Forscher die Beschleunigung des Testteilchens und den Impulstransfer durch die Gravitation der vorbeifliegenden ultrarelativistischen Teilchen rechnerisch vorhergesagt. Die Ergebnisse zeigen, dass es einen Parameterbereich gibt, in dem der vom Modell berechnete Impulstransfer signifikant von den Vorhersagen der ART abweicht. Diese Abweichung nimmt mit steigender Geschwindigkeit des ultrarelativistischen Teilchenstroms zu.</p><p>Das Besondere ist, dass dieses Experiment sogar praktisch durchgeführt werden könnte, und zwar mit Hilfe des Teilchenbeschleunigers LHC (<span lang="en" dir="ltr">Large Hadron Collider</span>), der von der Europäischen Organisation für Kernforschung CERN bei Genf betrieben wird. Dort werden Protonen auf rund 99,9999991 Prozent der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Was für das Experiment noch fehlt, sind Testteilchensensoren, die rund um die Beschleunigungsröhre des LHC angebracht werden und auf das Gravitationsfeld der Protonen reagieren. Die technischen Details für die Installation solcher Sensoren werden derzeit untersucht.</p><p class="align-right"><i>Pressemitteilung des Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen</i></p><h3>Publikation:</h3><p>Christian Pfeifer and Dennis Rätzel, Daniel Braun: <span lang="en" dir="ltr">Gravitational attraction of ultrarelativistic matter: A new testbed for modified gravity at the Large Hadron Collider. </span><i><span lang="en" dir="ltr">Physical Review D</span></i><span lang="en" dir="ltr"></span>111, 084073 (2025). <a href="https://doi.org/10.1103/PhysRevD.111.084073" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1103/PhysRevD.111.084073</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-118965</guid><pubDate>Fri, 09 May 2025 14:15:52 +0200</pubDate><title>CHE-Hochschulranking 2025: Spitzenbewertungen für die Tübinger Psychologie und Erziehungswissenschaft</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/che-hochschulranking-2025-spitzenbewertungen-fuer-die-tuebinger-psychologie-und-erziehungswissenschaft/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Beim diesjährigen Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) erzielt die Universität Tübingen in den Fächern Erziehungswissenschaft und Psychologie hervorragende Bewertungen.</p><p>Die Erziehungswissenschaft (Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung, HIB, und Institut für Erziehungswissenschaft, IfE) erreichten in insgesamt zehn Kategorien Spitzenwerte auf nationaler Ebene: bei der Beurteilung durch die Studierenden für die Allgemeine Studiensituation, die Betreuung durch Lehrende, die Unterstützung im Studium, das Lehrangebot, die Studienorganisation, die Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten, die Bibliotheksausstattung sowie die IT-Infrastruktur; bei den Fakten zum Studium erzielt die Erziehungswissenschaft Bestwerte in den Kategorien Abschlüsse in angemessener Zeit und Unterstützung am Studienanfang.</p><p>„Die Ergebnisse des CHE-Rankings 2025 bestätigen, dass Tübingen zu den Spitzenstandorten der Erziehungswissenschaften gehört. Sie belegen außerdem das qualitativ hochwertige Studienangebot der Erziehungswissenschaft am IfE und HIB. Aktuelle Forschung und innovative Lehre gehören für uns schon immer zusammen – und das wird auch so bleiben.“, sagt IfE-Direktor Professor Dr. Sascha Neumann.&nbsp;</p><p>Besonders bemerkenswert: Weit über 90% der Studierenden schließen ihr Studium in angemessener Zeit - d.h. entweder in der Regelstudienzeit oder 1-2 Semester länger - ab, auch aufgrund kontinuierlicher Betreuung der Studierenden.&nbsp;</p><p>Für HIB-Direktor Professor Dr. Ulrich Trautwein ist aber auch klar, dass man sich nicht auf diesem Erfolg ausruhen könne: „Die Rückmeldungen der Studierenden bieten eine wertvolle Grundlage für die Weiterentwicklung unserer Arbeit in einzelnen Bereichen, etwa wenn es darum geht, Studierenden noch gezielter auf internationale Mobilität und einen gelungenen Berufseinstieg vorzubereiten.“</p><p>Die Tübinger Psychologie erzielte allein bei der Beurteilung durch die Studierenden in elf Kategorien Spitzenbewertungen im nationalen Vergleich: für die Allgemeine Studiensituation, die Betreuung durch Lehrende, die Unterstützung im Studium, das Lehrangebot, die Studienorganisation, die Einführung in wissenschaftliches Arbeiten, die Räume, die Bibliotheksausstattung, die IT-Infrastruktur, die Digitalen Lehrelemente und die Lernräume. Darüber hinaus erzielte das Fach bei den Fakten zu Lehre und Forschung Bestwerte für die Unterstützung am Studienanfang, die Veröffentlichungen pro Wissenschaftler/in und die Anzahl der Promotionen pro Professor/in. Besonders gut bewertet sind im Fach Psychologie die Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten und die Unterstützung am Studienanfang.</p><p>„Die CHE-Ergebnisse bestätigen den Erfolg der forschungsorientierten Studiengänge unseres Fachbereichs. Die Psychologie in Tübingen kennzeichnet eine kooperative kognitionspsychologische Ausrichtung“, sagt Professorin Dr. Claudia Friedrich, Fachbereichssprecherin Psychologie. „Neben den etablierten Inhalts- und Forschungsschwerpunkten in den Arbeitsgruppen ergeben sich aus der starken Vernetzung der Gruppen untereinander zahlreiche aktuelle Ansätze und Sichtweisen, die in die Lehre der Psychologie eingebracht werden. Das CHE-Ranking bestätigt dabei auch, dass die intensive Betreuung insbesondere während der Studieneingangsphase einen sehr guten Weg in die anspruchsvollen Methoden und Inhalte unserer Studiengänge ermöglicht.“</p><p>Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) vergleicht Hochschulen nicht insgesamt, sondern erstellt fachbezogene Hochschulrankings. Auch innerhalb der Fächer werden die verschiedenen Indikatoren nicht gewichtet, sondern einzeln bewertet und dargestellt. In das Ranking gehen neben Fakten zu Studium, Lehre, Ausstattung und Forschung der Hochschulen auch die Urteile von Studierenden über die Studienbedingungen an ihrer Hochschule sowie Angaben von Professoren zur Reputation der Fächer ein. Insgesamt werden den Hochschulen keine einzelnen Rangplätze zugewiesen, sondern jedes Kriterium einer der drei Ranggruppen zugeordnet: der Spitzen-, der Mittel- oder der Schlussgruppe. Das CHE bewertet alle Fächer in einem dreijährlichen Rhythmus.</p><p class="align-right">Maximilian von Platen</p><p><a href="https://methodik.che-ranking.de/datenauswertung/ergebnisberichte/" target="_blank" class="ut-btn ut-btn--color-primary-1" title="Interaktive Deutschlandkarte mit allen Spitzenergebnisse der Hochschulen im CHE Hochschulranking 2025/26" rel="noreferrer">Die Spitzenergebnisse der Hochschulen im CHE Ranking 2025/26</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Studium</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-118890</guid><pubDate>Wed, 07 May 2025 15:00:55 +0200</pubDate><title>Mikrobielle Invasoren aufhalten</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/mikrobielle-invasoren-aufhalten/</link><description>Wissenschaftler entdecken berechenbare Muster bei bakteriellen Invasionen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Forschende der Universität Tübingen haben einen neuen Weg gefunden, um zu verstehen, wie Bakterien in neue Umgebungen eindringen – oder warum sie manchmal dabei scheitern. Ihre Studien zeigen, wie einheimische mikrobielle Gemeinschaften Eindringlinge abwehren können. Zukünftig könnten so Infektionen verhindert und schützende Mikrobiome geschaffen werden. Die wurden jetzt im Fachjournal Nature Communications veröffentlicht.</p><p>Mikroben sind wahre Reiseexperten. Sie erschließen per Anhalter über die Luft, Wasser und sogar auf anderen Organismen neue Lebensräume. Doch wenn sie ankommen, finden sie nicht immer unbesiedelten Raum vor. Oft wimmelt es in diesen Gebieten bereits von Mikroben, die sich gegen Neuankömmlinge wehren. Dieser natürliche Abwehrmechanismus wird als „biotische Resistenz“ bezeichnet. Zu verstehen, wann und wie dieser Abwehrmechanismus einen Eindringling aufhalten kann, ist von entscheidender Bedeutung, insbesondere wenn es um schädliche Krankheitserreger geht, die die menschliche Gesundheit, die Landwirtschaft und Ökosysteme bedrohen.</p><p>Das Team untersuchte mikrobielle Invasionen unter Laborbedingungen und stellte drei verschiedene Verhaltensweisen fest: Eindringlinge können sich gleichmäßig und in plötzlichen Ausbrüchen ausbreiten oder vollständig aufgehalten werden. Diese Verhaltensweisen hängen von zwei Schlüsselfaktoren ab: wie der Eindringling mit den lokalen Mikroben interagiert und wie schnell er sich ausbreitet.</p><p>Überraschenderweise zeigten die Forscher, dass sie diese Invasionsmuster mit Hilfe eines einfachen mathematischen Werkzeugs vorhersagen können – eines, für das nicht jedes Detail über die beteiligten Mikrobenarten bekannt sein muss. Dieses „parameterfreie“ Werkzeug könnte verwendet werden, um abzuschätzen, wie resistent eine mikrobielle Gemeinschaft gegen Eindringlinge ist. Ein vorteilhafter Einblick für weitere Entwicklungen in Medizin und Biotechnologie.</p><p>„Biotische Resistenz ist nicht nur eine ökologische Kuriosität“, sagt der Nachwuchsgruppenleiter im CMFI und Hauptautor Christoph Ratzke. „Sie hat Auswirkungen auf die reale Welt, von der Krankheitsprävention bis zur Entwicklung von Probiotika, die sich erfolgreich in das Darmmikrobiom integrieren können.“</p><p>Die Studie eröffnet neue Wege für das Mikrobiome Engineering – also die gezielte Veränderung der Zusammensetzung von Mikrobengemeinschaften. Forschende könnten widerstandsfähige und nützliche Mikrobengemeinschaften entwickeln, die schädliche mikrobielle Invasoren aufhalten, bevor sie zur Gefahr werden. Ob es darum geht, eine gefährliche Darminfektion zu stoppen, Pflanzen zu schützen oder die Bodengesundheit zu verbessern – das Verständnis mikrobieller Invasionen könnte schon bald zu einem wichtigen Bestandteil unserer Zukunftsfähigkeit werden.</p><p class="align-right"><i>Exzellenzcluster CMFI</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-118728</guid><pubDate>Mon, 05 May 2025 10:44:35 +0200</pubDate><title>Lectura Fácil y Web Comprensible: Ein Tübinger Projekt zur digitalen Zugänglichkeit im spanischsprachigen Raum</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/lectura-facil-y-web-comprensible-ein-tuebinger-projekt-zur-digitalen-zugaenglichkeit-im-spanischsprachigen-raum/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Ausgangspunkt war eher zufällig. Im Rahmen meiner Tätigkeit am Romanischen Seminar der Universität Tübingen stieß ich auf die deutschsprachige Initiative zur Leichten Sprache – ein Impuls, der sich rasch zu einem eigenständigen Projekt entwickelte. Bemerkenswert dabei: Entdeckt habe ich die Leichte Sprache nicht in einem Seminar oder Vortrag, sondern auf der offiziellen Webseite der Universität Tübingen – als konkretes Angebot für Studierende und Besucher. Genau dieser digitale Fund war der Ausgangspunkt für eine Reflexion über sprachliche Barrieren im Internet – diesmal aber mit Blick auf den spanischsprachigen Raum.</p><p>Was als akademische Neugier begann, führte zur Konzeption eines umfassenden Projekts zur Implementierung von lectura fácil – leichter Sprache – auf spanischen Webseiten. Ziel ist es, kognitive Zugänglichkeit dort strukturell zu verankern, wo bislang vor allem technische Standards im Vordergrund standen. In Spanien steht die verpflichtende Anwendung von lectura fácil kurz bevor – nicht nur für öffentliche Webseiten, sondern auch für zentrale Bereiche der digitalen Kommunikation im privaten Sektor.</p><p>Das Projekt wird in Co-Autorenschaft mit Óscar García Muñoz realisiert – dem derzeit wohl profiliertesten Experten für lectura fácil in Spanien, der maßgeblich an der Entwicklung nationaler Standards beteiligt war. Ihn für dieses Vorhaben gewinnen zu können, war nicht nur ein Glücksfall, sondern ein entscheidender Schritt, um wissenschaftliche Tiefe mit institutioneller Erfahrung und gesellschaftlicher Wirkung zu verbinden.</p><p>Im Zentrum der Forschung steht ein theoretisches Modell zur gestuften Umsetzung kognitiver Zugänglichkeit – ein Modell der tres umbrales, das drei Handlungsebenen unterscheidet: obligatorisch, empfohlen und strategisch. Abhängig von der Funktion eines digitalen Inhalts und seiner Bedeutung für die Rechte, Autonomie oder Kommunikation des Nutzers, wird ein entsprechendes Maß an sprachlicher Adaption festgelegt – von validierter lectura fácil über professionell vereinfachte Texte bis hin zu lenguaje claro (entspricht der deutschen Einfachen Sprache). Die ersten Ergebnisse werden im Juni 2025 auf der Madrider Buchmesse Feria del Libro de Madrid vorgestellt.</p><p>Das Projekt ist offen für den Vergleich. Gerade aus Deutschland – mit seiner institutionell verankerten Leichten Sprache – lassen sich wertvolle Impulse ziehen- Umgekehrt könnte das spanische Modell – mit seiner systematischen Einführung über den öffentlichen Bereich hinaus – neue Perspektiven auch für den deutschsprachigen Raum eröffnen.</p><p class="align-right"><i>Dr. María Xesús Bello Rivas, Romanisches Seminar</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-118464</guid><pubDate>Mon, 28 Apr 2025 08:59:50 +0200</pubDate><title>Less intensive works best for agricultural soil</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/less-intensive-works-best-for-agricultural-soil/</link><description>New study of Dutch-German research team with participation of University of Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<p><span lang="en" dir="ltr">The less intensively you manage the soil, the better the soil can function. Such as not ploughing as often or using more grass-clover mixtures as cover crops. These are the conclusions of a research team led by the Netherlands Institute of Ecology (NIOO-KNAW) with the participation of the University of </span><span lang="de" dir="ltr">Tübingen </span><span lang="en" dir="ltr">and </span>Wageningen <span lang="en" dir="ltr">University &amp; Research. Surprisingly, it applies to both conventional and organic farming. These important insights for making agriculture more sustainable are published in the scientific journal Science today.</span></p><p><span lang="en" dir="ltr">Growing food more sustainably: what's the best way to do this? It is one of the big challenges: producing enough food without compromising the soil. After all, healthy soil has many functions - called multifunctionality - and for sustainable agriculture these must be preserved. “A multifunctional soil is essential for sustainable food production, because plants get their food from it,” state the researchers. “Soil also has indispensable roles in water storage, coping with climate change and disease suppression.”</span></p><p><span lang="en" dir="ltr">Research on farms across the Netherlands now shows that it is mainly the intensity of tillage that determines whether the soil can retain all its functions. Interestingly, the difference between conventional and organic farming has less of an influence. In both types of agricultural systems, a lot of variation is found in soil tillage and management. “The good news is that in conventional agriculture, which is the vast majority, there is a lot to gain,” states soil ecologist and NIOO professor Wim van der Putten. “On all farms, including organic ones, it is important at this point not to cultivate the soil too intensively. For example: ploughing less. Inverting the soil during ploughing is a very big disruption for soil life.“</span></p><p><span lang="en" dir="ltr">Not only less frequent ploughing but also making more use of mixtures of grasses and plants from the bean family, such as clovers, contributes to multifunctional healthy soil. You can alternate these with growing cereals such as wheat, barley, spelt and rye.The research team took samples and carried out measurements at more than 50 Dutch agricultural farms on both clay and sandy soils. This was always done in pairs: a farm with conventional agriculture plus an organic neighbouring farm. The soil type and other conditions were then very similar. “That way, we could compare them like twins,” clarifies Guusje Koorneef. Together with Sophie van Rijssel, she conducted her PhD research on this topic.</span></p><p><span lang="en" dir="ltr">A wide array of soil properties was measured and farmers shared what farming practices they applied. The organic carbon present in the soil proved to be the best predictor of soil multifunctionality, and for “live indications” this was the bacteria biomass. Koorneef adds: “We looked at both sandy and marine clay soils. These are two very different soil types in the Netherlands. And we see the same picture in both soil types.”</span></p><p><span lang="en" dir="ltr">“The popular term of sustainable intensification is contradictory to our results,” argues co-researcher Kyle Mason-Jones, now working at the Universität </span><span lang="de" dir="ltr">Tübingen</span><span lang="en" dir="ltr">. “More intensive soil management leads to reduction of soil functions and is thus less sustainable.” Therefore, the researchers propose a new, appropriate goal. “Productive de-intensification. If it is successful, you will get more functions from a less intensively cultivated soil while retaining the crop yield as much as possible.”</span></p><p><span lang="en" dir="ltr"><strong>Publication:</strong></span><br><span lang="en" dir="ltr">Sophie Q. van Rijssel, Guusje J. Koorneef, G. F. (Ciska) Veen, Mirjam M. Pulleman, Ron G. M. de Goede, Rob N. J. Comans, Wim H. van der Putten, Kyle Mason-Jones: Conventional and organic farms with more intensive management have lower soil functionality. In: SCIENCE, Vol 388, Issue 6745 (24 Apr 2025), pp. 410-415; DOI: </span><a href="https://www.science.org/doi/10.1126/science.adr0211" target="_blank" rel="noreferrer"><span lang="en" dir="ltr">10.1126/science.adr0211</span></a><span lang="en" dir="ltr">&nbsp;</span></p><p class="align-right"><i>Press release Netherlands Institute of Ecology (NIOO-KNAW)</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-118035</guid><pubDate>Mon, 14 Apr 2025 08:37:03 +0200</pubDate><title>DFG bewilligt Weiterförderung des Tübinger Fachinformationsdienstes Religionswissenschaft und beschließt langfristiges Anschlussprogramm FIDplus</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/dfg-bewilligt-weiterfoerderung-des-tuebinger-fachinformationsdienstes-religionswissenschaft-und-beschliesst-langfristiges-anschlussprogramm-fidplus/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<h3>Weiterförderung des Fachinformationsdienstes Religionswissenschaft 2025-2027</h3><p>Als Ende Dezember der Bewilligungsbescheid der DFG in der Universitätsbibliothek (UB) Tübingen einging, war die Freude groß: Der Fachinformationsdienst (FID) Religionswissenschaft setzt 2025 seine Arbeit fort und kann damit weiterhin die akademische <span lang="en" dir="ltr">Community </span>überregional mit Literatur, E-Ressourcen und maßgeschneiderten Dienstleistungen versorgen. Auf diese Weise ist nun auch der dritte der drei Tübinger FID ohne Förderpause in der letzten Phase des FID-Programms angekommen. Seit 2016 besteht der Fachinformationsdienst und ist damit der jüngste FID in Tübingen.</p><h3>Fachinformationsdienste für die Wissenschaft an der Universitätsbibliothek Tübingen</h3><p>Die UB Tübingen nimmt bereits seit 2014 überaus erfolgreich am DFG-Programm „Fachinformationsdienste für die Wissenschaft“ teil. Dieses Programm wurde in Nachfolge der früheren Sondersammelgebiete aus der Taufe gehoben, um den mit dem digitalen Wandel aufgetretenen neuen Herausforderungen, aber auch den sich ändernden Informationsbedarfen der einzelnen Fach<span lang="en" dir="ltr">communities</span> besser gerecht zu werden. In Tübingen werden im Rahmen von Fachinformationsdiensten deutschlandweit und darüber hinaus die Fachdisziplinen Kriminologie (Start 2014), Theologie (Start 2015) und Religionswissenschaft (Start 2016) versorgt.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-117735</guid><pubDate>Mon, 07 Apr 2025 11:16:04 +0200</pubDate><title>Millionen-Förderung für neues Schwerpunktprogramm in der Sprachwissenschaft</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/millionen-foerderung-fuer-neues-schwerpunktprogramm-in-der-sprachwissenschaft/</link><description>Fokus auf Verständnis und Nutzen neuronaler Sprachmodelle wie ChatGPT</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professor Dr. Michael Franke vom Seminar für Sprachwissenschaft (SfS) der Universität Tübingen erhält eine Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für ein Schwerpunktprogramm zu neuronalen Sprachmodellen. Das Projekt „Robuste Beurteilung und sichere Anwendung von Sprachmodellen: Grundlagen für ein neues Feld zwischen Sprachwissenschaft &amp; -technologie (LaSTing)“ wird für zunächst drei Jahre mit sieben Millionen Euro gefördert. Ziel ist es, die Funktionsweisen neuronaler Sprachmodelle wie etwa <span lang="en" dir="ltr">ChatGPT</span> besser zu verstehen und neue Sprachtechnologien zugleich für die Forschung in den Sprachwissenschaften nutzbar zu machen. Neben Michael Franke ist auch Professor Dr. Gerhard Jäger vom SfS an dem Projekt beteiligt. Die beiden Forscher werden mit Kolleginnen und Kollegen der Universität des Saarlandes, der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie der Universität Potsdam zusammenarbeiten. Geplanter Projektstart ist im Mai 2026.</p><p>Die Leistungsfähigkeit neuronaler Sprachmodelle ist in letzter Zeit enorm gestiegen; die entsprechenden Technologien sind längst Teil unseres Alltags. „Die sprachwissenschaftliche Forschung kann mit der rasanten Entwicklung dieser neuen Werkzeuge kaum noch mithalten,“ sagt Michael Franke. „Es fehlen fundierte Methoden zum Verständnis und zur sicheren Anwendung der Modelle.“ Zwar gebe es erprobte theoretische Konzepte und etablierte Standards für die empirische Forschung, diese müssten jedoch gezielt für die neuen Sprachtechnologien weiterentwickelt werden. Diese Problematik betreffe verschiedene Bereiche, so Franke: von der theoretischen und experimentellen Linguistik über die Computerlinguistik, die Psycholinguistik und die Verarbeitung natürlicher Sprache bis hin zu den Kognitionswissenschaften im Allgemeinen. Im Schwerpunktprogramm „LaSTing“ will Michael Franke die Ansätze aus den einzelnen Disziplinen zusammenbringen und eine gemeinsame Grundlage für ein neues Feld der Sprachforschung schaffen, in dessen Mittelpunkt die Sprachmodellierung steht.</p><p>Mit den Schwerpunktprogrammen unterstützt die DFG interdisziplinäre Forschungsvorhaben, von denen eine prägende Wirkung auf ein wissenschaftliches Feld zu erwarten ist – durch die Erschließung neuer Forschungsgebiete oder neue Ansätze in bekannten Gebieten. Zudem zeichnen sich Schwerpunktprogramme durch eine ortsübergreifende Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus.</p><p class="align-right"><i>Tina Schäfer</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-117639</guid><pubDate>Thu, 03 Apr 2025 16:20:08 +0200</pubDate><title>Südwestmetall-Förderpreis für Tübinger Chemiker Dr. Mohammad Al Ktash</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/suedwestmetall-foerderpreis-fuer-tuebinger-chemiker-dr-mohammad-al-ktash/</link><description>Auszeichung für herausragende Dissertation</description><content:encoded><![CDATA[<p>Insgesamt neun talentierte Nachwuchswissenschaftler der baden-württembergischen Landesuniversitäten hat der Arbeitgeberverband Südwestmetall Anfang April für ihre exzellenten wissenschaftlichen Arbeiten mit dem Südwestmetall-Förderpreis geehrt. Unter den Preisträgern ist der Chemiker Dr. Mohammad Al Ktash, der die Auszeichnung für seine herausragende Dissertation „<span lang="en" dir="ltr">Development of a UV Hyperspectral Imaging Prototype for Industrial Applications“</span> an der Universität Tübingen erhielt.</p><p>Ziel von Al Ktash‘s Arbeit war es, Verunreinigungen, Inhaltsstoffe und Oberflächenzustände zerstörungsfrei und effizient zu charakterisieren und zu quantifizieren. Die Forschung umfasste die Entwicklung und Validierung von Prototypen sowie chemometrische Datenanalysemethoden zur Auswertung der hyperspektralen Daten. Al Ktash demonstrierte das Potenzial der UV-hyperspektralen Bildgebung für industrielle Anwendungen in der Qualitätskontrolle am Beispiel von Baumwollfasern. Eine Anwendung in anderen industriellen oder pharmakologischen Bereichen ist möglich und wurde unter Beweis gestellt.</p><p>Dr. Mohammad Al Ktash setzt seine wissenschaftliche Karriere fort und ist als Postdoc an der Hochschule Reutlingen tätig.</p><p>Die ausgezeichneten Dissertationen leisten einen bedeutenden Beitrag zur industriellen Arbeitswelt und deren sozialpolitischen Rahmenbedingungen. Seit mehr als 35 Jahren werden die Förderpreise vergeben, die mit jeweils 5.000 Euro dotiert sind.</p><p>„Die Preisträgerinnen und Preisträger machen mit ihren herausragenden Dissertationen die Forschungsleistungen an den baden-württembergischen Landesuniversitäten für uns unmittelbar und sehr vielfältig erlebbar“, sagt Südwestmetall-Vorsitzender Dr. Joachim Schulz im Rahmen der Veranstaltung.</p><p class="align-right"><i>Nach einer Pressemitteilung des Arbeitgeberverbands Südwestmetall</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-117636</guid><pubDate>Thu, 03 Apr 2025 16:00:21 +0200</pubDate><title>Besuch einer Delegation des 25. Jungforschenden Congresses bei der Core Facility LISA+</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/besuch-einer-delegation-des-25-jungforschenden-congresses-bei-der-core-facility-lisa/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Vom 26. bis zum 30. März fand der 25. Jungforschenden Congress in Stuttgart statt. Er wird vom <a href="https://www.juforum.de/" target="_blank" rel="noreferrer">Deutschen Jungforscher Netzwerk juFORUM e.V.</a> veranstaltet, einem Verein, der den Austausch zwischen wissenschaftlich interessierten jungen Menschen fördert. Der Congress bietet ein vielfältiges Programm aus Vorträgen, Workshops und Exkursionen an. Im Rahmen des Besichtigungsprogramms war eine Delegation von 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei der <span lang="en" dir="ltr">Core Facility</span><a href="/forschung/forschungsinfrastruktur/lisa/">LISA+ (Zentrum für Licht-Materie-Interaktion, Sensoren und Analytik)</a> der Universität Tübingen zu Gast. Einen Vormittag lang präsentierte sich die <span lang="en" dir="ltr">Core Facility</span> in einem Übersichts-Vortrag, einer Fragerunde, einem Rundgang um den zentralen Reinraum sowie praktischen Demonstrationen zur Mikro- und Nanofabrikation und Oberflächen-Analyse. Gemeinsam mit dem <span lang="en" dir="ltr">Instrument Scientist</span> Dr. Markus Turad und dem Mitglied des Direktoriums Prof. Monika Fleischer führten engagierte Nutzerinnen und Nutzer der <span lang="en" dir="ltr">Core Facility</span> den Besuchern vor, wie Strukturen anhand von optischer Lithografie oder Helium-Ionenstrahl-Lithografie erzeugt werden und mit spezialisierten Methoden der Laser-Mikroskopie untersucht werden können. Die Jungforschenden beteiligten sich in bester Atmosphäre mit regen Nachfragen, bevor sie sich zu weiteren spannenden Programmpunkten verabschiedeten.</p><p class="align-right"><i>Professorin Dr. Monika Fleischer, <span lang="en" dir="ltr">Core Facility</span> LISA+</i></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Termine</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-117069</guid><pubDate>Wed, 19 Mar 2025 08:29:00 +0100</pubDate><title>Tübingen zurück im Orbit: Eine kleine Konstellation von CubeSats für große Wissenschaft</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebingen-zurueck-im-orbit-eine-kleine-konstellation-von-cubesats-fuer-grosse-wissenschaft/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Der HERMES-<span lang="en" dir="ltr">Pathfinder (</span><i><span lang="en" dir="ltr">High Energy Rapid Modular Ensemble of Satellites</span></i>), eine bahnbrechende Konstellation aus sechs <span lang="en" dir="ltr">CubeSats</span>, wurde am 15. März 2025 erfolgreich in die Umlaufbahn gebracht und markiert damit einen wichtigen Meilenstein in der Hochenergieastrophysik. Die Mission wird in Italien von der Italienischen Weltraumagentur (ASI) und dem Nationalen Institut für Astrophysik (INAF) geleitet, wobei das Institut für Astronomie und Astrophysik (IAAT) der Universität Tübingen als einziger deutscher Partner beteiligt ist.</p><p>Die HERMES-<span lang="en" dir="ltr">Pathfinder-CubeSats</span> wurden um 7:43 Uhr mitteleuropäischer Zeit an Bord der <span lang="en" dir="ltr">SpaceX</span>-Transporter-13-Mission von der <span lang="en" dir="ltr">Vandenberg Space Force Base</span> in Kalifornien gestartet. Dank einer ION-<span lang="en" dir="ltr">Release</span>-Plattform des Unternehmens D-Orbit befinden sich die sechs <span lang="en" dir="ltr">CubeSats</span> nun in einer sonnensynchronen Umlaufbahn mit einer Neigung von 97,44 Grad in etwa 500 bis 520 Kilometer Höhe. Die Satelliten werden nacheinander ausgesetzt – einer pro Tag – beginnend etwa eine Woche nach dem Start.</p><p>Die Konstellation ist darauf ausgelegt, hochenergetische Ereignisse wie Gammablitze und Magnetar-<span lang="en" dir="ltr">Flares </span>zu beobachten – seltene, explosive Phänomene, die mit Neutronensternen in Verbindung stehen. Diese Ereignisse gehören zu den gewaltigsten und rätselhaftesten des Universums. Die HERMES-Satelliten werden die wissenschaftliche Gemeinschaft in Echtzeit über interessante hochenergetische Ereignisse informieren, um schnelle Anschluss-beobachtungen und Analysen zu ermöglichen.</p><p>Der HERMES-<span lang="en" dir="ltr">Pathfinder </span>stellt einen bedeutenden Fortschritt in der hochenergetischen Multi-<span lang="en" dir="ltr">Messenger</span>-Astrophysik und im Einsatz von Nanosatelliten für ambitionierte Weltraummissionen dar. Jeder 3U-<span lang="en" dir="ltr">CubeSat</span> operiert als Teil eines Triplets, das transiente astronomische Ereignisse aufspüren und lokalisieren kann. Diese Fähigkeit wird die Entdeckung hochenergetischer Phänomene erheblich beschleunigen und ihre Positionsbestimmung deutlich präziser machen.</p><p><strong>Professor Andrea Santangelo</strong>, Leiter der Hochenergieastrophysik (HEA) in Tübingen, kommentiert: „Diese Satellitenkonstellation markiert den Beginn einer neuen Ära der wissenschaftlichen Beobachtung mit Kleinsatelliten. Man kann sich HERMES wie ein Teleskop vorstellen, das sich über die gesamte Umlaufbahn erstreckt – also fast 14.000 Kilometer Durchmesser. HERMES stellt einen modularen Ansatz für Gamma- und Röntgenstrahlenbeobachtungen dar, der mit zusätzlichen Elementen weiter ausgebaut werden kann und enorme Möglichkeiten für die Hochenergieastronomie eröffnet.”</p><p><strong>Dr. Alejandro Guzman</strong>, Missionskoordinator für HERMES am IAAT, erklärt die entscheidende Rolle Tübingens in der Mission: „Wir haben die Bordelektronik entwickelt und die finale Integration sowie die Tests der Satelliten unterstützt – in Zusammenarbeit mit führenden Institutionen in einem großartigen Team. Unser Hauptbeitrag ist die ‘<span lang="en" dir="ltr">Payload Data Handling Unit</span>’, das ‘Gehirn’ der Mission. Sie erfüllt drei wesentliche Aufgaben: Sie verbindet den Detektor mit dem Satelliten, überwacht den Zustand des Detektors und verarbeitet die Daten vor, um kurzzeitige Phänomene wie Gammablitze bereits an Bord zu erkennen.”</p><p><strong>Dr. Chris Tenzer</strong>, Koordinator für experimentelle Aktivitäten innerhalb der HEA-Gruppe, ergänzt: „Eine präzise Zeitsynchronisation ist entscheidend, um hochenergetische Ereignisse mit hoher Genauigkeit zu lokalisieren. Die Einführung einer Atomuhr im Chip-Format, vorgeschlagen von unserem Elektronik-Spezialisten <strong>Samuel Pliego Caballero</strong>, ist daher grundlegend für die Fähigkeit von HERMES, als ein gemeinsames Teleskop zu funktionieren. Diese Innovation zeigt, wie moderne Ingenieurslösungen die Möglichkeiten von Nanosatelliten revolutionieren können, und beweist, dass wir mit kleinen, kostengünstigen Plattformen große wissenschaftliche Herausforderungen bewältigen können.”</p><p>Doktorand <strong>Paul Hedderman</strong> spricht über die besondere Bedeutung der Mission für den wissenschaftlichen Nachwuchs: „HERMES bietet eine fantastische Möglichkeit für Studierende, an einer Mission von der Konstruktion bis zum wissenschaftlichen Betrieb mitzuwirken. Es erlaubt uns, an bahnbrechender Forschung teilzunehmen – ohne die übliche Komplexität groß angelegter Missionen. Das ist eine äußerst lohnende Erfahrung!”</p><p class="align-right"><i>Institut für Astronomie und Astrophysik</i><br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-116280</guid><pubDate>Thu, 27 Feb 2025 10:55:11 +0100</pubDate><title>Professor Peter G. Kremsner erhält DZIF-Preis für translationale Infektionsforschung</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/professor-peter-g-kremsner-erhaelt-dzif-preis-fuer-translationale-infektionsforschung/</link><description>Auszeichnung für wegweisende Malariaforschung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der renommierte Tropenmediziner und Infektionsforscher Professor Dr. Peter G. Kremsner ist mit dem DZIF-Preis für translationale Infektionsforschung 2024 ausgezeichnet worden.&nbsp;</p><p>Die Ehrung würdigt seine wegweisenden Beiträge zur Malariaforschung sowie seine innovativen Ansätze in der Entwicklung neuer Impfstoffe, Therapien und Präventionsstrategien. Die Preisverleihung fand Mitte Februar im Rahmen der gemeinsamen Jahrestagung des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) und der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) statt.</p><p>Prof. Kremsner forscht am Universitätsklinikum Tübingen und am Centre de Recherches Médicales de Lambaréné (CERMEL) in Gabun. Mit seinen Arbeiten hat er in den letzten drei Jahrzehnten entscheidend zur Entwicklung neuer Behandlungsansätze gegen Malaria – eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die durch Parasiten der Gattung Plasmodium verursacht wird – beigetragen.</p><h3>Neue Therapien gegen Malaria: Wegbereiter für innovative Wirkstoffe</h3><p>Als einer der ersten Wissenschaftler erforschte Prof. Kremsner die Kombination verschiedener Wirkstoffe zur Verringerung der Resistenzbildung – ein Ansatz, der die Malariatherapie nachhaltig verbessert hat. Die von ihm geplanten und durchgeführten klinischen Studien mit Wirkstoffkombinationen wie Atovaquon-Proguanil, Amodiaquin-Artesunat und Pyronaridin-Artesunat ebneten den Weg für deren erfolgreiche Zulassung und Anwendung.</p><p>Peter Kremsner war maßgeblich an der Entwicklung des ersten zugelassenen Malaria-Impfstoffes RTS,S (Mosquirix) beteiligt. Darüber hinaus optimierte er – ebenfalls im Rahmen des DZIF – verschiedene Impfstrategien.</p><p>Auch für die Etablierung eines verlässlichen Standards für die klinische Prüfung von Malariaimpfstoffen zeichnete Peter Kremsner verantwortlich. Mit der kontrollierten Infektion des Menschen mit Malariaparasiten schuf er in Deutschland eine weltweit anerkannte Grundlage für die klinische Entwicklung neuer Wirkstoffe.&nbsp;</p><h3>Forschung mit globaler Wirkung: Vom Labor in Gabun zur internationalen Spitzenforschung</h3><p>1992 begann Prof. Kremsner seine Forschung in Afrika in einem kleinen Labor des Albert-Schweitzer-Spitals in Gabun. 2011 gründete er das Centre de Recherches Médicales de Lambaréné (CERMEL), heute eines der führenden Forschungszentren für Tropenkrankheiten in Zentralafrika entwickelte. Dort arbeiten über 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Mit jährlich rund 100 wissenschaftlichen Publikationen setzt CERMEL international Maßstäbe.</p><p>Über 100 von Peter Kremsner betreute Doktorandinnen und Doktoranden prägen heute als führende Expertinnen und Experten die Tropenmedizin. Mit seinem Team entwickelte er zudem den Lambaréné Organ Dysfunction Score, einen prädiktiven Marker zur schnellen Abschätzung des Malariaschweregrades bei Kindern in Afrika.</p><p>Neben seiner Arbeit an Malaria-Impfstoffen war Prof. Kremsner auch an der Entwicklung des ersten zugelassenen Ebola-Impfstoffs (VSV-ZEBOV) sowie an klinischen Studien zur COVID-19-Pandemie beteiligt.</p><h3>Der DZIF-Preis für translationale Infektionsforschung</h3><p>Mit dem DZIF-Preis für translationale Infektionsforschung zeichnet die DZIF Academy jedes Jahr wissenschaftlich herausragende Leistungen auf dem Gebiet der translationalen Infektionsforschung aus. Er ist mit 5.000 Euro dotiert.</p><p class="align-right">Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung DZIF</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-116211</guid><pubDate>Tue, 25 Feb 2025 16:08:05 +0100</pubDate><title>Zwei Wissenschaftler der Universität Tübingen in internationales Forschungsnetzwerk berufen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/zwei-wissenschaftler-der-universitaet-tuebingen-in-internationales-forschungsnetzwerk-berufen/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Mit Professorin Dr. Christine Osterloh-Konrad und Professor Dr. Jens-Hinrich Binder sind vor kurzem zwei Mitglieder der Juristischen Fakultät der Universität Tübingen zu „<span lang="en" dir="ltr">Research Members</span>“ des <a href="https://www.ecgi.global/" target="_blank" rel="noreferrer"><span lang="en" dir="ltr">European Corporate Governance Institute</span></a><span lang="en" dir="ltr"> (ECGI)</span> gewählt worden. Das Netzwerk besteht aus Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler aus Europa, Nordamerika und Asien.&nbsp;</p><p>Christine Osterloh-Konrad ist Lehrstuhlinhaberin für Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Steuerrecht sowie Rechtsphilosophie und ist Direktorin des Tübingen <span lang="en" dir="ltr">Research Institute on the Determinants of Economic Activity</span> (TRIDEA); Jens-Hinrich Binder hat den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Unternehmensrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht inne und ist ebenfalls Direktor des TRIDEA.</p><p>Die vom ECGI organisierten Tagungen finden ebenso weltweite Aufmerksamkeit wie seine <a href="https://www.ecgi.global/publications/working-papers" target="_blank" rel="noreferrer"><span lang="en" dir="ltr">Working-Paper-Reihe</span></a>. Neue „<span lang="en" dir="ltr">Research Members</span>“ werden alle zwei Jahre in einem kompetitiven Auswahlprozess gewählt. Aus Deutschland sind derzeit 21 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in diesem Kreis vertreten.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-116169</guid><pubDate>Mon, 24 Feb 2025 15:50:45 +0100</pubDate><title>Förderung für Forschungsprojekt zur größten Naturkunde der römischen Antike</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/foerderung-fuer-forschungsprojekt-zur-groessten-naturkunde-der-roemischen-antike/</link><description>Philologin Anja Wolkenhauer durch „Opus Magnum“-Initiative der Volkswagen-Stiftung gefördert</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professorin Dr. Anja Wolkenhauer, Inhaberin eines Lehrstuhls für Lateinische Philologie am Philologischen Seminar der Universität Tübingen, erhält für die Dauer von drei Semestern eine „Opus Magnum“-Förderung der Volkswagen-Stiftung. Im Fokus des Projekts steht die 37-bändige <i>Naturalis historia</i> des römischen Naturforschers Plinius d. Ä. (ca. 24–79 n.Chr.). Ihre Wirkung reichte bis zu den Naturkunden der „Neuen Welt“ und zu Alexander von Humboldts „Kosmos“ (1845ff). Die doppelte Präsenz in Antike und Neuzeit machte das Werk zu einem der wirkmächtigsten Texte des vormodernen Naturdenkens.</p><p>Im Rahmen der Förderung durch die Volkswagen-Stiftung entsteht eine Monographie, die das besonders in Deutschland lange vernachlässigte Werk im Forschungsfeld der historischen Mensch-Natur-Beziehungen positioniert. Über die Antike hinausschauend vertieft sie die plinianischen Problemhorizonte bis in die Neuzeit und fragt danach, wieso die Kunst zur Natur gehört und was der Mensch in der Natur tun darf. Die Publikation zeigt darüber hinaus, wie die Wissensorganisation des frühen Buchdrucks den Zugriff auf das antike Naturwissen veränderte. Sie will darlegen, wie die <i>Naturalis historia</i>, durch den Buchdruck für große Publika geöffnet, neuzeitliche Konzepte der Naturkunde und des Naturschreibens nachhaltig prägte. Das Projekt hat seine Wurzeln im Tübinger SFB 1391 “Andere Ästhetik”; es wird flankiert durch die Arbeiten von derzeit fünf Nachwuchsforscherinnen und -forschern, die am Lehrstuhl zu Fragen des antiken Naturschreibens arbeiten.</p><p>Ziel der „Opus Magnum“-Initiative ist es, Professorinnen und Professoren aus den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften einen Freiraum für die intensive Arbeit an einem wissenschaftlichen Werk zu eröffnen. Zugleich soll dem wissenschaftlichen Nachwuchs durch die Möglichkeit der Vertretung der Antragstellenden eine Perspektive eröffnet werden.</p><p class="align-right"><i>Franziska Hammer</i></p><h3>Weitere Informationen:</h3><p><a href="/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/altertums-und-kunstwissenschaften/philologisches-seminar/personen/uebersicht/prof-dr-anja-wolkenhauer/">Webseite von Anja Wolkenhauer</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-115959</guid><pubDate>Mon, 17 Feb 2025 16:02:02 +0100</pubDate><title>Neuer Podcast des Exzellenzclusters CMFI</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neuer-podcast-des-exzellenzclusters-cmfi/</link><description>Folge 2 &quot;Paleomycin: Wiederbelebung eines Urantibiotikums&quot;</description><content:encoded><![CDATA[<p>Antibiotikaresistenzen gehören zu den größten Herausforderungen der Gegenwart. Durch die weltweit zunehmende Resistenzentwicklung droht eine post-antibiotische Ära: eine Zeit, in der Antibiotika nicht mehr wirken und selbst kleinere Infektionen wieder lebensbedrohlich werden könnten.&nbsp;</p><p>Doch wie kann man diesen resistenten Bakterien entgegentreten? Welche neuen Wirkstoffe und Strategien werden benötigt, um diese Gefahr zu bannen?</p><p>Der neue <a href="https://www.cmfi.uni-tuebingen.de/news/podcast-inside-cmfi-potenziale-der-mikrobiomforschung" target="_blank" rel="noreferrer"><strong>Podcast „Inside CMFI: Potenziale der Mikrobiomforschung“</strong></a> stellt die Forschung des Exzellenzclusters „Kontrolle von Mikroorganismen zur Bekämpfung von Infektionen“ (CMFI) an der Universität Tübingen vor. Die Expertinnen und Experten des Exzellenzclusters teilen darin ihr Wissen über die Welt der Mikroben und sprechen über bahnbrechende Entdeckungen in der Mikrobiomforschung.</p><p>Der neue Podcast bietet spannende Einblicke in aktuelle Forschungsergebnisse und zeigt, was die Menschen von der Natur im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen lernen können, um neuartige therapeutische Ansätze zu entwickeln.</p><h3>Folge 2: „Paleomycin: Wiederbelebung eines Urantibiotikums“</h3><p>In der zweiten Folge des Podcasts „Inside CMFI: Potenziale der Mikrobiomforschung“ geht es um die Suche nach einem Millionen Jahre alten Urantibiotikum. Solche bisher noch unbekannten antibiotischen Wirkstoffe werden dringend benötigt, denn: Antibiotikaresistenzen nehmen weltweit rasant zu.</p><p>Der Großteil unserer heutigen Antibiotika wird von Bakterien produziert. Doch in den Genen der Bakterien liegen noch viele ungehobene Schätze verborgen, die im Wettlauf gegen die sich immer schneller entwickelnden Antibiotikaresistenzen helfen können.</p><p>Nadine Ziemert und Evi Stegmann vom Exzellenzcluster CMFI und dem Interfakultäres Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin an der Universität Tübingen nehmen alle Interessierten mit auf eine Zeitreise und berichten von der Wiederbelebung eines Urantibiotikums im Labor.</p><p>Mit bioinformatischen Methoden verfolgen sie zunächst die Evolution zurück, bestimmen die Struktur der antibiotischen Substanz und wo dessen Bauteile zu finden sind. Im Labor schaffen sie es dann tatsächlich, diese Bauteile zu produzieren und wieder zusammenzusetzen - das Urantibiotikum Paleomycin ist wiederbelebt.</p><p><a href="https://insidecmfi.podbean.com/e/paleomycin/" target="_blank" class="ut-btn ut-btn--color-primary-1" rel="noreferrer">Folge 2 „Paleomycin: Wiederbelebung eines Urantibiotikums“</a></p><p class="align-right">Leon Kokkoliadis</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-115599</guid><pubDate>Thu, 06 Feb 2025 08:28:34 +0100</pubDate><title>Offene Sprachmodelle mit verbessertem logischem Denken für leistungsstarke &amp; transparente künstliche Intelligenz in Europa</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/offene-sprachmodelle-mit-verbessertem-logischem-denken-fuer-leistungsstarke-transparente-kuenstliche-intelligenz-in-europa/</link><description>Europas führende KI-Unternehmen und Forschungseinrichtungen bündeln ihre Kräfte und ihr Fachwissen, um in einer beispiellosen Zusammenarbeit die nächste Generation von Open-Source-Sprachmodellen mit stark verbessertem logischem Denken zu entwickeln: das OpenEuroLLM-Projekt.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein Konsortium aus 20 führenden europäischen Forschungseinrichtungen, Unternehmen und EuroHPC Hochleistungs-Rechenzentren, darunter die Universität Tübingen, wird eine Familie leistungsstarker, mehrsprachiger großer Sprachmodelle für kommerzielle, industrielle, wissenschaftliche und öffentliche Anwendungen entwickeln. Diese transparenten und regelkonformen Open-Source-Modelle demokratisieren - zusammen mit offenen Datensätzen für deren Erstellung - den Zugang zu hochwertigen KI-Technologien. Sie stärken sowohl die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen auf dem globalen Markt als auch die Fähigkeit öffentlicher Organisationen, wirkungsvolle öffentliche Dienstleistungen bereitzustellen.</p><p>Während es schon viele derartige Projekte gab, die allesamt nicht mit der Konkurrenz aus den USA (<span lang="en" dir="ltr">OpenAI</span>, Meta &amp; Co.) oder China (<span lang="en" dir="ltr">DeepSeek</span>, Alibabas Qwen &amp; Co.) mithalten konnten, ist diesmal neu, dass die besten Köpfe aus Wissenschaft, Startups, und der Open-Source Szene zusammenkommen. Einzigartig ist auch die Anbindung von großen EuroHPC Zentren – JSC, BSC, CINECA, CSC – die sowohl die größten Supercomputer Europas mit der entsprechenden Infrastruktur besitzen als auch die nötige Expertise, diese zu betreiben.</p><p>Das <span lang="en" dir="ltr">OpenEuro</span>LLM-Projekt steht im Einklang mit der dringenden Notwendigkeit, Europas Wettbewerbsfähigkeit, Forschungskompetenz und digitale Souveränität zu stärken. Es ist ein herausragendes Beispiel für die technologische Infrastruktur, die erforderlich ist, um die Einstiegshürden für die Entwicklung und Optimierung europäischer KI-Produkte zu senken. Dabei setzt das Projekt auf Transparenz, Offenheit und Gemeinschaftsbeteiligung – Werte, die im europäischen Technologie-Ökosystem breit anerkannt sind. Die Modelle werden innerhalb des robusten europäischen Regulierungsrahmens entwickelt, um höchste technologische Exzellenz mit europäischen Werten zu vereinen.</p><p>In Zusammenarbeit mit <span lang="en" dir="ltr">Open-Source</span>- und <span lang="en" dir="ltr">Open-Science-Communities</span> wie LAION, <span lang="en" dir="ltr">Open-sci und OpenML</span> sowie weiteren weltweit anerkannten Expert:innen im <span lang="en" dir="ltr">Open Strategic Partnership Board</span> wie Thomas Wolf (<span lang="en" dir="ltr">HuggingFace</span>), Ce Zhang (<span lang="en" dir="ltr">Together AI</span>), Colin Raffel (<span lang="en" dir="ltr">EleutherAI, Vector Institute</span>), Alice Oh (KAIST) und Melanie Mitchell (Santa Fe Institute) stellt <span lang="en" dir="ltr">OpenEuro</span>LLM sicher, dass die Modelle, <span lang="en" dir="ltr">Software</span>, Daten und Evaluierung vollständig offen zugänglich sind und auf spezifische Branchen und öffentliche Anwendungsfälle zugeschnitten werden können. Diese leistungsstarken, mehrsprachigen Modelle bewahren sowohl sprachliche als auch kulturelle Vielfalt und ermöglichen es europäischen Unternehmen, im KI-Zeitalter qualitativ hochwertige Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln.</p><p>Das Projekt, das mit dem STEP-Siegel der EU (<span lang="en" dir="ltr">Strategic Technologies for Europe Platform</span>) ausgezeichnet wurde, baut auf früheren europäischen Projekten sowie der Erfahrung und dem Knowhow der Partner auf – darunter sind große Repositorien hochwertiger Daten und bereits entwickelte Pilot-LLMs. Das Konsortium nimmt seine Arbeit am 1. Februar 2025 auf und wird von der Europäischen Kommission im Rahmen des <span lang="en" dir="ltr">Digital Europe Programm</span>s mit gut 20 Millionen Euro gefördert.</p><p>In Deutschland nehmen an dem Projekt das ELLIS Institut Tübingen, das Forschungszentrum Jülich, das Tübingen AI Center (Universität Tübingen), Aleph Alpha, das <span lang="en" dir="ltr">Startup</span> ellamind sowie das Fraunhofer IAIS teil.</p><h3>Tübingen AI Center trägt zur Entwicklung und Evaluierung offener Sprachmodelle innerhalb einer internationalen Open-Source-Community bei</h3><p>Der Beitrag des Tübingen AI Centers zu den Zielen des Projekts betrifft das Training und die Evaluierung einer vielsprachigen Familie von Basismodellen.&nbsp;<br>Ein weiteres zentrales Anliegen des Projekts ist der Aufbau einer engagierten <span lang="en" dir="ltr">Community </span>rund um diese Basismodelle. Das Tübingen AI Center übernimmt hierbei eine führende Rolle, indem es verschiedene Interessengruppen zusammenbringt und die <span lang="en" dir="ltr">Open-Source-</span>Mission aktiv unterstützt. Dazu gehört auch eine strategische Beratung durch ein internationales Gremium von KI-Experten. So wird sichergestellt, dass das Projekt mit bestehenden Communities, Open-Source-Initiativen und politischen Vorgaben der EU abgestimmt wird.</p><p>Auch die Beziehungen zu Unternehmen, Start-ups und Hochleistungsrechenzentren (HPC) sollen gestärkt werden, um langfristige Partnerschaften zu fördern. Ziel ist es, ein nachhaltiges Engagement für die Entwicklung und Nutzung von Open-Source-KI-Modellen zu etablieren und alle relevanten Akteure auch über die Projektlaufzeit hinaus einzubinden. &nbsp;</p><p class="align-right"><i>Pressemittelung des <span lang="en" dir="ltr">OpenEuro</span>LLM-Projekts</i></p><h3>Medienkontakt:</h3><p>Claudia Brusdeylins<br>Kommunikationsmanagerin<br>Tübingen AI Center<br>Universität Tübingen<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span><a href="tel:+4970712977910">+49 7071 29-77910</a><br>Mobil <a href="tel:+491735474217">+49 173 5474217</a><br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,encwfkc0dtwufgankpuBvwgdkpigp0ck" data-mailto-vector="2">claudia.brusdeylins<span style="display:none">spam prevention</span>@tuebingen.ai</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-115566</guid><pubDate>Wed, 05 Feb 2025 08:41:43 +0100</pubDate><title>Über 600 Schülerinnen und Schüler im CMFI Schülerlabor</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/ueber-600-schuelerinnen-und-schueler-im-cmfi-schuelerlabor/</link><description>Das Schülerlabor TüChemLab wurde 2024 von über 600 Schülerinnen und Schülern besucht. Es bietet Einblicke in die aktuelle Forschung des CMFI zu Biokunststoffen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Arbeitsgruppe von CMFI Principal Investigator<strong> Karl Forchhammer </strong>hat gemeinsam mit Mitarbeitenden der <strong>Chemiedidaktik</strong> ein neues Angebot für das Schülerlabor <strong>TüChemLab </strong>an der Universität Tübingen entwickelt. Koordiniert wird die Entwicklung und Durchführung durch Mitarbeitende des BMBF-geförderten Projekts <strong>MINT me!</strong>, dessen Ziel es ist, außerschulische Lernangebote auszubauen und sichtbarer zu machen. Das CMFI ist seit dem Start in 2022 Verbundpartner des MINT me! Projekts. Die gemeinsam entwickelte und 2024 neu angebotene Station „<i>Biokunststoffe – Die nachhaltige Revolution des Plastikmülls?</i>“ hat nun mit über 600 Schülerinnen und Schülern pro Jahr einen sehr erfolgreichen Start gehabt.</p><h3>Inhalte des CMFI Schülerlabors</h3><p>Im Angebot „<i>Biokunststoffe – Die nachhaltige Revolution des Plastikmülls?</i>“ werden Einblicke in die aktuelle Forschung unseres Exzellenzclusters gegeben. Die gezeigte Forschung befasst sich mit innovativen Ansätzen rund um die nachhaltige Produktion und das Recycling von Bioplastik und vermittelt so Prinzipien einer Kreislaufwirtschaft. Dabei werden sowohl der Beitrag der Chemie als auch die Möglichkeiten der interdisziplinären Zusammenarbeit von Chemie und Mikrobiologie vermittelt. Die Herausforderungen für das Leben in einer nachhaltigen Gesellschaft werden besprochen und durch Experimente praktisch erfahrbar gemacht.</p><p>"Was mich besonders freut ist, dass wir diese Station ko-kreativ und mit der Zielgruppe der Schülerinnen und Schüler entwickelt haben. Die Forschungsinhalte wurden zunächst gemeinsam von unseren Forschenden und dem Team der Chemiedidaktik aufbereitet. Anschließend wurde die Station dann mehrfach im laufenden Prozess mit Klassen erprobt und die Rückmeldungen haben die Entwicklung der Inhalte direkt beeinflusst. Darüber hinaus wird unsere Station nun kontinuierlich evaluiert und eine repräsentative Gruppe der Teilnehmenden über einen längeren Zeitraum begleitet. So wollen wir feststellen, welchen Impact unser Angebot hat und ob wir einen Zusammenhang zu späteren Interessensschwerpunkten oder gar der Studienwahl herstellen können.", sagt Leon Kokkoliadis, der im CMFI für die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich ist.</p><p>Der am häufigsten eingesetzte bio-basierte und biologisch abbaubare Kunststoff ist die Polymilchsäure (PLA). Doch außerhalb industrieller Anlagen ist dieser nicht vollständig kompostierbar. Eine Alternative kann hier die Polyhydroxybuttersäure (PHB) sein. PLA und PHB werden industriell durch heterotrophe Bakterien produziert, die hierfür mit Kohlenhydraten gefüttert werden müssen. PHB verbraucht jedoch im Herstellungsprozess doppelt so viele Kohlenhydrate wie PLA.</p><p>Neben heterotrophen Bakterien produzieren auch Cyanobakterien PHB. Cyanobakterien sind die einzigen Bakterien, die sich durch oxygene Photosynthese ernähren – also ausschließlich durch Licht und Kohlenstoffdioxid. Das Potential einer Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe ist damit enorm: Das zur PHB Produktion benötigte CO2 wird bei der Kompostierung wieder freigesetzt, und als einzige Energiequelle wird das unbegrenzt verfügbare Sonnenlicht genutzt. Karl Forchhammer und seinem Team ist es gelungen, den Stoffwechsel von Cyanobakterien so zu modifizieren, dass sie ihre natürliche PHB-Produktion immens erhöhen, sodass eine industrielle Anwendung möglich ist.</p><p>Die Schülerinnen und Schüler lernen zunächst die Unterschiede zwischen PLA und PHB kennen und bewerten die beiden Stoffe anhand verschiedenen Nachhaltigkeitsparameter. Daraufhin wird der neue Produktionsansatz der Arbeitsgruppe Forchhammer vorgestellt. Die Cyanobakterien werden in der Wachstums- und der Produktionsphase mikroskopiert. Die Proben kommen aus der Arbeitsgruppe Forchhammer und geben einen authentischen Einblick in die Forschung. Anhand von Bakterienmodellen wird der zelluläre Aufbau der Bakterien und das Prinzip der katabolen PHB-Produktion erklärt. Anschließend erhalten die Schülerinnen und Schüler bei einem Besuch in Laboren der Mikrobiologie einen Einblick in aktuelle Forschungsarbeiten und den derzeitigen Stand der Technik. Am hochauflösenden Fluoreszenzmikroskop kommen die Schülerinnen und Schüler ins Gespräch mit Wissenschaftlerinnen des CMFI und können so Verständnisfragen klären und mehr über mögliche Arbeitsfelder in der Mikrobiologie erfahren.</p><p class="align-right"><i>Felix Pawlak, Leon Kokkoliadis</i></p><p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=xaGVL0ruiPo" target="_blank" rel="noreferrer">Zum YouTube-Video&nbsp;</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-115467</guid><pubDate>Mon, 03 Feb 2025 16:59:42 +0100</pubDate><title>“Filtert smarter statt mehr!”</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/filtert-smarter-statt-mehr-2/</link><description>GEBF-Nachwuchspublikationspreis 2025 für Publikation von LEAD-Mitgliedern verliehen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wie lässt sich KI sinnvoll einsetzen, um Literatur der Empirischen Bildungsforschung inhaltlich zu prüfen und zusammenzufassen?&nbsp;</p><p>Diese Frage beantwortete ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der LEAD Graduate School &amp; Research Network (<i><span lang="en" dir="ltr">Learning, Educational Achievement, and Life Course Development</span></i>) so gut , dass es für seine Publikation mit dem Nachwuchspublikationspreis 2025 der Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung (GEBF) in der Kategorie Promovierende ausgezeichnet wurde.</p><p>Die Zusammenfassung bestehender Literatur zu einem Thema, sogenannte Forschungssynthesen, helfen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung zu einem bestimmten Thema zubekommen. In der Praxis und der Anwendung sind sie außerdem ein wichtiges Instrument für Politikerinnen und Politiker, um politische Entscheidungen evidenzbasiert treffen zu können. Forschungssynthesen zu erstellen, benötigt viel Zeit und ist dadurch meist mit hohen Kosten verbunden: Denn bei der systematischen Sichtung von Primärstudien, dem sogenannten Screening, müssen zuerst viele Zusammenfassungen von Studien, sogenannte Abstracts, angeschaut und klassifiziert werden. Programme, die auf maschinellem Lernen (ML) basieren, können zwar grundsätzlich beim Klassifizieren von Abstracts unterstützen, doch wurde bisher nicht getestet, ob ML-Algorithmen dieser Aufgabe bei Studien speziell aus der Erziehungswissenschaft, Bildungsforschung und Pädagogischen Psychologie gewachsen sind.&nbsp;</p><p>Die Autorinnen und Autoren der jetzt ausgezeichneten LEAD-Studie testeten dies. Ihr Ansatz bewertet die Performanz von ML-Screening-Algorithmen und fokussiert dabei auf die Kriterien Sensitivität, Spezifität und Zeitersparnis. Die Studie zeigt: Der Einsatz von ML funktioniert und kann den Forschenden viel Zeit sparen – doch die Leistung und Qualität dieses spezifischen Einsatzes hängt vom verwendeten Algorithmus sowie den <i><span lang="en" dir="ltr">Abstracts</span></i> ab, die untersuchtwerden. Die Ergebnisse helfen Forschenden, ML beim <i><span lang="en" dir="ltr">Screening</span></i> für Forschungssynthesen zu nutzen und dadurch deutlich schneller zu wichtigen Forschungsergebnissen zu gelangen. Das ist nicht nur praktisch, sondern kann in Situationen wie der Coronapandemie besonders relevant werden, wenn beispielsweise schnell über Maßnahmen zur Schulschließung oder die Weiterführung des Unterrichts entschieden werden muss. In Zukunft lässt sich in so einer Situation schneller zusammenfassen: Was kann uns die Wissenschaft zu diesem Thema sagen?</p><p>Die ausgezeichnete Publikation entstand als Teil des Projekts „Artificial Intelligence Assisted Systematic Literature Reviews and Meta-Analyses“ unter der Leitung von Dr. Tim Fütterer, das über das LEAD Graduate School &amp; Research Network gefördert wird. An der Publikation beteiligte LEAD-Mitglieder sind Tim Fütterer, Thomas Gfrörer, Rosa Lavelle‐Hill, Steffen Zitzmann und Kou Murayama. Der GEBF-Nachwuchspublikationspreis 2025 in der Kategorie PhD wird Diego Campos, Universität Oslo, verliehen.</p><p><strong>Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung</strong></p><p>Die GEBF, die Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung ist eine Vereinigung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die in Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Empirischen Bildungsforschung aktiv sind. Sie schreibt jährlich zwei Nachwuchspublikationspreise in den Kategorien Postdocs und Promovierende aus. Die Preise werden für Publikationen verliehen, die Ergebnisse der Empirischen Bildungsforschung auf besonders überzeugende Weise darstellen und in einer Zeitschrift mit Peer-Review-Verfahren erschienen sind.</p><p class="align-right">Rebecca Beiter</p><p><strong>Studie</strong></p><p>Campos, D. G., Fütterer, T., Gfrörer, T., Lavelle-Hill, R., Murayama, K., König, L., Hecht, M., Zitzmann, S., &amp; Scherer, R. (2024): Screening Smarter, Not Harder: A Comparative Analysis of Machine Learning Screening Algorithms and Heuristic Stopping Criteria for Systematic Reviews in Educational Research. Educ Psychol Rev 36, 19. <a href="https://doi.org/10.1007/s10648-024-09862-5" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1007/s10648-024-09862-5</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-115146</guid><pubDate>Fri, 24 Jan 2025 12:25:03 +0100</pubDate><title>THE-Ranking nach Fächern: Tübinger Psychologie ganz weit vorne</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/the-ranking-nach-faechern-tuebinger-psychologie-ganz-weit-vorne/</link><description>Top-Ten-Plätze auch für Informatik, Geisteswissenschaften und Sozialwissenschaften</description><content:encoded><![CDATA[<p>Beim weltweiten „Times Higher Education (THE) World University Ranking by subject 2025“ hat sich die Psychologie an der Universität Tübingen stark verbessert: Das Fach belegt jetzt weltweit Platz 53 (Vorjahr: 80) und rückte deutschlandweit auf Platz 3 vor (Vorjahr: 6).&nbsp;</p><p>Das Fach Informatik konnte sich ebenfalls deutlich verbessern und belegt jetzt Platz 86 weltweit. In Deutschland führt das Ranking die Informatik mit Platz 7 jetzt in den Top Ten (Vorjahr: 11).</p><p>Auch die Tübinger Geisteswissenschaften behaupteten mit kleinen Abstrichen ihre Spitzenposition und belegen weltweit Platz 33 (Vorjahr: 30) bzw. Platz 4 in Deutschland (Vorjahr: 3).</p><p>Die Tübinger Lebenswissenschaften und das Fach Medizin konnten ihre Positionen verteidigen, beide belegen in Deutschland weiterhin Rang 5. International erreichen sie im aktuellen Ranking Platz 66 (Lebenswissenschaften) bzw. 98 (Medizin).</p><p>Ebenfalls erfreulich: die Tübinger Sozialwissenschaften nahmen erstmals an dem Ranking teil und belegten auf Anhieb Platz 7 deutschlandweit, global reihen sie sich in den Plätzen 126-150 ein.</p><p>Das „Times Higher Education World University Ranking (THE)“ nach Fächern vergleicht 2025 elf Fachbereiche an Universitäten weltweit, darunter in den USA, Europa, Australien und Asien. Bewertet werden beim Ranking unter anderem Forschungsqualität, Forschungsumfeld, Internationalität und Lehre (Informationen zu den Kriterien des Rankings: <a href="https://www.timeshighereducation.com/world-university-rankings/world-university-rankings-subject-2025-methodology)." target="_blank" rel="noreferrer">https://www.timeshighereducation.com/world-university-rankings/world-university-rankings-subject-2025-methodology).</a></p><p>Neben dem Shanghai-Ranking und dem QS Ranking by subject gehört das THE Ranking zu den meist beachteten Bewertungssystemen für Hochschulen weltweit.</p><p><a href="https://www.timeshighereducation.com/world-university-rankings/by-subject" target="_blank" class="ut-btn ut-btn--color-primary-1" rel="noreferrer">Das detaillierte Ranking zum Nachlesen</a></p><p class="align-right">Maximilian von Platen</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-114876</guid><pubDate>Mon, 20 Jan 2025 11:36:00 +0100</pubDate><title>Finanzielle Bildung stärken via App</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/finanzielle-bildung-staerken-via-app-1/</link><description>Projekt unter Beteiligung des LEAD mit 330.000 Euro gefördert</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wie gehe ich mit meinem Geld um? Wie viel spare ich, wie lege ich es an? Um Entscheidungen wie diese gut treffen zu können, benötigen Jugendliche ein Grundverständnis für Finanzen und Geld, im Englischen „<span lang="en" dir="ltr">financial literacy</span>“. Diesem Thema widmet sich das Projekt „FiLapp“, an dem Taiga Brahm und Lucy Haag beteiligt sind, beide Mitglieder der <a href="/forschung/forschungsschwerpunkte/lead-graduate-school-research-network/">LEAD Graduate School &amp; Research Network</a> an der Universität Tübingen. “FiLapp” steht für „<span lang="en" dir="ltr">Financial Literacy App - Bridging the Gap for Marginalized Adolescents"</span>. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das “FiLapp”-Projekt für drei Jahre mit einer Summe von rund 330.000 Euro. Das Projekt ist Teil der <a href="https://www.bmbf.de/SharedDocs/Bekanntmachungen/DE/2023/11/2023-11-28-Bekanntmachung-finanzielle-Bildung.html" target="_blank" rel="noreferrer">BMBF-Förderung von Projekten und Forschung zu finanzieller Bildung</a>.</p><p>Wie lässt sich messen, wie gut es um die finanzielle Bildung einer Person steht – und wie können Forschende helfen? Hier setzt “FiLapp” an. Ziel des FiLapp-Projekts ist die Entwicklung eines Bewertungsinstruments zur Messung und Verbesserung der Finanzkompetenz benachteiligter Jugendlicher mit dem Smartphone. Der Schwerpunkt des Projekts liegt dabei auf Jugendlichen mit niedrigem sozioökonomischem Status. Die App soll realitätsnahe und praktische Szenarien sowie automatisiertes Feedback bieten, damit finanzielle Bildung für benachteiligte Jugendliche einfach zugänglich ist und sie motiviert sind, sich weiterzubilden. Das übergeordnete Ziel ist die Diagnose und Förderung von Finanzkompetenz und Entscheidungsfähigkeit.</p><p>Für die Forschenden steht nach der Entwicklung der App in den kommenden Jahren dann eine Studie an. Nach der Validierung durch diese groß angelegte Untersuchung soll das Tool schließlich als offene Bildungsressource mit ergänzenden Lehrmaterialien angeboten werden, um die Bemühungen um finanzielle Bildung zu unterstützen.</p><p>Das Projekt ist ein Verbundprojekt unter Federführung der Universität Mannheim mit Partnern von der Technischen Universität München (TUM) und dem Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF). Die Drittmittel wurden von Prof. Dr. Taiga Brahm, LEAD Graduate School &amp; Research Network, eingeworben. Partner sind Prof. Dr. Andreas Rausch (Uni Mannheim), Prof. Dr. Jürgen Seifried (Uni Mannheim), Prof. Dr. Samuel Greiff (TUM) und PD Dr. Ulf Kröhne (DIPF). Die operative Projektleitung liegt bei LEAD-Mitglied Lucy Haag.</p><p class="align-right"><i>Rebecca Beiter, LEAD Graduate School and Research Network</i><br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,tgdgeec0dgkvgtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2"><i>rebecca.beiter<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</i></a></p><h3>Weitere Informationen</h3><p><a href="https://fit.uni-tuebingen.de/Project/Details?id=11901" target="_blank" rel="noreferrer">Kurzdarstellung von FiLapp in der Tübinger Forschungsdatenbank</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-114462</guid><pubDate>Wed, 08 Jan 2025 08:27:35 +0100</pubDate><title>Neues Graduiertenkolleg erforscht zelluläre Regulation</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neues-graduiertenkolleg-erforscht-zellulaere-regulation/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Zellteilung, Zelldifferenzierung, Zellreparatur oder Zelltod – Prozesse, die für den menschlichen Organismus eine fundamentale Rolle spielen. Gesteuert werden solche Zellveränderungen von zwei Regulationsmechanismen: Chromatinmodifikationen und Zellsignalnetzwerken. Mit EpiSignal startet jetzt ein neues Graduiertenkolleg (GRK), das sich mit diesen beiden Mechanismen beschäftigt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat das GRK in der jüngsten Vergaberunde bewilligt. Sprecher des Kollegs ist Professor Dr. Albert Jeltsch an der Universität Stuttgart. Mit Professor Dr. Dirk Schwarzer ist auch die Universität Tübingen beteiligt.</p><p>„Zellen werden durch zwei sehr komplexe Regulationsnetzwerke gesteuert. Wir werden im Rahmen des GRKs erforschen, wie diese Netzwerke zusammenwirken und dadurch herausfordernde Regulationsaufgaben bewältigen“, sagt Jeltsch vom Institut für Biochemie und Technische Biochemie (IBTB). Das GRK „EpiSignal – Interaktion von intrazellulären Signalwegen und Chromatin Modifikationsnetzwerken“ ist in den Zukunftsfeldern der Molekularen Biologie und Biomedizin angesiedelt.</p><p>Promovierende aus der Biochemie, Zellbiologie, Genetik, Systembiologie, Mathematik und Informatik werden im neuen Graduiertenkolleg eng zusammenarbeiten. „Diese Interdisziplinarität ist ein Kernelement des neuen Graduiertenkollegs“, sagt Dirk Schwarzer. „Die beiden zellulären Regulationsnetzwerke wurden bis dato primär getrennt voneinander betrachtet. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist wichtig, um zu verstehen, wie sie ineinandergreifen und sich gegenseitig beeinflussen. Die Promovierenden werden an thematisch und methodisch innovativen Projekten arbeiten.“&nbsp;</p><p>Die Forschenden an der Universität Tübingen werden ihre Expertise im Bereich der Chemischen Biologie in EpiSignal einfließen lassen und maßgeschneiderte Werkzeuge für die Erforschung der Interaktion von Chromatinmodifikationen mit Zellsignalnetzwerken entwickeln. Insgesamt fördert die DFG im Rahmen von EpiSignal zehn Forschende über fünf Jahre mit 5 Millionen Euro. Die ersten Promotionsprojekte sollen im Oktober 2025 die Arbeit aufnehmen.</p><h3>Graduiertenkollegs</h3><p>Graduiertenkollegs haben das Ziel, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu stärken. Sie bieten Doktorandinnen und Doktoranden die Möglichkeit, in einem strukturierten Forschungs- und Qualifizierungsprogramm auf hohem fachlichem Niveau zu promovieren. Im November 2024 hat die DFG zwölf GRKs neu bewilligt – darunter das Graduiertenkolleg „EpiSignal – Interaktion von intrazellulären Signalwegen und Chromatin Modifikationsnetzwerken“, an dem die Universität Stuttgart und die Universität Tübingen beteiligt sind. Die zwölf neuen GRKs werden ab Oktober 2025 fünf Jahre mit insgesamt rund 82 Millionen Euro gefördert.&nbsp;</p><p class="align-right"><i>Nach einer Pressemitteilung der Universität Stuttgart</i><br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-114204</guid><pubDate>Wed, 18 Dec 2024 13:49:15 +0100</pubDate><title>Ein Nanopartikel wie ein weihnachtlicher Stern</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/ein-nanopartikel-wie-ein-weihnachtlicher-stern/</link><description>Experimente mit einem Silbercluster in der Chemie ergaben eine sechszählige Struktur</description><content:encoded><![CDATA[<p>Pünktlich zur Winter- und Weihnachtszeit haben Professor Andreas Schnepf, Dr. Claudio Schrenk und <span lang="en" dir="ltr">Mike </span>Kordan vom Institut für Anorganische Chemie der Universität Tübingen ihre Forschungsarbeit zu einem neuen künstlichen Nanopartikel mit sechszähliger Struktur veröffentlicht: Sein Molekülmodell erinnert an einen Eiskristall oder ein weihnachtliches Fensterbild. Damit eroberte das Tübinger Team den begehrten Platz auf dem Titelbild der Fachzeitschrift <i><span lang="en" dir="ltr">Chemistry A European Journal</span></i>.</p><p>Der Nanogrößenbereich bewegt sich in den Millionstel Millimetern. Teilchen in der Größe von ein bis hundert Nanometern können natürlicherweise zum Beispiel bei Vulkanausbrüchen oder Waldbränden entstehen, sie werden aber auch synthetisch hergestellt, um bestimmte Eigenschaften zu erreichen. Die Konstruktion künstlicher Nanopartikel mit unterschiedlichen Funktionen ist ein großer Forschungsbereich. Einsatzmöglichkeiten für die winzigen Teilchen gibt es zum Beispiel bei Haushaltsprodukten oder in der Medizin für den Medikamententransport im Körper. In der Chemie können Nanopartikel zur Steuerung bestimmter Reaktionen verwendet werden.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-113679</guid><pubDate>Tue, 03 Dec 2024 09:05:43 +0100</pubDate><title>Gerda Henkel Stiftung bewilligt Forschungsprojekt „Gewalt in postfaschistischen Nachkriegsdemokratien“</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/gerda-henkel-stiftung-bewilligt-forschungsprojekt-gewalt-in-postfaschistischen-nachkriegsdemokratien/</link><description>Historikerinnen und Historiker der Universitäten Tübingen, Göttingen und der LMU München untersuchen politische Alltagsgewalt in den nach 1945 entstandenen Demokratien.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professorin Dr. Sonja Levsen, Direktorin des Seminars für Zeitgeschichte der Universität Tübingen, Professorin Dr. Petra Terhoeven, derzeit Direktorin des DHI Rom und Dr. Robert Kramm von der LMU München erhalten über drei Jahre eine Förderung der Gerda Henkel Stiftung in Höhe von rund 300.000 Euro.&nbsp;</p><p>Das Projekt untersucht Gewalt, die im Rahmen demokratischer Konflikte in den postfaschistischen Nachkriegsdemokratien von 1945 bis 1960 auftrat, sowie deren zeitgenössische Einordnung. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Charakteristika dieser jungen Demokratien und das Verhältnis zwischen Demokratie und Gewaltausübung in diesem Zeitraum zu entwickeln. Zu diesem Zweck fokussieren drei Teilstudien Deutschland und Österreich, Japan und Italien. Bisherige historische Analysen, die oft von der Vorstellung „disziplinierter“ Nachkriegsdemokratien geprägt sind, haben die verschiedenen Formen von Gewalt in dieser Zeit vernachlässigt und nicht systematisch oder im internationalen Vergleich betrachtet. Die Teilstudien untersuchen sowohl die Ausübung von Gewalt als auch die zeitgenössischen Wahrnehmungen und Bewertungen unterschiedlicher Gewaltformen sowie die Bemühungen, sie einzuhegen. Die transnationale Vergleichsperspektive könnte neue Erkenntnisse über die Handlungsmöglichkeiten von Demokratien im Umgang mit Gewalt liefern.</p><p>Die Gerda Henkel Stiftung unterstützt im Rahmen von zeitlich begrenzten Programmen Forschungen, die aktuelle Problemlagen in größere historische Zusammenhänge stellen oder auch gezielt gegenwarts- und zukunftsbezogene Themen in den Blick nehmen. Das Forschungsprojekt zu den „rauen Demokratien“ ist in dem historisch ausgerichteten Teilbereich der Stiftung „Demokratie als Utopie, Erfahrung und Bedrohung“ angesiedelt.</p><h3>Weitere Informationen:</h3><p>Gerda Henkel Stiftung: Pressemitteilung vom 15.11.2024 <a href="https://www.gerda-henkel-stiftung.de/pressemitteilung?page_id=126595#top" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.gerda-henkel-stiftung.de/pressemitteilung?page_id=126595#top</a></p><p>Gerda Henkel Stiftung: Förderschwerpunkt Demokratie <a href="https://www.gerda-henkel-stiftung.de/demokratie" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.gerda-henkel-stiftung.de/demokratie&nbsp;</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-113586</guid><pubDate>Fri, 29 Nov 2024 14:11:13 +0100</pubDate><title>Sieben Tübinger Forschende als „Highly Cited Researchers“ ausgezeichnet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/sieben-tuebinger-forschende-als-highly-cited-researchers-ausgezeichnet/</link><description>Würdigung einflussreicher Arbeiten mit internationaler Sichtbarkeit</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen ist mit sieben Forschenden im „<span lang="en" dir="ltr">Highly Cited Researchers 2024</span>“ Ranking des Unternehmens <span lang="en" dir="ltr">Clarivate Analytics</span> vertreten. Damit gehören die wissenschaftlichen Publikationen der Ausgezeichneten zu den weltweit meistzitierten ihres jeweiligen Fachgebiets. Mit der Würdigung betont <span lang="de" dir="ltr">Clarivate Analytics</span>, zu dem auch die “<span lang="en" dir="ltr">Web of Science</span>”-Datenbank gehört, den großen Einfluss der Forschenden auf die wissenschaftliche Gemeinschaft und die Entwicklung ihrer Disziplinen.</p><p>Ausgezeichnet wurden Professor Claus Garbe (Medizinische Fakultät), <a href="https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/das-klinikum/einrichtungen/zentren/m3/immune-signatures-of-chronic-inflammatory-human-diseases-driving-cancer" target="_blank" rel="noreferrer">Professor Dr. Mathias Heikenwälder</a> (Medizinische Fakultät, Institut M3), <a href="/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/arbeitsgruppen/geo-und-umweltnaturwissenschaften/geo-und-umweltnaturwissenschaften/geomikrobiologie/arbeitsgruppe/people/prof-dr-andreas-kappler/">Professor Dr. Andreas Kappler</a> (Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, Fachbereich Geowissenschaften/Exzellenzcluster CMFI), <a href="https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/das-klinikum/mitarbeiter/profil/1585" target="_blank" rel="noreferrer">PD Dr. Matthias Schwab</a> (Medizinische Fakultät), Professorin Dr. Evelina Tacconelli (Medizinische Fakultät, Alumna), <a href="https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/das-klinikum/mitarbeiter/profil/1601" target="_blank" rel="noreferrer">Professor Dr. Ulf Ziemann</a> (Medizinische Fakultät) und <a href="https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/das-klinikum/mitarbeiter/profil/1559" target="_blank" rel="noreferrer">Professor Dr. Stephan Zipfel</a> (Medizinische Fakultät). Die Würdigung unterstreicht die hohe Qualität der Tübinger Forschungsarbeiten und deren internationale Sichtbarkeit.</p><p>Jedes Jahr untersucht <span lang="en" dir="ltr">Clarivate Analytics</span>, wie häufig eine wissenschaftliche Veröffentlichung in Publikationen von anderen Forschenden zitiert wird. Die Grundlage für diese Analyse bilden umfangreiche Daten aus der „<span lang="en" dir="ltr">Web of Science</span>“-Datenbank. Diese Zitationshäufigkeit, der sogenannte h-Index, wird oft als zentrale Kennzahl für die Bedeutung einer wissenschaftlichen Arbeit und als Gradmesser für den Einfluss der Forschenden in ihrem Fachgebiet herangezogen. Die aktuelle Liste der „<span lang="en" dir="ltr">Highly Cited Researchers</span>“ umfasst insgesamt 6636 Forschende aus 59 Ländern.</p><p class="align-right"><i>Leon Kokkoliadis, Exzellenzcluster CMFI</i></p><h3>Weitere Informationen</h3><p><a href="https://clarivate.com/highly-cited-researchers/?action=clv_hcr_members_filter&amp;clv-paged=1&amp;clv-category=&amp;clv-institution=Eberhard%20Karls%20University%20of%20Tubingen&amp;clv-region=Germany&amp;clv-name=" target="_blank" rel="noreferrer">Ranking der „<span lang="en" dir="ltr">Highly Cited Researchers</span>“</a><br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-113103</guid><pubDate>Wed, 20 Nov 2024 10:15:09 +0100</pubDate><title>SIKID-Kompass: Sicherheit von Kindern in der digitalen Welt ermöglichen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/sikid-kompass-sicherheit-von-kindern-in-der-digitalen-welt-ermoeglichen/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Zum Tag der Kinderrechte am 20.11.2024 hat das Verbundprojekt „Sicherheit für Kinder in der digitalen Welt – Regulierung verbessern, Akteure vernetzen, Kinderrechte umsetzen“ (SIKID) einen Kompass für Kinderrechte und mehr Sicherheit im Digitalen erstellt. An dem Projekt SIKID ist auch das Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) beteiligt, das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).</p><p>Sicherheit ist ein Kinderrecht auch in digitalen Welten. Kinder und Jugendliche sind in Online-Welten erheblichen Sicherheitsrisiken ausgesetzt. Sie reichen von Desinformation über Sextortion bis hin zu Cybergrooming. Wer wie mit Kindern im Internet in Kontakt tritt, ist schwer zu kontrollieren. Kindheit umfasst eine breites Altersspektrum zwischen 0 und 18 Jahren. Kinder haben Bedürfnisse und Rechte auch im Digitalen, die angepasst und ausbuchstabiert werden müssen.&nbsp;</p><p>Das Recht auf Sicherheit steht hier an prominenter Stelle, es muss aber immer gemeinsam mit der Befähigung, den Autonomieansprüchen und der Teilhabe von jungen Menschen (im Zusammenspiel von Schutz, Teilhabe und Befähigung) Umsetzung finden, um wirksam zu werden. Da dies in digitalen Umgebungen herausfordernd ist, kann kein Akteur dies alleine sicherstellen. Es kommt vielmehr auf ein ganzes Akteursnetzwerk an Verantwortungsträgern an.&nbsp;</p><p>Sicherheit muss daher immer im digitalen (und sozialen) Ökosystem gedacht werden, denn es stellt eine strukturelle Sicherheitsgefährdung dar, wenn ein Verantwortungsvakuum entsteht. Der heute veröffentlichte Kompass soll hier mehr Orientierung für alle relevanten Akteure geben. Er enthält zentrale Handlungsoptionen in den für Sicherheit relevanten Handlungsfeldern. Der Kompass ist das Ergebnis von drei Jahren interdisziplinärer Forschung mit Unterstützung einschlägiger Praxispartner.</p><p><strong>Zum Projekt</strong></p><p>SIKID ist ein Verbundprojekt der Universität Tübingen, der TU Berlin und des Leibniz-Instituts für Medienforschung (Hans-Bredow-Institut), gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).</p><p>Das Projekt „SIKID – Sicherheit für Kinder in der digitalen Welt” hat das Ziel, die Sicherheit von Kindern im digitalen Raum zu erhöhen, indem es Akteure vernetzt, Regulierung verbessert und Kinderrechte stärkt. Das BMBF-geförderte Forschungsprojekt setzt sich aus ethischer, rechtlicher, psychologischer und kommunikationswissenschaftlicher Perspektive interdisziplinär mit den Interaktionsrisiken für Kinder bei der Nutzung des Internets und digitaler Technologien auseinander. Zu den Arbeitsergebnissen des SIKID-Projekts gehören konzeptuelle Entwürfe, Fachpublikationen, Methoden und Leitfäden, empirische Studien und Handlungsoptionen sowie die Vernetzung und der Austausch mit Expertinnen und Experten aus Politik, Recht, Strafverfolgung, Regulierung, Wissenschaft, Zivilgesellschaft, dem Anbieter- &nbsp;und dem Medienbildungsbereich.</p><p><a href="https://zenodo.org/uploads/14179985?token=eyJhbGciOiJIUzUxMiJ9.eyJpZCI6IjUyNWEwNjEwLTc4MjgtNDI1YS05OTY1LTM4YmViOTc4ZjMyYyIsImRhdGEiOnt9LCJyYW5kb20iOiJhODhhOGQwYWE0NDkwYmJmZjBmZWUzYmYyYjgxMzI0YiJ9.AagMKxxvE9f5oAiEGo9gAHiavY2mjCaCCaztfxlmnWzP6UDLmUXe7SRW347vbuYSdp06JMZM4BpkJAyojKSL7g" target="_blank" rel="noreferrer">Direktlink SIKID Kompass</a></p><p><strong>Weitere Informationen</strong></p><ul><li><a href="/forschung/zentren-und-institute/internationales-zentrum-fuer-ethik-in-den-wissenschaften/forschung/medien-technikphilosophie-ki/abgeschlossene-projekte/sikid/">Projekt SIKID auf der Homepage der Universität Tübingen</a></li><li><a href="https://sikid.de/" target="_blank" rel="noreferrer">Projektwebseite</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-111924</guid><pubDate>Thu, 24 Oct 2024 10:47:47 +0200</pubDate><title>Nicht blind folgen: Wie Menschen von anderen lernen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/nicht-blind-folgen-wie-menschen-von-anderen-lernen/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Wenn wir Entscheidungen treffen, lassen wir uns häufig von den Meinungen und Erfahrungen unserer Mitmenschen leiten. Dabei unterscheiden sich unsere Präferenzen, Geschmäcker und Ziele oft. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universitäten Tübingen und Konstanz ging der Frage auf den Grund, wie wir trotz individueller Unterschiede von anderen lernen. Sie fanden heraus, dass wir Menschen Informationen von anderen eher als eine Empfehlung betrachten – aber mit einer gewissen Skepsis. Außerdem nutzen wir sie dazu, uns kostspieliges Ausprobieren zu sparen. Die Ergebnisse eröffnen neue Wege, um ähnliche Prinzipien des Lernens in die künstliche Intelligenz (KI) einzubeziehen.</p><p>Stellen Sie sich vor, Sie sind zum ersten Mal in einer neuen Stadt und es ist Zeit für ein Abendessen. Wie wählen Sie ein Restaurant aus? Sie könnten einfach im Internet nach Bewertungen suchen und das Restaurant mit der besten Bewertung nehmen. Aber wie können Sie sicher sein, dass die Leute, die die Bewertungen geschrieben haben, Ihre Essensvorlieben, Ihre Gewürztoleranz oder Ihr Budget teilen? Und wie gelingt es Menschen im Allgemeinen, von anderen zu lernen, wenn die Vorlieben von Person zu Person so unterschiedlich sein können?</p><h2>Wie wir Informationen von unseren Mitmenschen nutzen</h2><p>Bislang lag der Fokus der Forschung darauf, wie Menschen voneinander lernen können, wenn alle die gleichen Ziele und Vorlieben haben. Im Alltag ist das jedoch selten der Fall. Die neue Studie, die jetzt in der Fachzeitschrift <a href="https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2404928121" target="_blank" rel="noreferrer"><span lang="en" dir="ltr">Proceedings of the National Academy of Sciences</span></a> (PNAS) veröffentlicht wurde, schließt diese Forschungslücke. Sie untersucht, wie Menschen soziale Informationen nutzen, um Entscheidungen zu treffen, wenn ihre Präferenzen nicht perfekt mit denen ihrer Mitmenschen übereinstimmen. Die Forschungsarbeit wurde von Wissenschaftler*innen zweier Exzellenzcluster – dem Cluster <a href="/forschung/forschungsschwerpunkte/exzellenzcluster-maschinelles-lernen/home/">Maschinelles Lernen</a> der Universität Tübingen und dem <a href="https://www.exc.uni-konstanz.de/collective-behaviour/" target="_blank" rel="noreferrer">Cluster Kollektives Verhalten</a> der Universität Konstanz – gemeinsam mit Kollegen des RIKEN (Japan) und der Universität <span lang="en" dir="ltr">St Andrews</span> (Großbritannien) durchgeführt.<br>Für ihre Untersuchungen entwickelten die Forscher*innen ein Online-Experiment, das einem Computerspiel ähnelt. Das Spiel war Entscheidungssituationen im Alltag nachempfunden. Je vier Teilnehmende mussten eine Aufgabe bewältigen. Ihre jeweiligen Ziele ähnelten sich zwar, wiesen aber doch gewisse individuelle Unterschiede auf. Während des Experiments konnten die Teilnehmenden sehen, wie ihre Mitspieler*innen sich verhielten und vorankamen.</p><h2>Soziale Informationen dienen als Entscheidungshilfe&nbsp;</h2><p>Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen sogar in diesem <span lang="en" dir="ltr">Setting </span>soziale Informationen als Entscheidungshilfe nutzen, allerdings nicht blind. In dem Experiment behandelten sie soziale Informationen zwar als weniger zuverlässig als Informationen, die sie selbst gesammelt hatten, passten diese aber flexibel an ihre eigene Situation an.</p><p>Um dieses Phänomen zu erklären, führten die Forschenden ein neues Modell der sozialen Generalisierung ein, das eine Reihe anderer Modelle aus früheren Theorien bei der Vorhersage von Verhalten übertraf. „Im Gegensatz zu Modellen aus der bisherigen Literatur erklärt unser Modell der sozialen Generalisierung, wie Menschen soziale Informationen mit individuellen Informationen kombinieren können, anstatt blind zu imitieren”, erklärt Alexandra Witt, Doktorandin an der Universität Tübingen und Erstautorin der Studie.</p><p>Mithilfe des Modells zeigten die Forschenden, dass Menschen soziale Informationen als Erkundungsinstrument nutzen. Dinge selbst auszuprobieren und zu durchdenken, kann sowohl kognitiv als auch mit Blick auf das Risiko kostspielig sein. Wenn Informationen von Mitmenschen zur Verfügung standen, verließen sich die Teilnehmenden auf sie, um ihre Entscheidungen zu treffen, und ersparten sich so den kostspieligen individuellen Erkundungsprozess. „Die grundlegende Idee, dass soziales Lernen als Instrument genutzt werden kann, um Erkundungen zu steuern, ist nicht neu“, sagt Wataru Toyokawa, Mitautor der Studie an der Universität Konstanz und nun Gruppenleiter am RIKEN. „Aber das, was wir herausgefunden haben, stützt nicht nur die Idee an sich. Wir können die Theorie jetzt auf den Fall diverser, heterogener menschlicher Gesellschaften ausweiten.“</p><h2>Was bedeutet das für die weitere Forschung?&nbsp;</h2><p>„Obwohl die jüngsten Fortschritte die Leistungsfähigkeit der künstlichen Intelligenz (KI) unter Beweis gestellt haben, tut sie sich immer noch schwer damit, in ähnlichem Maße sozial zu lernen wie der Mensch“, sagt Charley Wu, Leiter des <a href="https://hmc-lab.com/" target="_blank" rel="noreferrer"><span lang="en" dir="ltr">Human and Machine Cognition Lab</span></a><span lang="en" dir="ltr"></span>an der Universität Tübingen und einer der Hauptautoren der Studie. „Unsere besondere Fähigkeit zum sozialen und kulturellen Lernen hat eine Schlüsselrolle für den Erfolg der menschlichen Spezies gespielt. Mit einem besseren Verständnis für soziales Lernen im Menschen könnten wir ähnliche Prinzipien in die künstliche Intelligenz einbeziehen, um Systeme zu entwickeln, die menschliches Verhalten besser verstehen und nachahmen, beispielsweise in virtuellen Assistenten oder Empfehlungsalgorithmen.“ Letztlich ist soziales Lernen eines der mächtigsten Werkzeuge des Menschen, und diese Forschung bringt uns dem Verständnis dieser beeindruckenden Fähigkeit näher.</p><p class="align-right"><i>Nach einer Pressemeldung der Universität Konstanz</i></p><h2>Faktenübersicht:</h2><ul><li>Publikation: Witt, A., Toyokawa, W., Lala, K. N., Gaissmaier, W., &amp; Wu, C. M. (2024). <span lang="en" dir="ltr">Humans flexibly integrate social information despite interindividual differences in reward. Proceedings of the National Academy of Sciences</span>, 121(39), e2404928121.<br><a href="https://doi.org/10.1073/pnas.2404928121" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1073/pnas.2404928121</a></li><li>Die Forschung wurde von der Doktorandin Alexandra Witt und dem Gruppenleiter Charley Wu von der Universität Tübingen geleitet. Wu ist Mitglied des Exzellenzclusters Maschinelles Lernen und des Tübingen AI Centers. Ebenfalls beteiligt waren Wolfgang Gaissmaier, Professor für Sozialpsychologie und Entscheidungsforschung an der Universität Konstanz und PI am Konstanzer Exzellenzcluster Kollektives Verhalten, Wataru Toyokawa, ehemals am Exzellenzcluster Kollektives Verhalten, jetzt tätig am RIKEN Institut, Tokio, Japan, und Kevin Lala, Professor für Verhaltens- und Evolutionsbiologie an der Universität St Andrews (Großbritannien).</li><li>Der <a href="https://www.exc.uni-konstanz.de/collective-behaviour/" target="_blank" rel="noreferrer">Exzellenzcluster Kollektives Verhalten</a> der Universität Konstanz ist ein weltweit führendes Spitzenforschungszentrum für die Erforschung von Schwarmverhalten. Interdisziplinär werden drängende Fragen über Arten- und Organisationsebenen hinweg angegangen, von neuronalen Mechanismen über individuelle Wahrnehmung und Präferenzen bis hin zu kollektivem Verhalten in Gruppen oder ganzen Gesellschaften.</li><li>Der <a href="/forschung/forschungsschwerpunkte/exzellenzcluster-maschinelles-lernen/home/">Exzellenzcluster „Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft</a>“ der Universität Tübingen hat das Ziel, das volle Potential des maschinellen Lernens für die Wissenschaft zu erschließen und zu verstehen, welche Veränderungen dies für die wissenschaftliche Herangehensweise mit sich bringen wird.&nbsp;<br>&nbsp;</li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-111870</guid><pubDate>Wed, 23 Oct 2024 10:37:45 +0200</pubDate><title>Tübinger Archäologin Cristina Murer erhält Marie-Heim-Vögtlin-Preis</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebinger-archaeologin-cristina-murer-erhaelt-marie-heim-voegtlin-preis/</link><description>Auszeichnung des Schweizerischen Nationalfonds für Forschung zu Grabplünderungen in der Spätantike</description><content:encoded><![CDATA[<p class="ut-teaser">Professorin Dr. Cristina Murer vom Institut für Klassische Archäologie der Universität Tübingen erhält den diesjährigen Marie-Heim-Vögtlin-Preis des Schweizerischen Nationalfonds (SNF). Der SNF würdigt damit Murers Arbeiten zu Grabplünderungen in der Spätantike, die sie bis 2022 als Leiterin eines vierjährigen Forschungsprojekts an der Universität Bern durchführte. Der Marie-Vögtlin-Preis wird an Nachwuchsforscherinnen vergeben, die herausragende Forschungsergebnisse erzielt haben und zugleich als Vorbilder im Wissenschaftsbetrieb fungieren. Die Preisverleihung findet am 12. November 2024 in Bern statt.</p><p>Gerade in Zeiten des Umbruchs und während Krisen müssen Ressourcen durch Kreativität, Recycling und Kreislaufwirtschaft geschont werden. Oftmals besinnen sich Gesellschaften dann auf lokale Ressourcen in nächster Nähe zurück. Das ist heute so – und war in der Spätantike nicht anders, wie Cristina Murer mit ihrer Forschung zeigen konnte. Allerdings bediente man sich damals sogar bei den Toten.</p><h3><strong>Zerstörung hieß Bewahrung</strong></h3><p>„Die Spätantike steht nicht für den Niedergang der menschlichen Zivilisation, sie war eine Zeit des Übergangs“, sagt Murer. Damals war der Handel von Marmor zusammengebrochen. Neue Bezugsquellen fand man in den prachtvollen, inzwischen herrenlosen römischen Gräbern vor Ort. „Ich konnte zeigen, dass ihre Plünderung und Zerstörung Teil wichtiger Recyclingprozesse in Städten war; ein kreativer Prozess, aus dem Neues entstand. Die Gräber wurden also nicht, wie bisher angenommen, von Christen im Zuge antiheidnischer Maßnahmen zerstört.“ Zerstörung bedeute also nicht automatisch das Ende. Ganz im Gegenteil: Überhaupt erst durch die kreative Wiederverwendung sei somit der Schmuck antiker Grabbauten über die Zeit erhalten geblieben. „Fast alles aus der Spätantike, was nicht recycelt und umfunktioniert wurde, ist heute zerstört.“</p><h3><strong>Minutiöse Archivarbeit mit alten Tagebüchern</strong></h3><p>Neben der Arbeit mit den archäologischen Befunden legte Murer großen Wert darauf, diese interdisziplinär auszuwerten und in ihren umfassenderen historischen Kontext zu stellen. „Viele Informationen zum Grabraub in der Spätantike habe ich Gesetzestexten und literarischen Quellen der Zeit entnommen. Zudem kämpften wir uns in minutiöser Archivarbeit durch die italienischen Ausgrabungstagebücher des frühen 20. Jahrhunderts. Das wird heute kaum noch gemacht, ist aber von großem wissenschaftlichem Wert.“ Früher habe man kein Interesse an den spätantiken Schichten gehabt und sie einfach abgetragen. „Mit den alten Grabungstagebüchern konnten wir diese aber ansatzweise rekonstruieren.“</p><p>Murers Interesse an der Epoche begann, als sie sich in ihrer Doktorarbeit mit Ehrenstatuen von wohlhabenden Frauen im öffentlichen Raum beschäftigte. Sie fand heraus, dass viele Statuen aus der Kaiserzeit in der Spätantike wiederverwendet, also recycelt wurden. Oftmals stammten die Kunstwerke aus alten Gräbern. „Das hat mir zunächst niemand geglaubt – bis ich es schließlich beweisen konnte. Dann wollte ich wissen, was noch alles hinter dem Phänomen steckt.“</p><h3><strong>Bloß Quotenfrau?</strong></h3><p>Jetzt den Marie-Heim-Vögtlin-Preis zu erhalten, bedeutet Cristina Murer viel. „Ich freue mich besonders, dass ich diesen Forschungspreis für ein Orchideenfach wie die Klassische Archäologie erhalte.“ Explizit als Frau ausgezeichnet zu werden, sei ebenfalls sehr wichtig, um Forscherinnen in ihrem Fachgebiet weiter sichtbar zu machen. „Ich wurde immer nur von Männern unterrichtet und jetzt bin ich die erste Professorin am Institut in Tübingen.“</p><p>Dieser Wandel sei für die Studierenden wichtig. Auch kämen Studentinnen mit frauenspezifischen Anliegen jetzt zu ihr, der Vertrauensperson. Der Vorwurf, eine Quotenfrau zu sein, ist Cristina Murer zwar schon begegnet. Da müsse man aber drüberstehen, sagt sie. Ihre Tipps? „Ein gesundes Selbstvertrauen entwickeln, sich mit anderen Forscherinnen und Forschern in internationalen Netzwerken vernetzen und lernen, sich besser zu verkaufen.“ Um letzteres zu fördern, hat Murer kürzlich für ihre Studentinnen eine Rhetorikschulung organisiert.</p><p>Marie Heim-Vögtlin, die Namensgeberin des Preises, wurde 1868 als erste Schweizerin an der Universität Zürich zum Studium an der medizinischen Fakultät zugelassen. Nach dem Abschluss des Studiums eröffnete sie eine Praxis für Gynäkologie, die sie nach der Geburt ihrer zwei Kinder weiterführte. Sie zählt zu den Vorreiterinnen im Kampf für den Zugang der Frauen zu akademischer Bildung.</p><p class="align-right"><i>Nach einer Pressemitteilung des Schweizerischen Nationalfonds</i></p><p><strong>Weitere Informationen</strong></p><ul class="ut-list ut-list--link-list"><li><a href="/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/altertums-und-kunstwissenschaften/institut-fuer-klassische-archaeologie/personen/cristina-murer/">Webseite von Cristina Murer</a></li><li><a href="https://www.youtube.com/watch?v=R5h8op4x9nw" target="_blank" rel="noreferrer">Video-Porträt von Cristina Murer</a></li><li><a href="https://data.snf.ch/grants/grant/174174" target="_blank" rel="noreferrer">Das Forschungsprojekt auf dem SNF-Datenportal</a></li></ul><p>&nbsp;</p><p><strong>Kontakt:</strong></p><p>Cristina Murer<br>Institute für Klassische Archäologie<br>Universität Tübingen<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span><a href="tel:+4970712972378">+49 7071-2972378</a><br>E-Mail: <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,etkuvkpc0owtgtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2">cristina.murer<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de&nbsp;</a><br><br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-111774</guid><pubDate>Tue, 22 Oct 2024 10:44:14 +0200</pubDate><title>Forschungspreis der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg geht 2024 an Tübinger Wirbeltier-Morphologen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/forschungspreis-der-gesellschaft-fuer-naturkunde-in-wuerttemberg-geht-2024-an-tuebinger-wirbeltier-morphologen/</link><description>Die prämierte Arbeit beschäftigt sich mit dem Ursprung der Schläfenöffnungen bei Landwirbeltieren aus biomechanischer Perspektive</description><content:encoded><![CDATA[<p>Am 10. Oktober verlieh die <a href="https://gesellschaft-naturkunde-wuerttemberg.de/aktuelles.html" target="_blank" rel="noreferrer">Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg</a> in Stuttgart dem Kustos der Paläontologischen Sammlung an der Universität Tübingen, PD Dr. <a href="https://www.senckenberg.de/de/presse/senckenberg-packt-aus/interview-ingmar-werneburg/" target="_blank" rel="noreferrer">Ingmar Werneburg</a>, ihren diesjährigen <a href="https://gesellschaft-naturkunde-wuerttemberg.de/walter-schall-preis.html" target="_blank" rel="noreferrer">Forschungspreis</a>. Die Auszeichnung wurde 1985 durch den ehemaligen Obergeologierat Dr. Walter Schall ins Leben gerufen und nach ihm benannt. Ingmar Werneburg, der als Evolutionsbiologe am <span lang="en" dir="ltr">Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> arbeitet, erforscht die vergleichende Anatomie der Wirbeltiere und sieht sich unter anderem in Tradition des Tübinger Zoologie-Professors <a href="https://uni-tuebingen.de/es/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/archiv-attempto-online/archivfullview-attempto/article/festschrift-und-symposium-fuer-tuebinger-zoologie-professor/" target="_blank">Wolfgang Maier</a>.</p><p>Die mit 1.500 € prämierte <a href="https://anatomypubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ar.25371" target="_blank" rel="noreferrer">Preisschrift</a> erschien kürzlich in der internationalen Zeitschrift The Anatomical Record (siehe <a href="https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilungen/newsfullview-pressemitteilungen/article/schlaefenloecher-im-schaedel-von-sauriern-und-menschen-durch-fressweise-gebildet/" target="_blank">Pressemitteilung</a>). In ihrer Begründung schrieb die Gesellschaft, im Namen ihres derzeitigen Vorsitzenden Dr. Klaus Rehfeld, dass Werneburg den Preis für seine „innovative[n] funktionsmorphologische[n] Erklärungen zur Entstehung von Schläfenfenstern bei Landwirbeltieren“ erhalte.</p><p>Weiter heißt es in der Begründung: „Seit Jahrzehnten rätseln Fachleute über die wiederholte Entstehung von Fenstern in der Schläfenregion des Schädels bei Landwirbeltieren. Es war zwar klar, dass diese Öffnungen mit der Verankerung von Kiefermuskeln zu tun haben, nur fehlte es an einer konsistenten funktionellen Erklärung, mit der die unterschiedlichen Anatomien nach einem einheitlichen Prinzip erklärt werden können. Ingmar Werneburg hat zu dieser Thematik über viele Jahre Befunde aus der Embryologie, Paläontologie und Funktionsmorphologie zusammengetragen. Auf dieser Basis griff er funktionsmorphologische Ideen des ehemaligen Tübinger und Bochumer Anatomen <a href="https://zenodo.org/records/12746283" target="_blank" rel="noreferrer">Holger Preuschoft</a> auf. Zusammen mit ihm entwickelte er einen neuen, rein funktionell begründeten Rahmen, um die Bildung der unterschiedlichen Fensterungen zu erklären. Er verspricht, von genereller Bedeutung für das Verständnis von Schädel- und Skelettbau zu sein.“</p><p>Die Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg wurde am 26. August 1844 als „Verein für vaterländische Naturkunde in Württemberg“ in Stuttgart gegründet. Maßgeblich beteiligt an der Gründung war auch der Tübinger Zoologe Wilhelm von Rapp (1794–1868). Erster Präsident war bis 1854 Wilhelm von Urach, Graf von Württemberg (1810–1869). Seit 1845 sind nunmehr 180 Jahreshefte der Gesellschaft erschienen, die über regionale, aber auch internationale Forschungsthemen aus der Naturkunde berichten.</p><p>Ingmar Werneburg ist Mitglied der hiesigen Regionalgruppe der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg. Seit dem 19. Jahrhundert entstanden vier regionale sogenannte Vereinszweige: Tübingen ist seit 1891 als damaliger königlicher Verwaltungssitz des „Schwarzwald-Kreises“ Sitz des Schwarzwälder Vereinszweiges, der ursprünglich 1874 in Nagold gegründet wurde. Dessen Vorsitz hatte hier zunächst der Paläontologe Wilhelm Branco (1844–1928), der Nachfolger des berühmten Geologen Friedrich August Quenstedt (1809–1889), inne. Späterer langjähriger Vorsitzender war auch der Tübinger Geologe <a href="https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/newsletter-uni-tuebingen-aktuell/2022/4/leute/7/" target="_blank">Frank Westphal</a> (1930–2022), der über Jahrzehnte hinweg die jährlich traditionell immer am 1. Advent stattfindende „Thomas-Tagung“ im ehemaligen Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum der Universität an der Sigwartstraße, in der heutigen Paläontologischen Sammlung, leitete.</p><p class="align-right"><i>Matthias Flegr</i><br>Fachbereich Geowissenschaften der Universität Tübingen &amp; Vorsitzender des Schwarzwälder Vereinszweigs der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg e.V.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-111267</guid><pubDate>Mon, 14 Oct 2024 13:17:16 +0200</pubDate><title>Arbeitsstelle „Sprache in Südwestdeutschland“: Verabschiedung von Professor Hubert Klausmann</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/arbeitsstelle-sprache-in-suedwestdeutschland-verabschiedung-von-professor-hubert-klausmann/</link><description>Zukunft der Arbeitsstelle ist gesichert: Dr. Valeska Flor und Dr. des. Julia Braun übernehmen Leitung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Im Rahmen eines Festakts in der Neuen Aula wurde kürzlich Prof. Dr. Hubert Klausmann, der langjährige Leiter der Tübinger Arbeitsstelle „Sprache in Südwestdeutschland“ des Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaft verabschiedet. Im Beisein von Ministerpräsident Winfried Kretschmann wurde zudem die Wiedereröffnung der Arbeitsstelle gefeiert. Anlässlich der Feierlichkeiten im Großen Senat sagte der Ministerpräsident: „Unsere Sprache ist so vielfältig wie das Leben, und genau so soll es bleiben. Prof. Dr. Hubert Klausmann hat sich unermüdlich dafür eingesetzt, das Bewusstsein für diese sprachliche Vielfalt zu schärfen. Seine jahrzehntelange Arbeit hat die Erforschung und Dokumentation der Dialekte im Südwesten entscheidend geprägt. Mit seinem Ausscheiden verliert die Dialektforschung einen herausragenden Wissenschaftler. Ich bin mir aber sicher: Die "Arbeitsstelle Sprache in Südwestdeutschland‘ und das Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft werden seinen Weg fortsetzen.“</p><p>Die Zukunft der Arbeitsstelle konnte durch zwei feste Stelle gesichert werden – fortan werden Dr. Valeska Flor und Dr. des. Julia Braun die Geschicke der Einrichtung mit kulturwissenschaftlicher und linguistischer Expertise lenken.</p><p class="align-right">Margret Findeisen</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-111171</guid><pubDate>Thu, 10 Oct 2024 17:00:00 +0200</pubDate><title>Wider das Artensterben: Ein verbessertes Gehör als Schlüsselentwicklung</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/wider-das-artensterben-ein-verbessertes-gehoer-als-schluesselentwicklung/</link><description>Neue Studie aus der Vergleichenden Anatomie: Gemeinsamer Vorfahr aller heutigen Reptilien besaß bereits ein Trommelfell</description><content:encoded><![CDATA[<p><i>Ein internationales Team aus Brasilien, den USA und Deutschland zeigt, dass der letzte gemeinsame Vorfahre aller heutigen Reptilien über ein verbessertes Gehör verfügte, da er ein Trommelfell ähnlich dem moderner Tiere besaß. Dies könnte der Gruppe geholfen haben, ein großes Artensterben in der Erdgeschichte zu überleben.</i></p><p><strong>Hintergrund</strong><br>Der Ursprung eines Gehörs mit Trommelfell bei den Landwirbeltieren ist eines der bekanntesten Beispiele für eine evolutionäre Neuerung, die direkt mit dem Übergang vom Wasser zum Land zusammenhängt. Dies war ein bahnbrechendes Ereignis vor etwa 400 bis 360 Millionen Jahren, das die terrestrischen Regionen der Erde umgestaltete. In der neuen Umgebung sahen sich die Tiere mit mehreren Herausforderungen konfrontiert, unter anderem mit dem Problem des Hörens, da sich Schallwellen in der Luft und im Wasser unterschiedlich ausbreiten. Obwohl die ersten lurchartigen Landwirbeltiere bereits hören konnten, verbesserte die Entwicklung eines Trommelfells das Gehör dieser Tiere immens.</p><p>Die wissenschaftliche Debatte über den Ursprung des Trommelfells begann im 19. Jahrhundert, und bisher war nicht bekannt, ob die ersten Reptilien, zu denen heute mehr als 20.000 Arten von Krokodilen, Eidechsen, Schlangen und Schildkröten gehören, bereits ein gesteigertes Hörvermögen besaßen.</p><p><strong>Integrativer Ansatz</strong><br>Die neue Untersuchung dazu fand unter der Leitung von Dr. Mario Bronzati von der Universität Tübingen statt und war eine Zusammenarbeit mit Laboren in São Paulo, Brasilien, in Stony Brook und Downers Grove, USA, sowie dem <span lang="en" dir="ltr">Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> an der Universität Tübingen. Die Autoren gingen die Frage nach dem Ursprung des Hörens über ein Trommelfell bei Reptilien aus der Perspektive der modernen Integrativen Biologie an, indem sie Informationen aus der Paläontologie und der Entwicklungsbiologie kombinierten. In der Studie wurden Entwicklungsdaten von Eidechsen- und Krokodil-Embryonen erhoben. Sie geht damit über frühere Studien hinaus, in denen nur Hühner als biologische Modelle für Reptilien verwendet wurden, da Vögel von Dinosauriern, einer ausgestorbenen Reptiliengruppe, abstammen und leicht zu züchten sind. Aber Vögel sind hochspezialisiert und geben unzureichenden Aufschluss über den Ursprung der Reptilien selbst. Die Autoren entdeckten zudem neue Details, indem sie zahlreiche Fossilien der ältesten Reptiliengruppen untersuchten.</p><p><strong>Das Trommelfell</strong><br>Wenn Schallwellen auf das Trommelfell treffen, fängt es an zu schwingen. Die Informationen aus der Vibration des Trommelfells werden an das Gehirn weitergeleitet, das den mechanischen Impuls als Schall interpretiert. Das Hören mit einem Trommelfell ist bei Tieren weit verbreitet. Tatsächlich ist dies auch die Art und Weise, wie wir Menschen hören. Trotz der Ähnlichkeiten in der Funktion und zwischen den Komponenten des Hörsystems verschiedener Arten haben frühere Studien ergeben, dass sich das Trommelfell bei Säugetieren, Amphibien und Reptilien unabhängig voneinander entwickelt hat. Obwohl also die Strukturen unseres Mittelohrs denen eines Vogels sehr ähnlich sind, haben Biologen gezeigt, dass sich die Hörorgane in diesen beiden Gruppen unabhängig voneinander entwickelt haben. So gibt es beispielsweise Unterschiede zwischen den Genen, in denen die „Bauanleitung“ für das Trommelfell von Säugetieren einerseits und von Reptilien andererseits kodiert ist. Die Paläontologen haben bei Fossilien festgestellt, dass es bei den letzten gemeinsamen Vorfahren der Säugetiere und Reptilien, die vor mehr als 300 Millionen Jahren lebten, noch keine Ohröffnungen gab, welche also in beiden Stammlinien erst später, unabhängig voneinander entstanden sein mussten.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-109959</guid><pubDate>Fri, 23 Aug 2024 11:57:52 +0200</pubDate><title>Vielfalt von Pflanzen ist in Wüsten unerwartet groß</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/vielfalt-von-pflanzen-ist-in-wuesten-unerwartet-gross/</link><description>Lehrstuhl für Vegetationsökologie beteiligt an großangelegter internationaler Studie zu Auswirkungen des globalen Wandels auf Trockengebiete</description><content:encoded><![CDATA[<p>Pflanzen verfügen über ein breites Spektrum an Strategien, um auch in Trockengebieten ihr Überleben zu sichern – und die Vielfalt dieser Strategien steigt sogar in Regionen mit zunehmender Trockenheit. Die Diversität von Formen, Anpassungsstrategien und Elementkonzentrationen in diesen extremen Habitaten übersteigt dasjenige in humiden Gebieten um ein Vielfaches! Dieses überraschende Ergebnis erhielt ein Team aus 120 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus 27 Ländern in einer großangelegten Studie, die vom französischen Nationalen Forschungsinstitut für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt (INRAE) koordiniert wurde.</p><p>Die Studie zur Anpassung von Pflanzen an das Leben in Trockengebieten lief über einen Zeitraum von acht Jahren. Dabei wurden – erstmals in dieser Größenordnung – Proben von mehreren Hundert Flächen von allen Kontinenten außer der Antarktis gesammelt; 1.300 Einzelbeobachtungen von mehr als 300 ausdauernden Pflanzenarten gingen in die Analysen ein. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter der Leitung von Professorin Katja Tielbörger vom Institut für Evolution und Ökologie der Universität Tübingen waren mit mehreren Stationen beteiligt und lieferten Daten aus Palästina, Chile und Südafrika. Die Studienergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.</p><p>Die Vielfalt bei Pflanzen ergab sich dabei sich aus einem weiten Spektrum an Formen und Funktionen, in der Gestalt, der Physiologie und Biochemie. Einige dieser Eigenschaften, wie zum Beispiel die chemische Zusammensetzung des Pflanzenmaterials, sind bisher wenig untersucht worden. Auch umfasst das meiste aktuelle Wissen über die funktionelle Diversität von Pflanzen vorrangig gemäßigte Breiten. Dies ist überraschend, weil Trockengebiete 45 Prozent der Landfläche der Erde umfassen. „Es wird vielfach behauptet, dass diese Gebiete wegen zunehmender Trockenheit und höherem Beweidungsdruck von Wüstenbildung bedroht sind. Daher ist es wichtig zu verstehen, wie Pflanzen auf solchen Druck reagieren, oder inwieweit sie vorangepasst sein können“, nennt Katja Tielbörger eine Motivation für die Studie.</p><h3>Gegenteilige Ausgangshypothese</h3><p>Eine Schlüsselhypothese zu Beginn war, dass Trockenstress die Pflanzenvielfalt durch Selektion reduzieren würde, sodass nur eng an extremen Wassermangel und Hitzestress angepasste Arten überleben. „Das Gegenteil war jedoch der Fall – gerade in den allertrockensten Weidegebieten zeigte sich ein starker Anstieg in der Vielfalt der pflanzlichen Eigenschaften”, berichtet Katja Tielbörger. Zum Beispiel hielten manche Pflanzen in ihren Zellen und Geweben einen hohen Kalziumgehalt aufrecht. Dies kann ein Zurückhalten von Wasser erleichtern und somit das Austrocknen von Zellwänden verlangsamen. Zwar sind in Trockengebieten auf lokaler Ebene weniger Pflanzenarten anzutreffen als in anderen Erdregionen der gemäßigten oder tropischen Zonen, doch haben die Pflanzen auf regionaler Ebene in Trockengebieten eine außerordentliche Vielfalt an Formen, Größen und Funktionen entwickelt. „Diese Merkmalsvielfalt der Pflanzen war in unserer Studie in Trockengebieten doppelt so groß wie in gemäßigteren klimatischen Zonen“, sagt die Wissenschaftlerin.</p><p>Die Diversität der Merkmale stieg dabei plötzlich an dem Punkt, an welchem die mittleren Jahresniederschläge unter einen Schwellenwert von 400 Millimetern im Jahr sinken. Dies ist auch die Schwelle für eine deutliche Reduzierung der Pflanzenbedeckung auf unter 50 Prozent und das Sichtbarwerden großer Bereiche nackten Bodens. Ein Teil der Autorinnen und Autoren glaubt, dass die Tatsache, dass Pflanzen in Wüsten weniger Nachbarn haben, die Entwicklung von einer großen Vielfalt von Strategien zur Anpassung an Extrembedingungen befördert. Die Erklärung dieser Strategievielfalt ist jedoch nicht einfach, da es sich um evolutionäre Prozesse handelt, die auf langen Zeitskalen stattgefunden haben. Womöglich begannen sie bereits mit der erstmaligen Besiedlung des Landes durch Pflanzen vor mehr als 500 Millionen Jahren. Diese trockenen Habitate machten für die Lebewesen damals eine Anpassung an extreme und schwankende Bedingungen notwendig.</p><p>Katja Tielbörger nennt einen weiteren Ansatz zur Erklärung der Vielfalt: „Typisch für Trockengebiete ist auch, dass es nicht immer trocken ist, sondern im Gegenteil bei seltenen ergiebigen Niederschlägen bisweilen sogar sehr feucht. Die Pflanzen in Trockengebieten müssen also sowohl mit trockenen als auch sehr feuchten Bedingungen klarkommen und ‚wissen‘, wie sie zum Beispiel Erfolge bei der Fortpflanzung aus feuchten Jahren in trockene hinüberretten.“</p><p>Die Studie offenbart, wie wichtig Trockengebiete als globales Reservoir für die funktionelle Diversität von Pflanzen sind. Da Vielfalt die Hauptversicherung gegen schnelle Umweltveränderungen darstellt, könnten somit entgegen mancher Annahmen Pflanzengemeinschaften in Trockengebieten besonders resistent oder resilient gegen den Klimawandel sein.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-109809</guid><pubDate>Thu, 15 Aug 2024 15:22:32 +0200</pubDate><title>Kira Rehfeld erhält den Preis für mutige Wissenschaft</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/kira-rehfeld-erhaelt-den-preis-fuer-mutige-wissenschaft/</link><description>Auszeichnung für die herausfordernde Zusammenführung verschiedener Forschungsfelder und Herangehensweisen in der Klimaforschung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professorin Kira Rehfeld aus dem Fachbereich Geowissenschaften der Universität Tübingen wird mit dem diesjährigen Preis für mutige Wissenschaft ausgezeichnet für ihre interdisziplinären Forschungsarbeiten in der Paläoklimarekonstruktion und der numerischen Klimasimulation. Diese Forschungsfelder werden in der Praxis häufig von getrennt operierenden wissenschaftlichen Gemeinschaften bearbeitet. Mit ihrer Strategie, die Gebiete auch gegen Widerstände zusammenzubringen, sei Kira Rehfeld ein großes Risiko für ihre eigene Karriere eingegangen, urteilte die Jury. Der Preis für mutige Wissenschaft wird vom baden-württembergischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Kooperation mit der Heidelberger Akademie der Wissenschaften vergeben und ist mit 30.000 Euro dotiert.</p><p>Der Preis für mutige Wissenschaft an Kira Rehfeld wie auch die Landesforschungspreise an Professorin Christiane Werner von der Universität Freiburg und Professorin Lena Maier-Hein vom DKFZ Heidelberg werden am 22. Oktober 2024 im Weißen Saal im Neuen Schloss in Stuttgart von der baden-württembergischen Wissenschaftsministerin Petra Olschowski verliehen.</p><p><strong>Die Preisträgerin</strong><br> Kira Rehfeld studierte Informatik, Medizinische Physik und Physik und promovierte 2013 an der Humboldt-Universität zu Berlin zu raum-zeitlichen Mustern im Klimasystem. Nach Postdoc-Stationen in Potsdam und Cambridge leitete sie eine Emmy Noether-Gruppe zur Erforschung von Klimavariabilität. Seit 2021 hat sie die Professur für Klimatologie an der Universität Tübingen inne. Mit ihrem Forschungsteam untersucht sie Paläo-Umweltrekonstruktionen, die Fähigkeiten von Klimamodellen zur Simulation von Klimavariabilität und Möglichkeiten, der Atmosphäre Kohlendioxid zu entziehen.</p><p>Zwischen den hier berührten Forschungsfeldern der experimentellen Paläoklimarekonstruktion einerseits und der numerischen Klimasimulation andererseits bestehen bis heute Spannungen und Verständnisschwierigkeiten. Auch gibt es Vorbehalte gegenüber der Arbeitsweise des jeweilig anderen Forschungsgebiets. Kira Rehfeld sei es gelungen, sich in beiden Gebieten durch wichtige Forschungsbeiträge einen ausgezeichneten Namen zu machen, so die Jury. Ihr hohes Ansehen und ihre gute Vernetzung zeigten sich auch in ihrer Mitgliedschaft in wichtigen Konsortien und internationalen Arbeitsgruppen der Paläoklimaforschung: 2021 erhielt Rehfeld den Manfred-Fuchs-Preis der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Im gleichen Jahr wurde sie auf eine ordentliche Professur für Klimatologie und Biosphärenforschung an die Universität Tübingen berufen. Rehfelds interdisziplinäre Forschung bilde eine wichtige Brücke zwischen verschiedenen Wissenschaftskulturen. Die Paläoklimaforschung ist in der Regel in den Geowissenschaften angesiedelt, während die Klimamodellierung zumeist von Physikern und Meteorologen betrieben wird. Rehfeld gehe kreative Wege, um Klimamodelle zu prüfen und naturwissenschaftlich begründete Lösungen für den Klimaschutz zu erarbeiten.</p><p><strong>Der Preis</strong><br> Mit dem Preis für mutige Wissenschaft unterstützt das Land Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Mut im Denken und Handeln beweisen, unkonventionelle Ansätze verfolgen oder auf Umwegen herausragende Forschungsleistungen erbracht haben. Der mit 30.000 Euro verbundene Preis wird seit 2016 vergeben. Das Land will ein Signal dafür setzen, wie sehr innovative Wissenschaft davon lebt, dass Forscherinnen und Forscher auch Rückschläge oder Scheitern in Kauf nehmen – und wie wichtig die Bereitschaft zum Risiko ist. Der Preis wird in einer Kooperation des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums mit der Heidelberger Akademie der Wissenschaften (Landesakademie von Baden-Württemberg) vergeben.</p><p class="align-right">Nach einer Pressemitteilung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg – Janna Eberhardt/Hochschulkommunikation</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-109548</guid><pubDate>Thu, 01 Aug 2024 11:15:00 +0200</pubDate><title>Tübinger Alumna mit KlarText-Preis für Wissenschaftskommunikation ausgezeichnet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebinger-alumna-mit-klartext-preis-fuer-wissenschaftskommunikation-ausgezeichnet/</link><description>Klaus-Tschira-Stiftung ehrt Biochemikerin Anna-Lena Keller für allgemeinverständliche Darstellung ihrer Doktorarbeit</description><content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Anna-Lena Keller, Alumna der Universität in der Biochemie, erhält den diesjährigen KlarText-Preis für Wissenschaftskommunikation der Klaus-Tschira-Stiftung. Die Auszeichnung würdigt die allgemeinverständliche Darstellung der eigenen Doktorarbeit in einem Artikel oder einer Infografik. Keller ist eine von insgesamt sieben Preisträgerinnen und Preisträgern, deren Beiträge aus 175 Einsendungen ausgewählt wurden. Alle Prämierten erhalten ein Preisgeld von 7.500 Euro.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-108963</guid><pubDate>Fri, 12 Jul 2024 11:18:20 +0200</pubDate><title>Sprachentwicklung verstehen mit KI-gestützten Methoden</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/sprachentwicklung-verstehen-mit-ki-gestuetzten-methoden/</link><description>Förderung für „Pioniervorhaben“ von Linguist Gerhard Jäger</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professor Dr. Gerhard Jäger vom Institut für Sprachwissenschaft der Universität Tübingen erhält eine Förderung in der Initiative „Pioniervorhaben – Explorationen des unbekannten Unbekannten“ der Volkswagenstiftung. Jäger will eine KI-gestützte Methode entwickeln, um die Entwicklung der menschlichen Sprachen anhand gesprochener Sprachdaten zu untersuchen. Der Linguist verspricht sich davon tiefere Einblicke in die Sprachgeschichte, die auch neue Perspektiven auf das menschliche Kulturerbe eröffnen könnten. Das Projekt mit dem Titel „Phylomilia“ wird mit 550.000 Euro über drei Jahre gefördert. Mit dem „Pioniervorhaben“-Programm unterstützt die Volkswagenstiftung bahnbrechende und riskante Forschungsideen, die auf große wissenschaftliche Durchbrüche abzielen – auch mit der Option, das gesetzte Ziel zu verfehlen.</p><p>Der Projekttitel „Phylomilia“ leitet sich vom Fachbegriff „Phylogenie“ für einen evolutionären Stammbaum und dem griechischen Wort für Rede, „Omilia“, ab. Normalerweise ist die vergleichende Linguistik auf schriftliche Daten angewiesen, die von Hand transkribiert und kommentiert werden. Gerhard Jäger will diesen Schritt mit seinem Projekt umgehen und <span lang="en" dir="ltr">Deep-Learning</span>-Techniken einsetzen, um akustische Sprachdaten direkt zu analysieren. Dazu wird er mit seinem Team KI-gestützte Technologien entwickeln, die gesprochene Sprache erkennen und in ein Format umwandeln können, das sich maschinell auswerten lässt. Eine statistische Analyse soll es dann ermöglichen, die die Abstammung von Sprachen zurückzuverfolgen und frühere Sprachstufen zu rekonstruieren. Die Konzentration auf gesprochene Sprache bietet den Vorteil, dass sie auch Nuancen und Details erfasst, die in der schriftlichen Aufzeichnung verloren gehen. Langfristiges Ziel des Phylomilia-Projektes ist die Entwicklung eines automatisierten Systems, das in der Lage ist, Merkmale gesprochener Sprache zu identifizieren und zu interpretieren, die über lange Zeiträume hinweg konsistent bleiben. Damit kann das Projekt neues Licht auf die Entwicklung und Interaktion von Sprachen werfen.</p><h3>Weitere Informationen</h3><ul class="ut-list ut-list--link-list"><li><a href="/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/seminar-fuer-sprachwissenschaft/arbeitsbereiche/allg-sprachwissenschaft/mitarbeitende/prof-dr-gerhard-jaeger/" class="internal-link">Webseite von Gerhard Jäger</a></li><li><a href="https://www.volkswagenstiftung.de/de/foerderung/foerderangebot/pioniervorhaben-explorationen-des-unbekannten-unbekannten" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Förderprogramm der Volkswagenstiftung</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-108771</guid><pubDate>Mon, 08 Jul 2024 09:30:29 +0200</pubDate><title>„Wichtiger Beitrag zur Lösung aktueller Probleme“</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/wichtiger-beitrag-zur-loesung-aktueller-probleme/</link><description>Technologietransferpreis für Team des Interfakultären Instituts für Mikrobiologie und Infektionsmedizin</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professorin Dr. Evi Stegmann, Professor Dr. Wolfgang Wohlleben und die Postdoktorandin Dr. Naybel Hernández Pérez, alle vom&nbsp;Interfakultären Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin der Universität Tübingen, sind mit dem „Preis für exzellenten Technologietransfer Neckar-Alb“ der Industrie- und Handelskammer (IHK) Reutlingen ausgezeichnet worden. Mit dem Preis würdigt die IHK Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die gemeinsam mit Unternehmen praxisnahe Anwendungen entwickelt und umgesetzt haben. Das Tübinger Team entwickelte eine umweltfreundliche Alternative zu dem bislang kaum biologisch abbaubaren Stoff EDTA, der unter anderem in Wasch- und Düngemitteln verwendet wird. Neben den Forschenden aus Tübingen haben drei weitere Teams der Hochschulen Albstadt-Sigmaringen und Reutlingen eine Auszeichnung mit dem Technologietransferpreis erhalten.</p><p>Der chemische Stoff EDTA wird großtechnisch in der Industrie, Landwirtschaft und Wasseraufbereitung eingesetzt und gelangt vor allem über Abwasser auch in die Umwelt. Die Verbindung [S,S]-EDDS, die von einem Bodenbakterium produziert wird, kann Metalle genauso effektiv binden wie EDTA und ist biologisch abbaubar. Eine in Tübingen entwickelte Bakterienmutante ermöglicht nun die Produktion von [S,S]-EDDS, ohne durch Störfaktoren abzusterben. Wenn die Produktion von EDDS auf diesem Weg im industriellen Maßstab möglich ist, können durch den Ersatz von EDTA umweltfreundlichere Produkte hergestellt werden. Kooperationspartner der Forschenden war das Tübinger Chemie-Unternehmen CHT.</p><p>„Betriebe leben von Innovationen und machen sich deshalb auch Ergebnisse aus der Forschung zunutze“, sagte Lucia Schmid, Mitglied der IHK-Vollversammlung, bei der Preisverleihung. „Mit ihren Projekten aus den Bereichen Medizin, Chemie, Energie und Prozessautomatisierung leisten die Forscherinnen und Forscher einen wichtigen Beitrag zur Lösung aktueller Probleme“, würdigte Schmid die Leistungen der Projektteams.</p><p>Der Preis „Exzellenter Technologietransfer Neckar-Alb“ wird seit 2014 vom Institut für Wissensmanagement und Wissenstransfer der IHK Reutlingen an Forschende der Hochschulen in der Neckar-Alb-Region vergeben. Die Preisträger werden von einer Jury aus Wirtschaft und Wissenschaft ermittelt.</p><p class="align-right"><em>Hochschulkommunikation nach einer Pressemitteilung der IHK Reutlingen</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-108450</guid><pubDate>Thu, 27 Jun 2024 10:33:43 +0200</pubDate><title>Was haben Barocklieder mit unserer heutigen Kultur zu tun?</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/was-haben-barocklieder-mit-unserer-heutigen-kultur-zu-tun/</link><description>Interview mit PD Dr. Astrid Dröse, Deutsches Seminar der Universität Tübingen, Stipendiatin der Daimler und Benz Stiftung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das 17. Jahrhundert war eine Epoche des Liedes. Auf bürgerlichen Festen, in der höfischen Kultur, im religiösen und studentischen Leben – überall wurde gesungen. Das Barocklied prägte die Alltagswelt der Menschen sämtlicher Schichten. Doch was bedeutet das für unser Leben heute? „Das deutsche Barocklied im europäischen Kontext“ lautet das Forschungsgebiet der Literaturwissenschaftlerin PD Dr. Astrid Dröse vom Deutschen Seminar der Universität Tübingen. Ihr Projekt wird im Rahmen des Stipendienprogramms für Postdoktoranden und Juniorprofessoren der Daimler und Benz Stiftung seit 2022 mit einer Summe von 40.000 Euro gefördert.</p><p><em>Stiftung</em>: Frau Dr. Dröse, wie sind Sie auf die Idee gekommen, das deutsche Barocklied zu erforschen? Das ist ja ein nicht ganz naheliegendes Thema.</p><p><em>Dröse:</em> Neben der Literatur habe ich mich schon immer für Musikinteressiert, viele Jahre lang habe ich auch Saxophon in einer Big Band gespielt. Ich wollte ganz konkret die Vorgeschichte unserer modernen Kultur erforschen: Wie haben Menschen anderer Epochen ihre Feste gefeiert, wie haben sie musiziert und welche Lieder haben sie gesungen?</p><p><em>Stiftung:</em> Wie sind Sie dann im 17. Jahrhundert gelandet?</p><p><em>Dröse:</em> Es gibt noch viele unerforschte Quellen zur Kulturgeschichte des Alltags in der Frühen Neuzeit. Wir wissen mittlerweile aber, dass das 17. Jahrhundert eine sehr liederfreudige Epoche war – es ist eine besonders spannende Phase. Ich konnte die Gesangskultur dieser Zeit rekonstruieren und zeigen, dass die Menschen damals sogar Texte, die ohne Musik abgedruckt sind, tatsächlich gesungen haben. Sie brauchten keine Noten, weil sie die Melodien zu Liedern im Kopf hatten, die in ganz Europa verbreitet waren.</p><p><em>Stiftung</em>: Warum gab es in der Barockzeit so einen Liederboom?</p><p><em>Dröse:</em> Das geht vor allem auf den sogenannten Vater der deutschen Dichtung zurück: Martin Opitz (1597–1639). In seinem rund 40-seitigen „Buch von der Deutschen Poeterey“ aus dem Jahr 1624 hat er den Wert der Poesie dargelegt und das Deutsche als eine für die Dichtkunst geeignete Sprache identifiziert. Er stellte metrische und sprachliche Regeln für das Deutsche auf und illustrierte diese mit Beispielen. Sein Ziel war es, das Niveau der deutschen Sprache zu steigern – in der Literatur überhaupt und auch in Liedtexten. Natürlich gab es auch vor Opitz eine lebendige Liedkultur, aber durch seine Reform wurden die Texte einfach noch besser.</p><p><em>Stiftung:</em> Um welche Lieder ging es damals?</p><p><em>Dröse:</em> Was die Vokalmusik betrifft, war Italien in der ganzen Frühen Neuzeit prägend. Hier wurde ja auch die Oper entwickelt. Daneben spielte Frankreich, das damals die Hochkultur von Versailles erlebte, eine wichtige Rolle. Das betuchte Bürgertum im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation war neben den Waren aus dem europäischen Ausland auch an dessen Kunst- und Musikschätzen interessiert. Opitz und seine Mitstreiter sorgten quasi für den Kulturtransfer ins Deutsche.&nbsp;<br> Stiftung: Wie muss man sich das vorstellen?</p><p><em>Dröse:</em> Opitz hat unter anderem Opernlibretti und Liedtexte mit viel Sorgfalt ins Deutsche übersetzt; auch mit dem berühmten Komponisten Heinrich Schütz (1585–1672) hat er eng zusammengearbeitet. Opitz’ Ideen und Arbeiten wurden in kurzer Zeit ein Riesenerfolg, sodass andere seinem Beispiel folgten. Der Weg zur Klassik bis hin zu Goethe und Schiller wäre ohne ihn nicht denkbar. Anders gesagt: Die neue deutsche Literatur beginnt mit Opitz.</p><p><em>Stiftung:</em> Wer trug damals zu seinem Erfolg bei?</p><p><em>Dröse:</em> Die deutschen Dichter feierten Opitz in Anlehnung an Martin Luther über ein Jahrhundert lang als den „Reformator der Dichtung“ – insbesondere im protestantischen Raum. Diese Reform hat sich sofort auf die Liedkultur ausgewirkt. Mittlerweile habe ich rund 80 Bücher ausgewertet, die nach seiner Zeit entstanden sind. Sie beginnen meist mit großer Verehrung und Lobgesängen auf den „Vater der deutschen Literatur“.</p><p><em>Stiftung:</em> Hatte Opitz nun größeren Einfluss auf die Sprache oder die Musik?</p><p><em>Dröse:</em> Auf beides, denn das hing zusammen. Die modernen Komponisten seiner Zeit waren auf der Suche nach deutschen Texten hoher Qualität. Sie stürzten sich regelrecht auf die neuen Dichtungen. Die Liederbücher, beispielsweise die „Arien“ des Königsberger Musikers Heinrich Albert (1604–1651), trugen so wesentlich zur Verbreitung der Reform bei. Opitz war andersherum ein sehr musikalischer Dichter, der mit Melodien im Ohr dichtete. Zugleich war er ein geistreicher Wortschöpfer und motivierte auch seine Zeitgenossen dazu, kreativ mit der deutschen Sprache umzugehen. Es kam ihm auf den Wert der Muttersprache an und damit auch auf die Reinigung von überflüssigen Fremdwörtern. Die Begriffe „Anschrift“ für Adresse oder „Leidenschaft“ für Passion, die der Barockdichter Philipp von Zesen (1619-1689) in der Folge vorschlug, verwenden wir noch heute. Ausdrücke wie „Gesichtserker“ für die Nase oder „Zeugemutter“ für Natur haben sich dagegen nicht durchgesetzt.</p><p><em>Stiftung:</em> Werfen wir einen Blick auf heute. Weshalb lohnt die Beschäftigung mit dem Barock?</p><p><em>Dröse:</em> Meine Forschung bietet die Chance, in eine andere Welt einzutauchen und historisch zu erkunden, was unser heutiges kulturelles Leben prägt. In den damaligen Liedern spiegeln sich Haltungen zu Geschlechterverhältnissen, Esoterik und Magie, Krieg und Frieden, Liebe und Tod. Manches ist uns vertraut, aber vieles ist uns auch völlig fremd. Dazu kommt, dass wir heute in einer Zeit leben, in der Musik vor allem passiv konsumiert wird; manche Schulen wollen den Musikunterricht sogar weiter reduzieren. Dabei wissen wir aus neurologischen Studien, dass Singen auf Kinder und Demenzkranke heilsam wirken kann: Es schafft soziale Interaktion und aktiviert die Spracherinnerung über das emotionale Gedächtnis. Bis weit ins 19. Jahrhundert hat Singen über Generationen hinweg Gemeinschaft gestiftet sowie der Meditation, dem Erinnern, der Unterhaltung und der Geselligkeit gedient. Ein Wiederentdecken lohnt sich!</p><p><em>Stiftung:</em> Ihr Forschungsgebiet selbst bewegt sich ja zwischen Musik-, Literaturwissenschaft und Geschichte. Wollen Sie es noch weiter öffnen?</p><p><em>Dröse:</em> Gerne möchte ich es künftig auch mit Erziehungswissenschaften, Neurologie und Psychologie verbinden. Das Stipendium hat meine Arbeit gerade im interdisziplinären Sinn bereits stark vorangebracht. Ich konnte nicht nur historische Archive und Bibliotheken aufsuchen, sondern bereits erste Workshops mit Wissenschaftlern anderer Fachrichtungen abhalten und sie für meine Forschung interessieren – zum Beispiel auf einer Veranstaltung über die Liedkultur im Ostseeraum.&nbsp;</p><p><em>Stiftung:</em> Im historischen Pfleghofsaal in Tübingen haben Sie kürzlich das Konzert „Klingender Opitz – Musik einer Wendezeit“ veranstaltet und dabei das 400. Jubiläum des „Buchs von der deutschen Poeterey“ gewürdigt.</p><p><em>Dröse: </em>So eine Chance hat man ganz selten. Dank der Fördergelder der Stiftung bot sich die einzigartige Gelegenheit, den Sound des Barocks zum Leben zu erwecken, sodass man ein klangliches Bild jener Zeit erhält. Durch das Konzert konnten wir verborgene Schätze der deutschen Barockliedkunst heben.</p><p><em>Stiftung:</em> Sie verbinden Epochen, Genres, Wissenschaften, Menschen...</p><p><em>Dröse:</em> Und das möchte ich auch weiterhin tun! In der Forschung gilt das 18. Jahrhundert als eine Zeit ohne Lieder – ein Urteil, das wahrscheinlich zu revidieren ist. Denn auch Goethes Lyrik ist als Folge der Frühen Neuzeit wohl stärker von Musik beeinflusst, als man gemeinhin denkt.</p><p class="align-right"><em>Presseinformation der Daimler-und-Benz-Stiftung</em></p><p><strong>Weitere Informationen:</strong></p><p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=iTaMgz54D2k" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Musikbeispiele&nbsp;</a></p><p><a href="https://uni-tuebingen.de/de/33608" target="_blank" class="external-link">Webauftritt von Astrid Dröse</a>&nbsp;</p><p><a href="https://www.daimler-benz-stiftung.de/cms/de/foerdern/stipendienprogramm/stipendienprogramm.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Stipendienprogramm der Daimler-und-Benz-Stiftung</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-108216</guid><pubDate>Fri, 21 Jun 2024 13:29:03 +0200</pubDate><title>Von der Uni auf den Arbeitsmarkt: Starthilfe für internationale Akademiker</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/von-der-uni-auf-den-arbeitsmarkt-starthilfe-fuer-internationale-akademiker/</link><description>Universität Tübingen beteiligt an Programm des DAAD zur Berufsorientierung von internationalen Fachkräften – Förderphase von 2024 bis 2028</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen startet diesen Juni ein Förderprogramm, um internationalen Studierenden und Absolventen den Schritt auf den deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern. „Come to stay“ - zu Deutsch: „Gekommen, um zu bleiben“ - wird vom DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) mit einer Million Euro unterstützt und bietet zahlreiche Qualifizierungsangebote für einen leichteren Berufsstart in Deutschland. Das Programm läuft vorerst bis Ende 2028.</p><p>„Die Universität Tübingen will internationale Talente gewinnen und fördern und mit dem Programm einen Beitrag zur Verringerung des Fachkräftemangels in Deutschland leisten“, sagte die Prorektorin für Studium und Lehre, Professorin Karin Amos, anlässlich des Starts des Programms.&nbsp;</p><p>„Come to stay“ nimmt die ganze Lebensphase von internationalen Studierenden in den Blick: Von der Vorbereitung auf das Studium, über das Studium selbst bis zur Orientierung auf dem Arbeitsmarkt. Dazu gehört ein auf zwei Semester angelegtes Programm zur Studienvorbereitung mit Onboarding, Deutsch-Intensivkurs und integrationsfördernden Angeboten. In weiteren Bausteinen lernen die Studierenden rechtzeitig vor ihrem Abschluss, wie ein Bewerbungsschreiben an hiesige Unternehmen aussehen sollte, welche Branchen besonders dringend Fachkräfte suchen, welche kulturellen Gepflogenheiten in Deutschland zu beachten sind. Online-Talks vermitteln einen direkten Kontakt zwischen Studierenden und Unternehmen.&nbsp;</p><p>„Das Programm hält Talente in Deutschland und nutzt die Potenziale internationaler Studierender für die Bewältigung der Zukunftsaufgaben in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft“, sagte Tina Stengele, Abteilungsleiterin Überfachliche Bildung und berufliche Orientierung an der Universität Tübingen. “Dabei ist eine gute Betreuung und Begleitung der Studierenden unerlässlich,“ ergänzt Daniela Schmeiser vom International Office. „Das Programm gibt uns dafür neue Möglichkeiten.“ &nbsp;</p><p>Derzeit sind rund 4.300 internationale Studierende an der Universität Tübingen eingeschrieben. Deutschland steht nach den USA und dem Vereinigten Königreich an dritter Stelle der beliebtesten Zielländer internationaler Studierender. Neben der Universität Tübingen werden noch 89 weitere Projekte an Hochschulen in Deutschland vom DAAD gefördert. Die Gelder stammen vom Bundesbildungsministerium (BMBF).</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Studium</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-107544</guid><pubDate>Wed, 29 May 2024 13:48:35 +0200</pubDate><title>Momentum-Förderung für Linguist Michael Franke</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/momentum-foerderung-fuer-linguist-michael-franke/</link><description>Forschungsprojekt zu Risiken und Chancen von KI-gestützten Sprachmodellen bewilligt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professor Dr. Michael Franke vom Seminar für Sprachwissenschaft der Universität Tübingen erhält eine Momentum-Förderung der Volkswagenstiftung für ein Forschungsprojekt zu KI-gestützten Sprachmodellen. Franke will darin Risiken und Chancen dieser Modelle eruieren und dazu geisteswissenschaftliche Erkenntnisse mit Forschung aus Kognitionswissenschaft und künstlicher Intelligenz verbinden. Für das Projekt mit dem Titel „Understanding of, and Explanations with, Large Language Models“ erhält der Wissenschaftler eine Förderung in Höhe von rund 920.000 Euro über vier Jahre. Die „Momentum-Förderung für Erstberufene“ der Volkswagenstiftung soll Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit geben, ihre Professur strategisch und inhaltlich weiterzuentwickeln.</p><p>Sprachmodelle wie ChatGPT, sogenannte Large Language Models (LLMs), werden rasant weiterentwickelt. Eine abwägende wissenschaftliche Analyse der Auswirkungen dieser Technologien ist dabei kaum möglich, zumal LLMs so komplex sind, dass sich ihre internen Mechanismen und der Output, den sie produzieren, nur unzureichend nachvollziehen lassen. Michael Franke will mit einem interdisziplinären Ansatz dazu beitragen, die Folgen von Anwendungen mit LLMs für die Gesellschaft transparenter zu machen.</p><p>Dazu soll das Profil seiner Professur mit dem bestehenden Schwerpunkt auf Linguistik und Kognitionswissenschaft durch technische und praktische Kompetenz im Bereich des maschinellen Lernens ergänzt werden. Ziel seiner Arbeit ist unter anderem, Studierenden wie auch der Öffentlichkeit Kenntnisse über moderne Sprachtechnologien zu vermitteln und sie so in die Lage zu versetzen, sich eine fundierte Meinung zu Möglichkeiten und Gefahren im Einsatz von LLMs zu bilden.</p><p><strong>Weitere Informationen:</strong></p><p><a href="https://michael-franke.github.io/heimseite/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Webseite von Professor Michael Franke&nbsp;</a></p><p><a href="https://portal.volkswagenstiftung.de/search/projectDetails.do?ref=9D314" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Abstract der Forschungsprojekts&nbsp;</a></p><p><a href="https://www.volkswagenstiftung.de/de/foerderung/foerderangebot/momentum-foerderung-fuer-erstberufene" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Momentum-Förderung der Volkswagenstiftung</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-107007</guid><pubDate>Thu, 16 May 2024 10:26:26 +0200</pubDate><title>Tumorgewebe auf dem Chip: Neue Möglichkeiten für Zelltherapien und die personalisierte Medizin</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tumorgewebe-auf-dem-chip-neue-moeglichkeiten-fuer-zelltherapien-und-die-personalisierte-medizin/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Wie reagieren Tumore auf einen bestimmten Therapieansatz? Dies bereits vor Beginn der Therapie zu wissen, hätte einen enormen Wert für Menschen, die an Krebs erkrankt sind, ebenso wie für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte. Für die vielversprechende CAR-T-Zelltherapie haben Forschende des NMI Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Instituts in Reutlingen sowie der Universitätskliniken Tübingen und Würzburg genau diese Beobachtung nun möglich gemacht – in Echtzeit und an Geweben der erkrankten Personen. „Damit können wir individuell untersuchen, wie genau diese Tumorzellen auf die geplante Therapie reagieren, mit welchen Nebenwirkungen möglicherweise gerechnet werden muss und wie diese direkt verringert werden können“, beschreibt Peter Loskill, Professor for Organ-on-Chip Research an der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen und Gruppenleiter am NMI. Die Forschenden haben ihre Entwicklung nun im renommierten Journal Cell Stem Cell veröffentlicht.</p><h3>Erfolgskontrolle individuell und in Echtzeit</h3><p>Diese Beobachtung gelang über die sogenannte Tumor-on-Chip-Technologie; ein auf menschlichen Zellen basierendes komplexes In-vitro-System eines Brustkrebstumors, in dem Tumorgewebe außerhalb des Körpers gezüchtet wurde. Die Forschenden bildeten dabei nicht nur die komplexe 3D-Mikroumgebung eines Tumors nach, sondern ermöglichten auch die blutgefäßähnliche Perfusion, also die Durchströmung des Chips mit einem künstlichen Blutersatz. Über diesen Blutersatz wurden den Tumorzellen auch die CAR-T-Zellen zugeführt und ihre Wirkung direkt beobachtet.</p><h3>Wie funktioniert die CAR-T-Zelltherapie?</h3><p>Ausgerechnet Krebsgewebe haben sehr oft die Fähigkeit, das menschliche Immunsystem zu täuschen – genau dies macht sie so gefährlich. Im menschlichen Körper sind die sogenannten T-Zellen, eine spezielle Art der weißen Blutkörperchen, dafür zuständig, körperfremde Strukturen zu erkennen und zu zerstören. Viele Tumore senden aber Signale aus, die diese in ihrer Aktivität und Funktion hemmen.</p><p>Für die CAR-T-Zelltherapie werden die T-Zellen aus dem Blut der erkrankten Person isoliert und anschließend im Labor („in vitro“) gentechnisch verändert. Dabei erhalten sie die Fähigkeit, die gefährlichen Krebszellen spezifisch zu erkennen und zudem zur Krebsbekämpfung für lange Zeit im Körper zu verbleiben. Die Therapie hat ein enormes Potenzial im Kampf gegen den Krebs, zugleich birgt sie aber derzeit noch Risiken.</p><h3>Risiko Zytokinsturm</h3><p>Wenn die modifizierten T-Zellen mit dem Krebsgewebe in Kontakt treten, setzen sie verschiedene Zytokine frei. Zytokine sind Botenstoffe, die die Zellen ausschütten, um zum Beispiel andere Zellen an den Ort des Geschehens zu rekrutieren. Manchmal kommt es jedoch vor, dass diese Zytokinausschüttung sehr stark auftritt. Das wird Cytokin-Release-Syndrom (CRS) oder auch „Zytokinsturm“ genannt. Dieser Prozess führt zu Entzündungen im ganzen Körper und zeigt sich unter anderem durch Symptome wie Fieber, Schüttelfrost oder Übelkeit, kann aber auch zu Organversagen und anderen lebensbedrohlichen Symptomen führen.</p><h3>Therapiewirkung wird vorhersagbar</h3><p>„Die Tumor-on-Chip-Technologie gibt uns die Möglichkeit, Zellen zu beobachten, die aus genau dem Tumor stammen, den wir bekämpfen wollen“, beschreibt Wissenschaftler Tengku-Ibrahim Maulana von der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen. „Das heißt, wir können sehen, wie der Tumor der Patientin auf die CAR-T-Zelltherapie reagiert und zusätzlich, wie Medikamente im Fall eines Zytokinsturmes wirken.“</p><h3>Neue Chancen durch komplexe humane Modellsysteme</h3><p>Die Organ-on-Chip-Technologie, wie das hier entwickelte Tumor-on-Chip-Modell, ermöglicht es, komplexe humanbiologische Prozesse außerhalb des menschlichen Körpers nachzubilden und dabei sogar Patient:innen-spezifische Unterschiede zu erfassen. Speziell für neuartige Therapieansätze, wie Zell-, Antikörper- und Gentherapien, eröffnen sich so vollkommen neuartige Möglichkeiten, die es in Zukunft ermöglichen werden, bereits vor klinischen Studien human-relevante, Patient:innen-spezifische Aussagen treffen zu können. Den erkrankten Personen könnte sich hier also eine neue Perspektive bieten. Allerdings: Weitere Forschung ist notwendig.</p><p class="align-right"><em>Pressemitteilung des NMI Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Instituts an der Universität Tübingen</em></p><p><strong>Link zum Paper</strong>: <a href="https://doi.org/10.1016/j.stem.2024.04.018" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.stem.2024.04.018</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-106754</guid><pubDate>Wed, 08 May 2024 11:52:49 +0200</pubDate><title>Deutsch-brasilianisches Symposium in Tübingen verbindet Forschende im Dienste der Nachhaltigkeit</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/deutsch-brasilianisches-symposium-in-tuebingen-verbindet-forschende-im-dienste-der-nachhaltigkeit/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Begriff ‚Nachhaltigkeit´ gehört schon seit langem zu unserem Alltag. Heutzutage sind das Nachdenken und die Diskussionen über dieses Thema notwendiger und grundlegender denn je für die gesellschaftliche, technologische und wissenschaftliche Entwicklung. Vor diesem Hintergrund fand das Deutsch-Brasilianische Symposium zur nachhaltigen Entwicklung, das alle zwei Jahre abwechselnd in Brasilien und Deutschland stattfindet, vom 20. bis 23. März 2024 zum 11. Mal statt, diesmal an der Universität Tübingen, Deutschland. Im Mittelpunkt der Veranstaltung, bei der es um wesentliche Fragestellungen und die aktuelle Forschung rund um das Thema "<span lang="en" dir="ltr">Towards a Resilient and Safe Future</span>" ging, standen Diskussionen über Resilienz, Wertschöpfung, Nahrungssicherheit und angemessenen Zugang zu Wasser.</p><p>Das Baden-Württembergische Brasilien- und Lateinamerika-Zentrum an der Universität Tübingen war zusammen mit der Universität Hohenheim und der Universität Leuphana (Lüneburg) für die Organisation der Veranstaltung verantwortlich. Mit rund 120 Teilnehmern, von denen mehr als die Hälfte Brasilianer waren (63), erfüllte die Veranstaltung ihr Ziel als wichtige Plattform für den inter- und transdisziplinären Austausch, die Forscher aus beiden Ländern mit unterschiedlichem wissenschaftlichem Hintergrund und aus verschiedenen Bereichen zusammenbrachte.</p><p>Die Wissenschaftsstiftung des Staates São Paulo (Fapesp) und die Bundesagentur für die Qualifizierung von Hochschulpersonal (Capes) beide Finanzierungspartner des Symposiums, spielten eine Schlüsselrolle bei der Förderung der Teilnahme von fast 20 brasilianischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die die Möglichkeit hatten, Erfahrungen und Know-how auszutauschen, ihre Forschung zu präsentieren und sich mit anderen Forschenden zu vernetzen. „Es gibt wenige Gelegenheiten, bei denen ich eine multidisziplinäre Diskussion mit Akteuren aus verschiedenen Universitäten und Ländern erleben konnte. Das 11. deutsch-brasilianische Symposium war eine einzigartige Erfahrung, die mir einen breiteren Blick auf aktuelle Probleme ermöglichte, deren mögliche Lösungen sich aus einer multidisziplinären Diskussion ergeben, wie zum Beispiel die Ernährungssicherheit. Die Teilnehmenden wurden herzlich von einer charmanten Stadt und einer lebendigen Universität aufgenommen", sagte Prof. Dr. Niels Câmara (Universität São Paulo/Fapesp).</p><p>Bei der Eröffnung sprachen Prof. Dr. Peter Grathwohl (Prorektor für Forschung und Innovation der Universität, Prof. Dr. Rui Opperman (Direktor für Internationale Beziehungen, Capes), und Prof. Dr. Marco Antônio Zago (Präsident der Fapesp). Im Mittelpunkt der Reden stand die langjährige Partnerschaft zwischen Brasilien und Deutschland, insbesondere zwischen Capes und Fapesp und der Universität Tübingen, die zu Fortschritten in Wissenschaft und Forschung sowie zur Förderung wichtiger Projekte und Partnerschaften geführt hat.</p><p>Vier Hauptthemen bestimmten den Verlauf der Tagung: “<span lang="en" dir="ltr">Resilience and Adaptation for Sustainable Agri-Food Systems</span>”, “<span lang="en" dir="ltr">Strengthening Resilience by Drug Development and Innovative Medical Treatments</span>”, “<span lang="en" dir="ltr">Green Innovation and Circular Economy for Life and Food</span>”, “<span lang="en" dir="ltr">Human Resilience and Climate Justice</span>”. In ihrem Kontext und mit dieser inhaltlichen Ausrichtung bot die Veranstaltung durch Plenar- und Sektionsvorträge viele Informationen und einen anregenden Wissensaustausch. In den Diskussionsrunden herrschte eine aktive und partizipative Atmosphäre, die eine Verbindung zwischen den Themen ermöglichte.</p><p>Evelyn Araripe (Wissenschaftlerin und Projektmanagerin, UFSCar/Leuphana) hob als Moderatorin der zentralen Diskussionsrunde „<span lang="en" dir="ltr">Towards a Resilient and Secure Future</span>” die Relevanz der Veranstaltung hervor: „Was ich an diesen internationalen Treffen wirklich schätze, geht über den Austausch von Expertenwissen hinaus. Es ist die Gelegenheit, mit einer multidisziplinären Gruppe engagierter Menschen zusammenzukommen, die bereit sind, die heutigen Klima- und Nachhaltigkeitsherausforderungen anzugehen und neue Wege vorzuschlagen, um die Zukunft durch Wissenschaft, Kultur, Technologie und soziale Interaktionen zu gestalten.“</p><p>Eine positive Überraschung in Bezug auf die Anzahl und die Qualität der Forschungsarbeiten bot die „<span lang="en" dir="ltr">Poster Session</span>“, in der Nachwuchswissenschaftlerinnen&nbsp; und -wissenschaftler vielfältige und interessante Projekte präsentierten. Darüber hinaus bot sich den Teilnehmenden in diesem Rahmen besonders die Möglichkeit, sich auszutauschen, sich einzubringen und neue Kontakte zu knüpfen. Lara Oberdá, Master-Studierende&nbsp; im Studiengang ‚<span lang="en" dir="ltr">Sustainable Development‘</span> an der Universität Brasilia (UnB) und Teilnehmerin an der Poster Session, erklärte im Anschluss ihre Motivation: „Es war eine bereichernde Erfahrung, da ich andere Beiträge kennenlernen, mit einem vielfältigen Netzwerk von Forschern in Kontakt treten und auf die Bedeutung unseres <em>Cerrado </em>für verschiedene Umweltthemen aufmerksam machen konnte, sogar für der Erhaltung des amazonischen Regenwaldes, die bei Veranstaltungen dieser Art immer so heiß diskutiert wird.“</p><p>Während des Symposiums wurde auch der Veranstaltungsort für das nächste Symposium der Reihe bekannt gegeben. Im Jahr 2026 wird die Veranstaltung in Brasilien, in Belém, Pará, stattfinden wo sie von der Bundesuniversität Pará (<a href="https://ufpa.br/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">UFPA</a>) ausgerichtet werden wird.</p><p class="align-right"><em>Ana Calegari, Baden-Württembergisches Brasilien- und Lateinamerikazentrum</em></p><p>Eine portugiesische Fassung dieses Beitrags lässt sich auf der <a href="https://uni-tuebingen.de/forschung/zentren-und-institute/brasilien-und-lateinamerika-zentrum/aktuelles/newsfullview-aktuelles/article/simposio-brasil-alemanha-em-tuebingen-conecta-pesquisadores-em-prol-da-sustentabilidade/ " target="_blank" class="external-link">Seite des Brasilienzentrums</a>&nbsp;nachlesen.</p><h2>Weitere Informationen:</h2><p><a href="/forschung/zentren-und-institute/brasilien-und-lateinamerika-zentrum/german-brazilian-symposium-2026/german-brazilian-symposium-2024/" class="internal-link">Webseite des 11. Deutsch-brasilianischen Symposiums zur nachhaltigen Entwicklung&nbsp;</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Termine</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-106500</guid><pubDate>Thu, 02 May 2024 15:45:45 +0200</pubDate><title>Direkt in der Nase: Antimikrobielles Peptid bekämpft pathogene Bakterien </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/direkt-in-der-nase-antimikrobielles-peptid-bekaempft-pathogene-bakterien/</link><description>Forschungsteam mit Beteiligung der Universität Tübingen entschlüsselt molekulare Funktionsweise.</description><content:encoded><![CDATA[<p>(pug) Als Menschen begleiten uns in Form des Mikrobioms ständig Milliarden von Mikroorganismen, die auf unserer Haut oder in Atemwegen leben. Die Beziehungen zwischen diesen Mikroorganismen sind eine reiche Quelle bisher unbekannter, für den Menschen vorteilhafter Stoffwechselprodukte. Eines dieser Produkte ist Lugdunin, ein cyclisches Peptid, das 2016 in einem Bakterium der menschlichen Nase entdeckt wurde und in Studien der Universität Tübingen eine vielversprechende Wirkung gegen antibiotikaresistente <em>Staphylococcus</em>-Erreger und für die normale Funktion des Immunsystems gezeigt hat. Forschende der Universitäten Tübingen, Erlangen-Nürnberg und Göttingen haben nun erstmals die Funktionsweise des Moleküls entschlüsselt: Durch Wechselwirkungen zwischen Lugdunin-Molekülen bildet es in Zellmembranen nanometergroße Kanäle, die Ionen transportieren können, und zum Absterben einer bakteriellen Zelle führt. Die neuen Erkenntnisse legen die Grundlage für ein Verständnis für die Wirkungsweise von Lugdunin im menschlichen Mikrobiom und wurden in der Fachzeitschrift <em>Nature Communications</em> veröffentlicht.</p><p>Die genaue Wirkungsweise von kleinen Molekülen in Zellmembranen zu erforschen, ist sehr schwierig, da Membranen von Lebewesen hochkomplexe Systeme aus Millionen miteinander verbundener Bestandteile sind. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verwendeten daher vereinfachte Modelle dieser Membranen. „Solche Modellmembranen bestehen nur aus den einfachsten Bauteilen, den sogenannten Lipiden, und ermöglichen so eine gezielte Untersuchung der Interaktion von Lugdunin mit Zellmembranen ohne andere störende Faktoren“, erklärt Erstautor Dr. Dominik Ruppelt. Um das Lugdunin in ausreichend großen Mengen zu erhalten, stellten die Forschenden es mittels chemischer Synthese her und führten dabei einige Veränderungen in die Struktur des Moleküls ein. Mit diesem Ansatz konnten sie herausfinden, dass sich einzelne Lugdunin-Moleküle in einer Membran zusammenschließen und aufeinanderstapeln. Dadurch entsteht eine hohle, röhrenförmige Struktur mit einem Durchmesser von weniger als einem Nanometer. Diese durchspannt die Membran und ermöglicht den Transport von Ionen. „Mit einer speziellen Technik konnten wir den winzigen Ionenstrom über die Membran messen und damit belegen, dass Lugdunin auf diese Weise bakterielle Zellen bekämpft“, so Ruppelt.</p><p>Neben experimentellen Methoden verwendeten die Forschenden auch Computersimulationen, um ihre Ergebnisse zu untermauern. Indem sie das Verhalten und die Interaktion von Molekülen anhand von Berechnungen simulierten, erhielten sie computergenerierte Bilder und Videos, die genau zeigen, wie sich solch eine stabile Lugdunin-Nanoröhre bildet und wie sie andere Moleküle über Membranen transportiert.</p><p>Das Verständnis der Wirkungsweise von Lugdunin ist in der Diskussion um die Wechselwirkungen innerhalb des Mikrobioms in gesunden Menschen von großem Interesse. „Der von uns vorgeschlagene Mechanismus der Bildung von Nanoröhren wurde bisher für kein anderes natürlich vorkommendes cyclisches Peptid beschrieben“, sagt Prof. Dr. Claudia Steinem vom Institut für Organische und Biomolekulare Chemie. „Unsere Ergebnisse bergen daher großes Potenzial für die Entwicklung weiterer, das Mikrobiom regulierender Substanzen, und insbesondere für die weitere Erforschung von Lugdunins Rolle im menschlichen Körper.“</p><p><strong>Originalveröffentlichung:</strong> Dominik Ruppelt et al. The antimicrobial fibupeptide lugdunin forms water-filled channel structures in lipid membranes. Nature Communications 2024. Doi: 10.1038/s41467-024-47803-6.&nbsp;</p><p class="align-right"><em>(Nach einer Pressemeldung der Universität Göttingen)</em></p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-106143</guid><pubDate>Mon, 29 Apr 2024 15:50:00 +0200</pubDate><title>Tübinger Theologien weltweit auf Platz 5 bei QS World University Ranking by Subject 2024</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebinger-theologien-weltweit-auf-platz-5-bei-qs-world-university-ranking-by-subject-2024/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<h3>Tübinger Archäologie belegt 12. Platz im internationalen Vergleich</h3><p>Im aktuellen QS World University Ranking by Subject 2024 belegt die Universität Tübingen in der Kategorie „Theologie und Religionswissenschaft“ (Theology, Divinity &amp; Religious Studies) weltweit den fünften Platz. In diesem Fachbereich ist die Universität Tübingen damit die beste im deutschsprachigen Raum überhaupt und platziert sich zugleich als einzige deutsche Hochschule international in den Top 10. „Diese Platzierung ist ein großer Erfolg für die Evangelisch-Theologische Fakultät, die Katholisch-Theologische Fakultät und das Zentrum für Islamische Theologie der Universität“, sagt Rektorin Prof. Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann. „Sie zeigt erneut, dass am Tübinger ‚Campus der Theologien‘ weltweit angesehene Spitzenforschung betrieben wird.“ Die Fächergruppe konnte sich im Ranking in den vergangenen Jahren kontinuierlich steigern: von Rang 10 im Jahr 2022 und Rang 8 im Jahr 2023 bis hin auf Rang 5 in diesem Jahr.</p><p>Auch die Tübinger Archäologie belegt beim QS Ranking 2024 wie im Vorjahr einen hervorragenden 12. Platz weltweit und liegt in Deutschland auf Platz 1.</p><p>Das jährlich veröffentlichte QS-Ranking zählt zu den wichtigsten Rankings im Hochschulbereich. QS zieht für die Einstufung der Universitäten vor allem die akademische Reputation, den Impact der Publikationen und das Betreuungsverhältnis zwischen Lehrenden und Studierenden heran. Das Ranking nach Fächern für 2024 wurde am 10. April 2024 veröffentlicht.&nbsp;</p><p class="align-right">Dr. Florian Zacher, Evangelisch-Theologische Fakultät</p><p><br><strong>Weitere Informationen zu den Subject Rankings:</strong></p><ul><li><a href="https://www.topuniversities.com/subject-rankings" target="_blank" rel="noreferrer">QS World University Rankings by Subject 2024</a></li><li><a href="https://www.topuniversities.com/university-subject-rankings/theology-divinity-religious-studies" target="_blank" rel="noreferrer">Ergebnisse in der Fächergruppe „Theologie und Religionswissenschaft“</a></li><li><a href="https://www.topuniversities.com/university-subject-rankings/archaeology" target="_blank" rel="noreferrer">Ergebnisse in der Archäologie</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Dezernat_I-ZentIslam</category><category>Kath-Theol-Aktuell</category><category>ET-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-106107</guid><pubDate>Mon, 22 Apr 2024 13:37:01 +0200</pubDate><title>Landesorden für Bildungsforscherin Ulrike Cress</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/landesorden-fuer-bildungsforscherin-ulrike-cress/</link><description>Ministerpräsident Kretschmann: „Forschungsarbeit elementar für die Wissensgesellschaft“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Bildungsforscherin Dr. Ulrike Cress, Professorin im Fachbereich Psychologie der Universität Tübingen und Direktorin des Leibniz-Instituts für Wissensmedien (IWM) in Tübingen, hat den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg erhalten. Die Auszeichnung wird für herausragende Verdienste insbesondere im politischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereich verliehen. Ulrike Cress erforscht, wie digitale Medien den Wissenserwerb verändern und wie sich die Digitalisierung auf kognitive Prozesse auswirkt. Menschen fit für die immer komplexer werdende digitale Welt zu machen, sei eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe, so Cress. Ihre Arbeit dazu würdigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann in seiner Laudatio: „Ihre Forschungsarbeit ist für die Wissensgesellschaft in allen Bereichen elementar, wo gelernt und gelehrt wird und Informationen vermittelt werden.“ Professorin Cress ist eine von insgesamt 22 Persönlichkeiten, die in diesem Jahr mit dem Verdienstorden des Landes ausgezeichnet wurden. Die Zahl der Ordensträgerinnen und -träger ist auf ingesamt 1.000 lebende Personen begrenzt.</p><h3>Bildungsforschung mit Blick auf die Bildungspraxis</h3><p>Aufgabe der Forschung sei es, zu analysieren, welche Wissensprozesse durch digitale Medien optimiert werden können und welche Herausforderungen mit der Digitalität einhergehen, so Ulrike Cress. „Das darf aber keine akademische Frage bleiben“, betont die Bildungsforscherin. „Gute Forschung muss die Praxis im Blick haben und dazu beitragen, sie zu optimieren.“ Mit Erfolg: Ihre Forschungsergebnisse zur Frage, wie digitale Medien oder Künstliche Intelligenz (KI) Wissensprozesse beeinflussen, bildeten die Grundlage für ganz konkrete Anwendungen und Verbesserungen in der Praxis, hieß es in der Begründung für die Auszeichnung.</p><h3>Prägend für den Wissenschaftsstandort und die Forschungslandschaft</h3><p>Als Mitglied der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK) berät die Ulrike Cress die Bildungspolitik. Im Vorstand der Deutschen Telekom-Stiftung, im Wissenschaftlichen Beirat des Deutschen Literaturarchivs (DLA) und weiteren öffentlichen Funktionen teilt sie ihr Wissen zum Nutzen der Allgemeinheit. „Sie führt den Diskurs über relevante Zukunftsthemen, ist international vernetzt und prägt den Wissenschaftsstandort Baden-Württemberg und die Forschungslandschaft in Tübingen in herausragender Weise“, führte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am 19. April im Rahmen des Festaktes im Neuen Schloss in Stuttgart aus.</p><p>„Ich freue mich sehr über die Auszeichnung, die auch unterstreicht, welche Bedeutung die Wissenschaft für die Gestaltung unserer Gesellschaft hat“, sagt Professorin Cress. Sie dankt dem Land Baden-Württemberg, das bereits 2001 so weitsichtig war, mit dem IWM eine Forschungseinrichtung zu diesem heute so hochaktuellen Thema zu schaffen.</p><p class="align-right"><em>Nach einer Pressemitteilungen des IWM</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-106056</guid><pubDate>Fri, 19 Apr 2024 15:54:12 +0200</pubDate><title>Herausragende Dissertation: Dr. Michael Niemeyer mit Südwestmetall-Förderpreis geehrt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/herausragende-dissertation-dr-michael-niemeyer-mit-suedwestmetall-foerderpreis-geehrt/</link><description>Auszeichnung für Arbeit über &quot;Neural Science Representations for 3D Reconstruction and Generative Modelling&quot;</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Arbeitgeberverband Südwestmetall hat am Donnerstag acht junge Nachwuchswissenschaftler der baden-württembergischen Landesuniversitäten für ihre herausragenden wissenschaftlichen Arbeiten ausgezeichnet, darunter <strong>Dr. Michael Niemeyer von der Universität Tübingen</strong>.</p><p>Die prämierten Dissertationen zeichnen sich durch eine besondere Bedeutung für die industrielle Arbeitswelt und deren sozialpolitische Rahmenbedingungen aus. Die Förderpreise werden seit nunmehr 35 Jahren verliehen und sind jeweils mit 5.000 Euro dotiert.</p><p>Dr. Michael Niemeyer erhielt für seine Dissertation an der Universität Tübingen mit dem Titel "Neural Science Representations for 3D Reconstruction and Generative Modelling" den SüdwestmetallFörderpreis. &nbsp;Dr. Niemeyer erforschte in seiner Dissertation die Fragestellung, wie 3D Informationen idealerweise für maschinelles Lernen in Computer Vision Modellen repräsentiert werden können. Mit seiner Arbeit hat er neue Standards in der 3D Rekonstruktion und der generativen 3D Modellierung gesetzt. Das von ihm entwickelte Modell GIRAFFE ist ein wichtiger Schritt in Richtung realistischer und kontrollierbarer Generierung von 3D Szenen. Mit der generativen 3D Modellierung lassen sich komplexe Systeme, z. B. autonome Fahrzeuge oder Drohnen, in fotorealistischen, aber synthetischen Umgebungen testen, entwickeln und trainieren.</p><p>Nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Dissertation entschied sich Dr. Niemeyer für eine angewandte Forschungsstelle bei Google und arbeitet dort als Research Scientist.&nbsp;</p><p><strong>Südwestmetall-Förderpreise 2024 – alle Preisträger</strong></p><ul><li>Albert-Ludwigs-Universität Freiburg &nbsp;<br> 	Dr. Niklas Goby<br> 	Deep Reinforcement Learning in Operations Management Concepts and Application</li><li>Universität Hohenheim<br> 	Dr. Johannes U. Dahlke<br> 	Flooding the Landscape of Knowledge: Perspectives on Transitions to Artificial Intelligence in Industry</li><li>Karlsruher Institut für Technologie (KIT)<br> 	Dr. Ali Riza Durmaz<br> 	Experimental and Data-driven Workflows for Microstructure-based Damage Prediction</li><li>Universität Konstanz<br> 	Dr. Felix Petersen<br> 	Learning with Differentiable Algorithms</li><li>Universität Mannheim<br> 	Dr. Aline Lanzrath &nbsp;<br> 	Talent- und Diversitätsmanagement im Vertrieb: Eine empirische Untersuchung der Erfolgsfaktoren für die Gewinnung und Bindung von Vertriebstalenten</li><li>Universität Stuttgart<br> 	Dr. Kathrin Pollmann<br> 	A Human-Centered Pattern Approach to Comprehensible and Pleasant Behavioral Expressions for Social Robots 2</li><li>Universität Tübingen<br> 	Dr. Michael Niemeyer<br> 	Neural Scene Representations for 3D Reconstruction and Generative Modeling<br> 	Universität Ulm<br> 	Dr. Franziska Babel<br> 	Derivation and Evaluation of Psychological Conflict Resolution Strategies for Autonomous Service Robot&nbsp;</li></ul><p class="align-right">Pressemitteilung SÜDWESTMETALL</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-105918</guid><pubDate>Wed, 17 Apr 2024 14:45:11 +0200</pubDate><title>Großer Erfolg bei internationalem Wettbewerb in den Rechtswissenschaften</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/grosser-erfolg-bei-internationalem-wettbewerb-in-den-rechtswissenschaften/</link><description>Tübinger Jura-Studierende unter den vier besten Teams weltweit beim Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot</description><content:encoded><![CDATA[<p>Erstmals erreichte das Team der Juristischen Fakultät der Universität Tübingen beim Willem C. Vis&nbsp;<span lang="en" dir="ltr">International Commercial Arbitration Moot </span>in Wien das Halbfinale und gehört somit&nbsp;zu den vier besten der 373 teilnehmenden Universitätsteams aus aller Welt. Der&nbsp;Willem C. Vis <span lang="en" dir="ltr">International Commercial Arbitration Moot</span> ist einer der größten und&nbsp;zugleich prestigeträchtigsten Wettbewerbe für Studierende der Rechtswissenschaft&nbsp;weltweit. Neben den knapp 30 deutschen Teams nehmen Teams von allen&nbsp;Kontinenten teil. Vertreten sind bspw. die Universitäten <span lang="en" dir="ltr">Cambridge (UK)</span>, <span lang="en" dir="ltr">Delhi</span>,&nbsp;<span lang="en" dir="ltr">Sydney </span>und Zürich sowie die <span lang="en" dir="ltr">Harvard University</span>, die <span lang="en" dir="ltr">Singapore Management&nbsp;University</span>, die <span lang="en" dir="ltr">Strathmore University Nairobi</span>, die <span lang="en" dir="ltr">Pontifical Catholic University of</span> Sao&nbsp;Paolo, das <span lang="en" dir="ltr">King’s College</span> London sowie die Karls-Universität Prag. Die Aufgabe der&nbsp;Studierenden bestand darin, für ihren fiktiven Mandanten durch juristische Argumentation&nbsp;in englischer Sprache eine Klage durchzusetzen oder abzuwehren.</p><p>Thematisch beschäftigten sich die Studierenden mit den Folgen eines Cyberangriffs.&nbsp;Mithilfe von Spionagesoftware ist es Betrügern gelungen, eine Überweisung an ein&nbsp;falsches Konto zu erwirken. Die Frage, die sich stellte: Wer trägt dieses Risiko? Soll&nbsp;der Käufer nun ein zweites Mal bezahlen, oder hätte der eigentlich vorgesehene&nbsp;Überweisungsempfänger seine Systeme besser schützen müssen? Kann man das&nbsp;Risiko aufteilen?</p><p>Bei der sechsmonatigen Vorbereitung erhalten die Studierenden Unterstützung von&nbsp;ihren universitären Betreuern sowie praktizierenden Rechtsanwälten. Der im<br> Rahmen der Vorbereitung für den Ableger des Wettbewerbs in Hongkong&nbsp;angefertigte Klägerschriftsatz erhielt eine der begehrten „<span lang="en" dir="ltr">Honourable Mentions for&nbsp;Best Memorandum</span>“ und zählt damit zum besten Viertel der dort eingereichten&nbsp;Klägerschriftsätze. Überdies wurde die Tübinger Studentin Miriam Jung in Wien mit&nbsp;einer „<span lang="en" dir="ltr">Honourable Mention for Best Oralist</span>“ ausgezeichnet. So gelang dem Tübinger&nbsp;Team bei dem diesjährigen Wettbewerb, der mit den mündlichen Verhandlungen&nbsp;Ende März seinen Abschluss fand, gleich ein dreifacher Erfolg. Neben Miriam Jung&nbsp;gehörten dem Team Georg Brüggemann, Leon Koschel, Lino Santuario und Maya-Lena Schulz an. Verantwortlich für die Betreuung der&nbsp;Studierenden waren die Professoren Martin Gebauer und Stefan Huber. Deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Sophia Kubo, Felipe Hajek Gross, Adrian König und Niklas Saemann standen dem Team bei der täglichen inhaltlichen Arbeit als <span lang="en" dir="ltr">Coaches </span>zur Seite.</p><p>Nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb: Sogleich nach der Rückkehr aus Wien hat die Vorbereitung auf den neuen Durchgang im Wintersemester 2024/25 begonnen. Dafür werden die teilnehmenden Studierenden im Juli ausgewählt.</p><p class="align-right"><em>Lehrstühle Martin Gebauer/Stefan Huber</em></p><h3>Weitere Informationen</h3><ul class="ut-list ut-list--link-list"><li><a href="https://www.vismoot.org/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Webauftritt des Vis <span dir="ltr" lang="en">Moot</span></a></li><li><a href="/fakultaeten/juristische-fakultaet/studium/im-studium/moot-courts/vis-arbitration-moot/" class="internal-link">Informationen der Juristischen Fakultät zum Vis <span dir="ltr" lang="en">Moot</span></a></li></ul>]]></content:encoded><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Studium</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-105483</guid><pubDate>Tue, 09 Apr 2024 14:04:38 +0200</pubDate><title>Händel-Tierschutzpreis 2024 an Peter Loskill und Silke Riegger</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/haendel-tierschutzpreis-2024-an-peter-loskill-und-silke-riegger/</link><description>DFG zeichnet eine Forscherin und einen Forscher aus Tübingen für ihre Organ-on-Chip-Systeme aus / „Chancen auf breite Anwendung hoch“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professor Dr. Peter Loskill und Dr. Silke Riegger vom Institut für Biomedical Engineering der Universität Tübingen erhalten den diesjährigen Ursula M. Händel-Tierschutzpreis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Der Jury zufolge tragen sie mit der Entwicklung, Anwendung und Verbreitung von <span lang="en" dir="ltr">Organ-on-Chip</span>-Systemen erheblich dazu bei, Tiermodelle durch geeignete Alternativen zu ersetzen. Der mit insgesamt 80.000 Euro dotierte Preis wird in diesem Jahr zum zehnten Mal an Wissenschaftlerinnen&nbsp; und Wissenschaftler verliehen, die den Tierschutz in der Forschung im Sinne des 3R-Prinzips verbessern. Die drei „R“ stehen dabei für <span lang="en" dir="ltr">Replace </span>(Vermeiden), <span lang="en" dir="ltr">Reduce </span>(Verringern) und <span lang="en" dir="ltr">Refine </span>(Verbessern). Die Preisverleihung findet am 6. Juni in Würzburg im Rahmen eines Symposiums der dort ansässigen „Würzburg Initiative 3R (WI3R)“ statt.</p><p>Die Jury des Händel-Tierschutzpreises würdigte bei ihrer Entscheidung, dass das Team um Peter Loskill und Silke Riegger bereits eine Vielzahl von <span lang="en" dir="ltr">Organ-on-Chip</span> (OoC)-Systemen als Alternativen zu Tierversuchen für verschiedene Organsysteme entwickelt hat. Dabei handelt es sich um Gewebemodelle, die in kleinen Zellkulturkammern gezüchtet werden, um die komplexen physiologischen und pathophysiologischen Funktionen von Organen zu simulieren. Die von Loskill und Riegger entworfenen OoCs können bei Versuchen zu Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie im Bereich der Augenheilkunde (Ophtalmologie) eingesetzt werden. Besonders hervorzuheben sei, dass die Preisträgerin und der Preisträger sich neben der Entwicklung neuer Modelle auch um die weitere Etablierung und Entwicklung standardisierter Verfahren in der Anwendung von OoCs kümmern und auch die Validierung der Systeme im Tierversuch vornehmen. Mit diesen Arbeiten legen sie aus Sicht der Jury wichtige Grundlagen, um Akzeptanz für die Alternativmethode zu schaffen und sie als verlässliche Methode in die breitere Anwendung zu bringen.</p><p>„Die diesjährigen Preisträger*innen Peter Loskill und Silke Riegger leisten hervorragende wissenschaftliche Arbeit an der Schnittstelle zwischen Biologie, Medizin, Physik und Ingenieurwissenschaften, die sich auch in zahlreichen hochrangigen Publikationen niederschlägt“, sagte die Vorsitzende der DFG-Senatskommission für tierexperimentelle Forschung, Professorin Dr. Brigitte Vollmar, die auch Mitglied der Händel-Tierschutzpreis-Jury ist. „Beide sind darüber hinaus aber auch in der Wissenschaftskommunikation und in der Netzwerkbildung und Nachwuchsförderung sehr aktiv, um den Wissenstransfer zu erleichtern.“ Loskill und Riegger hätten ein breites Spektrum an wissenschaftlich hervorragenden Alternativmethoden entwickelt, die durch die parallel stattfindenden Validierungen zudem große Akzeptanz in der Community erzielten, so Vollmar. „Die Chancen auf eine breite Anwendung ihrer<span lang="en" dir="ltr"> Organ-on-Chip</span>-Systeme sind hoch.“</p><p>Peter Loskill wurde 2012 an der Universität des Saarlandes in Physik promoviert und war im Anschluss einige Jahre an der <span lang="en" dir="ltr">University of California</span> in <span lang="en" dir="ltr">Berkeley </span>tätig. 2018 wechselte er zunächst als Juniorprofessor an die Universität Tübingen, seit 2022 ist er Professor für <span lang="en" dir="ltr">Organ-on-Chip</span>-Forschung. Loskill, der als Pionier der 3R-Forschung gilt, leitet die Abteilung Mikrophysiologische Systeme des Instituts für <span lang="en" dir="ltr">Biomedical Engineering</span> sowie das 3R-Center für In-vitro-Modelle und Tierversuchsalternativen. Er engagiert sich wissenschaftlich auch auf europäischer Ebene und ist zudem in der Politikberatung tätig.</p><p>Silke Riegger absolvierte ihre Promotion als Chemikerin an der Universität Stuttgart und am Fraunhofer <span lang="en" dir="ltr">Institute for Interfacial Engineering and Biotechnology</span>. Seit 2020 arbeitet sie mit Peter Loskill in Tübingen und ist als<span lang="en" dir="ltr"> Senior Scientist</span> und Leiterin der „<span lang="en" dir="ltr">3R-Center Business Unit for In Vitro Models and Alternatives to Animal Testing</span>“ integraler Bestandteil des dortigen 3R-Zentrums.</p><p>Der Ursula M. Händel-Tierschutzpreis geht auf die Initiative seiner gleichnamigen Stifterin zurück. Die Düsseldorferin Ursula M. Händel (1915–2011) setzte sich über Jahrzehnte in vielfältiger Weise für den Tierschutz ein. So gründete sie unter anderem den Bonner Arbeitskreis für Tierschutzrecht und engagierte sich in diesem Rahmen für die Novellierung des Tierschutzgesetzes. Dem Tierschutz in Wissenschaft und Forschung besonders verbunden, stellte Händel der DFG Mittel für den Tierschutzpreis zur Verfügung. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Er ist der höchst dotierte Forschungspreis dieser Art in Deutschland.</p><p class="align-right"><em>Pressemitteilung der Deutschen Forschungsgemeinschaft</em></p><h3>Weitere Informationen</h3><p><a href="https://www.organ-on-chip.uni-tuebingen.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Webseite des MicroOrganoLab von Peter Loskill</a></p><p><a href="https://www.dfg.de/de/gefoerderte-projekte/wissenschaftliche-preise/haendel-tierschutzpreis" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Webseite der DFG zum Händel-Tierschutzpreis</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-105435</guid><pubDate>Tue, 09 Apr 2024 08:33:00 +0200</pubDate><title>Tübinger Paläogenetiker erhält Preis der Heidelberger Akademie der Wissenschaften</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebinger-palaeogenetiker-erhaelt-preis-der-heidelberger-akademie-der-wissenschaften/</link><description>Cosimo Posth entschlüsselt die menschliche genetische Vielfalt der Vergangenheit</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Tübinger Paläogenetiker Cosimo Posth erhält den Manfred Fuchs-Preis der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Die Akademie würdigt damit die Arbeiten des Juniorprofessors zur Menschlichen Paläogenomik an der Schnittstelle von Archäologie, Anthropologie, Linguistik und Populationsgenetik. Der Forschungspreis wurde von dem Unternehmer Dr. Dr. h.c. Manfred Fuchs gestiftet, um wissenschaftlichen Nachwuchs in Baden-Württemberg zu ermutigen und herausragenden wissenschaftlichen Leistungen die ihnen gebührende Anerkennung zu sichern. Er ist mit 10.000 Euro dotiert.&nbsp;</p><p>Cosimo Posth kombiniere gewinnbringend verschiedene Methoden, um die genetische Vielfalt der Vergangenheit zu entschlüsseln, sagte die Heidelberger Akademie in ihrer Begründung. Hierfür wende er modernste Techniken der Molekularbiologie und Populationsgenetik an, um genomische Informationen aus alten DNAs zu extrahieren und zu analysieren. „Dadurch gewinnt er Erkenntnisse über die menschliche Geschichte und Evolution der letzten zehn- bis mehreren hunderttausend Jahren. Mit seiner Forschungstätigkeit hat Posth stets versucht, Brücken zwischen teilweise sehr unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen zu schlagen, um ein umfassenderes Bild der Menschheitsgeschichte zu erhalten. Die Einbeziehung und Berücksichtigung vielfältiger Belege aus den Natur- und Geisteswissenschaften ermöglichte es ihm, ein neues Licht auf unsere Geschichte zu werfen.“</p><p>Jun.-Prof. Dr. Cosimo Posth hat einen Bachelor und Master in Naturwissenschaften und Biologische Anthropologie von der Universität Florenz und wurde im Fach „Naturwissenschaftliche Archäologie“ an der Universität Tübingen promoviert. Anschließend arbeitete er als Postdoktorand und Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena. Seit 2020 ist er Juniorprofessor für Archäo- und Paläogenetik an der Universität Tübingen und am Senckenberg <span lang="en" dir="ltr">Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span>.</p><p>Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften zeichnet in diesem Jahr acht junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Baden-Württemberg mit insgesamt 85.000 Euro für ihre Arbeiten aus. Mit den gestifteten Preisen sollen Forschende in einem frühen Karrierestadium unterstützt werden. Am 7. Juni 2024 werden die Arbeiten öffentlich in der Heidelberger Akademie der Wissenschaften vorgestellt.</p><p class="align-right"><em>Pressemitteilung der Heidelberger Akademie der Wissenschaften / Antje Karbe</em></p><h3>Weitere Informationen:</h3><ul><li><a href="/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/arbeitsgruppen/urgeschichte-naturwissenschaftliche-archaeologie/ina/archaeo-and-palaeogenetik/people/cosimo-posth/" class="internal-link">Webseite von Cosimo Posth</a></li><li><a href="http://www.hadw-bw.de/preise" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Preise der Heidelberger Akademie</a></li><li><a href="http://www.hadw-bw.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Webseite der Heidelberger Akademie</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-105180</guid><pubDate>Tue, 26 Mar 2024 17:07:05 +0100</pubDate><title>Entschlüsselung neuer Genfunktionen im menschlichen Darmmikrobiom</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/entschluesselung-neuer-genfunktionen-im-menschlichen-darmmikrobiom/</link><description>Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert neues Schwerpunktprogramm zur Erforschung unbekannter Strukturen und Funktionen von Darmbakterien – koordiniert von Prof. Dr. Lisa Maier (Interfakultäres Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin; Exzellenzcluster CMFI)</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bakterien prägen sämtliche Ökosysteme, aber viele Arten sind unerforscht, selbst im menschlichen Darmmikrobiom, das für unsere Gesundheit von großer Bedeutung ist. Derzeit geht man davon aus, dass der menschliche Darm von etwa 4.500 verschiedenen Bakterienarten besiedelt werden kann. Von diesen konnten bisher etwa 70% nicht im Labor angezüchtet und untersucht werden, und die Funktion von 50% ihrer Gene bleibt unbekannt. Die Forschenden des Konsortiums möchten diese unbekannten Genfunktionen nun entschlüsseln. Dazu haben die Universität Tübingen (Lisa Maier), die Ludwig-Maximilians-Universität München (Bärbel Stecher), die Julius-Maximilians-Universität Würzburg (Jörg Vogel) sowie das Europäische Molekularbiologie Laboratorium Heidelberg EMBL (Nassos Typas) ein Rahmenprogramm entwickelt, das in der ersten Phase von drei Jahren mit rund 7,8 Millionen Euro von der DFG finanziert wird. Insgesamt ist eine Förderung von sechs Jahren vorgesehen.</p><p>Das Schwerpunktprogramm konzentriert sich auf die Untersuchung der häufigsten Darmbakterien, die eine zentrale Rolle im menschlichen Darm spielen, und erforscht grundlegende Aspekte ihrer Biologie. Dazu zählen die zellulären Strukturen und Funktionen dieser Nicht-Modellorganismen, ihre Fähigkeit zur Produktion und Verarbeitung neuer Stoffwechselprodukte und ihre Wechselwirkungen mit ihrer unmittelbaren Umgebung.</p><p>In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die Kultivierbarkeit und die Verfügbarkeit genetischer Werkzeuge für Nicht-Modell-Darmbakterien zu einem erheblich besseren Verständnis ihrer Lebensweise geführt haben. Hier setzt das neue Programm an, indem es neue Technologien entwickelt, die die Erforschung von Darmbakterien erleichtern. Diese Technologien umfassen innovative Ansätze in den Bereichen Genetik, Biochemie, systembasierte Mikrobiologie, Struktur- und Computerbiologie sowie die Anwendung künstlicher Intelligenz in der Biologie. Die DFG-Förderung ermöglicht es nun, deutschlandweit Experten in den jeweiligen Technologien mit Mikrobiologen zusammenzubringen, um gemeinsam in einem interdisziplinären Konsortium die Erforschung neuer Genfunktionen im menschlichen Darmmikrobiom voranzutreiben.</p><p>An der Universität Tübingen ist das neue Schwerpunktprogramm in verschiedene Forschungsschwerpunkte eingebunden, darunter das Exzellenzcluster „Controlling Microbes to Fight Infections“ (CMFI) und das neue M3 Forschungszentrum. Die traditionell enge Verknüpfung der Mikrobiologie zwischen der Naturwissenschaftlichen und der Medizinischen Fakultät bietet hier einen idealen Rahmen. "Durch ein deutschlandweites Förderprogramm mit Einbindung internationaler Expertise zur Erforschung der Biologie von Darmbakterien erhoffen wir uns ein verbessertes Verständnis grundlegender Prozesse in Darmmikroben. Die Erkenntnisse werden uns dann als Ausgangspunkt für mikrobiombasierte Therapien in verschiedenen Bereichen der Medizin dienen", erklärt Lisa Maier, Professorin für Mikrobiom-Wirts-Interaktionen an der Medizinischen Fakultät Tübingen, die das neue Schwerpunktprogramm koordinieren wird. Und sie ergänzt: „Langfristig wird diese Initiative den Grundstein für die Erforschung verschiedenster mikrobieller Ökosysteme legen, was uns wiederum helfen wird, drängende Herausforderungen unserer Zeit, wie den Verlust biologischer Vielfalt und den Klimawandel, zu bewältigen.“&nbsp;</p><p><strong>Über die DFG Schwerpunktprogramme:</strong><br> In Schwerpunktprogrammen sollen Themen bearbeitet werden, von denen eine prägende Wirkung auf ein wissenschaftliches Feld zu erwarten ist. Das kann zum einen durch die Entdeckung neuer Forschungsgebiete erfolgen, zum anderen dadurch, dass bekannte Gebiete aus einer anderen Perspektive oder über einen neuen Zugang bearbeitet werden. Darüber hinaus zeichnen sich Schwerpunktprogramme durch eine interdisziplinäre und ortsübergreifende Zusammenarbeit von Wissenschaftler*innen aus.<br> Die ab 2025 elf neu geförderten Schwerpunktprogramme erhalten für zunächst drei Jahre insgesamt rund 72 Millionen Euro.</p><p><strong>Über Lisa Maier:</strong></p><p>Lisa Maier studierte Biochemie an der Universität Tübingen und promovierte an der ETH Zürich (2014). Im Rahmen des interdisziplinären Postdocprogramms am EMBL in Heidelberg arbeitete sie in den Gruppen von Nassos Typas und Kiran Patil (2015–2018). 2019 kehrte sie als CMFI- und Emmy-Noether-Nachwuchsgruppeleiterin nach Tübingen zurück. Seit April 2022 ist sie Professorin für Mikrobiom-Wirts-Interaktionen an der Medizinischen Fakultät. Ihr Labor verwendet automatisierte Hochdurchsatz- und Multi-Readout-Ansätze, um die Lebensweise von Bakterien des humanen Mikrobioms systematisch zu untersuchen. Die daraus resultierenden Datensätze dienen dann als Ausgangspunkt für mechanistische Studien, um die molekularen Details der Interaktion des Mikrobioms mit seinem Wirt aufzudecken.</p><p>Zur Pressemitteilung der DFG: <a href="https://www.dfg.de/de/service/presse/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung-nr-12" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.dfg.de/de/service/presse/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung-nr-12</a><br> Zur Webseite der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Lisa Maier: <a href="https://lisamaierlab.com/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://lisamaierlab.com/</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-105144</guid><pubDate>Tue, 26 Mar 2024 09:46:27 +0100</pubDate><title>Wie sich unsere Galaxie entwickelt: Forschende röntgen das Weltall</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/wie-sich-unsere-galaxie-entwickelt-forschende-roentgen-das-weltall/</link><description>Forschungsgruppe eRO-STEP aus der Astrophysik wird für weitere drei Jahre von der DFG gefördert</description><content:encoded><![CDATA[<p class="MsoPlainText">Die Forschungsgruppe „eROSITA-Studien zu Endstadien der Sterne“ (eRO-STEP) erhält für drei weitere Jahre eine Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Seit 2021 untersucht sie unter Leitung des Astronomischen Instituts des Erlangen Centre for Astroparticle Physics (ECAP) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) astrophysikalische Quellen im All, die Röntgenstrahlung aussenden. Beteiligt sind auch Forschende der Universitäten Tübingen und Hamburg, des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam und des Max-Planck-Instituts für Extraterrestrische Physik.</p><p>Sehr kompakte Objekte wie schwarze Löcher, Neutronensterne und weiße Zwerge, aber auch ausgedehnte Quellen auf ganz unterschiedlichen Größenskalen wie Galaxiencluster und Supernovaüberreste: Sie alle senden Röntgenstrahlen aus, die Physikerinnen und Physikern dabei helfen, Rückschlüsse auf die Entwicklung des Universums zu ziehen. Mithilfe des Röntgenteleskops „eROSITA“ hat das eROSITA-Konsortium von 2019 bis 2022 den gesamten Himmel nach solchen Quellen durchforstet und festgehalten, an welchen Positionen Röntgenstrahlung auftritt. Das Ziel solcher Himmelsdurchmusterungen ist die Untersuchung möglichst vieler, einzelner und besonders interessanter Objekte wie auch die Untersuchung der Gesamtheit ganzer Objektpopulationen einschließlich ihrer Entwicklung.</p><p>Die eRO-STEP-Forscherinnen und Forscher sind an den Objektklassen der stellaren schwarzen Löcher, der Neutronensterne, der weißen Zwerge und der Supernovaüberreste interessiert. Diese werden insbesondere in unserer Milchstraße und in ihren nächsten Satellitengalaxien untersucht. In der ersten Förderperiode lag der Schwerpunkt überwiegend auf den hellsten Objekten und Gruppen von Objekten, an denen sich neu entwickelte Analysemethoden am besten trainieren und überprüfen lassen. Für die zweite Förderperiode hat die Forschungsgruppe jetzt das Ziel, die Methoden auf möglichst viele Objekte anzuwenden, besonders auch auf leuchtschwächere in allen Bereichen unserer Galaxie und wenn möglich der Satellitengalaxien.</p><p>Am Institut für Astronomie und Astrophysik Tübingen (IAAT) finden die Arbeiten in der Abteilung für Weltraumgestützte Astronomie unter Leitung von Professorin Beate Stelzer und in der Abteilung für Hochenergieastrophysik unter Leitung von Professor Andrea Santangelo statt. „Ein Teil der Daten der eROSITA-Mission wurden mittlerweile der gesamten astrophysikalischen Gemeinschaft zugänglich gemacht“ sagt Dr. Gerd Pühlhofer, einer der Projektleiter am IAAT und Geschäftsführer des Instituts (siehe <a href="https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilungen/newsfullview-pressemitteilungen/article/der-roentgenhimmel-offenbart-sich-der-welt/" target="_blank" class="external-link">Pressemitteilung</a>).</p><p>„Mit unserem Wissen aus der ersten Förderperiode und unserem noch exklusiven Zugang zu den nicht-öffentlichen Daten haben wir zwar noch einen Vorsprung gegenüber Kolleginnen und Kollegen in aller Welt. Wir treten nun aber in eine interessante, einerseits konkurrierende aber andererseits auch sehr befruchtende Phase der Auswertung der eROSITA-Daten, aus der sich viele neue Aspekte ergeben werden.“</p><p>Direkt zur Forschungsgruppe: <a href="https://www.ero-step.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.ero-step.de/</a></p><p class="align-right"><em>Pressemitteilung der Universität Erlangen-Nürnberg / Gerd Pühlhofer</em></p><p>&nbsp;</p><h3><strong>Kontakt:</strong></h3><p><strong>Prof. Dr. Beate Stelzer</strong></p><p>Institut für Astronomie und Astrophysik Tübingen</p><p><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,Dgcvg0UvgnbgtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">Beate.Stelzer<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p><p><strong>Prof. Dott. Andrea Santangelo</strong></p><p>Institut für Astronomie und Astrophysik Tübingen</p><p><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,Cpftgc0UcpvcpignqBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">Andrea.Santangelo<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p><p><strong>Dr. Gerd Pühlhofer</strong></p><p>Institut für Astronomie und Astrophysik Tübingen</p><p><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,Igtf0RwgjnjqhgtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">Gerd.Puehlhofer<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-104877</guid><pubDate>Mon, 18 Mar 2024 08:39:48 +0100</pubDate><title>Tübinger Sportwissenschaft belegt Spitzenplatz im Shanghai Ranking 2023</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebinger-sportwissenschaft-belegt-spitzenplatz-im-shanghai-ranking-2023/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Tübinger Sportwissenschaft und Sportmedizin gehören zu den Top 50 weltweit: Beim Shanghai <span lang="en" dir="ltr">Ranking </span>2023 ist das Institut der Universität Tübingen in diesem Jahr nochmals aufgestiegen und belegt nun Position 44 von über 460 bewerteten Einrichtungen international. Damit ist Tübingen eine von drei Universitäten aus Deutschland in den Top 50 weltweit, gemeinsam mit der TU München (Platz 23) und der Deutschen Sporthochschule Köln (Platz 27).</p><p>Schon seit 2018 hatte sich das Tübinger Institut beim „<span lang="en" dir="ltr">Global Ranking Sport Science Schools and Departments</span>“ des Shanghai <span lang="en" dir="ltr">Rankings </span>regelmäßig unter den internationalen Top 100 positioniert. Im aktuellen <span lang="en" dir="ltr">Ranking </span>erzielte die Universität Tübingen nun den Höchstwert weltweit in der Kategorie „<span lang="en" dir="ltr">Cites per Paper</span>“ (die mittlere Häufigkeit, mit der Publikationen zitiert werden), die als Indikator für die Forschungsqualität für das Ranking am stärksten gewichtet wird.</p><p>Das publikationsbasierte Sonderranking wird seit 2016 durchgeführt. Bewertet werden dabei die Indikatoren Forschungs<span lang="en" dir="ltr">output (Total Papers)</span>, Forschungsqualität (<span lang="en" dir="ltr">Citations to Papers, Cites per Paper, Top 25 Papers</span>) und Internationale Zusammenarbeit (<span lang="en" dir="ltr">Papers with international Co-authorship</span>). Die aktuellen Ergebnisse zeigen die hervorragenden Forschungsleistungen am Institut für Sportwissenschaft und der Abteilung Sportmedizin des Universitätsklinikums, die Teile ihrer Forschungsaktivitäten im Interfakultären Forschungsinstitut für Sport und körperliche Aktivität bündeln.</p><p class="align-right"><em>Antje Karbe / Gorden Sudeck</em></p><h2>Infos zum Ranking:</h2><p><a href="https://www.shanghairanking.com/rankings/grsssd/2023" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">2023&nbsp;Global Ranking of Sport Science Schools and Departments</a></p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-104199</guid><pubDate>Thu, 29 Feb 2024 09:27:46 +0100</pubDate><title>Margot Smit erhält Emmy Noether-Förderung</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/margot-smit-erhaelt-emmy-noether-foerderung/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Margot Smit vom Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen (ZMBP) wird seit diesem Februar von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Emmy Noether-Programms gefördert. &nbsp;Der Unterstützung erstreckt sich über sechs Jahre und bis zu einer Höhe von 1,5 Millionen Euro und ermöglicht Dr. Margot Smit die Gründung ihrer eigenen Forschungsgruppe.</p><p>Die niederländische Wissenschaftlerin erforscht wie Pflanzen ihr Wachstum zeitlich steuern: Wann beschleunigen, wann verlangsamen sie die Teilung von Zellen oder stoppen sie ganz? Ihr besonderes Interesse gilt den sogenannten Spaltöffnungszellen. Sie sitzen paarweise an der Oberfläche von Pflanzen und regulieren das Ein- und Austreten von Wasserdampf, Sauerstoff oder Kohlendioxid.</p><p>Dr. Margot Smit hat an der Universität Wageningen Biotechnologie studiert und wurde dort auch promoviert. Anschließend ging sie als Postdoc an die <span lang="en" dir="ltr">Stanford University</span> in den USA. Seit Oktober forscht sie als Nachwuchsgruppenleiterin am Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen der Universität Tübingen.</p><p>Das Emmy Noether-Programm eröffnet herausragend qualifizierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit, sich durch die eigenverantwortliche Leitung einer Nachwuchsgruppe über einen Zeitraum von sechs Jahren für eine Hochschulprofessur zu qualifizieren. Bewerben können sich Postdocs und befristet beschäftigte Juniorprofessorinnen und-professoren in einer frühen Phase ihrer wissenschaftlichen Karriere.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-104175</guid><pubDate>Wed, 28 Feb 2024 11:07:33 +0100</pubDate><title>Dieter Langewiesche erhält den Lion-Feuchtwanger-Preis 2024 der Akademie der Künste</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/dieter-langewiesche-erhaelt-den-lion-feuchtwanger-preis-2024-der-akademie-der-kuenste/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Lion-Feuchtwanger-Preis der Akademie der Künste geht 2024 an Professor Dr. Dr. h.c. Dieter Langewiesche, Emeritus der Universität Tübingen. Mit einem besonderen Sinn für Begrifflichkeiten beteiligt sich der scharfsinnige Historiker schon seit den siebziger Jahren an Theoriedebatten. Der mit 7.500 € dotierte Preis für historische Prosa wird am 7. Juli 2024, dem 140. Geburtstag Lion Feuchtwangers, in der Akademie der Künste in Berlin verliehen. Die dreiköpfige Jury bildeten Sebastian Kleinschmidt, Gustav Seibt und Patrick Bahners.</p><p>Dieter Langewiesche habe sich stets mit den großen Fragen der politischen Sozial- und Kulturgeschichte beschäftigt, auch wenn die Historiographie sich gerne in Spezialstudien verzweigte. Immer wieder analysiere er den Nationalismus und dessen zwiespältige Verbindung mit der Demokratie. In Langewiesches Problemgeschichten erzeuge das Abwägen zwischen den Perspektiven auf das Geschehen beziehungsweise den Erklärungsansätzen der Forschung eine eigene Spannung. So entstehe aus der Arbeit des Gelehrten eine historische Prosa voller Lebendigkeit und Transparenz. In einer Zeit der Renaissance der Geschichtslegenden schreibe er für ein Publikum, das immer noch über sich aufgeklärt werden möchte.</p><p><strong>Kurzbiografie des Preisträgers</strong></p><p>Dieter Langewiesche, geboren 1943 in Sankt Sebastian bei Mariazell, Österreich, hatte von 1978 bis 1985 eine Professur für Neuere Geschichte an der Universität Hamburg inne. <strong>Von 1985 bis 2007 war er Professor für Mittlere und Neuere Geschichte an der Universität Tübingen</strong>. Außerdem baute er von 1997 bis 2000 als Prorektor die Universität Erfurt mit auf. Er ist Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina sowie der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, insbesondere Nationsbildung und Krieg, die Geschichte von Liberalismus und Bürgertum, die Arbeiterbewegung und Arbeiterkultur, die europäischen Revolutionen im 19. Jahrhundert, Universitäts- und Bildungsgeschichte sowie die Geschichte des Geschichtsdenkens.</p><p><strong>Weitere Preise und Auszeichnungen von Dieter Langewiesche (Auswahl)</strong></p><p>Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (1996), Ludwig-Uhland-Preis (2019)</p><p><strong>Neueste Veröffentlichungen</strong></p><p>Vom vielstaatlichen Reich zum föderativen Bundesstaat. Eine andere deutsche Geschichte (2020), Der gewaltsame Lehrer. Europas Kriege in der Moderne (2019)</p><p class="align-right">Pressemitteilung der Akademie der Künste</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-103743</guid><pubDate>Wed, 14 Feb 2024 13:51:04 +0100</pubDate><title>Eisstrom auf Grönland ist wohl „nur“ 2.000 Jahre alt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/eisstrom-auf-groenland-ist-wohl-nur-2000-jahre-alt/</link><description>Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des AWI bestimmt Alter des eisigen Förderbands in Radarmessungen</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Nordostgrönländische Eisstrom transportiert enorme Eismengen aus dem Inselinnern zum Meer und beeinflusst damit auch den globalen Meeresspiegel. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Alfred-Wegener-Instituts hat nun mit einer neuen Auswertungsmethode für luftgestützte Radarmessungen das Alter des eisigen Förderbands bestimmt. Demnach hat es sich erst vor etwa 2.000 Jahren bis ins Innere von Grönland ausgeweitet. Die Studie, die neue Möglichkeiten für die Erforschung von Eisschilden eröffnet, ist jüngst im Fachmagazin <em>Nature Communications </em>erschienen.</strong></p><p>Die Massenbilanz des gewaltigen Grönländischen Eisschilds spielt eine entscheidende Rolle für den Anstieg des globalen Meeresspiegels. So verlor der Gigant zwischen 2002 und 2023 rund 270 Gigatonnen Eis pro Jahr, weil insgesamt mehr Masse durch Schmelzwasser und kalbende Gletscher ans Meer verloren ging, als durch Schneefall im Inneren der Insel neu hinzukam. Die globalen Pegel stiegen dadurch im Schnitt um knapp 0.8 Millimeter pro Jahr. Der Großteil des Verlustes findet dabei über einige wenige Eisströme statt – flussähnliche Gebiete innerhalb des Schildes, in denen sich solides Eis schneller in Richtung Meer bewegt als in der Umgebung. Einer dieser „Flüsse“ ist der Nordostgrönländische Eisstrom – kurz NEGIS (Northeast Greenland Ice Stream). Er reicht von der Küste rund 700 Kilometer ins Inselinnere.</p><p>„Wir haben mit dem Radar an Bord der Forschungsflugzeuge Polar 5 und 6 nun ins Innere des NEGIS geschaut“, erklärt Daniela Jansen, Glaziologin am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI). „Die elektromagnetischen Wellen dringen dabei tief in das Eis ein, breiten sich bis zum Felsuntergrund aus und werden dort und an bestimmten Grenzflächen innerhalb des Eises reflektiert. Anhand von Laufzeit und Amplitude der reflektierten Signale konnten wir ein dreidimensionales Modell der inneren Struktur des Eisstroms erstellen. Darin ist erkennbar, wie der Strom die Eisschichten deformiert und faltet.“ Mithilfe der Deformationsmuster können die Forschenden rekonstruieren, wie sich der Strom entwickelt hat, und ab wann der Abfluss aus der Region beschleunigt wurde. Diese Informationen bleiben lange im Eis gespeichert.</p><p>Maßgeblich an der Studie beteiligt war auch Prof. Dr. Paul Bons, Strukturgeologe an der Universität Tübingen. Er hatte die Idee, die Daten zur Altersbestimmung des Eisstromes zu verwenden. Denn die reflektierenden Grenzschichten im Eis sind ehemalige Eisoberflächen, die jeweils zur gleichen Zeit entstanden sind. Diese Schichten gleichen Alters (Isochronen) lassen sich dank bekannter Daten aus Eisbohrkernen mit bestimmten Ereignissen – etwa Vulkanausbrüchen – in Verbindung bringen und so datieren. Mittels dieser datierten Grenzschichten wurden nun erstmals der Zeitpunkt von eisinternen Deformationsphasen ermittelt. „Mit dieser für die Anwendung im Eis völlig neuen Methode konnten wir bestimmen, dass der Eisstrom in der von uns untersuchten Region mit nur 2.000 Jahren vergleichsweise jung ist“, sagt Daniela Jansen. Die Ergebnisse widerlegen damit die in der Forschung weit verbreitete Annahme, dass sich der NEGIS in seiner heutigen Form ein stetiges Merkmal des Grönländischen Eisschildes ist.</p><p>„Eisströme können sich also deutlich schneller ausbilden als bislang gedacht“, erklärt die AWI-Glaziologin. „Entsprechend kann sich auch das Tempo, mit dem Eis von Eisschilden ins Meer fließt und letztlich den Meeresspiegel steigen lässt, sehr schnell erhöhen. Unsere Studie zeigt somit, dass man diese Ströme und deren Variabilität besser in Modelle einbauen muss, die den zukünftigen Meeresspiegelanstieg berechnen. Außerdem liefern wir einen ganz neuen strukturgeologischen Ansatz für die Altersbestimmung solcher Ströme. Wendet man ihn auf bereits vorhandene Daten an und plant ihn für künftige Feldforschung ein, eröffnet das viele Möglichkeiten, mehr über die Deformationsgeschichte der Eisschilde zu lernen.“</p><h3>Originalpublikation:</h3><p>Jansen, D., Franke, S., Bons P. et al. Shear margins in upper half of Northeast Greenland Ice Stream were established two millennia ago. Nat Commun 15, 1193 (2024). <a href="https://doi.org/10.1038/s41467-024-45021-8" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41467-024-45021-8</a>&nbsp;</p><p class="align-right"><em>Pressemitteilung des Alfred-Wegener-Instituts</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-103737</guid><pubDate>Wed, 14 Feb 2024 11:58:53 +0100</pubDate><title>Volkswagen Stiftung fördert Projekt zur Umwandlung von Abfallstoffen in neue Biomaterialien</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/volkswagen-stiftung-foerdert-projekt-zur-umwandlung-von-abfallstoffen-in-neue-biomaterialien/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Volkswagen Stiftung fördert an der Universität Tübingen ein Projekt zur Umwandlung von schädlichen Abfallstoffen in nützliche Biomaterialien mit insgesamt 1,34 Millionen Euro über einen Zeitraum von vier Jahren. Eingeworben haben die Förderung Dr. Bastian Molitor, Professor Lars Angenent (beide Arbeitsgruppenleiter der Umweltbiotechnologie im Fachbereich Geowissenschaften) und Professor Forchhammer (Arbeitsgruppenleiter am Interfakultären Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin).&nbsp;</p><p>„Biotechnologische Ansätze können maßgeblich bei der Bewältigung unserer Probleme im Zusammenhang mit der Klimakrise helfen“, betonte die Rektorin der Universität, Professorin Dr. Dr. h.c. (Doshisha) Karla Pollmann: „In Tübingen arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler disziplinübergreifend an den drängenden Fragen unserer Zeit. Biomaterialien, die mittels der Umwandlung klimaschädlicher Gase und Abfallstoffe hergestellt werden, bringen uns einer dringend benötigten Kreislaufwirtschaft näher. Vor diesem Hintergrund freue ich mich sehr über das erneute, großzügige Engagement der Volkswagen Stiftung an unserer Universität.“</p><p>Die Forschung bewegt sich an der disziplinübergreifenden Schnittstelle zwischen Mikrobiologie und Biotechnologie. Die Forschung in den Arbeitsgruppen von Bastian Molitor und Lars Angenent beschäftigt sich unter anderem mit der Umwandlung von organischen Abfallstoffen und industriellen Abgasen in nützliche Produkte mit Hilfe von Mikroorganismen. Karl Forchhammer untersucht in seiner Arbeitsgruppe unter anderem den Stoffwechsel von Cyanobakterien. Ihm ist es bereits gelungen, Cyanobakterien dazu anzuregen Bioplastik herzustellen. Mikroorganismen sollen für biotechnologische Anwendungen nutzbar gemacht und Interaktionen innerhalb mikrobieller Gemeinschaften auf molekularer Ebene entschlüsselt werden.&nbsp;</p><p>In ihrer Förderlinie „Zirkularität mit recycelten und biogenen Rohstoffen“ fördert die Volkswagen Stiftung Projekte, die originelle und praxisrelevante Forschungsfragen zum Schließen von Rohstoff-Produkt-Kreisläufen adressieren. Zu den Förderthemen gehören unter anderem bioinspiriertes Materialdesign sowie mikrobielle und molekulare Stoffumsetzung und Wertschöpfung aus komplex zusammengesetzten Abfallströmen. Das hier geförderte Projekt dreht sich um das Biopolymer Cyanophycin, einen natürlicherweise von Cyanobakterien gebildeten Speicherstoff. In der AG Forchhammer wurde ein Verfahren entwickelt, dieses Polymer durch Veresterung in ein polykationisches Derivat umzuwandeln. Es handelt sich dabei um eine neue Biomolekül-Substanzklasse, die vielfältige Anwendungsmöglichkeiten verspricht, z.B. als Beschichtungsmaterial, als Zell-Klebstoff, Nukleinsäure-Träger, Absorptionsmaterial und vieles mehr. In der AG Forchhammer sollen daher medizinische, pharmazeutische und industrielle Anwendungen von Cyanophycin-Estern erforscht werden.</p><p>Aktuell wird Cyanophycin von Cyanobakterien in einem lichtabhängigen Prozess photosynthetisch hergestellt. Im Projektteil Molitor/Angenent soll dieser Prozess von Cyanobakterien auf sogenannte acetogene Bakterien übertragen werden, um einen neuen Produktionsweg für Cyanophycin unter Verwendung von Wasserstoff und Kohlendioxid zu finden. „Acetogene Bakterien sind vielversprechende Bioproduzenten, mit denen bereits verschiedenste Plattformchemikalien hergestellt werden können. Die Funktionalisierung von Cyanophycin ermöglicht spannende Ansätze zur Erforschung relevanter Materialeigenschaften“, sagt Bastian Molitor. Damit könnten Abfallströme aus der Industrie (H2+CO2 oder Synthesegas) genutzt werden, um nützliche Biomaterialien in einer Kreislaufwirtschaft herzustellen.&nbsp;</p><p class="align-right"><em>Leon Kokkoliadis</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-103710</guid><pubDate>Tue, 13 Feb 2024 11:15:09 +0100</pubDate><title>Alfred-Teufel-Stiftung unterstützt Entwicklung eines Formaldehyd-Sensors</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/alfred-teufel-stiftung-unterstuetzt-entwicklung-eines-formaldehyd-sensors/</link><description>60.000 Euro Förderung für Projekt am Institut für Physikalische und Theoretische Chemie</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Arbeitsgruppe von Professor Dr. Udo Weimar am Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Tübingen erhält eine Förderung der Alfred-Teufel-Stiftung. Mit einer Summe von 60.000 Euro über zwei Jahre unterstützt die Stiftung die Entwicklung eines kostengünstigen mobilen Sensors zur Messung der Formaldehyd-Konzentration in der Raumluft. In den letzten Jahren hatte das Team um Professor Weimar bereits einen Prototyp für ein mobiles Messsystem entwickeln können, ebenfalls mit Unterstützung der Alfred-Teufel-Stiftung. In der neuen Projektphase soll der Sensor nun zur Marktreife gebracht werden.</p><p>Formaldehyd kann unter anderem Bestandteil von Kunstharzen und Kunststoffen sein und tritt unter Umständen als gasförmige Substanz aus Holzwerkstoffen, Bodenbelägen, Möbeln und Textilien aus. Es zeigt bereits in sehr geringen Konzentrationen gesundheitsschädliche Wirkung und steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Eine Überwachung von Innenräumen durch Formaldehyd-Sensoren kann zur Erkennung von Emissionen und damit zur Verbesserung der Luftqualität in Wohnungen und Büros beitragen. Das Prinzip der in Tübingen entwickelten Sensoren beruht auf der chemischen Interaktion des Gases mit einer halbleitenden Metalloxidschicht, die in elektronische Signale umgewandelt wird. In der vergangenen Projektphase hatte die Arbeitsgruppe von Udo Weimar verschiedene Betriebsmodi des Messsystems unter anwendungsnahen Bedingungen untersucht. Damit konnten die Nachweisgrenze sowie die Sensitivität und Selektivität des Sensors weiter verbessert werden. Nun beginnen die Arbeiten zur Sensorfertigung im industriellen Maßstab.</p><p>Die gemeinnützige Alfred-Teufel-Stiftung fördert neben dem Projekt in der Tübinger Chemie auch Forschungsarbeiten der Universität Stuttgart zur Luftreinhaltung in Innenräumen und unterstützt die Stadt Nagold bei Angeboten des Betreuten Wohnens. Eingerichtet wurde sie von dem Nagolder Unternehmer Alfred Teufel (1894-1985), der auch Ehrensenator der Universität Tübingen war. Seit Ende 2023 ist Prof. Dr. Peter Grathwohl, Prorektor für Forschung und Innovation der Universität Tübingen, Mitglied des vierköpfigen Stiftungsrats.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-103701</guid><pubDate>Tue, 13 Feb 2024 09:38:46 +0100</pubDate><title>Erfolg beim Eliteprogramm für Postdocs der Baden-Württemberg Stiftung</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/erfolg-beim-eliteprogramm-fuer-postdocs-der-baden-wuerttemberg-stiftung/</link><description>Förderung für Projekte in der Ägyptologie, Pharmazie und den Geowissenschaften</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Baden-Württemberg Stiftung fördert drei Tübinger Forschungsprojekte mit ihrem „Eliteprogramm für Postdocs“: Dr. Silja Mordhorst (Pharmazie), Dr. Rebecca Schlegel (Geowissenschaften) und Dr. Carolina Teotino-Tattko (Ägyptologie) erhalten für die Laufzeit von maximal drei Jahren bis zu 150.000 Euro für eigene Forschungsvorhaben.</p><p>Das Programm unterstützt exzellente junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Qualifizierungsphase nach der Promotion, um wissenschaftliche Eigenverantwortung und Selbstständigkeit zu stärken. Übergeordnetes Ziel ist es, die Attraktivität Baden-Württembergs für die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zu erhöhen und sie als hochqualifiziertes Personal für die Hochschulen gewinnen zu können.</p><h3>Die geförderten Projekte:</h3><h4>Fighting Tuberculosis: Antimycobacterial Peptides as Promising Drug Candidates (Dr. Silja Mordhorst)</h4><p>Bakterielle Naturstoffe sind wichtige Leitstrukturen in der Entwicklung neuer Wirkstoffe. Die Entdeckung neuer Naturstoffe wird immer schwieriger und oftmals werden auf dem klassischen Weg bereits bekannte Verbindungen bzw. bekannte Stoffklassen isoliert und identifiziert. Heutzutage werden innovative in <em>silico</em> Strategien wie zum Beispiel <em>genome mining</em> und<em> metagenomics</em> angewendet, um das versteckte Potential nicht-kultivierter Bakterien zu erforschen. Die Naturstoffklasse der ribosomal synthetisierten und posttranslational modifizierten Peptide (RiPPs) ist bekannt für ihre große strukturelle Diversität und vielfältigen Bioaktivitäten.</p><p>Der RiPP Naturstoff Lassomycin wurde aus dem Bakterium<em> Lentzea kentuckyensis</em> sp. isoliert und zeigt eine starke Aktivität gegen das humanpathogene Bakterium <em>Mycobacterium tuberculosis</em>. Auch der RiPP Naturstoff Kitamycobactin zeigt Aktivität gegen <em>M. tuberculosis</em>. Tuberkulose ist eine ernste Infektionskrankheit an der jährlich ca. 10 Millionen Menschen erkranken. Es wird geschätzt, dass bis zu einem Drittel der Weltbevölkerung mit <em>M. tuberculosis</em> infiziert ist und dass etwa 1.5 Millionen Menschen jedes Jahr an Tuberkulose sterben. Nach den internationalen Leitlinien wird die Krankheit mit einer Kombinationstherapie behandelt; zwei Monate intensive Chemotherapie mit vier verschiedenen Antibiotika (Ethambutol, Pyrazinamid, Isoniazid und Rifampicin), gefolgt von weiteren vier bis sechs Monaten mit Isoniazid und Rifampicin. Toxische Nebenwirkungen und die lange Therapiedauer führen zu einer schlechten Patienten-Compliance. Außerdem sind die Kosten für diese Standardtherapie mit etwa 100 € pro Tag (in Deutschland) sehr hoch.</p><p>Ziel des hier vorgeschlagenen Forschungsprojekts ist die Identifikation und die heterologe Produktion von antimykobakteriellen Peptiden aus der RiPP-Familie. Dabei dienen die chemischen Strukturen der zwei bekannten Verbindungen Lassomycin und Kitamycobactin als Pharmakophor, um weitere tuberkulostatische oder tuberkulozide Verbindung zu entdecken. Durch die antimykobakterielle Aktivität von Lassomycin und Kitamycobactin werden einige Analoga ebenfalls vielversprechende Wirkstoffkandidaten für die Behandlung von Tuberkulose darstellen. Immer häufiger treten Resistenzen gegen die Standard-Antibiotika Therapie auf: Multiresistente (MDR) und weitgehend resistente (XDR) Mykobakterien sind ein großes gesellschaftliches Problem heutzutage, daher werden dringend neue Wirkstoffe mit anderen Zielstrukturen als die der Standard-Antibiotika benötigt.</p><h5>Biographische Angaben:</h5><p>Silja Mordhorst studierte Pharmazeutische Wissenschaften an der Universität Freiburg und promovierte dort in der Arbeitsgruppe von Prof. Andexer. 2019 erhielt sie das Feodor Lynen-Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung und ging damit an die ETH Zürich, wo sie im Labor von Prof. Piel als Postdoktorandin arbeitete. Im Frühjahr 2022 wurde sie als Juniorprofessorin für Pharmazeutische Biologie ans Pharmazeutische Institut der Universität Tübingen berufen.</p><p><a href="https://uni-tuebingen.de/de/230084" target="_blank" class="external-link">Webseite von Silja Mordhorst</a>&nbsp;</p><h4>BRISANT - Bodengebundene Radar- Interferometrie zum Schmelzen der Antarktis (Dr. Rebecca Schlegel)</h4><p>Die globale Klimaerwärmung und deren Auswirkungen sind epochale Herausforderungen unserer und kommender Generationen. Auswirkungen werden in fast allen Lebensbereichen prognostiziert. Die Zunahme von extremen Wetter- und Klimaereignissen und die Überflutung von küstennahen Gebieten verursachen unter anderem Probleme in der Nahrungsmittel- und Wasserversorgung, den Diversitätsverlust in der Pflanzen- und Tierwelt, und das Aussterben und die Umsiedlung von Spezies. Der aktuelle Sachstandsbericht (AP6) des Weltklimarates IPCC zeigt, dass viele Auswirkungen größer zu erwarten sind, als im vorherigen Bericht (AP5) beschrieben wurde.</p><p>Die Prognosen der Auswirkungen basieren auf Erdsystemmodellen, die Kopplungen verschiedener Erdsystemkomponenten (z. B. Atmosphäre mit Biosphäre) beinhalten. Dabei gibt es im Erdsystem mehrere Kippelemente, bei welchen es bei Erreichen des so genannten Kipppunktes zu plötzlichen und unumkehrbaren Veränderungen im System kommt. Das antarktische Eisschild wurde als einer der Kippelemente unseres Erdsystems identifiziert. Dennoch sind die Eis-Ozean-Kopplungen aufgrund der unzureichenden Datenlage weitgehend noch nicht in Erdsystemmodellen integriert. Internationale Bemühungen, die Kopplungen voranzutreiben, benötigen Beobachtungen der Eis-Ozean-Wechselwirkung, um Ergebnisse zu validieren und kalibrieren.</p><p>Die Unterkanten der schwimmenden Eisschelfe der Antarktis stellen die basale Kontaktfläche zwischen Eis und Ozean in hunderten von Metern Tiefe dar. Die Unzugänglichkeit der Eisschelfunterkante verhindert direkte Beobachtungen der Eis-Ozean-Wechselwirkungen, weshalb die Bestimmungen der meisten relevanten Parameter, insbesondere der basalen Schmelzraten, von der Oberfläche mittels geophysikalischer Methoden abgeleitet werden. Bestehende Methoden bieten dazu einerseits zeitlich hochaufgelöste Punktmessungen, und andererseits eine hohe räumliche Abdeckung mit geringerer zeitlicher Auflösung. Das vorgeschlagene BRISANT-Projekt schließt die Raum-Zeit-Lücke zwischen beiden Verfahren anhand einer methodischen Radarneuentwicklung.</p><p>Die Hypothese dieses Projektes ist, dass basale Schmelzraten eine Funktion der lokalen Topographie der Eisschelfunterkante und der Eismächtigkeit darstellen. Daraus ergibt sich ein selbst-organisiertes Muster, welches sowohl von eisdynamischen als auch von ozean-induzierten Prozessen auf der sub-kilometer Skala (auf der auch die basale Topographie variiert) gesteuert wird. Diese resultieren in räumlich und zeitlich hoch variablen basalen Schmelzraten, die derzeit von vorhandenen Messmethoden nur unzureichend abgedeckt werden. Die daraus resultierende Lücke im Prozessverständnis der Eis-Ozean-Kopplung muss für eine verlässliche Implementierung in numerischen Modellen geschlossen werden. Dazu sind „fortschrittliche Beobachtungssysteme, die Echtzeitdaten des Zustands und der Veränderung […]“ (Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina (2022)) der Eis-Ozean Kontaktfläche liefern, notwendig.</p><p>Das Projekt schlägt vor, die räumliche Variabilität auf der sub-kilometer Skala, entlang von Profilen mit zehner bis hunderten Kilometern Länge, mittels Wiederholungsmessungen und interferometrischer Auswertung der Eismächtigkeitsänderung abzuleiten. Dazu ist eine Optimierung existierender Radarsysteme nötig, die aufgrund von technischen Fortschritten in der Radartechnik greifbar geworden ist. Die abgeleiteten Resultate können mit Punktmessungen anhand von bereits existierenden Radaren validiert werden. Bei Erfolg liefert diese methodische Neuentwicklung Zugang zu kritischen Validierungs- und Kalibrierungsdaten für die Eis-Ozean-Kopplung in Erdsystemmodellen.</p><h5>Biographische Angaben:</h5><p>Rebecca Schlegel ist seit 2023 Teil der Arbeitsgruppe Geophysik im Fachbereich Geowissenschaften an der Universität Tübingen. Ihre bisherige Forschung fokussierte sich auf die Dynamik von Eisströmen in der Antarktis. Mittels verschiedener geophysikalischer Methoden werden dabei physikalische Eigenschaften des Untergrunds (Sediment/Gestein unter dem Eis) der Eisströme untersucht und kartiert. Der Zusammenhang von Eisstromdynamik und Untergrund sind u.a. entscheidend, um exakte Meeresspiegelvorhersagen zu treffen.</p><p><a href="https://uni-tuebingen.de/de/147603" target="_blank" class="external-link">Webseite der Arbeitsgruppe Geophysik</a>&nbsp;</p><h4>Die Bildostraka aus Athribis (Atripe) (Dr. Carolina Teotino-Tattko)</h4><p>Thema der Untersuchung sind mit Zeichnungen versehene so genannte Ostraka aus dem alten Ägypten, genauer aus der Region, die zum einstmaligen 9. oberägyptischen Gau gehörte. Dort liegen heute die Überreste des antiken Athribis (Atripe) ca. 7 Kilometer südwestlich der modernen Stadt Sohag und gegenüber von Achmim. Für die dort verehrten Götter Min, seine Gemahlin Repit und deren Sohn Kolanthes errichteten Ptolemaios IX. und sein Sohn Ptolemaios XII. einen großen Tempelbezirk. Bei einem von der DFG finanzierten Grabungsprojekt der Universität Tübingen unter der Leitung von Prof. Christian Leitz kamen westlich des heutzutage freigelegten Tempels in zumeist sekundären Schichten bislang etwa 23.000 dieser Ostraka zum Vorschein, ohne dass die Grabung abgeschlossen ist. Als Ostraka bezeichnet man beschriftete resp. bemalte Tonscherben oder Steinsplitter, bei denen es sich wie in Athribis um abgenutzte oder zerbrochene aus Ton gefertigte Alltags- und Gebrauchsgegenstände wie Gefäße handelt, die eine zweite Nutzung als Text- und Bildträger erfahren.</p><p>Die Zeichnungen auf Bildostraka sind meistens auf der konvexen Seite, d.h. der Außenseite der Scherben abgebildet und nur selten mit Schrift kombiniert. Sie sind hauptsächlich in Tusche ausgeführt, manchmal zusätzlich in weiteren Farben. Neben schwarzer Tusche fiel die Wahl vereinzelt auf rote (Ocker-)Tusche; in etlichen Fällen wurde mit Kohle gezeichnet. Neben krakeligen, undefinierbaren Formen gibt es elaborierte Zeichnungen, etwa Bilder geübter Künstler oder Abbildungen, die mit großer Wahrscheinlichkeit von Kindern stammen. Das Repertoire an bildlichen Motiven ist weit gefächert, obgleich Menschen- und Götterdarstellungen, letztere teilweise tierköpfig, mit Abstand die größte Gruppe bilden. Aus dem Bereich der Fauna belegt sind Abbildungen von Hunden, Skorpionen sowie Falken u.a.m., aus dem Bereich der Flora lassen sich Palmblätter und Blumen identifizieren. Dazu kommen (Kult-)Objekte wie ein Räucherarm und Sonnenuhren, Architektur(teile) wie Gebäude und Säulen, geometrische Figuren wie Gitternetze, Kreuze und Sterne sowie Dekorationselemente wie florale Zierbänder und Mäandermuster.</p><p>Ziel des Projekts ist es, die in der Siedlung von Athribis gefundenen Bildostraka zu untersuchen und zu veröffentlichen, die nicht nur wichtige Informationen über das tägliche Leben der Bewohner der Region, sondern auch ihren Glauben liefern werden.</p><h5>Biographische Angaben:</h5><p>Carolina Teotino-Tattko studierte Ägyptologie an der Universität Tübingen, wo sie 2021 promovierte. 2022 leitete sie das Projekt „Das Haus des Min in Horustempel von Edfu“ an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und seit Oktober 2022 betreut sie die ägyptische Sammlung am Institut für die Kulturen des Alten Orients der Universität Tübingen.</p><p><a href="https://uni-tuebingen.de/de/23981" target="_blank" class="external-link">Webseite von Carolina Teotino-Tattko</a>&nbsp;</p><p class="align-right"><em>Dr. Natalie Walker, Dezernat Forschung / Forschungsförderung</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-103608</guid><pubDate>Thu, 08 Feb 2024 13:27:29 +0100</pubDate><title>Core Facility for Electron Microscopy</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/core-facility-for-electron-microscopy/</link><description>Tübingen Structural Microscopy Core Facility (TSM) on the Morgenstelle Campus</description><content:encoded><![CDATA[<p>Tübingen Structural Microscopy (TSM) is one of the University of Tübingen’s five Core Facilities funded by the German government’s Excellence Strategy. A total of eight electron microscopes are organizationally united under the umbrella of the Core Facility and are supervised by the participating laboratories of the Departments of Biology and Geosciences as well as the Center for Plant Molecular Biology (ZMBP).<br> &nbsp;<br> "TSM's services include project consulting, support on the microscopes, and training on devices, techniques and methods. We assist research projects to varying degrees depending on the level of knowledge. This also includes methodological advice on submitting research proposals and writing publications," explains Dr. Stefan Fischer, Head of the <a href="/forschung/forschungsinfrastruktur/tuebingen-structural-microscopy-tsm/" target="_blank">Tübingen Structural Microscopy Core Facility (TSM)</a>. Fischer is a biologist and has been at the University of Tübingen since 2014. He was previously a postdoc in Halifax, Canada, where he specialized in 3D electron microscopy. TSM is involved in the training of young scientists in electron microscopy courses that are integrated into Bachelor's and Master's degree programs.&nbsp;</p><p>Along with Dr. Stefan Fischer, the TSM executive board consists of Professor Oliver Betz, group leader of Evolutionary Biology of Invertebrates at the Institute of Evolution and Ecology, Professor Andreas Kappler, Geomicrobiology group leader at the Department of Geosciences, and Dr. Mark Stahl, Head of Central Services at the Centre for Plant Molecular Biology (ZMBP). On the administrative side, Professor Peter Grathwohl, Vice-President of Research and Innovation, and Dr. Andrea Schaub, Head of the Research Division, are on the executive board.</p><h2>Decentral but within walking distance</h2><p>The TSM is organized decentrally. The member labs and electron microscopes are located on the Morgenstelle campus within a radius of less than 100 m between the Departments of Biology and Geosciences and the Center for Plant Molecular Biology (ZMBP). This means the available experience with sample preparation methods and the applications of electron microscopy is wide-ranging.</p><p>&nbsp;"What is particularly exciting is that the diversity of research topics and issues has increased greatly due to the departments involved. For new topics, we always have to specifically adapt and optimize processes, for example the fixation of samples. The quality of sample preparation is crucial for the quality of the subsequent analyses and their informative value. An important part of our work therefore lies in the consultation and design of electron microscopic investigations and the optimization of specific sample preparation", explains Stefan Fischer.</p><h2>Coordination of new and existing electron microscopes</h2><p>The Core Facility was founded in 2020 with the aim of pooling the electron microscopes already available on the Morgenstelle Campus which were not yet part of a Core Facility, and to be able to integrate new microscopes in the future.</p><p>"We operate two transmission electron microscopes (TEM), four scanning electron microscopes (SEM), a focused ion beam scanning electron microscope (FIB-SEM) and an electron probe microanalyzer (EPMA), which are located in our member labs in the Departments of Biology and Geosciences and in the Center for Plant Molecular Biology (ZMBP)." In addition to pure electron microscopy, the scientists also use a combination of fluorescence, confocal laser scanning and electron microscopy for their investigations.</p><p>"The Cryo-FIB-SEM installed at the Geo- and Environmental Center (GUZ) was added at the beginning of 2020 and is the first device to be centrally assigned to the TSM," says Stefan Fischer. "A special feature of this microscope is that, in addition to room-temperature samples, we can also examine frozen samples. This allows us to avoid chemical fixation processes and examine samples as close as possible to their native state." The device can not only image surfaces, but also ablate them with a gallium ion beam, which enables three-dimensional high-resolution examination methods.&nbsp;</p><h3>Research projects in Geosciences and Biology</h3><p>The TSM's equipment is currently being used primarily for research projects in the geosciences, biology and the <a href="https://www.cmfi.uni-tuebingen.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Cluster of Excellence Controlling Microbes to Fight Infections (CMFI)</a>. As part of the CMFI, Prof. Dr. Lars Angenent and Dr. Bastian Molitor are currently performing electron microscopy investigations in the field of environmental biotechnology supported by the TSM. For example, a project on archaea, Methanothermobacter thermautotrophicus, was supported by electron microscopy. These play a major role in biotechnology as they produce methane, which can replace fossil natural gas. In addition, TSM is currently supporting a project on the formation and excretion of the iron-binding and antimicrobial organic compound pulcherrimin by Staphylococcus epidermis by Professor Andreas Kappler, Professor Andreas Peschel and Professor Heike Brötz-Oesterhelt.</p><p>"In the geosciences, we have projects with environmental samples, for example, which aim to show the connection between the thawing of permafrost and the release of greenhouse gases (carbon dioxide and methane) by microorganisms," says Fischer. One project for which data was obtained at the TSM and which received greater media attention was the investigation of arsenic in soils and plants in rice fields in Asia by the Geomicrobiology working group led by Professor Andreas Kappler a few years ago.&nbsp;</p><p class="align-right">Johannes Baral</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-103503</guid><pubDate>Mon, 05 Feb 2024 10:14:57 +0100</pubDate><title>Auf der Spur verborgener Mitglieder in Mikrobengemeinschaften</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/auf-der-spur-verborgener-mitglieder-in-mikrobengemeinschaften/</link><description>Christoph Ratzke erhält hochdotierte Projektförderung der VolkswagenStiftung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Christoph Ratzke vom Interfakultären Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin der Universität Tübingen verlässt als Forscher gern angestammte Pfade. Daher passt sein neuestes Projekt zur besseren Charakterisierung von Mikrobengemeinschaften aus Umweltproben gut in das Programm „Pioniervorhaben – Explorationen des unbekannten Unbekannten“ der VolkswagenStiftung, über das er im Dezember 2023 eine Förderung von knapp 570.000 Euro für einen Zeitraum von drei Jahren eingeworben hat. Das doppelte „Unbekannt“ des Programms findet sich auch in seinem Vorhaben „Die unbekannte Mehrheit – welche Rolle haben ‚unkultivierbare‘ Mikroben in mikrobiellen Gemeinschaften?“.</p><p>„Mikroben sind überall, schon in einem Löffel Erde befinden sich Tausende verschiedener Arten. Im Labor kultivieren und genauer untersuchen können wir davon aber teilweise nur ein bis zehn Prozent“, berichtet Christoph Ratzke. Er will ein umfassenderes Bild der ganzen mikrobiellen Gemeinschaft bekommen. Besonders interessieren ihn Proben aus dem Ozean oder aus dem Süßwasser, in denen noch viele unentdeckte Bakterienarten vermutet werden.</p><p>Dass sich ein Großteil der Mikroben einer Gemeinschaft im Labor kaum zu erkennen gibt, ist als Problem schon länger bekannt, sagt Ratzke. Bisher fehlten aber Ideen, wie sie näher untersucht werden könnten. Ratzkes Ansatz beruht darauf, dass er die Mikroben nicht ganz vereinzeln will: „Sehr wahrscheinlich brauchen viele der Mikroben, die isoliert auf Kulturmedien im Labor nicht wachsen, einen Partner“, sagt er. Er will daher ein Kultursystem entwickeln, bei dem verschiedene Mikrobenarten physikalisch voneinander getrennt sind, aber die Nachbarn etwa für den Stoffaustauch zugänglich bleiben. Für das Fördergeld kann er einen Postdoc einstellen und ein Großgerät zur automatisierten Sortierung der Mikroben.</p><p>Bisher habe man im Labor häufig gesehen, welche Mikroben sich unter Wettbewerbsbedingungen am besten durchsetzen. „Mich interessiert aber die ganze Biodiversität der natürlichen mikrobiellen Gemeinschaften und unter welchen Bedingungen diese stabil bleiben“, sagt Ratzke. Anwendbar soll seine Methode möglichst auf mikrobielle Gemeinschaften aus Ökosystemen aller Art sein. „Bakterien und Pilze beherrschen viele verschiedene Stoffwechselwege, produzieren eine große Vielfalt an Stoffen, die für den Menschen zum Beispiel als Antibiotika nützlich sein können“, sagt er. „In den bisher unerforschten Arten steckt ein gigantisches Potenzial.“<br> Mit der Förderinitiative „Pioniervorhaben“ – Explorationen des unbekannten Unbekannten" unterstützt die VolkswagenStiftung bahnbrechende und riskante Forschungsideen mit hoher wissenschaftlicher Relevanz. Die Vorhaben sollen auf große wissenschaftliche Durchbrüche abzielen, auch wenn das Risiko besteht zu scheitern. Ratzke gibt sich zuversichtlich: „Als riskant in dem Sinne empfinde ich meine Forschungsarbeiten nicht. Ich betrachte sie eher als ergebnisoffen.“</p><p class="align-right"><em>Janna Eberhardt/Hochschulkommunikation</em><br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-103422</guid><pubDate>Fri, 02 Feb 2024 08:30:00 +0100</pubDate><title>Ganzheitliches Ressourcen-Management und Datensparsamkeit für die Künstliche Intelligenz</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/ganzheitliches-ressourcen-management-und-datensparsamkeit-fuer-die-kuenstliche-intelligenz/</link><description>KI-Forscher Philipp Hennig erhält ERC Consolidator Grant der Europäischen Union</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Tübinger KI-Forscher Philipp Hennig wird in den kommenden fünf Jahren Methoden entwickeln, mit denen die Ressourcen Rechenzeit und Datenmenge beim maschinellen Lernen effizienter verwaltet werden können. Für dieses Forschungsprojekt warb er erfolgreich einen <span lang="en" dir="ltr">Consolidator Grant</span> des Europäischen Forschungsrats (<span lang="en" dir="ltr">European Research Council, ERC</span>) ein. Das Projekt „<span lang="en" dir="ltr">Advanced Numerical Uncertainty for Bayesian Inference in Science</span>” (kurz: ANUBIS) wird über eine Laufzeit von fünf Jahren mit rund zwei Millionen Euro gefördert. Philipp Hennig ist Professor für die Methoden des Maschinellen Lernens im Fachbereich Informatik der Universität Tübingen, Mitglied im Vorstand des <a href="https://tuebingen.ai/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Tübingen AI Centers</a> und im <a href="/forschung/forschungsschwerpunkte/exzellenzcluster-maschinelles-lernen/home/" class="internal-link">Exzellenzcluster „Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft“</a>.</p><h3>Zielsetzung von ANUBIS</h3><p>Das Projekt ANUBIS verfolgt das Ziel, die Rechenressourcen von wissenschaftlichen KI-Anwendungen ganzheitlich und durchgängig zu managen. In Klimamodellen, geologischen oder neurowissenschaftlichen Simulationen treten viele Inferenzprobleme auf, bei denen man von einer Information bzw. einem Datensatz indirekt auf die Information schließt, die eigentlich gesucht wird. “Um solche Inferenzprobleme zu lösen, brauchen wir große Datenmengen und große Rechenressourcen", erklärt Hennig. "Ein einziger Teildatensatz zum Beispiel aus der Klimaforschung kann da schon einmal 100 Terabyte (also 100.000 Gigabyte) groß sein.”&nbsp;</p><h3>Herausforderungen bei der Datenverarbeitung</h3><p>In dem Projekt wird das, was ein Computer tut – Rechnen – als Quelle von Information betrachtet. Diese Information betrifft Fragen, die nicht endgültig und perfekt beantwortet werden können (wie etwa "Wie wird das Wetter in 10 Jahren?”). Solche Fragen bestehen meist aus unendlich vielen Teilfragen, die durch die Rechnung nicht vollständig beantwortet werden. Darum soll der Computer, während er diese Teilfragen beantwortet, gleichzeitig mitloggen (“Buch führen”), welche Teile der Frage schon beantwortet sind, und wie gut. Das ist auch deshalb gar nicht so einfach, weil das Buchführen selbst auch wieder eine Rechnung ist. Damit das Ganze machbar bleibt, muss also das Buchführen etwas einfacher sein als die Rechnung selbst.</p><h3>Innovative Lösungsansätze</h3><p>Dazu wird es nötig sein, moderne Methoden des maschinellen Lernens zu erweitern, damit ihre Funktionalität mit dem neuen Konzept gut harmoniert. Vorteile der erweiterten Methodik sind nicht nur sparsamere Algorithmen, sondern auch neue Funktionalität. "Für Forscherinnen und Forscher aus den Geo-, Klima- oder Neurowissenschaften wird es dann leichter sein, ganz unterschiedliche Arten von Daten wie etwa konkrete Messdaten, Simulationsdaten und Expertenwissen flexibel in ihren Code einfließen zu lassen”, sagt Hennig. “Dabei muss die Unsicherheit der Informationen aus den verschiedenen Datenquellen quantifiziert werden. Beides war mit den bisherigen Methoden nicht möglich."</p><p class="align-right"><em>Claudia Brusdeylins, Tübingen AI Center / Universität Tübingen</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-103065</guid><pubDate>Thu, 25 Jan 2024 10:53:51 +0100</pubDate><title>Wissenschaft braucht freiheitliche Demokratie und Rechtstaatlichkeit</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/wissenschaft-braucht-freiheitliche-demokratie-und-rechtstaatlichkeit/</link><description>Statement des Präsidiums der Hochschulrektorenkonferenz (HRK)</description><content:encoded><![CDATA[<p>Vor dem Hintergrund immer unverhohlener antidemokratischer Bestrebungen und&nbsp;damit verbundener Menschenverachtung betonen wir klar und eindeutig: Freiheitliche&nbsp; Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind die unverrückbaren Säulen unseres Landes&nbsp;und seiner Institutionen. Sie sind auch wesentliche Voraussetzung für die Existenz eines&nbsp;wettbewerbsfähigen und international kompatiblen deutschen Hochschulsystems.</p><p>Der umfassende rechtliche Schutz der Wissenschaftsfreiheit, wie ihn unser Grundgesetz&nbsp;vorsieht, ist die Basis für den Erfolg unserer Wissenschaft. Wissenschaftler:innen&nbsp;müssen Forschungsthemen frei wählen und bearbeiten können. Forschung und Lehre&nbsp;dürfen nicht zu politischen Zwecken instrumentalisiert werden. Nur so entfaltet&nbsp;Wissenschaft ihr ganzes Potenzial für Wirtschaft und Gesellschaft.</p><p>Auch der im Grundgesetz verbriefte rechtliche Schutz vor Diskriminierung in jeder Form&nbsp;ist ein Pfeiler unserer wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit. Die Vielfalt von&nbsp;internationalen Perspektiven und Hintergründen macht unsere Wissenschaft stark und&nbsp;trägt wesentlich zu ihrem Fortschritt bei. Wir sind stolz darauf und unterstützen&nbsp;ausdrücklich, dass an unseren Hochschulen Menschen aus aller Welt und mit den&nbsp;unterschiedlichsten Hintergründen studieren und arbeiten. Die Mitgliedshochschulen&nbsp;der HRK haben in ihrer langjährigen <a href="https://www.hrk.de/weltoffene-hochschulen/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Kampagne „Weltoffene Hochschulen“</a> dazu&nbsp;vielfach erklärt und bekräftigt: Nur eine Hochschule, die international denkt und&nbsp;handelt, ist zukunfts- und wettbewerbsfähig. Ein offener und internationaler Campus&nbsp;und die internationale Mobilität von Lehrenden und Lernenden sind essenzielle&nbsp;Grundlagen für qualitätsvolles Lehren, Lernen und Forschen.</p><p>Die steigende Tendenz im öffentlichen und politischen Raum, den gesellschaftlichen&nbsp;Diskurs inhaltlich und tonal zu verändern, um Wissenschaftsfeindlichkeit,&nbsp;Einschränkung der Wissenschaftsfreiheit, Rassismus, Intoleranz und auf Ausgrenzung&nbsp;fußende Ideen und Feindbilder zu normalisieren, den Zusammenhalt in der Gesellschaft&nbsp;zu zersetzen und das Vertrauen in die freiheitliche Demokratie zu untergraben, ist&nbsp;höchst alarmierend. Dem stellen wir uns als Präsidium der HRK klar entgegen. Jedes&nbsp;einzelne Mitglied unserer Hochschulen ist gefordert, für die Grundwerte unserer&nbsp;Verfassung einzutreten.</p><p class="align-right"><a href="https://www.hrk.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/meldung/wissenschaft-braucht-freiheitliche-demokratie-und-rechtstaatlichkeit-5036/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Pressemitteilung der HRK</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-102840</guid><pubDate>Mon, 22 Jan 2024 10:18:21 +0100</pubDate><title>Bessel-Forschungspreis in der Erziehungswissenschaft</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/bessel-forschungspreis-in-der-erziehungswissenschaft/</link><description>Chris Brown aus Southampton arbeitet in Tübingen zu Netzwerken an Schulen und der Rolle von Schulleitungen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professor <span lang="en" dir="ltr">Chris Brown</span>, ein international ausgewiesener Experte in der Bildungsforschung, kommt mit einem Friedrich-Wilhelm-Bessel-Forschungspreis ans Institut für Erziehungswissenschaft (IfE) der Universität Tübingen. Der mit 45.000 Euro dotierte Preis würdigt nicht nur die wissenschaftlichen Leistungen von <span lang="en" dir="ltr">Brown</span>, sondern soll auch die Zusammenarbeit zwischen Forschenden in Deutschland und dem Ausland fördern. <span lang="en" dir="ltr">Chris Brown</span> ist an der <span lang="en" dir="ltr">University of Southampton </span>in Großbritannien tätig und hat bereits seit 2021 eine Gastprofessur am IfE inne. Für den Preis nominiert wurde <span lang="en" dir="ltr">Brown </span>von Dr. Colin Cramer, Professor für Professionsforschung am IfE.</p><p><span lang="en" dir="ltr">Chris Brown</span> hat mit seiner Forschung wichtige Beiträge auf dem Gebiet der professionellen Lernnetzwerke in Schulen und zu schulischem Führungshandeln geleistet. Sein interdisziplinärer Ansatz eröffnet neue Perspektiven, wie die Bildungsforschung in Zeiten des Wandels zu einer forschungsgeleiteten Gesellschaft beitragen kann. Seit seiner Ernennung zum Gastprofessor am IfE besteht eine enge Kooperation in Forschung und Lehre mit dem Tübinger Institut. Im Fokus der Zusammenarbeit steht die Frage, wie Netzwerke in und zwischen Schulen das Bildungssystem verbessern können und wie Schulleitungen zu Innovationen an ihren Bildungseinrichtungen beitragen. Bei seinem nächsten Aufenthalt in Tübingen ab Juli 2024 wird <span lang="en" dir="ltr">Brown</span> vor allem der Frage nachgehen, wie Lehrkräfte sowie Schulleiterinnen und -leiter so auf ihre Aufgaben vorbereitet werden können, dass sie für die zukünftigen Herausforderungen ihres Berufs gerüstet sind.</p><p>Die Alexander-von-Humbold-Stiftung verleiht jährlich rund 20 Friedrich-Wilhelm-Bessel-Forschungspreise an international anerkannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland. Benannt ist die Auszeichnung nach dem deutschen Astronomen und Mathematiker Friedrich Wilhelm Bessel (1784-1846).</p><p class="align-right"><em>Tina Schäfer</em></p><h3>Weitere Informationen:</h3><ul class="ut-list ut-list--link-list"><li><a href="https://www.southampton.ac.uk/people/657v5r/professor-chris-brown" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Webseite von Chris Brown</a></li><li><a href="https://www.humboldt-foundation.de/bewerben/foerderprogramme/friedrich-wilhelm-bessel-forschungspreis" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Bessel-Forschungspreis der Humbold-Stiftung</a><br> 	&nbsp;</li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-102705</guid><pubDate>Thu, 18 Jan 2024 10:37:22 +0100</pubDate><title>Universitäten Durham und Tübingen stärken ihre strategische Partnerschaft </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/universitaeten-durham-und-tuebingen-staerken-ihre-strategische-partnerschaft/</link><description>Neue gemeinsame Investitionen in die Forschung zur Bewältigung globaler Herausforderungen vereinbart</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universitäten Tübingen und Durham haben ihre enge Partnerschaft um weitere fünf Jahre verlängert. Bei der Unterzeichnung einer neuen Kooperationsvereinbarung am Donnerstag in Tübingen wurde zugleich ein Programm zur Anschubfinanzierung gemeinsamer Forschungsvorhaben gestartet, die der Bewältigung globaler Herausforderungen dienen werden. „Durham ist einer unserer engsten und wichtigsten Partner in Großbritannien“, sagte die Rektorin der Universität Tübingen, Professorin Karla Pollmann: „Daher freue ich mich außerordentlich, dass wir unsere bewährte Zusammenarbeit auch in den kommenden Jahren werden fortsetzen können.“</p><p>Die britische Delegation wurde von der Rektorin der Universität Durham, Professorin Karen O'Brien, angeführt. Sie wurde begleitet von der Prorektorin für Globales, Professorin Claire O'Malley und der Dekanin für Kunst und Geisteswissenschaften, Professorin Janet Stewart. Auf Seiten der Universität Tübingen leitete Rektorin Pollmann die Gespräche. Sie wurde unterstützt von der Prorektorin für Internationales und Diversität, Professorin Monique Scheer, sowie dem Prorektor für Forschung und Innovation, Professor Peter Grathwohl. &nbsp;</p><p>Für das neue Förderprogramm stellen beide Universitäten jeweils 50.000 Euro bereit. Dies soll als Anschubfinanzierung genutzt werden, um bei nationalen und internationalen Förderorganisationen zusätzliche Drittmittel einzuwerben. Dieses Vorgehen war in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten sehr erfolgreich. So konnten Forschende beider Universitäten bereits mehrere Millionen Euro Fördergelder für Forschungsprogramme in den Bereichen Archäologie, Pflanzenimmunität, Klima, Landschaft, Siedlungsentwicklung und Gesellschaft einwerben.</p><p>Das neue Förderprogramm wird am 22. Januar 2024 veröffentlicht. Bewerbungen sind möglich bis zum 17. Mai 2024. Gefördert werden Vorhaben auf folgenden Themenfeldern:&nbsp;</p><ul><li>Klimawandel und saubere Energie,&nbsp;</li><li>Gesundheit und Lebenswissenschaften,</li><li>Erbe und Kultur,</li><li>Lebenswissenschaften und Umwelt,</li><li>Quantenforschung und -technologien,&nbsp;</li><li>Aufstrebende Technologien (Digitaltechnik, Datenwissenschaften und KI).&nbsp;</li></ul><p>Im Rahmen des Besuchs tauschten sich die Delegationen aus Durham und Tübingen auch über die wichtigsten institutionellen Entwicklungen und Prioritäten aus, darunter Nachhaltigkeit, kulturelles Erbe sowie Gleichstellung, Vielfalt und Integration. Die Kooperation der beiden Universitäten besteht seit 1989 und umfasst die Zusammenarbeit in Forschung, Studium und Lehre sowie Administration. Abkommen zum Austausch von Studierenden gibt es in den Fächern Chemie, Klassische Philologie und Alte Geschichte, Geowissenschaften, Germanistik, Philosophie und Theologie. Beide Universitäten sind zudem Mitglied im weltweiten Universitätsnetzwerk Matariki.&nbsp;</p><p class="align-right"><em>Karl G. Rijkhoek</em><br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-101879</guid><pubDate>Mon, 18 Dec 2023 13:33:28 +0100</pubDate><title>Herausforderungen in Sprach- und MINT-Didaktik mit Methoden der KI lösen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/herausforderungen-in-sprach-und-mint-didaktik-mit-methoden-der-ki-loesen/</link><description>Forschungsprojekt „WoLKE“ erhält Förderung des Landes</description><content:encoded><![CDATA[<p>Für ein gemeinsames Forschungsvorhaben zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Unterricht erhalten die Universität Tübingen sowie die Pädagogischen Hochschulen Ludwigsburg und Schwäbisch Gmünd eine Förderung von knapp 700.000 Euro vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Im Projekt „WoLKE“ werden Lehrveranstaltungen entwickelt, in denen angehende Lehrkräfte den didaktisch sinnvollen Einsatz von KI-Methoden und -Werkzeugen im Unterricht erlernen und den Umgang damit reflektieren können. Den zukünftigen Lehrerinnen und Lehrern sollen methodische Kompetenzen vermittelt werden, wie sie mithilfe KI-basierter Werkzeuge konkreten schulischen Herausforderungen begegnen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Sprachen und den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Der Name „WoLKE“ steht als Akronym für die zentrale Fragestellung des Projekts: „Wo bieten KI-Methoden Lösungen für fachdidaktische Herausforderungen? Computerlinguistisch fundierte Konzeption und Evaluation curricular verankerter Lehrveranstaltungen für die Sprach- und MINT-Didaktik“.</p><p>Wissenschaftsministerin Petra Olschowski: „Angehende Lehrkräfte müssen Künstliche Intelligenz sinnvoll im Unterricht anwenden können. Sie sollten Chancen und Risiken sowie Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von KI vermitteln können. Mit der Förderung des Projekts wollen wir eine möglichst beispielgebende Einbindung in das Lehramtsstudium ermöglichen.“</p><p>Geleitet wird der Forschungsverbund von Professor Dr. Detmar Meurers vom Seminar für Sprachwissenschaft der Universität Tübingen sowie Juniorprofessor Dr. Heiko Holz, PH Ludwigsburg, und Juniorprofessorin Dr. Luzia Leifheit und Juniorprofessor Dr. Jan Winkelmann, beide PH Schwäbisch Gmünd. Das Projektteam setzt sich aus Expertinnen und Experten aus den Bereichen Informatik und Informatikdidaktik, Computerlinguistik, Sprach- und MINT-Didaktik, Empirische Bildungsforschung sowie Lehrkräftefortbildung zusammen.</p><p>Seit Jahren wird eine effektive Digitalisierung in der Bildung gefordert und die COVID-19-Pandemie hat eindrücklich den Bedarf an binnendifferenzierter Förderung innerhalb und außerhalb des Unterrichts verdeutlicht. Auch die jüngsten Ergebnisse der IGLU-Studie zur Leseleistung von Grundschulkindern und der IQB-Bildungstrends zu Sprachkompetenzen in der Sekundarstufe I zeigen: Zwischen 25% und 32,5% der Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 4 und 9 verfehlen das Mindestniveau beim Textverständnis, im Lesen oder auch in Orthografie. Digitale Werkzeuge können unter Einsatz von KI-Methoden einen substanziellen Beitrag bei der Förderung leisten und bieten insbesondere bei der Anpassung an individuelle Bedürfnisse der Lernenden enorme Potenziale.</p><p>Spätestens seit der Veröffentlichung des textgenerierenden KI-Tools „<span lang="en" dir="ltr">ChatGPT</span>“ der Firma <span lang="en" dir="ltr">OpenAI</span> im November 2022 ist KI in aller Munde, auch im Bildungskontext. Solche textgenerierenden KI-Tools basieren auf Large Language Models (LLMs). Auf Basis dieser großen Sprachmodelle können sie sprachlich attraktive, aber inhaltlich nicht weiter in Welt- oder Fachwissen verankerte, letztlich fiktionale Texte erzeugen. Damit können zum Beispiel schnell Texte zu unterschiedlichen Themen verfasst, Antworten auf Fragen generiert oder Dialoge unterstützt werden. Da die von LLMs generierten Texte allerdings immer eine Aneinanderreihung von wahrscheinlichen, aber nicht notwendigerweise inhaltlich korrekten Wortfolgen sind, benötigt ein Einsatz grundsätzlich einen reflektierten Umgang und entsprechende Sachkenntnis, der somit den Lehramtsstudierenden für einen professionellen Umgang mit (text-)generierender KI vermittelt werden soll.</p><p>Nicht nur diese aktuellste Form der KI ist im Bildungskontext vielversprechend. So existieren schon länger etablierte KI-Methoden, die das Lehren und Lernen nachweislich effektiv unterstützen können. Hier sind insbesondere Intelligente Tutorsysteme (ITS) zu nennen, die explizit den Wissensstand der Lernenden modellieren, um eine individuelle, passgenaue Lernunterstützung zu bieten. Hier kann das Projektteam bereits auf zahlreiche eigene Systeme und Forschungsarbeiten zurückgreifen, wie das digitale Rechtschreibtraining für Grundschulkinder <a href="http://www.prosodiya.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">„Prosodiya“</a>&nbsp;oder das interaktive Englischübungsheft <span lang="en" dir="ltr"><a href="http://www.feedbook.website" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">„FeedBook“</a></span>.</p><p>Das Projekt „WoLKE“ analysiert zunächst systematisch, wie gut bewährte und generative KI-Tools im Hinblick auf verschiedene Anforderungen und Bedürfnisse für den fachdidaktischen Einsatz geeignet sind, und bewertet ihren jeweiligen Entwicklungsstand. Es wird dabei auch untersucht, wie bereits bewährte KI-Tools mit textgenerierender KI kombiniert werden können, um bisherige Schwächen der jeweiligen Ansätze auszugleichen und neue Synergieeffekte zu erzeugen. Die entwickelten Lehrveranstaltungen werden mit Lehramtsstudierenden der Pädagogischen Hochschulen erprobt und wissenschaftlich untersucht, bevor sie als Open Educational Ressource (OER) frei zur Verfügung gestellt werden.</p><p class="align-right"><em>Nach einem Pressetext des WoLKE-Projekts</em></p><h3><strong>Weitere Informationen</strong></h3><p><a href="https://wolke.schule/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Webseite des WoLKE-Projekts&nbsp;</a><br> Kontakt: <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,kphqByqnmg0uejwng" data-mailto-vector="2" class="mail">info<span style="display:none">spam prevention</span>@wolke.schule</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-101810</guid><pubDate>Fri, 15 Dec 2023 17:26:39 +0100</pubDate><title>Erstes internationales „Joint Degree“ an der Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/erstes-internationales-joint-degree-an-der-universitaet-tuebingen-1/</link><description>Der Master Comparative &amp; Middle East Politics and Society wird künftig von der Universität Tübingen und der American University in Cairo gemeinsam verliehen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen und die American University in Cairo (AUC) haben einen ersten internationalen Studiengang mit einem gemeinsam verliehenen Abschlusszeugnis eingerichtet: Für den Master „CMEPS – Comparative &amp; Middle East Politics and Society“ haben die beiden Hochschulen Ende November in Kairo einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Der Masterstudiengang wird bereits seit 2013 vom Tübinger Institut für Politikwissenschaft gemeinsam mit der Partnerhochschule durchgeführt, mit je 10 Plätzen an beiden Standorten. Neu hinzu gekommen ist mit dem jetzigen Vertrag aber der von beiden Partnern verliehene Abschluss, ein „Joint Degree“. Der Studiengang trägt dabei zur weiteren lnternationalisierung der Universität Tübingen in Forschung und Lehre bei: Anders als bei den bereits bestehenden „Double Degrees“ erfordern „Joint Degrees“ eine engere Kooperation und Koordination bei den Bestimmungen und der Durchführung von Studiengängen.</p><p>Grundlage für diesen Joint Degree war die langjährige Kooperation zwischen beiden Universitäten. Bereits im Juni 2023 hatte es in Tübingen eine Festveranstaltung zum zehnjährigen Jubiläum des CMEPS-Studiengangs gegeben. Den Festvortrag hielt dabei Professor Ehteshami von der Universität Durham zur wachsenden Rolle Chinas in Nahost und der Neugestaltung der Euro-Arabischen Beziehungen. Von Beginn an wurde der CMEPS-Studiengang gemeinsam mit der Partneruniversität AUC in Kairo durchgeführt. Die Einrichtung des Studiengangs wurde zunächst über vier Jahre vom Deutschen Akademischen Austauschdienst gefördert und wird seit 2014 auch vom Land Baden-Württemberg unterstützt. Inzwischen zählt der CMEPS-Master zu den weltweit gefragtesten Ausbildungswegen in diesem Feld. Er erfreut sich hoher internationaler Bewerberzahlen und bringt Studierende aller Kontinente nach Tübingen. Zentrale Inhalte des Studiengangs sind Ansätze zur Erklärung politischer Systemwechsel, Herrschaftsmuster, Wirtschafts- und Entwicklungspolitik oder Konfliktanalyse, hinzu kommen Praxiskomponenten. Der Ausbildungsfokus liegt dabei auf der Region Nahost, die Studieninhalte decken aber auch überregionale Fragestellungen ab. Durch gemeinsame Seminare, Kolloquien und Exkursionen vertiefen Studierende sowohl ihre interkulturellen Kompetenzen als auch ihre Sprachkenntnisse. Ein integriertes Auslandsstudium an der Partnerhochschule, ein ebenfalls integriertes Pflichtpraktikum sowie die Tatsache, dass Abschlussarbeiten und Abschlussprüfungen von Beginn an gemeinsam betreut und durchgeführt werden, tragen zum nahtlosen Übergang vom Studium in den Beruf auf globalisierten Arbeitsmärkten bei, etwa beim Auswärtigen Amt, den Vereinten Nationen oder diversen Nicht-Regierungsorganisationen. Die Aussichten auf einen raschen und guten Berufseinstieg sind daher sehr gut.</p><p>Die Feier zur Unterzeichnung des Joint Degree fand in Kairo in Anwesenheit von Prof. Dr. Monique Scheer, Tübinger Prorektorin für Internationales und Diversität, sowie des AUC-Präsidenten Professor Ahmed Dallal statt. Die Festveranstaltung wurde durch Erfahrungsberichte von Alumni und Studierenden des CMEPS-Studiengangs mitgestaltet, zudem fand eine Fachtagung zum Thema „Political Control and the Global South“ statt.&nbsp;</p><p><a href="https://www.aucegypt.edu/news/auc-t%C3%BCbingen-launch-joint-degree" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">AUC, Tübingen Launch Joint Degree</a>&nbsp;(Press release American University in Cairo)</p><p>Bewerbungsdeadline in Tübingen: 15. Mai&nbsp;</p><p><a href="https://cmeps.eu/" target="_blank" class="ut-btn ut-btn--color-primary-1" rel="noreferrer">Homepage Studiengang CMEPS</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-101774</guid><pubDate>Thu, 14 Dec 2023 15:10:06 +0100</pubDate><title>Carl Friedrich von Siemens Stiftung ehrt Madelaine Böhme</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/carl-friedrich-von-siemens-stiftung-ehrt-madelaine-boehme/</link><description>Tübinger Wissenschaftlerin erhält einjähriges Fellowship</description><content:encoded><![CDATA[<p>Madelaine Böhme, Professorin für Terrestrische Paläoklimatologie, erhält ein Stipendium der Carl Friedrich von Siemens Stiftung. Damit werden die wissenschaftlichen Leistungen der Forscherin gewürdigt, teilte der Stiftungs-Vorstand mit.</p><p>Mit dem Carl Friedrich von Siemens Fellowship lädt die Stiftung jährlich zwei herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für zwölf Monate nach München ein. Durch finanzielle Unterstützung der Stiftung sollen sie in dieser Zeit von ihren universitären Verpflichtungen freigestellt werden, um ungestört und konzentriert an einem Forschungsprojekt arbeiten können.</p><p>Zugleich sollen die Kontakte der Fellows zur wissenschaftlichen Gemeinschaft gefördert und die Verbindung zur Carl Friedrich von Siemens Stiftung vertieft werden. Einige Ergebnisse solcher Fellowships wurden in der ,,Edition der Carl Friedrich von Siemens Stiftung'' veröffentlicht, die beim C.H. Beck Verlag erscheint.</p><p>„Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung und die damit verbundene Würdigung meiner Arbeit“, sagte Madelaine Böhme. Die Wissenschaftlerin erforscht am <span lang="en" dir="ltr">Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> der Universität Tübingen die frühe Evolution der Menschenaffen und Menschen sowie den Ursprung moderner Ökosysteme und wie sich diese durch wechselnde Klimaeinflüsse verändert haben.</p><p class="align-right"><em>Hochschulkommunikation/Antje Karbe</em></p><h3>Weitere Informationen</h3><p><a href="/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/arbeitsgruppen/geo-und-umweltnaturwissenschaften/geo-und-umweltnaturwissenschaften/terrestrische-palaeoklimatologie/arbeitsgruppe/arbeitsgruppe-boehme/madelaine-boehme/" class="internal-link">Website von Madelaine Böhme</a></p><h4>Zur Carl Friedrich von Siemens Stiftung</h4><p>Die Carl Friedrich von Siemens Stiftung ist eine unabhängige Einrichtung zur Förderung der Wissenschaften. Sie führt ein umfangreiches wissenschaftliches Veranstaltungsprogramm in ihrem Haus in Nymphenburg durch, vergibt Fellowships an herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und unterstützt Universitäts- und Forschungsbibliotheken in Deutschland bei der Beschaffung dringend benötigter wissenschaftlicher Literatur.</p><p><a href="https://www.cfvss.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Webseite der Carl Friedrich von Siemens Stiftung</a><br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-101558</guid><pubDate>Fri, 08 Dec 2023 09:05:36 +0100</pubDate><title>Entwicklung des CO2-Gehalts der Atmosphäre über die letzten 66 Millionen Jahre gibt wenig Hoffnung für die Zukunft auf der Erde</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/entwicklung-des-co2-gehalts-der-atmosphaere-ueber-die-letzten-66-millionen-jahre-gibt-wenig-hoffnung-fuer-die-zukunft-auf-der-erde/</link><description>Eine umfangreiche Studie schärft den Blick auf Treibhausgase und das Klima</description><content:encoded><![CDATA[<p>Eine umfangreiche neue Rückschau auf den Kohlendioxidgehalt in der früheren Atmosphäre und entsprechende Temperaturen zeichnet ein beunruhigendes Bild des künftigen Erdklimas. Die Studie umfasst geologische Aufzeichnungen über die letzten 66 Millionen Jahre, die eine Einordnung heutiger Gaskonzentrationen zulassen. Das letzte Mal, als die Atmosphäre die heutigen menschengemachten Kohlendioxidlevel erreichte, war vor rund 14 Millionen Jahren – vor viel längerer Zeit, als einige andere Untersuchungen ergeben hatten. Das Klima reagiert langfristig hochempfindlich auf Treibhausgase, so auch mit Kaskadeneffekten, die sich über Jahrtausende entwickeln können.</p><p>Die Studie entstand in mehr als sieben Jahren durch ein Konsortium aus mehr als 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 16 Nationen. Sie wurde in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht. Das Konsortium fand sich auf Initiative der Geochemikerin Professorin Bärbel Hönisch vom <span lang="en" dir="ltr">Lamont-Doherty Earth Observatory</span> der <span lang="en" dir="ltr">Columbia University</span> in New York zusammen, um einen verlässlichen Überblick über die Veränderungen des Kohlendioxidgehalts der Atmosphäre während des Känozoikums (Erdneuzeit) zu erhalten, das vor 66 Millionen Jahren begann. Mitglieder des Konsortiums von der Universität Tübingen waren PD Dr. Dr. Wilfried Konrad und PD Dr. Anita Roth-Nebelsick (Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart) aus der Arbeitsgruppe von Professor James H. Nebelsick im Fachbereich Geowissenschaften.</p><p>„Wir wissen seit langem, dass zusätzliches CO2 in unserer Atmosphäre die Temperatur steigen lässt“, sagt Bärbel Hönisch, die das Konsortium koordiniert. „Diese Studie gibt uns eine belastbare Vorstellung davon, wie empfindlich das Klima über lange Zeiträume ist.“</p><p>Generelle Schätzungen über Jahrzehnte bis zu Jahrhunderten besagen, dass jede Verdoppelung des CO2-Gehalts der Atmosphäre die globalen Temperaturen um 1,5 bis 4,5 Grad Celsius steigen lässt. Jedoch legt mindestens eine jüngere und weithin wahrgenommene Studie nahe, dass eher eine Erwärmung von 3,6 bis 6 Grad Celsius zu erwarten sei. Alle Schätzungen sehen die Erwärmung des Planeten bei den aktuellen Entwicklungen gefährlich nah oder über einer Erwärmung um zwei Grad, die noch in diesem Jahrhundert erreicht werden könnte. Die sollten wir – da sind sich viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einig – wenn irgend möglich vermeiden.</p><h3>Standardisierung der Messungen</h3><p>Seit dem späten 18. Jahrhundert stieg der CO2-Gehalt der Luft um ungefähr 50 Prozent, von 280 ppm (Teilen pro Million) auf aktuell 420 ppm. Bis zum Ende dieses Jahrhunderts könnten wir 600 ppm oder mehr erreichen. Damit im Zusammenhang steht eine Erwärmung von ungefähr 1,2 Grad Celsius seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Den meisten Schätzungen der künftigen Erderwärmung liegen Informationen aus Studien über die Temperaturentwicklung in Abhängigkeit von CO2 in der Vergangenheit zugrunde. Dafür analysieren Forscherinnen und Forscher in Eiskernen eingeschlossene Luftblasen, die Chemie früherer Böden und von Ozeansedimenten sowie die Anatomie fossiler Pflanzenblätter. Wilfried Konrad und Anita Roth-Nebelsick von der Universität Tübingen trugen mit einem mathematischen Modell zur Rekonstruktion des CO2-Gehalts der Paläoatmosphäre aus Pflanzenfossilien bei. Es wurde von verschiedenen Arbeitsgruppen verwendet, deren Daten in die neue Studie einflossen.</p><p>Die Mitglieder des Konsortiums erhoben keine neuen Daten, sie erfassten vielmehr die Zuverlässigkeit bereits publizierter Studien auf der Grundlage des aktuellen Wissenstands. Ziel war eine Kalibrierung der Daten in Anpassung an neue Analysetechniken, um einen vergleichbaren Standard zu setzen. Sie berechneten für die vergangenen 66 Millionen Jahre den Kurvenverlauf der Erdtemperatur in Abhängigkeit vom CO2-Gehalt der Atmosphäre. Bei einer Verdoppelung des CO2-Gehalts ergibt sich eine vorhergesagte gewaltige Erwärmung des Planeten von fünf bis acht Grad.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-101144</guid><pubDate>Thu, 30 Nov 2023 16:48:58 +0100</pubDate><title>Preis für Biochemie der Knoop-Stiftung an Layla Drwesh und Sören Kirchgäßner</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/preis-fuer-biochemie-der-knoop-stiftung-an-layla-drwesh-und-soeren-kirchgaessner/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Layla Drwesh und Dr. Sören Kirchgäßner sind für ihre herausragende Forschung mit dem Preis für Biochemie 2023 der Knoop-Stiftung an der Universität Tübingen ausgezeichnet worden.</p><p>Der Preis wurde 2015 von der Elisabeth und Franz Knoop-Stiftung zusammen mit dem Interfakultären Institut für Biochemie (IFIB) ins Leben gerufen und ist jeweils mit 5.000 Euro dotiert. Er wird alle zwei Jahre an Nachwuchswissenschaftler und Nachwuchswissenschaftlerinnen als Anerkennung für herausragende biochemische Arbeiten – vorzugsweise im Bereich der humanmedizinisch-orientierten Biochemie – verliehen.</p><h3>Die Preisträger 2023</h3><p><strong>Dr. Layla Drwesh</strong>, Jahrgang 1993, hat 2022 ihre Promotion zum Thema "Biogenese mitochondrialer signalverankerter Proteine" an der Universität Tübingen abgeschlossen und ist seitdem am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung verankert. Ihr aktueller Forschungsschwerpunkt ist die Untersuchung der Beteiligung des mitochondrialen Außenmembranproteins Miro1 an der Pathobiologie der Parkinson-Krankheit (PD) unter Verwendung von Fibroblasten-Zelllinien von PD-Patienten. In der Erläuterung für die Preisvergabe heißt es unter anderem: "Mitochondrien sind komplexe Strukturen in der Zelle, welche die biologische Energie produzieren, die für die vielen verschiedenen Funktionen einer Zelle nötig sind. Die äußere Hülle der Mitochondrien ist mit zahlreichen Proteinen bestückt, welche die Einfuhr und den Export von Substraten regulieren. Dr. Drwesh hat sich insbesondere mit Proteinen beschäftigt, die einen Signal-Anker am Anfang ihrer Aminosäure-Ketten besitzen. Dieser Signal-Anker leitet die Proteine zur äußeren Membranhülle der Mitochondrien und verankert sie dort. Sie hat auch den Mechanismus untersucht, mit dem diese Signal-Anker in der Zelle hergestellt werden. Störungen in der Produktion der Signal-Anker Proteine hat schwerwiegende Konsequenzen für die Zelle. Mitochondrien beziehungsweise deren Funktion werden mit einigen Krankheitsbildern in Verbindung gebracht, so zum Beispiel Krankheiten des Gehirns, dessen Nervenzellen eine sehr große Zahl von Mitochondrien enthalten, wobei eine Verminderung oder Fehlfunktion zum Absterben betroffener Nervenzellen führen kann und dann letztendlich zu Demenz. Desgleichen gilt für Muskelzellen, deren Beeinträchtigung dann zu einer verminderten Muskelfunktion führen."</p><p><strong>Dr. Sören Kirchgäßner</strong>, Jahrgang 1990, hat 2022 seine Promotion an der Universität Tübingen zum Thema Lysin-Acetylierung abgeschlossen und forscht seitdem am Interfakultären Institut für Biochemie. Im Rahmen seiner Doktorarbeit hat Dr. Kirchgäßner eine synthetische Aminosäure entwickelt, die Acetyllysin nachahmt, aber nicht von endogenen Deacetylasen gespalten werden kann. Diese neue Aminosäure, ihre Synthese und mögliche Anwendungen wurden mit Unterstützung der Technologietransferstelle der Universität Tübingen erfolgreich patentiert. In der Erläuterung für die Preisvergabe heißt es: "Sören Kirchgäßner arbeitet an einem Mechanismus, der das Ablesen und Durchstreichen von Kodierungen beschreibt, die nicht wie üblich in der DNA kodiert sind, sondern hier in Proteinen verschlüsselt werden. In seiner Doktorarbeit hat er speziell die Veränderung der Aminosäure Lysin benutzt und hat eine synthetische nichtnatürliche Aminosäure hergestellt. Diese nichtnatürliche Aminosäure kann von der Zelle in ihre eigenen Proteine eingebaut, dann allerdings nicht von den zellulären Enzymen verändert werden. Seine Forschung leistet einen wertvollen Beitrag zum Arbeitsgebiet der Transkriptionsbiologie. Zelluläre Proteine, mit den Kürzeln BRD oder BET bezeichnet, erkennen, 'lesen' die Veränderung der Aminosäure Lysin und sind in der Lage, zelluläre Funktionen grundlegend zu verändern. BRD- oder BET-Proteine sind unter anderem mit der krebsartigen Veränderung der Zelle in Verbindung gebracht worden. Diese als Transkriptionsfaktoren bezeichneten BRD- und BET-Proteine spielen auch bei viralen Infektionen eine Rolle und wurden weiterhin in Studien von Mäusen mit Lern- und Erinnerungs-Defiziten in Verbindung gebracht."</p><h3>Elisabeth und Franz Knoop-Stiftung</h3><p>Die Elisabeth und Franz Knoop-Stiftung wurde 2014 mit dem Ziel errichtet, die Wissenschaft und Forschung insbesondere auf dem Gebiet der Biochemie an der Universität Tübingen zu fördern. Der Name soll an das Ehepaar Elisabeth und Prof. Dr. med. Franz Knoop erinnern und die Lebensleistung von Franz Knoop in Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Biochemie würdigen, u.a. als Ordinarius der Physiologischen Chemie an der Universität Tübingen und als Leiter des Vorläuferinstituts des Interfakultären Instituts für Biochemie (IFIB) von 1928 bis 1946. Die Stiftung wird treuhänderisch durch den Stifterverband verwaltet.</p><p>Die Elisabeth und Franz Knoop-Stiftung hat den Preis für Biochemie an der Universität Tübingen zusammen mit dem IFIB ins Leben gerufen. Der im zweijährigen Turnus vergebene Preis wird an Nachwuchswissenschaftler und Nachwuchswissenschaftlerinnen als Anerkennung für herausragende biochemische Arbeiten – vorzugsweise im Bereich der humanmedizin-orientierten Biochemie – verliehen.</p><ul><li><a href="http://www.knoop-stiftung.de/" target="_blank" rel="noreferrer" title="Link zur Elisabeth und Franz Knoop-Stiftung">www.knoop-stiftung.de</a></li></ul><h3>Stifterverband &amp; Deutsches Stiftungszentrum</h3><p>Der Stifterverband ist die Gemeinschaftsinitiative von Unternehmen und Stiftungen, die als einzige ganzheitlich in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Innovation berät, vernetzt und fördert. Das Deutsche Stiftungs¬zentrum (DSZ) ist das Dienstleistungszentrum des Stifterverbandes für Stifterinnen, Stifter und Stiftungen. Das DSZ betreut derzeit 670 rechtsfähige und nichtrechtsfähige Stiftungen mit einem Gesamtvermögen von über 3,3 Milliarden Euro. Für die Stiftungszwecke stehen den gemeinnützigen Stiftungen pro Jahr rund 150 Millionen Euro zur Verfügung. Seit über 60 Jahren betreut das DSZ Stifterinnen und Stifter in allen Fragen rund um die Stiftungserrichtung sowie gemeinnützige und mildtätige Stiftungen bei der Verwirklichung ihrer satzungsmäßigen Zwecke.</p><ul><li><a href="http://www.deutsches-stiftungszentrum.de/" target="_blank" rel="noreferrer" title="Link zum Deutschen Stiftungszentrum">www.deutsches-stiftungszentrum.de</a></li><li><a href="http://www.stifterverband.de/" target="_blank" rel="noreferrer" title="Link zum Stifterverband">www.stifterverband.de</a>&nbsp;</li></ul><p class="align-right">Pressemitteilung des deutschen Stiftungszentrums</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-100733</guid><pubDate>Thu, 23 Nov 2023 12:00:00 +0100</pubDate><title>Welche Rolle spielen Darmbakterien bei der Krebsimmuntherapie?</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/welche-rolle-spielen-darmbakterien-bei-der-krebsimmuntherapie/</link><description>Tübinger Mikrobiomforscher erhält ERC-Förderung zur Erforschung des Zusammenspiels von Mikrobiom und Krebsimmuntherapie</description><content:encoded><![CDATA[<p>Für sein Forschungsprojekt „Leveraging the impact of gut microbes to advance the efficacy of CAR-T cell immunotherapy“ erhält Prof. Dr. Christoph Stein-Thoeringer, Professor für Klinische Infektiologie und Translationale Mikrobiomforschung an der Medizinischen Fakultät Tübingen, einen Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrates (ERC). Das Projekt zur Erforschung des Einflusses des Mikrobioms auf den Erfolg von sogenannten CAR-T-Zell-Therapien wird über einen Zeitraum von fünf Jahren mit insgesamt rund zwei Millionen Euro gefördert. Mit den ERC Consolidator Grants unterstützt der ERC exzellente Forscherinnen und Forscher bei der Festigung ihrer wissenschaftlichen Karriere.</p><p>Die sogenannte „Chimären Antigenrezeptor T-Zell Therapie“ (CAR-T-Zell-Therapie) stellt den neuesten Meilenstein in der Behandlung von Krebs durch Immuntherapien dar. Mithilfe eines gentechnologischen Verfahrens können körpereigene T-Zellen im Labor zu Chimären Antigenrezeptor-T-Zellen, kurz CAR T-Zellen, umgewandelt und anschließend in den menschlichen Organismus zurück transferiert werden. Mit diesen Antigenrezeptoren ausgestattet sind die T-Zellen dann in der Lage, die Tumorzellen im Körper aufzuspüren und zu vernichten. Trotz des großen Erfolges der CAR-T-Zell-Therapie insbesondere gegen Lymphome, gibt es noch Verbesserungspotenzial.</p><p>Gerade in Bezug auf den langfristigen Behandlungserfolg besteht Optimierungsbedarf. Bei knapp 60 Prozent der Personen, die sich einer CAR-T-Zell-Therapie unterziehen, kommt es zu einem Rezidiv der hämatologischen Tumorerkrankung. Die größte Herausforderung besteht nun darin, herauszufinden, warum die CAR-T-Zelltherapie versagt und ob es Biomarker gibt, die das Ansprechen auf diese Therapie noch vor der eigentlichen Verabreichung der CAR-T-Zellen vorhersagen.&nbsp;<br> Hier kommt das Mikrobiom ins Spiel. Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass das Darmmikrobiom eine wichtige Rolle bei der Immunität und der T-Zellen-gesteuerten Krebsimmuntherapie spielt. Prof. Stein-Thoeringer und seine Forschungsgruppe konnten bereits in jüngster Vergangenheit Indizien dafür finden, das bestimmte Darmbakterien die Vorhersage, ob eine CAR-T-Zell-Therapie von Erfolg gekrönt ist oder nicht, ermöglichen. Mit seiner Mikrobiomforschung will er nun nicht nur die Vorhersage des Ansprechens von CAR-T-Zell-Immuntherapien bestimmen, sondern durch mechanistische Forschung an Interaktionen von Darmmikroben mit Immunzellen und CAR-T-Zellen in Patientinnen und Patienten ein besseres Verständnis des Mikrobioms gewinnen. Das soll in Zukunft helfen, die Erfolgsaussichten von Immuntherapien bei Krebspatientinnen und Krebspatienten zu verbessern.</p><p>Herr Prof. Stein-Thoeringer ist mit seiner Forschungsgruppe „Translationale Mikrobiomforschung“ an der Medizinischen Klinik Innere Medizin I angehangen. Darüber hinaus ist er Mitglied des Tübinger Exzellenzclusters „Controlling Microbes to Fight Infections“ (CMFI) und ist Teil des neu geschaffenen Forschungszentrums M3.&nbsp;</p><h3>Über ERC</h3><p>Der Europäische Forschungsrat (ERC) fördert themenoffen exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und ihre Teams mit bahnbrechenden Forschungsprojekten in verschiedenen Förderlinien für die jeweils passende Karrierestufe. Für die diesjährigen Consolidator Grants hat der ERC aus 2130 Bewerberinnen und Bewerbern 308 Forschende ausgewählt. Die Zuschüsse in Höhe von insgesamt 627 Millionen Euro sind Teil des EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation „Horizont Europa“.</p><p class="align-right"><em>Pressemitteilung des Universitätsklinikums Tübingen</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-100655</guid><pubDate>Wed, 22 Nov 2023 10:00:00 +0100</pubDate><title>Vector Stiftung fördert die Erforschung ressourcenschonender Materialien mit einer Million Euro</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/vector-stiftung-foerdert-die-erforschung-ressourcenschonender-materialien-mit-einer-million-euro/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Vector Stiftung fördert die Erforschung ressourcenschonender Materialien an der Universität Tübingen mit insgesamt einer Million Euro über einen Zeitraum von vier Jahren. Eingeworben hat die Förderung Dr. Manfred Manßen, Nachwuchsgruppenleiter am Institut für Anorganische Chemie. &nbsp;Manßen forscht an der Entwicklung neuer Prozesse und Verfahren in der so genannten präparativen Chemie. Auf diesem Forschungsfeld geht es darum, bisher unbekannte Synthesewege zu realisieren und Materialien einzusetzen, die hohen ökologischen und ökonomischen Anforderungen genügen. Im Fokus stehen dabei die Umweltverträglichkeit sowie die Prozess- und Energiekosten.</p><p>Mit dem Programm ‚MINT für die Umwelt‘ fördert die Vector Stiftung Nachwuchsgruppen an baden-württembergischen Universitäten. Ziel dieser Forschungsgruppen soll es sein, naturwissenschaftliche Fragestellungen weiterzuentwickeln und neue Technologien zu entwickeln, die zu einer nachhaltigeren Entwicklung beitragen. In der künftig geförderten Nachwuchsgruppe an der Universität Tübingen sollen die Interaktionen verschiedener Metalle erforscht werden, die zu einer Aktivierung kleinerer Moleküle, wie zum Beispiel Wasserstoff, Kohlenstoffdioxid oder Stickstoff, führen. Hierdurch entstehen neue Möglichkeiten zur Aufwertung dieser essenziellen chemischen Bausteine. Manßens Nachwuchsgruppe bearbeitet diese komplexen Forschungsfragen interdisziplinär und mit innovativen Methoden und leistet so einen wissenschaftlichen Beitrag zu den globalen Zielen für eine nachhaltige Entwicklung.</p><p>„Nachhaltigkeit, Umweltschutz und die Schonung unserer natürlichen Ressourcen sind heute zentrale Herausforderungen für Wirtschaft und Gesellschaft“, betonte die Rektorin der Universität, Professorin Karla Pollmann: „Tübinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können mit ihrer Expertise wesentliche Beiträge zur Lösung dieser Probleme liefern. Vor diesem Hintergrund freue ich mich außerordentlich über das erneute, großzügige Engagement der Vector Stiftung an unserer Universität.“</p><p>„Herr Dr. Manßen hat unseren Forschungsbeirat auf ganzer Linie überzeugt. Seine Grundlagenforschung zu wichtigen Zukunftsthemen adressiert gleich mehrere Ziele der nachhaltigen Entwicklung (SDGs). Wir erkennen hier einen vielversprechenden Forschungsansatz, der zukünftig noch weitreichendes Potential entwickeln könnte. Darüber hinaus zeigt Herr Dr. Manßen herausragende akademische Leistungen und eine zielstrebige akademische Karriereplanung“, sagte Kristine Bentz, Leiterin Forschungsförderung der Vector Stiftung.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-100712</guid><pubDate>Tue, 21 Nov 2023 15:48:04 +0100</pubDate><title>Gustav-Hertz-Preis geht an die Tübinger Physikerin Daniela Doneva</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/gustav-hertz-preis-geht-an-die-tuebinger-physikerin-daniela-doneva/</link><description>Auszeichnung für herausragende Forschung zu Schwarzen Löchern und Neutronensternen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Daniela Doneva, Leiterin einer Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe am Institut für Theoretische Physik der Universität Tübingen, erhält den Gustav-Hertz-Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG). Sie wird ausgezeichnet „für ihre herausragenden Arbeiten zur Erforschung der Eigenschaften von Schwarzen Löchern und Neutronensternen in Theorien der Gravitation jenseits der Allgemeinen Relativitätstheorie und für ihre grundlegenden Beiträge zur Nutzung kompakter Objekte und Gravitationswellen als Präzisionssonden für die fundamentale Physik“, so die DPG.</p><p>Daniela Doneva hat mit ihrer Forschung zur theoretischen und computergestützten Astrophysik von Schwarzen Löchern und Neutronensternen neuartige Phänomene aufgedeckt, die in Theorien der Gravitation jenseits der Allgemeinen Relativitätstheorie auftreten. Ihre Arbeiten haben zu tieferen Einsichten in die „<span lang="en" dir="ltr">Strong Gravity</span>“ geführt und systematische Untersuchungen potenzieller Entartungen bei Gravitationswellenmessungen aus verschiedenen Bereichen der fundamentalen Physik ermöglicht.</p><p>Daniela Doneva hat im Jahr 2012 an der Universität Sofia ihre Promotion in theoretischer Physik abgeschlossen und arbeitet seitdem an der Universität Tübingen. Ihre Arbeit wurde durch ein Humboldt-Forschungsstipendium (2013–2015) sowie durch das Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm (2015–2018) gefördert. Seit 2019 leitet sie eine unabhängige Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe.</p><p>Der Gustav-Hertz-Preis würdigt eine hervorragende, kürzlich abgeschlossene Arbeit von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus den Gebieten der experimentellen oder theoretischen Physik. Die Auszeichnung wird im März 2024 während der DPG-Jahrestagung in Berlin verliehen.</p><p class="align-right"><em>Nach einer Information der DPG</em></p><h3>Weitere Informationen</h3><ul class="ut-list ut-list--link-list"><li><a href="https://www.tat.physik.uni-tuebingen.de/~doneva/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Webseite von Daniele Doneva</a></li><li><a href="https://www.dpg-physik.de/auszeichnungen/uebersicht-preisjahrgaenge/2024" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Alle Preisträgerinnen und Preisträger der DPG 2024</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-99902</guid><pubDate>Thu, 02 Nov 2023 10:43:44 +0100</pubDate><title>Genetische Spuren des Wollnashorns – mitten in Süddeutschland</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/genetische-spuren-des-wollnashorns-mitten-in-sueddeutschland/</link><description>Fossile Exkremente von steinzeitlichen Hyänen aus Höhlen des Lonetals nordöstlich von Ulm konservieren DNA des ausgestorbenen europäischen Wollnashorns</description><content:encoded><![CDATA[<p>In der letzten Eiszeit lebten Nashörner im Gebiet des heutigen Deutschlands. Das dokumentieren zahlreiche Knochenfunde und nun auch genetische Spuren, die ein Forschungsteam unter der Leitung von Professorin Laura Epp und Dr. Peter Seeber von der Universität Konstanz gemeinsam mit der Universität Tübingen und dem Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg jüngst ausgewertet hat. Beteiligt waren die Archäozoologin Dr. Keiko Kitagawa von der Universität Tübingen sowie die Archäobotanikerin Dr. Elena Marinova-Wolff und die Archäologin Dr. Yvonne Tafelmaier, beide vom Landesamt für Denkmalpflege und Lehrbeauftragte der Universität Tübingen.</p><p>Bei Ausgrabungen in Höhlen des Lonetals nordöstlich von Ulm, dem Bockstein-Loch und Hohlenstein-Stadel, durch die Universität Tübingen in den 1930er Jahren sowie durch das Landesamt für Denkmalpflege zwischen 2008 und 2013 fanden sich nahezu versteinerte Exkremente von Hyänen aus der mittleren Altsteinzeit. Dieser Zeitraum zwischen 60.000 und 45.000 Jahren vor heute, die Zeit der späten Neandertaler, wird auch als spätes Mittelpaläolithikum bezeichnet. Neue genetische Analysen brachten nun zutage, dass die Hyänen Wollnashörner verdaut hatten.</p><h3>Wie in einer Zeitkapsel</h3><p>In einem Kooperationsprojekt rekonstruieren die Forscherinnen und Forscher die Tier- und Pflanzenwelt der späten Neandertaler in Südwestdeutschland. Dabei erweisen sich fossile Exkremente als hervorragende Datenquelle. „Diese fossilen Exkremente werden Koprolithen genannt. Sie sehen versteinert aus, sind aber sehr porös, fast wie Bimsstein, und nicht wirklich versteinert“, erklärt die Umweltgenomikerin Laura Epp. Wie in einer Zeitkapsel komprimiert und vor Verunreinigung geschützt enthalten sie Hinweise nicht nur auf die Produzenten der Exkremente, sondern auch auf deren Nahrung, die verdauten Tiere und Pflanzen.</p><p>Ein Team der Universität Konstanz um Laura Epp konnte nachweisen, dass diese Ausscheidungen DNA des Wollnashorns enthalten: Die Hyänen müssen Wollnashörner erbeutet und gefressen haben. Die Funde belegen, dass diese beiden Tierarten damals im heutigen Süddeutschland vorkamen. Zudem konnte das Forschungsteam anhand der Funde erstmals ein komplettes mitochondrielles Genom des europäischen Wollnashorns erstellen. Zwar ist der größte Teil der DNA jeweils im Kern einer Zelle zu finden, doch erlaubt auch die DNA aus Mitochondrien, bestimmten Organen der Zelle, Rückschlüsse auf den Stammbaum dieses europäischen Wollnashorns und dessen Verwandtschaftsbeziehungen zu sibirischen Artgenossen.</p><h3>Erkenntnisse zum Stammbaum</h3><p>Die Konstanzer Biologin Laura Epp nutzt für die Rekonstruktion der Flora und Fauna vor Jahrtausenden genetische Ablagerungen in Sedimenten von Gewässern oder aus Ausgrabungen. Die DNA-Rückstände von Tieren, Pflanzen und auch Algen verraten vieles über das frühere Leben und Zusammenleben. Dass sie aber ausgerechnet in fossilen Exkrementen auf relativ gut erhaltene Spuren eines Wollnashorns stoßen würde, war überraschend. Die Koprolithe wurden aufgebohrt und die darin gefundene DNA genetisch sequenziert und analysiert. Sie stammte von zwei verschiedenen Tieren, von der Hyäne und vom verdauten Wollnashorn. Eine zweite Probe aus einer weiteren Höhle im Lonetal ergab eine sehr ähnliche Spur: wieder eine Hyäne, wieder ein gefressenes Wollnashorn.</p><p>„Wir haben festgestellt, dass dieses europäische Wollnashorn genetisch relativ weit entfernt ist von allen sibirischen Wollnashörnern, die bis jetzt sequenziert wurden“, schildert Dr. Peter Seeber aus dem Konstanzer Team: „Die molekulare Datierung legt nahe, dass die Abspaltung der mütterlichen Linie unseres europäischen Wollnashorns von seinen sibirischen Artgenossen vor einigen hunderttausend Jahren stattfand – das passt zur Zeit der frühesten Fossilienfunde in Europa vor etwa 400.000 Jahren.“ Das könne bedeuten, dass es seit dieser Zeit eine stabile Population in Europa gegeben habe, die von der sibirischen getrennt gelebt hat. Ein genaueres Bild der Geschichte der Art könne sich aus weiteren genetischen Proben zeichnen lassen.</p><h3>Rekonstruktion vergangener Lebenswelten</h3><p>„Es ist ein bisschen verrückt, dass wir rein aus den fossilen Exkrementen einer Hyäne das erste mitochondrielle Genom eines europäischen Wollnashorns rekonstruiert haben. Es deutet aber darauf hin, woher wir alles genomische Daten beziehen können – auch aus Proben, die auf den ersten Blick scheinbar nichts mit den Organismen zu tun haben“, sagt die Umweltgenomikerin Laura Epp. Die Forschung helfe, die Vergangenheit zu rekonstruieren und die Evolution der Tierart nachzuvollziehen. „Darüber hinaus können wir die Anpassung pleistozäner Jäger und Sammler an ihre Umwelt nur durch eine möglichst umfassende Rekonstruktion der sie umgebenden Landschaft verstehen“, gibt Yvonne Tafelmaier zu bedenken.</p><p>In einem nächsten Schritt wollen sich die Forscherinnen und Forscher nun der Rekonstruktion der Flora widmen. Die Koprolithe enthalten nämlich neben tierischer auch pflanzliche DNA und Reste mitverdauter Pollen. Daraus erhofft sich das Team eine genauere zeitliche Eingliederung der einbettenden Sedimente in die wechselvolle Klimageschichte der letzten Eiszeit und ein besseres Verständnis des Verhaltens später Neandertaler.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-99686</guid><pubDate>Thu, 26 Oct 2023 13:42:07 +0200</pubDate><title>Carola Lorea erhält ERC Synergy Grant zur Erforschung von Mantras</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/carola-lorea-erhaelt-erc-synergy-grant-zur-erforschung-von-mantras/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Tübinger Religions- und Kulturwissenschaftlerin Professorin Carola Lorea erhält gemeinsam mit Kooperationspartnern von der Universität Wien und der US-amerikanischen Brown University einen mit 9,6 Millionen Euro dotierten Synergy Grant des European Research Council (ERC). Die Förderung ermöglicht ein Projekt zur Erforschung von Mantras in Südasien und weltweit. Die Förderung des ERC läuft über sechs Jahre.</p><p>„Mantra“ ist ein Wort aus der altindischen Sprache Sanskrit und beschreibt einen Laut, eine Formel oder eine wirkkräftige Silbe. Mehr als 1,5 Milliarden Menschen weltweit nutzen Mantras für Rituale, Heilpraktiken oder die Meditation. Das Forschungsprojekt wird erstmals eine globale Geschichte und Anthropologie der Mantras erarbeiten und dafür umfangreiche digitale Klang-, Bild- und Textarchive anlegen und auswerten.</p><p>Carola Lorea ist an der Universität Tübingen Juniorprofessorin für Religious Studies/Rethinking Global Religion. Den Projektantrag hat sie gemeinsam mit Borayin Larios von der Universität Wien und Finnian Gerety von der Brown University, Andrea Acri von der EPHE Paris und Gudrun Bühnemann gestellt.&nbsp;<br> &nbsp;<br> „Feldforschung über mehrere Kontinente hinweg erfordert internationale Kooperationen. So lässt sich ein mittlerweile globales Phänomen wie Mantras untersuchen“, sagte Professorin Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. „Wir sind froh, mit Juniorprofessorin Carola Lorea eine Forscherin an der Universität Tübingen zu haben, die sich an so ein ambitioniertes Projekt heranwagt.“</p><p>Das European Research Center unterstützt in der diesjährigen Vergabe der Synergy Grants insgesamt 37 Projekte aus Europa und darüber hinaus in einer Gesamthöhe von 359 Millionen Euro. Die Förderung gibt herausragenden Forscherinnen und Forschern die Möglichkeit, unterschiedliche Fähigkeiten, Kenntnisse und Ressourcen zu bündeln, um die Grenzen unseres Wissens zu erweitern.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-99611</guid><pubDate>Wed, 25 Oct 2023 16:37:42 +0200</pubDate><title>Neuer Leibniz-WissenschaftsCampus &quot;Geogenomic Archaeology&quot; feierlich gestartet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neuer-leibniz-wissenschaftscampus-geogenomic-archaeology-feierlich-gestartet/</link><description>Verbund untersucht Einflüsse des Menschen auf Ökosysteme anhand von Höhlen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Leibniz-WissenschaftsCampus "<span lang="en" dir="ltr">Geogenomic Archaeology Campus </span>Tübingen" (GACT) feierte mit einem Festakt am 25. Oktober 2023 den Beginn einer vierjährigen Förderperiode. Rund 70 geladene Personen sind zum Festakt erschienen. Grußworte sprachen Professor Klement Tockner (Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung), Professorin Barbara Sturm (Vizepräsidentin der Leibniz-Gemeinschaft), Professorin Karla Pollmann (Rektorin der Universität Tübingen) und Ministerialdirektor Dr. Hans Reiter (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg). In einem einführenden Vortrag mit dem Titel “Der diachrone Einfluss von Menschen auf Höhlen-Ökosysteme” erläuterte der&nbsp;Sprecher von GACT,&nbsp; Jun.-Prof. Cosimo Posth, welche Ziele der Campus verfolgt und warum das Thema wichtig ist.</p><p>Ziel von GACT ist es, die Disziplinen Geowissenschaften, Genomik, Archäologie und Biologie in einzigartiger Weise zu verbinden und ihre jeweiligen Stärken unter dem Dach von GACT zu bündeln. Am Standort Tübingen gibt es bereits eine florierende Forschungslandschaft in diesem Fachbereich mit den beteiligten Institutionen Universität Tübingen, <span lang="en" dir="ltr">Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span>, Max-Planck-Institut für Biologie und anderen nationalen und internationalen Partnern.</p><p>Am Beispiel von Höhlen soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern sich der Mensch in das “Ökosystem Höhle” einfügte und dieses veränderte. Höhlensedimente bieten durch ihren geschützten Raum sehr gute Erhaltungsbedingungen für DNA und organische Reste sowie einen ungestörten Fundkontext, in dem man die Aktivitäten und Hinterlassenschaften des Menschen <em>in situ</em> erforschen kann. Durch die Untersuchungen lassen sich langfristige demografische Veränderungen und Beziehungen zwischen Menschen, Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen sowohl innerhalb als auch außerhalb der unmittelbaren Höhlenumgebung rekonstruieren. Höhlen waren wahrscheinlich die ersten Ökosysteme, die durch menschliche Aktivitäten tiefgreifend verändert wurden, wie erste Studien zeigen. Sie bieten ein Langzeit-Archiv für den menschlichen Einfluss auf Biodiversität und Ökosysteme und werden wichtigen Daten zum Biodiversitätsverlust im Anthropozän liefern.</p><p>Eine der untersuchten Höhlen ist die UNESCO-Stätte „Hohle Fels“ auf der Schwäbischen Alb, in welcher derzeit Ausgrabungen unter der Leitung von Prof. Conard stattfinden. Diese Höhle bietet eine ideale Plattform, um die Interaktion zwischen Menschen und anderen Organismen von der letzten Eiszeit bis zur heutigen Nutzung durch den „Höhlentourismus“ zu untersuchen.</p><p class="align-right"><em>Gerlinde Bigga, GACT</em></p><p class="align-right">&nbsp;</p><h3>Weitere Informationen</h3><p><a href="/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilungen/newsfullview-pressemitteilungen/article/hoehlen-als-archive-der-vergangenheit-neuer-leibniz-wissenschaftscampus-in-tuebingen/">Pressemitteilung zur Einrichtung des WissenschaftsCampus vom 22. März 2023</a></p><h3>Kontakt</h3><p>Dr. Gerlinde Bigga<br> Wissenschaftliche Koordinatorin<br> Leibniz-WissenschaftsCampus: <span lang="en" dir="ltr">Geogenomic Archaeology Campus</span> Tübingen (GACT)<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,igtnkpfg0dkiicBugpemgpdgti0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">gerlinde.bigga<span style="display:none">spam prevention</span>@senckenberg.de</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-99446</guid><pubDate>Mon, 23 Oct 2023 15:57:03 +0200</pubDate><title>Das menschliche Gehirn neigt zur Abstraktion</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/das-menschliche-gehirn-neigt-zur-abstraktion/</link><description>Tübinger Forschende können Hirnsignale über abstrakte Entscheidungen auslesen – auch während einfacher Wahrnehmungen und Handlungen. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Das menschliche Gehirn kodiert Entscheidungen unabhängig von den motorischen Handlungen, mit denen sie ausgeführt werden – selbst in Situationen, in denen eine solche Abstraktion gar nicht nötig ist. Das hat ein Forschungsteam um Studienleiter Professor Dr. Markus Siegel und Erstautor Florian Sandhäger vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung, der Universität Tübingen und dem Universitätsklinikum Tübingen herausgefunden. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal PLOS Biology veröffentlicht.</p><p>In der aktuellen Studie untersuchte das Team die Hirnprozesse, die Sinnesentscheidungen – etwa, ob eine Ampel im Gegenlicht grün oder rot leuchtet – unterliegen. Insbesondere stellten sie die Frage, ob auch Sinnesentscheidungen, die an eine bestimmte motorische Handlung gebunden sind, auf abstrakte, handlungsunabhängige Weise getroffen werden. Eine bisher ungeklärte Frage: einerseits sind Menschen in der Lage, hochabstrakte Entscheidungen zu treffen, die gar keine oder eine noch unbekannte Handlung nach sich ziehen, andererseits führen viele alltägliche Entscheidungen direkt zu einer bestimmten und stets gleichen Handlung.</p><p>Um dies herauszufinden, verwendeten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen ausgeklügelten Versuchsaufbau. Die Probandinnen und Probanden mussten wiederholt entscheiden, ob ein auf einem Bildschirm angezeigtes Muster sich nach unten bewegte, oder nicht. Um herauszufinden, welche Aspekte der Hirnaktivität mit der Entscheidung selbst, und welche nur mit ihrer Mitteilung zusammenhingen, sollten die Versuchsteilnehmenden die gleiche Entscheidung durch das Drücken unterschiedlicher Knöpfe mitteilen. &nbsp;Darüber hinaus erfuhren die Versuchsteilnehmenden zu verschiedenen Zeiten im Entscheidungsprozess, welcher Knopf für welche Entscheidung gedrückt werden musste. So konnten sie manchmal zum Zeitpunkt der Entscheidung bereits planen, welchen Knopf sie letztendlich drücken würden, und manchmal erst danach.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-99407</guid><pubDate>Mon, 23 Oct 2023 10:42:54 +0200</pubDate><title>Universität Tübingen steht an der Seite ihrer israelischen Partner</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/universitaet-tuebingen-steht-an-der-seite-ihrer-israelischen-partner/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen steht angesichts der furchtbaren Terrorattacken der Hamas-Bewegung fest an der Seite ihrer israelischen Partner. In einem Brief an die Direktoren dreier Universitäten und des Weizmann-Instituts für Wissenschaften schrieb Rektorin Professor Dr. Karla Pollmann:&nbsp;</p><p>“I trust this message finds you well, despite the challenging circumstances currently faced by Israel and its people. On behalf of the University of Tübingen, I extend our heartfelt sympathy during these trying times.&nbsp;</p><p>We are closely monitoring the ongoing situation in Israel with deep concern and unease. Please be assured that we are profoundly moved by the hardships your university and nation are enduring due to the current circumstances. Universities serve as lighthouses of knowledge and enlightenment, consistently playing a vital role in advancing progress. The disruptions and uncertainties caused by conflict can be profoundly distressing for students, faculty, and staff. However, universities also play a vital role in overcoming cruelties like the attack on Israel. It therefore is in these very moments of hardship that the resilience and strength of institutions like yours are of utmost importance.</p><p>As you navigate through these challenging times, please know that we stand with you, unwavering in our commitment to the values of education and peace. Our thoughts are with you, and we sincerely hope that the situation will evolve for the better in near time.”</p><p>Die Universität Tübingen unterhält Kooperationen mit der Hebrew University in Jerusalem, der Ben-Gurion-Universität in Be'er Scheva und der Universität Haifa. Ein weiterer wichtiger Kooperationspartner ist das Weizmann-Institut für Wissenschaften in Rehovot.&nbsp;</p><p class="align-right">Karl G. Rijkhoek</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-99365</guid><pubDate>Fri, 20 Oct 2023 09:51:41 +0200</pubDate><title>Informatikerin Zeynep Akata Schulz erhält Alfried Krupp-Förderpreis</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/informatikerin-zeynep-akata-schulz-erhaelt-alfried-krupp-foerderpreis/</link><description>Mit 1 Million Euro dotierte Auszeichnung für Tübinger Wissenschaftlerin, die auf dem Gebiet des Maschinellen Lernens forscht</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung hat die Informatikerin Professorin Dr. Zeynep Akata Schulz mit dem Alfried Krupp-Förderpreis 2023 ausgezeichnet – einer der bedeutendsten wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland. Die 37-jährige ist seit 2019 Professorin für Erklärbares Maschinelles Lernen an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen. Dem Auswahlgremium der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung hatten insgesamt 36 Vorschläge für Kandidatinnen und Kandidaten aus ganz Deutschland vorgelegen. Die mit einer Million Euro dotierte Auszeichnung überreichte Gonca Türkeli-Dehnert, Staatssekretärin im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Festrede hielt Professor Dr. Ralf Stremmel, Leiter des Historischen Archivs Krupp.</p><p>„Es ist uns eine große Freude, Zeynep Akata Schulz mit dem diesjährigen Alfried Krupp-Förderpreis auszuzeichnen“, so Professorin Dr. Ursula Gather, die Kuratoriumsvorsitzende der Krupp-Stiftung. „Erklärbares Maschinelles Lernen hat das Potenzial, unsere Lebensqualität zu verbessern und innovative Lösungen für komplexe Probleme zu finden. Es wird unser Leben verändern. Der Ansatz von Zeynep Akata Schulz, Maschinelles Lernen ohne den Einsatz von klassifizierten Trainingsdaten, jedoch unter Verwendung mehrerer Datenmodalitäten zu erforschen sowie Vertrauen in die Technologie zu stärken, spielt eine entscheidende Rolle für die Anwendungsmöglichkeiten und die gesellschaftliche Akzeptanz. Auf diesem Gebiet gehört sie zur internationalen Weltspitze. Der Förderpreis unterstützt sie auf diesem Weg.“</p><p>Der Forschungsschwerpunkt von Zeynep Akata Schulz liegt im Erklärbaren Maschinellen Lernen. Erklärbares Maschinelles Lernen bietet Erklärungen, damit Menschen nachvollziehen können, wie und warum eine Künstliche Intelligenz (KI) eine bestimmte Entscheidung getroffen hat. Dies stärkt das Vertrauen in KI, ermöglicht es Benutzerinnen und Benutzern, Fehler zu erkennen und trägt zu verantwortungsvollen Entscheidungen bei. Dieser Ansatz könnte Anwendung finden im Finanz-, Gesundheits- und Rechtswesen und anderen Bereichen, in denen es wichtig ist, dass Menschen die Entscheidungen von KI-Systemen verstehen.</p><p>Eine Methode des Maschinellen Lernens ist Deep Learning. Moderne Computeralgorithmen nutzen Deep Learning Modelle, um komplexe Aufgaben zu bewältigen und hochdimensionale Probleme zu lösen. Allerdings sind diese Modelle intransparent und können ihre Entscheidungen nicht erklärbar darstellen. Akata arbeitet daran, transparente Algorithmen zu entwickeln, die nachvollziehbare Entscheidungen treffen können. Dafür nutzt sie Modelle des "weakly supervised learnings" – ein Ansatz im Maschinellen Lernen, bei dem unvollständige oder unspezifische Informationen zum Einsatz kommen. Dies ermöglicht das Training mit unstrukturierten oder unqualifizierten Daten. Die Methode ist sinnvoll, um große Datensätze effizient zu nutzen und Modelle mit begrenzten Ressourcen zu trainieren.</p><p>Akatas Vision ist es, eine selbsterklärende KI zu schaffen, die mit minimalem Feedback lernen und zuverlässig sowie transparent mit Menschen interagieren kann. Dies kann besonders relevant für mobile Robotik und intelligente Fahrzeuge sein.</p><p>Fachkolleginnen und Fachkollegen beschreiben Akata als Ausnahmewissenschaftlerin: Neben ihren wissenschaftlichen Leistungen und der Publikationstätigkeit – sie wurde bereits 15.000-mal in Fachkreisen zitiert – engagiert sie sich in der Lehre und betreut Studierende sowie Promovierende.</p><h3>Professorin Dr. Zeynep Akata Schulz</h3><p>Prof. Dr. Zeynep Akata Schulz (37), geboren in der Türkei, wurde 2019 auf die Professur für Erklärbares Maschinelles Lernen an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen berufen, die im Rahmen des Exzellenzclusters „Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft“ eingerichtet wurde. Sie studierte technische Informatik an der Trakya Universität in der Türkei, Medieninformatik an der RWTH Aachen und wurde an der Universität Grenoble promoviert. Nach ihrer Promotion forschte sie von 2014 bis 2017 als Postdoktorandin am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken zu Maschinellem Sehen und Lernen. Zudem war sie zu der Zeit als Gastwissenschaftlerin an der University of California in Berkeley tätig. Zwischen 2017 und 2019 arbeitete Akata als Junior-professorin sowie als wissenschaftliche Leiterin des UvA-Bosch Delta Lab an der Universität Amsterdam, dort beschäftigte sie sich mit den Grundlagen des Deep Learning. Sie war ebenfalls Forschungsleiterin am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken.</p><p>Die Arbeit von Zeynep Akata Schulz ist bereits mit hochrangigen Förderungen und Auszeichnungen gewürdigt worden, darunter mit dem EVCA Young Researcher Award (2022), dem Deutschen Mustererkennungspreis der Deutschen Gesellschaft für Mustererkennung (2021), dem „ERC Starting Grant“ des Europäischen Forschungsrates (2019) und dem Lise Meitner Award for Excellent Women in Computer Science des Max-Planck-Instituts für Informatik (2014). Sie ist regelmäßig als Keynote Sprecherin eingeladen, etwa bei der UAI Conference, der Helmholtz AI Conference, am University College London, bei Facebook AI Research oder Google. Zeynep Akata Schulz ist u. a. Mitglied des Tübingen AI Center an der Universität Tübingen und am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme.</p><h3>Alfried Krupp-Förderpreis</h3><p>Der Alfried Krupp-Förderpreis wird seit 1986 jährlich für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler ausgeschrieben, die in den Bereichen Natur- und Ingenieurwissenschaften eine Erstprofessur an einer deutschen Hochschule innehaben. Er wurde bisher an 42 Forschende vergeben. Die mit 1 Million Euro dotierte Auszeichnung verschafft den Preisträgerinnen und Preisträgern Freiheit in Forschung und Lehre: Während eines Zeitraums von fünf Jahren können sie sich flexibel und unabhängig ein optimales Arbeitsumfeld schaffen und ihre wissenschaftliche Arbeit vorantreiben.</p><h3>Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung</h3><p>Die gemeinnützige Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung fördert seit 1968 Menschen und Projekte in Kunst und Kultur, Bildung, Wissenschaft, Gesundheit und Sport und hat sich dafür bisher mit 690 Millionen Euro engagiert. Als größte Aktionärin der heutigen thyssenkrupp AG verwendet die Stiftung die ihr zufließenden Erträge ausschließlich für gemeinnützige Zwecke. Mit ihrer Arbeit setzt sie Akzente in der Wissenschafts- und Hochschulentwicklung, sie möchte Chancengleichheit ermöglichen und die Ausbildung junger Generationen verbessern. Weitere Informationen: <a href="http://www.krupp-stiftung.de/wiss" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.krupp-stiftung.de/wiss</a></p><p class="align-right">Pressemitteilung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-99230</guid><pubDate>Tue, 17 Oct 2023 17:19:07 +0200</pubDate><title>Was war zuerst da – Schwimmblase oder Lunge?</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/was-war-zuerst-da-schwimmblase-oder-lunge/</link><description>Wiederentdeckter Briefwechsel zwischen Charles Darwin und Ernst Haeckel liefert neue Impulse für die Entwicklungsforschung der frühen Wirbeltiere</description><content:encoded><![CDATA[<p>Haben Haie eine Schwimmblase, die ihnen wie den meisten anderen Fischen hilft, im Wasser zu schweben? Diese Frage, die heutige Biologen mit einem klaren „Nein“ beantworten können, sorgte vor rund 150 Jahren noch für hitzige Diskussionen. Wie bereichernd diese heute noch sein können, zeigen jetzt Dr. Ingmar Werneburg vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment (SHEP) an der Eberhard Karls Universität Tübingen und Prof. Uwe Hoßfeld von der Friedrich-Schiller-Universität Jena.&nbsp;</p><p>Sie haben einen Briefwechsel zwischen den Pionieren der Evolutionsforschung Charles Darwin und Ernst Haeckel aus dem Jahr 1868 entdeckt, in dem diese ausführlich über ein mögliches Schwimmblasen-Rudiment bei Haien diskutieren. Durch den schriftlichen Austausch der beiden Vordenker lässt sich die damalige Evolutionsforschung hautnah miterleben ‒ und sie inspiriert dazu, unseren Standpunkt in der heutigen Wissenschaft kritisch zu hinterfragen. Zudem spielte die Hauptrolle in diesem Austausch ein weniger prominenter, jüngerer Kollege.</p><p>Lesen Sie Weiteres unter <a href="https://www.uni-jena.de/231012-miklucho-schwimmblase" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.uni-jena.de/231012-miklucho-schwimmblase</a>&nbsp;&nbsp;<br> &nbsp;<br><strong>Original-Publikation:</strong><br> I. Werneburg, U. Hoßfeld, G. S. Levit: Darwin, Haeckel, and the “<span lang="en" dir="ltr">Mikluskan gas organ theory</span>“,<span lang="en" dir="ltr"> Developmental Dynamics, 2023</span>, DOI: <a href="https://doi.org/10.1002/dvdy.661" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1002/dvdy.661</a></p><p class="align-right"><em>Nach einer Pressemitteilung der Universität Jena</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-99047</guid><pubDate>Thu, 12 Oct 2023 17:00:00 +0200</pubDate><title>Bereits der Neandertaler jagte Höhlenlöwen und nutzte ihre Felle</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/bereits-der-neandertaler-jagte-hoehlenloewen-und-nutzte-ihre-felle/</link><description>Forschungsteam entdeckt bei der Untersuchung von Knochen aus der Einhornhöhle im Harz Bearbeitungsspuren durch frühe Menschen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bei Ausgrabungen an der Einhornhöhle im Harz bei Scharzfeld im Landkreis Göttingen wurden 2019 unter zahlreichen eiszeitlichen Tierresten auch wenige Knochen des ausgestorbenen Höhlenlöwen identifiziert. Die Funde lagen in einem Seitenarm der Höhle, etwa 30 Meter vom heute verschütteten Eingang entfernt, in einer mehr als 200.000 Jahre alten Fundschicht. Sie wurden im Rahmen des Verbundprojekts „<span lang="en" dir="ltr">Climate Change and Early Humans in the North</span>“ unter der Leitung des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege gemeinsam mit den Universitäten Tübingen und <span lang="en" dir="ltr">Reading </span>erforscht.</p><p>Bei der Untersuchung der Überreste fiel dem Archäozoologen Gabriele Russo vom Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie der Universität Tübingen ein Zehenknochen auf: das Zehenglied zeigt eine Schnittspur, wie sie nur dann entsteht, wenn das Tier zur Fellgewinnung enthäutet wurde. Dabei wurden die Krallen gut sichtbar im Fell belassen, was möglicherweise dem Prestige des Besitzers dienen sollte. Hieraus lässt sich schließen, dass die frühen Neandertaler Löwenfelle besonders wertschätzten.</p><p>Für eine Jagd des Tieres lieferten die Funde aus der Einhornhöhle allerdings keinen direkten Beleg. Bei der Durchsicht bereits bekannter Höhlenlöwenfunde gelang Russo dann zu dieser Frage eine entscheidende Entdeckung. Im Jahr 1975 hatte ein Jugendlicher bei Siegsdorf in Bayern exzellent erhaltene Überreste eines Höhlenlöwen entdeckt, die heute im örtlichen Museum ausgestellt werden. Bei der Untersuchung des Skelettes konnte der Forscher neben zahlreichen bekannten Schnittspuren auch eine Beschädigung an einer Rippe beobachten, die er zusammen mit der Archäologin Dr. Annemieke Milks von der <span lang="en" dir="ltr">University of Reading</span> als Jagdverletzung identifizierte.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-99059</guid><pubDate>Thu, 12 Oct 2023 15:14:38 +0200</pubDate><title>Trauer um den indischen Germanisten Professor Anil Bhatti </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/trauer-um-den-indischen-germanisten-professor-anil-bhatti/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Am 11. Oktober 2023 ist Professor Dr. Anil Bhatti in Delhi gestorben. Wir verlieren mit Anil Bhatti nicht nur einen verehrten Kollegen, sondern einen Freund. Vor allem aber war er uns ein Vorbild, was wissenschaftliche Integrität, politischen Mut, Großherzigkeit und Humanität angeht.&nbsp;</p><p>Anil Bhatti war Professor Emeritus am Centre of German Studies der School of Language, Literature and Culture Studies an der Jawaharlal Nehru University in New Delhi. Bhatti war ohne Zweifel einer der wichtigsten Germanisten in Indien. Er hat Generationen von Studierenden und späteren Kollegen und Kolleginnen geprägt. Von 1998 bis 2012 war er Präsident und seit 2012 Ehrenpräsident der indischen Goethe-Gesellschaft. 1971 hatte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München über Clemens Brentano promoviert und bewegte sich seitdem durch Europa, USA, Afrika und Südostasien. Besonders lange und gerne hielt er sich in Wien auf: Von 1996 bis 2001 war er Präsident des Instituts zur Erforschung und Förderung österreichischer und internationaler Literaturprozesse in Wien (INST).&nbsp;</p><p>Bhatti wurde für seine Arbeiten zu Goethe, zur Romantik, zur Wiener Moderne und zur Kulturtheorie mit vielen hochrangigen Auszeichnungen geehrt. 2005 erhielt er das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und 2011 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse. 2021 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Universität Zürich verliehen. Mit der Universität Tübingen verbanden ihn vielfältige Kontakte im Deutschen Seminar, aber auch im Englischen Seminar und im Institut für Medienwissenschaft. 2011 bekam er auf Betreiben des Deutschen Seminars von der Alexander von Humboldt-Stiftung die höchste Auszeichnung für internationale Wissenschaftler, den Humboldt-Forschungspreis, verliehen. &nbsp;</p><p>Anil Bhatti hat mit dem Konzept der kulturellen Ähnlichkeit, die er den Vorstellungen von kultureller Differenz und Identität an die Seite und durchaus auch entgegenstellte, ein neues Paradigma in die Debatte über Globalität, Interkulturalität und Universalismus eingebracht: Similarity. A Paradigm for Culture Theory erschien 2018 und wurde zu einer international beachteten Publikation.</p><p>Ihm ein ehrendes Andenken zu bewahren, bedeutet, der Verständigung zwischen Kulturen, Religionen, Staaten und Menschen auch in schwierigen Zeiten immer und unter allen Umständen eine Chance zu geben.&nbsp;</p><p class="align-right">Dorothee Kimmich&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-99014</guid><pubDate>Wed, 11 Oct 2023 15:36:13 +0200</pubDate><title>Wissenschaftspreis für Pharmazeut Lutz Heide</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/wissenschaftspreis-fuer-pharmazeut-lutz-heide/</link><description>Tübinger Professor wird von der Dr. August und Dr. Anni Lesmüller-Stiftung ausgezeichnet – Gemeinsame Ehrung mit der Würzburger Pharmazeutin Ulrike Holzgrabe</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Tübinger Pharmazeut Professor Lutz Heide hat den Wissenschaftspreis der Dr. August und Dr. Anni Lesmüller-Stiftung erhalten. Durch den mit 100.000 Euro dotierten Preis würdigte die Stiftung „seine exzellente wissenschaftliche Arbeit und sein außergewöhnliches gesellschaftliches Engagement“. Die Auszeichnung wurde zu gleichen Teilen an ihn und Professorin Ulrike Holzgrabe von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg verliehen und im Rahmen der DPhG-Jahrestagung in Tübingen überreicht.</p><p>Laudatorin Professorin Petra Högger stellte die umfangreiche wissenschaftliche Expertise von Lutz Heide heraus: „Die wissenschaftlichen Forschungsaktivitäten von Professor Heide begannen mit der Untersuchung der Biosynthese und der biotechnologischen Herstellung bioaktiver Moleküle in pflanzlichen Zellkulturen. Einen weiteren Fokus stellten, nach der Entdeckung und funktionellen Analyse der Biosynthese-Gencluster der Aminocumarin-Antibiotika, die Suche nach neuen Antibiotika mit genetischen und genomischen Methoden dar.“ Neben seinem Schwerpunkt in der Grundlagenforschung führte der Wissenschaftler auch klinische Humanstudien zur Wirksamkeit von pflanzlichen Arzneimitteln durch.</p><p>Ein Herzensprojekt sind für ihn seine aktuellen Untersuchungen zu gefälschten und minderwertigen Arzneimitteln in afrikanischen Ländern. „Arzneimittelfälschungen und minderwertige Arzneimittel sind nach Ansicht der WHO für hunderttausende von Todesfällen verantwortlich. Lutz Heide engagiert sich für die Anwendung und Weiterentwicklung von analytischen Methoden zur Qualitätskontrolle bzw. -sicherung, die auch unter einfachen Bedingungen durchführbar und verlässlich sind“, sagte Högger.</p><p>Seine Erkenntnisse hatten weitreichende Konsequenzen und führten dazu, dass die Weltgesundheitsorganisation mehrfach Warnmeldungen aussprach: Es kam zu Marktrücknahmen von nachgewiesen gefälschten und minderwertigen Arzneimitteln, die britische Arzneimittelaufsichtsbehörde veranlasste sogar die Schließung eines britischen Großhändlers, der der malawischen Regierung ein gefährlich minderwertiges indisches Präparat verkauft hatte.</p><p>Darüber hinaus leistete Heide in der Lehre Pionierarbeit mit einzigartigen Projekten. Als einer der ersten deutschen Hochschullehrer förderte er aktiv das jüngste pharmazeutische Fach „Klinische Pharmazie“, beispielsweise durch die Konzeption des wegweisenden Zertifikatskurses „<span lang="en" dir="ltr">Clinical Pharmacy</span>“. Als Wahlpflichtfach für Studierende und als akkreditierte Fortbildung für Approbierte bietet er den deutschlandweit einzigartigen Kurs „<span lang="en" dir="ltr">Pharmacy in Global Health</span> – Pharmazie in Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe“ an.</p><p>Die Pharmazeutin Professorin Ulrike Holzgrabe wurde für ihre Verdienste in der Lehre wie auch ihr Forschung zu neuartigen Antiinfektiva und im Bereich der Pharmazeutischen Analytik gewürdigt. Unter anderem fand eine Arbeit von ihr zur Qualitätssicherung von unfraktioniertem Heparin als Standardmethode Eingang in das EUAB.</p><p>Die Dr. August und Dr. Anni Lesmüller-Stiftung wurde 1997 von der Oberstudiendirektorin a. D. Dr. Anni Lesmüller ins Leben gerufen. Sie bezweckt die Förderung der pharmazeutischen Wissenschaften unter besonderer Berücksichtigung des Arzneimittels und der Aufgabenstellung des Apothekers in Geschichte und Gegenwart. Sie fördert ferner das öffentliche Gesundheitswesen und die Volksbildung durch Aufklärung der Bevölkerung über Wesen und Bedeutung der Pharmazie.</p><p class="align-right"><em>Nach der Pressemitteilung der Dr. August und Dr. Anni Lesmüller-Stiftung</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-98783</guid><pubDate>Fri, 06 Oct 2023 09:02:37 +0200</pubDate><title>Tübinger Doktorand der Physik gewinnt renommierten Industriepreis</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebinger-doktorand-der-physik-gewinnt-renommierten-industriepreis/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Jaroslav Panasenko wird für seine Doktorarbeit am Physikalischen Institut der Universität Tübingen mit dem „Silicon Science Award“ des CiS Forschungsinstitut für Mikrosensorik geehrt. Er überzeugte die Jury mit seiner Dissertation zum Thema "Development of Electrical Quality Assurance Procedures and Methods for the Silicon Tracking System of the CBM Experiment".</p><p><strong>Über diesen Preis:</strong><br> Ausgezeichnet werden herausragende u. A. u.a. &nbsp;herausragende Dissertationen, die an Fachhochschulen, Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen entstanden sind. Für die Bewertung sind der Bezug zur siliziumbasierten Mikrosystemtechnik, Optoelektronik und Quantentechnologien entlang der Wertschöpfungsketten sowie die Kriterien Innovationsgrad und Originalität, wissenschaftliche Bedeutung, wirtschaftliche Verwertbarkeit und Gesamtkonzeption entscheidend.</p><p><strong>Über CBM:</strong><br> Die Doktorarbeit entstand im Rahmen des kernphysikalischen Experiments CBM (Compressed Baryonic Matter) der Arbeitsgruppe „Kernmaterie unter extremen Bedingungen“ unter Leitung von Professor Hans Rudolf Schmidt. CBM ist ein Schlüsselexperiment am zukünftigen internationalen&nbsp;in Darmstadt, eines der größten Forschungsvorhaben weltweit. Mit FAIR wird Materie im Labor erzeugt und erforscht werden, wie sie sonst nur im Universum vorkommt. Forschende aus aller Welt erwarten neue Einblicke in den Aufbau der Materie und die Entwicklung des Universums, vom Urknall bis heute.</p><p class="align-right">Prof. Dr. Hans Rudolf Schmidt<br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-98693</guid><pubDate>Mon, 02 Oct 2023 17:00:00 +0200</pubDate><title>Nervenzellen erkennen kleine Mengen besser als große</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/nervenzellen-erkennen-kleine-mengen-besser-als-grosse/</link><description>Studie aus Tübingen und Bonn findet Hinweise auf zwei getrennte Verarbeitungsmechanismen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wenn vor uns zwei, drei oder vier Äpfel liegen, erkennen wir ihre Anzahl sehr rasch. Sind es dagegen fünf oder mehr, benötigen wir deutlich länger und liegen häufiger daneben. Tatsächlich erfasst das Gehirn kleine Mengen wohl anders als große. Das belegt eine aktuelle Studie der Universitäten Tübingen und Bonn sowie des Universitätsklinikums Bonn. Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift <span lang="en" dir="ltr"><em>Nature Human Behaviour</em></span> erschienen.</p><p>Mal angenommen, jemand zeigt uns das Foto eines Streichquartetts. Wir sollen sagen, wie viele Personen darauf abgebildet sind. Um sie zu zählen, reicht die Zeit nicht aus. Dennoch kommt unsere Antwort wie aus der Pistole geschossen: „Vier!“ Nächster Versuch, nun mit einem Septett, auf das wir ebenfalls nur einen kurzen Blick erhaschen können. Wir zögern etwas, dann, nicht ganz so selbstbewusst: „Acht.“ Tatsächlich sind es sieben, doch immerhin lagen wir nahe dran.</p><p>Wir Menschen zeigen bei der Verarbeitung von Mengen eine charakteristische Zweiteilung: Kleine Anzahlen erfassen wir sehr rasch und in der Regel korrekt. In der Forschung spricht man auch von „<span lang="en" dir="ltr">Subitizing</span>“. Ab einer Grenze von etwa fünf Elementen ändert sich das plötzlich: Wir benötigen für unsere Antwort zunehmend länger und werden immer unpräziser.</p><p>Manche Forscherinnen und Forscher vermuten daher, dass es im Gehirn zwei unterschiedliche Verarbeitungs-Mechanismen gibt - einen präzisen für kleine Mengen und einen Schätz-Mechanismus für große. „Bislang war das aber umstritten“, erklärt Prof. Dr. Dr. Florian Mormann von der Klinik für Epileptologie des Universitätsklinikums Bonn, der an der Universität Bonn forscht. „Es könnte schließlich auch sein, dass unser Gehirn immer schätzt, die Fehler bei kleinen Mengen aber so gering sind, dass das einfach nicht auffällt.“</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-98690</guid><pubDate>Mon, 02 Oct 2023 13:30:20 +0200</pubDate><title>Professor Rammensee sagt „Ade“</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/professor-rammensee-sagt-ade/</link><description>Einer von Deutschlands renommiertesten Immunologen geht in den aktiven Ruhestand</description><content:encoded><![CDATA[<p>Prof. Dr. Hans-Georg Rammensee hat im Oktober den Lehrstuhl für Immunologie an der Universität Tübingen verlassen. Er hatte seit 1996 die Abteilungsleitung am Interfakultären Institut für Zellbiologie inne. Prof. Rammensee blickt auf eine herausragende Karriere zurück. Er legte unter anderem den Grundstein für die Entwicklung von personalisierten Krebs-Impfstoffen und trug zur Entwicklung der mRNA-Impfung bei. Als Seniorprofessor wird er der Wissenschaft und insbesondere der Medizinischen Fakultät Tübingen weiterhin erhalten bleiben.<br> &nbsp;<br> Über 200 Gäste aus dem In- und Ausland klatschten Beifall, als Hans-Georg Rammensee auf die Bühne des Hörsaals bei seinem Abschiedssymposium am vergangenen Freitag trat. Ehemalige Weggefährten, Kolleginnen und Kollegen, aber vor allem Freundinnen und Freunde hatten sich versammelt, um einen ganz großen deutschen Wissenschaftler und besonderen Menschen zu verabschieden. „Ich möchte mich für die weit über 20 Jahre gemeinsame Arbeit bei allen herzlich bedanken. Es war mir eine Ehre und vielmehr eine große Freude mit euch zusammen geforscht zu haben“, gab sich der Geehrte gewohnt bescheiden.&nbsp;</p><p>Prof. Bernd Pichler, Dekan der Medizinischen Fakultät, würdigte während des Symposiums sein Schaffen: „Nicht nur die Medizinische Fakultät, sondern der gesamte Forschungsstandort ist Herrn Rammensee für seine außerordentlichen Verdienste um die Immunologie zutiefst dankbar. Er hat Ende der 1990er-Jahre die Immunologie in Tübingen neu begründet und sie zu einem internationalen Leuchtturm entwickelt. Umso mehr freut es uns, Herrn Rammensee als Seniorprofessor für ein paar weitere Jahre hier zu halten.“</p><h3><br> Von mRNA bis zum Impfstoff</h3><p>Als Rammensee die Abteilung für Immunologie übernahm, befasste er sich hauptsächlich mit der weiteren Erforschung der Interaktion von T-Zellen mit ihren Antigenen. Mit dem Biochemiker Prof. Günther Jung und den beiden Doktoranden Ingmar Hoerr und Reinhard Obst gelang ihm Erstaunliches: Bekannt war bereits, dass man Mäuse mit Zellen immunisieren konnte, in die vorher mRNA eingebracht wurde. Rammensee schlug vor, solche mRNA direkt in die Tiere zu spritzen – mit Erfolg. Gemeinsam entwickelten sie einen RNA-Strang, der als Impfstoff verwendet werden kann. Der Grundstein für mRNA-Impfstoffe war gelegt. Viele Jahre später nutzten Unternehmen wie CureVac, Biontech und Moderna diese Erkenntnisse, um Corona-Impfstoffe zur Anwendung zu bringen.</p><h3><br> Personalisierte Impfstoffe gegen Krebs</h3><p>Seit 1979 beschäftigt sich Rammensee mit der Erforschung der Interaktion von T-Zellen mit ihren Antigenen. Im Zentrum seiner Forschung stehen sogenannte Peptide (Proteinbruchstücke), die sich an der Außenhülle von Zellen befinden. Sie signalisieren dem Immunsystem, ob eine Körperzelle gesund oder krank ist. T-Zellen sind dazu da, Veränderungen in den Peptiden zu erkennen – so auch bei mutierten Peptiden wie etwa bei Tumorerkrankungen. Dies kann zu einer Aktivierung des Immunsystems und der Vernichtung der Tumorzellen führen. Mit diesem von Rammensee und seinen Forschungsteams, insbesondere von Kirsten Falk und Olaf Rötzschke, entwickelten Verfahren lassen sich die von den T-Zellen erkannten Peptidantigene aus Viren und Tumorzellen genau bestimmen. Darauf aufbauend kann die Immuntherapie von Krebspatientinnen und -patienten individuell angepasst werden.<br> &nbsp;</p><h3>Auszeichnungen für sein Lebenswerk</h3><p>Rammensee erhielt zahlreiche Auszeichnungen, wie etwa erst jüngst die Aufnahme in die Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Schon 1992 wurde ihm der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft verliehen, um nur zwei wichtige Ehrungen zu nennen. Von seinem großen Erfindergeist zeugen über 140 angemeldete Patente. Mit z.B. CureVac, Immatics Biotechnologies und Synimmune hat er mehrere Unternehmensgründungen aus seiner Abteilung begleitet.&nbsp;</p><p class="align-right"><a href="https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/das-klinikum/pressemeldungen/597?press_str=" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Pressemitteilung des&nbsp;Universitätsklinikums Tübingen vom 02.10.2023</a><br> &nbsp;&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category><category>Attempto-Termine</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-98492</guid><pubDate>Mon, 25 Sep 2023 10:02:37 +0200</pubDate><title>Biotech-Unternehmen für RNA-Therapien hat Wurzeln in Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/biotech-unternehmen-fuer-rna-therapien-hat-wurzeln-in-tuebingen/</link><description>Die Idee stammt aus dem Labor von Thorsten Stafforst – die US-Ausgründung erhielt nun eine Erstfinanzierung von 30 Millionen Euro</description><content:encoded><![CDATA[<p>Erfolgreiche Ausgründung mit Wurzeln an der Universität Tübingen: Das Biotech-Unternehmen AIRNA hat am Mittwoch eine Erstfinanzierung in Höhe von 30 Millionen Dollar vom US-amerikanischen Investor <span lang="en" dir="ltr">ARCH Venture Partners</span> bekannt gegeben. Damit will es die nächste Generation von RNA-Therapeutika für Krankheiten entwickeln, die bislang nicht durch andere Ansätze behandelt werden können. Zudem wurde eine deutsche Tochter mit Sitz in Tübingen gegründet, die AIRNA Bio <span lang="en" dir="ltr">Germany </span>GmbH.</p><p>AIRNA, gegründet 2021 in <span lang="en" dir="ltr">Stanford</span>, beruht auf Forschungen von Professor Thorsten Stafforst von der Universität Tübingen und Professor Jin Billy Li von der Universität <span lang="en" dir="ltr">Stanford</span>. Sie lieferten die Grundlage für das sogenannte ADAR-gesteuerte RNA-Editing. Dabei wird ein Oligonukleotid eingesetzt, das so programmiert ist, dass es ein körpereigenes zelluläres Enzym, ADAR, rekrutiert, um eine präzise Modifikation in die RNA eines Patienten einzubringen. Dies verändert die kodierten therapeutischen Proteine.</p><p>Die Mitbegründer von AIRNA, Thorsten Stafforst, Jin Billy Li, Paul Vogel und Tobias Merkle, waren die ersten, die in Studien die ADAR-vermittelte RNA-Editierung und die Verwendung von Oligonukleotiden zur Rekrutierung endogener ADAR für die gezielte RNA-Editierung nachwiesen. Mit Unterstützung des Technologie-Transfers an der Universität Tübingen konnte die erste Ausgründung vorangetrieben werden. AIRNA optimierte die Sequenz, Chemie und Verabreichung des Therapeutikums und entwickelte es mit der <span lang="en" dir="ltr">RESTORE</span>+ Plattform systematisch weiter.</p><p>„Das präzise Editieren von RNA begann vor über zehn Jahren als Idee in meinem Labor“, sagt Thorsten Stafforst. „Nach mehreren technologischen Verbesserungen freue ich mich, dass AIRNA nun RNA-Editing-Therapeutika zu Medikamenten weiterentwickelt, die das Leben von Patienten verbessern könnten.“</p><p>„Wir haben das Privileg, mit den Pionieren des RNA-Editierens, den Gründern von AIRNA, zusammenzuarbeiten“, sagt Kris Elverum, Präsident und CEO von AIRNA, um unsere <span lang="en" dir="ltr">RESTORE</span>+ Technologieplattform voranzutreiben und erstklassige Therapeutika zu entwickeln.“</p><p>In einem ersten Schritt soll nun ein Produkt zur Behandlung der genetischen Erbkrankheit Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (AATD) entwickelt werden. Darüber hinaus betreibt AIRNA Programme zur Behandlung von Krankheiten mit großem Bedarf an neuen Therapierungsmöglichkeiten.</p><p class="align-right"><em>Antje Karbe</em></p><h3>Weitere Informationen</h3><p><a href="https://airna.com/airna-launches-to-develop-new-class-of-rna-editing-therapeutics-for-rare-and-common-diseases/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Pressemitteilung von AIRNA</a></p><p><a href="https://airna.com/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Webseite von AIRNA</a><br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-98126</guid><pubDate>Thu, 07 Sep 2023 15:46:41 +0200</pubDate><title>Aufgeräumte Zellen verlängern das Leben</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/aufgeraeumte-zellen-verlaengern-das-leben/</link><description>Die Zellbiologin Tassula Proikas-Cezanne untersucht die Steuerung geregelter Abbauprozesse und deren Funktion für den gesamten Organismus</description><content:encoded><![CDATA[<p>Mit dem Begriff Autophagie wird ein Prozess in Zellen bezeichnet, der für den Abbau und die Wiederverwertung von Proteinen und anderen Zellbestandteilen sorgt. Autophagie bedeutet „sich selbst verzehrend“ – das klingt nach Untergang und Ende. Doch weit gefehlt. „Kürzlich wurde festgestellt, dass die Körperzellen hundertjähriger Menschen ein bestimmtes Protein namens WIPI1, das die Autophagie anregt, in vergleichsweise hohen Mengen produzieren“, berichtet Professorin Tassula Proikas-Cezanne vom Interfakultären Institut für Zellbiologie der Universität Tübingen. „Als Postdoc habe ich das WIPI1-Protein als Mitglied einer neuen Genfamilie entdeckt und darauf aufbauend die Autophagie-Forschung meiner Arbeitsgruppe entwickelt.“</p><p>Doch warum könnte eine hohe Autophagieaktivität günstig sein, und wie hängt sie mit Langlebigkeit zusammen? „Je älter ein Lebewesen wird, desto mehr Zellbestandteile können beschädigt sein, weil sie nicht effizient repariert wurden und sich mit der Zeit anreichern. Auch neu gebildete Zellbestandteile können fehlerhaft produziert worden sein, weil sich zum Beispiel das Erbgut der Zelle verändert hat, was zur Entstehung von Krebszellen führen kann. All diese Last fehlerhafter Moleküle muss möglichst wieder aus den Zellen des Körpers entfernt werden“, erklärt Proikas-Cezanne. Die Autophagosomen, in denen Ab- und Umbau von Zellbestandteilen stattfinden, funktionierten dabei nicht einfach wie ein Müllschlucker, sondern es handele sich um einen penibel regulierten Prozess des „Recycling“, mit Mülltrennung und Wiederverwertung. Zahlreiche Erkrankungen sind im Zusammenhang mit einer gestörten Autophagie zu sehen, wie etwa die Alzheimer-Krankheit oder die Metastasenbildung bei Tumoren. „Das macht deutlich, dass nicht nur zelluläre Aufbauprozesse lebenswichtig sind, sondern dass auch die Aufräumarbeit in den Zellen für die Funktion des ganzen Systems entscheidend ist“, sagt die Forscherin.</p><h3>Auf den Wurm gekommen</h3><p>Nach ihrem Forschungsobjekt befragt, wartet Tassula Proikas-Cezanne mit einer Überraschung auf: Sie untersucht die Autophagie an einem Wurm, dem nur einen Millimeter langen Fadenwurm <em>Caenorhabditis elegans</em>. Mensch und Wurm – wie passt das zusammen? Wo der Laie so viele Unterschiede sieht, dass er kaum weiß, wo er mit der Aufzählung beginnen soll, betont die Wissenschaftlerin die Ähnlichkeiten: „Der Aufbau der einzelnen Zellen ist bei beiden Arten prinzipiell gleich, sie haben – wie alle vielzelligen Lebewesen – einen echten Zellkern und Organelle, das heißt Organe innerhalb der Zellen. Auch die Stoffwechselwege zum Auf- und Abbau von Baumaterial sowie der Gewinnung von Energie sind in den Grundzügen vergleichbar, so auch die Autophagie“, sagt sie. „Natürlich ist ein Fadenwurm viel einfacher aufgebaut und besitzt viel weniger Zellen als ein Mensch. Das macht ihn als Modellorganismus in der Forschung deutlich besser überschaubar.“</p><p>In ihrer neuen Studie hat sie gemeinsam mit ihrer Arbeitsgruppe untersucht, welche Faktoren die tatsächlich vorhandene Menge von WIPI1 in den Zellen bestimmen. „Wir haben einen Signalweg entdeckt, der reguliert, wie viel WIPI1 die Zelle produziert, um dadurch die Autophagie zu fördern“, sagt Proikas-Cezanne. „Das geschieht teilweise auch dadurch, dass WIPI1 die Bildung von Membranen für die Autophagosomen stimuliert. Diese können dann über winzige Tunnel in Nachbarzellen mit niedriger Autophagieaktivität wandern und dort die Autophagieaktivität verstärken.“ Wenn man den Signalweg, der die Menge an WIPI1 niedrig hält, ausschaltet, wird die Autophagie gesteigert und „dies unterstützt insgesamt ein längeres Leben – so ist es zumindest bei den Fadenwürmern“, sagt die Forscherin. „Im Hinblick auf den Menschen könnte man vorsichtig spekulieren, dass der von uns identifizierte Signalweg, der WIPI1 reguliert, künftig beeinflusst werden kann, um möglicherweise die Autophagie im Alter anzuregen.“</p><p class="align-right"><em>Janna Eberhardt/Hochschulkommunikation</em></p><h3>Publikation:</h3><p>Katharina Sporbeck, Maximilian L. Haas, Carmen J. Pastor-Maldonado, David S. Schüssele, Catherine Hunter, Zsuzsanna Takacs, Ana L. Diogo de Oliveira, Mirita Franz-Wachtel, Chara Charsou, Simon G. Pfisterer, Andrea Gubas, Patricia K. Haller, Roland L. Knorr, Manuel Kaulich, Boris Macek, Eeva-Liisa Eskelinen, Anne Simonsen &amp; Tassula Proikas-Cezanne: <span lang="en" dir="ltr">The ABL-MYC axis controls WIPI1-enhanced autophagy in lifespan extension. <em>Communications Biology</em>,</span><a href="https://doi.org/10.1038/s42003-023-05236-9" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s42003-023-05236-9</a><span lang="EN-US"><span class="MsoHyperlink"></span></span></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-97970</guid><pubDate>Wed, 06 Sep 2023 12:00:10 +0200</pubDate><title>Archäologische Denkmalpflege</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/archaeologische-denkmalpflege/</link><description>Gemeinsame Untersuchungen des Landesamts für Denkmalpflege und der Universität Tübingen auf dem Lochenstein (Gemeinde Hausen am Tann, Zollernalbkreis)</description><content:encoded><![CDATA[<p>Genau 100 Jahre nach Beginn der ersten systematischen Ausgrabungen auf dem Lochenstein bei Hausen am Tann durch Gerhard Bersu und das damalige Landesamt für Denkmalpflege finden an gleicher Stelle derzeit erneut archäologische Untersuchungen statt. Nach zwei Grabungskampagnen der Universität Tübingen in den Jahren 2021 und 2022 werden die Ausgrabungen in diesem Jahr im Rahmen eines Kooperationsprojektes der Universität Tübingen und des Landesamtes für Denkmalpflege (LAD) im Regierungspräsidium Stuttgart fortgesetzt. Im Mittelpunkt steht die Erforschung der chronologischen Abfolge der Besiedlung des Lochensteins.&nbsp;</p><p>Der 960 Meter hoch gelegene Berggipfel ist schwer zugänglich und bietet vom Rand eines spektakulären Steilabfalls einen beeindruckenden Ausblick in das Albvorland bis zum Schwarzwald und bei klarer Sicht auf die Alpen im Süden.&nbsp;</p><p>Obwohl Funde von Keramikscherben und Metallartefakten belegen, dass der Lochenstein von der Jungsteinzeit bis in das frühe Mittalter immer wieder begangen wurde, liegt ein Schwerpunkt der Besiedlung in der späten Bronzezeit (1200 - 800 v. u. Z) und der Eisenzeit (Hallstatt- (800 – 450 v. u. Z.) und Latènezeit (450 – 0 v. u. Z.).<br> Bersu erkannte 1923 eine kontinuierliche Abfolge von der Bronze- in die Eisenzeit, eine bis heute in unserer Region einmalig dokumentierte Stratigraphie. Dieser Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit im 9. bis 8. Jahrhundert v. Chr. steht im Mittelpunkt der aktuellen Forschungen. Mit modernen Grabungs- und Datierungsmethoden, wie zum Beispiel Structure-from-Motion oder 14C-Datierung, sollen die Ergebnisse von Bersu überprüft und verfeinert werden.</p><p>Die wissenschaftlichen Grabungsleiter, Prof. Dr. Martin Bartelheim (Universität Tübingen), Dr. Marc Heise (LAD) und der Grabungstechniker Michael Lingnau (LAD), wollen zunächst in drei Ausgrabungskampagnen bis 2025 an verschiedenen Stellen des Plateaus das archäologische Potential des Platzes überprüfen und wenn möglich eine für Südwestdeutschland gültige chronologische Entwicklung herausarbeiten. Das wird zum einen durch die Analyse des Fundmaterials (Keramik- und Metallfunde) erreicht, sowie durch naturwissenschaftliche Datierungen an organischen Materialien wie zum Beispiel Knochen. Ermöglicht werden die Untersuchungen durch die Unterstützung der Gemeinde Hausen am Tann, des Regierungspräsidiums Tübingen sowie des Schwäbischen Albvereins.&nbsp;</p><p class="align-right"><em>Pressestelle des Regierungspräsidiums Stuttgart</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-97967</guid><pubDate>Wed, 06 Sep 2023 11:49:13 +0200</pubDate><title>Doppelter Doktorgrad: Universität Tübingen und Universität São Paulo intensivieren ihre Partnerschaft</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/doppelter-doktorgrad-universitaet-tuebingen-und-universitaet-sao-paulo-intensivieren-ihre-partnerschaft/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://uni-tuebingen.de/securedl/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE3NzkzMzA1MDUsImV4cCI6MTc3OTQyMDUwNSwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW4vVW5pX1R1ZWJpbmdlbi9BbGxnZW1laW4vQmlsZGVyL2F0dGVtcHRvX29ubGluZS9Gb3JzY2h1bmcvMjAyMy8yMy0wOS0wNl9VVF91bmRfVVNQX2ludGVuc2l2aWVyZW5faWhyZV9QYXJ0bmVyc2NoYWZ0MjAyM19WZXJzXHUwMGUzb19wb3J0dWd1ZXNhLnBkZiIsInBhZ2UiOjYxNzE0fQ.Vm-TvHLlwNul3US0QtyXTzT7Uipw9ct5O7VAugZFB8c/23-09-06_UT_und_USP_intensivieren_ihre_Partnerschaft2023_Versão_portuguesa.pdf" class="download">Versão portuguesa</a></p><p>Bei einem Besuch an der Universität Tübingen haben der Rektor der Universität São Paulo (USP), Professor Carlos Gilberto Carlotti, und die Rektorin der Universität Tübingen, Professorin Karla Pollmann, am 4. September eine weitere Kooperationsvereinbarung zwischen den beiden Hochschulen unterzeichnet. Die neue Vereinbarung beinhaltet den Austausch sowie die gemeinsame Betreuung von Doktorandinnen und Doktoranden bei ihren Forschungsprojekten. Erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen haben damit die Chance, einen Doktorgrad beider Universitäten zu erhalten. &nbsp;</p><p>Professor Carlotti sagte, durch das jetzt geschlossene Abkommen werde die Partnerschaft beider Universitäten weiter gestärkt. Ziel der Universität Sao Paulo sei es, die Zusammenarbeit mit strategisch wichtigen Universitäten zur Förderung der Spitzenforschung auszubauen. In Bezug auf die Zukunft der Partnerschaft fügt der Rektor der USP hinzu: "Unsere Perspektive ist es, ausgehend von diesem Abkommen künftig auch Doppelabschlüsse im Bachelor- und Masterstudium vorzusehen.“</p><p>Professorin Pollmann sagte, das Abkommen eröffne für die Universität Tübingen neue Perspektiven in der internationalen Forschungszusammenarbeit: „Tübingen hat seit vielen Jahren intensive Kontakte nach Brasilien und hat großes Interesse daran, die Zusammenarbeit auf unterschiedlichen Forschungsfeldern auszubauen.“ Die Vereinbarung zur gemeinsamen Betreuung von Promovierenden sei auf diesem Weg ein weiterer wichtiger Baustein.&nbsp;</p><p>Bei dieser Gelegenheit wurde auch das Rahmenabkommen zwischen den Universitäten erneuert. &nbsp;Das aktualisierte Memorandum of Understanding (MoU) bildet die Grundlage für ein breite akademische Zusammenarbeit zwischen beiden Universitäten.</p><p>Carlotti und Pollmann unterzeichneten die Abkommen in Anwesenheit von Professor Peter Grathwohl, Prorektor für Forschung und Innovation der Universität Tübingen und Direktor des Brasilien- und Lateinamerika-Zentrums, und Paulo Camargo Carneiro, stellvertretender Konsul am Generalkonsulat von Brasilien in München. Professor Carlotti war vom 3. bis 5. September zu Gast an der Universität Tübingen. Er wurde begleitet von Professor Sérgio Proença, Prorektor für internationale Zusammenarbeit an der USP. Der Besuch wurde organisiert vom Baden-Württembergischen Brasilien- und Lateinamerika-Zentrum der Universität Tübingen.</p><p>Die Delegation der USP absolvierte während ihres Aufenthalts in Tübingen ein umfangreiches Besuchs- und Besichtigungsprogramm. Die Vertreter der USP informierten sich über die Exzellenz- und die Internationalisierungsstrategie der Universität und lernten die Arbeit des Brasilien- und Lateinamerika-Zentrums kennen. Auf dem Programm standen auch Besuche des Exzellenzclusters iFIT, der Max-Planck-Institute für Biologische Kybernetik und für Intelligente Systeme sowie des Cyber Valley. Im Universitätsklinikum Tübingen traf die USP-Delegation außerdem den Ärztlichen Direktor der Universitätsklinik für Neurochirurgie, Professor Marcos Tatagiba, der aus Brasilien stammt.</p><p>Der Besuch endete mit einer Gesprächsrunde über Perspektiven der Innovation. Teilnehmer waren Vertreter der Cyber Valley GmbH und des Startup Centers der Universität Tübingen sowie Prorektor Peter Grathwohl.&nbsp;</p><p>Die Universität São Paulo ist die einzige brasilianische Universität, die im <a href="https://www.topuniversities.com/university-rankings/world-university-rankings/2024" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">QS World University Ranking 2024</a> unter den Top 100 der Welt rangiert; im <a href="https://www.timeshighereducation.com/world-university-rankings/2023/latin-america-university-rankings" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">THE Latin America University Ranking 2023</a> belegt sie Platz 2. Die USP unterhält derzeit 70 aktive Abkommen mit deutschen Institutionen in allen Wissensbereichen, darunter zahlreiche Einzelabkommen mit der Universität Tübingen.</p><p class="align-right">Ana Calegari</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-97772</guid><pubDate>Fri, 01 Sep 2023 10:43:50 +0200</pubDate><title>Martin Biewen neuer Direktor am Tübinger Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW)</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/martin-biewen-neuer-direktor-am-tuebinger-institut-fuer-angewandte-wirtschaftsforschung-iaw/</link><description>Am 1. September 2023 übernimmt Prof. Dr. Martin Biewen das Amt eines Wissenschaftlichen Direktors des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung e.V. (IAW) in Tübingen. Er tritt damit die Nachfolge von Prof. Dr. Wilhelm Kohler an, der dieses Amt zehn Jahre innehatte. Professor Biewen wird das IAW künftig gemeinsam mit Prof. Dr. Bernhard Boockmann leiten.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Prof. Dr. Martin Biewen ist seit dem Jahr 2009 Inhaber des Lehrstuhls für Statistik, Ökonometrie und Quantitative Methoden an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Seine Forschungsinteressen liegen in der Arbeitsmarkt- und Bildungsökonomie, insbesondere im Bereich der Einkommensverteilung. Seine methodischen Beiträge beschäftigen sich unter anderem mit der Anwendung des maschinellen Lernens. Er ist Mitglied des Tübinger Exzellenzclusters Maschinelles Lernen für die Wissenschaft. Mit dem IAW verbindet ihn eine langjährige Kooperation, insbesondere zur wissenschaftlichen Fundierung der Armuts- und Reichtumsberichterstattung der Bundesregierung und als Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des IAW.</p><p>„Die Anwendung und Weiterentwicklung wegweisender empirischer Forschungsmethoden wird für das IAW immer wichtiger. Professor Biewen stärkt mit seiner Expertise das Profil des IAW im Bereich der Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik und wird in seiner Funktion als wissenschaftlicher Direktor dazu beitragen, die Position des IAW unter den Wirtschaftsforschungsinstituten weiter zu festigen“, sagte der Vorsitzende des Vorstands des IAW, Prof. Dr. Wilhelm Rall.</p><p>Das IAW ist ein unabhängiges wirtschaftswissenschaftliches Forschungsinstitut an der Universität Tübingen mit derzeit 23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg trägt mit einem Grundzuschuss zur Finanzierung des IAW bei. Der größte Teil des Budgets wird in der Auftragsforschung für Ministerien, die EU und wissenschaftliche Stiftungen erwirtschaftet. Im Jahr 2022 betrug der Umsatz des IAW knapp 3,5 Millionen Euro.</p><p class="align-right">Pressemitteilung des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung, An-Institut der Universität Tübingen</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-97715</guid><pubDate>Wed, 30 Aug 2023 10:39:47 +0200</pubDate><title>Abrupte Veränderungen der Nordatlantikumwälzung in der Vergangenheit beeinflussten globales Klimasystem</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/abrupte-veraenderungen-der-nordatlantikumwaelzung-in-der-vergangenheit-beeinflussten-globales-klimasystem/</link><description>Tübinger Forschende beteiligt: Internationales Team verglich Daten zu Höhlen-Tropfsteinen weltweit mit Klimamodellierungen – Erkenntnisse helfen, natürliche Klimaschwankungen besser zu verstehen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Abrupte Klimaveränderungen haben sich in der Vergangenheit weltweit auf Niederschlagsmuster ausgewirkt, insbesondere in der tropischen Monsunregion, zeigt eine neue Studie. Professorin Kira Rehfeld und Postdoktorand Nils Weitzel vom Geo- und Umweltforschungszentrum der Universität Tübingen sind Teil eines internationalen Forschungsteams, das anhand von Daten aus Höhlen-Tropfsteinen und Klimamodellsimulationen die globalen Auswirkungen schneller Temperaturanstiege auf der Nordhalbkugel untersuchte. Der Vergleich von Stalagmiten- und Modelldaten zeigt in bisher nicht bekanntem Detail wie sich diese abrupten Veränderungen, und die damit verbundenen Änderungen der atlantischen Umwälzzirkulation, kurz AMOC, auf die weltweite atmosphärische Zirkulation ausgewirkt haben. Die Studie wurde im Fachmagazin <em><span lang="en" dir="ltr">Proceedings of the National Academy of Sciences</span> PNAS</em> veröffentlicht.</p><p>Dansgaard-Oeschger-Ereignisse sind abrupte Temperatursprünge auf der Nordhalbkugel bei denen während der letzten Kaltzeiten die Temperaturen in Grönland bis zu 15 °C in wenigen Jahrzehnten anstiegen. „Diese Ereignisse sind der Archetyp für abrupte Klimaveränderungen, und ein besseres Verständnis dieser Klimaschwankungen ist entscheidend für eine zuverlässigere Einschätzung des Risikos und der möglichen Auswirkungen künftiger Kippereignisse im Klimasystem“, sagt Studien-Ko-Autor Niklas Boers vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und der Technischen Universität München.</p><p>In der Studie untersuchte das Forschungsteam die SISAL-Datenbank, eine von mehr als 100 Forschenden weltweit kuratierte globale Sammlung von Höhlenmineralien. Tropfsteine dienen gewissermaßen als Klimaarchive, aus deren Kalzit-Matrix geochemisch Informationen zu Niederschlagsveränderungen gewonnen werden können. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich die atmosphärische Zirkulation und die damit verbundenen Niederschlagsmuster als Folge der Dansgaard-Oeschger-Ereignisse weltweit drastisch und abrupt verändert haben“, sagt Erstautor Jens Fohlmeister, der zum Zeitpunkt der Untersuchung Wissenschaftler am PIK war. „Die Auswirkungen dieser abrupten Klimaveränderungen in der Vergangenheit waren weltweit zu spüren, am stärksten jedoch in den tropischen Monsungebieten.“</p><p>Die Studie verglich die räumlichen Muster und die Stärke der Veränderungen über die abrupten Klimaübergänge hinweg mit Informationen aus komplexen Klimamodellen und fand deutliche Ähnlichkeiten. Hier baue die Studie auf neuesten Entwicklungen in der Klimamodellentwicklung auf, stellen Ko-Autoren Kira Rehfeld und Nils Weitzel fest: „Lange Zeit wurden Klimamodelle nur daraufhin untersucht, ob sie die anthropogene Erwärmung reproduzierten, Klimaschwankungen standen wenig im Fokus. Die nationale wie internationale wissenschaftliche Gemeinschaft sind hier jedoch weitergekommen.”</p><p>Die Studie nahm 2019 auf einem internationalen Workshop ihren Anfang, bei dem HöhlenforscherInnen und KlimamodelliererInnen feststellten, dass die Datenlage für schnelle abrupte Übergänge in der letzten Kaltzeit noch nie so gut war wie heute. Rehfeld, damals Teilnehmerin, betont: „Zum einen ist mit Hilfe globaler Datensammlungen – wie der hier genutzten Tropfstein-Datenbank – zum ersten Mal die Untersuchung auch weit zurückliegender Klimaveränderungen an Land möglich.“ Stalagmiten könnten radiometrisch absolut datiert werden und wiesen damit wenige zeitliche Unsicherheiten auf. Zudem kämen sie auf allen Kontinenten außerhalb der Antarktis vor. Die Zusammenstellung veröffentlichter Daten sei somit eine wichtige Ergänzung zu polaren Eisbohrkern-Studien.&nbsp;</p><p>„Zur verbesserten Real-Datenlage kommt die Erkenntnis, dass Klimamodelle für eine Abschätzung zukünftiger Klimarisiken auch natürliche Schwankungen wiedergeben sollten, was internationale Klimamodellvergleiche und eben diese gemeinsamen Untersuchungen motiviert.” Daten-Modellvergleiche solcher Experimente konnten in der Studie genutzt werden – dabei stellte man fest, dass reale Daten und die globalen Klima-Modelle äußerst ähnliche Muster zeigten.</p><p>Bisher gibt es noch große Unsicherheitsspannen bei der Abschätzung von Veränderungen, beispielsweise der atlantischen Umwälzströmung (<span lang="en" dir="ltr">Atlantic Meridional Overturning Circulation</span>, AMOC), trotz jahrelanger umfangreicher Forschung. „Die Studie zeigt, dass die gemeinsame systematische und sorgfältige Gegenüberstellung von Klimamodelldaten und Proxy-Indikatoren, mit der Berücksichtigung der jeweiligen Stärken und Schwächen, die Entschlüsselung vergangener schneller Klimaveränderungen möglich macht“, sagt Rehfeld.</p><p>Die Arbeit könne helfen, besser zu verstehen, welche Mechanismen zu abrupten Klimaübergängen führten und wie beispielsweise Meereis-Dynamik, Veränderungen der AMOC oder Höhenänderungen von polaren Eisschilden dazu beitrugen. „Dies ist ein wichtiger Beitrag, um mögliche Risiken durch nichtlineare Klimaübergänge in der Zukunft besser einzuschätzen.“</p><p class="align-right"><em>Nach einer Meldung des <a href="https://www.pik-potsdam.de/de/aktuelles/nachrichten/abrupte-veraenderungen-der-nordatlantikumwaelzung-in-der-vergangenheit-hatten-auswirkungen-auf-das-globale-klimasystem" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung</a> (PIK)</em></p><h3>Aktuelle Publikation:</h3><p>Jens Fohlmeister, Natasha Sekhon, Andrea Columbu, Guido Vettoretti, Nils Weitzel, Kira Rehfeld, Cristina Veiga-Pires, Maya Ben-Yami, Norbert Marwan, Niklas Boers: <span lang="en" dir="ltr">Global reorganization of atmospheric circulation during Dansgaard-Oeschger cycles. Proceedings of the National Academy of Sciences PNAS</span>, <a href="https://doi.org/10.1073/pnas.2302283120 " target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1073/pnas.2302283120&nbsp;</a></p><h3>Weiterführende Informationen:</h3><ul><li>SISAL-Datenbank - globale Sammlung von Höhlenmineralien:<br> 	Comas-Bru, L., Rehfeld, K., Roesch, C., Amirnezhad-Mozhdehi, S., Harrison, S. P., Atsawawaranunt, K., Ahmad, S. M., Brahim, Y. A., Baker, A., Bosomworth, M., Breitenbach, S. F. M., Burstyn, Y., Columbu, A., Deininger, M., Demény, A., Dixon, B., Fohlmeister, J., Hatvani, I. G., Hu, J., Kaushal, N., Kern, Z., Labuhn, I., Lechleitner, F. A., Lorrey, A., Martrat, B., Novello, V. F., Oster, J., Pérez-Mejías, C., Scholz, D., Scroxton, N., Sinha, N., Ward, B. M., Warken, S., Zhang, H.,<span dir="ltr" lang="en"> and SISAL Working Group members: SISALv2: a comprehensive speleothem isotope database with multiple age–depth models, <em>Earth Syst. Sci. Data</em></span>, 12, 2579–2606, <a href="https://doi.org/10.5194/essd-12-2579-2020" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.5194/essd-12-2579-2020</a>, 2020.</li><li>Malmierca-Vallet, I., Sime, L. C., <span dir="ltr" lang="en">and the D–O community members (inc. K. Rehfeld and Nils Weitzel): Dansgaard–Oeschger events in climate models: review and baseline Marine Isotope Stage 3 (MIS3) protocol, </span><em><span dir="ltr" lang="en">Clim. Past</span>,</em> 19, 915–942, <a href="https://doi.org/10.5194/cp-19-915-2023" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.5194/cp-19-915-2023</a>, 2023.&nbsp;</li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-96686</guid><pubDate>Mon, 24 Jul 2023 16:14:29 +0200</pubDate><title>Science2Start-Wettbewerb: Erster und zweiter Platz für Tübinger Forschende</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/science2start-wettbewerb-erster-und-zweiter-platz-fuer-tuebinger-forschende/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Im Rahmen des "BioRegio STERN"-Sommerempfangs 2023 in Stuttgart/Fellbach wurden die Gewinnerinnen und Gewinner des Science2Start-Wettbewerbs bekannt gegeben. Ausgezeichnet wurden Ideen von Forschenden und Gründern, die nach Meinung einer Expertenjury besonderes wirtschaftliches Potenzial haben. Die ersten beiden Plätze gingen dieses Jahr an Forschende aus Tübingen.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-96683</guid><pubDate>Mon, 24 Jul 2023 15:45:31 +0200</pubDate><title>Land fördert KI-Allianz Baden-Württemberg mit rund 5,1 Millionen Euro</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/land-foerdert-ki-allianz-baden-wuerttemberg-mit-rund-51-millionen-euro/</link><description>Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften berät zur Datenethik</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, übergab am 20. Juli neun Förderbescheide an Vertreterinnen und Vertreter der KI-Allianz Baden-Württemberg (BW), darunter auch der Universität Tübingen. "Künstliche Intelligenz (KI) ist nur so gut wie die Daten, mit denen sie gefüttert wird," so die Ministerin. Oftmals fehle gerade dem Mittelstand eine qualitativ hochwertige Datengrundlage, um selbst KI-Lösungen auszuprobieren oder zu entwickeln. Hier setze die "KI-Allianz BW" an mit dem Ziel, &nbsp;den Unternehmen im Land passgenaue Daten zur Verfügung zu stellen. Zu den in der Allianz geförderten Einrichtungen gehört auch das Internationale Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen. Die Fördersumme für die gesamte KI-Allianz umfasst rund 5,1 Millionen Euro. Knapp 130.000 Euro für zwei Jahre erhält das IZEW für die Bewertung und Beratung des Vorhabens hinsichtlich Datenethik und Innovation im Sinne der menschenzentrierten Entwicklung.</p><p>Im Zuge der Förderung der KI-Allianz BW werden in verschiedenen Städten und Regionen des Landes KI-Innovationscluster etabliert, ausgebaut und vernetzt. Sie sollen das Potenzial von KI in der Fläche Baden-Württembergs weiter erschließen. Die nun zur Verfügung stehenden Landesmittel fließen in den Aufbau einer umfassenden Datenplattform. Die Daten werden von lokalen Expertinnen und Experten thematisch gesammelt und so aufbereitet, dass die Wirtschaft im ganzen Land darauf zugreifen kann. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Start-ups sollen einen einfachen Zugang zu qualitativ hochwertigen Datensätzen erhalten, die bei der Entwicklung und Anwendung von KI-Lösungen essenziell sind. Weitere Projekte der KI-Allianz BW gemeinsam mit dem Partnerkreis sollen folgen.</p><h3>Neun geförderte Institutionen</h3><p>Das IZEW der Universität Tübingen wird den Aufbau der Plattform mit einem integrativen Ansatz begleiten, bei dem es die ethischen Fragen angeht, die sich im Entwicklungsprozess stellen. Dies umfasst Überlegungen, welche KI-Modelle und -Anwendungen zum Einsatz kommen, ebenso wie Entscheidungen darüber, welche Daten gespeichert werden oder nicht. Nicht zuletzt sind auch Diskriminierungsfragen zu klären, also etwa welchen Nutzerinnen und Nutzern die Daten zugänglich gemacht werden. Die exakte Fördersumme für die Universität Tübingen beträgt 128.473 Euro.</p><p><strong>Die weiteren acht Partnerinstitutionen und ihre Expertise:</strong></p><ul><li>Die Hochschule Aalen erforscht die Grundlagen von qualitativ hochwertigen Daten, berät die Projektpartner bei Maßnahme zur Verbesserung der Datenqualität und wird mit 900.000 Euro gefördert.</li><li>Die Fraunhofer Gesellschaft übernimmt die Projektleitung sowie einen wesentlichen Bestandteil der Implementierungsaufwände und wird mit insgesamt rund 1,15 Millionen Euro gefördert, aufgeteilt auf eine Förderung des Fraunhofer IOSB (Karlsruhe) in Höhe von 675.847 Euro und des Fraunhofer IPA (Stuttgart) 474.963 Euro.</li><li>Das FZI Forschungszentrum Informatik erhält eine Förderung in Höhe von 725.980 Euro, insbesondere für den Aufbau des Governance-Ökosystems und bei der Suche nach passenden Datensätzen.</li><li>Die Universität Stuttgart – Höchstleistungsrechenzentrum (HLRS) evaluiert die Datenplattform hinsichtlich der Verbesserungspotentiale und erhält eine Förderung in Höhe von 326.060 Euro.</li><li>Das Karlsruhe Institut für Technologie (KIT) übernimmt die Leitung der Datenplattform für Mobilitätsdaten und erhält eine Förderung in Höhe von 487.017 Euro.</li><li>Die Stadt Freiburg treibt die Öffnung des regionalen kommunalen Datenraums voran und wird mit Landesmitteln in Höhe von 785.120 Euro gefördert.</li><li>Die Expertise für die Medizin-Datenplattform bringt das Universitätsklinikum Freiburg (UKF) ein und erhält dafür eine Förderung in Höhe von 614.000 Euro.</li></ul><p>Ausgehend von dem am 22. Juni 2023 veröffentlichten Monitoring Report Wirtschaft DIGITAL Baden-Württemberg 2023 wollen 40 Prozent der Unternehmen in Baden-Württemberg bis 2033 KI-Lösungen einsetzen. „Dieses Potenzial gilt es, in allen Teilen des Landes zu heben und noch zu steigern“, sagte Hoffmeister-Kraut und lobte insbesondere den regionenübergreifenden Ansatz der Allianz. Bislang haben sich ihr Vertreterinnen und Vertreter aus Freiburg, Karlsruhe, Neckar-Alb, Nordschwarzwald, dem Ostalbkreis und Stuttgart angeschlossen. Kooperationsmaßnahmen werden angestrebt.</p><p>Die Wirtschaftsministerin betonte: „Wir müssen an einem Strang ziehen und unsere Ressourcen bündeln, damit der KI-Standort Baden-Württemberg weiterhin eine Spitzenposition einnimmt.“ Der Ansatz der KI-Allianz Baden-Württemberg, wertvolle Daten nicht vor Ort zu horten, sondern untereinander zu teilen und der Wirtschaft im Land zugänglich zu machen, verdeutliche: „Miteinander sind wir stärker und bringen das ganze Land voran.“</p><p class="align-right"><em>Pressemitteilung des Landes Baden-Württemberg/Hochschulkommunikation</em><br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-96668</guid><pubDate>Mon, 24 Jul 2023 11:00:11 +0200</pubDate><title>„Chancen und Herausforderungen der modernen Schule“</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/chancen-und-herausforderungen-der-modernen-schule-1/</link><description>Rückblick auf den Jubiläumsfachtag Schulpsychologie</description><content:encoded><![CDATA[<p>Vertreter*innen aus Bildungspolitik, Universität und Universitätsklinikum (UKT) Tübingen sowie Schulpsycholog*innen aus dem gesamten Bundesgebiet – mehr als 100 Gäste folgten am 23. Juni 2023 der Einladung von Caterina Gawrilow an die Universität Tübingen. Anlässlich 10 erfolgreicher Jahre Schulpsychologie in Tübingen wurde der deutschlandweit einzige Studiengang <span lang="en" dir="ltr">Master of Science</span> Schulpsychologie, der in dieser Zeit über 160 Studienabschlüsse ermöglicht hat, in der Alten Aula der Universität gefeiert.</p><p>Den lebendigen wissenschaftlichen Austausch aller Anwesenden förderte das Programm mit zwei Hauptvorträgen zu den Themen “Zusammenhang von Intelligenzprofilen, Schulleistungsschwierigkeiten in Rechnen, Lesen und Rechtschreiben und Verhaltensproblemen bei Schülerinnen und Schülern in Grundschule und Sekundarstufe I” (Prof. Dr. Monika Daseking, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg) und „Nutzung digitaler Technologie zur Prävention psychischer Erkrankungen“ (Prof. Dr. Johanna Löchner, Kinder- und Jugendpsychiatrie Tübingen). Ein Studierendenvortrag folgte auf die Fachvorträge und verdeutlichte ein wesentliches Merkmal des Studiengangs: die Einbindung der Studierenden und der wichtige und intensive Austausch schon während des Studiums in Wissenschaft und Praxis. Der anschließende Postermarkt mit 16 Postern lud zu angeregten Gesprächen während der Mittagspause ein, der auch viele von Alumni des Studiengangs erstellte Poster enthielt und den Blick auf weitere wichtige Aspekte und aktuelle Themen ermöglichte.</p><p>Am Nachmittag folgte eine von Dr. Fabian Lang moderierte Podiumsdiskussion, bei der die Experten (Prof. Dr. Monika Daseking, Anne Henchen, Dr. Anke Leuthold-Zürcher, Prof. Dr. Tobias Renner, Prof. Dr. Gertrud Stadler) der Frage „Wie kann die Forschung zur verbesserten schulischen Integration von Schüler*innen mit Entwicklungsrisiken beitragen?“ nachgingen und in der auch der Ruf nach multiprofessionellen Teams im Arbeitsfeld Schule vernommen werden konnte. Die sehr gut besuchte Veranstaltung profitierte von der persönlichen Verbundenheit mit dem Arbeitsbereich Schulpsychologie. Wir schauen gespannt auf die von diesem Fachtag inspirierten, künftigen Kooperationsprojekte.</p><p class="align-right"><em>Viola Tragieser und Carmen Melchers, Koordinatorinnen<br> Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, Fachbereich Psychologie, Arbeitsbereichs Schulpsychologie</em><br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Termine</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-96638</guid><pubDate>Fri, 21 Jul 2023 11:39:04 +0200</pubDate><title>Umweltfreundlichere Bekämpfung von Ölkatastrophen mit Biotensiden</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/umweltfreundlichere-bekaempfung-von-oelkatastrophen-mit-biotensiden/</link><description>Können Biotenside den mikrobiologischen Ölabbau im Meerwasser der Nordsee steigern? Das hat ein internationales Forschungsteam der Universitäten Stuttgart und Tübingen sowie der China West Normal University und der University of Georgia untersucht – und sieht Potenzial für eine effektivere und umweltfreundlichere Bekämpfung von Ölkatastrophen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Schätzungsweise 1.500 Millionen Liter Öl fließen pro Jahr in die Ozeane. Das führt zu einer Umweltverschmutzung von globaler Bedeutung, da Öl gefährliche Verbindungen wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe enthält, die giftig auf Lebewesen wirken oder deren Erbgut verändern können. Besonders verheerend sind Ölkatastrophen, bei denen in relativ kurzer Zeit große Mengen an Öl in die Meere austreten, etwa Unfälle von Tankern oder an Ölbohrplattformen wie 2010 bei Deepwater Horizon.</p><p>In solchen Katastrophenfällen werden routinemäßig, je nach Ölmenge, bis zu mehrere Millionen Liter chemische Dispersionsmittel ausgebracht, um Ölklumpen aufzulösen, Ölanschwemmung an Küsten zu verhindern und die Öldispersion im Wasser zu steigern. Dadurch soll der mikrobielle Ölabbau erhöht werden. Spezielle Mikroorganismen, die weitverbreitet in der Natur vorkommen, können sich nämlich von Rohölbestandteilen ernähren und bauen diese zu harmlosen Stoffen ab. Durch diese besondere Fähigkeit der Mikroben werden ölkontaminierte Gebiete natürlich gereinigt.</p><p>„In einer im Jahr 2015 veröffentlichten Studie aus den USA haben wir jedoch gezeigt, dass – anders als erhofft – chemische Dispersionsmittel im Tiefseewasser aus dem Golf von Mexiko den mikrobiellen Ölabbau verlangsamen können“, sagt Professorin Sara Kleindienst, die bis Juni 2022 an der Universität Tübingen forschte und jetzt an der Universität Stuttgart tätig ist. „Seitdem wird das Thema kontrovers diskutiert, und es gibt bislang keine einfache Antwort darauf, wie Ölkatastrophen am besten zu bekämpfen wären.“</p><p>Auf der Suche nach umweltfreundlicheren Methoden zur Bewältigung von Ölkatastrophen könnten Biotenside eine vielversprechende Alternative zu chemischen Dispersionsmitteln sein. Biotenside werden durch Mikroorganismen gebildet und können bewirken, dass Ölkomponenten leichter für den Abbau zugänglich werden. Der mikrobielle Ölabbau, der maßgeblich für die Aufreinigung verantwortlich ist, kann dadurch gesteigert werden.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-96554</guid><pubDate>Wed, 19 Jul 2023 17:00:00 +0200</pubDate><title>Genetischer Schmelztiegel im kupferzeitlichen Südosteuropa</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/genetischer-schmelztiegel-im-kupferzeitlichen-suedosteuropa/</link><description>Internationales Forschungsteam findet genetischen Nachweis zu frühem Kontakt zwischen Menschen bäuerlicher Gesellschaften aus Südosteuropa und frühen Hirtennomaden aus der nordwestlichen Schwarzmeerregion</description><content:encoded><![CDATA[<p>Migration und individuelle Mobilität haben offenbar bereits in der Kupfer- und Bronzezeit vor mehreren Tausend Jahren eine größere Rolle in der Menschheitsgeschichte gespielt, als bisher angenommen wurde. Häufig kam es bei neuen Begegnungen zum Transfer von kulturellem und technischem Knowhow, Veränderungen der Sozialstrukturen und der Wirtschaftsweise. Die Ausbreitung der Menschen spiegelt sich auch in deren genetischen Profilen wider. Diese Entwicklungen untersuchte ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in einer neuen Studie, in der die Genome von 135 Individuen der Kupfer- und Bronzezeit (6.500 bis 4.000 Jahre vor heute) aus Südosteuropa und der nordwestlichen Schwarzmeerregion analysiert wurden. Beteiligt am Forschungsteam waren von der Universität Tübingen Professor Raiko Krauß vom Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters und Dr. Maria Spyrou aus der Archäo- und Paläogenetik des Instituts für Naturwissenschaftliche Archäologie. Die großangelegte humangenetische Studie zur europäischen Urgeschichte wurde nun in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.</p><p>Vor etwa 7.000 Jahren begann man in Südosteuropa mit dem Abbau und der Verarbeitung von Kupfer. Verkehrsgünstig an der Donau beziehungsweise am Schwarzen Meer gelegen und mit Zugang zu Gold und Salzvorkommen blühten die dortigen Gesellschaften durch Kontakte und Handel mit umliegenden Regionen auf. In Teilen des heutigen Bulgariens und Rumäniens etablierten sich zahlreiche größere Siedlungshügel, die über ein dichtes Austauschnetzwerk miteinander in Verbindung standen. Gleichzeitig bildeten sich soziale Hierarchien heraus, die sich deutlich in der ungleichen Verteilung von Prestigegütern zeigten. So fanden sich im Gräberfeld von Varna in Bulgarien reich ausgestattete Gräber mit zahlreichen Kupfer- und Goldbeigaben, die im Vergleich zu anderen Bestattungen dieser Zeit auf eine ungleiche Verteilung des Reichtums hindeuten.</p><h3>Auf eine Phase der Stabilität folgt der Umbruch</h3><p>Dokumentationen der archäologischen Forschung zufolge waren die materielle Kultur und das soziopolitische Netzwerk dieser Siedlungen über einen Zeitraum von rund 500 Jahren stabil (von etwa 6.700 bis 6.200 Jahren vor heute). Die neuen genetischen Analysen ergaben, dass sich diese Stabilität auch in der genetischen Homogenität der Individuen der Kupferzeit widerspiegelt. Das genetische Profil der Menschen aus Südosteuropa hatte sich im Vergleich zur ersten Welle von eingewanderten Bauern aus Westanatolien und der Ägäis nur wenig geändert, unter anderem durch einen leichten genetischen Eintrag von Jägern und Sammlern aus umliegenden Regionen.</p><p>Vor circa 6.000 Jahren wurden viele Siedlungen der Kupferzeit verlassen. Die Gründe dafür sind noch unklar. Klimatische Veränderungen und die Erschöpfung der natürlichen Ressourcen mögen eine Rolle gespielt haben. Die Siedlungsaktivität scheint sich weiter nach Norden in die Gebiete der Waldsteppe, zum Beispiel in das heutige Moldawien und die Ukraine, verlagert zu haben, wo zur Zeit der Cucuteni-Tripolje-Kultur (etwa 6.200 bis 5.000 Jahren vor heute) riesige Siedlungen entstanden.</p><p>Die Region um das heutige Odessa war vor 5.500 bis 4.600 Jahren vor heute ein Schmelztiegel mit Einflüssen der ausgehenden kupferzeitlichen Kulturen, der nordwestlichen Cucuteni-Tripolje-Kultur, der östlich angrenzenden Steppenregion, aber auch der geografisch entfernten Maikop-Kultur im Nordkaukasus. Diese Zeit war durch eine Vielzahl von technischen Innovationen, wie die Entwicklung von Rad und Wagen, neuen metallurgischen Verfahren und Gerätschaften geprägt, die sich rasch über große Gebiete zwischen dem Kaukasus und der Nordsee ausbreiteten.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-96293</guid><pubDate>Thu, 13 Jul 2023 09:09:00 +0200</pubDate><title>Intelligente Gummimaterialien</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/intelligente-gummimaterialien/</link><description>Forschende der Universitäten Stuttgart und Tübingen entwickeln autonom schaltbare Polymermaterialien, die sich an Bewegungen und wechselnde Umweltbedingungen anpassen können</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein weiches Exoskelett zur Unterstützung von Schlaganfallpatienten oder Pflaster zur kontrollierten Abgabe von Arzneimitteln müssen aus Materialien bestehen, die sich intelligent und selbstständig an die Bewegungen der Träger und Trägerinnen sowie an wechselnde Umweltbedingungen anpassen. Materialwissenschaftler und -wissenschaftlerinnen der Universität Stuttgart und Pharmazeuten und Pharmazeutinnen der Universität Tübingen haben nun gemeinsam autonom schaltbare Polymermaterialien entwickelt, die genau dies leisten können. Über die Forschungsergebnisse berichtet das führende Fachmagazin <em>Advanced Materials Technologies</em>.</p><p>In der Publikation „<span lang="en" dir="ltr">Autonomous Adaption of Intelligent Humidity-Programmed Hydrogel Patches</span>“ demonstrieren die Gruppen um Prof. Sabine Ludwigs (Institut für Polymerchemie) und Prof. Holger Steeb (Institut für Mechanik, MIB) von der Universität Stuttgart sowie Prof. Dominique Lunter (Pharmazeutische Technologie, Universität Tübingen) die Herstellung intelligenter Polymermaterialien. Intelligent bedeutet hier, dass sich die Materialeigenschaften autonom ihren Umgebungsbedingungen anpassen können. Abhängig von Luftfeuchte und Temperatur zeigen die Materialien Steifigkeitsänderungen über mehr als vier Größenordnungen und lassen sich selbst bei großen Deformationen elastisch verformen. Die mechanischen Eigenschaften sind damit für die jeweilige Anwendung einstellbar.</p><h3>Extrem hohe Anpassungsfähigkeit</h3><p>Die korrespondierende Autorin Sabine Ludwigs bezeichnet die Materialien als „Intelligente Gummimaterialien“ und ergänzt: „Diese extreme Anpassungsfähigkeit macht unsere Polymere extrem attraktiv für Roboter aus weichen organischen Materialien, wie sie – Stichwort <span lang="en" dir="ltr">Soft Robotics</span> – beispielsweise in der Biomedizin oder auch bei Such- und Bergungseinsätzen verwendet werden. Auch für intelligente Hautanwendungen wie etwa Exoskelette aus weichen flexiblen Stoffen sind die Polymere sehr gut geeignet.“ Bei beiden Anwendungen muss das Material sowohl schnelle als auch langsame Bewegungen ermöglichen, also einstellbare viskoelastische Eigenschaften aufweisen. „Unser Material kann das“, sagt Holger Steeb.</p><p>Die Anpassung an Feuchte und die reversible Wasseraufnahmefähigkeit eröffnen weiterhin den Einsatz als Pflaster für die kontrollierte Arzneimittelfreigabe durch die Haut. Ganz konkret experimentierten die Forschenden mit der Freigabe des Schmerzmittels Diclofenac in einem Hautmodell. „Der Trick besteht darin, dass die Wirkstofffreisetzung als Reaktion auf die veränderliche Feuchte der Wunde, also abhängig vom Wundexsudat, vom Pflaster selbst gesteuert wird“, erklärt die Tübinger Pharmazie-Expertin Dominique Lunter.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-96272</guid><pubDate>Wed, 12 Jul 2023 13:20:36 +0200</pubDate><title>Neue Erkenntnisse zur Populationsgeschichte des dritten bis ersten Jahrtausends v. Chr. in Südwestdeutschland</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neue-erkenntnisse-zur-populationsgeschichte-des-dritten-bis-ersten-jahrtausends-v-chr-in-suedwestdeutschland/</link><description>Landesamt für Denkmalpflege, Senckenberg und Eberhard Karls Universität Tübingen testen neue Methode zur menschlichen Zahnanalyse</description><content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-95891</guid><pubDate>Mon, 03 Jul 2023 13:51:10 +0200</pubDate><title>Neubau des M3-Forschungszentrums an die Universität übergeben</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neubau-des-m3-forschungszentrums-an-die-universitaet-uebergeben/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Den Neubau des M3-Forschungszentrums für Malignom, Metabolom und Mikrobiom auf dem Tübinger Schnarrenberg haben die Finanzstaatssekretärin Gisela Splett und die Wissenschaftsministerin Petra Olschowski gemeinsam am Montag, 3. Juli 2023, an die Universität Tübingen übergeben. Als Malignom wird ein Krebsgeschwulst bezeichnet. Das Metabolom bezeichnet die Stoffwechsel-Eigenschaften einer Zelle. Mikrobiom steht für die Gesamtheit aller Mikroorganismen im Menschen.</p><p>„Das energie- und flächeneffiziente neue Gebäude bietet optimale räumliche Arbeitsbedingungen für die innovative medizinische Forschungsarbeit der Universität Tübingen. Beim Bau haben wir auf Ressourcenschonung Wert gelegt. So wurde nahezu ausschließlich Recyclingbeton im Rohbau verwendet“, so Finanzstaatssekretärin Gisela Splett.</p><p>Wissenschaftsministerin Petra Olschowski: „Die Medizinische Fakultät und die gesamte Universität Tübingen haben die Chance, im Neubau M3 eine völlig neue Forschungsrichtung zu etablieren, die drei bislang getrennte Themenfelder synergistisch vereint: die Malignom-, Metabolom- und Mikrobiomforschung. Dieser interdisziplinäre Ansatz ergänzt das Tübinger Forschungsumfeld ideal und bietet für Nachwuchsforschende ebenso interessante Perspektiven wie für international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Als Land unterstützen wir das neue Forschungszentrum und seinen vielversprechenden Ansatz nach Kräften.“</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Termine</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-95526</guid><pubDate>Thu, 29 Jun 2023 11:30:00 +0200</pubDate><title>Zeynep Akata Schulz erhält Alfried Krupp-Förderpreis 2023 </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/zeynep-akata-schulz-erhaelt-alfried-krupp-foerderpreis-2023/</link><description>Mit einer Million dotierter Preis würdigt Forschung der 37-jährigen Informatikerin auf dem Gebiet des Maschinellen Lernens </description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Informatikerin Zeynep Akata Schulz wird Trägerin des Alfried Krupp-Förderpreises 2023 – eine der bedeutendsten wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland. Die 37-jährige ist seit 2019 Professorin für Erklärbares Maschinelles Lernen an der Universität Tübingen. Dem Auswahlgremium der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung hatten insgesamt 36 Vorschläge für potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten aus ganz Deutschland vorgelegen. Der Alfried Krupp-Förderpreis ist mit 1 Millionen Euro dotiert. Bei der Verausgabung dieser Mittel für ihre Forschung in den kommenden fünf Jahren genießt die Preisträgerin größtmögliche Freiheit.</p><p>„Es ist uns eine große Freude, Zeynep Akata Schulz mit dem diesjährigen Alfried Krupp-Förderpreis auszuzeichnen“, so Professorin Ursula Gather, die Kuratoriumsvorsitzende der Krupp-Stiftung. „Erklärbares Maschinelles Lernen hat das Potenzial, unsere Lebensqualität zu verbessern und innovative Lösungen für komplexe Probleme zu finden. Es wird unser Leben verändern. Der Ansatz von Zeynep Akata Schulz, Maschinelles Lernen ohne den Einsatz von klassifizierten Trainingsdaten, jedoch unter Verwendung mehrerer Datenmodalitäten zu erforschen sowie Vertrauen in die Technologie zu stärken, spielt eine entscheidende Rolle für die Anwendungsmöglichkeiten und die gesellschaftliche Akzeptanz. Auf diesem Gebiet gehört sie zur internationalen Weltspitze. Der Förderpreis unterstützt sie auf diesem Weg.“</p><p>Akata forscht im Exzellenzcluster Maschinelles Lernen für die Wissenschaft und ist Teil des Tübingen <span lang="en" dir="ltr">AI Center</span> der Universität Tübingen und des Max Planck-Instituts für Intelligente Systeme. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt im Erklärbaren Maschinellen Lernen. Mit diesem sollen Menschen nachvollziehen können, wie und warum eine Künstliche Intelligenz (KI) eine bestimmte Entscheidung getroffen hat. Dies stärkt das Vertrauen in KI, ermöglicht es Benutzerinnen und Benutzern, Fehler zu erkennen und trägt zu verantwortungsvollen Entscheidungen bei. Dieser Ansatz könnte Anwendung finden im Finanz-, Gesundheits- und Rechtswesen und anderen Bereichen, in denen es wichtig ist, dass Menschen die Entscheidungen von KI-Systemen verstehen.&nbsp;</p><p>Eine Methode des Maschinellen Lernens ist Deep Learning. Moderne Computeralgorithmen nutzen<span lang="en" dir="ltr"> Deep-Learning-</span>Modelle, um komplexe Aufgaben zu bewältigen und hochdimensionale Probleme zu lösen. Allerdings sind diese Modelle intransparent und können ihre Entscheidungen nicht erklärbar darstellen. Akata arbeitet daran, transparente Algorithmen zu entwickeln, die nachvollziehbare Entscheidungen treffen können. Dafür nutzt sie Modelle des "<span lang="en" dir="ltr">weakly supervised learnings</span>" – ein Ansatz im Maschinellen Lernen, bei dem unvollständige oder unspezifische Informationen zum Einsatz kommen. Dies ermöglicht das Training mit unstrukturierten oder unqualifizierten Daten. Die Methode ist sinnvoll, um große Datensätze effizient zu nutzen und Modelle mit begrenzten Ressourcen zu trainieren.</p><p>Die Vision der Wissenschaftlerin ist es, eine selbsterklärende Künstliche Intelligenz zu schaffen, die mit minimalem Feedback lernen und zuverlässig sowie transparent mit Menschen interagieren kann. Dies kann besonders relevant sein für mobile Robotik und intelligente Fahrzeuge.</p><p>Kolleginnen und Kollegen beschreiben Akata als Ausnahmewissenschaftlerin: Neben ihren wissenschaftlichen Leistungen und der Publikationstätigkeit – sie wurde bereits 15.000-mal in Fachkreisen zitiert – engagiert sie sich in der Lehre und betreut Studierende sowie Promovierende.</p><p><strong>Prof. Dr. Zeynep Akata Schulz&nbsp;</strong><br> Prof. Dr. Zeynep Akata Schuz (37), geboren in der Türkei, wurde 2019 auf die Professur für Erklärbares Maschinelles Lernen an die Universität Tübingen berufen, die im Rahmen des Exzellenzclusters „Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft“&nbsp; eingerichtet wurde. Sie studierte technische Informatik an der Trakya Universität in der Türkei, Medieninformatik an der RWTH Aachen und wurde an der Universität Grenoble promoviert. Nach ihrer Promotion forschte sie von 2014 bis 2017 als Postdoktorandin am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken zu Maschinellem Sehen und Lernen. Zudem war sie zu der Zeit als Gastwissenschaftlerin an der <span lang="en" dir="ltr">University of California</span> in <span lang="en" dir="ltr">Berkeley </span>tätig. Zwischen 2017 und 2019 arbeitete Akata als Juniorprofessorin sowie als wissenschaftliche Leiterin des UvA-Bosch Delta <span lang="en" dir="ltr">Lab </span>an der Universität Amsterdam, dort beschäftigte sie sich mit den Grundlagen des <span lang="en" dir="ltr">Deep Learning</span>. Sie war ebenfalls Forschungsleiterin am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken.</p><p>Ihre Arbeit wurde mit hochrangigen Förderungen und Auszeichnungen gewürdigt, darunter mit dem <span lang="en" dir="ltr">EVCA Young Researcher Award</span> (2022), dem Deutschen Mustererkennungspreis der Deutschen Gesellschaft für Mustererkennung (2021), dem „<span lang="en" dir="ltr">ERC Starting Grant</span>“ des Europäischen Forschungsrates (2019) und dem Lise Meitner <span lang="en" dir="ltr">Award for Excellent Women in Computer Science</span> des Max-Planck-Instituts für Informatik (2014).&nbsp;</p><p><br><strong>Alfried Krupp-Förderpreis&nbsp;</strong><br> Der Alfried Krupp-Förderpreis wird seit 1986 jährlich für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ausgeschrieben, die in den Bereichen Natur- und Ingenieurwissenschaften eine Erstprofessur an einer deutschen Hochschule innehaben. Er wurde bisher an 42 Forschende vergeben. Die mit 1 Million Euro dotierte Auszeichnung verschafft den Preisträgerinnen und Preisträgern Freiheit in Forschung und Lehre: Während eines Zeitraums von fünf Jahren können sie sich flexibel und unabhängig ein optimales Arbeitsumfeld schaffen und ihre wissenschaftliche Arbeit vorantreiben.&nbsp;</p><p><strong>Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung</strong><br> Die gemeinnützige Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung fördert seit 1968 Menschen und Projekte in Kunst und Kultur, Bildung, Wissenschaft, Gesundheit und Sport und hat sich dafür bisher mit 690 Millionen Euro engagiert. Als größte Aktionärin der heutigen thyssenkrupp AG verwendet die Stiftung die ihr zufließenden Erträge ausschließlich für gemeinnützige Zwecke. Mit ihrer Arbeit setzt sie Akzente in der Wissenschafts- und Hochschulentwicklung, sie möchte Chancengleichheit ermöglichen und die Ausbildung junger Generationen verbessern. (<a href="http://www.krupp-stiftung.de/wissenschaft/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.krupp-stiftung.de/wissenschaft/</a>)</p><p><strong>Pressekontakt Krupp-Stiftung</strong><br> Barbara Wolf<br> Leiterin Kommunikation, strategische Entwicklung und Transformation<br> Mobil: <a href="tel:+4901624951225">+49 (0)162 49 51 225&nbsp;</a><br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,yqnhBmtwrr/uvkhvwpi0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">wolf<span style="display:none">spam prevention</span>@krupp-stiftung.de</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-95296</guid><pubDate>Thu, 22 Jun 2023 10:25:17 +0200</pubDate><title>Jüdisch-Islamische Forschungsstelle (JIF) gegründet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/juedisch-islamische-forschungsstelle-jif-gegruendet/</link><description>Positive und kritische Auseinandersetzung: Neue Kooperation widmet sich Gemeinsamkeiten wie auch Unterschieden von jüdischer und islamischer Theologie</description><content:encoded><![CDATA[<p>Am 1. Juni 2023 haben Prof. Dr. Fahimah Ulfat und Dr. Asher Mattern die Jüdisch-Islamische Forschungsstelle (JIF) gegründet. Die Forschungsstelle widmet sich der Erforschung der jüdischen und islamischen Theologien, ihren Hermeneutiken sowie ihren Rechts- und Bildungskonzeptionen. Zudem ist es ein zentrales Anliegen die historischen Verbindungen und wechselseitigen Einflüsse zu beleuchten wie auch Gemeinsames und Unterschiedliches – sowohl in den Traditionen von Tora und Koran selbst, als auch hinsichtlich der Verortung dieser Traditionen im Kontext der modernen multikulturellen Gesellschaften.&nbsp;</p><p>Über die Etablierung einer gemeinsamen jüdischen und muslimischen Forschungstätigkeit hinaus zielt die Forschungsstelle so zugleich auf die Förderung des gesellschaftlichen Austausches zwischen Perspektiven (theologisch, religionswissenschaftlich, gesellschaftlich, kulturell, säkular etc.) von Akteurinnen und Akteuren des Judentums und des Islam. Zu den Aufgaben gehören die Durchführung von Forschungsprojekten, Tagungen, Workshops, Ringvorlesungen und theologischen Streitgesprächen, die Erstellung von Bildungsmaterialien sowie die Mitwirkung an Fort- und Weiterbildungen für Lehrkräfte, Pädagoginnen/Pädagogen sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern.&nbsp;</p><p>Geplant ist zudem der Aufbau eines Promovierenden-Programms. Die Forschungsstelle wird vom Institut für Ökumenische und Interreligiöse Forschung sowie vom Institut für islamisch-religionspädagogische Forschung getragen und ist national als auch international vernetzt.&nbsp;</p><p>Am 27. und 28. November lädt JIF zur internationalen Tagung „Torah – Worldliness – Quran: Beyond the Common Concepts of „Secular” and “Religious” in Tübingen ein. Diskutiert wird die Rolle der Religion in Gesellschaften und das Verhältnis zur Säkularisierung, vor allem aus Perspektive der jüdischen und islamischen Tradition.&nbsp;</p><p>Mit ihrer Arbeit möchten Fahimah Ulfat und Asher Mattern den wechselseitigen Zuschreibungen imaginärer Identitäten, die die ideologischen Diskurse der Gegenwart tragen, den Boden entziehen. Stattdessen setzen sie sich für eine positive und kritische Auseinandersetzung mit historischen und gegenwärtigen Herausforderungen ein.&nbsp;</p><ul><li>Website Jüdisch-Islamische Forschungsstelle</li></ul><p class="align-right">Fahimah Ulfat / Asher Mattern</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-94873</guid><pubDate>Tue, 13 Jun 2023 15:29:48 +0200</pubDate><title>Klimapolitik sollte mehr auf die Wissenschaft hören</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/klimapolitik-sollte-mehr-auf-die-wissenschaft-hoeren/</link><description>Zu wenig Raum für langfristige, sektorübergreifende Planung: Studie untersucht, wie Beratungsgremien zu Klimafragen in Deutschland und Japan besetzt und vernetzt sind</description><content:encoded><![CDATA[<p>Zahlreiche Studien seit den 1980er Jahren haben die Möglichkeit eines drohenden Klimawandels untersucht und, mit welchen dramatischen Folgen wir bei einer Erderwärmung rechnen müssen. Und dennoch scheint die Umsetzung entsprechender Maßnahmen nun sehr spät zu kommen und drängender denn je. Warum dauert es so lange, bis wissenschaftliche Erkenntnisse auch Eingang in konkretes politisches Handeln finden? Politische Entscheidungsträger sollten häufiger auf wissenschaftliche Expertise hören und komplexe Themen stärker ganzheitlich betrachten, beispielsweise im Austausch mit Kolleginnen und Kollegen anderer Ministerien, sagt die Politikwissenschaftlerin Melanie Nagel von der Universität Tübingen.</p><p>Dies sei bislang nicht ausreichend der Fall, schließt sie aus Daten, in denen sie mit internationalen Kollegen die Zusammensetzung politischer Beratungsgremien im Umfeld des Klimawandels untersucht hatte. Gemeinsam mit Keiichi Satoh von der Universität Tokio und <span lang="en" dir="ltr">Adam Douglas Henry</span> von der Universität Arizona nahm sie Beratungsausschüsse in den Blick, die Regierungen in den Jahren 2010-2015 zur Klimapolitik beraten hatten, in Deutschland und vergleichend in Japan. Die Ergebnisse wurden nun im Fachmagazin PLOS Climate veröffentlicht.</p><h3>Schnittstellen zwischen Politik und Wissenschaft</h3><p>Insgesamt 44 nationale Gremien identifizierte das Team für Deutschland, die sich mit Fragen der Klimapolitik beschäftigen und beratend tätig sind. In Japan gingen die Daten zu 174 Gremien ein, die Fragestellungen zu Klimathemen für die Regierung bearbeiten.</p><p>„Wir fanden es wichtig, diese Gremien als Schnittstellen zwischen Politik und Wissenschaft zu untersuchen“, sagt Nagel. „Wir wollten besser nachvollziehen, warum wissenschaftliche Empfehlungen nur teilweise Eingang in politische Entscheidungen finden.“ Gerade bei komplexen Politikfeldern wie der Umwelt- und Klimapolitik würden oft einzelne Aspekte zu stark isoliert betrachtet und nicht in ihrem Zusammenspiel, findet die Politikwissenschaftlerin.</p><p>Das Team untersuchte dafür, zu welchem Grad Beratungsgremien vernetzt und in die Politik eingebunden sind, die Politikwissenschaft spricht hier von „<span lang="en" dir="ltr">Policy Integration</span>“. Dabei bezieht sich die „vertikale Integration“ darauf, wie zahlreich verschiedene gesellschaftliche Perspektiven in einem Gremium vertreten sind und zu einem diversen Meinungsbild beitragen: Finden sich zum Klimaschutz Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Wirtschaftsfelder, aus Umweltschutzverbänden, Bundes- und Kommunalpolitik? Aus der Wissenschaft genauso wie aus nicht-wissenschaftlichen Bereichen?</p><p>Die „horizontale Integration“ bezeichnet hingegen die Vernetzung zwischen Politikerinnen und Politikern unterschiedlicher Bereiche und Ministerien. Für den Klimaschutz sind hier beispielsweise das Wirtschaftsministerium und das Umweltministerium wichtige Adressen, genauso sind aber die Bereiche Landwirtschaft oder Verkehrswesen betroffen. Kommunikation kann hier durch „<span lang="en" dir="ltr">membership overlap</span>“ verstärkt werden: Akteure, die verschiedenen Gremien gleichzeitig angehören, geben Wissen und Informationen weiter.</p><p>In einer Sozialen Netzwerkanalyse quantifizierte das Team die politische Integration. Dabei werden Akteure als „Knoten“ in einem Netzwerk gesehen, das durch Austausch und Kommunikation verbunden ist – in den Sozialwissenschaften wird diese Methode angewendet um Beziehungen zwischen Akteuren sichtbar zu machen.</p><p>Das Ergebnis: Deutschland ist schon ganz gut aufgestellt, was die vertikale Integration betrifft, also die diverse Zusammensetzung der Gremien. Hier gebe es im Unterschied zu Japan eine lange Tradition, verschiedene gesellschaftliche Gruppen bei Klimafragen einzubinden, sagt Nagel. So seien auch gemeinnützige Organisationen und Vertreterinnen und Vertreter der kommunalen Ebene repräsentiert. In Japan setzen sich die Gremien vor allem aus Unternehmen, Forschungsinstitutionen sowie einzelnen Forschenden zusammen – gemeinnützige Initiativen aus dem Umweltschutz treten nicht – oder nur sehr selten&nbsp;– in Erscheinung.</p><h3>Sprechen Ministerien zu wenig miteinander?</h3><p>Bei der horizontalen Integration lagen beide Länder in etwa gleich auf, das Forscherteam fand ähnliche Strukturen vor. Ein Unterschied in der Herangehensweise: Während in Japan mehr als die Hälfte der entsprechenden Kommissionen dem Wirtschaftsministerium zugeordnet ist, gehört in Deutschland die Mehrheit der Kommissionen zum Umweltministerium. Positiv fand das Team, dass deutsche Gremien durch Expertinnen und Experten dominiert werden. Eher ungünstig, dass die Aufgaben klar getrennt sind und jedes Gremium für sich eine hohe Entscheidungskompetenz zugesprochen wird. Dies führe dazu, dass Themen eher isoliert als im Gesamtkontext gesehen würden, sagt Nagel.</p><p>Unabhängig von den länderspezifischen Unterschieden war das Ergebnis für beide Länder: Die Kommunikation zwischen den Ministerien ist noch ausbaufähig. „Ein themenübergreifender Austausch findet nur eingeschränkt statt, das sehen wir als problematisch an.“ Melanie Nagel würde sich hier einen stärkeren Austausch zwischen verschiedenen Politikbereichen wünschen – und auch ein stärkeres Gewicht für wissenschaftliche Empfehlungen, selbst wenn Deutschland traditionell bereits verschiedene Perspektiven einbindet.</p><p>„Nach wie vor richtet sich politisches Handeln oft kurzfristig nach Wahlzyklen aus. Langfristige, von der Wissenschaft empfohlene Weichenstellungen, z.B. für mehr Klimaschutz, werden von den Wählern wenig belohnt“, sagt Nagel. „Wir plädieren für eine evidenz-basierte Politik und mehr Austausch von Politik und Wissenschaft mit allen gesellschaftlichen Gruppen.“</p><p class="align-right"><em>Melanie Nagel / Antje Karbe</em></p><h3>Publikation:</h3><p>Melanie Nagel, Keiichi Satoh, <span lang="en" dir="ltr">Adam Douglas Henry: „Network Analysis of Scientific Advisory Committee Integration in Climate Change Policy: A Comparison of Germany and Japan”, PLOS Climate</span>, 2(6): e0000222., <a href="https://doi.org/10.1371/journal.pclm.0000222" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1371/journal.pclm.0000222</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-94765</guid><pubDate>Fri, 09 Jun 2023 16:39:00 +0200</pubDate><title>Tübinger Hector Kinderakademie erhält Innovationspreis der Hector Stiftung II</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebinger-hector-kinderakademie-erhaelt-innovationspreis-der-hector-stiftung-ii/</link><description>Kreatives Kurskonzept lässt Schüler zu selbstgewählten Themen Podcast oder Video entwickeln – Hector Kinderakademie Pfaffenweiler für „Erfolgsprojekt“ zum Universum ausgezeichnet </description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Hector Kinderakademie Tübingen hat den Innovationspreis der Hector Stiftung II erhalten. In der Kategorie „Zukunftsprojekt“ wurde sie für ihr Kurskonzept „Wissen erzählen – ein Jahr, ein Thema“ ausgezeichnet, das sie in Kooperation mit dem Wissenschaftsmagazin Science Notes entwickelt hat. Der Kurs stellt neben einer der ältesten Formen der Wissensvermittlung – das Geschichtenerzählen – die Medienkompetenz in den Vordergrund. Die Kinder wählen selbstbestimmt ein Thema, das sie anschließend gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bearbeiten und als Podcast, Video oder Reportage aufbereiten.&nbsp;</p><p>Wie können innovative Kurse für hochbegabte Kinder aussehen? Diese Frage steht im Zentrum des Innovationspreises, den die Hector Stiftung II im vergangenen Jahr zum ersten Mal ausgeschrieben hat. Ziel des Wettbewerbs ist es, originelle und kreative Kurskonzepte im MINT-Bereich zu fördern, die bedarfsgerechte Bildungsmöglichkeiten für besonders begabte und hochbegabte Grundschülerinnen und -schüler ermöglichen. So können auch leistungsstarke Kinder ihre Interessen und Fähigkeiten optimal entfalten.&nbsp;</p><p>Der Innovationspreis der Hector Kinderakademien wurde am 25. Mai &nbsp;beim Tag der Hector Kinderakademien in Stuttgart überreicht. Er ist mit 5.000 Euro dotiert und wird in zwei Kategorien vergeben; bewerben konnten sich alle 68 Hector Kinderakademien in Baden-Württemberg.</p><p>„Die Preisträgerinnen haben mit ihren Ideen gezeigt, wie man Wissenschaft, Entdeckungsdrang und wichtige Kompetenzen auf innovative und kreative Weise in die Kursangebote einbinden kann“, sagte Uwe Bleich, Vorstand der Hector Stiftung II, bei der Würdigung der Preisträgerakademien. „Die Kurse, die sie entwickelt haben, helfen hoffentlich vielen Schülerinnen und Schülern, ihre Fähigkeiten und Potentiale zu entdecken und zu entwickeln, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und ihr Interesse an naturwissenschaftlichen Themen zu wecken.“</p><p>Der Innovationspreis in der Kategorie „Erfolgsprojekt“ ging an die Hector Kinderakademie Pfaffenweiler für den Kurs „Das faszinierende Universum – Unendliche Weiten des Weltalls“. Der aufwendig gestaltete Online-Astronomiekurs, für den unter anderem eigene Planetenmodelle entworfen wurden, richtet den Blick auf das große Ganze und wartete als Highlight mit einer Liveschaltung zur ISS auf, bei der ein Kind aus dem Kurs mit dem Astronauten Matthias Maurer sprechen konnte.</p><p>Auch von allen anderen eingereichten Kursideen zeigte sich Uwe Bleich beeindruckt: „Sie zeigen uns, dass es viele talentierte und engagierte Pädagogen gibt, die sich mit Leidenschaft und Kreativität dafür einsetzen, die Zukunft unserer Kinder zu gestalten und ihnen die besten Bildungsmöglichkeiten zu bieten.“</p><p>Die Hector Kinderakademien bieten als einziges landesweites Förderprogramm besonders begabten und hochbegabten Grundschulkindern zusätzlich zum Schulunterricht ein speziell für sie entwickeltes Förderprogramm an, das weit über die regulären Unterrichtsinhalte hinausgeht. Rund 23.000 Grundschulkinder nehmen jährlich an 68 Standorten teil.&nbsp;</p><p>Das Angebot wird von der Hector Stiftung II finanziert, vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport unterstützt und vom Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen sowie vom Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation in Frankfurt wissenschaftlich begleitet.</p><p class="align-right">Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung und Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Frankfurt</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-94702</guid><pubDate>Wed, 07 Jun 2023 12:57:32 +0200</pubDate><title>Neues Zentrum für frankophone Welten</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neues-zentrum-fuer-frankophone-welten/</link><description>Universität Tübingen bündelt ihre Aktivitäten mit französischsprachigen Ländern – Eröffnung des Zentrums mit dem französischen Generalkonsul Gaël de Maisonneuve und Autor Wilfried N&#039;Sondé</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen hat ein „Zentrum für frankophone Welten“ (ZFW) gegründet. In diesem bündelt sie künftig ihre Forschung und Kooperationen mit Ländern im französischen Sprachraum. An der feierlichen Eröffnung am Montag, 5. Juni 2023, in der Alten Aula nahm der französische Generalkonsul Gaël de Maisonneuve teil. Nach Grußworten von Rektorin Professorin Karla Pollmann, des Generalkonsuls und Professor Steffen Patzold für das Zentrum für frankophone Welten (ZFW) fand eine Diskussion mit dem Autor Wilfried N'Sondé zur französischen Sprache statt.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Termine</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-94432</guid><pubDate>Sat, 03 Jun 2023 00:00:00 +0200</pubDate><title>Tübinger Tagung zur „angeborenen Immunität“</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebinger-tagung-zur-angeborenen-immunitaet/</link><description>Zum 5. Mal trafen sich Forschende aus aller Welt zum Austausch über neue Trends in der Immunforschung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bereits zum fünften Mal hat in Tübingen die internationale Tagung „<span lang="en" dir="ltr">Novel Concepts in Innate Immunity (NCII)</span>“ stattgefunden. Rund 200 TeilnehmerInnen aus aller Welt diskutierten die angeborene Immunität (englisch <span lang="en" dir="ltr">„innate immunity</span>“): Dieser sofort einsatzbereite, eher unspezifische aber effektive erste Teil des Immunsystems des Menschen ergänzt die darauffolgende spezifische oder erworbene Immunabwehr.&nbsp;</p><p>Die NCII Konferenzserie begann 2015, um das 30-jährige Jubiläum der Entdeckung des Gens „Toll“ durch Professorin Christiane Nüsslein-Volhard in Tübingen zu würdigen. Die Nobelpreisträgerin entdeckte in der Fruchtfliege das Toll-Gen, wie auch weitere Gene, für die kulinarische schwäbische Spezialitäten wie „Spätzle“ oder „Weckle“ Namenspaten wurden.</p><p>Mitte der 1990-er Jahre wurde „Toll“ auch als wichtige Komponente der Immunabwehr der Fliege identifiziert: Nach Aktivierung durch das Protein Spätzle aktiviert Toll Gene, die für die Fruchtfliege unabdingbar für eine Immunabwehr gegen z.B. pathogene Schimmelpilze sind. Obwohl viele grundlegende Fragen der erworbenen Immunabwehr des Menschen bereits bekannt waren, wurde erst daraufhin entdeckt, dass es im Menschen auch sogenannte Toll-ähnliche Rezeptoren (englisch<span lang="en" dir="ltr"> Toll-like receptors</span>) gibt, die ebenfalls die erste Erkennung eindringender Mikroorganismen bewerkstelligen und somit quasi als „Augen“ des angeborenen Immunsystems fungieren.&nbsp;</p><p>Da sie am Anfang fast aller Immunreaktionen stehen, kommt diesen Rezeptoren eine enorme Bedeutung bei Infektionen zu. Aber auch bei weiteren durch das Immunsystem gesteuerte Prozesse wie Entzündungen, Krebs oder Neurodegeneration. Interessant ist auch, dass das Wirkprinzip verschiedenster Impfstoffe maßgeblich die Aktivierung der angeborenen Immunabwehr über die „Toll-like Rezeptoren“ beinhaltet. Erst dieses Anknipsen der Immunabwehr über Toll-like Rezeptoren schafft die Voraussetzung für eine gute erworbene Immunantwort, die sich dann in Antikörperproduktion und Zellantworten niederschlägt.&nbsp;</p><p>Seit der ersten NCII haben an den Konferenzen weitere Nobelpreisträger wie Jules Hoffmann (NCII 2015) und Bruce Beutler (NCII 2019) teilgenommen. 2023 hielt Yasmin Belkaid, eine weltbekannte Immunologin, die Keynote Lecture. Daneben fanden Fachvorträge von weiteren renommierten Forschenden wie auch wissenschaftlichem Nachwuchs und Gesprächsrunden statt. Unterstützt wurde die Konferenz auch von den Tübinger Exzellenzclustern, iFIT und CMFI.</p><p>Inhaltlich wurde auf die wichtigsten Trends im Forschungsbereich der angeborenen Immunität (Innate immunity) eingegangen, z.B. ihre Funktion in der Erkennung von Infektionserregern, Entzündungsvorgängen, metabolischen Prozessen, Krebs und dem Zusammenspiel zwischen dem Wirt und seinem Mikrobiom.</p><p>Neben der Arbeitsgruppe von Professor PhD Alexander Weber in der Abteilung Immunologie, dem Organisator der NCII Konferenzen, arbeiten in Tübingen eine Reihe von Forschenden an den Erkennungs- und Regulationsprozessen der angeborenen Immunität, mit Schwerpunkt Infektionserkrankungen, Entzündungen und Krebs. Weber selbst hatte Ende der 1990-er Jahre als Tübinger Biochemie-Student in einer Vorlesung Nüsslein-Volhards das erste Mal von Toll gehört und in der Folge über dessen Aktivierung durch Spätzle in Cambridge, Großbritannien, promoviert. Mit dem Start der NCII-Konferenzserie schloss sich 2015 somit der Kreis wieder in Tübingen. Aber die Serie geht seitdem weiter und über die NCII-Konferenz 2023 erhofft sich Alexander Weber neue Impulse für das spannende Forschungsfeld am Standort Tübingen, das auch weiterhin von Bedeutung bleiben wird.&nbsp;</p><p class="align-right"><em>Alexander Weber</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Termine</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-94390</guid><pubDate>Fri, 26 May 2023 16:09:29 +0200</pubDate><title>Salmonelleninfektionen mit Pathoblockern bekämpfen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/salmonelleninfektionen-mit-pathoblockern-bekaempfen/</link><description>Steigende Antibiotikaresistenzen erschweren die Behandlung von Salmonelleninfektionen zunehmend. Sie stellen ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar und belasten europäische Gesundheitssysteme und die Wirtschaft pro Jahr in Milliardenhöhe. Ein Team von Forschenden um CMFI-Vorstandsmitglied Samuel Wagner hat einen neuen Therapieansatz entwickelt, der hochwirksam ist und unabhängig von Antibiotikaresistenzen funktioniert. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Ihre Produktentwicklung „Anti-virulence agents to prevent and treat Salmonella infections“ hat das Team kürzlich auf der BioVaria 2023 vorgestellt. Die BioVaria bringt Innovatoren aus der Wissenschaft, führende Technologietransfer-Experten, und Start-ups mit Investoren und Vertretern der globalen Biotech- und Pharmaindustrie zusammen.</p><p>Ziel des Teams ist es, ein neuartiges Medikament gegen Salmonelleninfektionen auf den Markt zu bringen.&nbsp;</p><h3>Salmonelleninfektionen: Hohe Fallzahlen sind besorgniserregend und ein Problem für das Gesundheitssystem und die Wirtschaft</h3><p>Salmonelleninfektionen gehören laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu den häufigsten bakteriellen Erkrankungen beim Menschen. Bei sonst gesunden Menschen heilt eine Salmonelleninfektion meist innerhalb weniger Tage und folgenlos wieder aus.&nbsp;&nbsp; &nbsp;</p><p>Bei sehr jungen und älteren Menschen kann eine durch die Infektion hervorgerufene Darmentzündung (Salmonellose) jedoch zu einem schwerwiegenden Problem werden. Denn schafft es das Immunsystem des eigenen Körpers nicht mehr die bakterielle Infektion zu bekämpfen, so droht eine lebensbedrohliche Dehydrierung durch die Durchfallerkrankung. Eine Behandlung der Symptome, wie Fieber, Durchfall und Erbrechen, reicht dann nicht mehr aus, um dem Körper die nötige Flüssigkeit zuzuführen. In diesen Fällen ist die Behandlung mit Antibiotika angezeigt.</p><p>In der Europäischen Union wurden 2021 mehr als 60 000 Salmonellose-Fälle mit einer Hospitalisierungsrate von 20% gemeldet. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit beziffert die mögliche Belastung allein für die europäische Wirtschaft auf bis zu 3 Mrd. EUR pro Jahr (Quelle: EFSA Report 2021).</p><h3>Antibiotikaresistenzen erschweren die Behandlung zunehmend</h3><p>Seit einigen Jahren ist ein Anstieg von Resistenzen der Salmonellen gegenüber bestimmten Antibiotika zu beobachten. Hierdurch wird die medikamentöse Behandlung der bakteriellen Infektion zunehmend erschwert und lange Krankenhausaufenthalte sowie schwere Verläufe nehmen zu.&nbsp;<br> Um dieses Problem zu lösen, hat das Team Samuel Wagner sogenannte Pathoblocker entwickelt, die in der Behandlung einer Salmonelleninfektion eingesetzt werden können – und dies unabhängig von der Resistenz der Bakterien gegen Antibiotika.</p><h3>Eine neue Technologie: Pathoblocker</h3><p>Der von Samuel Wagner und seinem Team entwickelte Pathoblocker ist ein genregulierendes Molekül, dass spezifisch die Bildung des sogenannten Typ-III-Sekretionssystems (T3SS) verhindert. Das T3SS ist eine Proteinstruktur an der Zelloberfläche, das unter anderem eine Art Injektionsnadel aufweist, mittels derer krankheitserregende Bakterien ihre Proteine in Wirtszellen injizieren können. Bakterien wie z.B. Salmonellen können so ihre pathogenen Eigenschaften in die Fremdzelle übertragen. Indem Pathoblocker die Ausbildung des T3SS unterbinden, entziehen sie den Bakterien eine infektiöse Eigenschaft.</p><p>Pathoblocker bekämpfen effizient und zielgerichtet die Krankheitserreger. Die natürliche Darmflora wird im Gegensatz zu einer Antibiotikabehandlung nicht geschädigt und in Laborversuchen konnte bisher keinerlei Toxizität des Wirkstoffs festgestellt werden. Darüber hinaus könnten Pathoblockern die Wahrscheinlichkeit weiterer Resistenzbildungen gegen Antibiotika verringern, da weniger Antibiotika über einen kürzeren Zeitraum eingenommen werden müssten. Dennoch ist die Kombination mit einem Standard-Antibiotikum zur Behandlung von invasiven und antibiotikaresistenten Salmonella-Infektionen möglich.</p><p>Denkbar ist ein Medikament zur Vorbeugung des durch Salmonellen verursachten Reisedurchfalls, zur eigenständigen Behandlung und zur Verkürzung eines Krankenhausaufenthaltes bei einer Salmonelleninfektion.</p><h3>Wann kommt das Medikament auf den Markt?</h3><p>„Wir haben bisher wirklich großartige und eindeutige Studienergebnisse“, sagt Samuel Wagner. „Erste sehr wichtige Meilensteine waren der Nachweis der Wirksamkeit unseres Wirkstoffs und das Aufklären seiner Funktionsweise.“ Die Produktentwicklung ist jedoch ein Prozess, der reguliert ist und klinische Studien könnten nach weiterer Optimierung des Produkts 2028 starten, so Wagner. „Vorausgesetzt es finden sich Investoren für die Entwicklung dieser neuen Antiinfektiva, die einen Markt von jährlich 300 Millionen Euro eröffnen könnten.“&nbsp;</p><p class="align-right">Meldung des&nbsp;Exzellenzclusters "Kontrolle von Mikroorganismen zur Bekämpfung von Infektionen" (CMFI)</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-94216</guid><pubDate>Wed, 24 May 2023 11:55:07 +0200</pubDate><title>Deutscher Studienpreis für Archäologie für Dr. William Daniel Snyder</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/deutscher-studienpreis-fuer-archaeologie-fuer-dr-william-daniel-snyder/</link><description>Für seine Dissertation &quot;New Experimental Insights into Early Hominin Cultures and Oldowan Technology&quot; wurde William Daniel Snyder im Mai 2023 in Frankfurt /M. mit dem Deutschen Studienpreis für Archäologie ausgezeichnet. Snyder erarbeitete die Dissertation an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Frage nach den Ursprüngen der menschlichen Kultur ist eines der grundlegendsten und am intensivsten diskutierten Themen archäologischer Studien. Die mit dem neunten DGUF-Studienpreis ausgezeichnete, von Claudio Tennie und Nicholas Conard betreute Arbeit beschäftigt sich hiermit auf innovative Weise: Snyder hinterfragt die in der Forschung vertretene Meinung, dass es sich bei dem Technologiekomplex des Oldowans um die früheste kumulative Kultur – d. h. ein auf speziellen kognitiven Mechanismen beruhendes Kopieren von Handlungsweisen – handelt.</p><p>Zur Klärung dieser Fragestellung entwickelte er ein Experiment, eine Problemlösungsstudie, bei der Probanden ohne archäologische Vorbildung eine Rätselkiste mit Hilfe bereitgestellter, zur Steingeräteherstellung geeigneter Rohmaterialien öffnen sollten. Ohne weitere Informationen und unabhängig voneinander entwickelten die Studienteilnehmer spontan und intuitiv verschiedene Vorgehensweisen, um einfache, aber funktionale Steinwerkzeuge herzustellen. Sowohl die Herstellungsstrategien als auch die daraus resultierenden Werkzeuge sind die mit denen des Oldowan gut vergleichbar. Die Herstellung einfacher Steinwerkzeuge erfordert somit kein Erlernen kulturell tradierter Techniken, sondern kann jederzeit ad hoc neu erfunden werden.</p><p>Hieraus leitet Snyder ab, dass die Lernweise der frühen Homininen eher jener nichtmenschlicher Primaten ähnelt als der Lernweise heute lebendender Menschen. Die technologischen Prinzipien des Oldowan können zeitlich und geografisch wiederholt und unabhängig neu erfunden worden sein, sie erfordern kein „Erlernen“ und somit keine kulturelle Tradition. Snyder revolutioniert durch seine Forschungen unser Verständnis früher menschlicher Kultur.<br> Der bestechend klare und zugleich hochkomplexe, hoch interdisziplinäre Forschungsansatz kombiniert Psychologie, experimentelle Forschung und archäologisches Fachwissen kreativ und neuartig. Das überzeugte die Jury von Snyders Arbeit.</p><p class="align-right"><em>Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte e. V.</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-94213</guid><pubDate>Wed, 24 May 2023 11:33:28 +0200</pubDate><title>„Momentum“-Förderung der Volkswagen-Stiftung geht gleich drei Mal an die Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/momentum-foerderung-der-volkswagen-stiftung-geht-gleich-drei-mal-an-die-universitaet-tuebingen/</link><description>Sigrid G. Köhler, Andreas Geiger und Alexander Weber erhalten jeweils mehr als 700.000 Euro zur wissenschaftlichen Weiterentwicklung ihrer Professuren</description><content:encoded><![CDATA[<p>Gleich drei Mal geht die „Momentum“-Förderung der Volkswagen-Stiftung für erstberufene Professorinnen und Professoren in diesem Jahr an die Universität Tübingen: Die Professorin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft Sigrid G. Köhler vom Deutschen Seminar, der Professor für Autonomes Maschinelles Sehen Andreas Geiger aus dem Fachbereich Informatik und Professor Alexander Weber vom Interfakultären Institut für Zellbiologie erhalten die Förderung, um ihre Professuren an die Erfordernisse ihrer Forschung besser anzupassen. Die Momentum-Förderung umfasst einen Zeitraum von vier Jahren und eine Fördersumme von bis zu 800.000 Euro. Eine Weiterbewilligung von zwei Jahren ist möglich. Deutschlandweit hat die Volkswagen-Stiftung in diesem Jahr nur 13 Anträge bewilligt.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-93991</guid><pubDate>Fri, 19 May 2023 10:58:21 +0200</pubDate><title>Zwei Sonderforschungsbereiche verlängert</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/zwei-sonderforschungsbereiche-verlaengert/</link><description>Erneute Förderung für den geisteswissenschaftlichen Verbund „Andere Ästhetik“ und den Medizin-Transregio zur Haut als Teil des Immunsystems</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Verlängerung von zwei Tübinger Sonderforschungsbereichen (SFB) beschlossen: Der geisteswissenschaftliche Verbund „Andere Ästhetik“ (SFB 1391) wie auch SFB-Transregio „Die Haut als Sensor und Initiator von lokaler und systemischer Immunität“ in der Medizin gehen in eine weitere vierjährige Förderphase.</p><p>Der SFB 1391 „Andere Ästhetik“ (Sprecherin: Professorin Dr. Annette Gerok-Reiter, Deutsches Seminar, Mediävistik) hinterfragt seit Mitte 2019 jene Auffassungen von Ästhetik, die die Autonomie der Kunst ins Zentrum stellen. Dazu analysieren derzeit 18 Projekte vormoderne Akte und Artefakte, um so den Blick zu öffnen für eine „andere“ Ästhetik, die die gesellschaftlichen Funktionen von Kunst prinzipiell miteinbezieht. In der nächsten Förderphase wird der SFB seine Schwerpunktsetzung ausbauen: So wird er bisher marginalisierte Quellenbereiche wie etwa Gebrauchstexte oder angewandte Künste auf noch breiterer Basis einbeziehen. Aus wissenschaftsgeschichtlicher Perspektive möchte der SFB verstärkt Fragen moderner Kanonbildung reflektieren, da deren Normen die Wahrnehmung einer „anderen“ Ästhetik und deren Relevanz bis in die Gegenwart oftmals verstellt haben. Intensiviert wird auch der äußerst produktive interdisziplinäre Zugriff. Hierfür erweitert der SFB das breite Tableau der bisher 16 beteiligten Fächer z.T. über die Philosophische Fakultät hinaus um Orient- und Islamwissenschaft, Empirische Kulturwissenschaft, Religionswissenschaft und Judaistik sowie verschiedene Theologien. Die zweite Förderphase des SFB „Andere Ästhetik“ beginnt am 1. Juli 2023.</p><p>Ebenfalls verlängert wurde der SFB-Transregio „Die Haut als Sensor und Initiator von lokaler und systemischer Immunität“. Hier arbeitet die Universität Tübingen mit den Universitäten Heidelberg und Mainz zusammen, Sprecher des Verbunds ist Professor Dr. Alexander Enk vom Universitätsklinikum Heidelberg. Ziel der Arbeit im SFB-Transregio ist es, die Hautimmunität in ihrer Komplexität zu verstehen, um eine Basis für therapeutische Interventionen zu schaffen. Der Verbund geht bereits in seine dritte Förderphase, die ebenfalls am 1. Juli 2023 startet.</p><p class="align-right"><em>SFB Andere Ästhetik/Hochschulkommunikation</em></p><h3>Weitere Informationen</h3><ul class="ut-list ut-list--link-list"><li><a href="/forschung/forschungsschwerpunkte/sonderforschungsbereiche/sfb-andere-aesthetik/" class="internal-link">Webseite&nbsp;des SFB "Andere Ästhetik"</a></li><li><a href="https://andere-aesthetik.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Webportal des SFB "Andere Ästhetik"</a></li><li><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/sfbs/sfb-trr156/welcome/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Webseite&nbsp;des SFB-Transregio "Die Haut als Sensor..."</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-93415</guid><pubDate>Fri, 05 May 2023 13:38:43 +0200</pubDate><title>Prof. Dr. Hans-Georg Rammensee für sein Lebenswerk ausgezeichnet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/prof-dr-hans-georg-rammensee-fuer-sein-lebenswerk-ausgezeichnet/</link><description>Pionier der T-Zell Immunologie erhält den „Lifetime Achievement Award 2023“ der Association for Cancer Immunotherapy (CIMT)</description><content:encoded><![CDATA[<p>Prof. Dr. Rammensee und sein Team haben internationale Pionierarbeit mit der Aufklärung der Erkennungsmechanismen der T-Zellen im menschlichen Immunsystem geleistet. Seine Arbeit hat wesentlich zum Verständnis der Spezifität der T-Zell-Erkennung sowie zur Entwicklung und Funktion von Impfstoffen beigetragen. Für seine bahnbrechenden wissenschaftlichen Erkenntnisse im Bereich der personalisierten Krebspeptid-Impfstoffentwicklung und der Krebsimmunologie erhielt er vergangenen Abend den „Lifetime Achievement Award 2023“ der Association for Cancer Immunotherapy (CIMT) in Mainz.<br> &nbsp;<br> Im Mittelpunkt von Prof. Rammensees Forschung, der Abteilungsleiter Immunologie im Interfakultären Institut für Zellbiologie der Universität Tübingen ist, stehen sogenannte Peptide (Proteinbruchstücke), die sich an der Außenhülle von Zellen befinden. Sie signalisieren dem Immunsystem, ob eine Körperzelle gesund oder krank ist. Bei entsprechender Identifizierung sind die T-Zellen in der Lage, Veränderungen in den Peptiden zu erkennen – so auch bei mutierten Proteinbruchstücken wie etwa bei Tumorerkrankungen. Dies kann zu einer Aktivierung des Immunsystems und Vernichtung der Tumorzellen führen. Mit dem von Prof. Rammensee entwickelten Verfahren lassen sich die von den T-Zellen erkannten Peptidantigene aus Viren und Tumorzellen genau bestimmen. Darauf aufbauend kann die Immuntherapie von Krebspatientinnen und -patienten individuell angepasst werden.</p><p>Außerdem ist er einer der Pioniere der mRNA-Impfung. Vor über 20 Jahren hat er zusammen mit Prof. Jung sowie Dr. Ingmar Hörr und PD Dr. Reinhard Obst die wissenschaftliche Basis für ein Verfahren zur Herstellung von mRNA-Impfstoffen gelegt. Prof. Rammensee ist darüber hinaus einer von drei Sprechern des sogenannten „Image-Guided and Functionally Instructed Tumor Therapies“ (iFIT) Exzellenzclusters, eines von der DFG geförderten Forschungskonsortiums an der Universität und dem Universitätsklinikum Tübingen. Als einziges onkologisches Exzellenzcluster in Deutschland forschen seine Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen an individualisierten und innovativen Krebstherapien, unter anderem auch an Krebspeptidimpfstoffen.</p><h3>Über CIMT</h3><p>Die Association for Cancer Immunotherapy CIMT ist eine Plattform, die den Wissensaustausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Ärzten und Ärztinnen und Zulassungsbehörden, die Krebsimmuntherapien erforschen und entwickeln, erleichtert. CIMT wurde im Jahr 2002 von Ärztinnen und Ärzten und Forschenden aus verschiedenen Bereichen der klinischen und theoretischen Medizin als unabhängige gemeinnützige Organisation gegründet. Jedes Jahr organisiert das CIMT die größte und einflussreichste internationale Tagung zur Krebsimmuntherapie in Europa.</p><p class="align-right">Pressemitteilung des Universitätsklinikums Tübingen</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-93064</guid><pubDate>Fri, 28 Apr 2023 14:00:00 +0200</pubDate><title>Gemeinschaftsprojekt zur Erprobung neuer Schutzmaßnahmen für Feldvögel</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/gemeinschaftsprojekt-zur-erprobung-neuer-schutzmassnahmen-fuer-feldvoegel/</link><description>Die Beliebtheit von Kleegras und -Luzernefeldern bei Feldvögeln kann schnell zum Nachteil werden – Projekt erforscht Maßnahmen für höheren Bruterfolg</description><content:encoded><![CDATA[<p>In unserer Kulturlandschaft finden gefährdete Feldvögel kaum noch geeignete Brutplätze. Daher sind Feldfrüchte wichtig, die von ihrer Wuchsstruktur die richtigen Voraussetzungen bieten, um Nestbau und Brut zu ermöglichen, wie etwa Kleegras- und Luzernefelder. Selbst im Ökolandbau kann dies aber zum Risiko werden, wenn die ordnungsgemäße Mahd oder Ernte zu Zeiten stattfindet, in denen die Küken noch nicht ausgeflogen sind. Hier gilt es neue Strategien zu entwickeln, die helfen, Brutverluste zu reduzieren.</p><p>Im Kooperationsprojekt „Kleegras und Luzerne im Ökolandbau: Maßnahmen zur Vereinbarkeit mit dem Schutz gefährdeter Feldvögel (KLeVer)“ erforschen die Universität Tübingen, der Ernährungsrat Region Tübingen und Rottenburg, das Hofgut Martinberg, die Initiative Artenvielfalt Neckartal und VIELFALT e.V. verschiedene Maßnahmen, die den Bruterfolg gefährdeter Feldvögel im Kleegras- und Luzerneanbau steigern sollen. Grundlage für die Durchführung des Projekts ist die Kooperation mit sieben ökologisch wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betrieben, die verschiedene Varianten des Feldvogelschutzes umsetzen, etwa einen Hochschnitt in ca. 20 cm Höhe oder Schutzstreifen, die nicht gemäht werden.</p><p>Da der Anbau von Luzerne und Kleegras wichtige Aufgaben für die Stickstofffixierung, Unterkrautunterdrückung und Futtermittelgewinnung im Ökolandbau erfüllt, kann der Nestschutz nicht unabhängig von den Auswirkungen auf die Ökonomie betrachtet werden. Deshalb werden neben der Schutzwirkung für Feldvögel auch die Effekte auf Ernteerträge, das Wachstum problematischer Wildkräuter, die Entwicklung lokaler Maus-Populationen sowie auf betriebliche Abläufe untersucht. Damit soll sichergestellt werden, dass der Feldvogelschutz die reguläre Bewirtschaftung möglichst wenig beeinträchtigt. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines praxistauglichen Maßnahmenkatalogs, der weiträumig eingesetzt werden kann und dazu beiträgt, den Rückgang von Feldlerche und anderen gefährdeten Vogelarten zu stoppen. Das KLeVer-Projekt wird über das Sonderprogramm zur Stärkung der Biologischen Vielfalt am Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz finanziert.&nbsp;</p><p>Mit dem bevorstehenden Beginn der Feldsaison hat auch das Forschungsteam seine Arbeit aufgenommen: Das Balkenmähwerk, mit dem der Hochschnitt durchgeführt wird, wird ausgiebig getestet. Im Gelände haben die Untersuchungen der Feldmaus-Populationen begonnen, balzende Rebhühner wurden lokalisiert und die aufwändige Suche nach Feldlerchen-Nestern hat angefangen.</p><p>Um den Erfolg der Schutzbemühungen zu unterstützen, bitten die Projektbeteiligten darum, den durch die Arbeit der Landwirtinnen und Landwirte geschaffenen Lebensraum der Feldvögel zu respektieren und zu schonen. Bei Spaziergängen in der Feldflur sollten Besucherinnen und Besucher auf den Wegen bleiben und Hunde an die Leine nehmen.</p><p class="align-right"><em>Meldung des Projektteams von Universität Tübingen, Ernährungsrat Region Tübingen und Rottenburg, Hofgut Martinsberg und VIELFALT e.V.</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-92722</guid><pubDate>Thu, 20 Apr 2023 10:57:34 +0200</pubDate><title>Südwestmetall-Förderpreis an Dr. Friedrich Solowjow</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/suedwestmetall-foerderpreis-an-dr-friedrich-solowjow/</link><description>Nachwuchswissenschaftler für Dissertation an der Universität Tübingen ausgezeichnet</description><content:encoded><![CDATA[<p>Besondere Ehrung für den Jung-Wissenschaftler Dr. Friedrich Solowjow: Er ist einer von neun Nachwuchswissenschaftlern aus Baden-Württemberg, denen am 19. April bei einer feierlichen Veranstaltung in Stuttgart der Förderpreis des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall verliehen wurde. Solowjow erhielt die Auszeichnung für seine Dissertation an der Universität Tübingen zum Thema „Event-triggered Learning: Principled Decision Making on When to Learn“.&nbsp;</p><p>Zur prämierten Doktorarbeit: Maschinelles Lernen soll die Ergebnisse eines Algorithmus zuverlässiger machen. Um hierbei die Datenflut beherrschbar zu halten, kommt es darauf an, dass das System erkennt, wann es wirklich notwendig ist, zu lernen. In diesem Bereich leistet die Doktorarbeit von Solowjow wichtige wissenschaftliche Beiträge.</p><p>Mit dem Förderpreis würdigt Südwestmetall seit über 30 Jahren herausragende Leistungen des wissenschaftlichen Nachwuchses an den neun baden-württembergischen Landesuniversitäten. An jeder Universität wird ein mit 5.000 Euro dotierter Südwestmetall-Förderpreis ausgelobt. Die Preise werden jährlich auf Vorschlag der Universitäten für wissenschaftliche Arbeiten vergeben, die für die industrielle Arbeitswelt oder deren sozialpolitische Rahmenbedingungen von Bedeutung sind. „Diese lange Tradition zeigt, wie wichtig unserem Verband die nachhaltige Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Baden-Württemberg ist“, sagte der Südwestmetall-Vorsitzende Dr. Joachim Schulz bei der Preisvergabe in Stuttgart in Anwesenheit der baden-württembergischen Wissenschaftsministerin Petra Olschowski.&nbsp;</p><p class="align-right">Pressemitteilung Südwestmetall</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-92305</guid><pubDate>Thu, 06 Apr 2023 15:28:56 +0200</pubDate><title>Wenn das Gehirn einen Gang runterschaltet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/wenn-das-gehirn-einen-gang-runterschaltet/</link><description>Computersimulationen erklären Tempoänderungen im visuellen Kortex</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Gehirn integriert Informationen mal schneller, mal langsamer und ändert so flexibel seine Zeitskalen. Dies ist das Ergebnis einer jetzt in der Fachzeitschrift Nature Communications erschienenen Studie eines internationalen Forschungsteams unter Beteiligung von Roxana Zeraati und Juniorprofessorin Anna Levina, die auch dem Fachbereich Informatik der Universität Tübingen angehören. Mittels Analysen experimenteller Daten aus dem visuellen Kortex sowie Computersimulationen können die Forschenden auch erklären, wodurch unterschiedliche Zeitskalen entstehen und wie sie sich ändern: Die Struktur der neuronalen Netze bestimmt, in welchem Tempo die Integration der Information abläuft.</p><p>Unterschiedliche Prozesse im Gehirn laufen auf eigenen Zeitskalen ab: Während Input der Sinnesorgane in wenigen Millisekunden verarbeitet wird, müssen für komplexe kognitive Prozesse wie etwa Entscheidungsfindungen manchmal minutenlang Informationen integriert werden. Dementsprechend arbeiten manche Hirnregionen schneller als andere.</p><p>Diese intrinsischen Zeitskalen sind nicht starr und unveränderlich. Bislang war jedoch nur wenig darüber bekannt, wie sie sich an verschiedene Situationen und Aufgaben anpassen können. Ein Team von Forschenden aus Tübingen, Princeton, Stanford, Newcastle und Washington hat nun untersucht, wie sich die Zeitskala einer Hirnregion während der Ausführung einer Aufgabe ändern kann. Konkret lautete die Fragestellung: Wenn man die visuelle Aufmerksamkeit auf einen Punkt im Raum fokussiert oder sie dorthin lenkt, wie ändert sich dann das Tempo neuronaler Aktivität in der zuständigen Hirnregion? Zur Beantwortung dieser Frage analysierten die Forschenden Daten aus früheren Publikationen von Experimenten, bei denen von Makaken visuelle Aufmerksamkeit verlangt wird. Gemessen wurde die Aktivität im visuellen Kortex V4, einer Hirnregion, die für diese Art der Aufmerksamkeit zuständig ist.</p><h3>Aktivität auf zwei verschiedenen Zeitskalen</h3><p>Während beider Aufgaben spielte sich die neuronale Aktivität auf mindestens zwei Zeitskalen ab: einer langsamen und einer schnellen. Interessanterweise waren darüber hinaus auch Fluktuationen innerhalb der langsameren Zeitskale zu beobachten: Wenn die Aufmerksamkeit auf einer gegebenen Stelle im Gesichtsfeld lag, verlor die langsame Aktivität in den entsprechenden Neuronenpopulationen noch weiter an Tempo. Darüber hinaus ging langsamere Aktivität verlässlich mit kürzeren Reaktionszeiten einher.&nbsp;<br> „Dies mag der Intuition widersprechen, ist aber im Grunde sehr plausibel“, kommentiert Roxana Zeraati, Forscherin an der Universität Tübingen und dem Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik. „Eine langsamere Zeitskala bedeutet, dass es eine stärkere Korrelation zwischen dem gegenwärtigen Zustand des Gehirns und seinem gerade vergangenen Zustand gibt. Wenn die Neuronen mit etwas beschäftigt sind, erinnern sie sich besser an ihre eigene Vergangenheit, und das bedeutet Verlangsamung.“<br> In einem weiteren Schritt stellten sich die Forschenden die Frage, wie ein Netzwerk aus Neuronen diese unterschiedlichen Zeitskalen hervorbringen kann. „Wir haben mittels Computersimulationen drei verschiedene Hypothesen getestet“, fasst Anna Levina zusammen, die Zeraatis Doktorarbeit betreut. „Rühren die verschiedenen Zeitskalen einfach daher, dass manche Neuronen langsamer beziehungsweise schneller arbeiten? Oder sind vielleicht ihre verschiedenen biophysikalischen Eigenschaften verantwortlich? Unsere dritte Vermutung stellte sich als die allein richtige heraus: Der Schlüssel liegt nicht in den Eigenschaften einzelner Neuronen, sondern in der Struktur des Netzwerks.“</p><h3>Straßennetze versus Fluglinien</h3><p>Verschiedene Verbindungen von Neuronen bringen unterschiedliche Zeitskalen hervor: So generieren beispielsweise sogenannte Cluster-Netzwerke langsame Skalen. „Man kann ein Cluster-Netzwerk mit dem europäischen Straßennetz vergleichen“, erläutert Levina, die das Projekt gemeinsam mit ihrer Kollegin Professorin Tatiana Engel von der Princeton University leitete. „Zwei beliebige Orte in Paris sind sehr gut miteinander verbunden; viel schwieriger ist es, von einem Dorf in Burgund zu einem Strand in Portugal zu kommen. Im Gegensatz dazu sieht das Flugliniennetz fast zufällig aus: Es kann schwer sein, von einer Stadt in ihre Nachbarstadt zu kommen, aber mit vielen Anschlussflügen kommt man fast überall hin. Netzwerke, die den Fluglinien ähneln, können keine so langsamen Zeitskalen hervorbringen wie straßennetzartige Netzwerke.“</p><p>Das Forschungsteam konnte Netzwerke konstruieren, die in der Computersimulation exakt die experimentell beobachteten Zeitskalen replizierten. Das theoretische Modell erklärt auch die Schwankungen während der Bearbeitung der Aufgaben: Die Interaktionen zwischen den Neuronen werden dabei geringfügig effizienter, sodass sich das Tempo der neuronalen Ereignisse ändert.</p><p>Die Ergebnisse könnten eine neue Perspektive auf das Gehirn eröffnen: „Unsere experimentellen Beobachtungen und Computermodelle bilden gemeinsam eine Grundlage für eine Untersuchung des Zusammenhangs von Netzwerkstruktur, funktioneller Dynamik im Gehirn und flexibel modulierbarem Verhalten“, schließt die Studie.</p><p class="align-right">Nach einer Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik</p><h3><br> Originalveröffentlichung:&nbsp;</h3><p>R. Zeraati, Y.-L. Shi, N. A. Steinmetz, M. A. Gieselmann, A. Thiele, T. Moore, A. Levina, T. A. Engel (2023): Intrinsic timescales in the visual cortex change with selective attention and reflect spatial connectivity. Nature Communications 14, 1858, <a href="https://doi.org/10.1038/s41467-023-37613-7" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41467-023-37613-7</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-92224</guid><pubDate>Wed, 05 Apr 2023 13:05:11 +0200</pubDate><title>Tübinger Student gewinnt Landesjugendwettbewerb „Jugend forscht“ im Fachbereich Chemie</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebinger-student-gewinnt-landesjugendwettbewerb-jugend-forscht-im-fachbereich-chemie/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Lukas Weiblen (20) gehört zu den insgesamt 16 MINT-Talenten aus Baden-Württemberg, die am 31. März ihre Auszeichnung im KIT Karlsruhe erhielten. Mit seinem Sieg qualifizierte er sich für den 58. Bundeswettbewerb von Jugend forscht.</p><p>Ausgezeichnet wurde Weiblen für seine Erforschung der Leitfähigkeit von Lithium-Lanthan-Zirconiumoxid - ein Keramikmaterial, das als vielversprechender Kandidat für die Entwicklung von sicheren Festkörperakkus mit hoher Energiedichte gilt.</p><p>Die Projektbetreuung erfolgte durch Dr. Wilfried Nisch vom NMI Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut in Reutlingen.</p><p class="align-right"><em>Quelle: <a href="https://www.jugend-forscht.de/presse/pressemitteilungen/archiv/jugend-forscht-baden-wuerttembergs-beste-mint-talente-stehen-fest.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Pressemitteilung Jugend forscht</a></em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-92188</guid><pubDate>Tue, 04 Apr 2023 16:14:52 +0200</pubDate><title>Molekulare Schalter zur Nutzung von Sonnenenergie</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/molekulare-schalter-zur-nutzung-von-sonnenenergie/</link><description>Tübingen beteiligt: Neue DFG-Forschungsgruppe arbeitet an Technologien, mit denen Erneuerbare Energien rund um die Uhr zur Verfügung stehen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Tübinger Forschende sind an einer neuen DFG-Forschungsgruppe beteiligt, die neuartige molekularen Materialien zur Energiespeicherung untersucht: Die Gruppe „Molekulares Management von Sonnenenergie – Chemie von MOST-Systemen“ wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit rund 4,8 Millionen Euro für zunächst vier Jahre gefördert und von der Universität Gießen koordiniert. Aus Tübingen sind Professorin Ivana Fleischer und Professor Holger Bettinger vom Institut für Organische Chemie an der Forschung beteiligt, des weiteren gehören Arbeitsgruppen der Universitäten Heidelberg, Frankfurt am Main und Erlangen-Nürnberg sowie des Institute of Materials Science in Barcelona (Spanien) zum Forschungsverbund.</p><p>Mit heutigen Technologien lässt sich Sonnenenergie via Fotovoltaik direkt oder mit Windenergie beziehungsweise Wasserkraft indirekt in Strom umwandeln. Die Verfügbarkeit von Sonnenenergie schwankt jedoch regional wie zeitlich stark, die Speicherung von Energie bleibt deshalb eine große Herausforderung. In der neuen DFG-Forschungsgruppe untersuchen Forscherinnen und Forscher das Potenzial fotoschaltbarer Moleküle, die einzeln sowohl die Umwandlung als auch die Speicherung und Freisetzung von Sonnenenergie in sogenannten Solarthermiespeichern (MOST-Systemen) bewerkstelligen können.</p><p>Die Entwicklung von MOST-Systemen mit maßgeschneiderten Fotoschaltern, die bestimmte Kriterien wie eine hohe Energiespeicherdichte und Reversibilität sowie eine gute Stabilität besitzen müssen, stellen die Chemie vor große Herausforderungen. Ein multidisziplinärer Ansatz, der das Knowhow zur Entwicklung neuer MOST-Schalter, zur Erforschung ihrer Funktionalität, zur Modellierung ihrer Eigenschaften und zum Testen in Demonstrationsgeräten vereint, ist daher unerlässlich.</p><p>Das Funktionsprinzip der fotoschaltbaren Moleküle schildert Professor Hermann Wegner von der federführenden Universität Gießen so: „Ein schaltbares Molekül absorbiert Licht und wird von einem Niederenergiezustand in einen metastabilen Hochenergiezustand überführt. Um die gespeicherte Energie freizusetzen, wird ein externer Auslöser – zum Beispiel Wärme, ein Katalysator, Licht oder ein elektrisches Feld – angelegt und das Molekül kehrt in seinen Grundzustand zurück, wobei es die chemische Energie in Wärme umwandelt.“ Das Konzept hat den großen Vorteil, dass Energieaufnahme, -speicherung und -abgabe mit ein und demselben Molekül bewerkstelligt werden können.</p><p>Die Tübinger Arbeitsgruppen aus dem Institut für Organische Chemie um Professorin Fleischer und Professor Bettinger werden sich in dem Projekt mit einer aussichtsreichen fotoschaltbaren Molekülklasse beschäftigen und ihre Eigenschaften sowohl in der Energiespeicherung als auch in der -freisetzung optimieren.</p><p class="align-right"><em>Meldung basiert auf einer <a href="https://www.uni-giessen.de/de/ueber-uns/pressestelle/pm/pm51-23dfgforschungsgruppemolekularesmanagementsonnenenergie" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Pressemitteilung</a> der Justus-Liebig-Universität Gießen</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-92182</guid><pubDate>Tue, 04 Apr 2023 15:45:26 +0200</pubDate><title>Anna Gumpert erhält ERC Starting Grant</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/anna-gumpert-erhaelt-erc-starting-grant/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Am Lehrstuhl für internationale Wirtschaftsbeziehungen erforschen Professorin Anna Gumpert und ihr Team in den nächsten fünf Jahren, welche Auswirkungen die Einführung digitaler Technologien auf die Organisationsstruktur und Wertschöpfungsketten von mittelständischen und großen Unternehmen in Deutschland haben und welche Implikationen sich daraus für ihre Arbeitnehmer sowie ihre Innovationstätigkeit am Standort Deutschland ergeben. Der European Research Council (ERC) unterstützt das Projekt mit einem Starting Grant in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro. Das Forschungsprojekt startet im August 2023 und läuft bis 2028.&nbsp;</p><p>Ein Beispiel für digitale Technologien sind sogenannte Enterprise Resource Planning (ERP) Systeme, die in der Öffentlichkeit eher durch die Namen großer Hersteller wie SAP, Oracle und anderen ein Begriff sind. Durch ERP-Systeme gleichen Unternehmen ihren Bestand an Ressourcen (Rohstoffe, Geld, Maschinen) mit der Auftragslage und ihren Zahlungsverpflichtungen ab und können so Produktionsabläufe besser steuern.&nbsp;<br> Im Rahmen des Projekts werden umfangreiche Datensätze erstellt, die Informationen über die Investitionen von deutschen Unternehmen in digitale Technologien mit Informationen über ihre Arbeitnehmer sowie über ihre globalen Wertschöpfungsketten und ihre Innovationstätigkeit verknüpfen. Die Datensätze sind in Umfang und Detailtiefe international einzigartig.&nbsp;</p><p>Mit Hilfe dieser Daten wollen Anna Gumpert und Team zum einen erforschen, wie sich Investitionen in digitale Technologie auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auswirken: Wie verändern sich die Löhne und Stellenprofile? Werden Entscheidungen in Unternehmen durch die Einführung digitaler Technologien dezentraler gefällt und gewinnen Arbeitnehmer dadurch an Autonomie? Zum anderen untersuchen Anna Gumpert und Team die Frage, ob digitale Technologien die Abwanderung von Unternehmensaktivitäten ins Ausland befördern. Ihr Ziel ist es zu verstehen, inwiefern eine zunehmende Internationalisierung die Effekte von Digitalisierung auf Arbeitnehmer verstärkt und welche Konsequenzen eine zunehmende Internationalisierung für Forschung und Entwicklung in Deutschland hat.&nbsp;</p><p class="align-right">Tilman Wörtz</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-92044</guid><pubDate>Tue, 04 Apr 2023 12:50:00 +0200</pubDate><title>„KI und Nachhaltigkeit“: Einladung zur öffentlichen Debatte auf te.ma</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/ki-und-nachhaltigkeit-einladung-zur-oeffentlichen-debatte-auf-tema-1/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Exzellenzcluster „Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft“ beschreitet in einer Kooperation mit te.ma neue Wege in der Wissenschaftskommunikation rund um die Themen KI und Nachhaltigkeit. te.ma ist ein neuer öffentlicher Raum für Wissenschaft und Debatte im Internet. In themenfokussierten Kanälen werden sechs Monate lang die wichtigsten Beiträge der jeweiligen Fachdiskurse präsentiert und gesellschaftlich wichtige Fragen in Foren diskutiert.</p><p>Die Themenkanäle werden von Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen kuratiert, welche Fachartikel durch Intros zugänglich machen, Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen in Special Inputs zu Wort kommen lassen und im Curator’s Cut selbst Stellung beziehen. Das Kurationsteam für den Kanal „KI und Nachhaltigkeit“ besteht aus drei Nachwuchswissenschaftler*innen des Exzellenzclusters: Jan Lause, Solveig Klepper und Matthias Karlbauer. Ab dem 3. April werden die drei in die Welt der Algorithmen und intelligenten Systeme einführen, den Begriff der KI ebenso reflektieren wie den der Nachhaltigkeit und die verschiedensten KI-Anwendungen hinsichtlich ihres Ressourcen- und Energieverbrauchs unter die Lupe nehmen. Sie werden aber auch nach dem Nutzen von KI-basierten Technologien für ein nachhaltigeres Leben fragen, nach deren sozialen Folgen – und sie werden darauf aufmerksam machen, wo aus Sicht der Forschung die größten Tücken und Herausforderungen liegen. Auch in den Foren werden die drei Kuratorinnen und Kuratoren unterwegs sein und auf Fragen und Anregungen eingehen sowie Themenstränge weiterverfolgen.</p><p>Die ersten Beiträge sind bereits online und machen deutlich, dass schon im letzten Jahrhundert viele Ideen zum Einsatz von KI vorhanden waren, aber erst in den letzten Jahrzehnten die technischen Voraussetzungen für ihren Einsatz geschaffen wurden. Sie zeigen außerdem auf, wie neben den ökologischen und ökonomischen Aspekten auch die sozialen Dimensionen des Nachhaltigkeitskonzeptes berücksichtigt werden. All das und weitere spannende Themen gibt es jetzt auf te.ma zu entdecken.</p><p class="align-right"><em>Katerina Filippidou, Exzellenzcluster "Maschinelles Lernen"</em></p><p><em>Link zu te.ma: <a href="https://te.ma/chn/ki-nachhaltigkeit/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">te.ma</a></em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-91723</guid><pubDate>Mon, 27 Mar 2023 09:30:00 +0200</pubDate><title>Neue Forschungsgruppe in der Teilchenphysik eingerichtet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neue-forschungsgruppe-in-der-teilchenphysik-eingerichtet/</link><description>Detektorexperiment JUNO lässt Erkenntnisse zu Neutrinos und astrophysikalischen Phänomenen erwarten</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet eine neue Forschungsgruppe in der Teilchenphysik an der Universität Tübingen ein. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden dabei Daten aus dem Neutrino-Detektor „JUNO“ auswerten, der derzeit in China aufgebaut wird. Vorrangiges Ziel ist es, offene Fragen zu bestimmten Eigenschaften von Neutrinos zu klären, insbesondere zu ihrer Masse. Sprecher der Forschungsgruppe „<span lang="en" dir="ltr">Precision Neutrino Physics in JUNO</span>“ (Hochpräzise Neutrinophysik in JUNO) ist Professor Tobias Lachenmaier vom Physikalischen Institut der Universität Tübingen. Die Tübinger Forschenden arbeiten mit Kolleginnen und Kollegen der Universitäten Mainz, Hamburg und Aachen sowie der Technischen Universität München und des Forschungszentrums Jülich zusammen.</p><p>„In JUNO untersuchen wir fundamentale Fragen der Teilchenphysik“, erklärt Tobias Lachenmaier. Die elektrisch neutralen Neutrinos sind die einzigen Teilchen im Standardmodell der Elementarteilchen, deren Masse bisher nicht genau bekannt ist. „Es gibt drei Arten von Neutrinos, wir erwarten daher auch drei unterschiedliche Massen“, so Lachenmaier. Die neue Forschungsgruppe will deren Anordnung untereinander herausfinden und mit anderen bekannten Teilchen vergleichen. Zugleich erhoffen sie sich neue Erkenntnisse zur Neutrinooszillation – über dieses Phänomen können sich die verschiedenen Neutrinos ineinander umwandeln.</p><p>JUNO, kurz für <span lang="en" dir="ltr">Jiangmen Underground Neutrino Observatory</span>, ist ein internationales Neutrinoexperiment in einem Untergrundlabor in der Provinz Guangdong im Süden Chinas, dessen Aufbau in diesem Jahr abgeschlossen wird. Deutsche Forscherinnen und Forscher, auch von der Universität Tübingen, haben wesentlich zur Entwicklung des dortigen Neutrino-Detektors beigetragen. Zunächst gehe es noch darum, die Messverfahren und Analysetechniken zu optimieren, ab 2024 seien die ersten Daten zu erwarten, so Tobias Lachenmaier. „Die Herausforderung ist, aus den riesigen Datenmengen die wirklich interessanten Signale herauszufiltern.“ Dazu würden auch Methoden des maschinellen Lernens eingesetzt.</p><p>Neutrinos können sehr dicke Materieschichten durchdringen. Sie lassen sich nach ihrem Entstehungsort unterscheiden. Es gibt kosmische Teilchen aus dem Weltall und solche aus der Erdatmosphäre und Geoneutrinos aus dem Erdinneren. Die DFG-Forschungsgruppe will nicht nur grundlegende Forschungsfragen klären, sondern Neutrinos auch als ergänzende Werkzeuge zur Beobachtung von astrophysikalischen Phänomenen nutzen. So hoffen die Beteiligten, über Neutrinos als sekundenschnelle Signale Hinweise auf Supernovae, Sternexplosionen im All, zu erhalten.</p><p>Die Forschungsgruppe „<span lang="en" dir="ltr">Precision Neutrino Physics in JUNO</span>“ wird ihre Arbeit zum 1. April aufnehmen. Ihre Laufzeit beträgt zunächst vier Jahre mit der Option auf Verlängerung um weitere vier Jahre.</p><p class="align-right"><em>Tina Schäfer/Hochschulkommunikation</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-91402</guid><pubDate>Tue, 21 Mar 2023 16:08:32 +0100</pubDate><title>Astronomen entdecken Heliumbrennen auf Weißem Zwergstern</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/astronomen-entdecken-heliumbrennen-auf-weissem-zwergstern/</link><description>Forscher der Universität Tübingen beteiligt an der Untersuchung eines ungewöhnlichen Supernova-Vorläufersterns</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein Weißer Zwergstern kann als Supernova explodieren, wenn seine Masse die Grenze von etwa 1,4 Sonnenmassen überschreitet. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Dr. Jochen Greiner vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching, in dem Professor Klaus Werner vom Institut für Astronomie und Astrophysik der Universität Tübingen Mitglied ist, fand jetzt ein Doppelsternsystem, in dem Materie von dem Begleiter des Weißen Zwerges auf diesen einströmt. Gefunden wurde das System aufgrund der Kernfusion, die das übergeströmte Gas nahe der Oberfläche des Weißen Zwerges durchmacht. Dadurch wird helle, sogenannte superweiche Röntgenstrahlung ausgesandt. Ungewöhnlich an dieser Quelle ist, dass nicht Wasserstoff überströmt und verbrennt, sondern Helium. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift <em>Nature </em>veröffentlicht.</p><h3>Bisher unbeobachtetes Heliumbrennen auf Weißem Zwerg</h3><p>Explodierende Weiße Zwerge sind ein wichtiges Instrument für die Kosmologie. Als sogenannte Typ Ia Supernovae (SN Ia) werden alle in etwa gleich hell, sodass man die Entfernung ihrer Heimatgalaxien sehr genau bestimmen kann. Allerdings bleibt auch nach vielen Jahren intensiver Forschung unklar, unter welchen Umständen die Masse eines Weißen Zwergs bis zur sogenannten Chandrasekhar-Grenze, der theoretischen Obergrenze ihrer Masse, anwachsen kann. Als mit dem Röntgensatelliten ROSAT Anfang der 1990er Jahre superweiche Röntgenquellen mit stabilem Wasserstoffbrennen auf ihrer Oberfläche als neue Objektklasse etabliert wurden, galten diese eine Zeit lang als potenzielle Kandidaten für die Vorläufer von SN Ia. Allerdings passt es nicht ins Bild, dass diese Quellen reich an Wasserstoff sind. Denn Supernovae vom Typ Ia zeigen keine Spur von Wasserstoff.</p><p>Doppelsternsysteme, in denen ein Weißer Zwerg Helium von einem Begleitstern abzieht und stetig an seiner Oberfläche verbrennt, werden seit über 30 Jahren vorhergesagt, wurden aber bis zur nun in der neuen Studie veröffentlichten Entdeckung nie beobachtet. Das optische Spektrum der vom internationalen Team gefundenen Röntgenquelle ist komplett von Helium dominiert. „Die superweiche Röntgenquelle [HP99] 159 ist bereits seit den 1990er Jahren bekannt, als sie zuerst mit ROSAT und jetzt mit dem Röntgenteleskop eROSITA beobachtet wurde”, führt Jochen Greiner aus, der die Analysen zu dieser Quelle am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) leitet. „Wir konnten sie nun als optische Quelle in unserer Nachbargalaxie, der Großen Magellanschen Wolke, identifizieren. Wir fanden in ihrem Spektrum hauptsächlich Emissionslinien von Helium, die aus der vom Weißen Zwerg aufgesammelten Materie stammen“, ergänzt Klaus Werner.</p><p>Sterne ohne Wasserstoffhülle, wie der in [HP99] 159 gefundene Begleitstern, stellen eine wichtige Zwischenphase dar, die im Lebenszyklus von circa 30 Prozent aller Doppelsterne vorkommen sollte. Es sollte viele derartige Sterne geben, allerdings konnten bisher nur wenige beobachtet werden.</p><p>Das Team hofft nun, mit eROSITA noch weitere, ähnliche Quellen zu finden. Dies sollte es erlauben, die Bedingungen für die Vorläufer von SN Ia noch besser einzugrenzen. Es gibt offenbar verschiedene Entwicklungswege, die zu den Supernovaexplosionen führen.</p><p class="align-right"><em>Klaus Werner, Institut für Astronomie und Astrophysik/JE, Hochschulkommunikation</em></p><h3>Publikation:</h3><p>J. Greiner, C. Maitra, F. Haberl, R. Willer, J.M. Burgess, N. Langer, J. Bodensteiner, D.A.H. Buckley, I.M. Monageng, A. Udalski, H. Ritter, K. Werner, P. Maggi, R. Jayaraman, R. Vandrespek: <span lang="en" dir="ltr">A helium-burning white dwarf binary as a supersoft X-ray source. <em>Nature</em></span>, <a href="https://doi.org/10.1038/s41586-023-05714-4" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41586-023-05714-4</a><br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-91378</guid><pubDate>Tue, 21 Mar 2023 13:34:39 +0100</pubDate><title>Beethovens Genom gibt Aufschluss über Gesundheit und Familiengeschichte des Komponisten</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/beethovens-genom-gibt-aufschluss-ueber-gesundheit-und-familiengeschichte-des-komponisten/</link><description>Einem internationalen Forschungsteam ist es gelungen, Ludwig van Beethovens Genom anhand von fünf genetisch übereinstimmenden Haarlocken des weltberühmten Komponisten zu entschlüsseln</description><content:encoded><![CDATA[<h3>Die Ergebnisse zusammengefasst:</h3><ul><li>Ein Internationales Forschungsteam entschlüsselt das Genom des berühmten Komponisten Ludwig van Beethoven (1770-1827) anhand von Haarproben.</li><li>Die neue Studie zeigt, dass Beethoven eine erbliche Veranlagung für eine Leberzirrhose hatte und mit Hepatitis B infiziert war, was – in Verbindung mit seinem Alkoholkonsum – wohl zu seiner schweren Lebererkrankung und damit zum Tod führte.</li><li>Das Erbgut von heute lebenden Verwandten deutet auf eine außereheliche Beziehung in Beethovens väterlicher Linie hin.</li></ul><p>Die von der Universität <span lang="en" dir="ltr">Cambridge</span>, dem Beethoven Center San Jose und der <span lang="en" dir="ltr">American Beethoven Society</span>, der KU Leuven, der Firma <span lang="en" dir="ltr">FamilyTreeDNA</span>, dem Universitätsklinikum Bonn und der Universität Bonn, dem Beethoven-Haus Bonn und dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie geleitete Studie bringt neue Erkenntnisse über die Krankheiten des Komponisten zu Tage und wirft Fragen über seine jüngste Abstammung und Todesursache auf. Einer der Hauptautoren der neuen Studie ist Professor Johannes Krause vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, der auch am Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie der Universität Tübingen forscht.</p><p>Bisher bekannt war, dass Beethoven seine Brüder in einem 1802 verfassten Brief bat, seine Krankheit nach seinem Tod durch seinen Arzt untersuchen zu lassen und das Ergebnis zu veröffentlichen. Seitdem herrscht Unklarheit über den Gesundheitszustand und die Todesursache des Bonner Komponisten, denn die Aufzeichnungen von Beethovens Arzt wurden nie gefunden. Um mehr über seine Krankheiten und die Todesursache herauszufinden, hat das internationale Forschungsteam nun moderne archäogenetische Untersuchungsmethoden genutzt.</p><p>Die in der Zeitschrift <span lang="en" dir="ltr"><em>Current Biology</em></span> veröffentlichten Forschungsergebnisse zeigen, dass die DNA von fünf Haarsträhnen – die alle aus den letzten sieben Lebensjahren Beethovens stammen – einer einzigen Person zugeordnet werden können. Die genetischen Daten dieser Person weisen auf eine Herkunft hin, die mit der historisch gut erforschten Herkunft Beethovens übereinstimmt. Auf dieser Grundlage kommen die Forschenden zu dem Schluss, dass diese fünf Locken „mit ziemlicher Sicherheit authentisch“ sind.</p><p>Das Hauptziel der internationalen Studie ist es, neue Erkenntnisse über Beethovens Gesundheitsprobleme zu erlangen. Dazu zählte bekanntlich ein fortschreitender Hörverlust, der in einem Alter von etwa 25 bis 29 Jahren einsetzte und schließlich dazu führte, dass der Komponist im Jahr 1818 de facto taub war. Das Team untersuchte auch mögliche genetische Ursachen für Beethovens chronische Magen-Darm-Beschwerden und eine schwere Lebererkrankung, die 1827 zu seinem Tod führte.</p><p>Schon in seinen Bonner Jahren litt der Komponist unter „elenden“ Magen-Darm-Beschwerden, die sich in Wien fortsetzten und verschlimmerten. Im Sommer 1821 erlitt Beethoven das erste Mal eine Gelbsucht, an der er mindestens ein weiteres Mal in seinem Leben erkrankte und die als ein Symptom seiner Lebererkrankung bekannt ist. Leberzirrhose gilt seit langem als die wahrscheinlichste Ursache für seinen Tod im Alter von 56 Jahren.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-91366</guid><pubDate>Tue, 21 Mar 2023 11:51:39 +0100</pubDate><title>Ein Protein als Schlüssel gegen antibiotikaresistente Bakterien</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/ein-protein-als-schluessel-gegen-antibiotikaresistente-bakterien/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Tübinger Forschende finden ein Protein, das die Resistenz von Pseudomonas-Bakterien gegen Antibiotika fördert. Das Verständnis der genauen Funktion des Proteins YgfB könnte neue Angriffspunkte für die medikamentöse Behandlung von Infektionen, die durch multiresistente <em>Pseudomonas aeruginosa</em> verursacht werden, bieten.</p><p><em>Pseudomonas aeruginosa</em> ist ein Bakterium, das überall in der Umwelt vorkommt und sich gut an diese anpassen kann. Für gesunde Menschen ist der Kontakt mit <em>P. aeruginosa</em> meist ungefährlich. Für immungeschwächte Patienten kann dieses Bakterium jedoch zur Gefahr werden. Die Folge sind schwere Infektionen, z.B. der Atemwege, die auch mit Antibiotika nur schwer zu behandeln sind.</p><p>Forschende der Universität Tübingen und des Exzellenzclusters CMFI haben nun systematisch den Zusammenhang von bakteriellen Proteinen mit dem Abwehrmechanismus gegen Antibiotika untersucht, mit dem Ziel einen neuen Therapieansatz zu entwickeln. Die Ergebnisse der Studie wurden nun im Fachjournal <em>Nature Communications Biology</em> veröffentlich.</p><h3>Das Bakterium <em>P. aeruginosa</em> hat eine Strategie gegen Antibiotika</h3><p>In der Therapie von bakteriellen Infektionen mit <em>P. aeruginosa</em> werden üblicherweise Zellwand oder Bakterien-DNA schädigende Antibiotika wie Ceftazidim oder Ciprofloxacin eingesetzt. Jedoch ist <em>P. aeruginosa</em> von Natur aus gegen eine Vielzahl von Antibiotika resistent. Zusätzlich ist ein Anstieg multi-resistenter Pseudomonas-Stämme zu beobachten, sodass Antibiotikatherapien immer seltener erfolgreich sind.</p><p>Ein wichtiger Abwehrmechanismus von <em>P. aeruginosa</em> gegen Antibiotika ist die Produktion des Enzyms β-Laktamase. Dieses Enzym zerstört Strukturen der β-Laktamantibiotika, wie Ceftazidim, und macht diese wirkungslos. Das Bakterium nimmt wahr, wenn seine Zellwand durch Antibiotika angegriffen und zerstört wird. Kommt es zu einer Zerstörung der Zellwand, entstehen Abbauprodukte (Anhyd-MurNAc-Peptide) die zu einer erhöhten Produktion von β-Laktamasen führen. Diese β-Laktamasen bauen Antibiotika ab. Die Antibiotika werden unwirksam, der Krankheitserreger überlebt und die Infektion kann sich weiter ausbreiten.</p><h3>Ein Protein bestimmt über den Therapieerfolg</h3><p>Das Forschungsteam um Erwin Bohn, Arbeitsgruppenleiter am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universitätsklinik Tübingen, suchte nun nach bakteriellen Proteinen, welche die Produktion von β-Laktamasen bei multiresistenten Pseudomonas-Bakterien beeinflussen. Das Team entdeckte das Protein YgfB, über dessen Funktion zuvor nichts bekannt war. Mit molekularbiologischen Methoden ist es den Forschenden gelungen zu klären, wie YgfB die Produktion von β-Laktamasen indirekt reguliert.</p><p>Das Protein YgfB interagiert nämlich mit dem Transkriptionsfaktor AlpA und hemmt auf diese Weise die von AlpA vermittelte Produktion des Enzyms AmpDh3. Dies ist ein entscheidender Schritt, denn das Enzym AmpDh3 würde sonst die Peptide der angegriffenen Bakterienzellwand (Anhyd-MurNAc) zerstören. In der Folge löst die größere Menge dieser Peptide eine erhöhte Produktion von β-Laktamasen aus. Die β-Laktamasen sind der entscheidende Faktor am Ende dieser Kaskade, welche die Bakterien unempfindlicher gegen Antibiotika wie Ceftazidim macht. Das Protein YgfB führt also indirekt zu Antibiotikaresistenzen bei Bakterien.</p><p>„Das Verständnis der Plastizität von Resistenzmechanismen ist wichtig, um sich an die wachsende Herausforderung der Multiresistenz bei Bakterien anzupassen und der erste Schritt zur Entwicklung neuer therapeutischer Optionen", sagt Erwin Bohn.</p><p>Aufbauend auf den Ergebnissen wollen die Forschenden versuchen, in die Abläufe einzugreifen, an denen YgfB beteiligt ist oder eine hohe AmpDh3-Produktion zu provozieren, um die β-Lactam-Resistenz zu brechen.</p><p class="align-right"><em>Leon Kokkoliadis/Exzellenzcluster CMFI</em></p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-90964</guid><pubDate>Tue, 14 Mar 2023 08:36:57 +0100</pubDate><title>Wie das Darmmikrobiom bei der Vorhersage von Krebsimmuntherapien behilflich sein kann</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/wie-das-darmmikrobiom-bei-der-vorhersage-von-krebsimmuntherapien-behilflich-sein-kann/</link><description>Transatlantische Forschergruppe deckt möglichen Zusammenhang zwischen Darmmikroorganismen und der Wirksamkeit von Krebsimmuntherapien auf</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein internationales Expertenteam unter der Leitung von Prof. Dr. Eran Elinav, Abteilung Mikrobiom und Krebs des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und Prof. Dr. Christoph Stein-Thoeringer, Professor für Klinische Infektiologie und Translationale Mikrobiomforschung an der Medizinischen Fakultät Tübingen, hat einen möglichen Zusammenhang zwischen den Mikroorganismen des Darms und der Wirksamkeit von bestimmten Krebsimmuntherapien aufgedeckt. In der renommierten Fachzeitschrift „<span lang="en" dir="ltr">Nature Medicine</span>“ publiziert, deuten die Studienergebnisse darauf hin, dass eine Antibiotikabehandlung vor einer sogenannten CAR-T-Zelltherapie mit ungünstigen Behandlungsergebnissen verbunden ist.</p><p>Auch wenn nach neuesten vorläufigen Studien das Risiko, an Krebs zu sterben, innerhalb der Europäischen Union in den letzten Jahren zurückgegangen ist, zählen Krebserkrankungen weiterhin zu den häufigsten Todesursachen. Es gibt aber in einigen Bereichen äußerst erfreuliche Fortschritte, etwa bei der Bekämpfung von Leukämie durch Krebsimmuntherapien mit CAR-T-Zellen. Mit Hilfe eines gentechnologischen Verfahrens können körpereigene T-Zellen im Labor zu Chimären Antigenrezeptor-T-Zellen (CAR-T-Zellen) umgewandelt und anschließend in den menschlichen Organismus zurück transferiert werden. Mit diesen Antigenrezeptoren ausgestattet, sind die modifizierten T-Zellen dann in der Lage, die Tumorzellen im Körper aufzuspüren und zu vernichten.</p><p>Nichtsdestotrotz gibt es weiterhin große Unterschiede zwischen den Behandlungsergebnissen der Patientinnen und Patienten. Eine mögliche Ursache ist hierbei die Einnahme von Antibiotika. „Wir konnten zeigen, dass sich eine Behandlung mit Antibiotika vor einer CAR-T-Zelltherapie negativ auf den Erfolg der Krebsimmuntherapie auswirkt“, erklärt Prof. Stein-Thoeringer. „Mithilfe des Einsatzes des maschinellen Lernens, einem Teilbereich der Künstlichen Intelligenz, konnten wir bestimmte Komponenten des Mikrobioms identifiziert, die eine Vorhersage der klinischen Ergebnisse der CAR-T-Zell-Immuntherapie ermöglichten, indem wir uns auf Patientinnen und Patienten konzentriert haben, die zuvor keine Antibiotika eingenommen hatten“, erläutert Prof. Elinav die Vorgehensweise.</p><p>„Zukünftig könnten Bestandteile unseres Darmmikrobioms, also bestimmte Bakterien, als sogenannte Biomarker genutzt werden, um die Wirksamkeit einer CAR-T-Zelltherapie besser vorherzusagen“, ergänzt Prof. Stein-Thoeringer. Dies müsse sich jedoch in weiteren multizentrischen Studien noch herausstellen.</p><p>In Tübingen beschäftigt sich Prof. Stein-Thoeringer mit der Rolle des Darmmikrobioms bei Immuntherapien gegen Krebs wie der CAR-T-Zelltherapie und insbesondere, wie einzelne Bakterien Immunzellen beeinflussen können und welche therapeutischen Möglichkeiten hieraus entstehen. In diesem Rahmen ist seine Professur in dem Tübinger Exzellenzcluster „<span lang="en" dir="ltr">Controlling Microbes to Fight Infections</span>“ (CMFI) integriert.</p><p>Zum internationalen Expertenteam zählten neben dem Universitätsklinikum Tübingen und dem DKFZ in Heidelberg auch Forschende des Weizmann <span lang="en" dir="ltr">Institute of Science</span> (Israel), des Universitätsklinikums Heidelberg, des LMU Universitätsklinikums München, dem Universitätsklinikum Regensburg, dem <span lang="en" dir="ltr">MD Anderson Cancer Center</span> in <span lang="en" dir="ltr">Houston </span>(USA) und dem <span lang="en" dir="ltr">Moffitt Cancer Center</span> in Tampa (USA).</p><p class="align-right"><em>Pressemitteilung der Medizinischen Fakultät und des Universitätsklinikums Tübingen</em></p><h3>Originalpublikation:&nbsp;</h3><p>“A non-antibiotic-disrupted gut microbiome is associated with clinical responses to CD19-CAR-T cell cancer immunotherapy”&nbsp;–&nbsp;Die Studie ist auf der <a href="https://www.nature.com/articles/s41591-023-02234-6" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Webseite von <em>Nature</em></a><em></em>abrufbar.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-90694</guid><pubDate>Tue, 07 Mar 2023 12:06:55 +0100</pubDate><title>Neuer Sammelband „Klasse 6b. Eine Unterrichtswoche“</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neuer-sammelband-klasse-6b-eine-unterrichtswoche/</link><description>Zusammenarbeit von 40 Tübinger Forscher*innen aus Bildungswissenschaft und Fachdidaktik</description><content:encoded><![CDATA[<p>In der Peer-Review-Schriftenreihe "Lehrerbildung. forschungsbasiert. anwendungsbezogen. verantwortungsbewusst" der Tübingen School of Education ist der dritte Sammelband mit dem Titel "Klasse 6b. Eine Unterrichtswoche. Bildungswissenschaftliche und fachdidaktische Analysen" erschienen. Der über 500 Seiten starke Band wird von Marcus Syring, Nina Beck, Thorsten Bohl und Bernd Tesch herausgegeben und erscheint beim Universitätsverlag Tübingen <span lang="en" dir="ltr">University Press</span>.</p><p>Für den Band wurde eine 6. Klasse mit der Kamera über eine Woche hinweg begleitet und damit der Versuch unternommen, die Komplexität des unterrichtlichen Alltags einzufangen und das Beobachtete aus unterschiedlichen Blickwinkeln zum Fall zu machen. Die zwölf gefilmten Unterrichtsstunden werden in dem Band aus der Perspektive der jeweiligen Fachdidaktik sowie verschiedener Perspektiven der Bildungswissenschaften analysiert. Dadurch entstanden Beiträge von 40 Tübinger Forscher*innen.</p><p>Der Sammelband ist als Open Access-Format konzipiert, die Artikel lassen sich auch einzeln herunterladen:&nbsp;<a href="https://publikationen.uni-tuebingen.de/xmlui/handle/10900/134108" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Zugang zum freien Download</a></p><p class="align-right"><em>Marcus Syring</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-90241</guid><pubDate>Mon, 27 Feb 2023 15:10:48 +0100</pubDate><title>Deutscher Olympischer Sportbund ehrt Tübinger Forschende mit zwei Wissenschaftspreisen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/deutscher-olympischer-sportbund-ehrt-tuebinger-forschende-mit-zwei-wissenschaftspreisen/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat am Freitag Carmen Volk und Pascal Bauer von der Universität Tübingen mit jeweils einem Wissenschaftspreis für herausragende sportwissenschaftliche Forschung der Jahre 2021 und 2022 geehrt. Der DOSB vergibt seine Wissenschaftspreise alle zwei Jahre. Die Preise sind mit einem Preisgeld von insgesamt 12.000 Euro verbunden.</p><p>Zum Wettbewerb 2021/2022 wurden insgesamt 27 Arbeiten aus unterschiedlichen Gebieten und Disziplinen der Sportwissenschaft eingereicht. Darunter waren sieben Habilitationsschriften und 20 Dissertationen. Die thematische, theoretische und methodische Vielfalt und die hohe Qualität der eingereichten Arbeiten spiegelt den aktuellen Stand der Sportwissenschaft wider. Das Preis-Kuratorium unter Vorsitz von Professor Achim Conzelmann wählte insgesamt vier Arbeiten für einen Preis aus. „Die 27 eingereichten Arbeiten bieten eine beeindruckende Leistungsschau der Sportwissenschaft; sie zeigen ihr hohes Niveau und die weiterhin wachsende Vielfalt ihrer Themen, Theorien und Methoden. Die Leistungen des sportwissenschaftlichen Nachwuchses verdeutlicht kein Wettbewerb besser als der DOSB-Wissenschaftspreis“, so der Kuratoriumsvorsitzende.</p><p>Mit dem Ersten Preis ausgezeichnet wurde die Habilitationsschrift von Dr. Philip Furley (Deutsche Sporthochschule). Sie trägt den Titel: „Nonverbal Behavior and Person Perception in Sport“. Carmen Volk erhält den zweiten Preis für ihre Dissertation „Kompetenzförderung im Sportunterricht: Diagnostik, Intervention und Evaluation im Kontext von „Gesundheit und Fitness”, mit der sie 2021 an der Universität Tübingen promoviert wurde. Der dritte Preis wird zweimal vergeben: zum einen an Pascal Bauer für seine Dissertation „Automated Detection of Complex Tactical Patterns in Football using Positional and Event Data“, mit der er 2022 an der Universität Tübingen promoviert wurde.&nbsp;Einen dritten Preis erhält auch Prof. Dr. Thomas Gronwald (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) für seine Habilitationsschrift „Nicht-lineare Dynamik der kardialen autonomen Funktion als Kenngröße organismischer Selbstregulation bei Ausdauerbelastung.&nbsp;</p><p class="align-right"><em>Nach einer Pressemitteilung des Deutschen Olympischen Sportbundes</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-89653</guid><pubDate>Mon, 06 Feb 2023 16:35:30 +0100</pubDate><title>Ethische Fragen eines digitalisierten Gesundheitssystems </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/ethische-fragen-eines-digitalisierten-gesundheitssystems/</link><description>Eberhard Karls Universität Tübingen und Universität Potsdam bauen „Netzwerk digitale Medizinethik“ auf. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Digitalisierung verändert das Gesundheitssystem rasant und wirkt sich immer stärker auf die medizinische Praxis aus: Künstliche Intelligenz für Diagnose und Therapie, Gesundheits-Apps auf dem Smartphone oder soziale Robotik in der Pflege zeigen das große Potenzial der neuen Technologien. Mit dem Einsatz solcher Technologien gehen allerdings auch ethische Risiken einher. Diese Herausforderungen näher zu verstehen und mit ihnen angemessen umzugehen ist die Aufgabe der Medizinethik. Das jüngst begonnene Projekt „<span lang="en" dir="ltr">Digital Medical Ethics Network</span>“, das Forschende bei der Aneignung entsprechender Kenntnisse und Fähigkeiten unterstützen will, wird von der Eberhard Karls Universität Tübingen und der Universität Potsdam getragen und von der VolkswagenStiftung finanziell gefördert.</p><p>Die Medizinethik fragt nach angemessenem Verhalten in der Gesundheitsversorgung und nach gerechten Strukturen im Gesundheitssystem. Entsprechend qualifizierte Fachleute bringen ihr Wissen in das Medizinstudium und die Ausbildung anderer Heilberufe ein. Sie untersuchen grundlegende Aspekte des Miteinanders im Gesundheitswesen und beraten in der klinischen Praxis, etwa bei schwierigen Entscheidungen am Lebensende. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zu einer guten und gerechten Gesundheitsversorgung.</p><p>Die Medizinethik ist ein Fachgebiet, in dem Philosophie, Medizin oder die Sozialwissenschaften interdisziplinär zusammenarbeiten. Mit der voranschreitenden Digitalisierung kommen Wissen und Fähigkeiten aus den technischen Wissenschaften hinzu, die dringend gebraucht werden. Genau hier soll das Netzwerk Unterstützung leisten und durch gezielte Initiativen Forschung, Lehre und Ethikberatung stärken.</p><p>Dazu gehört etwa als Schwerpunkt am Universitätsklinikum Tübingen die Entwicklung eines eigenständigen Curriculums „Digitale Medizinethik“, das mit verschiedenen Kooperationspartnern erprobt und dann frei zur Verfügung gestellt wird. An der Universität Potsdam entsteht darüber hinaus ein Forschungshub, der die digitalethische Grundlagenforschung und Vernetzung von Forschenden fördert. Auch die Entwicklung und Evaluation eines digitalen Angebots zur Ethikberatung, um Patientinnen und Patienten sowie medizinisches Personal in schwierigen Entscheidungssituationen unterstützen zu können, stellt einen Baustein des Projekts dar. Begleitet werden alle Aktivitäten des Netzwerkes durch öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen und Dialoge mit Bürgerinnen und Bürgern.</p><p>Weiterführende Informationen zum Projekt finden Sie unter: <a href="https://digitalmedicalethics.net/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://digitalmedicalethics.net/</a></p><p>Das Netzwerk digitale Medizinethik („Digital Medical Ethics Network“) wird von Prof. Dr. Dr. Urban Wiesing und Prof. Dr. Hans-Jörg Ehni (Universität Tübingen) sowie von Prof. Dr. Robert Ranisch (FGW Brandenburg) geleitet. Die beteiligten Universitäten in Tübingen und Potsdam unterstützen das Projekt langfristig im Rahmen eines Matching-Funds.</p>]]></content:encoded><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-89524</guid><pubDate>Thu, 02 Feb 2023 16:18:56 +0100</pubDate><title>Grundlagenforschung für bessere Behandlungsmethoden in der Psychotherapie</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/grundlagenforschung-fuer-bessere-behandlungsmethoden-in-der-psychotherapie/</link><description>Die Psychologin und Neurowissenschaftlerin Dr. Marie-Luise Schreiter setzt sich ein für eine engere Zusammenarbeit von praktizierenden Psychologen und Psychotherapeuten einerseits sowie Neurowissenschaftlern und Experimentalpsychologen andererseits. Im Juli veranstaltet sie eine internationale Tagung mit dem Titel: „Brückenschlag zwischen therapeutischer Praxis und Grundlagenforschung“. Diese wird gefördert von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frau Schreiter, Sie betreiben Grundlagenforschung im Fachbereich Psychologie. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf der Verhaltens- und Kognitionskontrolle.&nbsp;</strong></p><p>Mich interessiert ganz allgemein, wie sich emotionale Gefühlszustände auf die Kontrolle und Lenkung unserer Aufmerksamkeit und unsere Verhaltenskontrolle auswirken. Ein Verständnis dafür ist nicht nur für gesunde Menschen wichtig, sondern ist auch für das Verständnis psychiatrischer Problematiken essentiell. Denn: eine Reihe von Diagnosen, unter anderem ADHS, Autismus aber auch Depression und Angststörung gehen mit Schwierigkeiten einher, emotionale Zustände zu regulieren und entsprechende Auswirkungen von Emotion auf das Verhalten und die Wahrnehmung kontrollieren zu können.</p><p>In der Therapie und klinischen Praxis geht es häufig darum, wie Menschen mit psychiatrischen Krankheiten wieder mehr Kontrolle über ihre Emotionen bzw. ihre emotionale Verarbeitung erlangen. Viele Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen wie auch Klinikerinnen und Kliniker setzen dafür auf Kommunikationsstrategien, die mit der (visuellen) Wahrnehmung und dem Vorstellungsvermögen zu tun haben – und das sehr erfolgreich.</p><p>Ich möchte Methoden, durch die die Kontrolle über Körper- und Emotionswahrnehmung verändert wird, in Tübingen tiefergehend wissenschaftlich untersuchen. Dazu möchte ich als erstes in einer Datenbank dokumentieren, wie gut Menschen Kontrolle über ihrer Imaginationsfähigkeit haben. Im nächsten Schritt werde ich untersuchen und dokumentieren, wie man bei Menschen entsprechend Emotionen modulieren, also verändern kann, und ob sich das messbar auf kontrolliertes Verhalten auswirkt.</p><p>&nbsp;</p><p><strong>Wie kann die Veränderung der Emotionswahrnehmung durch Kommunikationsstrategien konkret aussehen?</strong></p><p>Bei Menschen mit Angststörungen beispielsweise tritt häufig eine Veränderung der Wahrnehmung von uneindeutigen Gesichtsausdrücken auf. Diese Patientinnen und Patienten ordnen tendenziell Gesichtsausdrücke, die eigentlich neutral sind, als emotional negativ oder bedrohlich ein. In einer Therapie versucht man dann mit detaillierten Geschichten, die Imaginationstechniken oder suggerierte Erlebnisse beinhalten, die Wahrnehmung der Patienten zu triggern bzw. so zu modulieren, dass sie bei der nächsten Begegnung dieses Gesicht als weniger bedrohlich wahrnehmen.</p><p>Manche Patienten erhalten dabei wieder ein Stück weit mehr Kontrolle über ihre Gefühle: die negativen Gefühle werden noch gespürt, aber auf der Ebene der Wahrnehmung verstehen diese Menschen dann, dass das Angstgefühl das Ergebnis ihrer subjektiven Interpretation der bestimmten Situationen oder Begegnungen ist. Das Bedrohungsgefühl ist dadurch weniger stark ausgeprägt, da es kontrollierbarer wirkt.</p><p>Das sind therapeutische Strategien, mit denen Therapeuten schon sehr lange arbeiten. Aber es gibt noch ganz wenig wissenschaftliche Untersuchungen, warum bestimmte Strategien gut funktionieren bzw. bei welchen Menschen bestimmte Strategien gut oder schlecht funktionieren.</p><p>&nbsp;</p><p><strong>Sie haben sich in Ihrer wissenschaftlichen Karriere viel mit Wahrnehmung beschäftigt. Ihre Promotion haben sie in der Neurophysiologie abgelegt, darüber haben Sie auch eine Ausbildung als systemische Psychotherapeutin.</strong></p><p>Ich habe bis zur Promotion in England studiert und geforscht. Dabei habe ich viel Grundlagenforschung gemacht und mich vor allem mit Wahrnehmungsphänomenen wie der Synästhesie beschäftigt. &nbsp;Die Synästhesie ist keine Erkrankung, sondern eine faszinierende Normvariante der menschlichen Wahrnehmung: zwei Sinne, die normalerweise getrennt voneinander funktionieren, sind miteinander korreliert. Die Ausprägung kann sehr unterschiedlich und individuell sein, es gibt 80 verschiedene Arten der Synästhesie. Zum Beispiel kann es sein, dass diese Menschen den Wochentag Freitag immer mit der Farbe Blau verbinden. Andere verbinden mit dem Klang einer Trompete immer den Geschmack von Erdbeeren.&nbsp;</p><p>Später habe ich ein Praktikum bei einem klinischen Psychologen gemacht und gelernt, dass die Wahrnehmung auch bei psychiatrischen Krankheiten verändert sein kann. Nach Abschluss meines Studiums in England habe ich eine systemische Ausbildung zur Psychotherapeutin gemacht und in der Folge mehrere Jahre als Klinikerin in der Praxis gearbeitet – parallel zu meiner Forschungsarbeit.</p><p>Ich stelle mir immer wieder die Frage: welche gesellschaftliche Relevanz hat meine Forschung? Wie kann meine Forschungsarbeit in neue Behandlungsmethoden zugunsten der Patienten einfließen?<br> Die gegenwärtige Mental Health Crisis in Folge der Corona-Pandemie – mit sehr vielen psychiatrischen Herausforderungen – hat mich in dieser Einstellung weiter bestärkt.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p><strong>Deswegen setzen sich ein für einen verstärkten Austausch zwischen Grundlagenforschung und klinischer Praxis bzw. Therapie…</strong></p><p>Genau. In der klinischen Psychologie und der experimentellen Psychologie haben aktuell bereits einfache Konstrukte oder Begriffe, wie emotionale Regulation, Kontrolle Stress oder Erregung, unterschiedliche Bedeutungen oder lösen unterschiedliche Assoziationen aus. Oftmals messen wir in der Grundlagenforschung ein Konstrukt auf eine Art und Weise, die für Psychotherapeuten in der Praxis keine unmittelbare Bedeutung haben.&nbsp;</p><p>Konstrukte in der experimentellen Psychologie sind nicht direkt beobachtbare Eigenschaften oder Dimensionen, die aufgrund einer (Verhaltens-) Beobachtung oder eines Tests gemessen bzw. erschlossen werden müssen, wie z.B. Intelligenz oder Kreativität. Wenn aber die Bedeutung eines Begriffes oder Konstruktes nicht klar ist – wie kann ich dann überhaupt messen? Was müssen wir überhaupt bei einem Menschen messen, um – objektive, &nbsp;aber auch subjektive – Standards festzulegen zu können, ob diese Person leidet, wie stark diese Person leidet, welche Form einer Behandlung oder Therapie diese Person braucht?&nbsp;<br> Um diese Standards wieder präziser zu definieren, benötigen wir eine viel engere Zusammenarbeit von praktizierenden Psychologen und Psychotherapeuten mit Neurowissenschaftlern und Experimentalpsychologen.</p><p>&nbsp;</p><p><strong>Im Juli organisieren Sie jetzt in Heidelberg eine große internationale Fachtagung mit dem Titel „Brückenschlag zwischen therapeutischer Praxis und Grundlagenforschung“…</strong></p><p>Obwohl die psychotherapeutische Praxis und die psychologische Wissenschaft beide aus der Neurologie hervorgegangen sind, haben die Unterschiede in der Terminologie, den Arbeitskonzepten und den Perspektiven dazu geführt, dass sich ihre Zusammenarbeit während des 20. Jahrhunderts eher verringert als das sie verstärkt wurde. In der Tat haben klinisch arbeitende Psychologen eine metaphernreiche Sprache des Geistes und des Gehirns entwickelt, während die kognitiven Neurowissenschaften und die experimentelle Psychologie eine detaillierte Datenbank der Beziehungen zwischen Gehirn und Verhalten aufgebaut haben. Wie sich aber die Daten über die Beziehungen zwischen Gehirn und Verhalten auf klinisch relevante Konzepte und Interventionen übertragen lassen – diese Frage wird leider selten diskutiert.&nbsp;</p><p>Psychologische Probleme wirken sich auf mehreren Ebenen auf die Gesundheit eines Menschen aus und verändern die zugrunde liegenden physiologischen, wahrnehmungsbezogenen, emotionalen und kognitiven Prozesse. Wir brauchen daher ein Forum für den interdisziplinären Austausch zwischen Expertinnen und Experten der grundlegenden Hirnforschung einerseits und praktisch tätigen Therapeutinnen und Therapeuten sowie Klinikern andererseits.</p><p>Die von mir organisierte Konferenz will Expertinnen und Experten sowie Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler auf dem Gebiet der Wahrnehmung, Kognition und Emotion zusammenbringen. Gleichzeitig sind erfahrene Klinikerinnen und Kliniker, aber auch junge Therapeutinnen und Therapeuten eingeladen, ihr praktisches Wissen sowie ihre Erfahrungen mit Patienteninnen und Patienten über erfolgreiche Verhaltens- und psychologische Veränderungen durch Psychotherapie zu teilen.</p><p>Dieser Austausch soll helfen, künftige Forschungsrichtungen zu ermitteln, neue wertvolle Forschungsfragen für die Grundlagenwissenschaften zu formulieren und Praxisleitlinien für Kliniken und Therapie neu zu bewerten.<br> Ich bin sehr stolz und auch dankbar, dass die Heidelberger Akademie der Wissenschaft diese Konferenz mit einem Award fördert. Die Akademie finanziert die Anreise der Keynote-Speaker, stellt ihre Räumlichkeiten in Heidelberg sowie Hilfe bei der Organisation zur Verfügung.</p><p class="align-right">Das Interview führte Maximilian von Platen</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-89485</guid><pubDate>Thu, 02 Feb 2023 11:16:52 +0100</pubDate><title>30 Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium für Digitale Bildung, davon 2 Millionen für Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/30-millionen-euro-vom-bundesforschungsministerium-fuer-digitale-bildung-davon-2-millionen-fuer-universitaet-tuebingen/</link><description>Universität Potsdam leitet Vernetzungs- und Transferstelle – Tübinger Projekt soll Clearing House zur Kommunikation wissenschaftlicher Befunde im Bereich Digitaler Bildung etablieren</description><content:encoded><![CDATA[<p>Mit 30 Millionen Euro fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in den kommenden drei Jahren die Vernetzung und den Transfer sogenannter „Kompetenzzentren für digitales und digital gestütztes Unterrichten in Schule und Weiterbildung“. Der dafür zuständige länderübergreifende Verbund mit deutschlandweit zwölf Standorten wird von der Universität Potsdam aus koordiniert. Das Tübingen Center for Digital Education und weitere universitäre Partner sind bei der Etablierung eines bundesweiten Clearing House zur Kommunikation wissenschaftlicher Befunde im Bereich Digitaler Bildung sowie in der Vernetzung der Kompetenzzentren aktiv. Für das am 1. Februar startende Projekt erhält die Universität Tübingen 2 Millionen Euro. Bundesweit beschäftigt die neue Einrichtung 60 Fachkräfte.</p><p>Die neue Vernetzungs- und Transferstelle bildet das Dach von insgesamt vier im Aufbau befindlichen Kompetenzzentren: Das erste wird sich mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik befassen, das zweite mit Sprachen, Wirtschaft und Gesellschaftswissenschaften, das dritte mit Musik, Kunst und Sport und das vierte mit der Schulentwicklung. Aufgabe der Zentren ist es, innovative und wirksame Methoden für die digitalisierungsbezogene Professionalisierung von Lehrkräften sowie für die digitale Transformation an Schulen zu entwickeln.</p><p>Die von Potsdam aus geleitete, bundesweit einzigartige Vernetzungs- und Transferstelle wird die Kompetenzzentren in ihrer Arbeit unterstützen, sie miteinander in den Austausch bringen und ihre Ergebnisse für den Transfer in die Bildungspraxis bündeln.&nbsp;</p><p>Partner im länderübergreifenden Verbund der Vernetzungs- und Transferstelle sind die Bergische Universität Wuppertal, die Universität Tübingen, die Technischen Universitäten Dortmund und München sowie die Universitäten Duisburg-Essen und Kassel. Das DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für lebenslanges Lernen, das Leibniz-Institut für Wissensmedien sowie das IPN – Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik mit dem Deutschen Zentrum für Lehrkräftebildung Mathematik gehören als außeruniversitäre Partner dazu. Nicht zuletzt stärkt das Forum Bildung Digitalisierung den Verbund – als Partner für die Gestaltung des Dialogs zwischen Wissenschaft und Praxis sowie für die Vernetzung unterschiedlicher Akteure.</p><p>Bereits am 1. April wird das erste Kompetenzzentrum für die sogenannten MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik an den Start gehen. Es besteht aus sechs standortübergreifenden Verbundprojekten, dié Universität Tübingen hat in einem der Verbundprojekte die Federführung.</p><p class="align-right">Pressemitteilung der Universität Potsdam</p><h3>Links</h3><ul><li><a href="/universitaet/aktuelles-und-publikationen/newsletter-uni-tuebingen-aktuell/2022/3/studium-und-lehre/1/" class="internal-link">Zentrum für Digitale Bildung eröffnet</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-89386</guid><pubDate>Tue, 31 Jan 2023 11:42:46 +0100</pubDate><title>ERC Consolidator Grants für zwei Tübinger Wissenschaftler</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/erc-consolidator-grants-fuer-zwei-tuebinger-wissenschaftler/</link><description>Förderung geht an KI-Forscher Jakob Macke und Neurowissenschaftler Tobias Kaufmann</description><content:encoded><![CDATA[<p>Zwei Wissenschaftler der Universität und des Universitätsklinikums Tübingen erhalten einen Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC). Mit den Consolidator Grants unterstützt der ERC exzellente Wissenschafterinnen und Wissenschaftler mit mehrjähriger Forschungserfahrung bei der Festigung ihrer Karriere und dem Aufbau eines eigenen Forschungsteams.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-89239</guid><pubDate>Wed, 25 Jan 2023 17:01:46 +0100</pubDate><title>Capes Lehrstuhl an der Universität Tübingen: Ausgewählter Wissenschaftler untersucht Biografien schwarzer Brasilianerinnen </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/capes-lehrstuhl-an-der-universitaet-tuebingen-ausgewaehlter-wissenschaftler-untersucht-biografien-schwarzer-brasilianerinnen/</link><description>*** Versão em português abaixo ***</description><content:encoded><![CDATA[<p class="align-center"><em>Der erste Gastprofessor des Tübinger Lehrstuhlprogramms ist Hermílio Santos, Professor des Graduiertenprogramms in Sozialwissenschaften an der Katholischen Universität PUC-RS. Sein aktuelles Forschungsprojekt lautet “Herdeiras - Narrativas Biográficas de Três Gerações de Mulheres Negras em Três Regiões de Economia Escravista” – ("Heiresses - Biographical Narratives of Three Generations of Black Women in Three Slave Economy Regions").</em></p><p class="align-justify"><strong>Der Tübinger Capes-Lehrstuhl </strong>beruht auf einer Partnerschaft zwischen der brasilianische Förderagentur CAPES und der Universität Tübingen. Das Baden-Württembergische Brasilien- und Lateinamerika-Zentrum und das Interdisciplinary Centre for Global South Studies (ICGSS) stellen hier den ersten Gastprofessor auf dem Lehrstuhl vor, der ab März in Tübingen forschen und lehren wird.</p><p class="align-justify"><strong>Hermílio Santos</strong><br> Neben seiner Tätigkeit an der PUC-RS, koordiniert Hermílio Santos, der in Brasilien und Deutschland ausgebildet wurde und an der Freien Universität Berlin in Politikwissenschaft promoviert hat, die Forschungsgruppe "Biografie und Gesellschaft" der Brasilianischen Soziologie-Gesellschaft (SBS) und ist Vorsitzender der Forschungsgruppe 38 “Biographie und Gesellschaft der International Sociological Association (ISA). Mit einem CAPES-Stipendium in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) absolvierte er einen Postdoc-Aufenthalt an der Universität Göttingen.</p><p class="align-justify">Hermílio Santos hat seine Laufbahn der Erforschung sehr unterschiedlicher sozialer Phänomene und Umfelder gewidmet, wie z. B. "Favelas", Öl- und Gasförderplattformen, Gewalt, Kindheit, Jugend, Grenzen, öffentliche Politik, Generationen von schwarzen und indigenen Frauen.</p><p class="align-justify">In den letzten Jahren hat er begonnen, die Ergebnisse seiner Forschung in eine filmische Sprache zu übertragen. Die von Hermílio Santos gedrehten Dokumentarfilme sind sowohl für die akademische Gemeinschaft als auch für eine breitere Öffentlichkeit bestimmt. Vor kurzem hat er mit den Dreharbeiten für den Dokumentarfilm „Herdeiras“- Nachkommen begonnen, der in fünf Episoden die Geschichte von drei Generationen schwarzer Frauen aufzeichnet, die an Orten lebten, die von der Ausbeutung der Sklavenarbeit geprägt waren. Der Film wird auch Thema von Seminaren und Vorlesungen sein, die Hermílio Santos zwischen April und Juli 2023 an der Universität Tübingen halten wird. In einem Interview mit dem Baden-Württembergischen Brasilien- und Lateinamerika-Zentrum erläuterte Prof. Hermílio das Ziel seiner Mission:</p><p class="align-center"><em>"Ich hoffe, dass ich durch verschiedene Kontexte und mit dem Blick durch das Objektiv der Kamera, der die gesellschaftliche Realität Brasiliens einfängt, das Interesse der Tübinger Wissenschaftler wecken kann, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Auf diese Weise können wir sie für ihre Arbeit in brasilianischen Einrichtungen gewinnen und so zum wissenschaftlichen Austausch zwischen Brasilien und Deutschland beitragen".</em></p><p><strong>Filmproduktionen von Hermílio Santos</strong></p><p><strong><em>Hermílio Santos: produção cinematográfica</em></strong><br> Infância Falada (2016):<br><a href="https://www.youtube.com/watch?v=SulGQ5z1aFg&amp;t=4" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.youtube.com/watch?v=SulGQ5z1aFg&amp;t=4</a>s<br> Lifeworld - The Sociology of Alfred Schutz (2018):<br><a href="https://www.youtube.com/watch?v=gn05zvZJXwY" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.youtube.com/watch?v=gn05zvZJXwY</a><br> Mundo da Vida - A Sociologia de Alfred Schütz (2018):<br><a href="https://www.youtube.com/watch?v=QNvBbGyO-IU" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.youtube.com/watch?v=QNvBbGyO-IU</a><br> Espaços de Fronteira/Border Spaces (2022):<br><a href="https://www.youtube.com/watch?v=3J5ffT_r6pU&amp;t=3s" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.youtube.com/watch?v=3J5ffT_r6pU&amp;t=3s</a><br> Desafios do Brasil Contemporâneo (2022)/ Challenges of Contemporsary Brazil (2022):<br><a href="https://www.youtube.com/watch?v=ZE5_I6wN6zs" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.youtube.com/watch?v=ZE5_I6wN6zs</a><br> Pre-teaser de Série documental (em produção/ Forthcomming): Herdeiras/Heiresses - Primeira Temporada/First Season<br><a href="https://www.youtube.com/watch?v=xx-281COcAQ" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.youtube.com/watch?v=xx-281COcAQ</a></p><p class="align-center"><br><strong>*** Versão em português***</strong><br> &nbsp;</p><p class="align-center"><strong>Programa Cátedra Tübingen: pesquisador selecionado foca em biografias de brasileiras negras</strong><br><em>O primeiro professor visitante para o Programa Cátedra Tübingen é Hermílio Santos, professor do Programa de Pós-Graduação em Ciências Sociais da PUC-RS. Seu trabalho tem como título “Herdeiras - Narrativas Biográficas de Três Gerações de Mulheres Negras em Três Regiões de Economia Escravista”</em></p><p>O <strong>Programa Cátedra Tübingen</strong>, uma parceria entre a Coordenação de Aperfeiçoamento de Pessoal de Nível Superior (CAPES) e a Universidade de Tübingen, por intermédio de seus centros, o Baden-Württembergisches Brasilien- und Lateinamerika-Zentrum e o Interdisciplinary Centre for Global South Studies (ICGSS), destaca seu primeiro professor visitante para a cadeira.&nbsp; As atividades na Universidade de Tübingen estão previstas para ter início em março deste ano.<br><br><strong>Sobre o Professor Hermílio Santos</strong><br> Com formação no Brasil e na Alemanha, e com doutorado em ciência política pela Freie Universität Berlin, Hermílio Santos coordena o Comitê de Pesquisa “Biografia e Sociedade” da Sociedade Brasileira de Sociologia (SBS) e é presidente do Research Committee 38 “Biography and Society” da International Sociological Association (ISA). Santos realizou ainda estágios de pós-doutorado, na Universidade de Göttingen, com bolsa da CAPES, em parceria com o Serviço Alemão de Intercâmbio Acadêmico (DAAD).<br> Hermílio Santos tem dedicado sua carreira à pesquisa de fenômenos e ambientes sociais bastante diversos, como favelas, plataformas de produção de óleo e gás, violência, infância, juventude, fronteiras, políticas públicas, gerações de mulheres negras e indígenas.</p><p>Nos últimos anos, começou a traduzir os resultados de pesquisas para a linguagem cinematográfica. Os filmes documentários, produzidos por Hermílio Santos, são voltados não só para o meio acadêmico, mas também para o público em geral. Recentemente, ele deu início a produção do documentário Herdeiras/Heiresses, com cinco episódios, registrando a história de três gerações de mulheres negras que vivem em locais marcados pela exploração da mão-de-obra escrava. Este será, ainda, tema de seminários e palestras que o professor apresentará na Universidade de Tübingen, entre abril e julho de 2023.</p><p>Em entrevista ao Baden-Württembergisches Brasilien- und Lateinamerika-Zentrum, o prof. Hermílio explica o propósito da sua missão:</p><p class="align-center"><em>“Espero, por meio de diferentes contextos e uma lente que reflete a realidade social brasileira, despertar nos pesquisadores de Tübingen o interesse para que se dediquem a esse tema. Desta forma, engajá-los para que realizem seus trabalhos em instituições brasileiras, contribuindo, assim, para a ponte do conhecimento científico Brasil-Alemanha”.</em></p><p>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Brasilien-Zentrum-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-88897</guid><pubDate>Wed, 18 Jan 2023 13:08:13 +0100</pubDate><title>Von Steuerhinterziehung zu den „Rechten der Natur“</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/von-steuerhinterziehung-zu-den-rechten-der-natur/</link><description>Das RISC-Programm des Wissenschaftsministeriums fördert vier Tübinger Projekte mit ungewöhnlichen Ansätzen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Vier Tübinger Forschungsprojekte werden künftig durch das RISC-Programm des Wissenschaftsministeriums Baden-Württemberg gefördert: Postdocs und JuniorprofessorInnen, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen, erhalten hier die Möglichkeit, neue Ideen zu verfolgen. Sogenannte „riskante“ Projekte (Blue Sky Research) oder Vorarbeiten für spätere innovative Drittmittelanträge werden mit bis zu 100.000 Euro „Seed-Capital für die Forschung“ für maximal zwei Jahre gefördert. Die Hälfte des Budgets übernimmt das Ministerium, die andere Hälfte übernimmt die Universität Tübingen mit Mitteln der Exzellenzstrategie.&nbsp;</p><p>Für den Zeitraum 2023/2024 haben Dr. Giacomo Brusco (Wirtschaftswissenschaften), Juniorprofessorin Riccarda Flemmer (Politikwissenschaft), Dr. Ramona-Elena Irimia (Pflanzenbiologie) sowie Dr. Khaled Selim (Mikrobiologie) den Zuschlag erhalten.</p><h3>Die Projekte im Einzelnen:&nbsp;</h3><p><strong>Giacomo Brusco: The Incidence of Tax Evasion: Experimental Evidence from Italy</strong></p><p>Wer profitiert von Steuerhinterziehung, und wie wird die ökonomische Rendite zwischen Käufern und Verkäufern aufgeteilt? Wieviel der „eingesparten“ Steuer wird vom Käufer an die Konsumenten weitergegeben, und wovon hängt dies ab? Obwohl die allgemeinen Verteilungswirkungen von Steuern (Inzidenz) ausführlich erforscht wurden, gibt es wenige Anhaltspunkte dazu, wie sich die Inzidenz bei Steuerhinterziehung verhält.&nbsp;</p><p>Dieses Projekt will durch eine innovative Umfrage in Italien die Inzidenz von Steuerhinterziehung quantifizieren. Geschultes Fragepersonal wird in verschiedenen Verkaufssituationen Angebote erfragen und dabei vorab randomisierte Hinweise zur bevorzugten Zahlungsmethode (Karte oder Bar) geben. Durch ein statistisches Design und eine große Stichprobe erhält Giacomo Brusco anhand der beobachteten Preisunterschiede zwischen den Zahlungsmethoden Rückschlüsse darüber, wieviel der hinterzogenen Steuer an die Verbraucher weitergereicht wird.</p><p>Kontakt Giacomo Brusco: <a href="https://uni-tuebingen.de/de/206103" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/de/206103</a>&nbsp;&nbsp;</p><p><strong>Riccarda Flemmer: The Transformative Potential of Rights of Nature? Struggling for Alternatives to Destructive Anthropocentric Development</strong></p><p>Derzeit wird eine rechtliche Innovation diskutiert: Sind der Natur eigene Rechte auf Existenz und Entfaltung zuzusprechen, sogenannte „Rights of Nature“ (RoN)? Inspiriert von den Mensch-Natur-Beziehungen (relationalen Ontologien) indigener Völker haben RoN von Lateinamerika bis zu den ehemaligen britischen Kolonien die Anerkennung von Flüssen, Bergen und Wäldern als Lebewesen bewirkt und eine wachsende globale Bewegung ausgelöst.“ Das Versprechen von RoN ist eine neue Denkweise, die sowohl menschliche als auch nicht-menschliche Lebewesen als Akteure respektiert.&nbsp;</p><p>Riccarda Flemmer untersucht, wie RoN die asymmetrischen Beziehungen zwischen Menschen und Natur verändern können, um rechtliche und institutionelle Modelle für eine nachhaltigere und gerechtere Entwicklung zu schaffen. Im Sinne der Dekolonialisierung der Wissenschaft und unter Einbeziehung indigener und nicht-indigener WissenschaftlerInnen und AktivistInnen konzentriert sich das Projekt auf die Rekonstruktion von Bedeutungen, die im Ringen um Alternativen zur zerstörerischen anthropozentrischen Entwicklung eine Rolle spielen. Ergebnisse werden in jährlichen Workshops auch mit einem nicht-akademischen Publikum diskutiert und regelmäßig veröffentlicht.</p><p>Kontakt Riccarda Flemmer: <a href="https://uni-tuebingen.de/de/233660" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/de/233660</a>&nbsp;</p><p><strong>Ramona-Elena Irimia: Uncovering the genetic basis of an iconic plant invasion through museomics (HERBARIOMICS)</strong></p><p>Das Projekt von Ramona-Elena Irimia untersucht die räumlich-zeitlichen Mechanismen von Pflanzenkolonisation, sowie die Ausbreitung und den Invasionserfolg des Japanischen Staudenknöterichs, eines weltweit schädlichen Unkrauts. Sie verwendet historische DNA von Pflanzen aus Herbarien, um die Invasionsdynamik zu rekonstruieren und die zugrundeliegenden ökoevolutionären Veränderungen und ihre Rolle im Invasionsprozess zu verstehen.&nbsp;</p><p>Dabei sollen unter anderem auch die Herkunft der eingeführten Pflanzen und ihre Invasionswege identifiziert werden sowie genetischen Vermischungen und Mutationen der Knöterich-Populationen. Die vorgeschlagene Arbeit kombiniert neuartige und bewährte Ansätze wie Next Generation Sequencing, Museumsgenomik und Bioinformatik, um die Invasion dieser gebietsfremden Pflanzen in Europa und den USA zu untersuchen und besser zu verstehen.</p><p>Kontakt Ramona-Elena Irimia: <a href="https://uni-tuebingen.de/en/208432" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/en/208432</a>&nbsp;&nbsp;</p><p><strong>Khaled Selim: Mechanistic understanding of cyanobacterial carbon concentrating mechanisms: Toward enhancing plant photosynthetic power</strong></p><p>Das Leben auf der Erde hängt von der photosynthetischen CO2-Fixierung in organisches Material durch den Calvin-Benson-Bassham-Zyklus (CBB) ab, bei dem Cyanobakterien durch einen Kohlenstoff-Konzentrationsmechanismus (CCM) wesentlich zur globalen Produktion beitragen. 95 Prozent unserer Landpflanzen (sogenannte C3-Pflanzen) haben eine geringe photosynthetische Effizienz, darunter wirtschaftlich wichtige Pflanzen wie Reis, Weizen, Kartoffeln, Gerste und Sojabohnen. Dies gilt als größtes Hindernis, um Ernteerträgen für eine wachsende Bevölkerung zu steigern.&nbsp;</p><p>Jüngste Fortschritte zeigen, dass sich die Photosyntheseleistung verbessern lässt, wenn der cyanobakterielle CCM in die Chloroplasten von C3-Pflanzen eingebracht wird. Allerdings ist es bislang eine Herausforderung, die nötigen Gene und Proteine in die Organellen (C3-Chloroplasten) einzubringen – auch wissen wir noch wenig über die molekularen Prinzipien des cyanobakteriellen CCM.&nbsp;</p><p>Khaled Selim kombiniert in seinem Projekt biochemische und strukturbiolo¬gische Ansätze (hauptsächlich Röntgenkristallographie und Kryo-Elektronenmikros¬kopie (Kryo-EM), um die Regulierung und den Aufbau wichtiger Komponenten des cyanobakteriellen CCM verstehen. Die Erkenntnisse könnten entscheidend für eine künftige nachhaltige Weiterentwicklung der Nahrungsmittelproduktion sein.&nbsp;</p><p>Kontakt Khaled Selim: <a href="https://uni-tuebingen.de/en/233048" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/en/233048</a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p><p class="align-right"><em>Sonja Großmann/Antje Karbe</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-88837</guid><pubDate>Wed, 18 Jan 2023 10:15:43 +0100</pubDate><title>Stickstoff-Überschüsse in der Landwirtschaft dringend abbauen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/stickstoff-ueberschuesse-in-der-landwirtschaft-dringend-abbauen/</link><description>Studie der acatech zeigt Wege auf – Forschungsprojekt unter Leitung des Tübinger Geowissenschaftlers Thomas Scholten</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ohne Stickstoff kein Pflanzenwachstum – doch erhebliche Mengen aus der Landwirtschaft schädigen ganze Ökosysteme und tragen als Lachgas massiv zum Klimawandel bei. Deutschland verfehlt zudem die EU-Grenzwerte für Nitrat im Grundwasser. acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften zeigt entlang der gesamten Wertschöpfungskette, wie Stickstoffüberschüsse wirksam reduziert werden können. Die Studie „Nachhaltige Stickstoffnutzung in der Agrarwirtschaft“ wurde von Expertinnen und Experten unter Leitung von Thomas Scholten, Professor für Bodenkunde und Geomorphologie an der Universität Tübingen erstellt. Unter anderem empfiehlt sie schärfere Grenzwerte, Anreize für nachhaltige Bewirtschaftungsstrukturen, eine präzisere Düngung verbunden mit einer Bepreisung von Stickstoffüberschüssen und mehr Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher.&nbsp;</p><p>Eine nachhaltige Landwirtschaft gehört zu den wichtigsten Zielen der UN-Biodiversitäts-Konvention vom Dezember letzten Jahres. Stickstoffüberschüsse, also Dünger, der über den Bedarf der Pflanzen hinaus ausgebracht wird, bedrohen Ökosysteme und Artenvielfalt. Deutschland überschreitet seit Jahren die Grenzwerte der EU für Nitrate im Grundwasser. Auf jedem Hektar landwirtschaftlicher Fläche fallen jährlich 92 Kilogramm Stickstoff-Überschuss an. Insgesamt sind es in Deutschland rund 1,5 Millionen Tonnen Stickstoff, die in die Atmosphäre und den Wasserkreislauf gelangen.&nbsp;</p><p>Die Umwelt-Folgen sind fatal – so gibt es in Nord- und Ostsee aufgrund der stickstoffreichen Süßwasser-Zuflüsse seit vielen Jahren eine übermäßige Eutrophierung und ein verstärktes Algenwachstum. Stickstoff als Treibhausgas in der Atmosphäre ist 298-mal so wirksam wie CO2 und macht daher einen auf die Menge bezogen überproportionalen Teil des anthropogenen Treibhauseffektes aus. Zudem beeinträchtigen Stickstoffüberschüsse die Biodiversität. Die Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft in die Umwelt verursachen dadurch gesellschaftliche Kosten in geschätzter Höhe von 30 bis 70 Milliarden Euro pro Jahr.</p><p>Die Bundesregierung hat Stickstoff entsprechend zu einer Kenngröße ihrer Nachhaltigkeitsstrategie gemacht. Bis 2030 sollen die Stickstoffüberschüsse auf höchstens 70 Kilogramm Stickstoff je Hektar landwirtschaftlicher Fläche sinken. acatech Präsident Jan Wörner: „Dieser Zielwert reicht nicht, um den drängendsten Umweltproblemen entgegenzuwirken. Mehr noch, Deutschland wird diese wenig ambitionierte Zielmarke verfehlen, wenn wir hierzulande nicht umsteuern. Wir brauchen eine konsistente Strategie, wie im Zusammenspiel von Landwirtschaft, Politik und Forschung die Stickstoffemissionen wirksam und nachhaltig sinken.“</p><p>Dies ist nicht die einzige Forderung der acatech Expertinnen und Experten: Für eine nachhaltige Stickstoffwirtschaft müssten viele Teilbereiche der Landwirtschaft zusammenwirken.</p><h3>Ökologischen Landbau ausweiten, konventionellen Landbau nachhaltiger gestalten</h3><p>Zunächst einmal müssen nach Dafürhalten der Expertinnen und Experten durch nachhaltige Bewirtschaftungsstrukturen in weitgehend geschlossenen Kreisläufen die Stickstoffüberschüsse besonders im konventionellen Landbau gesenkt werden. Um das zu erreichen, sollten verschiedene Ansätze kombiniert und mit Forschung weiterentwickelt werden. Thomas Scholten: „Landwirte können sich für artenreiche Fruchtfolgen mit Leguminosen und Zwischenfrüchten entscheiden und gleichzeitig ihren Einsatz von Mineraldünger gezielt reduzieren.“ Zudem sei es wichtig, ökologische Landwirtschaft auszuweiten, wo keine chemisch-synthetischen Stickstoffdünger eingesetzt werden. „Bei Getreide bringt der Ökolandbau geringere Erträge als der konventionelle Anbau. Deshalb ist auch der Flächenbedarf im Verhältnis zum Ertrag größer. Ertragslücken im Ökolandbau zu schließen, ist eine dringliche Forschungsaufgabe.“</p><h3>Regionale Überkonzentration der Nutztierhaltung verringern</h3><p>In einigen Regionen Deutschlands sorgen die geballt angesiedelte Nutztierhaltung und daraus anfallender Wirtschaftsdünger für sehr hohe Stickstoffüberschüsse. Die Politik muss die Rahmenbedingungen für den Umbau der Nutztierhaltung so setzen, dass Tierwohl und verringerte Stickstoffüberschüsse Hand in Hand gehen. Dazu trägt auch eine stärkere Vernetzung von Tierhaltungs- und Marktfruchtbetrieben bei.</p><h3>Stickstoff bepreisen, Düngeverordnung schärfen</h3><p>Die Politik muss Stickstoff-Sparen durch ökonomische und rechtliche Rahmenbedingungen belohnen. In der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) sollten Prämien für Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen flächengebundene Direktzahlungen weitgehend ersetzen. So wie im Klimaschutz der CO2-Preis den Anreiz setzt, Emissionen zu reduzieren, sollten zudem auch Stickstoffüberschüsse bepreist werden, um sie zu verringern. Um dabei die landwirtschaftlichen Betriebe nicht übermäßig zu belasten, sollen die Einnahmen wieder in die Landwirtschaft zurückgehen, etwa in der Förderung nachhaltiger, stickstoffsparender Bewirtschaftung. Die Düngeverordnung schreibt bereits eine bodennahe Ausbringung von Wirtschaftsdünger auf Äckern und ab 2025 auch auf Grünland vor. Doch das reicht noch nicht. Auch auf unbestellten Ackerflächen sollte Wirtschaftsdünger verpflichtend bodennah ausgebracht werden.</p><h3>Precision Farming und Precision Feeding nutzen</h3><p>Moderne Landtechnik und Sensortechnologien verbunden mit Datenmanagementsystemen, KI und Modellierungen machen es möglich, lokale Gegebenheiten, auch innerhalb eines Feldes, bei der Düngung zu berücksichtigen. Mit „Precision Farming” lassen sich so gezielt die Teilflächen düngen, für die dies nachhaltig sinnvoll und nutzenbringend ist. Analog zu Precision Farming biete sich auch Precision Feeding an, also stickstoffminimierte und bedarfsgerechte Tierfütterung.</p><h3>Weniger Fleisch essen, weniger Lebensmittel wegwerfen</h3><p>Verhaltensänderungen bei Konsumenten und Händlern ist ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt. Thomas Scholten: „Wenn wir weniger Lebensmittel wegwerfen, müssen wir weniger Lebensmittel produzieren, was wiederum die Umwelt schont. Auf Industrieebene kann das zum Beispiel durch angepasste Handelsnormen angestoßen werden.“ Darüber hinaus sollten Konsumentinnen und Konsumenten dazu animiert werden, sich gesund und umweltfreundlich zu ernähren – also zum Beispiel weniger Fleisch zu essen und stärker auf die nachhaltige Erzeugung und Herkunft zu achten. Der Staat könne mit gutem Beispiel vorangehen, indem er Beschaffungsvorgaben staatlicher Stellen für Lebensmittel oder Catering anpasst, sodass mehr Biolebensmittel und weniger tierische Produkte auf den Kantinenteller kommen.<br> „Solche Maßnahmen wirken über alle Teile der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette zurück und leisten somit mittelbar einen Beitrag zur nachhaltigen Stickstoffnutzung in der Agrarwirtschaft“, sagt Scholten.&nbsp;</p><p>Transparenz über den ökologischen Fußabdruck landwirtschaftlicher Produkte erfordert der acatech Position zufolge eine nachvollziehbare und vertrauenswürdige Kennzeichnung. Ein Vertrauenslabel sollte demnach Stickstoffeinträge und andere bedeutende Umwelteffekte wie den CO2-Fußabdruck und den Wasserverbrauch umfassen. Dafür müsse eine entsprechende Datenbank geschaffen und fortlaufend weiterentwickelt werden. Eine staatlich vorgegebene Kennzeichnung gewährleiste Einheitlichkeit und Vertrauen von Konsumentenseite.</p><p class="align-right"><em>Nach einer Pressemitteilung der acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften</em></p><p><br><strong>Publikation:</strong>&nbsp;<a href="https://www.acatech.de/publikation/nachhaltige-stickstoffnutzung-in-der-%20agrarwirtschaft/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.acatech.de/publikation/nachhaltige-stickstoffnutzung-in-der- agrarwirtschaft/</a>&nbsp;</p><p><strong>Projekt „Wege in eine nachhaltige Stickstoffwirtschaft“: </strong><a href="https://www.acatech.de/projekt/wege-in-" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.acatech.de/projekt/wege-in- eine-nachhaltige-stickstoffwirtschaft/</a></p><p><strong>Über acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften</strong><br> acatech berät Politik und Gesellschaft, unterstützt die innovationspolitische Willensbildung und vertritt die Technikwissenschaften international. Ihren von Bund und Ländern erteilten Beratungsauftrag erfüllt die Akademie unabhängig, wissenschaftsbasiert und gemeinwohlorientiert. acatech verdeutlicht Chancen und Risiken technologischer Entwicklungen und setzt sich dafür ein, dass aus Ideen Innovationen und aus Innovationen Wohlstand, Wohlfahrt und Lebensqualität erwachsen. acatech bringt Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Die Mitglieder der Akademie sind herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Ingenieur- und den Naturwissenschaften, der Medizin sowie aus den Geistes- und Sozialwissenschaften. Die Senatorinnen und Senatoren sind Persönlichkeiten aus technologieorientierten Unternehmen und Vereinigungen sowie den großen Wissenschaftsorganisationen. Neben dem acatech FORUM in München als Hauptsitz unterhält acatech Büros in Berlin und Brüssel.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-88819</guid><pubDate>Tue, 17 Jan 2023 11:28:33 +0100</pubDate><title>Wie Darmbakterien das Immunsystem austricksen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/wie-darmbakterien-das-immunsystem-austricksen/</link><description>Neue Erkenntnisse darüber, wie harmlose Darmbakterien eine Immunreaktion vermeiden</description><content:encoded><![CDATA[<p>Forschende des Max-Planck-Instituts für Biologie Tübingen beantworten die seit langem offene Frage, wie gutartige Darmbakterien vom Immunsystem toleriert werden. Damit verändern sie das bisherige Verständnis der Interaktion von Immunrezeptoren mit Flagellin, dem Protein der bakteriellen Geißel. Das Forschungsteam, bei dem auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschafter der Universität Tübingen beteiligt waren, identifizierte eine neue Flagellin-Variante in menschlichen Darmbakterien. Sie bindet an den Immunrezeptor „<span lang="en" dir="ltr">Toll-like</span> Rezeptor 5“, ohne eine anschließende Entzündungsreaktion auszulösen und wurde daher als „stummes Flagellin“ (engl. <span lang="en" dir="ltr">silent flagellin</span>) benannt. Der neu entdeckte Mechanismus ermöglicht dem Immunsystem gutartige Mikroben zu tolerieren und gleichzeitig gegenüber Krankheitserregern sensibel zu bleiben. Die Studie erschien in der renommierten Fachzeitschrift <span lang="en" dir="ltr"><em>Science Immunology</em></span>.</p><p>Der menschliche Darm ist der Lebensraum von gutartigen, nützlichen und manchmal auch schädlichen Bakterien. Um Krankheitserreger bekämpfen zu können, muss das Immunsystem zunächst die Anwesenheit mikrobieller Produkte über verschiedene Rezeptoren erkennen. Einer dieser Rezeptoren ist der <span lang="en" dir="ltr">Toll-like</span>-Rezeptor 5 (TLR5), welcher Flagellin bindet. Flagellin ist das Protein, aus dem die bakterielle Geißel besteht, mit der sich Bakterien fortbewegen können. Bindet TLR5 an Flagellin, löst es eine entzündungsfördernde Immunreaktion aus. Allerdings sind Krankheitserreger nicht die einzigen Darmbewohner, die Flagellin produzieren; harmlose, auch kommensale Bakterien genannt, und nützliche Bakterien besitzen es ebenso. Daher stellt sich die Frage, wie kommensale Bakterien eine durch Rezeptorbindung ausgelöste Immunreaktion verhindern können. Manche nützliche Darmbakterien können eine Immunreaktion umgehen, indem sie ein Flagellin produzieren, welches nicht mehr an den Rezeptor binden kann. Vorhergehende Studien zeigten jedoch auch, dass von Kommensalen hergestelltes Flagellin intakte Bindestellen aufweisen kann und an den Rezeptor bindet, aber nur ein schwaches Immunsignal auslöst.</p><p>Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Forschenden des Max-Planck-Instituts für Biologie Tübingen hat dafür nun eine Erklärung. Die Forschenden untersuchten 116 verschiedene Flagelline auf TLR5-Aktivierung und -Bindung und stellten dabei fest, dass etwa die Hälfte nicht mit bisher beschriebenen Flagellinen vergleichbar war. Diese Flagelline zeigten eine starke Bindung an TLR5, ähnlich wie Flagelline von Krankheitserregern, lösten aber keine Entzündungsreaktion aus. Daher bezeichneten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diese neue Flagellin-Variante als "stummes Flagellin". Bisher war man davon ausgegangen, dass die Bindung von Flagellinen an TLR5 für die Aktivierung der Entzündungsreaktion ausreicht. Die Entdeckung, dass kommensale Bakterien TLR5-bindende Flagelline produzieren, ohne eine Immunreaktion auszulösen, stellt das bisherige Verständnis der TLR5-Aktivierung in Frage.</p><p>"Wir wissen jetzt, dass bakterielles Flagellin auf mindestens drei verschiedene Arten mit TLR5 interagieren kann: es kann binden und eine Immunreaktion auslösen, binden aber keine Immunreaktion auslösen, oder aber die Immunreaktion vermeiden, indem sie nicht binden", erklärt Ruth Ley, Leiterin der Studie und Direktorin der Abteilung für Mikrobiomforschung am Max-Planck-Institut für Biologie sowie und stellvertretende Sprecherin des Exzellenzclusters CMFI der Universität Tübingen. "Es ist bemerkenswert, wie regulierbar die Reaktion des TLR5-Rezeptors ist", fügt Ley hinzu.</p><p>Weiterführende metagenomische Analysen zeigten, dass stumme Flagelline im menschlichen Darm sehr häufig vorkommen und daher „eine wesentliche, bisher nicht beachtete, aber physiologisch relevante Population von TLR5-Bindungsproteinen darstellen", so Sara Clasen, Erstautorin der Studie. TLR5 ist an vielen darmassoziierten Krankheiten beteiligt, spielt aber auch bei anderen Erkrankungen wie Krebs oder Neuropathie eine Rolle. Die Ergebnisse geben tiefere Einblicke in den Mechanismus der TLR5-Aktivierung und könnten daher zu einem besseren Verständnis von TLR5-abhängigen Krankheiten beitragen.</p><p>Die Studie wurde durchgeführt von Forschenden des Max-Planck-Instituts für Biologie und des Friedrich-Miescher-Laboratorium in Tübingen, des Gregor Mendel Instituts in Wien, des Center for Inflammation, Immunity and Infection der Georgia State University in Atlanta, USA und der Universität Tübingen.</p><p class="align-right"><em>Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Biologie Tübingen</em></p><h3>Originalveröffentlichung</h3><p>Sara J. Clasen, Michael E. W. Bell, Andrea Borbón, Du-Hwa Lee, Zachariah M. Henseler, Jacobo de la Cuesta-Zuluaga, Katarzyna Parys, Jun Zou, Yanling Wang, Veronika Altmannova, Nicholas D. Youngblut, John R. Weir, Andrew T. Gewirtz, Youssef Belkhadir, Ruth E. Ley (2023): <span lang="en" dir="ltr">Silent recognition of flagellins from human gut commensal bacteria by Toll-like receptor 5. <em>Science Immunology</em></span>, <a href="https://www.science.org/doi/10.1126/sciimmunol.abq7001" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.science.org/doi/10.1126/sciimmunol.abq7001</a></p><h3>Weitere Informationen</h3><p><a href="https://www.cmfi.uni-tuebingen.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Webseite des Exzellenzclusters CMFI</a></p><p><a href="https://leylab.com/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Webseite von Professorin Ruth Ley</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-87991</guid><pubDate>Thu, 15 Dec 2022 11:11:48 +0100</pubDate><title>Wie kann die Aufgabenqualität im digital gestützten Schulunterricht gesteigert werden?</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/wie-kann-die-aufgabenqualitaet-im-digital-gestuetzten-schulunterricht-gesteigert-werden/</link><description>Neues Forschungs- und Nachwuchskolleg AQUA-d mit Tübinger Beteiligung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Pädagogische Hochschule Karlsruhe (PHKA) und die <strong>Tübingen School of Education</strong> der Universität Tübingen haben den Zuschlag für das neue, vom baden-württembergischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst ausgeschriebene Forschungs- und Nachwuchskolleg zum Leitthema „Digitalisierung: Bildung - Professionalität - Unterricht“ erhalten. Erfolgreich waren die beiden lehrerbildenden Einrichtungen mit ihrem gemeinsamen Antrag <strong>„Aufgabenqualität im digital gestützten Unterricht“ (AQUA-d)</strong>. Beide Institutionen haben Forschungsschwerpunkte in den Bereichen „Digitale Bildung“ und „Digitalisierung in der Lehrerbildung“. Das neue Forschungs- und Nachwuchskolleg AQUA-d geht Anfang August 2023 an den Start. Im Zentrum steht die Frage, wie die Qualität von Aufgaben im Schulunterricht gesteigert werden kann. Denn digitale Technologien bieten nicht zuletzt für Lern- und Leistungsaufgaben enorme Potenziale. Das Fördervolumen für das neue Kolleg beträgt rund 4,8 Millionen Euro für maximal sechs Jahre.&nbsp;</p><h3>Olschowski: Lehrkräfteausbildung zukunftsfähig aufstellen</h3><p>„Digitale Technologien mit dem analogen Geschehen im Unterricht gewinnbringend zu verbinden, ist eine unserer Zukunftsaufgaben. Die im Kolleg gewonnenen Erkenntnisse werden in die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften einfließen und dazu beitragen, die Lehrkräfteausbildung zukunftsfähig aufzustellen. Digitale Kompetenzen werden das Lernen in den Hochschulen und Schulen effizienter gestalten“, sagte Wissenschaftsministerin Petra Olschowski.</p><h3>Digital gestützten Unterricht an Schulen verbessern</h3><p>In AQUA-d aufgegriffen, wissenschaftlich aufgearbeitet und vertieft werden aktuelle Themen aus den Bildungswissenschaften, der allgemeinen und fachdidaktischen Lehr-Lernforschung sowie der Professionalisierungsforschung. In insgesamt zehn Teilprojekten untersucht das neue Forschungs- und Nachwuchskolleg unter anderem, wie multimediale Inhalte die Schreibkompetenz von Kindern fördern, wie Augmented Reality Apps den Geometrieunterricht lebensnaher machen oder wie Lehrkräfte mit Aufgabendashboards besser den Überblick über das Lerngeschehen behalten. Darüber hinaus erforschen PHKA und Tübingen School of Education, was Lehrkräfte brauchen, um solche Innovationen umzusetzen. Ziel ist es, den digital gestützten Unterricht an Schulen zu verbessern.</p><p>„Von unseren Forschungsergebnissen wird die Lehrkräfteausbildung in Baden-Württemberg sowohl an den Hochschulen als auch an den staatlichen Seminaren profitieren“, freut sich Samuel Merk über den Zuschlag für Karlsruhe und Tübingen. Der Juniorprofessor für Empirische Unterrichts- und Schulforschung an der PHKA ist Sprecher von AQUA-d.&nbsp;</p><h3>Nachwuchsforschende qualifizieren</h3><p>Im Rahmen des FuN-Kollegs werden bis zu acht Lehrkräfte aus Grund-, Gemeinschafts- und Realschulen sowie Gymnasiallehrkräfte und Lehrkräfte beruflicher Schulen zum Zweck der Promotion oder Habilitation befristet für bis zu drei Jahre an die Pädagogische Hochschule Karlsruhe abgeordnet. Außerdem stehen unter anderem Mittel für eine Juniorprofessur sowie drei Stipendien im Rahmen der Landesgraduiertenförderung zur Verfügung. So trägt das Kolleg als Instrument der Nachwuchsförderung dazu bei, schulpraktisch ausgewiesene Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zu qualifizieren. Außerdem stärkt AQUA-d das hochschulartenübergreifende Zusammenwachsen der Lehrerbildung in Baden-Württemberg.</p><p>Um den Zuschlag für AQUA-d bewerben konnten sich die Pädagogischen Hochschulen Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Ludwigsburg, Schwäbisch Gmünd und Weingarten – auch gemeinsam mit Universitäten des Landes. Möglich waren Verbundvorhaben von mindestens zwei Pädagogischen Hochschulen oder mindestens einer Pädagogischen Hochschule und einer Universität.</p><ul><li>Weitere Infos sind zu finden auf der <a href="https://ph-ka.de/aqua-d" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Homepage von AQUA-d</a>.</li></ul><p class="align-right">Pressemitteilung der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-87910</guid><pubDate>Tue, 13 Dec 2022 14:09:19 +0100</pubDate><title>Wie Schlaf unser Gedächtnis beeinflusst</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/wie-schlaf-unser-gedaechtnis-beeinflusst/</link><description>Neue Forschungsgruppe eingeworben</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die „schlaflosen Nächte“ während der Antragsphase haben sich ausgezahlt: Professor Dr. Jan Born, Leiter des Instituts für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie, und sein Team dürfen sich über eine millionenschwere Förderung zur Schaffung der Forschungsgruppe „Abstraktion von Information im Schlaf“ seitens der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) freuen. Im Mittelpunkt ihrer Forschung: Die Ergründung der kognitiven Funktion des Schlafes, also der Gedächtnisbildung und daraus letztendlich abzuleiten, wie wir unseren Schlaf und seine Funktionen verbessern können.</p><p>Schlaf hat bekanntlich viele positive Auswirkungen auf unseren Körper, etwa auf unseren Stoffwechsel, unsere physische sowie psychische Gesundheit. Obwohl wir die Schlafphase nicht aktiv mitbekommen, ist der Schlaf alles andere als ein Leerlaufzustand. Vielmehr verarbeiten wir weiterhin Informationen, die wir während der Wachphase aufgenommen haben. Wir nehmen viel mehr Informationen auf, als wir überhaupt verarbeiten, geschweige denn speichern können. Im jetzigen Digitalzeitalter hat diese Flut an Informationen nochmal drastisch zugenommen. Prof. Born und seine Forschungsgruppe gehen davon aus, dass der „Offline“-Modus des Schlafes dazu dient, diese Informationslast durch Abstraktion auf bestimmte Kerninhalte zu reduzieren. Die Hauptziele der geplanten Forschungsgruppe bestehen darin, zu charakterisieren, welche Informationen im Langzeitgedächtnis gespeichert und wie sie während des Schlafs abstrahiert werden.</p><p>Das daraus gewonnene Verständnis für die Gedächtnisfunktion des Schlafes soll letztendlich den Weg dafür ebnen, um durch entsprechende auf den Schlaf bezogene Eingriffe Gedächtnisprozesse im Rahmen von Erkrankungen wie Alzheimer oder bei der Aufnahme von Wissen zu verbessern.</p><p>Die Forschungsgruppe um Sprecher Professor Dr. Jan Born wird am Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie angesiedelt sein mit engen Verbindungen zum Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN), dem Hertie-Institut für Klinische Hirnforschung und zur Kinder- und Jugendpsychiatrie.&nbsp;</p><p class="align-right"><em>Steven Pohl, Medizinische Fakultät</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-87555</guid><pubDate>Thu, 01 Dec 2022 12:14:54 +0100</pubDate><title>Harald Groß erhält PHOENIX Pharmazie Wissenschaftspreis </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/harald-gross-erhaelt-phoenix-pharmazie-wissenschaftspreis/</link><description>Auszeichnung für Forschung zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Harald Groß, Professor am Pharmazeutischen Institut der Universität Tübingen und Mitglied des Exzellenzclusters CMFI, hat den mit 10.000 Euro dotierten PHOENIX Pharmazie Wissenschaftspreis in der Kategorie Pharmazeutische Biologie erhalten. Der Preis ist mit 40.000 Euro dotiert und fördert in insgesamt vier Kategorien innovative Projekte aus dem pharmazeutischen Bereich. Neben Groß wurden drei weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für ihre herausragenden Arbeiten ausgezeichnet.</p><p>Gemeinsam mit seinem Forschungsteam hat Harald Groß eine Strategie entwickelt, mit deren Hilfe die Produktion Naturstoffs Brasilicardin A im Grammbereich möglich wird. Brasilicardin A könnte zukünftig als Arzneimittelwirkstoff zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen zum Einsatz kommen.&nbsp;Unter Autoimmunerkrankungen versteht man verschiedene Krankheiten, wie z.B. Multiple Sklerose, bei denen sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper richtet. Patienten nehmen dann sogenannte Immunsuppressiva, die das Immunsystem unterdrücken.&nbsp;Da solche Medikamente jedoch oft ernste Nebenwirkungen haben, setzte sich Harald Groß zum Ziel den harmloseren Naturstoff Brasilicardin A zu erforschen. Mit seinem Forscherteam entwickelte Professor Groß eine neue Methode mit der sich der natürliche Wirkstoff viel schneller, in größerer Menge und billiger produzieren lässt.</p><p>Der PHOENIX Pharmazie Wissenschaftspreis wurde 1996 durch den Gesundheitsdienstleister PHOENIX group ins Leben gerufen. Anlässlich des 25. Jubiläums des Preises&nbsp;stellte PHOENIX in diesem Jahr jedem Preisträger zusätzlich 2.500 Euro für eine wohltätige Spende an ein Projekt der Wahl zur Verfügung. Harald Groß lässt seinen Anteil dem Förderverein für krebskranke Kinder Tübingen e.V. zukommen.</p><p class="align-right"><em>Nach einer Pressemitteilung der PHOENIX group</em></p><h3>Weitere Informationen:</h3><p><a href="https://vimeo.com/776514881" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Video zur Arbeit des Preisträgers Harald Groß</a></p><h4>Die ausgezeichnete Publikation:</h4><p>Genetic Engineering in Combination with Semi-Synthesis Leads to a New Route for Gram-Scale Production of the Immunosuppressive Natural Product Brasilicardin A. Veröffentlicht in: <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33768597/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Angewandte Chemie Int. Ed. 60, 13536 (2021)</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-87534</guid><pubDate>Thu, 01 Dec 2022 11:32:17 +0100</pubDate><title>Sustainable research data management for the humanities</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/sustainable-research-data-management-for-the-humanities/</link><description>The Digital Humanities Center at the University of Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Since 2022, the former eScience Center of the University of Tübingen, founded in 2013, has been called the <a href="/forschung/forschungsinfrastruktur/digital-humanities-center/">Digital Humanities Center</a>. As one of the University’s core facilities, it offers support to research projects in the humanities and social sciences with data management, archiving and publication of digital data. The Center is thus the first point of contact for many doctoral students or research group leaders when they are applying for project funding and need to specify how the digital data they generate will be handled. The Digital Humanities Center is funded in part by the German government’s Excellence Strategy. Currently, the team consists of seven permanent employees and several assistants.</p><p>"When you submit a German Research Foundation proposal, there is now a mandatory subsection on handling research data. How is it recorded? How is it stored? How does the research team work with it? What happens to this data after the project?" explains Dr. Michael Derntl, head of the Digital Humanities Center. In this way, the German Research Foundation aims to ensure the accessibility of the research data generated long after the project has been completed. When archived by the Digital Humanities Center, the data is stored for at least ten years and assigned a Digital Object Identifier (DOI) so that it can be found and cited by other researchers via repository networks.&nbsp;</p><p>Michael Derntl holds a PhD in business informatics and joined the eScience Center, as it then was, at the University of Tübingen in 2015. He initially developed databases and software applications until he took over as director in 2022. In summer 2022 came the name change to Digital Humanities Center. "Now it is clearer that we are primarily a service institution for the humanities and social sciences," says Derntl.</p><h3>Archiving images, videos, measurement data and text documents</h3><p>"For example, a data package archived with us may consist of thousands of images of an Egyptian temple. The photos were taken on location over years during the excavation work. Basically, every millimeter is photographed several times, also because the terrain is inevitably destroyed during an excavation," Michael Derntl explains. However, data packages may also consist of videos with interviews, of measurement data, or of text documents with studies on 17th century literature.&nbsp;</p><p>"An important question is also always whether the data are not only worthy of archiving in terms of content, but whether they are technically archivable. Often the data were generated using a specific program. But they must be preserved in such a way that they can still be used in ten years' time, regardless of the software originally used," says Derntl.</p><h3>Equipment park for manifold research projects</h3><p>As a core facility, the Digital Humanities Center operates a fleet of equipment including drones, various surveying devices, 3-D scanners, high-quality digital cameras and lenses, as well as computer workstations on which licenses for special software are installed. The full range of services offered by the Digital Humanities Center is used primarily by the archaeological disciplines, with which the Center has long-standing collaborations. They deal with projects that make full use of all services, from the use of the equipment, to the research environments for capturing the data, to archiving.</p><p>"We are the point of contact for all research projects in the humanities or social sciences in which digital data are generated. This can also be the case in linguistics, for example. For example, when medieval texts are examined for specific persons or names," says Michael Derntl, summarizing the services of the Digital Humanities Center. In a collaboration with Islamic Studies, a research team looked at the census data of the Ottoman Empire from 1905, which had to be digitally recorded. The data made it possible to map social structures, such as which occupational groups lived in which parts of a city.</p><h3>Master’s "Digital Humanities" profile for 14 Master’s programs in the humanities</h3><p>"In teaching, with the support of the Baden-Württemberg Ministry of Science, Research and the Arts, we offer the Master's profile "Digital Humanities", which is aimed at students from 14 participating Master's programs in the humanities, such as Egyptology, History and German Literature," explains Derntl. Students can use the profile to specialize in digital research work within their degree program. &nbsp;</p><p>Also cooperating with the Digital Humanities Center is the Dr. Eberle Center for Digital Competences, which is primarily aimed at students for whom digital methods are not explicitly part of the course of study. "Even if you later work in a museum, today you need to be able to handle digital media and digital data processing. This includes, for example, learning how to behave ethically on the Web." Around 500 students take advantage of the courses offered by the Dr. Eberle Center each semester.</p><p class="align-right">Johannes Baral<br> &nbsp;</p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-87516</guid><pubDate>Thu, 01 Dec 2022 09:16:06 +0100</pubDate><title>Künstliche Intelligenz verbessert Vorhersage, was bei einer Planetenkollision passiert</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/kuenstliche-intelligenz-verbessert-vorhersage-was-bei-einer-planetenkollision-passiert/</link><description>Astrophysiker und Computerwissenschaftler der Universitäten Tübingen, Linz und Wien entwickeln ein künstliches neuronales Netzwerk, das schnelle Näherungen für rechenintensive Simulationen liefert</description><content:encoded><![CDATA[<p>In den Spätphasen der Planetenentstehung kommt es von Zeit zu Zeit zu gewaltigen Kollisionen zwischen großen, planeten-ähnlichen Körpern. Solche Zusammenstöße haben einen immensen Einfluss auf die weitere Entwicklung der beiden Körper: Ihre Größe und Zusammensetzung werden stark verändert, und sogar die dynamische Entwicklung innerhalb ihres Sternsystems kann beeinflusst werden. Außerdem entstehen zahlreiche Fragmente, aus denen sich komplette neue Welten wie Monde oder Asteroiden bilden können. Die Entschlüsselung und Modellierung dieser gigantischen Kollisionen ist ein wichtiges Puzzlestück für ein besseres Verständnis der Entstehung von Planetensystemen allgemein.</p><p>Astrophysiker und Forscher für maschinelles Lernen von der Universität Tübingen, der Johannes-Kepler-Universität Linz und der Universität Wien haben eine ausgeklügelte Methode der künstlichen Intelligenz (KI) entwickelt, um den Ausgang solcher planetarer Kollisionen effizienter und genauer als je zuvor vorherzusagen. Ihre Methode verbessert bestehende Ansätze, indem Fachwissen über Kollisionsprozesse in ihr KI-Modell einbezogen wird. Philip Winter vom Institut für Astronomie und Astrophysik der Universität Tübingen, der Hauptautor der Studie, erläutert die Bedeutung der Arbeit: „Die Weiterentwicklung von Methoden des maschinellen Lernens kann zur effizienten Auswertung von planetaren Kollisionen beitragen. Allgemein lernen wir mehr darüber, wie Planeten entstehen und wie sie sich im Laufe der Zeit verändern.“ Die Arbeit wurde kürzlich in der Fachzeitschrift Monthly Notices of the Royal Astronomical Society veröffentlicht.</p><h3>Verkürzte Berechnungszeiten</h3><p>Klassisch werden Planetenkollisionen mit Hilfe von hydrodynamischen Simulationen nachgebildet. „Diese Simulationen sind in der Regel sehr rechenintensiv und nehmen viel Zeit in Anspruch“, erklärt Dr. Christoph Schäfer, Winters Tübinger Kollege und Mitautor. Winter und seine Kollegen lösten dieses Problem, indem sie Modelle für maschinelles Lernen entwickelten, die sehr schnell Näherungen der rechenintensiven Simulationen liefern können. „Diese Modelle des maschinellen Lernens sind derzeit nicht so genau wie hydrodynamische Simulationen, aber etwa 10.000 Mal schneller. Die Nutzung dieser schnellen Näherungen eröffnet neue Möglichkeiten für die Untersuchung von planetaren Kollisionen“, sagt Winter. So könnten beispielsweise Tausende von Kollisionen in groß angelegten Studien zur Planetenentstehung und -entwicklung verarbeitet werden, was die Berechnungszeiten erheblich verkürze und doch plausible Vorhersagen ermögliche.</p><p>Maschinelles Lernen werde für die astrophysikalische Forschung immer relevanter, beispielsweise indem es rechenintensive Komponenten bestehender Simulationsalgorithmen ersetzt, sagt Schäfer. „Außerdem kann maschinelles Lernen dabei helfen, plausible Erklärungen für bestimmte Szenarien, wie etwa die Entstehung des Erdmondes, zu finden“, setzt Winter hinzu. Vielleicht könne man eines Tages mithilfe intelligenter Algorithmen sogar erklären, aus welchen Ecken des Sonnensystems das Wasser auf der Erde stammt, und so zum Verständnis der Entstehung von Leben auf terrestrischen Planeten beitragen.</p><p class="align-right">Philip Winter/JE, Hochschulkommunikation</p><h3>Publikation:</h3><p>Philip M. Winter, Christoph Burger, Sebastian Lehner, Johannes Kofler, Thomas I. Maindl, Christoph M. Schäfer: Residual neural networks for the prediction of planetary collision outcomes. Monthly Notices of the Royal Astronomical Society, <a href="https://doi.org/10.1093/mnras/stac2933" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1093/mnras/stac2933</a></p><h3>Kontakt:</h3><p>Dr. Christoph Schäfer<br> Universität Tübingen<br> Institut für Astronomie und Astrophysik<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,ej0uejcghgtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">ch.schaefer<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-87315</guid><pubDate>Fri, 25 Nov 2022 14:42:41 +0100</pubDate><title>Neue Sonderforschungsbereiche in der Mathematik und zur Wechselwirkung zwischen Pflanzen und Mikroben</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neue-sonderforschungsbereiche-in-der-mathematik-und-zur-wechselwirkung-zwischen-pflanzen-und-mikroben/</link><description>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert die Untersuchung von Vielteilchen-Quantensystemen und der Pflanzengesundheit</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft richtet zwei neue Sonderforschungsbereiche Transregio (SFB/TRR) ein, an denen die Universität Tübingen beteiligt ist. Im Rahmen des neuen SFB/TRR 352 erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die mathematischen Grundlagen und Gesetzmäßigkeiten von Vielteilchen-Quantensystemen. Sprecher des Verbunds ist Professor Christian Hainzl vom Mathematischen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München, Co-Sprecher ist <strong>Professor Stefan Teufel aus dem Fachbereich Mathematik der Universität Tübingen</strong>.&nbsp;</p><p>Im SFB/TRR 356 untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler molekulare Mechanismen, die nützliche und schädliche Pflanzen-Mikroben-Interaktionen beeinflussen. Sprecher des Verbunds ist Professor Martin Parniske, der Leiter des Lehrstuhls für Genetik am Biozentrum der Ludwig-Maximilians-Universität München. Co-Sprecherin ist <strong>Professorin Rosa Lozano-Durán vom Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen (ZMBP) der Universität Tübingen</strong>. Weitere Tübinger Sprecher sind ihre Kollegen am ZMBP, Professor Eric Kemen und Professor Thorsten Nürnberger.&nbsp;</p><p>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat die Förderung von insgesamt 13 neuen Sonderforschungsbereichen ab dem 1. Januar für zunächst für vier Jahre beschlossen und stellt dafür insgesamt 166 Millionen Euro bereit.</p><h3>Die Mathematik von Vielteilchen-Quantensystemen</h3><p>Im neuen SFB/TRR 352 „Mathematics of Many-Body Quantum Systems and Their Collective Phenomena“ – Mathematik der Vielteilchen-Quantensysteme und ihrer kollektiven Phänomene – konzentrieren sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf die mathematische Analyse von Modellen aus der Physik der kondensierten Materie, in der das kollektive Verhalten wechselwirkender Bestandteile wie Teilchen oder Spins zu vielfältigen, makroskopisch beobachtbaren Phänomenen führt. Diese sind auch technologisch relevant.</p><p>Zwar sind die mathematischen Gleichungen der Quantenmodelle auf mikroskopischer Ebene gut verstanden, doch stößt deren mathematische Analyse auf makroskopischer Ebene immer noch an ihre Grenzen, also dort, wo es um kollektive Phänomene wie Magnetismus oder Supraleitung geht. Der Forschungsverbund will im Kontext dieser Phänomene nun wichtige Korrelationen in den jeweiligen Festkörpersystemen besser verstehen, damit numerische Algorithmen verbessern und diese so handhabbarer machen.</p><p>Die SFB-Teams untersuchen in zahlreichen Teilprojekten verschiedene Arten von Korrelationen und Verschränkungen in Vielteilchen-Quantensystemen aus unterschiedlichen Perspektiven. Außer der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Tübingen ist an dem Verbund auch die Technische Universität München beteiligt sowie als externes Mitglied das Institute of Science and Technology Austria (Klosterneuburg) und als assoziierte Mitglieder die Universitäten Kopenhagen und Zürich.</p><h3>Molekulare Mechanismen von Pflanzen-Mikroben-Interaktionen</h3><p>Die landwirtschaftliche Pflanzenproduktion bildet die Grundlage der menschlichen Ernährung und Kultur. Sie hängt entscheidend von der Gesundheit der Pflanzen ab. Infektionen von Pflanzen durch Mikroorganismen spielen dabei eine doppelgesichtige Rolle: Während manche Infektionen zu einer Symbiose von Pflanze und Mikroorganismus führen, in der die Pflanze zum Beispiel von einer verbesserten Nährstoffzufuhr profitiert, können Infektionen mit krankheitserregenden Mikroorganismen Pflanzen schädigen oder sogar töten. Aus menschlicher Sicht fördern Infektionen durch Mikroorganismen also hohe Erträge – oder bedeuten einen kompletten Ernteausfall mit dramatischen wirtschaftlichen Konsequenzen.</p><p>Im neuen SFB-Transregio (SFB/TRR 356) „Genetic diversity shaping biotic interactions of plants (PlantMicrobe)“ – Einfluss der genetischen Vielfalt auf die biotischen Wechselwirkungen von Pflanzen – soll die Pflanzengesundheit mithilfe neu zu erschließender genetischer Ressourcen, Verfahren und Werkzeuge langfristig verbessert werden. Die Forschungsstrategie sieht einen neuen Ansatz vor, bei dem die natürliche genetische Variation der Organismen als Quelle für nützliche Entdeckungen und zur Aufklärung der molekularen Mechanismen hinter der Infektionskontrolle der Pflanzen dienen soll. Am Kontaktbereich – oder der Schnittstelle – zwischen Wirtspflanzen und den sie infizierenden Mikroben läuft eine kontinuierliche molekulare Kommunikation. Diese Kommunikation führt über mehrere Generationen hinweg zur Entwicklung neuer Infektions- und Verteidigungsstrategien. Die Mitspieler, die die Folgen des Aufeinandertreffens bestimmen, umfassen unter anderem chemische Signale, Nährstoffflüsse, regulierende Makromoleküle und Gifte. Aus dem Zusammenspiel ergeben sich schnelle evolutionäre Veränderungen und eine große genetische Vielfalt aller an einer Pflanzeninfektion beteiligten Partner.</p><p>Diese genetische Vielfalt wollen die Forscherinnen und Forscher im SFB-Transregio als wertvolle Quelle nutzen, um Gene mit ihren Varianten zu erkunden, die zur Verbesserung von Symbiosen oder einer gezielten Abwehr von Krankheitserregern eingesetzt werden können. Dabei geht es sowohl um die genetische Vielfalt der Wirtspflanzen als auch die der pflanzeninfizierenden Mikroben. Mit den sogenannten Omics-Technologien, mithilfe derer in Hochdurchsatzverfahren jeweils die Gesamtheit von Genen, Proteinen, Stoffwechselprodukten einer Zelle oder eines Organismus analysiert werden können, wollen die Forscherinnen und Forscher das Potenzial der Erfindungen der Natur voll erschließen.</p><p>Neben der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Tübingen ist auch die Technische Universität München an dem SFB-Transregio beteiligt sowie einzelne Arbeitsgruppen aus dem Helmholtz Zentrum Neuherberg, den Max-Planck-Instituten für Biologie (Tübingen) und für Molekulare Pflanzenphysiologie (Potsdam-Golm) sowie dem Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie in Halle.</p><p class="align-right">Nach Mitteilung der Ludwig-Maximilians-Universität München/JE, Hochschulkommunikation</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-87288</guid><pubDate>Fri, 25 Nov 2022 11:21:41 +0100</pubDate><title>Studentischer Essay-Wettbewerb des Tübinger Forums für Wissenschaftskulturen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/studentischer-essay-wettbewerb-des-tuebinger-forums-fuer-wissenschaftskulturen/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Essay-Wettbewerb des Tübinger Forums für Wissenschaftskulturen (TFW) ist entschieden: Die Jury hat angesichts der herausragenden Beiträge zum Thema „Einheit des Wissens? Was haben sich die Geistes- und die Naturwissenschaften heute noch zu sagen?“ insgesamt vier Preisträgerinnen und Preisträger gekürt: Bei der Preisverleihung am 24. November auf Schloss Hohentübingen vergab die Jury zwei erste und zwei zweite Plätze.&nbsp;</p><p>Den ersten Platz teilen sich die Biologie-Studentin Malin Recknagel und der Student der Rechtswissenschaft Maximilian Köhler. Auf Platz zwei landeten Katharina Holzhey, Studentin der Psychologie, zusammen mit Jens Mößner, Doktorand am Interfakultären Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin (IMIT).</p><p>Die beiden Studierenden auf Platz 1 erhielten jeweils ein Preisgeld von 900 Euro, für den 2. Platz gab es je 600 Euro.</p><p class="align-right">Michael Herrmann</p><div class="table-rwd"><div class="table-rwd__overflow"><table class="ut-table--color-primary-3 ut-table--striped"><tbody><tr><td><p><strong>Die vier Essays zum Download:</strong></p><ul><li><a href="https://uni-tuebingen.de/securedl/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE3NzkzMzA1MDUsImV4cCI6MTc3OTQyMDUwNSwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW4vVW5pX1R1ZWJpbmdlbi9BbGxnZW1laW4vQmlsZGVyL2F0dGVtcHRvX29ubGluZS9Gb3J1bS8yMDIyLzIyXzExXzI0X0Vzc2F5X01hbGluX1JlY2tuYWdlbC5wZGYiLCJwYWdlIjo2MTcxNH0.yOVp9Ds87LjjUGn5Bn3HC-CIqE4JQbLpwj5IXyJNHVE/22_11_24_Essay_Malin_Recknagel.pdf" class="download">Malin Recknagel</a></li><li><a href="https://uni-tuebingen.de/securedl/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE3NzkzMzA1MDUsImV4cCI6MTc3OTQyMDUwNSwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW4vVW5pX1R1ZWJpbmdlbi9BbGxnZW1laW4vQmlsZGVyL2F0dGVtcHRvX29ubGluZS9Gb3J1bS8yMDIyLzIyXzExXzI0X0Vzc2F5X01heGltaWxpYW5fS1x1MDBmNmhsZXIucGRmIiwicGFnZSI6NjE3MTR9.EJ3zp-MVorhb9XK8wvYy550V1qxi_uJD5YOsonqd-ck/22_11_24_Essay_Maximilian_Köhler.pdf" class="download">Maximilian Köhler</a></li><li><a href="https://uni-tuebingen.de/securedl/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE3NzkzMzA1MDUsImV4cCI6MTc3OTQyMDUwNSwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW4vVW5pX1R1ZWJpbmdlbi9BbGxnZW1laW4vQmlsZGVyL2F0dGVtcHRvX29ubGluZS9Gb3J1bS8yMDIyLzIyXzExXzI0X0Vzc2F5X0thdGhhcmluYV9Ib2x6aGV5LnBkZiIsInBhZ2UiOjYxNzE0fQ.Zz6TqZ7l0B_hHN_2QSU3ksm6wsCT7Jh8kCrAHkq7lAQ/22_11_24_Essay_Katharina_Holzhey.pdf" class="download">Katharina Holzhey </a></li><li><a href="https://uni-tuebingen.de/securedl/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE3NzkzMzA1MDUsImV4cCI6MTc3OTQyMDUwNSwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW4vVW5pX1R1ZWJpbmdlbi9BbGxnZW1laW4vQmlsZGVyL2F0dGVtcHRvX29ubGluZS9Gb3J1bS8yMDIyLzIyXzExXzI0X0Vzc2F5X0plbnNfTVx1MDBmNlx1MDBkZm5lci5wZGYiLCJwYWdlIjo2MTcxNH0.KkOKRjT3XzXsJnGz6xXAhj0z1-uFKKUmkJTFi9OPRhU/22_11_24_Essay_Jens_Mößner.pdf" class="download">Jens Mößner</a></li></ul></td></tr></tbody></table></div></div><p><strong>Mehr Informationen zum Essay-Wettbewerb</strong></p><p><a href="https://uni-tuebingen.de/de/223767" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/de/223767</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Studium</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-87081</guid><pubDate>Tue, 22 Nov 2022 09:17:37 +0100</pubDate><title>ERC Starting Grant für Lisa Maier</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/erc-starting-grant-fuer-lisa-maier/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Für ihr Projekt „gutMAP“ erhält CMFI-Mitglied Lisa Maier einen Starting Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC). Das Projekt zum Einfluss des Darmmikrobioms auf die Wirkung von Psychopharmaka wird über einen Zeitraum von fünf Jahren mit insgesamt rund 1,5 Millionen Euro gefördert. Mit den Starting Grants fördert das ERC herausragende Forschungsprojekte exzellenter Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler.</p><p>Psychische Erkrankungen zählen inzwischen zu den häufigsten Erkrankungen weltweit. In der Therapie kommen oft Psychopharmaka zum Einsatz, doch relativ oft leiden die Patienten zusätzlich unter den Nebenwirkungen, die durch diese Medikamente verursacht werden. Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf die eingenommenen Präparate. So kann es ein, dass die Medikamente nur verzögert oder gar nicht wirken. Die Optimierung der gegenwärtigen Psychopharmakatherapie bleibt somit weiterhin eine große Herausforderung.<br> „Unsere jüngsten Beobachtungen deuten darauf hin, dass das Darmmikrobiom bei interindividuellen Unterschieden im Therapieerfolg von Medikamenten eine Rolle spielen könnte. Manche Arzneimittel verändern die Zusammensetzung des menschlichen Darmmikrobioms. Diese Veränderungen können Teil der Wirkungsweise des Medikaments aber auch Indizien zur Entstehungsweise der Nebenwirkungen sein“, sagt Lisa Maier.</p>]]></content:encoded><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-86871</guid><pubDate>Wed, 16 Nov 2022 15:30:35 +0100</pubDate><title>New Horizon 2020-project on quantum-gravity interplay with participation of Tübingen researchers</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/new-horizon-2020-project-on-quantum-gravity-interplay-with-participation-of-tuebingen-researchers/</link><description>Quantum Control of Gravity with Levitated Mechanics (QuCoM) is funded by the European Innovation Council (EIC)</description><content:encoded><![CDATA[<p>A strong public-private partnership, funded by a 2.3 million euro grant of the European Innovation Council (EIC), has started on October 1, 2022, a 3-year project. The project’s aim is to demonstrate the proof of concept of a levitated acceleration sensor and its ability detecting gravity of small masses and in the quantum-controlled regime. Part of the project is also the Theoretical Quantum Optics research group of Professor Daniel Braun, Institute for Theoretical Physics at University of Tübingen.</p><p>The quantum-gravity interplay is one of the most fascinating open problems in modern physics. It’s known that matter, also in a quantum state, reacts to an external gravitational field as predicted by Newtonian gravity (or its generalization, General Relativity). What‘s still unknown, is what the gravitational field generated by a quantum superposition looks like: is it the superposition of the gravitational fields generated by the different terms of the superposition, as predicted by theories of Quantum Gravity, or something different? The reason for such a lack of experimental knowledge is that gravity is the weakest of all known forces, therefore it requires relatively large masses to be detectable. On the other hand, quantum effects are extremely fragile against external perturbations, and the larger the object, the more difficult it is to isolate it from the environment. The regime where an object is large enough to create an appreciable gravitational field, but still controllable in its quantum behaviour, mut be carefully engineered. This is the goal of QuCoM.</p><p>QuCoM will explore the interplay between quantum mechanics and gravity in a parameter range accessible for cost-effective table-top experiments. It will suspend sub millimetre-sized particles in optical and magnetic traps and use them to detect gravitational forces in an unprecedented mass regime. Also, it will investigate quantum superpositions where such masses are delocalized in space quantum mechanically. The project will address some of the most popular theoretical proposals combining quantum physics and gravity in a nonstandard fashion, assessing their limits of validity and further constraining the values of their parameters.</p><p>The Tübingen subproject together with the subproject at Queens’s University of Belfast, is responsible for the theoretical description of the quantum sensor. It will develop optimal quantum control strategies for the quantum sensor as well as attempt to find theoretical descriptions of the gravitational field of quantum mechanical superpositions.</p><p>QuCoM puts together five leading European research group and two companies with world-leading expertise in low temperature, low noise measurement systems for Earth Observation. The involvement of private partners will drive the European <strong>opportunities for development of market-ready product based on quantum-technological sensing and metrology</strong> according to the ambitions of EIC as part of Horizon Europe program - the European Supporting Programme for Research and Innovation. The QuCoM project is one of only 56 funded proposals out of 868 evaluated by the Commission under the 2021 EIC Pathfinder call.</p><h3>QuCoM Consortium</h3><ul><li>University of Trieste (Italy)&nbsp;</li><li>Universiteit Leiden (The Netherlands)</li><li>Eberhard Karls Universitaet Tübingen (Germany)</li><li>The Queen’s University Belfast (UK)</li><li>University of Southampton (UK)</li><li>Leiden Cryogenics BV (The Netherlands)</li><li>Leiden Spin Imaging BV (The Netherlands)</li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-86421</guid><pubDate>Wed, 09 Nov 2022 15:01:20 +0100</pubDate><title>Reframing global science relations</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/reframing-global-science-relations/</link><description>ARUA and The Guild summit of university leaders meet in Cape Town</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>The African Research Universities Alliance (ARUA) and The Guild of European Research-Intensive Universities are intensifying their unique partnership, as Vice-Chancellors and Presidents of the two networks laid the foundations for new types of partnerships, grounded on equity and inclusion.</strong></p><p>Meeting in Cape Town on 3-4 November, a summit of over 30 university leaders from across Africa and Europe reflected on how to develop new types of institutional partnerships that will build long-term research capacity in African universities. They agreed that this requires a long-term vision around commonly identified research challenges that are of shared urgency.</p><p>University leaders from both networks agreed that we needed to find new ways to collaborate to unlock human potential for the greater good. This needed to inform how we do research together, and how we ensure research questions are not dominated by the global north.</p><p>ARUA and The Guild universities also expressed a joint commitment that their practical collaboration must be underpinned by a vision that makes a difference to lives - through supporting and training future researchers, the expertise our graduates bring into their communities, and the economic and social impact of our cutting-edge collaborative research.</p><p>Discussions were framed by the draft AU-EU Innovation Agenda, as Vice-Chancellors, Rectors and their deputies agreed to work towards the creation of Clusters of Excellence, with an ambition to strengthen Africa’s research capacities based on the principle of equity. This would include the creation of joint doctoral schools, and developing new ideas on making a difference to society through research, teaching and public engagement. The meeting also agreed on the importance of developing a long-term vision for long-term world-class infrastructure investment; a key ambition of the AU-EU Innovation Agenda.</p><p>To put the joint vision for the Clusters of Excellence into practice, the summit agreed on the critical need that researchers from member universities would now be invited to identify together, across the two continents, key challenges of mutual interest within the broad framework for collaboration agreed at the meeting.</p><p>Within this context, the university leaders exchanged views with <strong>Maria Cristina Russo</strong>, Director for Global Approach and International Collaboration at the European Commission, on how universities need to be central to the implementation of the AU-EU Innovation Agenda. They emphasised that investing in the science capacity of Africa’s public universities would be key to achieving the African Union’s vision to become a knowledge society by 2063. The meeting welcomed the joint vision agreed by political leaders at the 2022 EU-AU summit, to ‘step up’ ‘scientific cooperation between researchers’ based on the AU-EU Innovation Agenda.</p><p>Noting that many of the solutions to our common global challenges would come from Africa, Vice-Chancellors and Presidents underlined an urgency in boosting Africa’s science capacity, urging policy-makers now to put in place means to enable universities and researchers to achieve this vision for the long term. In the words of <strong>Barnabas Nawangwe</strong>, Chair of ARUA: ‘We must do more!’.</p><p><strong>Barnabas Nawangwe</strong>, Chair of ARUA, said: "Our joint meeting in Cape Town gave us an opportunity to reflect together on how we could develop mutually beneficial systems as we grow research and graduate training programmes. The need for African universities to undertake research that helps their countries to tackle the Sustainable Development Goals is worth noting. The AU-EU Innovation Agenda is aligned to that ideal. The Cape Town meeting helped us to agree on how to prioritise our joint activities as we move in this direction. We were able to verbalise our commitment to working together to tackle the most significant development challenges of our time."</p><p><strong>Svein Stølen</strong>, Chair of The Guild, said: "After intense discussions in Cape Town, Vice-Chancellors and Rectors have agreed on a new approach towards the creation of Clusters of Excellence that will identify and address common societal challenges. We will now bring our researchers together to identify the scientific frontiers we must overcome, in our mutual interests. Our joint endeavour requires long-term commitment from our universities, and the passion and expertise of our researchers."</p><p><strong>Ernest Aryeetey</strong>, Secretary-General of ARUA, commented: "ARUA universities are strongly committed to collaboration, first with one another and then with The Guild. This arrangement should lead to a departure from the ‘business-as-usual’ approach to university partnerships. Working together, it is intended to confront all the obstacles to enhanced research capacity and graduate training in Africa. This arrangement should help tackle the ‘brain drain’ in an innovative way with a much higher likelihood of success. The AU-EU Innovation Agenda provides a very useful framework for planning our engagements in a very structured manner. The operationalisation of the programme is being pursuedin a very equitable manner, emphasising mutual respect."</p><p><strong>Jan Palmowski</strong>, Secretary-General of The Guild, commented: "At the meeting in Cape Town, university leaders from ARUA and The Guild affirmed their support for the draft AU-EU Innovation Agenda by identifying practical ways about how they could help to implement it. Perhaps the most important source of agreement in Cape Town was the transformative nature of how we can build up science capacities in Africa, in close collaboration with European partners. To achieve this, we need the active support of policy-makers at the national levels as well as in the EU and the AU, and it is now essential that we reflect together on what it will take to turn the draft AU-EU Innovation Agenda into reality."</p><p>Sir <strong>Anton Muscatelli</strong>, Principal and Vice-Chancellor, University of Glasgow, commented: “The highly<br> successful ARUA-The Guild joint meeting in Cape Town has further consolidated our collective<br> commitment to African-European engagement in order to respond to the most pressing challenges<br> facing humanity. The creation of Clusters of Excellence will require approaches that are sustainable,<br> equitable and interdisciplinary with a focus on delivering truly transformational impact for the<br> communities that we serve and beyond. Engaging researchers across both continents, alongside a favourable policy and funding framework, will be vital to ensure that we can deliver the ambitious<br> goals set out in the AU-EU Innovation Agenda.”</p><p><strong>Stephan van Galen</strong>, Secretary-General, University of Groningen said: “On Friday 4 November 2022,<br> ARUA and The Guild reached an important agreement on higher education collaboration within the<br> framework of the African Union and European Union Innovation Agenda. We laid the groundwork for<br> mutually beneficial cooperation in an unequal world, and stated our intention to work on topics that<br> concern all of humanity. Building on long standing cooperation and fostering new initiatives, we want<br> to develop new ways to cooperate. The University of Groningen is pleased to be able to participate in<br> this important endeavor based on co-creation and equity.”</p><p>Professor <strong>Sizwe Mabizela</strong>, Vice-Chancellor, Rhodes University, said: “Rhodes University strongly<br> endorses this mutually beneficial cooperation between ARUA and The Guild. It will contribute to the<br> building, strengthening and sustaining of research capacity and capability which will unlock the<br> incredible human talent in the African continent for the benefit of its people and humanity. Rhodes<br> University is excited to be an active player in this initiative which will not only further strengthen its<br> preeminent position as a research-intensive university but will take us a step forward in building a<br> better, inclusive and sustainable future for the African continent, in particular, and humanity, in<br> general.”</p><p><strong>Anders Hagfeldt</strong>, Vice-Chancellor, Uppsala University, commented: “We have had intense and exciting<br> discussions in Cape Town between the ARUA and The Guild networks, laying the ground for new ways<br> of working together. Building on several long-standing collaborations with different universities in<br> Africa across the continent, Uppsala University is excited to develop these further as well as<br> participating in new initiatives. Through the co-creation of Clusters of Excellence we will be able to<br> develop new tools for collaborations that will be built on equity, mutual capacity building,<br> sustainability and long-term commitment.”</p><p>Professor <strong>Guido Van Huylenbroeck</strong>, Academic Director for Internationalisation, Ghent University,<br> stated: “Ghent University is committed to high-level research collaboration with African partners. This<br> agreement will give us the tools to intensify collaborative research with Africa and on the African<br> continent, against the background of some of Ghent University’s cherished values: inclusiveness,<br> equity, mutual respect, innovation, research excellence, jointly tackling the challenges of tomorrow.<br> This ARUA-The Guild agreement fills us with hope and excitement and we are proud to be part of this<br> endeavour.”</p><p><strong>Monique Scheer</strong>, Vice-Rector for International Affairs and Diversity, University of Tübingen, said: “The<br> Guild and ARUA are demonstrating how combining our efforts in a network-to-network initiative can<br> make all our partnerships more effective. The University of Tübingen is very excited to be part of this<br> endeavor to create more career opportunities for young scientists in Africa, to intensify academic<br> exchange between our two continents, and to tackle together the most burning issues and challenges<br> of our times.”</p><p>Professor <strong>Hugues Abriel</strong>, Vice-Rector for Research, University of Bern, said: “This meeting gave us a<br> unique opportunity to share our excitement for the co-creation of new Clusters of Excellence co-led<br> by ARUA and The Guild Universities. These Clusters of Excellence should allow the University of Bern<br> to pursue its long-term collaborations with African universities on the topics of “Sustainable<br> Development,” “Climate,” and “Health.” We should follow the advice of Dr. Mamphela Ramphele to<br> achieve, with this ambitious project, Ubuntu-infused excellence on both continents.”</p><p>Professor <strong>Mike Shipman</strong>, Pro-Vice-Chancellor (International), University of Warwick, said “We are<br> excited to be developing our African strategy and exploring opportunities with African partners. The<br> Guild-ARUA meeting in South Africa provided an excellent platform for discussing collaboration with<br> many outstanding African and European universities that we hope will lead to exciting mutually<br> beneficial partnerships for capacity building.”</p><p class="align-right">Press release ARUA and The Guild</p><h3>About The African Research Universities Alliance (ARUA)</h3><p>Composed of sixteen leading universities in Africa, ARUA aims to enhance research and graduate<br> training in member universities through a number of channels, including the setting up of Centres of<br> Excellence (CoEs) at its member universities. Addressing key challenges of Africa’s sustainable<br> development, ARUA CoEs are intended to be focal points for aggregating world-class researchers from<br> member universities and elsewhere to undertake collaborative research in priority thematic areas<br> while providing opportunities for graduate students from the region and elsewhere to work with the<br> researchers.</p><ul><li><a href="https://arua.org.za/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Website ARUA</a></li></ul><h3>About The Guild of European Research-Intensive Universities</h3><p>Founded in 2016, The Guild comprises twenty-one of Europe’s most distinguished research-intensive<br> universities in sixteen countries and is dedicated to enhancing the voice of academic institutions, their<br> researchers, and their students. The Guild is committed to the pursuit of excellence, the importance of<br> truth-seeking and trust-building as the foundation of public life, and the creation of new knowledge for<br> the benefit of society, culture, and economic growth.&nbsp;</p><ul><li><a href="https://www.the-guild.eu/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Website The Guild</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-86181</guid><pubDate>Fri, 04 Nov 2022 09:44:42 +0100</pubDate><title>Why fish look down when they swim</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/why-fish-look-down-when-they-swim/</link><description>New study of an international team with participation of the University of Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Simulations show quirky behavior helps fish estimate swimming direction and speed</p><ul><li>Scientists recently discovered that fish look down when they swim</li><li>In a new study, an international team led by Northwestern University explores the mystery behind this behavior</li><li>The researchers combined data from zebrafishes’ brains, native environment and behavior into one computational model</li><li>Through this model, the team concluded that riverbeds provide more abundant and reliable visual cues</li></ul><p>Just as you might look down at the sidewalk as you walk, fish look downward when they swim, a new study by a Northwestern University-led international collaboration has confirmed. Professor Aristides Arrenberg from the University of Tübingen’s Werner Reichardt Center for Integrative Neuroscience and Institute of Neurobiology was involved in the research. The study has been published in the journal Current Biology.&nbsp;</p><p>The study is the first to combine simulations of zebrafishes’ brains, native environment and spatially-varying swimming behavior into one computational model. By analyzing this model, the researchers concluded that this quirk — looking down while swimming forward — is an adaptive behavior that evolved to help the fish self-stabilize, as when swimming against a current.</p><p>As water moves, fish are constantly trying to self-stabilize in order to stay in place — rather than getting swept away in a moving stream. Focusing on other fish, plants or debris might give the fish a false sensation that it is moving. The stable riverbed below, however, gives fish more reliable information about their own direction and speed.&nbsp;</p><p>“It’s similar to sitting on a train car that isn’t moving. If the train next to yours starts to pull away from the station, it can trick you into thinking you are moving too,” said Emma Alexander, an assistant professor of computer science in Northwestern’s Mc Cormick School of Engineering , who led the study. “The visual cue from the other train is so strong that it overrides the fact that all of your other senses are telling you that you are sitting still. That’s exactly the same phenomenon that we are studying in fish. There are many misleading motion cues above them, but the most abundant and reliable signals are from the bottom of the river.”</p><h3>Going ‘back to the source’</h3><p>To conduct the research, Alexander and her collaborators focused on zebrafish, a well-studied model organism. But, although many laboratories have tanks full of zebrafish, the team wanted to focus on the fish’s native environment in India.</p><p>Aristides Arrenberg and his team recently discovered that fish respond to motion below them more strongly than motion above them. “We wanted to dig into that mystery and understand why,” Alexander explained. “Many zebrafish that we study grow up in lab tanks, but their native habitats shaped the evolution of their brains and behaviors, so we needed to go back to the source to investigate the context in which the organism developed.”</p><p>Armed with camera equipment, the research teams of Tod Thiele (University of Toronto Scarborough) and Aristides Arrenberg went to seven sites across India to gather video data of shallow rivers where zebrafish naturally live. The field team encased a 360-degree camera inside a waterproof diving case and attached it to a remotely-controlled robotic arm. Then they used the robotic arm to plunge the camera into the water and move it around.</p><p>“It allowed us to put our eyes where the fish eyes would be, so it’s seeing what the fish see,” Alexander said. “From the video data, we were able to model hypothetical scenarios in which a simulated fish moved arbitrarily through a realistic environment.”</p><h3>‘Wait for me!’</h3><p>Back in Arrenberg’s lab, the team also tracked zebrafishes’ movements inside a sphere of LEDs. Because fish have a large field of view, they do not have to move their eyes to look around like people do. So, the researchers played motion stimuli across the lights and watched the fishes’ responses. When patterns appeared on the bottom of the tank, the fish swam along with the moving patterns — more evidence that the fish were taking their visual cues from looking downward.</p><p>“If you play a video with moving stripes, the fish will move along with the stripes,” Alexander said. “It’s like they are saying ‘wait for me!’ In the behavioral experiment, we counted their tail beats. The more they wagged their tails, the more they wanted to keep up with the moving stripes.”</p><p>The team then abstracted data from the videos and combined it with data from how motion signals get encoded into the fish’s brain. They fed the datasets into two pre-existing algorithms used for studying optic flow (or the movement of the world across our eyes or camera lenses).&nbsp;</p><p>Ultimately, they discovered that in both scenarios — in the wild and in the lab — zebrafish look down when swimming forward. The researchers concluded that fish look down to understand their environment’s motion and then swim to counteract it — to avoid being swept away.</p><p>“We tied everything together into a simulation that showed that, in fact, this is an adaptive behavior,” said Alexander, who led the computational part of the study.&nbsp;</p><h3>Building better robots</h3><p>Not only does this information give some insight into fishes’ behavior, it could also inform designs for artificial vision systems and sophisticated bio-inspired robots.</p><p>“If you were making a fish-inspired robot and you just looked at its anatomy, you might think ‘the eyes are pointing sideways, so I’m going to point my cameras sideways,’” Alexander said. “But it turns out that the eyes are pointing sideways because they are balancing several tasks. We think they point sideways because it’s a compromise — they look upward to hunt and downward to swim.”</p><p class="align-right">Based on a press release by Northwestern University, Illinois, USA/Hochschulkommunikation</p><h3>Publication:</h3><p>Emma Alexander, Lanya T. Cai, Sabrina Fuchs, Tim C. Hladnik, Yue Zhang, Venkatesh Subramanian, Nicholas C. Guilbeault, 4,5 Chinnian Vijayakumar, Muthukumarasamy Arunachalam, Scott A. Juntti, Tod R. Thiele, Aristides B. Arrenberg, and Emily A. Cooper: Optic flow in the natural habitats of zebrafish supports spatial biases in visual self-motion estimation. Current Biology, <a href="https://doi.org/10.1016/j.cub.2022.10.009" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.cub.2022.10.009</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-85839</guid><pubDate>Thu, 27 Oct 2022 16:35:24 +0200</pubDate><title>Sireen El Zaatari erhält den Preis für mutige Wissenschaft</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/sireen-el-zaatari-erhaelt-den-preis-fuer-mutige-wissenschaft/</link><description>Auszeichnung für die Bewältigung eines schwierigen Karrierewegs und großer Herausforderungen bei ihrer archäologischen Forschungsarbeit im Libanon</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Archäologin und Paläoanthropologin <strong>Dr. Sireen El Zaatari</strong> von der Universität Tübingen wird gemeinsam mit der Wirtschaftswissenschaftlerin Dr. Katrin Schmelz von der Universität Konstanz mit dem diesjährigen Preis für mutige Wissenschaft ausgezeichnet. El Zaatari, die zu Kriegszeiten im Libanon aufwuchs, hatte auf ihrem Weg in die Wissenschaft zahlreiche Hürden zu überwinden. Auch mit ihrem Forschungsthema hat sie eine schwierige Aufgabe gewählt: Sie will die kriegsbedingt darniederliegende paläolithische Feldforschung im Libanon wieder aufnehmen. Der Preis für mutige Wissenschaft ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert. Er geht je zur Hälfte an Sireen El Zaatari und Katrin Schmelz. Der Preis wird vom baden-württembergischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst vergeben.</p><p>Wissenschaft, Forschung und Innovation lebten immer auch vom Mut, neue Wege einzuschlagen, den Blick auf ungewöhnliche Zusammenhänge zu werfen und die eigenen Ideen auch in ungewohnten Allianzen umzusetzen, sagte die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Petra Olschowski bei der Preisverleihung am 27. Oktober 2022 in Stuttgart. Dafür würden Dr. Katrin Schmelz und Dr. Sireen El Zaatari mit dem Preis für mutige Wissenschaft belohnt.</p><h3>Die Preisträgerin</h3><p>Dr. Sireen El Zaatari (45) ist im Libanon aufgewachsen, als Frau in einer vom Krieg gebeutelten und zunehmend restriktiv und chaotisch werdenden Gesellschaft. Trotz all dieser Probleme entschied sie sich, Archäologin zu werden und die durch den Krieg beendete paläolithische Forschung im Libanon wiederzubeleben. Dafür musste sie ihr Land verlassen, um in den USA zu studieren. Über befristete Anstellungen in Leipzig, Athen und Beirut führte sie ihr Weg schließlich an die Universität Tübingen. Sie ist unter anderem Empfängerin eines ERC Consolidator Grants (REVIVE) des Europäischen Forschungsrats (ERC) und arbeitet mit ihrem internationalen Team daran, die paläolithische und paläoanthropologische Forschung im Libanon wiederaufzubauen.&nbsp;</p><p>Dafür führt sie unter schwierigen politischen und sozialen Bedingungen Feldstudien durch. „Wir sind noch in einem frühen Stadium des Projekts, aber wir konnten uns bereits vergewissern, dass es im Libanon ein großes Potenzial für die Forschungsarbeiten und neue Funde gibt – trotz aller Veränderungen der Landschaft, die in den vergangenen fast 50 Jahren vorgenommen wurden“, berichtet Sireen El Zaatari. „Jetzt, zu Beginn unserer Feld- und Fundstudien, sind wir sehr zuversichtlich, dass wir unser Wissen über die Wanderungen unserer Vorfahren über die Kontinente der Alten Welt – Afrika, Asien und Europa – erweitern können.“</p><h3>Der Preis</h3><p>Mit dem Preis für mutige Wissenschaft unterstützt das Land Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Mut im Denken und Handeln beweisen, unkonventionelle Ansätze verfolgen oder auf Umwegen herausragende Forschungsleistungen erbracht haben. Der mit 30.000 Euro verbundene Preis soll ein Signal dafür setzen, wie sehr innovative Wissenschaft davon lebt, dass Forscherinnen und Forscher auch Rückschläge oder Scheitern in Kauf nehmen – und wie wichtig die Bereitschaft zum Risiko ist. Der Preis wird in einer Kooperation des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums mit der Heidelberger Akademie der Wissenschaften (Landesakademie von Baden-Württemberg) seit 2016 vergeben.</p><p class="align-right">Janna Eberhardt/Hochschulkommunikation</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-85746</guid><pubDate>Thu, 27 Oct 2022 10:06:49 +0200</pubDate><title>Die Energieversorgung der Zukunft vorhersagen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/die-energieversorgung-der-zukunft-vorhersagen/</link><description>Wie stark die Sonne scheint und wie schnell der Wind weht, können wir nicht steuern. Um erneuerbare Energien besser zu nutzen, müssen wir jedoch berechnen können, wie Wetter und Klima sich verhalten. Die Modelle dazu entwickelt Nicole Ludwig, Expertin für maschinelles Lernen und nachhaltige Energien.
</description><content:encoded><![CDATA[<p>Für Außenstehende wirken Vorhersagen über das Wetter von morgen manchmal wie die Behauptungen eines Wahrsagers über die Zukunft. Statt Regen gibt es Sonne. Statt blauem Himmel Hagel. Wie soll man sich da auf Vorhersagen verlassen, wenn auch das Gegenteil eintreten kann? Schwierig wird das zum Beispiel dann, wenn es um die Frage geht: An welche Standorte baue ich eine Windkraftanlage, sodass sie auch in dreißig Jahren noch Strom liefert?&nbsp;</p><p>Nicole Ludwig, 29, Gruppenleiterin am Exzellenzcluster „Maschinelles Lernen“ der Universität Tübingen, forscht zu nachhaltiger Energie. Mit ihrem Team entwickelt sie Modelle, welche mithilfe von maschinellem Lernen zum Beispiel die Versorgung mit Wind- und Solarenergie vorhersagen. Sie sitzt in ihrem Büro, das nur ein Whiteboard mit mathematischen Gleichungen schmückt, und erklärt: „Am Ende haben wir ein Energienetz, wo gleich viel rein wie raus muss.“ Um das optimal zu steuern, müssen wir beide Seiten kennen: Die Nachfrageseite, also die der Verbraucher, und die Erzeugungsseite, was also zum Beispiel bei den Windturbinen passiert. Im Moment liegt Ludwigs Fokus auf der Stromerzeugungsseite.&nbsp; &nbsp;</p><p>Vollständiger Artikel von&nbsp;Sarah Bioly im Blog <a href="https://www.machinelearningforscience.de/die-energieversorgung-der-zukunft-vorhersagen/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Machine Learning for Science.</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-85734</guid><pubDate>Thu, 27 Oct 2022 08:27:07 +0200</pubDate><title>Chemie an neuem Synergy Grant des Europäischen Forschungsrats beteiligt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/chemie-an-neuem-synergy-grant-des-europaeischen-forschungsrats-beteiligt/</link><description>Förderung für ein komplexes Projekt zur Erzeugung einer besonderen Klasse ringförmiger Kohlenstoffverbindungen - Anwendungsziele in der organischen Elektronik</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professor Holger Bettinger vom Institut für Organische Chemie der Universität Tübingen ist an einem neuen <span lang="en" dir="ltr">Synergy Grant</span> des Europäischen Forschungsrats (ERC) beteiligt, mit dem die Erforschung der Cyclacene gefördert wird, einer besonderen Klasse ringförmiger Kohlenstoffverbindungen. Koordinator des neuen Großprojekts ist Professor Michael Mastalerz vom Organisch-Chemischen Institut der Universität Heidelberg. Daneben ist auch Professor Michael Gottfried aus den Oberflächen- und Nanowissenschaften der Universität Marburg Partner in dem Projekt des <span lang="en" dir="ltr">ERC Synergy Grants</span>.</p><p>Mit den <span lang="en" dir="ltr">Synergy Grants</span> fördert der Europäische Forschungsrat Verbundprojekte, die aufgrund ihrer Komplexität von mehreren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und ihren Gruppen bearbeitet werden, um zu Durchbrüchen zu gelangen, die in Einzelprojekten nicht erreicht werden könnten. Dafür stellt er Fördermittel in Höhe von bis zu zehn Millionen Euro, in besonderen Fällen auch bis zu 14 Millionen, zur Verfügung. Die <span lang="en" dir="ltr">ERC-Synergy</span>-Projekte können eine Laufzeit von bis zu sechs Jahren haben.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-85524</guid><pubDate>Tue, 25 Oct 2022 17:16:26 +0200</pubDate><title>THE-Ranking: Tübinger Erziehungswissenschaft auf Platz 1 in Deutschland</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/the-ranking-tuebinger-erziehungswissenschaft-auf-platz-1-in-deutschland/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen hat sich im weltweiten „Times Higher Education World University Ranking (THE) 2023“ nach Fächern weiter verbessert:&nbsp;</p><p>Die Tübinger Erziehungswissenschaft macht in diesem Jahr einen großen Sprung von Rang 76 im Vorjahr auf Rang 43 weltweit (2022: 76; 2021: 81; 2020: 91). Sie belegt damit erstmals Rang eins unter den deutschen Universitäten (2022: 3; 2021: 3; 2020: 4).</p><p>Auch die Tübinger Lebenswissenschaften konnten sich im Vergleich zum Vorjahr um fünf Plätze verbessern und belegen nun Rang 57 weltweit. Unter den deutschen Universitäten belegen sie Rang fünf.</p><p>Die Tübinger Geisteswissenschaften belegen im Ranking 2023 weltweit Rang 29 und Rang drei unter den deutschen Universitäten.</p><ul><li><a href="https://www.timeshighereducation.com/world-university-rankings/by-subject" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Times Higher Education (THE) Ranking by subject 2023</a><br> 	&nbsp;</li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-85140</guid><pubDate>Tue, 18 Oct 2022 08:59:20 +0200</pubDate><title>Campus der Theologien – Neue Zeitschrift gegründet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/campus-der-theologien-neue-zeitschrift-gegruendet/</link><description>Gemeinsames Publikationsorgan der beiden theologischen Fakultäten und des ZITh</description><content:encoded><![CDATA[<p>Am 13. Oktober 2022 haben Professorinnen und Professoren der Evangelisch-theologischen Fakultät, der Katholisch-theologischen Fakultät und des Zentrums für islamische Theologie (ZITh) eine gemeinsame Zeitschrift gegründet. Darin sollen theologische und religionsbezogene Themen von gemeinsamen Redaktionsteams entwickelt und beraten werden. Mit der neuen Zeitschrift werden nicht nur Erträge der Forschung von Kolleginnen und Kollegen aus den einzelnen Einrichtungen an einem gemeinsamen Ort veröffentlicht. Das Publikationsorgan soll auch&nbsp;bestehenden Kooperationen und Forschungsverbünden, die die Theologien miteinander verbinden, eine Plattform bieten, in deren Rahmen die Zusammenarbeit vertieft werden kann.&nbsp;In den Themenheften der Zeitschrift – dem <em>Campus der Theologien, </em>so ihr Name – sollen auch neue Formen und Möglichkeiten religions- und konfessionsübergreifender Theologie erkundet werden.</p><p>Verständnis, Konzept und Methode einer religions- und konfessionsübergreifenden Theologie sind ausdrücklich explorativ und plural – und sind deswegen konzeptionell nicht festgelegt. Allerdings ist man gemeinsam darum bemüht, typisierende Fremd- und Selbst-zuschreibungen durch die religions- und konfessionelle Zusammenarbeit nicht fort-zusetzen oder gar zu vertiefen, sondern – im Gegenteil – aufzulösen. Dadurch wollen die Beteiligten sowohl den Ertrag des gemeinsamen Theologietreibens erhöhen als auch die produktive Vielfalt der jeweiligen Theologien freizulegen. Die Zeitschrift erscheint als Online-Publikation (free open access) auf dem Server der Universitätsbibliothek Tübingen.</p><p class="align-right"><em>Prof. Dr. Birgit Weyel, Dekanin der Evangelisch-theologischen Fakultät</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-84552</guid><pubDate>Wed, 28 Sep 2022 14:30:08 +0200</pubDate><title>German Mineralogical Society honors Tübingen geoscientist</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/german-mineralogical-society-honors-tuebingen-geoscientist/</link><description>Eric Runge receives Paul Ramdohr Award for excellent talk</description><content:encoded><![CDATA[<p>Eric Runge, PhD student at the University of Tübingen’s Department of Geosciences, was selected for the prestigious Paul Ramdohr Award of the German Mineralogical Society (Deutsche Mineralogische Gesellschaft, DMG). The award honors outstanding contributions by junior scientists to the DMG’s annual conference. Eric Runge convinced the DMG by giving an excellent talk entitled “The taphonomic fate of biominerals in hydrothermal sulfide systems – implications for the reconstruction of microbial life in deep time” at this year’s GeoMinKöln conference, held mid-September in Cologne. The Paul Ramdohr Award is endowed with 500 euros and will be officially presented as part of the DMG’s annual conference 2023.</p><p>Eric Runge’s PhD project focuses on deep time geobiology and is part of the work of an Emmy Noether junior research group led by Jan-Peter Duda (now Professor of Geobiology at the University of Göttingen) and associated with Professor Andreas Kapplers’s Geomicrobiology Group in Tübingen’s Department of Geosciences. Duda’s team investigate the geobiology of modern and fossil deep-sea hydrothermal systems. They are examining geological records to reconstruct the interplay between life and environment across geological time. Particularly the analysis of the oldest known deep-sea hydrothermal spring deposits can greatly contribute to our understanding of where and under which conditions life on our planet might have originated.</p><p class="align-right"><em>Jan-Peter Duda &amp; Public Relations Department</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-84336</guid><pubDate>Fri, 23 Sep 2022 14:00:00 +0200</pubDate><title>Informationsverarbeitung im Standby-Betrieb: Wie Hirnzellen Zwangspausen umgehen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/informationsverarbeitung-im-standby-betrieb-wie-hirnzellen-zwangspausen-umgehen/</link><description>Professor Andrea Burgalossi beteiligt: Forschende aus Heidelberg, Linz und Tübingen beschreiben neuen Mechanismus der Signalweitergabe im Hippocampus, dem Erinnerungszentrum des Gehirns</description><content:encoded><![CDATA[<p>Reize über die Antennen empfangen, im Zellkörper verrechnen, dann erst über die Ausgangsleitung weiterreichen: Nicht alle Nervenzellen im Gehirn halten sich an diesen in Lehrbüchern beschriebenen Ablauf der Signalweitergabe, wie Forschende der Medizinischen Fakultät Heidelberg (MFHD) sowie der Universitäten Linz und Tübingen in der Fachzeitschrift <span lang="en" dir="ltr"><em>Science </em></span>berichten. Aus Tübingen war Andrea Burgalossi beteiligt, Professor für Neuronale Netzwerke und Verhalten am Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) der Universität.&nbsp;</p><p>Rund die Hälfte der Nervenzellen im Hippocampus, dem Erinnerungszentrum des Gehirns, umgehen ihren vom neuronalen Netzwerk verordneten Aktivitätsrhythmus durch einen „Signal-Kurzschluss“: Die eingehenden Signale passieren gar nicht erst den Zellkörper, sondern gelangen auf direktem Weg von den Antennen in die Ausgangsleitung. Damit bleiben sie auch dann aktiv, wenn alle anderen Nervenzellen vom Netzwerk gehemmt werden und eine Zwangspause einlegen. Noch ist unklar, welche Auswirkungen dieser Mechanismus auf den Gesamtorganismus hat. Möglicherweise stellt das Gehirn auf diese Weise sicher, dass wichtige Informationen nicht verloren gehen.</p><p>Die „Standard-Nervenzelle“ besteht aus den fein verästelten Dendriten, die Ähnlichkeit zum Geäst eines Baumes haben und als Signal-Antennen dienen, dem Zellkörper und der daraus entspringenden Ausgangsleitung, dem Axon. Über das Axon werden Signale an die nachfolgenden Nervenzellen weitergeleitet. An den Dendriten und dem Zellkörper empfängt die Nervenzelle aktivierende und hemmende Signale, die im Bereich des Zellkörpers miteinander verrechnet werden. Nur dann, wenn die Erregung die Hemmung überwiegt, werden – vereinfacht beschrieben – Signale über das Axon weitergegeben. Auf diese Weise schützt sich das Hirn vor Überlastung, denn nicht jeder eingehende Reiz ist gleichermaßen relevant.</p><p>Ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Privatdozent Dr. Martin Both, Arbeitsgruppenleiter in der Abteilung für Neuro- und Sinnesphysiologie am Institut für Physiologie und Pathophysiologie der Universität Heidelberg, untersuchte bestimmte Zellen im Hippocampus, die in ihrer Anatomie von diesem klassischen Muster abweichen: Bei rund der Hälfte dieser „Pyramidenzellen“ – das zeigte die Gruppe bereits in vorangegangenen Arbeiten – entspringt das ableitende Axon direkt an einem Antennenast der Dendriten und nicht am Zellkörper. „Wir haben uns gefragt, ob sich diese Pyramidenzellen durch ihre Anatomie hemmenden Reizen, die am Zellkörper ansetzen, entziehen“, erläutert Both. Die direkte Hemmung des Zellkörpers spielt z.B. in Form regelmäßig ausgelöster Ruhephasen eine wichtige Rolle in der Synchronisation der Signalverarbeitung und -weitergabe zwischen den Hirnarealen.&nbsp;</p><p>Versuche an Mäusen, Gewebeschnitten aus Mausgehirnen sowie Simulationen in mathematischen Modellen zeigten: Die Pyramidenzellen mit der Umgehungsleitung gaben trotz Hemmung bzw. Standby-Modus des Netzwerks häufiger Signale weiter als die „normal“ aufgebauten Zellen. „Der Mechanismus scheint umso bedeutender zu sein, je stärker die Hemmung der Pyramidenzellen ist. Denn dann sind nur noch diese speziellen Zellen mit der Dendrit-Axon-Weiterleitung aktiv, während ihre Kollegen schlafen“, so Both. „Welche Informationen so wichtig sind, dass sie trotz Ruhephase über diese speziellen Nervenzellen weitergegeben werden, wissen wir noch nicht.“</p><p>Die Hippocampi liegen an der Basis jeder Gehirnhälfte. Sie sind sowohl für das Wissens- wie für das Ortsgedächtnis zuständig und spielen eine wichtige Rolle bei der Überführung von Erinnerungen aus dem Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis. Dazu übertragen sie Informationen in die Großhirnrinde, den sogenannten Neokortex. Wie die beiden Hippocampi ihre Aktivität synchronisieren ist nicht vollständig geklärt. „Möglicherweise sind die von uns untersuchten Zellen dafür zuständig, die Kommunikation zwischen den Hirnhälften aufrechtzuerhalten. Aber das muss die weitere Forschung zeigen“, sagt der Neurophysiologe.</p><p class="align-right"><em>Pressemitteilung der Universität Heidelberg</em></p><h3>Publikation:</h3><p>Hodapp A*, Kaiser ME*, Thome C, Ding L, Rozov A, Klumpp M, Stevens N, Stingl M, Sackmann T, Lehmann N, Draguhn A, Burgalossi A, Engelhardt M, Both M. (2022) <span lang="en" dir="ltr">Dendritic axon origin enables information gating by perisomatic inhibition in pyramidal neurons. <em>Science</em>. In press</span>.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-84438</guid><pubDate>Fri, 23 Sep 2022 13:45:50 +0200</pubDate><title>Capturing protein dynamics in cell-like crowded environments at the European XFEL</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/capturing-protein-dynamics-in-cell-like-crowded-environments-at-the-european-xfel/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p><span lang="en" dir="ltr">Proteins are responsible for many of the body’s functions and understanding protein dynamics in cells enables scientists to learn more about drug design and disease pathology. Now, an international research team has identified a new way of probing protein dynamics using the high repetition rate and coherence of the X-ray flashes produced by the European X-ray Free-Electron Laser (EuXFEL). The study, published in Nature Communications, uses a technique called megahertz X-ray photon correlation spectroscopy (MHz-XPCS) and could open new applications in health and pharmaceuticals.</span></p><p><span lang="en" dir="ltr">The study was led by Stockholm University, the University of Tübingen, the University of Siegen as well as EuXFEL and used the Materials Imaging and Dynamics (MID) instrument at EuXFEL to examine antibody protein solutions. The X-ray laser produces millions of flashes per second, enabling scientists to investigate proteins on time scales shorter than a microsecond and on length scales as small as a molecule.</span></p><p><span lang="en" dir="ltr">Typically, the combination of high pulse rates and high energy radiation can damage proteins or cause them to react. But by lowering the X-ray radiation dose and frequently moving the protein samples, the researchers have identified a way of probing the dynamics of the proteins before damage sets in, alongside measuring the impact of the X-ray beam on the motion of the proteins.</span></p><p><span lang="en" dir="ltr">“Low-dosage MHz-XPCS is a method that allows us to examine protein dynamics in ways that were previously impossible,” says co-author on the study Anders Madsen, leading scientist at EuXFEL and in charge of the MID instrument. “By combining the high pulse rate of the European XFEL with a reduced radiation dosage, we can examine new behaviors in these proteins.”</span></p><p><span lang="en" dir="ltr">“The reactions of proteins on small scales, microsecond by microsecond, are closely related to interactions that determine a number of their properties,” Madsen adds. “This can help scientists to design new, more modern drugs as well as improving our understanding of protein-related diseases.”</span></p><p><span lang="en" dir="ltr">Using MHz-XPCS, researchers can now also investigate the collective behaviour of many protein molecules at once. To do this, the team used highly concentrated bovine immunoglobulin protein solution that mimics the crowded and complex environment of a cell.</span></p><p><span lang="en" dir="ltr">“Many factors influence proteins within the crowded environment of our cells, all of which slow down and hinder protein movement,” says Foivos Perakis from Stockholm University. “Studies also show that proteins in crowded cellular spaces behave differently to those of other systems. All these factors need to be considered for a full understanding of these systems.”</span></p><p><span lang="en" dir="ltr">The study has not only opened a new pathway of investigations into protein dynamics - it has also delivered fresh insights into antibody proteins themselves, including showing how the diffusion of proteins in a solution changed with the applied radiation dose.</span></p><p><span lang="en" dir="ltr">“When drugs enter our bloodstream, they bind to proteins that transport and distribute them around the body,” explains Christian Gutt, corresponding author from the University of Siegen in Germany. “A comprehensive understanding of these kinds of processes could lead to more effective treatments with fewer side effects.”</span></p><p><span lang="en" dir="ltr">The team now intends to use their new, low-dosage MHz-XPCS technique to fill in the gap in our knowledge of proteins, where previous measurement techniques could not be used.</span></p><p><span lang="en" dir="ltr">“X-ray photon correlation spectroscopy, combined with the high repetition rate of the European XFEL, can access these relevant measurement parameters,” concludes Fajun Zhang, scientist at the University of Tübingen in Germany. “Importantly, it can provide information on processes that we have limited understanding of, such as cluster formation.”</span></p><p class="align-right"><em><span lang="en" dir="ltr">Press release of Stockholm University</span></em></p><h3><span dir="ltr" lang="en">Publication:</span></h3><p><span lang="en" dir="ltr">Resolving molecular diffusion and aggregation of antibody proteins with megahertz X-ray free-electron laser pulses.&nbsp;M. Reiser*, A. Girelli, A. Ragulskaya, S. Das, S. Berkowicz, M. Bin, M. Ladd-Parada, M. Filianina, H.-F. Poggemann, N. Begam, M. S. Akhundzadeh, S. Timmermann, L. Randolph, Y. Chushkin, T. Seydel, U. Boesenberg, J. Hallmann, J. Möller, A. Rodriguez-Fernandez, R. Rosca, R. Schaffer, M. Scholz, R. Shayduk, A. Zozulya, A. Madsen, F. Schreiber, F. Zhang, F. Perakis* and C. Gutt* [*corresponding authors]&nbsp;<br><em>Nat Commun</em>. 13, 5528 (2022)&nbsp;<a href="https://doi.org/10.1038/s41467-022-33154-7" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41467-022-33154-7</a></span></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-84399</guid><pubDate>Thu, 22 Sep 2022 13:34:36 +0200</pubDate><title>Mapping the whole human brain: Tübingen researcher Philipp Berens contributes to global collaboration under Allen Institute’s lead</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/mapping-the-whole-human-brain-tuebingen-researcher-philipp-berens-contributes-to-global-collaboration-under-allen-institutes-lead/</link><description>NIH BRAIN Initiative to fund primate brain atlases, maps of developing mouse brain, coordination and knowledge sharing, and brain function research</description><content:encoded><![CDATA[<p>Scientists at the Allen Institute in Seattle (USA) are launching the brain equivalent of the Human Genome Project, leading a new global collaboration to map the approximately 200 billion cells in the human brain by their type and function.&nbsp;</p><p>The collaboration is funded by the National Institutes of Health’s <em>Brain Research Through Advancing Innovative Neurotechnologies</em> (BRAIN) Initiative as part of The BRAIN Initiative Cell Atlas Network, or BICAN, and will also build detailed atlases of macaque and marmoset brains. Led by Ed Lein, Ph.D., Senior Investigator at the Allen Institute for Brain Science, and Hongkui Zeng, Ph.D., Executive Vice President and Director of the Allen Institute for Brain Science, the human and primate atlas grant project also includes sub-projects led by researchers from 17 other institutions in the U.S., Europe and Japan. One of them is Dr. Philipp Berens, professor at the University of Tübingen’s Institute for Ophthalmic Research. Tübingen is the only German university involved in the project. Together with Dmitry Kobak, PhD, research group leader in the Berens Lab, Philipp Berens will further develop machine learning methods to integrate multimodal data. The team’s aim is to investigate whether genetic identity, function and anatomy of cells match.</p><p>“We are aiming to create something transformative for the field that can only be done collaboratively, by bringing in an all-star cast of experts from a variety of disciplines,” Ed Lein said. “This is critical work: We need to understand the human brain better if we hope to treat diseases of the brain, and specifically we need a better understanding of brain function and structure. The cell atlases we’re building with the support of the BRAIN Initiative promise to lead to a more rapid understanding of the basis of many brain diseases.”</p><p>Four additional BICAN grants to the Allen Institute will support coordination and administration of the network; construction of a web-based knowledge platform using BICAN findings to accelerate scientific discovery; mapping the developing mouse brain; and tying mouse brain cells and function. All,findings, techniques and data from these projects will be made publicly available.</p><h3>From mice to us&nbsp;</h3><p>These projects build off earlier NIH BRAIN Initiative-funded projects at the Allen Institute and elsewhere to map the cells of the entire mouse brain and parts of the human brain using the full suite of genes switched on in individual cells, a technique known as single-cell transcriptomics. Understanding the cell types in commonly studied mammals like mice is key to improving translational research to ultimately benefit people suffering from brain diseases and disorders, said Zeng.</p><p>“We need to better understand the similarities and differences between the human brain and those of other primates and rodents, which often serve as the subjects for research,” Zeng said. “Comparing cell types is one of the most robust and accurate ways of comparing the brains of different species, and we are doing this at a refined level and at the most comprehensive scale we can achieve. Better relating animal studies and animal models with the structure and function of the human brain itself — that’s one of the major goals we want to achieve.”</p><p>Together, the five awards total over $173 million in funding to support these projects, including portions of the projects carried out at collaborating institutions, over the next five years. The Tübingen team will receive about 300.000 euros.</p><p>“With the announcement of the BICAN awards, we are making an exciting transition in the overall BRAIN Initiative cell census program, which began in 2014,” said Dr. John Ngai, Director of the NIH BRAIN Initiative. “These awards will enable researchers to explore the multifaceted characteristics of the more than 200 billion neurons and non-neuronal cells in the human brain at unprecedented detail and scale — a feat in advanced technologies and cross-team research collaboration that will reveal new paradigms for understanding how pathological changes in particular groups of brain cells could cause neurologic and neuropsychiatric disorders.”</p><h3>We have hundreds of different kinds of brain cells – why?</h3><p>Two of the newly funded BICAN projects aim to address a key unanswered question in neuroscience: What do our different kinds of brain cells actually do? One of these projects aims to marry neuron function with cell type in the regions of the mouse brain that process what the animal sees. The scientists involved will develop new methods that use a high-resolution microscope to visualize specific kinds of cells in the mouse brain; these experiments will follow experiments capturing those same neurons’ activity as animals perceive and react to their visual environments.</p><p>The primate brain atlas project will also marry cellular maps with brain function, using a technique known as functional MRI that captures blood flow in the brain: Active regions of the brain are correlated with higher levels of blood flow. The researchers will then correlate active regions of the brain with specific cell types using an emerging method known as spatial transcriptomics, which labels cell types in their original location in the brain. The human atlas researchers will also expand experiments long underway at the Allen Institute that study the details of living human neurons using brain tissue donated by Seattle-area brain surgery patients.</p><p class="align-right"><em>Based on an Allen Institute press release</em></p><h3>Additional information</h3><p><a href="https://www.eye-tuebingen.de/berenslab/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Berens Lab website</a></p><p><a href="https://alleninstitute.org/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Allen Institute website</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-84021</guid><pubDate>Fri, 09 Sep 2022 10:47:07 +0200</pubDate><title>Paläoanthropologin Katerina Harvati in Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/palaeoanthropologin-katerina-harvati-in-akademie-der-wissenschaften-leopoldina-aufgenommen/</link><description>Hohe Auszeichnung für Tübinger Wissenschaftlerin</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Tübinger Paläoanthropologin Professorin Dr. Katerina Harvati-Papatheodorou ist für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen in die Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen worden.</p><p>Katerina Harvati, Professorin am Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment (S-HEP) der Universität Tübingen, ist bereits mit dem mit 2,5 Millionen Euro dotierten Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2021 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgezeichnet worden. Sie gilt als Pionierin ihres Faches, ihre Forschung ermöglichte neue Einsichten in die Abläufe der menschlichen Evolution und eine neuartige Perspektive auf den Neandertaler und sein Verhaltensrepertoire. Sie hat außerdem drei ERC Grants des Europäischen Forschungsrats eingeworben: Auf ihr Projekt „Paleoanthropology at the Gates of Europe“ &nbsp;(PaGE) aus einem Starting Grant 2011 folgte 2016 der Consolidator Grant mit dem Projekt „Human Evolution at the Crossroads“ (CROSSROADS), in dem sie das Auftreten früher Menschen in Griechenland vor rund 500.000 Jahren untersucht und deren Umweltbedingungen rekonstruiert. Im Jahr 2021 kam ein ERC Advanced Grant hinzu: Für ihr Forschungsvorhaben „Our first steps to Europe: Pleistocene Homo sapiens dispersals, adaptations and interactions in South-East Europe“ (FIRSTSTEPS) erhielt sie eine Förderung von 2,58 Millionen Euro für fünf Jahre.</p><p>Harvati hat die Erforschung menschlicher Fossilien entscheidend weiterentwickelt, indem sie Feldforschung mit modernsten computergestützten, bildgebenden Techniken der 3D-Morphologie kombinierte. So trug sie zur Klärung der Artenzugehörigkeit des Neandertalers bei, aber auch zur Beschreibung und Analyse der frühesten modernen Menschen. Mit von ihrem Team entwickelten Methoden gelang ihr zudem die Rekonstruktion vergangener Verhaltensmuster.&nbsp;</p><p>In der Feldforschung konzentrierte sich die Paläoanthropologin auf die bisher wenig erforschte Region Südosteuropa. Hier konnte sie unter anderem für Fossilfunde aus Griechenland nachweisen, dass dort schon vor 210.000 Jahren frühe moderne Menschen siedelten. Diese hatten Europa somit rund 150.000 Jahre früher erreicht, als bislang angenommen.&nbsp;</p><p>Katerina Harvati-Papatheodorou wurde 2001 an der City University of New York promoviert. 2004 wechselte sie an das Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Seit 2009 ist sie an der Universität Tübingen als Professorin für Paläoanthropologie tätig und gehört zum später gegründeten Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment. Sie ist Direktorin des Instituts für Naturwissenschaftliche Archäologie (INA) der Universität Tübingen sowie Co-Sprecherin der DFG-geförderten Forschungsgruppe „Words, Bones, Genes, Tools: Tracking Linguistic, Cultural and Biological Trajectories of Human Past.“</p><ul><li><a href="/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/arbeitsgruppen/urgeschichte-naturwissenschaftliche-archaeologie/ina/palaeoanthropologie/mitarbeiter/harvati-papatheodorou-katerina/" class="internal-link">Homepage Katerina Harvati</a></li></ul><p class="align-right">Maximilian von Platen</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-83742</guid><pubDate>Tue, 30 Aug 2022 15:56:21 +0200</pubDate><title>Immunologe Hans-Georg Rammensee in Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/immunologe-hans-georg-rammensee-in-akademie-der-wissenschaften-leopoldina-aufgenommen/</link><description>Große Ehrung für Pionier der T-Zell-Immunologie und Wegbereiter der mRNA- Impfstoffentwicklung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professor Dr. Hans-Georg Rammensee wird für seine außerordentlichen Leistungen rund um die Immunologie, insbesondere der Analyse von Infektions- und Krebs- assoziierten Peptiden und der Entwicklungsarbeiten zur personalisierten Krebsimpfung, in die Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen. Prof. Rammensee und sein Team haben internationale Pionierarbeit mit der Aufklärung der Erkennungsmechanismen der T-Zellen im menschlichen Immunsystem geleistet. Darüber hinaus gilt er als einer der Wegbereiter der mRNA-Impfung. Aus seiner Talentschmiede stammen Doktoranden und Doktorandinnen wie Dr. Harpreet Singh, Mitgründer von Immatics, Dr. Ingmar Hörr, Mitgründer von CureVac, oder Prof. Dr. Juliane Walz, die aktuell an dem gemeinsam entwickelten vielversprechenden Impfstoffkandidaten (CoVac-1) forscht, einem Corona-Impfstoff insbesondere für immungeschwächte Patientinnen und Patienten.</p><p>Seit 1979 beschäftigt sich Prof. Dr. Hans-Georg Rammensee mit der Erforschung der Interaktion von T-Zellen mit ihren Antigenen. T-Zellen sind wichtige Bestandteile unseres Immunsystems und in der Lage, körperfremde Strukturen zu erkennen und zu bekämpfen. Im Zentrum seiner Forschung stehen sogenannte Peptide (Proteinbruchstücke), die sich an der Außenhülle von Zellen befinden. Sie signalisieren dem Immunsystem, ob eine Körperzelle gesund oder krank ist. Bei entsprechender Identifizierung sind die T-Zellen in der Lage, Veränderungen in den Peptiden zu erkennen – so auch bei mutierten Peptiden wie etwa bei Tumorerkrankungen. Dies kann zu einer Aktivierung des Immunsystems und Vernichtung der Tumorzellen führen. Mit dem von Prof. Rammensee entwickelten Verfahren lassen sich die von den T-Zellen erkannten Peptidantigene aus Viren und Tumorzellen genau bestimmen. Darauf aufbauend kann die Immuntherapie von Krebspatientinnen und -patienten individuell angepasst werden.&nbsp;</p><p>Rammensees Forschungsarbeiten befassen sich auch mit der Entwicklung von Impfstoffen. Er hat hier bereits vor über 30 Jahren Außergewöhnliches geleistet: Mit den Kollegen Prof. Dr. Günther Jung und Prof. Dr. Karl-Heinz Wiesmüller konnte er zeigen, dass mit einem Bestandteil der bakteriellen Zellmembran als Impfverstärker peptidspezifische T-Zellen gegen das Grippevirus induziert werden können. Ebenfalls mit Prof. Jung sowie Dr. Ingmar Hörr und PD Dr. Reinhard Obst hat er vor über 20 Jahren die wissenschaftliche Basis für ein Verfahren zur Herstellung von mRNA-Impfstoffen gelegt. Daher basiert die Entwicklung eines wirksamen mRNA-Impfstoffs gegen SARS-CoV-2 auch auf den langjährigen Forschungen des Teams um den Tübinger Wissenschaftler. Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina ist die älteste naturwissenschaftlich-medizinische Gelehrtengesellschaft im deutschsprachigen Raum und die älteste dauerhaft existierende naturforschende Akademie der Welt. Die Aufnahme in die Akademie freut ihn: „Die Leopoldina ist eine herausragende Institution. Ich fühle mich geehrt, nun Mitglied zu sein.“&nbsp;</p><p>Ein weiterer Ansatz ist, mit den virusspezifischen Peptiden, die von den T-Zellen erkannt werden, immun zu machen. Peptidimpfungen wirkten bisher beim Menschen nicht effizient. Wenn die Peptide aber mit dem bereits erwähnten – in Tübingen entwickelten – Impfverstärker kombiniert werden, der das Immunsystem gezielt und effektiv aktiviert, erhält man auch im Menschen starke T-Zellantworten. Diese T-Zellen können dann virusinfizierte Zellen abtöten sowie die B-Zellen zur Produktion von Antikörpern gegen das Virus anregen. Ein Ziel von Prof. Rammensee ist es, Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung möglichst schnell klinisch anwenden zu können, um innovative Therapieansätze und eine individualisierte Herstellung moderner Arzneimittel zur Behandlung von Krebserkrankungen oder für Immuntherapien zu entwickeln.&nbsp;</p><p>Prof. Rammensee ist darüber hinaus einer von drei Sprechern des sogenannten „Image-Guided and Functionally Instructed Tumor Therapies“ (iFIT) Exzellenzclusters, eines von der DFG geförderten Forschungskonsortiums. Als einziges onkologisches Exzellenzcluster in Deutschland forschen seine Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen an individualisierten und innovativen Krebstherapien, unter anderem auch an Krebspeptidimpfstoffen.</p><p>Er hat mit CureVac, Immatics Biotechnologies und Synimmune bereits drei Unternehmensgründungen aus seiner Abteilung begleitet. „Man muss den jungen Forscherinnen und Forschern den Freiraum geben, sich auch tatsächlich in Richtung Unternehmensgründung zu entwickeln, wenn sie das wollen“, sagt Rammensee. Fördern, unterstützen und kritisch begleiten ist seine Leitlinie.</p><p class="align-right">Pressemitteilung des Universitätsklinikums Tübingen</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-83685</guid><pubDate>Fri, 26 Aug 2022 14:46:59 +0200</pubDate><title>Developping a sensor for measuring viral activity for the production of therapeutics</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/developping-a-sensor-for-measuring-viral-activity-for-the-production-of-therapeutics/</link><description>Tübingen Researchers part of Biointelligence project BioProS - 6 million euros funding by the European Union</description><content:encoded><![CDATA[<p>Researchers from Tübingen are part of a new project to examine a new direct optical sensor technology for cell-based assays. The European biointelligence project <strong>BioProS</strong> develops a biointelligent sensor for measuring viral activity for the production of therapeutics. It is funded with over 6 million euros as part of the European HORIZON programme, started on 1 July 2022, and will run for 48 months.&nbsp;</p><p>The goal of BioProS is to optimise the production processes for therapeutic viruses through better quality control. A biohybrid sensor technology monitors cell-based virus infection cycles in real time. For this purpose, optical sensor technology which will be developed by the group of Professor Günter Gauglitz at the University of Tübingen is combined with cell-based measurement principles.&nbsp;</p><p>Within BioProS, a platform technology is being developed that can be adapted to several specific substances and virus types. This allows applying it in different industries and production environments. Since such a platform technology is complex, numerous European partners from different disciplines such as biology, engineering and mechanical engineering or computer science are involved.</p><p>Digitisation must span the entire manufacturing chain and utilise all the advances that have been made in intelligent personalised production in recent years.</p><p>The convergence of technical, informational, and biological systems are the basis of biointelligence. This new paradigm opens up a huge innovation space globally. Because Europe is at the forefront of manufacturing excellence, BioProS will make a significant contribution to sustainable and resilient manufacturing processes in the EU. Digital and bio-based process chains have the potential to revolutionise many industries and ensure their competitiveness.&nbsp;</p><p>Seven partners from five countries are represented in the BioProS consortium:</p><ul><li>BICO Group AB, Sweden,</li><li>NecstGen, the Netherlands,</li><li>Fraunhofer (IPA and IGB), Germany,</li><li>Eberhard Karls Universität Tübingen, Germany,</li><li>EurA AG, Germany,</li><li>ElveSys, France and</li><li>Politecnico di Milano, Italy.</li></ul><p>The consortium gathers all the necessary expertise under its roof and forms the basis for international partnerships. In close cooperation with other European initiatives and with the support of an industrial advisory board, the project partners want to realise the vision of biointelligent manufacturing and demonstrate the applicability of disruptive technologies in an industrial setting. This will foster research for biointelligent methods and global applications while guaranteeing technological sovereignty for Europe in the long term.</p><p class="align-right">Press release BioProS project</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-83196</guid><pubDate>Mon, 22 Aug 2022 10:27:00 +0200</pubDate><title>Microbes protect a leaf beetle – but for a price</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/microbes-protect-a-leaf-beetle-but-for-a-price/</link><description>Researchers from Tübingen and Panama discover a novel mutualism between fungi and insects</description><content:encoded><![CDATA[<p>Insects are known to rely on microbial protection during immobile developmental stages, such as eggs. But despite the susceptibility of pupae to antagonistic challenges, the role of microbes in ensuring defense during an insect’s metamorphosis remained an open question. Scientists from the Max Planck Institute for Biology in Tübingen, the University of Tübingen and the Smithsonian Tropical Research Institute, Panama, have now discovered a novel defensive partnership between a fungus and a leaf beetle. The microbe provides a protective layer around the beetle´s pupae and thus prevents predation. In exchange, the beetle disperses the fungus to its host plant, expanding its range.&nbsp;Now published in <em>Current Biology</em>, the researchers present the results of their study.</p><p>Antagonistic interactions are widespread in nature, spurring the evolution of protective traits. In insects, as with other animals, symbioses with beneficial microbes can serve as a source of defensive adaptations.</p><h3>An impactful mutualistic relationship</h3><p>In their study, the biologists discovered a mutualistic partnership between the ascomycete <em>Fusarium oxysporum </em>and <em>Chelymorpha alternans</em>, a leaf beetle: The fungus protects the pupae of the leaf beetle against predators. And in exchange, the beetle disperses the fungus to its host plants and thus contributes to its transmission.</p><p>“The fungus retained a metabolic profile that reflects its dual lifestyle,” explains Hassan Salem, Research Group Leader at the Max Planck Institute for Biology and senior author of the study. “Our findings show a mutualism ensuring pupal protection for an herbivorous beetle on the one hand, in exchange for symbiont dissemination and propagation on the other hand,” Salem adds.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-83067</guid><pubDate>Thu, 11 Aug 2022 17:01:56 +0200</pubDate><title>Erster Schnappschuss eines Scheibenwinds aus einem jungen Stern</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/erster-schnappschuss-eines-scheibenwinds-aus-einem-jungen-stern/</link><description>Durch zeitgleiche Messungen von 26 Radioteleskopen gelang einem internationalen Forschungsteam die direkte Beobachtung des theoretisch vorhergesagten Teilchenstroms bei der Sternentstehung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein internationales Team unter der Leitung von Luca Moscadelli vom Nationalen Institut für Astrophysik in Italien hat erstmals direkt die Stromlinien eines magnetohydrodynamischen Scheibenwinds beobachtet. Um astrophysikalische Objekte wie Schwarze Löcher oder neu entstehende Sterne rotiert eine sogenannte Akkretionsscheibe, die Materie wie Gas oder Staub ins Zentrum transportiert. Bereits in den 1980er Jahren war theoretisch vorhergesagt worden, dass aus solchen Akkretionsscheiben magnetohydrodynamische Winde entstehen, die jedoch bisher nur indirekt beobachtet werden konnten.</p><p>Die neue Studie, an der auch der Doktorand André Oliva von der Universität Tübingen und sein Betreuer Professor Rolf Kuiper von der Universität Duisburg-Essen beteiligt waren, zeigt in direkter Ansicht das Geschwindigkeitsfeld eines Scheibenwinds um einen neu entstehenden massiven Stern. Die Abbildung entstand durch Wasser-Maser-Beobachtungen, die die Geschwindigkeiten individueller Stromlinien nachzeichnen, die aus der Scheibe hervortreten. Diese Beobachtungen wurden durch das globale Very Long Baseline Interferometry (VLBI)-Array ermöglicht, das 26 über Europa, Asien und die USA verteilte Radioteleskope vereint. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Nature Astronomy veröffentlicht.<br> Anhäufung von Materie im Zentrum der Scheibe</p><p>Während ihrer Entstehung sind viele astrophysikalische Objekte – von supermassiven Schwarzen Löchern bis hin zu Riesengasplaneten – von einer Akkretionsscheibe umgeben und stoßen gewaltige Teilchenströme aus, sogenannte Jets, die entlang der Scheibenrotationsachse ausgerichtet sind. Die Verbindung zwischen der Akkretion und dem Ausstoß ist für die Entstehung dieser Objekte entscheidend. Dabei muss sichergestellt sein, dass der überschüssige Drehimpuls aus dem System genommen wird und die Akkretion in das zentrale Objekt ablaufen kann.</p><p>Theoretisch hatte man diesen Prozess bereits in den 1980er Jahren verstanden und konnte die Entstehung von Schwarzen Löchern und Sternen mit magnetohydrodynamischen Scheibenwinden verbinden: Das sind Winde, die von der Scheibe durch einen magneto-zentrifugalen Mechanismus ausgeworfen werden. Magnetohydrodynmaische Scheibenwinde sind der vorgeschlagene Mechanismus, durch den ein Teil des Akkretionsflusses von der Scheibe zum zentral entstehenden Objekt – einem Schwarzen Loch oder einem Stern – gerichtet wird und außen entlang der Scheibenrotationsachse beschleunigt wird zu einem gebündelten Jet.</p><h3>Direkter Beweis</h3><p>Bisher war der beste praktische Nachweis für die magnetohydrodynamischen Scheibenwinde die Beobachtung einer in der Astronomie als Sichtlinie eines Geschwindigkeitsgradienten bezeichneten Struktur rechtwinklig zur Jetachse, was interpretiert wurde als Jetrotation aufgrund des magneto-zentrifugalen Auswurfs des Jets. Dabei handelt es sich jedoch um einen indirekten Nachweis, der anfällig ist für Fehlinterpretationen und systematische Fehler. Die jetzt beobachtete Spur der für einen magnetohydrodynamischen Scheibenwind typischen Stromlinien ist ein deutlich überzeugenderer Beweis.</p><p>Die neue Studie wurde von den INAF-Forschern Luca Moscadelli und Alberto Sanna durchgeführt gemeinsam mit Henrik Beuther vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg, André Oliva von der Universität Tübingen und Rolf Kuiper von der Universität Duisburg-Essen. Sie beobachteten eine spezifische Radiowellenemission: die Linie, die von Wassermolekülen bei einer Frequenz von rund 22 Gigahertz emittiert wird. Diese Linie wird normalerweise in Regionen der Sternentstehung als starker Maser beobachtet – sozusagen wie ein Laser im Mikrowellenbereich. Wie Laser sind auch Maser starke und hochpräzise Strahlenbündel im Radiofrequenzbereich. Die Beobachtungen mit dem Wasser-Maser ermöglichten dem Team die erste direkte Beobachtung zweier für die magnetohydrodynamischen Scheibenwinde typischen Bewegungsmuster: Spiralbewegungen dicht an der Rotationsachse und ein mitrotierender Strom in größeren Radien.</p><h3>Realisation eines gigantischen Teleskops</h3><p>Die Beobachtungen wurden mit dem globalen Very Long Baseline Interferometry (VLBI)-Netzwerk gemacht, mit 26 Radioteleskope, die verteilt über Europa, Asien und die USA bei 22 Gigahertz gemessen haben. All diese Einrichtungen haben 24 Stunden lang gleichzeitig die Wasser-Maser-Emissionen in Richtung des Ziels, also des entstehenden Sterns, beobachtet. Diese Technik erlaubt es, ein gigantisches Teleskop nachzuahmen, das einen Durchmesser vergleichbar mit dem Erddurchmesser hat und eine extrem hohe Winkelauflösung von circa 0,5 Millibogensekunden erreicht. Nur so konnte die räumliche Verteilung des Wasser-Masers in der Nähe des entstehenden Sterns untersucht werden. Da die Maserlinie außerdem eine sehr hohe Empfindlichkeit für die Strahlungsintensität hatte (circa 0,7 mJy), konnten viele schwache Maser im Bereich (unter 50 mJy) aufgezeichnet werden, wodurch das Team die Scheibenwind-Stromlinien genau verfolgen konnte.</p><p>André Oliva und Rolf Kuiper simulierten die Entstehung eines massereichen Sterns mit numerischen Modellen. „Unsere Simulationen zeigten, wie sich um den jungen Stern und aus der Akkretionsscheibe Jets bilden“, berichten sie. Diese Abläufe wurden mit den Maser-Beobachtungen verglichen. „Die Stromlinien aus unserer Simulation stimmen mit den Bewegungsmustern aus den Maser-Daten sowie mit Beobachtungen aus früheren Untersuchungen zur Entstehung der großskaligen Jets genau überein.“</p><p>Luca Moscadelli, der INAF-Forscher in Florenz und Erstautor der neuen Studie, sagt: „Diese Arbeit zeigt, dass die Very Long Baseline Inerferometry von Wasser-Masern bei entstehenden Sternen ein einzigartiges Werkzeug ist, um die Physik der Scheibenwinde in bisher unerreichten Details zu untersuchen. Wir haben neue Beobachtungen der Wasser-Maser-Emission gemacht, indem wir alle im VLBI-Netzwerk verfügbaren Teleskope genutzt haben. Unser Ziel war es, Radio-Interferometer einer neuen Generation zu generieren, was die bisherige Empfindlichkeit um mehr als eine Größenordnung verbessern wird. Wir wollten schwache Maser näher am entstehenden Stern messen, um die Kinematik der Scheibenwinde besser zu beproben.“</p><p class="align-right">Nach einer Pressemitteilung des Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF)/Hochschulkommunikation, Universität Tübingen</p><h3>Publikation:</h3><p>L. Moscadelli, A. Sanna, H. Beuther, G.A. Oliva and R. Kuiper: Snapshot of a magnetohydrodynamic disk wind. Nature Astronomy, <a href="https://doi.org/10.1038/s41550-022-01754-4" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41550-022-01754-4</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-82977</guid><pubDate>Wed, 10 Aug 2022 08:23:48 +0200</pubDate><title>Neue Methodenkombination kürzt Wirkstoffsuche ab</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neue-methodenkombination-kuerzt-wirkstoffsuche-ab/</link><description>Verbindung ausgeklügelter Verfahren führt zur Entdeckung bislang unbekannter Hemmstoffe</description><content:encoded><![CDATA[<p>Cyanobakterien aus karibischen Korallenriffen produzieren eine Gruppe von Naturstoffen, die Verdauungsenzyme wirksam hemmen. Das hat eine internationale Forschungskooperation um den Marburger Pharmazeuten Professor Dr. Raphael Reher und den Tübinger Biochemiker Dr. Daniel Petras herausgefunden, indem sie eine neu entwickelte Methodenkombination einsetzte, mit der sich die Vielzahl der potenziellen pharmazeutischen Wirkstoffe aus komplexen Umweltproben systematisch erfassen lässt. Das Team berichtet im Wissenschaftsmagazin „<span lang="en" dir="ltr">Nature Communications</span>“ über seine Ergebnisse.</p><p>Mikroorganismen erzeugen zahlreiche Stoffwechselprodukte, deren Nützlichkeit für menschliche Zwecke es noch zu entdecken gilt. Um die Wirkungsweise solcher Substanzen und ihren molekularen Aufbau zu ermitteln, muss man sie zunächst einmal in Reinform gewinnen. „Zusammen mit der vollständigen Strukturaufklärung dauert dieser Prozess in der Regel Monate bis Jahre“, erklärt Seniorautor Daniel Petras, der eine Nachwuchsgruppe im Exzellenzcluster “<span lang="en" dir="ltr">Controlling Microbes to Fight Infections</span>” der Universität Tübingen leitet. „Dieser langwierige Vorgang stellt einen erheblichen Engpass für die systematische Suche nach neuen Heilmitteln aus Naturstoffen dar“, ergänzt Erstautor Raphael Reher, der seit Kurzem Pharmazeutische Biologie und Biotechnologie am Marburger Fachbereich Pharmazie lehrt.</p><p>Um die Identifizierung pharmazeutisch vielversprechender Substanzen zu beschleunigen, kombinierten die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mehrere ausgeklügelte Verfahren. Dadurch gelang es dem Team, zwei Ziele zu verbinden: Zum einen führt die wirksame Trennung von Molekülen dazu, die Bestandteile des Rohextrakts auseinander zu sortieren; zum anderen lassen sich die Wechselwirkungen von Bindungspartnern nachvollziehen.</p><p>Die Forschungsgruppe nutzte hierfür insbesondere einen neuartigen Ansatz der Massenspektrometrie: Werden bei der Massenspektrometrie üblicherweise Proteine in ihre Bestandteile zerlegt, so geht es bei nativer Massenspektrometrie gerade darum, die räumliche Struktur des Proteins zu erhalten, weil sich daraus dessen Funktion ergibt.</p><p>Petras und Reher entwickelten den Versuchsaufbau noch während ihrer gemeinsamen Zeit als Postdoktoranden an der <span lang="en" dir="ltr">University of California San Diego</span> in den USA. „Das Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, wie komplexe grenzübergreifende Forschungskollaboration funktionieren sollte“, legt Petras dar. „Ich bin sehr stolz auf unser internationales Team, das verschiedene Disziplinen, wie Naturstoff-Forschung, Analytische Chemie und Informatik vereint und damit die Studie ermöglicht hat.“</p><p>„Dass wir dank der exzellenten Infrastruktur und neuer Kollaborationen in Tübingen und Marburg, die Technologie nun hier etablieren und weiterentwickeln konnten, ist dabei ein wichtiger Punkt, der zum erfolgreichen Abschluss der Studie geführt hat und worauf unsere zukünftige Forschung aufbauen wird“, ergänzt Reher. Das Team suchte als erste Anwendung nach neuen Hemmstoffen gegen Proteasen – das sind Enzyme, die Proteine abbauen. „Solche Protease-Hemmstoffe setzt man zur Behandlung von Krebs sowie von Virusinfektionen wie SARS-CoV-2, HIV und Hepatitis C ebenso ein wie gegen Diabetes oder Bluthochdruck“, erläutert Reher.</p><p>Als Quelle für wirksame Naturstoffe wählte die Forschungsgruppe Cyanobakterien aus dem Meer, die Biofilme bilden. Das Team verwendete das proteinspaltende Enzym Chymotrypsin als Ziel, gegen das sie Hemmstoffe aus der Bakteriengemeinschaft suchte. „Mit unserem Ansatz identifizierten wir auf Anhieb 30 Verbindungen, die an Chymotrypsin koppeln“, berichtet Reher. Beim Abgleich mit speziellen Datenbanken stellte sich heraus, dass die meisten der gefundenen Moleküle bislang unbekannt waren. Dies führte zur gezielten Isolierung und Strukturaufklärung einer Familie neuer, hochwirksamer Hemmstoffe. „Nach der Bakteriengruppe, aus der die Substanzen stammen, nennen wir diese Rivulariapeptolide“, erzählt Petras.</p><p>Wie die Autorinnen und Autoren schreiben, halten sie ihren Ansatz für geeignet, die Suche nach einer Vielzahl von Molekül-Wechselwirkungen in komplexen Gemischen zu erleichtern. „Dies wird nicht nur der Entdeckung von Arzneimitteln und ökologischen Studien zugutekommen, sondern könnte auch Trainingsdaten für Lernverfahren bereitstellen, die auf künstlicher Intelligenz basieren.“</p><p>Neben den Arbeitsgruppen von Reher und Petras und weiterer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Marburg und Tübingen beteiligten sich Forscherinnen und Forscher aus Spanien, Puerto Rico, China und den USA an den Forschungsarbeiten. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und weitere Geldgeber förderten beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler finanziell.</p><h3>Originalveröffentlichung:</h3><p>Raphael Reher &amp; al.: <span lang="en" dir="ltr">Native Metabolomics Identifies the Rivulariapeptolide Family of Protease Inhibitors, Nature Communications 2022</span>, DOI: <a href="https://doi.org/10.1038/s41467-022-32016-6" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41467-022-32016-6</a>&nbsp;</p><p class="align-right"><em>Pressemitteilung der Philipps-Universität Marburg</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-82827</guid><pubDate>Fri, 05 Aug 2022 11:10:28 +0200</pubDate><title>Soll künstliche Intelligenz sich selbst erklären?</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/soll-kuenstliche-intelligenz-sich-selbst-erklaeren-1/</link><description>Dass Algorithmen viele Dinge können, verblüfft uns nicht mehr. Nun können sie angeblich auch “erklären”. Aber wollen wir das?</description><content:encoded><![CDATA[<p>Methoden des maschinellen Lernens erobern unseren Alltag. Sie glänzen in Brettspielen, lernen Auto fahren, sagen komplizierte Proteinfaltstrukturen voraus und können sogar ganze Texte übersetzen. All dies kann von großem Nutzen sein – aber nicht nur. Algorithmen entscheiden auch über Kreditvergabe, ob man zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird und in allerlei anderen Situationen, bei denen Bewertungen im Spiel sind. Das wirft nicht nur technische Fragen auf – welcher Algorithmus funktioniert besser? – sondern auch gesellschaftliche: Welche Algorithmen wollen wir, unter welchen Umständen, wofür verwenden?</p><p>Denn die verblüffende Effizienz der Methoden des maschinellen Lernens hat auch ihre Gegenseite: Fragen, Fragen und noch mehr Fragen. Was bedeuten die Vorhersagen der Algorithmen, und aus welchen Gründen wurden sie getroffen? Sind sie fair, unvoreingenommen, und nahe an der Wahrheit? Wenn mir die Bank sagt: „Sie bekommen den Kredit nicht“, fühle ich mich im Recht zu fragen: „Warum denn nicht?“. Ich erwarte, dass die Bank die mich betreffende Entscheidung rechtfertigt, mir ihre Urteilsfindung darlegt, so dass ich meinen Antrag in Zukunft verbessern kann oder mein Glück anderswo versuche. Können wir Ähnliches von den Algorithmen erwarten? Sollen auch sie sich uns erklären? Solche Forderungen gehen in das kürzlich entstandene Forschungsfeld der Erklärbaren Künstlichen Intelligenz (kurz KI) ein, welches versucht, die Entscheidungen komplizierter Algorithmen für Menschen verständlicher zu machen, durch zusätzlich erzeugte Erklärungen.</p><p>Doch was kann man sich von der Forderung nach Erklärung eigentlich erhoffen, und wird erklärbare KI unseren Erwartungen gerecht? In der EU hat diese Frage aktuelle Brisanz: Erst kürzlich hat die Europäische Kommission einen Entwurf des „<a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:52021PC0206" target="_blank" class="external-link" title="Link zum Entwurf des Artificial Intelligence Act" rel="noreferrer">Artificial Intelligence Act</a>“ vorgelegt. Dieses Gesetz würde die Anforderungen an künstliche Intelligenz in der gesamten EU festlegen. Welche Rolle kann und soll erklärbare KI darin einnehmen? In unserem kürzlich auf der <a href="https://facctconference.org/2022/" target="_blank" class="external-link" title="Link zur FAccT-Konferenz" rel="noreferrer">FAccT-Konferenz</a> veröffentlichten <a href="https://dl.acm.org/doi/10.1145/3531146.3533153" target="_blank" class="external-link" title="Artikel &quot;Post-Hoc Explanations Fail to Achieve their Purpose in Adversarial Contexts&quot;" rel="noreferrer">Artikel</a> beleuchten wir diese Frage aus drei verschiedenen Perspektiven: dem maschinellen Lernen, der Rechtswissenschaft und der Philosophie.</p><h3>Die gesellschaftliche Relevanz nicht-kooperativer Situationen</h3><p>Als erstes fiel uns auf, dass wir bei gesellschaftlichen Anwendungen des maschinellen Lernens zwischen zwei fundamental verschiedenen Situationen unterscheiden müssen. In kooperativen Situationen, wie wissenschaftlichen Anwendungen und Textübersetzungen, sind die Interessen des Betreibers und des Nutzers der KI ungefähr dieselben. Der Programmierer, die Ärztin und der Patient wünschen sich alle drei einen Algorithmus, der Krebs frühzeitig akkurat erkennt und plausible Gründe dafür darlegt. In nicht-kooperativen Situationen hingegen stehen die Interessen des Betreibers der KI denen des Datensubjekts entgegen. Der Darlehensnehmer will einen möglichst hohen Kredit mit wenig Zinsen, wohingegen für die Bank ihre eigene Gewinnmaximierung im Vordergrund steht und nicht etwa die Transparenz des Vergabeprozesses. Nicht-kooperative Situationen sind aber gerade die gesellschaftlich relevanten, denn hier müssen wir als Gesellschaft zwischen verschiedenen Interessen wie denen einer Bank und ihren Kunden abwägen und nach Möglichkeit ein Gleichgewicht herstellen.</p><p>Als zweites bemerkten wir, dass die derzeitige Rechtsgrundlage für Erklärbare KI relativ vage bleibt. Zumindest gibt es derzeit keine Basis, aufgrund der man sagen könnte: Von einer erklärbaren KI erwarten wir x, y, z, und wenn sie das nicht kann, ist sie in der Situation s verboten. Diese begriffliche Klarheit muss erst noch geschaffen werden. In nicht-kooperativen Situationen zum Beispiel soll die Erklärung dem Erklärungsempfänger helfen etwas zu tun, z.B. Einspruch zu erheben oder sich zu verbessern. Das setzt jedoch voraus, dass die Erklärung wahr ist. Denn falsche Erklärungen könnten unser Handeln fehlleiten.</p><h3>Erklärungen sollen nicht zum Deckmantel für Täuschungen werden</h3><p>In unserem Artikel argumentieren wir vor diesem Hintergrund, dass derzeit existierende Erklärungsalgorithmen in nicht-kooperativen Situation unseren Erwartungen nicht gerecht werden können. Das liegt vor allem daran, dass es für eine Entscheidung eines komplizierten KI-Systems viele plausible Erklärungen gibt, aber keine eindeutig richtige. In bestimmten Fällen mag es möglich sein, die Entscheidungen eines KI-Systems mit einfachen Mitteln zu erklären. Im Allgemeinen bleiben Entscheidungen eines komplizierten Systems allerdings vor allem eins: kompliziert. Unseren Durst nach Wahrheit bzw. eindeutig richtigen Antworten können vereinfachende Erklärungen daher auf keinen Fall löschen.</p><p>Während Erklärungen in kooperativen Situationen nützliche Einblicke in die Funktionsweise der KI geben mögen, kann eine Erklärung in nicht-kooperativen Situationen auch unerwünschte Folgen haben. Tatsächlich zeigen wir, dass derzeitige KI-Erklärungen von vielen spezifischen Details des KI-Systems abhängen: den Trainingsdaten, der genauen Form der Entscheidungsoberfläche, der Wahl dieses oder jenes Erklärungsalgorithmus, und so weiter. Da die Entwicklerin oder der Entwickler der KI diese Parameter in der Regel frei wählen kann, besteht die Gefahr, dass die Erklärung zwar informativ und plausibel erscheint, letztendlich aber vor allem dem Zweck dient, die KI und ihren Entwickler unangreifbar zu machen. Der Entwickler der KI hat schlicht kein Interesse daran, solche Erklärungen auszuwählen, die kritische Aspekte des KI-Systems hervorheben würden. In einem nicht-kooperativen Szenario helfen uns die algorithmischen Erklärungen darum leider nicht weiter, sie mögen uns gar in die Irre leiten. Auch zeigen wir, dass es nicht viel Sinn ergibt, Erklärungsalgorithmen auf ihre Richtigkeit zu testen. Im besten Fall können wir interne Konsistenz (zwischen Erklärung und Vorhersage), also eine Art schwacher “Aufrichtigkeit” testen, aber subtilere Täuschungsmanöver bleiben damit unentdeckt.</p><p>Die Probleme von algorithmischen Erklärungen bedeuten jedoch nicht, dass wir dem KI-System hilflos gegenüberstehen: In unserem Artikel diskutieren wir verschiedene Szenarien, unter denen eine KI getestet werden kann. Dabei müssen wir uns als Gesellschaft zuerst einig werden, was wir von der KI eigentlich erwarten. Nur auf einer solchen Basis kann entschieden werden, ob dieser Algorithmus erlaubt und jener andere verboten werden sollte. Statt uns auf Erklärungen als Allheilmittel zu verlassen, sollten wir nach anderen Methoden suchen, die uns auch das liefern, was wir uns mit unserer ursprünglichen Frage nach einer Erklärung erhofften. Eine Möglichkeit bieten hierbei die von Grund auf interpretierbaren Algorithmen. Aber das ist eine andere Geschichte …</p><p class="align-right">Eric Raidl, Sebastian Bordt, Michèle Finck, Ulrike von Luxburg</p><h3>Originalpublikation:</h3><p><a href="https://dl.acm.org/doi/10.1145/3531146.3533153" target="_blank" class="external-link" title="Link zur Originalpublikation" rel="noreferrer">Bordt, S., Finck, M., Raidl, E. &amp; von Luxburg, U. (2022). Post-Hoc Explanations Fail to Achieve their Purpose in Adversarial Contexts. 2022 ACM Conference on Fairness, Accountability, and Transparency (FAccT ’22), pp. 891–905.</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-82653</guid><pubDate>Mon, 01 Aug 2022 10:15:38 +0200</pubDate><title>Wie das Klima während Kalt- und Warmzeiten schwankt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/wie-das-klima-waehrend-kalt-und-warmzeiten-schwankt/</link><description>Internationales Forschungsteam um die Tübinger Professorin Kira Rehfeld simuliert das Klima vor und nach einer globalen Erwärmung, um Veränderungen der Klimastabilität zu erforschen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die aktuelle Erderwärmung geht auf starke Eingriffe des Menschen zurück. Vor allem die steigenden Treibhausgasemissionen verändern die Strahlungsbilanz des Planeten. „Wie sich dadurch insgesamt im Schnitt Klimaparameter wie Temperatur oder Niederschlagsmengen verändern, ist bereits gut erforscht“, berichtet die Professorin für Klimatologie und Biosphäre an der Universität Tübingen Kira Rehfeld. „Doch gibt es daneben eine natürliche Klimavariabilität, über die wir noch nicht so viel wissen.“ Sie wird durch die Wechselwirkung zwischen Ozeanen und Atmosphäre verursacht. Außerdem führen sogenannte Antriebe wie Änderungen der Sonnenintensität oder Vulkanausbrüche, die durch Asche und andere Partikel die Reflektivität der Atmosphäre beeinflussen, zu Änderungen der Strahlungsbilanz der Erde, was klimatische Schwankungen zur Folge hat.</p><p>Rehfelds Team hat nun untersucht, wie die Klimavariabilität vom mittleren Zustand des Erdklimas abhängt. Sie stelle eine wichtige Größe für die Abschätzung potenzieller Risiken und Schäden für Natur und Mensch durch das Klima dar wie beispielsweise durch Dürreperioden, erklärt die Wissenschaftlerin.</p><h3><strong>Simulation eines kalten und warmen Erdklimas</strong></h3><p>Vor circa 21.000 Jahren reichten große Eisschilde weit nach Zentraleuropa, Russland und Nordamerika, und es war deutlich kälter als heute. Auf diese Kaltzeit folgte aufgrund langsamer Veränderungen der Erdachse die heutige Warmzeit. „Die globale Temperaturänderung dieses Übergangs zwischen Kalt- und Warmzeit liegt in der gleichen Größenordnung, wie jene, die für die kommenden Jahrhunderte durch die menschengemachte globale Erwärmung vorhergesagt wird“, sagt Rehfeld. Die Untersuchung der Variabilität in der Vergangenheit könne daher helfen, mögliche künftige Änderungen besser zu verstehen.</p><p>In einer neuen Studie, die in der Fachzeitschrift <em>Geophysical Research Letters</em> veröffentlicht wurde, führte Rehfeld mit ihrem Team verschiedene Klimasimulationen durch. Mit Hilfe eines Klimamodells (Hadley Centre Coupled Model version 3) simulierte Rehfeld das Klima für den Höhepunkt der letzten Kaltzeit, das sogenannte Letzte Glaziale Maximum, und in der vorindustriellen Warmzeit um 1850. Anschließend analysierte das Team die Klimavariabilität in beiden Klimazuständen. Die Forschenden interessierte vor allem, wie sich der natürliche Strahlungsantrieb durch Vulkanausbrüche und Sonnenaktivität auf die Variabilität auswirkt. „Wir haben mithilfe der Simulationen festgestellt, dass die globale Temperaturvariabilität im kalten und warmen Klima insgesamt ähnlich auf die Antriebe reagiert, selbst auf die größten Vulkanausbrüche der letzten 1000 Jahre. Diese Stabilität war für uns überraschend“, erklärt Rehfeld.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-82586</guid><pubDate>Thu, 28 Jul 2022 15:20:06 +0200</pubDate><title>Kick-Off Symposium des Interfakultären Instituts für Biomedizinische Informatik</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/kick-off-symposium-des-interfakultaeren-instituts-fuer-biomedizinische-informatik/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>***<a href="https://uni-tuebingen.de/securedl/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE3NzkzMzA1MDUsImV4cCI6MTc3OTQyMDUwNSwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW4vVW5pX1R1ZWJpbmdlbi9BbGxnZW1laW4vQmlsZGVyL2F0dGVtcHRvX29ubGluZS9Gb3JzY2h1bmcvMjAyMi9pYm1pLXN5bXBvc2l1bS1iZXJpY2h0X2VuZ2xpc2NoLnBkZiIsInBhZ2UiOjYxNzE0fQ.tsXSk2gs_2ErZvXP8tbKNz-I4U18GemHLBrc01imN6Q/ibmi-symposium-bericht_englisch.pdf" class="download">English version "Kick-Off Symposium of the Institute for Bioinformatics and Medical Informatics</a>"***</p><p>"Der Unterschied zwischen Bioinformatik und Medizininformatik liegt in der Art der Daten, mit denen sich diese Disziplinen beschäftigen - molekulare Daten im Gegensatz zu klinischen und patientenbezogenen Daten. Aber die interessantesten Dinge passieren heute an der Schnittstelle der beiden Disziplinen", sagte der Direktor des IBMI, Professor Dr. Oliver Kohlbacher, in seiner Begrüßungsrede. Beide Disziplinen sind an der Universität Tübingen schon lange etabliert. Um nun auch diese wichtige Schnittstelle zu schaffen, haben die Medizinische Fakultät und die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät gemeinsam das Interfakultäre Institut für Biomedizinische Informatik (IBMI) gegründet.&nbsp;</p><p>Die Förderung interdisziplinärer Forschung, insbesondere zwischen verschiedenen Fakultäten, ist schon lange eine erfolgreiche Strategie der Universität Tübingen: "Forschung macht nicht an Fakultätsgrenzen halt und die Bedeutung von fakultätsübergreifenden Strukturen, die eine Brücke zwischen den Disziplinen schlagen, darf nicht unterschätzt werden", so der Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, Professor Dr. Thilo Stehle, langjähriger Leiter des Interfakultären Instituts für Biochemie.&nbsp;</p><p>Nach zweimaliger Verschiebung wegen der COVID-19-Pandemie fand die Eröffnung des IBMI vom 30. Juni bis 1. Juli statt. Im Rahmen eines national und international hochkarätig besetzten Symposiums, bei dem ein breites Spektrum an Informatikanwendungen in den Lebenswissenschaften und der Medizin präsentiert wurde, sowie der ersten Sitzung des wissenschaftlichen Beirats wurde die Gründung des IBMI gefeiert.</p><p>Am IBMI arbeiten bereits Gruppen der Universität, des Universitätsklinikums, des Cyber Valley und der lokalen Max-Planck-Institute zusammen, um in diesen Bereichen hervorragende Forschung zu betreiben und exzellenten wissenschaftlichen Nachwuchs zu qualifizieren. Letzteres umfasst insbesondere auch die Übernahme der Verantwortung für die Studiengänge Bioinformatik und Medizinische Informatik an der Universität Tübingen.&nbsp;</p><p><br> Informationen zum IBMI finden Sie auf der <a href="https://www.ibmi.uni-tuebingen.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Website des Instituts</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-82517</guid><pubDate>Wed, 27 Jul 2022 16:31:40 +0200</pubDate><title>Dem fehlenden Infektionsschutz für Krebserkrankte auf der Spur</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/dem-fehlenden-infektionsschutz-fuer-krebserkrankte-auf-der-spur/</link><description>Dr. Florian Wimmers erhält Millionenförderung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Gründung einer Nachwuchsgruppe</description><content:encoded><![CDATA[<p>Um die immunologischen Ursachen für den oft unzureichenden Impfschutz gegen Infektionen in Krebspatientinnen und Krebspatienten zu erforschen, fördert die DFG Dr. Florian Wimmers im Rahmen des Emmy Noether-Programms. Die rund zwei Millionen Euro Fördersumme für einen Zeitraum von sechs Jahren dienen dem Aufbau einer Nachwuchsforschungsgruppe am Interfakultären Institut für Biochemie an der Universität Tübingen. Besonderes Augenmerk wird die Gruppe um Dr. Wimmers auf die Covid-19- und Grippeinfektionen legen. Die Forschungsgruppe wird zur Ergründung der Ursachen auf modernste Forschungsmethoden wie etwa aus den Bereichen der Künstlichen Intelligenz zurückgreifen.</p><h3>Krebserkrankte als besonders verwundbare Gruppe</h3><p>Infektionskrankheiten stellen bereits eine große Bedrohung für die globale Gesundheit dar. Allein 2019 starben mehr als zwei Millionen Menschen an Infektionen der unteren Atemwege. Besonders anfällig für Infektionen sind Krebspatientinnen und Krebspatienten. Diese haben oft durch die Krankheit selbst oder die Behandlung ein geschwächtes Immunsystem. Hinzu kommt, dass Impfungen bei ihnen kaum wirken. Die Gründe für das gestörte Immunsystem und den unzureichenden Immunschutz bei Krebserkrankten sind vielfältig und bislang nur wenig verstanden.</p><p>Genau hier wird Dr. Wimmers mit seiner Forschungsgruppe ansetzen, um diese Wissenslücke zu schließen. Die Gruppe will Antworten auf die Fragen, wie Krebserkrankungen das Immunsystem stören und die Impfantwort beeinflussen, finden. „Zudem wollen wir der Frage nachgehen, wie Impfstoffe ihrerseits das gestörte Immunsystem in Krebspatienten und Krebspatientinnen langfristig beeinflussen“, führt Dr. Wimmers aus.</p><h3>Entwicklung von neuen Impfstoffen</h3><p>Um diese Ziele zu erreichen, wird das Team um Dr. Wimmers auf einen neuartigen Forschungsansatz, die Systembiologie, zurückgreifen. Hierbei kommt ein breites Spektrum an hochauflösenden Technologien zur Erstellung von Immunprofilen zum Einsatz, um Blutproben von geimpften Krebspatienten und -patientinnen zu untersuchen. Die so generierten Daten werden mit Hilfe von computergestützten Methoden und künstlicher Intelligenz analysiert, um immunologische Prozesse zu bestimmen, die während der Impfantwort in Krebserkrankten gestört sind. Sind diese Störungen einmal bekannt, können gezielt Impfstoffe entwickelt werden, die auf das Immunsystem der Krebserkrankten zugeschnitten sind und auch mit einem gestörten Immunsystem einen schlagkräftigen Impfschutz herstellen.</p><p>Bei ihrem fachübergreifenden Projekt wird das Team um Dr. Wimmers unter anderem Unterstützung von Tübinger Expertinnen und Experten aus den Bereichen Hämatologie, Onkologie, Immunologie, Biochemie und Künstlicher Intelligenz erhalten.</p><h3>Über Dr. Florian Wimmers</h3><p>Dr. Florian Wimmers ist seit April dieses Jahres an der Universität Tübingen als Forschungsgruppenleiter tätig und beteiligt am einzigen onkologischen Exzellenzcluster „<span lang="en" dir="ltr">Image-Guided and Functionally Instructed Tumor Therapies</span>“ (iFIT) in Deutschland. Zuvor hat er an der renommierten Stanford University in Palo Alto, Kalifornien, zum Thema Infektionskrankheiten und Impfungen geforscht und wurde unter anderem von der Gates Stiftung gefördert. Dr. Wimmers und sein Team waren in Stanford eine der ersten Gruppen, die 2022 Unterschiede in der Immunantwort zwischen milden und schweren Covid-19-Verläufen aufgeschlüsselt haben.</p><h3>Über das Emmy Noether-Programm</h3><p>Das Emmy Noether-Programm eröffnet herausragend qualifizierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit, sich durch die eigenverantwortliche Leitung einer Nachwuchsgruppe über einen Zeitraum von sechs Jahren, unter Berücksichtigung einer positiven Zwischenevaluation, für eine Hochschulprofessur zu qualifizieren. Emmy Noether war eine deutsche Mathematikerin, die wichtige Beiträge zur abstrakten Algebra geleistet und für die Rechte der Frauen an deutschen Hochschulfakultäten gekämpft hat. Unter ihrem Namen werden seit 1997 Nachwuchswissenschaftler und Nachwuchswissenschaftlerinnen von der DFG ausgezeichnet und in das Programm aufgenommen.</p><p class="align-right"><em>Pressemitteilung des Universitätsklinikums Tübingen</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-82469</guid><pubDate>Wed, 27 Jul 2022 09:40:10 +0200</pubDate><title>Equipment Pool and Knowledge Transfer </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/equipment-pool-and-knowledge-transfer/</link><description>Tübingen’s Center for Light-Matter Interaction, Sensors &amp; Analytics LISA+</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Twenty-three research groups from the fields of physics, chemistry, earth sciences, biology and medical materials science are currently working together at the University of Tübingen under the auspices of LISA<sup>+</sup>. LISA<sup>+</sup> was founded in 2011 and as a Core Facility provides researchers with various services and equipment for their work. As well as providing an equipment pool that includes a helium/neon ion microscope, a UHV low-temperature scanning tunnel microscope, yellow light room and electron/ion beam lithography, its services include careful instruction and maintenance of the equipment by the two instrument scientists Dr. Ronny Löffler and Dr. Markus Turad. LISA<sup>+</sup> is funded from the German and federal state governments’ Excellence Strategy and is located in the multi-use building located in Auf der Morgenstelle.</strong></p><p>"Like other scientists, I’ve frequently found that solutions to research questions arose through one of my PhD students knowing a PhD student from another research group which was using a technology that I knew nothing about", explains Professor Dr. Dieter Kölle from the Institute of Physics, who along with Professor Dr. Monika Fleischer and Professor Dr. Udo Weimar forms the directorate of LISA<sup>+</sup>. "So enormously helpful cooperations arose on a purely informal level. With LISA<sup>+</sup> cooperations like this are enabled more directly. That is, LISA<sup>+</sup> is ultimately about optimizing knowledge transfer."&nbsp;</p><h3>Nanosystems for sensor technology</h3><p>Using the LISA<sup>+</sup> equipment, the members of the 23 research groups carry out structuring, manipulation and analysis, mainly of solid state systems up to atomic scale, but also of gaseous substances. In this way the scientists develop new organic, inorganic and hybrid nanosystems, which can be used for sensor technology, for example.<br> "On our premises in the multi-use building there are tools that the groups use exclusively, but also equipment that is used communally. Before the establishment of the Core Facility everyone knew roughly what other groups were working on, but there was no clear overview", says Dieter Kölle. LISA<sup>+</sup>’s instrument scientists, Dr. Ronny Löffler and Dr. Markus Turad, know all the equipment, have a lot of experience in using the individual items and train up students who want to use a specific tool for their Bachelor or Master thesis. They are also responsible for organizational matters.</p><h3>Instrument scientists maintain the equipment</h3><p>As well as supervising the users, Ronny Löffler and Markus Turad are in charge of repairs to the equipment and handle contact with the manufacturers’ technicians. "As physicists they can both do some jobs themselves. This is very valuable for our research work and saves on costs enormously," explains Dieter Kölle. "Previously, before LISA<sup>+</sup>, each research group took care of its own equipment themselves. So a different colleague would handle the repairs and contact with a technician each time, because a couple of years later they were no longer working with us when something went wrong again."&nbsp;</p><h3>Sustainable development of the equipment pool</h3><p>The equipment is mostly used by Tübingen students and scientists. Since better synergies arise, this leads to new research ideas, the results of which in turn feed into other research projects. There are also a small number of external commissions from industry.</p><p>"It’s important to us that as a Core Facility LISA<sup>+</sup> enables coherent and sustainable development of the apparatus inventory. We have a far better overview than we used to of what we have available, what the groups need and what needs to be procured," explains Dieter Kölle.&nbsp;</p><h3>Innovative technology: the helium/neon ion microscope</h3><p>The latest and most expensive item of equipment at LISA<sup>+</sup> is its helium/neon ion microscope. This is an innovative technology that is used for surface analysis, structuring and modification on a nanometer scale, and for local growth of nanostructures. It is only offered at a few locations in Germany.&nbsp;</p><p>Besides funding from the university, the majority of LISA<sup>+</sup> research work is covered by a multilevel financing model. This primarily consists of a usage fee for the large appliances and a per capita contribution paid by each member of the relevant research groups. This pays for ongoing operations. "Since 2020 we’ve also had a fixed budget funded from the Excellence Strategy, which gives us a little more scope. For instance, it recently helped us to equip the new LISA<sup>+</sup> junior researcher Dr. Elke Fasshauer with everything she needs for her work," reports Dieter Kölle.</p><p class="align-right">Johannes Baral<br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-82169</guid><pubDate>Wed, 20 Jul 2022 10:34:48 +0200</pubDate><title>How does the mind work?</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/how-does-the-mind-work/</link><description>Opening of the Cognitive Science Center Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Originally starting with the interdisciplinary study program Cognitive Science in winter term 2009/10, Cognitive Science as a research perspective has been established over the last years at the University of Tübingen and has become an important cornerstone of scientific research. The Cognitive Science Center (CSC) Tübingen aims at bringing this broad research community closer together by providing a platform for exchange and collaboration in research and teaching activities in Cognitive Science at the University of Tübingen.&nbsp;</p><p>On July 7th and 8th, the opening of the CSC was celebrated in a two-day launch event. To get ready, on the 4th of July students and lecturers jointly prepared for the main research topic of keynote speaker Prof. Peter Gärdenfors: the grounding of concepts and language in sensorimotor experiences. In his lecture "<em>Natural concepts in humans and in machines: A design perspective</em>" on Thursday afternoon, Gärdenfors discussed the question of how our inner and outer worlds can be represented by conceptual spaces. The lecture was followed by a reception for professors and students, enabling all to get to know Prof. Gärdenfors and his research perspective even better. The day was completed by the CIN dialogue "<em>Love in culture and the brain</em>" on Thursday evening.</p><p>The launch continued on Friday morning with further workshops on various approaches in Cognitive Science. A lively exchange on some current research topics of Cognitive Scientists in Tübingen took place at a poster session at the Department of Psychology. In the afternoon, Cognitive Science chairs introduced themselves in short lectures. The presentations ranged from the questions of how language is anchored in our cognitive system (Prof. Barbara Kaup, Department of Psychology), which neuronal processes contribute to color perception (Prof. Andreas Bartels, CIN), the contribution of Cognitive Science to experimental aesthetics (Prof. Bettina Rolke, Department of Psychology), a methodological plea for a well-replicable and objective science (Prof. Volker Franz, Department of Computer Science), an overview over neuro-computational cognitive models that can learn conceptual, compositionally-recombinable structures from sensorimotor experiences (Prof. Martin Butz, Department of Computer Science and Psychology), to the influence of eye movements on memory for spatial arrangements (PD Gregor Hardieß, Department of Biology). Unfortunately, the lecture of Prof. Felix Wichmann (Department of Computer Science) on visual perception of man and machine was cancelled due to illness. Discussions continued at the barbecue party organized by the students of the Cognitive Science program at the Department of Computer Science until late into the night.&nbsp;</p><p>In the near future, the Cognitive Science Center Tübingen aims at integrating further colleagues in the field of Cognitive Science in Tübingen, at fostering professional exchange in teaching and research and at promoting joint research projects and activities.</p><p>Further Information on the CSC can be found on&nbsp;our website: <a href="https://uni-tuebingen.de/csc" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/csc</a>&nbsp;</p><p class="align-right"><em>Bettina Rolke, Martin Butz, Gregor Hardieß, Verena Seibold</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Termine</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-82028</guid><pubDate>Fri, 15 Jul 2022 14:42:12 +0200</pubDate><title>Brasilienzentrum wird zu Lateinamerikazentrum</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/brasilienzentrum-wird-zu-lateinamerikazentrum/</link><description>Kooperationen der Universität Tübingen mit Partnern in Argentinien, Chile, Peru, Kolumbien und Mexiko erweitern das Netzwerk</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das baden-württembergische Brasilien-Zentrum an der Universität Tübingen erweitert seine Unterstützung für Forschungskooperationen über Brasilien hinaus auf Länder in ganz Lateinamerika. Damit steigt die vom Zentrum betreute Zahl der Partnerschaften von 12 auf insgesamt 29. Zunächst betrifft die regionale Erweiterung Tübinger Partneruniversitäten in Argentinien, Chile, Peru, Kolumbien und Mexiko. Der neue Name lautet „baden-württembergisches Brasilien- und Lateinamerika- Zentrum“.</p><p>„Wir achten bei der Wahl unserer Partner auf deren Forschungsstärke“, sagte Stefan Laufer, Professor für Pharmazeutische Chemie an der Universität Tübingen und Direktor des Zentrums, anlässlich der Eröffnungsfeier am Donnerstag. „Eine globale Ausrichtung ist der Auftrag an unsere Universität im Rahmen der Exzellenzstrategie. Die Erweiterung unseres Zentrums leistet dazu einen Beitrag.“</p><p>Forschende der Universität Tübingen, die nun eine Kooperation anbahnen oder vertiefen wollen, können ab Oktober 2022 aus dem Programm „Research Takeoff“ jährlich bis zu 5000 Euro für Reisen und Veranstaltungen beantragen, für maximal zwei Jahre. Außerdem vernetzt eine Vortragsreihe mit monatlichen Video-Konferenzen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Partneruniversitäten untereinander.</p><p>„Die Wissenschaftsproduktion in einigen lateinamerikanischen Ländern ist sehr gut. Es ist Zeit, diese Entwicklung durch Kooperationen aufzugreifen“, sagte Dr. Martina Schulze vom baden-württembergischen Brasilien- und Lateinamerikazentrum. Der bisherige Markenkern „Brasilien“ und die bestehenden Programme bleiben erhalten.&nbsp;</p><p>Das baden-württembergische Brasilien-Zentrum wurde im Jahr 2000 gegründet, hat sich seither auf Austausch und Stipendien in den Bereichen Pharmazie, Biologie und Geowissenschaften sowie die Organisation von bio- und geowissenschaftlicher Exkursionen nach Brasilien konzentriert. „Das hat Spuren hinterlassen: über 100 Teilnehmende unserer Programme sind mittlerweile im brasilianischen akademischen Umfeld etwas geworden“, so Professor Stefan Laufer. Das Zentrum sorgt außerdem dafür, dass alle zwei Jahre das ‚Deutsch-Brasilianische Symposium für nachhaltige Entwicklung‘ abwechselnd in Deutschland und Brasilien, stattfinden kann.</p><p>Die geographische Erweiterung soll auch eine inhaltliche sein: Im ersten Schritt werden nun Geistes- und Sozialwissenschaftler eingebunden, beispielsweise Professor Hanno Ehrlicher vom Romanischen Seminar. Er setzt auf Hilfestellung durch das Zentrum für die Vernetzung, nicht nur bilateral, sondern zwischen mehreren Akteuren in diesem so heterogenen Kulturraum. Beispielsweise denkt er an ein „Netzwerk von Zeitschriftenforschung“ zwischen Argentinien, Kolumbien und Mexiko. Durch einen einzelnen Lehrstuhl sei so eine Arbeit gar nicht zu leisten.</p><p class="align-right">Tilman Wörtz</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-81917</guid><pubDate>Wed, 13 Jul 2022 13:47:06 +0200</pubDate><title>Starting Grant für die Entwicklung eines neuen Modells der Netzhaut</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/starting-grant-fuer-die-entwicklung-eines-neuen-modells-der-netzhaut/</link><description>Europäischer Forschungsrat fördert ein Projekt an der Schnittstelle von visueller Neurowissenschaft und maschinellem Lernen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professor Philipp Berens vom Forschungsinstitut für Augenheilkunde des Universitätsklinikums und der Universität Tübingen erhält einen Starting Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC). Sein Projekt „NextMechMod“ zur Entwicklung neuer Modelle und Algorithmen für die Erforschung der Amakrinzellen, spezieller Nervenzellen in der Netzhaut des Auges, wird über einen Zeitraum von fünf Jahren mit insgesamt rund 1,5 Millionen Euro gefördert. Mit den Starting Grants stattet der ERC herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit zusätzlichen Mitteln in ihrer Forschungskarriere aus.</p><p>Das Sehen ist für viele Tiere wie auch den Menschen einer der wichtigsten Sinne. Doch ist die Netzhaut des Auges, die auch Retina heißt, bis heute nicht vollständig erforscht. Vor allem die Amakrinzellen stellen die Forschung noch vor Rätsel. Diese speziellen Nervenzellen sind mit den anderen Nervenzellschichten der Netzhaut querverschaltet und bilden die Hauptklasse hemmender Zellen. Aus der Retina der Maus sind inzwischen mehr als 60 Typen von Amakrinzellen bekannt – sie unterscheiden sich zum Beispiel durch ihr Aussehen, ihre Funktion und ihre Verschaltung. Für die Modellierung sind sie besonders herausfordernd, da ihre Aktivität nur schwer gemessen werden kann und sich ihre Funktion nur aus ihrer Verschaltung im Netzwerk ergibt.</p><p>Um ihre Rolle besser zu verstehen, entwickelt Philipp Berens mit seinem Team in seinem ERC-Projekt „Next generation mechanistic models of retinal interneurons“(NextMechMod) eine neue Art von Modellen. Modelle haben in der Geschichte der Erforschung der Informationsverarbeitung im Nervensystem immer eine wichtige Rolle gespielt. Alan Lloyd Hodgkin und Andrew Fielding Huxley erhielten 1963 den Medizinnobelpreis für ihr 1952 vorgestelltes biophysikalisches Modell der Ionenströme bei der Erregung und Hemmung an der Nervenzellmembran. Dieses Modell ist zwar sehr detailliert, aber schwierig an gemessene Daten anzupassen. Dies ist für statistische Modelle leichter, diesen fehlt aber der Bezug zur biologischen Realität.&nbsp;</p><p>Um die jeweiligen Stärken zu nutzen, möchte Berens eine neue Generation eines hybriden mechanistischen Modells entwickeln, das die verschiedene Modellebenen vereint. Dabei nutzt er die neuesten Fortschritte im maschinellen Lernen und im Bereich „Computational Neuroscience“. Sein Team arbeitet eng mit Kooperationspartnern zusammen, um die Modelle mit Daten, die aus bildgebenden Techniken und mit Methoden der Genetik gewonnen werden, realistisch zu gestalten. Damit will er einen Werkzeugkasten entwickeln, um die Rolle der Amakrinzellen während der natürlichen Verarbeitung der Sehinformationen entschlüsseln zu können. Ein besseres Verständnis der Funktionen des gesunden Auges kann die Grundlage für neue Therapien von Augenerkrankungen bilden.</p><p>Philipp Berens studierte Bioinformatik und Philosophie an der Universität Tübingen und wurde hier auch 2013 promoviert. Nach der Zeit als Postdoktorand am Bernstein Center for Computational Neuroscience kam er als Forschungsgruppenleiter 2016 an das Tübinger Forschungsinstitut für Augenheilkunde. Dort wurde er 2018 auf eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Heisenberg-Professur für „Data Science für die Sehforschung“ berufen. Gemeinsam mit Professorin Ulrike von Luxburg leitet Philipp Berens den Exzellenzcluster „Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft“. Er ist Mitglied des Tübingen AI Center.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-81746</guid><pubDate>Fri, 08 Jul 2022 10:45:43 +0200</pubDate><title>Ehrung für Kampf gegen multiresistente Erreger</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/ehrung-fuer-kampf-gegen-multiresistente-erreger/</link><description>Andreas Peschel wurde mit dem Emil von Behring-Preis der Philipps-Universität Marburg ausgezeichnet</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Mikrobiologe und Infektionsforscher Prof. Dr. Andreas Peschel wurde am 7. Juli 2022 für seine herausragende Forschung zu antibiotikaresistenten Erregern mit dem Emil von Behring-Preis der Philipps-Universität Marburg geehrt. Der Emil von Behring-Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Das Preisgeld wird von den Unternehmen am Standort Behringwerke gestiftet. Die Preisverleihung fand im Zentrum für Synthetische Mikrobiologie statt.</p><p>Laudator Prof. Dr. Erhard Bremer sagte bei der Preisverleihung: „Andreas Peschel wird insbesondere für seine wissenschaftlichen Leistungen und innovativen Ansätze gewürdigt, die zur Entdeckung neuer Antibiotika zur Bekämpfung von multiresistenten Bakterien geführt haben.“ Bremer sieht Andreas Peschel „mit seinen Arbeiten ganz in der Tradition von Emil von Behring. Im Behringschen Sinne verbindet Peschel Exzellenz in der Grundlagenforschung über die Pathophysiologie von Mikroorganismen mit praktischen Anwendungen zum Wohle der Menschen. Seine wissenschaftliche Arbeit ist herausragend.“</p><p>Der Präsident der Philipps-Universität Prof. Dr. Thomas Nauss würdigte in seiner Begrüßung besonders die gesellschaftliche Bedeutung der Forschungsleistung Peschels. „Im Kampf gegen bakterielle Infektionen tragen die Erkenntnisse von Andreas Peschel wesentlich zu einer Weiterentwicklung der Behandlungsmöglichkeiten bei“, sagte Nauss und betonte damit die Verbindung zwischen universitärer Grundlagenforschung und Anwendung.</p><p>Der Präsident freute sich auch darüber, dass die Unternehmen am Standort Behringwerke den Emil von Behring-Preis 2021 erneut fördern. Jochen Reutter, Marburger Standortleiter und Geschäftsführer der GSK Vaccines GmbH, sagte in seinem Grußwort: „Der Emil von Behring-Preis hat für die Standortfirmen der Behringwerke einen besonderen Stellenwert: Nur kontinuierliches Forschen, das Suchen von neuen Wegen, bringt Fortschritt für die Medizin und die öffentliche Gesundheit, wie uns gerade die letzten beiden Jahre wieder gezeigt haben.“</p><p>„Es ist eine sehr große Ehre, in der Tradition Behrings den Preis entgegennehmen zu dürfen. Der Preis geht an ein ganzes Team an Kolleginnen und Kollegen in Tübingen, die an der Forschung zu <em>Staphylococcus aureus </em>arbeiten“, sagte Peschel in seiner Festrede. Er fügte hinzu: „Die Infektionsmedizin hat in den letzten zwei Jahrhunderten dazu beigetragen, dass die Lebenserwartung deutlich gestiegen ist. Mit multiresistenten Erregern haben wir eine stille Pandemie, die uns bedroht. Wir sind überzeugt, dass gemeinsame Forschung zu antibiotikaresistenten Erregern und Mikrobiom-Wechselwirkungen uns beim Kampf gegen diese Bedrohung helfen kann.“</p><h3>Preisträger Andreas Peschel</h3><p>Andreas Peschel ist Mikrobiologe und Infektionsforscher am Interfakultären Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin der Universität Tübingen. Er erforscht den bedeutenden bakteriellen Infektionserreger <em>Staphylococcus aureus</em>, im Besonderen dessen "MRSA“-genannte antibiotikaresistenten Varianten. Andreas Peschel studierte Biologie in Bochum und Tübingen, war nach der Promotion Postdoc an der Universität Utrecht in den Niederlanden und anderen Institutionen und wurde 2003 auf eine Professur für Mikrobiologie an der Universität Tübingen berufen. Er ist Mitglied im Vorstand des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) und Sprecher des Tübinger Exzellenzclusters “Controlling Microbes to Fight Infections (CMFI)“. Sein Labor erforscht, wie <em>S. aureus</em> auch gesunde Menschen als Bestandteil des Mikrobioms der Nase besiedelt und dann bei entsprechend prädisponierten Menschen das Immunsystem überlistet, um in den Körper einzudringen. Besonders die Arbeiten von Andreas Peschel zur Rolle des Mikrobioms für die Evolution und Verbreitung von <em>S. aureus</em> und die Entwicklung entsprechender Präventionsstrategien haben weit über die wissenschaftliche Community hinaus Beachtung gefunden.</p><p>Vor der Preisverleihung fand am Nachmittag das Behring-Symposium mit Vorträgen des namhaften Immunologen Prof. Dr. Andreas Radbruch und der renommierten Virologin Prof. Dr. Sandra Ciesek statt.</p><h3>Emil von Behring-Preis</h3><p>Der Emil von Behring-Preis wird alle zwei Jahre von der Philipps-Universität Marburg zum Andenken an Emil von Behring vergeben, den Entdecker des Diphterie-Serums und Begründer der Serumtherapie. Der erste Nobelpreisträger für Medizin war von 1895 bis zu seinem Tod im Jahre 1917 Professor der Hygiene in Marburg. Ausgezeichnet werden herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Immunologie, Mikrobiologie oder Virologie. Der Preis gehört zu den renommiertesten deutschen Auszeichnungen für medizinische Mikrobiologie, Virologie und Immunologie und ist mit einem Preisgeld von 20.000 Euro verbunden, das von den Unternehmen am Standort Behringwerke gestiftet wird. Diese sind: BioNTech, CSL Behring, GSK, Nexelis, Pharmaserv und Siemens Healthineers. Die Preisverleihung wurde auch von der Initiative Gesundheitsindustrie Hessen unterstützt. Wegen der Corona-Pandemie musste die Verleihung des Preises für 2021 auf dieses Jahr verschoben werden.</p><p><a href="https://www.uni-marburg.de/de/universitaet/profil/preise/auszeichnungen" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Direkt zur Liste der bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger</a></p><p class="align-right"><em>Pressemitteilung der Philipps-Universität Marburg</em></p><h3>Weitere Informationen:</h3><p><strong>Prof. Dr. Stephan Becker</strong><br> Vorsitzender der Preiskommission<br> Direktor des Instituts für Virologie<br> Philipps-Universität Marburg<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;Tel.: <a href="tel:064212866253">06421 28-66253</a><br><span class="ut-icon ut-icon-mail-squared"></span>&nbsp;E-Mail: <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,dgemgtBuvchh0wpk/octdwti0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">becker<span style="display:none">spam prevention</span>@staff.uni-marburg.de</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-81668</guid><pubDate>Thu, 07 Jul 2022 10:43:42 +0200</pubDate><title>Data Science close to the lab</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/data-science-close-to-the-lab/</link><description>The Tübingen Center for Quantitative Biology (QBiC) celebrates its 10th anniversary</description><content:encoded><![CDATA[<p><em>Since 2011, the Center for Quantitative Biology (QBiC), as a Core Facility of the University of Tübingen, has supported researchers from the life sciences in planning experiments and analyzing the data generated in the process. At QBiC, all large amounts of data from the high-throughput technologies on campus come together. The center pools the know-how of a total of ten Tübingen institutions that have excellent equipment and expertise in biomedical analytics and bioinformatics. Johannes Baral spoke with Prof. Dr. Sven Nahnsen, bioinformatician and director of QBiC, about the past and future development of the Core Facility as well as about the upcoming Biomedical Data Symposium celebrating its tenth anniversary on July 8.&nbsp;</em></p><p><strong>How has QBiC developed in the ten years since its founding?</strong></p><p>It was and is an exciting time. We started back then with many different goals. One of the goals was to bring together already existing life science facilities, the Core Facilities, with their services and technologies in favor of a homogeneous appearance. The intention was not to physically bring these Core Facilities together under one roof as a joint facility, but to leave them in their existing research areas, where they work directly at their scientific questions. Rather, the intent was to have a common data and project management approach as a large Core Facility QBiC.&nbsp;</p><p>As research data have become increasingly important, another objective was to annotate and archive large amounts of data from life science research - and to do so in close collaboration with the existing Core Facilities, which generate this data. We started relatively simply and then realized that such an infrastructure could also give us a competitive advantage in attracting future research funding. I think that after ten years we have put this vision into practice. Scientists who need support with sequencing, mass spectrometry, bioinformatics or even just data management, for example, can get it from us from a single source.</p><p><strong>Does QBiC also conduct research itself?</strong></p><p>Yes, our own research work is primarily concerned with methodological research. That means that we further develop data science methods, which in turn flow into services for researchers. In my opinion, it is very important that Core Facilities have their own research agenda.</p><p><strong>QBiC is also funded by the German Excellence Strategy.</strong></p><p>The success of the University of Tübingen in the Excellence Initiative, or in the meantime: Excellence Strategy, have helped us immensely. At the same time, the German Research Foundation (DFG) also gave us the opportunity to obtain start-up funding for QBiC from a dedicated Core Facility call. Both then came together in 2011 and 2012. We have positions that are funded by excellence funds, so it is also very important for us to pull together with the other institutions of the university and to keep excellence in Tübingen. Without the Excellence Strategy, it would certainly not have been possible to make QBiC what it is today. And we hope that as a Core Facility we can contribute in return to future successes of the University of Tübingen.</p><p><strong>What have been the highlights of QBiC's ten years?</strong></p><p>One would definitely have to mention that, together with Medical Microbiology and Human Genetics, we were able to bring one of four national DFG-funded sequencing centers to Tübingen. We have also made some groundbreaking developments in bioinformatics workflows. For example, we created a software framework called nf-core, a technology that is now being used in other Core Facilities around the world. This technology allows for very scalable, reproducible and simple bioinformatics processing of large data sets. This is an nf-core initiative involving several thousand bioninformaticians worldwide. Scientifically, it's a very exciting thing that has given QBiC a lot of visibility. Over the years, other institutions, such as the Robert Koch Institute or the University of Basel, have also repeatedly approached us and asked for support in developing concepts for setting up their own core facilities.&nbsp;</p><p><strong>From which disciplines do the scientists working at QBiC come?</strong></p><p>Our core expertise lies in the areas of bioinformatics and software development and in the application area of biomedicine; through our application areas, we are always close to the laboratory with our questions and objectives. To bring the data together, it is essential to work very intensively with colleagues in the laboratory where the data are generated. Data can only be used again if they are fully annotated. That is, when we have recorded all the additional information required in the database, from the initial project description to the description of the samples and the laboratory methods. Only then can we make data usable again for other research projects.&nbsp;</p><p><strong>What services does QBiC offer in detail?</strong></p><p>We essentially cover the entire data creation chain. For example, we offer experiment design. Researchers come to us and we design the planned experiment if it fits our expertise with high-throughput technologies. We take care of the metadata collection. So, for example, if someone approaches us with a study on cancer, we capture all the descriptive data in structured data models. That's the first part of data management. The next step is then data generation, which we also offer as a service. However, this does not take place under our umbrella, but via cooperation agreements in partner facilities. Once the data has been generated, data management includes bringing it back to us centrally. Finally, we offer data evaluation. That would be the overall package, from which the researchers can also pick out the individual components.</p><p><strong>Who uses the services of QBiC? Is it primarily researchers from Tübingen?</strong></p><p>Yes, we created the service facility primarily for Tübingen as a research location. This means that we are primarily for University of Tübingen researchers, for example from the Medical Faculty, but also from the Max Planck Institutes. However, since we have noticed that our offers are of interest beyond this, they are also open to external researchers. And, of course, there are occasionally companies that request our specific expertise for research projects.</p><p><strong>What can participants expect at the Biomedical Data Symposium on July 8?</strong></p><p>We are looking forward to a very exciting day with five external speakers. Above all, we want to present what QBiC has to offer, what has happened at our Core Facility over the last ten years, and where we want to go in the future. Where are the upcoming big challenges in data management? How do we plan to expand our service portfolio to remain competitive? We will present our own technologies with numerous posters so that visitors can have a look at the spectrum of methods. It will be possible to talk to all QBiC employees on site. The whole event will be accompanied by a scientific symposium with those working in Biomedical Data Science. Among others, Anne-Laure Boulesteix from LMU Munich, who deals with biostatistics, and Cedric Notredame from Centré de Regulatió Genomica Barcelona, who deals with reproducible workflows in research. Finally, Gene Myers from the Max Planck Institute Dresden will give the keynote address. He is a bioinformatician of the first hour, a pioneer of our discipline. Of course, we hope that the participants will stay with us a little longer afterwards to toast 10 years of QBiC.&nbsp;</p><p><strong>What's next for QBiC in the near future?&nbsp;</strong></p><p>We will continue to drive forward the integration of Core Facilities. The Metabolomics analysis unit is very important here. In addition to the focus on omics technologies, i.e. high-throughput technologies, imaging is playing an increasingly important role. Imaging is producing ever greater volumes of data, for example in microscopy or medical imaging. This is a technological mainstay that we will definitely expand. In addition, machine learning is also a big topic for us. Our premise here is to form an interface. We want to prepare research data in such a way that we can access it efficiently using machine learning methods. We see a lot of potential here, for example in the treatment of cancer patients or in antibiotics research. From a purely data science point of view, it will become more important to also integrate external databases with us. This is another area we will be looking at more closely in the coming years.</p><p>More information about the Core Facility and the symposium on the QBiC website&nbsp;<a href="https://uni-tuebingen.de/en/research/research-infrastructure/quantitative-biology-center-qbic/events/" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/en/research/research-infrastructure/quantitative-biology-center-qbic/events/</a></p><p class="align-right">Johannes Baral</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-81599</guid><pubDate>Wed, 06 Jul 2022 10:28:46 +0200</pubDate><title>Mit moderner Mähtechnik Insekten im Grünland schützen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/mit-moderner-maehtechnik-insekten-im-gruenland-schuetzen/</link><description>Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt entwickelt insektenschonende Mähtechnik</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eine insektenfreundlichere Mahd könnte bundesweit Insektenleben retten: Studien belegen, dass durch heute übliche Verfahren zur Mahd landwirtschaftlicher Grünflächen ein Großteil der dort lebenden Insekten getötet wird. Das Projekt „InsectMow“ der Universitäten Hohenheim und Tübingen entwickelt deshalb schonende Mähtechniken, mit denen die hohe Insektensterblichkeit minimiert werden kann. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Bundesumwelt- und Verbraucherschutzministerium (BMUV) fördern das Vorhaben im Bundesprogramm Biologische Vielfalt mit rund 648.000 Euro.</strong></p><p>Bundesumweltministerin Steffi Lemke: „Der Insektenrückgang hat bedrohliche Ausmaße angenommen. Der Einsatz von Mähwerken im Grünland trägt offenbar stark zum Rückgang der Insekten bei. Dieser Umstand wird bislang zu wenig beachtet. Mit ‚InsectMow‘ unterstützen wir ein Projekt, das diese Lücke jetzt schließen will. Ich freue mich, wenn das Projektteam nun insektenschonende Mähtechniken entwickelt, die von landwirtschaftlichen Betrieben unkompliziert und ohne größere finanzielle Einbußen eingesetzt werden können.“</p><p>BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm: „Insekten sind die Grundlage stabiler Nahrungsnetze und erfüllen wichtige Funktionen in unseren Agrarökosystemen. Wenn die Zahl und Vielfalt der Insekten abnimmt, verschlechtern sich auch die ökologischen Leistungen auf landwirtschaftlichen Flächen drastisch. In der landwirtschaftlichen Praxis werden vor allem Scheibenmähwerke breit angewendet, deshalb ist die Notwendigkeit hoch, diese insektenfreundlicher zu konstruieren.“</p><h3>Hintergrund</h3><p>Bis zu fünf Mahden pro Jahr über viele Jahre hinweg sorgen für einen massiven Rückgang von Insekten auf landwirtschaftlich genutztem Grünland. Im Projekt „InsectMow“ sollen Scheibenmähwerke deshalb so modifiziert werden, dass beim Mähen weniger Insekten getötet werden. Zusätzlich wird eine effektive, am Mähwerk anzubauende Insektenscheuche entwickelt, die Insekten zur Flucht vor dem Mähwerk veranlasst. Mit diesen zwei Ansätzen soll die Insektensterblichkeit &nbsp;durch Mähen im Grünland &nbsp;minimiert werden.</p><p>Das Projekt wird von Fachleuten der Agrartechnik und Tierökologie der Universitäten Hohenheim und Tübingen durchgeführt. Die Entwicklung erfolgt schrittweise: Die von den Agraringenieur*innen gemeinsam mit dem Mähwerkshersteller Claas Saulgau GmbH entwickelten Mähwerkmodifikationen werden von Tierökolog*innen in Freilanduntersuchungen in Bezug auf ihre Effekte auf Insekten und Spinnen erprobt, anschließend weiterentwickelt und erneut im Freiland getestet. Mit der DLG-Prüfstelle Groß-Umstadt werden ein standardisiertes Testverfahren für insektenfreundliche Mähtechnik und ein entsprechendes Label für die Anwendung in der Praxis erarbeitet, damit die Neuentwicklung Eingang in den Markt findet.</p><p>Das am Projekt beteiligte Institut für Agrartechnik der Universität Hohenheim ist weltweit führend in der Entwicklung innovativer Techniken im Agrarbereich. Die beteiligten Tierökolog*innen der Universitäten Hohenheim und Tübingen befassen sich seit vielen Jahren mit den Ursachen und Folgen des Insektensterbens.</p><p>Projekt-Steckbrief „InsectMow“: <a href="https://bit.ly/insectmow" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bit.ly/insectmow</a>&nbsp;</p><p>Weitere Informationen zum Bundesprogramm Biologische Vielfalt: <a href="https://biologischevielfalt.bfn.de/bundesprogramm" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://biologischevielfalt.bfn.de/bundesprogramm</a>&nbsp;</p><p class="align-right"><em>Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Bundesamt für Naturschutz</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-81473</guid><pubDate>Fri, 01 Jul 2022 14:40:08 +0200</pubDate><title>Fast 20 Millionen für Tübingen AI Center</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/fast-20-millionen-fuer-tuebingen-ai-center/</link><description>Dauerhafte Förderung der KI-Kompetenzzentren in Deutschland</description><content:encoded><![CDATA[<p>Vom 1. Juli an bekommen die fünf deutschen Kompetenzzentren für künstliche Intelligenz in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Sachsen beständiger Geld vom Bund. Das Tübingen AI Center an der Universität Tübingen und am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme erhält jetzt als institutionelle Förderung jährlich knapp 20 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und vom Land Baden-Württemberg.</p><p>„Ich freue mich sehr, dass wir mit der finanziellen Unterstützung des Bundes höchst attraktive Arbeitsbedingungen bieten können, um im Wettbewerb um die besten KI-Fachkräfte der Welt ganz vorne mitspielen zu können. Mit der dauerhaften Förderung wird es möglich, eine langfristige Forschungsstrategie zu verfolgen, exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Bereich der künstlichen Intelligenz auszubilden und KI-Technologie ‚made in The Länd‘ in unsere Unternehmen zu bringen. Dafür erhält das Cyber Valley nun einen weiteren wichtigen Baustein“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer am Freitag (1. Juli) in Stuttgart.</p><p>2018 hat die Bundesregierung mit ihrer KI-Strategie den Grundstein für den Auf- und Ausbau von KI-Leuchttürmen mit internationaler Strahlkraft gelegt. Gemeinsam mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) bilden die fünf neuen KI-Zentren in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Sachsen einen integralen Bestandteil der KI-Forschungslandschaft Deutschlands und verfolgen das gemeinsame Ziel, ein europäisch und international wettbewerbsfähiges Forschungsnetzwerk zu etablieren, das Deutschland als führenden Standort für Forschung, Lehre und Technologietransfer nachhaltig stärkt.</p><p>Das Tübinger KI-Kompetenzzentrum ist als Teil der Universität Tübingen und des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme in das <a href="https://cyber-valley.de/de/ecosystem" target="_blank" rel="noreferrer">Cyber Valley Ökosystem</a> eingegliedert. Es hat seinen Ursprung im 2018 vom BMBF initiierten Förderprogramm zum maschinellen Lernen.</p><p>Unter dem Motto „Machine Learning in the World“ verfolgen die Tübinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein breites Spektrum an Forschungsfragen, von grundlegenden neuen Methoden für maschinelles Lernen und kausaler Inferenz bis hin zur Integration von intelligenten Systemen in das breitere sozio-technische Umfeld. Dabei legt das <a href="https://tuebingen.ai/" target="_blank" rel="noreferrer">Tübingen AI Center</a> ein großes Augenmerk auf die gesellschaftlichen Auswirkungen, einerseits durch Forschung, als auch durch zielgruppenspezifische Angebote. Darüber hinaus setzt sich das Zentrum für eine gezielte Förderung und attraktive Stellen für Nachwuchswissenschaftler:innen auf allen Stufen der wissenschaftlichen Karriere ein.</p>]]></content:encoded><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-80795</guid><pubDate>Mon, 20 Jun 2022 13:35:00 +0200</pubDate><title>Grundstein für Cyber Valley Neubau gelegt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/grundstein-fuer-cyber-valley-neubau-gelegt/</link><description>Gebäude wird Teil des Innovationscampus in Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Finanzminister Dr. Danyal Bayaz hat am Montag (20. Juni) gemeinsam mit Wissenschaftsstaatssekretärin Petra Olschowski, Oberbürgermeister Boris Palmer, Prof. Dr. Bernd Engler (Rektor der Universität Tübingen) sowie Prof. Dr. Bernhard Schölkopf (Direktor am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme) den Grundstein für den Neubau Cyber Valley I des Innovationscampus <a href="https://cyber-valley.de/de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Cyber Valley</a> in Tübingen gelegt.</p><p>„Spitzenforschung gehört zur DNA unseres Landes“, sagte Finanzminister Dr. Danyal Bayaz. „Wir schaffen ein innovatives Gebäude für innovative Technologien im Bereich künstliche Intelligenz. Wir wollen Quellen künftigen Wohlstands erschließen. Das Cyber Valley ist ein hervorragendes Beispiel dafür.“</p><p>Wissenschaftsstaatssekretärin Petra Olschowski ergänzte: „In dem neuen Cyber Valley Gebäude wird exzellente Forschung zur künstlichen Intelligenz stattfinden. Und das Ökosystem Cyber Valley wächst und gedeiht – es kommen immer mehr KI-Aktivitäten hinzu. Der Neubau wird die dringend benötigten Flächen bieten, um diese Initiativen unterzubringen. In dem Forschungsbau Cyber Valley I werden sich KI-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Tübingen und des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme mit Cyber Valley Wirtschaftspartnern, Nachwuchsgruppen und Start-ups austauschen – ein inspirierendes Miteinander von jungen Talenten und erfahrenen Forschenden. Die Forschungsthemen decken ein breites Spektrum ab in den Bereichen maschinelles Lernen, Computer Vision und Robotik.“</p><p>Die Bauarbeiten für den Neubau Cyber Valley I, der sich am westlichen Rand des „Wissenschafts- und Technologieparks“ befindet, haben bereits im Januar begonnen. Das Cyber Valley auf der „Oberen Viehweide“ in Tübingen wird damit erstmals eigens errichtete Flächen erhalten, um der Forschung zur künstlichen Intelligenz (KI) eine Heimat zu bieten. Der Neubau wird einem Teil der Informatik der Universität und den Arbeitsgruppen der Cyber Valley Forschungskooperation zur Verfügung stehen, einem Konsortium aus Wissenschaft und Wirtschaft. In dem Gebäude sind auf rund 7.000 Quadratmetern unter anderem Büroflächen, Labore, Hörsäle, Seminarräume und ein Konferenzbereich untergebracht. Große befahrbare Versuchslabore sind ebenerdig angeordnet.</p><p>Der fünfgeschossige Neubau wird mit dem geplanten zweiten Bauabschnitt und einem gemeinsamen Freibereich ein Gebäudeensemble bilden. Der Neubau ist Auftakt für den gezielten Ausbau des Innovationscampus Cyber Valley, der im Dezember 2021 sein erfolgreiches fünfjähriges Bestehen gefeiert hat. Die Planungen für die noch folgenden beiden Bauabschnitte laufen bereits.</p><p>Das Land investiert rund 55,8 Millionen Euro in den Neubau. Das Gebäude soll Ende 2024 fertig sein.</p><p>„Das Cyber Valley hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der weltweit wichtigsten Forschungsstandorte für künstliche Intelligenz entwickelt“, sagte der Rektor der Universität Tübingen, Professor Dr. Bernd Engler. „Diese beeindruckende Entwicklung ist das Ergebnis einer gewaltigen Kraftanstrengung der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, aber auch des konsequenten Engagements von Land und Bund, der beteiligten Unternehmen und privater Stifter wie dem Ehepaar Hans-Werner und Josephine Hector.“ In den kommenden Jahren werde der Verbund in eine Phase der Verstetigung und des weiteren Ausbaus eintreten müssen. „Der nun beginnende Bau des ersten von insgesamt drei Cyber Valley Gebäuden leistet dazu einen wesentlichen Beitrag.“</p><p>„Künstliche Intelligenz verändert unsere Welt. Wir haben das Cyber Valley gegründet, um diese Veränderung aktiv von uns in Baden-Württemberg, Deutschland und Europa zu gestalten“, sagte Prof. Dr. Bernhard Schölkopf, Direktor am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme. „Die neuen Gebäude werden hervorragende Forschungsbedingungen bieten, um unsere Arbeit sowohl regional im Cyber Valley also auch international in <a href="https://ellis.eu/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">ELLIS</a> weiter zu vertiefen. Ich danke allen, die sich mit Weitsicht dafür eingesetzt haben.“</p><h4>Weitere Informationen:</h4><p>Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz haben beim neuen Campus Cyber Valley einen hohen Stellenwert. So sind die umfangreiche Nutzung erneuerbarer Energie und eine hohe Energieeffizienz wichtige Merkmale des Neubaus Cyber Valley I. Auf dem Dach werden eine extensive Dachbegrünung und eine Photovoltaik-Anlage entstehen. Der Strom aus der Dach- und Fassaden-Photovoltaik kommt der Eigenversorgung des Gebäudes zu Gute.</p><p>Neben dem bereits 2016 beschlossenen Neubau Cyber Valley I sieht die Gesamtkonzeption für den Standort Tübingen noch zwei weitere Neubauten für den Cyber Valley Campus vor. Mit den beiden Neubauten Cyber Valley II und III werden insgesamt weitere rund 14.800 Quadratmeter KI-Spitzenforschungsfläche auf dem Campus der Universität Tübingen entstehen.</p><p>Der KI-Innovationscampus Cyber Valley ist ein europaweit einmaliger Forschungsschwerpunkt für künstliche Intelligenz und intelligente Systeme. Das 2016 in der Region Stuttgart-Tübingen gegründete Forschungskonsortium im Bereich der künstlichen Intelligenz verbindet Partner aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.</p><h4>Hinweis für die Redaktionen:</h4><p>Eine Visualisierung des Cyber Valley I können in der <a href="https://fm.baden-wuerttemberg.de/de/service/media/mid/grundsteinlegung-neubau-cyber-valley-i-in-tuebingen/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Mediathek des Finanzministeriums</a> heruntergeladen und für redaktionelle Zwecke mit Bildnachweis honorarfrei verwendet werden.</p>]]></content:encoded><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-80798</guid><pubDate>Mon, 20 Jun 2022 13:06:57 +0200</pubDate><title>33. KoWi-Bundestagung zur EU-Forschungs- und Innovationsförderung fand an der Universität Tübingen statt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/33-kowi-bundestagung-zur-eu-forschungs-und-innovationsfoerderung-fand-an-der-universitaet-tuebingen-statt/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Europäische Forschungsförderung, ERC-Grants und Hochschulallianzen: Rund 300 Beschäftigte deutscher Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie forschungspolitische Akteure haben sich an der Universität Tübingen zur Forschungsförderung der EU ausgetauscht. Vom 13. bis zum 15. Juni 2022 fand die 33. Bundestagung zur EU-Forschungs- und Innovationsförderung statt, die von der Kooperationsstelle EU der Wissenschaftsorganisationen (KoWi) und der Tübinger Hochschulverwaltung ausgerichtet wurde.&nbsp;</p><p>In verschiedenen Panels teilten die Rednerinnen und Redner ihre Ansichten und Erfahrungen zum praktischen Umgang mit der EU-Forschungsförderung. Zudem tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die in ihrem Arbeitsalltag EU-Forschungsförderprogramme beraten und koordinieren, in unterschiedlichen Workshops über aktuelle Entwicklungen und Neuerungen im 9. EU-Rahmenprogramm „Horizon Europe“ aus: Es bildet den Kern europäischer Forschungsförderung und ist mit einem Etat von 95,5 Milliarden Euro (für sieben Jahre) das weltweit größte öffentliche Forschungsförderungsprogramm.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-80378</guid><pubDate>Mon, 13 Jun 2022 11:19:49 +0200</pubDate><title>New insights into neutron star matter</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/new-insights-into-neutron-star-matter/</link><description>Combining heavy-ion experiments, astrophysical observations, and nuclear theory</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>An international research team, including a physicist from the University of Tübingen, has for the first time combined data from heavy-ion experiments, gravitational wave measurements and other astronomical observations using advanced theoretical modelling to more precisely constrain the properties of nuclear matter as it can be found in the interior of neutron stars. The results were published in the journal <em>Nature</em>.</strong></p><p>Throughout the Universe, neutron stars are born in supernova explosions that mark the end of the life of massive stars. Sometimes neutron stars are bound in binary systems and will eventually collide with each other. These high-energy, astrophysical phenomena feature such extreme conditions that they produce most of the heavy elements, such as silver and gold. Consequently, neutron stars and their collisions are unique laboratories to study the properties of matter at densities far beyond the densities inside atomic nuclei. Heavy-ion collision experiments conducted with particle accelerators are a complementary way to produce and probe matter at high densities and under extreme conditions.</p><p>“Combining knowledge from nuclear theory, nuclear experiment, and astrophysical observations is essential to shedding light on the properties of neutron-rich matter over the entire density range probed in neutron stars,” said Sabrina Huth from Institute of Nuclear Physics at Technical University Darmstadt, who is one of the lead authors of the publication. Peter T. H. Pang, another lead author from the Institute for Gravitational and Subatomic Physics (GRASP), Utrecht University, added, “We find that constraints from collisions of gold ions with particle accelerators show a remarkable consistency with astrophysical observations even though they are obtained with completely different methods.”</p><h3>Interdisciplinary effort</h3><p>Recent progress in multi-messenger astronomy allowed the international research team, involving researchers from Germany, the Netherlands, the US, and Sweden to gain new insights to the fundamental interactions at play in nuclear matter. In an interdisciplinary effort, the researchers included information obtained in heavy-ion collisions into a framework combining astronomical observations of electromagnetic signals, measurements of gravitational waves, and high-performance astrophysics computations with theoretical nuclear physics calculations. Their systematic study combines all these individual disciplines for the first time, pointing to a higher pressure at intermediate densities in neutron stars.</p><p>The authors incorporated the information from gold-ion collision experiments performed at GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt as well as at Brookhaven National Laboratory and Lawrence Berkeley National Laboratory in the USA in their multi-step procedure that analyzes constraints from nuclear theory and astrophysical observations, including neutron star mass measurements through radio observations, information from the Neutron Star Interior Composition Explorer (NICER) mission on the International Space Station (ISS), and multi-messenger observations of binary neutron star mergers.&nbsp;</p><p>Including data of heavy-ion collision in the analyses has enabled additional constraints in the density region where nuclear theory and astrophysical observations are less sensitive. This has helped to provide a more complete understanding of dense matter. “In the future, improved constraints from heavy-ion collisions can play a key role to bridge nuclear theory and astrophysical observations by providing complementary information,” said Kshitij Agarwal, co-author from the University of Tübingen.</p><p>"These results are fully in line with the intentions of the Kepler Center for Astro- and Particle Physics at the University of Tübingen, an interdisciplinary collaboration of scientists from different research fields combining astronomy, nuclear physics and particle physics to create an integrated environment for research and education," said Professor Dr. Josef Jochum, spokesperson of the Kepler Center. “The input from heavy-ion physics justifies high hopes for further contributions from upcoming experiments, especially the Compressed Baryonic Matter Experiment (CBM) at the under-construction international accelerator center FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research) at GSI," said Professor Dr. Hans Rudolf Schmidt, head of the CBM group at the Physics Institute of the University of Tübingen and at GSI Darmstadt.</p><p class="align-right"><em>Press release of Technical University Darmstadt/ Kshitij Agarwal, University of Tübingen</em></p><h3>Publication:</h3><p>Sabrina Huth, Peter T. H. Pang, Ingo Tews, Tim Dietrich, Arnaud Le Fèvre, Achim Schwenk, Wolfgang Trautmann, Kshitij Agarwal, Mattia Bulla, Michael W. Coughlin &amp; Chris Van Den Broeck: Constraining neutron-star matter with microscopic and macroscopic collisions. Nature, <a href="https://doi.org/10.1038/s41586-022-04750-w" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41586-022-04750-w</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-79361</guid><pubDate>Tue, 31 May 2022 14:14:47 +0200</pubDate><title>Two new junior professors for the &quot;Global Encounters&quot; excellence platform</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/two-new-junior-professors-for-the-global-encounters-excellence-platform/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>In order to work on identified topics and to establish new networks, job profiles for four junior professorships were developed in the advisory board within the framework of the Global Encounters excellence platform. The junior professorships were advertised by the faculties (Faculty of Humanities, Faculty of Economics and Social Sciences) - two were recently filled.</p><h3>Bani Gill - Global Sociology. Urban Futures in the Global South</h3><p>As a qualitative sociologist grounded in ethnographic sensibilities and a regional focus on South Asia and Africa-India encounters, Bani Gills primary research and teaching interests include Southern urbanisms, migration, and law, bureaucracy, and the state. Her scholarship has examined contemporary patterns of transnational mobility from the African continent, particularly West Africa, to Delhi, India, as an entry point to engage with questions of social difference and identity in relation to urban futures.&nbsp;</p><p>She also has an interest in themes of ‘informality’, ‘illegality’, and everyday experience(s) of law and state power as lived in the socio-legal urban margins. Her next project at the University of Tübingen will examine deportation, infrastructures, and policing by attending to the complex relationship between urban space, identity and identification for different subject populations located in Delhi, India. Her interdisciplinary research trajectory thus aims to examine ‘new’ spaces and sociopolitical sites of Global Encounters and particularly the tensions and convergences emerging from hierarchized cultural, political, and socioeconomic encounters in the Global South.</p><h3>Riccarda Flemmer - Political Struggles in the Global South</h3><p>Riccarda Flemmer is a political scientist with a PhD from the University of Hamburg. Her expertise is in grassroots&nbsp;activism, international indigenous peoples’ rights, conflict transformation, and citizen participation in Latin America. In her previous research, she has worked with civil society activists, especially indigenous peoples, to understand their perspective on the multiple (inter)national political, social, and legal struggles over resource extraction in the Amazon.</p><p>As Assistant Professor of Political Struggles in the Global South, her focus is on the Rights of Nature (RoN) and indigenous peoples’ ontologies. The research she wants to carry out takes an innovative perspective on socio-environmental conflicts by (re)conceptualising them within the framework of ‘ontological politics’. Scaling-up insights on indigenous peoples’ understandings of nature and how these are mobilised in resistance to projects of resource extraction, development or conservation imposed on their territories, she wants to explore the political potential of RoN in the Global South as well as in global climate activism.</p><p>She believes that RoN can be understood as a multitude of global encounters between indigenous and Western epistemologies and ontologies which may open possibilities to tackle one of the most pressing issues we are facing today: the emancipatory transformation of destructive and deeply unjust human–nature relations.</p><p>More info on the <a href="/exzellenzstrategie/forschung/plattformen/global-encounters/">Global Encounters website</a>&nbsp;</p><p class="align-right">Platform Global Encounters</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-78929</guid><pubDate>Wed, 18 May 2022 15:34:14 +0200</pubDate><title>Vom Winde verweht: Saharastaub über Zypern</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/vom-winde-verweht-saharastaub-ueber-zypern/</link><description>Team der Umweltphysik der Universität Tübingen nutzt unbemanntes Forschungsflugzeug auf Zypern während großer Staubeinträge aus der Sahara</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bei der Fortsetzung einer wissenschaftlichen Flugkampagne auf Zypern, die vor zwei Jahren gestartet worden war, konnte die Arbeitsgruppe Umweltphysik der Universität Tübingen, geleitet von Professor Jens Bange, hohe Konzentrationen von Saharastaub in der Atmosphäre über Zypern messen. Dieses Ereignis lieferte den Forscherinnen und Forschern wichtige Erkenntnisse im Rahmen des Projekts „IMSAP“, in dem kurzlebige Bestandteile der Atmosphäre wie Aerosolpartikel und Spurengase systematisch erforscht werden. Die Daten stehen Forschungsgruppen weltweit für weitere Studien und zur Entwicklung von Messstrategien zur Verfügung.</p><p>Das <span lang="en" dir="ltr">Cyprus Institute</span> betreibt im Landesinneren von Zypern, nahe des Dorfes Orounda, das <span lang="en" dir="ltr">Unmanned Systems Research Laboratory</span>, einen Flugplatz für unbemannte Forschungsflugzeuge. Die Gruppe <span lang="en" dir="ltr">CARE-C</span> des<span lang="en" dir="ltr"> Cyprus Institute</span> unterstützt dort Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowohl bei Flügen mit unbemannten Flugzeugen als auch bei wissenschaftlichen Fragestellungen.<br> „Wir waren die Ersten, die die Einrichtung bei Orounda als Gäste des <span lang="en" dir="ltr">Cyprus Institute</span> für unsere Forschung nutzen konnten. Nach den ersten Messungen mussten wir jedoch zwei Jahre pausieren wegen der Einschränkungen der Corona-Pandemie“, berichtet Jens Bange. „Nun konnten wir während dieses Saharastaubereignisses Messungen unterhalb, innerhalb und oberhalb der Staubschicht in der Atmosphäre durchführen.“</p><h3>Messungen bis 5500 Meter Höhe</h3><p>Die Forscherinnen und Forscher der Arbeitsgruppe Umweltphysik und des <span lang="en" dir="ltr">Cyprus Institute</span> führten parallel Messungen mit ihren jeweiligen unbemannten Flächenflugzeugen sowie einem Multikoptersystem durch. Dabei wurden Partikel, thermodynamische Größen, Wind und Turbulenz sowie die elektrische Ladung der Atmosphäre gemessen. „Die Multikopter sind hilfreich, um die untersten 500 Meter der Atmosphäre schnell zu vermessen und dabei mit mehreren Flügen die Änderungen im Laufe des Tages zu erfassen. Für die größeren Höhen bis 5500 Meter verwenden wir unsere unbemannten Flugzeuge vom Typ MASC“, sagt Dr. Andreas Platis, Post-Doc in der Arbeitsgruppe.</p><p>Während der Episoden, wenn der Saharastaub über das Mittelmeer kommt, werden die Staubpartikel typischerweise in der unteren Hälfte der Troposphäre aus der Nordsahara nach Zypern transportiert. „Der Saharastaub spielt eine wichtige Rolle in der Klimatologie, weil er unter anderem die Reflexion der Sonneneinstrahlung in der Atmosphäre und auf Oberflächen verändert, das Sonnenlicht am Boden abschwächt und die Entstehung von Wolken fördert. Außerdem wirkt er als Dünger in Ökosystemen wie dem Amazonas-Regenwald. Staub verändert die Luftqualität und kann gesundheitsschädigend wirken“, erklärt Bange. Auch 2022 erreichten große Mengen Saharastaub wieder Mitteleuropa. In Süddeutschland ging er dieses Jahr bereits zwei Mal jeweils über mehrere Tage hinweg nieder, verschlechterte die Luftqualität, verschleierte den Himmel und bedeckte draußen Oberflächen aller Art.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-78905</guid><pubDate>Wed, 18 May 2022 10:07:03 +0200</pubDate><title>Überweidung kippt komplettes Ökosystem </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/ueberweidung-kippt-komplettes-oekosystem/</link><description>Forschungsteam mit Tübinger Beteiligung identifiziert Grenzwert auf mikrobiologischer Basis</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Tibetplateau hat eine besondere Bedeutung als Weideökosystem, als Kohlenstoffspeicher, für die Entstehung des Monsuns und für die Trinkwasserversorgung. Bei niedriger bis moderater Beweidung schützen tote und lebende Wurzeln der dort verbreiteten Kobresiarasen die Böden vor Degradation, also dem schrittweisen Verlust ihrer Ökosystemfunktionen bis hin zur Erosion. Ein internationales Forschungsteam mit Tübinger Beteiligung hat erstmals auf mikrobiologischer Basis den kritischen Grenzwert der Beweidung identifiziert, ab dem eine Degradation unumkehrbar ist. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift <em>Nature Communications </em>veröffentlicht.</p>]]></content:encoded><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-78902</guid><pubDate>Wed, 18 May 2022 09:34:10 +0200</pubDate><title>Amyotrophe Lateralsklerose (ALS): Was Rotwein mit einer künftigen Therapie zu tun haben könnte</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/amyotrophe-lateralsklerose-als-was-rotwein-mit-einer-kuenftigen-therapie-zu-tun-haben-koennte/</link><description>Tübinger Forschende entdecken grundlegenden Mechanismus der Krankheitsentstehung – eine Rotweinsubstanz reguliert ein wichtiges Enzym und könnte Ansatz für künftige ALS-Therapie sein</description><content:encoded><![CDATA[<p>Dem Rotwein werden einige gute Wirkungen zugeschrieben. Nun rückt einer seiner Inhaltsstoffe auch in das Blickfeld von Tübinger Hirnforschenden, die einen Therapieansatz für die Erkrankung Amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS, untersuchen. Sie haben einen grundlegen Mechanismus entschlüsselt, der bei der Entstehung der ALS eine Rolle spielt. Bei der Erkrankung sterben Nervenzellen, weil in ihrem Inneren ein Protein verklumpt und dadurch lebenswichtige Zellabläufe stört. Das Forschungsteam beschreibt nun einen biochemischen Prozess, der diese Verklumpung auslöst. Er wird in der Zelle von dem Enzym Sirtuin-1 reguliert. Die Menge an Sirtuin-1 wiederum lässt sich durch die Zugabe von Resveratrol steigern, einer Substanz, die natürlicherweise in Weinbeeren vorkommt. Sollten sich die Erkenntnisse in weiteren Studien bestätigen, könnte der Wirkstoff aus dem Wein Ansatzpunkt für eine mögliche Therapie sein. Das Team um Professor Dr. Philipp Kahle vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung, der Universität Tübingen und dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen hat die Studie in <em>Nature Communications </em>veröffentlicht.&nbsp;</p><p>Die Amyotrophe Lateralsklerose ist vielen durch das Schicksal des Physikers Stephen Hawking oder durch die „Ice Bucket Challenge“ im Sommer 2014 bekannt. Eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Krankheit spielt ein kurz als TDP-43 bezeichnetes Protein. Es befindet sich normalerweise im Zellkern und ist an der Umsetzung der genetischen Information aus der DNA in Proteine beteiligt.&nbsp;</p><p>Bei der ALS-Erkrankung sammelt sich das TDP-43 Protein in großen Klumpen in Nervenzellen an. „Durch die Verklumpungen ist der reguläre Zellbetrieb gestört und die betroffenen Zellen gehen langfristig zugrunde“, erklärt Studienleiter Kahle. Sind ganze Zellgruppen abgestorben, führt das zu dem charakteristischen Krankheitssymptom: einer zunehmenden Muskelschwäche, die bis zu einer vollständigen körperlichen Lähmung führen kann.</p><p>Mit der aktuellen Studie wollte das Forschungsteam verstehen, wie es zu den schädlichen Proteinansammlungen kommt. Um die molekularen Prozesse in der Petrischale genauer zu untersuchen, nutzten sie biochemische Methoden und mikroskopische Bildgebung. Dabei entdeckten sie den gesuchten Mechanismus: Die Verklumpung wird ausgelöst, wenn an einer bestimmten Stelle in TDP-43 eine sogenannte Acetylgruppe eingefügt wird. Dieser Prozess wird von Fachleuten auch Acetylierung genannt.</p><p>„Die Acetylierung eines Proteins ist ein gängiger Mechanismus, um seine Funktion zu regulieren“, erklärt Erstautor Jorge Garcia Morato. „Das scheint auch hier der Fall zu sein. Trägt TDP-43 eine Acetylgruppe, löst es seine bisherige Bindung mit der mRNA und fängt stattdessen an, sich an andere TDP-43 Proteine zu binden. Auf diese Weise sammeln sich die schädlichen Eiweißklumpen in der Zelle an.“&nbsp;</p><p>Die zweite wichtige Erkenntnis der Tübinger Studie ist, dass das Forschungsteam die Acetylgruppe durch Zugabe von Sirtuin-1 entfernen konnte. „Sirtuin-1 ist ein Enzym, das an vielen Zellprozessen beteiligt ist. Seine Aktivität können wir mit bekannten Wirkstoffen kontrollieren“, freut sich Garcia Morato.&nbsp;</p><p>„Der berühmteste Wirkstoff ist Resveratrol“, ergänzt Kahle. Die natürliche Substanz aus Weinbeeren wurde bereits vielfach auf mögliche positive Effekte bei Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Alzheimer und manchen Autoimmunkrankheiten sowie ein langes Leben untersucht, bisher allerdings mit uneinheitlichen Ergebnissen. &nbsp;</p><p>Die neuen Erkenntnisse des Tübinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind für alle neurodegenerativen Erkrankungen bedeutend, deren Entstehung mit Verklumpungen des Proteins TDP-43 in Zusammenhang gebracht werden. Neben ALS ist dies bei der Frontotemporalen Demenz und manchen Alzheimer-Formen der Fall.&nbsp;</p><p>Die Forschenden versuchen nun, die Studienergebnisse in<em> post-mortem </em>Gewebe von Patientinnen und Patienten zu bestätigen. „Bis die Ergebnisse von der Petrischale in die klinische Praxis übertragen werden können, sind noch viele Untersuchungen nötig“, sagt Kahle. „Dann werden wir wissen, ob neben dem Geschmack vielleicht noch mehr im Rotwein steckt.“&nbsp;</p><p>An der Studie waren neben den beiden genannten Autoren außerdem Dr. Regina Feederle, Professorin Dr. Manuela Neumann, Dr. Johannes Gloeckner und Felix von Zweidorf vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, Dr. Friederike Hans und Dr. Angelos Skodras vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung sowie Dr. Simon J. Elsasser vom Karolinska Institut in Schweden und Professor Dr. Emanuele Buratti vom International Centre for Genetic Engineering and Biotechnology in Italien beteiligt.</p><h3>Originalpublikation:</h3><p>Garcia Morato, Jorge et al. (2022): Sirtuin-1 sensitive lysine-136 acetylation drives phase separation and pathological aggregation of TDP-43, <em>Nature communications</em>, 13,1, 1223.&nbsp;doi: 10.1038/s41467-022-28822-7&nbsp;&nbsp;<br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-78869</guid><pubDate>Tue, 17 May 2022 12:29:55 +0200</pubDate><title>Zündeln vor 9.500 Jahren</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/zuendeln-vor-9500-jahren/</link><description>Im baden-württembergischen Ammertal gab es zur Zeit des Mesolithikums bereits Brandrodung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Schon vor 9.500 Jahren setzten die Menschen in Europa Brandrodung ein, um Land für sich nutzbar zu machen. Dies zeigen Umweltdaten aus zwei Bohrkernen aus dem Ammertal, die Wissenschaftlerinnen und&nbsp;Wissenschaftler des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen (S-HEP) generiert und in Beziehung gesetzt haben zu Ergebnissen aus den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg ausgegrabenen, mesolithischen Fundstreuungen von Rottenburg-Siebenlinden. In ihrer im Fachjournal „Journal of Quaternary Science“ erschienenen Studie gehen sie der Frage nach, inwieweit Klima oder anthropogene Faktoren in den letzten 11.500 Jahren eine Rolle bei der Entwicklung der Vegetationslandschaft des Ammertals spielten. Ein besonderes Augenmerk legten die Forschenden dabei auf Brände, die von steinzeitlichen Jägerinnen und Jägern sowie Sammlerinnen und Sammlern eingesetzt wurden.</p><p>Die Mittelsteinzeit begann mit dem Holozän, der heutigen Warmzeit, vor rund 11.700 Jahren – der damalige Klimaumschwung brachte auch eine Wiederbewaldung, insbesondere mit Kiefer, Birke und Hasel, mit sich. Die Herden eiszeitlicher Steppentiere, wie Rentier oder Mammut, wurden von Waldtieren, wie Reh und Wildschwein abgelöst. „Typisch für das Mesolithikum sind sogenannte Mikrolithen – kleinformatige Silexgeräte, die zu Beginn des Mesolithikums eher dreieckig und später viereckig gearbeitet waren. In den mesolithischen Fundstreuungen von RottenburgSiebenlinden, nahe Tübingen, wurden zahlreiche dieser Artefakte geborgen“, erklärt Shaddai Heidgen, Doktorandin bei S-HEP und fährt fort: „In unserer jüngsten Studie haben wir erforscht, wie sich die Landschaft des Ammertals in der Zeit des Mesolithikums verändert hat – und wer für diesen Wandel, insbesondere für die zahlreichen Brände in diesem Zeitraum, verantwortlich war.“</p><p>Anhand von Pollenanalysen, Mikro- und Makroholzkohleresten sowie durch die Rekonstruktion des Paläoklimas aus<br> Sedimentkernen konnte das Forschungsteam feststellen, dass zwischen 10.100 und 9.800 Jahren vor heute die offene und feuchte Vegetation durch natürliche Brände dominiert wurde. „Diese schufen günstige Voraussetzungen für mesolithische Siedlungen – wie sie auch in Rottenburg-Siebenlinden gefunden wurden“, erläutert Heidgen und ergänzt: „Es entstanden durch die Feuer attraktive Standorte für Pflanzenfresser sowie Pioniervegetation, wie beispielsweise Haselnüsse.“</p><p>Laut der Studie begannen die damaligen Menschen die Brandrodungen ab 9.500 Jahren vor heute gezielt für ihre Zwecke<br> einzusetzen. Die Tübinger Wissenschaftlerin hierzu: „Unsere Holzkohlen- und Pollenanalysen zeigen, dass die häufigen Brände in der zunehmend aus Laubbäumen bestehenden Landschaft von mesolithischen Jägerinnen und Jägern sowie Sammlerinnen und Sammlern kontrolliert wurden. Zudem fallen die archäologischen Horizonte des mesolithischen Siedlungsareals mit den zwar eher schwachen, aber häufigen Feuern zusammen.“</p><p>Kommende Forschungsprojekte sollen dabei helfen, die mesolithischen Landnutzungsstrategien und Siedlungsaktivitäten in der Region noch genauer zu verstehen.</p><p class="align-right"><em>Pressemitteilung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-78854</guid><pubDate>Mon, 16 May 2022 16:49:46 +0200</pubDate><title>Graduiertenkolleg MOMbrane verlängert</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/graduiertenkolleg-mombrane-verlaengert/</link><description>DFG bewilligt weitere vier Jahre für Forschungsprogramm zu Mitochondrien</description><content:encoded><![CDATA[<p>Mitochondrien sind Zellorganellen und gelten als die Kraftwerke der Zellen. Sie sind auch an vielen anderen medizinisch relevanten Prozessen beteiligt. Eine herausragende Eigenschaft stellt ihr Doppelmembransystem dar. Seit 2018 widmen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DFG-geförderten Graduiertenkollegs „MOMbrane: Die vielfältigen Funktionen und die Dynamik der mitochondrialen äußeren Membran (MAM)“ ihre Aufmerksamkeit eben dieser äußeren der beiden Membranen, kurz MAM.&nbsp;</p><p>Als Grenzfläche zwischen dem Organell und dem Rest des Zellinneren kommt dieser Membran die zentrale Stellung für die Integration der Mitochondrien in alle zellulären Prozesse zu. Daraus folgt, dass eine funktionell defekte MAM die Ursache verschiedener Krankheiten sein kann. Nach erfolgreicher Zwischenevaluation sichert jetzt die DFG-Förderung in Höhe von knapp vier Millionen Euro die essentielle Grundlagenforschung des Graduiertenkollegs bis in das Jahr 2027.</p><p>Neben dem Forschungsprogram zeichnet sich die Wiesenschaftlergruppe durch eine enge internationale Zusammenarbeit mit Kollegen vom Weizmann Institute of Science (Israel) aus. Auch in Zukunft steht im Zentrum der Bemühungen die Fragestellung, wie die Proteine der MAM, Transport-, Biogenese- und Signalprozesse vermitteln. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden dazu beitragen die Ursachen von Krankheiten, die auf defekten mitochondrialen Membransystemen beruhen, zu verstehen.</p><p>Weitere Infromationen:&nbsp; <a href="https://www.mombrane.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.mombrane.de/</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-78683</guid><pubDate>Fri, 13 May 2022 10:15:00 +0200</pubDate><title>Rebecca C. Reisch wird erste Geschäftsführerin der Cyber Valley GmbH</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/rebecca-c-reisch-wird-erste-geschaeftsfuehrerin-der-cyber-valley-gmbh/</link><description>Wissenschaftsministerin Theresia Bauer: „Cyber Valley GmbH als zentraler Knotenpunkt im Netzwerk“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Fünf Jahre nach dem Start des Forschungskonsortiums in der Region Stuttgart-Tübingen startet Cyber Valley mit der Gründung der Cyber Valley GmbH in die nächste Phase in der Entwicklung des KI-Ökosystems. Mit Wirkung zum 1. Juni 2022 ist Rebecca C. Reisch als Geschäftsführerin bestellt worden. Als erfahrene Gründerin und Führungskraft verantwortet Rebecca Reisch künftig alle Aktivitäten der Cyber Valley GmbH. Gesellschafter der Cyber Valley GmbH sind das Land und die Max-Planck-Gesellschaft.</p><p>„Die Cyber Valley GmbH hält das KI-Ökosystem mit all seinen Akteuren zusammen, knüpft Verbindungen nach außen, vernetzt unterschiedliche Zielgruppen und bietet eine Reihe spannender Veranstaltungen. Damit bringt Cyber Valley auch den öffentlichen Dialog über künstliche Intelligenz als eine der Schlüsseltechnologien unserer Zeit voran, die jede und jeden von uns betrifft“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer am Freitag (13. Mai) in Stuttgart.</p><p>Finanzminister Dr. Danyal Bayaz: „Spitzenforschung gehört zur DNA unseres Landes. Künstliche Intelligenz kann zu einer künftigen Quelle unseres Wohlstands werden. Eine gut vernetzte und erfahrene Geschäftsführerin wie Frau Reisch ist für die Cyber Valley GmbH ein Glücksfall.“</p><p>Cyber Valley gewinnt in Rebecca Reisch unternehmerische und kaufmännische Kompetenz. Die 41-jährige Stuttgarterin ist zudem in der Start-up- und Venture-Capital-Szene bestens vernetzt. Neben der wissenschaftlichen Spitzenforschung, Förderung von Top-Talenten und der Profilierung der Region Stuttgart-Tübingen wird Reisch ihr Augenmerk besonders auf Innovation und Entrepreneurship legen.</p><p>„In Rebecca Reisch als Geschäftsführerin haben wir eine erfahrene Führungspersönlichkeit gewonnen, die die Vision des Cyber Valley als führende Drehscheibe für Forschung und Unternehmertum im Bereich der KI vorantreiben kann. Sie ist die ideale Führungskraft, um Cyber Valley zum Motor einer neuen KI-Wirtschaft zu machen“, sagte Michael J. Black, Cyber Valley Sprecher und Direktor am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme (MPI-IS) in Tübingen. „Wir haben Cyber Valley als Heimat für KI-Forschung von Weltrang fest etabliert – und jetzt erhält Cyber Valley mit der GmbH eine Plattform, in der Spitzenforschung, Start-ups, Mittelstand und Industrie noch enger vernetzt werden. Es geht nun zunehmend darum, Cyber Valley zur Brutstätte für die Gründung neuer KI-fokussierter Unternehmen zu machen.“</p><p>„Künstliche Intelligenz ist nicht nur Start-ups und Großkonzernen vorbehalten, auch mittelständische Unternehmen sichern sich ihre Wettbewerbsfähigkeit, wenn sie sich jetzt mit intelligenten Systemen auseinandersetzen“, erklärte Rebecca Reisch. „Die Grundlagen sind gelegt. Gemeinsam mit meinem Team möchte ich die bisherige Erfolgsgeschichte von Cyber Valley fortschreiben. Die Vernetzung der KI-Forschung mit der Wirtschaft kontinuierlich voranzutreiben, ist unser Ziel. Unternehmertum ist meine Leidenschaft.“</p><h3><br> Weitere Informationen</h3><h4>Rebecca C. Reisch</h4><p>Reisch war zuletzt stellvertretende Geschäftsführerin bei nexMart. Dort verantwortete sie als Director Customer Success &amp; Operations die Bereiche Project und Process Management, Data Intelligence, Connectivity und Customer Sup-port &amp; Solutions. Sie ist zudem zertifizierte Coachin für Teams und Individuen mit den Schwerpunkten Führung und Unternehmertum. Dank eigener Erfahrung in der Unternehmensgründung bringt Reisch nicht nur die Außen-, sondern auch die Innenperspektive der Start-up-Kultur ins Cyber Valley Ökosystem. 2002 erwarb sie an der Katz Graduate School of Business in Pittsburgh, USA, den Master of Business Administration (MBA), 2003 schloss sie ihr Studium an der European Business School in Oestrich-Winkel als Diplom-Kauffrau ab.</p><h4>Über Cyber Valley</h4><p>Cyber Valley ist Europas größtes Forschungskonsortium im Bereich der künstlichen Intelligenz mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie. Das Land Baden-Württemberg, die Max-Planck-Gesellschaft mit dem Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, die Universitäten Stuttgart und Tübingen sowie Amazon, BMW AG, IAV GmbH, Mercedes-Benz Group AG, Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Robert Bosch GmbH und ZF Friedrichshafen AG sind die Gründungspartner dieser Initiative. Seit 2019 ist zudem die Fraunhofer-Gesellschaft Cyber Valley Partner. Unterstützt wird Cyber Valley zudem von der Christian Bürkert Stiftung, der Gips-Schüle-Stiftung, der Vector Stiftung und der Carl-Zeiss-Stiftung.</p><p>Das Forschungskonsortium Cyber Valley feierte im vergangenen Dezember sein <a href="https://cyber-valley.de/de/five-years" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">fünfjähriges Bestehen</a> – und kann auf zahlreiche <a href="https://cyber-valley.de/de/news/milestones" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Meilensteine</a> in seiner Entwicklung verweisen: Dazu gehören das stets wachsende <a href="https://cyber-valley.de/de/research" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Ökosystem der Forschenden</a>, die ebenfalls immer größer werdenden <a href="https://cyber-valley.de/de/start-up-network" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Start-up</a>- und <a href="https://cyber-valley.de/de/investor-network" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Investoren</a>-Netzwerke sowie die partizipativen Angebote aus dem Bereich des <a href="https://cyber-valley.de/de/public-engagement" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Public Engagements</a> und des Innovation Managements, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen.</p><h4>Cyber Valley GmbH</h4><p>Die Cyber Valley GmbH wurde um den Jahreswechsel 2021/22 durch die Gesellschafter Land Baden-Württemberg (51%) und Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V. (49%) gegründet. Sie soll Cyber Valley mit den Standorten Stuttgart und Tübingen als international ausstrahlungsstarken Innovationscampus für künstliche Intelligenz und Robotik stärken, entwickeln und bekannt machen sowie die Akteure untereinander und zu Dritten vernetzen. Diese Managementeinheit wird nicht wissenschaftlich tätig, sondern über-nimmt insbesondere Vermarktungs- und Unterstützungsaufgaben. Finanziert wird sie hauptsächlich durch das Land.</p>]]></content:encoded><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-78743</guid><pubDate>Fri, 13 May 2022 10:11:49 +0200</pubDate><title>Freigeist-Fellowships: Rund 17 Mio. Euro für dreizehn außergewöhnliche Forschungspersönlichkeiten</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/freigeist-fellowships-rund-17-mio-euro-fuer-dreizehn-aussergewoehnliche-forschungspersoenlichkeiten/</link><description>Förderung auch für Marlen Fröhlich aus der Tübinger Paläoanthropologie</description><content:encoded><![CDATA[<p>Mit ungewöhnlichen, risikoreichen Forschungsvorhaben konnten dreizehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Begutachtenden überzeugen: Sie erhalten ein Freigeist-Fellowship der VolkswagenStiftung, das ihnen maximalen Freiraum für ihre Forschung bietet. Unter den Geförderten ist auch Dr. Marlen Fröhlich von der Abteilung Paläoanthropologie am Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie der Universität Tübingen und dem Senckenberg Center for Human Evolution and Paleoenvironment.</p><p>Die Freigeist-Fellowships richten sich an Forscherinnen und Forscher aus allen Fachgebieten in den ersten vier Jahren nach ihrer Promotion. Um Freigeist-Fellow werden zu können, müssen die Forschungspersönlichkeiten nicht nur eine herausragende fachliche Expertise mitbringen, sondern auch über die Grenzen der eigenen Fachdisziplin hinausblicken und kritisches Analysevermögen mit neuen Perspektiven und Lösungsansätzen verbinden.</p><p>Zum Stichtag im April 2021 hatten rund 170 Forscherinnen und Forscher ihre Projektideen eingereicht. Dreizehn von ihnen erhalten nun nach Beschluss des Kuratoriums der Stiftung ein Fellowship. Das Projekt „Pathways to language: The role of communicative plasticity in joint action coordination“ der Tübinger Wissenschaftlerin Dr. Marlen Fröhlich wird mit 1,3 Millionen Euro gefördert.</p><p>&nbsp;Mit einer Laufzeit von maximal acht Jahren und einer möglichen Gesamtförderung von bis zu 2,2 Mio. Euro bieten die Freigeist-Fellowships eine gute Karriereperspektive für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einem frühen Stadium ihrer Laufbahn.&nbsp;</p><p class="align-right"><em>Nach einer Pressemitteilung der VolkswagenStiftung</em></p><p>&nbsp;</p><h3>Weitere Informationen</h3><p><a href="/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/arbeitsgruppen/urgeschichte-naturwissenschaftliche-archaeologie/ina/palaeoanthropologie/mitarbeiter/froehlich-marlen/" class="internal-link">Webseite von Dr. Marlen Fröhlich</a></p><p><a href="https://www.volkswagenstiftung.de/unsere-foerderung/unser-foerderangebot-im-ueberblick/freigeist-fellowships" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Freigeist-Fellowships der VolkswagenStiftung</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-78611</guid><pubDate>Wed, 11 May 2022 14:57:11 +0200</pubDate><title>Doppelter Anlass zur Freude</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/doppelter-anlass-zur-freude/</link><description>Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Tübingen erhalten zwei neue Graduiertenkollegs  </description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Medizinische Fakultät der Universität Tübingen darf sich zusammen mit dem Universitätsklinikum über gleich zwei neue Graduiertenkollegs freuen. Zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die Graduiertenkollegs „Psychische Gesundheit von Frauen in der reproduktiven Lebensphase“ und „Nicht-kanonische G-Protein-abhängige Signalwege: Mechanismen, Funktionen, Konsequenzen“ bewilligt. Sie werden mit rund 7 Millionen Euro (Psychische Gesundheit von Frauen) bzw. rund 5,3 Millionen Euro (Nicht-kanonische G-Protein-abhängige Signalwege) für einen Zeitraum von fünf Jahren gefördert.</strong></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-78212</guid><pubDate>Tue, 03 May 2022 15:26:34 +0200</pubDate><title>„Exzellent erklärt“ für Deutschen Podcastpreis nominiert</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/exzellent-erklaert-fuer-deutschen-podcastpreis-nominiert/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Der gemeinsame Podcast der Exzellenzcluster „Exzellent erklärt – Spitzenforschung für Alle“ nimmt in der Kategorie „Wissen“ am Wettbewerb des „Deutschen Podcastpreises“ teil. Noch bis 05.05.2022 kann per Publikumsvoting für den Podcast gestimmt werden.</p><ul><li><a href="https://www.deutscher-podcastpreis.de/podcasts/exzellent-erklaert-spitzenforschung-fuer-alle/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Hier für den Podcast abstimmen</a></li></ul><h3><span style="font-size:1rem">Der Podcast „Exzellent erklärt – Spitzenforschung für Alle“</span></h3><p>57 Exzellenzcluster – ein Podcast: Regelmäßig berichtet „Exzellent erklärt“ aus einem der Forschungsverbünde, die im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder gefördert werden.&nbsp;</p><p>Die Reise geht quer durch die Republik und genauso vielfältig wie die Standorte sind die Themen: von A wie Afrikastudien bis Z wie Zukunft der Medizin. In jeder Folge erwarten die Hörerinnen und Hörer Einblicke in die interdisziplinäre Arbeit eines Exzellenzclusters. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Exzellenzcluster sprechen mit Podcasterin Larissa Vassilian darüber, wie sie auf relevante Themen unserer Zeit wissenschaftlich fundierte Antworten finden wollen – für die Gesellschaft von morgen.</p><p>"Exzellent erklärt" nimmt aktuell an zwei Wettbewerben teil: "<a href="https://fastforwardscience.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Fast Forward Science 2021/22</a>" und "<a href="https://www.deutscher-podcastpreis.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Deutscher Podcastpreis</a>".</p><p>Im November 2021 ist die Tübinger Podcastfolge des Exzellenzclusters “Controlling Microbes to Fight Infections” (CMFI) erschienen. Darin spricht Lisa Maier, ehemalige&nbsp;Nachwuchsgruppenleiterin im Exzellenzcluster CMFI und heute Professorin für Mikrobiom-Wirts-Interaktionen an der Medizinischen Fakultät, über „<a href="https://exzellent-erklaert.podigee.io/3-neue-episode" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Bakterien im Darm — Wie Medikamente unser Mikrobiom beeinflussen</a>“.</p><ul><li><a href="https://open.spotify.com/show/2Trxj72lIJdZ55XD9YyO6A" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Auf Spotify hören</a></li><li><a href="https://podcasts.apple.com/us/podcast/exzellent-erkl%C3%A4rt-spitzenforschung-f%C3%BCr-alle/id1583022149" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Auf Apple Podcasts hören</a></li></ul><h3>Deutscher Podcast Preis&nbsp;</h3><p>Gesprochene Worte lassen Tag für Tag ganze Welten in unseren Köpfen entstehen. Mit dem Deutschen Podcast Preis möchten wir den Menschen hinter diesen Worten eine entsprechend große Bühne geben und die besten Formate, Ideen und Momente jährlich auszeichnen.</p><p>Der Deutsche Podcast Preis wurde von führenden Akteuren aus der Audiobranche ins Leben gerufen und wird in diesem Jahr zum dritten Mal verliehen. Der Preis prämiert in ausgewählten Kategorien die besten Formate der deutschen Podcast-Landschaft und schafft so mehr Aufmerksamkeit für die Menschen hinter den Mikrofonen. Ausgezeichnet werden die Macher:innen, die mit Leidenschaft und Know-how das gesprochene Wort zum Hörerlebnis machen. Denn diese Köpfe sind die treibenden Kräfte hinter der Faszination für Audio.<br> Podcasts sind viel mehr als das Bannen von Gesprächen auf einer Tonspur und bieten ganz andere Herausforderungen und Chancen für die Macherinnen und Macher. Dieser Preis gibt dem Podcast-Genre einen Rahmen, der die Themenvielfalt der unterschiedlichen Angebote widerspiegelt und für noch mehr Hörerinnen und Hörer und Medien sichtbar macht.</p><p class="align-right">Pressemeldung Deutscher Podcastpreis</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-78068</guid><pubDate>Mon, 02 May 2022 17:00:00 +0200</pubDate><title>Only 3% of potential bacterial drug sources known</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/only-3-of-potential-bacterial-drug-sources-known/</link><description>Bioinformatics study pinpoints the most promising bacterial candidates for successful future investigations</description><content:encoded><![CDATA[<p>How much do we know about natural resources for drugs? A bioinformatics study indicates that we might have so far uncovered only 3% of potential bacterial drug sources, pinpoints the most promising bacterial candidates, and therefore could help decide, which bacteria deserve further attention for successful future investigations. This is good news at a time when new drugs are desperately needed due to the emerging antibiotic resistance crisis.</p><h3>Where to search for new drugs?</h3><p>Natural Products of bacterial origin have been studied for decades now as sources of drugs, such as antibiotics. However, the rate of new drug discovery has stagnated. The question raised is:</p><p>Is there more to discover in nature or has this source of drugs run out?</p><p>If there is more out there, where to search for it? Which bacterial groups look promising and how many are they?</p><p>Genome mining, a bioinformatics strategy, can play a key role in identifying those promising groups and increase the probability of successfully discovering a new bacterial drug resource. With Genome mining it is possible to detect the genes that are responsible for the production of a certain compound. The mining criteria are being set for a target-oriented search through the genome to identify the sequences of interest. Those sequences are usually genes.</p><h3>Solid data for better decision-making</h3><p>Starting point was the observation, that the decision for a certain genus at the very beginning of every search for a new compound is not trivial. Many labs go for well-known <em>Streptomyces </em>since it seems to be the most divers genus. But reliable data on which to base this decision do rarely exist. Researchers from the Cluster of Excellence CMFI at the University of Tübingen, together with colleagues from Wageningen University, Scripps Research Florida, Helmholtz Centre for Infection Research (HZI) and the German Center for Infection Research (DZIF) wanted to establish solid data and distinct criteria to be used for better decision making. In a first step collected bacterial genomes publicly available from databases and from microbiome studies.</p><p>With a genome mining method Biosynthetic Gene Clusters (BGCs) were identified. BGCs, that is, a bunch of genes that cluster together in the genome and encode everything necessary for the biosynthesis of the same Natural Product. These data gave insights in how many and what kind of compounds each microbe can synthesize.</p><p>However, it is possible that two completely different bacteria produce the exact same compound, either due to their common ancestor or due to the acquisition of the necessary genes via Horizontal Gene Transfer (HGT), that is, — in contrast to vertical gene transfer from parent to offspring — the transfer of genetic material between different organisms.</p><p>For that reason, looking only at the Gene Clusters was not enough. With tools from bioinformatics the team grouped them into so-called Gene Cluster Families according to their similarity. The results showed that a genome could include five Gene Clusters that span over four Gene Cluster Families, or it could include fifteen Gene Clusters that span over three Gene Cluster Families.</p><p>Having quantified the biosynthetic diversity of known bacteria, the researchers were able to build a computational model to predict how much diversity could be found in the bacterial kingdom.</p><p>”The result is a very hopeful message for the future of Natural Product research. Especially since the 3% is the highest possible number - we could still be underestimating the bacterial kingdom's hidden potential.” says Athina Gavriilidou, first author of the study.</p><h3>Select the most promising candidates</h3><p>Knowing that there is more to discover, the research team still needed to point out which bacteria are really worth their time and effort to be studied further.</p><p>“Quite often there is only rediscovery of known compounds at the end of time-consuming work in the laboratory. Therefore, we do not only need to identify bacteria that produce much, but also those who produce a diversity of compounds. This way a research strategy becomes more effective and the chances of finding something new increases,” says Prof. Dr. Nadine Ziemert, Principal Investigator and Board member at the Cluster of Excellence CMFI and head of the study.</p><p>Instead of looking at the bacterial kingdom as a whole, the researchers inspected each bacterial genus (group of closely related species). By doing so, they were able to create a ranking based on the predicted biosynthetic diversity of all discovered genera from most to least promising. Based on the biosynthetic diversity of the genera, uniform taxa could be created. Those equivalences enable for a more precise comparison of the genera. Streptomyces, for example, was subdivided into 21 smaller genera by applying the new metrics. This puts its preeminence in the search for new agents into perspective.</p><p>The results were combined with the so-called phylogenetic tree of bacteria, which depicts evolutionary relationships. An exciting yet complicated image emerged, that allows to visualize the biosynthetic capacity of all identified bacteria.</p><p>“Our results show how important bioinformatics are, when we think of interdisciplinary research in the life sciences and effective ways to search for new drugs. Our findings enable researchers to focus on the most promising spots in the bacterial kingdom. It is nice to see how much ungrazed ground we have in front of us. Having these promising fields in sight is an exciting development while facing a growing number of drug resistances and less newly discovered compounds. That is our next challenge: We have the genes now. What we need to find are the new actual compounds,” Ziemert says.</p><p class="align-right">Leon Kokkoliadis<br> &nbsp;</p><h3>Publication:</h3><p>Gavriilidou A, Kautsar SA, Zaburannyi N, Krug D, Müller R, Medema MH, Ziemert N. Compendium of specialized metabolite biosynthetic diversity encoded in bacterial genomes&nbsp;<em>Nat Microbiol. </em>7(5). (2022) doi: <a href="https://doi.org/10.1038/s41564-022-01110-2" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41564-022-01110-2</a>.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-77879</guid><pubDate>Wed, 27 Apr 2022 09:39:01 +0200</pubDate><title>Adipositas-on-Chip – innovatives Modellsystem zur Erforschung von Fettleibigkeit</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/adipositas-on-chip-innovatives-modellsystem-zur-erforschung-von-fettleibigkeit/</link><description>Adipositas kommt selten allein. Die krankhafte Fettleibigkeit geht oftmals einher mit Erkrankungen wie Diabetes. Speziell das weiße Fettgewebe spielt bei der Entstehung der Stoffwechselerkrankung eine zentrale Rolle. Forschende des NMI Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Instituts in Reutlingen entwickelten nun in Kooperation mit der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen und dem Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB ein innovatives Mix &amp; Match Organ-on-Chip-Modell. Die in der Fachzeitschrift Advanced Science veröffentlichten Forschungsergebnisse zeigen, wie sich mit dem Chip verschiedenste Aspekte der Adipositas-Erkrankung individuell simulieren lassen – ganze ohne Tierversuche.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Von der ersten Sekunde bis etwa zum 25. Lebensjahr – in dieser Zeitspanne nimmt ein Mensch an Gewicht zu, entwickelt sich und wächst, bis er schließlich sein endgültiges Körpergewicht erreicht hat. Dabei weiß unser Körper stets, wann unser Hunger gestillt ist und alle notwendigen Stoffe aufgenommen wurden. Als Folge tritt ein Sättigungsgefühl ein. Fehlt dieses Signal oder wird es ignoriert, ist der Weg geebnet für eine sich entwickelnde Adipositas. Nicht selten steckt aber auch eine Fehlernährung hinter der krankhaften Fettleibigkeit.</p><p>Grundsätzlich ist die krankhafte Gewichtszunahme Risikofaktor für eine Vielzahl von Erkrankungen. Neben Diabetes mellitus Typ 2, Herz-Kreislauf- und neurologischen Erkrankungen begünstigt eine Adipositas mindestens 13 verschiedene Krebsarten. Die Folgen von Adipositas können gravierend sein und sind deshalb ein nicht nur aktuelles, sondern auch sehr wichtiges Forschungsgebiet.</p><h3>Ein Blick ins Fettgewebe</h3><p>Fettgewebe lässt sich in verschiedene Typen unterteilen, weißes, braun/beiges und rosa Fettgewebe. Neben der Farbe unterscheiden sich die Gewebearten durch ihre einzigartige Zellzusammensetzung und Funktion. Schaut man sich die Bestandteile des weißen Fettgewebes genauer an, so lassen sich hier die Spezialisten des Fettstoffwechsels, die weißen Fettzellen, finden. Sie kümmern sich um Fetteinlagerungen – also die Energiereserven – und beeinflussen den Energiestoffwechsel durch Hormonausschüttungen. Des Weiteren lassen sich im weißen Fettgewebe eine Vielzahl von Immunzellen finden. Kommt es zu einer Überernährung, vermehren sich die Fettzellen, werden größer und lösen eine Kaskade von Entzündungsprozessen aus.</p><h3>Fettgewebe in der Forschung</h3><p>Die Wissenschaft beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit Ursachen und Therapiemöglichkeiten von Adipositas, eine optimale Versuchsplattform mit einer validen Vorhersagekraft wurde bislang nicht entwickelt. Gesundheitsrisiken für Patient*innen machen die direkte Forschung am Menschen unmöglich. Viele Wissenschaftler*innen vertrauten demnach auf Tierversuche, um die pathophysiologischen Mechanismen hinter der Krankheit besser zu verstehen. Die geringe Übertragbarkeit der Ergebnisse vom Tier auf den Menschen schränkt allerdings die Aussagekraft der Tierversuche stark ein.&nbsp;Es bleibt der Blick in die Petrischale. Welche Möglichkeiten bieten Zellkulturen?<br> &nbsp;<br> Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Peter Loskill, Gruppenleiter am NMI und Brückenprofessor an der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen, der von 2016 bis 2021 die Attract-Gruppe Organ-on-a-Chip am Fraunhofer IGB leitete, entwickelt maßgeschneiderte Organ-on-Chip-Technologien. Diese speziellen Chips integrieren lebende Substrukturen von Organen in eine kontrollierte Mikroumgebung. Die Chips bestehen aus kleinen dreidimensionalen Kammern und Kanälen im Mikrometermaßstab und bilden die Funktionalität oder Krankheit eines Organs ab. Erste Systeme der Arbeitsgruppe konnten lediglich Fettzellen kultivieren. Das neue innovative Mix &amp; Match System integriert darüber hinaus alle wichtigen zellulären Komponenten, die sich auch im menschlichen weißen Fettgewebe wiederfinden lassen.</p><p>„Der Adipositas-Chip der nächsten Generation zeichnet sich durch seine hohe Flexibilität und Modularität aus. Neben der Energiespeicherung und -mobilisierung lassen sich mit dem Chip ebenso die fettgewebsspezifische Hormonausschüttung simulieren und verschiedenste Entzündungsprozesse mit einbeziehen. Dieser multidimensionale Ansatz ist bislang einzigartig!“, betont Prof. Loskill.&nbsp;Zukünftig bietet das neuartige System Wissenschaftler*innen eine humane Alternative zur Durchführung von Tierversuchen. Dadurch könnte nicht nur die Fettstoffwechsel-Forschung und die Medikamentenentwicklung von der neuen Testplattform profitieren, sondern auch die personalisierte Medizin vorangetrieben werden.</p><p class="align-right"><em>Pressemitteilung des NMI</em></p><h3>Publikation:</h3><p>Rogal et al. (2022). Autologous human immunocompetent white adipose tissue-on-chip. Advanced Science, 2104451, <a href="https://doi.org/10.1002/advs.202104451" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1002/advs.202104451</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-77783</guid><pubDate>Tue, 26 Apr 2022 12:00:00 +0200</pubDate><title>Two ERC Advanced Grants for Tübingen Researchers</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/two-erc-advanced-grants-for-tuebingen-researchers/</link><description>Linguist Harald Baayen examines mismatches between written and spoken language – Philosophy Professor Klaus Corcilius works on new overall interpretation of Aristotle’s philosophy of mind </description><content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://uni-tuebingen.de/securedl/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE3NzkzMzA1MDUsImV4cCI6MTc3OTQyMDUwNSwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW4vVW5pX1R1ZWJpbmdlbi9BbGxnZW1laW4vQmlsZGVyL2F0dGVtcHRvX29ubGluZS9MZXV0ZS8yMDIyLzIyLTA0LTI2X0VSQy1HcmFudHNfQmFheWVuX0NvcmNpbGl1c19kZXV0c2NoLnBkZiIsInBhZ2UiOjYxNzE0fQ.IT2ew63Y-D7153Cv7Um4srChtfepVDaHeHL6Zse81AE/22-04-26_ERC-Grants_Baayen_Corcilius_deutsch.pdf" class="download">German Version</a></p><p>Two researchers of Tübingen University have successfully applied for an Advanced Grant from the European Research Council (ERC). Harald Baayen, Professor for Quantitative Linguistics, examines in his project “Subliminal learning in the Mandarin lexicon“ (SUBLIMINAL) how we can improve second-language learning by taking into account that writing systems hide from our eyes the truth of how we really speak. Professor Klaus Corcilius from the Department of Philosophy devotes his project "Text and Idea of Aristotle’s Science of Living Things" (TIDA) to a new overall interpretation of Aristotle’s philosophy of mind. The projects are funded by the ERC with a sum of 2,5 million euros each for a period of five years, starting this fall.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-77276</guid><pubDate>Tue, 19 Apr 2022 16:03:51 +0200</pubDate><title>Julia Merlot ist neue Cyber Valley Journalist-in-Residence</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/julia-merlot-ist-neue-cyber-valley-journalist-in-residence/</link><description>„Spiegel“-Redakteurin forscht von April bis Juli 2022 zur Frage: Besseres Pandemiemanagement mit intelligenten Systemen?</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Cyber-Valley Journalist-in-Residence-Programm geht in Serie. Von April bis Juli 2022 wird sich Julia Merlot, Wissenschaftsredakteurin des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, unter anderem mit der Frage befassen, wie intelligente Systeme für ein besseres Pandemiemanagement ihren Weg in die Praxis finden können. Ihr Fokus liegt dabei auf der Perspektive von Gesellschaft und Nutzer:innen: Welche Anwendungen werden gewünscht und finden Akzeptanz, welche nicht?</p><p>Angesichts von etwa sechs Millionen Menschen, die in den ersten zwei Jahren der COVID-19-Pandemie an beziehungsweise mit dem Erreger SARS-CoV-2 gestorben sind, ist diese Frage relevanter denn je. Fehlte es vor allem zu Beginn der Pandemie an Material, Personal sowie oft auch an Wissen und Zeit, stellt die dynamische Ausbreitung des Erregers bis heute eine Herausforderung für Gesellschaften weltweit dar.</p><p>Intelligente Systeme könnten dazu beitragen, solche Eskalationen zukünftig zu verhindern oder besser zu managen. Dabei stellen sich neben technischen auch rechtliche, ethische und gesellschaftliche Fragen, etwa zum Datenschutz und zur Art und den Fähigkeiten von Anwendungen mit künstlicher Intelligenz (KI).</p><p>„Mich interessiert, welches Wissen in der Gesellschaft, in Gesundheitsämtern, Kliniken und in der Politik über mögliche KI-Anwendungen im Pandemiemanagement vorhanden ist“, sagt Merlot. „Wie werden unterschiedliche Anwendungsbereiche wahrgenommen und bewertet? Angefangen bei Chatbots für die Kontaktnachverfolgung, bis hin zu Systemen, die Vorschläge für Behandlungen von Patient:innen oder den Umfang von Schutzmaßnahmen&nbsp; machen.“</p><p>Merlot möchte in verschiedenen Gesprächsformaten und Workshops die Perspektiven von Forschenden, Anwender:innen und Bürger:innen erfahren. Am 9. Mai 2022 um 20:00 Uhr wird sie sich und ihr Projekt in einem öffentlichen Vortrag vorstellen. Dieser Vortrag wird auf dem offiziellen <a href="https://www.youtube.com/channel/UCPi8donVDkcOeM4C0CfP5fg" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Cyber Valley YouTube-Kanal</a> frei verfügbar live übertragen.</p><p>&nbsp;</p><h4>Über Julia Merlot:</h4><p>Julia Merlot hat in Darmstadt Wissenschaftsjournalismus studiert und ist seit acht Jahren Redakteurin im Ressort Wissen beim Nachrichten Magazin „Der Spiegel“ (früher „Spiegel Online“) in Hamburg. Zuvor schrieb sie unter anderem für „Zeit Wissen“ und „Geo Wissen“. Ihr Themenschwerpunkt liegt auf den Biowissenschaften und richtete sich mit dem Beginn der Coronapandemie maßgeblich auf die Virusausbreitung und deren medizinische Folgen. Merlot berichtet in verschiedenen Artikelformaten, in Videos und Podcasts und ist unter anderem Mitautorin der Bücher „Lockdown: Wie Deutschland in der Coronakrise knapp der Katastrophe entkam“ und „Mythos oder Medizin: Brauchen Wunden Luft oder Pflaster?“.</p><p>&nbsp;</p><h4>Über das Cyber Valley Journalist-in-Residence-Programm:</h4><p>In einem drei- bis sechsmonatigen Aufenthalt beschäftigt sich eine für dieses Programm freigestellte Wissenschaftsjournalistin bzw. Wissenschaftsjournalist damit, wie KI-Anwendungen sinnvoll für guten Journalismus genutzt werden können. Oder wie Journalist:innen angemessen und evidenz-basiert über die Technologien hinter dem Schlagwort „künstliche Intelligenz“ berichten können. Die von einer unabhängigen Jury ausgewählte Journalistin bzw. der ausgewählte Journalist bestimmt Thema und Fragestellung selbst. Das Programm ist eine Kooperation mit dem <a href="https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/forschung/zentren-und-interdisziplinaere-einrichtungen/rhet-ai-center/" target="_blank" class="external-link">Zentrum für Rhetorische Wissenschaftskommunikationsforschung zu künstlicher Intelligenz</a> (RHET AI Center). Es wird von der VolkswagenStiftung gefördert.</p><p>&nbsp;</p><h4>Über Cyber Valley:</h4><p>Cyber Valley ist Europas größtes Forschungskonsortium im Bereich der künstlichen Intelligenz mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie. Das Land Baden-Württemberg, die Max-Planck-Gesellschaft mit dem Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, die Universitäten Stuttgart und Tübingen sowie Amazon, BMW AG, IAV GmbH, Mercedes-Benz Group AG, Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Robert Bosch GmbH und ZF Friedrichshafen AG sind die Gründungspartner dieser Initiative. Seit 2019 ist zudem die Fraunhofer-Gesellschaft Cyber Valley Partner. Unterstützt wird Cyber Valley zudem von der Christian Bürkert Stiftung, der Gips-Schüle-Stiftung, der Vector Stiftung und der Carl-Zeiss-Stiftung.</p>]]></content:encoded><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-77192</guid><pubDate>Thu, 14 Apr 2022 11:21:18 +0200</pubDate><title>How the plague developed</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/how-the-plague-developed/</link><description>International team of researchers investigates the pathways of the bacterium Yersinia pestis in Eurasia from 5,000 to 2,500 years ago</description><content:encoded><![CDATA[<p>Reconstructed plague genomes reveal important stages in the early evolution of the plague bacterium, a study finds. As early as 5,300 years ago, Yersinia pestis caused plague in human populations. Relatively little is known about the genetic diversity, geographic spread, and transmission dynamics of the bacterial pathogen during its early evolution. Aida Andrades Valtueña, Wolfgang Haak, Johannes Krause, Alexander Herbig, and colleagues, among them Dr. Maria Spyrou from the Institute for Archaeological Sciences of the University of Tübingen, screened tooth samples from 252 individuals at 15 archeological sites across Eurasia and reconstructed 17 Y. pestis genomes dated to 5,000 to 2,500 years ago.</p><p>The analysis revealed that genetically distinct flea-adapted and non-flea-adapted forms of Y. pestis likely co-existed and evolved in parallel across vast regions of Western Eurasia for at least 2,500 years. The discovery of a flea-adapted lineage in Bronze Age Iberia expands the known geographic range of this form of the pathogen beyond central Eurasia and highlights the diversity of strains present in Eurasia shortly after the possible emergence of Y. pestis.</p><p>The non-flea-adapted lineage may have become extinct after the Iron Age. Together with archeological evidence, the results suggest that the spread of plague during this period was linked to increased human mobility, marked by the intensification of pastoralism, and enabled by the spread of ox-drawn carts and wagons as well as horse domestication. According to the authors, the findings reveal important stages in the early evolution of the plague pathogen.</p><p class="align-right">Press summary of the Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS)</p><h3>Publication:</h3><p>Aida Andrades Valtueña, Gunnar U. Neumanna, Maria A. Spyroua, Lyazzat Musralinab et al.: Stone Age Yersinia pestis genomes shed light on the early evolution, diversity, and ecology of plague. PNAS, <a href="https://doi.org/10.1073/pnas.2116722119" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1073/pnas.2116722119</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-76889</guid><pubDate>Thu, 07 Apr 2022 17:12:20 +0200</pubDate><title>Woher kommen die Fachkräfte von morgen?</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/woher-kommen-die-fachkraefte-von-morgen/</link><description>Forschende stellen 9+1 Thesen auf, um die Berufsbildung weiterzuentwickeln</description><content:encoded><![CDATA[<p>Klimawandel, Nachhaltigkeit, Digitalisierung oder die Energiewende stellen unsere Gesellschaft vor große Veränderungen. Doch wer montiert die Windräder oder Solaranlagen? Wer meistert die steigenden Anforderungen in der Pflege? Und wer sorgt dafür, dass in Schulen und Unternehmen wirklich digital vernetzt gearbeitet werden kann? Die Antwort erscheint klar: Ohne ausgebildete Fachkräfte wird es nicht funktionieren. Doch gleichzeitig werden Berufsausbildungen immer unattraktiver: Die Zahl der Ausbildungsverträge geht seit längerem zurück – ein Negativtrend, der sich in der Corona-Pandemie deutlich verschärfte. Und fehlen heute Auszubildende, fehlen morgen Fachkräfte. Unter der Leitung der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) sowie unter Beteiligung der Universität Tübingen haben Forscherinnen und Forscher ein wissenschaftliches Diskussionspapier mit „9+1“ Thesen veröffentlicht. Ihr Ziel: die Berufsausbildung weiterentwickeln, um so dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.</p><p>Mit ihren neun Thesen deckt die Arbeitsgruppe alle wichtigen Phasen der beruflichen Bildung ab:</p><ul><li>die berufliche Orientierung,</li><li>das Übergangssystem,</li><li>die duale Berufsausbildung,</li><li>die Berufsbildung im Pflegebereich,</li><li>die formale berufliche Weiterbildung,</li><li>die non-formale berufliche Weiterbildung,</li><li>die Übergänge zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung,</li><li>die Qualifizierung des Berufsbildungspersonals sowie</li><li>Entrepreneurship und Intrapreneurship.</li></ul><h3>Es reicht nicht aus, einen Bereich im Blick zu haben</h3><p>Grundlegende Prinzipien, die eine moderne Berufsbildung ausmachen, unterlegen die Thesen und bilden eine „+1-Komponente“. Aus den Thesen lassen sich Empfehlungen ableiten, wie sich Berufsausbildungen attraktiver gestalten lassen. Die wichtigste Erkenntnis: Es reicht angesichts der großen Aufgaben, die auf die Gesellschaft zukünftig zukommen, nicht aus, lediglich einen Bereich im Blick zu haben. Vielmehr ist es nötig, das Thema aus den verschiedenen Perspektiven anzugehen und vielfältige Lösungen zu finden.</p><p>Sieben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben bei der Entstehung des Diskussionspapiers mitgewirkt. Leiter der Arbeitsgruppe waren Professor Karl Wilbers von der FAU und Professor Friedrich Hubert Esser, Präsident des BIBB.</p><p>Professor Karl Wilbers, Leiter des Lehrstuhls für Wirtschaftspädagogik und Personalentwicklung an der FAU, hebt hervor: „Das Ziel der Arbeitsgruppe 9+1 ist es, wissenschaftlich gut gestützte und konkrete Hinweise zur Weiterentwicklung der Berufsbildung vorzulegen, und zwar in der ganzen Breite.“<br> BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser betont: „Angesichts der Bedingungslage und der Herausforderungen, die die Transformation mit sich bringt, muss die berufliche Bildung zwingend zukunftsfester werden. Wir dürfen uns dabei nicht scheuen, auch neue Wege zu gehen!“</p><h3>Über die Arbeitsgruppe 9+1</h3><p>Beteiligt an der Arbeitsgruppe 9+1 waren neben FAU und BIBB die Eberhard-Karls-Universität Tübingen, die Universität Paderborn, die Universität zu Köln, die Universität Osnabrück, das Deutsche Jugendinstitut sowie die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd.<br> Professorin Taiga Brahm, Inhaberin des Lehrstuhls für Ökonomische Bildung an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen, war insbesondere an den Themenfeldern berufliche Orientierung, Übergangssystem, Übergänge zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung sowie Entra- und Intrapreneurship beteiligt.<br> Das Diskussionspapier „Zukunftsfähig bleiben! 9 +1 Thesen für eine bessere Berufsbildung“ sowie eine Kurzfassung davon finden Sie unter <a href="http://www.bibb.de/de/154751.php" target="_blank" rel="noreferrer">www.bibb.de/de/154751.php</a></p><p class="align-right">Nach einer Pressemitteilung der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-76649</guid><pubDate>Tue, 05 Apr 2022 11:32:35 +0200</pubDate><title>Wie „autonom“ ist die Tarifautonomie?</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/wie-autonom-ist-die-tarifautonomie/</link><description>16. Tübinger Arbeitsrechtstag fand Ende März wieder in Präsenz statt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der 16. Tübinger Arbeitsrechtstag fand am 25. März 2022 erstmals seit der Covid-19-Pandemie wieder als Präsenzkongress statt. Die Veranstaltung widmete sich einer wesentlichen Säule des kollektiven Arbeitsrechts: dem eklatanten Rückgang der Tarifbindung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern und der daraus folgenden staatlichen Stützung der Tarifautonomie sowie deren juristische Folgen.</p><p>Rund 100 Teilnehmer aus Wissenschaft und Praxis folgten der Einladung von Tagungsleiter Prof. Hermann Reichold (Universität Tübingen) und verfolgten die Veranstaltung im Audimax in der Neuen Aula. Einleitend wies Reichold darauf hin, dass seit dem sog. „Tarifautonomiestärkungsgesetz“ anno 2014 es bereits zu einer Erleichterung der Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Tarifverträgen gekommen sei – das Gesetz wurde damals schon von Kritikern als „Tarifautonomieschwächungsgesetz“ bezeichnet. Aufgrund des staatlich verordneten Mindestlohns seit 2015 sowie der verbreiteten „Ohne-Tarif“-(OT-)Mitgliedschaft auf Arbeitgeberseite ergäben sich weitere Schwächungen der Tarifbindung, welche die Voraussetzungen einer staatsunabhängigen Festsetzung von Arbeitsbedingungen durch die sachnäheren Gewerkschaften bzw. Arbeitgeberverbände in Frage stellten.</p><p>Um die in seinen Augen bedrohliche Situation der Tarifautonomie aufzuzeigen, unternahm Prof. Clemens Höpfner (WWU Münster) zunächst eine Bestandsaufnahme der Tarifbindung und der Organisationsrate in Deutschland, um daraus einen anhaltenden Negativtrend sowohl auf Arbeitnehmer- als auch Arbeitgeberseite zu folgern. Als Ursachen für diesen Negativtrend nannte er auf Arbeitgeberseite vor allem hohe Kosten, mangelnde Flexibilität und hohe Komplexität der Tarifverträge sowie fehlende Ausstiegsmöglichkeiten (z.B. wegen gesetzlicher Nachbindung und Nachwirkung der Tarifverträge). Für die Arbeitgeber erwiesen sich die OT-Mitgliedschaft sowie arbeitsvertragliche Bezugnahmeklauseln und Anerkennungstarifverträge attraktiver als die volle Verbandsmitgliedschaft. Auf Arbeitnehmerseite konstatierte Höpfner, dass hier vor allem die Kosten der Gewerkschaftsmitgliedschaft prohibitiv wirkten – angesichts arbeitsvertraglicher Bezugnahmeklauseln bzw. der Allgemeinverbindlichkeit stelle man sich die Frage: „Warum etwas über den Mitgliedsbeitrag einkaufen, das man auch geschenkt bekommt?“.</p><p>Staatliche Stärkungen der Tarifgeltung durch erga-omnes-Wirkung auf Arbeitgeberseite, Tariftreueregelungen oder eine Einschränkung der OT-Mitgliedschaft seien also der falsche Weg. Dadurch würden nur die Symptome, nicht aber die Ursachen der rückläufigen Tarifbindung behandelt. Nicht die Tarifgeltung müsse gestärkt werden, sondern auf vorgelagerter Stufe die Tarifbindung kraft Mitgliedschaft. Wenn der Gesetzgeber die Tarifbindung stärken wolle, könne dies nur „von unten“ geschehen, indem er die Attraktivität der Verbandsmitgliedschaft erhöhe und dadurch die Tarifautonomie stärke. Der Staat solle sich auf solche Maßnahmen beschränken, die bestehende Negativanreize abmilderten.</p><p>Im Anschluss referierte Prof. Martin Franzen (LMU München) zum Thema „Stärkung der Tarifautonomie durch Anreize zum Verbandsbeitritt“. In Übereinstimmung mit Höpfner betonte er ebenfalls, dass eine Stärkung der Tarifgeltung nicht notwendigerweise eine Stärkung der Tarifautonomie bewirke, sondern vielmehr eine breite Mitgliederbasis in den Koalitionen dafür entscheidend sei. Eine Abschaffung der OT-Mitgliedschaft und die Erweiterung der Allgemeinverbindlichkeit seien hingegen keine geeigneten Mittel zur Stärkung der Tarifbindung. Zentral für die Stärkung der tarifvertraglichen Gestaltung der Arbeitsbedingungen im System der Tarifautonomie sei vielmehr eine Tarifpolitik, die so ausgerichtet werden müsse, dass Tarifverträge auch für Arbeitgeber attraktiv blieben. Als wichtige und bislang weitgehend unbeachtete Stellschraube sei insoweit das Arbeitskampfrecht als „Tarifverhandlungsrecht“ zu bewerten. Dieses sei dank der Rechtsprechung relativ kampffreundlich und damit gewerkschaftsfreundlich ausgestaltet mit der Folge, dass Tarifverträge entstünden, die vielen Arbeitgebern nicht gefielen und ihre Tarifbindung in Frage stellten.&nbsp;</p><p>Auf der Arbeitnehmerseite müsse die Rechtsordnung hingegen Anreize zum Gewerkschaftsbeitritt verbessern. Insoweit schlug Franzen die Aufnahme eines Steuerfreiheitstatbestandes in § 3 EStG vor, der einen Teil des aufgrund eines Tarifvertrages geschuldeten Arbeitsentgeltes steuerfrei stellen soll. Zwar sei eine solche Steuerprivilegierung verfassungsrechtlich nicht unproblematisch, sie könne aber aufgrund der überragenden Bedeutung der Tarifautonomie für die Gestaltung der Wirtschafts- und Sozialordnung gerechtfertigt werden. Voraussetzung für die Steuerprivilegierung, die das Drei- bis Vierfache des durchschnittlichen Jahresbeitrages für die Gewerkschaftsmitgliedschaft eines Arbeitnehmers mit durchschnittlichem Einkommen betragen solle, sei jedoch, dass es sich um echtes tarifgebundenes Entgelt handele. Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber müssten also mitgliedschaftlich tarifgebunden sein und das Entgelt aufgrund eines zwischen beiden Verbänden geschlossenen Tarifvertrages gezahlt werden.</p><p>Nach der Mittagspause referierte Roman Romanowski, leitender Justiziar der IG Metall (Frankfurt), zum Thema „Verschlechterungsverbot bei Tarifwechsel nach Betriebsübergang?“. Er legte die Interessen der Betroffenen im Falle des § 613a BGB dar und machte deutlich, wie anwendungsunfreundlich diese Norm sei. Um den Wirkungsmechanismus besser zu beschreiben, wählte er ein eindrückliches Beispiel und beschrieb, dass das Arbeitsverhältnis sozusagen einen Rucksack enthalte, in welchem sich der Tarifvertrag befinde. Der Ablösungsmechanismus erlaube laut BAG konsequenterweise keine Beachtung des Günstigkeitsprinzips, weil das Gericht bei der Transformation nach § 613a Abs. 1 BGB in der kollektiven Regelung keine schuldrechtliche, sondern eine kollektivrechtliche Norm sehe. Im Anschluss stellte Romanowski die Inhalte der „Scattolon“-Entscheidung des EuGH vor, aus welcher sich ein allgemeines Verschlechterungsverbot ableiten lassen könne, was das BAG aber ausdrücklich verneine. Für diese Lösung spreche, dass die Tarifvertragsparteien eine Richtigkeitsgewähr oder zumindest eine Angemessenheitsvermutung für ihre Lösung beanspruchen könnten. Bei einem funktionierenden Tarifvertragssystem bedürfe es keiner staatlichen Eingriffe. Zudem sei eine Missbrauchskontrolle jederzeit möglich.</p><p>Als letzter Referent der Tagung widmete sich Prof. Sebastian Kolbe (Universität Bremen) dem Thema „Tarifeinheit auf dem Prüfstand – Lehren aus dem GDL-Streik 2021“. Mit dem Lokführer-Streik der GDL hätte dieses Thema in Verbindung mit dem verfassungsrechtlich umstrittenen § 4a TVG an Fahrt aufgenommen. Tarifkollisionen sollten durch diese Norm nicht aufgelöst, sondern vielmehr präventiv verhindert werden. Obwohl der Aufstieg der Spartengewerkschaften wie GDL, Cockpit, UFO zeige, dass die Mitglieder ihre Interessen nicht immer hinreichend berücksichtigt sehen, gebe es keinen Trend zu einer größeren Anzahl solcher Gewerkschaften. Vielmehr komme es zu einer Kooperation, welche vermutlich durch die Tarifeinheit gefördert werde. Das TEG sei nicht dazu geeignet, Arbeitskämpfe zu vermeiden, so Kolbe, denn welche Partei die Mehrheit habe, könne erst nach dem Arbeitskampf entschieden werden. Durch die Zuwachsmöglichkeiten während des Arbeitskampfes wirke das TEG vielmehr kampfanreizend statt deeskalierend. Der letzte Streik der GDL biete daher Anlass, weniger auf die Vermeidung von Tarifeinheit zu setzen, als vielmehr auf deren Anwendung. Zusammenfassend lasse sich sagen, dass die gesetzliche Tarifeinheit die Optionen einer Zusammenarbeit von Gewerkschaften deutlich in den Fokus gerückt habe. Der GDL-Streik zeige zudem, wie zerbrechlich die bisherigen Lösungen seien. Gewerkschaftskonkurrenz könne nicht durch das TEG befriedet werden. Kolbes zentrale These war daher, dass die Tarifeinheit in eine zweite Phase übergehe. Die erste, eher kooperative Phase werde nun von einer zweiten, eher kompetitiven Phase abgelöst. Kolbe resümierte, dass durch eine neue gelebte Tarifeinheit einheitliche Arbeitsbedingungen in Betrieben ermöglicht würden, wodurch eine Spaltung der Belegschaft verhindert werden könne. Besonders spannend sei es zukünftig zu beobachten, wie sich die gelebte Tarifeinheit insb. im Flug- und Bahnverkehr auf die Tarifverhandlungen konkret auswirke.</p><p>Die Vorträge wurden häufig kontrovers diskutiert, ohne indes in Frage zu stellen, dass der derzeitige Trend der Verstaatlichung der Tarifautonomie der falsche Weg sei. Zur Tarifkonkurrenz plädierte Prof. Wolfgang Däubler dafür, das TEG wieder aufzugeben. Die Kooperation ver.di und Beamtenbund bzw. Marburger Bund zeige zudem, dass Tarifpluralität gut funktioniere. Prof. Franzen ergänzte, dass bei Einführung des § 4a TVG die Befürchtung einer Tarifzersplitterung vorherrschte. Tatsächlich habe die Norm jedoch die bereits vorhandenen Gewerkschaften stabilisiert und gleichzeitig verhindert, dass neue entstünden. Kolbe entgegnete, dass noch nicht abschließend geklärt sei, was die Neuentstehung von Gewerkschaften verhindert habe. Reichold schloss die Diskussion mit den Worten „es gibt den § 4a, aber jeder ist bemüht, ihn nicht zu nutzen“.</p><p class="align-right"><em>Doreen Emde / Lars Sander</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Termine</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-76250</guid><pubDate>Mon, 28 Mar 2022 11:02:50 +0200</pubDate><title>New Research Unit on long-range interacting quantum systems</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/new-research-unit-on-long-range-interacting-quantum-systems/</link><description>Scientists at the University of Tübingen are investigating the fundamentals of novel quantum systems whose constituents interact across long distances - Funding from the German Research Foundation</description><content:encoded><![CDATA[<p>A new Research Unit established by the German Research Foundation (DFG) at the University of Tübingen will investigate the unusual properties of long-range interacting quantum systems. The project is in basic research, but opens the view to new technologies in sensor and measurement technology. Participants in the DFG research group "Long-range interacting Quantum Spin systems out of equilibrium: Experiment, Theory and Mathematics" (FOR 5413) are scientists from theoretical physics, experimental physics and mathematics at the University of Tübingen as well as a researcher from the Institute for Electronic Structure and Laser in Heraklion, Greece. The Research Unit has an initial term of four years with the option to extend for four additional years. The DFG is funding the first funding period with approximately three million euros. The spokesperson of the Research Unit is Professor Igor Lesanovsky from the Institute for Theoretical Physics.</p><p>Quantum systems whose constituents interact via long-range forces are expected to exhibit highly unusual properties, and recent breakthroughs in the manipulation of cold atomic gases have enabled the experimental realisation of such intriguing quantum systems. This opens up new exciting opportunities to control and utilise collective phenomena in quantum matter. In order to make the best possible use of these opportunities, there is a strong need to develop experimental and theoretical methods in a coordinated manner.</p><p>This Research Unit addresses important and timely questions concerning many-body quantum systems with long-range interactions. Its ultimate goals are the understanding, realisation and control of complex quantum matter possessing collectively enhanced yet robust properties with applications in emerging quantum technologies, such as metrology and sensing.</p><p>To achieve the desired breakthroughs, the Research Unit assembles a team whose complementary expertise spans the broad range of experimental, theoretical and mathematical physics, as well as numerical analysis. Concerted efforts in mathematical and theoretical research will go hand in hand with the experimental research and develop new theoretical approaches, methods, and techniques to advance our understanding of highly correlated many-body quantum matter.</p><p>Building on the Center for Quantum Science at the University of Tübingen, the Research Unit will establish a flourishing research environment that brings together an interdisciplinary group of outstanding scientists. Moreover, a close alignment of the research with graduate courses in advanced quantum theory and mathematical physics will maximise synergies and create a unique interdisciplinary science ecosystem for graduate students, postgraduate trainees and experienced researchers.</p><p class="align-right">Igor Lesanovsky/Janna Eberhardt, Public Relations Department</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-76184</guid><pubDate>Fri, 25 Mar 2022 09:19:41 +0100</pubDate><title>Das Tempo des Wandels erkennen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/das-tempo-des-wandels-erkennen/</link><description>Ansatz zur Bestimmung von Zeitskalen wegbereitend für neue Erkenntnisse in den Neurowissenschaften</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein internationales Forschungsteam aus Tübingen und Cold Spring Harbor (New York) hat eine bahnbrechende Methode gefunden, mit der das typische Tempo von Veränderungen bestimmt werden kann. Mit der neuen Methode vermeidet das Team bisherige systematische Fehler bei der Schätzung von Zeitskalen, zum Beispiel bei der neuronalen Aktivität im Gehirn. Die Ergebnisse werden jetzt in der Fachzeitschrift Nature Computational Science veröffentlicht. In ersten Anwendungen auf neuronale Aufzeichnungen aus der Sehrinde erweist sich die Methode als ein leistungsfähiges Instrument für die Neurowissenschaften und viele andere Disziplinen.&nbsp;</strong></p><p>Jeder Prozess in der Natur hat sein eigenes Tempo: Neuronen brauchen Millisekunden für ihren Signalaustausch, demografischer Wandel geschieht über Jahre hinweg, und Klimawandel ist eine Frage von Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten. Den Zeitraum, den ein Prozess typischerweise für eine Änderung braucht, nennt man seine Zeitskala, und um die Zeitskala zu begreifen, ist ein tiefes Verständnis vom Prozess selbst nötig.</p><h3>Wie lange dauert Veränderung typischerweise?&nbsp;</h3><p>In der Wissenschaft der Statistik ist diese Idee der Zeitskala sehr präzise gefasst. Um beim Beispiel der neuronalen Prozesse zu bleiben: der Zustand des Gehirns zum jetzigen Zeitpunkt ist abhängig von seinem Zustand vor einer Weile. Wie stark dieser Einfluss ist, drückt sich in der zeitlichen Korrelation aus. Diese Korrelation nimmt im Laufe der Zeit ab: je mehr Zeit verstrichen ist, desto schwächer die Abhängigkeit. Genau das ist die Zeitskala: eine Zahl, die beschreibt, wie schnell die Korrelation typischerweise abnimmt, wie schnell also das Gehirn seinen früheren Zustand vergisst.</p><p>In der Praxis kann es schwierig sein, Zeitskalen aus empirischen Daten zu bestimmen. Normalerweise berechnet man, wie sehr die gemessene Gehirnaktivität zu verschiedenen Zeitpunkten korreliert und bestimmt aus dieser abnehmenden Abhängigkeit die Zeitskala.</p><h3>Den Kuchen nachbacken, um seinen Zuckergehalt zu bestimmen&nbsp;</h3><p>„Leider ist diese Art Zeitskalenmessung fehlerhaft und kann zu irreführenden Ergebnissen führen”, erklärt Roxana Zeraati, Forscherin an der Universität Tübingen und am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik. „Das Problem ist, dass die empirischen Daten immer nur über endliche (oft kurze) Zeit hinweg erhoben werden. Daher wird die durchschnittliche Abhängigkeit von Vorkommnissen zu verschiedenen Zeitpunkten systematisch unterschätzt.” Zeraati betont, wie wichtig es ist, Zeitskalen korrekt zu messen: „Viele neurowissenschaftlichen Ergebnisse beruhen auf präzisen Schätzungen von Zeitskalen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Wir glauben, dass abweichende Zeitskalen mit Autismus in Verbindung stehen. Aber man war sich bislang nicht darüber im Klaren, dass die Zeitskalen möglicherweise falsch geschätzt werden.“</p><p>Daher entwickelten Zeraati und ihre Kolleginnen eine neuartige Idee zur Ermittlung von Zeitskalen: Die Forscherinnen schlagen vor, mit Hilfe eines Computermodells neue, künstliche Daten zu erzeugen, die den empirischen Daten genau entsprechen. Anna Levina, die als Juniorprofessorin in Tübingen Zeraatis Doktorarbeit betreut, erläutert die Methode anhand einer einfachen Analogie: “Wenn Sie Schwierigkeiten haben, den Zuckergehalt im Kuchen Ihrer Großmutter chemisch zu bestimmen – vielleicht weil die Glasur in den Kuchen gesickert ist und die Messungen verfälscht –, können Sie stattdessen den Kuchen in mehreren Varianten mit unterschiedlichem Zuckergehalt nachbacken. Der Kuchen, der dem Original am nächsten kommt, gibt dann Aufschluss darüber, wie viel Zucker im Kuchen der Großmutter war, eben weil Sie ja wissen, wie viel Zucker Sie für Ihre eigenen Kuchen verwendet haben.“</p><h3>Untersuchungen des Gedächtnisses&nbsp;</h3><p>Die Wissenschaftlerinnen testeten anschließend ihre neue Methode an neuronalen Daten aus der Sehrinde, die für eine frühere Studie aufgenommen worden waren. „Wir fragten uns, ob spontane Fluktuationen der neuronalen Aktivität von einer einzigen Zeitskala bestimmt werden oder ob der beobachtbare Prozess vielleicht die Summe mehrerer Prozesse mit unterschiedlichen Zeitskalen ist", sagt Levina. „In diesem speziellen Fall sahen wir, dass zwei verschiedene intrinsische Zeitskalen in den Prozess im Gehirn involviert waren – so etwas konnte noch nie zuvor beobachtet werden.“</p><p>Zeraati ergänzt: “Auf ähnliche Weise können wir fast jeden intrinsischen Prozess im Gehirn analysieren, zum Beispiel, wie sich Neuronen an die Vergangenheit erinnern. Das macht unsere neue Schätzmethode zu einem unglaublich wertvollen Werkzeug für Neurowissenschaften und andere Disziplinen.“</p><p class="align-right">Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik</p><h3><br> Originalveröffentlichung:&nbsp;</h3><p>Roxana Zeraati, Tatiana A. Engel, Anna Levina: A flexible Bayesian framework for unbiased estimation of timescales. <em>Nature Computational Science</em>, 24 March 2022, DOI 10.1038/s43588-022-00214-3, <a href="https://www.nature.com/articles/s43588-022-00214-3" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.nature.com/articles/s43588-022-00214-3</a>&nbsp;&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-75889</guid><pubDate>Thu, 17 Mar 2022 12:00:00 +0100</pubDate><title>ERC Consolidator Grant for biochemist’s work on geminiviruses</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/erc-consolidator-grant-for-biochemists-work-on-geminiviruses-1/</link><description>Rosa Lozano Durán aims to generate a comprehensive map of virus-host cell interactions</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professor Dr. Rosa Lozano Durán from the Center for Plant Molecular Biology (ZMBP) at the University of Tübingen has successfully applied for a Consolidator Grant from the European Research Council (ERC). The project "Emerging multifactorial complexity at the geminivirus-host interface" (GemOmics) aims to develop a complete overview of the molecular and functional landscape of plant-geminivirus interactions. This may help to find new ways to combat and contain these plant viruses that cause diseases in crops worldwide. The project is funded by the ERC with a sum of around two million euros for a period of five years, starting in July.</p><p>Viruses manipulate their host cells to replicate and spread. This manipulation is based on the activity of virus-encoded proteins, limited due to restrictions in genome size imposed by the viral cycle. How the action of these few proteins results in the massive cell reprogramming observed during the infection remains enigmatic. Recent results obtained in the Lozano Durán lab using the geminivirus tomato yellow leaf curl virus (TYLCV) indicate that the proteome of this species, so far believed to encompass 6 proteins, is far more complex: The TYLCV genome contains additional open reading frames expressed during the infection and giving rise to new proteins, and viral transcripts are spliced and generate new protein variants. Therefore, the number of viral proteins exceeds double that previously expected. In addition, research in the Lozano-Durán´s lab found that this higher complexity is further increased by the association of viral proteins in an intricate network of intra-viral interactions, which enable novel protein localization and function. This is leading to an expansion of their interactome and functional spaces. These results imply that, to get a complete overview of the molecular and functional landscape of plant-geminivirus interactions, the strategies traditionally used, based on the analysis of a limited number of viral proteins in isolation, need to be revisited. Here, Rosa Lozano Durán and her team propose to apply a combination of genomic, interactomic, and functional approaches to generate a comprehensive map of the virus/host cell intersection with unprecedented resolution. In the ERC project, they will perform a comparative analysis of different geminivirus species and translate these emerging concepts to independently evolved viral families. The conceptual and practical enlargement of the virus/host interface elucidated in this project has the potential to re-shape the theoretical framework and experimental approaches in the study of virus/host interactions. This may open up new perspectives to fight geminivirus-caused crop diseases.</p><p>Rosa Lozano-Durán studied biology at the University of Málaga. She received her PhD from the University of Málaga in 2010. From 2011 to 2015, she was a postdoctoral researcher at The Sainsbury Laboratory in Norwich. She then moved on the Shanghai Center for Plant Stress Biology, part of the Chinese Academy of Sciences, where she was an independent research group leader from 2015 to 2021. In 2021, Lozano-Durán has taken up the professorship of Biochemistry of Plant Systems at the University of Tübingen’s Center for Plant Molecular Biology. In addition, she has been an associate professor at the Institute of Plant Protection of the Chinese Academy of Agricultural Sciences since 2017.</p><p>The ERC Consolidator Grants are awarded to researchers with seven to twelve years of experience after the completion of their PhD and a scientific track record showing great promise and new ideas for the respective discipline. The grantees are expected to establish their own research team. Applications can be made in any field of research.</p><p class="align-right">Maximilian von Platen and Dr. Tina Schäfer</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-75901</guid><pubDate>Thu, 17 Mar 2022 11:18:14 +0100</pubDate><title>Thorsten Bohl wird Vorsitzender der Jury „Deutscher Schulpreis“</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/thorsten-bohl-wird-vorsitzender-der-jury-deutscher-schulpreis/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Erziehungswissenschaftler Professor Dr. Thorsten Bohl übernimmt im September den Vorsitz der Jury für den Deutschen Schulpreis, der jährlich von der Robert Bosch Stiftung und der Heidehof Stiftung in Zusammenarbeit mit der ARD und der ZEIT Verlagsgruppe für Schulen mit ausgezeichneter pädagogischer Praxis verliehen wird. Thorsten Bohl, Professor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Schulpädagogik am Institut für Erziehungswissenschaft und Direktor der Tübingen School of Education, freut sich auf diese neue Aufgabe, hat aber auch Respekt vor den damit verbundenen Herausforderungen. Mit der Berufung zum Vorsitzenden der Jury würdigen die Robert Bosch Stiftung sowie die Heidehof Stiftungen Thorsten Bohls Verdienste innerhalb der schulpädagogischen Forschung und betonen im Berufungsschreiben explizit seine „umfassende wissenschaftliche Expertise“.&nbsp;</p><p>Bereits seit zwei Jahren fungiert Thorsten Bohl als Jurymitglied und hat derzeit den stellvertretenden Vorsitz inne. Auf die Frage hin, was für ihn den besonderen Reiz der Jurymitarbeit im Deutschen Schulpreis ausmacht, antwortet er: „Ich bin wirklich begeistert von den unterschiedlichsten innovativen Konzepten, die von Schulen mit ihren Kollegien erarbeitet und realisiert werden. Für uns als Jury ist faszinierend zu sehen, wie Schule und Unterricht aussehen können, wenn alle ihre Mitglieder eine gemeinsame Vision von guter Schule teilen und diese Vision in die Tat umsetzen. Schön, dass Schulen für ihre Leistungen, ihre Kreativität und die Wahrnehmung ihrer immensen gesellschaftlichen Bedeutung mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet werden können.“</p><p>50 Vertreterinnen und Vertreter aus Praxis, Wissenschaft und Bildungsadministration begutachten in der Jury jährlich Bewerbungen von Schulen aus ganz Deutschland. Bewertet werden Leistung und Unterrichtsqualität einer Schule, aber auch weitere Faktoren wie der Umgang mit Vielfalt, das Schulklima und die Rolle außerschulischer Partnerschaften. Nach Vor-Ort-Terminen und Unterrichtshospitationen werden insgesamt fünf Schulen im Bundesraum ausgezeichnet. Thorsten Bohl betont, dass der Auswahlprozess komplex und anspruchsvoll ist, gerade weil die Konzepte und Leistungen der Schulen vielfältig sind. „Die breite Expertise in der Jury und das engagierte Debattieren mit Argumenten auf höchstem fachlichen Niveau reizen mich an der Juryarbeit für den Deutschen Schulpreis“, so der künftige Vorsitzende Prof. Dr. Thorsten Bohl.</p><ul><li><a href="https://deutsches-schulportal.de/schulkultur/jetzt-bewerben-fuer-den-deutschen-schulpreis-2022/" target="_blank" class="external-link" title="Link Interview und Informationen zum Deutschen Schulpreis 2022" rel="noreferrer">Interview und Informationen zum Deutschen Schulpreis 2022</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-75880</guid><pubDate>Wed, 16 Mar 2022 16:18:03 +0100</pubDate><title>Was im Tübinger Blutregen steckt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/was-im-tuebinger-blutregen-steckt/</link><description>Wissenschaftler legen Saharastaub unter das Elektronenmikroskop</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der über mehrere Tausend Kilometer bis nach Deutschland verwehte Saharastaub war in den letzten beiden Tagen nicht zu übersehen: Er verdunkelte den Himmel über Süddeutschland und auch über Tübingen in spektakulärer Weise. Durch den zuletzt einsetzenden Regen verteilte sich der Staub nun in Form dunkler Tropfen („Blutregen“) auf Pflanzen, Gebäuden, Straßen und Autos und bildete nach dem Trocknen deutliche Staubrückstände aus.</p><p>Das außergewöhnliche Ereignis weckte die Neugier der drei Wissenschaftler Dr. Stefan Fischer, Dr. Jeremiah Shuster und Professor Andreas Kappler von der Universität Tübingen. Sie wollten genauer wissen, wie sich der Saharastaub zusammensetzt. Nach einem Regenschauer sammelten sie Proben von einer extra zuvor gereinigten Glasscheibe. Der Staub wurde an einem Rasterelektronenmikroskop der Tübinger Structural Microscopy Core Facility (TSM) auf dem Campus Morgenstelle genauer untersucht.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-75610</guid><pubDate>Mon, 14 Mar 2022 07:42:00 +0100</pubDate><title>“Everything should be made as simple as possible, but not simpler.” - A computational perspective on the fruit fly of electronic correlations</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/everything-should-be-made-as-simple-as-possible-but-not-simpler-a-computational-perspective-on-the-fruit-fly-of-electronic-correlations/</link><description>In a recent review, an international team of scientist, including researchers from the University of Tübingen, gives a perspective on the progress of numerical analysis on the Hubbard model, a minimal model for electronic correlations, over the last two decades.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Reductionism is not only a well-known theoretical scientific paradigm. It also gives, like Einstein’s famous quote cited in the headline, practical guidance for tackling complex problems: reduce the problem at hand to its fundamental constituents before trying to solve it. In reality this often goes hand in hand with finding so-called model systems that capture the essence of the complex phenomenon to be analyzed. A prominent example is<em> Drosophila melanogaster</em> (commonly known as the fruit fly), which has only four pairs of chromosomes, making it particularly suited for studying classical genetics.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-75616</guid><pubDate>Wed, 09 Mar 2022 15:36:18 +0100</pubDate><title>Ägyptologe Ramadan Badry Hussein verstorben</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/aegyptologe-ramadan-badry-hussein-verstorben/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Fachwelt trauert um den Tübinger Ägyptologen Dr. Ramadan Badry Hussein. Der 50-Jährige starb in der Nacht zum 09. März 2022 nach schwerer Krankheit, wie die Universität Tübingen am Mittwoch bekanntgab. „Dr. Hussein hat die Tübinger Ägyptologie in den vergangenen Jahren entscheidend mitgeprägt und durch seine Forschung wesentlich zum weltweiten Ansehen des Instituts für die Kulturen des Alten Orients beigetragen“, sagte der Direktor der Abteilung für Ägyptologie, Professor Christian Leitz: „Unsere Gedanken sind in diesen Stunden bei der Familie von Dr. Hussein, seiner Ehefrau und den drei gemeinsamen Kindern.“</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-75362</guid><pubDate>Thu, 03 Mar 2022 10:32:08 +0100</pubDate><title>Walter-Witzenmann-Preis für Leonie Bossert</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/walter-witzenmann-preis-fuer-leonie-bossert/</link><description>Heidelberger Akademie der Wissenschaften zeichnet Tübinger Bioethikerin aus</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der vom gleichnamigen Pforzheimer Unternehmer gestiftete Walter-Witzenmann-Preis honoriert exzellente Arbeiten aus dem Bereich der Geistes- und Kulturwissenschaften. Der Preis geht in diesem Jahr an Leonie N. Bossert von der Universität Tübingen für ihre Dissertation „Gemeinsame Zukunft für Mensch und Tier – Tiere in der Nachhaltigen Entwicklung“. Sie arbeitet darin eine Theorie aus, die tierethische Belange inkludiert, um die geläufige Trennung von sowohl akademischen als auch politischen Diskursen um Nachhaltige Entwicklung und um das Mensch-Tier-Verhältnis zu überwinden und damit eine Forschungslücke zu schließen. Die Arbeit soll neue und modifizierte Wege einer Transformation hin zu nachhaltigeren Gesellschaften aufzeigen, die eine lebenswerte Zukunft für Menschen und andere Lebewesen ermöglichen.</p><p>Leonie N. Bossert studierte „Landschaftsökologie und Naturschutz“ in Greifswald und Kopenhagen und wurde an der Universität Tübingen im Fachbereich Bioethik promoviert. Sie ist Mitarbeiterin am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften und als Postdoc am Lehrstuhl Ethik, Theorie und Geschichte der Biowissenschaften an der Universität Tübingen tätig.</p><p>Sieben gestiftete Preise im Gesamtwert von 70.000 Euro werden dieses Jahr von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften an insgesamt zehn junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Baden-Württemberg vergeben. Damit fördert sie als Landesakademie herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Bundeslandes, die sich noch in einer frühen Karrierephase befinden.</p><p>Die offizielle Preisverleihung, bei der auch weitere Preise der Heidelberger Akademie an den wissenschaftlichen Nachwuchs in Baden-Württemberg vergeben werden, findet am 20. Mai 2022 um 16:00 Uhr in Heidelberg statt. Die Veranstaltung mit Vorträgen der Preisträgerinnen und Preisträger wird per Live-Stream über den YouTube-Kanal der Akademie übertragen.</p><p class="align-right">Pressemitteilung der Heidelberger Akademie der Wissenschaften</p><h3>Weitere Informationen</h3><ul><li>Webseite von Leonie Bossert</li><li><a href="https://www.hadw-bw.de/preise/Walter-Witzenmann-Preis" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Walter-Witzenmann-Preis</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-75314</guid><pubDate>Wed, 02 Mar 2022 08:59:51 +0100</pubDate><title>Sehen Maschinen wie Menschen? Immer mehr!</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/sehen-maschinen-wie-menschen-immer-mehr/</link><description>Eines Tages werden uns Maschinen vielleicht zur Arbeit fahren. In ungewohnten Situationen oder bei verrauschten Daten kommen sie heute allerdings noch ins Straucheln. Das liegt daran, dass Maschinen die Welt ganz anders sehen als wir Menschen. Diese Lücke beginnt sich aber zu schließen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Seit Jahrhunderten träumen wir Menschen von Maschinen, die die Welt so verstehen wie wir; die uns zur Arbeit fahren, das Geschirr spülen oder uns sogar, wie der Star Wars R2D2 Roboter, auf einem Spaziergang begleiten. Damit so etwas je klappen kann, müssen Maschinen jedoch zunächst einmal lernen, Objekte in ihrer Umgebung zu erkennen. Konkret: Sie müssen die Tasse auf dem Tisch oder den Fußgänger an der Kreuzung als das erkennen können, was sie sind. Für uns Menschen ist das eine Selbstverständlichkeit, für Maschinen aber immer noch ganz schön schwer. Dass uns diese Fähigkeit an uns selbst gar nicht auffällt, hat vielleicht auch damit zu tun, dass menschliche Gehirne enorme Ressourcen zur Verarbeitung unseres visuellen Inputs einsetzen.&nbsp;</p><p>Bei der Entwicklung robuster maschineller Bilderkennungssysteme stellt sich eine wegweisende Frage: Auf welchem Weg können wir uns erfolgversprechend der menschlichen Fähigkeit, Objekte zu erkennen, annähern? Sollten wir versuchen, all unser biologisches Wissen über Hirnfunktion in die Maschinen zu packen? Oder sollten wir lieber einfach mal beiseitelassen, was wir über perzeptive Vorgänge beim Menschen wissen, und stattdessen die maschinellen Modelle umfassender, die Parameter zahlreicher und die Datensätze fürs Training größer machen, um Fortschritte zu erzielen?</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-74406</guid><pubDate>Wed, 09 Feb 2022 10:14:11 +0100</pubDate><title>&quot;Proof of Concept&quot;-Förderung des europäischen Forschungsrats für Thorsten Stafforst</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/proof-of-concept-foerderung-des-europaeischen-forschungsrats-fuer-thorsten-stafforst/</link><description>Biochemiker will Werkzeug für RNA-Editierung zur breiten Anwendung in den Lebenswissenschaften bringen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professor Dr. Thorsten Stafforst vom Interfakultären Institut für Biochemie der Universität Tübingen hat sich erfolgreich um einen „Proof of Concept“-Grant des europäischen Forschungsrats (ERC) beworben. Ziel des Projektes ist es, ein biochemisches Werkzeug zur gezielten Veränderung von RNA-Informationen in den Lebenswissenschaften nutzbar zu machen. Seine Arbeitsgruppe hatte das Tool „SNAP ADAR“ im Rahmen von Forschungen entwickelt, für die Stafforst bereits 2015 einen ERC Consolidator Grant erhalten hatte, um den Einsatz von künstlichen Riboproteinen zu erforschen. Das Anschlussprojekt „SNAP-ADAR Kit” wird über ein Jahr mit 150.000 Euro gefördert.</p><p>Mit Riboproteinen lassen sich genetische Informationen gezielt manipulieren, indem sie ausgewählte RNA-Moleküle chemisch modifizieren. Diese sogenannte RNA-Editierung ermöglicht es, genetische Informationen vorübergehend und präzise zu verändern. Das dazu von Thorsten Stafforst entwickelte Werkzeug „SNAP ADAR“ hat großes Potential für die lebenswissenschaftliche Grundlagenforschung sowie die Medizin. Da seine Nutzung bislang besondere chemische Vorarbeiten erfordert, ist die Anwendung von „SNAP ADAR“ in der Forschung derzeit nur eingeschränkt möglich. Die Arbeit von Stafforsts Gruppe zielt nun darauf, die Methode so zu vereinfachen, dass Forschende sie auch ohne besondere chemische Ausstattung oder Spezialkenntnisse mit einer einfachen Anleitung nutzen können. Das Werkzeug könnte etwa bei der Erforschung von Signal- und Stoffwechselwegen oder bei der Medikamentenentwicklung helfen. Stafforst will im Rahmen der ERC-Förderung auch Vermarktungs- und Patentierungsmöglichkeiten konkretisieren.</p><p>Thorsten Stafforst (geboren 1978) hat an der Universität Göttingen Chemie studiert und wurde dort im Bereich „Bioorganische Chemie“ promoviert. Er forschte als Postdoktorand an der ETH Zürich, bevor er 2011 Leiter einer Nachwuchsgruppe am Interfakultären Institut für Biochemie (IFIB) der Universität Tübingen wurde. Seit 2016 hat er am IFIB eine Heisenberg-Professur für Nukleinsäurebiochemie inne.</p><p>Mit der Förderlinie „Proof of Concept“ richtet sich der Europäische Forschungsrat an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die bereits eine Förderung des ERC (Starting, Consolidator, Advanced oder Synergy Grant) eingeworben haben und ein Forschungsergebnis aus ihrem Projekt weiterentwickeln möchten. Ziel der „Proof of Concept“-Förderung ist es, das ökonomische oder gesellschaftliche Potential eines Forschungsvorhabens auszuloten. Die Fördersumme beträgt pauschal 150.000 Euro für eine Laufzeit von 12 bis 18 Monaten.</p><p><strong>Weitere Informationen:</strong><br> Arbeitsgruppe von Thorsten Stafforst:&nbsp;<a href="https://uni-tuebingen.de/de/21786" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/de/21786</a></p><p class="align-right"><em>Tina Schäfer, Hochschulkommunikation</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-74091</guid><pubDate>Fri, 04 Feb 2022 10:00:00 +0100</pubDate><title>Femizide: Umfassende Studie zur Tötung von Frauen in Deutschland</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/femizide-umfassende-studie-zur-toetung-von-frauen-in-deutschland/</link><description>Expertinnen und Experten des Instituts für Kriminologie der Universität Tübingen und des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen durchleuchten Taten, Tatmotive und Rechtsprechung auf breiter Datengrundlage</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Frauen zu Todesopfern von „Eifersuchtsdramen“, „Familientragödien“ oder „Ehrenmorden“ werden, ist ihre Geschlechtszugehörigkeit oft ein wesentlicher Bestandteil der Tatmotive. Deren Spektrum reicht von männlichem Besitzdenken und patriarchalischer Frauenverachtung über sexuelle Frustration bis hin zu generellem Frauenhass.</p><p>Solche in der Wissenschaft „Femizid“ genannten Tötungen von Frauen, weil sie Frauen sind, bekommen in Einzelfällen große mediale Aufmerksamkeit. Aber wie oft sie in Deutschland tatsächlich vorkommen, welche unterschiedlichen Arten von Frauenfeindlichkeit ihnen zugrunde liegen und welche Rolle geschlechtsbezogene Motive der Täter bei den Ermittlungen und vor Gericht spielen, ist weitgehend unbekannt. Licht in das Dunkel bringt jetzt eine auf drei Jahre angelegte, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Studie des Instituts für Kriminologie der Universität Tübingen (IfK) und des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN). Beteiligt sind Fachleute aus den Rechtswissenschaften, der Psychologie, der Soziologie und den Kulturwissenschaften.</p><p>„Eine empirisch fundierte Studie zu Femiziden, welche die verschiedenen sozialen Kontexte und Motivlagen berücksichtigt, gibt es für Deutschland bisher nicht“, sagt Prof. Dr. Tillmann Bartsch, stellvertretender Direktor des KFN. Er führt das Forschungsprojekt gemeinsam mit Prof. Dr. Deborah Hellmann (KFN und Professorin für Psychologie an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW) sowie Prof. Dr. Jörg Kinzig, dem Direktor des IfK Tübingen, durch.</p><p>Die Grundlage der Untersuchung bilden Strafverfahrensakten von Fällen, in denen Frauen getötet oder Opfer einer Körperverletzung mit Todesfolge wurden. Auch Tötungsversuche werden einbezogen. Ausgewertet werden Akten der Bundesländer Baden-Württemberg, Berlin, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz aus dem Jahr 2017. Diese Datenbasis bildet etwa ein Drittel der deutschen Bevölkerung ab und spiegelt die Situation der großen Flächenländer wie auch der Stadtstaaten. In den vier ausgewählten Bundesländern gab es in diesem Zeitraum laut Polizeilicher Kriminalstatistik 352 Tötungen von Frauen. Wie viele davon Femizide sind, gehört zu den Fragen, die das Forschungsprojekt beantworten wird. Die Aktenauswertung wird ergänzt durch Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern von Polizei, Justiz und Opferschutzverbänden.</p><p>„Die wissenschaftlichen Arbeiten, die es zu Tötungsdelikten mit weiblichen Opfern in Deutschland bislang gibt, konzentrieren sich auf sogenannte Ehrenmorde und Tötungen in Partnerschaften“, erläutert Jörg Kinzig vom IfK. „Andere große Bereiche sind hingegen bislang im Dunkeln geblieben. Sie werden wir im Forschungsprojekt nun zum ersten Mal beleuchten, um ein vollständigeres Bild zu gewinnen“, ergänzt Dr. Wolfgang Stelly vom Tübinger Forschungsteam. Dazu gehört das Prostitutions-, Zuhälter- und Rockermilieu, in dem Frauen oft zu Opfern von Gewalt und Unterdrückung bis hin zur Tötung werden. Wenig weiß man bisher auch über Frauentötungen, die zwar im sozialen Nahbereich, aber nicht durch Partner, sondern durch Freunde, Arbeitskollegen oder auch flüchtige Bekannte begangen wurden. Die eindeutigste Form des Femizids sind Tötungen aus allgemeinem Frauenhass: Ein Beispiel dafür ist der Attentäter von Winnenden, der gezielt Lehrerinnen und Mitschülerinnen aus diesem Motiv heraus tötete. Gegenwärtig macht zudem die Incel-Bewegung von sich reden, deren Mitglieder ihre Frauenfeindlichkeit mit sexueller Frustration rechtfertigen.</p><p>Ein weiterer Fokus der Untersuchung liegt auf der Frage, wie die Strafverfolgungsbehörden und die Justiz geschlechtsbezogene Beweggründe bewerten und welche Rolle sie beim Strafmaß spielen. „Die in anderen Ländern schon länger geführte Debatte über die rechtliche Einordnung des Femizids hat nun auch in Deutschland begonnen“, legt Deborah Hellmann vom KFN dar. Verschiedentlich wird Ermittlungsbehörden und Gerichten ein mangelndes Bewusstsein für die Frauenfeindlichkeit dieser Taten vorgeworfen und bereits die Schaffung eines eigenen Straftatbestands gefordert. „Wir sind uns der gesellschafts- und rechtspolitischen Brisanz des Themas natürlich bewusst. Mit unserer Grundlagenstudie möchten wir ein empirisches Fundament schaffen und so zu einer Versachlichung der Debatten beitragen“, sagt Tillmann Bartsch.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-74097</guid><pubDate>Wed, 02 Feb 2022 08:47:39 +0100</pubDate><title>Early human settlement on the Arabian Peninsula less influenced by climate than previously thought</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/early-human-settlement-on-the-arabian-peninsula-less-influenced-by-climate-than-previously-thought/</link><description>Research team detects early Stone Age settlement during dry periods 210,000 years ago</description><content:encoded><![CDATA[<p>An international team of researchers from the Sharjah Archaeology Authority/United Arab Emirates (UAE) and the Universities of Tübingen and Freiburg as well as Oxford Brookes/England led by Dr. Knut Bretzke from the University of Tübingen and Prof. Dr. Frank Preusser from the Institute of Earth and Environmental Sciences at the University of Freiburg has uncovered startlingly new results that show Palaeolithic humans repeatedly occupied the rock shelter site of Jebel Faya in Southern Arabia between 210,000 and 120,000 years ago; shattering previously held ideas about when, and how, humans first moved into Arabia from Africa. The researchers have published their findings in the current issue of Scientific Reports.</p><p>Jebel Faya, located in Sharjah, UAE, is one of the most important Palaeolithic sites in Arabia. In 2009 excavations revealed human occupation dating back to 125,000 years ago making it the then oldest known human site in Arabia. New archaeological data from Jebel Faya, published in Scientific Reports, indicates that human settlement in Southern Arabia occurred under an unexpected range of climatic conditions and significantly earlier than previously thought.</p><h2>Humans were not dependent on favorable climatic conditions</h2><p>Previously it has been argued that Arabia was closed to prehistoric humans during dry climate phases and that humans had to wait for periods of more wet climatic conditions in order to expand into the region. The new results contradict this view, and show humans were far more adaptable than previously thought and not reliant on extended periods of favourable climate conditions to thrive.</p><p>Using a cutting-edge range of archaeological, palaeoclimatological and dating techniques, the team were able to reconstruct four distinct phases of human occupation between 210-120,000 years ago. Crucially this demonstrates that humans occupied the site during dry and wetter climate events – challenging previous ideas about when humans could and could not occupy Arabian sites during the Palaeolithic and opening up the possibility that Arabia may yet yield more evidence of the human journey out of Africa during drier phases.</p><h3>Re-evaluate interactions between humans and the environment</h3><p>Dr. Knut Bretzke commented: “Most exciting for me personally is that our data provide first evidence for human occupation of Arabia about 170,000 years ago. This period is traditionally thought to be characterized by extremely dry conditions that must have prevented human presence in Arabia. We think that the unique interplay of human behavioural flexibility, the mosaic landscapes of South-East Arabia and the occurrence of brief spells of more humid conditions enabled the survival of these early human groups. To study the details of this interplay and the evolution of the human-environment interdependencies, Jebel Faya and its surroundings are the key area and I am convinced that more surprises will come.”</p><p>Prof. Adrian Parker, Oxford Brookes University, who led the reconstruction of the palaeoenvironments, noted that “Our data challenges previous assumptions that human occupation in Arabia was only confined to well-defined wetter climate phases. Understanding the environmental context is paramount when evaluating human occupation. Well constrained evidence in Arabia is still limited and the complex interrelationships between humans, climate, and environment need careful re-evaluation especially in the light of our findings”.</p><h3>Luminescence dating elementary for archaeological research</h3><p>The Freiburg geologist Frank Preusser, who dated the phases of human occupation, said: "The fact that luminescence dating allows to determine time of the last daylight exposure of quartz grains embedded in sediment layers has revolutionised archaeological research. The study from Jebel Faya is another milestone in enlightening the complex history of our species.”</p><p class="align-right">Press release of the University of Freiburg</p><h3>Publication:</h3><p>Bretzke, K., Preusser, F., Jasim, S., Miller, C., Preston, G., Raith, K., Underdown, S.J., Parton, A., Parker, A.G. (2022): Multiple phases of human occupation in Southeast Arabia between 210,000 and 120,000 years ago. In: Sci Rep 12, 1600 (2022). DOI: <a href="https://doi.org/10.1038/s41598-022-05617-w" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">10.1038/s41598-022-05617-w</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73896</guid><pubDate>Wed, 26 Jan 2022 15:07:42 +0100</pubDate><title>Desinformation erkennen und bekämpfen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/desinformation-erkennen-und-bekaempfen/</link><description>Projekt unter Beteiligung von Tübinger Medienethikerin untersucht Fake News</description><content:encoded><![CDATA[<p>Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungsmythen: Soziale Medien sind voll von Desinformation. Aber wer steckt dahinter und was kann man dagegen tun? Ein neues Projekt unter Beteiligung der Tübinger Wissenschaftlerin PD Dr. Jessica Heesen, das von Forschenden der Universität Duisburg-Essen (UDE) koordiniert wird, will dem jetzt auf den Grund gehen. Die Erkenntnisse sollen insbesondere Sicherheitsbehörden helfen, Desinformationskampagnen zu erkennen und dagegen vorzugehen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt dafür 1,6 Millionen Euro zur Verfügung.</p><p>Welchen Informationen Menschen in sozialen Medien Glauben schenken, kann im schlimmsten Fall über Leben und Tod entscheiden. Etwa, wenn es darum geht, sich in einer Pandemie impfen zu lassen oder nicht. Hier kann Desinformation dazu führen, dass Menschen an der Sinnhaftigkeit der Impfung zweifeln oder diese ganz ablehnen. &nbsp;„Widersprüchliche Informationen verunsichern Menschen, so dass im Ernstfall Schutzmaßnahmen nicht befolgt werden“, sagt Prof. Dr. Stefan Stieglitz, der an der UDE zu digitaler Kommunikation forscht und das Projekt leitet. „Institutionen wie Polizei und Feuerwehr genießen großes Vertrauen und könnten hier gegensteuern. Sie verfügen aber oft weder über die Expertise noch die Mittel, um Desinformation wirksam zu begegnen.“</p><p>In einem ersten Schritt wollen die Forschenden herausfinden, wer im Netz Desinformation wie verbreitet und inwiefern Nutzerinnen und Nutzer in der Lage sind, diese zu erkennen. In einem zweiten Schritt wollen sie Instrumente zur Früherkennung von Desinformationskampagnen und mögliche Gegenmaßnahmen entwickeln. Dabei wird es auch um die Frage gehen, ob es ethisch vertretbar ist, wenn staatliche Stellen Diskussionen im Netz beeinflussen und welche Regeln dafür gelten sollen. Schließlich wollen sie drittens ein Trainingsprogramm für Mitarbeitende von Sicherheitsorganen erarbeiten. Dabei soll die Verbreitung von Desinformationen simuliert und der Einsatz von Maßnahmen zur Prävention geübt werden. Dafür wollen die Forschenden zusammen mit einem Industriepartner passende Softwarelösungen entwickeln.</p><p>An dem Projekt PREVENT* sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von vier Universitäten und aus unterschiedlichen Fachbereichen beteiligt, neben den Forschenden der UDE aus den Kommunikationswissenschaften auch Juristinnen und Juristen sowie&nbsp;Expertinnen und Experten im Bereich Ethik, darunter PD Dr. Jessica Heesen,&nbsp;Leiterin des Forschungsschwerpunkts Medienethik und Informationstechnik am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften der Universität Tübingen. Zudem ist ein Berliner Softwareentwicklungsunternehmen ein Partner des Projekts. Projektstart ist im Februar, die Laufzeit ist auf drei Jahre angelegt.</p><p>*PREVENT: Trainingsansatz zur Vermittlung von individuellen, koordinierten und automatisierten Maßnahmen zur Prävention von digitalen Desinformationskampagnen. Projektpartner: UDE, Universität Bremen, Universität Köln, Universität Tübingen, Virtimo AG</p><p class="align-right"><em>Nach einer Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-73410</guid><pubDate>Wed, 19 Jan 2022 10:17:38 +0100</pubDate><title>Matariki Three Minute Thesis Wettbewerb: Überreichung des 1. Preises an Dr. Moritz Koch</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/matariki-three-minute-thesis-wettbewerb-ueberreichung-des-1-preises-an-dr-moritz-koch/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem Dr. Moritz Koch, Alumnus des Interfakultären Instituts für Mikrobiologie und Infektionsmedizin Tübingen (IMIT), im Oktober 2021 den 1. Platz beim Three Minute Thesis Wettbewerb des Matariki Netzwerkes belegt hatte, konnte er am 17. Januar 2022 persönlich die Auszeichnung entgegennehmen.&nbsp;</p><p>Im Kleinen Senat der Universität Tübingen gratulierten Prof. Dr. Peter Grathwohl (Prorektor für Forschung und Innovation) sowie Prof. Dr. Thilo Stehle (Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät) dem Preisträger und überreichten ihm das Zertifikat für den 1. Platz. Beim Three Minute Thesis Wettbewerb präsentieren Promovierende der Mitgliedsuniversitäten des Matariki Netzwerks (<a href="https://www.matarikinetwork.org/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.matarikinetwork.org/</a>) ihre Forschungsthemen einem fachfremden Publikum in 3-minütigen Videos.&nbsp;</p><p>Moritz Koch überzeugte die Jury mit einem Beitrag zu seinem Promotionsthema “Using metabolic engineering strategies to improve phototrophic cyanobacteria for the production of sustainable, biodegradable bioplastics”. Die Universität Tübingen stellte damit direkt im ersten Jahr ihrer Teilnahme am Wettbewerb den Gewinner. Wir gratulieren!</p><p>Alle Beiträge des Matariki Three Minute Thesis Wettbewerbs sind über die Webseite des Netzwerks verfügbar: <a href="https://www.matarikinetwork.org/research/3-minute-thesis-competition-3mt/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.matarikinetwork.org/research/3-minute-thesis-competition-3mt/</a>.</p><p>Ausführlicher Bericht zum Matariki Wettbewerb: <a href="https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/erfolg-fuer-die-universitaet-tuebingen-beim-matariki-three-minute-thesis-wettbewerb/" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/erfolg-fuer-die-universitaet-tuebingen-beim-matariki-three-minute-thesis-wettbewerb/</a>&nbsp;</p><p class="align-right">Martina Bross</p>]]></content:encoded><category>MatNat-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72849</guid><pubDate>Thu, 30 Dec 2021 09:11:44 +0100</pubDate><title>Kabinett macht Weg frei für Cyber-Valley-Campus – Investition in Standort Tübingen von bis zu 180 Millionen Euro</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/kabinett-macht-weg-frei-fuer-cyber-valley-campus-investition-in-standort-tuebingen-von-bis-zu-180-millionen-euro/</link><description>Wissenschaftsministerin Theresia Bauer: „Konzept unterstreicht den Anspruch, Europas Hotspot für KI-Spitzenforschung zu sein.“
Finanzminister Danyal Bayaz: „Wir wollen das Kalifornien Europas werden&quot;</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Kabinett hat den Weg frei gemacht für den Aufbau des Cyber-Valley-Campus. Für die neue Unterbringung wurde ein gemeinsames Gesamtkonzept des Finanzministeriums und des Wissenschaftsministeriums beschlossen. Der in seinen ersten fünf Jahren des Bestehens enorm gewachsene Innovationscampus soll nach dem Konzept baulich um mehrere Gebäude erweitert werden, für die in den nächsten Jahren bis zu 180 Mio. Euro investiert werden sollen.&nbsp;</p><p>„Als Herzstück der KI-Spitzenforschung in Baden-Württemberg soll der Campus im globalen Wettbewerb auch baulich den Anspruch unterstreichen, Hotspot für Spitzenforscherinnen und -forscher in Europa zu sein“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. „Das wachsende Cyber Valley platzt bereits am fünften Geburtstag aus allen Nähten. Mit dem Gesamtkonzept haben wir nun einen Fahrplan, damit wir auch übernächstes Jahr für die Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler noch Arbeitsräume finden. Ich danke dem Finanzminister und dem Rektor der Universität Tübingen, dass wir statt kurzfristiger Lösungen ein tragfähiges Gesamtkonzept erarbeiten konnten.“</p><p>Finanzminister Danyal Bayaz sagte: "Wir investieren, damit Baden-Württemberg das Kalifornien Europas wird. Wir wollen Spitze bei der Künstlichen Intelligenz sein, das Cyber-Valley ist enorm wichtig dafür."</p><p>Der Cyber-Valley-Campus dient zugleich der Unterbringung eines geplanten ELLIS Instituts, wozu das Land sich derzeit in Abstimmung mit der Hector-Stiftung befindet, und des gemeinsam von Bund und Land finanzierten KI Kompetenzzentrums der Universität Tübingen, das zusammen mit dem Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme betrieben wird. Das nun verabschiedete Konzept sieht den Bau von zwei weiteren Forschungs-, Lehr- und Seminargebäuden vor sowie den Kauf eines bestehenden Gebäudes auf dem künftigen Campusgelände.</p><p>Professor Dr. Bernd Engler, Rektor der Universität Tübingen, sagte: „Das Cyber Valley hat sich zum Magneten für herausragende KI-Forscherinnen und KI-Forscher aus aller Welt entwickelt. Nicht allein das Land Baden-Württemberg, auch die Bundesregierung, Unternehmen und private Stiftungen investieren aktuell und in den kommenden Jahren große Summen in kluge Köpfe. Die Forschenden brauchen allerdings auch Büroräume, Labore und Rechenkapazität. Daher war es zwingend erforderlich, nun auch die Investitionen in die Infrastruktur zu erhöhen und das Tempo beim Aufbau des Cyber Valley deutlich zu steigern, um die enormen Potenziale des Standorts zu realisieren.“ &nbsp;&nbsp;</p><h3>&nbsp;<br> Cyber Valley</h3><p>Der Innovationscampus Cyber Valley ist zentrales Element der KI-Strategie des Landes. In einer gemeinsamen Initiative von Wissenschaft, Wirtschaft und dem Land Baden-Württemberg entsteht seit 2016 ein international führender Forschungsstandort im Bereich der künstlichen Intelligenz, Maschinellen Lernens, Computer Vision und Robotik. Das Cyber Valley besteht seit fünf Jahren und ist mittlerweile eine der größten Forschungskooperationen Europas im Bereich der künstlichen Intelligenz. Exzellente Grundlagenforschung wurde mit interdisziplinärer und industrieller Forschung und einer lebhaften Gründerszene am Standort Tübingen zu einem Innovationsökosystem zusammengeführt.&nbsp;</p><h3><br> ELLIS Institut</h3><p>Mit herausragender Hilfe der von den H. W. &amp; J. Hector Stiftungen in Aussicht gestellten Mittel für die Gewinnung von KI-Spitzenwissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern soll das von einem wissenschaftlichen Verein getragene ELLIS Institut (European Lab for Learning and Intelligent Systems) im Cyber Valley aufgebaut werden. Die Zusage der Stiftung setzt eine finanzielle Beteiligung des Landes voraus. Das Land befindet sich hierzu in der Abstimmung mit der Hector-Stiftung.</p><p class="align-right">Pressemitteilung des <a href="https://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/startseite/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg</a></p>]]></content:encoded><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72729</guid><pubDate>Tue, 21 Dec 2021 12:58:46 +0100</pubDate><title>Metal-free radicals show magnetic behaviour</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/metal-free-radicals-show-magnetic-behaviour/</link><description>Casu Lab and international partners demonstrate for the first time magnetism in thin and very light films</description><content:encoded><![CDATA[<p>Scientists from Tübingen, Hamburg, Berlin, Nebraska und Italy have demonstrated magnetism in completely organic thin films for the first time. The Lab of Professor Benedetta Casu at the University of Tübingen and its international partners used a worldwide unique experimental setup to analyze the films, which are more than 1000 times thinner than a human hair, for their magnetic properties. The results show that so-called organic radicals are very promising materials for electronics and quantum technology. The study has been published in the journal Chem (<em>Cell Press</em>).</p><p>Magnetism is a property of matter that has been known to mankind for several thousand years, long before these properties could be described in a theory. In our everyday lives, we are used to "classical magnets" made of metals or rare earth alloys, "hard materials" like the magnets that decorate our fridge.&nbsp;</p><p>But there is also a class of materials that have a magnetic moment in the complete absence of metal ions, being composed only of light elements, such as carbon, nitrogen, and oxygen. They are transparent, light, and flexible materials. And they promise lower costs of production and could be sustainably produced: the family of organic radicals. These radicals are organic molecules that carry an unpaired electron, resulting in a permanent magnetic moment: they are therefore materials with permanent magnetic properties, i.e., their magnetic moment is not due to the effect of an external magnetic field.&nbsp;</p><p>To use these radicals in a device, they must be used as a film, i.e., the radical molecules cover a substrate such as SiO2, forming a coating. In the past, magnetism in purely organic radicals was known only for crystals and it was completely unknown in thin films: it was never studied before because this was a huge challenge.</p><p>The Casu Lab’s first idea to study magnetism in completely organic thin films, 1000 times thinner than a human hair, dated back to 2010/2011. At that time, the experiment was not yet technically possible. Colleagues at the University of Hamburg developed a high magnetic field machine for ultracold measurements down to 0.1 K, i.e., very close to the absolute zero, and much colder than the temperature of outer space. It was necessary to work using synchrotron light, in an advanced synchrotron such as PETRA III in Hamburg (Germany) where the energy of the light can be scanned very fast in the soft X-ray region during the measurements.&nbsp;</p><p>The first experiment was performed in 2016, the first of a series of dedicated beamlines. The measurements were very time consuming, for example, it took several days to get below 1 K and 100/150 scans on the materials surface had to be measured, each at a new point on the sample, to get a single averaged spectrum (1 sample, 1 temperature, 1 field). The combination of the beamline at PETRA III in Hamburg and the used machine (see picture) is unique and the only facility in the world where it is possible to obtain this result.&nbsp;</p><p>The team used X-ray magnetic circular dichroism (XMCD), an element-specific measurement technique that i.e. makes it possible to identify all elements that form the materials. It based on the absorption of circular polarized X-rays that leads to electronic transitions. It is a well-established method to investigate classical magnets and to identify their magnetic behaviour. It was never used before on purely organic materials.&nbsp;</p><p>The scientists applied a strong magnetic field at very low temperature to align the single magnetic moments in each molecule of their radical films along the direction of the field. The absorption spectra were measured once with left circularly polarized light and once with right circularly polarized light.</p><p>“It took a long time to analyse and interpret the data, as this is the first experiment of its kind, but it was very rewarding”, Benedetta Casu says. “We have shown that completely organic, light and transparent radical thin films have long-range magnetism and that their magnetic behaviour can be changed depending on the film production, for example, changing the temperature of the coated substrates during coating. These results open the way to the advent of flexible, light and transparent magnets and, thus, to a variety of new futuristic applications.”</p><h3>Publication:</h3><p>T. Junghoefer, A. Calzolari, I. Baev, M. Glaser, F. Ciccullo, E. Giangristomi, R. Ovsyannikov, F. Kielgast, M. Nissen, J. Schwarz, N. M. Gallagher, A. Rajca, M. Martins, M. B. Casu: “Magnetic behavior in metal-free radical thin films”. Chem (Cell Press) <a href="https://doi.org/10.1016/j.chempr.2021.11.021" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.chempr.2021.11.021</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72525</guid><pubDate>Fri, 17 Dec 2021 10:30:00 +0100</pubDate><title>Vielfalt an Wassernutzungsstrategien von Pflanzen machen Wälder resilienter gegen extreme Dürren</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/vielfalt-an-wassernutzungsstrategien-von-pflanzen-machen-waelder-resilienter-gegen-extreme-duerren/</link><description>Tübinger Forschende beteiligt: Projekt untersucht im künstlichen Regenwald „Biosphere 2“ wie Wasser und Kohlendioxid durch dürregestresste Pflanzen und Böden fließen – Ergebnisse können helfen, Wälder widerstandsfähiger zu machen und Klimamodelle zu präzisieren</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wie genau reagieren der tropische Regenwald und seine Pflanzen auf extreme Dürre? Solche Prozesse zu verstehen ist maßgeblich, um Wälder widerstandsfähiger gegen Trockenheit im Klimawandel zu machen und um Klimamodelle weiter zu präzisieren. Tübinger Wissenschaftlerinnen sind an einem Projekt um Professorin Christiane Werner von der Universität Freiburg beteiligt, das zu dieser Frage das bislang umfassendste Experiment durchgeführt hat. Dafür setzte das Team im US-Forschungszentrum Biosphere 2 einen künstlichen Regenwald 9,5 Wochen Dürre aus und beobachtete, welche Strategien unterschiedliche Pflanzen gegen die Trockenheit anwendeten.</p><p>Insgesamt wurde ein komplexes Zusammenwirken von unterschiedlich dürreresistenten Bäumen und Pflanzen sichtbar, das ausschlaggebend dafür war, die Stabilität des gesamten Waldsystems so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Zudem ergab das Experiment weiteren Aufschluss, wie sich Dürre auf die CO<sub>2</sub>-Speicherung des Waldes auswirkt und wie Gasemissionen von dürregestressten Pflanzen die Atmosphäre und das Klima beeinflussen können. Zu dem internationalen Team aus Hydrologen, Ökophysiologen, Mikrobiologen, Ökologen, Bodenwissenschaftlern, Biogeochemikern und Atmosphärenforschende gehörte Michaela Dippold, Professorin für Geosphären-Biosphären-Wechselwirkungen an der Universität Tübingen. Die Studie wurde im Magazin <em>Science </em>veröffentlicht.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72531</guid><pubDate>Fri, 17 Dec 2021 10:06:17 +0100</pubDate><title>Bundesweite Befragung von Schöffinnen und Schöffen durch das Institut für Kriminologie gestartet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/bundesweite-befragung-von-schoeffinnen-und-schoeffen-durch-das-institut-fuer-kriminologie-gestartet/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein neues Forschungsprojekt des <a href="/fakultaeten/juristische-fakultaet/forschung/institute-und-forschungsstellen/institut-fuer-kriminologie/institut/">Instituts für Kriminologie (IfK)</a> der Universität Tübingen ist vor einigen Tagen an den Start gegangen. Unter der Leitung des Institutsdirektors, Prof. Dr. Jörg Kinzig, werden im Rahmen einer bundesweiten Online-Umfrage Schöffinnen und Schöffen zu ihren Erfahrungen bei ihrer Mitwirkung in Strafverfahren befragt. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die sogenannte „Verständigung im Strafverfahren“ gelegt, umgangssprachlich oft „Deals“ genannt. Solche Deals zwischen Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Gericht sind in Deutschland erst seit dem Jahr 2009 in § 257c der Strafprozessordnung ausdrücklich geregelt.</p><p>Die Studie knüpft an ein bereits abgeschlossenes, ebenfalls bundesweit durchgeführtes Forschungsprojekt zur Verständigung im Strafprozess an. Beauftragt vom Bundesjustizministerium, hatte das IfK zwischen 2018 und 2020 gemeinsam mit Forschungsteams der Universitäten Düsseldorf (Leitung: Prof. Dr. Karsten Altenhain) und Frankfurt am Main (Leitung: Prof. Dr. Matthias Jahn) untersucht, inwieweit sich die professionellen Akteure an den Strafgerichten, in der Staatsanwaltschaft und der Strafverteidigung an die gesetzlichen Vorgaben zur Verständigung halten. Ein Aufsehen erregendes Ergebnis der damaligen Umfrage war, dass rund ein Fünftel der Befragten berichtete, regelmäßig von sogenannten illegalen Deals zu hören. Über 15% gaben sogar an, sich selbst häufig an diesen zu beteiligen. Das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz erklärte damals als Reaktion, die Erforderlichkeit weiterer gesetzlicher Regelungen prüfen zu wollen. Die neu gewählte Ampelregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag nunmehr angekündigt, „die Verständigung im Strafverfahren einschließlich möglicher Gespräche über die Verfahrensgestaltung“ neu zu regeln.</p><p>Die begonnene Befragung der Schöffinnen und Schöffen soll dazu dienen, deren Rolle bei der Verständigung im Strafprozess zu untersuchen. Dies ist deswegen besonders wichtig, weil es sich bei Schöffinnen und Schöffen zwar um juristische Laien handelt, sie aber den Berufsrichterinnen und -richtern formal gleichgestellt sind und über das gleiche Stimmrecht verfügen.</p><p>Zur Durchführung des Forschungsprojekts konnte sich das IfK die Unterstützung der Justizministerien sämtlicher 16 Bundesländer sichern, wodurch die bundesweite Online-Befragung erst möglich wurde. Die Umfrage wird zudem unter anderem von der Deutschen Vereinigung der Schöffinnen und Schöffen unterstützt.</p><p>Schon jetzt (Stand: 16.12.2021) haben mehr als 2000 Schöffinnen und Schöffen aus ganz Deutschland an der Online-Umfrage teilgenommen. Dennoch wird die Umfrage noch mehrere Wochen geschaltet sein. Erste Ergebnisse des Forschungsprojekts werden im ersten Halbjahr 2022 erwartet.</p><p class="align-right">Mitteilung des Instituts für Kriminologie</p><p><br> Die o.g. Erklärung der (ehemaligen) Bundesjustizministerin Lambrecht und den kompletten Endbericht zur Evaluation der Verständigung im Strafprozess (publiziert im Nomos-Verlag) finden Sie auf der <a href="https://www.bmjv.de/SharedDocs/Artikel/DE/2020/110420_Evaluation_Verstaendigung.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Webseite des Bundesministeriums der Justiz</a>.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72131</guid><pubDate>Thu, 09 Dec 2021 16:30:26 +0100</pubDate><title>Nachhaltiges Bioplastik und automatisierte medizinische Analysen mittels KI</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/nachhaltiges-bioplastik-und-automatisierte-medizinische-analysen-mittels-ki/</link><description>Zwei Gewinner des Science2Start Ideenwettbewerbs kommen aus Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Sieger des Science2Start Ideenwettbewerbs 2021 wurden Anfang Dezember verkündet. Die Plätze 2 und 3 gingen dabei an Forschende der Universität Tübingen.&nbsp;</p><p>Platz 2 belegte das Projekt <strong>CyaPlas – Nachhaltiges Bioplastik aus Sonnenlicht und CO2.</strong>&nbsp;Professor Karl Forchhammer vom Interfakultären Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin der Universität Tübingen forscht gemeinsam mit Dr. Moritz Koch am Polymer PHB (Polyhydroxybutyrat), das sich durch gute Bio-Abbaubarkeit und Verarbeitungseigenschaften auszeichnet. Das Polymer wird aus Cyanobakterien gewonnen, die auch Mikroalgen genannt werden. Den Wissenschaftlern gelang es durch gentechnische Anpassungen, den intrazellulären Gehalt an PHB in den Bakterien auf über 80 Prozent der Zelltrockenmasse zu steigern. Für die ebenso effiziente wie kostengünstige Herstellung von Biokunststoffen wäre bei diesem Verfahren fast nur noch CO2, Wasser und Sonnenlicht notwendig.</p><p>Das Projekt <strong>Cytolytics – automatisierte medizinische Analysen mittels KI</strong> gewann den 3. Preis. Serina Pinar, Can Pinar und Christoph Zimmermann, Absolventen der Universität Tübingen, entwickeln mit ihrem Team eine modulare Softwareplattform, die auf Basis modernster Machine Learning Methoden und Algorithmen eine vollautomatisierte Auswertung medizinischer Daten ermöglicht. Mit ihrem Tübinger Start-up „Cytolytics“ wollen sie eine für den Laboralltag geeignete Lösung zur effizienten Analyse der überwältigenden Datenmengen liefern, die moderne medizintechnische Geräte produzieren. Das erste Softwaremodul startet mit der vollautomatisierten Datenanalyse für die Durchflusszytometrie, einer Routinediagnostik, die unter anderem in der Immunologie, Hämatologie, Infektiologie und Onkologie verwendet wird.</p><p>Platz 1 belegte ein Team der Universität Stuttgart mit dem <strong>Start-up „Printoptics GmbH i.G.“</strong>, das optische Linsen für Endoskope mit neuen Fähigkeiten aus dem 3D-Drucker herstellt.</p><p>Die Preisvergabe fand pandemiebedingt als Fototermin statt.&nbsp;Die Gewinner erhielten Preisgelder in Höhe von insgesamt 4.500 Euro, die wie in den vergangenen Jahren von „Voelker &amp; Partner Rechtsanwälte Steuerberater Wirtschaftsprüfer“ ausgelobt worden waren.&nbsp;</p><p class="align-right">Pressemitteilung der BioRegio STERN Management GmbH</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72104</guid><pubDate>Thu, 09 Dec 2021 12:02:27 +0100</pubDate><title>Sonderforschungsbereich „Molekulare Kodierung von Spezifität in pflanzlichen Prozessen“ verlängert</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/sonderforschungsbereich-molekulare-kodierung-von-spezifitaet-in-pflanzlichen-prozessen-verlaengert/</link><description>SFB 1101 erhält für eine dritte Förderperiode insgesamt 13,4 Millionen Euro</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Sonderforschungsbereich (SFB) 1101 „Molekulare Kodierung von Spezifität in pflanzlichen Prozessen“ wird für eine dritte Förderperiode verlängert. Wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bekannt gab, erhält der Forschungsverbund an der Universität Tübingen (Sprecher: Prof. Klaus Harter) für weitere vier Jahre insgesamt 13,4 Millionen Euro. Der SFB besteht seit April 2014 und wird federführend vom Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen (ZMBP) geleitet. Beteiligt sind zudem das Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie, das <span lang="en" dir="ltr">Centre for Organismal Studies</span> (COS) der Universität Heidelberg und die Universität Hohenheim.</p><p>In mehr als 20 Teilprojekten erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im SFB die detaillierte molekulare und zellbiologische Funktion von Schlüsselfaktoren, die zur pflanzlichen Entwicklung beitragen, beispielsweise zur Embryobildung, Gewebe- und Organentwicklung oder Alterung sowie zur Anpassung an Umweltfaktoren wie Krankheitserreger oder Trockenheit.</p><p>Unter anderem konnte die Arbeit des SFB bereits aufklären, auf welchen „Pfaden“ pflanzliche Proteine ihre korrekte „Arbeitsstelle“ innerhalb der Pflanzenzelle finden und wie Stammzellen in den dafür spezifischen pflanzlichen Geweben aufrechterhalten werden. Forschungsergebnisse zeigten unter anderem auf, auf welche Art und Weise kleine RNAs (miRNAs) in Pflanzenzellen hergestellt werden bzw. funktionieren und wie spezifische Proteine die Organisation und Aktivität von Rezeptorproteinkomplexen in der Plasmamembran regulieren.</p><p>Zudem entwickelten Forschergruppen ein neuartiges <span lang="en" dir="ltr">Image Data Management </span>System für die Forschung sowie ein eigenes sehr hoch auflösendes Spektromikroskop mit optimierter Analyse-Software: Mit diesem lässt sich auf einzigartige Weise Echtzeit-Bildgebung („<span lang="en" dir="ltr">Realtime Imaging</span>“) mit einer räumlichen Auflösung von bis zu 50 Nanometern mit ausgefeilten spektroskopischen Methoden kombinieren, beispielsweise um die Wechselwirkungen zwischen Proteinen zu bestimmen.</p><p>In der finalen dritten Förderperiode nimmt der Forschungsverbund nun besonders in den Blick, wie genau Pflanzen Informationen über unterschiedliche Umweltbedingungen integrieren und darauf durch Anpassung ihrer Entwicklung und Physiologie reagieren – ihnen steht dafür kein neuronales System zur Verfügung. Zudem stehen die Dynamik, Struktur und Funktion spezifischer pflanzlicher Rezeptorsysteme im Vordergrund. Komplexe Erkennungs- und Reaktionswege sollen nun in quantitativen Computermodellen abgebildet werden, die das „Verhalten“ pflanzlicher Zellen und Organe während der Pflanzenentwicklung und in Reaktion auf Umweltveränderungen in silico voraussagen lassen.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72122</guid><pubDate>Wed, 08 Dec 2021 18:00:00 +0100</pubDate><title>Die „Innere Uhr“ regulieren</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/die-innere-uhr-regulieren/</link><description>Neu identifiziertes Sensorprotein beeinflusst Stoffwechsel in Cyanobakterien und Tag-Nacht-Rhythmus</description><content:encoded><![CDATA[<p>Auch Cyanobakterien haben einen Tag-Nacht-Rhythmus: Der Stoffwechsel dieser ältesten Lebensformen der Erde passt sich dem Wechsel von Tag und Nacht an, einem sogenannten zirkadianen Rhythmus. Forschende der <a href="https://uni-tuebingen.de/" target="_blank" class="external-link">Universität Tübingen</a> und des <a href="https://www.eb.tuebingen.mpg.de/de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Max-Planck-Instituts für Entwicklungsbiologie</a> sowie der <a href="https://www.uni-goettingen.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Universitäten Göttingen</a>, <a href="https://www.uni-rostock.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Rostock</a> und <a href="https://www.uni-hannover.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Hannover</a> haben nun erstmals entschlüsselt, welches Protein diese Anpassung reguliert. Versteht man die molekularen Grundlagen von solchen Prozessen, die mit der sogenannten „zirkadianen Uhr“ oszillieren, kann dies helfen, auch die „innere Uhr“ anderer Organismen zu verstehen, einschließlich des Menschen. Diese regelt nicht nur den Tag-Nacht-Rhythmus, sondern auch zahlreiche physiologische Prozesse, einschließlich unseres Stoffwechsels.</p><p>Dass Cyanobakterien ihren Stoffwechsel beim Übergang von Tag zu Nacht mit Hilfe der zirkadianen Uhr anpassen, war bereits bekannt. Während des Tages betreiben sie Photosynthese und speichern Kohlenstoffquellen in Form von Glykogen. Während der Nacht wird das Glykogen zur Energiegewinnung abgebaut, so dass die Cyanobakterien nächtliche Dunkelheitsperioden überleben können.</p><p><a href="https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/interfakultaere-einrichtungen/imit/arbeitsgruppen/mikrobiologie-organismische-interaktionen/research/coordination-of-central-metabolism-via-pii-and-pii-like-signaling/" target="_blank" class="external-link">Dr. Khaled Selim</a> und Professor <a href="https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/interfakultaere-einrichtungen/imit/arbeitsgruppen/mikrobiologie-organismische-interaktionen/staff-old/prof-dr-forchhammer/" target="_blank" class="external-link">Karl Forchhammer</a> vom <a href="https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/interfakultaere-einrichtungen/imit/" target="_blank" class="external-link">Interfakultären Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin</a> (IMIT) und dem Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie und Projektgruppenleiter im Exzellenzcluster „Controlling Microbes to Fight Infections“ (CMFI) der Universität haben nun mit Kollegen zwei Verantwortliche für diesen Prozess identifiziert: Das Protein SbtB, das an der Regulierung der CO2-Aufnahme - ein für die Photosynthese wichtiger Prozess - beteiligt ist sowie den chemischen Botenstoff c-di-AMP. Das Botenmolekül c-di-AMP wird von fast allen lebenden Bakterien synthetisiert und dient dazu, die Bakterien über ihren internen und/oder externen aktuellen Zellstatus zu informieren. c-di-AMP leitet sich von dem bekannten Nukleotid Adenosintriphosphat (ATP) ab, welches der Grundbaustein der RNA ist. Die Forschenden um Dr. Selim und Prof. Forchhammer zeigten, dass der chemische Botenstoff c-di-AMP an der Reaktion von Bakterienzellen auf osmotischen Stress beteiligt ist und er somit auch auf den Tag-Nacht-Rhythmus über die Regulierung des Glykogenstoffwechsels einwirkt.</p><p>Es war bereits bekannt, dass SbtB die Kohlenstoffaufnahme regulieren kann. Dr. Selim und Kollegen haben nun gezeigt, dass es auch den Glykogenstoffwechsel reguliert, was auf eine umfassendere Rolle bei der Regulierung des zentralen Kohlenstoffstoffwechsels hindeutet. Wenn SbtB an das Nukleotid c-di-AMP gebunden ist, interagiert es mit einem wichtigen Enzym für die Glykogensynthese. Interessanterweise erreicht die Konzentration sowohl von c-di-AMP als auch von SbtB tagsüber ihren Höhepunkt und nachts ihr Minimum. Ohne die beiden Substanzen wären die Zellen nicht in der Lage, die Nacht zu überleben, da sie tagsüber nicht genügend Glykogenspeicher aufbauen können, so die Forscher. Dies deutet darauf hin, dass c-di-AMP und SbtB den Glykogenstoffwechsel im Rahmen des natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus regulieren.</p><p>Die Forschenden gehen davon aus, dass das Verständnis der molekularen Mechanismen hinter diesem zentralen Regulator SbtB dazu dienen kann, den Kohlenstoffluss in Cyanobakterien zu manipulieren. Dies könnte die Herstellung nützlicher Produkte, wie beispielsweise des biologisch abbaubaren Kunststoffs PHB oder andere chemische Ausgangsstoffe effizienter und in industriellem Maßstab anwendbar machen.</p><p>Im größeren Kontext verbessern die Erkenntnisse nicht nur unser Verständnis der Verstoffwechselung von Kohlenstoff bei Cyanobakterien, sondern auch insgesamt der molekularen Grundlagen von Prozessen, die mit der zirkadianen Uhr wechselwirken. Dies hilft wiederum, den Tag-Nacht-Rhythmus anderer Organismen - inklusive des Menschen - zu erklären. „Eines Tages können wir dadurch vielleicht besser verstehen, warum uns beispielsweise Essen am Tag und Fasten in der Nacht vor Krankheiten wie Fettleibigkeit und Diabetes schützt“, erklärt Khaled Selim.</p><p><strong>Publikation:</strong></p><p>Selim KA, Haffner M, Burkhardt M, Mantovani O, Neumann N, Albrecht R, Seifert R, Krüger L, Stülke J, Hartmann MD, Hagemann M, Forchhammer K: Diurnal metabolic control in cyanobacteria requires perception of second messenger signaling molecule c-di-AMP by the carbon control protein SbtB.&nbsp;<em>Science Advances</em> 7: eabk0568. (2021) doi:&nbsp;<a href="https://doi.org/10.1126/sciadv.abk0568" target="_blank" rel="noreferrer">10.1126/sciadv.abk0568</a>.</p><h3>Kontakt:</h3><p>Dr. Khaled Selim<br> Universität Tübingen<br> Interfakultäres Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin (IMIT) |&nbsp;Exzellenzcluster „Controlling Microbes to Fight Infections“ (CMFI)<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;+49 7071 29 74634<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mjcngf0ugnkoBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">khaled.selim<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><h3>Pressekontakt</h3><p>Leon Kokkoliadis<br> Medien- und Öffentlichkeitsarbeit<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;+49 7071 29-74707<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,ngqp0mqmmqnkcfkuBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">leon.kokkoliadis<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71979</guid><pubDate>Tue, 07 Dec 2021 14:21:20 +0100</pubDate><title>Startschuss für KI in der Hochschulbildung</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/startschuss-fuer-ki-in-der-hochschulbildung/</link><description>Cyber Valley in Förderinitiative des Bund-Länder-Programms doppelt vertreten</description><content:encoded><![CDATA[<p>In der Förderinitiative des Bund-Länder-Programms „Künstliche Intelligenz (KI) in der Hochschulbildung“ sind unter den in Baden-Württemberg insgesamt elf individuell geförderten Hochschulen die Universitäten Stuttgart und Tübingen mit je einem Projekt vertreten. Die ausgewählten Hochschulen in Baden-Württemberg erhalten mehr als 23 Millionen Euro. Der Beginn der Projekte ist im Dezember.</p><p>Mit der Förderinitiative streben Bund und Länder an, die Schlüsseltechnologie KI wirksam in der Breite des Hochschulsystems zu entfalten. Einerseits werden Maßnahmen gefördert, die zur Qualifizierung von zukünftigen akademischen Fachkräften beitragen. So erfahren Hochschulen etwa bei der Entwicklung von Studiengängen oder einzelnen Modulen im Bereich künstlicher Intelligenz Unterstützung. Andererseits werden Hochschulen bei der Gestaltung von KI-gestützten Lern- und Prüfungsumgebungen gefördert.</p><p>Das Projekt „Integrierte KI in der Lehre der Universität Stuttgart“ (IKILeUS) soll die vorhandene Expertise vieler zusammenarbeitender Fachbereiche zu KI gebündelt werden, um KI in einem interdisziplinären Hinblick sowohl an die Breite der Studierendenschaft zu vermitteln als auch KI-basierte Technologien in der Lehre zur Entlastung der Lehrenden und zur Verbesserung der Lehre einzusetzen. Die Bearbeitung der Themen erfolgt mit Fokus auf konkrete Lehrveranstaltungen und Software-Lösungen, mit gleichzeitigem Blick auf weiteres Potenzial anderer Anwendergruppen und -bereiche.</p><p>Das Tübinger KI-Training (TüKIT) hat es sich zum Ziel gesetzt, für Studierende der Medizin und der medizinnahen lebenswissenschaftlichen Studiengänge nachhaltige effektive und Curriculums-begleitende innovative Lehrformate zu entwickeln. Das TüKITZ Med soll KI-fachfremden Studierenden auf verschiedenen Ebenen Grundkonzepte und Methoden der künstlichen Intelligenz kompetent, effektiv, kompakt und studienbegleitend vermitteln.</p><p>„KI ist eine der Schlüsseltechnologien, die wir auch in Baden-Württemberg mit Hochdruck voranbringen. Sie ist entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg unserer Unternehmen und die Innovationskraft unseres Landes. Von der neuen Bund-Länder-Förderung profitieren unsere Hochschulen, die Studierenden wie auch die Gesellschaft insgesamt, indem die Hochschullehre durch die Nutzung von künstlicher Intelligenz verbessert oder zukünftige akademische Fachkräfte besser für neue Berufsfelder qualifiziert werden können“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. „Ich bin begeistert von der Vielfalt der Projekte aus Baden-Württemberg – sie zeigt, mit welchem Engagement und welchem Innovationsdrang unsere Hochschulen sich diesem Zukunftsthema widmen.“</p><h3>Über die Förderinitiative „Künstliche Intelligenz in der Hochschulbildung“</h3><p>Rechtliche Grundlage der Förderinitiative ist die am 10. Dezember 2020 durch die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) verabschiedete Bund-Länder-Vereinbarung „Künstliche Intelligenz in der Hochschulbildung“. Zur Finanzierung stellen Bund und Länder bis zu rund 133 Millionen Euro zur Verfügung. Die Fördermittel werden jeweils im Verhältnis 90:10 vom Bund und vom jeweiligen Sitzland getragen. Die Vereinbarung hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2025. Eine unabhängige Evaluation der Förderinitiative ist für das Jahr 2024 vorgesehen.</p>]]></content:encoded><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Studium</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71901</guid><pubDate>Fri, 03 Dec 2021 16:05:54 +0100</pubDate><title>Öl aus Abfällen der milchverarbeitenden Industrie</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/oel-aus-abfaellen-der-milchverarbeitenden-industrie/</link><description>Tübinger Start-up Wheyfinery im Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch 2021“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Tübinger Start-up-Unternehmen <strong>Wheyfinery</strong> belegte beim „Startup Pitch Tübingen“ den ersten Platz und zieht ins Landesfinale ein. Zwei weitere Ausgründungen aus der Universität belegten beim Tübinger Vorausscheid gemeinsam den dritten Platz: die Start-ups <strong>ASSIST</strong> und <strong>TuCAN</strong>.</p><h3>Nachhaltige Lösung für die Herstellung grüner Chemikalien</h3><p>Dr. Richard Hegner, Postdoc in der Arbeitsgruppe Bioumwelttechnologie), arbeitet mit seinem Unternehmen Wheyfinery an der Kommerzialisierung einer skalierbaren Bioraffinerie zur Umwandlung von Abfällen aus der milchverarbeitenden Industrie zu biobasiertem Öl für die Herstellung von synthetischen Kraftstoffen und Spezialchemikalien. Diese Öle werden derzeit aus fossilen Ressourcen und nicht nachhaltigem Palmöl extrahiert oder chemisch aus Pflanzenöl synthetisiert. Das Wheyfinery-Verfahren hingegen stellt eine nachhaltige Lösung für die Herstellung grüner Chemikalien dar.</p><h3>KI-gestütztes Diagnosetool zur Früherkennung von Hauterkrankungen</h3><p>A.S.S.I.S.T. ist ein KI-gestütztes Diagnosetool zur Früherkennung von Hauterkrankungen für jeden – Privatpersonen, (Alten-) Pflegepersonal und Ärzte. Auf Basis eines Handyfotos erhält der Nutzer in Sekunden die Diagnose mit konkreten Handlungsempfehlungen, welche die Genauigkeit eines Dermatologen übertrifft. Foto und Diagnose verlassen dabei nie das Endgerät des Nutzers. Das Start-up, das den dritten Platz belegte, wurde von fünf Absolventinnen und Absolventen der Universität Tübingen aus den Bereichen Humanmedizin, Softwareentwicklung und Betriebswirtschaft gegründet.</p><ul><li><a href="http://assist-tuebingen.de " target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">http://assist-tuebingen.de&nbsp;</a></li></ul><h3>Mit Machine Learning die Diagnostik neurodegenerativer Erkrankungen revolutionieren</h3><p>Die Gründer von TuCAN , der Medieninformatiker und Kognitionswissenschaftler Dr. Heiko Holz und der Psychologe Christian Mychajliw wollen mit Hilfe von Machine Learning und Digitalisierung die Diagnostik neurodegenerativer Erkrankungen revolutionieren. TuCAN steht für „Tübingen Cognitive Assessment for Neuropsychiatric Disorders“. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.</p><ul><li><a href="https://tucantest.org" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://tucantest.org</a>&nbsp;</li></ul><p>Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut gratulierte dem Sieger Richard Hegner von Wheyfinery und betonte: „Ich freue mich, dass das Startup Center der Eberhard Karls Universität Tübingen Gründerinnen und Gründern mit dem Vorentscheid die Gelegenheit gibt, sich und ihre innovativen Geschäftsideen zu präsentieren. Gründerinnen und Gründer gestalten mit ihren innovativen Geschäftsideen die Zukunft unserer Wirtschaft entscheidend mit. Deshalb wollen wir sie mit unserer Landeskampagne ‚Start-up BW‘ bestmöglich bei ihren Vorhaben unterstützen. Durch die Teilnahme am ‚Start-up BW Elevator Pitch‘ können sie ihre Geschäftsmodelle in einem frühen Stadium der Öffentlichkeit präsentieren und so wertvolle Kontakte für die weitere Entwicklung ihrer Unternehmen knüpfen.“</p><p>Insgesamt zehn Teams präsentierten beim Startup Pitch Tübingen ihre Geschäftsideen vor einer Fachjury, die aus Führungspersönlichkeiten des Naturwissenschaftlichen und Mathematischen Instituts NMI (Professorin&nbsp;Dr. Katja Schenke-Layland, Direktorin), des Cyber Valley (Alex Diehl, Senior Advisor), vom Medical Valley Hechingen (Dr. Heiko Zimmermann, Geschäftsführer) und der Wirtschaftsförderung Tübingen WIT (Thorsten Flink, Geschäftsführer) sowie von lokalen Tübinger Unternehmen (Dr. Martin Winter, Gründer und Geschäftsführer Lab Automation Network) bestand.</p><p>Aufgrund der doppelten Drittplatzierung erklärten sich die Jurymitglieder bereit, das Preisgeld über die eigenen Institutionen – NMI, WIT und Cyber Valley – zur Verfügung zu stellen.</p><p class="align-right">Maximilian von Platen</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71739</guid><pubDate>Tue, 30 Nov 2021 15:16:04 +0100</pubDate><title>Cyber Valley startet Programm für KI und Journalismus</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/cyber-valley-startet-programm-fuer-ki-und-journalismus/</link><description>Ausschreibung Journalist-in-Residence bis 15. Februar 2022</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Cyber Valley Journalist-in-Residence-Programm geht in Serie. Nach dem Pilotprojekt mit Datenjournalistin Christina Elmer, wird das Programm „KI und Journalismus“ im kommenden Jahr fester Bestandteil der Cyber Valley Public-Engagement-Strategie – in enger Zusammenarbeit mit dem <a href="https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/forschung/zentren-und-interdisziplinaere-einrichtungen/rhet-ai-center/" target="_blank" class="external-link">Center for Rhetorical Science Communication on Artificial Intelligence</a> (RHET AI) und gefördert von der <a href="mailto:https://www.volkswagenstiftung.de" target="_blank" class="mail">VolkswagenStiftung</a>.</p><p>Interessierte Journalistinnen und Journalisten können sich ab jetzt bis zum 15. Februar 2022 für einen drei- bis sechsmonatigen vergüteten Aufenthalt bewerben. In dieser Zeit kann der oder die Journalist-in-Residence zu einer selbst gewählten Fragestellung im Austausch mit KI-Forschenden unterschiedlicher Disziplinen recherchieren – absolut unabhängig. Cyber Valley erwartet in dieser Zeit ausdrücklich keine Berichterstattung über KI-Themen oder über Cyber Valley.</p><p>„Ich empfehle eine Bewerbung allen, die bereit sind, einmal ganz tief in die Forschung zu intelligenten Systemen einzutauschen – und die zugleich in einer Stadt sein wollen, die solche Entwicklungen aufmerksam begleitet“, sagt Christina Elmer, die von April bis Juni 2021 als stellvertretende Entwicklungschefin des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ pausierte und inzwischen Deutschlands erste Professorin für Datenjournalismus an der TU Dortmund ist.<br> &nbsp;</p><h3>Was bietet Cyber Valley?</h3><ul><li>Einführung in Grundlagen von maschinellem Lernen, Computer Vision und Robotik&nbsp;</li><li>Aufbau eines eigenen Netzwerks mit Forschenden&nbsp;</li><li>Einblicke in das Cyber Valley Ökosystem&nbsp;</li><li>Freiraum für Kreativität und Reflexion über Methoden, Werkzeuge und KI-gestützten Journalismus&nbsp;</li><li>honorierter Werkvertrag&nbsp;</li><li>Budget für eigene Veranstaltungen (z. B. Workshops, Expert:innengespräche, Reisen)&nbsp;</li><li>Kosten für Büro und Unterkunft werden übernommen&nbsp;</li></ul><h3><br> Wie bewirbt man sich?</h3><p>Interessierte Medienvertreter:innen können sich bis zum <strong>15. Februar 2022</strong> mit einem Anschreiben, einem Lebenslauf sowie einem Ideenpapier <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,rcvtkem0mnwgignBeadgt/xcnnga0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">per E-Mail</a> bei Cyber Valley Public Engagement Manager <a href="https://cyber-valley.de/de/people/pkluegel" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Patrick Klügel</a> bewerben. Das zweiseitige Ideenpapier illustriert, welche journalistische Herausforderung während des Aufenthalts mit Blick auf das Thema KI oder mithilfe von KI gelöst werden soll. Die Auswahlentscheidung erfolgt durch eine Jury bis Anfang März 2022.</p><p>Weitere Informationen zur Ausschreibung und zum Ablauf des Cyber Valley Journalist-in-Residence-Programms sind in <a href="https://cyber-valley.de/uploads/news/attachment/514/CV_Flyer_JIR_11-2021.pdf" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">diesem Dokument</a> zusammengefasst.</p>]]></content:encoded><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71187</guid><pubDate>Wed, 17 Nov 2021 13:48:25 +0100</pubDate><title>Fragmente einer verloren geglaubten indigenen Sprache in Nordperu dokumentiert </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/fragmente-einer-verloren-geglaubten-indigenen-sprache-in-nordperu-dokumentiert/</link><description>Mitarbeiter eines Tübinger Forschungsprojekts spürt eine der letzten Sprecherinnen des Cholón auf</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die indigenen Sprachen Südamerikas verschwinden in immer schnellerem Tempo. Nun konnte durch Mitarbeiter eines Tübinger Forschungsprojekts eine schon verloren geglaubte Sprache Nordperus, das Cholón, teilweise noch dokumentiert werden.&nbsp;</p><p>In das peruanische Städtchen Juanjuí, am Ufer des Huallagaflusses, im üppigen Grün des Tieflands Südamerikas in der Nähe der nordperuanischen Anden gelegen, verirren sich nur wenige Fremde. Einer von ihnen war im letzten Herbst unterwegs: der peruanische Sprachwissenschaftler Luis Miguel Rojas Berscia. Er war im Rahmen einer Kooperation mit der an der Universität Tübingen angesiedelten Nachwuchsforschungsgruppe „The language dynamics of the ancient Central Andes“ unterwegs. Grund ist, dass die Gegend neben allgegenwärtigen Petroglyphen – Felszeichnungen, die von den vorkolumbianischen Kulturen der Region zeugen – noch ein weiteres indigenes kulturelles Erbe beherbergt: eine schon ausgestorben geglaubte Sprache, die einst in diesem Gebiet gesprochen wurde: das Cholón, oder wie die Sprache von ihren Sprechern selbst genannt wurde, Seeptsá.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70983</guid><pubDate>Thu, 11 Nov 2021 13:08:59 +0100</pubDate><title>Sichere KI-Systeme und deren Zertifizierung im Gesundheitsbereich</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/sichere-ki-systeme-und-deren-zertifizierung-im-gesundheitsbereich/</link><description>Carl-Zeiss-Stiftung fördert Forschungsprojekt an der Universität Tübingen mit fünf Millionen Euro</description><content:encoded><![CDATA[<p>Moderne Deep-Learning-Systeme im Gesundheitswesen haben das Potenzial, Diagnoseentscheidungen von ähnlicher Qualität wie behandelnde Ärztinnen und Ärzte zu treffen. Allerdings gibt es Bedenken hinsichtlich der Transparenz, Robustheit, Fairness und Verlässlichkeit dieser Systeme. Das Projekt „Certification and Foundations of Safe Machine Learning Systems in Healthcare“ einer Forschungsgruppe an der Universität Tübingen hat zum Ziel, diese Probleme zu beheben. Dabei werden sowohl potenzielle Zielkonflikte verschiedener Aspekte (Fairness, Genauigkeit, Interpretierbarkeit und Datenschutz) als auch deren ethische Implikationen an konkreten Anwendungen im Gesundheitsbereich erforscht. Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert das Projekt im Rahmen ihres Programms „Wissenschaftliche Durchbrüche in künstlicher Intelligenz“ nun mit fünf Millionen Euro über sechs Jahre.</p><p>„Wir möchten nicht nur die Grundlagen des maschinellen Lernens verbessern, sondern auch Leitlinien für eine Zertifizierung solcher KI-Systeme aufstellen und dadurch einen sicheren Einsatz in der Medizin ermöglichen“, sagt der Sprecher des Projekts, Professor Matthias Hein. „Das KI-Forschungsumfeld in Tübingen bietet dazu ideale Voraussetzungen, da hier die dafür benötigte Expertise in einmaliger Breite in Deutschland vorhanden ist. Wir sind sehr froh und dankbar über das Vertrauen der Carl-Zeiss-Stiftung. Diese Förderung bringt die Forschung an der Schnittstelle von KI und Medizin an der Universität Tübingen strukturell entscheidend voran.“</p><p>Projektpartner sind die Abteilungen für Radiologie und Augenheilkunde des Universitätsklinikums Tübingen (UKT). Der TÜV SÜD und das TÜV AI.LAB werden sich als Kooperationspartner bei der Entwicklung von Zertifizierungsprotokollen einbringen. Darüber hinaus unterstützen drei Medizin-Start-ups das Projekt mit Daten und konkreten Anwendungsfällen: die beiden Tübinger Unternehmen AIRAmed und eye2you, beides Mitglieder des <a href="https://cyber-valley.de/de/start-up-network" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Cyber Valley Start-up Networks</a>, sowie die Berliner Firma Vara, die KI-Systeme zur Erkennung von Brustkrebs entwickelt.</p><p>Seit der Gründung von Cyber Valley Ende 2016 hat sich die KI-Forschungsregion Stuttgart/Tübingen zu einem dynamischen Ökosystem entwickelt, mit neu eingerichteten Professuren, Forschungsgruppen, Industrieforschungslaboren, Promotionsprogrammen und Deutschlands erstem internationalen Masterstudiengang für maschinelles Lernen – auch dank der Etablierung des BMBF-Kompetenzzentrums für Maschinelles Lernen (<a href="https://tue.ai/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Tübingen AI Center</a>) und des <a href="https://uni-tuebingen.de/forschung/forschungsschwerpunkte/exzellenzcluster-maschinelles-lernen/home/" target="_blank" class="external-link">Exzellenzclusters „Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft“</a> sowie des starken Engagements des Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme (<a href="https://is.mpg.de/de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">MPI-IS</a>). Folgerichtig engagieren sich Forschende aus all diesen Institutionen im Projekt „Certification and Foundations of Safe Machine Learning Systems in Healthcare“. Hinzu kommen weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Institut für Augenheilkunde, dem Zentrum für Quantitative Biologie, dem Fachbereich Informatik, dem UKT sowie aus der Arbeitsgruppe „Ethik und Philosophie in der künstlichen Intelligenz“ des Exzellenzclusters.</p><p>&nbsp;</p><p><strong>Über Cyber Valley:</strong></p><p><a href="https://cyber-valley.de/de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Cyber Valley</a> ist Europas größtes Forschungskonsortium im Bereich der künstlichen Intelligenz mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie. Das Land Baden-Württemberg, die Max-Planck-Gesellschaft mit dem Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, die Universitäten Stuttgart und Tübingen sowie Amazon, BMW AG, Daimler AG, IAV GmbH, Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Robert Bosch GmbH und ZF Friedrichshafen AG sind die Gründungspartner dieser Initiative. Seit 2019 ist zudem die Fraunhofer-Gesellschaft Cyber Valley Partner. Unterstützt wird Cyber Valley zudem von der Christian Bürkert Stiftung, der Gips-Schüle-Stiftung, der Vector Stiftung und der Carl-Zeiss-Stiftung.</p><p><strong>Über die Carl-Zeiss-Stiftung:</strong></p><p>Die Carl-Zeiss-Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, Freiräume für wissenschaftliche Durchbrüche zu schaffen. Als Partner exzellenter Wissenschaft unterstützt sie sowohl Grundlagenforschung als auch anwendungsorientierte Forschung und Lehre in den MINT-Fachbereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). 1889 von dem Physiker und Mathematiker Ernst Abbe gegründet, ist die Carl-Zeiss-Stiftung eine der ältesten und größten privaten wissenschaftsfördernden Stiftungen in Deutschland. Sie ist alleinige Eigentümerin der Carl Zeiss AG und SCHOTT AG. Ihre Projekte werden aus den Dividendenausschüttungen der beiden Stiftungsunternehmen finanziert.</p>]]></content:encoded><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70887</guid><pubDate>Wed, 10 Nov 2021 09:27:25 +0100</pubDate><title>Erfolg für die Universität Tübingen beim Matariki Three Minute Thesis Wettbewerb</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/erfolg-fuer-die-universitaet-tuebingen-beim-matariki-three-minute-thesis-wettbewerb/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen hat sich in diesem Jahr zum ersten Mal am Three Minute Thesis Wettbewerb des Matariki Netzwerks beteiligt – und das mit Erfolg! Dr. Moritz Koch, Alumnus des Interfakultären Instituts für Mikrobiologie und Infektionsmedizin Tübingen (IMIT) sowie des GRK 1708, belegte mit seinem Beitrag “Using metabolic engineering strategies to improve phototrophic cyanobacteria for the production of sustainable, biodegradable bioplastics” den 1. Platz. Beim Three Minute Thesis Wettbewerb präsentieren Promovierende der Mitgliedsuniversitäten des Matariki Netzwerks ihre Forschungsthemen einem fachfremden Publikum in 3-minütigen Videos.&nbsp;</p><p>Für die Universität Tübingen ging in diesem Jahr zudem Monja Neuser (Betreuer: PD Dr. Nils Kroemer; neuroMADLAB, Uniklinikum Tübingen, Klinik für Psychiatrie, Bereich Translationale Psychiatrie) mit ihrem Beitrag zum Thema “Binge-eating disorder and (neural) variability” an den Start. Ausgewählt wurden die beiden Tübinger Teilnehmenden von der Graduiertenakademie (<a href="https://uni-tuebingen.de/de/15967" target="_blank">https://uni-tuebingen.de/de/15967</a>), die bei der Erstellung der Beiträge unterstützte. Als zentrale Einrichtung zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses stärkt die Graduiertenakademie damit das Thema Wissenschaftskommunikation im Bereich der Nachwuchsförderung.&nbsp;</p><p>Vergeben wurde der Preis durch eine Jury bestehend aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der beteiligten Universitäten, die jeweils die Beiträge der anderen Universitäten bewerteten und so zu einem Gesamtvotum kamen. Für die Universität Tübingen war Prof. Dr. Peter Grathwohl, Prorektor für Forschung und Innovation, an der Jury beteiligt: „Der Matariki Three Minute Thesis Wettbewerb verbindet Wissenschaftskommunikation mit Nachwuchsförderung und Internationalisierung und somit drei zentrale Anliegen der Universität Tübingen. Ich freue mich über den Erfolg von Moritz Koch und gratuliere dem Gewinner ganz herzlich! Beide Tübinger Beiträge waren exzellent und zeigen beispielhaft, dass anwendungs- und zukunftsorientierte Forschung verständlich und unterhaltsam präsentiert werden kann und dass der wissenschaftliche Nachwuchs eine wichtige Rolle dabei spielt.“ &nbsp;</p><p>Das Matariki Network of Universities (MNU) umfasst insgesamt 7 Universitäten weltweit, die zu den traditionsreichsten ihres Landes gehören. Neben der Universität Tübingen sind Dartmouth College (USA), Durham University (UK), Queen’s University (Kanada), University of Otago (Neuseeland), University of Western Australia sowie die Universität Uppsala (Schweden) am Netzwerk beteiligt (<a href="https://www.matarikinetwork.org/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.matarikinetwork.org/</a>). Das Motto des Netzwerks ist “Partnering for a better world”. Das MNU baut auf den gemeinsamen Stärken seiner Mitgliedsinstitutionen auf, um internationale Exzellenz in Forschung und Lehre/Studium zu erzielen und soziale Verantwortung auf lokaler und globaler Ebene zu fördern.&nbsp;</p><p>Dr. Moritz Koch promovierte bis 2020 am IMIT (Betreuer: Prof. Dr. Karl Forchhammer). Er erforschte dabei Cyanobakterien, deren Stoffwechselvorgänge so modifiziert werden konnten, dass sie erhebliche Mengen an Polyhydroxybutyrat (PHB) herstellten. PHB ist eine natürliche Form von Plastik, das in der Umwelt schnell sowie schadstofffrei abbaubar ist (<a href="https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilungen/newsfullview-pressemitteilungen/article/cyanobakterien-koennten-die-plastikindustrie-revolutionieren/" target="_blank">https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilungen/newsfullview-pressemitteilungen/article/cyanobakterien-koennten-die-plastikindustrie-revolutionieren/</a>).</p><p>Die Vermittlung zwischen Forschung und Öffentlichkeit ist Moritz Koch ein besonderes Anliegen: „Als Teil der wissenschaftlichen Community sehe ich es als unsere Verantwortung, unsere Forschung allgemeinverständlich zu erklären. Ich freue mich, dass ich durch die Teilnahme am Wettbewerb meine Forschung einer internationalen Öffentlichkeit näherbringen konnte. Bei der Graduiertenakademie bedanke ich mich für die tolle inhaltliche und organisatorische Unterstützung.“&nbsp;</p><p>Für seine Forschung erhielt Moritz Koch 2020 den Promotionspreis der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie. Zudem erhielt er den Promotionspreis der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen. 2021 belegte er den 1. Platz des KlarText-Preises der Klaus-Tschira Stiftung für exzellente Wissenschaftskommunikation sowie den 2. Platz des Deutschen Studienpreises der Körber-Stiftung. 2018 wurde er mit dem Sonderpreis für herausragendes studentisches Engagement für die von ihm mitgeführte Initiative Week-of-Links ausgezeichnet. 2021 erhielt er den Preis abermals für die von ihm gegründete Initiative sustainAbility (<a href="http://www.sustainability-phd.com/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">http://www.sustainability-phd.com/</a>). Seit Dezember 2020 ist Dr. Moritz Koch Postdoc an der University of British Columbia (Kanada).&nbsp;</p><p>Alle Beiträge des Matariki Three Minute Thesis Wettbewerbs sind über die Webseite des Netzwerks verfügbar: <a href="https://www.matarikinetwork.org/research/3-minute-thesis-competition-3mt/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.matarikinetwork.org/research/3-minute-thesis-competition-3mt/</a>. &nbsp;&nbsp;</p><p>Martina Bross</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70701</guid><pubDate>Fri, 05 Nov 2021 10:23:51 +0100</pubDate><title>THE-Ranking: Tübinger Geisteswissenschaften auf Platz 20 weltweit</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/the-ranking-tuebinger-geisteswissenschaften-auf-platz-20-weltweit/</link><description>Platz zwei unter den deutschen Universitäten</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen hat sich im weltweiten „Times Higher Education World University Ranking (THE) 2022“ nach Fächern weiter verbessert: Die Tübinger Geisteswissenschaften machten in diesem Jahr einen Sprung um vier Plätze auf Rang 20&nbsp;weltweit (2021: 24; 2020: 34) und liegen damit nun auf Platz zwei unter den deutschen Universitäten (2021: 3; 2020: 5).</p><p>Das „Times Higher Education World University Ranking (THE)“ nach Fächern vergleicht elf Fachbereiche an Universitäten weltweit, darunter in den USA, Europa, Australien und Asien. Neben dem Shanghai-Ranking und dem QS Ranking by subject gehört es zu den meist beachteten Bewertungssystemen für Hochschulen weltweit.</p><h3>Weitere Informationen:</h3><ul><li><a href="https://www.timeshighereducation.com/world-university-rankings/by-subject" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">THE World University Ranking nach Fächern</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69894</guid><pubDate>Wed, 20 Oct 2021 12:28:04 +0200</pubDate><title>Nachwuchspreis der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft geht nach Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/nachwuchspreis-der-deutschen-pharmazeutischen-gesellschaft-geht-nach-tuebingen/</link><description>Juniorprofessor Matthias Gehringer wird für seine Arbeit an chemischen Sonden zur Untersuchung von Proteinkinasen ausgezeichnet</description><content:encoded><![CDATA[<p>Juniorprofessor Matthias Gehringer vom Pharmazeutischen Institut hat den diesjährigen Nachwuchspreis der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG) erhalten. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis zeichnet seine Forschung auf dem Gebiet der Pharmazeutischen und Medizinischen Chemie sowie in der verwandten Chemischen Biologie aus. Sein Ziel ist die Entwicklung hochselektiver Werkzeugverbindungen ‒ sogenannter chemischer „Probes“ ‒ für verschiedene Proteine, vor allem aus der Klasse der Proteinkinasen.&nbsp;</p><p>Proteinkinasen sind Enzyme, die in praktisch alle Aspekte der zellulären Signalweiterleitung involviert sind. Sie stellen wertvolle Zielstrukturen für Arzneistoffe dar, unter anderem in der Krebstherapie und zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen. Allerdings ist von den über 500 menschlichen Proteinkinasen ein wesentlicher Teil noch unzureichend erforscht. Mit seiner Arbeit an hochselektiven chemischen Probes leistet Gehringer einen wichtigen Beitrag zur Erforschung solcher Proteinkinasen und schafft gleichzeitig eine Grundlage für die Entwicklung potenzieller neuer Arzneistoffe.</p><p>Matthias Gehringer ist seit 2019 Juniorprofessor für Medizinische Chemie an der Universität Tübingen. Nach seinem Chemiestudium an den Universitäten Karlsruhe, Heidelberg und der Ecole Nationale Supérieure de Chimie de Montpellier promovierte er von 2009 bis 2014 an der Universität Tübingen in Pharmazeutischer/Medizinischer Chemie. Als Postdoc forschte er an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich auf dem Gebiet der Totalsynthese komplexer Naturstoffe. Für seine Arbeit erhielt er bereits den Promotionspreis der Gesellschaft Deutscher Chemiker, den Promotionspreis der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen, den Walter-Schunack-Preis der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft sowie den Merckle-Promotionspreis des Pharmazeutischen Instituts der Universität Tübingen.</p><p>Mitteilung der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft: &nbsp;<a href="https://www.dphg.de/presse/pressemitteilungen/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.dphg.de/presse/pressemitteilungen/</a>&nbsp;&nbsp;</p><p>Homepage von Matthias Gehringer. <a href="https://uni-tuebingen.de/de/158971" target="_blank" class="external-link">https://uni-tuebingen.de/de/158971</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69891</guid><pubDate>Wed, 20 Oct 2021 12:07:48 +0200</pubDate><title>Tübingen Historian receives Albert C. Outler Prize</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebingen-historian-receives-albert-c-outler-prize/</link><description>American Society of Church History honors Laura Dierksmeier’s book about community service by indigenous religious groups in early modern Mexico</description><content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Laura Dierksmeier has won the 2021 Albert C. Outler Prize of the American Society of Church History for her book “Charity for and by the Poor: Franciscan-Indigenous Confraternities in Mexico, 1527-1700”. The Albert C. Outler Prize annually honors the best book that illumines the diversity of global Christianity, issues of Christian unity and disunity (doctrinal, cultural, institutional), and/or the interactions between Christianity and other religions, in any period and area of the history of Christianity. In her work, the early modern historian of the Collaborative Research Centre Resource Cultures at the University of Tübingen describes new insights into the role and organization of indigenous confraternities in colonial Mexico.&nbsp;</p><p>The ubiquitous Franciscan-established confraternities for Indigenous members were an essential pillar of society, for example during epidemics: They ran hospitals, orphanages, offered banking services to the poor, paid to release debt prisoners, and buried the dead.&nbsp;<br> For her study, Dierksmeier searched through court records, last wills, missionary correspondence and church records in archives in Mexico, Spain, the USA and Germany. &nbsp;She concludes that these religious community networks became an essential institution to support the population during epidemics, to integrate the various indigenous groups from the former Aztec Empire, and to protect indigenous self-government, at least in religious areas.</p><p>It is noteworthy that group leaders were elected by majority vote and held office for a fixed period, until the next election. Unlike other colonial institutions, fraternities often had a dual leadership, i.e. two leaders who acted as mutual control bodies and who shared responsibility. Unlike the Spanish officials, the brotherhoods made fewer distinctions between race, gender, social status, and physical ability. Even black slaves could, with the permission of their owners, join and lead confraternities. Dierksmeier documents also cases of indigenous female leadership.&nbsp;</p><p>About the choice of title, Laura Dierksmeier says: "With the title 'Charity for and by the Poor', I wanted to emphasize the active role that the needy played within and through the fraternities that empowered them. Fraternities not only provided assistance to the poor, but also, and above all, encouraged the poor to improve their own material existence and that of others, thus negotiating their own social identity. Religious brotherhoods developed into institutions that helped people to move from being purely passive recipients of aid to active agents of self-help, who in turn were able to help others.&nbsp;</p><p>The American Society of Church History concludes: “Dierksmeier’s <em>Charity for and by the Poor</em> embodies excellence in historical scholarship into the diversity of global Christianity that the Albert C. Outler Prize celebrates.”</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69699</guid><pubDate>Fri, 15 Oct 2021 11:06:56 +0200</pubDate><title> Knoop-Stiftung verleiht Preis für Biochemie an der Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/knoop-stiftung-verleiht-preis-fuer-biochemie-an-der-universitaet-tuebingen/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Gleich zwei Preisträger werden am 15. Oktober 2021 mit dem Preis für Biochemie an der Universität Tübingen ausgezeichnet. Mit diesem Preis ehrt die Elisabeth und Franz Knoop-Stiftung die Nachwuchswissenschaftler Philip Bucher und Dr. Tobias Merkle. Die Auszeichnung ist jeweils mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro verbunden. Die Verleihung findet im Rahmen eines Kolloquiums am Interfakultären Institut für Biochemie (IFIB) der Universität Tübingen statt.</p><h3>Die Preisträger 2021</h3><p><strong>Philip Bucher</strong>, Jahrgang 1994, hat im Dezember 2017 seine Promotion am Interfakultären Institut für Biochemie an der Universität Tübingen begonnen und steht unmittelbar vor dem erfolgreichen Abschluss des Verfahrens. Mit seiner Forschung möchte Philip Bucher einen Beitrag zum besseren molekularen Verständnis des diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms (kurz: DLBCL) leisten und damit Menschen, die an Lymphdrüsenkrebs erkrankt sind, eine verbesserte Perspektive geben. Bislang werden Fälle eines DLBCL mit einer standardisierten Anthrazyklin-basierten Chemotherapie behandelt – diese Therapie führt derzeit jedoch noch zu einer unbefriedigenden Überlebenserwartung. Hier setzen Philip Buchers Forschungen an: In biochemischen und molekular biologischen Experimenten hat er Zellkulturen von normalen und krebsartigen B-Zellen untersucht. Das Ergebnis: Verglichen mit normalen B-Zellen werden in krebsartigen B-Zellen gewisse Signal-Proteine zu stark aktiviert. Am Beispiel des ABC-DLBCL, dem aggressivsten Subtyp des Lymphoms, konnte Philip Bucher zeigen, dass zwei schon bekannte Medikamente – nämlich Cyclosporin A und Tacrolimus – die Aktivität des überaktivierten Signal-Proteins NFAT hemmen und dadurch das Wachstum der bösartigen ABC-DLBCL-Zellen verringern. Durch Kombination mit weiteren Medikamenten konnte Philip Bucher diesen Effekt weiter verstärken.</p><p>Aufgrund dieser vielversprechenden Experimente wird nun am neuen Standort Tübingen des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) eine klinische Studie gestartet, die bei Lymphom-Patienten die Wirksamkeit von Tacrolimus in Kombination mit weiteren Medikamenten testen wird.</p><p>Insgesamt ist es Philip Bucher gelungen, beeindruckende Ergebnisse zum DLBCL vorzulegen, die einen wichtigen Beitrag zum besseren molekularen Verständnis dieses häufigen Lymphoms liefern.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69537</guid><pubDate>Wed, 13 Oct 2021 14:17:38 +0200</pubDate><title>Diabetes mit Ganzkörper-MRT erkennen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/diabetes-mit-ganzkoerper-mrt-erkennen/</link><description>Deep Learning mit über 2000 MRT-Aufnahmen trainiert</description><content:encoded><![CDATA[<p>Mit einer Ganzkörper-Magnetresonanztomographie (MRT) lässt sich Typ-2-Diabetes diagnostizieren. Das zeigt eine aktuelle Studie von Forschenden des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung, des Instituts für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des Helmholtz Zentrums München an der Universität Tübingen, des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme und der Universitätsklinik Tübingen. Sie nutzten Deep-Learning-Methoden und Daten von mehr als 2000 MRTs, um Patienten mit (Prä-)Diabetes identifizieren zu können. <a href="http://Mit" target="_blank" class="Ganzkörper-Magnetresonanztomographie" rel="noreferrer" title="(MRT)">Die Ergebnisse wurden jetzt im Fachjournal JCI Insight veröffentlicht.</a></p><p>Übergewicht und viel Körperfett erhöhen das Risiko eines Diabetes. Doch nicht jeder übergewichtige Mensch erkrankt auch daran. Entscheidend ist, wo das Fett im Körper gespeichert wird. Lagert sich Fett unter der Haut an, ist es harmloser als Fett in tieferen Bereichen des Bauches (das sog. viszerale Fett). Wie das Fett im Körper verteilt ist, lässt sich mit Ganzkörper-Kernspintomographie gut darstellen. „Wir haben nun untersucht, ob man Typ-2- Diabetes auch anhand bestimmter Muster der Körperfettverteilung im MRT diagnostizieren könnte“, erläutert Letzt-Autor Prof. Robert Wagner den Ansatz der Forschenden.</p><h3>Deep Learning mit über 2000 MRT-Aufnahmen trainiert</h3><p>Um solche Muster zu erkennen, nutzten die Forschende künstliche Intelligenz (KI). Sie trainierten Deep-Learning-Netzwerke (maschinelles Lernen) mit Ganzkörper-MRT-Aufnahmen von 2000 Menschen, die sich auch einem Screening mit oralem Glukosetoleranz-Test (abgekürzt oGTT) unterzogen hatten. Mit dem oGTT, auch Zuckerbelastungstest genannt, lassen sich ein gestörter Glukosestoffwechsel nachweisen und ein Diabetes diagnostizieren. So lernte die KI, Diabetes zu detektieren.</p><h3>Fettansammlung im Unterbauch wichtiger Hinweis auf Diabetesentstehung</h3><p>„Eine Analyse der Modellergebnisse ergab, dass eine Fettansammlung im unteren Abdomen bei der Diabetesdetektion eine entscheidende Rolle spielt“, berichtet Wagner. Weitere zusätzliche Analysen zeigten zudem, dass auch ein Teil der Menschen mit einer Vorstufe des Diabetes (Prädiabetes) sowie Menschen mit einem Diabetes-Subtyp, der zu Nierenerkrankungen führen kann, über MRT-Aufnahmen identifiziert werden können.</p><p>Die Forschenden arbeiten nun daran, die biologische Steuerung der Körperfettverteilung zu entschlüsseln. Ein Ziel ist es, durch neue Methoden wie dem Einsatz von KI die Ursachen des Diabetes zu identifizieren, um bessere Vorsorge- und Therapiemöglichkeiten zu finden.</p>]]></content:encoded><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68361</guid><pubDate>Fri, 17 Sep 2021 09:15:26 +0200</pubDate><title>Literarische Transfers zwischen Europa und Kolumbien</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/literarische-transfers-zwischen-europa-und-kolumbien/</link><description>Universität Tübingen an kolumbianisch-deutscher Forschungskooperation beteiligt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Forschungssprojekt "Digitalisierung und Analyse von kulturellen Transfers in kolumbianischen Literaturzeitschriften (1892–1950)". Die deutsch-kolumbianische Kooperation wird geleitet von Prof. Dr. Ana María Agudelo, Koordinatorin der Forschungsgruppe "Colombia: Tradiciones de la Palabra" an der Universidad de Antioquia (UdeA), und Prof. Dr. Hanno Ehrlicher, Literaturwissenschaftler am Romanischen Seminar der Universität Tübingen.&nbsp;</p><p>Der inhaltliche Fokus des Projekts liegt auf der Untersuchung literarischer Transfers zwischen Europa und Kolumbien sowie weiteren hispanoamerikanischen Ländern. "Dieses Projekt ermöglicht der kolumbianischen Seite, ihr eigenes Kulturerbe zu digitalisieren, wobei eine in Deutschland entwickelte Open-Source-Software verwendet wird. Datenerhebung und Analyse werden dann gemeinsam von beiden Partnern in einer virtuellen Forschungsumgebung im Internet durchgeführt", erläutert Prof. Dr. Hanno Ehrlicher.</p><p>Seit 2019 können im Rahmen&nbsp;einer bilateralen Kooperation zwischen der UdeA und der DFG Forschungsprojekte, Mobilität, Seminare und Workshops sowie weitere gemeinsame wissenschaftliche Aktivitäten gefördert werden. Das Projekt mit Beteiligung der Tübinger Romanisten ist eines der ersten, das im Zuge dieser Kooperation eine Bewilligung erhielt:&nbsp;</p><p>Den Forschergruppen in beiden Ländern ist nicht nur gemein, dass sie Methoden der "digital humanities" anwenden, sondern auch das Interesse an digitalisierten Kulturzeitschriften. So hat Prof. Ehrlicher bereits zwischen 2017 und 2020 ein DFG-finanziertes Forschungsprojekt mit dem Titel "Literarische Modernisierungsprozesse und transnationale Netzwerkbildung im Medium der Kulturzeitschrift: vom 'Modernismo' zur Avantgarde" geleitet. In diesem Projekt wurde aus netzwerkanalytischer Perspektive der transatlantische Austausch im Zeitraum zwischen 1890 und 1935 untersucht. In dem nunmehr bewilligten Projekt stehen auch deswegen Kulturzeitschriften im Mittelpunkt, weil diese im Kolumbien des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert die zentralen Knotenpunkte der Literatur darstellten, war doch das zeitgenössische System der Buchproduktion prekär. Zeitschriften bildeten wiederum den Ort, an dem kulturelle Importe stattfanden, sei es durch Übersetzungen, Adaptationen bestimmter Genres oder durch die Rezeption.</p><p>Auf Tübinger Seite wird das Team aus Prof. Dr. Ehrlicher, Projektkoordinator Dr. Jörg Lehmann sowie der Kolumbianerin Nancy Vargas Castro bestehen. Sie promoviert im Rahmen des Projekts. Auf kolumbianischer Seite wird neben Prof. Dr. Agudelo auch Danilo Penagos Jaramillo arbeiten, der aktuell einen Masterstudiengang "digital humanities" abschließt und innerhalb der Projektlaufzeit mehrere Monate in Tübingen anwesend sein wird. Während die kolumbianischen Partner tiefe Kenntnisse des eigenen Kulturerbes und der Literaturgeschichte in das Projekt einbringen, steuert das deutsche Team seine Erfahrungen im Hinblick auf die technologischen und methodischen Komponenten bei. "Die enge Verschränkung der beiden Teams in Kolumbien und Deutschland bildet eine gute Ausgangsposition für die Entfaltung jener internationalen und interdisziplinären Synergien, die wir uns von der Kooperation versprechen", so Ehrlicher.</p><p>Das Forschungsprojekt beginnt am 01.01.2022 und läuft drei Jahre. In diesem Zeitraum sollen über 20 kolumbianische Literaturzeitschriften mit der Software-Suite Kitodo digitalisiert und mit Methoden der sozialen Netzwerkanalyse ausgewertet werden.</p><h3>Weitere Informationen zum Projekt:&nbsp;</h3><p>Prof. Dr. Hanno Ehrlicher (<a href="#" data-mailto-token="ocknvq,jcppq0gjtnkejgtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">hanno.ehrlicher<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>)<br> Dr. Jörg Lehmann (<a href="#" data-mailto-token="ocknvq,lqgti0ngjocppBtqocpkuvkm0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">joerg.lehmann<span style="display:none">spam prevention</span>@romanistik.uni-tuebingen.de</a>)</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68121</guid><pubDate>Fri, 10 Sep 2021 13:00:39 +0200</pubDate><title>Wirkstoff „7dSh“ auf dem Weg zum nachhaltigen Herbizid</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/wirkstoff-7dsh-auf-dem-weg-zum-nachhaltigen-herbizid/</link><description>1,5 Millionen für Erforschung eines natürlichen Zuckers aus Blaualgen, der als umweltfreundliches Unkrautbekämpfungsmittel eingesetzt werden soll – Forschungsprojekt der Universitäten Tübingen und Bielefeld</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wissenschaftler der Universität Tübingen sind einem neuen Forschungsprojekt zu einem nachhaltigen Herbizid beteiligt. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt „7dSherbizid“ für drei Jahre mit insgesamt 1,5 Millionen Euro. Zum Verbund gehören Forschungsgruppen der Mikrobiologie und der Pflanzenwissenschaften der Universität Tübingen sowie der Fermentations- und Formulierungstechnologie der FH Bielefeld. Koordinator ist Professor Klaus Harter vom Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen an der Universität Tübingen.</p><p>Für die nachhaltige Sicherung unserer Nahrungsgrundlagen braucht es ein landwirtschaftliches Management, das Biodiversität erhält bzw. fördert und für Umwelt und Mensch unbedenklich ist. In der Unkrautbekämpfung werden heute – auch außerhalb der Landwirtschaft ‒ oft ökotoxikologisch problematische, synthetische und natürliche Herbizide mit sehr unspezifischer Wirkung eingesetzt. Forschenden der Universität Tübingen gelang es 2019, den Naturstoff <a href="https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilungen/newsfullview-pressemitteilungen/article/ungewoehnlicher-zucker-aus-cyanobakterien-wirkt-als-natuerliches-herbizid/" target="_blank" class="external-link">7 Desoxy Sedoheptulose</a> (7dSh) zu identifizieren, einen außergewöhnlichen Zucker aus Blaualgen (Cyanobakterien), der sich im Labor als herbizider Wirkstoff charakterisieren ließ. Somit steht nun eine biogene Alternative zur Verfügung, die gezielt einen nur in Pflanzen vorhandenen Stoffwechselweg hemmt.</p><p>Im Projekt „7dSherbizid“ werden Forschungsgruppen aus Tübingen und Bielefeld die Eignung des 7dSh-Wirkstoffs für den Einsatz als nachhaltiges Herbizid im Freiland prüfen und weiterentwickeln. Die Forschungsansätze schließen dabei die Entwicklung eines kostengünstigen und skalierbaren 7dSh-Synthesewegs sowie die optimale Formulierung des Wirkstoffs für die Anwendung als Auflauf- und Blattherbizid ein.&nbsp;</p><p>Auch wird das Team im Detail analysieren, auf welche molekulare Weise 7dSh die Aktivität seines für den pflanzlichen Organismus spezifischen Zielenzyms beeinflusst. Untersucht werden außerdem die phänotypischen, molekularen, metabolischen und ökotoxikologischen Konsequenzen der 7dSh-Anwendung auf verschiedene Modellpflanzen, Unkrautarten und Tiere, um die Effektivität und Umweltverträglichkeit des Wirkstoffs zu verifizieren. Die Erkenntnisse sollen zudem zur Entwicklung von 7dSh-toleranten Pflanzen herangezogen werden.</p><p>Gesamtziel des Forschungsvorhabens ist es, durch Weiterentwicklung von 7dSh zu einem marktreifen Präparat eine biogene und umweltfreundliche Alternative zu problematischen synthetischen und natürlichen Breitband-Herbiziden anzubieten. Diese könnte dann, auch in Kombination mit 7dSh-toleranten Nutzpflanzen, nachhaltig eingesetzt werden.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-66886</guid><pubDate>Mon, 02 Aug 2021 16:57:51 +0200</pubDate><title>Physicists call for an international effort to take quantum  experiments to space</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/physicists-call-for-an-international-effort-to-take-quantum-experiments-to-space/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>The scientific legacy of the 20th century is twofold: On the one hand there is quantum mechanics, which has helped us to explain the fundamental principles of the microscopic world. On the other hand&nbsp;is the space program, which made space exploration a reality. The 21st century could see these areas of scientific and technological development joined together to deliver unforeseen possibilities.</p><p>Current quantum experiments are mostly performed on laboratory tables. Meeting the right experimental conditions (low pressure and temperature, or isolation from external noise) all the way down to be able to test the very fundamental principles underpinning nature – the&nbsp;holy grail of every quantum physicist – is very demanding. But space could offer the way forward! On-board of a satellite, free-fall, high vacuum, and no ground-related vibrations would make any quantum experiment more “robust”, allowing for the test of those tiny, elusive&nbsp;effects that are so difficult to unveil on the ground. In turn, this will help the delivery of new, disruptive quantum-enhanced technologies for communication and sensing.</p><p>Very exciting, yet difficult and costly. So much so that a genuine world-scale program&nbsp;for quantum experiments in space would be needed. In a Comment article in the pages of <em>Nature</em>, Dr. Alessio Belenchia, postdoctoral researcher at the Institute for Theoretical Physics at the University of&nbsp;Tübingen, together with&nbsp;collaborations from Belfast, Southampton, Trieste and Barcelona, draws the pathway towards the achievement of such a goal, identifying the challenges ahead and calling for an international effort that puts together scientists, quantum industry, and policy-makers alike towards the exploration of a new space frontier. This time, a quantum one!</p><p>Further information on the original publication:&nbsp;<a href="https://www.nature.com/articles/d41586-021-02091-8" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.nature.com/articles/d41586-021-02091-8</a></p><p class="align-right"><em>Institute for Theoretical Physics</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-65887</guid><pubDate>Mon, 12 Jul 2021 10:41:27 +0200</pubDate><title>„Gott in der Krise“ – Eine Podcastreihe über Pandemie und Glaube</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/gott-in-der-krise-eine-podcastreihe-ueber-pandemie-und-glaube-1/</link><description>Was macht die Corona-Krise mit dem Glauben? Wie gehen Menschen und Kirchen mit der Glaubenskrise um? Gibt es so eine Krise überhaupt? Diesen Fragen geht ein Team von Tübinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in einer vierteiligen Podcast-Reihe nach, die gemeinsam mit dem SWR produziert wurde und jetzt über die ARD-Audiothek verfügbar ist. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Corona-Pandemie verändert die Welt, so auch die Welt des Glaubens. Die Ausbreitung des Virus bedrohte die Kirche und trifft viele Gläubige auch ganz persönlich. Sie brachte Angst, Krankheit und Tod in den unmittelbaren Kreis der Familie und hinterließ oft nur Trauer und Wut. Wie ist das mit der Vorstellung eines liebenden Gottes noch vereinbar? Welche Angebote macht die Kirche, um dieses wachsende Gefühl der Sinnentleerung zu bewältigen?</p><p>Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Sonderforschungsbereichs 923 „Bedrohte Ordnungen“ machten sich im Herbst 2020 auf die Suche nach Antworten auf diese Fragen. Ihre Ergebnisse präsentiert die wissenschaftliche Arbeitsgruppe nun in Form einer vierteiligen Podcast-Reihe <strong>„Gott in der Krise“</strong>. Das Team um Prof. Andreas Holzem zeichnet mit den beiden SWR-Redakteur*innen Magdalena Knöller und Peter Kottlorz darin die verschiedenen Dimensionen der Bedrohungsszenerie nach. In der Reihe verbinden sie wissenschaftliche Analysen mit Einzelschicksalen und Interviews zu einer Erzählung über die Pandemie und den Glauben. Die Folgen sind ab sofort über die ARD-Audiothek abrufbar:</p><ul><li><a href="https://www.ardaudiothek.de/gedanken/gott-in-der-krise-1-pandemie-und-glaube-wie-reagieren-menschen-auf-krisen/89077846" target="_blank" class="external-link" title="Link zur Folge 1 der Podcast-Reihe „Gott in der Krise“" rel="noreferrer">Folge #1: Wie reagieren Menschen auf Pandemien: früher und heute? Und was macht die Corona-Krise mit dem eigenen Glauben?</a></li><li><a href="https://www.ardaudiothek.de/gedanken/gott-in-der-krise-2-initiative-und-kraft/89389820" target="_blank" class="external-link" title="Link zur Folge 2 der Podcast-Reihe „Gott in der Krise“" rel="noreferrer">Folge #2: Welche Energien setzen Pandemien frei: früher und heute? Was tun Individuen, was Institutionen?</a></li><li><a href="https://www.ardaudiothek.de/gedanken/gott-in-der-krise-3-kreativitaet-und-bewaeltigung/90407302" target="_blank" class="external-link" title="Link zur Folge 3 der Podcast-Reihe „Gott in der Krise“" rel="noreferrer">Folge #3: Wie gehen Menschen mit Pandemien um: früher und heute? Welche Bewältigungsstrategien finden sie im Umgang mit der Krise, und welche Rolle spielt dabei ihr Glaube?</a></li><li><a href="https://www.ardaudiothek.de/gedanken/gott-in-der-krise-4-4-erfahrungen-mit-corona-verlust-und-geborgenheit/90894626" target="_blank" class="external-link" title="Link zur Folge 4 der Podcast-Reihe „Gott in der Krise“" rel="noreferrer">Folge #4: Wie sind früher Menschen mit Pandemien umgegangen im Vergleich zur aktuellen Corona-Pandemie?</a></li></ul><p>Der SFB 923 kreiert derzeit verschiedene Öffentlichkeits-Formate, die die Coronapandemie unter der Forschungsperspektive der „Bedrohten Ordnungen“ betrachten und analysieren. Die Arbeitsgruppe „Das Corona-Virus und die Religion. Bedrohte Ordnung ohne die und in den Kirchen“ ist eine von insgesamt sieben Arbeitsgruppen. Mitwirkende: Prof. Dr. Andreas Holzem (Leitung), Prof. Dr. Volker Drecoll, Dr. Christoph Haack, Sabrina Jost, Dr. Beatrice von Lüpke, Prof. Dr. Klaus Ridder, Michael Schilling, Prof. Dr. Sebastian Schmidt-Hofner, Federica Viviani und Anna Weininger.</p><p>Hintergrundinformation: Der Sonderforschungsbereich 923 „Bedrohte Ordnungen“ startete 2011 und wird bis zum Sommer 2023 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit circa 2 Millionen Euro pro Jahr gefördert. Knapp 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen in derzeit 19 Teilprojekten, die interdisziplinär, historisch oder gegenwartsnah angelegt sind und unterschiedliche geographische Räume in den Blick nehmen. Sie untersuchen dabei Dynamiken gesellschaftlicher Veränderungen in Situationen, in denen Menschen erleben, dass Routinen nicht mehr funktionieren und sie sich nicht mehr auf Gewohntes verlassen können. Beteiligt sind die Fächer Geschichtswissenschaft, Soziologie, Germanistik, Amerikanistik, Empirische Kulturwissenschaft, Politikwissenschaft, Theologie, Philologie, Rechtswissenschaft sowie die Medizin.</p><p class="align-right">Thorsten Zachary</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-65695</guid><pubDate>Thu, 08 Jul 2021 10:22:20 +0200</pubDate><title>Zu Risiken und Nebenwirkungen der Bewässerung mit Abwasser</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/zu-risiken-und-nebenwirkungen-der-bewaesserung-mit-abwasser/</link><description>Tübingen an DFG-Forschungsgruppe beteiligt: Projekt untersucht Schadstoffe, Antibiotikaresistenzen und Pathogene in Abwasserbewässerungssystemen </description><content:encoded><![CDATA[<p>Wasserverknappung, der steigende Nahrungsmittelbedarf einer wachsenden Weltbevölkerung und Urbanisierung führen in zahlreichen Regionen der Welt zur Nutzung von Abwasser zur Bewässerung in der Landwirtschaft. Dies schont Ressourcen, birgt aber auch Risiken: Durch das Abwasser gelangen Antibiotika, Desinfektionsmittel und viele weitere Substanzen zusammen mit antibiotikaresistenten Bakterien auf die Felder, in die Böden – und letztlich in unsere Nahrungsmittel. Zur Beurteilung von Ausmaß und Relevanz dieser Risiken sowie der Risikominimierung durch die Behandlung des Abwassers fehlt bislang jedoch die Grundlage. Um diese Grundlage zu schaffen, fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) eine neue Forschungsgruppe unter Federführung der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) mit rund 2,5 Millionen Euro für zunächst vier Jahre. Davon entfallen rund eine Million Euro auf die JLU. An der Universität Tübingen ist die Arbeitsgruppe von <a href="https://uni-tuebingen.de/de/201754" target="_blank" class="internal-link">Christiane Zarfl, Professorin für Umweltsystemanalyse</a>, beteiligt.</p><p>Die Forschungsgruppe FOR 5095 „Interaktionen von Schadstoffen, Antibiotikaresistenz und Pathogenen in einem sich ändernden Abwasserbewässerungssystem“ wird am Beispiel des weltweiten größten zusammenhängenden Abwasserbewässerungssystems nördlich von Mexiko City die Selektion von Antibiotikaresistenzen und die Ausbreitung von Krankheitserregern in Agrarsystemen und ihren Transfer in Nahrungsmittel untersuchen. Das rund 900 Quadratkilometer große Gebiet wurde etwa 100 Jahre lang mit einer Mischung aus unbehandeltem Abwasser und Regenwasser bewässert. Dadurch haben sich Arzneimittel, Desinfektionsmittel, Metalle und zahlreiche weitere Substanzen in den Böden der Felder angereichert, wie unter anderem das Team von Prof. Dr. Jan Siemens, Professur für Bodenressourcen und Bodenschutz an der JLU und Sprecher der neuen DFG-Forschungsgruppe in Zusammenarbeit mit mexikanischen Wissenschaftlerinnen bereits in früheren Untersuchungen festgestellt hat.</p><p>Nun ist im Valle Mezquital die weltweit drittgrößte Kläranlage in Betrieb genommen worden, das Abwasser von Mexiko City gelangt also nicht mehr ungeklärt auf die Felder. „Kläranlagen sind jedoch auch ein potenzieller Hotspot für die Selektion von antibiotikaresistenten Bakterien – das geklärte Wasser wird zwar weniger Bakterien enthalten als vorher, dafür unter Umständen aber einen größeren Anteil multiresistenter Bakterien“, so Prof. Siemens. „Auch besteht das Risiko, dass in der Vergangenheit in den Böden akkumulierte Schadstoffe durch das behandelte Abwasser mobilisiert werden und die Selektion von antibiotikaresistenten Bakterien in den Felder verstärken.“ Die Forschungsgruppe wird einen wesentlichen Beitrag zur Aufklärung der Zusammenhänge zwischen Bewässerungswasserqualität, dem Verhalten von Antibiotika und Desinfektionsmitteln sowie der Selektion und Ausbreitung von antibiotikaresistenten Bakterien in der Umwelt leisten.</p><p class="align-right"><em>Nach einer Pressemitteilung der Universität Gießen</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-65626</guid><pubDate>Wed, 07 Jul 2021 10:38:27 +0200</pubDate><title>Neue Forschungsgruppe zur sakralen Bedeutungszuschreibung von Texten</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neue-forschungsgruppe-zur-sakralen-bedeutungszuschreibung-von-texten/</link><description>Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Tübingen untersuchen mit Fördermitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft, wie literarische, politische, juristische und religiöse Schriften Merkmale des Religiösen erhalten – oder auch wieder verlieren</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet an der Universität Tübingen eine neue Forschungsgruppe ein, die auch jenseits offensichtlich sakraler Schriften wie Bibel und Koran die Sakralisierung von Texten aus Literatur, Recht und Politik untersuchen will. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Sakralisierung, die Zuweisung religiöser Merkmale, dem praktischen Gebrauch und der über die Zeiten wechselnden Auslegung der Texte unterliegt. In dieser Dynamik können Texte auch desakralisiert werden. Beteiligt an der stark interdisziplinären DFG-Forschungsgruppe „De/Sakralisierung von Texten“ (FOR 2828) sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Evangelischen Theologie, der Japanologie, der englischen und lateinischen Philologie, der Juristischen Fakultät, der Politikwissenschaft, dem Zentrum für Islamische Theologie sowie dem Heidelberg Center for American Studies an der Universität Heidelberg. Die Forschungsgruppe soll ihre Arbeit demnächst aufnehmen. Die Laufzeit liegt zunächst bei drei Jahren mit der Option auf Verlängerung um drei weitere Jahre. Sprecherin der Forschungsgruppe ist Professorin Birgit Weyel, Praktische Theologin an der Evangelisch-Theologischen Fakultät.</p><p>Mit dem Titel der Forschungsgruppe verbinden sich durchaus praktische Fragen. „Was sollen Schülerinnen und Schüler in der Schule lesen? Unter welchen Bedingungen stiften Zitate aus Bibel und Koran Frieden und Versöhnung oder rufen zu Hass und Gewalt auf? Und wie wirkt sich die Thematisierung von Menschenrechten in einer globalen Weltgesellschaft auf lokale Diskurse zur Gerechtigkeit aus?“, nennt Birgit Weyel einige Beispiele. Gegenstand der Forschung sollen die heiligen Schriften von Religionsgemeinschaften sein, aber auch humanistische Klassiker oder die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. „Solche Texte sind mit besonderen Geltungsansprüchen versehen“, erklärt Weyel. „Sie tragen auch außerhalb von Religionsgemeinschaften Merkmale des Religiösen, weil sie mit unbedingter Autorität und nicht verhandelbaren Wahrheitsansprüchen verknüpft werden.“</p><p>Im Rahmen der Forschungsgruppe soll untersucht werden, wie Texten durch ihren Gebrauch besondere Qualitäten zugeschrieben werden, wie diese Qualitäten zu beschreiben sind und wie Texte Bedeutungszuschreibungen auch verlieren. „Unser Ziel ist es nicht, die Texte den beiden starren Kategorien ‚religiös‘ oder ‚säkular‘ zuzuordnen“, sagt die Wissenschaftlerin. „Wir wollen vielmehr vielfältige Beschreibungen, Differenzierung und Abstufungen zulassen.“ Zum anderen stehe die Frage nach den Praktiken im Mittelpunkt, also wie Sakralisierung und Desakralisierung gemacht werden. „Wie wichtig diese Fragestellung ist, wird deutlich, wenn durch unterschiedliche Texte verschiedene Normen absolut gesetzt werden und Autoritätskonflikte entstehen. Wenn die Texte in Konkurrenz zueinander treten, werden religionspolitische Spannungen erzeugt“, sagt Weyel. Daher ziele der Erkenntnisgewinn der Forschungsgruppe auf den entscheidenden Unterschied in der Autorität, aufgrund dessen manche Texte in kulturellen, sozialen und politischen Routinen des Gebrauchs über andere Texte gestellt werden.</p><p class="align-right"><em>Prof. Dr. Birgit Weyel, Evangelische Theologie/Janna Eberhardt, Hochschulkommunikation</em></p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-65524</guid><pubDate>Mon, 05 Jul 2021 15:10:02 +0200</pubDate><title>Künstliche Intelligenz als gesellschaftliche Herausforderung: das neue RHET AI Center</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/kuenstliche-intelligenz-als-gesellschaftliche-herausforderung-das-neue-rhet-ai-center/</link><description>Neues Zentrum untersucht, wie gesellschaftliche Diskussion über KI gelingen kann</description><content:encoded><![CDATA[<p>Künstliche Intelligenz (KI) stellt unsere Gesellschaft vor enorme soziale, kulturelle und ethische Herausforderungen. Aber wie funktionieren (selbst-)lernende Systeme und wie können sie genutzt werden? Mit welchen Risiken und Chancen ist der Einsatz von KI verbunden? Welche Systeme interagieren wirklich intelligent? Und wie verändern autonome algorithmische Entscheidungssysteme öffentliche Diskurse? Renommierte KI-Forschende wie Prof. Dr. Bernhard Schölkopf vom Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme sprechen von einer KI-Revolution, die die Welt verändern wird. Während die KI-Forschung schnell voranschreitet, treffen in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung Faszination und Begeisterung, aber auch Zweifel, Skepsis und Ängste aufeinander. Zugleich beginnt die Politik auf nationaler und europäischer Ebene, die Regulierung von Anwendung und Forschung in diesem Bereich zu diskutieren.</p><p>Die Universität Tübingen hat nun den Zuschlag für ein Zentrum für Wissenschaftskommunikation erhalten, in dem unter anderem diese Fragen untersucht werden sollen. <a href="https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/newsfullview-attempto/article/39-millionen-euro-fuer-tuebinger-zentrum-fuer-wissenschaftskommunikationsforschung/" target="_blank" class="external-link">Die VolkswagenStiftung fördert künftig das neue Tübinger Center for Rhetorical Science Communication Research on Artificial Intelligence (RHET AI) mit 3,9 Millionen Euro.</a></p><p>Im Zentrum arbeiten dabei Partner mit unterschiedlichen Expertisen unter Leitung von Prof. Dr. Olaf Kramer (Seminar für Rhetorik der Universität Tübingen) zusammen. Durch die Kooperation mit dem Institut für Medienwissenschaft (Prof. Dr. Susanne Marschall), dem Zentrum für Medienkompetenz der Universität Tübingen (ZFM), dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Department für Wissenschaftskommunikation (Prof. Dr. Annette Leßmöllmann) sowie den KI-Forschungseinrichtungen des Cyber Valley Ökosystems und dem Praxispartner Wissenschaft im Dialog (WiD) in Berlin soll so der Stand der gesellschaftlichen Debatte umfassend analysiert werden, um auf dieser Basis neue Wege zu finden, wie Forschende mit unterschiedlichen Akteuren und Interessengruppen in Austausch treten können. Aus dem <a href="https://cyber-valley.de/de/ecosystem" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Cyber Valley Ökosystem</a> sind Prof. Dr. Bernhard Schölkopf und Prof. Dr. Matthias Bethge für das <a href="https://tuebingen.ai/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">TÜ AI Center</a> sowie Prof. Dr. Ulrike von Luxburg und Prof. Dr. Philipp Berens für den <a href="https://uni-tuebingen.de/forschung/forschungsschwerpunkte/exzellenzcluster-maschinelles-lernen/home/" target="_blank" class="external-link">Exzellenzcluster „Maschinelles Lernen für die Wissenschaft“</a> an dem Forschungsvorhaben beteiligt. Darüber hinaus gehören die beiden Postdoktoranden Dr. Markus Gottschling (Rhetorik) und Dr. Erwin Feyersinger (Medienwissenschaft) zu dem Zentrum für Wissenschaftskommunikation RHET AI.</p><p><strong>Neue Kommunikationsformate werden entwickelt und erprobt</strong></p><p>„Uns interessiert, wie eine gesellschaftliche Debatte rund um KI gelingen kann. Wir untersuchen, wie wir zu einer informierten kritischen Debatte über künstliche Intelligenz beitragen können, die ihrer enormen gesellschaftlichen Bedeutung Rechnung trägt“, sagt Kramer. Dabei geht es dem Zentrum zunächst darum, die aktuellen Diskurse zu verstehen und die rhetorischen, linguistischen und audio-visuellen Elemente der kursierenden KI-Narrative (in der Gesellschaft, in den Medien, in der Kunst) mit den Mitteln der Geistes- und Kulturwissenschaften zu untersuchen. Darüber hinaus sollen neue Kommunikationsformen und Formate entwickelt sowie regional und überregional erprobt werden. Dazu gehört auch die konstruktive Auseinandersetzung mit Konflikten, kollidierenden Interessen und einer allgemeinen Verunsicherung. Dazu kommt ein wachsendes Informationsbedürfnis der Menschen, auf deren Lebensumstände die bereits aktiven Systeme der künstlichen Intelligenz bereits heute und oftmals unbemerkt Einfluss nehmen.</p><p>„Wie sprechen Menschen über KI, wie drücken sie ihre Einstellungen dazu aus und wie gehen sie sprachlich mit der Forschung zu KI um? Diese Fragen wollen wir erforschen und damit auch Anstöße für die Entwicklung neuer Kommunikationsformate geben“, ergänzt Leßmöllmann.</p><p>Für die Medienwissenschaftlerin Prof. Dr. Susanne Marschall von der Universität Tübingen, die im Projekt das Thema Visuelle Kommunikation erforscht, spielen in dem Prozess der Entstehung von Vorstellungs- und Denkbildern zur künstlichen Intelligenz nicht zuletzt auch fiktionale Darstellungen aus Science-Fiction-Filmen eine Rolle. „Uns interessieren Formen der Selbstdarstellung und Promotion von KI-Entwickler:innen im Bereich der Robotik, die eine Beeinflussung durch Narrative literarischen oder filmkünstlerischen Ursprungs verraten“, sagt Marschall.</p><p>In Kooperation mit der <a href="https://imprs.is.mpg.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Max Planck Research School for Intelligent Systems</a> (IMPRS-IS) entwickelt das Zentrum spezielle Angebote, um Nachwuchsforschende in gesellschaftsorientierter Kommunikation rhetorisch weiterzubilden. Eine zusätzliche internationale Perspektive zur sozialen Reflexion von KI-Forschung bringt ein Austauschprogramm mit dem International Observatory on the Societal Impacts of AI and Digital Technology (OBVIA) ein.</p><p><strong>Interdisziplinär und enger Austausch mit der Praxis – Journalist-in-Residence-Programm wird weitergeführt</strong></p><p>Die Forschung des Zentrums wird in fünf Research Units stattfinden, die interdisziplinär geleitet werden und im engen Austausch mit der Praxis stehen. So sollen zum Beispiel nicht nur regionale Dialoge angestoßen, sondern auch Methoden der partizipatorischen Wissenschaftskommunikation fortentwickelt und in AI-Cafés und in der „I am a scientist“-Reihe bundesweit eingesetzt werden. „Uns war es wichtig, Angebote für diejenigen zu machen, die in Zukunft vor allem mit den Möglichkeiten und Auswirkungen von KI leben werden: Kinder und Jugendliche. Die langjährigen Erfahrungen von Wissenschaft im Dialog in diesem Bereich werden uns dabei helfen, schnell und großflächig mit vielen Schülerinnen und Schülern über die Chancen und Herausforderungen, die in der KI liegen, ins Gespräch zu kommen. So sollen sie dazu befähigt werden künftig informierte Entscheidungen über KI zu treffen“, so Christian Kleinert vom Praxispartner Wissenschaft im Dialog aus Berlin.</p><p>Für <a href="https://cyber-valley.de/public-engagement" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Cyber Valley</a> ermöglicht die Kooperation mit dem RHET AI nicht nur die innovative Weiterentwicklung des Austauschs von Wissenschaft und Gesellschaft mit neuen Formaten, sondern auch die Weiterführung des bereits im Pilotprojekt sehr erfolgreichen Journalist-in-Residence Programms KI und Journalismus. „Das Zentrum ist ein weiterer wichtiger Baustein, um verschiedene fachliche und gesellschaftliche Perspektiven in die Forschung zu KI und in den Transferprozess zur Anwendung einzubeziehen“, so Cyber Valley Public Engagement Manager Patrick Klügel.</p>]]></content:encoded><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-65368</guid><pubDate>Fri, 02 Jul 2021 12:00:00 +0200</pubDate><title>Spuren des adeligen Lebens am Albrand im Mittelalter</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/spuren-des-adeligen-lebens-am-albrand-im-mittelalter/</link><description>Archäologische Grabungen bringen Reste der verschwundenen Burg Stahleck ans Licht</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Schwäbische Alb ist bekannt für ihre vielen mittelalterlichen Burgen. Im Hoch- und Spätmittelalter waren diese Burgen Orte adeligen Lebens, aber auch Verwaltungszentren großer Ländereien und wichtiger Bestandteil des adeligen Selbstverständnisses. Wie auf diesen Herrschaftssitzen gelebt und gewirtschaftet wurde, wie die Befestigungsanlagen Wohn- und Ökonomiebauten beschaffen waren – und welche Rolle sie als Ressource und Machtinstrument spielten – ist meist nur unzureichend erforscht. Die archäologischen Reste im Boden erlauben allerdings oft überraschende Einblicke und Antworten.</p><p>In einem gemeinsamen Forschungsprojekt der Universität Tübingen (Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit sowie Sonderforschungsbereich 1070 RessourcenKulturen) und des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart werden seit 2020 exemplarisch verschiedene Burganlagen und weitere Kulturlandschaftselemente im Echaztal um Pfullingen/Lichtenstein archäologisch untersucht. Die Fundstellen gehören zur Herrschaft der edelfreien Herren von Greifenstein, die ab dem späteren 12. Jahrhundert die Region prägten. Konflikte mit der Reichsstadt Reutlingen leiteten im frühen 14. Jahrhundert den Niedergang der Familie ein, deren Burgen der Überlieferung zufolge schließlich 1311 im Reichskrieg durch Reutlinger Truppen zerstört wurden.</p><h3>Rege Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger</h3><p>In dem interdisziplinären Projekt, das neben den Burgen auch die Wurzeln der regionalen Kulturlandschaft erforscht, ist Citizen Science ein zentraler Bestandteil. Lokale Vereine, Gemeinden und interessierte Bürgerinnen und Bürger partizipieren aktiv an den Forschungen. So wurde auch die gerade abgeschlossene Grabungskampagne auf der Burg Stahleck maßgeblich von Gemeinde und Geschichtsverein Lichtenstein unterstützt. Die Ausgrabungen an der Burganlage, auf der im 13. und 14. Jahrhundert aller Wahrscheinlichkeit nach ritterliche Dienstleute der Herren von Greifenstein lebten, haben zahlreiche überraschende Ergebnisse erbracht.</p><p>Obwohl heute außer einem tiefen Graben obertägig fast nichts mehr sichtbar ist, haben sich im Boden umfangreiche Reste erhalten. In der Hauptburg gelang es dem Grabungsteam, das steinerne Fundament eines mächtigen Gebäudes an der Spornspitze freizulegen, das als standesgemäßer repräsentativer Wohnbau genutzt worden sein dürfte. Im Inneren fanden sich neben Abfällen der Burgbewohner des 13. Jahrhunderts – darunter besonders Fragmente von Keramikgefäßen aus der Burgküche und von der herrschaftlichen Tafel – auch umfangreiche Reste der ehemaligen Dachdeckung aus Ziegeln. Besonders die zahlreichen Ofenkacheln verweisen auf die adelige Wohnkultur, da rauchfreie Kachelöfen in dieser Zeit noch weitgehend den sozialen Eliten vorbehalten waren. Die standesgemäße Fortbewegung zu Pferde beleuchten außerdem Metallteile von Pferdegeschirr. Die bisherige Forschungsmeinung einer unbedeutenden, möglicherweise nur aus Holz bestehenden Anlage, konnte damit korrigiert werden.</p><h3>Entdeckung einer Vorburg</h3><p>Neben dem Wohnbereich der Burgherren wurde auch die Vorburg archäologisch untersucht. Dort spielte sich im Mittelalter das wirtschaftliche Leben ab, und es sind Ställe und Scheunen, Werkstätten, Backöfen sowie Wohnhäuser der Bediensteten zu erwarten. Vor Beginn der Grabungen war die Stahlecker Vorburg der Forschung allerdings gänzlich unbekannt, und es galt, erste Anhaltspunkte für ihre Existenz, Nutzung und Bebauung zu gewinnen.</p><p>Die Ausgrabungen brachten unter anderem große Mengen von Brandschutt zu Tage. Der bei extremen Temperaturen verbrannte und teilweise verschlackte Lehm zeigt zahlreiche Abdrücke von Hölzern unterschiedlicher Art. Es dürfte sich daher um die Reste eines oder mehrerer abgebrannter Fachwerkgebäude handeln, die aller Wahrscheinlichkeit nach in der Vorburg standen. Das eingebettete Fundmaterial datiert in das 14. Jahrhundert und damit in die Spätphase der Herrschaft Greifenstein. Die nun anstehenden Analysen müssen zeigen, ob ein Zusammenhang mit der schriftlich überlieferten Zerstörung der Greifensteiner Burgen im Jahr 1311 bestehen könnte.</p><h3>Fortsetzung des Projekts im Sonderforschungsbereich RessourcenKulturen</h3><p>Die archäologischen Forschungen an der Burg Stahleck und verschiedenen weiteren Bestandteilen der Greifensteiner Herrschaft werden bis mindestens 2025 fortgesetzt. Dafür gelang es, das Projekt langfristig in den Sonderforschungsbereich 1070 RessourcenKulturen an der Universität Tübingen zu integrieren, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird. In diesem Rahmen ist es möglich, am Beispiel der Greifensteiner Herrschaft echte Grundlagenforschung zu leisten und dem historischen Puzzle zukünftig weitere wichtige Teile hinzuzufügen.</p><p class="align-right"><em>Lukas Werther / Abteilung für Archäologie des Mittelalters</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-65320</guid><pubDate>Thu, 01 Jul 2021 14:06:33 +0200</pubDate><title>Förderpreis des Fachverbandes für Medizingeschichte geht nach Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/foerderpreis-des-fachverbandes-fuer-medizingeschichte-geht-nach-tuebingen/</link><description>Laura Dierksmeier vom SFB 1070 RessourcenKulturen erhält den Preis für ihre Publikation Forbidden herbs: Alzate’s defense of pipiltzintzintlis (2020)</description><content:encoded><![CDATA[<p><br> In ihrer Studie, die letztes Jahr im Journal Colonial Latin American Review veröffentlicht wurde, zeichnet Dierksmeier den Diskurs um das Für und Wider von medizinischem Cannabis-Konsum im Mexiko des 18. Jahrhunderts nach. Der Priester und Wissenschaftler José Antonio Alzate y Ramírez setzte sich dort für die heilende Wirkung der umstrittenen Pflanze ein – und legte sich dabei mit der spanischen Kolonialmacht und der Inquisition an.</p><p>Alzates Belege zum Nutzen von medizinischem Cannabiskonsum reichen von eigenen Erfahrungen, über Berichte von Ureinwohnern und Matrosen bis hin zu medizinischen Enzyklopädien. „Das Spannende ist dabei vor allem die Bandbreite der Quellen des 18. Jahrhunderts, die den medizinischen Marihuanakonsum unterstützten“, sagt Laura Dierksmeier. Alzate nenne hier bekannte Wissenschaftler der damaligen Zeit, wie den Naturforscher Jacques-Christophe Valmont de Bomare, den Mediziner Michael Etmüller, den Arzt und Mitbegründer der Wissenschaftsakademie „Royal Society of London“ Thomas Willis sowie die Ärzte Guy-Crescent Fagon und Engelbert Kämpfer.</p><p>In einem Zeitungsartikel von 1772 verteidigte Alzate Cannabis, das er unter dem Namen „Pipiltzintzintlis“ aus eigenen Anbau kannte: Er schrieb ihm einen wertvollen medizinischen Nutzen für die Behandlung von Husten, Gelbsucht, Tinnitus, Tumoren, Depressionen und vielem mehr zu. Zudem hielt er die Hanfpflanze für einen hervorragenden Rohstoff zur Herstellung von Seilen für Segelschiffe. Die Spanische Inquisition betrachtete das Halluzinogen hingegen als ein Mittel, um mit dem Teufel in Verbindung zu treten und hatte es daher verboten ‒ genauso wie viele andere psychoaktive Pflanzen oder Verhaltensweisen, die christlichen Grundsätzen angeblich widersprachen.</p><p>„Die Erkenntnisse der Studie können helfen, die gegenwärtige Legalisierungs-Debatte zu bereichern oder zumindest die verhärteten Fronten aufzubrechen“, sagt Dierksmeier. „Denn laut Alzate und den von ihm zitierten Wissenschaftlern überwiegt der Nutzen der Hanfpflanze als Baustoff oder Medizinpflanze die möglichen Nebenwirkungen. Oder wie José Antonio Alzate y Ramírez selbst sagte: ‚Ich glaube, ich habe die Vorteile der Nutzung von Pipilzitzintlis demonstriert, und wie wir in der Sprache der Theologen sagen: Es ist schlecht, weil es verboten ist, nicht verboten, weil es schlecht ist‘.“</p><p>Der Fachverband Medizingeschichte e.V. setzt sich seit 1978 für den kollegialen Meinungsaustausch von Medizinhistorikerinnen und -historikern ein und ist so eine wichtige Interessenvertretung des Fachs. Der Förderpreis ist mit 500,- € dotiert und wird einmal im Jahr vergeben.</p><p class="align-right">Mitteilung des SFB 1070 "RessourcenKulturen"</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-65215</guid><pubDate>Tue, 29 Jun 2021 15:45:34 +0200</pubDate><title>Tübinger Mittelalter- und Neuzeitarchäologe erhält Habilitationspreis der Universität Jena</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebinger-mittelalter-und-neuzeitarchaeologe-erhaelt-habilitationspreis-der-universitaet-jena/</link><description>Auszeichnung für PD Dr. Lukas Werther</description><content:encoded><![CDATA[<p>Mit dem <a href="https://www.uni-jena.de/210625_Schillertag" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Habilitationspreis der Friedrich-Schiller-Universität Jena</a>&nbsp;ist in diesem Jahr PD Dr. Lukas Werther ausgezeichnet worden, der seit 2019 an der Universität Tübingen lehrt und forscht. Er erhielt den mit 5.000 Euro dotierten Preis für seine Arbeit „Der Karlsgraben und andere Kanalbauten als Schnittstellen frühgeschichtlicher Verkehrsnetzwerke“, in der er sich mit antiken und mittelalterlichen Infrastrukturprojekten befasste. Der Preisträger gewann in seiner Arbeit wegweisende Erkenntnisse darüber, wie die Landschaft vom Menschen umgestaltet wurde, wie Verkehrsnetzwerke entstanden und strukturiert wurden. In seiner Arbeit verknüpft er erfolgreich die Bereiche Archäologie, Geschichts- und Geowissenschaften.</p><p class="align-right"><em>Nach einer Meldung der Universität Jena</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-65203</guid><pubDate>Tue, 29 Jun 2021 12:38:41 +0200</pubDate><title>An appetizer to the all-sky banquet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/an-appetizer-to-the-all-sky-banquet/</link><description>First data of the eROSITA X-ray telescope now released to the public</description><content:encoded><![CDATA[<p>As announced during the 2021 meeting of the European Astronomical Society, the German eROSITA collaboration has released the first set of data taken with the eROSITA X-ray telescope onboard the Russian-German space observatory Spektrum-RG (SRG). For the first time, astronomers throughout the world will have the chance to download and analyse data from this powerful new telescope. The Early Data Release consisting of data taken during the so-called ‘Calibration and Performance Verification Phase’ in mid-September to mid-December 2019 will be accompanied by the publication of 35 eROSITA science papers by the German eROSITA Consortium on the arXiv preprint server, with these and more to be published in a forthcoming special issue of the journal Astronomy and Astrophysics. Four of those are led by scientists from the University of Tübingen, one of the five core institutions which contributed to the development of the mission.</p><p>“This is the first public release of SRG/eROSITA data,” says Andrea Merloni, eROSITA principal investigator at the Max Planck Institute for Extraterrestrial Physics. “Since the start of observations with the X-ray telescope at the end of 2019, we have been impressed with the high-quality data, which have already led to numerous astronomical discoveries and breakthroughs. Now is the time to give astronomers worldwide a first taste of what is to come over the next few years. This is going to open up a whole new Universe of possibilities.”</p><h3>The eROSITA&nbsp;survey&nbsp;</h3><p>The eROSITA X-ray telescope on-board the SRG spacecraft is primarily a survey machine and will be scanning entire sky until the end of 2023 to conduct the most sensitive all-sky X-ray survey to date. The current data release contains almost 100 individual observations of 29 distinct fields taken before the start of the all-sky scans and thus is just an appetizer for an all sky banquet. Still, over thirty papers led by the German eROSITA Consortium mostly based on EDR data accompain release “We are very excited to be part of the eROSITA consortium and take part in exploration of the data from this wonderful instrument”, says Andrea Santangelo, head of the high energy group at the Institute for Astronomy and Astrophysics (IAAT) at the University of Tübingen. “Bear in mind that the current release is just a tiny fraction of what has already been observed and more is to come”, adds Santangelo.&nbsp;</p><h3>Galactic science with eROSITA</h3><p>“Most of the objects seen by eROSITA are Active Galactic nuclei at the edge of the Universe, and normal, hydrogen-burning stars in our galaxy which, among other local objects are the main focus of research in Tübingen. I am particularly inspired to study emission from the smallest stars that are barely massive enough to ignite nuclear fusion. Those are numerous but very cool and faint, so it is extremely hard to catch them unless in a sensitive all sky survey like that provided by eROSITA”, says Professor Beate Stelzer who leads the space-based astrophysics group at IAAT. "Much rarer objects are also expected to pop up in the survey", adds Victor Doroshenko leading compact object studies with eROSITA at IAAT: “For instance, we expect to detect several tens of the X-ray binaries which comprise a neutron star or a black hole that is fed by matter supplied by a &nbsp;companion star, and, in fact, started to see those already. At the end of the survey the population of known objects of this type will be doubled which will help to learn more about their properties at low fluxes, their origin and evolution. Other surprises like the recently discovered eROSITA bubbles, a diffuse X-ray emission pervading a large part of the Milky Way can certainly also be expected”.&nbsp;</p><h3>Impact of the pandemic</h3><p>The COVID-19 pandemic, which has had an impact on so many professional activities, has also complicated matters for the eROSITA team. “Only six months after the start of eROSITA science observations, the global pandemic forced us to modify almost all aspects of our work,” says Andrea Merloni. “Even operating the telescope 1.5 million kilometers away had to be done from home. I’d like to think that the unique opportunity of working with a brand new ‘discovery machine’ has helped many of us to keep some sort of focus or balance – at least it did for me. eROSITA has given us many reasons to celebrate, and we are all looking forward to having a real party soon.”</p><h3>Further information</h3><p>eROSITA is the primary instrument aboard Spektrum-RG (SRG), a joint Russian-German science mission supported by the Russian Space Agency (Roskosmos), in the interests of the Russian Academy of Sciences represented by its Space Research Institute (IKI), and the German Space Agency at DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt). The SRG spacecraft was built by Lavochkin Association (NPOL) and its subcontractors, and is operated by NPOL with support from the Max-Planck Institute for Extraterrestrial Physics (MPE).</p><p>The development and construction of the eROSITA X-ray instrument was led by the Max Planck Institute for Extraterrestrial Physics (MPE), with contributions from the Dr. Karl Remeis Observatory Bamberg, the University of Hamburg Observatory, the Leibniz Institute for Astrophysics Potsdam (AIP), and the Institute for Astronomy and Astrophysics of the University of Tübingen, with the support of DLR and the Max Planck Society. The Argelander Institute for Astronomy of the University of Bonn and the Ludwig-Maximilians-Universität Munich also participated in the science preparation for eROSITA.</p><p class="align-right">Press release of the MPI for Extraterrestrial Physics/Victor Doroshenko, University of Tübingen</p><p>The official press release by eROSITA consortium regarding the early data release is available at <a href="https://www.mpe.mpg.de/7710163/news20210628" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.mpe.mpg.de/7710163/news20210628</a>&nbsp;<br><a href="https://www.mpe.mpg.de/7650552/news20210628" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.mpe.mpg.de/7650552/news20210628</a>&nbsp;</p><p>The data itself is accessible via the eROSITA data archive at MPE at<br><a href="https://erosita.mpe.mpg.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://erosita.mpe.mpg.de</a>&nbsp;&nbsp;</p><h3>More information:&nbsp;</h3><p>The eROSITA EDR is available here:&nbsp;<br><a href="https://erosita.mpe.mpg.de/edr" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://erosita.mpe.mpg.de/edr</a>&nbsp;&nbsp;</p><p>Meet the eROSITA team:&nbsp;<a href="https://www.mpe.mpg.de/news/press_releases/news20210628/news20210628-team" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.mpe.mpg.de/news/press_releases/news20210628/news20210628-team</a>&nbsp;</p><p>Public eROSITA pages at MPE:&nbsp;<a href="https://www.mpe.mpg.de/eROSITA" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.mpe.mpg.de/eROSITA</a>&nbsp;</p><p>eROSITA science papers:&nbsp;<br> Associated suite of papers led by the German eROSITA Consortium mainly focussing on EDR observations. These papers and some more will form part of a A&amp;A Special Issue: "The Early Data Release of eROSITA and Mikhail Pavlinsky ART-XC on the SRG Mission" that will be published later in the year.</p><p>Webpage: <a href="https://www.mpe.mpg.de/7650552/news20210628" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.mpe.mpg.de/7650552/news20210628</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-65068</guid><pubDate>Fri, 25 Jun 2021 16:27:10 +0200</pubDate><title>3,9 Millionen Euro für Tübinger Zentrum für Wissenschaftskommunikationsforschung</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/39-millionen-euro-fuer-tuebinger-zentrum-fuer-wissenschaftskommunikationsforschung/</link><description>VolkswagenStiftung fördert vier Zentren für Wissenschaftskommunikationsforschung mit insgesamt 15 Millionen Euro </description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen hat den Zuschlag für ein Zentrum für Wissenschaftskommunikation erhalten. Die VolkswagenStiftung fördert künftig vier Zentren für Wissenschaftskommunikationsforschung mit insgesamt 15 Millionen Euro, das Tübinger Center for Rhetorical Science Communication Research on Artificial Intelligence erhält davon 3,9 Millionen Euro.&nbsp;Der Förderzeitraum beträgt fünf Jahre und kann um maximal drei Jahre verlängert werden. Voraussetzung für die Bewilligung war die Zusage einer Hochschule, die neu etablierten Zentren auch über den Förderzeitraum hinaus dauerhaft zu unterstützen.</p><p>Das Echo auf die Ausschreibung "Wissenschaftskommunikation hoch drei – Zentren für Wissenschaftskommunikationsforschung" war groß: insgesamt gingen 27 Anträge von Konsortien mit 500 Einzelpersonen aus 300 Institutionen in 24 Ländern bei der VolkswagenStiftung ein, von denen das Kuratorium jetzt die Konsortien in München, Kiel, Tübingen sowie den Verbund Dortmund, Essen, Bonn bewilligt hat.</p><h3>Tübinger Antrag: Center for Rhetorical Science Communication Research on Artificial Intelligence</h3><p>Antragsteller für das <em>Center for Rhetorical Science Communication Research on Artificial Intelligence</em> in Tübingen war Professor Dr. Olaf Kramer vom Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen sowie zehn weitere Projektbeteiligte.</p><p>Während die KI-Forschung massiv voranschreitet, konkurrieren in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung Faszination und Begeisterung mit Zweifeln, Skepsis und Ängsten. Welche widerstreitenden Interessen und Emotionen leiten dabei das Publikum? Das will das Konsortium aus Sicht der Rhetorik und der Wissenschaftskommunikationsforschung ergründen, indem Narrative, Frames und topische Argumente sowie deren Wirkung auf verschiedene Zielgruppen analysiert werden. Aus der KI-Forschung unterstützen u.a. das Tübingen AI Center und der Exzellenz-Cluster "Maschinelles Lernen – Neue Perspektiven für die Wissenschaft" an der Universität Tübingen das Vorhaben. Gemeinsam mit dem Praxispartner "Wissenschaft im Dialog", Berlin, werden neue Methoden der partizipatorischen Wissenschaftskommunikation im Feld der KI-Themen entwickelt und bundesweit erprobt. Die wissenschaftlichen Befunde und Kommunikationsempfehlungen werden in einem Transferkonzept zur Verfügung gestellt.</p><p><a href="https://www.volkswagenstiftung.de/unsere-foerderung/unser-foerderangebot-im-ueberblick/wissenschaftskommunikation-hoch-drei-zentren-fuer-wissenschaftskommunikationsforschung" target="_blank" class="external-link" title="Informationen zur Ausschreibung &quot;Wissenschaftskommunikation hoch drei ‒ Zentren für Wissenschaftskommunikationsforschung&quot;" rel="noreferrer">Informationen zur Ausschreibung "Wissenschaftskommunikation hoch drei ‒ Zentren für Wissenschaftskommunikationsforschung" der VolkswagenStiftung</a>&nbsp;</p><p class="align-right">Pressemitteilung der VolkswagenStiftung</p><p class="align-right">&nbsp;</p><h3>Informationen zur VolkswagenStiftung</h3><p>Die VolkswagenStiftung ist eine eigenständige, gemeinnützige Stiftung privaten Rechts mit Sitz in Hannover. Mit einem Fördervolumen von insgesamt etwa 150 Mio. Euro pro Jahr ist sie die größte private deutsche wissenschaftsfördernde Stiftung und eine der größten Stiftungen hierzulande überhaupt. Ihre Mittel vergibt sie ausschließlich an wissenschaftliche Einrichtungen. In den mehr als 50 Jahren ihres Bestehens hat die VolkswagenStiftung rund 33.000 Projekte mit insgesamt mehr als 5,1 Mrd. Euro gefördert. Auch gemessen daran zählt sie zu den größten gemeinnützigen Stiftungen privaten Rechts in Deutschland. Weitere Informationen über die VolkswagenStiftung finden Sie unter <a href="https://www.volkswagenstiftung.de/stiftung/wir-ueber-uns" target="_blank" rel="noreferrer">www.volkswagenstiftung.de/stiftung/wir-ueber-uns</a>.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-65008</guid><pubDate>Fri, 25 Jun 2021 09:48:41 +0200</pubDate><title>Bessere Entscheidungen, mehr Kontrolle: „Best Paper Award“ für Tübinger Forscher</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/bessere-entscheidungen-mehr-kontrolle-best-paper-award-fuer-tuebinger-forscher/</link><description>Zwei Cyber Valley Forschende ausgezeichnet für beste wissenschaftliche Arbeit bei weltweit renommierter Konferenz</description><content:encoded><![CDATA[<p>Großer Erfolg für zwei KI-Wissenschaftler aus dem Cyber Valley Ökosystem: Michael Niemeyer, Doktorand am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, und Prof. Dr. Andreas Geiger von der Universität Tübingen wurden für ihre Arbeit <a href="https://cyber-valley.de/uploads/news/attachment/419/GIRAFFE2021CVPR.pdf" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">„GIRAFFE: Representing Scenes as Compositional Generative Neural Feature Fields“</a> bei der diesjährigen Conference on Computer Vision und Pattern Recognition (CVPR) mit dem <a href="http://cvpr2021.thecvf.com/node/329" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">„Best Paper Award“</a> geehrt.</p><p>Bei dem Paper der beiden Tübinger Wissenschaftler handelt es sich um Grundlagenforschung auf dem Gebiet des maschinellen Sehens. Niemeyer und Geiger beschreiben darin eine von ihnen entwickelte Methode, mit der es Computern nun erstmals möglich ist, verschiedene dreidimensionale Objekte auf zweidimensionalen Bildern (z. B. Fotos) selbständig zu identifizieren.</p><p>„Unser Ziel ist, dass Computer selbst erlernen, wie Bilder – wir sprechen hier von Szenen – aufgebaut sind“, sagt Niemeyer, Hauptautor der Arbeit und Promotionsstudent an der International Max Planck Research School for Intelligent Systems (IMPRS-IS), der Cyber Valley Graduiertenschule. „Der Computer soll also erkennen, welche dreidimensionalen Objekte sich auf einem Foto befinden, das heißt wie eine Szene strukturiert ist.“ Während die meisten gängigen Ansätze auf zweidimensionalen Datensätzen beruhen und die abgebildeten Szenen nicht dreidimensional erfassen, erkennt das neue Modell von Niemeyer und Geiger, GIRAFFE, die abgebildeten Objekte dreidimensional und ermöglicht so alle möglichen unterschiedlichen Blickwinkel auf die selbe Szene.</p><p>Konkret bedeutet das: Ein einfaches Foto, auf dem beispielsweise ein Auto vor einem Haus parkend abgebildet ist, kann als Basis dienen, um das Auto nicht nur von vorne, sondern auch aus weiteren Blickwinkeln vor dem Haus zu betrachten. Darüber hinaus kann die Position des Autos im Bild beliebig verschoben werden und dadurch jeweils unterschiedliche Teile des Hauses verdecken bzw. den Blick darauf freigeben. „Das meinen wir mit ‚compositional‘ – unser Computermodell erfasst die Struktur der abgebildeten Szene. Es erkennt das Auto im Vordergrund als ein Objekt und das Haus im Hintergrund als ein weiteres“, sagt Niemeyer.</p><p><em>Sehen Sie hier mehr über die Funktionsweise von GIRAFFE im Video: <a href="https://youtu.be/fIaDXC-qRSg" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://youtu.be/fIaDXC-qRSg</a></em></p><p>Darüber hinaus bietet GIRAFFE mehr Kontrolle bei der Bildgenerierung. So kann beispielsweise die Form eines abgebildeten Objekts beliebig verändert werden. Dies könnte künftig unter anderem bei der Erzeugung virtueller Umgebungen für eine deutlich realistischere Darstellung sorgen. „Unser Paper ist eine Grundlagenarbeit“, betont Niemeyer. „Andere Forschende könnten auf dieser Basis sicherere KI-Anwendungen konstruieren, da diese nun, dank eines besseren Verständnisses ihrer Umgebung, bessere Entscheidungen treffen können.“ Ein denkbares Anwendungsfeld wäre hier beispielsweise das autonome Fahren, bei dem die Computersysteme der Autos künftig besser erfassen könnten, welche Objekte sich in ihrer Umgebung befinden – und so präzisere Rückschlüsse auf die Eigenschaften und Verhaltensweisen dieser Objekte ziehen können. Zudem ermöglicht Niemeyer und Geigers Modell eine verbesserte künstliche Erzeugung von Daten, da es nur zweidimensionale Fotos als Ausgangsbasis benötigt. Demnach könnten KI-Systeme künftig in einer künstlich erzeugten Umgebung trainiert werden.</p><p>Die CVPR ist eine der prestigeträchtigsten internationalen Forschungskonferenzen überhaupt und gilt als die wichtigste Fachkonferenz insbesondere im Bereich des maschinellen Sehens. Lediglich etwa ein Viertel der rund 7.000 eingereichten Fachartikel werden zur Konferenz zugelassen. <a href="https://cyber-valley.de/de/news/tubingen-s-computer-vision-research-community-shines-at-leading-global-conference" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Mit insgesamt 27 akzeptierten Beiträgen und vier Best-Paper-Nominierungen</a> sind Cyber Valley Forschende in diesem Jahr auf der CVPR besonders stark in der Weltspitze der KI-Grundlagenforschung vertreten.</p><p>„Meine Forschungsgruppe hat bereits mehrere Arbeiten veröffentlicht, die sich mit dem Erlernen von geeigneten 3D-Repräsentationen mit neuronalen Netzen befassen und die in der Computer-Vision-Community vielfach beachtet wurden“, sagt Geiger. „Darauf baute auch das nun ausgezeichnete Paper auf.“ Trotzdem haben Geiger und Niemeyer nicht mit dieser besonderen Auszeichnung bei der CVPR 2021 gerechnet. „Dass unser Paper zur Konferenz zugelassen wurde, war schon ein Erfolg an sich“, sagt Niemeyer. „Wir sind wirklich sehr überrascht, dass unsere wissenschaftliche Arbeit nun unter all den Einreichungen als die beste ausgezeichnet wurde. Umso mehr freuen wir uns über diese herausragende Anerkennung!“</p><p>Weitere Informationen zur Originalpublikation: <a href="https://autonomousvision.github.io/giraffe/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://autonomousvision.github.io/giraffe/</a></p>]]></content:encoded><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-64642</guid><pubDate>Thu, 17 Jun 2021 07:56:37 +0200</pubDate><title>University of Tübingen and SiMa.ai Collaborate to Accelerate Low-Power Artificial Intelligence at the Embedded Edge While Reducing AI Compute Carbon Footprint</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/university-of-tuebingen-and-simaai-collaborate-to-accelerate-low-power-artificial-intelligence-at-the-embedded-edge-while-reducing-ai-compute-carbon-footprint/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>SiMa.ai Technologies (San Jose, California) announced its joint collaboration with the Department for Computer Science at the University of Tübingen in the Hardware-Agnostic Artificial Intelligence for Embedded project. Through this important research project, the University of Tübingen is bringing together the academic community and top industry leaders to address and bridge the gap from high performance, high-energy embedded compute to high performance, low-power compute for embedded edge applications.</p><p>A major focus of the research project will be to identify game-changing AI solutions that offer ultra-low energy consumption along with software architecture and approaches that minimize the dependency on hardware. SiMa.ai, whose purpose-built MLSoC™ platform delivers high-performance machine learning at the lowest possible power, was selected to participate due, in part, to its software-centric architecture that is built on the Tensor Virtual Machine (TVM) open-source frontend. Software solutions that minimize hardware dependencies greatly reduce engineering development costs and aid in accelerating application migration, development, and deployment velocities. As part of this research project, the SiMa.ai software tool chain will run on the university’s vast database of open source and custom neural networks for an in-depth analysis of power and performance metrics. The results of the study will aid machine learning engineers in optimizing and running computations efficiently and effectively to get the most out of their hardware.</p><p>“SiMa.ai was recently named one of the world’s leading startups in green machine learning technology so we are thrilled to be partnering with them for this important project,” said Prof. Dr. Oliver Bringmann, Head of the Department of Computer Science and the Chair for Embedded Systems at the University of Tübingen. “Their software-first approach to machine learning acceleration will greatly help this initiative as well as our collective efforts to make low-powered AI offerings more available and easier to adopt.”</p><p>In the spirit of Cyber Valley, one of the largest AI research cooperations in Europe, this research project further supports Germany’s national goal and the European objective to reduce the overall CO2 footprint by enabling energy-efficient AI compute. Machine learning and the cloud infrastructure have an enormous carbon footprint and are becoming one of the largest consumers of energy on the planet. For machine learning and AI to scale in adoption at the edge, it is critical that attention be paid not only to performance, but also to power. SiMa.ai was chosen to partner with the Embedded Systems research group&nbsp;on this project because it is a key technology innovator in this area.</p><p>“Fostering the exchange between the research community and industry leaders is an important step in fueling innovation at the edge,” said Krishna Rangasayee, founder and CEO of SiMa.ai. “The University of Tübingen is a recognized center of excellence for artificial intelligence and SiMa.ai is very pleased to be working alongside them to further machine learning acceleration and scaling while simultaneously working towards our common goal of carbon footprint reduction.”</p><p class="align-right"><em>SiMa Technologies/Embedded Systems research group</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-64636</guid><pubDate>Thu, 17 Jun 2021 07:40:44 +0200</pubDate><title>Randolph Helfrich erhält Ernst Jung-Karriere-Förderpreis für medizinische Forschung</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/randolph-helfrich-erhaelt-ernst-jung-karriere-foerderpreis-fu%CC%88r-medizinische-forschung/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Zur Erforschung der Rolle des Schlafs erhält Dr. Dr. med. Randolph Helfrich vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung den Ernst Jung-Karriere-Förderpreis für medizinische Forschung. Er untersucht, wie neurologische Erkrankungen mit unserer Hirnaktivität im Schlaf assoziiert sind und welche Diagnostik- und Therapiemethoden man daraus ableiten kann. Sein Ziel ist es, Methoden zu etablieren, die möglicherweise für die Diagnostik neurologischer Erkrankungen genutzt werden können. Die wissenschaftlichen Arbeiten wird er am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung der Universität Tübingen durchführen, während er sich dort zum Facharzt für Neurologie weiterbilden lässt. Er hatte bereits sein Studium der Humanmedizin an der Universität Tübingen absolviert, anschließend an der Universität Hamburg in der Neurologie zum Dr. med. sowie in Kognitiver Neurobiologie zum Ph. D. promoviert.</p><p>Der von der Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung verliehene Preis&nbsp;unterstützt Helfrichs wissenschaftliche Arbeit in den nächsten drei Jahren mit insgesamt 210.000 Euro.&nbsp;</p><p class="align-right">Pressemitteilung der Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung</p><p><a href="https://jung-stiftung.de/die-preise/ernst-jung-karriere-foerderpreis/preistraeger-dr-helfrich/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Weitere Informationen zum Preisträger Randolph Helfrich</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-64432</guid><pubDate>Thu, 10 Jun 2021 16:03:07 +0200</pubDate><title>Wir müssen über Kunst sprechen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/wir-muessen-ueber-kunst-sprechen/</link><description>Der SFB 1391 wirft eine neue Perspektive auf Kunst und Gesellschaft</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ist Kunst systemrelevant? Selten haben wir uns diese Frage als Gesellschaft so intensiv gestellt wie in den letzten Monaten. Allein bis Ende April 2020 mussten 80.000 kulturelle Veranstaltungen abgesagt werden, mehr als 600 Festivals fielen im vergangenen Jahr aus, Museen, Theater und Konzerthäuser sind seit Monaten geschlossen – Kunst- und Kulturschaffende in Deutschland stehen inmitten einer existenzbedrohenden Krise. Gleichzeitig verspüren viele Menschen gerade in der Pandemie eine große Sehnsucht nach Kunst. Diese Sehnsucht entlädt sich in eindrucksvollen Ereignissen wie dem Run auf das Kölner Museum Ludwig: Nur Minuten, nachdem die Museumsdirektion angesichts erster Lockerungsperspektiven den Kartenvorverkauf für eine neue Andy-Warhol-Ausstellung eröffnet, bricht der Server zusammen – so groß ist der Andrang. Politische Entscheidungsträger*innen ebenso wie wir als gesamte Gesellschaft stehen vielleicht so dringlich wie noch nie vor der Frage: Wozu eigentlich Kunst? Was ist ihre Bedeutung, was ist ihr Beitrag – reine Unterhaltung, Bildungsinstrument, Sinnsuche, Reflexionsmedium des Lebens? Und, nicht zuletzt, was ist uns Kunst als Gesellschaft wert?</p><p>Was Kunst eigentlich ist und was sie leistet, treibt auch die Wissenschaft seit einigen Jahren intensiv um. Seit den 2000er Jahren zieht sich ein ‚aesthetic turn‘ durch die verschiedensten Disziplinen: Soziologie, Politologie, Philosophie, Anthropologie, Psychologie – sie alle zeigen ein gesteigertes Interesse an Fragen der Kunst. 2012 gründet die Max-Planck-Gesellschaft sogar ein eigenes ‚Institut für empirische Ästhetik‘.</p><p>Die Forschungsansätze greifen dabei jedoch zumeist auf Bestimmungen des Ästhetischen zurück, die sich ausgesprochen oder unausgesprochen auf Autonomiekonzepte des 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts beziehen. Sie verfolgen damit die Überzeugung, Kunst sei erst dann Kunst, wenn sie allein ihren eigenen Gesetzen folge, losgelöst von gesellschaftlichen Kontexten ihrer Entstehung – nach dem Prinzip: l’art pour l‘art. Mit diesem Fokus auf der Autonomie der Kunst aber droht die Frage nach ihrer gesellschaftlichen Funktion und Aufgabe aus dem Blick zu geraten.</p><p>Der Tübinger Sonderforschungsbereich Andere Ästhetik bringt sich seit nunmehr zwei Jahren in diese Debatte in der Wissenschaft mit ein – und zwar aus einer explizit ‚anderen‘ Perspektive: Insgesamt arbeiten 16 geistes- und kulturwissenschaftliche Fachrichtungen gemeinsam an Fragen zur Ästhetik (von der Archäologie über Kunst- und Literaturwissenschaft bis zur Geschichtswissenschaft und Theologie). Dabei wird eine andere zeitliche Perspektive verfolgt: Der SFB fragt explizit nach der zweitausendjährigen Geschichte der Kunst vor dem 18. Jahrhundert, also vor dem bis heute prägenden Ästhetikkonzept einer autonomen Kunstauffassung. Denn in der Vormoderne ist eine Verzahnung von Kunst und Gesellschaft die selbstverständliche Grundlage jeder Entstehung künstlerischer Artefakte. Dementsprechend verstehen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler&nbsp;des Forschungsverbundes Ästhetik in einem weiten Sinne: Sie beziehen auch bisher ungewöhnliche Quellen wie Gebrauchsgegenstände mit ein. Und vor allem: Sie betrachten die freien Möglichkeiten der künstlerischen Gestaltung ebenso wie die Einbindung in einen spezifischen historischen und sozialen Kontext als notwendig zusammengehörende Elemente eines künstlerischen Artefakts. Erst das dynamische Spannungsverhältnis beider Seiten bestimmt die ästhetische Qualität.&nbsp;</p><p>Dieses spannungsvolle Zusammenspiel zeigt sich zum Beispiel bei den antiken Kaufhäusern, mit denen sich die Forschenden im Teilprojekt „Andere Ästhetik antiker Wirtschaftsräume in der späten Republik und frühen Kaiserzeit“ beschäftigen. Deren Architektur ist nicht zweckfrei „schön“, sondern will das Kaufverhalten steuern. Damit stehen diese für den Handel konzipierten Bautypen an der Schnittstelle zwischen Kunst und sozialer Praxis. Auch die Bademusik im Teilprojekt „Bade- und Kurmusik in der Frühen Neuzeit“ vereint beide Aspekte. Bademusik ist vom 15. bis zum 18. Jahrhundert eine durch zahlreiche Quellen belegte Erscheinung: Sie bot nicht nur musikalische Unterhaltung, sondern hatte auch ausdrücklich eine Funktion als Therapeutikum.<br> Für die Kunst der Vormoderne gilt also, was wir heute wieder verstärkt beobachten: Es gibt keine scharfe Grenze zwischen alltäglicher Lebenswelt und den Künsten; Kunstwerke sind Teil des sozialen Raums, sind immer auf ihn bezogen und übernehmen dort ganz konkrete Funktionen. Durch den Blick auf die Vormoderne möchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des SFB Andere Ästhetik historisch fundierte Antworten auf die Fragen nach der Bestimmung und der Funktion von Kunst finden – Fragen, die uns heute als Gesellschaft wieder drängend umtreiben. So kann der Denkansatz einer ,anderen Ästhetik‘ die Debatte um den lebensweltlichen Stellenwert der Kunst gerade in Zeiten von Corona neu beleuchten.</p><p class="align-right">Sanja Ketterer und Dr. Franziska Hammer</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-64369</guid><pubDate>Thu, 10 Jun 2021 10:51:23 +0200</pubDate><title>Der SFB „RessourcenKulturen“ geht in die dritte Runde</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/der-sfb-ressourcenkulturen-geht-in-die-dritte-runde/</link><description>Die DFG hat die Förderung des SFB 1070 für vier weitere Jahre bewilligt - Der Sonderforschungsbereich sicherte sich damit die maximale Anzahl von drei Förderperioden</description><content:encoded><![CDATA[<p>Was benötigen Gesellschaften, um zu entstehen, sich zu erhalten und zu verändern? Dieser großen Frage widmen sich mehr als 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in rund 20 Projekten seit dem Jahr 2013.&nbsp;</p><p>Das zeitliche und räumliche Spektrum ist dabei enorm und reicht von der Raumerschließung durch Ressourcennutzung der Neandertaler bis zur prähistorischen Erzförderung auf der iberischen Halbinsel, der Vernichtung von Ressourcen durch die Wikinger bis zur Bedeutung materieller Ressourcen in religiösen Kontexten im modernen Indien. In den transdisziplinären Teilprojekten kommen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem aus der Archäologie, Ethnologie, Geographie, Geschichtswissenschaften, Altphilologie und der Wirtschaftsgeschichte zusammen, um gemeinsam zu klären, wie etwas zu einer Ressource für gesellschaftliche Entwicklungen wird. Sie gehen von der Beobachtung aus, dass Gesellschaften in unterschiedlichen Zeiten und Orten ganz eigene Vorstellungen davon entworfen haben, was für ihr Zusammenleben von besonderem Wert ist. Ressourcen können dabei materiell (z. B. Prestigegüter, Rohstoffe) oder immateriell (z. B. Wissen) sein und treten meist in Ressourcenkomplexen auf, also in Kombination mit verschiedenen anderen Mitteln, die für ihre Nutzung nötig sind. Gleichzeitig betrachten die Forscherinnen und Forscher die Prozesse, die durch den Umgang mit Ressourcen ausgelöst werden und von Migration, sozialer Mobilität und Wohlstand zu Kriegen, Eroberungen und Zerstörungen reichen.&nbsp;</p><p>„Die dritte Förderperiode ermöglicht es uns, auf den Grundlagen, die wir in den letzten acht Jahren geschaffen haben, aufzubauen, und die Fäden der einzelnen Projekte noch stärker zusammen zu bringen. Dafür möchten wir uns bei der DFG sehr herzlich bedanken“, sagt Martin Bartelheim, Sprecher des SFB 1070. Sein Kollege im Vorstand und stellvertretender Sprecher Thomas Scholten ergänzt: „Die Debatte um den Umgang mit materiellen und immateriellen Ressourcen gewinnt von Jahr zu Jahr an Bedeutung. Wir hoffen, dass wir mit unserem ganzheitlichen Blick auf das Thema auch einen Beitrag dazu leisten können.“</p><p>Der <a href="/forschung/forschungsschwerpunkte/sonderforschungsbereiche/sfb-1070/">SFB „RessourcenKulturen“</a> möchte ein Bewusstsein für die soziale und kulturelle Dimension von Ressourcen schaffen und hofft damit, die in unserer Gesellschaft verbreitete ökonomische Sichtweise darauf maßgeblich zu erweitern. In Vortragsreihen, Ausstellungen, Schulprojekten und mittels kurzer Lehrvideos auf YouTube sollen die im Zuge der Projektarbeit gewonnenen Erkenntnisse der Öffentlichkeit vorgestellt werden.</p><p class="align-right">Sven Kadegge<br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-64270</guid><pubDate>Tue, 08 Jun 2021 09:20:29 +0200</pubDate><title>Max-Bergmann-Medaille 2021 geht an Dr. Ingmar Hoerr von der Tübinger CureVac AG</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/max-bergmann-medaille-2021-geht-an-dr-ingmar-hoerr-von-der-tuebinger-curevac-ag/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Max-Bergmann-Kreis e.V. zur Förderung der Peptidforschung verleiht die Max-Bergmann-Medaille 2021 an Dr. Ingmar Hoerr (CureVac AG, Tübingen). In der Begründung würdigt die Jury damit die Leistungen von Dr. Hoerr, die bis auf seine Promotionsarbeit an der Eberhard-Karls-Universität zurückgehen, im Bereich der Entwicklung der messenger-RNA- (mRNA)-Impfstoffe als neuartigem Wirkstoffprinzip. Mit der Verleihung des Preises werden insbesondere die Beiträge von Dr. Hoerr ausgezeichnet, die die erste praktikable in-vivo-Vakzinierung mit mRNA zeigen. Mit der von Dr. Hoerr entwickelten Methode konnte der Einsatz von bis dato verwendeten zelltoxischen Hilfsstoffen (kationische Lipide) zur Stabilisierung der biochemisch sehr instabilen mRNA vermieden werden. Damit rückte die Anwendung der mRNA-Vakzinierung am Menschen in Reichweite und stellte sich als einfacher als gedacht heraus. Auch war es Dr. Hoerr, der das Potential dieser Methode für die Anwendung am Menschen erkannte, und die Firma CureVac AG im Jahr 2000 als zunächst kleines Biotech-Unternehmen gründete.</p><p>Die Jury betont, dass auch andere Gruppen wichtige Beiträge zur Transfektion von mRNA und auch zur Entwicklung verträglicher Impfstoffe geleistet hätten. Mit diesem Preis soll aber insbesondere die Überwindung der Verabreichungsproblematik und die prinzipielle Möglichkeit einer in-vivo-Anwendung mit dem Hervorrufen einer breiten und länger anhaltenden Immunantwort im Tiermodell besonders hervorgehoben werden.</p><p>Die erste erfolgreiche Immunisierung mit synthetischer mRNA stellt eine wirkliche Pionierleistung dar. Darüber hinaus hat es Dr. Hoerr erfolgreich verstanden diese Innovation in präklinischen und klinischen Studien für die Gesundheit von Menschen einzusetzen.</p><p>Zusätzlich zu der aktuellen Anwendung als mRNA-Vakzine gegen das SARS-CoV-2 Virus zur Impfung gegen die Infektionserkrankung COVID-19 gibt es ein weiteres Potential zum Schutz gegen andere virale Erkrankungen. Weitere Anwendungen zur Krebstherapie und zur Behandlung von Immunerkrankungen, z.B. Multiple Sklerose werden aktuell in klinischen Studien untersucht. mRNA-Impfstoffe sind eng mit der Peptidforschung verknüpft. Die mRNA ist die Vorlage, die bei der Synthese der Peptide und Proteine abgelesen und in das Aminosäurealphabet übersetzt wird. Dies lässt die RNA-Impfstoffe sogar als sicherer gegenüber Proteinen oder gar DNA erscheinen. Mit dieser Technologie können selektiv Komponenten, beispielsweise eines Virus, die als Angriffsziele für das Immunsystem dienen sollen, herausgegriffen werden. Die Peptid- und Proteinsynthese überlässt man dann der körpereigenen Biosynthesemaschinerie.</p><p>Der Max-Bergmann-Kreis e.V. ist ein gemeinnütziger Verein von Wissenschaftler*innen aus Akademie und Industrie. Bei einer jährlich stattfindenden Konferenz wird die Max-Bergmann-Medaille in Anerkennung einer herausragenden wissenschaftlichen Arbeit verliehen.&nbsp;</p><p>Mitteilung des <a href="http://www.max-bergmann-kreis.org/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Max-Bergmann-Kreises</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-64156</guid><pubDate>Fri, 04 Jun 2021 10:20:43 +0200</pubDate><title>Schutz für die Nester der Grauammer</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/schutz-fuer-die-nester-der-grauammer/</link><description>Tübinger Forschungsprojekt präsentiert sich digital bei der bundesweiten Woche der Umwelt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Tübinger Biologen präsentieren ihre&nbsp;Forschung Anfang Juni bei der digitalen Woche der Umwelt. Eingeladen wurden sie dazu von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Unter dem Motto „So geht Zukunft!“ präsentieren innovative Projekte aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft&nbsp;am 10. und 11. Juni Lösungsansätze für die ökologischen Herausforderungen der Zukunft. Die Projekte wurden&nbsp;von einer Fachjury ausgewählt.&nbsp;</p><p>Im Modellprojekt der Universität Tübingen wird untersucht, wie Artenvielfalt in der Agrarlandschaft auch unter moderner landwirtschaftlicher Nutzung erhalten werden kann. Projektleiter Dr. Nils Anthes vom Institut für Evolution und Ökologie ist sich sicher, dass nur gemeinschaftliche Ansätze aller beteiligten Akteure zum Ziel führen können. In landesweiten Freiland-Forschungen wurde gezeigt, dass die Nester von Feldvögeln wie der Grauammer stärker durch Mahd und landwirtschaftliche Bearbeitung gefährdet sind, als bislang angenommen.&nbsp;</p><p>Das Projekt wird durch die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg finanziert – Kern ist dabei die Zusammenarbeit mit engagierten Landwirtinnen und Landwirten sowie Naturschutz- und Landwirtschaftsbehörden. Die gemeinsam entwickelten Schutzmaßnahmen zielen unter anderem darauf ab, dass Nester künftig häufiger dort angelegt werden, wo sie vor Zerstörung sicher sind. Ein Erfolg könnte helfen, die anhaltend negativen Bestandstrends der seltenen Grauammer und anderer Feldvogelarten zu stoppen.&nbsp;</p><p class="align-right">Antje Karbe</p><h3>Mehr Informationen zum Projekt:&nbsp;</h3><ul><li><a href="https://www.youtube.com/watch?v=lgC9Saim15o" target="_blank" class="external-link" title="Link zum Video &quot;Modellprojekt zum Feldvogelschutz - Grauammer in Südwest-Deutschland&quot; (YouTube)" rel="noreferrer">https://www.youtube.com/watch?v=lgC9Saim15o</a></li><li><a href="https://stiftung-naturschutz.landbw.de/modellregionen-artenreicher-agrarlandschaften" target="_blank" class="external-link" title="Link zur Webseite des Förderprojekts Modellregionen artenreicher Agrarlandschaften am Beispiel der Grauammer (MAGer)" rel="noreferrer">https://stiftung-naturschutz.landbw.de/modellregionen-artenreicher-agrarlandschaften</a></li></ul><h3>Mehr Informationen zur Woche der Umwelt:&nbsp;</h3><ul><li><a href="https://www.woche-der-umwelt.de" target="_blank" class="external-link" title="Link zur Webseite der Woche der Umwelt" rel="noreferrer">https://www.woche-der-umwelt.de</a>&nbsp;</li><li><a href="https://www.woche-der-umwelt.de/ausstellerKonkret/1763" target="_blank" class="external-link" title="Link zur Webseite Ausstellergemeinschaft der Naturschutzstiftungen der Bundesländer" rel="noreferrer">https://www.woche-der-umwelt.de/ausstellerKonkret/1763</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-64114</guid><pubDate>Fri, 04 Jun 2021 09:00:00 +0200</pubDate><title>Pandemie und subjektives Wohlbefinden: Mädchen und Kinder aus sozial benachteiligten Familien besonders betroffen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/pandemie-und-subjektives-wohlbefinden-maedchen-und-kinder-aus-sozial-benachteiligten-familien-besonders-betroffen/</link><description>Eine internationale Studie unter Beteiligung des Tübinger Erziehungswissenschaftlers Sascha Neumann untersuchte in Brasilien, Deutschland und Luxemburg, wodurch das Wohlbefinden von Jugendlichen in der Coronakrise beeinflusst wird. Die wichtigsten Determinanten sind dabei in allen drei Ländern überraschend ähnlich.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Junge Menschen im Alter zwischen 10 und 16 Jahren in Luxemburg, Deutschland und Brasilien verzeichneten während der ersten Welle der Pandemie einen deutlichen Rückgang der Lebenszufriedenheit. Das haben erste Analysen aus der internationalen Studie COVID KIDS bereits im letzten Jahr gezeigt, über die auch die Universität Tübingen seinerzeit berichtete (<a href="https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/wirtschafts-und-sozialwissenschaftliche-fakultaet/forschung/newsfullview-forschung-top-aktuell/article/wie-kinder-und-jugendliche-unter-der-pandemie-leiden-1/" target="_blank" class="internal-link">https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/wirtschafts-und-sozialwissenschaftliche-fakultaet/forschung/newsfullview-forschung-top-aktuell/article/wie-kinder-und-jugendliche-unter-der-pandemie-leiden-1/</a>). Nun hat das Forschungsteam von den Universitäten Luxemburg, und Tübingen gemeinsam mit Partnern der Universidade Presbiteriana Mackenzie und der Universidade Federal da Bahia in Brasilien auf Basis der Daten aus derer Online-Befragung von 2020 den Zusammenhang zwischen 20 potenziellen Faktoren und dem subjektiven Wohlbefinden von Jugendlichen während der Pandemie untersucht. &nbsp;Die Ergebnisse der Analysen sind jetzt im Journal of Adolescent Health erschienen.</p><p>Ein geringeres Wohlbefinden seit Beginn der Pandemie war in den jeweiligen Ländern damit verbunden ein Mädchen zu sein, einen niedrigeren sozioökonomischen Status zu haben und bereits vor der Pandemie weniger zufrieden gewesen zu sein. Darüber hinaus wurden eine Reihe weiterer Faktoren ermittelt, die mit dem Wohlbefinden der Befragten in Zusammenhang stehen, darunter die Angst wegen des Virus zu erkranken, die Menge an Schularbeiten, die Zufriedenheit mit der eigenen Freiheit sowie die Zufriedenheit mit der Art und Weise, wie Erwachsene zuhören.&nbsp;</p><p>Die Forschenden entwickelten statistische Modelle unter Verwendung einer Reihe von Risiko- und Schutzfaktoren, um die Einflussfaktoren auf das Wohlbefinden bei den über 1.600 befragten 10-16-Jährigen während der Pandemie einzuschätzen. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, ob bei jungen Menschen mit unterschiedlichem geografischem und kulturellem Hintergrund gemeinsame Prädiktoren für das Wohlbefinden auftreten würden. Zu den wichtigsten Prädiktoren gehörten dabei Geschlecht, sozioökonomischer Status, die Beziehung zu Erwachsenen oder die Angst davor krank zu werden.</p><p>Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler waren überrascht über die Ähnlichkeiten in den drei Ländern, die unterschiedliche Infektionskurven und unterschiedliche Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung aufweisen. „Dies deutet darauf hin, dass die Faktoren, die das Wohlbefinden von Jugendlichen beeinflussen, trotz der unterschiedlichen Kontexte, ähnlich sind“, sagt Sascha Neumann. Die Ergebnisse können dazu beitragen, die Entwicklung gezielter Interventionen zur Förderung der mentalen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen während der globalen Pandemie voranzutreiben.&nbsp;</p><p>„Wenn sich die Menge und Art der Schulaufgaben eindeutig auch auf das Wohlbefinden auswirkt, dann ist es wichtig, dies bei der Unterrichtsplanung zu berücksichtigen, insbesondere in Situationen von Fernunterricht“ so Erziehungswissenschaftlerin Claudine Kirsch von der Uni Luxemburg. „Ängste und Stress, die durch die Sorge vor einer Erkrankung hervorgerufen werden können, und die Art und Weise, wie Erwachsene Jugendlichen zuhören, sind weitere Faktoren, die möglicherweise Gelegenheitsfenster für pädagogische und psychologische Unterstützung eröffnen“ ergänzt ihre Kollegin Pascale Engel de Abreu.&nbsp;</p><p>Nicht zuletzt zeigt die Studie auch die signifikanten Auswirkungen der Pandemie auf das Wohlbefinden von Mädchen sowie jungen Menschen aus sozial weniger privilegierten Familien. Daher hält Sascha Neumann insbesondere gezielte Interventionen für notwendig, „die auf die besonderen Bedürfnisse dieser vulnerablen Gruppen zugeschnitten sind“.</p><h3>Publikation:&nbsp;</h3><p>Pascale M.J. Engel de Abreu, Sascha Neumann, Cyril Wealer, Neander Abreu, Elizeu Coutinho Macedo und Claudine Kirsch (2021). Subjective well-being of adolescents in Luxembourg, Germany, and Brazil during the COVID-19 pandemic. Journal of Adolescent Health 68 (2021).&nbsp;&nbsp;<a href="https://doi.org/10.1016/j.jadohealth.2021.04.028" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.jadohealth.2021.04.028</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-64117</guid><pubDate>Wed, 02 Jun 2021 16:55:52 +0200</pubDate><title>SARS-CoV-2: Ein Computermodell macht mögliche Angriffspunkte von Virus und Virusmutanten sichtbar</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/sars-cov-2-ein-computermodell-macht-moegliche-angriffspunkte-von-virus-und-virusmutanten-sichtbar-1/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Wirksame Medikamente gegen das neue Coronavirus werden immer noch dringend benötigt. Dies umso mehr, als das Aufkommen von Virusmutanten die Impfstoffe an ihre Grenzen bringen könnte. Andreas Dräger, Forschungsgruppenleiter im Exzellenzcluster „Kontrolle von Mikroorganismen zur Bekämpfung von Infektionen“ (CMFI) der Universität Tübingen und DZIF-Wissenschaftler, arbeitet seit mehr als einem Jahr an einem Computermodell, das Schwachstellen und damit mögliche Angriffspunkte des Virus erkennt. So identifizierte er bereits ein menschliches Enzym als möglichen Angriffspunkt. In seiner neuesten Studie bestätigt sich dieses Ergebnis und der Bioinformatiker macht neue Angriffspunkte sichtbar und zeigt, dass sie auch die momentan verbreiteten Mutanten betreffen.</p><p>„Wir haben schon Anfang des Jahres in unserem Modell gesehen, dass ein menschliches Enzym – die Guanylatkinase 1 – für die Virusvermehrung unabdingbar ist“, erzählt Dr. Andreas Dräger. Werde diese Kinase ausgeschaltet, könne das Virus sich nicht mehr vermehren. „Die Zelle aber wird nicht geschädigt, was für einen möglichen Wirkstoff von großer Bedeutung ist“, ergänzt Dräger. Mit einer Juniorprofessur des DZIF an der Uni Tübingen betreibt der Bioinformatiker rechnerbasierte Systembiologie. Für diesen Ansatz entwickelte er gemeinsam mit seinen Teamkolleginnen Alina Renz und Lina Widerspick ein integriertes Computermodell weiter, das mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 und menschlichen Zellen, den Alveolarmakrophagen arbeitet. Letztere sind in den Lungenbläschen für die Abwehr von Fremdstoffen zuständig.</p><h3>Ein Stoffwechselmodell auf Genomebene</h3><p>Die Ausgangssituation im Modell ist, dass das Virus in den Wirt, hier die menschliche Alveolarmakrophage, eingedrungen ist und diese bereits umprogrammiert hat. Das Modell geht nun davon aus, dass das Virus neue Viruspartikel herstellen und sich ausbreiten will. Dazu nutzt es Materialien aus dem Wirt und zwingt die Wirtszellen zur Produktion neuer Virusbestandteile. „Wenn man die Zusammensetzung des Virus kennt, kann man verschiedene Szenarien durchspielen und sehen, wie sich die biochemischen Reaktionen in den Wirtszellen während einer Virusinfektion verändern.“</p><h3>Mehr Wissen über das Virus verbessert das Modell</h3><p>In der aktuellen Studie konnte die Forschungsgruppe ihr Computermodell mit neuen Informationen zu den Strukturproteinen und zum Fettstoffwechsel von SARS-CoV-2 verfeinern und damit auch neue mögliche Angriffsziele im Nukleotid- und Lipidstoffwechsel identifizieren. Darüber hinaus ergänzte er die Informationen zu den neuen Virusmutanten und analysierte, ob auch hier die bereits erkannten Schwachpunkte vorhanden waren. Das Ergebnis war bei allen getesteten Mutanten gleich: Wurde die Gyanylatkinase 1 (GK1) ausgeschaltet, wurde die Vermehrung des Virus gestoppt. &nbsp; &nbsp;</p><p>Das Team um Andreas Dräger geht davon aus, dass diese Ergebnisse eine wichtige Grundlage für die Entwicklung von Hemmstoffen des neuen Coronavirus darstellen. Sowohl die Guanylatkinase 1 als auch einige der gefundenen Wirkstoffziele im Nukleotid- oder Fettstoffwechsel könnten auf antivirale Substanzen ansprechen, ohne dem Menschen zu schaden. „Es sind bereits einige Hemmstoffe des Enzyms bekannt und wir wollen nun möglichst bald mit unserem Hamburger Kooperationspartner Dr. Bernhard Ellinger vom Fraunhofer IME ScreeningPort (IME) bereits zugelassene Hemmstoffe auf ihre Wirksamkeit gegen das neue Coronavirus testen“, erklärt Andreas Dräger.</p><p class="align-right">Pressemitteilung Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF)</p><h3>Publikation:</h3><p>Renz A, Widerspick L, Dräger A. Genome-Scale Metabolic Model of Infection with SARS-CoV-2 Mutants Confirms Guanylate Kinase as Robust Potential Antiviral Target. Genes 12: 796. (2021) doi: <a href="https://doi.org/10.3390/genes12060796" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.3390/genes12060796</a>.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-63688</guid><pubDate>Wed, 19 May 2021 15:59:44 +0200</pubDate><title>Podcast „Gott in der Krise“ jetzt online</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/podcast-gott-in-der-krise-jetzt-online/</link><description>Seit heute neu in der ARD Audiothek: SFB „Bedrohte Ordnungen“ produziert mit dem SWR einen vierteiligen Podcast zum Thema</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wie reagieren Menschen auf Pandemien? Wie haben sie früher reagiert und wie tun sie das heute? Was macht die Corona-Krise mit dem Glauben? Und wenn Gott existiert: Wo ist er dann angesichts von weltweit über drei Millionen Menschen, die bereits an oder mit dem Coronavirus gestorben sind? An welchen Gott kann da überhaupt noch geglaubt werden: an einen strafenden, an einen lieben Gott? Passt beides nicht. Oder?</p><h3>Kooperation für den Podcast</h3><p>Diesen Fragen und mehr gehen Prof. Dr. Andreas Holzem (Sonderforschungsbereich „Bedrohte Ordnungen“ der Universität Tübingen), Magdalena Knöller (SWR Studio Tübingen) und Dr. Peter Kottlorz (Katholische Rundfunkarbeit am SWR) nach. Sie gehen das bewusst doppeldeutige Thema „Gott in der Krise“ aus drei unterschiedlichen Perspektiven an: der wissenschaftlich-historischen (Andreas Holzem), der seelsorglichen und medialen (Peter Kottlorz) und der journalistischen (Magdalena Knöller).</p><p>Magdalena Knöller bringt zudem immer einen Gast mit in eine Folge. Was denkt zum Beispiel eine junge Studentin, die vor einigen Jahren lebensbedrohlich erkrankte, über Gott? Ist ein strafender Gott für sie eine Option? Oder eine Mutter von drei Kindern, die sich eigentlich in der katholischen Kirche beheimatet fühlt, fragt sich: Was ist los mit der Kirche und ihrer Pandemie-Performance? Hat sie verlernt, für die Menschen da zu sein?</p><h3>Vier Podcast-Folgen</h3><p>Die erste Folge des Podcasts „Gott in der Krise“ mit dem Titel „Pandemie und Glaube“ ist jetzt in der ARD Audiothek unter der Rubrik „Religion &amp; Sinn“ online: <a href="https://audiothek.ardmediathek.de/items/89077846" target="_blank" class="external-link" title="Link zur Folge Pandemie und Glaube im Podcast „Gott in der Krise“" rel="noreferrer">Folge "Pandemie und Glaube"</a>. Die zweite Folge mit dem Titel „Kraft und Initiative“ folgt an Pfingstsonntag. Folge drei („Kreativität und Bewältigung“) und vier („Reflexion und Neuanfang“) wird es ab der zweiten Juni-Hälfte geben.</p><p>Der SFB 923 kreiert derzeit Öffentlichkeits-Formate, die die Coronapandemie unter der Forschungsperspektive der „Bedrohten Ordnungen“ betrachten und analysieren. Die Arbeitsgruppe „Das Corona-Virus und die Religion – Bedrohte Ordnung ohne die und in den Kirchen“ ist eine von insgesamt sieben Arbeitsgruppen. Mitwirkende: Prof. Dr. Andreas Holzem (Leitung), Prof. Dr. Volker Drecoll, Dr. Christoph Haack, Sabrina Jost, Dr. Beatrice von Lüpke, Prof. Dr. Klaus Ridder, Michael Schilling, Prof. Dr. Sebastian Schmidt-Hofner, Federica Viviani, Anna Weininger.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-63547</guid><pubDate>Mon, 17 May 2021 12:26:54 +0200</pubDate><title>Verbundprojekt „Journalist*innen und ihr Publikum im digitalen Zeitalter“ erhält Förderung in Höhe von 1,3 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/verbundprojekt-journalistinnen-und-ihr-publikum-im-digitalen-zeitalter-erhaelt-foerderung-in-hoehe-von-13-millionen-euro-durch-das-bundesministerium-fuer-bildung-und-forschung/</link><description>Im Fokus des Tübinger Teilprojekts: Die Perspektive des Online-Journalismus auf sein Publikum</description><content:encoded><![CDATA[<p>Seit Mai 2021 beteiligt sich die Eberhard Karls Universität Tübingen gemeinsam mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der Universität Erfurt am Verbundprojekt „Journalist*innen und ihr Publikum im digitalen Zeitalter: Wechselseitige Erwartungen und ihre Folgen für Journalismus-Publikums-Beziehungen und öffentliche Meinungsbildung“ (Förderkennzeichen: 01UL2005B). Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert den Verbund innerhalb der Programmlinie „Kleine Fächer – Zusammen stark“ als eines von fünf Projekten über drei Jahre hinweg mit insgesamt mehr als 1,3 Millionen Euro. Wie reziproke Erwartungen und deren Erfüllung bzw. Verletzung Journalismus-Publikums-Beziehungen beeinflussen, untersucht das Projekt-Team u. a. mithilfe qualitativer und quantitativer Befragungen beider Seiten.</p><p>Das Tübinger Teilprojekt wird von Dr. Hanne Detel am Institut für Medienwissenschaft geleitet. Im Fokus steht die Perspektive des Online-Journalismus auf sein Publikum, die u. a. durch eine Befragung von 250 Online-Journalist*innen beleuchtet wird. Das Fördervolumen in Tübingen beträgt rund 430.000 Euro. Koordiniert wird das Verbundprojekt von Jun.-Prof. Dr. Helena Stehle von der Universität Münster, die gleichzeitig das dortige Teilprojekt leitet. Die Leitung des Erfurter Teilprojekts obliegt PD Dr. Nicole Podschuweit. Ass.-Prof. Dr. Claudia Wilhelm (Universität Wien) wird das Projekt beratend begleiten. Sie war bereits an der Entwicklung der Projektidee und an Vorarbeiten zum Projekt beteiligt.</p><p>Mit ihrem Projekt wollen die Verbundpartnerinnen das kleine Fach Journalistik an den Standorten stärken. Kooperationen, Workshops und Publikationen sollen Fragestellungen der Journalistik auch innerhalb der nationalen und internationalen Scientific Community mehr Sichtbarkeit verleihen und dabei Schnittstellen zu anderen Forschungsfeldern und Disziplinen ausloten. Die Einbindung von Journalistinnen und Journalisten in verschiedene Projektphasen ermöglicht einen Transfer der Ergebnisse in die journalistische Praxis.</p><p class="align-right">Mitteilung des Instituts für Medienwissenschaft&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-63322</guid><pubDate>Mon, 10 May 2021 12:11:06 +0200</pubDate><title>Schadstoffabbau und Treibhausgas-Verringerung: Neue Studie zur Funktionsweise aquatischer Ökosysteme</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/schadstoffabbau-und-treibhausgas-verringerung-neue-studie-zur-funktionsweise-aquatischer-oekosysteme/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Funktionen wassergeprägter Ökosysteme können durch hydrologische Schwankungen erheblich beeinflusst und verändert werden. Von entscheidender Bedeutung sind dabei die variierenden Zustände redoxaktiver Substanzen. Forscherinnen und Forscher der Universität Tübingen sind an einer Studie beteiligt, die nun ein genaueres Verständnis biogeochemischer Prozesse ermöglicht, die zum Abbau von Schadstoffen und zur Verringerung von Treibhausgas-Emissionen beitragen. Die Studie der Universitäten Bayreuth, Bristol, Tübingen und des Umweltforschungszentrums Halle-Leipzig wurde im Fachmagazin <em>Nature Geoscience</em> veröffentlicht.&nbsp;</p><p>Die Entstehung von Treibhausgasen zu verringern, Kohlenstoff zu speichern, Umweltschadstoffe wie Nitrat zu beseitigen und qualitativ hochwertiges Trinkwasser zu liefern – dies sind wichtige Dienstleistungen von Ökosystemen, die vom Wasser geprägt sind, wie beispielsweise Seen, Bäche, Sumpf- und Moorlandschaften. Die Funktionen solcher aquatischer Ökosysteme sind eng mit den Kreisläufen von Sauerstoff, Stickstoff, Kohlenstoff und anderen Elementen in der Natur verknüpft. Seit langem ist bekannt, dass es sich bei den Elementkreisläufen um vernetzte biogeochemische Vorgänge handelt, die von hydrologischen Schwankungen erheblich beeinflusst werden können. Beispiele hierfür sind Schwankungen des Wasserspiegels in Feuchtgebieten, Mooren und im Grundwasser oder veränderte Strömungsrichtungen des Grundwassers.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-63295</guid><pubDate>Mon, 10 May 2021 09:51:41 +0200</pubDate><title>TheranosticValleySTR erreicht 2. Runde des BMBF - „Clusters4Future“ Wettbewerb</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/theranosticvalleystr-erreicht-2-runde-des-bmbf-clusters4future-wettbewerb/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>TheranosticValleySTR (STR= Forschungs- und Wirtschaftsraum Stuttgart, Tübingen, Reutlingen) stellt das Konzept für ein innovatives Zukunftscluster dar, um Diagnose und Therapie von Krebs-, Infektions- und neurologischen Erkrankungen nicht nur fundamental zu verbessern, sondern auch – durch einen Paradigmenwechsel und neuartige Präventionsstrategien – zu einem wesentlichen Teil zu verhindern.&nbsp;</p><p>Dabei sieht das Zukunftscluster vor, bestehende exzellente Strukturen, Forschungsverbünde und Unternehmen in der Region im Sinne einer modernen Innovationspipeline zusammenzuführen. Hauptakteure sind die Universität Tübingen mit ihren drei Exzellenzclustern (CMFI, iFIT, ML), das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme Tübingen-Stuttgart (MPI) und das Naturwissenschaftlich Medizinische Institut an der Universität Tübingen (NMI). Ziel ist es, nicht nur hochinnovative personalisierte Therapien, sondern eine auf die Therapie abgestimmte Diagnostik zu entwickeln – sogenannte Theranostics. Die präzise, mittels Methoden der künstlichen Intelligenz (KI), aufeinander abgestimmte Diagnostika und Therapien – Theranostica –, basieren auf innovativen kleinen Molekülen, Biologicals, zellulären Systemen oder neuartigen Mikrorobotern. Durch deren kombinatorische Anwendung bilden sie den nächsten Meilenstein der personalisierten Medizin.</p><p>Mit dem Wettbewerb „Clusters4Future“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) startet eine neue Generation dieser Innovationsnetzwerke – die Zukunftscluster. Im Februar 2021 verkündete Bundesforschungsministerin Anja Karliczek die ersten sieben Zukunftscluster. Nun wurden die Finalisten der zweiten Wettbewerbsrunde ausgewählt: Aus insgesamt 117 eingereichten Wettbewerbsbeiträgen hat eine Expertenjury 15 Vorschläge für die Förderung einer Konzeptionsphase empfohlen, darunter das TheranosticValleySTR.</p><p>Der Auswahl der bis zu sieben Zukunftscluster je Wettbewerbsrunde, geht die Förderung einer sechsmonatigen Konzeptionsphase voraus, die mit bis zu 250.000 Euro gefördert wird. Auf Grundlage des Votums der Jury werden dann die Zukunftscluster der zweiten Wettbewerbsrunde Mitte 2022 ausgewählt. Diese können in bis zu drei Umsetzungsphasen über jeweils drei Jahre ihre Konzepte realisieren. Pro gefördertem Cluster und Jahr sind Fördermittel in Höhe von bis zu fünf Millionen Euro vorgesehen.</p><p class="align-right">Steven Pohl</p><ul><li><a href="https://www.bmbf.de/de/karliczek-wir-foerdern-die-innovationsnetzwerke-von-morgen-14401.html" target="_blank" class="external-link" title="Zur Pressemitteilung des Bundesforschungsministeriums" rel="noreferrer">Zur Pressemitteilung des Bundesforschungsministeriums</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-63163</guid><pubDate>Thu, 06 May 2021 10:48:05 +0200</pubDate><title>Maschinelles Lernen der Dynamik von Quantensystemen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/maschinelles-lernen-der-dynamik-von-quantensystemen/</link><description>Forschende an der Universität Tübingen und am MPI-IS haben Methoden des maschinellen Lernens angewendet, um die Quantendynamik in physikalischen Modellen zu verstehen, die von aktuellen Experimenten inspiriert sind.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Fortschritte bei der Entwicklung von Quantencomputern haben ein großes technologisches Potenzial. Allerdings manifestieren sich Quanteneffekte typischerweise nur in Systemen, die von der Außenwelt gut isoliert sind, was ein großes Hindernis darstellt. Um Quanteneffekte originalgetreu zu erfassen und nutzbar zu machen, ist es notwendig, den Quantenzustand des Systems und seiner Umgebung zu verstehen.</p><p>In enger Zusammenarbeit haben Dr. Paolo Mazza, Dr. Federico Carollo, Prof. Sabine Andergassen und Prof. Igor Lesanovsky vom Institut für Theoretische Physik der Universität Tübingen, Dr. Georg Martius, Leiter der Forschungsgruppe Autonomes Lernen am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, und Dominik Zietlow aus seinem Team Methoden des maschinellen Lernens angewendet, um die Quantendynamik in physikalischen Modellen zu verstehen, die von aktuellen Experimenten inspiriert sind. Ihre Ergebnisse wurden kürzlich in Physical Review Research veröffentlicht. In ihrem Papier "Machine Learning Time-Local Generators of Open Quantum Dynamics" zeigen die Forschenden, dass die Quantendynamik in diesen Modellen auch bei starker Kopplung zwischen dem System und der Umgebung erlernt werden kann. Insbesondere ermöglicht das während eines kurzen Evolutionsintervalls erworbene Wissen eine Extrapolation der Dynamik auf bisher nicht beobachtete Zeiten. Dies kann einen Weg darstellen, um das Langzeitverhalten in Situationen zu analysieren, in denen dies nicht durch numerische Simulationen oder Experimente zugänglich ist. In Regimen, in denen die Dynamik nicht durch einen solchen Ansatz beschrieben werden kann, können neuronale Netze dennoch zur Quantifizierung und Charakterisierung der System-Umwelt-Kopplung eingesetzt werden, was in die Entwicklung von numerischen Modellen und Simulationsalgorithmen einfließen kann.</p><p>Die Studie, die vom Exzellenzcluster "Machine Learning: Neue Perspektiven für die Wissenschaften" an der Universität Tübingen gefördert wurde, zeigt, wie Methoden des maschinellen Lernens auf physikalisch relevante Probleme wie die Dynamik von Quantensystemen angewendet werden können. Dies stellt eine bisher unerforschte Richtung in der Anwendung von Methoden des maschinellen Lernens auf aktuelle Fragen der Quantenphysik dar, mit möglichen Perspektiven auch für andere Bereiche.</p><p class="align-right"><em><a href="https://is.mpg.de/de/news/machine-learning-dynamics-of-quantum-systems" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Pressemitteilung Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme</a></em></p><h3>Publikation:</h3><p>Paolo P. Mazza, Dominik Zietlow, Federico Carollo, Sabine Andergassen, Georg Martius, and Igor Lesanovsky: Machine learning time-local generators of open quantum dynamics. In: Phys. Rev. Research 3, 023084 – Published 30 April 2021<br> DOI:&nbsp;<a href="https://doi.org/10.1103/PhysRevResearch.3.023084" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1103/PhysRevResearch.3.023084</a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-63106</guid><pubDate>Wed, 05 May 2021 16:04:24 +0200</pubDate><title>Covid-19: Verlust des Geruchssinns</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/covid-19-verlust-des-geruchssinns/</link><description>„Paper of the Month“ von der Anatomischen Fachgesellschaft gekürt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Neuroanatomie und Entwicklungsbiologie der Universität Tübingen haben zu Beginn des Jahres 2021 im Journal Cells Tissues Organs den Fachartikel “Evidence of SARS-CoV2 Entry Protein ACE2 in the Human Nose and Olfactory Bulb” publiziert. Ihre Erkenntnisse über Riechsinneszellen im olfaktorischen Epithel haben die Autoren zudem der&nbsp;Anatomischen Gesellschaft&nbsp;eingesandt. Die Fachgesellschaft hat diese Publikation zum „Paper of the Month (POM)“ des Januar 2021 gekürt.&nbsp;</p><p>Die Arbeit liefert mithilfe von klassischen anatomischen Techniken den Beweis, dass die Proteine ACE2 und TMPRSS2 im respiratorischen Epithel (Flimmerepithel) der menschlichen Nase, im olfaktorischen Epithel (Riechepithel) und im olfaktorischen Bulbus (Riechkolben) exprimiert werden, jedoch nur in den Stütz- und Drüsenzellen und nicht in den Riechsinneszellen. Diese Ergebnisse legen nahe, dass der Verlust des Geruchssinns (Anosmie) nicht mit einer Schädigung der Riechsinneszellen einhergeht, sondern die Funktion der Stütz- und Drüsenzellen gestört und somit der Geruchsinn beeinträchtigt wird.</p><p class="align-right">Stefanie Klingenstein</p><h3>Publikation</h3><p>Evidence of SARS-CoV2 Entry Protein ACE2 in the Human Nose and Olfactory Bulb<br> Moritz Klingenstein, Stefanie Klingenstein, Peter H. Neckel, Andreas F. Mack, Andreas P. Wagner, Alexander Kleger, Stefan Liebau, Alfio Milazzo<br> in: Cells Tissues Organs <a href="https://doi.org/10.1159/000513040" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1159/000513040</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-63028</guid><pubDate>Tue, 04 May 2021 13:48:49 +0200</pubDate><title>Swabian MOSES: Von Gewittern über Starkregen bis Dürreperioden</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/swabian-moses-von-gewittern-ueber-starkregen-bis-duerreperioden/</link><description>Forschungsverbund mit Beteiligung der Universität Tübingen startet Messkampagne zu hydro-meteorologischen Extremen im Bereich der Schwäbischen Alb </description><content:encoded><![CDATA[<p>Extreme Wetterereignisse wie starke Gewitter, Hagel oder Hitzeperioden haben in den letzten Jahren auch in Deutschland zugenommen und verursachen teils große wirtschaftliche und infrastrukturelle Schäden. Die komplexen physikalischen Prozesse, die beim Entstehen dieser Wetterereignisse ablaufen, untersucht die Helmholtz-Initiative MOSES. Ziel der nun startenden Messkampagne „Swabian MOSES“ ist es, die Ursachen, Auswirkungen und Wechselwirkungen hydro-meteorologischer Extreme ganzheitlich zu untersuchen. Im Untersuchungsgebiet in Baden-Württemberg treten sowohl Gewitter als auch Hitze- und Dürreperioden häufig auf. Neben dem federführenden Institut für Meteorologie und Klimaforschung (IMK) des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sind auch drei Wissenschaftlerinnen vom Zentrum für Angewandte Geowissenschaften der Universität Tübingen daran beteiligt: Prof. Dr. Beate Escher (Umwelttoxikologie), Dr. Stephanie Spahr (Wasser- und Umweltchemie) sowie Dr. Clarissa Glaser(Umweltsystemanalyse).&nbsp;</p><p>Die Messkampagne „Swabian MOSES“, die vom KIT koordiniert wird, startet im Mai im Bereich der Schwäbischen Alb und des Neckartals in Baden-Württemberg und läuft voraussichtlich bis Mitte September. In deren Mittelpunkt stehen zwei hydro-meteorologische Extreme – Trockenheit und Starkniederschlag. So führte die Häufung von mehrwöchigen Trockenperioden in den Jahren 2018 bis 2020 dazu, dass im letzten Jahr der Grundwasserspiegel auf einen historischen Niedrigstand sank und viele Flüsse ein ausgeprägtes Niedrigwasser führten – mit erheblichen Einschränkungen für Schifffahrt, Bewässerung und Kraftwerkskühlung.&nbsp;</p><p>Weitere Projektpartner sind das Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ) aus Leipzig, das Forschungszentrum Jülich (FZJ), die Universität Hohenheim, die Technische Universität Braunschweig, das Helmholtz Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ), das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie der Deutsche Wetterdienst (DWD).</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62761</guid><pubDate>Thu, 29 Apr 2021 09:39:40 +0200</pubDate><title>Ancient Ceramics and their Pigments Workshop - March 2021, Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/ancient-ceramics-and-their-pigments-workshop-march-2021-tuebingen/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>It is with great enthusiasm that we share our experiences as participants in the workshop Ancient Ceramics and their Pigments. The workshop’s aim was to introduce attendees to current topics in the study of pigments and how they were produced and used in the past. More recently, archaeometric techniques used to analyze pigments on pots have provided innumerous opportunities for further research into systems of trade and production of ancient ceramics. Many of the methodologies discussed in this workshop have implications in the wider study of ceramics, archaeological science, and beyond.</p><p>The week-long workshop was hosted by the Competence Center Archaeometry - Baden-Wuerttemberg (CCA-BW) at the University of Tübingen. This event was organized by Dr. Silvia Amicone in collaboration with the Curt-Engelhorn-Centre Archaeometry (CEZA). The workshop is part of the Archäometrie Kolleg project, which is generously sponsored by the Klaus Tschira Foundation (KTS).&nbsp;</p><p>The layout of the workshop was well organized, and the online format provided the opportunity for many people all over the world to connect and discuss how the topics in this class can be applied to future study.&nbsp;</p><h3>Micro-archaeology to characterize pigments</h3><p>To begin to understand how ceramics are studied, Dr. Silvia Amicone introduced us to the vast world of ceramic production, as experimental archaeology is key in unifying archaeological materials to physical and chemical analyses such as scanning electron microscopy (SEM), X-ray diffraction (XRD), Raman spectroscopy, among other analytical techniques. Additionally, the importance of optical microscopy to providing context for such analyses was highlighted on the first day of the course. Following these talks, MSc student Eirini Koutouvaki demonstrated how this technique can be applied using a video microscope and a polarizing microscope.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Termine</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62662</guid><pubDate>Fri, 23 Apr 2021 14:00:00 +0200</pubDate><title>Gemeinsames Plädoyer von 77 europäischen Spitzenuniversitäten für vertrauensvolle, uneingeschränkte Kooperation in Horizon Europe</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/gemeinsames-plaedoyer-von-77-europaeischen-spitzenuniversitaeten-fuer-vertrauensvolle-uneingeschraenkte-kooperation-in-horizon-europe/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Heute haben fünf europäische Verbünde forschungsstarker Universitäten – German U15, Russell Group, UDICE, LERU und GUILD – eine gemeinsame Erklärung zur künftigen Zusammenarbeit in Forschungs- und Innovationsfragen unterzeichnet. Zusammen vertreten sie 77 der renommiertesten Universitäten Europas. In der Erklärung bekräftigen sie, auch künftig eng und vertrauensvoll zu kooperieren, unabhängig vom Austritt Großbritanniens aus der EU. Dies gilt besonders für Horizon Europe, das nächste große europäische<br> Forschungsprogramm.</p><p>Zugleich sehen sie mit großer Sorge, dass in der Europäischen Kommission aktuell überlegt wird, Drittstaaten wie Großbritannien, Schweiz oder Israel von bestimmten Projekten auszuschließen. Dies betrifft insbesondere Weltraum- und Quantentechnologieforschung. Dabei sind alle drei Staaten langjährige, enge und zudem noch forscherisch exzellent aufgestellte Partnerländer. Die Unterzeichner der Erklärung appellieren daher, sie nicht von einzelnen Projekten auszunehmen. Die entscheidenden Verhandlungen dazu werden in Kürze beginnen.</p><p>Schließlich erklären die Verbünde, dass ihre Universitäten sich für die Aufrechterhaltung der Mobilität von Studierenden und Forscherinnen und Forschern in Europa einsetzen werden, auch nach dem Austritt Großbritanniens aus dem Mobilitätsprogramm Erasmus+.</p><p>Prof. Dr. Georg Krausch, Vorstandsvorsitzender von German U15 und Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz:</p><p>„Wir begrüßen sehr, dass Großbritannien assoziiertes Mitglied von Horizon Europe ist. Das stärkt Europa und es stärkt die Europäische Union. Wir hoffen jetzt auf die baldige Assoziierung auch der Schweiz.</p><p>Der Ausschluss von Großbritannien, Schweiz oder Israel von Schlüsselthemen in Horizon Europe wäre in hohem Maße kontraproduktiv und würde den Forschungsstandort Europa schwächen. Wissenschaft lebt und profitiert von Austausch und Kooperation, insbesondere mit vertrauten und starken Partnern. Das gilt gerade für Zukunftsthemen wie Quanten- und Weltraumforschung.“</p><h3>Über German U15</h3><p>German U15 ist der Verbund 15 forschungsstarker, international sichtbarer deutscher Universitäten. Fast ein Drittel aller Universitätsstudierenden sowie internationalen Studierenden werden an U15-Universitäten ausgebildet. Ein Drittel der Lehramtsabschlüsse sowie über die Hälfte der Staatsexamen in Medizin und Pharmazie werden an den U15-Universitäten absolviert. Sie betreuen knapp die Hälfte aller in Deutschland abgeschlossenen Promotionsvorhaben und bekleiden ein Drittel aller Tenure-Track-Professuren in Deutschland. Die U15-Universitäten werben zwei Fünftel der öffentlichen Drittmittel ein, im Medizinsektor sogar 60 Prozent.</p><ul><li>Joint Statement of Research-Intensive University Groups in Europe<br><a href="https://uni-tuebingen.de/securedl/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE3NzkzMzA1MDUsImV4cCI6MTc3OTQyMDUwNSwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW4vVW5pX1R1ZWJpbmdlbi9BbGxnZW1laW4vQmlsZGVyL2F0dGVtcHRvX29ubGluZS9Gb3JzY2h1bmcvMjAyMS8yMS0wNC0yM19Kb2ludF9TdGF0ZW1lbnRfRnV0dXJlX29mX0hvcml6b25fRXVyb3BlX1UxNV9SR19VZGljZV9MRVJVX0dVSUxELnBkZiIsInBhZ2UiOjYxNzE0fQ.yEJiE8u2r9FQhCtZd3-r2lIzx8pT3oZklkRiH9reqyA/21-04-23_Joint_Statement_Future_of_Horizon_Europe_U15_RG_Udice_LERU_GUILD.pdf" class="download">"The Future of Horizon Europe and restriction of access to quantum &amp; space programmes"</a></li></ul><p class="align-right">PRESSEINFORMATION GERMAN U15 E. V. , 23. April 2021</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62533</guid><pubDate>Fri, 23 Apr 2021 09:51:32 +0200</pubDate><title>Tübinger Vegetationsökologin trägt Projektverantwortung für globales Klimazentrum in Jordanien</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebinger-vegetationsoekologin-traegt-projektverantwortung-fuer-globales-klimazentrum-in-jordanien/</link><description>Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert insgesamt acht neue globale Forschungs- und Lehrzentren für Klima und Umwelt sowie Gesundheit und Pandemievorsorge, die in verschiedenen Entwicklungs- und Schwellenländern angesiedelt sind und mit deutschen Universitäten kooperieren. Die Tübinger Professorin Katja Tielbörger, Direktorin des Botanischen Gartens der Universität, konnte das internationale Gutachtergremium mit ihrem Antrag für ein Klimazentrum mit Sitz in Jordanien und Partnern in Israel und den Palästinensischen Gebieten überzeugen. Ziel ist die Förderung eines anpassungsfähigen und nachhaltigen Managements natürlicher Ressourcen in der Jordanregion.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Beim Umgang mit dem Klimawandel und bei der Eindämmung von Pandemien kommt der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Schwellenländern und Industrienationen eine besondere Bedeutung zu. Vor diesem Hintergrund fördert der DAAD den Aufbau von je vier Globalen Zentren für Klima &amp; Umwelt sowie für Gesundheit &amp; Pandemievorsorge mit insgesamt 22 Millionen Euro.&nbsp;</p><p>Dabei stehen neben der Forschung und der Einrichtung von Lehrprogrammen die Zusammenarbeit mit Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie der Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis im Mittelpunkt. Die Universität Tübingen, die außerdem mit zwei Anträgen für Gesundheitszentren erfolgreich war, wird eine wichtige Impulsgeberin bei diesen internationalen Kooperationen sein.&nbsp;</p><p>Das Klima- und Umweltzentrum unter der Projektleitung von Katja Tielbörger hat seinen Sitz an der Universität von Jordanien in Amman. In der durch Trockenheit und Wasserknappheit geprägten Region sind eine angepasste Landwirtschaft und ein ressourcenbewusstes Wassermanagement entscheidende Faktoren, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Mit eingebunden in die Errichtung und den Betrieb des Zentrums sind israelische und palästinensische Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen und Akteure. &nbsp;&nbsp;<br> Vorgesehen ist der Aufbau eines interdisziplinären Masterstudiums zum Klimawandel und Ressourcenmanagement, das ein breites Themenspektrum aus den Natur-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften umfassen wird. Die Lehrveranstaltungen werden an der Universität von Jordanien sowie an deutschen Partneruniversitäten stattfinden.&nbsp;</p><p>Eine zweite Säule des Zentrums bildet ein Graduiertenkolleg, in dessen Rahmen 20 Promotionsstipendien ausgeschrieben werden. „Die Forschungsthemen, die da bearbeitet werden sollen, werden wir in Kürze gemeinsam mit regionalen Akteuren aus Politik und Wirtschaft definieren, um ihre praktische Anwendbarkeit von vornherein sicherzustellen“, sagt Katja Tielbörger. Ihr ist es wichtig, dass das Zentrum nicht nur dem wissenschaftlichen Austausch dient, sondern auch zu einer Drehscheibe für den Wissenstransfer in die Gesellschaft und einer Anlaufstelle für politische Entscheidungsträger wird.&nbsp;</p><p>Darüber hinaus schlägt das Zentrum auch Brücken über politische und religiöse Gräben hinweg. Menschen aus Jordanien, Palästina und Israel werden hier zusammenkommen, um zukunftsfähige Lösungen für die ökologischen Probleme ihrer gemeinsamen Region zu finden.&nbsp;</p><p>Möglich ist das, weil Tielbörger bereits seit vielen Jahren in der Region forscht und mit Projekten zur nachhaltigen Wasser- und Weidewirtschaft zahlreiche solcher grenzüberschreitenden Kooperationen angestoßen hat. Auf diesen Kontakten und dem damit verknüpften Vertrauen kann das Klimazentrum aufbauen. „Mein Wunsch ist, dass das Zentrum den Menschen hilft, mit ihren sehr knappen Ressourcen auszukommen und dazu beiträgt, den Frieden in dieser politisch so schwierigen Region herzustellen.“&nbsp;</p><p class="align-right">Wolfgang Krischke&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62461</guid><pubDate>Thu, 22 Apr 2021 12:10:00 +0200</pubDate><title>Katerina Harvati erhält einen Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/katerina-harvati-erhaelt-einen-advanced-grant-des-europaeischen-forschungsrats/</link><description>Die Paläoanthropologin untersucht die ersten Schritte des Homo sapiens in Südosteuropa</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professorin Katerina Harvati-Papatheodorou vom Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie der Universität Tübingen und dem Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment der Leibniz-Gemeinschaft hat einen Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) eingeworben. Für ihr Forschungsvorhaben „Our first steps to Europe: Pleistocene <em>Homo sapiens</em> dispersals, adaptations and interactions in South-East Europe“ (FIRSTSTEPS) erhält sie eine Förderung von 2,58 Millionen Euro über die kommenden fünf Jahre. Ihr Projektpartner ist Professor Stefano Benazzi von der Universität Bologna, für dessen Mitwirkung der ERC weitere 0,72 Millionen Euro bereitstellt.</p><p>Harvati und Benazzi wollen im Projekt FIRSTSTEPS erforschen, welche Spuren der frühe <em>Homo sapiens</em>, die heute einzige und weltweit verbreitete Menschenart, bei ihren ersten Schritten in Europa vor rund 200.000 bis 30.000 Jahren im Südosten des Kontinents hinterlassen hat. „Diese Region könnte nach neuesten Erkenntnissen eine Schlüsselrolle im dynamischen Prozess der Begegnungen unterschiedlicher früher Menschengruppen, deren Ausbreitung und Evolution einnehmen“, sagt Katerina Harvati. Der ERC finanziert mit den Advanced Grants Vorhaben mit einem bahnbrechenden und ungewöhnlichen Forschungsansatz von etablierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit einer herausragenden Leistungsbilanz.</p><h3>Spuren der Evolution in Europa</h3><p>Für Harvati ist der Advanced Grant bereits der dritte ERC Grant. Auf ihr Projekt „Paleoanthropology at the Gates of Europe“ aus einem Starting Grant 2011 folgte 2016 der Consolidator Grant mit dem Projekt CROSSROADS, in dem sie das Auftreten früher Menschen in Griechenland vor rund 500.000 Jahren untersucht und deren Umweltbedingungen rekonstruiert. In ihrem neuen Projekt springt Harvati einige Hunderttausend Jahre nach vorn, auf den Zeitraum von 200.000 bis 30.000 Jahren vor heute. „Trotz vieler neuer Details, die in der Forschung der letzten Jahre zum Ursprung des anatomisch modernen Menschen zum Vorschein kamen, liegen die genauen Umstände seiner Ankunft in Europa noch immer im Dunkeln“, sagt Harvati.</p><p>„Vor kurzem ergaben Arbeiten meines Teams Hinweise, dass frühe Wanderungen des<em> Homo sapiens</em> von Afrika nach Europa 150.000 Jahre eher stattfanden, als man in Forschungskreisen bisher dachte. Das brachte mich auf die Idee zu dem neuen Projekt.“ Damit erscheine die menschliche Evolution in Europa in einem ganz neuen Licht. Die Ausbreitung des <em>Homo sapiens</em> wie auch seine Begegnungen und der Austausch mit anderen Menschengruppen wie dem Neandertaler müssten unter neuen Vorzeichen untersucht werden – und mit der Konzentration auf Südosteuropa.</p><h3>Kombination zahlreicher Gebiete und Methoden</h3><p>Im Projekt FIRSTSTEPS will Harvati die Hypothese über dieses überraschend aufgeschlagene europäische Kapitel zur Geschichte des frühen <em>Homo sapiens</em> weiter untersuchen, sowohl durch neue Daten aus der Feldforschung wie auch durch Prüfung alter Sammlungen und Funde aus früheren Ausgrabungen, die in den Zeitraum von 200.000 bis 30.000 Jahren vor heute datieren. „Wir wollen uns über Griechenland hinaus einen Überblick in Südosteuropa, in den angrenzenden Balkanstaaten und auch in Italien verschaffen. Ziel ist es, die paläoanthropologischen Funde der Regionen zusammenzuführen“, erklärt die Wissenschaftlerin. Kombiniert werden Methoden unter anderem aus der virtuellen Anthropologie und der Paläogenetik sowie verschiedene hochmoderne Ausgrabungs- und Datierungstechniken.</p><p>Mit dem ERC Advanced Grant setzt Katerina Harvati die Reihe ihrer Erfolge fort. Erst am 15. März 2021 hatte sie für ihre Forschungsarbeiten zur menschlichen Evolution den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft erhalten. Der Preis ist mit 2,5 Millionen Euro dotiert und gilt als die wichtigste deutsche Forschungsauszeichnung. (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=3z9PcyVedwE" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.youtube.com/watch?v=3z9PcyVedwE</a>)</p><p class="align-right"><em>Janna Eberhardt/Hochschulkommunikation</em></p><p><a href="https://erc.europa.eu/news/erc-2020-advanced-grants-results" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Pressemitteilung ERC</a></p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Katerina Harvati-Papatheodorou<br> Universität Tübingen – Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie - Paläoanthropologie<br> Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment der Leibniz-Gemeinschaft<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mcvgtkpc0jctxcvkBkhw0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">katerina.harvati<span style="display:none">spam prevention</span>@ifu.uni-tuebingen.de</a>&nbsp;&nbsp;<br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62161</guid><pubDate>Fri, 16 Apr 2021 09:00:00 +0200</pubDate><title>Neubau für das Interfakultäre Institut für Biochemie offiziell an die Universität Tübingen übergeben</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neubau-fuer-das-interfakultaere-institut-fuer-biochemie-offiziell-an-die-universitaet-tuebingen-uebergeben/</link><description>Staatssekretärin Gisela Splett: „Der Neubau erweitert das Forschungsgebäude für das Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen und bietet auf 5.300 Quadratmetern Raum für wissenschaftliches Arbeiten“ / Ministerialdirektor Ulrich Steinbach: „Das neue Laborgebäude würdigt die exzellenten Erfolge des Instituts und fördert die intensive Vernetzung der Einrichtungen auf dem Campus Morgenstelle“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Finanzstaatssekretärin Gisela Splett und der Amtschef des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Ministerialdirektor Ulrich Steinbach, haben am Freitag (16. April) das neue Forschungsgebäude für das Interfakultäre Institut für Biochemie (IFIB) auf dem Campus Morgenstelle offiziell an die Universität Tübingen übergeben.&nbsp;</p><p>„Bei der Grundsteinlegung vor viereinhalb Jahren war der Neubau ein guter Plan. Nun ist aus dem guten Plan ein gutes Gebäude geworden: ein moderner Bau mit zeitgemäßer Ausstattung“, sagte Splett. „Auf rund 5.300 Quadratmetern bietet er den Studierenden und Lehrenden Raum für ihre wissenschaftliche Arbeit. Mit den neuen Laboren, Büros, Besprechungs-, Seminar- und Computerräumen sowie Hörsälen konnten wir die räumliche Unterbringung klar optimieren. Durch die Konzentration der Naturwissenschaften um den neuen Campusplatz entsteht ein Zentrum mit Infrastruktur für fächerübergreifende Forschung.“</p><p>„Die exzellente und national sowie international hoch angesehene Forschung des IFIB zeigt, wie wertvoll gelebte Interdisziplinarität ist. Der Neubau des Laborgebäudes ist ein weiterer Baustein zur Zusammenführung der Naturwissenschaften auf dem Campus Morgenstelle. Damit wird die intensive wissenschaftliche Vernetzung und Kommunikation der Einrichtungen auf dem Areal noch weiter gefördert“, sagte Ulrich Steinbach, Amtschef und Ministerialdirektor des Wissenschaftsministeriums.</p><p>Das IFIB ergänzt das 2013 fertiggestellte Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen (ZMBP). Der Neubau für das IFIB wurde direkt am Bestandsgebäude des ZMBP errichtet. Der Gebäudekomplex grenzt den neuen Campusplatz nach Osten ab. Die räumliche Nähe ermöglicht eine gemeinsame Nutzung von Hörsälen, Seminarräumen und Werkstätten. Synergieeffekte gibt es auch bei hochspezialisierten Einrichtungen wie etwa der Mikroskopie, von Fotolaboren und Lagern für Gasflaschen und Stickstoff.&nbsp;</p><p>Beim Neubau wurde viel Wert auf die Energieeffizienz gelegt: Das Lüftungssystem ist mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet. Den verbleibenden Wärmebedarf deckt das überwiegend mit Holzhackschnitzeln betriebene Fernheizwerk. Rückkühlwerke auf dem Dach tragen mit Verdunstungskühlung zur energieeffizienten Erzeugung der benötigten Kälte bei.&nbsp;</p><p>Die Arbeitsgruppen des IFIB haben das neue Forschungsgebäude bereits im vergangenen Jahr bezogen. Das Land hat rund 43,3 Millionen Euro in den Neubau investiert. Der Entwurf ist eine Eigenplanung des Amts Tübingen des Landesbetriebs Vermögen und Bau Baden-Württemberg, bei dem auch die Projektleitung lag.</p><p class="align-right"><em>Pressemitteilung des Ministeriums für Finanzen</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Intern</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62080</guid><pubDate>Wed, 14 Apr 2021 09:53:58 +0200</pubDate><title>Theoriepreis der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft für Dr. Matthias Händler</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/theoriepreis-der-deutschen-gesellschaft-fuer-publizistik-und-kommunikationswissenschaft-fuer-dr-matthias-haendler/</link><description>Tübinger Medienwissenschaftler für Dissertation ausgezeichnet</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Theoriepreis der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) geht 2021 an Dr. Matthias Händler. Ausgezeichnet wird seine Dissertation Zeichen – Erkenntnis – Kommunikation. Entwurf eines semiotischen Konstruktivismus exemplifiziert anhand der Frage „Was ist ein Bild?“. Matthias Händler war Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Tübinger Graduiertenkolleg „Ambiguität – Produktion und Rezeption“.&nbsp;</p><p>Martina Thiele, Professorin für Medienwissenschaft mit dem Schwerpunkt Digitalisierung und gesellschaftliche Verantwortung an der Universität Tübingen, übergab als Vorsitzende der Jury den Preis und unterstrich in ihrer Laudatio die Relevanz der ausgezeichneten Studie für die Visuelle Kommunikationsforschung: „Zugleich ist Händlers Ansatz eines Semiotischen Konstruktivismus auf Texte im weitesten Sinne anwendbar und bietet &nbsp;– mit Blick auf digitale Kommunikation und Multimodalität – überaus nützliches und bestens aufbereitetes Theoriewissen.“</p><p>Matthias Händlers Dissertation wurde betreut von Professor Dr. Klaus Sachs-Hombach vom Institut für Medienwissenschaft und Professorin Dr. Britta Stolterfoht vom Deutschen Seminar. Das zentrale Anliegen der Studie ist die Entwicklung eines universellen Erklärungsmodells durch die Kombination des Radikalen Konstruktivismus von Ernst von Glasersfeld mit der Semiotik von Charles S. Peirce. Die Kernthese der Studie lautet dabei, dass sich die Geschichte der Erkenntnistheorie als die Geschichte der Semiotik verständlich machen lässt und dass sich zahlreiche Fragen wie zum Beispiel „Was ist ein Zeichen?“, „Was ist ein Medium?“ oder „Was ist Kommunikation?“ nur sinnvoll in der Auseinandersetzung mit den oft in der Medien- und Kommunikationswissenschaft implizit bleibenden epistemologischen Grundlagen beantworten lassen. Um dies zu plausibilisieren, wird der Entwurf eines semiotischen Konstruktivismus in der Auseinandersetzung mit den Prämissen und Verschränkungen der beiden Dichotomien Rationalismus und Empirismus bzw. Realismus und Antirealismus entwickelt. Die Fruchtbarkeit des daraus resultierenden Modells wird exemplarisch anhand der umstrittenen Frage »Was ist ein Bild?« verdeutlicht. Vor diesem Hintergrund werden auch die gängigen Theorien des Bildes und der visuellen Kommunikation einer kritischen Analyse unterzogen. Die Arbeit liefert somit einen Überblick der zahlreichen Positionen innerhalb der Zeichen-, Erkenntnis- und Kommunikationstheorie und legt dar, warum diese drei Bereiche untrennbar zusammenhängen.</p><p class="align-right">Martina Thiele</p><ul><li><a href="https://www.dgpuk.de/de/theoriepreis.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Homepage Theoriepreis</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61951</guid><pubDate>Tue, 13 Apr 2021 08:05:00 +0200</pubDate><title>Evotec startet &quot;beLAB2122&quot; zur Translation akademischer Forschung aus der Life-Science-Region Rheim-Main-Neckar in Zusammenarbeit mit Bristol Myers Squibb</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/evotec-startet-belab2122-zur-translation-akademischer-forschung-aus-der-life-science-region-rheim-main-neckar-in-zusammenarbeit-mit-bristol-myers-squibb/</link><description>beLAB2122 nutzt die akademische Innovationskraft der Region Rhein-Main-Neckar / Evotec stellt ihre multimodale Plattform zur Validierung von First-In-Class-Projekten der Universitäten Frankfurt, Heidelberg und Tübingen sowie des DKFZ und EMBL zur Verfügung / Bristol Myers Squibb stellt Finanzmittel und kommerzielle Perspektiven für die von beLAB2122 entwickelten akademischen Projekte bereit</description><content:encoded><![CDATA[<p>Evotec SE (Frankfurter Wertpapierbörse: EVT, MDAX/TecDAX, ISIN: DE0005664809) gab heute bekannt, dass sie gemeinsam mit Bristol-Myers Squibb Company (NYSE: BMY) die translationale BRIDGE beLAB2122 mit einem Volumen von 20 Mio. $ ins Leben gerufen hat. beLAB2122 bringt führende akademische Einrichtungen aus der Region Rhein-Main-Neckar zusammen, um first-in-class-Therapieoptionen für alle Indikationsgebiete und Formate effizient zu investitionsfähigen Wirkstoffforschungs- und frühen Entwicklungsprojekten voranzutreiben.&nbsp;</p><p>Durch Vermittlung und Unterstützung von BioRN, dem Life-Science-Cluster der Region Rhein-Neckar, bringt beLAB2122 erstmals das Deutsche Krebsforschungszentrum („DKFZ“), das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie („EMBL“), die Goethe-Universität Frankfurt sowie die Universitäten Heidelberg und Tübingen in einer Kooperation mit Industriepartnern zusammen. Die als „BRIDGE“ (Biomedical Research, Innovation &amp; Development Generation Efficiency) bezeichneten Kooperationsmodelle von Evotec bieten einen integrierten Rahmen, um in Zusammenarbeit mit Pharmaunternehmen und Geldgebern innovative akademische Projekte so weit zu validieren, dass sie in neuen Unternehmen ausgegründet werden können. Seit 2016 hat Evotec mit verschiedenen&nbsp;akademischen Partnern, Pharmaunternehmen und Risikokapitalgesellschaften in Europa und Nordamerika mehrere BRIDGE-Kooperationen etabliert.</p><p>beLAB2122 wird gemeinsam mit Bristol Myers Squibb, einem langjährigen Kooperationspartner von Evotec in unterschiedlichen Indikationsgebieten, ins Leben gerufen. Die Projektträger wollen gemeinsam mit europaweit führenden akademischen Life Science Exzellenzclustern die innovative Forschung an Therapeutika und verwandten Technologien aus dem akademischen Bereich validieren und vorantreiben, um die gemeinsame Gründung neuer Spin-Out-Unternehmen zu ermöglichen.&nbsp;</p><p>Dr. Werner Lanthaler, Chief Executive Officer von Evotec, kommentierte: „Wir freuen uns sehr über den Start von beLAB2122, einem transformativen Rahmenprojekt, das sich die erstklassige Wissenschaft aus einem der führenden europäischen Life Science Cluster zunutze macht und ein hohes Potenzial für medizinischen Fortschritt bietet. Wir freuen uns darauf, dieses Potenzial mit unserer „data-driven R&amp;D Autobahn to Cures“ zu erschließen, indem wir die Ansätze weiter validieren und entwickeln, sodass die vielversprechende, frühphasige Forschung in Medikamente der Zukunft überführt werden kann.“</p><p>Dr. Thomas Hanke, Head of Academic Partnerships bei Evotec, fügte hinzu: „Wir sind hocherfreut, dass die erste BRIDGE in Deutschland Realität wird und freuen uns auf die enge Zusammenarbeit mit unseren akademischen Partnern im Rhein-Main-Neckargebiet und den KollegInnen bei Bristol Myers Squibb, um die nächste Generation von first-in-class-Therapeutika in allen Wirkstoffklassen und Therapiebereichen zu identifizieren und zu entwickeln. Wir möchten uns insbesondere bei BioRN für die kontinuierliche Unterstützung von beLAB2122 bedanken.“</p><p>Dr. Rupert Vessey, Executive Vice President and President Research and Early Development bei Bristol Myers Squibb, kommentierte: „Wir freuen uns über die Möglichkeit, beLAB2122 bei der Translation von neuartiger wissenschaftlicher Forschung aus diesen führenden deutschen akademischen Einrichtungen zu unterstützen. Angesichts der Erfahrung von Evotec mit erfolgreichen BRIDGEs sind wir überzeugt, dass das Unternehmen gut aufgestellt ist, die vielen wissenschaftlichen Forschungslinien aus dieser Kooperation zu interpretieren und mit ihren proprietären Plattformen die Datenqualität zu liefern, die eines Tages zu potenziell neuartigen Therapien für Patienten führen kann.“</p><p>Dr. Rainer Wessel, Chief Innovation Officer, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), fügte hinzu: „Für das DKFZ ist es ein wichtiges Ziel, den Transfer unserer exzellenten Forschung in innovative Anwendungen auszubauen, von denen Krebspatienten weltweit profitieren. Die beLAB2122-Kooperation ist ein wichtiger Schritt, um gemeinsam mit anderen wissenschaftlich und kommerziell führenden Institutionen eine kritische Masse und Geschwindigkeit aufzubauen, damit dieses Ziel erreicht wird.“</p><p>Prof. Matthias Hentze, EMBL Director, sagte: „Diese Partnerschaft wurde zu einer Zeit etabliert, in der das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer effizienten und schnellen Überführung von Forschungsergebnissen zunimmt. beLAB2122 ist eine bahnbrechende Kooperation zur Beschleunigung der Validierung therapeutischer Konzepte zum Wohle der Gesellschaft. Das EMBL als führendes molekularbiologisches Forschungsinstitut in Europa freut sich, gemeinsam mit einigen der regional und überregional angesehensten Einrichtungen Teil dieser Initiative zu sein. Mit Evotec und Bristol Myers Squibb hat diese Kooperation weltweit anerkannte Branchenpartner, die erfolgreichen Ideen den Weg auf den Markt bereiten können und hochmoderne Forschung und Innovation fördern.“</p><p>Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität Frankfurt, verantwortlich für die Dritte Mission und Professor für Pharmazeutische Chemie, betonte: „Die pharmazeutische und translationale medizinische Forschung sind zwei der wesentlichen Stärken der Goethe-Universität Frankfurt. Zahlreiche unserer Forschungsprojekte haben das Ziel, die Innovationslücke bei der Wirkstoffentwicklung zu schließen. Wir sind äußerst froh, Teil des beLAB2122-Forschungsnetzwerks zu sein, um die Zusammenarbeit zwischen der akademischen und industriellen Forschung zum Wohle der Patienten zu verstärken.“</p><p>Prof. Dr. Matthias Weidemüller, Prorektor für Innovation und Transfer der Universität Heidelberg, bestätigte: „Die Universität Heidelberg freut sich, an der Evotec-BRIDGE beLAB2122 beteiligt zu sein. Sie ist für die Translation unserer hochmodernen Forschung in die breitere Anwendung von wesentlicher Bedeutung. Diese Partnerschaft bringt führende Institutionen aus der Rhein-Main-Neckar-Region zusammen, die Vorreiter in der lebenswissenschaftlichen Forschung sind. Ich bin zuversichtlich, dass wir innerhalb des BRIDGE-Rahmens eine zusätzliche Dynamik schaffen werden, um wissenschaftliche Fortschritte in zukünftige Therapeutika umzuwandeln.“</p><p>Prof. Dr. Peter Grathwohl, Prorektor für Forschung und Innovation der Universität Tübingen, stimmte zu: „Die Universität Tübingen freut sich, an beLAB2122 teilzunehmen. Für uns ist der Transfer von Forschungsergebnissen in die Anwendung sehr wichtig: Wir wollen zukünftig unseren Forschern herausragende Möglichkeiten bieten, ihre Expertise in konkrete Kooperationsprojekte mit Sponsoren aus Wirtschaft und Industrie einzubringen.“</p><p>Der Name beLAB2122 bezieht sich auf die Flüsse Rhein, Main und Neckar, die die teilnehmenden Einrichtungen miteinander verbinden und die zusammen 2.122 km lang sind. Weitere Informationen über beLAB2122 finden Sie unter&nbsp;<a href="http://belab2122.org" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">http://belab2122.org</a>.</p><p><strong>Über Evotecs BRIDGE-Modell:</strong><strong>Kooperationen, die Innovation beschleunigen</strong></p><p>Evotec hat ein neues Paradigma für die Translation der akademischen Frühphasenforschung in pharmazeutische Forschung und Entwicklung geschaffen, das sich „BRIDGE“ (Biomedical Research, Innovation &amp; Development Generation Efficiency) nennt. BRIDGEs sind ein integrierter Rahmen aus einem Fonds und einem Vergabesystem, um bahnbrechende akademische Wissenschaften zu erschließen, neue Spin-out-Unternehmen zu gründen und Kooperationen mit Pharma und Biotech aufzubauen. Durch diese Bemühungen hat Evotec eine neue Formel für die schnelle Entdeckung von Medikamenten im Frühstadium definiert. Seit der Einführung des Modells im Jahr 2016 hat Evotec mehrere verschiedene BRIDGEs aufgebaut, z. B. LAB282, LAB150, LAB031, LAB10x und Autobahn Labs. Weitere Informationen über Evotecs BRIDGE-Initiativen finden Sie unter <a href="http://www.evotec.com/de/innovate/bridges" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.evotec.com/de/innovate/bridges</a>.&nbsp;</p><p class="align-right"><em>Pressemitteilung Evotec SE</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61608</guid><pubDate>Thu, 01 Apr 2021 09:45:49 +0200</pubDate><title>Geo- und Umweltforschungszentrum an die Universität Tübingen übergeben</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/geo-und-umweltforschungszentrum-an-die-universitaet-tuebingen-uebergeben/</link><description>Finanzstaatssekretärin Gisela Splett: „Im neuen Forschungsgebäude auf dem Campus Morgenstelle sind die Geowissenschaften gut untergebracht“ / Ministerialdirektor Ulrich Steinbach: „Schutz der Umwelt und die Erschließung neuer Energie- und Rohstoffquellen gehören zu den drängendsten Fragen unserer Zeit“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Finanzstaatssekretärin Gisela Splett und der Ministerialdirektor des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Ulrich Steinbach, haben am Donnerstag (1. April) das neue Forschungsgebäude für die Geo- und Umweltwissenschaften offiziell an die Universität Tübingen übergeben.&nbsp;</p><p>„Auf rund 10.000 Quadratmetern bietet der neue Forschungsbau Platz für Labore, Werkstätten,Seminarräume, Hörsäle sowie Büros. Mit der offiziellen Übergabe des neuen Geo- und Umweltforschungszentrums gehen wir einen weiteren großen Schritt auf dem Weg zu einer interdisziplinären Wissenschaftsstadt, die auf der Morgenstelle bereits in den 1970er Jahren angedacht wurde. Das Potenzial der vernetzten Forschung und Lehre kann sich in einem räumlichen Verbund mit den anderen naturwissenschaftlichen Einrichtungen auf dem Campus Morgenstelle künftig noch besser entfalten“, sagte Staatssekretärin Splett.</p><p>„Im Geo- und Umweltbereich liegen zahlreiche relevante Themen für die Zukunft unserer Gesellschaft – sei es die Verfügbarkeit von sauberem Wasser, die Reduzierung von Schadstoffbelastungen in der Umwelt, die Rohstoffversorgung oder die Entwicklung des globalen Klimas“, sagte Ministerialdirektor Steinbach. Mithilfe des neuen zentralen Gebäudes, dem Geo- und Umweltzentrum, werde die Forschung zu immer komplexeren Umweltthemen an der Universität Tübingen gebündelt und in der engen Nachbarschaft zu den anderen naturwissenschaftlichen Disziplinen auf dem Campus Morgenstelle künftig noch stärker interdisziplinär vernetzt. „Das neue Geo- und Umweltzentrum trägt so dazu bei, optimale Voraussetzungen für die Forschung zu schaffen.“</p><p>In dem neuen Gebäude an der Südspitze des Campus Morgenstelle werden die bisher über mehrere Standorte verteilten Fachbereiche der Geo- und Umweltwissenschaften zusammengeführt. „Dem Neubau kommt für die Masterplanung ,Campus der Zukunft' der Universität Tübingen eine Schlüsselrolle zu. Ziele dabei sind eine zukunftsfähige Unterbringung mit einer verbesserten Flächennutzung, die Steigerung der energetischen Effizienz und die Reduzierung von Sanierungs- und Bewirtschaftungskosten“, so Splett.&nbsp;</p><p>Die Gebäudehülle hat eine Wärmeschutzqualität entsprechend eines Passivhauses. Die Fassade ist so gestaltet, dass es natürliche Lüftungsmöglichkei-ten und eine bauliche Verschattung gibt. Damit kann weitgehend auf energieintensive Kühlungstechnik verzichtet werden. Notwendige Lüftungsanlagen für Labore und Hörsäle sind mit einer hocheffizienten Wärmerückgewinnung ausgestattet. Das landeseigene Fernheizkraftwerk, das überwiegend mit dem erneuerbaren Energieträger Holzhackschnitzel betrieben wird, versorgt den Neubau mit Wärme. Eine Photovoltaikanlage mit einer Nennleistung von 70 Kilowatt peak auf dem Dach rundet das Energiekonzept ab. Sie erzeugt jedes Jahr rund 75 Megawattstunden klimafreundlichen Strom, der vorrangig für das Gebäude genutzt wird.&nbsp;</p><p>Die Universität Tübingen nutzt das neue Forschungsgebäude bereits seit Ende des vergangenen Jahres. Das Land investierte in das Geo- und Umweltforschungszentrum insgesamt rund 83 Millionen Euro, daran hat sich die Universität&nbsp;Tübingen mit knapp 37 Millionen Euro beteiligt. Die Projektleitung lag beim Amt Tübingen des Landesbetriebs Vermögen und Bau Baden-Württemberg.&nbsp;</p><p class="align-right">Pressemitteilung des Ministeriums für Finanzen</p>]]></content:encoded><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Intern</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61605</guid><pubDate>Thu, 01 Apr 2021 09:18:36 +0200</pubDate><title>Neuer Bioreporter-Ansatz entwickelt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neuer-bioreporter-ansatz-entwickelt-1/</link><description>Neuer Bioreporter-Ansatz erhöht Chancen auf Entdeckung unbekannter bioaktiver Verbindungen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Eine große Herausforderung in der heutigen Naturstoffforschung ist das schnelle Identifizieren und Ausschließen bereits bekannter Substanzen, um Kapazitäten für die Erforschung neuer Wirkstoffe zu schaffen. Für eine rationale Wirkstoffoptimierung ist es notwendig, zeitnah Informationen über die Bioaktivität und Wirkungsweise (“mode of action”: MOA) zu erhalten. So kann man sich früher auf die Isolierung von Verbindungen mit unbekannter Wirkungsweise konzentrieren und die Chancen, eine bisher unbekannte bioaktive Verbindung zu entdecken, sind erhöht.&nbsp;</p><p>Diese Annahme war für die Exzellenzcluster CMFI-Forscherin Heike Brötz-Oesterhelt und ihr Team der Anstoß, ein neues Bioreporter-Set zu entwickeln. Das Team von Stephanie Grond, ebenfalls Forscherin im Exzellenzcluster CMFI, unterstützte die Proof-of-Concept-Studie mit modernster chemischer Analytik. Die Studie wurde maßgeblich vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) finanziert.</p><p>Der neuentwickelte Ansatz generiert MOA-Informationen bereits im Primärscreening für bioaktive Verbindungen eines bestimmten Stammes, ohne dass eine anfängliche Substanzanreicherung oder -aufreinigung erforderlich ist. Die Methode ist kostengünstig, unkompliziert und eignet sich für die direkte Untersuchung von auf Agar gezüchteten Produzentenstämmen. Sie funktioniert entlang der gesamten Aufreinigungspipeline, also mit Kulturüberständen, Extrakten, Fraktionen und Reinsubstanzen.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61575</guid><pubDate>Wed, 31 Mar 2021 09:14:08 +0200</pubDate><title>Forschungsprojekt untersucht die historische Entwicklung der Auenlandschaften </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/forschungsprojekt-untersucht-die-historische-entwicklung-der-auenlandschaften/</link><description>Neues DFG-Schwerpunktprogramm erforscht Interaktion von Gesellschaften und Flussauen – Tübinger Archäologie beteiligt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Tübinger Forschende sind maßgeblich an einem neuen Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) beteiligt: Das Projekt „Auf dem Weg zur Fluvialen Anthroposphäre“ soll analysieren, wie menschliche Gesellschaften und vorindustrielle Auen Mitteleuropas zusammengewirkt haben. Im Zusammenspiel von Archäologie, Geo- und Geschichtswissenschaften soll die Interaktion des Menschen mit seiner Umwelt multidisziplinär und mit innovativen Methoden erforscht werden. Die Universität Leipzig, die Universität Tübingen und die TU Darmstadt entwickelten gemeinsam das Rahmenprogramm, das in der ersten Phase von drei Jahren mit rund 5,5 Millionen Euro finanziert wird, insgesamt ist eine Förderung von sechs Jahren vorgesehen.</p><p>Auen sind besonders dynamische Landschaften und Kernzonen des Kultur- und Naturerbes Europas. Strategien für Landgewinnung und Risikominimierung, zum Beispiel Hochwasserabwehr, haben dafür gesorgt, dass bis zu 95 Prozent der mitteleuropäischen Auen überformt oder zerstört wurden - selbst Auen in einem noch naturnahen Zustand wurden bereits durch menschliche Eingriffe transformiert. Ob und seit wann Menschen auf die Auenentwicklung Einfluss genommen haben, soll im Rahmen des Programms erforscht werden.&nbsp;</p><p>Die Federführung für die erste Phase des Projekts übernimmt Christoph Zielhofer, Professor für Physische Geographie an der Universität Leipzig: „Die Auen sind globale Brennpunkte früher menschlicher Eingriffe und sozioökologischer Mechanismen im Zusammenspiel von Mensch und Natur. Fallstudien zeigen, dass vom Menschen verursachte Veränderungen der Oberflächen und der Umwelt der Auen bereits lange vor der Industrialisierung, nämlich im Mittelalter und der vorindustriellen Neuzeit, begannen. Wir wollen ergründen, wann und warum der Mensch zum kontrollierenden Faktor der Auenentwicklung wurde und wie genau die Wechselwirkung zwischen der menschlichen Gesellschaft und der Natur funktionierte.“&nbsp;</p><p>Als Modellregionen für systematisch vergleichende Analysen dienen die früh transformierten und soziokulturell hochrelevanten Flusssysteme des Rheins, der Elbe und der Donau. „Durch den spezifischen räumlichen und zeitlichen Rahmen versprechen wir uns Rückschlüsse auch auf die Entwicklung weiterer Auenlandschaften Mitteleuropas und damit Erkenntnisse von globaler Relevanz zur Frage, ab wann und in welchem Ausmaß der Mensch potentiell riskant in die Entwicklung der Natur eingegriffen hat. Wir sprechen in diesem Zusammenhang von einer Anthroposphäre“, sagt Lukas Werther, Privatdozent im Fachbereich Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit an der Universität Tübingen, der in der zweiten Projektphase die Federführung des Projektes übernehmen wird.&nbsp;</p><p>An der Universität Tübingen ist das neue Schwerpunktprogramm in verschiedene Forschungsschwerpunkte wie beispielsweise „Wasser, Klima, Energie – Zukunftsthemen der Menschheit“ eingebunden. Die traditionell enge Verknüpfung von Archäologie, Geschichte und Naturwissenschaften in Tübingen bietet hier einen idealen Rahmen. „Ein deutschlandweites Förderprogramm mit Einbindung internationaler Expertise zur Erforschung der natürlichen Auenlandschaften hin zu menschlich stark überprägten Landschaften zu bekommen ist für das gesamte Team phantastisch“, freut sich Natascha Mehler, Professorin für Archäologie des Mittelalters an der Universität Tübingen, die ebenfalls an der Konzeption beteiligt ist.&nbsp;</p><p>Gerrit Jasper Schenk, Professor für Mittelalterliche Geschichte an der TU Darmstadt ergänzt: „Auenlandschaften sind die Wiege unserer Kultur. Ob in Mesopotamien oder am Rhein – Auenlandschaften sind ein Inkubator soziokultureller Entwicklungen und zugleich haben sie die Funktion eines Sensors für die Gefahren, die durch immer dominierendere menschliche Eingriffe entstehen.“&nbsp;</p><p class="align-right"><br> Mitteilung der&nbsp;Abteilung für Archäologie des Mittelalters der Universität Tübingen</p><p><br> Zur Pressemitteilung&nbsp;der DFG:&nbsp;<a href="https://www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2021/pressemitteilung_nr_07/index.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2021/pressemitteilung_nr_07/index.html</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61329</guid><pubDate>Wed, 24 Mar 2021 08:32:01 +0100</pubDate><title>Quantum showdown: Competing methods of solving quantum systems put to the test</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/quantum-showdown-competing-methods-of-solving-quantum-systems-put-to-the-test/</link><description>A many-method study of the Hubbard model demonstrates how the field of computational quantum physics is evolving to be more collaborative</description><content:encoded><![CDATA[<p>Unlocking the complexities of quantum systems containing lots of interacting particles remains one of the most daunting computational challenges ever faced. Scientists have developed many different methods of tackling this problem, but those methods have primarily been developed separately and not directly compared.&nbsp;</p><p>A new study in <em>Physical Review X</em> coauthored by researchers of the Institute of Theoretical Physics of the University of Tübingen shows how well almost all available methods stack up against each other. The testing ground was an infinite grid of interacting electrons called the Hubbard model. The researchers ran each method on the same setup of the model to see how well they captured the system’s physics.</p><p>The friendly competition showed that “surprisingly, there was no one method that rules them all,” says study lead author Thomas Schäfer, head of the Theory of Strongly Correlated Quantum Matter research group at the Max Planck Institute for Solid State Research in Stuttgart. “Some of the methods are better suited for certain properties we want to analyze about the system.”</p><p>The results show the increasing need to use many methods in concert, says study co-author and director of the Center for Computational Quantum Physics (CCQ) at the Flatiron Institute in New York City, Antoine Georges. “Over the last few years, there’s been a culture change in the field,” he says. “We’re trying to incorporate more than one method at a time and establish a dialogue between the methods. CCQ and the Many Electron Collaboration are committed to promoting this culture.”</p><p>In the new paper, the researchers dub this the “multi-method, multi-messenger” approach — using several methods to investigate many different physical properties. This terminology is borrowed from astrophysicists, who ushered in a new multi-messenger era of astronomy in 2017 by observing both light and gravitational waves from the merger of two neutron stars.</p><p>Bringing so many computational methods together is tricky because they are often targeted at different problems. The setup of the Hubbard model used in this work ultimately proved a fair, neutral ground for the tests. “In our community, the Hubbard model is what the fruit fly is to biology,” says Schäfer.</p><p>The Hubbard model is deceptively simple. The two-dimensional variant used in the study is essentially an infinitely large checkerboard. Each space on the board is a site that electrons can inhabit. Electrons can hop from their current site to an adjacent one. Each electron can have an up or down spin, and two electrons can share a site if they have opposite spins. In the researchers’ setup, there were as many electrons as there were spaces on the board.</p><p>In the model, electrons only interact when sharing a site. In quantum mechanics, though, those short-range interactions can have far-reaching, long-lasting effects. When two particles interact, they become quantum mechanically entangled with one another. Even when they venture off to different sites, they can’t be treated separately.</p><p>"In this case if an electron hops to a neighboring site it will quite likely encounter another electron and will be penalized by interacting with it. The balance between the tendency of an electron to hop to an adjacent site and the price it needs to pay for it is what makes the Hubbard model so interesting," says Sabine Andergassen, one of the co-authors from the University of Tübingen.</p><p>The system’s temperature acts like a knob that controls just how ‘quantum’ the system is. Heat fluctuations break quantum connections. At high temperatures, the system behaves as expected in classical physics (an easier regime to calculate). As the temperature drops, the system becomes more quantum mechanically ensnared and therefore harder to compute. At temperatures near absolute zero, even the best computational methods struggle.</p><p>The researchers needed a definitive baseline to determine how accurately the various methods reproduced the system’s physics. They set up the model in such a way that two approaches based on the Monte Carlo method could yield exact solutions. The Monte Carlo method, named for the Mediterranean casino, uses random sampling to compute an answer to a problem. The two Monte Carlo methods approached the problem in very different ways but yielded the same answers. That agreement gave the researchers confidence that they had a reliable benchmark for the other methods.</p><p>The methods evaluated included the two Monte Carlo approaches, static mean-field theory, dynamical mean-field theory, cluster extensions of dynamical mean-field theory, vertex-based extensions of dynamical mean-field theory, and many more.</p><p>One of the most significant tests for the various methods involved capturing the Hubbard model’s behavior as the temperature dropped. At high temperatures, heat fluctuations break down quantum entanglements, and electrons move every way. In the new study, the researchers describe this phase as an “incoherent soup.” As the temperature drops, quantum effects grow, and the system becomes a metal. As the temperature drops lower still, quasi-ordered patches appear in the system. To a passing electron, these patches seem like one giant particle. Electrons scatter off these obstacles in such a way that, when the temperature approaches absolute zero, the patches inhibit electron movement so severely that the system becomes an insulator.</p><p>In addition to examining performance in these different regimes, the researchers also evaluated how well the methods predicted how many sites housed two electrons, how susceptible the system would be to an external magnetic field, and the size of the quasi-ordered patches.</p><p>The study revealed some new information about the Hubbard model, including the nature of the regime changes and the behavior of the quasi-ordered patches. Despite the model’s simplicity, it provides useful information about real-world systems, such as certain superconductors and lattices of ultra-cold gas.</p><p>The more significant takeaway, Schäfer says, was that the various methods could be used in tandem for better results. Each of the tested methods had strengths and weaknesses, and there was no standout winner. Some methods did better with a given property or in a different temperature regime. Two complementary methods could make up for each other’s weaknesses or confirm a given result.</p><p>“We can say what are the methods that are accurate in a given regime,” Georges says. “Our paper offers a clear road map of which methods to pick for which regimes.”</p><p>The study itself is a testament to the field’s shift toward larger collaborations combining many methods, Georges says. The paper has 26 authors, including experts in many of the methods tested. That’s unusual for a computational quantum physics study, he says, and he credits Schäfer for bringing the project together.</p><p>“There’s a human adventure behind this paper,” Georges says. “Large collaborative teams will help push our knowledge of the field and make quantum condensed matter less individualistic.”</p><p class="align-right"><em>Press release by the Center for Computational Quantum Physics</em></p><h3>Original publication</h3><p><a href="https://journals.aps.org/prx/abstract/10.1103/PhysRevX.11.011058" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Tracking the Footprints of Spin Fluctuations: A Multi-Method, Multi-Messenger Study of the Two-Dimensional Hubbard Model</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61278</guid><pubDate>Mon, 22 Mar 2021 16:25:12 +0100</pubDate><title>Sedimente als Nährstoff-Vermittler in arktischen Fjorden</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/sedimente-als-naehrstoff-vermittler-in-arktischen-fjorden/</link><description>Studie des GEOMAR und der Universität Tübingen zeigt komplexes Wechselspiel zwischen Gletschern und dem Meeresboden</description><content:encoded><![CDATA[<p>Gletscher, die an arktischen Küsten bis ins Wasser reichen, gelten als wichtige Nährstoffquelle für Phytoplankton in der Region. Im Zuge des Klimawandels ziehen sich aber viele Gletscher aufs Land zurück. Wird dadurch auch die Nährstoffzufuhr für den Ozean geringer? Eine neue Studie unter Leitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel und Beteiligung der Universität Tübingen, die in der internationalen Fachzeitschrift <em>Nature Communications</em> veröffentlicht wurde, zeigt, dass der Zusammenhang deutlich komplexer ist als bisher vermutet. Der Meeresboden vor den Gletschern spielt eine wichtige Vermittlerrolle.</p><p>Algen und andere Fotosynthese treibende Organismen im Meer sind zwar oft winzig, sie spielen aber eine große Rolle im Klimasystem der Erde. Sie binden gewaltige Mengen an Kohlenstoff und produzieren dabei rund die Hälfte des Sauerstoffs in der Atmosphäre. Um zu gedeihen, benötigt dieses sogenannte Phytoplankton neben Licht und Kohlenstoff auch Nährstoffe. Einer davon ist Eisen, das im Ozean allgemein selten ist. Im Umkehrschluss bedeutet das: Existiert irgendwo eine Eisenquelle, kann sich auch das Phytoplankton gut vermehren.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61272</guid><pubDate>Mon, 22 Mar 2021 13:43:31 +0100</pubDate><title>Text oder Bild – wie werden Bilderbibeln gelesen?</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/text-oder-bild-wie-werden-bilderbibeln-gelesen/</link><description>Studie untersucht per Eye-Tracking, wie Leser Bild-Text-Kombinationen aus dem 16. Jahrhundert betrachten und analysieren</description><content:encoded><![CDATA[<p>Im 16. Jahrhundert erreichten künstlerische Gattungen eine große Blüte, die gezielt Bild und Text verbanden. Dabei erlebte das gedruckte, illustrierte Buch einen künstlerischen Höhepunkt. Eine wichtige Klasse solcher Bücher waren Bilderbibeln - die volkssprachlichen Ausgaben zeigten Darstellungen des Alten und Neuen Testaments mit kurzen Begleittexten (Latein oder Altdeutsch).</p><p>Eine wichtige Frage der Kunstgeschichte an diese Bild-Text-Kombinationen stellt sich dahingehend, die Bedeutung und den Nutzen der Begleittexte bei der Rezeption von Bilderbibeln zu charakterisieren. Dieser Frage sind Gregor Hardiess, Neurobiologe an der Universität Tübingen, und Caecilie Weissert, Kunsthistorikerin an der Universität Stuttgart, in einer Studie nachgegangen. Das Forschungsteam untersuchte mithilfe eines Eye-Tracking-Systems, ob und wann solche Texte beim Betrachten angeschaut werden und&nbsp;ob dies als Lesevorgang interpretiert werden kann. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Journal of Eye Movement Research veröffentlicht.</p><p>Im Zentrum der Untersuchungen stand die Frage, ob Text-Bild-Interaktionen mittels Augenbewegungsmuster gefunden werden und ob diese hinsichtlich des Verständnisses der Bildinhalte der Bibeln interpretiert werden können. Dafür präsentierte das Team Probandinnen und Probanden verschiedene Bilder aus einer Bilderbibel auf dem Bildschirm. Während diese die Bilder betrachteten, wurden Augenbewegungen mit dem Eye-Tracker registriert und analysiert.&nbsp;</p><p>Wie die Ergebnisse zeigen, lasen die Probanden die Texte sehr früh im Prozess der Bildbetrachtung. Danach nutzten sie systematisch die im Text benannten Figuren, Objekte und deren Relationen, um gezielt die relevanten Bereiche des Bildes anzuschauen, die dem Aufbau der Bibelszene dienten.&nbsp;</p><p>Die Studie verweist auf die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Kognitionswissenschaft und Kunstgeschichte resultierend in einer empirischen Arbeit und stellt interessante Fragen bezüglich&nbsp;des Rezeptionsverhaltens von Kunst für zukünftige Projekte.</p><p class="align-right">Gregor Hardiess&nbsp;</p><p>Publikation: G. Hardiess, C. Weissert: Interaction between image and text. Journal of Eye Movement Research, DOI: <a href="https://doi.org/10.16910/jemr.13.2.14" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.16910/jemr.13.2.14</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61053</guid><pubDate>Tue, 16 Mar 2021 10:25:02 +0100</pubDate><title>Skispringen: Athleten aus dem eigenen Land besser bewertet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/skispringen-athleten-aus-dem-eigenen-land-besser-bewertet/</link><description>Studie aus der Sportwissenschaft zeigt, dass selbst professionelle Punktrichter voreingenommen urteilen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Punktrichter im Skispringen bevorzugen die Athleten aus dem eigenen Land. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von <a href="/fakultaeten/wirtschafts-und-sozialwissenschaftliche-fakultaet/faecher/fachbereich-sozialwissenschaften/sportwissenschaft/institut/arbeitsbereiche/sportoekonomik-sportmanagement-und-sportpublizistik/team/dr-felix-otto/">Felix Otto</a>, <a href="/fakultaeten/wirtschafts-und-sozialwissenschaftliche-fakultaet/faecher/fachbereich-sozialwissenschaften/sportwissenschaft/institut/arbeitsbereiche/sportoekonomik-sportmanagement-und-sportpublizistik/team/prof-dr-tim-pawlowski/">Professor Tim Pawlowski</a> (beide <a href="/fakultaeten/wirtschafts-und-sozialwissenschaftliche-fakultaet/faecher/fachbereich-sozialwissenschaften/sportwissenschaft/institut/arbeitsbereiche/sportoekonomik-sportmanagement-und-sportpublizistik/">Sportökonomik</a> an der Universität Tübingen) und <a href="https://www.himolde.no/personer/os/vit/alkr/index.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Professor Alex Krumer</a> (Molde University College). Die Ergebnisse erscheinen in Kürze im <em>Scandinavian Journal of Economics</em>, <a href="https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/wirtschafts-und-sozialwissenschaftliche-fakultaet/faecher/fachbereich-sozialwissenschaften/sportwissenschaft/institut/arbeitsbereiche/sportoekonomik-sportmanagement-und-sportpublizistik/details/article/internationale-presse-berichtet-ueber-studie-zum-skispringen/" target="_blank" class="internal-link">Medien aus verschiedenen Ländern</a> haben bereits berichtet.&nbsp;</p><p>Die Beurteilung durch Punktrichter aus verschiedenen Nationen ist Teil der Bewertung in Skisprung-Wettbewerben. Dass hier nicht immer objektiv geurteilt wird, zeigen die Sportökonomen nun in ihrer Untersuchung. Dafür haben die Wissenschaftler mehr als 15.000 Sprünge aus Weltcups, Nordischen Skiweltmeisterschaften und Olympischen Spielen zwischen 2010 und 2017 ausgewertet. Ihre Ergebnisse zeigen, dass die Punkrichter den Athleten aus dem eigenen Land systematisch mehr Punkte geben. Damit bestätigen sie die Ergebnisse einer amerikanischen Studie aus dem Jahr 2006.</p><h3>Publikation:</h3><p>Krumer, Alex; Otto, Felix &amp; Pawlowski, Tim (2021). Nationalistic bias among international experts: Evidence from professional ski jumping. <em><a href="https://onlinelibrary.wiley.com/page/journal/14679442/homepage/productinformation.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Scandinavian Journal of Economics</a></em></p><h3>Kontakt:</h3><p>Felix Otto<br> Universität Tübingen&nbsp;<br> Sportökonomik, Sportmanagement und Sportpublizistik<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;Telefon: +49 7071 29 76545<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,hgnkz0qvvqBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">felix.otto<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p><p>Prof. Dr. Tim Pawlowski<br> Universität Tübingen&nbsp;<br> Sportökonomik, Sportmanagement und Sportpublizistik<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;Telefon: +49 7071 29 76544<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,vko0rcynqyumkBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">tim.pawlowski<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-60726</guid><pubDate>Wed, 10 Mar 2021 12:07:11 +0100</pubDate><title>Tübingen wird Standort des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebingen-wird-standort-des-deutschen-zentrums-fuer-psychische-gesundheit/</link><description>Optimale Forschungsbedingungen zu schaffen, um Volkskrankheiten zu bekämpfen, ist ein zentrales Anliegen der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung. Mit ihrer Bewerbung als Standort des neuen Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit konnten die Wissenschaftler des Zentrums für Psychische Gesundheit am Universitätsklinikum und der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen zusammen mit weiteren Tübinger Kooperationspartnern die Ausschreibung für sich entscheiden. Dies gab Bundesforschungsministerin Anja Karliczek heute in einer Pressekonferenz bekannt.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professor Michael Bamberg, Leitender Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Tübinger Universitätsklinikums gratuliert zu dem großartigen Erfolg: „Die Bewerbung besticht durch ihre Orientierung am einzelnen psychisch erkrankten Menschen. Der Nutzen für diese Patientinnen und Patienten ist direkt erkennbar.“&nbsp;</p><p>Der Antrag des Tübinger Zentrums für Psychische Gesundheit fußt auf drei Pfeiler: Mithilfe von Neuromodulationsverfahren wie der nichtinvasiven Hirnstimulation und dem Neurofeedback sollen sich Hirnfunktionsstörungen normalisieren, die psychischen Erkrankungen zugrunde liegen. Der zweite Schwerpunkt widmet sich der innovativen Weiterentwicklung von psychotherapeutischen Verfahren. Dies kann zum Beispiel durch eine Ergänzung um digitale Komponenten, Trainingsprogramme oder virtuelle Realität geschehen. Für diese beiden therapeutischen Felder ist ein besseres Verständnis der den psychischen Erkrankungen zugrunde liegenden Hirnfunktionsstörungen erforderlich. Dafür müssen komplexeste Daten aus ganz verschiedenen Bereichen wie der klinischen Datenerhebung, der Hirnbildgebung und der Genetik zusammengeführt werden. Dies ist Inhalt der rechnergestützten Psychiatrie, der dritten Forschungssäule des Tübinger Antrags.</p><p>„Das Zusammenspiel von Neuromodulation, verstärkter Psychotherapie und rechnergestützter Psychiatrie bildet die Grundlage für eine verbesserte Behandlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen“, erläutert Professor Andreas Fallgatter die überzeugende Tübinger Strategie. „Dies können beispielsweise Depressionen, Psychosen, Sucht- und Angsterkrankungen, Essstörungen und Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) sein“, fügt der Koordinator des Tübinger Zentrums hinzu. Insbesondere geht es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern darum, die verschiedensten zur Verfügung stehenden und neu zu entwickelnden Behandlungen im Bereich der Psychotherapien, aber auch im Bereich der biologischen Behandlungsverfahren, der medikamentösen Ansätze und der psychosozialen Therapien zielgenau im Sinne der personalisierten Behandlung auf einen einzelnen erkrankten Menschen anzupassen. Damit sollen die Therapien wirksamer gemacht und die Dauer von Behandlungen verkürzt werden.&nbsp;</p><p>„Gute Zusammenarbeit und Synergieeffekte mit den bereits bestehenden Gesundheitszentren in den Bereichen Demenz, Krebs, Diabetes und Infektionskrankheiten werden dazu beitragen, die Forschung zu und die Behandlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Tübingen auf einem internationalen Spitzenniveau zu halten“, ist sich Professor Bernd Pichler, Dekan der Medizinischen Fakultät sicher. In Tübingen sind bereits vier der sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung etabliert.&nbsp;</p><p>Das Zentrum für Psychische Gesundheit am Universitätsklinikum Tübingen ist ein Zusammenschluss der Abteilung Allgemeine Psychiatrie und Psychotherapie, der &nbsp;Abteilung Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter, der Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und dem Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie der Universität Tübingen. Es hat sich in enger Zusammenarbeit mit Partnern aus der Psychologie, dem Tübinger Neurocampus, dem Hector-Institut für Bildungswissenschaften, der LEAD-Graduiertenschule und Forschungsnetzwerk, dem Leibniz-Institut für Wissensmedien, den Max-Planck-Instituten für Biologische Kybernetik und Intelligente Systeme, dem Exzellenzcluster Maschinelles Lernen, dem Cyber-Valley sowie weiteren Experten erfolgreich in der Ausschreibung für ein Deutsches Zentrum für Psychische Gesundheit beworben.</p><p class="align-right">Pressemitteilung des Universitätsklinikums Tübingen (UKT)</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-60489</guid><pubDate>Thu, 04 Mar 2021 12:39:57 +0100</pubDate><title>Karliczek: Mit der Verstetigung der KI-Kompetenzzentren gehen wir den nächsten großen Schritt hin zur KI-Nation</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/karliczek-mit-der-verstetigung-der-ki-kompetenzzentren-gehen-wir-den-naechsten-grossen-schritt-hin-zur-ki-nation/</link><description>Bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr für Auf- und Ausbau der deutschen KI-Kompetenzzentren – Auch Universität Tübingen profitiert</description><content:encoded><![CDATA[<p>Mit der Unterschrift von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek tritt nun die Verwaltungsvereinbarung zur institutionellen Förderung der Kompetenzzentren für Künstliche Intelligenz (KI-Kompetenzzentren) in Kraft, darunter auch das Tübingen AI Center - Competence Center for Machine Learning an der Universität Tübingen. Ab 2022 werden die Bundesregierung und die beteiligten Länder (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Sachsen) die fünf KI-Kompetenzzentren an Hochschulen gemeinsam mit bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr institutionell fördern. Hierzu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:</p><p>"Ich freue mich, dass wir mit der Verstetigung der Kompetenzzentren für Künstliche Intelligenz jetzt den nächsten großen Schritt in Richtung einer international sichtbaren KI-Nation gehen. Mit der langfristigen Förderung des Bundes und der beteiligten Länder ermöglichen wir es den KI-Kompetenzzentren, attraktive Arbeitsbedingungen anzubieten und im Wettbewerb um die besten KI-Fachkräfte der Welt ganz vorne mitspielen zu können. Für den Wirtschafts- und Innovationsstandort Deutschland verspreche ich mir hiervon eine erhebliche Steigerung der Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit. Mir ist wichtig, dass wir auf technologischen Schlüsselgebieten wie der Künstlichen Intelligenz auf Dauer in der Weltspitze mithalten können. Dafür müssen wir in Deutschland und der Europäischen Union unsere technologische Souveränität stärken. Wir müssen in der Lage sein, Schlüsseltechnologien ‚Made in Europe' zu entwickeln, herzustellen und weltweit zu verkaufen."</p><h3>Hintergrund:</h3><p>Die Intensivierung der Forschung zur Künstlichen Intelligenz legt die Grundlage für den verantwortungsvollen Einsatz dieser Schlüsseltechnologie in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Das Forschungsnetzwerk aus KI-Kompetenzzentren ist ein wichtiger Baustein zur Umsetzung der deutschen KI-Strategie.</p><p>Die KI-Kompetenzzentren haben ihren Ursprung in den Förderprogrammen zu Big Data und Maschinelles Lernen des BMBF. Die Bekanntmachung zur Förderung von Kompetenzzentren für den intelligenten Umgang mit großen Datenmengen (Big Data) vom 20. Februar 2013 legte den Grundstein für die Förderung zweier Big-Data-Kompetenzzentren: Berlin Big Data Center (BBDC; heute Teil des BIFOLD) und Competence Center for Scalable Data Services and Solutions (ScaDS) Dresden/Leipzig.</p><p>Mit der Richtlinie zur Förderung von Kompetenzzentren zur automatisierten Analyse von Daten mittels Maschinellen Lernens im Jahr 2017 wurden vier Kompetenzzentren ausgewählt: Munich Center for Machine Learning (MCML), das Berliner Zentrum für Maschinelles Lernen (BZML; heute Teil des BIFOLD), das Kompetenzzentrum Maschinelles Lernen Rhein-Ruhr (ML2R) und das Tübingen AI Center (Tue.AI).</p><p>Nach der Evaluation und mit Umwandlung der Big-Data-Kompetenzzentren und der Kompetenzzentren für Maschinelles Lernen zu KI-Kompetenzzentren wurde im Jahr 2019 der Grundstein für den Auf- und Ausbau von KI-Leuchttürmen mit internationaler Strahlkraft gelegt. Mit der zustimmenden Kenntnisnahme aller Länder und des Bundes auf der Sitzung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz am 13. November 2020 wurde der Weg geebnet für die Unterzeichnung der Verwaltungsvereinbarung zur Verstetigung der KI-Kompetenzzentren, die die Schaffung von optimalen Rahmenbedingungen und Planungssicherheit ermöglicht. Dieser Entwicklungsschritt trägt zur Zielerreichung der Bundesregierung bei, Deutschland zu einem weltweit führenden Standort für die Erforschung, Entwicklung und Anwendung von KI zu machen.</p><p>Die fünf KI-Kompetenzzentren an Hochschulen (BIFOLD - Berlin Institute for the Foundations of Learning and Data, Tübingen AI Center - Competence Center for Machine Learning, MCML - Munich Center for Machine Learning, &nbsp;ML2R - Kompetenzzentrum Maschinelles Lernen Rhein-Ruhr und ScaDS - Competence Center for Scalable Data Services and Solutions Dresden/Leipzig) werden ihre Forschung an den großen Herausforderungen für Gesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Staat ausrichten. Zusammen mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), welches ebenfalls weiterentwickelt werden soll, werden sie sich inhaltlich ergänzen. Ziel soll es sein, im Verbund möglichst die gesamte thematische und methodische Breite der KI-Forschung und Lehre in höchster Qualität abzudecken.</p><p>Die Verwaltungsvereinbarung zur Förderung der KI-Kompetenzzentren haben der Bund und die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Sachsen auf Grundlage von Art. 91b Absatz 1 Grundgesetz geschlossen. Der Bund stellt ab 2022 jährlich insgesamt bis zu 50 Millionen Euro zur Verfügung. Die Sitzländer haben sich verpflichtet, ihre jeweiligen KI-Kompetenzzentren in gleicher Höhe zu fördern. Die bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr sollen für den Auf- und Ausbau der fünf KI-Kompetenzzentren verwendet werden. Vor Beginn der Förderung und nach sieben Jahren Laufzeit werden die KI-Kompetenzzentren durch ein internationales und hochrangig besetztes Expertengremium evaluiert.</p><p class="align-right"><em>Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung</em></p><h3>Weitere Informationen:</h3><p><a href="https://tue.ai" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Tübingen AI Center - Competence Center for Machine Learning</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-60168</guid><pubDate>Wed, 24 Feb 2021 09:25:42 +0100</pubDate><title>SFB 1070 ResourceCultures: Interdisciplinary DFG Network on ‘Insular Dynamics’ is Founded</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/sfb-1070-resourcecultures-interdisciplinary-dfg-network-on-insular-dynamics-is-founded/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Laura Dierksmeier and Frerich Schön, both members of SFB 1070 ResourceCultures at the University of Tübingen, were recently granted funding for the DFG Network entitled ‘Insular Dynamics: Interdisciplinary Approaches to Island Exchanges, Environments, and Perceptions’. It involves 15 researchers and six guest speakers from nine different countries. The network corresponds with the DFG funding goal to promote early career researchers and sponsor innovative research fields that are distinguished by their interdisciplinary as well as international approach.</p><p>The young field of island studies, to which the network aims to contribute, has gained importance on an international level over the past two decades. In Germany, however, it has still little represention up to present. Studying islands between geographical isolation and cultural connectivity can contribute to current debates in and beyond academia. Island studies provide insight into a long history of migrations and adaptations to climate and environmental changes, as well as the spread of ideas, technology, and also epidemics. Due to their locations along transregional trade routes, island communities reveal practices of exchange, social integration, and intercultural communication. Islands can also be places where old customs, laws, or languages have been preserved. Thus, islands can be studied as both models for the future and as depositories of the past.</p><p>Within the network are researchers from the disciplines of history, archaeology, anthropology, digital humanities, geography, literary studies, and philology. Through the integration of leading experts in the field, such as Godfrey Baldacchino from the University of Malta, the members of the network are able to learn from established island studies departments whilst connecting to current international debates. To implement their goal to serve as a multiplication platform for island research, the network plans to hold three meetings in Tübingen, Hamburg, and Malta and to organize a panel for the 2022 conference of the International Small Island Studies Association. The network aims to publish results on three thematic clusters: exchanges, environments, and perceptions, topics with also present-day relevance.&nbsp;</p><p class="align-right">SFB 1070 ResourceCultures</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-59922</guid><pubDate>Fri, 19 Feb 2021 15:38:26 +0100</pubDate><title>Treibstoff frühesten Lebens – organische Moleküle in 3,5 Milliarden Jahre alten Gesteinen nachgewiesen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/treibstoff-fruehesten-lebens-organische-molekuele-in-35-milliarden-jahre-alten-gesteinen-nachgewiesen/</link><description>Tübinger Geobiologe beteiligt: Projekt weist erstmals organische Moleküle in archaischen Fluideinschlüssen nach – vermutlich dienten diese als Nährstoffe frühen Lebens auf der Erde</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein Forschungsteam, dem auch der Tübinger Geobiologe Dr. Jan-Peter Duda angehört, hat organische Moleküle und Gase nachgewiesen, die in 3,5 Milliarden Jahre alten Gesteinen eingeschlossen sind. Eine weit verbreitete Hypothese besagt, dass frühestes Leben kleine organische Moleküle als Baustoffe und Energiequellen nutzte. Jedoch konnte die Existenz solcher Bestandteile in frühen Lebensräumen auf der Erde bisher nicht belegt werden. Die aktuelle Studie, die im Fachjournal „Nature Communications“ veröffentlicht wurde, zeigt nun, dass Lösungen aus archaischen hydrothermalen Quellen essentielle Bestandteile enthielten, die eine Grundlage für das früheste Leben auf unserem Planeten bildeten.</p><p>Die Wissenschaftler untersuchten hierfür etwa 3,5 Milliarden Jahre alte Baryte aus der Dresser Formation in Westaustralien. Damit stammt der Baryt aus einer Zeit, in der sich frühes Leben auf der Erde entwickelte. „Die Baryte liegen im Gelände in direktem Kontakt zu versteinerten mikrobiellen Matten vor und riechen nach faulen Eiern, wenn man sie spaltet. Somit hatten wir den Verdacht, dass sie organischen Inhalt aufweisen, der etwas mit der Ansiedlung mikrobiellen Lebens zu tun gehabt haben könnte“, sagt Dr. Helge Mißbach vom Institut für Geologie und Mineralogie der Universität Köln und Erstautor der Studie.&nbsp;</p><p>In den enthaltenen Flüssigkeitseinschlüssen identifizierte das Team neben Gasen wie Kohlenstoffdioxid und Schwefelwasserstoff auch organische Verbindungen wie etwa Essigsäure und Methanthiol. Diese Verbindungen könnten wichtige Substrate für Stoffwechselprozesse frühen mikrobiellen Lebens gewesen sein. Zudem wird vermutet, dass sie eine wichtige Rolle bei der Entstehung des Lebens auf der Erde gespielt haben. „Der unmittelbare Zusammenhang zwischen aus dem Untergrund hervorquellenden primordialen Molekülen und mikrobiellen Organismen – 3,5 Milliarden Jahre vor heute – hat uns überrascht. Dieser Fund trägt entscheidend zu unserem Verständnis der noch immer unklaren frühesten Entstehungsgeschichte des Lebens bei“, so Mißbach.</p><p>Die Studie ist auch Ergebnis mehrerer von Jan-Peter Duda geleiteter Projekte, die im Rahmen des Schwerpunktprogramms 1833 „Building a Habitable Earth“ von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wurden und die jetzt ihre Fortsetzung in seiner Emmy Noether Nachwuchsgruppe an der Universität Tübingen finden.</p><p class="align-right"><a href="https://portal.uni-koeln.de/universitaet/aktuell/presseinformationen/detail/treibstoff-fruehesten-lebens-organische-molekuele-in-35-milliarden-jahre-alten-gesteinen-nachgewiesen" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Pressemitteilung der Universität Köln</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-59794</guid><pubDate>Tue, 16 Feb 2021 11:45:14 +0100</pubDate><title>In vitro Veritas</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/in-vitro-veritas/</link><description>Organ-on-a-Chip-Testsysteme für die Entwicklung neuartiger Krebstherapien</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der klassische Weg der Medikamentenentwicklung führt meist nicht am Tiermodell vorbei. Dabei erschwert die begrenzte Übertragbarkeit der Ergebnisse oft die Suche nach geeigneten Wirkstoffen. Denn entweder werden diese aufgrund von Nebenwirkungen zu früh ausgeschlossen, oder aber sie zeigen im Menschen nicht die erhoffte Wirkung. Es wird an In-vitro-Testsystemen, basierend auf humanen Zellen und Geweben gearbeitet, um diese Vorhersagekraft zu verbessern. Daher entwickelt das NMI in Reutlingen künftig, gemeinsam mit akademischen und industriellen Partnern, ein Testsystem, das Tumor und Immunsystem simuliert.</p><h3>Herausforderung – Krebstherapie</h3><p>Krebs gilt weltweit als eine der häufigsten Todesursachen. Obwohl Forschende immerzu neue Therapieansätze entwickeln, schaffen es nur halb so viele Wirkstoffkandidaten bis zum Patienten wie dies bei Medikamenten der Fall ist, die der Behandlung anderer Krankheiten dienen. Das liegt vor allem daran, dass die Arzneimittel zuerst im Tiermodell getestet werden, sich die Immunsysteme unterschiedlicher Spezies jedoch stark voneinander unterscheiden. Dabei spielen gerade Immuntherapeutika eine zunehmende Rolle bei der Behandlung von Krebserkrankungen.</p><h3>Interdisziplinäre Suche nach dem passenden In-vitro-Testsystem</h3><p>Der Einfluss des Immunsystems ist einer der Gründe, aus denen sich das NMI, gemeinsam mit der Universität Tübingen und den Unternehmen Miltenyi Biotec B.V. &amp; Co. KG und LaVision BioTec GmbH, der Entwicklung eines In-vitro-Testsystems widmet, das Tumore und deren Interaktion mit dem umliegenden Gewebe besser abbildet. Bei dem zu entwickelnden Modell handelt es sich um einen Multi-Organ-Chip, wobei man unter Organ-on-Chip-Technologien generell In-vitro-Testsysteme versteht, die menschliche Gewebe in mikrofluidische Chips integrieren und Miniorgane imitieren. Werden mehrere dieser Chips mit verschiedenen Gewebetypen miteinander verbunden, lässt sich die Interaktion zwischen den Geweben und Zellen, beispielsweise Tumor und Immunzellen, untersuchen. „Gerade für die Entwicklung von Immuntherapien ist die Möglichkeit, humane Gewebe und&nbsp;Immunzellen zu integrieren, von entscheidender Bedeutung“, erklärt Jun.-Prof. Dr. Peter Loskill, Leiter des μOrgano Labors an der Universität Tübingen, „denn indem wir die Interaktion von Tumor und Immunsystem beobachten können, diese Einheiten also nicht länger getrennt voneinander betrachten, steigt auch die Chance, wirksame Therapeutika zu identifizieren.“ Auch das Problem der Übertragbarkeit von Ergebnissen von einer Spezies auf eine andere soll der neue Ansatz lösen.</p><h3>Ziel: Entwicklung eines Multi-Organ-Chips</h3><p>Das neue Organ-on-a-Chip-Testsystem soll dabei nicht nur ein Lymphknotenmodell mit Tumormodellen verbinden, auch die direkte Umgebung des Tumors wird auf dem Chip nachgebildet werden. Außerdem soll die Plattform dahingehend optimiert werden, dass die Immunzellen frei zirkulieren können. Eine Beobachtung dieser Vorgänge mittels nicht-invasiver Bildgebung soll darüber hinaus möglich werden. Bei der Umsetzung dieses Vorhabens greifen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch auf Erkenntnisse vorhergehender Forschungsprojekte zurück. „Am NMI befasst sich eine ganze Forschungsgruppe mit aus Patientengewebe abgeleiteten Mikrotumoren. Das sind dreidimensionale Gewebestücke, die sowohl aus Tumorzellen, als auch aus Bestandteilen des angrenzenden Gewebes wie extrazelluläre Matrixproteine bestehen“ erklärt Prof. Dr. Katja SchenkeLayland, Direktorin des NMI. „Kombiniert mit dem Wissen der Projektpartner, kann die Entwicklung des Multi-Organ-Chips gelingen und die Entwicklung innovativer Krebstherapien entscheidend vorangetrieben werden.“</p><p>Gefördert wird das Projekt durch das HOPE-Programm von Wellcome Leap über die Dauer von drei<br> Jahren mit insgesamt 3,434 Millionen US Dollar.</p><p><strong>Über das NMI</strong></p><p>Das NMI Naturwissenschaftliche und Medizinische Institut an der Universität Tübingen ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung und betreibt anwendungsorientierte Forschung an der Schnittstelle von Bio- und Materialwissenschaften. Es verfügt über ein einmaliges, interdisziplinäres Kompetenzspektrum für F&amp;E- sowie Dienstleistungsangebote für regional und international tätige Unternehmen. Dabei richtet sich das Institut gleichermaßen an die Gesundheitswirtschaft sowie Industriebranchen mit werkstofftechnischen und qualitätsorientierten Fragestellungen wie Fahrzeug-, Maschinen und Werkzeugbau.</p><p>Das Forschungsinstitut gliedert sich in drei Geschäftsbereiche, die durch ein gemeinsames Leitbild<br> miteinander verbunden sind: Die Suche nach technischen Lösungen erfolgt stets nach höchsten&nbsp;wissenschaftlichen Standards. Im Geschäftsfeld Pharma und Biotech unterstützt das NMI die<br> Entwicklung neuer Medikamente mit biochemischen, molekular- und zellbiologischen Methoden. Der Bereich Biomedizin und Materialwissenschaften erforscht und entwickelt Zukunftstechnologien wie die personalisierte Medizin und Mikromedizin für neue diagnostische und therapeutische Ansätze. Im Fokus des Dienstleistungsangebotes steht für Kunden die Strukturierung und Funktionalisierung von Werkstoffen und deren Oberflächen. Im Geschäftsfeld Analytik und Elektronenmikroskopie werden<br> analytische Fragestellungen beantwortet.</p><p>Über die Landesgrenzen hinaus ist das NMI für sein Inkubatorkonzept für Existenzgründer mit biound materialwissenschaftlichem Hintergrund bekannt.<br><a href="http://www.nmi.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.nmi.de</a></p><p>Das NMI Naturwissenschaftliche und Medizinische Institut an der Universität Tübingen wird vom<br> Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg unterstützt und<br> ist Mitglied der Innovationsallianz Baden-Württemberg, einem Zusammenschluss von 13<br> außeruniversitären und wirtschaftsnahen Forschungsinstituten.<br><a href="http://www.innbw.de " target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.innbw.de&nbsp;</a></p><p class="align-right"><em>Pressemitteilung des Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Instituts, An-Institut der Universität Tübingen</em></p><h3>Pressekontakte</h3><p>Sarah Link<br> Presse- und Öffentlichkeitsarbeit<br> NMI Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut<br> an der Universität Tübingen<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;Tel.: +49 7121 51530-842<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,rtguugBpok0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">presse<span style="display:none">spam prevention</span>@nmi.de</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-59743</guid><pubDate>Fri, 12 Feb 2021 10:31:07 +0100</pubDate><title>Fachinformationsdienst Theologie etabliert sich als unverzichtbares Forschungsinstrument</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/fachinformationsdienst-theologie-etabliert-sich-als-unverzichtbares-forschungsinstrument/</link><description>DFG fördert „Index Theologicus“ mit 2,75 Millionen – Schwerpunkt liegt auf Open Access und internationaler Bibliographie</description><content:encoded><![CDATA[<ul><li><a href="https://uni-tuebingen.de/securedl/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE3NzkzMzA1MDUsImV4cCI6MTc3OTQyMDUwNSwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW4vVW5pX1R1ZWJpbmdlbi9BbGxnZW1laW4vQmlsZGVyL2F0dGVtcHRvX29ubGluZS9Gb3JzY2h1bmcvMjAyMS8yMDIxMDIxMl9QTV9GSURfVGhlb2xvZ2llX21pdExvZ29fZW4ucGRmIiwicGFnZSI6NjE3MTR9.e1WOeYjFYm20W1Ijnf8hqI0SPJ9p-VUPCYhShoD_CWg/20210212_PM_FID_Theologie_mitLogo_en.pdf" class="download">english version</a></li><li><a href="https://uni-tuebingen.de/securedl/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE3NzkzMzA1MDUsImV4cCI6MTc3OTQyMDUwNSwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW4vVW5pX1R1ZWJpbmdlbi9BbGxnZW1laW4vQmlsZGVyL2F0dGVtcHRvX29ubGluZS9Gb3JzY2h1bmcvMjAyMS8yMDIxMDIxMl9QTV9GSURfVGhlb2xvZ2llX21pdExvZ29fZnIucGRmIiwicGFnZSI6NjE3MTR9.7bBg5fe3iROt56HtU57hDQutNV2s7_SdqH99ptQzdx0/20210212_PM_FID_Theologie_mitLogo_fr.pdf" class="download">version française</a></li><li><a href="https://uni-tuebingen.de/securedl/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE3NzkzMzA1MDUsImV4cCI6MTc3OTQyMDUwNSwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW4vVW5pX1R1ZWJpbmdlbi9BbGxnZW1laW4vQmlsZGVyL2F0dGVtcHRvX29ubGluZS9Gb3JzY2h1bmcvMjAyMS8yMDIxMDIxMl9QTV9GSURfVGhlb2xvZ2llX21pdExvZ29faXQucGRmIiwicGFnZSI6NjE3MTR9.nSB2QUoXu9HC9d4CBaEhIH6KreLgu2MoKr8MjLMO-YU/20210212_PM_FID_Theologie_mitLogo_it.pdf" class="download">versione italiana</a></li></ul><p>Der an der Universitätsbibliothek Tübingen angesiedelte FID Theologie wird von der DFG seit 2015 gefördert. Auch in der Förderphase 2021-2023 unterstützt der FID Theologie die theologische Forschung in Deutschland mit zentralen Informationsdiensten.</p><p>Als internationaler Service für die Fachcommunity wird die Open Access Bibliographie IxTheo erstellt, die mit rund 2,3 Millionen Titel umfassend die theologische Forschung weltweit erschließt. Durch ein umfangreiches retrospektives Erfassungsprojekt wird zukünftig auch die wichtige Forschungsliteratur vor 1975 systematisch nachgewiesen. „Der FID erleichtert die Forschung erheblich und erlaubt einen deutlich schnelleren Zugriff auf die vorhandenen Forschungsergebnisse“, konstatieren die DFG Gutachter.</p><p>Der FID hat sich die Förderung von Open Access auf die Fahnen geschrieben: Neben der Unterstützung bei der Gründung oder Transformation von Open Access Zeitschriften auf der IxTheo Open Journals Plattform bietet der FID einen umfassenden Zweitveröffentlichungsservice, an dem rund 50 % der aktiven WissenschaftlerInnen in Deutschland und eine große Zahl von TheologInnen aus Europa teilnehmen.&nbsp;</p><p>Zur Erbringung seiner Services kooperiert der FID national und international mit Fakultäten, Informationseinrichtungen, Bibliotheken und Verlagen. Neue Kooperationspartner sind die Princeton Theological Seminary Library und die Forschungsbibliotheken zur protestantischen Kirchengeschichte in Halle, Wittenberg, Emden und Gotha.</p><p>Getragen wird der FID durch eine enge Vernetzung mit der Fachcommunity. Ein wissenschaftlicher Beirat berät den FID bei den Bedarfen der Fachcommunity, die beiden theologischen Fakultäten in Tübingen sind Mitherausgeber des Index Theologicus.</p><p class="align-right">Martin Faßnacht</p><h3>Links:</h3><ul><li><a href="https://ixtheo.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Webseite Index Theologicus</a> &nbsp;</li><li><a href="/einrichtungen/universitaetsbibliothek/ueber-uns/bibliotheksbestand/fachinformationsdienste/theologie/" class="internal-link">Webseite&nbsp;Fachinformationsdienst (FID) Theologie</a> (UB Tübingen)</li><li><a href="https://twitter.com/ix_theo" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Index Theologicus bei Twitter</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-59734</guid><pubDate>Fri, 12 Feb 2021 09:40:29 +0100</pubDate><title>CIVIS3i postdoctoral fellowship programme selected under MSCA-Horizon 2020</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/civis3i-postdoctoral-fellowship-programme-selected-under-msca-horizon-2020/</link><description>Funding to enhance career development and promote excellent research</description><content:encoded><![CDATA[<p>The CIVIS3i COFUND project, coordinated by Aix-Marseille Université, has been selected by the European Commission under the Marie Skłodowska-Curie Actions - Horizon 2020 programme to offer postdoctoral career training to talented young researchers within CIVIS. The CIVIS3i project will offer to 32 excellent, innovative researchers – through two calls for applications – a 24-month postdoctoral fellowship that will enhance their career development and carry out excellent research projects within CIVIS key focus areas.</p><p>After the selection and launch of its R&amp;I strategy project RIS4CIVIS, CIVIS has achieved a new step in reinforcing its international dimension of researchers by securing new European funding within the framework of the Actions Marie Skłodowska-Curie - Horizon 2020.&nbsp;The new CIVIS3i project, entitled "The CIVIS Alliance Programme for International, Interdisciplinary, Intersectoral Research and Training for Experienced Researchers", will establish an integrated CIVIS-wide programme for the attraction, mobility and high quality training of post-doctoral students. This will be done in coherence with the structuring actions that the CIVIS Research and Innovation programme (RIS4CIVIS) will enable to set up.</p><p>CIVIS3i is designed to attract 32 talented researchers from around the world to CIVIS, by providing a favourable environment to conduct research excellence, foster higher quality training adapted to the needs of researchers and support for their careers.&nbsp;These researchers, selected through two calls for applications, will benefit from 24-month postdoctoral fellowships. They will have to present an ambitious research project that meets the three "I's" of CIVIS3i: International, Interdisciplinary and Intersectoral. The international component of these research projects may include the secondment of the postdoctoral fellow to a CIVIS member university for defined periods, thus strengthening research links within the Alliance.&nbsp;To facilitate the intersectoral dimension of the research carried out, the CIVIS3i programme is supported by a network of 24 non-academic partner organizations from the CIVIS Alliance countries.&nbsp;CIVIS3i will start before the summer of 2021 and will allow the recruitment of the first post-doctoral students in Autumn 2021.&nbsp;</p><p>This project, led by Aix-Marseille Université, is co-funded by the Horizon 2020 Marie Skłodowska-Curie actions COFUND programme and by four CIVIS member universities: Aix-Marseille Université, Université libre de Bruxelles, the Universidad Autónoma de Madrid and the Sapienza University of Rome, and has a total budget of around 4.4 million euros.</p><p class="align-right"><em>News article by the CIVIS - A European Civic Universit</em>y</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-59512</guid><pubDate>Wed, 10 Feb 2021 08:00:00 +0100</pubDate><title>Still no convincing evidence that chimpanzees spontaneously imitate humans</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/still-no-convincing-evidence-that-chimpanzees-spontaneously-imitate-humans/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>A recent study led by researchers at the University of Tübingen (Germany), Dr. Alba Motes-Rodrigo and Dr. Claudio Tennie from Tübingen’s Department of Early Prehistory and Quaternary Ecology, investigated chimpanzees’ imitation skills, i.e. the ability to acquire behavioural know-how by copying somebody else. In their first experiment, the researchers assessed whether 32 chimpanzees spontaneously imitated zoo visitors at Leintal zoo (Germany). During the experiment each visitor was asked to try to make the chimpanzees copy what he/she was doing. This first experiment was an attempt to replicate the results of a previous publication (Persson et al. 2017 <em>Primates</em>) that reported imitation of zoo visitors at a high rate in a group of five chimpanzees. This finding warranted Persson et al. an Ig Nobel prize, an award for unusual achievements in scientific research</p><p>In the Tübingen researchers’ second experiment, chimpanzee imitation was again tested, but under more controlled conditions. Chimpanzees were individually presented with behavioural demonstrations of six actions performed by a familiar zoo keeper. These actions differed in their characteristics: some were familiar to the chimpanzees, some produced a noise and some involved physical contact with the chimpanzee's body. The aim of this second experiment was to assess whether the type of actions demonstrated to the chimpanzees influenced the probability of imitation.</p><p>Overall, the authors did not find clear support for the idea that chimpanzees imitate actions demonstrated by humans in either experiment. Out of hundreds of opportunities for copying across both experiments, only six cases were found in which human and chimpanzee actions matched – which could well be due to chance, and not imitation. Consequently, the results from both experiments run by Motes-Rodrigo et al. show that chimpanzees have extremely limited spontaneous imitative abilities at best. In addition, these findings show that the previous Ig Nobel prize winning paper (Persson et al. 2017) failed to replicate once a bigger sample was tested.</p><p>This new study has the added value of being one of the first so-called Registered Reports in the field of animal behaviour and cognition. This type of study is peer-reviewed twice – once before data collection, and once after. Registered Reports and other initiatives of the Open Science Movement aim to address limitations of scientific publishing, such as a publication bias against negative findings and selective reporting of results and data.&nbsp;</p><p class="align-right"><em>“Tools &amp; Culture among Early Hominins” research group</em></p><h3>Reference:</h3><p>Motes-Rodrigo A, Mundry R, Call J, Tennie C. 2021 Evaluating the influence of action- and subject-specific factors on chimpanzee action copying. R. Soc. Open Sci. 8: 200228.&nbsp;<a href="https://doi.org/10.1098/rsos.200228" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1098/rsos.200228</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-59521</guid><pubDate>Mon, 08 Feb 2021 11:19:32 +0100</pubDate><title>Landesweites Hochschulnetzwerk zur Verbesserung des Tierschutzes in Forschung und Lehre gegründet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/landesweites-hochschulnetzwerk-zur-verbesserung-des-tierschutzes-in-forschung-und-lehre-gegruendet/</link><description>Wissenschaftsministerin Theresia Bauer: „Starkes Signal, dass sich alle Standorte der biomedizinischen Forschung in Baden-Württemberg am Aufbau des Netzwerks beteiligen“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Tierversuche werden auf absehbare Zeit ein unverzichtbarer Baustein im Methodenmix der Forschung bleiben, auch in der biomedizinischen Forschung. Im Sinne des Tierschutzes wie auch mit Blick auf die Qualität der Ergebnisse sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler immer darum bemüht, Tierversuche kontinuierlich zu verbessern, zu verringern oder zu vermeiden – ganz im Sinne des im deutschen Tierschutzgesetz verankerten 3R-Prinzips (Vermeidung, Verringerung und Verbesserung = Replacement, Reduction, Refinement – 3R). Mit dem Aufbau eines flächendeckenden 3R-Netzwerks, das alle wesentlichen biomedizinischen Standorte im Land einbezieht, wählt Baden-Württemberg einen neuen Ansatz, um die wissenschaftliche Forschung und den Tierschutz gleichermaßen zu verbessern. Damit führt das Wissenschaftsministerium seine Strategie weiter fort und Stärken zusammen.</p><p>„Die biomedizinische Forschung ist ein wichtiger Pfeiler der exzellenten baden-württembergischen Forschung. Gerade in dieser von der COVID-19-Pandemie geprägten Zeit zeigt sich, wie wichtig eine breit aufgestellte, gut ausgestattete Wissenschaftslandschaft ist. Genauso wichtig ist es, fortwährend an der Stärkung und Verbesserung der Wissenschaft zu arbeiten, damit wir uns auch in Zukunft auf unsere Forschung verlassen können. Die 3R-Initiative leistet einen zentralen Beitrag dazu, die biomedizinische Forschung – eine der spezifischen Stärken des Landes – weiter voranzubringen und den Tierschutz in Forschung und Lehre zu verbessern“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer am Montag (8. Februar) in Stuttgart. Mehr Tierschutz und bessere Forschung seien keine Gegensätze – „ganz im Gegenteil – wir bringen beides zusammen.“</p><p>Beteiligt am „3R-Netzwerk BW“ sind alle in der Biomedizin aktiven Standorte in Baden-Württemberg – von Mannheim bis Konstanz und von Freiburg bis Ulm. Neben den sich räumlich über ganz Baden-Württemberg erstreckenden Aktivitäten decken die Netzwerkpartner mit ihren Projekten auch ein breites Themenspektrum verschiedener Refine-, Reduce- und vor allem Replace-Maßnahmen ab. Dabei werden verschiedene Organe und Krankheiten, u.a. Hirn, Darm, Brust oder Eierstock, fokussiert und von unterschiedlichen Disziplinen, wie Medizin, Biologie, Mathematik oder Simulationswissenschaft, angegangen. „Das 3R-Netzwerk deckt vielfältige und hochrelevante Bereiche und Fragestellungen in Forschung und Lehre ab“, so Bauer.</p><p>Das Wissenschaftsministerium finanziert mit 3,8 Mio. Euro jeweils rund 70 Prozent der Gesamtkosten der Projektvorhaben, 30 Prozent steuern die Hochschulen als Eigenbeitrag bei. Die Anschubfinanzierung soll die Hochschulen dabei unterstützen, tragfähige Strukturen aufzubauen, die die vorhandene Expertise bündeln und eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem Thema gewährleisten.</p><p>„Mit unserem landesweiten 3R-Netzwerk setzen wir in Baden-Württemberg an der richtigen Stelle an und entwickeln die passende Strategie – kein Land arbeitet so kraftvoll und vernetzt daran, den Tierschutz in der Forschung gemeinsam mit den Forschungseinrichtungen voranzubringen. Ich bin mir sicher, dass unsere Universitäten und Hochschulen mit wissenschaftlich ambitionierten Projekten herausragende Fortschritte erzielen werden – für die Forschung und den Tierschutz“, betonte Bauer.</p><h3>„3R-Netzwerk Baden-Württemberg“: Starke Partner, zehn Projekte</h3><p>Gemeinsam mit dem bereits im Frühjahr 2020 gegründeten <strong>„3R-Center für In-vitro-Modelle und Tierversuchsalternativen“</strong> in Tübingen/Reutlingen werden künftig vier weitere Zentren das Grundgerüst des „3R-Netzwerk Baden-Württemberg“ bilden: das <strong>„3R-Zentrum Rhein-Neckar“</strong> der Universität Heidelberg mit dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim, das <strong>„3R-US Netzwerk“ </strong>der Universität Stuttgart und des Robert-Bosch-Krankenhauses, das <strong>„CAAT-Europe“</strong> (Center for Alternatives to Animal Testing in Europe) der Universität Konstanz mit der Johns Hopkins University und das <strong>„Interdisziplinäre Zentrum zur Erforschung von Darmgesundheit“</strong> an der Universität Heidelberg.</p><p>„Mit der Förderung dreier weiterer Projekte, die eher Forschungscharakter haben, an den Universitäten in <strong>Heidelberg, Ulm</strong> und <strong>Freiburg</strong> binden wir von Anfang an eine breit aufgestellte Expertise ein und füllen das Netzwerk mit weiterem Leben. Und auch die Lehre nehmen wir in den Blick“, so Bauer weiter. Zusätzlich gefördert würden zwei Projekte aus dem Bereich Aus- und Weiterbildung an der Hochschule <strong>Reutlingen</strong> und an der Universität <strong>Ulm</strong>.</p><p>Ergänzt wird das Netzwerk durch die im Jahr 2018 eingesetzte und vom Land kofinanzierte <strong>Juniorbrückenprofessur „Organ-on-a-Chip“</strong> zwischen der Universität Tübingen und dem Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart. Diese beschäftigt sich mit der Entwicklung und Anwendung von neuartigen Organ-on-a-chip-Systemen. Dabei handelt es sich um die Simulation von Organen als Zellkultur auf einem Chip.</p><p>„Langfristig wird in Baden-Württemberg ein solides 3R-Netzwerk entstehen, das die unterschiedliche Expertise der Standorte bündelt und die Entwicklung und Anwendung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch weiter in der baden-württembergischen Forschungslandschaft verankert. Damit erfährt nicht nur der Tierschutz die notwendige Aufmerksamkeit. Das 3R-Netzwerk unterstützt auch die stetige Qualitätsverbesserung der biomedizinischen Forschung – und macht unsere Wissenschaft damit noch leistungsfähiger, um neuen Herausforderungen wie COVID-19 zu begegnen“, zeigte sich Ministerin Bauer überzeugt. „Die Etablierung eines landesweiten 3R-Netzwerks in dieser thematischen Tiefe und Breite ist bundesweit einmalig und bringt Tierschutz wie Forschung gleichermaßen voran. Eine Win-win-Situation. Baden-Württemberg ist wieder einmal Pionier – das 3R-Netzwerk hat Modellcharakter“, betonte die Wissenschaftsministerin.</p><p>Baden-württembergische Forscher*innen wurden mehrfach für ihre Leistungen zur Verbesserung des Tierschutzes ausgezeichnet – so wurde beispielsweise der Tierschutzforschungspreis des Bundeslandwirtschaftsministeriums im vergangenen Jahr an Dr. Anne-Katrin Rohlfing vom Universitätsklinikum Tübingen verliehen. Der wichtigste wissenschaftliche Tierschutzpreis Deutschlands – der Ursula M. Händel-Tierschutzpreis der DFG – ging mit der Verleihung an Prof. Marcel Leist und Prof. Thomas Hartung vom CAAT-Europe in Konstanz im Jahr 2020 bereits zum sechsten Mal nach Baden-Württemberg.</p><h3>Weitere Informationen:</h3><h4>Geförderte Projekte im 3R-Netzwerk Baden-Württemberg:</h4><p>Bereits seit dem Frühjahr 2020 unterstützt das MWK das <strong>„3R-Center für In-vitro-Modelle und Tierversuchsalternativen“</strong>, das gemeinsam von der Universität Tübingen und dem NMI Reutlingen aufgebaut wird. Das <strong>3R-Center Tübingen</strong>, für das eine neue W3-Professur für Organ-on-a-Chip Systeme eingerichtet wurde, soll als landesweites Querschnitts-Center Grundlagenforscherinnen und Grundlagenforschern im Land einen niederschwelligen Zugang zu neuartigen In-vitro-Modellen ermöglichen. Im Schwerpunkt „Replace“ wird eine Technologieplattform aufgebaut, die unterschiedlich komplexe In-vitro-Modelle – kommerziell erhältliche und bereits ausgetestete Prototypen aus der eigenen Entwicklung und der von Partnern – umfasst. Weiterbildungsworkshops für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Lehrmodule in Studiengängen sollen die Anwendung und Entwicklung der neuen Technologien mittel- und langfristig fördern. Darüber hinaus ist eine Informations- und Kommunikationsplattform geplant.</p><p>Die Geschäftsstelle des 3R-Centers Tübingen wird auch die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch zwischen den neuen geförderten Vorhaben im 3R-Netzwerk und damit den Aufbau eines tragfähigen Verbunds unterstützen.</p><p>Das im Raum Mannheim/Heidelberg entstehende <strong>„3R-Zentrum Rhein-Neckar“</strong>, welches die Universität Heidelberg gemeinsam mit dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim verantwortet, ergänzt mit seinem Fokus auf „Refine“ und „Reduce“ den Tübinger Schwerpunkt ideal. Das 3R-Zentrum Rhein-Neckar verfolgt zunächst vier Hauptaspekte: Aufbau einer zentralen Datenbank für Tiermaterial, Aktivitäten in Weiterbildung und Lehre sowie Open Access, Hilfe zur Gestaltung neuer Experimente und Betreuung interner 3R-Forschungsaktivitäten.</p><p>Mit einem Schwerpunkt auf molekularer Diagnostik, Biomaterialien und Simulation werden im „<strong>3R-US Netzwerk Ex-vivo Tumorgewebe-Plattform als Ersatz für Tierversuche“</strong> der <strong>Universität Stuttgart und des Robert-Bosch-Krankenhaus</strong>/Institut für Klinische Pharmakologie neue Akzente für die Integration von Ingenieurwissenschaft in die biomedizinische Forschung gesetzt. Im Stuttgart Research Fokus SRF „Biomedical System“ ist die Etablierung einer vaskularisierten ex-vivo Technologie-Plattform geplant, welche die Komplexität und Heterogenität eines humanen Tumors (hier Brustkrebs und Eierstock) widerspiegelt, um die Erprobung neuer, zielgerichteter Therapeutika und Kombinationstherapien zu erlauben. Tumormodelle sollen aus Biomaterialien und Zellen mit 3D-Druckverfahren naturgetreu als Ersatzsystem für Tierversuche aufgebaut werden. Langfristig sollen die ex-vivo gewonnenen Daten eine Basis für die Entwicklung von in silico Tumormodellen für die Simulation und Prädiktion therapeutischer Effekte bilden.</p><p><strong>CAAT-Europe </strong>(Center for Alternatives to Animal Testing in Europe), das transatlantische Bündnis zwischen der Universität Konstanz und der Johns Hopkins University, wird sich mit dem Vorhaben <strong>„Forschungs- und Harmonisierungsmaßnahmen zur Förderung der Akzeptanz tierfreier neuer Ansatzmethoden in verschiedenen Interessengruppen (NAM-ACCEPT)“ </strong>in das baden-württembergische Netzwerk einbringen. Der Fokus liegt hier auf einer besseren in-vitro zu in-vivo- Übertragbarkeit, was besonders in Punkto Stofftransport von Wirkstoffen (Biokinetik) und deren gewollter und ungewollter Effekte eine hohe Relevanz in der Therapie hat. Zudem wird eine weitere internationale Standardisierung und Harmonisierung neuerer Methoden und der Datenverarbeitung angestrebt.</p><p>Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch werden in der Regel anhand konkreter Forschungsfragen entwickelt. Ein sehr anschauliches Beispiel hierfür ist die Arbeit am geplanten <strong>Interdisziplinären Zentrum zur Erforschung von Darmgesundheit (IDZG)</strong>, welches an der <strong>Universität Heidelberg</strong> aufgebaut und auf 3R-Aktivitäten ausgeweitet werden soll. Die Beteiligten widmen sich der Erforschung von Darmerkrankungen. Konkret geht es um die personalisierte Analyse von Funktionsstörungen des Darmnervensystems anhand von Patientendaten und individueller in-vitro-Modelle. Langfristiges Ziel ist die Generierung patientenspezifischer 3D-Organoide, bestehend aus Darmepithel, Immun- und Nervenzellen, in welchen die individuelle Organfunktion nachgeahmt werden kann, um damit zu einem besseren Verständnis und zur besseren Behandlung von Darmerkrankungen beizutragen.</p><p>Komplettiert wird das 3R-Netzwerk durch folgende fünf Vorhaben aus Forschung, Aus- und Weiterbildung:</p><ul><li><strong>Überwindung translationaler Hürden – Verbesserung der Evidenz und des prädiktiven Wertes bei experimenteller Forschung Universität Freiburg</strong><br> 	Hier soll ein systematischer, meta-analytischer Ansatz zur Detektion und Korrektur von momentan vorherrschendem „Publikationsbias“ entwickelt werden, um die Übertragung von präklinischen Studien zu Rückenmarksverletzungen in die Anwendung ohne zusätzliche Tierversuche zu verbessern.<br> 	&nbsp;</li><li><strong>Refinement in komplexen belastenden Versuchen an Mäusen Universität Ulm</strong><br> 	Dieses Vorhaben wird die Versuche aus der Traumaforschung in Ulm begleiten und Refinement-Maßnahmen für Tiere, die durch Experimente oder die Zucht besonders belastet sind, etablieren und verbessern.<br> 	&nbsp;</li><li><strong>Charakterisierung und Weiterentwicklung heterotypischer 3D-Sphäroide aus Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinomen Universität Heidelberg</strong><br> 	Für die Etablierung individualisierter Therapien für Plattenepithelkarzinome sollen 3D-Sphäroide, die die Tumorarchitektur widerspiegeln, optimiert und weiterentwickelt werden. Dabei werden humanisierte Kulturbedingungen verwendet, um fetales Kälberserum zu ersetzen.<br> 	&nbsp;</li><li><strong>3R-BioMED-Lab Hochschule Reutlingen</strong><br> 	Das Projektlernlabor BioMED für Studierende im Bachelorstudiengang Biomedizinische Wissenschaften soll erweitert werden um 3D-Bioprinting Methoden und ein Videorepositorium (Erstellung von YouTube Videos von und für Studierende), die praxisbezogene Wissensvermittlung sowie die Reflexionsfähigkeit ethischer und rechtlicher Aspekte von Tierversuchen. Dies soll zu einer vertieften Ausbildung im 3R-Bereich für angehende Absolventinnen und Absolventen führen.<br> 	&nbsp;</li><li><strong>„5R-Kurse (Reduction, Refinement, Replacement, Rigour and Reproducibility)“ zur Verbesserung der Qualität von tierexperimentellen Studien in der biomedizinischen Forschung Universität Ulm</strong><br> 	Ziel ist die Etablierung und Durchführung anerkannter, zertifizierter „5R-Kurse“ zur Verbesserung der Qualität von Tierexperimentellen Studien in der biomedizinischen Forschung. Die Kurse werden den gesamten Animal Welfare-Bereich im Tierversuch abdecken mit zwei Schwerpunkten: (1) Belastungen im Tierversuch erkennen und reduzieren und (2) zeitgemäßes Qualitätsmanagement im Tierversuch zur Steigerung der Reproduzierbarkeit von Tierversuchen und der Translationsquote. Die Kurse wenden sich an Wissenschaftler*innen, Tierschutzbeauftragte, Tierhausleiter*innen und Behördenvertreter*innen.</li></ul><p class="align-right"><em>Pressemittelung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-59509</guid><pubDate>Mon, 08 Feb 2021 10:02:30 +0100</pubDate><title>Tübinger Wissenschaftler an zwei Forschungsprojekten zur Quantentechnologie beteiligt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebinger-wissenschaftler-an-zwei-forschungsprojekten-zur-quantentechnologie-beteiligt/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Mit mehr als 19 Millionen Euro fördert das Baden-Württembergische Wirtschaftsministerium sechs Verbundprojekte zur Erforschung von Quantencomputern: Unter Koordination des Fraunhofer Kompetenzzentrums „Quantencomputing Baden-Württemberg“ untersuchen diese Technologie, Anwendungsszenarien und Algorithmen, um Erkenntnisse auf dem Gebiet der Quantentechnologien für die praktische Anwendung und die Wirtschaft nutzbar zu machen.&nbsp;</p><p>An zwei Projekten sind Tübinger Wissenschaftler beteiligt. Professor Daniel Braun und sein Team vom Institut für Theoretische Physik arbeiten im Projekt „QUORA: Quantenoptimierung mit resilienten Algorithmen“ mit an der Entwicklung von Optimierungsalgorithmen für Quantencomputer. Die Arbeitsgruppe von Professor Oliver Bringmann vom Lehrstuhl für Eingebettete Systeme untersucht im Projekt „SEQUOIA – Software Engineering industrieller, hybrider Quantenanwendungen und -algorithmen“ die Anwendung von Verfahren des Maschinellen Lernens auf Quantencomputern und hybriden Systemen. &nbsp;</p><p>Das Fraunhofer Kompetenzzentrum „Quantencomputing Baden-Württemberg“ ist Teil eines bundesweiten Kompetenznetzwerks, das die Fraunhofer-Gesellschaft in Kooperation mit IBM Deutschland gegründet hat. Ziel ist, die Schlüsseltechnologie Quantencomputing in Deutschland voranzubringen und neue technologische Lösungen sowie quantenbasierte Rechenstrategien für angewandte, wirtschaftsrelevante Fragestellungen zu entwickeln.&nbsp;</p><h3>QUORA: Wie Quantencomputer schnelle Entscheidungen treffen</h3><p>Im Verbundprojekt „QUORA“ nehmen das Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik, die Universitäten Tübingen, Konstanz und Stuttgart sowie die Duale Hochschule Baden-Württemberg Optimierungsverfahren für portfoliobezogene Entscheidungen in den Blick: Für Unternehmen wird die Fähigkeit, schnell optimale Entscheidungen zu treffen, zunehmend zum Wettbewerbsvorteil. Quantencomputer könnten konventionelle Rechner bei Optimierungsverfahren künftig übertreffen. Im Projekt werden daher solche Optimierungs-Algorithmen entwickelt und in der Praxis erprobt.</p><p>Im Fokus steht die Anpassung von Algorithmen an die derzeit noch unvollkommene Hardware. Daniel Braun und sein Team werden dazu beitragen, auftretende Fehler effizient zu detektieren und zu charakterisieren. In Folge sollen effizientere Routinen für die nötigen klassischen Optimierungsschritte in den geplanten Quantenalgorithmen entwickelt werden, die gegen das sogenannte Quantenrauschen und die verbleibenden Fehler resistent sind. &nbsp;</p><p>Das Projekt wird vom baden-württembergischen Wirtschaftsministerium mit insgesamt ca. 2.5 Millionen Euro gefördert.</p><h3>SEQUOIA: Bedarfe identifizieren, um die wirtschaftliche Nutzung zu ermöglichen</h3><p>Im Projekt SEQUOIA werden neue Methoden, Werkzeuge und Vorgehensweisen für das Quantencomputing erforscht, um die industrielle Nutzung in verschiedenen Anwendungsbereichen zu ermöglichen, beispielsweise in der Fertigung, Entwicklung oder Logistik. Im Fokus stehen sogenannte hybride Quantenanwendungen und -algorithmen, also die Zusammenarbeit zwischen herkömmlichen Systemen und Quantenrechnern sowie&nbsp;ein Quantensoftware-Komponentenbaukasten als Grundlage. Unter anderem soll mit SEQUOIA ein Anwendungszentrum für Quantencomputing aufgebaut werden.</p><p>Die Arbeitsgruppe von Oliver Bringmann untersucht, wie sich Verfahren der künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens auf Quantencomputern und hybriden Systemen realisieren lassen. Ziel ist es, das Zusammenspiel von Quantencomputern und klassischen Computern signifikant zu verbessern.</p><p>Weitere Partner des Verbundprojekts sind die Fraunhofer-Institute für Arbeitswirtschaft und Organisation (Stuttgart), für Produktionstechnik und Automatisierung (Stuttgart) und für Angewandte Festkörperphysik (Freiburg); das Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe sowie die Universität Stuttgart. Das Projekt wird vom baden-württembergischen Wirtschaftsministerium mit rund sechs Millionen Euro gefördert.</p><p class="align-right"><em><a href="https://wm.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse-und-oeffentlichkeitsarbeit/pressemitteilung/pid/wirtschaftsministerium-foerdert-verbundforschungsprojekte-zum-quantencomputing-mit-ueber-19-millionen/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Wirtschaftsministeriums</a></em></p><h3>Kontakt:&nbsp;</h3><p>Prof. Dr. Daniel Braun<br> Universität Tübingen<br> Institut für Theoretische Physik<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;Telefon: +49 7071 29 78633<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,fcpkgn0dtcwpBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">daniel.braun<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;&nbsp;</p><p>Prof. Dr. Oliver Bringmann<br> Universität Tübingen<br> Lehrstuhl für Eingebettete Systeme<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;Telefon: +49 7071 29 77348<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,qnkxgt0dtkpiocppBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">oliver.bringmann<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-59470</guid><pubDate>Fri, 05 Feb 2021 11:19:06 +0100</pubDate><title>Forschungsprojekt der Empirischen Kulturwissenschaft zu 40 Jahren Theater Lindenhof </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/forschungsprojekt-der-empirischen-kulturwissenschaft-zu-40-jahren-theater-lindenhof/</link><description>Digitale Vernissage am 18.02.2021</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Theater Lindenhof in Melchingen feiert runden Geburtstag und die Masterstudierenden der Empirischen Kulturwissenschaft ("EKW") Tübingen nutzen diesen Anlass, um das Theater genauer zu erforschen. Seit fast 40 Jahren findet an diesem besonderen Spielort auf der Schwäbischen Alb "Heimattheater für die Welt oder/und Welttheater für die Heimat" statt. Die 12 Masterand*innen bearbeiten in einem dreisemestrigen Projekt (Oktober 2019 bis Februar 2021) unter der Leitung von Dr. Gesa Ingendahl unterschiedliche Forschungsfragen und geben hierbei einen individuellen Einblick in ihre Arbeiten. Über Interviews und Beobachtungen beleuchten sie die betriebliche Lebenswelt aus der Innen- und Außenperspektive, sie blicken hinter die Kulissen, sprechen mit Stammgästen und setzen sich mit dem Selbstverständnis des Theaters auseinander.&nbsp;</p><p>Die Corona-Pandemie geht natürlich nicht spurlos an ihrem Projekt vorbei – sie kann es jedoch gerade spannend machen, das Theater in dieser Zeit zu erforschen. Was die Kulturwissenschaftler*innen dabei herausfinden, wird im Februar 2021 mit der Veröffentlichung einer Publikation sowie einer Wanderausstellung präsentiert. In der Ausstellung laden anschauliche Objekte, Fotografien und eine Hörstation dazu ein, sich den verschiedenen Forschungsfeldern anzunähern. Zunächst im Lindenhof zu sehen, geht die Ausstellung ab Herbst 2021 mit den Schauspielenden in die Partnerstädte auf Reisen. In einer digitalen Vernissage wird am 18.02.2021 um 19 Uhr ein Blick in die Publikation geworfen und die Wanderausstellung eröffnet. Ein kleiner virtueller Rundgang bringt die Ausstellung in die eigenen vier Wände. Im Anschluss besteht via Zoom die Möglichkeit zu angeregtem Austausch und Diskussion.</p><p>Die Veranstaltung ist kostenfrei und findet via YouTube und Zoom statt. Eine Teilnahme ist über folgenden Link möglich: <a href="https://youtu.be/KAuTS2KikwU" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://youtu.be/KAuTS2KikwU</a>&nbsp;&nbsp;</p><p>Wer vorab schon einen kleinen Einblick erhalten möchte, kann auf der <a href="https://www.instagram.com/ekwerkstatt/?hl=de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Instagram-Seite des Projekts</a> einzelne Stationen ihrer Arbeit mitverfolgen.&nbsp;</p><p class="align-right">Nora Plemper, Ann-Sophie Knittel, Ines Saidi, Sabine Koch und Fabian Oppermann (Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft)</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Studium</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-59467</guid><pubDate>Fri, 05 Feb 2021 10:37:24 +0100</pubDate><title>Quantenphysiker identifizieren „Fingerabdrücke“ fundamentaler physikalischer Effekte</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/quantenphysiker-identifizieren-fingerabdruecke-fundamentaler-physikalischer-effekte/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://uni-tuebingen.de/securedl/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE3NzkzMzA1MDUsImV4cCI6MTc3OTQyMDUwNSwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW4vVW5pX1R1ZWJpbmdlbi9BbGxnZW1laW4vQmlsZGVyL2F0dGVtcHRvX29ubGluZS9Gb3JzY2h1bmcvMjAyMS8yMS0wMi0wNV9BbmRlcmdhc3Nlbl9GaW5nZXJhYmRydWVja2UtRU4ucGRmIiwicGFnZSI6NjE3MTR9.HHRI3AHXBHaKsPSBUvEl3TGfCmIZYNy74p_nkbMfItE/21-02-05_Andergassen_Fingerabdruecke-EN.pdf" class="download">English version</a></p><p>Ein spannender Krimi und die moderne Festkörperphysik haben mehr gemeinsam, als man denken würde: Bei einem Verbrechen müssen am Tatort alle Aspekte genau untersucht werden, in der Hoffnung dadurch mögliche Spuren zu finden. Diese sollen dann helfen die Täter zu identifizieren und den Fall zu lösen. Ähnlich in der Festkörperphysik: Anstelle eines Tatorts lassen hier Vielelektronensysteme die Forscher rätseln. Hierbei handelt es sich um komplexe Quantensysteme bei denen 100.000.000.000.000.000.000.000 (100 Trilliarden) Elektronen miteinander in Verbindung stehen und Energie und Impuls austauschen.&nbsp;</p><p>Im Fachjargon werden diese Prozesse als „Streuprozesse“ bezeichnet. Sie bestimmen unter anderem die Mobilität der Ladungsträger und entscheiden damit, ob das System metallisches, isolierendes oder sogar supraleitendes Verhalten zeigt. Mithilfe aufwendiger Computersimulationen wird versucht, den physikalischen Eigenschaften dieser komplexen Systeme auf die Spur zu kommen. Doch geht es hier nicht um Täter, sondern um die Suche nach Antworten auf grundlegende Fragen der Festkörperphysik, zum Beispiel: „Wie funktionieren unkonventionelle Supraleiter“, oder „Wie gehen quantenphysikalische Phasenübergänge am absoluten Nullpunkt vonstatten“?</p><p>Die Arbeitsgruppe von Professorin Sabine Andergassen am Institut für Theoretische Physik der Universität Tübingen hat hier in einer internationalen Zusammenarbeit einen wichtigen Fortschritt gemacht – gemeinsam mit der Technischen Universität Wien (Patrick Chalupa, Matthias Reitner, Dr. Daniel Springer und Prof. Alessandro Toschi) und der École Polytechnique in Paris (Dr. Thomas Schäfer, mittlerweile Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart).Durch eine tiefgreifende Analyse von Streuprozessen und deren Vergleich in verschiedenen physikalischen Situationen konnten eindeutige „Fingerabdrücke“ identifiziert werden. Die Ergebnisse der Studie wurden im Journal Physical Review Letters&nbsp;veröffentlicht.</p><p>Ähnlich wie Forensiker am Tatort, versuchten die Forscherinnen und Forscher aus vielen kleinen Details einen größeren Zusammenhang herzustellen. So ist es gelungen, in den komplexen mathematischen Größen, die diese Streuprozesse beschreiben, charakteristische Strukturen zu identifizieren und mit zwei fundamentalen Phänomenen der Festkörperphysik in Verbindung zu bringen. Hierbei handelt es sich um die Bildung lokaler magnetischer Momente, sowie deren Abschirmung im Zuge des sogenannten Kondoeffekts, Phänomene die die Mobilität von Elektronen entscheidend beeinflussen. Durch das Bestimmen der „Fingerabdrücke“ konnte sogar ein neues Kriterium gefunden werden, das eine alternative Berechnung einer fundamentalen Energieskala der theoretischen Festkörperphysik ermöglicht: die Kondotemperatur.</p><p>In weiterer Folge könnten diese Erkenntnisse dazu beitragen eine neue Sichtweise auf unkonventionelle Supraleiter zu erlangen - ein seit 40 Jahren ungelöster Krimi der Festkörperphysik. Die korrekte Bestimmung der Quantenfingerabdrücke könnte die Forschung auf die richtige Spur bringen, um diese Systeme grundlegend zu verstehen.</p><p>Diese Forschung wurde vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) und der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen eines DACH-Projekts finanziert.</p><p class="align-right">P. Chalupa und A. Toschi, TU Wien und&nbsp;<br> S. Andergassen / AG Quantum Many-Body Theory</p><h3>Publikation:</h3><p>Patrick Chalupa, Thomas Schäfer, Matthias Reitner, Daniel Springer, Sabine Andergassen, and Alessandro Toschi: „Fingerprints of the local moment formation and its Kondo screening in the generalized susceptibilities of many-electron problems.“ Physical Review Letters, <a href="https://journals.aps.org/prl/abstract/10.1103/PhysRevLett.126.056403" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://journals.aps.org/prl/abstract/10.1103/PhysRevLett.126.056403</a>.&nbsp;</p><ul><li><a href="https://www.tuwien.at/tu-wien/aktuelles/news/tatort-festkoerper-die-fingerabdruecke-der-quanteneffekte" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Pressemitteilung der TU Wien</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-59425</guid><pubDate>Thu, 04 Feb 2021 09:36:54 +0100</pubDate><title>Overcoming the challenges in controlled thermal deposition of organic diradicals</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/overcoming-the-challenges-in-controlled-thermal-deposition-of-organic-diradicals/</link><description>New study by Benedetta Casu and her research team in Chemistry of Materials </description><content:encoded><![CDATA[<p>Magnetism is a property of matter known by the humankind for several thousand years, long before these properties could be described in a theory. In our everyday life, we are used to “classical magnets” that are metals or rare earth alloys, “hard materials”, such as the magnets decorating our fridge.&nbsp;</p><p>Let us imagine a class of materials carrying a magnetic moment, composed only of light elements, for example, carbon, nitrogen, and oxygen. This composition would allow us to &nbsp;have magnetic moments coupled to useful properties of organic materials, such as transparency, low-cost fabrication, and flexible chemical design. Indeed, this class of materials exists: it is the family of organic radicals. These radicals are organic molecules that carry one unpaired electron, giving rise to a permanent magnetic moment: Therefore, they are materials with permanent magnetic properties, i.e., their magnet moment is not due to an induction effect of an external magnetic field, such as in diamagnetism. Organic radicals are very promising materials for electronics and quantum technologies. The latest results on this class of materials by the Casu Lab team at the University of Tübingen’s Chemistry Department have now been published in Chemistry of Materials.</p><p>In order to use these radicals in a device it is necessary to have them in film form, i.e., the molecules cover a substrate, forming a coating. In the Casu Lab team’s research, they are deposited on a silicon wafer. The Tübingen scientists had started to think about this aspect ten years ago, when the German Research Foundation granted the Casu Lab the first project to prepare radical films in a controlled way using evaporation, pioneering the field of radical thin film processes. The research group has been successfully working on these materials since then.&nbsp;</p><p>Now the scientists have focused on systems that have more than one magnetic moment in the same molecule, that is, instead of a single unpaired electron, there are two unpaired electrons. They are called diradicals. Thus, there are two magnetic moments that can interact and influence each other, opening the avenue to new devices based on this interaction. The presence of two unpaired electrons makes these molecules very reactive, because the electrons have the tendency to pair. For a long time, it was thought that coating surfaces with this material using controlled evaporation would be practically impossible. The Casu Lab team tackled the problem by focusing on several diradicals based on the nitronyl nitroxide radical and the Blatter radical, and, recently, they were successful.&nbsp;</p><p>The Tübingen researchers have investigated the films using X-ray photoelectron spectroscopy, a technique based on the interaction of electromagnetic radiation with matter in the X-ray range. The measurements were performed in our lab in Tübingen, and at the BESSY synchrotron in Berlin.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-59209</guid><pubDate>Fri, 29 Jan 2021 13:34:32 +0100</pubDate><title>Bisher übersehene kleine Proteine in Bakterien</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/bisher-uebersehene-kleine-proteine-in-bakterien/</link><description>Forschende finden einen essenziellen Faktor im geordneten Recycling von Phycobilisomen-Lichtsammelstrukturen - auch Prof. Boris Maček von der Universität Tübingen beteiligt</description><content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://uni-tuebingen.de/securedl/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE3NzkzMzA1MDUsImV4cCI6MTc3OTQyMDUwNSwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW4vVW5pX1R1ZWJpbmdlbi9BbGxnZW1laW4vQmlsZGVyL2F0dGVtcHRvX29ubGluZS9Gb3JzY2h1bmcvMjAyMS9CaW9sb2dpZV9QTkFTX0hlc3NfRU5HLnBkZiIsInBhZ2UiOjYxNzE0fQ.IR3cHsraa1TQvOQljwAOWyEwLW9WOgnxcIbJ_uWL1KY/Biologie_PNAS_Hess_ENG.pdf" class="download">English version</a></p><p>Der biologische Prozess der Photosynthese steht am Beginn praktisch aller Nahrungsketten: Er produziert den Sauerstoff zum Atmen und liefert die energetische Grundlage für die klimaneutrale Herstellung von Treibstoffen sowie von Spezialchemikalien mittels biotechnologischer Verfahren. Forschende sind dafür besonders an den schnell wachsenden Cyanobakterien interessiert. Diese nutzen Licht als Energiequelle und können wie Pflanzen Photosynthese betreiben. Allerdings binden die dafür benötigten Proteinkomplexe sehr viele Nährstoffe. Ein Team um Vanessa Krauspe und Prof. Dr. Wolfgang Hess von der Arbeitsgruppe für Genetik und Experimentelle Bioinformatik der Fakultät für Biologie der Universität Freiburg hat das bisher unbekannte kleine Protein NblD entdeckt, welches dabei helfen kann, diese Nährstoffe zu recyceln. An der Studie beteiligt waren auch <strong>Prof. Dr. Boris Maček vom Proteomzentrum Tübingen (PCT) an der Universität Tübingen</strong>, Prof. Dr. Oliver Schilling vom Universitätsklinikum Freiburg, sowie Prof. Dr. Nicole Frankenberg-Dinkel von der Technischen Universität Kaiserslautern. Die neuen Erkenntnisse stellen die Forschenden in der Fachzeitschrift PNAS vor.</p><p>Cyanobakterien verwenden zur Photosynthese sowohl den natürlichen Farbstoff Chlorophyll als auch häufig Phycobilisomen, einen Proteinkomplex. Phycobilisomen gehören zu den effektivsten bekannten Lichtsammelstrukturen in der Natur. Allerdings binden ihre makromolekularen Strukturen sehr viele Nährstoffe, insbesondere Stickstoff. Um diese Nährstoffe unter Mangelbedingungen, wie zum Beispiel bei nicht ausreichender Stickstoffversorgung, zu recyceln, existieren in den Cyanobakterien ausgefeilte genetische Programme, die unter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eigentlich als gut untersucht gelten. &nbsp;</p><p>Doch durch ein neues Verfahren, um insbesondere kleine Gene und Proteine zu untersuchen, hat das Team der Albert-Ludwigs-Universität nun NblD charakterisieren können Dieses ist ein bisher unbekanntes, hoch-affines – also schnell Verbindungen eingehendes – kleines Protein. NblD bindet sich an eine Untereinheit des Phycobilisoms. Dadurch erhalten die Zellen der Cyanobakterien besondere Mechanismen, um mit potenziell gefährlichen Zwischenprodukten, die während des Recyclings der Phycobilisomen entstehen, umzugehen. „Die Ergebnisse sind ein Beispiel dafür, dass den bisher weithin übersehenen besonders kleinen Genen und Proteinen stärkeres Augenmerk geschenkt werden sollte“, erklärt Hess, „und das nicht nur in Cyanobakterien.“&nbsp;</p><p>Die Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Schwerpunktprogrammes (SPP) 2002 „Kleine Proteine in Prokaryoten, eine unbekannte Welt“, durch das Graduiertenkolleg (GRK) 2344 „MeInBio - BioInMe: Exploration of spatio-temporal dynamics of gene regulation using high-throughput and high-resolution methods“ sowie durch die Forschungsgruppe (FOR) 2816 „The Autotrophy-Heterotrophy Switch in Cyanobacteria: Coherent Decision-Making at Multiple Regulatory Layers (SCyCode)“ gefördert.</p><h3>Originalpublikation:</h3><p>Krauspe V., Fahrner M., Spät P., Macek B., Schilling O., Hess W.R. (2021): Discovery of a small protein factor involved in the coordinated degradation of phycobilisomes in cyanobacteria. In: Proc Natl Acad Sci USA, Vol. 118, No. 5 e2012277118; DOI: <a href="https://www.pnas.org/content/118/5/e2012277118" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">10.1073/pnas.2012277118</a>.</p><p class="align-right">Pressemitteilung der Universität Freiburg</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-59203</guid><pubDate>Fri, 29 Jan 2021 10:34:38 +0100</pubDate><title>CIVIS kicks off its EU Research &amp; Innovation Strategy project: RIS4CIVIS</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/civis-kicks-off-its-eu-research-innovation-strategy-project-ris4civis/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Thursday, 28 January 2021, saw the official launch of <strong>RIS4CIVIS </strong>(Research and Innovation Strategy for CIVIS), CIVIS’s <strong>flagship project in research and innovation</strong> supported by the European Commission under the Horizon 2020 SwafS programme. The 3-year project, led by Aix-Marseille Université, will <strong>enable the CIVIS Alliance</strong> and other European universities<strong> to pave the way and pool out their expertise to address the 21st-century challenges</strong> through world-class R&amp;I.</p><p>"<strong>RIS4CIVIS</strong>&nbsp;is a great opportunity to share the best practices among the CIVIS member Universities and to build, together, a common vision of the research and innovation strategy.&nbsp;All together we will define the contour of a European university gathering education, research and innovation to work with and for the society," said&nbsp;<strong>Prof Philippe Delaporte</strong>, VP for Research at Aix-Marseille Université and Coordinator of RIS4CIVIS.</p><p>The RIS4CIVIS project will be built on the development of six thematic modules which will define the long-term strategy of CIVIS for research and innovation related to education and society:</p><ul><li>Module 1: Developing a Common Research and Innovation Strategy</li><li>Module 2: Sharing infrastructures</li><li>Module 3: Reinforcing Academia-Business R&amp;I Cooperation</li><li>Module 4: Strengthening Human Capital</li><li>Module 5: Mainstreaming of Open Science</li><li>Module 6: Embedding Citizens and Society.</li></ul><p>The kick-off meeting, held online, presented the overall objectives and outcomes of the project among the stakeholders and project leaders to sync up, explore synergies&nbsp;and discuss the opportunities RIS4CIVIS will bring to the CIVIS alliance in order to lay the foundation for the success of the project.</p><p>For further information on RIS4CIVIS, please visit the&nbsp;<a href="https://civis.eu/en/ris4civis" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">project webpage</a>.</p><p class="align-right"><em>News article by the CIVIS alliance</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-58861</guid><pubDate>Fri, 22 Jan 2021 11:30:08 +0100</pubDate><title>Neurobiologie meets Wirtschaftswissenschaft: Stabilisierende und destabilisierende Mechanismen von Veränderungsprozessen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neurobiologie-meets-wirtschaftswissenschaft-stabilisierende-und-destabilisierende-mechanismen-von-veraenderungsprozessen/</link><description>Nachwuchsprogramm der Heidelberger Akademie der Wissenschaften gestartet: Förderung für interdisziplinäres Forschungsprojekt mit Beteiligung der Universitäten Tübingen und Stuttgart</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften, zugleich Landesakademie von Baden-Württemberg, fördert seit dem 1. Januar 2021 insgesamt drei neue Forschungsprojekte mit dem Gesamtvolumen von rund 1,2 Millionen Euro im Rahmen ihres Kollegs für den wissenschaftlichen Nachwuchs (WIN-Kolleg), darunter auch ein <strong>Projekt mit Tübinger Beteiligung</strong>.&nbsp;Wandel, Wendepunkte und Umbrüche sind alltägliche Erscheinungen. Sie betreffen physikalische Abläufe ebenso wie große gesellschaftliche Strömungen. Zustände ändern sich ständig. Das Phänomen des Übergangs von einem stabilen in einen anderen stabilen Zustand ist in vielen Bereichen der Wissenschaft anzutreffen. In den drei jetzt bewilligten Projekten versuchen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede dieser Phänomene mithilfe verschiedener wissenschaftlicher Herangehensweisen aufzudecken. Die Förderdauer der Projekte beträgt drei Jahre.</p><h3>Neurobiologie meets Wirtschaftswissenschaft</h3><p>Die <strong>Neurobiologin Dr. Simone Mayer von der Universität Tübingen</strong> und der Wirtschaftswissenschaftler Dr. Christian Mahringer von der Universität Stuttgart erforschen stabilisierende und destabilisierende Mechanismen von Veränderungsprozessen. In dem interdisziplinären Projekt bauen sie auf zwei verschiedenen Fallstudien aus den Lebenswissenschaften und der Betriebswirtschaftslehre auf. Die erste Studie erforscht den Entwicklungsprozess des menschlichen Gehirns unter Berücksichtigung externer destabilisierender Einflüsse, wie z.B. Medikamenten. Die zweite Studie erforscht den Veränderungsprozess von Arbeitsroutinen in der Softwareentwicklung. Durch die Verbindung der beiden Fallstudien werden interdisziplinär generalisierbare stabilisierende und destabilisierende Mechanismen von Veränderungsprozessen identifiziert. Diese Einsichten können für eine Vielzahl von Wissenschaftsdisziplinen sowie die Managementpraxis relevant sein.</p><h3>Weitere geförderte Projekte</h3><ul><li>Der Psychologe Dr. Martin Fungisai Gerchen und die Psychiaterin Dr. Georgia Koppe, beide vom Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim sowie die Freiburger Germanisten Dr. Mathis Lessau und Dr. Hans-Christian Riechers stellen sich in ihrem Projekt die Frage, ob sich Heterodoxien individuell stabilisierend in einer instabilen Welt auswirken. Heterodoxien, also Überzeugungen, die vom etablierten Wissen abweichen, begegnen uns in den unterschiedlichsten Kontexten.&nbsp;</li><li>Die Medizinerin Dr. med. Franziska Bäßler von der Heidelberger Uniklinik und der Physiker Dr. Roland Willa vom Karlsruher Institut für Technologie untersuchen in ihrem Projekt, wie sich psychische Stabilität und gesundheitsbezogene Lebensqualität einzelner Personen über die Zeit verändert.&nbsp;</li></ul><h3>Heidelberger Akademie der Wissenschaften</h3><p>Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften ist Landesakademie von Baden-Württemberg. 1909 gegründet, ist sie außeruniversitäre Forschungseinrichtung und zugleich Gelehrtengesellschaft. Sie fördert den fächerübergreifenden Austausch u.a. durch Vorträge, Veranstaltungen oder interdisziplinäre Forschungsprojekte von etablierten sowie jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.&nbsp;</p><h3>Das WIN-Kolleg der Heidelberger Akademie der Wissenschaften</h3><p>Mit dem „Kolleg für den wissenschaftlichen Nachwuchs“ (WIN-Kolleg) hat die Heidelberger Akademie mit Unterstützung des Landes Baden-Württemberg eine bundesweit einmalige Initiative entwickelt, die herausragenden Nachwuchswissenschaftlern des Landes eine Möglichkeit der Förderung bietet. Seit dem Jahr 2002 finanziert die Akademie jungen Wissen-schaftlerinnen und Wissenschaftlern interdisziplinär ausgerichtete Projekte, einerseits durch Personal- und Sachmittel, andererseits durch ein Netzwerk von jungen und etablierten Forschenden und ermöglicht zudem den Austausch mit Akademiemitgliedern. Dadurch eröffnet sie einen besonderen Freiraum für Wissenschaft.&nbsp;</p><p class="align-right">Pressemitteilung der Heidelberger Akademie der Wissenschaften</p><h3>Weiterführende Informationen</h3><ul><li><a href="http://www.hadw-bw.de/junge-wissenschaft/win-kolleg-0" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Junge Wissenschaft</a></li><li><a href="http://www.hadw-bw.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Heidelberger Akademie der Wissenschaften</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-58297</guid><pubDate>Mon, 04 Jan 2021 12:25:00 +0100</pubDate><title>COVID-19: Gesichtsmasken erschweren es, sich gehörte Sätze zu merken</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/covid-19-gesichtsmasken-erschweren-es-sich-gehoerte-saetze-zu-merken/</link><description>Tübinger Forschungsprojekt untersucht den Einfluss von Gesichtsmasken auf Sprache</description><content:encoded><![CDATA[<p>Gesichtsmasken sind während der COVID-19 Pandemie Teil unseres alltäglichen Lebens geworden. Thanh Lan Truong, Dr. Sara Beck und Prof. Dr. Andrea Weber vom Englischen Seminar der Universität Tübingen haben jetzt untersucht, wie sich das Tragen von Masken auswirkt auf die Enkodierung von sprachlicher Information.</p><p>In der Studie wurde untersucht wieviel sich Hörerinnen und Hörer merken können von Sätzen, die in kurzen Videos von einer Sprecherin mit und ohne Gesichtsmaske gesprochen wurden. Lippen- und Kieferbewegungen enthalten linguistische Informationen. Verschlossene Lippen signalisieren zum Beispiel eine bilabiale Artikulationsstelle, wie in den Lauten /p/ oder /m/. Gleichzeitig korreliert die Offenheit des Kiefers mit der Vokalhöhe: weit geöffneter Kiefer für den Vokal /a/ und mehr geschlossener Kiefer für /i/. Diese visuelle Sprachinformation ist komplementär zum gehörten Sprachsignal und wird während der Sprachverarbeitung automatisch integriert. Gesichtsmasken verdecken nun visuelle Sprachinformationen und können so das Zuhören erschweren.</p><p>Untersucht wurde ob – unter diesen erschwerten Hörbedingungen – übergeordnete kognitive Prozesse negativ beeinflusst werden, beispielsweise die Enkodierung von Gehörtem im Gedächtnis. Dazu schauten sich die an der Studie Teilnehmenden Videoaufnahmen einer erwachsenen Sprecherin an, die kurze Sätze wie „Die Köchin hilft montags den armen Kindern“ mit und ohne Maske gesprochen hat. Nach einem Block von Sätzen wurden allen die geschriebenen Satzanfänge noch einmal gezeigt und sie mussten die Sätze vervollständigen. Dabei kam heraus, dass die Teilnehmenden signifikant weniger Wörter in den Sätzen vervollständigen konnten, wenn die Sprecherin eine Maske getragen hatte. Die Ergebnisse werden als Beleg dafür interpretiert, dass Masken die Verarbeitung von Sprache erschweren und somit weniger kognitive Ressourcen verfügbar bleiben, um Gehörtes im Gedächtnis abzuspeichern.</p><p>„Es gibt eine direkte Relevanz der Ergebnisse für viele alltägliche Kommunikationssituationen, von der Schule bis zum Arztbesuch“, erklärt eine der Autorinnen der Studie, Prof. Dr. Andrea Weber. „Interessant war für uns auch, dass die Ergebnisse nicht per se zurückzuführen sind auf schlechtere Verständlichkeit des auditiven Sprachsignals mit Maske, sondern wirklich auf das Fehlen der visuellen Informationen durch die Maske. Unsere Sprecherin hatte durchwegs deutlich gesprochen und die Aufnahmen wurden in einem schallgedämpften Raum gemacht. In weiteren Tests haben wir gefunden, dass unter diesen Bedingungen, das akustische Sprachsignal durch die Maske kaum beeinflusst wurde und Hörerinnen und Hörer keinerlei Schwierigkeiten hatten die Sätze zu verstehen. Es ist also möglich, dass bei erschwerter Verständlichkeit, zum Beispiel durch Hintergrundgeräusche, festeres Maskenmaterial oder große Abstände zwischen Sprechern, die negativen Auswirkungen von Masken auf das Behalten von Informationen noch stärker sind.“</p><p>Die Studie "Truong, T. L., Beck, S. D., &amp; Weber, A.: The impact of face masks on the recall of spoken sentences." wurde vom&nbsp;Fachmagazin <em>Journal of the Acoustical Society of America</em>&nbsp;akzeptiert und die Ergebnisse werden dort publiziert. <a href="https://doi.org/10.1121/10.0002951" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1121/10.0002951</a>&nbsp;DOI: 10.1121/10.0002951<br> Die Studie wurde als Teilprojekt des <a href="/forschung/forschungsschwerpunkte/sonderforschungsbereiche/sfb-833/">SFB 833 Bedeutungskonstitution</a> von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.</p><h3>Weitere Studien in Arbeit</h3><p>Seit der Einreichung der Ergebnisse beim Journal of the Acoustical Society of America, haben die drei Tübinger Forscherinnen weitere Daten erhoben. So wurde der ursprüngliche Effekt von Masken auf das Gedächtnis mit einer größeren Versuchspersonengruppe repliziert und inzwischen auch bestätigt mit einer anderen Sprecherin, in diesem Fall ein neunjähriges Kind. Weitere Untersuchungen werden aktuell durchgeführt mit einem Fokus auf die Verständlichkeit von Sprechern mit Maske in lärmbelasteten Umgebungen.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-58306</guid><pubDate>Mon, 28 Dec 2020 11:25:18 +0100</pubDate><title>Hans-Georg Rammensee mit Landesforschungspreis für Angewandte Forschung ausgezeichnet </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/hans-georg-rammensee-mit-landesforschungspreis-fuer-angewandte-forschung-ausgezeichnet/</link><description>Pionier auf dem Gebiet der T-Zell-Immunologie: Bahnbrechende Forschung zu Immuntherapien durch Peptide bei Krebserkrankungen und Virusinfektionen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Immunologen sind derzeit gefragt, ihre wissenschaftliche Meinung hat Gewicht. Professor Dr. Hans-Georg Rammensee vom Interfakultären Institut für Zellbiologie der Universität Tübingen ist einer von ihnen. Das Jahr 2020, das so sehr im Zeichen der COVID-19-Pandemie steht, ist auch für ihn ein außergewöhnliches. Aber mit der Erfahrung von 40 Jahren intensiver Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Immunologie blickt er anders auf die aktuellen Entwicklungen. Umfassender. Und trotz des hohen Aktualitätswerts nicht nur vom Ende her. Dass er in diesem Jahr mit dem Landesforschungspreis für Angewandte Forschung ausgezeichnet wird, freut Hans-Georg Rammensee doppelt: „Weil damit die Tübinger Forschungsleistungen im Bereich der T-Zell-Immunologie und der Impfstoffentwicklung der letzten Jahrzehnte gewürdigt werden. Außerdem ist dieser Preis eine schöne Gelegenheit, daran zu erinnern, dass die RNA-Vakzinierung vor über 20 Jahren in Tübingen entwickelt wurde.“</p><h3>Bahnbrechende und wegweisende Erkenntnisse in der Immunologie</h3><p>Schon seit den 1980er-Jahren beschäftigt sich Hans-Georg Rammensee mit der Erforschung der Interaktion von T-Zellen mit ihren Antigenen. Im Zentrum seiner Forschung stehen sogenannte Peptide (Proteinbruchstücke), die sich an der Außenhülle von Zellen befinden. Sie signalisieren dem Immunsystem, ob eine Körperzelle gesund oder krank ist. Die Immunreaktion gegen ein gegebenes Peptid wiederum hängt von der Peptidrezeptorspezifität der sogenannten MHC-Moleküle ab. Diese Peptide werden durch spezielle Rezeptoren – den beim Menschen sogenannten HLA-Molekülen – innerhalb der Zelle gebunden und anschließend auf der Zelloberfläche präsentiert. T-Zellen sind in der Lage, Veränderungen in den HLA-präsentierten Peptiden zu erkennen, also auch mutierte Peptide etwa im Falle einer Tumorerkrankung. Dies kann zu einer Aktivierung des Immunsystems und Elimination der Tumorzellen führen.&nbsp;<br><br> Da nun aber jeder Mensch eine andere HLA-Konstellation hat, fällt auch die Immunreaktion gegen das jeweilige Protein individuell unterschiedlich aus. Bei der Aufklärung der Präsentation von Peptiden auf der Zelloberfläche und deren Interaktion mit T-Zellen lieferte Hans-Georg Rammensee bahnbrechende und wegweisende Erkenntnisse. Sie bilden bis heute die Grundlage für komplexe – auch durch maschinelles Lernen erzeugte – Online-Algorithmen, die alle auf dem von Rammensee und seinem Team entwickelten Prototypen aufbauen. Sie bieten die Möglichkeit einer exakten Bestimmung der von T-Zellen erkannten Peptidantigene aus Viren und aus Tumorzellen.</p><h3>Eine starke Immunantwort gegen Krebs und Viren</h3><p>Dieses Verfahren ermöglicht eine individualisierte Immuntherapie bei Krebspatienten. Dabei werden die in einem Tumor stattgefundenen Veränderungen (z. B. Mutationen) jeweils individuell identifiziert und als Krebsantigene genutzt, um einen tumorspezifischen Impfstoff herzustellen. Für jeden Patienten wird dann eigens eine Zusammenstellung der in seinen Krebszellen veränderten Peptide hergestellt, mit denen er individuell immunisiert wird. Dadurch werden die Krebszellen für das Immunsystem sichtbar und können durch dieses auch bekämpft werden.&nbsp;<br> Die von Hans-Georg Rammensee und seinem Team initiierten Peptidvakzinierungsstudien gegen das Prostatakarzinom und das Nierenzellkarzinom deuten bereits auf mögliche klinische Erfolge hin. „Im Ergebnis haben wir es geschafft, die Prinzipien der Erkennung von virusinfizierten Zellen und von Krebszellen zu erarbeiten“, erklärt der Tübinger Forscher. „T-Zellen erkennen immer Peptide, also Fragmente von Proteinen, die auf körpereigenen Strukturen präsentiert werden. Mit solchen Peptiden kann man eine starke Immunantwort gegen Krebs und Viren erzeugen, wenn man einen wirksamen Impfverstärker nimmt, so wie wir ihn entwickelt haben.“</p><p>Dass das erwähnte Verfahren nicht nur bei Krebszellen, sondern auch bei Virusinfektionen funktioniert, wäre bis vor Kurzem nur einen Nebensatz wert gewesen – heute ist diese Erkenntnis für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das SARS-CoV-2 Virus essenziell wichtig. Tatsächlich hat Hans-Georg Rammensee auch hier wichtige Pionierarbeit geleistet. Und zwar bereits vor über 20 Jahren, wie er erzählt: „1996 besprach ich mit Prof. Günther Jung, mal auszuprobieren, ob man auch mit RNA impfen kann. Dies wurde dann von unseren Doktoranden Ingmar Hörr und Reinhard Obst zum Erfolg gebracht, so dass Ingmar Hörr bereits 1998 auf einem internationalen Kongress in New Delhi davon berichten konnte.“&nbsp;</p><h3>Von der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung&nbsp;</h3><p>Damals wurde also die wissenschaftliche Basis für die mRNA-Impfstoffe geschaffen. Inzwischen wenden mehrere Firmen, darunter die von Rammensee mitgegründete CureVac N.V., das Verfahren an. Ein ganz anderer Ansatz ist es, mit genau denjenigen virusspezifischen Peptiden, die von den T-Zellen erkannt werden, zu immunisieren. Bisher waren Peptidimpfungen nicht effizient; werden die Peptide jedoch mit einem – ebenfalls in Tübingen – neu entwickelten Adjuvanz kombiniert, einem Zusatzstoff, der das Immunsystem gezielt und effektiv aktiviert, erhält man starke T-Zellantworten. Diese T-Zellen können dann virusindizierte Zellen abtöten sowie die B-Zellen zur Produktion von Antikörpern gegen das Virus anregen, wie das in einer klinischen Impfstudie gegen SARS-CoV-2 erprobt wird, die am 30. November begonnen hat. Im Mai 2020 berichtete Hans-Georg Rammensee, dass er selbst sich als „gesunder Freiwilliger“ zur Verfügung gestellt hat, um den Wirkstoff zu testen. Nach 19 Tagen wurden in seinem Blut „starke T-Zell-Antworten gegen Peptide aus SARS-CoV-2“ gemessen.</p><p>In Hans-Georg Rammensees wissenschaftlicher Arbeit sind die Grenzen zwischen Grundlagenforschung und Angewandter Forschung fließend. Sein Ziel ist es, Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung möglichst rasch in klinische Anwendung zu übertragen, um neue, innovative Therapieansätze und eine individualisierte Herstellung moderner, biologischer Arzneimittel zur Behandlung von Krebserkrankungen oder für Immuntherapien zu entwickeln. So wurde auf sein Betreiben 2010 das „Good Manufacturing Practice Zentrum“ des Universitätsklinikums Tübingen eröffnet, in dem patientenindividuelle Impfstoffe und Antikörper gegen Krebserkrankungen entsprechend den europäischen Richtlinien für Arzneimittel hergestellt werden können. Auch die Entwicklung eines wirksamen mRNA-Impfstoffs gegen das SARS-CoV-2 Virus basiert maßgeblich auf den langjährigen Forschungen des Teams um Hans-Georg Rammensee.</p><h3>Würdigung jahrzehntelanger erfolgreicher Forschungsarbeit</h3><p>Nach Einschätzung der Jury des Landesforschungspreises ist Hans-Georg Rammensee „einer der weltweit führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Antigenspezifischen Immunbiologie. Mit seiner Arbeit hat er wichtige Beiträge zur Immuntherapie bei Krebs geleistet und eine wichtige Basis für die Entwicklung der modernen personalisierten Medizin gelegt.“ Das Preisgeld will der Tübinger Immunologe für die Weiterentwicklung der personalisierten Krebsimmuntherapie durch die therapeutische Impfung mit krebsspezifischen Peptiden verwenden, „und zwar in einer klinischen Studie, bei der gleich sechs verschiedene Krebsarten bekämpft werden sollen, was sehr ungewöhnlich ist“, betont Hans-Georg Rammensee.&nbsp;</p><p><a href="https://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/landesforschungspreis-baden-wuerttemberg-2020/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst vom 28.12.2020&nbsp;</a><br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-58234</guid><pubDate>Tue, 22 Dec 2020 10:45:12 +0100</pubDate><title>Kapselwurf – neuer Podcast zum Thema „Übersetzung als allgegenwärtiges gesellschaftliches Phänomen“</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/kapselwurf-neuer-podcast-zum-thema-uebersetzung-als-allgegenwaertiges-gesellschaftliches-phaenomen/</link><description>Interdisziplinäres und interuniversitäres Projekt mit Tübinger Beteiligung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Im Herbst 2020 ist die erste von fünf geplanten Folgen des Podcasts „Kapselwurf“ erschienen. Beteiligt an dem interdisziplinären und interuniversitären Projekt ist auch ist Dr. Irina Saladin, Postdoc am Seminar für Neuere Geschichte der Universität Tübingen.</p><p>In unserer heutigen Gesellschaft wird eine Fülle an Medien wie Literatur, Filme, Serien und Videospiele rezipiert, die aus geographisch, zeitlich und kulturell unterschiedlichen Regionen stammen. Ebenso vielfältig sind die Sprachen dieser Medien. Durch Übersetzungen wird der Zugang zu diesen für viele Menschen wesentlich bequemer und einfacher. Ein Großteil der Rezipientinnen und Rezipienten setzt sich in der Regel aber nur passiv mit diesen Übersetzungen auseinander und hat primär den Nutzen eines klareren Verständnisses vor Augen. Der Prozess der Übersetzung und die daran beteiligten Personen stehen dabei meist im Hintergrund. Einige der Fragen, denen die jungen Forscherinnen und Forscher in ihrem Podcast nachgehen, lauten:&nbsp;</p><ul><li>Was ist überhaupt eine Übersetzung, was nicht?&nbsp;</li><li>Welche Konzepte und Prinzipien stehen hinter unserem Verständnis von Übersetzungen?</li><li>Und was empfinden wir als „gute“ Übersetzung?</li></ul><p>Irina Saladin hat den Podcast gemeinsam mit der Nachwuchswissenschaftlerin Jennifer Hagedorn (Germanistik, Universität Braunschweig) sowie den Nachwuchswissenschaftlern &nbsp;Malte Kneifel (Spanische und Portugiesische Sprach- und Translationswissenschaft, Universität Mainz) und Raphael Sackmann (Keltologie, Universität Marburg) ins Leben gerufen. Sie alle arbeiten an verschiedenen Forschungsprojekten im Rahmen des interdisziplinären DFG Schwerpunktprogramms 2130 „Übersetzungskulturen der Frühen Neuzeit". Der Podcast richtet sich an ein breites Publikum und soll auf leicht verständliche und unterhaltsame Weise ein Bewusstsein für die Herausforderungen von Übersetzungen und deren vielfältige Erscheinungsformen schaffen.</p><p>Der Podcast ist abrufbar auf&nbsp;</p><ul><li>Spotify: <a href="https://open.spotify.com/show/4JzS22Q5CPjUgcfk8ufyFV" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://open.spotify.com/show/4JzS22Q5CPjUgcfk8ufyFV</a>,&nbsp;</li><li>iTunes: <a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/kapselwurf-podcast/id1542206456" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://podcasts.apple.com/de/podcast/kapselwurf-podcast/id1542206456</a>&nbsp;und auf der</li><li>SPP-Homepage: <a href="https://www.spp2130.de/index.php/kapselwurf/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.spp2130.de/index.php/kapselwurf/</a>.&nbsp;</li></ul><p class="align-right"><em>Prof.&nbsp;Dr. Renate Dürr, Fachbereich Geschichtswissenschaft der Universität&nbsp;Tübingen, Seminar für Neuere Geschichte</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-58183</guid><pubDate>Mon, 21 Dec 2020 11:23:08 +0100</pubDate><title>Tübinger Physiker übernimmt neuen Vorsitz des Komitee Forschung mit Neuronen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebinger-physiker-uebernimmt-neuen-vorsitz-des-komitee-forschung-mit-neuronen/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Prof. Dr. Frank Schreiber (Universität Tübingen) ist der neue Vorsitzende des Komitee Forschung mit Neutronen (KFN) und Prof. Dr. Susan Schorr (Helmholtz-Zentrum Berlin/FU Berlin) ist die stellvertretende Vorsitzende.</p><p>Die Mitglieder des neu gewählten 12. Komitee Forschung mit Neutronen (KFN) haben Frank Schreiber zum Vorsitzenden und Susan Schorr zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Das KFN vertritt die Interessen von Neutronennutzenden in Deutschland gegenüber der Politik und den Forschungszentren. Es bildet ein Gremium, in dem alle wichtigen Forschungsbereiche und Interessengruppen vertreten sind: Nutzende, Forschungszentren, Projektträger und BMBF. In diesem Dialog entwickelt das Komitee Strategien und Strukturen, die die Forschung mit Neutronen in Deutschland fördern.</p><p>Das KFN hat kürzlich die Broschüre „Neutronenforschung in Deutschland für Wissenschaft und Gesellschaft“ herausgegeben, in der strategische Empfehlungen ausgesprochen und die Bedeutung des Forschungsbereichs dargestellt wird:&nbsp;<a href="https://www.sni-portal.de/de/Dateien/neutronenforschung-in-deutschland-fuer-wissenschaft-und-gesellschaft" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.sni-portal.de/de/Dateien/neutronenforschung-in-deutschland-fuer-wissenschaft-und-gesellschaft</a></p><p>Neutronen sind eine einzigartige Sonde zur Erforschung von Materie, die die beiden zentralen Fragen beantworten kann, „wo Atome sind“ und „was Atome tun“. Mit Neutronen können andere Dinge sichtbar und begreifbar gemacht werden als mit Röntgenstrahlung, und zwar von der Grundlagenforschung bis hin zur industriellen Anwendung. Das tiefere Verständnis der magnetischen Eigenschaften von Materialien führt zum Beispiel zu neuen, effektiven Speichermedien. Neutronen eignen sich ferner ideal für spektroskopische Fragestellungen, mit denen z. B. die Dynamik verschiedener Systeme untersucht werden kann. Wann immer Wasserstoff eine Rolle spielt, helfen Neutronen verstehen, was passiert – ob in der Erforschung von Alzheimer, Corona oder der Entwicklung von Brennstoffzellen. Und Neutronen durchdringen große Proben, ohne sie zu zerstören. Das macht man sich nicht nur im Flugzeugbau, sondern auch in der Archäologie zunutze.&nbsp;</p><p class="align-right"><em>Pressemitteilung der Öffentlichkeitsarbeit Forschung mit Synchrotronstrahlung, Neutronen und Ionenstrahlen an Großgeräten, Helmholtz-Zentrum Geesthacht@CAU Kiel</em></p><h3>Weitere Informationen:</h3><p><a href="https://www.sni-portal.de/de/nutzervertretungen/komitee-forschung-mit-neutronen" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.sni-portal.de/de/nutzervertretungen/komitee-forschung-mit-neutronen</a>&nbsp;<br><a href="https://www.sni-portal.de/de/nutzervertretungen/komitee-forschung-mit-neutronen/das-kfn-hat-einen-neuen-vorsitz-prof-dr-frank-schreiber-sprecher-und-prof-dr-susan-schorr-stellv" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.sni-portal.de/de/nutzervertretungen/komitee-forschung-mit-neutronen/das-kfn-hat-einen-neuen-vorsitz-prof-dr-frank-schreiber-sprecher-und-prof-dr-susan-schorr-stellv</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-57949</guid><pubDate>Mon, 14 Dec 2020 17:21:28 +0100</pubDate><title>Zulassungsstudie für mRNA-Impfstoff gegen das Corona-Virus gestartet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/zulassungsstudie-fuer-mrna-impfstoff-gegen-das-corona-virus-gestartet/</link><description>Kanzler Andreas Rothfuß erste Testperson für Impfstoff der Firma CureVac</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Am Universitätsklinikum Tübingen startet die Phase IIb/III-Studie zur Testung des mRNA-Impfstoffs des Unternehmens CureVac gegen das Coronavirus. Die weltweite Zulassungsstudie wird unter der Leitung von Prof. Dr. Peter G. Kremsner unter anderem am Tübinger Institut für Tropenmedizin, Reisemedizin und Humanparasitologie durchgeführt.</strong></p><p>Um den abgesicherten Nachweis von Wirksamkeit und Sicherheit des neuen&nbsp;Sars-CoV-2 mRNA-Impfstoffs zu erbringen, startet aktuell an vielen Zentren weltweit die Phase IIb/III-Studie zur Zulassung dieses Impfstoffs. Nach erfolgter Zulassung durch das Paul-Ehrlich-Institut konnte bereits am Freitag, 11. Dezember, der erste Proband in Tübingen in die Studie eingeschlossen werden.&nbsp;</p><p>Die ersten Impfungen fanden am heutigen Montag statt. Mit dabei war auch der Kanzler der Universität Tübingen, Dr. Andreas Rothfuß, der sich freiwillig als Testperson zur Verfügung gestellt hat.&nbsp;</p><p>International werden für die Phase-III-Studie 36.000 freiwillige Probanden geimpft, die Hälfte erhält den Impfstoff, die andere Hälfte ein Placebo. Am Studienzentrum in Tübingen sollen in den kommenden Wochen 1.000 Personen den Impfstoff erhalten. Im Anschluss werden dann die Impfstoffverträglichkeit und der Infektionsstatus der Teilnehmenden&nbsp;durch regelmäßige Corona-Tests überprüft. Zusätzlich zum regelmäßigen Screening werden symptomatische Probanden getestet.&nbsp;</p><h3>Zur Studie</h3><p>Die klinische Testung von CureVacs Impfstoff startete am 18. Juni 2020 ebenfalls am Universitätsklinikum Tübingen. In Phase I wurde der Impfstoff über 250 gesunden Probanden im Alter von 18 bis 60 Jahren verabreicht, um dessen Verträglichkeit und Immunogenität zu überprüfen. In der zweiten Phase wurden seit Spätsommer 690 Probanden in klinischen Zentren in Peru und Panama geimpft.</p><p>Nach Abschluss der Studie werden die Probanden im Rahmen einer einjährigen Beobachtungsphase weiter überwacht. In dieser Zeit werden weitere Daten gesammelt, um die langfristige Sicherheit&nbsp;sowie das Auftreten von COVID-19-Fällen zu bewerten. Auf diese Weise soll unter anderem die Dauer der Wirksamkeit des Impfstoffs ermittelt werden.</p><h3>Über mRNA-Impfstoffe</h3><p>Bei der Impfstudie handelt es sich um einen synthetisch erzeugten mRNA-Impfstoff (messenger-Ribonukleinsäure). Im Gegensatz zu vielen herkömmlichen Impfungen, verzichtet der mRNA-Impfstoff auf lebende Krankheitserreger und Zellkulturen.&nbsp;Ein mRNA-Impfstoff besteht aus den für das Virus typischen Sequenzen für Eiweißstoffe, die im Körper eine Immunreaktion provozieren und somit immun machen.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-57802</guid><pubDate>Thu, 10 Dec 2020 10:39:29 +0100</pubDate><title>Nature Index AI: Tübingen bestplatzierte Universität Deutschlands</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/nature-index-ai-tuebingen-bestplatzierte-universitaet-deutschlands/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen ist in der KI-Forschung nach einer Rangliste des Wissenschaftsverlags Springer Nature bundesweit die Hochschule Nummer eins. Im neu veröffentlichten „Nature Index Artificial Intelligence“, in dem unter anderem wissenschaftliche Artikel zum Thema Künstliche Intelligenz aus dem Zeitraum 2015 bis 2019 gewertet wurden, belegt die Universität im weltweiten Vergleich zudem als einzige deutsche Hochschule einen Platz unter den Top 50.</p><p>Das Ranking, in dem US-amerikanische Universitäten dominieren, führt vier weitere deutsche Universitäten in den Top 100 auf. Im Ländervergleich, in dem auch die Beiträge von Forschungseinrichtungen wie der Max-Planck-Gesellschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren berücksichtigt wurden, belegt Deutschland hinter den USA und Großbritannien den dritten Platz – vor China, Frankreich und Kanada.</p><h3>Weitere Informationen:</h3><p><a href="https://www.natureindex.com/supplements/nature-index-2020-ai/tables/academic" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.natureindex.com/supplements/nature-index-2020-ai/tables/academic</a><br><a href="https://www.natureindex.com/supplements/nature-index-2020-ai/tables/countries" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.natureindex.com/supplements/nature-index-2020-ai/tables/countries</a></p><p class="align-right"><em>Lennart Schmid, Karl G. Rijkhoek</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-57718</guid><pubDate>Wed, 09 Dec 2020 12:00:00 +0100</pubDate><title>Paläoanthropologin und Archäologin erhält Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrats</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/palaeoanthropologin-und-archaeologin-erhaelt-consolidator-grant-des-europaeischen-forschungsrats/</link><description>Sireen El Zaatari erforscht in ihrem ausgezeichneten Projekt die Wanderungswellen der frühen Menschen im Nahen Osten</description><content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Sireen El Zaatari aus der Abteilung Paläoanthropologie des Instituts für Naturwissenschaftliche Archäologie der Universität Tübingen hat einen Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC) eingeworben. In ihrem Projekt Tracing Hominin Occupations of and Migrations through the Levant: Reviving Paleolithic Research in Lebanon (REVIVE) untersucht sie die Spuren menschlicher Besiedlung und Wanderungen durch die Levante, wo sie die lange brachliegende Erforschung der Steinzeit im Libanon wieder aufnehmen möchte. Für ihr Vorhaben erhält sie eine Förderung von rund zwei Millionen Euro über die kommenden fünf Jahre.</p><p>Mit dem Consolidator Grant unterstützt der ERC Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit mehrjähriger Forschungserfahrung bei der Weiterentwicklung ihrer Forschungsteams. Die Kreativität des vielversprechenden wissenschaftlichen Nachwuchses soll gefördert und neue Ideen in die Forschungsfelder getragen werden. Die Ausschreibung richtet sich themenoffen an alle Bereiche der Wissenschaft.</p><h3>Erkundungen in der Steinzeit des Libanon</h3><p>Die Evolution des Menschen ist eine ebenso faszinierende wie verwirrende Erfolgsgeschichte. Seit mehr als einem Jahrhundert versuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sie so zu schreiben, dass all die evolutionären Schritte und Wanderungsbewegungen unserer Vorfahren erfasst werden, die uns zu dem machten, was wir heute sind. Eine einzige Menschenart, der Homo sapiens, bevölkert heute die Erde.&nbsp;</p><p>Sireen El Zaatari will eine Schlüsselregion der Geschichte unserer menschlichen Vorfahren untersuchen, den Libanon. „Dort ist ein reiches archäologisches Erbe aus der Steinzeit zu finden, dessen Potenzial fast vergessen wurde“, sagt die Forscherin. „Vor einigen Jahrzehnten hatte die wissenschaftliche Erkundung des Libanon gerade erst begonnen, als sie durch den Ausbruch des Bürgerkriegs 1975 schon wieder zu einem jähen und gewaltvollen Ende kam.“ Der Libanon liegt im Herzen der Levante an der Ostküste des Mittelmeers, die als Landverbindung zwischen Afrika und Eurasien Durchzugsgebiet und Besiedelungsregion verschiedener Wanderungen der frühen Menschen war.&nbsp;</p><h3>Hinweise auf ein dynamisches Geschehen</h3><p>„Vor einigen Jahrzehnten stützte sich die Geschichte von der Ausbreitung unserer menschlichen Ahnenlinie von ihrem Ursprung in Afrika über die Welt auf zwei voneinander unabhängige große Wanderungswellen“, berichtet Sireen El Zaatari. Die eine betreffe den heute ausgestorbenen Homo erectus, der vor rund einer Million Jahre aus Afrika auswanderte und sich in Europa zum Neandertaler weiterentwickelte; die zweite Wanderungswelle bildeten moderne Menschen, die in einer unabhängigen Linie in Afrika aus dem Homo erectus entstanden und den Kontinent vor 60.000 bis 50.000 Jahren verließen. „Heute müssen wir jedoch von einer komplizierteren, dynamischeren Geschichte ausgehen, die viele Wanderungen unserer menschlichen Vorfahren über mehrere Millionen Jahre umfasst“, sagt die Forscherin. Darauf deuteten neuere archäologische, paläoanthropologische und genetische Belege hin.&nbsp;</p><p>El Zaatari möchte in ihrem Projekt mehr über die konkreten Ereignisse wie die Zahl und den Zeitpunkt der Ausbreitungswellen erfahren sowie über die beteiligten Menschenarten. Sie will wissen, welchen Einfluss neue Technologien, das Klima und die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Menschenpopulationen auf den Verlauf der Geschichte hatten. „Als Brücke, die Afrika mit dem Rest der Welt verbindet, ist die Levante und insbesondere der Libanon der ideale Ort für die Suche nach neuen Antworten“, sagt die Forscherin.<br> Sireen El Zaatari studierte Archäologie an der Amerikanischen Universität in Beirut und Anthropologie an der Stony Brook University in New York. Dort wurde sie 2007 auch promoviert. Als Postdoktorandin forschte sie unter anderem am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und an der American School of Classical Studies in Athen, Griechenland. Seit 2013 leitet sie als Nachwuchswissenschaftlerin eine Forschungsgruppe in der Abteilung für Paläoanthropologie am Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie der Universität Tübingen.</p><p><a href="https://erc.europa.eu/news/CoG-recipients-2020" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Pressemitteilung ERC</a></p><p class="align-right">Janna Eberhardt/Hochschulkommunikation<br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-57580</guid><pubDate>Thu, 03 Dec 2020 15:42:06 +0100</pubDate><title>Sonderforschungsbereich 1233 &quot;Robustheit des Sehens – Prinzipien der Inferenz und neuronale Mechanismen&quot; wird für weitere vier Jahre gefördert.</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/sonderforschungsbereich-1233-robustheit-des-sehens-prinzipien-der-inferenz-und-neuronale-mechanismen-wird-fuer-weitere-vier-jahre-gefoerdert/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Sonderforschungsbereich SFB1233 “Robustheit des Sehens – Prinzipien der Inferenz und neuronale Mechanismen” wird für weitere vier Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.&nbsp;</p><p>Das Ziel des Sonderforschungsbereichs ist die Identifizierung der neuronalen Prinzipien des Gehirns, die dem robusten Sehen unterliegen. Hierzu arbeiten Wissenschaftler der Universität Tübingen, des&nbsp;Max Planck Instituts für Intelligente Systeme und des Max Planck Instituts für Biologische Kybernetik sowie der LMU München aus verschiedenen Disziplinen wie Neurowissenschaften, Maschinelles Lernen und Computer Vision eng zusammen. Gemeinsam untersuchen sie experimentell und theoretisch die Unterschiede zwischen dem biologischen und dem künstlichen Sehsystem.</p><p>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert&nbsp;ab 2021 in der 2. Förderperiode zwölf wissenschaftliche Projekte, ein Infrastrukturprojekt sowie ein Transferprojekt mit Zeiss Vision mit insgesamt über 9 Millionen Euro.&nbsp;</p><ul><li><a href="/forschung/forschungsschwerpunkte/sonderforschungsbereiche/sfb-1233/" class="internal-link" title="Link zur Homepage des SFB 1233 „Robustheit des Sehens“">Homepage&nbsp;SFB 1233 „Robustheit des Sehens“</a></li></ul><p class="align-right">Judith Lam</p><h3>Hintergrund</h3><p>Unser Sehvermögen funktioniert verblüffend robust: Selbst in einer sehr variablen Umwelt ermöglicht es uns, aus begrenzten visuellen Informationen verlässliche Schlussfolgerungen über die betrachtete Umgebung zu ziehen. Dafür werden von unseren Nervenzellen komplexe Berechnungen durchgeführt. Künstliche Sehsysteme, beispielsweise in selbstfahrenden Autos, sind zunehmend in der Lage, das menschliche Sehvermögen nachzubilden. Der Forschungsverbund will die Prinzipien und Algorithmen besser verstehen, die den Berechnungen visueller Systeme zugrunde liegen und „robustes Sehen“ ermöglichen.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-57400</guid><pubDate>Mon, 30 Nov 2020 09:14:54 +0100</pubDate><title>COVID-19: Seltene Zellen im Blut weisen auf schweren Verlauf hin</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/covid-19-seltene-zellen-im-blut-weisen-auf-schweren-verlauf-hin/</link><description>Tübinger Wissenschaftler beteiligt: Forschungsprojekt identifiziert Zelltypen im Blut, die auf schwere Krankheitsverläufe bei COVID-19 hindeuten</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bei schweren Verläufen einer COVID-19-Erkrankung spielen nicht nur die üblicherweise als Immunzellen bezeichneten Zelltypen eine Rolle. Insbesondere unreife Vorläuferzellen im Blut, die normalerweise nur im Knochenmark vorkommen und dort erst durch Reifung zu Blutzellen werden, weisen auf einen besonders schweren Verlauf der Erkrankung hin und könnten zu vielen der klinischen Komplikationen bei COVID-19 beitragen. Dies konnte ein internationales Forschungsteam zeigen, an dem auch Professor Andreas Dräger mit seiner Gruppe vom Institut für Biomedizinische Informatik der Universität Tübingen beteiligt war.&nbsp;</p><p>Die neuen Erkenntnisse haben Forschende der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), des Universitätsklinikums Schleswig-Holsteins (UKSH) und der Universitäten Bonn, Köln, Lübeck, Tübingen und Nijmegen, des Forschungszentrums Borstel/Leibniz Lungenzentrum sowie des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen des nationalen DFG Forschungsverbundes „Deutsche COVID-19 OMICS Initiative“ (DeCOI) im Fachmagazin <em>Immunity</em> publiziert.</p><h3>Auf der Suche nach einem Biomarker für einen schweren COVID-19-Verlauf</h3><p>Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV2 nehmen sehr unterschiedliche klinische Verläufe. Während viele mild oder sogar symptomlos verlaufen, können sie insbesondere bei älteren Menschen lebensbedrohlich werden. Dabei können neben einer Lungenentzündung auch Organe wie das Herz oder die Niere betroffen sein. Hierbei spielt eine fehlgeleitete Entzündungsreaktion eine wichtige Rolle. Darüber hinaus deuten immer mehr Befunde darauf hin, dass Schäden an kleinen Blutgefäßen und eine zu starke Blutgerinnung entscheidende Faktoren für schwere Verläufe sind. So sind Blutgerinnsel in der Lunge eine der häufigsten direkten Todesursachen bei COVID-19.</p><p>„Wir wissen immer noch relativ wenig darüber, was den Krankheitsverlauf und die Schwere der Erkrankung beeinflusst. Welche Zelltypen spielen hier wann eine wichtige Rolle? Und können wir auf diese Weise bestimmte molekulare Fingerabdrücke im Blut identifizieren, die schon früh auf einen schweren Verlauf hinweisen?“, erklärt einer der federführenden Autoren, Professor Philip Rosenstiel, Direktor des Instituts für klinische Molekularbiologie (IKMB) der CAU und des UKSH und Vorstandsmitglied im Exzellenzcluster PMI.&nbsp;</p><h3>Zwei unreife Blutzelltypen charakteristisch für schweren Verlauf</h3><p>Untersucht hat das Team Blutproben von COVIE-19-Patientinnen und Patienten an den Universitätskliniken in Kiel, Bonn, Köln und Nijmegen. Bei einer Gruppe 14 Erkrankter wurden die im Blut vorkommenden Zellen in einer Zeitserie analysiert, also zu verschiedenen Zeitpunkten während der Erkrankung. Als Vergleichsgröße dienten Blutproben gesunder Personen. „Das Besondere ist, dass wir mithilfe der sogenannten Einzelzellgenomik Hunderttausende Zellen durch Sequenzierung parallel analysiert haben und damit auch seltenere Zelltypen identifizieren konnten“, erklärt Autorin Dr. Joana Pimenta Bernardes (IKMB). „Zusammen mit anderen Daten wie klinischen Laborwerten und Messungen von Entzündungsbotenstoffen konnten wir eine Art Fingerabdruck, eine Signatur, der veränderten Funktionsweise dieser Zellen erstellen und über die Zeit verfolgen.“</p><p>Zur Auswertung der Proben kamen zelltypspezifische Stoffwechselmodelle aus Tübingen zum Einsatz, die Alina Renz unter Andreas Drägers Leitung erstellt, am Computer simuliert und auf krankheitsbedingt veränderte Aktivität hin analysiert hat. Dabei fielen einige Stoffwechselwege besonders ins Gewicht, die bei schweren Verläufen einer COVID-19-Erkrankung in verändertem Maße gebildet werden.&nbsp;</p><p>Signaturen zweier unreifer Zelltypen sind demnach für die COVID-19-Erkrankung besonders charakteristisch: von Vorläuferzellen von Blutplättchen, sogenannten Megakaryozyten, und von unreifen roten Blutkörperchen. Das sei vor allem überraschend, weil diese Vorläuferzellen sich normalerweise nicht im Blut, sondern im Knochenmark befänden“, so die Autoren. Solche Ausschwemmungen von Vorläuferzellen ins Blut seien etwa bei einer Blutvergiftung bekannt. Durch die Analysen konnte nun ein sehr detailliertes Bild der zellulären Veränderungen während des gesamten Krankheitsverlaufs gezeichnet werden.&nbsp;</p><h3>Mögliche Erklärung für Gerinnungsprobleme bei COVID-19 gefunden</h3><p>Besondere Einblicke bekamen das Team durch eine Gruppe von 39 COVID-19-Patientinnen und -Patienten, die in Nijmegen auf der Intensivstation behandelt worden waren, also besonders schwere Verläufe hatten. Auffällig war hier, dass bei den Personen, die an der Erkrankung verstarben, während des Krankheitsverlaufs die Signatur der Megakaryozyten und der Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen deutlich stärker ausfiel, als bei den Personen, die die Intensivstation wieder verlassen konnten. „Die Megakaryozyten spiegeln ein bekanntes COVID-19-Problem wieder: Blutplättchen sind zuständig für die Blutgerinnung und eine der häufigsten direkten Todesursachen bei COVID-19 sind Gerinnungsprobleme. Die aktivierten Megakaryozyten im Blut bringen möglicherweise Blutplättchen hervor, die leichter aggregieren und damit zu den Gerinnungsproblemen führen“, sagt Rosenstiel. Die Zunahme der Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen deutet auf einen Sauerstoffmangel hin und ist als Notfallreaktion bei schweren Lungenerkrankungen bekannt.</p><h3>Forschungskonsortium</h3><p>Die Studie wurde durch das bundesweite Konsortium der „Deutschen COVID-19 OMICS Initiative“ (DeCOI) ermöglicht und entstand unter Mitwirkung von Partnern aus dem „Human Cell Atlas“, einem internationalen Konsortium zur Einzelzellanalyse. DeCOI ist ein nationales Netzwerk zahlreicher Genomforschenden von mehr als 45 Institutionen, die ihre Expertise und Sequenzierinfrastruktur bündeln, um einen wissenschaftlichen Beitrag zur Bewältigung der COVID-19-Pandemie zu leisten.&nbsp;</p><h3>Originalpublikation&nbsp;</h3><p>J.P. Bernardes*, N. Mishra*, F. Tran* et al.: Longitudinal multi-omics analyses identify responses of megakaryocytes, erythroid cells and plasmablasts as hallmarks of severe COVID-19 trajectories. <em>Immunity</em> (2020). <a href="https://doi.org/10.1016/j.immuni.2020.11.017" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.immuni.2020.11.017</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-57283</guid><pubDate>Wed, 25 Nov 2020 11:12:50 +0100</pubDate><title>Die Bändigung der metabolischen Komplexität</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/die-baendigung-der-metabolischen-komplexitaet/</link><description>Mittels CRISPRi-Screens sind Forschende den Ursachen der metabolischen Robustheit von E.coli auf der Spur</description><content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://uni-tuebingen.de/securedl/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE3NzkzMzA1MDUsImV4cCI6MTc3OTQyMDUwNSwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW4vVW5pX1R1ZWJpbmdlbi9BbGxnZW1laW4vRG9rdW1lbnRlL1ByZXNzZW1pdHRlaWx1bmdlbl9wZGZfMjAwOS9QTUVuZ2wyMDIwLzIwLTExLTI1X1ByZXNzX1JlbGVhc2VfTGlua19Ob3ZfMjAyMF9NUEl0ZXJNaWMucGRmIiwicGFnZSI6NjE3MTR9.6l1i1yXHo-3y7U2OiI5XjjMeTr0xTEJh8mH5Al5RCHU/20-11-25_Press_Release_Link_Nov_2020_MPIterMic.pdf" class="download">English version</a></p><p><strong>Robustheit bezeichnet die Fähigkeit des Stoffwechsels, die Änderungen in seiner Umgebung abzupuffern. Sie ist in der mikrobiellen Forschung nicht immer willkommen, denn sie erschwert die Beeinflussung von Stoffwechselvorgängen und kann verhindern, dass Antibiotika Bakterien abtöten. Deshalb ist es wichtig, die Mechanismen zu verstehen, die metabolische Robustheit ermöglichen. Ein massiv paralleler CRISPRi-Screen zeigte, dass der Metabolismus von E. coli sehr robust gegen den Knockdown von Enzymen ist, und Multiomik-Daten enthüllten die Mechanismen dahinter. In Zukunft können die Ergebnisse helfen, bessere Modelle des Stoffwechsels zu erstellen, um eine gezielte Entwicklung von industriell nutzbaren Mikroben zu ermöglichen.</strong></p><p>In ihrem natürlichen Lebensraum sind Bakterien wie E. coli mit ständigen Veränderungen in der Zusammensetzung der Nährstoffe konfrontiert. Doch unter Laborbedingungen können sie sich als regelrechte Spezialisten erweisen: Hier sind sie in der Lage, aus einer einzigen Kohlenstoffquelle, wie Glukose, alle notwendigen Zellbausteine zu bilden. Diese Aufgabe erfordert, dass Hunderte von enzymkatalysierten Reaktionen im richtigen Tempo ablaufen und keine Reaktion versehentlich unter eine kritische Schwelle fällt. Andernfalls kann ein einziger Engpass im Stoffwechsel-Netzwerk weitreichende Folgen haben und schließlich das Zellwachstum stoppen.</p><p>Um zu verstehen, wie E. coli diese Aufgabe erfüllt, nutzten Forscher unter der Leitung von Dr. Hannes Link vom Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie die CRISPR-Interferenz-Technologie (CRISPRi). Sie induzierten Knockdowns jedes Proteins im metabolischen Netzwerk von E. coli und schufen damit eine CRISPRi-Bibliothek mit 7177 Stämmen. Sequenzierung der CRISPRi-Bibliothek ermöglichte die Verfolgung der Fitness jedes CRISPRi-Stamms über einen Zeitraum von 14 Stunden. Die Ergebnisse dieses CRISPRi-Fitness-Tests waren überraschend: Nur im Falle von sieben Genen - Schlüsselpunkten im metabolischen Netzwerk, wie die Biosynthese von Desoxynukleotiden für die DNA-Synthese – verursachte das Ausschalten des Gens sofortige und starke Fitnessdefekte. Dagegen hatten Hunderte von anderen Knockdowns nur geringe Auswirkungen.</p><p>Die Ergebnisse zeigten, dass E. coli-Zellen eine sehr hohe metabolische Robustheit besitzen. "Im Allgemeinen ermöglicht es die Robustheit lebenden Organismen, trotz äußerer und innerer Störungen zu überleben, und es gibt verschiedene Mechanismen, die das ermöglichen, wie z.B. Rückkopplungsmechanismen oder Redundanz. In diesem Zusammenhang befinden sich Organismen immer in einer Kompromisssituation: entweder sie exprimieren hohe Enzymkonzentrationen, was kostspielig ist, oder sie exprimieren niedrige Enzymkonzentrationen, was die Leistung des Stoffwechsels begrenzen kann. Für uns Forscher ist Robustheit bei Bakterien nicht immer ein willkommenes Merkmal, zum Beispiel wenn wir den Stoffwechsel so gestalten wollen, dass Chemikalien in Bakterien im Rahmen biotechnologischer Anwendungen überproduziert werden. Deshalb ist es wichtig zu verstehen, wie E.coli diese Aufgabe erfüllt", so<strong> Dr. Hannes Link, der zum Oktober 2020 auf die W 3-Professur für Bacterial Metabolomics an der Universität Tübingen berufen wurde.</strong></p><p>Dazu hat das Team das Proteom und Metabolom von 30 CRISPRi-Stämmen gemessen. Bei einigen Stämmen zeigten die Reaktionen des Proteoms Mechanismen, die die CRISPRi-Knockdowns aktiv pufferten. Zum Beispiel verursachte der Knockdown der Homocystein-Transmethylase (MetE) im Methionin-Biosyntheseweg eine kompensatorische Hochregulation aller benachbarten Enzyme. Mit anderen Worten: die E. coli-Zellen nahmen wahr, dass der Knockdown einen Engpass in der Methionin-Biosynthese verursachte, und operierten dann sehr präzise und lokal um den Methionin-Weg herum. Die anderen 30 CRISPRi-Stämme zeigten ähnliche Puffermechanismen, die überraschend spezifisch waren. Ob alle Stoffwechselwege mit solch präzisen und lokalisierten Puffermechanismen ausgestattet sind, bleibt offen. Daher entwickeln die Forschenden derzeit neue Massenspektrometrie-Methoden, um den gesamten Metabolismus der gesamten CRISPRi-Bibliothek zu untersuchen.</p><p>Dieser umfangreiche Ansatz eröffnet neue Wege in der Entwicklung industriell nutzbarer Mikroben, wie Dr. Hannes Link aufzeigt: "In Zukunft wollen wir diese Daten nutzen, um Stoffwechselmodelle zu konstruieren, die dynamisch und prädiktiv sind. Wir haben in der aktuellen Studie ein sehr kleines dynamisches Modell verwendet, aber die Erstellung größerer Modelle bleibt eine der großen Herausforderungen. Solche Modelle würden es uns erlauben, E. coli-Zellen zu konstruieren, die auf ein bestimmtes Signal hin aufhören zu wachsen, und dann alle Stoffwechselressourcen auf die Synthese einer gewünschten Chemikalie konzentrieren. Diese kontrollierte Abkopplung des Wachstums von der Überproduktion würde neue Wege im Metabolic Engineering beschreiten und neue Anwendungen in der industriellen Biotechnologie ermöglichen."</p><p class="align-right">Pressemitteilung des&nbsp;Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie Marburg</p><h3>Originalveröffentlichung:</h3><p>Donati, S.; Kuntz, M.; Pahl, V.; Farke, N.; Beuter, D.; Glatter, T.; Gomes-Filho, J.V.; Randau, L.; Wang, C.Y.; Link, H.<br> Multi-omics Analysis of CRISPRi-Knockdowns Identifies Mechanisms that Buffer Decreases of Enzymes in E. coli Metabolism<br> Cell Systems 12, 1-12 (2020)<br> DOI: <a href="https://doi.org/10.1016/j.cels.2020.10.011" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.cels.2020.10.011</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-57052</guid><pubDate>Wed, 18 Nov 2020 08:00:00 +0100</pubDate><title>Gemeinsam Flagge zeigen für Antibiotika</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/gemeinsam-flagge-zeigen-fuer-antibiotika/</link><description>Die Universitäten Tübingen und Bonn beteiligen sich an weltweiter Aktionswoche</description><content:encoded><![CDATA[<p>Antibiotika sind nicht nur eine wichtige Waffe im Kampf gegen bakterielle Infektionen, sondern auch ein zentraler Pfeiler vieler Therapien und Behandlungen der modernen Medizin. Leider verlieren viele dieser Arzneien zunehmend an Wirkung, da Resistenzen auf dem Vormarsch sind. Auf diese brisante Entwicklung aufmerksam zu machen, ist Ziel der Weltantibiotikawoche, an der in diesem Jahr auch die Universitäten Bonn und Tübingen teilnehmen.</p><p>Die beiden Koordinatorinnen des Transregionalen Sonderforschungsbereichs (TRR) 261 „Antibiotic CellMAP“ der Universitäten Bonn und Tübingen mahnen einen sorgsamen Umgang mit den vorhandenen Arzneimitteln an. Prof. Dr. Heike Brötz-Oesterhelt vom Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin der Universität Tübingen sagt: „Antibiotikaresistenzen sind eine der größten Bedrohungen, mit denen wir heute konfrontiert sind. Es ist Zeit zu handeln!“ Prof. Dr. Tanja Schneider vom Institut für Pharmazeutische Mikrobiologie der Universität Bonn betont: „Antibiotika machen viele Therapien und Behandlungen wie Chemotherapien, Transplantationen oder chirurgische Eingriffe überhaupt erst möglich.“ Auf Initiative des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Verbundes prangen seit heute Banner an verschiedenen Standorten beider Universitäten, die auf die Aktionswoche hinweisen.</p><p>Durch unsachgemäße und nicht zielgerichtete Anwendung von Antibiotika, sowie deren massiven Einsatz in der Tiermast hat sich die Ausbreitung von Resistenzen in den vergangenen Jahren zugespitzt. Infektionen mit Erregern, für die es keine wirksamen Antibiotika und damit keine Therapie mehr gibt, nehmen besorgniserregend zu. Jedes Jahr sterben 700.000 Menschen weltweit an Infektionen mit Antibiotika-resistenten Bakterien, und wissenschaftliche Prognosen sagen in den kommenden Jahren eine Vervielfachung dieser Zahl voraus. Verschärft wird diese Situation dadurch, dass es immer schwieriger wird neue, wirksame Antibiotika zu finden die diesem Trend entgegensteuern können. Die Antibiotikaforscher befürchten, dass die aktuelle COVID-Problematik die Situation eher noch verschärfen könnte, da viele schwer an COVID erkrankte Patienten zusätzlich an bakteriellen Begleitinfektionen leiden und dringend eine Antibiotikabehandlung benötigen.</p><p>Im internationalen Schulterschluss will der Forschungsverbund helfen, die Suche nach neuen Wirkstoffen zu forcieren und Wissenslücken in grundlegenden Prozessen der Antibiotika-Produktion und -wirkung zu schließen. Prof. Brötz-Oesterhelt erklärt: „Selbst bei seit langem angewendeten Antibiotika verstehen wir noch nicht, wie sich die Blockierung ihrer Zielstrukturen auf zellulärer Ebene auswirkt, obwohl die molekularen Interaktionen detailliert biochemisch untersucht wurden. Wir müssen mehr über diese Mechanismen herausfinden, um zielgerichtet neue Antibiotika entwickeln zu können.“</p><p>Wissenschaftler der beiden Universitäten erforschen im gemeinsamen Sonderforschungsbereich die Grundlagen der vielfältigen Wirkungen von Antibiotika auf Krankheitserreger. Sie wollen lernen, was besonders gute Antibiotika ausmacht, um in Zukunft besser Wirkstoffe auswählen und entwickeln zu können. Außerdem erforscht der Verbund die wissenschaftlichen Grundlagen der Antibiotikabiosynthese, um zukünftig auch solche Wirkstoffe herstellen zu können, die sich heute noch nicht produzieren lassen.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-56953</guid><pubDate>Thu, 12 Nov 2020 17:00:38 +0100</pubDate><title>Neue Veröffentlichung in Nature: Maschinelles Lernen hilft bei der Entschlüsselung des Gehirns</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neue-veroeffentlichung-in-nature-maschinelles-lernen-hilft-bei-der-entschluesselung-des-gehirns/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein internationales Team von Wissenschaftlern um Philipp Berens, Sprecher des Exzellenz-Clusters <a href="/forschung/forschungsschwerpunkte/exzellenzcluster-maschinelles-lernen/home/" class="internal-link">Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft</a>&nbsp;der Universität Tübingen, und <a href="https://toliaslab.org/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Andreas Tolias</a> vom Baylor College in Houston, USA, hat einen neuen Artikel in Nature veröffentlicht. Darin befassen die Wissenschaftler sich mit der Physiologie und der Anatomie genetisch definierter Zelltypen im Gehirn. Mit Verfahren des Maschinellen Lernens haben sie multimodale Datensätze zusammengeführt und so festgestellt, dass genetisch definierte Zelltypen grob betrachtet zwar „Familien“ bilden, dass es aber innerhalb dieser Familien eine überraschend große Vielfalt an physiologischen und anatomischen Eigenschaften der Zellen gibt.</p><p>Die Veröffentlichung ist Teil der Arbeit des sogenannten BRAIN-Initiative Cell Census Network (BICCN) , das von den National Institutes of Health (NIH), einer Behörde des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums, finanziert wird. Ziel der Initiative ist es, die zelluläre Taxonomie von Neuronen im Kortex von Mäusen, Affen und Menschen vollständig zu charakterisieren. Sie erwarten, dadurch bessere Ansatzpunkte für die Entwicklung von Therapien für neuropsychiatrische und neurodegenerative Erkrankungen zu liefern.&nbsp;</p><p>Tiere können in Arten gruppiert werden und diese über ihre Abstammung und ihre Verwandtschaftsbeziehungen zueinander zum "Baum des Lebens" zusammengefügt werden. Analog dazu nimmt man an, dass Neuronen im Gehirn verschiedene Zelltypen bilden, die wiederum in eine Hierarchie neuronaler Familien und Klassen eingeordnet werden können. Nach der derzeitigen Auffassung zeichnet sich ein neuronaler Zelltyp durch ein gemeinsames genetisches Profil aus, aus dem sich eindeutige physiologische und anatomischen Eigenschaften und auch Verbindungsmuster ergeben. Mit Hochdurchsatz-Einzelzell-Sequenziertechniken konnten zuletzt Dutzende neuronaler Typen auf der Grundlage ihrer genetischen Profile identifiziert werden. Es war allerdings schwierig, die notwendigen Daten dafür zu sammeln, um auch die Anatomie und Physiologie dieser genetischen Typen zu beschreiben. Das ist jedoch entscheidend, wenn man ihre Rolle im gesunden Gehirn und bei seinen Erkrankungen verstehen möchte.&nbsp;</p><p>Für ihre Studie haben die Wissenschaftler die technisch herausfordernde, sogenannte Patch-Seq-Technik verwendet, um eine große Datenbank mit multimodalen Daten aufzubauen. Die Datenbank enthält genetische, anatomische und physiologische Informationen von mehr als 1.300 Zellen aus dem motorischen Kortex der Maus. Mithilfe von Techniken des maschinellen Lernens stellten die Forscher fest, dass breite genetische "Familien" von Neuronen auch weitgehend unterschiedliche Phänotypen aufwiesen, dass aber innerhalb dieser Gruppen die anatomischen und physiologischen Eigenschaften kontinuierlich variierten. Hervorzuheben ist, dass einige genetische Typen auch stark variierende Eigenschaften aufwiesen. In einer vergleichbaren Studie, die gleichzeitig in Cell veröffentlicht wurde, kamen Wissenschaftler des Allen-Instituts in Seattle, USA, zu ähnlichen Ergebnissen.</p><p>Dmitry Kobak von der Universität Tübingen, leitender Data Scientist der neuen Veröffentlichung in Nature, erklärt in Anspielung auf den „Baum des Lebens“: „Wir denken, dass der 'Baum der kortikalen Zelltypen' eher wie ein Bananenbaum mit wenigen großen Blättern aussehen könnte als wie ein Olivenbaum mit vielen kleinen Blättern". In dieser Metapher bleibend, folgen die Neuronen also einer Hierarchie, die auf der Ebene der Familien (den großen Blättern) aus verschiedenen, sich nicht überlappenden Zweigen besteht. Innerhalb jedes Bananenblattes existiert jedoch eine Bandbreite an Zellen, die fortlaufende und miteinander korrelierende genetische, anatomische und physiologische Variationen aufweisen.&nbsp;</p><p>Originalveröffentlichung: <a href="https://www.nature.com/articles/s41586-020-2907-3" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.nature.com/articles/s41586-020-2907-3</a></p><p class="align-right">Philipp Berens und Theresa Authaler</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-56788</guid><pubDate>Tue, 10 Nov 2020 11:19:07 +0100</pubDate><title>DFG fördert Graduiertenkolleg Doing Transitions zu Übergängen im Lebenslauf weiter</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/dfg-foerdert-graduiertenkolleg-doing-transitions-zu-uebergaengen-im-lebenslauf-weiter/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Unter dem Titel ‚Doing Transitions‘ fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG seit 2017 ein Graduiertenkolleg an den Universitäten Frankfurt und Tübingen, in dem Promovierende der Erziehungswissenschaft, Psychologie und Soziologie untersuchen, wie Übergänge im Lebenslauf entstehen und gestaltet werden. Weil an Übergängen sowohl soziale Ungleichheit als auch Ein- und Ausschlussprozesse wirksam werden, interessierte bisherige Forschung vor allem, wie Übergänge verlaufen und welche Unterstützungsmaßnahmen Risiken des Scheiterns minimieren. Jetzt hat die DFG auch die zweite Förderphase (2021-2025) bewilligt.</p><p>Doing Transitions geht davon aus, dass diese Übergänge keine Gegebenheiten sind und untersucht deshalb die ihnen zugrunde liegenden sozialen Konstruktionsprozesse. In der ersten Förderphase (2017-2021) fokussierten sich die Arbeiten auf normative Unterscheidungen und Zuschreibungen von Gelingen und Scheitern, institutionelle Formen der Regulierung und individuelle Formen des Umgangs mit Übergängen. Dabei kamen nicht nur institutionalisierte Übergänge (in die Schule, in Arbeit oder in die Rente), sondern auch weniger etablierte Übergänge wie der Übergang zur selbständigen Mobilität im Kindesalter, der Übergang aus dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht, der Übergang in die Partnerinnenlosigkeit bzw. Partnerlosigkeit im höheren Alter, die Inszenierung des Übergangs ins Erwachsenenalter im Internet oder das Revival des Übergangsrituals der Jugendweihe in den Blick.</p><p>In der zweiten Förderphase werden weitere Dimensionen der Hervorbringung von Übergängen untersucht:&nbsp;</p><ul><li>das Zusammenwirken der Übergänge mehrerer Personen (z.B., wenn der Jobwechsel eines Elternteils den Umzug der Familie und den Schulwechsel der Kinder nach sich zieht),&nbsp;</li><li>die Zeitlichkeit von Übergängen (wobei der institutionell und der subjektiv ‚richtige‘ Zeitpunkt für einen Übergang sich oft unterscheiden) sowie&nbsp;</li><li>die Materialität von Übergängen (wenn etwa die Berufswahlsoftware der Berufsberatung den passenden Beruf vorschlägt oder Körperimplantate nicht nur Krankheiten bekämpfen, sondern auch Identitäten verändern).</li></ul><p>Derzeit ist die zweite Kohorte von Promovierenden im Kolleg. 2022 erfolgt die Ausschreibung für eine dritte Kohorte. In jeder Kohorte werden 12 Promovierende sowie 1-2 Postdocs finanziert und können sich vollumfänglich der Promotion bzw. Habilitation widmen. Außerdem sind jeweils 5 bis 6 anderweitig geförderte Promovierende beteiligt. Das Fördervolumen für die 2. Förderphase beträgt 4,6 Millionen Euro, mit denen größtenteils die Stellen der Promovierenden und Postdocs finanziert werden. Sprecher bzw. Sprecherin des Graduiertenkollegs sind Prof. Dr. Andreas Walther (Fachbereich Erziehungswissenschaft, Goethe-Universität) und Prof. Dr. Barbara Stauber (Institut für Erziehungswissenschaft, Tübingen). Neben den Frankfurter Kolleginnen und Kollegen Prof. Dr. Sabine Andresen, Prof. Dr. Christiane Hof, Prof. Dr. Frank Oswald, alle Erziehungswissenschaft), Prof. Dr. Birgit Becker und Prof. Dr. Sarah Speck (beide Soziologie) sind aus Tübingen beteiligt: Prof. Dr. Petra Bauer, Prof. Dr. Markus Rieger-Ladich (beide Erziehungswissenschaft), Jun.-Prof. Dr. Ursula Offenberger, Prof. Dr. Pia Schober (beide Soziologie).&nbsp;</p><p class="align-right"><em>Andreas Walther und Barbara Stauber</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-56701</guid><pubDate>Fri, 06 Nov 2020 11:51:24 +0100</pubDate><title>Tübinger Kriminologen widmen sich der Organisierten Kriminalität</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebinger-kriminologen-widmen-sich-der-organisierten-kriminalitaet/</link><description>Bundesweites Forschungsprojekt unter Mitarbeit des Tübinger Instituts für Kriminologie</description><content:encoded><![CDATA[<p>Zum 1. Oktober 2020 hat ein Forschungsteam der Universität Tübingen die Arbeit an einem bundesweiten Forschungsprojekt zur Untersuchung der Organisierten Kriminalität (OK) aufgenommen. Neben dem Tübinger Institut für Kriminologie (IfK) unter der Leitung von Jörg Kinzig sind Forschende der Universität Osnabrück, der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster und des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie in Darmstadt an dem Vorhaben beteiligt. Die Koordination des Projekts übernimmt der Strafrechtsexperte Arndt Sinn vom Zentrum für europäische und internationale Strafrechtsstudien (ZEIS) der Universität Osnabrück. Zudem wird der Forschungsverbund durch mehrere Landeskriminalämter, Generalstaatsanwaltschaften und Staatsanwaltschaften sowie durch das Zollkriminalamt unterstützt. Gefördert wird das auf drei Jahre angelegte Verbundprojekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Zuge des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit“.</p><p>Ziel des Projekts ist eine umfassende rechtliche und empirische Untersuchung des Phänomens der Organisierten Kriminalität. Dabei sollen einerseits deren Strukturen und Bedrohungspotentiale analysiert und andererseits auch Präventionsstrategien entwickelt werden. Zentrale Aufgabe der interdisziplinären Projektgruppe am Institut für Kriminologie der Universität Tübingen ist eine empirische Bestandsaufnahme der OK in Deutschland.</p><p>Dafür wird im Tübinger Teilmodul ein multimethodischer Ansatz gewählt, mit dem sowohl das Hellfeld der OK (den Strafverfolgungsbehörden bekannte Fälle) analysiert als auch Erkenntnisse über das Dunkelfeld (den Behörden unbekannte Fälle) gewonnen werden sollen. Durch die Analyse von Statistiken und Datenbanken, die Durchführung zahlreicher Interviews mit Strafgefangenen, Polizisten/-innen und Staatsanwälten/-innen sowie die eingehende Untersuchung von Strafverfahren soll der Phänomenbereich der OK möglichst vollständig in den Blick genommen werden.</p><p>Die anschließende Zusammenführung der Erkenntnisse der verschiedenen beteiligten Projektpartner soll tiefergehende Einsichten über das unverändert hochaktuelle Phänomen der Organisierten Kriminalität in Deutschland ermöglichen.</p><p>Weiterführende Informationen über das Gesamtprojekt und die Inhalte einzelner Module erhalten Sie auf der extra hierfür eingerichteten <a href="https://www.org-krim.uni-osnabrueck.de/startseite.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Projekthomepage</a>.</p><p class="align-right">Konstantin Hemmert-Halswick, Benedikt Iberl, Jörg Kinzig, Jonas Römer und Sarah Schreier</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-56689</guid><pubDate>Fri, 06 Nov 2020 10:16:59 +0100</pubDate><title>Universitätsmagazin attempto!: Sonderausgabe stellt Tübinger Forschung zum Klimawandel vor</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/universitaetsmagazin-attempto-sonderausgabe-stellt-tuebinger-forschung-zum-klimawandel-vor/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die neue „attempto!“ ist da! In der aktuellen Ausgabe ihres Forschungsmagazins stellt die Universität Tübingen Projekte vor, die sich mit Aspekten des Klimawandels befassen. Wie passen sich Pflanzen und Tiere an erhöhte Temperaturen an? Was passiert, wenn das Antarktis-Eis schmilzt und wie gehen wir mit Unwettern um? Sind Staudämme wirklich immer die beste Alternative? Und wie kann Klimapolitik gerecht gestaltet werden?</p><p>Diese und weitere Aspekte untersuchen Tübinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit vielfältigen Fragestellungen. Neben den laufenden Forschungsprojekten setzen sich unterschiedliche Akteure und Initiativen an der Universität Tübingen dafür ein, die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit in Lehre und Universitätsalltag zu verankern – auch dies ist ein Beitrag zum Klimaschutz.&nbsp;</p><p>Die Sonderausgabe der attempto! ist 80 Seiten stark und kostenlos bei der Hochschulkommunikation (<a href="#" data-mailto-token="ocknvq,ugmtgvctkcv/mqoowpkmcvkqpBbx0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">sekretariat-kommunikation<span style="display:none">spam prevention</span>@zv.uni-tuebingen.de</a>) erhältlich.</p><p><a href="/universitaet/aktuelles-und-publikationen/forschungsmagazin-attempto/">Zur Online-Ausgabe der attempto!</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Intern</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-56164</guid><pubDate>Mon, 26 Oct 2020 11:51:02 +0100</pubDate><title>Neues Verbundprojekt erforscht den Umweltwandel im Sultanat Oman vor 5000 Jahren</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neues-verbundprojekt-erforscht-den-umweltwandel-im-sultanat-oman-vor-5000-jahren/</link><description>Interdisziplinäres Team unter Leitung des Instituts für die Kulturen des Alten Orients wird vom BMBF gefördert</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein Verbundprojekt, das die Umweltveränderungen und die Lebensweise der Menschen im Zentraloman untersucht, wird ab dem 1. November 2020 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen seiner Förderrichtlinie „Kleine Fächer – Zusammen stark“ unterstützt. Das interdisziplinäre Forschungsvorhaben unter der Leitung von Dr. Conrad Schmidt vom Institut für die Kulturen des Alten Orients (IANES) der Universität Tübingen. erhält eine Förderung von 2,3 Millionen Euro. Das Projekt &nbsp;bringt einen erfahrenen Wissenschaftler des Kleinen Faches Vorderasiatische Archäologie mit Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern Mittlerer und Großer Fächer aus vier deutschen Hochschulen – Tübingen, Mainz, Frankfurt und Göttingen – zusammen.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-55853</guid><pubDate>Fri, 16 Oct 2020 15:47:36 +0200</pubDate><title>Neues EU-Projekt entwickelt hochsensible supraleitende Nano-Sensoren für Rastersondenmikroskopie</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neues-eu-projekt-entwickelt-hochsensible-supraleitende-nano-sensoren-fuer-rastersondenmikroskopie-1/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Wissenschaftler der Universität Tübingen sind an einem neuen EU-Projekt beteiligt: Im Forschungsverbund „FIBsuperProbes“ werden gemeinsam mit der Universität Basel, IBM Zürich und der Consejo Superior de Investigaciones Cientificas (CSIC) in Saragossa höchstempfindliche supraleitende Sensoren für die Rastersondenmikroskopie entwickelt. Damit soll erstmals simultan die Abbildung der Topographie von Oberflächen mit der Abbildung von lokalen Magnetfeldern und elektrischen Strömen und von dissipativen Quellen auf der Nanometerskala ermöglicht werden. Diese neue Methode soll für die Erforschung neuartiger Materialien eingesetzt werden. Das Projekt ist Teil der „FET OPEN“-Förderung, die europäische Kooperationen bei der Entwicklung radikal neuer Technologien unterstützt und wird über eine Laufzeit von 3,5 Jahren mit 3 Millionen Euro finanziert. «Wir möchten eine neue Ära in der bereits sehr erfolgreichen Rastersondenmikroskopie einläuten», begeistert sich Prof. Martino Poggio von der Universität Basel, der das Projekt koordiniert.</p><p>Das Tübinger Team aus der Festkörperphysik, mit den Professoren Dieter Kölle, Reinhold Kleiner und Edward Goldobin, erforscht die Grundlagen von supraleitenden und magnetischen Bauelementen. Ein Schwerpunkt liegt in der Entwicklung von supraleitenden Quanteninterferenzdetektoren (SQUIDs) als ultrasensitive Sensoren für Magnetfelder. “Im Rahmen von „FIBsuperProbes“ wird unser Team extrem miniaturisierte „nanoSQUIDs“ direkt &nbsp;an der Spitze von Cantilevern entwickeln. Hierbei &nbsp;wird als zentrales Gerät das in der Core Facility LISA+ installierte Helium-Ionenmikroskop eingesetzt“, erklärt Dieter Kölle.</p><p>Die Forschenden setzen die Fokussierte-Ionenstrahl Technologie (FIB, für focused ion beam) ein, die eine enorme Flexibilität bietet. Mit FIB lässt sich zum einen Material abtragen, zum anderen aber auch Material aufbauen und strukturell verändern – und das im Nanometerbereich und bei ebenen wie bei unebenen Objekten. Die Integration der supraleitenden Sonden auf Cantilevern erlaubt eine Distanzkontrolle auf der Nanometerskala; dies ermöglicht die Abbildung physikalischer Eigenschaften von Probenoberflächen mit einer drastisch verbesserten räumlichen Auflösung und mit einer bislang nicht verfügbaren Kombination von Kontrastmechanismen. Zudem soll der Einsatz von Sonden aus Hochtemperatursupraleitern den verfügbaren Temperaturbereich stark ausdehnen. “Die neuen Sonden werden die Einsatzgebiete der Rastersondenmikroskopie erweitern. Wenig verstandene Phänomene in der Physik, der Chemie und den Materialwissenschaften, die sich mit heutigen Technologien nicht untersuchen lassen, werden wir damit angehen können“, erläutert Martino Poggio vorfreudig.</p><p>Der Fokus der Anwendungen liegt zunächst bei der Untersuchung von Magnetfeldern und dissipativen Effekten in zweidimensionalen Festkörpern. Die Forschenden sind vor allem daran interessiert, den elektrischen Transport von Ladungen und korrelierte elektronische Zustände abzubilden.</p><p>“Das Helium-Ionenmikroskop in LISA+ bietet uns unglaublich vielfältige Möglichkeiten, Festkörper mit bislang unerreichter Präzision bis hinab zur Sub-Nanometerskala zu modifizieren“, sagt Dieter Kölle. „Neben &nbsp;dem FET-OPEN Projekt haben wir dieses &nbsp;Jahr bereits drei weitere &nbsp;DFG-Projekte gestartet, die ebenfalls das Helium-Ionenmikroskop nutzen – alles Projekte im Bereich der Supraleitungselektronik. Insgesamt haben wir damit etwa 1,5 Millionen Euro eingeworben, also etwa in dem Umfang der Anschaffungskosten &nbsp;des Mikroskops. Damit hat sich diese Anschaffung bereits jetzt definitiv gelohnt.“&nbsp;</p><p class="align-right">Dieter Kölle</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-55811</guid><pubDate>Fri, 16 Oct 2020 09:10:44 +0200</pubDate><title>Vogelbeobachter waren auch im Lockdown aktiv</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/vogelbeobachter-waren-auch-im-lockdown-aktiv/</link><description>Wie die Pandemie unser Freizeitverhalten verändert: Forschungsteam befragte Hobby-Ornithologen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Pandemie verändert auch unser Freizeitverhalten und das Sozialleben vieler Menschen. In welchem Ausmaß, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Tübingen erstmals systematisch am Beispiel der Vogelkunde untersucht. Mit einem internationalen Team befragten sie insgesamt 4.500 ehrenamtliche Vogelbeobachter weltweit, was sich für sie während des Lockdowns von Ende März bis Anfang Mai geändert hatte. Die beste Nachricht für das Forschungsteam: Die Datenlage in sogenannten „Citizen Science“-Projekten, also Forschungsprojekten, bei denen sich Bürgerinnen und Bürger beteiligen können, hat sich auch unter den Einschränkungen eines Lockdowns nicht unbedingt verschlechtert. Projekte, die sich aus Beobachtungen von Hobby-Ornithologen speisen, sind in dieser Hinsicht besonders wichtig. Die Studie wurde online veröffentlicht: <a href="https://www.mdpi.com/1660-4601/17/19/7310/htm" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.mdpi.com/1660-4601/17/19/7310/htm</a></p><p>Mehr als 600.000 Menschen weltweit beobachten und zählen in ihrer Freizeit regelmäßig Vögel. Ihre Ergebnisse stellen sie auch „Citizen Science Projekten“ zur Verfügung, in denen interessierte Bürgerinnen und Bürger Daten für die Wissenschaft sammeln. „Das sind gewaltige Datenmengen, die einen nicht zu unterschätzenden Beitrag für unsere Arbeit leisten“, sagt Christoph Randler, Professor für Didaktik der Biologie an der Universität Tübingen. Sein Team hatte für die systematische Erhebung die Gemeinschaft der „Birder“ als Beispiel für eine naturorientierte Freizeitbeschäftigung ausgewählt. „Studien zu COVID-19 beschäftigen sich bislang wenig mit den Folgen für Sozialleben oder Freizeitverhalten“, sagt Randler. In offenen Fragen und ohne vorgegebene Antworten habe man die Betroffenen von ihrer Situation berichten lassen.&nbsp;</p><p>In den Rückmeldungen bestätigten 85 Prozent der Befragten, dass die Corona-Pandemie und der Lockdown ihr Verhalten verändert habe. 60 Prozent gaben an, die Situation habe den Radius für Beobachtungen auf die nähere Umgebung eingeschränkt, die oft üblichen Reisen zur Vogelbeobachtung in entfernte Regionen unterblieben. Ihrem Hobby ging die große Mehrheit dennoch nach: Nur acht Prozent der Befragten stand weniger Zeit für Vogelbeobachtung zur Verfügung. 12 Prozent sagten, sogar deutlich mehr Zeit für ihr Hobby zu haben. Manche veränderten lediglich ihren Tagesrhythmus: Sie bevorzugten frühere oder spätere Zeiten als gewohnt, um anderen Menschen aus dem Weg zu gehen oder wählten gar Regentage. Am häufigsten änderte der Lockdown die sozialen Interaktionen, weil ein gemeinsames Beobachten nicht mehr möglich war. Dies beklagten vor allem Frauen und ältere Menschen.&nbsp;</p><p>Überraschend für das Forschungsteam zeigte sich ein direkter Zusammenhang mit dem „Human Development Index (HDI), einem Indikator, mit dem die Vereinten Nationen den Entwicklungsstand einzelner Länder bewerten. So waren es gerade Menschen aus höher entwickelten Ländern, die von mehr Zeit für die Vogelbeobachtung berichteten. Zwar beklagten sie die Reisebeschränkungen des Lockdowns, waren aber weniger zeitlichen und räumlichen Einschränkungen unterworfen als Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern. In diesen habe es sogar Arbeitsplätze gekostet, dass „Naturtouristen“ ausblieben, Menschen, die eigens für die Beobachtung von Vögeln anreisen.&nbsp;</p><p>Bleibt die gute Nachricht zur Forschung durch Bürgerinnen und Bürger: Die Datenlage hat sich zwar verändert, unter anderem weil viel bereiste Regionen und häufig genutzte Tageszeiten wegfallen. Dafür gibt es nun plötzlich vermehrt Daten aus bislang unentdeckten Regionen und der unmittelbaren Nachbarschaft ‒ für die Wissenschaft sind diese unter Umständen genauso wertvoll.&nbsp;</p><p>„Insgesamt hat mich an der Studie fasziniert, dass eine starke Verbundenheit innerhalb der community deutlich wurde“, sagt Christoph Randler. Selbst Menschen, die durch den Lockdown ans Haus gebunden seien, verfolgten ihr Hobby weiter und beobachteten zumindest am Fenster Vögel. „Der insgesamt positive Tenor der Antworten hat mich persönlich durch den Lockdown getragen.“</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-55532</guid><pubDate>Thu, 08 Oct 2020 15:00:05 +0200</pubDate><title>Wie das neuartige Coronavirus auf die Nerven geht</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/wie-das-neuartige-coronavirus-auf-die-nerven-geht/</link><description>Forschungsgruppe aus der Anatomie entdeckt Türöffner für die Infektion auf Zellen des Darmnervensystems und des Gehirns</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das neuartige Coronavirus SARS-CoV2 hat sich seit Dezember 2019 zu einer Pandemie ausgebreitet und verschlägt der Welt den Atem – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die bekanntesten Symptome der durch das Virus verursachten Erkrankung Covid-19 umfassen Husten und Atemnot bis hin zum akuten Atemnotsyndrom. Wenig erforscht sind bisher die bei rund 30 Prozent der Covid-19-Patientinnen und -Patienten zusätzlich auftretenden neurologischen Symptome.</p><p>„Sie reichen vom Verlust des Geruchssinns, Geschmacksstörungen, Kopfschmerzen oder Übelkeit bis hin zu Desorientierung und epileptischen Anfällen“, berichtet Dr. Peter Neckel vom Institut für Klinische Anatomie und Zellanalytik. Vor allem über die Wege des Eindringens der Viren ins Nervensystem gebe es zwar viele Theorien, doch bisher nur wenige Belege. Daher hat Neckel gemeinsam mit weiteren Tübinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Gewebeproben auf die Strukturen untersucht, die das Coronavirus zum Eindringen in menschliche Zellen benötigt.</p><h3>Feindliche Übernahme</h3><p>Bei einer Infektion heften sich die SARS-CoV2-Viruspartikel an die Oberfläche der Wirtszelle zum Beispiel in den menschlichen Atemwegen an. Die vom Viruspartikel stachelartig abstehenden Spikes passen genau in das sogenannte ACE2-Rezeptorprotein der Wirtszelle, wie ein Schlüssel ins Schloss. Stecken sie zusammen, aktiviert ein weiteres Protein des Wirts mit der Abkürzung TMPRSS2 das Viruspartikel und lässt dieses in die Zelle eintreten. Dort übernehmen die Viren die Maschinerie der Wirtszelle und zwingen sie, nach ihrer Anleitung, der RNA, neue Viruspartikel zu produzieren. Diese werden aus der Zelle ausgeschleust und können weitere Wirtszellen befallen.</p><p>Nun ist es dem Tübinger Forschungsteam gelungen, die beiden Zelloberflächenproteine ACE2 und TMPRSS2, welche das SARS-CoV2-Virus zur Infektion benötigt, auf den Zellen des Darmnervensystems nachzuweisen sowie in Zellen des Plexus choroideus im Gehirn, der für die Produktion der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit verantwortlich ist. „Die beiden Proteine fanden sich auf Gewebeproben von Kindern sowie bei Erwachsenen“, sagt Neckel. „Diese Zellen bieten die molekularen Voraussetzungen, dass dort SARS-CoV2-Viren eindringen könnten.“ Das Darmnervensystem, auch als „Darmgehirn“ bezeichnet, und der Plexus choroideus seien wichtige Eintrittspforten zum Nervensystem, die häufig übersehen würden.</p><p>„Noch haben wir den funktionellen Nachweis nicht erbracht, dass die neuartigen Coronaviren tatsächlich über diesen Weg ins Nervensystem der Menschen gelangen“, sagt Neckel. Doch seien dies erste elementare Belege, welche die Hypothesen untermauern, wie das Coronavirus vielfältige neurologische Symptome auslösen könnte.</p><p class="align-right">Janna Eberhardt/Hochschulkommunikation</p><h3><br> Publikation:</h3><p>Felix Deffner, Melanie Scharr, Stefanie Klingenstein, Moritz Klingenstein, Alfio Milazzo, Simon Scherer, Andreas Wagner, Bernhard Hirt, Andreas F. Mack and Peter H. Neckel: Histological Evidence for the Enteric Nervous System and the Choroid Plexus as Alternative Routes of Neuroinvasion by SARS-CoV2. Frontiers in Neuroanatomy, <a href="https://doi.org/10.3389/fnana.2020.596439" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.3389/fnana.2020.596439</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-55453</guid><pubDate>Mon, 05 Oct 2020 13:47:28 +0200</pubDate><title>Innovations-Oscar geht nach Tübingen: neue Quantenmethode zur sicheren Übertragung von Daten</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/innovations-oscar-geht-nach-tuebingen-neue-quantenmethode-zur-sicheren-uebertragung-von-daten/</link><description>R&amp;D 100 Award 2020 an Tübinger Quantenphysiker für Kooperationsprojekt mit dem Berkeley Lab</description><content:encoded><![CDATA[<p>Hohe Auszeichnung für Nachwuchsgruppenleiter Dr. Alexander Stibor und seine Doktoranden Robin Röpke und Nicole Kerker: für die Entwicklung einer völlig neuen Quantenmethode zur Datenübertragung im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Physikalischen Institut der Universität Tübingen und dem Berkeley Lab in Kalifornien hat das Forschungsteam einen der renommierten Innovationspreise R&amp;D 100 Award in der Kategorie IT/Electrical erhalten. Der ausgezeichnte "Matter-wave modulating secure quantum communicator (MMQ-Com)" erweitert das derzeitige Portfolio in der Quantenkommunikation auf kohärente Elektronen.&nbsp;</p><p>Bei klassischen Methoden, wie z.B. beim Radio, werden elektromagnetische Frequenzen für die Signalübertragung moduliert. Der MMQ-Com überträgt die Nachrichten dagegen, indem er die Materiewellen der Elektronen in einem Interferometer moduliert, ohne die Bahnen der Elektronen zu verändern. Das Signal wird dabei durch eine dynamische Interferenzkontrast-Analyse empfangen. Die Übertragungssicherheit des MMQ-Com mit Elektronen basiert auf anderen quantenmechanischen Prinzipien als die bereits etablierten Quantenkryptografie-Methoden mit Photonen. Diese stützen sich entweder auf das Prinzip der Unschärferelation oder der Verschränkung, während der MMQ-Com auf dem Welle-Teilchen Dualismus und der Dekohärenz basiert.</p><p>Moderne Datenverschlüsselung ist tief mit dem Alltagsleben in unserer Informationsgesellschaft verbunden. Die Sicherheit unserer Banküberweisung, Krankenakte, geistigen Eigentums, Internetkommunikation und andere kritische Daten hängt an klassischen bzw. mathematischen Verschlüsselungs-Algorithmen. Es ist jedoch bekannt, dass ein leistungsstarker zukünftiger Quantencomputer derzeitige Kommunikation ohne weiteres entschlüsseln kann. Eine Lösung ist die bereits etablierte Quantenkryptografie mit Photonen. Es ist jedoch wichtig, die zukünftige sichere Informationsübertragung auf eine breitere Basis zu stellen und Alternativen wie dem MMQ-Com zu etablieren.</p><p>Mit dem R&amp;D 100 Award prämiert ein internationales Gutachterteam die wichtigsten Innovationen des zurückliegenden Jahres, verliehen wird der Preis von der Zeitschrift R&amp;D World.</p><p class="align-right">Maximilian von Platen</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-55411</guid><pubDate>Fri, 02 Oct 2020 10:38:29 +0200</pubDate><title>KI verantwortungsvoll entwickeln und anwenden: Plattform Lernende Systeme veröffentlicht Leitfaden </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/ki-verantwortungsvoll-entwickeln-und-anwenden-plattform-lernende-systeme-veroeffentlicht-leitfaden/</link><description>Tübinger Medienethikerin Jessica Heesen beteiligt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Künstliche Intelligenz (KI) kann den Alltag erleichtern, die Gesundheitsversorgung verbessern und bei der Lösung globaler Herausforderungen wie dem Klimawandel oder der Corona-Pandemie unterstützen. Inwieweit KI-basierte Systeme tatsächlich eingesetzt werden, hängt maßgeblich davon ab, ob die Menschen der Technologie vertrauen. Ethische Werte und Prinzipien spielen – zumindest in Europa – für die Entwicklung von KI daher eine zentrale Rolle.<br> &nbsp;<br> Die Plattform Lernende Systeme hat einen Leitfaden verfasst, wie sichere, nachvollziehbare und diskriminierungsfreie KI-Anwendungen entstehen können. Zum Autorenteam gehört auch Dr. Jessica Heesen vom <a href="/forschung/zentren-und-institute/internationales-zentrum-fuer-ethik-in-den-wissenschaften/das-izew/" target="_blank">Zentrum für Ethik in den Wissenschaften</a> – sie leitet dort den Forschungsschwerpunkt „Medienethik und Informationstechnik“. &nbsp;Die Autorinnen und Autoren des Leitfadens haben sich mit der Problematik auseinander gesetzt und benennen konkrete Anforderungen und Praxisbeispiele für eine verantwortungsvolle KI-Entwicklung und -Anwendung in Unternehmen.</p><p>Wie nahezu alle technischen Innovationen birgt auch Künstliche Intelligenz Chancen wie Risiken – und wirft somit ethische und moralische Fragen auf. Ein KI-System kann beispielsweise beim Vorsortieren von Bewerbungen unterstützen – aber unter Umständen auch Kandidatinnen diskriminieren, weil in der Vergangenheit überwiegend Männer eingestellt wurden und das System mit diesen Daten trainiert wurde.</p><p>Viele Unternehmen und Institutionen, die KI-Systeme entwickeln und anwenden, sind sich der Bedeutung eines verantwortungsvollen Umgangs mit KI bewusst. Sie stehen jedoch vor der Herausforderung, abstrakte ethische Werte und Prinzipen wie die Diskriminierungsfreiheit oder Transparenz der KI-Systeme in die Praxis umzusetzen. Der Leitfaden „Ethik-Briefings“ der Plattform Lernende Systeme greift den “Ethics by, in and for Design“-Ansatz auf, den die Bundesregierung in ihrer KI-Strategie verfolgt.&nbsp;</p><p>„Unser Leitfaden dient Entwicklerinnen und Entwicklern sowie Anbietern von KI als Orientierung. Als Faustregel gilt: Je höher die Risiken durch den Einsatz eines KI-Systems sind, desto mehr Gewicht soll bereits im Entwicklungsprozess die Einhaltung ethischer Prinzipien haben“, erklärt Jessica Heesen, Leiterin des Forschungsschwerpunkts Medienethik und Informationstechnik am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen und Leiterin der Arbeitsgruppe IT-Sicherheit, Privacy, Recht und Ethik der Plattform Lernende Systeme. „So ist zum Beispiel bei einem KI-System in der öffentlichen Verwaltung, das über die Vergabe von Sozialleistungen entscheidet, ein sehr hohes Verantwortungsbewusstsein gefragt. Dabei muss allerdings klar sein, dass nicht immer alle Werte gleichzeitig realisiert werden können.“</p><p>Als übergeordnete Werte für eine verantwortungsvolle KI-Entwicklung nennen die Autorinnen und Autoren des Leitfadens Selbstbestimmung, Gerechtigkeit und den Schutz der Privatsphäre. „KI-Systeme sollten immer mit dem Ziel entwickelt und eingesetzt werden, zu ethisch legitimen Anwendungen beizutragen, idealerweise zur Förderung des Gemeinwohls“, so Mitautor Armin Grunwald, Professor für Technikphilosophie am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Leiter des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag. „Beim Einsatz von KI muss Schaden für Einzelpersonen, Gemeinschaften und Umwelt vermieden werden. Die Systeme müssen rechtskonform und technisch robust sein. Sie dürfen zu keinem Zeitpunkt ein unannehmbares Sicherheitsrisiko darstellen.“</p><p>Um die Selbstbestimmung der Nutzer zu gewährleisten, sollten Technologieunternehmen erklärbare KI-Systeme konzipieren, die Ergebnisse und Entscheidungen für den Nutzer nachvollziehbar machen. Die Autorinnen und Autoren empfehlen außerdem ein zentrales KI-Register, das in Kooperation zwischen Wirtschaft und öffentlicher Hand betrieben wird. KI-Anbieter sollen dort ihre Anwendungen eintragen, so dass sich Verbraucherinnen und Verbraucher darüber informieren können, in welche Produkte oder Dienstleistungen KI integriert ist. Zudem warnen die Autorinnen und Autoren vor einseitigen Abhängigkeitsverhältnissen zwischen KI-Entwicklern, -Anbietern und -Nutzern. Deshalb sollten die Unternehmen bei der Entwicklung offene Schnittstellen in ihre Systeme integrieren und sie interoperabel konzipieren, um die Vielfalt des Marktangebots zu erhalten.</p><p>Ein KI-System ist nur so gut wie die zugrunde liegenden Daten. Wichtig daher: Hersteller sollen bei der Entwicklung von KI-Systemen auf die Qualität der Trainingsdaten achten, deren Herkunft offenlegen und möglichst anonymisierte oder pseudonymisierte Datensätze verwenden, um diskriminierungsfreie und sichere KI-Systeme zu gestalten. Der Politik empfehlen die Autorinnen und Autoren, Standards festzulegen, die es ermöglichen, KI-Systeme zu zertifizieren und auditieren, und Einspruchsmöglichkeiten für betroffene Personen vorzusehen. Gleichzeitig sehen die Autorinnen und Autoren auch die Menschen selbst in der Verantwortung, sich vor der Nutzung über ein KI-System zu informieren und sorgfältig mit ihren Daten umzugehen.</p><p>Die Autorinnen und Autoren des Whitepapers <a href="https://www.plattform-lernende-systeme.de/files/Downloads/Publikationen/AG3_Whitepaper_EB_200831.pdf" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">"Ethik-Briefing: Leitfaden für eine verantwortungsvolle Entwicklung und Anwendung von KI-Systemen"</a> sind Mitglieder der Arbeitsgruppe IT-Sicherheit, Privacy, Recht und Ethik der Plattform Lernende Systeme.</p><p class="align-right">Mitteilung der Plattform Lernende Systeme</p><h3>Weitere Informationen:</h3><p><a href="https://www.plattform-lernende-systeme.de/publikationen.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Ethik-Briefing - Leitfaden für eine verantwortungsvolle Entwicklung und Anwendung von KI-Systemen</a> &nbsp;</p><p><a href="https://www.plattform-lernende-systeme.de/id-3-fragen-an-newsreader/verantwortung-in-der-technologie-entwicklung-wie-kommt-ethik-in-die-ki.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Drei Fragen an Jessica Heesen</a>&nbsp;&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-55303</guid><pubDate>Tue, 29 Sep 2020 14:38:49 +0200</pubDate><title>Auszeichnung für Hochschulkommunikation: Beste Pressemitteilung 2019</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/auszeichnung-fuer-hochschulkommunikation-beste-pressemitteilung-2019/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Preisgekrönte Pressemitteilung: Die Hochschulkommunikation der Universität Tübingen erhält die Auszeichnung „Beste Pressemitteilung des Jahres 2019“. Der Informationsdienst Wissenschaft (idw) zeichnete die <a href="/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilungen/newsfullview-pressemitteilungen/article/neuer-vorfahr-des-menschen-in-europa-entdeckt/">Mitteilung „Neuer Vorfahr des Menschen in Europa entdeckt“</a> mit Platz eins ihres jährlichen Awards aus.</p><p>Die Mitteilung aus dem November 2019 vermeldete die Entdeckung einer neuen Menschenaffenart durch die Paläontologin Professorin Madelaine Böhme. Ihr Team hatte die 12 Millionen Jahre alten Fossilien des „Danuvius guggenmosi“ im Allgäu geborgen und untersucht. Der Menschenaffe stellt die bisherige Evolutionsgeschichte in Frage, denn seinem Skelettaufbau nach konnte er sich sowohl kletternd als auch auf zwei Beinen gehend fortbewegen. Die Fähigkeit, aufrecht zu gehen, gilt als zentrales Merkmal von Menschen und wäre somit sechs Millionen Jahre älter als bisher angenommen. Die PM war in zahlreichen Berichten und Interviews von Medien weltweit aufgegriffen worden. Zudem hatte Madelaine Böhme in einem <a href="https://youtu.be/v9SDK0OM7OQ" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Science Talk</a>&nbsp;des Zentrums für Medienkompetenz ihre Funde und deren Bedeutung erläutert.</p><p>Vom IDW erhielt die Mitteilung die höchste Bewertung in den Einzelkategorien „Nachrichtenwert“ und „wissenschaftliche Bedeutung“. Die Jury lobte zudem den sachlichen und klaren Schreibstil und die Aufbereitung des Themas: Die Pressemitteilung lasse kaum eine Frage für Wissenschaftsjournalisten offen, sagte Dr. Daniel Lingenhöhl („Spektrum der Wissenschaft).&nbsp;</p><p>„Der Fund wird verständlich beschrieben und eingeordnet. Sie liefert Zitate, Bilder und beschreibt den weiteren Rahmen, in dem die Funde getätigt wurden. Und sie liefert Hinweise auf eine andere Studie, die hilft diese Entdeckung einzuordnen. Zudem werden neben den Ansprechpartnern auch die Originalstudien als Quelle angegeben. Kurz: eine Pressemitteilung, wie man sie sich als Wissenschaftsjournalist nur wünscht!"<br> Pressesprecherin Antje Karbe nahm den Preis entgegen, der Corona-bedingt ohne Zuschauer im Studio des Zentrums für Medienkompetenz der Universität verliehen wurde. Die Preisverleihung war am 29. September online in einem Livestream zu sehen:&nbsp;<a href="https://www.youtube.com/watch?v=dzDoQ7Z8m7Y" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.youtube.com/watch?v=dzDoQ7Z8m7Y</a></p><p class="align-right"><span style="font-size:1rem"><a href="https://idw-online.de/de/news754960" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Mitteilung des IDW</a></span></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-55132</guid><pubDate>Thu, 24 Sep 2020 09:00:00 +0200</pubDate><title>Earth’s deep mantle gives clues to oxygen signatures in ocean and atmosphere 1–2 billion years ago </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/earths-deep-mantle-gives-clues-to-oxygen-signatures-in-ocean-and-atmosphere-1-2-billion-years-ago/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Free atmospheric oxygen influences geological materials and their elements on the Earth's surface by particular oxidation processes. Such oxidation signatures can be transferred by erosion from the continents into deep-sea deposits. Through plate tectonic processes, these deposits, together with their special oxidation signatures, can then even be transported into the Earth's mantle and remain stored there for millions and billions of years. Upon modern volcanic activity, these old surface components are returned to the surface. Such “recycled” signatures from the Earth’s deep interior can provide unique information on the past global ocean and atmospheric conditions.&nbsp;</p><p>A team of geochemists from the University of Tübingen and University of Paris has now succeeded in detecting traces of earlier surface conditions by studying unique lavas that erupted in the Atlantic Ocean. High-precision isotope measurements of the volatile element selenium on these volcanic rocks showed that ancient surface oxidation signatures were transferred into the deep mantle where they survived for billions of years. Within the framework of most recent models, the results further imply that our atmosphere ~1–2 billion years ago probably contained much more oxygen than widely assumed in the scientific community. In addition, these newly constrained selenium isotope systematics highlight how exactly volatile elements in the Earth’s atmosphere, continents and mantle are linked by a large geological cycle.</p><p class="align-right">Isotope Geochemistry Research Group/University of Tübingen<br> &nbsp;</p><p>The study is part of the project O2RIGIN "From the origin of Earth’s volatiles to atmospheric oxygenation", directed by PD Dr. Stephan König and financed by the European Research Council (<a href="https://cordis.europa.eu/project/id/636808/de)" target="_blank" rel="noreferrer">https://cordis.europa.eu/project/id/636808/de)</a>.</p><p>Original Publication: Yierpan A, König S, Labidi J, Schoenberg R (2020): Recycled selenium in hot spot–influenced lavas records ocean-atmosphere oxygenation. Science Advances Vol. 6, no. 39, eabb6179 <a href="https://advances.sciencemag.org/content/6/39/eabb6179" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://advances.sciencemag.org/content/6/39/eabb6179</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-54895</guid><pubDate>Thu, 10 Sep 2020 09:47:05 +0200</pubDate><title>Abtauchen in 3,2 Milliarden Jahre Evolutionsgeschichte: Bedeutung von Tiefsee-Hydrothermalquellen für die Entwicklung frühesten Lebens auf der Erde </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/abtauchen-in-32-milliarden-jahre-evolutionsgeschichte-bedeutung-von-tiefsee-hydrothermalquellen-fuer-die-entwicklung-fruehesten-lebens-auf-der-erde/</link><description>Jan-Peter Duda wird in Tübingen mit einer neuen Emmy Noether-Nachwuchsgruppe die Geobiologie moderner und fossiler Tiefsee-Hydrothermalquellen erforschen</description><content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-54865</guid><pubDate>Tue, 08 Sep 2020 15:10:32 +0200</pubDate><title>Mathias Jucker erhält internationale Auszeichnung</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/mathias-jucker-erhaelt-internationale-auszeichnung/</link><description>Der Tübinger Alzheimerforscher teilt sich den International Prize for Translational Neuroscience der Gertrud Reemtsma-Stiftung mit der Dänin Maiken Nedergaard und dem Briten Roy Weller</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professor Mathias Jucker vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen erhält gemeinsam mit der Dänin Maiken Nedergaard und dem Briten Roy Weller den diesjährigen International Prize for Translational Neuroscience. Der Preis der Gertrud Reemtsma-Stiftung wird für besondere Leistungen in der neurologischen Grundlagenforschung vergeben und ist mit 60.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am 10. September 2020 in Köln statt.</p><p>In Deutschland leben etwa 1,5 Millionen Menschen mit einer Alzheimer-Demenz, die noch nicht angemessen behandelt werden können. Die Krankheit entsteht durch Beta-Amyloid-Ablagerungen im Gehirn. Weil der Abtransport des Beta-Amyloids mit zunehmendem Alter immer schlechter funktioniert, sterben mehr und mehr Nervenzellen ab. Die Preisträger haben entdeckt, wie Abfallstoffe aus dem Gehirn entsorgt werden und wie die bei der Entsorgung anfallenden Hirnflüssigkeiten für die Früherkennung der Alzheimer-Demenz genutzt werden können.</p><p>„Durch Nedergaards und Wellers Arbeiten wissen wir, wie das Gehirn, das kein klassisches Lymphsystem besitzt, Beta-Amyloid und andere Abfallprodukte entsorgt“, begründet Professor Herbert Jäckle, Vorsitzender der Gertrud Reemtsma-Stiftung und emeritierter Direktor des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen, die Preisverleihung an die Laureaten. „Juckers Arbeiten zeigen, dass die Früherkennung der Erkrankung über Hirnflüssigkeiten und Blut möglich ist. Das sind bahnbrechende Entdeckungen. Die Arbeiten der Preisträger sind damit exzellente Beispiele für translationale Forschung. Gerade bei den komplexen Hirnerkrankungen brauchen wir Impulse aus der Grundlagenforschung“, so Jäckle weiter.</p><p>Jucker hat zuerst bei Mäusen und später bei Patienten gezeigt, dass Hirnflüssigkeiten verklumptes Beta-Amyloid und Reste der untergegangenen Nervenzellen enthalten. Das Auftauchen dieser Fragmente zeigt daher eine drohende Alzheimer-Demenz an und kann für die Früherkennung genutzt werden. Ein entsprechender Test ist von großer klinischer Bedeutung, weil die bisherigen Therapien vermutlich daran gescheitert sind, dass die Krankheit schon zu weit fortgeschritten ist, wenn das Vergessen diagnostiziert wird. Eine Behandlung, die Erfolg verspricht, muss wahrscheinlich sehr viel früher einsetzen als bisher.</p><p>„Da sich die Medizinische Fakultät der Universität Tübingen für eine gezielte Förderung von translationaler und klinischer Forschung einsetzt, freuen wir uns sehr, dass Professor Jucker diesen renommierten Preis erhält“, sagt Professor Bernd Pichler, Dekan der Medizinischen Fakultät. „Grundlagenforschung muss zweckfrei sein, aber sie sollte auch immer den Anspruch haben, neue und bessere Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten hervorzubringen. Diesem Anspruch stellen wir uns in Tübingen.“</p><p>Der Preis der Gertrud-Reemtsma-Stiftung wird treuhänderisch von der Max-Planck-Gesellschaft verwaltet.&nbsp;</p><p><strong>Zur Person:</strong></p><p>Professor Dr. Mathias Jucker studierte in Zürich Neurowissenschaften und promovierte 1988 an der ETH Zürich. Nach einem langen Forschungsaufenthalt am National Institute on Aging in den USA wechselte er an die Universität Basel. Seit 2003 ist er Professor für Zellbiologie neurologischer Erkrankungen in Tübingen und Direktor am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH). Er leitet auch eine Forschungsgruppe am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und koordiniert in Deutschland das „Dominantly Inherited Alzheimer Network (DIAN)“. 2018 war er Gastprofessor an der amerikanischen Stanford University.</p><p class="align-right">Pressemitteilung des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung, des Universitätsklinikums Tübingen und des Deutschen Zentrums für neurodegenerative Erkrankungen</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-54778</guid><pubDate>Thu, 03 Sep 2020 12:00:00 +0200</pubDate><title>Drei neue Starting Grants des Europäischen Forschungsrats</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/drei-neue-starting-grants-des-europaeischen-forschungsrats-1/</link><description>Projekte aus der Medizin, Biochemie sowie der Zell- und Molekularbiologie ausgezeichnet</description><content:encoded><![CDATA[<p>Eine Wissenschaftlerin und zwei Wissenschaftler haben für ihre Projekte an der Universität und dem Universitätsklinikum Tübingen Starting Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC, European Research Council) eingeworben. Die Förderung von in der Regel bis zu 1,5 Millionen Euro ist jeweils auf einen Zeitraum von fünf Jahren angelegt. Dr. Judith Feucht, die vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York, USA, an das Universitätsklinikum Tübingen wechselt, will in dem Projekt „CARsen“ Krebsimmuntherapien weiterentwickeln. Dr. Christoph Ratzke vom Exzellenzcluster „Kontrolle von Mikroorganismen zur Bekämpfung von Infektionen“ erforscht in dem Projekt „BugDrug“ den Einsatz von Bakterien als Medikamente. Dr. Suayb Üstün vom Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen wird im Projekt „DIVERSIPHAGY“ die Rolle geregelter Abbau- und Recyclingprozesse in der Interaktion von Pflanzen und krankheitserregenden Mikroben untersuchen.</p><p>Der ERC, die Forschungsfördereinrichtung der Europäischen Union, vergibt Starting Grants an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit mehrjähriger Erfahrung nach der Promotion. Auswahlkriterien sind exzellente wissenschaftliche Erfolge und das innovative Potenzial der Forschungsidee.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-54628</guid><pubDate>Thu, 20 Aug 2020 11:54:01 +0200</pubDate><title>Antidepressiva machen Fische zur leichten Beute: Verlust der natürlichen Reaktion auf Stress</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/antidepressiva-machen-fische-zur-leichten-beute-verlust-der-natuerlichen-reaktion-auf-stress/</link><description>Interdisziplinäres Projekt Effect-Net zu Auswirkungen von Medikamenten in der aquatischen Umwelt mit Tübinger Beteiligung
</description><content:encoded><![CDATA[<ul></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-54451</guid><pubDate>Tue, 11 Aug 2020 11:48:11 +0200</pubDate><title>Universität vergibt 13 Promotionspreise</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/universitaet-vergibt-13-promotionspreise/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Zentrale Promotionsfeier, mit der die Universität Tübingen traditionell die Promovierten eines Jahrgangs verabschiedet, musste in diesem Jahr Corona-bedingt leider ausfallen. Trotzdem wurden auch für das Studienjahr 2019/2020 insgesamt 13 frisch gebackene Doctores auf Vorschlag ihrer Fakultäten mit dem Promotionspreis der Universität ausgezeichnet. Die Preisträgerinnen und Preisträger mit ihren ausgezeichneten Arbeiten und im Überblick:</p><h3>Evangelisch-Theologische Fakultät</h3><ul><li>Dr. Friedhelm Meier: „Freiheit, Gott und das Böse. Zur strukturellen Rolle des Bösen im christlichen Wirklichkeitsverständnis“</li></ul><h3>Juristische Fakultät</h3><ul><li>Dr. Caprice Nina Doerbeck: „Cybermobbing. Phänomenologische Betrachtung und strafrechtliche Analyse“</li></ul><h3>Philosophische Fakultät</h3><ul><li>Dr. Luisa Balandat: „Eine ‚Trübung des attischen Geistes‘? Ursprung, Entwicklung und Bedeutung archaischer Grabreliefs außerhalb Attikas“</li><li>Dr. Lina Brink: „Bedingungen von Anerkennung. Die Repräsentation von Frauen im Pressediskurs in Deutschland um Proteste in Ägypten zwischen 2011 und 2014”</li><li>Dr. Ferdinand Nyberg: „Temperate Regions: Space, Order, and Antebellum American Temperance“</li><li>Dr. Jan Stellmann: „Artifizialität. Das Paradigma der Poetik und die Poetologien der deutschsprachigen Erzähldichtung im 12. und 13. Jahrhundert“</li></ul><h3>Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät</h3><ul><li>Dr. rer. soc. Daniel Leyhr: „Motorische Talentprädiktoren im DFB-Talentförderprogramm. Eine längsschnittliche Datenanalyse zur prognostischen Bedeutung schnelligkeits- und technikbezogener Merkmale unter Verwendung von latenten Sturkturgleichungs- und Mehrebenenmodellen“</li><li>Dr. rer. pol. Elias Steinmüller: „Corporate Tax Policy and International Firm Behavior“</li></ul><h3>Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät</h3><ul><li>Dr. Khaled Ali Mohamed Ali Selim: „Structural and Functional Characterization of PII and PII-Like Proteins and their Network of Interactions“</li><li>Dr. Lea Boßmann: „Effective Dynamics of Interacting Bosons: Quasi-Low-Dimensional Gases and Higher Order Corrections to the Mean-Field Description“</li><li>Dr. Aierken Yierpan: „Selenium Isotope Systematics of Mid-Ocean-Ridge Basalts and Implications for the Long-Term Volatile and Chalcophile Record of the Crust-Mantle System“</li><li>Dr. Bernhard Drotleff: „Development and Optimization of Targeted/Untargeted Lipidomic Screening Methodologies in Pharmaceutical and Clinical Bioanalysis by Liquid Chromatography-High Resolution-Mass Spectrometry“</li><li>Dr. Kevin Winter: „Open Mind for a Different View: A Cognitive Approach to Improve Intergroup Relations“</li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-54091</guid><pubDate>Thu, 30 Jul 2020 15:17:41 +0200</pubDate><title>Nanokristalle ordnen sich zu neuen Netzwerken</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/nanokristalle-ordnen-sich-zu-neuen-netzwerken/</link><description>Tübinger und Hamburger Forschungsteam entdeckt eine winzige Struktur, in der Strom gerichtet transportiert werden kann – Grundlage für neue elektronische Bauteile</description><content:encoded><![CDATA[<ul><li><a href="https://www.desy.de/news/news_search/index_eng.html?openDirectAnchor=1877" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">English press release</a> (DESY Hamburg)</li></ul><p>Elektronische Bauteile, zum Beispiel für LEDs oder Solarzellen, können gar nicht klein genug sein. Je geringer die Größe, desto geringer auch der Stromverbrauch und desto breiter die Einsatzmöglichkeiten. Um in immer winzigere Welten vorzudringen, ist die Forschung ständig auf der Suche nach neuen Materialien mit interessanten Eigenschaften. Dabei wurde ein Forschungsteam der Universität Tübingen in Kooperation mit Kolleginnen und Kollegen aus Hamburg und Russland fündig.</p><p>Die Forscherinnen und Forscher versahen anorganische Nanokristalle mit halbleitenden organischen Molekülen und schufen daraus geordnete, dreidimensionale Netzwerke, die eine einheitliche Überstruktur besitzen und elektrisch leitfähig sind. „Wir konnten bei solchen Netzwerken aus Nanokristallen zum ersten Mal eine Korrelation zwischen der Leitfähigkeit und der Richtung des elektrischen Transports bestimmen“, sagt Marcus Scheele vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Tübingen, einer der beiden Teamleiter. Das sei von großer Bedeutung für den Einsatz in elektronischen Bauteilen.</p><h3>Faszinierende Strukturvielfalt</h3><p>„Ich war fasziniert von der großen Strukturvielfalt, die man beobachten kann, wenn man viele anorganische Nanokristalle dazu bringt, sich zu einem Mesokristall periodisch anzuordnen“, sagt Andre Maier, Scheeles Institutskollege und Erstautor der Studie zu den neuen Ergebnissen, die in der Fachzeitschrift Advanced Materials erschienen ist. „Dass solche Nanokristalle in hochgeordnete Strukturen gebracht werden können, war seit mehr als 25 Jahren bekannt. Nur konnte man bisher keinen Nutzen darin erkennen“, berichtet Scheele.</p><p>Bis zum Umdenken war eine jahrelange intensive Zusammenarbeit zwischen Chemie und Physik an der Universität Tübingen sowie am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg nötig. „In Tübingen hatten wir mit der Core Facility LISA+ die nötige Infrastruktur, um die verschiedenen lithografischen Prozesse, elektrischen Transportmessungen sowie die Röntgenstreuexperimente auf höchstem Niveau durchzuführen“, sagt Scheele. „Für uns war die Fragestellung ideal, um die Stärken der Kohärenz-Messstation P10 an PETRA III in Zusammenhang mit der von uns betriebenen Röntgen-Kreuzkorrelationsanalyse voll auszuspielen“, ergänzt Ivan Vartanyants vom DESY, der zweite Hauptverantwortliche der Studie.</p><p>„Die lokale Struktur der Mesokristalle ließ sich an PETRA III, der Speicherring-Röntgenstrahlungsquelle, mit einer hohen Ortsauflösung von wenigen Hundert Nanometern bestimmen. So gelang der Durchbruch“, berichtet Maier. Das Forschungsteam belegte erstmals, dass leitfähige Mesokristalle aus Bleisulfid-Nanopartikeln richtungsabhängiges Transportverhalten zeigen. „Das gibt es sonst nur bei wenigen Materialien wie Graphen oder Schwarzem Phosphor“, erklärt Scheele, der zum Wintersemester 2020/21 eine Professur am Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Tübingen zum Thema Synthetische Mesokristalle antreten wird.</p><p class="align-right">Marcus Scheele/Janna Eberhardt, Hochschulkommunikation</p><h3>Beteiligte Forschungseinrichtungen:</h3><p>Institut für Physikalische und Theoretische Chemie (Universität Tübingen), Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY (Hamburg), Institut für Angewandte Physik (Universität Tübingen), Core Facility LISA+ (Universität Tübingen), National Research Nuclear University Moskau, National Research Tomsk Polytechnic University (Tomsk, Russland)</p><h3>Publikation:</h3><p>Structure-Transport Correlation Reveals Anisotropic Charge Transport in Coupled PbS Nanocrystal Superlattices. Advanced Materials 2020, <a href="https://doi.org/10.1002/adma.202002254" target="_blank" rel="noreferrer">doi.org/10.1002/adma.202002254</a>.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-54088</guid><pubDate>Thu, 30 Jul 2020 14:07:50 +0200</pubDate><title>5 Millionen Euro für Tübinger Projekt „Impfkraft“</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/5-millionen-euro-fuer-tuebinger-projekt-impfkraft/</link><description>BMWi stockt Fördermittel auf – Altmaier: Start-ups können wichtigen Beitrag im weltweiten Kampf gegen COVID-19 leisten</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) stockt die Mittel für das Projekt „Impfkraft“ der Universität Tübingen um 5 Millionen Euro auf. Mit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie hat sich das Vorhaben vollständig auf die Entwicklung eines umfassend wirksamen Impfstoffs gegen die neuartigen Corona-Viren konzentriert und dabei beachtliche Fortschritte erzielt.</p><p>Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: „Die Bekämpfung der Pandemie und ihrer wirtschaftlichen Folgen hat für mich oberste Priorität. Gerade innovative Start-ups aus Deutschland können einen wichtigen Beitrag im weltweiten Kampf gegen COVID-19 liefern. Die Welt wird mehr als einen Impfstoffkandidaten brauchen, um das Virus zu besiegen.“</p><p>Als Ausgründung aus der Abteilung Immunologie der Universität Tübingen und des Universitätsklinikums Tübingen ist bereits das EXIST-Start-up Prime Vector Technologies (PVT) entstanden, das sich um Fertigstellung, Zulassung und die Markteinführung des Impfstoffs bemühen wird. Insbesondere die Daten der präklinischen Versuche und die Identifizierung von insgesamt neun Impfstoffkandidaten mit hervorragenden Antikörperresultaten überzeugten die unabhängige Expertenjury des EXIST-Forschungstransfer Förderprogramms. Im Rahmen der Entwicklung werden in Kürze weiterführende Versuche durchgeführt.</p><p>Auch eine erste Prüfung des für die Zulassung zuständigen Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat die positiven Ergebnisse bestätigt. Das Start-up PVT ist daher bereits in Verhandlungen mit weiteren Partnern, um eine schnelle Impfstoffproduktion zu organisieren und zugleich internationale Kooperationspartner für die anschließenden klinischen Tests zu gewinnen. Es wird dabei vom German Accelerator des BMWi unterstützt. Eine Testung auch außerhalb von Deutschland ist wichtig, um die globale Wirksamkeit und Effizienz des Impfstoffs prüfen zu können und schnell in eine globale Massenproduktion einzusteigen.</p><p class="align-right"><a href="https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2020/20200730-altmaier-startups-koennen-wichtigen-beitrag-im-weltweiten-kampf-gegen-covid-19-leisten-bmwi-stockt-foerdermittel-fuer-projekt-impfkraft-auf.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Pressemitteilung des BMWi</a></p><h3>Kontakt</h3><p>Dr. rer. nat. Ralf Amann<br> Abteilung Immunologie<br> Auf der Morgenstelle 15<br> D-72076 Tübingen<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-87614<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,Tcnh0CocppBkhkb0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">Ralf.Amann<span style="display:none">spam prevention</span>@ifiz.uni-tuebingen.de</a><br><a href="http://www.immunology-tuebingen.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">http://www.immunology-tuebingen.de</a></p><h3>Weitere Informationen</h3><ul><li><a href="http://www.exist.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">EXIST-Programm des BMWi </a></li><li><a href="http://www.germanaccelerator.com" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">German Accelerator South East Asia des BMWi</a></li><li><a href="https://www.exist.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/BMWi_stockt_Foerderung_fuer_Impfkraft_auf.html?nn=30298" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Pressemitteilung von EXIST</a></li></ul><h2>Interview mit Dr. Ralf Amann (16. April 2020)</h2>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-54028</guid><pubDate>Tue, 28 Jul 2020 14:28:50 +0200</pubDate><title>Europäische Universitätsallianz CIVIS erhält Förderung zur langfristigen Stärkung der Forschungszusammenarbeit</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/europaeische-universitaetsallianz-civis-erhaelt-foerderung-zur-langfristigen-staerkung-der-forschungszusammenarbeit/</link><description>2 Millionen Euro im EU-Programm „Science with and for Society“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die europäische Universitätsallianz CIVIS, an der auch die Universität Tübingen beteiligt ist, wird im Rahmen des Programms „Science with and for Society“ (SWAFS) der Europäischen Kommission gefördert. Der Hocchschulverbund erhält zwei Millionen Euro über drei Jahre für das Projekt „RIS4CIVIS“ unter der Leitung der Universität Aix-Marseille, mit dem die Strukturen für die gemeinsamen Forschungsaktivitäten der insgesamt acht CIVIS-Partner verbessert werden sollen, auch unter der Berücksichtigung von Aspekten der Social Awareness.</p><p>Das Projekt "RIS4CIVIS" hat das Ziel, Forschung und Innovation in der CIVIS-Allianz voranzubringen und eine gemeinsame, langfristige Strategie zu entwickeln, die auch die Bildungsangebote von CIVIS einbezieht. So sollen etwa Forschungsinfrastruktur gemeinsam genutzt, die wissenschaftliche Zusammenarbeit gefördert und Open-Science-Formate etabliert werden. Nicht zuletzt ist ein weiterer Schwerpunkt, die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft zu intensivieren. Die Universität Aix-Marseille koordiniert das Projekt und wird die gemeinsame Strategie für Forschung und Innovation im Rahmen von CIVIS federführend entwickeln. „RIS4CIVIS“ knüpft dabei an bereits bestehende Aktivitäten der europäischen Hochschulinitiative an und soll dazu beitragen, die Ziele des Universitätsverbunds zu erreichen: CIVIS will die Verbindungen zwischen Bildung und Forschung stärken und dazu beitragen, die globalen Herausforderungen der Zukunft zu lösen.</p><h3>Über CIVIS:</h3><p>CIVIS ist eine Europäische Universitätsallianz, die von acht führenden Hochschulen in ganz Europa gegründet wurde. Sie vereinigt eine Gemeinschaft von mehr als 384.000 Studierenden und 55.000 Beschäftigten, darunter 30.000 Forscherinnen und Forscher. Ziel von CIVIS ist es, einen europäischen interuniversitären Campus zu schaffen, auf dem sich alle Hochschulangehörigen ebenso frei bewegen und zusammenarbeiten können wie innerhalb ihrer Herkunftsinstitution.</p><p>Fünf Forschungsschwerpunkte stehen im Mittelpunkt des Verbunds: Gesundheit; Städte, Regionen und Mobilität; Klima, Umwelt und Energie; digitaler und technologischer Wandel sowie Gesellschaft, Kultur und kulturelles Erbe. Weitere Partner in der CIVIS-Allianz sind neben den Universitäten Aix-Marseille und Tübingen auch die Nationale und Kapodistrias-Universität Athen (Griechenland), die Universität Bukarest (Rumänien), die Freie Universität Brüssel (Belgien), die Autonome Universität Madrid (Spanien), die Sapienza Universität Rom (Italien) und die Universität Stockholm (Schweden).</p><p class="align-right"><em>Nach einer Pressemitteilung von CIVIS</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-53778</guid><pubDate>Fri, 17 Jul 2020 12:11:08 +0200</pubDate><title>Das Studium mit digitalen Medien meistern</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/das-studium-mit-digitalen-medien-meistern/</link><description>Projekt You(r) Study untersuchte, was Studieren im digitalen Zeitalter bedeutet – Tübinger Wissenschaftlerinnen beteiligt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Digitalisierungsprozess fordert Bildungseinrichtungen heraus: Für Universitäten und Hochschulen ist es darum wichtig, zu wissen, wie und warum ihre Akteure Medien nutzen. Einstellungen und Handlungen von Studierenden wurde bislang in diesem Zusammenhang wenig beachtet. Das dreijährige Verbundforschungsprojekt „You(r) Study“ hat deshalb bewusst die Studierenden in den Fokus genommen: Ein Team der Universität zu Köln erforschte in Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universität Bochum, der Technischen Universität Kaiserslautern sowie Professorin Taiga Brahm und Marina Pumptow von der Universität Tübingen das Verhältnis zwischen Studierenden, Medien und Universität. Dabei wurde insbesondere untersucht, welche Handlungsweisen und Motivationen Studierende in Bezug auf ihr Studium mit Medien zeigen. Geleitet wurde das Vorhaben von der übergeordneten Forschungsfrage, wie Studierende mit Hilfe von digitalen Medien ihrem Studium einen eigenen Sinn verleihen.&nbsp;</p><p>Die Ergebnisse wurden durch einen empirischen Feldzugang in Form von Studierendenbefragungen an vier und Gruppendiskussionen an sechs Universitäten sowie Logfile-Analysen von universitären Learning-Management-Systemen generiert. Untersucht wurden in der Studierendenbefragung die Mediennutzung Studierender, ihre akademische und medienbezogene Selbstwirksamkeit sowie der Zusammenhang mit anderen Faktoren, die für die Studienleistung bedeutsam sind. Es wurden über 2.000 Studierende an vier deutschen Hochschulen befragt.&nbsp;</p><p>Im Einklang mit bisherigen empirischen Untersuchungen zeigte sich beispielsweise, dass Studierende mit einem höheren Vertrauen, den Anforderungen im Studium gewachsen zu sein und Probleme erfolgreich lösen zu können (akademische Selbstwirksamkeit), auch motivierter, zielgerichteter und allgemein erfolgreicher im Studium sind, d. h. bessere Noten erlangen. Insgesamt lässt sich außerdem die weit verbreitete Nutzung digitaler Medien zu Studienzwecken bestätigen: Studierende sind so gut wie flächendeckend mit Laptops und Smartphones ausgestattet, sie setzen zahlreiche Medienanwendungen regelmäßig für das Studium ein und studienbezogener Austausch und Organisation finden häufig in sozialen Netzwerken statt.&nbsp;</p><p>Wie Studierende Medien nutzen, hängt zudem mit ihrer eigenen medienbezogenen Selbstwirksamkeit, d.h. ihrer Erwartung, Medien produktiv für das Studium nutzen zu können, zusammen. Dies könnte Ansatzpunkt für künftige Forschung und Fördermaßnahmen bieten. Beispielsweise könnte verstärkt untersucht werden, inwieweit Studierende mit einer stärker ausgeprägten medienbezogenen Selbstwirksamkeit in der Lage sind, die Studienanforderungen besser zu erfüllen, welche Rolle dabei weitere individuelle und soziale Faktoren (z. B. Motivation, Einstellungen) spielen und ob eine soziale Benachteiligung bestimmter Gruppen von Studierenden vorliegt.</p><p>Eine praktische Implikation, die sich auch im Lichte des aktuellen Online-Semesters als direkt relevant herausgestellt hat: Für Studierende ist es wesentlich, mit bestehenden formellen Strukturen und bereitgestellten Medienangeboten der jeweiligen Universität umgehen zu können. Dabei stehen sie gleichzeitig vor der Anforderung, angesichts vielfältiger Studienziele individuelle Anpassungsstrategien und Handlungsweisen für sich selbst zu etablieren. Möchte man aus den Forschungsergebnissen auf konkrete Maßnahmen an Universitäten und Hochschulen schließen, sollten diese speziell an den widersprüchlichen Hinweisen aus der Forschung mit Studierenden anknüpfen, regen die am Projekt beteiligten Forscherinnen und Forscher an.</p><p>Einen breiten Einblick in die Forschungsergebnisse bietet die Publikation „Studierende – Medien – Universität“, die beim Waxmann-Verlag im Open Access-Format erschienen ist. Der Sammelband spiegelt die gesamte Forschungstätigkeit im zugehörigen You(r) Study-Forschungsverbund wider. Zugleich findet das über drei Jahre durch das BMBF in der Linie „Digitale Hochschulbildung“ geförderte Forschungsprojekt damit seinen erfolgreichen Abschluss. &nbsp;</p><p>Weitere Informationen zum Projekt: <a href="https://your-study.info/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://your-study.info/</a>&nbsp;&nbsp;</p><p class="align-right"><br> Taiga Brahm</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-53721</guid><pubDate>Thu, 16 Jul 2020 09:29:05 +0200</pubDate><title>The earliest cat on the Northern Silk Road</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/the-earliest-cat-on-the-northern-silk-road/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>The Dzhankent project directed by Prof. Heinrich Härke (Department of Medieval Archaeology, Institute of Pre- and Protohistory, Eberhard Karls University of Tübingen) has led to the identification of the earliest domestic cat yet found in northern Eurasia.&nbsp;</p><p>Since 2011, the site of Dzhankent, located just east of the Aral Sea (Kazakhstan), has been the object of international research and excavations by archaeologists and other specialists from Tübingen, Moscow and the regional Korkyt-Ata State University of Kyzylorda. The sharp-eyed archaeozoologist on the team, Dr. Ashleigh Haruda from Martin Luther University Halle-Wittenberg (Germany), spotted the bones of a feline while looking through the large quantities of animal bones from the excavation, and immediately realized the significance of the find.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-53673</guid><pubDate>Tue, 14 Jul 2020 11:19:48 +0200</pubDate><title>Forschung für die Wettervorhersage</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/forschung-fuer-die-wettervorhersage/</link><description>Gewittern und Windböen mit Laser und Flugzeugen auf der Spur – Tübinger Wissenschaftler beteiligt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Kurzfristige Warnung auf dem Smartphone vor Gewitter mit Starkregen und kräftigen Windböen - fünf Kilometer weiter regnet es noch nicht einmal einen Tropfen. Wer hat eine solche Situation nicht selbst schon erlebt? Um diesen in ihrer räumlichen Ausdehnung oft nur ein paar Kilometer großen und in der Regel recht kurzlebigen Wetterereignissen besser auf die Spur zu kommen, führt der Deutsche Wetterdienst (DWD) derzeit an seinem Meteorologischen Observatorium Lindenberg / Richard-Aßmann-Observatorium (MOL-RAO, Landkreis Oder-Spree, Brandenburg) ein Feldexperiment durch. Zu den Kooperationspartnern gehört auch das Zentrum für Angewandte Geowissenschaften der Universität Tübingen: Die Arbeitsgruppe Umweltphysik führt dazu atmosphärische Messungen mit unbemannten Flugzeugen durch.&nbsp;</p><h3>Im Einsatz: Laser und unbemannte Flugzeuge</h3><p>Für die Wettervorhersage stellen Quellwolken, Schauer und Gewitter sowie Windböen eine besondere Herausforderung dar. Wettervorhersagemodelle können solche kleinräumigen Prozesse von kurzer Dauer nicht explizit simulieren. Um diese Vorgänge in der Atmosphäre besser zu verstehen, vermessen von Juni 2020 bis Ende August 2020, fast ein Dutzend so genannte Doppler-Lidar-Geräte per Laserstrahl das Verhalten des Windes, seine Böen sowie konvektive turbulente Strukturen bis in einige hundert Meter Höhe über Grund. Die Messungen finden am Lindenberger Observatorium und auf dem zugehörigen Grenzschicht-Messfeld im benachbarten Falkenberg statt. Bis Ende Juli kommen zusätzlich unbemannte Messflugzeuge der Universität Tübingen zum Einsatz, um die aus den indirekten Lidar-Messungen abgeleiteten Größen durch direkte Messungen zu überprüfen.</p><h3>Ziel: Verbesserung des Warnmanagements</h3><p>Dank des durch die Corona-Pandemie reduzierten Luftverkehrs und der Tatsache, dass der Flughafen BER noch nicht eröffnet ist, dürfen diese Flüge mit Genehmigung der Deutschen Flugsicherung GmbH (DFS) sogar bis in eine Höhe von mehreren Kilometern durchgeführt werden. Den Schwerpunkt werden aber Messungen in den untersten 500 Metern der Atmosphäre bilden. Mit den Tübinger Messflugzeugen kann die Variabilität von Wind, Temperatur und Wasserdampfgehalt der Luft mit sehr hoher Auflösung erfasst werden. Die Sensoren registrieren aktuelle Messsignale mehr als einhundert Mal pro Sekunde, woraus sich eine räumliche Auflösung im Dezimeter-Bereich ergibt.&nbsp;</p><p>Die Wissenschaftler wollen mit diesen Messungen neben dem besseren Verständnis von Konvektion, Windböen und Gewittern auch die optimale Messstrategie für den operationellen Dauerbetrieb der Lidar-Geräte am Observatorium herausfinden, denn normalerweise können Flugzeuge wie diese derzeit nicht eingesetzt werden. Möglicherweise gelingt es in einigen Jahren, auch die Bildung von Quellwollen und das Auftreten von Gewittern und Windböen kurzfristig besser vorherzusagen und die Bevölkerung sowie Wirtschaftssektoren wie den Luftverkehr, die Energiewirtschaft oder das Bauwesen frühzeitiger und noch lokaler mit Warnungen zu versorgen.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-53499</guid><pubDate>Wed, 08 Jul 2020 17:20:37 +0200</pubDate><title>Die Liebherr-Elektronik GmbH fördert Forschungsvorhaben an der Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/die-liebherr-elektronik-gmbh-foerdert-forschungsvorhaben-an-der-universitaet-tuebingen/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Liebherr-Elektronik GmbH und die Universität Tübingen erforschen effiziente maschinelle Lernverfahren für den Einsatz in echtzeitkritischen Automatisierungsaufgaben. Geleitet wird die von der Liebherr-Elektronik geförderte Kooperation von Prof. Dr. Enkelejda Kasneci, Inhaberin des Lehrstuhls für Mensch-Maschine-Interaktion.</p><p>„Die Grundlagenforschung auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz und insbesondere des maschinellen Lernens schreitet rasant voran. Unser Ziel und unser Anspruch ist es, die neuesten Forschungsergebnisse für die Wirtschaft und die Gesellschaft als Ganzes zugänglich und nutzbar zu machen. Innerhalb des Cyber Valley Ökosystems gelingt es uns so, mit exzellenten Partnern die Kluft zwischen Theorie und Praxis zu überbrücken“, so Prof. Kasneci.</p><p>Seit einem Jahr arbeitet die Liebherr-Elektronik GmbH bei der Smart-Sensor-Entwicklung eng mit dem Lehrstuhl für Mensch-Maschine-Interaktion der Universität Tübingen zusammen. Mit dem Start dieses gemeinsamen Forschungsvorhabens soll diese Kooperation nun langfristig auf eine breitere Basis gestellt werden.</p><p>„Der Herausforderung sich schnell verändernder Technologie-Trends, bei gleichzeitig komplexeren Anforderungen an eine echtzeitfähige Datenanalyse, können wir mit leistungsstarken Machine-Learning-Methoden am effizientesten begegnen“, so Andreas Koch, Head of Sensor Technology der Liebherr-Elektronik GmbH. Die Liebherr-Elektronik GmbH setzt schon heute Algorithmen auf Basis maschineller Lernverfahren in ihren Produkten ein. Der Software-Anteil von KI-basierten Algorithmen in Elektroniksystemen wird in den kommenden Jahren aufgrund von teil- und vollautomatisierten Funktionen in mobilen Arbeitsmaschinen deutlich wachsen. Durch das von Liebherr-Elektronik geförderte Forschungsvorhaben für einen Zeitraum von mindestens drei Jahren sollen nachhaltige Aktivitäten im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) weiter ausgebaut werden.</p><p>Die Kooperation entsteht im Umfeld der Cyber Valley Initiative, Europas größter Forschungskooperation auf dem Gebiet der KI mit Partnern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Universität Tübingen ist neben der Universität Stuttgart und dem Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme Forschungspartner und Gründungsmitglied von Cyber Valley. Die Universität Tübingen richtet hierfür mindestens fünf Professuren und weitere zusätzliche Nachwuchsgruppen ein und ist an der Ausbildung der Doktorandinnen und Doktoranden in der International Max Planck Research School „Intelligent Systems“ beteiligt. Die Initiative ist in der Region Stuttgart-Tübingen ansässig und wird durch das Land Baden-Württemberg gefördert. Weitere Informationen gibt es unter <a href="http://cyber-valley.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">cyber-valley.de</a>.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-53439</guid><pubDate>Tue, 07 Jul 2020 10:54:46 +0200</pubDate><title>Quaternary International 2020 Special Issue</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/quaternary-international-2020-special-issue/</link><description>Wie sich frühneolithische Lebensweisen in Europa im 6. Jahrtausend v. Chr. entwickelten</description><content:encoded><![CDATA[<ul><li>English version&nbsp;<a href="https://uni-tuebingen.de/securedl/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE3NzkzMzA1MDUsImV4cCI6MTc3OTQyMDUwNSwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW4vVW5pX1R1ZWJpbmdlbi9BbGxnZW1laW4vQmlsZGVyL2F0dGVtcHRvX29ubGluZS9Gb3JzY2h1bmcvMjAyMC9FTl9RdWF0ZXJuYXJ5X0ludGVybmF0aW9uYWxfMjAyMF9TcGVjaWFsX0lzc3VlLnBkZiIsInBhZ2UiOjYxNzE0fQ.Q8hzNVrGknru2GOvl_LO7WOR3lJl6-NzOPXvit5MgfE/EN_Quaternary_International_2020_Special_Issue.pdf" class="download"> Formation and Transformation of Early Neolithic Lifestyles in Europe in the second half of the 6th millennium BC</a></li></ul><h3>Neolithische Lebenswelten</h3><p>Die wichtigsten Ergebnisse der internationalen Konferenz “LBK &amp; Vinča – Formation and Transformation of Early Neolithic Lifestyles in Europe in the second half of the 6th millennium BC” werden in einer Sonderausgabe der renommierten Fachzeitschrift Quaternary International veröffentlicht. Organisiert wurde die aus Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Landes Baden-Württemberg finanzierte archäologische Fachtagung von Prof. Dr. Raiko Krauß (Universität Tübingen), Dr. Jörg Bofinger (Landesamt für Denkmalpflege in Baden-Württemberg) und Dr. Bernhard Weniger (Universität zu Köln), die auch Gast-Herausgeber des Sonderbandes sind.&nbsp;</p><p>In 20 thematischen Beiträgen werden die kulturhistorischen Umbrüche in der zweiten Hälfte des 6. Jahrtausends v.Chr. thematisiert, welche in Südosteuropa zur Herausbildung von Gesellschaften mit komplexen Sozialstrukturen führten, in deren Folge sich in Mitteleuropa erstmals die sesshafte Lebensweise von bäuerlichen Gemeinschaften etablierte und damit eine fundamentale Zäsur in der Menschheitsgeschichte markiert. Die Einführung von Ackerbau, Viehzucht, Keramikproduktion und Hausbau in Mitteleuropa erfolgte nach Erkenntnissen der Archäologen aus dem westlichen Karpatenbecken; auch humangenetische Untersuchungen unterstützen diese Ansicht. Verbunden werden die Veränderungen in der Sozialstruktur der Gesellschaften in Südosteuropa und im östlichen Mitteleuropa mit der Vinča-Kultur, die nach einem Fundplatz nahe der serbischen Hauptstadt Belgrad benannt ist. Die ältesten neolithischen Gruppen in den Gebieten nördlich und westlich davon werden nach den charakteristischen Ziermotiven auf der ältesten Keramik als Linearbandkeramik (LBK) bezeichnet.&nbsp;</p><p>Beispielhaft wird die neue sesshafte Lebensweise in Mitteleuropa im Rahmen eines Kooperationsprojektes der Universität Tübingen mit dem Landesamt für Denkmalpflege in einem Kleinraum westlich von Tübingen (Gemeinde Ammerbuch) untersucht. Erste Ergebnisse der laufenden archäologischen Grabungen und begleitenden naturwissenschaftlichen Untersuchungen zum Naturraum werden in dem nun vorgelegten Band vorgestellt. Die in der zweiten Hälfte des 6. Jahrtausends v.Chr. ablaufenden sozialen Änderungen in Südosteuropa bieten die Grundlage für neuartige Kulturtechniken, wie etwa die Entwicklung der Metallurgie, der Fortbewegung mit Rad und Wagen oder die Einführung neuer Landwirtschaftstechniken, die letztlich grundlegend für unsere heutige Lebens- und Wirtschaftsweise sind. In der Gegenüberstellung der Erkenntnisse der neuen Grabungen in der Region rund um Tübingen mit den kulturhistorischen Änderungen im Südosten werden die dahinter stehenden gesellschaftlichen Prozesse nun erstmals besser verständlich.&nbsp;</p><p class="align-right">Prof. Dr. Raiko Krauß</p><h3>Publikation:</h3><p>Quaternary International 2020 Special Issue: LBK &amp; Vinča – Formation and Transformation of Early Neolithic Lifestyles in Europe in the second half of the 6th millennium BC<br> Guest Editors: Raiko Krauß, Jörg Bofinger, Bernhard Weninger<br><a href="https://doi.org/10.1016/j.quaint.2020.05.015" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.quaint.2020.05.015</a>&nbsp;<br><a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1040618220302482" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1040618220302482</a>&nbsp;</p><p class="align-right">&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-53292</guid><pubDate>Wed, 01 Jul 2020 12:46:38 +0200</pubDate><title>Pflanzliches Leben besser verstehen: DataPLANT Konsortium entwickelt eine Dateninfrastruktur für Pflanzenforschung</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/pflanzliches-leben-besser-verstehen-dataplant-konsortium-entwickelt-eine-dateninfrastruktur-fuer-pflanzenforschung/</link><description>Tübingen wird Standort in neuem Forschungsverbund – DFG fördert Projekt mit 11 Millionen Euro</description><content:encoded><![CDATA[<p>Tübinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind an einem neuen Forschungsverbund beteiligt, der durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird: Das Konsortium „DataPLANT“ soll eine Service- und Dateninfrastruktur entwickeln, mit der die moderne Pflanzenforschung große Datenmengen erfassen und bereitstellen kann. DataPLANT wird von der DFG für initial fünf Jahre mit insgesamt ca. 11 Millionen Euro gefördert und ist eines von insgesamt neun Konsortien der Nationalen Dateninfrastruktur Initiative (NFDI).<br> &nbsp;<br> In der Pflanzen-Grundlagenforschung werden die molekularen Prinzipien des pflanzlichen Lebens erforscht, die Pflanzenwachstum, Ernteertrag und Biomasseproduktion bestimmen. Dabei ist das grundlegende Verständnis aus der Pflanzenforschung unerlässlich, um Ernährungs- und Versorgungssicherheit bei immer steigendem Bedarf und sich ändernden Umweltbedingungen zu gewährleisten. Um die komplexen Prinzipien und Funktionsweisen von Pflanzen zu klären, arbeiten Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen und analysieren die natürliche genetische Vielfalt und Evolution der Pflanzen. Durch das Verständnis über die Wirkung genetischer und biochemischer Manipulationen zur Veränderung der Gen- oder Proteinaktivität ist es Forschern möglich, pflanzliche Veränderungen unter wechselnden Umweltbedingungen zu verstehen und vorherzusagen. Die eingesetzten Messmethoden erzeugen hochkomplexe und immense Datenmengen, die computergestützt verarbeitet und integrativ interpretiert werden müssen.&nbsp;</p><p>Bei dieser Art moderner Forschung sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in zunehmendem Maße auf effektives Forschungsdatenmanagement (d.h. Erhebung, Austausch und Verarbeitung von Forschungsdaten) angewiesen. Das neu ins Leben gerufene Konsortium DataPLANT wird diesen Bedarf bedienen und eine kollaborative Dateninfra- und Servicestruktur für die moderne Pflanzenforschung aufbauen. Durch DataPLANT wird der Austausch interdisziplinärer Sachkenntnis und die Verknüpfung unterschiedlicher analytischer Ergebnisse ermöglicht – so trägt es erheblich zu einer Demokratisierung von Forschungsdaten im Pflanzenfeld bei.</p><p>Im Fehlen einer nationalen Infrastruktur für die Pflanzenforschung sehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bislang ein wesentliches Hindernis, das Potential der Pflanzen-Grundlagenforschung in Europa voll auszuschöpfen. Dr. Jens Krüger, Co-Sprecher des Konsortiums an der Universität Tübingen, erläutert dazu: „Pflanzliche Genome stellen alleine aufgrund ihrer Größe eine besondere wissenschaftliche Herausforderung dar. Eine Plattform, wie DataPLANT sie bieten wird, ist essentiell für Pflanzengrundlagenforschung. Dafür bauen wir in Deutschland erstmalig eine nationale Infrastruktur auf.“</p><p>Der Standort Tübingen von DataPLANT wird getragen durch die High Performance und Cloud Computing Gruppe (HPCC) am Zentrum für Datenverarbeitung (ZDV), durch das Zentrum für Quantitative Biologie (QBiC), die Universitätsbibliothek (UB) und das Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen (ZMBP).</p><p class="align-right">Jens Krüger</p><p>Mehr zu DataPLANT und zur Liste aller beteiligten Institutionen: <a href="https://nfdi4plants.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://nfdi4plants.de/</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-53187</guid><pubDate>Fri, 26 Jun 2020 13:23:18 +0200</pubDate><title>Konsortium entwickelt Infrastruktur für Genomdaten</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/konsortium-entwickelt-infrastruktur-fuer-genomdaten/</link><description>Tübingen als Standort am Deutschen Humangenom-Phänomarchiv beteiligt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat ein neues Forschungskonsortium bewilligt, an dem Tübinger Wissenschaftler beteiligt sind. Das „Deutsche Humangenom-Phänomarchiv“ soll sensible Daten aus der Genomforschung Wissenschaftlern in Deutschland sowie international verfügbar machen, und dabei gleichzeitig die Persönlichkeitsrechte der Patienten wahren. Die DFG fördert die neue Dateninfrastruktur-Initiative als Teil der Nationalen Dateninfrastruktur Initiative (NFDI) für initial fünf Jahre.&nbsp;</p><p>Die Genomforschung spielt in der modernen Gesundheitsforschung eine zentrale Rolle und trägt heute bereits zur besseren Versorgung von Patienten bei: Bei Krebs kann die Analyse des individuellen Tumorerbguts genetische Veränderungen aufspüren, um diese mit gezielten Therapeutika zu behandeln. Genomische Analysen werden zudem seit einiger Zeit vermehrt eingesetzt, um die genetischen Ursachen von seltenen Krankheiten zu entschlüsseln.</p><p>Nicht nur die Genomsequenzierung produziert immense Datenmengen, die computergestützt analysiert werden müssen. Gesundheitsforscher analysieren heute auch das „Transkriptom“ (die Boten-RNAs), das „Epigenom“ (epigenetische Markierungen) oder das „Proteom“ (die Proteine) individueller Patienten. Zusammenfassend bezeichnen sie diese Analysen als „Omics“-Technologien.</p><p>Um den größtmöglichen wissenschaftlichen und medizinischen Nutzen aus diesen Daten zu ziehen, sollten sie für Forschungsvorhaben in Deutschland, sowie Verbundprojekte mit dem Ausland nutzbar sein. Gleichzeitig aber handelt es sich dabei um hochsensible Informationen, die entsprechend den spezifischen Anforderungen des deutschen Rechts geschützt werden müssen. Eine nationale Dateninfrastruktur, die beides gewährleistet, fehlt bislang in Deutschland.</p><p>Das neu ins Leben gerufene Deutsche Humangenom-Phänomarchiv (GHGA, German Human Genome-Phenome Archive) wird diese Lücke füllen und eine nationale Infrastruktur für die sichere Speicherung, den Zugriff und die Analyse von Omics-Daten (z.B. Genome, Transkriptome, Epigenome) in einem einheitlichen ethisch-rechtlichen Rahmen aufbauen. GHGA setzt dabei auf existierende nationale Omics-Datenerzeuger und deren IT-Infrastrukturen auf, um eine harmonisierte, interoperable Infrastruktur zu schaffen. Die DFG fördert GHGA über zunächst fünf Jahre als eines von insgesamt neun Konsortien für nationale Forschungsdateninfrastrukturen. Der initiale Schwerpunkt des GHGA liegt auf Krebs und seltenen genetische Erkrankungen - in Übereinstimmung mit den Schwerpunkten anderer Initiativen, wie der geplanten „Deutschen medizinischen Genominitiative“ (genomDE) und der Europäischen 1+Million Genomes Initiative (+1MG)</p><p>Im Fehlen einer technisch und rechtlich sicheren nationalen Infrastruktur für Omics-Daten sehen Wissenschaftler bislang ein wesentliches Hindernis, das Potential der Genomforschung in Deutschland und Europa voll auszuschöpfen. Professor Oliver Kohlbacher vom Institut für Biomedizinische Informatik der Universität Tübingen ist Co-Sprecher des Konsortiums und erläutert: „Menschliche Genomdaten sind sensitiv und bedürfen einer vertrauenswürdigen Stelle, die sie sicher speichert. Gleichzeitig wünscht die ganz überwiegende Mehrzahl der Patientinnen und Patienten, dass ihre Daten für die Forschung genutzt werden können. Dafür bauen wir in Deutschland erstmalig eine nationale Infrastruktur auf.”</p><p>Der Standort Tübingen des Deutschen Humangenom-Phänomarchivs wird getragen durch Arbeitsgruppen des Instituts für Biomedizinische Informatik (IBMI), durch das Zentrum für Quantitative Biologie (QBiC), das Zentrum für Datenverarbeitung (ZDV), das NGS-Kompetenzzentrum Tübingen (NCCT) sowie das Institut für Medizinische Genetik und Angewandte Genomik (IMGAG), das Zentrum für Personalisierte Medizin (ZPM) und die &nbsp;Klinik für Innere Medizin 1 des UKT.</p><p>Mehr zum Deutschen Genom Phenome Archiv und Liste aller beteiligten Institutionen: <a href="http://www.ghga.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">http://www.ghga.de</a>.</p><p class="align-right">Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums DKFZ / Antje Karbe</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-52992</guid><pubDate>Fri, 19 Jun 2020 15:33:40 +0200</pubDate><title>Tiefer Blick in den Röntgenhimmel</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tiefer-blick-in-den-roentgenhimmel/</link><description>Das eROSITA-Teleskop liefert Astronomen einen neuen, scharfen Blick auf heiße und energiereiche Prozesse im gesamten Universum – Tübinger Wissenschaftler sind beteiligt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Nach 182 Tagen hat das Röntgenteleskop eROSITA an Bord der SRG-Raumsonde seine erste vollständige Durchmusterung des Himmels abgeschlossen. Die neue Karte des heißen, energiereichen Universums enthält mehr als eine Million Objekte – damit verdoppelt sich in etwa die Zahl der bekannten Röntgenquellen, die in der 60-jährigen Geschichte der Röntgenastronomie entdeckt wurden. Bei den meisten Quellen handelt es sich um aktive galaktische Kerne bei kosmologischen Entfernungen, die das Wachstum gigantischer Schwarzer Löcher im Laufe der Zeit markieren. Galaxienhaufen in der neuen Karte werden genutzt, um das Wachstum kosmischer Strukturen zu verfolgen und kosmologische Parameter einzuschränken. Näher an unserer kosmischen Heimat befinden sich Sterne mit einer heißen Corona, Doppelsterne und Supernova-Überreste in unserer Galaxie. Zudem haben die Astronomen nun eine vollständige Karte der heißen Baryonen in der Milchstraße, was nur mit der 360-Grad-Ansicht der eROSITA-Himmelskarte möglich ist.&nbsp;</p><p>Eine Million Röntgenquellen, die die Natur des heißen Universums offenbaren - das ist der beeindruckende Ertrag der ersten vollständigen Himmelsdurchmusterung mit dem eROSITA-Teleskop an Bord der SRG-Raumsonde. Das Tübinger Institut für Astronomie und Astrophysik hat für dieses Projekt sowohl an der Hardware des Satelliten, als auch an der Software zur Analyse der Daten mitgearbeitet. Die feinmechanische Werkstatt des Instituts fertigte über mehrere Jahre hinweg zahlreiche Teile an, die nun alle an Bord ihren Dienst verrichten. Elektroniker waren am Entwurf der Microchips an Bord beteiligt. Tübinger Wissenschaftler sind nun auch in den Arbeitsgruppen vertreten, die an der Kalibration und Analyse der Beobachtungen arbeiten ‒ und schon länger begeistert von den aufgenommenen Bildern und Spektren.</p><p>Die erste vollständige Himmelsdurchmusterung von eROSITA ist etwa viermal tiefer als die vorherige Karte des gesamten Röntgenhimmels durch das ROSAT-Teleskop vor 30 Jahren und liefert jetzt nochmal so viele neue Quellen, wie von allen Röntgenteleskopen zusammen bisher entdeckt wurden. Und während die meisten Klassen astronomischer Objekte Röntgenstrahlen aussenden, sieht das heiße und energiereiche Universum ganz anders aus als durch optische oder Radioteleskope. Außerhalb unserer Heimatgalaxie sind die meisten eROSITA-Quellen aktive Kerne von Galaxien in kosmologischen Entfernungen, bei denen supermassereiche Schwarze Löcher Materie akkretieren. Daneben gibt es auch Galaxienhaufen, die als ausgedehnte Röntgenhalos erscheinen und dank des heißen Gases leuchten, das in den riesigen Ansammlungen aus dunkler Materie eingeschlossen ist.&nbsp;</p><p>Das Bild des gesamten Himmels enthüllt aber auch die Struktur des heißen Gases in der Milchstraße selbst bis ins kleinste Detail sowie das zirkumgalaktische Medium, das sie umgibt und dessen Eigenschaften für das Verständnis der Entstehungsgeschichte unserer Galaxis von entscheidender Bedeutung sind. Die eROSITA-Röntgenkarte zeigt noch mehr: Sterne mit starken, magnetisch aktiven heißen Coronae, Röntgendoppelsterne, die Neutronensterne, Schwarze Löcher oder Weiße Zwerge enthalten, und spektakuläre Supernova-Überreste in unserer eigenen und anderen nahen Galaxien wie den beiden Magellanschen Wolken.&nbsp;</p><p>„Das wissenschaftliche Hauptziel der Mission ist es letztlich, die Struktur des Universums auf größten Skalen zu beobachten und die gewonnenen Erkenntnisse zu nutzen, um mehr über die Eigenschaften der ‚dunklen Energie‘ und der ‚dunklen Materie’ zu lernen, also der nicht sichtbaren und nur schwer nachweisbaren Bestandteile des Universums“, erklärt Professor Andrea Santangelo, Leiter der Abteilung für Hochenergieastrophysik an der Universität Tübingen. „Röntgenstrahlung aus dem All ist für diese Beobachtungen besonders gut geeignet, da sie in großem Maß durch das heiße Gas in Galaxienhaufen erzeugt wird, den massereichsten Strukturen, die wir im Universum kennen. Wir werden in den nächsten Jahren tausende dieser Galaxienhaufen bei unterschiedlichen Rotverschiebungen beobachten, das heißt über riesige Distanzen verteilt. Dadurch können wir ihre Wachstumsgeschichte im Laufe der Zeit rekonstruieren. Diese wiederum reagiert sehr empfindlich auf die Eigenschaften dunkler Energie und dunkler Materie. Speziell in Tübingen sind wir auch an Doppelsternsystemen interessiert, die Neutronensterne oder Schwarze Löcher enthalten. Mit eROSITA werden viele neue solcher faszinierenden Systeme in unserer eigenen und in Nachbargalaxien entdeckt. Wir halten dabei auch ständig nach direkten Hinweisen auf Teilchen der Dunklen Materie Ausschau, die für unsere Wissenschaftler und Studenten gerade eine spannende Herausforderung darstellt.“</p><p>Das Zusammensetzen des ersten kompletten Himmelsbildes war eine Mammutaufgabe. Bislang hat das Team etwa 165 GB an Daten, die von eROSITAs sieben Kameras gesammelt wurden, empfangen und verarbeitet. Während das Team nun damit beschäftigt ist, diese erste Karte des gesamten Himmels zu analysieren und die Bilder und Kataloge zu nutzen, um unser Verständnis der Kosmologie und der energiereichen astrophysikalischen Prozesse zu vertiefen, setzt das Teleskop seine Durchmusterung des Röntgenhimmels fort. Die zweite Himmelsdurchmusterung wird bis Ende 2020 abgeschlossen sein.&nbsp;</p><h3>Weitere Informationen:&nbsp;</h3><p>Am 11. Juni 2020 schloss das eROSITA-Teleskop seine erste Durchmusterung des gesamten Röntgenhimmels ab. Das am 13. Juli 2019 an Bord der SRG-Raumsonde gestartete Teleskop umkreist den zweiten Lagrange-Punkt des Erde-Sonne-Systems und befindet sich in einem kontinuierlichen Scan-Modus. Bei dieser ersten Himmelsdurchmusterung wurde jeder Punkt am Himmel für eine durchschnittliche Dauer von 150-200 Sekunden von eROSITA beobachtet. Die Regionen in der Nähe der Ekliptikpole, wo sich die vom Teleskop am Himmel gezogenen Großkreise schneiden, wurden viele Male überstrichen, wobei sich Belichtungen von bis zu einigen Stunden ansammelten. SRG wird den Himmel noch dreieinhalb Jahre lang scannen, wobei eROSITA sieben weitere Himmelsdurchmusterungen durchführen wird.</p><p>eROSITA ist das Hauptinstrument an Bord von SRG, einer gemeinsamen russisch-deutschen Wissenschaftsmission, die von der Russischen Weltraumagentur (Roskosmos) im Interesse der Russischen Akademie der Wissenschaften, vertreten durch ihr Weltraumforschungsinstitut (IKI), und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstützt wird. Die SRG-Raumsonde wurde von der Lavochkin Association (NPOL) und ihren Unterauftragnehmern gebaut und wird von NPOL mit Unterstützung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE) betrieben.&nbsp;</p><p>Die Entwicklung und der Bau des Röntgeninstruments eROSITA wurden unter Federführung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE) mit Beiträgen der Dr. Karl Remeis-Sternwarte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg, der Sternwarte der Universität Hamburg, des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP) und des Instituts für Astronomie und Astrophysik der Universität Tübingen mit Unterstützung des DLR und der Max-Planck-Gesellschaft durchgeführt. Auch das Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn und die Ludwig-Maximilians-Universität München beteiligten sich an der wissenschaftlichen Vorbereitung von eROSITA.&nbsp;</p><p>Die hier gezeigten eROSITA-Daten wurden mit dem vom deutschen eROSITA-Konsortium entwickelten Softwaresystem eSASS verarbeitet.</p><p><a href="http://www.mpe.mpg.de/7463647/erass1-presskit" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Weiteres Bildmaterial auf der Homepage des&nbsp;Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik</a></p><p class="align-right">Pressemitteilung des MPE/Christoph Tenzer</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-52905</guid><pubDate>Wed, 17 Jun 2020 09:27:52 +0200</pubDate><title>Neue DFG-Forschungsgruppe analysiert, wie „Katholischsein“ die Gesellschaft nach 1968 veränderte</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neue-dfg-forschungsgruppe-analysiert-wie-katholischsein-die-gesellschaft-nach-1968-veraenderte/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft richtet an der Universität Tübingen eine neue Forschungsgruppe ein: Am Verbund „Katholischsein in der Bundesrepublik Deutschland. Semantiken, Praktiken und Emotionen in der westdeutschen Gesellschaft 1965–1989/90“ sind deutschlandweit zehn historische und theologische Institute &nbsp;beteiligt (Berlin, Bochum, Mainz, Münster, Paderborn, Potsdam, Tübingen, Vallendar, Würzburg). Sprecher ist Andreas Holzem, Professor für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte an der Katholischen Fakultät der Universität Tübingen. Die Forschungsgruppe wird für insgesamt vier Jahre mit rund 3 Millionen Euro gefördert. Koordiniert wird das Projekt von der Forschungsstelle der Kommission für Zeitgeschichte in Bonn.</p><p>Der Forschungsverbund nimmt sich eines Zeitraums an, der von der allgemeinen Zeitgeschichte schon länger erforscht wird, von der Kirchengeschichte jedoch ‒ abgesehen von einzelnen Studien ‒ wenig beachtet wurde. Welchen Beitrag leistete das „Katholischsein“ zur Gestaltung der Nachmoderne seit dem II. Vatikanischen Konzil und bis zur deutschen Wiedervereinigung? Bei der Beantwortung dieser Frage geht es den Forscherinnen und Forschern nicht um die Binnengeschichte eines sozialen Milieus; sie untersuchen vielmehr die religionskulturellen Dynamiken in der Breite der Gesellschaft. Themen der Einzelprojekte sind z. B. die öffentliche Wahrnehmung von religiöser Reform, der Rollenwandel und die Professionalisierung von geistlichen und sozialen Berufen bei Männern und Frauen, der Wandel der Sexualmoral, die Friedens-, Umwelt- und ‚Dritte-Welt‘-Bewegungen und die Entstehung der Grünen, aber auch die politischen Kämpfe um Bildung und Großstadtpastoral.</p><p>DFG-Forschungsgruppen ermöglichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sich aktuellen und drängenden Fragen ihrer Fachgebiete zu widmen und innovative Arbeitsrichtungen zu etablieren. Klinische Forschungsgruppen sind zusätzlich durch die enge Verknüpfung von wissenschaftlicher und klinischer Arbeit charakterisiert. Im Ganzen fördert die DFG zurzeit 159 Forschungsgruppen und 18 Klinische Forschungsgruppen.</p><p class="align-right">Andreas Holzem</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-52635</guid><pubDate>Thu, 04 Jun 2020 15:15:35 +0200</pubDate><title>Bakterien auf der Haut können die Wundheilung beschleunigen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/bakterien-auf-der-haut-koennen-die-wundheilung-beschleunigen/</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen erforscht an Mäusen, wie die normale Hautmikroflora als äußerer Schutzschild wirkt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Download English version <a href="https://uni-tuebingen.de/securedl/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE3NzkzMzA1MDUsImV4cCI6MTc3OTQyMDUwNSwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW4vVW5pX1R1ZWJpbmdlbi9BbGxnZW1laW4vQmlsZGVyL2F0dGVtcHRvX29ubGluZS9Gb3JzY2h1bmcvMjAyMC8yMC0wNi0wNF93b3VuZF9oZWFsaW5nLnBkZiIsInBhZ2UiOjYxNzE0fQ.z2bcETwlqMkLUo8mER1nVao44CQq0OSeVPZHd4vFC2s/20-06-04_wound_healing.pdf" class="download">"Trace amines produced by skin bacteria accelerate wound healing in mice"</a></p><p>Von den normalen Gemeinschaften an Mikroorganismen auf unserer Oberfläche wird schon lange angenommen, dass sie einen Schutzschild für die Haut bilden. Nur wie das funktioniert, lag bisher im Dunklen. Nun hat die Arbeitsgruppe von Friedrich Götz, Seniorprofessor für Mikrobielle Genetik an der Universität Tübingen, bei Mäusen einen natürlichen Prozess entdeckt, der zur Schutzfunktion beiträgt. Eine entscheidende Rolle spielen geringe Mengen von Aminen, sogenannte Spurenamine, die von verschiedenen Bakterienarten der Gattung Staphylococcus produziert werden. Sie wirken den bei Stress, wie einer Hautverletzung, freigesetzten Stoffen entgegen und beschleunigen so die Wundheilung. Ihre Studie haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Communications Biology veröffentlicht.</p><p>„Spurenamine werden von vielen Lebewesen gebildet, so auch beim Menschen“, erklärt Friedrich Götz. Meist entstünden sie durch Decarboxylierung aromatischer Aminosäuren, die zum Beispiel in die Amine Phenylethylamin, Tyramin oder Tryptamin umgewandelt werden. In den Nervenzellen des Säugetiergehirns werden sie gemeinsam mit den klassischen Botenstoffen wie Dopamin, Noradrenalin oder Serotonin in den Nervenendigungen gespeichert und freigesetzt. „Die Spurenamine spielen eine wichtige Rolle als Neuromodulatoren. Bei der Übertragung der klassischen Botenstoffe vervielfachen sie deren Aktivität“, sagt der Wissenschaftler. Inzwischen wisse man auch, dass sie daneben mit einer speziellen Familie von G-Protein-gekoppelten Rezeptoren wechselwirken und auch unabhängig von den klassischen Botenstoffen Signale im Gehirn übertragen.</p><h3>Spurenamine heben Hemmung auf</h3><p>Dass verschiedene Bakterienarten der Gattung Staphylococcus Spurenamine produzieren können, hatte die Arbeitsgruppe von Friedrich Götz erst kürzlich entdeckt. Das verantwortliche Enzym bezeichneten sie als SadA (Staphylokokken-aromatische-Aminosäuredecarboxylase). In ihrer neuen Studie stellten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fest, dass solche Hautbakterien die Wundheilung fördern können.</p><p>„Bei einer Verletzung der Haut produzieren die Hautzellen Adrenalin, das wiederum durch Aktivierung eines bestimmten Rezeptors die Beweglichkeit der Zellen hemmt. Sie können sich dann nicht so schnell an der offenen Wunde zusammenlagern, um sie zu verschließen“, erklärt Götz. Bei Experimenten mit Mäusen zeigte sich, dass die Spurenamine gegenläufig arbeiten und die Wirkung des Adrenalins aufheben. „Die Wundheilung wird beschleunigt. Unsere Studie zeigt, dass Spurenamine produzierende Bakterien auf unserer Haut vorteilhaft sein können und zur Wirkung als Schutzschild beitragen.“</p><p>Diese Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), dem Exzellenzcluster EXC 2124 Controlling Microbes to Fight Infections und vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) sowie der Alexander von Humboldt-Stiftung gefördert.</p><p class="align-right">Janna Eberhardt</p><h3>Publikation:&nbsp;</h3><p>Arif Luqman, Muhammad Zainul Muttaqin, Sumah Yulaipi, Patrick Ebner, Miki Matsuo, Susanne Zabel, Paula Maria Tribelli, Kay Nieselt, Dewi Hidayati &amp; Friedrich Götz: Trace amines produced by skin bacteria accelerate wound healing in mice. Communications Biology, <a href="https://doi.org/10.1038/s42003-020-1000-7" target="_blank" rel="noreferrer">doi.org/10.1038/s42003-020-1000-7</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-52503</guid><pubDate>Thu, 28 May 2020 09:02:37 +0200</pubDate><title>nf-core and Nextflow projects awarded Chan Zuckerberg Initiative grant</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/nf-core-and-nextflow-projects-awarded-chan-zuckerberg-initiative-grant/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>The nf-core and Nextflow projects have been awarded the “Essential Open Source Software for Science” grant from the Chan Zuckerberg Initiative. The grant will be used to fund coordination and events for the Nextflow and nf-core projects.</p><p>The CZI EOSS grants are specifically targeted at “open source software projects that are essential to biomedical research”. Nextflow is a software tool and language for writing bioinformatics analysis workflows. Pipelines built using Nextflow are highly reproducible and very portable, able to be run on virtually any computational infrastructure. The nf-core community builds open-source Nextflow pipelines that adhere to best-practice guidelines. The nf-core project was started by Phil Ewels (SU, KTH) at the SciLifeLab National Genomics Infrastructure, Sweden. Several members of the Quantitative Biology Center at the University of Tübingen are part of the core team or have been active collaborators. The project was <a href="https://www.scilifelab.se/news/nf-core-community-provides-computational-pipelines/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">recently published</a> in Nature Biotechnology.&nbsp;</p><p>The grant will fund positions to work on the two projects, enabling a roadmap of new technical features, improvements to project sustainability &amp; maintenance, and new community events. One of the positions will be coordinated from QBiC and will involve maintaining nf-core tools maintenance and project sustainability.</p><p>For more information, please see the <a href="https://chanzuckerberg.com/eoss/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">CZI EOSS website</a> as well as the <a href="https://nf-co.re/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">nf-core</a>&nbsp;and <a href="https://www.nextflow.io/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Nextflow</a> websites.</p><p class="align-right">Gisela Gabernet</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-52275</guid><pubDate>Tue, 19 May 2020 10:57:06 +0200</pubDate><title>Did pottery making influence the beginnings of metallurgy? </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/did-pottery-making-influence-the-beginnings-of-metallurgy/</link><description>Researchers say it could have gone either way</description><content:encoded><![CDATA[<p>When man learned to work metal thousands of years ago, a new age dawned - metallurgy fundamentally changed economy and society. But how had he acquired this ability in the first place? Researchers have long been discussing whether metallurgy learned from pottery making and their techniques or whether the two technologies developed independently. A new study led by Dr. Silvia Amicone (Competence Centre Archaeometry - Baden-Württemberg (CCA-BW), University of Tübingen) sheds new light on the debate. After analysing prehistoric finds, it concludes that metallurgy and pottery did indeed influence each other, but probably developed in parallel. The results were published in the <em>Journal of Archaeological Science</em>.&nbsp;</p><p>For decades researchers have been debating whether the earliest metallurgists gained their ability to control fire from potters or not. The missing piece of evidence in this debate, a solid archaeological example where one could study the technological developments of these two crucial technologies side-by-side, was finally located in eastern Serbia. It presents the earliest evidence for metal making, going back to 7,000 years ago in the prehistoric village of Belovode. The discovery prompted an international team of archaeologists and scientists from the UK, Serbia and Germany to start a 3-year long campaign of excavations in this and another contemporary prehistoric site in Serbia, Pločnik, in pursuit of the social and technological events that <a href="https://gtr.ukri.org/project/D208DC64-842F-4E99-9C9E-248D8185D75A" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">gave birth to metallurgy</a>.</p><p>Both sites are remarkable for their rich material culture that includes dark-burnished and graphite painted pottery, often considered the precursors of metallurgy in this part of the world. Especially the use of graphite, a mineral naturally occurring in different areas of the Balkans, was closely related to the emergence of early metal production.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-52104</guid><pubDate>Tue, 12 May 2020 14:30:09 +0200</pubDate><title>Geoinformatikpreis für Dr. Andreas Braun</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/geoinformatikpreis-fuer-dr-andreas-braun/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Andreas Braun hat den diesjährigen national ausgeschriebenen "Förderpreis Geoinformatik des Runden Tisch GIS e.V." in der Kategorie "Dissertationen" gewonnen. Herr Braun erhielt den Preis für seine Arbeiten zum Thema „Radar satellite imagery for humanitarian response. Bridging the gap between technology and application“. Er setzte sich sowohl im Punktesystem der Jurywertung als auch im Publikumspreis im Rahmen einer öffentlichen Abstimmung gegen die Mitbewerber/innen durch.</p><p>Seine Arbeit beschäftigt sich mit dem Einsatz von Radarsatelliten zur Unterstützung humanitärer Arbeit. Er entwickelte Methoden zur Kartierung von Flüchtlingslagern und ihrer natürlichen Umwelt, welche humanitäre Organisationen fortan zur Informationsgewinnung und effektiven Planung ihrer Einsätze nutzen können. Anders als gewöhliche Satellitenaufnahmen können Radardaten auch bei Wolkenbedeckung aufgenommen werden. Sie ermöglichen so ein schnelles Reagieren im Krisenfall.</p><p class="align-right">Volker Hochschild</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-51534</guid><pubDate>Wed, 29 Apr 2020 10:06:17 +0200</pubDate><title>Zertifizierung von Künstlicher Intelligenz</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/zertifizierung-von-kuenstlicher-intelligenz-1/</link><description>Expertengruppe veröffentlicht Impulspapier</description><content:encoded><![CDATA[<p>Künstliche Intelligenz (KI) kommt in vielen Branchen zum Einsatz. Um das Vertrauen in KI-Systeme und die mit ihnen verbundenen Prozesse und Entscheidungen zu stärken, könnte eine Zertifizierung ein Schlüssel sein. In einem Impulspapier haben Expertinnen und Experten der Plattform Lernende Systeme skizziert, welchen Nutzen dies verspricht und welche Anforderungen sich mit Blick auf technische Umsetzung, Gemeinwohl und Erhalt der Innovationskraft stellen. Die Autorinnen und Autoren, zu denen PD Dr. Jessica Heesen vom Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen gehört, geben Überblick über Zertifizierungsprojekte in Deutschland und bieten eine Grundlage für weiterführende Diskussionen.</p><p>Insbesondere in sensiblen Anwendungsbereichen wie der Medizin kann eine Zertifizierung von KI-Systemen dazu beitragen, das Vertrauen in ihre Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit zu stärken. Im betrieblichen Kontext erleichtert eine Zertifizierung die Interoperabilität verschiedener Systeme und fördert so den weiteren Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Nicht zuletzt könnte eine Zertifizierung die Wettbewerbsdynamik bei der Entwicklung von KI-Anwendungen fördern und – über die Etablierung einer vertrauenswürdigen Marke „KI made in Europe“ – international Wettbewerbsvorteile schaffen.</p><h3>Besondere Herausforderungen bei Lernenden Systemen</h3><p>Auf dem Weg zu einer Zertifizierung von KI sind jedoch zahlreiche Fragen zu klären. „Zum Beispiel muss beantwortet werden, wie Lernende Systeme verlässlich verifiziert werden können, oder wie ein Weiterlernen im Betrieb – etwa durch strukturierte Updates – sichergestellt werden kann“, sagt Prof. Dr. Stefan Wrobel, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS und Mitglied der Arbeitsgruppe Technologische Wegbereiter und Data Science der Plattform Lernende Systeme. „Eine weitere Herausforderung ist, dass KI-Anwendungen oft hybride Systeme sind – das heißt, sie beruhen auf einer Kombination von unterschiedlichen KI-Technologien. Im Bereich der Sprachtechnologie werden beispielsweise häufig maschinelle Lernverfahren mit modellhaftem Wissen kombiniert. Auch solche komplexen Systeme muss eine Zertifizierung abdecken.“</p><p>Entscheidend für eine sinnvolle Zertifizierung von KI-Systemen sei auch, das richtige Maß zu finden. „Die Aufgabe besteht darin, ein allgemeines Prüfsystem zu entwickeln, um eine Zertifizierung hochgradig verschiedener KI-Systeme für unterschiedliche Einsatzgebiete vergleichbar zu gestalten. Dabei gilt es, etablierte Normen und Standards zu berücksichtigen und vorhandene Lücken zu schließen“, erläutert Wrobel, einer der vier Co-Autoren.</p><h3>Geeignetes Maß für Zertifizierung finden</h3><p>Das von einem interdisziplinären Autorenteam erstellte Impulspapier „Zertifizierung von KI-Systemen“ der Plattform Lernende Systeme beleuchtet nicht nur technische, sondern auch juristische und ethische Aspekte. „Eine Zertifizierung kann für eine Vielzahl von KI-Systemen dazu beitragen, ihr gesellschaftliches Nutzenpotential sicher und gemeinwohlorientiert auszuschöpfen. Damit dies im Einklang mit gesellschaftlich anerkannten Werten geschieht, muss eine Form von Zertifizierung gefunden werden, die von wichtigen ethischen Prinzipien geleitet wird, aber gleichzeitig auch ökonomische Prinzipien erfüllt, Überregulierung vermeidet sowie Innovationen fördert“, sagt Jessica Heesen, ebenfalls Autorin und Leiterin des Forschungsschwerpunkts Medienethik und Informationstechnik am IZEW der Universität Tübingen sowie der Arbeitsgruppe IT-Sicherheit, Privacy, Recht und Ethik der Plattform Lernende Systeme. „Im besten Fall kann eine Zertifizierung selbst zum Auslöser neuer Entwicklungen für einen europäischen Weg in der KI-Anwendung werden.“</p><p class="align-right">&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;<br> Pressemitteilung der <a href="https://www.plattform-lernende-systeme.de/startseite.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Plattform „Lernende Systeme“</a></p><p>&nbsp;</p><p><strong>Über das Impulspapier</strong></p><p>Das <a href="https://www.plattform-lernende-systeme.de/aktuelles-newsreader/zertifizierung-von-kuenstlicher-intelligenz-plattform-lernende-systeme-benennt-herausforderungen.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Impulspapier "Zertifizierung von KI-Systemen"</a>&nbsp;beleuchtet Potentiale und Herausforderungen, die eine Zertifizierung von KI-Systemen birgt und gibt einen Überblick über bestehende Zertifizierungsprojekte in Deutschland. Das Papier wurde von Mitgliedern der Plattform Lernende Systeme unter der Leitung der Arbeitsgruppe IT-Sicherheit, Privacy, Recht und Ethik sowie der Arbeitsgruppe Technologische Wegbereiter und Data Science verfasst und versteht sich als Grundlage für weitere Diskussionen zum Thema.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-51405</guid><pubDate>Thu, 23 Apr 2020 10:35:06 +0200</pubDate><title>Babeş-Bolyai Universität tritt The Guild bei</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/babes-bolyai-universitaet-tritt-the-guild-bei/</link><description>Die rumänische Partner-Universität der Universität Tübingen wird 20. Mitglied des europäischen Netzwerks</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Rektor der Babeş-Bolyai Universität (UBB), Prof. Dr. Daniel David, erklärt: "Die UBB ist schon immer in der reichhaltigen und exzellenten&nbsp;europäischen Hochschullandschaft fest verankert gewesen. Die Einladung von The Guild ehrt uns sehr - das Netzwerk wird unser neues internationales 'akademisches Zuhause'."</p><p>Die Ursprünge der UBB gehen bis ins Jahr 1581 zurück. Sie entstand 1959 durch eine Zusammenschluss einer rumänischen und einer ungarischen Universität in Cluj-Napoca (Rumänien). Heute ist sie mit rund 45.000 Studierenden in 21 Fakultäten Rumäniens führende Universität. Die Universität Tübingen pflegt seit 1975 eine enge Zusammenarbeit mit der Babeş-Bolyai Universität. &nbsp;</p><p>Gegründet 2016 vernetzt The Guild nun ab 1. Juni 2020 insgesamt zwanzig von Europas forschungsintensivsten Universitäten in 14 Ländern und setzt sich für die Interessen akademischer Einrichtungen sowie von Forscherinnen und Forschern und Studierenden ein.&nbsp;</p><p><a href="https://www.the-guild.eu/news/2020/babes-bolyai-university-joins-the-guild.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Pressemitteilung von The Guild vom 22.04.2020</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-51375</guid><pubDate>Wed, 22 Apr 2020 13:07:31 +0200</pubDate><title>Ausweitung digitaler Angebote im Zuge der Corona-Pandemie</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/ausweitung-digitaler-angebote-im-zuge-der-corona-pandemie/</link><description>Die Unibibliothek setzt vermehrt auf Digitalisierung und bietet neue Services an</description><content:encoded><![CDATA[<p>Seit Freitag, 20. März 2020, ist die Universitätsbibliothek für den Publikumsverkehr geschlossen. Um die Versorgung für Lehre, Studium und Forschung mit wissenschaftlicher Literatur während der aktuellen Lage weiterhin sicherzustellen, erweitert die Universitätsbibliothek ihre digitalen Angebote. Studierende und Forschende können via VPN-Zugang auch während der Schließung auf ein umfangreiches Angebot an elektronischen Medien zugreifen. Insgesamt stehen rund 350.000 E-Books und über 32.500 digitale Zeitschriften zur Verfügung. Darüber hinaus weitet die Bibliothek ihre Dienstleistungen um zahlreiche neue digitale Services aus.</p><p><strong>Tübinger Aufsatzdienst - jetzt auch für Studierende</strong><br> Studierende oder Forschende, die dringend einen Aufsatz aus einer Fachzeitschrift benötigen, können diesen über den Tübinger Aufsatzdienst (TAD) bestellen. Über den TAD werden die Artikel kostenlos als PDF elektronisch zugesandt.&nbsp;</p><p><strong>Scandienst für Sammelbände</strong><br> Auch Beiträge aus Sammelwerken, die nur gedruckt in Tübingen vorhanden sind, können derzeit über den kostenlosen Scandienst der Universitätsbibliothek angefordert werden. Wissenschaftler/innen und Studierende senden dazu einen Auftrag von ihrer dienstlichen bzw. studentischen Mailadresse an <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,ocicbkpBwd0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">magazin<span style="display:none">spam prevention</span>@ub.uni-tuebingen.de</a>. Wichtig: Die E-Mail muss Titel, Verfasser und Seitenangabe des Aufsatzes (von-bis), Titel des Sammelwerks, Signatur und Standort des Sammelwerks in der Universitätsbibliothek enthalten.&nbsp;</p><p><strong>Anschaffungsvorschläge für E-Medien</strong><br> Mitglieder der Universität Tübingen können E-Books zum Kauf vorschlagen, die sie für wichtig halten oder dringend benötigen. Der Erwerb von Werken in digitaler Form kann über das Anschaffungsformular der Universitätsbibliothek vorgeschlagen werden. Dies gilt für alle Medien, die entweder noch nicht oder bisher nur gedruckt in Tübingen vorhanden sind. Die Bibliothek wird daraufhin prüfen, ob die Beschaffung eines E-Books möglich ist.</p><p><strong>Kostenlose Verlagsangebote&nbsp;</strong><br> Neben den von der Universitätsbibliothek lizenzierten elektronischen Zeitschriften, Büchern und Datenbanken stellen derzeit einige Verlage aus Anlass der Corona-Krise vorübergehend kostenlos Inhalte zur Verfügung oder erweitern die Nutzungsbedingungen der lizenzierten Angebote. Diese können von Angehörigen der Universität Tübingen über Shibboleth bzw. VPN auch im Fernzugriff genutzt werden.</p><p><strong>Zeitschriften-Alertdienst – Paperboy&nbsp;</strong><br> Alle Forschenden und Studierenden, die sich laufend über den Inhalt wichtiger Zeitschriften informieren wollen, können den "elektronischen Umlauf" <a href="/einrichtungen/universitaetsbibliothek/suchen-ausleihen/e-journals/paperboy/">Paperboy</a> nutzen. Derzeit können hier Inhaltsverzeichnisse von Zeitschriften der Fächer Rechtswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Sportwissenschaften, Klassische Philologie und Physik abonniert werden. Sobald ein neues Heft erscheint, werden die Abonnenten automatisch per E-Mail informiert und können die Aufsätze bei vielen Zeitschriften direkt als elektronischen Volltext lesen, herunterladen oder innerhalb von Paperboy auf eine Leseliste legen. Weitere Wissenschaftsbereiche folgen. Für Theologen und Religionswissenschaftler besteht die Möglichkeit, den Alertdienst in Index Theologicus bzw. RelBib zu nutzen.</p><p><strong>Härtefallausleihe&nbsp;</strong><br> Für Wissenschaftler/innen oder Examenskandidaten/innen, die während der Schließung der Bibliothek dringend Literatur benötigen, ist in begründeten Ausnahmefällen eine Notfallausleihe möglich. Interessierte, die dringend Literatur aus den Beständen der Universitätsbibliothek für ihre Forschung oder die Abschlussarbeit benötigen, können sich an <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cwungkjbgpvtwoBwd0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">ausleihzentrum<span style="display:none">spam prevention</span>@ub.uni-tuebingen.de</a>&nbsp;wenden. Auch einige Fachbibliotheken bieten eine Notausleihe an.</p><p><strong>Selbstlernangebote</strong><br> Da derzeit keine Schulungen und Workshops stattfinden können, bietet die Universitätsbibliothek online zahlreiche <a href="https://vitruv.uni-tuebingen.de/ilias3/goto.php?target=cat_19004&amp;client_id=ub-information" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Selbstlernangebote für zu Hause</a> an. Die Themen reichen von der Recherche in Datenbanken, überregionalen Katalogen und Suchmaschine über Literaturverwaltungsprogramme (Citavi, Endnote, Zotero) bis hin zum richtigen Zitieren und dem Zugriff auf Pressedatenbanken.</p><p><strong>Terminvergabe für Lehrende</strong><br> Dozierenden, die für ihre wissenschaftliche Arbeit oder die Vorbereitung von Lehrveranstaltungen mehrere Bücher sichten müssen, bietet die UB die Möglichkeit, sich direkt in der Bibliothek mit Literatur zu versorgen. Hierzu ist es zwingend notwendig, einen persönlichen Termin per E-Mail unter <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,kphqtocvkqpBwd0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">information<span style="display:none">spam prevention</span>@ub.uni-tuebingen.de</a>&nbsp;zu vereinbaren. Falls gewünscht, legt das Team der Universitätsbibliothek gerne eine Vorauswahl bereit. Auch viele dezentrale Fachbibliotheken gewähren den Zugang zu den Bibliotheksräumen nach persönlicher Anmeldung per E-Mail. Ansprechpartner/innen sind hier die jeweiligen Bibliothekarinnen und Bibliothekare vor Ort.&nbsp;</p><p><strong>Kontaktmöglichkeiten während Bibliotheksschließung</strong><br> Bei Fragen steht das Team der Universitätsbibliothek gerne zur Verfügung: Entweder via WhatsApp +49 (0)1575-9087230 oder Montag bis Freitag zwischen 10 Uhr und 16 Uhr telefonisch unter +49 7071 29-72846. Gerne beantworten die Kolleginnen und Kollegen auch Anfragen, die per E-Mail unter <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,kphqtocvkqpBwd0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">information<span style="display:none">spam prevention</span>@ub.uni-tuebingen.de</a>&nbsp;eingehen.&nbsp;</p><p>„Unsere Aufgabe als Universitätsbibliothek, verlässliche wissenschaftliche Informationen bereitzustellen ist in der derzeitigen Lage von besonderer Bedeutung. Mit der Ausweitung digitaler Angebote und zusätzlichen Services wollen wir sicherstellen, dass sowohl Forschende als auch Studierende trotz Schließung der Bibliothek Zugang zu diesem Wissen haben“, sagt Dr. Marianne Dörr, Direktorin der Universitätsbibliothek.&nbsp;</p><p class="align-right">Ina Pfeifer</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Studium</category><category>Attempto-Intern</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-51228</guid><pubDate>Thu, 16 Apr 2020 11:21:57 +0200</pubDate><title>Entwicklung eines Virusvektor-basierten Impfstoffs gegen SARS-CoV-2</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/entwicklung-eines-virusvektor-basierten-impfstoffs-gegen-sars-cov-2/</link><description>Impfstoff könnte auch gegen Mutationen von SARS-CoV-2 und andere Coronaviren eingesetzt werden</description><content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Tübinger Immunologen Ralf Amann, Ferdinand Salomon und Melanie Müller vom <a href="/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/biologie/institute/zellbiologie/izb/" class="internal-link">Interfakultären Institut für Zellbiologie (IFIZ)</a> der Universität Tübingen arbeiten mit einer innovativen Plattformtechnologie an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus SARS-CoV-2. Dabei setzen sie in einen für den Menschen unschädlichen Virusvektor Antigene des Coronavirus ein. Maximilian von Platen hat Ralf Amann interviewt.</em></p><p><strong>Bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus setzen Sie auf eine von Ihnen entwickelte Plattformtechnologie und einen Virusvektor. Beschreiben Sie diesen Forschungsansatz.</strong></p><p>Wir arbeiten schon seit vielen Jahren an unserer Plattformtechnologie, mit der wir schnell neue Impfstoff-Prototypen konzipieren können. Wir setzen dabei auf einen Virusvektor. Das ist ein modifiziertes Virus, das keine krank machenden Eigenschaften mehr besitzt und sich nur noch in Zellkultur vermehren kann. Er löst aber trotzdem noch eine Immunreaktion im Wirt, in diesem Fall im Menschen, aus.&nbsp;</p><p>In den Virusvektor werden gezielt ausgewählte Antigene aus gefährlichen Erregern eingebracht. Nach Verabreichung des Virusvektors wird eine Immunantwort gegen die eingebrachten Antigene erzeugt und ein sogenanntes immunologisches Gedächtnis gebildet. Wenn der Mensch später mit dem gefährlichen Erreger infiziert wird, ist das Immunsystem vorbereitet, weil es bereits Kontakt mit dem Antigen des Erregers gehabt hat. So kann das Immunsystem den Erreger sehr schnell kontrollieren, eindämmen und letztlich sogar gänzlich eliminieren, ein starker Ausbruch der durch den Erreger verursachten Krankheit wird verhindert.</p><p>Der von uns verwendete Virusvektor ist ein bereits in den 1980er-Jahren isolierter Stamm des Orf-Virus, das ursprünglich eine Hauterkrankung bei Schafen und Ziegen ausgelöst hat. Dieses Virus ist attentuiert, d.h. es hat seine krankmachenden Eigenschaften verloren und ist daher für Mensch und Tier ungefährlich.</p><p><strong>Was ist das Besondere an Ihrem Ansatz?</strong></p><p>Der von uns genutzte, ungefährliche Vektor simuliert eine Infektion und ist daher in der Lage das Immunsystem optimal zu aktivieren. Dies ermöglicht uns auch ohne den Einsatz von Wirkverstärkern (Adjuvantien) sehr starke Immunantworten auszulösen. Zudem ist es uns in den letzten Jahren gelungen den Vektor entscheidend weiterzuentwickeln, sodass wir nun polyvalente, also mehrere Antigene tragende Impfstoffe nach dem Baukastenprinzip designen können. Dies ermöglicht uns den Virusvektor individuell an verschiedenste Anforderungen anzupassen. Für die Bekämpfung von SARS-CoV-2 heißt das konkret: durch die Möglichkeit verschiedener Antigene in den Virusvektor einzubringen, könnte ein zukünftiger Impfstoff auch Mutationen des Coronavirus bekämpfen und somit eine längerfristige Immunität versprechen. Auch eine Immunisierung gegen andere Coronaviren wäre durch unseren Ansatz möglich.&nbsp;</p><p><strong>Wie gehen Sie bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen SARS-CoV-2 weiter vor?</strong></p><p>Wir haben in unserem Plattformmodell Antigene des Coronavirus spezifiziert und am Computer designt. Aktuell warten wir darauf, dass ein auf Gensynthesen spezialisierter Dienstleister diese Nukleotid-Sequenzen herstellt. Anschließend werden wir die Antigene in unseren Virusvektor einbauen, das wird voraussichtlich vier Wochen dauern. Es folgen in vitro-Charakterisierungen, hier kann man bereits von einem Prototyp eines möglichen Impfstoffes sprechen. Für weitere Testreihen in vivo werden wir mit externen Kooperationspartnern zusammenarbeiten und hoffen, diese in sechs Monaten abschließen zu können.&nbsp;</p><p>Die klinische Erprobung und Zulassung neuer Impfstoffe dauert unter Normalbedingung mindestens sechs Jahre. Wir gehen aber beim Coronavirus SARS-CoV-2 von einem beschleunigten Zulassungsverfahren aus, sodass eine Zulassung nach sechs bis zwölf Monaten grundsätzlich denkbar ist. Aber nur wenn bis dahin ausreichend Daten zur Wirksamkeit und zur Sicherheit des Impfstoffes vorliegen.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-51003</guid><pubDate>Wed, 08 Apr 2020 09:27:58 +0200</pubDate><title>Virtual Reality-Lernkonzepte: Land fördert Kooperationsprojekt der Universitäten Tübingen und Stuttgart</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/virtual-reality-lernkonzepte-land-foerdert-kooperationsprojekt-der-universitaeten-tuebingen-und-stuttgart/</link><description>VR und AR für ingenieurwissenschaftliche Bachelor- und Masterstudiengänge</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Wissenschaftsministerium fördert mit Mitteln der Digitalisierungsstrategie digital@bw fünf Vorhaben zur anwendungsorientierten Erforschung von Virtual- und Augmented Reality Lern- und Lehrkonzepten an Hochschulen. Insgesamt stehen hierfür rund 1,8 Millionen Euro bereit.</p><p>Gerade in dem Bereich Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) konnten in den letzten Jahren große technische Fortschritte erzielt werden. Damit haben sich diese Technologien auch vom Spielzeug zum Werkzeug entwickelt. Sie finden zunehmend Verwendung beispielsweise in der Produktionsplanung, dem Unterhaltungssektor oder für Forschungsaufgaben mit hohen Visualisierungsanforderungen.</p><p>Zu den fünf geförderten Forschungsvorhaben gehört ein Kooperationsprojekt der Universitäten Tübingen und Stuttgart. Das Projekt "Virtual Reality in der universitären Ausbildung im Ingenieurswesen (ViRAI): Universität Stuttgart &amp; Universität Tübingen" bringt die virtuelle Realität in die Hörsäle und Übungsräume der Universität Stuttgart. ViRAI etabliert die Anwendung von VR und AR in den ingenieurwissenschaftlichen Bachelor- und Masterstudiengängen.&nbsp;</p><p>Das interdisziplinäre Forscherteam des Instituts für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement der Universität Stuttgart, des Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaft der Universität Tübingen und des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) untersucht außerdem, wie sich die Lehr- und Lernkultur durch den Einsatz von VR und AR in der Ingenieursausbildung verändert.</p><p><a href="https://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/land-foerdert-virtual-reality-lernkonzepte-mit-18-millionen-euro/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Aus einer Pressemitteilung des Wissenschaftsministeriums vom 03.04.2020</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-50832</guid><pubDate>Thu, 02 Apr 2020 17:24:52 +0200</pubDate><title>Deutschland und Vietnam vereint im Kampf gegen COVID-19</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/deutschland-und-vietnam-vereint-im-kampf-gegen-covid-19/</link><description>Für eine klinische Studie zur Entwicklung eines COVID-19-Medikaments stellt das Vietnamesisch-Deutsche Zentrum für Medizinische Forschung in Hanoi der Universität Tübingen spontan 6.000 Abstrichröhrchen zur Verfügung.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Deutschland und Vietnam haben ein Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit im vereinten Kampf gegen die Viruserkrankung Covid-19 gegeben: Am 27. März startete die Universität Tübingen im Verbund mit den Universitäten Hamburg und Stuttgart eine klinische Studie für den Test eines Medikaments gegen das Corona-Virus. Zur Durchführung der Studie sind Abstrichröhrchen notwendig, die gegenwärtig in Deutschland nicht in ausreichender Zahl erhältlich sind. Das Vietnamesisch-Deutsche Zentrum für Medizinische Forschung (VG-CARE) in Hanoi hat für diese wichtige Studie 6.000 Röhrchen zur Verfügung gestellt. Der VG-CARE-Mitarbeiter <strong>Dr. Bui Van Long</strong> brachte die Röhrchen in einer kurzfristig organisierten Aktion am 30. März von Hanoi nach Tübingen. Er hatte bis Anfang März eine achtmonatigen Fortbildung am Institut für Tropenmedizin der Universität Tübingen absolviert. Die Deutsche Botschaft Hanoi, weitere Bundesbehörden und der DAAD unterstützten Van Longs Reise und den Transport der dringend benötigten Materialien. Forschungseinrichtungen, Wissenschaftler und die Regierungen beider Länder kooperierten hierbei in beispielhafter Weise.</p><p>Das am Militärkrankenhaus 108 in Hanoi angesiedelte Zentrum VG-CARE befasst sich mit klinischer Forschung zu bakteriellen, viralen und parasitären Infektionen (Virushepatitis, virale/bakterielle Meningitis/Enzephalitis, Dengue-Fieber, Malaria, Atemwegs- und Durchfallerkrankungen).&nbsp;</p><p>Das Institut für Tropenmedizin der Universität in Tübingen und das Militärkrankenhaus 108 kooperieren seit mehr als 20 Jahren in diesem Bereich. Auf der Grundlage der langjährigen Zusammenarbeit gossen sie im Januar 2018 VG-CARE in die Rechtsform einer unabhängigen, gemeinnützigen Einrichtung. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert die Zusammenarbeit beider Partner seit 2015 durch sein Programm „Partnerschaften für den Gesundheitssektor in Entwicklungsländern“ (PAGEL). Diese Förderung bildet eine wesentliche Grundlage für den Aufbau und die Entwicklung von VG-CARE.</p><p>Treibende Kräfte der Zusammenarbeit sind auf deutscher Seite <strong>Prof. Dr. Thirumalaisamy P. Velavan</strong> (Gruppenleiter am Institut für Tropenmedizin und deutscher VG-CARE-Direktor) sowie auf vietnamesischer Seite DAAD-Alumnus <strong>Dr. Le Huu Song</strong> (stellvertretender Direktor des Militärkrankenhauses 108 und vietnamesischer VG-CARE-Direktor). Beide verfolgen das Ziel, den Internationalisierungsprozess in Wissenschaft und Forschung durch globale Vernetzung nachhaltig zu gestalten.&nbsp;</p><ul><li><a href="http://www.vgcare.org" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Webseite VG Care</a></li></ul><p class="align-right">Pressemitteilung des DAAD Vietnam</p>]]></content:encoded><category>Coronavirus-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-50829</guid><pubDate>Thu, 02 Apr 2020 17:09:42 +0200</pubDate><title>From principles to practice: Wie wir KI-Ethik messbar machen können </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/from-principles-to-practice-wie-wir-ki-ethik-messbar-machen-koennen-1/</link><description>Das Ethikzentrum der Universität Tübingen (IZEW) hat als Teil der AI Ethics Impact Group eine Studie zur ethischen Gestaltung von Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) veröffentlicht. Kern des Papiers ist die Vorstellung eines Labels zur Kennzeichnung der ethischen Bewertung von KI.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Mit dem zunehmenden Einsatz algorithmischer Systeme in allen Lebensbereichen hat auch die Diskussion über die gesellschaftlichen Auswirkungen der Technologie und die Entwicklung eines „Europäische Wegs zur Künstlichen Intelligenz“ an Fahrt aufgenommen. Menschengerechte und vertrauenswürdige KI sind die Schlagworte, mit denen politische Akteure in Deutschland und auf europäischer Ebene diesen Weg beschreiben. Eine Vielzahl an ethischen Richtlinien für die Gestaltung von KI wurden veröffentlicht, um dies zu ermöglichen. Dabei scheint allgemeine Einigkeit darüber zu geben, dass KI-Systeme bestimmten Prinzipien wie Fairness, Transparenz oder Datenschutz unterliegen müssen.</p><h3>Allgemeine Prinzipien müssen messbar gemacht werden</h3><p>Die Frage, wie die in den Richtlinien enthaltenen Prinzipien konkret umgesetzt werden sollen, bleibt bisher jedoch weitgehend unbeantwortet. Es bestehen viele unterschiedliche Verständnisse für Begriffe wie Transparenz und Gerechtigkeit. Dies führt dazu, dass KI-entwickelnden Unternehmen wie auch Anwendern z. B. der öffentlichen Hand die nötige Orientierung fehlt und eine wirksame Kontrolle der Systeme nicht möglich ist. Die fehlende Konkretisierung ist somit eines der großen Hindernisse für die Entwicklung und den Einsatz von gemeinwohlorientierter Künstlicher Intelligenz.</p><p>Unter der Leitung der <a href="https://www.vde.com/de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">gemeinnützigen Normierungsorganisation VDE</a> in Kooperation mit der <a href="https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/ethik-der-algorithmen/projektnachrichten/from-principles-to-practice-wie-wir-ki-ethik-messbar-machen-koennen" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Bertelsmann Stiftung</a> arbeiten PD Dr. Jessica Heesen, Dr. Thilo Hagendorff und Dr. Wulf Loh vom Ethikzentrum Tübingen seit Oktober 2019 in der interdisziplinären AI Ethics Impact Group. Mit dem Arbeitspapier „AI Ethics: From Principles to Practice - An interdisciplinary framework to operationalise AI ethics“ liegt nun eine Studie vor, die verdeutlicht, wie KI-Ethikprinzipien operationalisiert und in die Praxis überführt werden können. In der AI Ethics Impact Group kamen Expertinnen und Experten aus den Bereichen Informatik, Philosophie, Ingenieurs- und Sozialwissenschaften zusammen. Beteiligt waren neben dem Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen unter anderem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des <a href="http://aalab.informatik.uni-kl.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Algorithmic Accountability Labs der TU Kaiserslautern</a>, des <a href="https://www.hlrs.de/home/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Höchstleistungsrechenzentrum der Uni Stuttgart</a>, des <a href="https://www.itas.kit.edu/index.php" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)</a> in Karlsruhe, des <a href="https://www.philosophie.tu-darmstadt.de/institut_phil/willkommen_phil/index.de.jsp" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Instituts für Philosophie der TU Darmstadt</a> und des Thinktanks <a href="https://irights-lab.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">iRights.Lab</a>.</p><p>Link zur Studie und Informationen zur AI Ethics Impact Group (engl.):</p><p><a href="https://www.ai-ethics-impact.org/de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.ai-ethics-impact.org/de</a>&nbsp;</p><p>Link zur Pressemitteilung des VDE (dt.):</p><p><a href="https://www.vde.com/de/presse/pressemitteilungen/ki-ethik-messbar-machen" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.vde.com/de/presse/pressemitteilungen/ki-ethik-messbar-machen</a>&nbsp;&nbsp;</p><p>Twitter: <strong>#Principles2Practice</strong> und <strong>#AIEIG</strong></p><p class="align-right">Jessica Heesen, Thilo Hagendorff &amp; Wulf Loh</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-50721</guid><pubDate>Tue, 31 Mar 2020 14:02:51 +0200</pubDate><title>Coronavirus beeinträchtigt Konjunktur: Menschen in den USA erwarten tiefe Rezession</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/coronavirus-beeintraechtigt-konjunktur-menschen-in-den-usa-erwarten-tiefe-rezession/</link><description>Forschungsteam verfolgt in täglicher Umfrage Erwartungen und Befürchtungen von US-Haushalten angesichts der Corona-Krise – Analyse der Folgen für konjunkturelle Entwicklung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Corona-Pandemie verunsichert Menschen in den USA zunehmend, viele erwarten eine tiefe Rezension, ähnlich der letzten Finanzkrise. Dies können Wirtschaftswissenschaftler derzeit in Echtzeit beobachten: Seit dem 10. März befragt ein Forschungsteam der Universitäten Tübingen, Brandeis (USA), und Bonn/Köln (Exzellenzcluster Econtribute) täglich online 200 Haushalte in den USA. Die Daten zeigten eine erhöhte Unsicherheit und&nbsp;dass viele Menschen eine Verschlechterung ihrer Zukunftsaussichten wahrnähmen, sagen die Ökonomen. Als Folge für die Konjunktur erwarten die Ökonomen einen deutlichen Rückgang der Ausgaben von Haushalten und Unternehmen. Expansive Geldpolitik sei jetzt dringend geboten.</p><p>Professor Gernot Müller vom Lehrstuhl für Geld und Währung aus Tübingen und seine Kollegen messen mit der täglichen Erhebung sowohl die Erwartungen als auch die Unsicherheit über die Entwicklung der derzeitigen Situation. So werden Haushalte befragt, welche Folgen der Corona-Pandemie sie für das Bruttoinlandsprodukt in den USA erwarten, in 12 Monaten und in drei Jahren. Zudem fragen die Wissenschaftler Inflationserwartungen ab und verfolgen, ob die Pandemie das Verhalten beeinflusst, beispielsweise, ob mehr gespart wird.&nbsp;</p><p>Das Ausmaß der ökonomischen Folgen der Pandemie sei noch unsicher, sagt Gernot Müller. Die größten Verwerfungen stünden vermutlich noch bevor, weil Produktion und Lieferketten für längere Zeit gestört seien. „Für den Verlauf der Konjunktur sind gerade ‚die Erwartung‘ und ‚die Unsicherheit‘ über die künftige Entwicklung von größter Bedeutung. Unser Ziel ist es, diese zu messen und ihre Auswirkungen auf die Konjunktur zu quantifizieren.“&nbsp;</p><p>Die Daten zeigen, dass zu Beginn der Studie, am 10. März, vielen Befragten die Bedeutung der Pandemie nicht klar war ‒ zu diesem Zeitpunkt gab es in den USA erst 1000 bestätigte Infektionen. Dies ist an den folgenden Abbildungen abzulesen, bei denen nach den Kosten der Pandemie gefragt wurde, gemessen in Prozent des US-Bruttoinlandsprodukts.</p><p>In der linken Abbildung (A) ging es darum, welche Verluste für das BIP erwartet werden. Die Punkte zeigen die durchschnittliche Antwort je Befragungstag, die Balken repräsentieren die Standardabweichung der Antworten: Am 10. März liegt der erwartete Verlust noch bei Null. Das ändert sich bereits drei Tage später, der erwartete Verlust liegt bei 5,8 Prozent ‒ auf diesem Niveau haben sich die Antworten seither eingependelt.&nbsp;</p><p class="align-right">&nbsp; &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-50697</guid><pubDate>Tue, 31 Mar 2020 10:40:17 +0200</pubDate><title>Jan Born erhält einen Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/jan-born-erhaelt-einen-advanced-grant-des-europaeischen-forschungsrats/</link><description>Im Projekt „SleepBalance“ untersucht der Wissenschaftler das Vergessen im Schlaf</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professor Jan Born vom Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie der Universität Tübingen hat einen Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) eingeworben. Für sein Forschungsvorhaben „Sleep balancing abstraction and forgetting of memory“ (SleepBalance) erhält er eine Förderung von rund 2,45 Millionen Euro über die kommenden fünf Jahre. In dem Projekt will Born erforschen, wie das Gehirn im Schlaf Informationen in langfristige Gedächtnisinhalte umsetzt und dabei unwichtige Details aktiv für das Vergessen aussortiert. Der ERC unterstützt mit den Advanced Grants bahnbrechende und ungewöhnliche Forschungsansätze von etablierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit einer herausragenden Leistungsbilanz.</p><p>Schlaf fördert die Bildung von Langzeiterinnerungen in einem aktiven Konsolidierungsprozess. Wenn man nach der Aufnahme neuer Informationen schläft, kann man sie sich besser merken, als wenn man nach dem Lernen wach bleibt. „In der Forschung geht man schon lange davon aus, dass der Schlaf auch dazu dient, unwichtige Gedächtnisinhalte zu vergessen. Seltsamerweise gibt es für diese so selbstverständlich klingende Annahme bisher keinerlei Beweise“, sagt Jan Born.&nbsp;</p><p>Born will im Projekt „SleepBalance“ Belege dafür finden, dass Schlaf Gedächtnisinhalte festigt, indem sie abstrahiert geordnet werden, und dass dieser Prozess mit dem aktiven Vergessen zufälliger, unwichtiger Details gekoppelt ist. Wie viel neu gespeichert und was vergessen wird, müsse einer ausgewogenen Steuerung unterliegen. „Diese Doppelfunktion des Schlafs müsste am deutlichsten zum Ausdruck kommen, wenn so zahlreiche Informationen auf das Gehirn einströmen, dass die Kapazitäten für die Verarbeitung während des Schlafs erschöpft werden“, erklärt er. „Das gilt besonders während der Entwicklung des Gehirns im frühen Kindesalter, wenn noch kein oder wenig Wissen vorhanden ist und das Gehirn dauerhaft mit zu vielen Informationen überlastet wird.“</p><h3>Verhaltensstudien mit Mensch und Tier</h3><p>Mit Verhaltensstudien an Menschen und Nagern will der Forscher prüfen, ob seine Vorstellung von den Prozessen der Speicherung und des Verwerfens von Informationen haltbar sind. Die Wirkung des Schlafs wird dabei über den Vergleich mit Kontrollgruppen erfasst, die nach dem Lernen wach bleiben. Born will auch untersuchen, welche Mechanismen des Nervensystems diesen Vorgängen unterliegen, wie Verbindungen zwischen Nervenzellen neu gebildet oder auch wieder gekappt werden. „Wenn wir mehr über das Vergessen im Schlaf wissen, hilft uns das auch, die Gedächtnisbildung besser zu verstehen“, sagt der Wissenschaftler.</p><p>Der ERC hat für den Advanced Grant 2019 insgesamt 1881 Bewerbungen erhalten und davon 185 Projekte zur Förderung ausgewählt. Das entspricht einer Erfolgsquote von knapp zehn Prozent. Die 185 Advanced Grants gingen an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in 20 Nationen, 35 davon nach Deutschland.</p><p class="align-right">Janna Eberhardt/Hochschulkommunikation</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-50691</guid><pubDate>Tue, 31 Mar 2020 09:21:15 +0200</pubDate><title>Zahlenverständnis beeinflusst die Überlebenschancen vieler Tiere</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/zahlenverstaendnis-beeinflusst-die-ueberlebenschancen-vieler-tiere/</link><description>Der Neurobiologe Andreas Nieder fasst zusammen, was über Zahlen und Zählen im Tierreich bisher bekannt ist</description><content:encoded><![CDATA[<p>Obwohl Tiere nicht mit genauen Zahlen umgehen können, verstehen sie doch, dass eine größere Zahl ‚mehr‘ bedeutet. Von Vögeln bis zu Bienen und von Wölfen bis zu Fröschen nutzen Tiere Zahlen zum Beispiel beim Jagen, der Anlockung eines Fortpflanzungspartners oder für die Wegfindung. Forscher glauben, dass das Zahlenverständnis, die Fähigkeit, Zahlen zu verarbeiten und zu begreifen, eine wichtige Rolle dabei spielt, wie Tiere Entscheidungen treffen und wie ihre Überlebenschancen stehen. In einem Übersichtsartikel, der am 30. März 2020 in der Zeitschrift <em>Trends in Ecology and Evolution</em> erschien, hat Professor Andreas Nieder vom Institut für Neurobiologie der Universität Tübingen zusammengestellt, was über Zahlen und Zählen im Tierreich bisher bekannt ist.</p><p>„Interessanterweise gibt es eine Kompetenz für Zahlen in fast jedem Zweig des Abstammungsbaums der Tiere“, sagt Nieder, der selbst mit verschiedenen Tierarten arbeitet. Er will herausfinden, wie auf Zahlenaufgaben trainierte Tiere Zahlen unterscheiden und wie diese im Gehirn repräsentiert werden. „Offensichtlich entwickelten verschiedene Tiergruppen unabhängig voneinander ein Zahlenverständnis. Das deutet stark darauf hin, dass Zahlenkompetenz in der Evolution eine vorteilhafte Fähigkeit war, die sich positiv auf das Überleben und den Fortpflanzungserfolg auswirkte.“</p><h3>Unabhängig voneinander entwickeln sich ähnliche Kompetenzen</h3><p>Honigbienen können sich zum Beispiel die Zahl der Landmarken merken, an denen sie auf der Suche nach Futter vorbeifliegen. Das hilft ihnen, ihren Weg zurück in den Stock zu finden. „Der letzte gemeinsame Vorfahre von Honigbienen und uns Primaten, also Affen und Menschen, lebte vor etwa 600 Millionen Jahren“, sagt er. „Trotz dieser lang zurückliegenden Trennung entwickelten die Insekten eine Zahlenkompetenz, die in vieler Hinsicht der von Wirbeltieren vergleichbar ist.“</p><p>Zahlenverständnis lässt sich auch bei Tieren beobachten, die eine größere Futtermenge einer kleineren vorziehen, oder wenn Tiere sich zum Jagen zusammentun. Wölfe sind beim Jagen eher erfolgreich, wenn ihr Rudel die richtige Zahl an Tieren im Verhältnis zur Größe der Beute umfasst: bei Elchen werden nur sechs bis acht Wölfe gebraucht, während das Rudel bei der Bisonjagd neun bis dreizehn Wölfe stark sein sollte. Die potenziellen Beutetiere der Wölfe nutzen wiederum diese Regel, um sich vor ihren Fressfeinden zu schützen. Elche leben entweder in kleineren Herden, die selten auf Wölfe treffen, oder sie finden sich zu großen Herden zusammen, um das Risiko des einzelnen Tiers zu senken, zur Beute zu werden. „Offensichtlich können sie die Zahl der Individuen in ihrer Gruppe einschätzen“, sagt Nieder.</p><h3>Gezielte Studien fehlen</h3><p>Bei manchen Tieren spielt die Zahlenkompetenz sogar bei der Suche nach einer Partnerin eine Rolle. Froschmännchen werben mit Rufen um Weibchen. Diese wählen gezielt Männchen aus, die besonders viele Nachsilben in ihren Paarungsruf einbauen. Selbst wenn es schon gelungen ist, einen Fortpflanzungspartner anzulocken, nutzen viele Arten ihre Kompetenz für Zahlen, um die Chancen auf Nachkommen zu steigern. So bewachen Mehlkäfermännchen die Weibchen nach der Paarung umso länger, je mehr Paarungsrivalen vor der Paarung zugegen waren. So verhindern sie, dass sich die Weibchen wiederverpaaren. Amerikanische Blässhuhnweibchen legen als Brutparasiten ihre Eier in die Nester anderer Blässhühner, um diese von den Wirtsvögeln ausbrüten und großziehen zu lassen. Um dies zu verhindern, zählen die Wirtsvögel die Eier ihres eigenen Geleges und verwerfen überzählige Eier des Parasiten.</p><p>Gezielte Studien zur Zahlenkompetenz bei Tieren in freier Natur wurden bisher allerdings kaum durchgeführt. „Viele dieser Befunde zum Verhalten in der freien Wildbahn wurden nebenbei erhoben oder waren Zufallsergebnisse anderer Forschungsfragen“, sagt Nieder. Aus Untersuchungen im Labor haben Forscher eine Vorstellung davon, wie gut Tiere Anzahlen unterscheiden können und welchen Gesetzmäßigkeiten sie dabei folgen. Bekannt ist, dass sie eher schätzen als zählen. Ebenso ist bekannt, dass mit wachsenden Zahlen die Differenz zwischen den Anzahlen systematisch größer werden muss, damit die Anzahlen unterschieden werden können. „Zahlenkompetenz scheint ihnen generell Vorteile zu verschaffen. Wie das genau zusammenhängt und welche evolutionären Prozesse dem unterliegen, könnte ein ganz neues Forschungsgebiet eröffnen“, sagt er.</p><p class="align-right">Nach einer Pressemitteilung des Verlags <em>Cell Press</em></p><h3>Publikation:</h3><p>Andreas Nieder: “The Adaptive Value of Numerical Competence”. <em>Trends in Ecology &amp; Evolution</em>,<br><a href="https://www.cell.com/trends/ecology-evolution/S0169-5347(20)30055-0" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.cell.com/trends/ecology-evolution/S0169-5347(20)30055-0</a>&nbsp;<br><a href="https://dx.doi.org/10.1016/j.tree.2020.02.009" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://dx.doi.org/10.1016/j.tree.2020.02.009</a>&nbsp;&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-49944</guid><pubDate>Mon, 09 Mar 2020 15:31:30 +0100</pubDate><title>Neues Software-Tool fördert die Qualitätskontrolle virtueller Stoffwechselmodelle </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neues-software-tool-foerdert-die-qualitaetskontrolle-virtueller-stoffwechselmodelle/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Stoffwechselprozesse können immer umfassender im Computer simuliert werden: Von den Vorgängen in einzelnen Körperzellen über den Stoffwechsel von Krebserkrankungen bis hin zu den Wechselwirkungen von Darm-Mikroben lässt sich in systembiologischen Computermodellen nachvollziehen, wie der Stoffwechsel eines Organismus auf verschiedene Bedingungen und genetische Veränderungen reagiert. Bislang fehlen allerdings allgemeine Qualitätsstandards für solche Modelle. Oft sind Computersimulationen in unterschiedlicher Software nur schwer reproduzierbar oder kaum in neuen Kontexten anwendbar.</p><p>Ein internationales Forschungsteam aus der Biotechnologie hat unter Leitung des Novo Nordisk Foundation Center for Biosustainability an Dänemarks Technischer Universität (DTU) nun eine freie Software namens „Memote“ entwickelt, mit der die Qualität solcher Computermodelle überprüft werden kann. Von der Universität Tübingen war Dr. Andreas Dräger, Juniorprofessor für rechnerbasierte Systembiologie der Infektionen und antimikrobiell-resistenten Krankheitserreger, beteiligt. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Nature Biotechnology veröffentlicht.</p><p>Memote bietet auf der Seite <a href="https://memote.io/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">memote.io</a> eine allgemein zugängliche Weboberfläche, auf der systembiologische Modelle hochgeladen und automatisch überprüft werden können. Die Tests decken zahlreiche Aspekte ab, angefangen davon, dass alle chemischen Substanzen korrekt zugeordnet sind, bis hin zur Überprüfung, ob das Modell Gesetzen der Thermodynamik widerspricht. Memote soll sowohl Wissenschaftlern als auch Biotech-Unternehmen ermöglichen, effizient bessere Modelle zu entwickeln. Zudem lässt sich Memote in moderne IT-Technologie wie die Plattform GitHub für soziale Softwarenetwicklung integrieren und ermöglicht allen Beteiligten, gleichzeitig an Modellen zu arbeiten.</p><p>Mit Memote lassen sich zudem unterschiedliche Modelle auf die Schnelle vergleichen, um das besser geeignete für den zu simulierenden Organismus zu finden. Dabei wird an den Modellen unter anderem getestet, ob alle Stoffe gebildet werden können, die für die Biomasseproduktion nötig sind, um z. B. simuliertes Zellwachstum zu ermöglichen.</p><p>Eine Reihe der von der Software durchgeführten Tests gehen auf Vorschläge von Andreas Dräger zurück, der sich seit langem für die Standardisierung von Datenformaten in der Systembiologie engagiert. Inzwischen ist Memote fester Bestandteil der systembiologischen Lehre an der Universität Tübingen geworden und aus Praktika kaum mehr wegzudenken. So können Studierende, die systembiologische Modelle entwickeln, selbst ihren Fortschritt überprüfen und zahlreiche Fehlerquellen ausschließen.</p><p>„Wir haben bereits viele Daten und Erkenntnisse über die Funktionsweise industrieller Mikroorganismen“, sagt Hauptautor Nikolaus Sonnenschein, Associate Professor an der DTU. „So können wir mit mathematischen Modellen die Auswirkungen genetischer Veränderungen simulieren und einen zielführenden Ansatz für die Gestaltung von Zellen als biotechnologische Fabriken zur Verfügung stellen. Ich hoffe, Memote erleichtert dies für viele &nbsp;Arten von Organismen und erweitert somit das Spektrum dieser Zellfabriktechnik.“</p><p><strong>Publikation:</strong> MEMOTE for standardized genome-scale metabolic model testing, Christian Lieven, Moritz E. Beber, […] Cheng Zhang, Nature Biotechnology (2020), <a href="https://doi.org/10.1038/s41587-020-0446-y" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41587-020-0446-y</a>&nbsp;</p><p>Andreas Dräger / <a href="https://www.biosustain.dtu.dk/nyhedsbase/Nyhed?id={D69C86CB-1D2A-4DD7-AC15-0D0EC1D1DB2C}" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Mitteilung der Technischen Universität Dänemark</a>&nbsp;<br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>CompSysBioInfection-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-49677</guid><pubDate>Tue, 03 Mar 2020 13:49:35 +0100</pubDate><title>Universität Tübingen baut Forschungsschwerpunkt zu „Religion und Kirchenrecht“ aus</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/universitaet-tuebingen-baut-forschungsschwerpunkt-zu-religion-und-kirchenrecht-aus/</link><description>Nahtstelle zwischen Theorie und Praxis: Universität und Evangelische Landeskirche vereinbaren Kooperation</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen wird noch mehr als bisher zur Nahtstelle zwischen kirchlicher Theorie und Praxis: Am Institut für Recht und Religion der Juristischen Fakultät entsteht ein Forschungsschwerpunkt für evangelisches Kirchenrecht. Dazu wurde eine Kooperation mit der Evangelischen Landeskirche in Württemberg geschlossen. Die Landeskirche fördert die Forschung durch eine Zuwendung von 324.000 Euro, bis insgesamt Ende 2025.</p><p>Professor Michael Droege vom „Lehrstuhl für Öffentliches Recht: Verwaltungsrecht, Religionsverfassungsrecht und Kirchenrecht sowie Steuerrecht“ setzt mit dem Ausbau des Forschungsschwerpunktes eine Tübinger Tradition fort: Die Fragen nach dem Verhältnis von „Religion und Recht“ sind traditionell Teil in Ausbildung und Forschung der Juristischen Fakultät und begründen in der baden-württembergischen Hochschullandschaft ein Alleinstellungsmerkmal.&nbsp;</p><p>Künftig sollen hier vertieft Fragen des staatlichen Religionsrechts und des evangelischen Kirchenrechts mit einem Schwerpunkt auf Baden-Württemberg untersucht werden. Die Erkenntnisse werden konkret im Alltag der Evangelischen Landeskirche Anwendung finden: So werden &nbsp;im Forschungsschwerpunkt Räume der Begegnung zwischen Praxis und Wissenschaft geschaffen und wissenschaftliche Diskursforen wie die „Stuttgarter Kirchenjuristenrunde“ organisiert.</p><p>„Eine anwendungsorientierte Wissenschaft, die aktuelle kirchen- und religionssoziologische Entwicklungen aufnimmt, braucht die enge Kooperation mit der Praxis“, sagt Prof. Dr. Michael Droege. „Das Fach kann aus der Zusammenarbeit von Universität und Landeskirche in Baden-Württemberg nur gewinnen.“ „Die praktische Arbeit im evangelischen Kirchenrecht ist immer wieder auf die wissenschaftliche Vertiefung angewiesen“, sagt auch Dr. Michael Frisch, Leiter des Rechtsdezernats im Oberkirchenrat. Die Kooperation zwischen Hochschule und Kirche sei wichtig „für die Setzung und Auslegung des evangelischen Kirchenrechts unter sich verändernden Rahmenbedingungen“.&nbsp;</p><p><a href="https://www.elk-wue.de/27022020-kirchenrecht-kooperation-mit-universitaet" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Meldung der Evangelischen Landeskirche</a>&nbsp;&nbsp;</p><p class="align-right">&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;Antje Karbe&nbsp;</p><h3>Kontakt:&nbsp;</h3><p>Prof. Dr. Michael Droege<br> Universität Tübingen<br> Lehrstuhl für Öffentliches Recht: Verwaltungsrecht, Religionsverfassungs- und Kirchenrecht sowie Steuerrecht<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-72971<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,okejcgn0ftqgigBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">michael.droege<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-49320</guid><pubDate>Thu, 20 Feb 2020 12:59:25 +0100</pubDate><title>Scientists observe giant X-ray flare from a tiny star </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/scientists-observe-giant-x-ray-flare-from-a-tiny-star-1/</link><description>Tübingen astrophysicist involved in the interpretation of a so far unique discovery</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Article of the European Space Agency (ESA): </strong>A star of about eight percent the Sun’s mass has been caught emitting an enormous ‘super flare’ of X-rays – a dramatic high-energy eruption that poses a fundamental problem for astronomers, who did not think it possible on stars that small.</p><p>The culprit, known by its catalogue number J0331-27, is a kind of star called an L dwarf. This is a star with so little mass that it is only just above the boundary of actually being a star. If it had any less mass, it would not possess the internal conditions necessary to generate its own energy.</p><p>Astronomers spotted the enormous X-ray flare in data recorded on 5 July 2008 by the European Photon Imaging Camera (EPIC) onboard ESA’s XMM-Newton X-ray observatory. In a matter of minutes, the tiny star released more than ten times more energy of even the most intense flares suffered by the Sun.</p><p>Flares are released when the magnetic field in a star’s atmosphere becomes unstable and collapses into a simpler configuration. In the process, it releases a large proportion of the energy that has been stored in it.&nbsp;</p><p>This explosive release of energy creates a sudden brightening – the flare – and this is where the new observations present their biggest puzzle.&nbsp;</p><p>“This is the most interesting scientific part of the discovery, because we did not expect L-dwarf stars to store enough energy in their magnetic fields to give rise to such outbursts,” says Assistant Professor&nbsp;Beate Stelzer, Institut für Astronomie und Astrophysik of the University of Tübingen, Germany, and INAF – Osservatorio Astronomico di Palermo, Italy, who was part of the study team.</p><p>Energy can only be placed in a star’s magnetic field by charged particles, which are also known as ionised material and created in high-temperature environments. As an L dwarf, however, J0331-27 has a low surface temperature for a star – just 2100K compared to the roughly 6000K on the Sun. Astronomers did not think such a low temperature would be capable of generating enough charged particles to feed so much energy into the magnetic field. So the conundrum is: how a super flare is even possible on such a star. “That’s a good question,” says Stelzer, “We just don’t know – nobody knows.”</p><p>The super flare was discovered in the XMM-Newton data archive as part of a large research project led by&nbsp;Dr. Andrea De Luca of INAF – Istituto di Astrofisica Spaziale e Fisica Cosmica in Milan, Italy. The project studied the temporal variability of around 400 000 sources detected by XMM-Newton over 13 years</p><p>The scientists were particularly looking for peculiar phenomena and in J0331-27 they certainly got that. A number of similar stars had been seen to emit super flares in the optical part of the spectrum, but this is the first unambiguous detection of such an eruption at X-ray wavelengths. The wavelength is significant because it signals which part of the atmosphere the super flare is coming from: optical light comes from deeper in the star’s atmosphere, near its visible surface, whereas X-rays come from higher up in the atmosphere.</p><p>Understanding the similarities and differences between this new – and so far unique – super flare on the L dwarf and previously observed flares, detected at all wavelengths on stars of higher mass is now a priority for the team. But to do that, they need to find more examples.&nbsp;“There is still much to be discovered in the XMM-Newton archive,” says De Luca. “In a sense, I think this is only the tip of the iceberg.”</p><p>One clue they do have is that there is only one flare from J0331-27 in the data, despite XMM-Newton having observed the star for a total of 3.5 million seconds – about 40 days. This is peculiar because other flaring stars tend to suffer from numerous smaller flares too.</p><p>“The data seem to imply that it takes an L dwarf longer to build up the energy, and then there is one sudden big release,” says Stelzer.&nbsp;</p><p>Stars that flare more frequently release less energy each time, while this L dwarf seems to release energy very rarely but then in a really big event. Why this might be the case is still an open question that needs further investigation.</p><p>“The discovery of this L dwarf super flare is a great example of research based on the XMM-Newton archive, demonstrating the mission's enormous scientific potential,” says&nbsp;Dr. Norbert Schartel, XMM Newton project scientist for ESA. “I look forward to the next surprise.”</p><h3>The EXTraS project</h3><p>The discovery was made as a result of the Exploring the X-ray Transient and variable Sky (EXTraS) project, a EU/FP7 project devoted to a systematic variability study of the X-ray sources in the XMM-Newton public archive.</p><p class="align-right"><strong>Article of the European Space Agency (ESA)</strong><br> &nbsp;</p><h3>Publication:</h3><p>“EXTraS discovery of an X-ray superflare from an L dwarf” by A. De Luca et al. 2020 is published in Astronomy &amp; Astrophysics. DOI: 10.1051/0004-6361/201937163.<br> &nbsp;</p><h3>Further information:</h3><ul class="ut-list ut-list--link-list"><li><a href="http://www.extras-fp7.eu/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Website EXTraS project&nbsp;</a></li><li><a href="https://www.esa.int/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Website ESA</a></li><li><a href="http://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/XMM-Newton_reveals_giant_flare_from_a_tiny_star" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Link to the ESA article</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-49293</guid><pubDate>Wed, 19 Feb 2020 08:39:34 +0100</pubDate><title>Leading African and European universities issue joint call for investment in African research universities</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/leading-african-and-european-universities-issue-joint-call-for-investment-in-african-research-universities/</link><description>EU budget supporting the Africa-EU Partnership should ring-fence at least €1bn per year for strengthening African research universities, working in partnership with European universities</description><content:encoded><![CDATA[<p>The African Research Universities Alliance (ARUA) and The Guild of European Research-Intensive Universities (The Guild) call upon the African Union (AU) and the European Union (EU) leaders to support an ambitious new initiative for Africa’s universities to address the profound demographic, social and environmental changes facing both continents. The scale of the common challenges we face, and the opportunities opened up through scientific and educational collaboration, require a new level of investment which goes well beyond existing collaborations in Horizon 2020 and Erasmus+.</p><p>As the AU and EU develop their priorities ahead of the 6th AU-EU summit in October 2020, ARUA and The Guild call for:</p><ul><li>The creation of a substantial fund for research collaboration between African and European Universities, to tackle urgent challenges faced by both continents</li><li>The creation of accessible world-class infrastructure in Africa</li><li>The establishment of an African Research Council, to help African universities attract and retain world-class researchers</li><li>The creation of doctoral schools, to help significantly increase the number of top-quality scientists that will enable the strengthening of African universities in a sustainable way</li><li>The provision of co-funding to ensure early-career researchers can develop world-leading research agendas in the first years of their appointment</li><li>Strengthening the capacities of African Universities through bespoke training and investment in systems appropriate to their needs</li></ul><p>ARUA and The Guild also emphasize the need for the EU’s commitment to research, higher education and innovation to be matched by substantial co-funding from African governments, as AU Member States have already agreed to take concrete actions to allocate at least 1% of GDP in Research &amp; Development ‘to ensure that Africa maximises ownership and responsibility for its own developmental path’. (Science, Technology and Innovation Strategy for Africa 2024)</p><p><strong>Professor Idowu Olayinka, Chair of ARUA and Vice Chancellor of the University of Ibadan</strong>, said: “African research universities need to be at the forefront of the new effort to transform Africa for the people of the region. Challenges such as climate change, food security, migration, poverty, unemployment and many others require urgent research attention. Achieving the Sustainable Development Goals will require new knowledge that universities must lead in providing. We recognise the need for partnership with European universities as an essential part of the preparation that has to be made for this giant step forward, and hence strongly endorse collaboration between the EU and the AU to make this happen”.</p><p><strong>Professor Vincent Blondel, Chair of The Guild and Rector of UCLouvain</strong>, added: “Developing new levels of collaboration between researchers in Europe and Africa presents an important strategic opportunity for European Universities. We need the high levels of ambition in the European Union and the African Union to confront common challenges, including climate change and demographic growth. It is in the interest of universities in Europe and beyond to strengthen our capacity for joint action in research and education.”</p><h3>About <a href="http://arua.org.za/" target="_blank" class="external-link" title="Link to website of The African Research Universities Alliance (ARUA)" rel="noreferrer">The African Research Universities Alliance (ARUA)</a>:</h3><p>Composed of 16 leading universities in Africa, ARUA aims to enhance research and graduate training in member universities through a number of channels, including the setting up of Centres of Excellence (CoEs) at its member universities. Addressing key challenges of Africa’s sustainable development, ARUA CoEs are intended to be focal points for aggregating world-class researchers from member universities and elsewhere to undertake collaborative research in priority thematic areas while providing opportunities for graduate students from the region and elsewhere to work with the researchers.</p><h3>About <a href="https://www.the-guild.eu/" target="_blank" class="external-link" title="Link to website of The Guild of European Research-Intensive Universities" rel="noreferrer">The Guild of European Research-Intensive Universities</a>:</h3><p>Founded in 2016, the Guild comprises 19 of Europe’s most distinguished research-intensive universities in 14 countries and is dedicated to enhancing the voice of academic institutions, their researchers and their students. The Guild is committed to the pursuit of excellence, the importance of truth-seeking and trust-building as the foundation of public life, and the creation of new knowledge for the benefit of society, culture, and economic growth.</p><ul><li><a href="https://uni-tuebingen.de/securedl/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE3NzkzMzA1MDUsImV4cCI6MTc3OTQyMDUwNSwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW4vVW5pX1R1ZWJpbmdlbi9BbGxnZW1laW4vQmlsZGVyL2F0dGVtcHRvX29ubGluZS9Gb3JzY2h1bmcvMjAyMC8yMC0wMi0yMF9hcnVhLWd1aWxkLXBvc2l0aW9uLW9uLWFmcmljYS5wZGYiLCJwYWdlIjo2MTcxNH0.OBuXYQEjPM4k8WjPWpj13sPpIbbdPXDKicCLXflgJHs/20-02-20_arua-guild-position-on-africa.pdf" target="_blank" class="download">Full position paper</a></li><li><a href="https://uni-tuebingen.de/securedl/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE3NzkzMzA1MDUsImV4cCI6MTc3OTQyMDUwNSwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW4vVW5pX1R1ZWJpbmdlbi9BbGxnZW1laW4vQmlsZGVyL2F0dGVtcHRvX29ubGluZS9Gb3JzY2h1bmcvMjAyMC8yMC0wMi0yMF9pbnNpZ2h0LXBhcGVyLW9uZS5wZGYiLCJwYWdlIjo2MTcxNH0.MuNjf5DlPEvC1UREhP0gx_BncppOcJV94vz1uTYPUzw/20-02-20_insight-paper-one.pdf" target="_blank" class="download">The Guild Insight Paper&nbsp;by Peter Maassen</a></li></ul><p class="align-right">Press release of&nbsp;The African Research Universities Alliance (ARUA) and The Guild of European Research-Intensive Universities (The Guild)</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-49176</guid><pubDate>Thu, 13 Feb 2020 17:05:54 +0100</pubDate><title>nf-core provides computational pipelines for researchers</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/nf-core-provides-computational-pipelines-for-researchers/</link><description>Researchers at the Quantitative Biology Center (QBiC) have created a new community</description><content:encoded><![CDATA[<p>To help scientists analyse their data in a reproducible and accessible manner, researchers at the Quantitative Biology Center (QBiC) have created a community called nf-core which provides best-practice bioinformatics analysis pipelines.</p><p>The capacity for data-generation within life-sciences is growing rapidly, and with it the need for analysis methods to be FAIR (findable, accessible, interoperable and reusable). Published on february 13, 2020 in Nature Biotechnology, the <a href="https://nf-co.re/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">nf-core project</a>&nbsp;aims to collect and curate best-practice analysis workflows to meet this need for analysis in the life sciences.</p><p>The project began when researchers at the National Genomics Infrastructure at SciLifeLab Sweden, the Quantitative Biology Centre (QBiC) at the University of Tübingen, the A*STAR Genome Institute of Singapore, the Centre for Genomic Regulation in Barcelona and the Francis Crick Institute in London started building genomics workflows according to a set of strict guidelines. The number of project partners grew quickly and a community around these guidelines was formed which soon spread to over 30 institutes across the world.</p><p>With over 400 active members in the community, the growth of the nf-core community has been rapid. There are now nearly 40 different analysis pipelines available for data types spanning genomics, proteomics and imaging. Workflows are all built using <a href="http://nextflow.io/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Nextflow</a> and have support for running on virtually any computational infrastructure (servers, HPC, cloud) with a range of software packaging methods (Docker, Conda, Singularity).</p><p>Through this community effort, the research community can work together to standardise common analyses and provide stable, reproducible workflows that anyone can run. To find out more, please visit the nf-core website&nbsp; or read the manuscript in Nature Biotechnology.</p><p class="align-right">Sven Nahnsen</p><h3>Publication</h3><p>Philip A. Ewels, Alexander Peltzer, Sven Fillinger, Harshil Patel, Johannes Alneberg, Andreas Wilm, Maxime Ulysse Garcia, Paolo Di Tommaso &amp; Sven Nahnsen: The nf-core framework for community-curated bioinformatics pipelines. Nature biotechnology <a href="https://doi.org/10.1038/s41587-020-0439-x" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41587-020-0439-x</a> (2020).</p><h3>Links</h3><ul><li><a href="https://nf-co.re/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://nf-co.re/</a><ul><li><a href="https://nf-co.re/community" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">30 institutes</a></li><li><a href="https://nf-co.re/stats" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">400 active members</a></li><li><a href="https://nf-co.re/pipelines" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">40 different analysis pipelines</a></li></ul></li><li><a href="https://www.nextflow.io/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">http://nextflow.io/</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-48822</guid><pubDate>Fri, 31 Jan 2020 09:18:51 +0100</pubDate><title>Forscherteam findet neuen Ansatz für Mittel gegen Schlafkrankheit</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/forscherteam-findet-neuen-ansatz-fuer-mittel-gegen-schlafkrankheit/</link><description>Röntgenlaser liefert Struktur eines Schlüsselenzyms des Erregers Trypanosoma brucei</description><content:encoded><![CDATA[<p>Mit ultrahellen Röntgenblitzen hat ein Forscherteam einen möglichen Angriffspunkt für neue Medikamente gegen die Schlafkrankheit aufgespürt: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben die detaillierte räumliche Struktur eines lebenswichtigen Enzyms des Erregers entschlüsselt. Das Ergebnis liefert Hinweise auf einen möglichen Bauplan für einen Wirkstoff, der dieses Enzym gezielt blockiert und den Erreger somit absterben lässt, wie das Team um Christian Betzel von der Universität Hamburg und Henry Chapman von DESY im Fachblatt „Nature Communications“ berichtet. Professor Michael Duszenko vom Interfakultären Institut für Biochemie der Universität Tübingen war an der Studie beteiligt.&nbsp;</p><p>Die Schlafkrankheit wird vom Parasiten Trypanosoma brucei ausgelöst, der mit dem Stich der im südlichen Afrika heimischen Tsetse-Fliege übertragen wird. Der Parasit vermehrt sich zunächst unter der Haut, im Blut und im Lymphsystem und wandert dann in das zentrale Nervensystem. Unbehandelt gilt die Krankheit als tödlich. Durch intensive Kontrollmaßnahmen ist die Zahl der registrierten Fälle in den vergangenen Jahren drastisch gesunken. Dennoch rechnet das Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin die Infektion weiter zu den wichtigsten Tropenkrankheiten. Rund 65 Millionen Menschen in 36 afrikanischen Ländern südlich der Sahara leben im Risikogebiet. Krieg, Vertreibung und Migration lassen die Seuche nach Angaben des Instituts immer wieder neu aufflammen.&nbsp;</p><p>Auf der Suche nach einem möglichen Ansatzpunkt für Medikamente gegen den Erreger hatten die Forscherinnen und Forscher ein zentrales Enzym des Einzellers ins Visier genommen, die sogenannte Inosin-5'-Monophosphat-Dehydrogenase (IMPDH). „Dieses Enzym gehört zum zentralen Inventar jedes Organismus und ist ein interessantes Ziel für Medikamente, weil es den Haushalt zweier lebenswichtiger Nukleotide in der Zelle regelt: Guanosindiphosphat und Guanosintriphosphat“, sagt der Strukturbiologe Lars Redecke von der Universität Lübeck und DESY, einer der beiden Hauptautoren der Arbeit. „Die Zelle braucht diese Nukleotide zur Energieversorgung und zum Aufbau größerer Strukturen wie dem Erbgut. Wenn man diesen Zyklus unterbricht, stirbt die Zelle.“&nbsp;</p><p>Das Enzym besitzt eine Art Ein- und Ausschalter, der durch das Andocken zelleigener Moleküle aktiviert wird. Ein vielversprechender Weg ist, diesen Schalter mit einem passgenau maßgeschneiderten Molekül zu blockieren. Um so ein Blockademolekül zu konstruieren, muss die genaue räumliche Struktur des Schalters bekannt sein. Strukturbiologen können die Struktur von Biomolekülen mit Hilfe von Röntgenstrahlung bestimmen. Dazu lassen sie aus den Biomolekülen zunächst kleine Kristalle wachsen, die dann im Röntgenlicht charakteristische Streumuster erzeugen, aus denen sich die Struktur des Kristalls und seiner Bausteine, der Biomoleküle, berechnen lässt.&nbsp;</p><p>Dieser Weg ist oft kompliziert, denn die meisten Biomoleküle lassen sich nur schwer kristallisieren, da dies in der Regel ihrer natürlichen Funktion widerspricht. Gelingt die Zucht solcher Kristalle, sind sie gegenüber der energiereichen Röntgenstrahlung meist sehr empfindlich und werden schnell zerstört. „Es sind zwar bereits die Strukturen zahlreicher Dehydrogenasen bekannt, bei jener des Parasiten Trypanosoma brucei war die Kristallzucht bislang jedoch nicht erfolgreich“, berichtet Betzel, der auch im Exzellenzcluster CUI: Advanced Imaging of Matter von Universität Hamburg und DESY forscht.&nbsp;</p><p>Das Team wählte daher einen alternativen Weg: Die Gruppe von Ko-Autor Michael Duszenko an der Universität Tübingen brachte bestimmte Insektenzellen dazu, Biomoleküle in der Zelle zu kristallisieren. Mit Hilfe dieser sogenannten In-cellulo-Kristallisation hatte dasselbe Team bereits ein anderes Enzym des Schlafkrankheit-Erregers entschlüsselt, Cathepsin B, das ebenfalls einen potenziellen Angriffspunkt für Medikamente darstellt. Tatsächlich produzierten die veränderten Insektenzellen auch Kristalle der nun untersuchten Dehydrogenase. Diese winzigen, nadelförmigen Kristalle wurden rund 5 tausendstel Millimeter (Mikrometer) dick und bis zu 70 Mikrometer lang, so dass sie aus den produzierenden Zellen herausstachen.&nbsp;</p><p>Die In-cellulo-Kristalle sind so klein, dass sehr helles Röntgenlicht nötig ist, um sie zu analysieren. Denn je größer ein Kristall ist, desto besser wird das Streubild im Röntgenlicht. Die Forscher nutzten daher zur Analyse den Röntgenlaser LCLS am US-Forschungszentrum SLAC in Kalifornien. „Röntgenlaser erzeugen extrem intensive Blitze“, erläutert Chapman, der Leitender Wissenschaftler bei DESY am Center for Free-Electron Laser Science CFEL und einer der Sprecher des Exzellenzclusters CUI: Advanced Imaging of Matter ist. „Zwar verdampfen die empfindlichen Kristalle sofort, erzeugen zuvor aber noch ein Streubild, aus dem sich die Struktur gewinnen lässt.“&nbsp;</p><p>Das Tübinger Team zeichnete die Streubilder von mehr als 22 000 Mikrokristallen auf und konnte daraus die räumliche Struktur des Enzyms mit einer Genauigkeit von 0,28 millionstel Millimeter (Nanometer) genau berechnen – das entspricht in etwa dem Durchmesser eines Aluminium-Atoms. „Das Ergebnis zeigt nicht nur die genaue Struktur des Enzym-Schalters, der Bateman-Region, sondern auch, mit welchen Molekülen die Zelle das Enzym schaltet und wie diese sogenannten Ko-Faktoren an dem Enzymschalter andocken“, berichtet der andere Hauptautor der Veröffentlichung, Karol Nass von DESY, der heute am Paul-Scherrer-Institut in der Schweiz forscht. Der Schalter wird demnach von den Molekülen Adenosintriphosphat (ATP) und Guanosinmonophosphat (GMP) bedient.&nbsp;</p><p>„Der Vorteil unserer Methode ist nicht nur, dass wir das Enzym bei Raumtemperatur untersuchen können, also bei der Temperatur, für die das Enzym gemacht ist, sondern auch, dass bei der In-cellulo-Kristallisation die natürlichen Ko-Faktoren an das Enzym gebunden werden“, sagt Betzel. Die Daten könnten dem Forscher zufolge nun einen Ansatz für eine Blockade der Parasiten-Dehydrogenase liefern. „Es wäre beispielsweise denkbar, eine Art Spange zu konstruieren, die sich über die Andockstellen beider Ko-Faktoren legt.“&nbsp;</p><p>Eine Herausforderung bleibt dabei jedoch noch, den Dehydrogenase-Blocker so spezifisch zu konstruieren, dass er das Parasiten-Enzym blockiert, aber nicht das menscheneigene. Wenn dies gelingt, könnte die Methode möglicherweise auch auf andere Erreger ausgedehnt werden, erläutert Betzel. „Andere Parasiten haben einen sehr ähnlichen Aufbau, eventuell ließen sich auch die über die jeweilige IMP-Dehydrogenase angreifen. Das Enzym ist ein sehr interessantes Ziel für Medikamente, etwa auch gegen den Fuchsbandwurm oder den Erreger der Elephantenkrankheit.“&nbsp;</p><p>An der Untersuchung waren die Universitäten Hamburg, Lübeck und Tübingen, die russische Akademie der Wissenschaften, die Arizona State University, das Lawrence Livermore National Laboratory in den USA, das Max-Planck-Institut für medizinische Forschung, das US-Forschungszentrum SLAC, die Universität Göteborg und DESY beteiligt.&nbsp;</p><p><strong>Publikation:&nbsp;</strong><br> In cellulo crystallization of Trypanosoma brucei IMP dehydrogenase enables the identification of genuine co-factors; Karol Nass, Lars Redecke et al.; „Nature Communications“, 2019; DOI: 10.1038/s41467-020-14484-w</p><p class="align-right">Pressemitteilung des Forschungszentrums Deutsches Elektronen-Synchrotron (DESY)&nbsp;<br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-48213</guid><pubDate>Thu, 16 Jan 2020 09:31:25 +0100</pubDate><title>Neuer Algorithmus wertet physikalische Messdaten aus</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neuer-algorithmus-wertet-physikalische-messdaten-aus/</link><description>Künstliche Intelligenz hilft Forschern Datenfülle zu bewältigen: Physiker der Universität Tübingen entwickeln Methode, die Messungen in der Röntgenreflektometrie erleichtert</description><content:encoded><![CDATA[<p>„Big Data“ sind in Zukunft eine zunehmende Herausforderung für die Forschung, auch in der Physik. Eine Forschungsgruppe der Universität Tübingen unter Leitung von Frank Schreiber, Professor für Physik der molekularen und biologischen Materie,&nbsp;hat deshalb eine auf neuronalen Netzen basierende künstliche Intelligenz entwickelt, die physikalische Messdaten der Röntgenreflektometrie automatisch auswertet. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Journal of Applied Crystallography veröffentlicht.</p><p>Der Begriff „Big Data“ bezeichnet die rasant wachsenden Datenmengen, die unsere digitalisierte Gesellschaft in vielen Bereichen des Lebens produziert. Der Informationsreichtum dieser Daten bringt Fortschritt und zugleich Herausforderungen mit sich: So erzeugen beispielsweise moderne Detektoren und automatisierte Messtechniken in Forschungsfeldern wie der Physik große Mengen wertvoller Messdaten. Für einzelne Forscherinnen und Forscher ist es oft nicht mehr möglich, solche Messdaten von Hand durchzusehen.</p><p>Um die wichtigen Informationen aus diesen riesigen Datenschätzen bergen zu können, hatte sich das Team um Frank Schreiber mit Forschern der Humboldt-Universität zu Berlin und der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung zusammengeschlossen. In Kooperation entwickelten sie einen intelligenten Algorithmus, der Röntgenreflektometrie-Messungen dünner Filme selbstständig analysieren und deren Dicke, Rauigkeit und Dichte bestimmen kann. Diese Oberflächen-Messmethode ist wichtig für die Erforschung von Materialien wie sie zum Beispiel in modernen Bildschirmen zum Einsatz kommen. Allerdings ist die konventionelle Analyse dieser Daten bislang kompliziert und erfordert viel Zeit und Expertenwissen.</p><p>Dies soll sich mit dem neuen Algorithmus ändern. „Zunächst wird die künstlichen Intelligenz mit simulierten, aber realitätsnahen Messdaten trainiert“, erklärt Schreiber. „Dadurch lernt sie, was für Informationen in den Messungen stecken.“ Danach könne sie dann auf neue Messungen angewandt werden, um eben diese Informationen automatisch zu extrahieren. Der Algorithmus ist dabei mehr als 1000-mal schneller als die Auswertung von Hand.</p><p>Durch diese Automatisierung wird den Forscherinnen und Forschern nicht nur wichtige Zeit erspart, sondern es wird künftig möglich sein, Ergebnisse direkt nach oder sogar in Echtzeit während der Messung zu erhalten. So können beispielsweise informationsarme Messungen direkt identifiziert und aussortiert werden, um die gespeicherten Messdaten auf das Wichtigste zu reduzieren. „Der erfolgreiche Einsatz von KI für Röntgenreflektometrie war für uns ein erster Vorstoß. In Zukunft möchten wir unser System auch auf ähnliche, aber deutlich komplexere Messmethoden ausweiten“, sagt der Physiker.</p><p class="align-right">Alessandro Greco</p><h3>Publikation:</h3><p>A. Greco, V. Starostin, C. Karapanagiotis, A. Hinderhofer, A. Gerlach, L. Pithan, S. Liehr, F. Schreiber and &nbsp;S. Kowarik. Fast fitting of reflectivity data of growing thin films using neural networks. Journal of Applied Crystallography (2019). 52, 1342-1347, &nbsp;https://doi.org/10.1107/S1600576719013311</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-47883</guid><pubDate>Wed, 08 Jan 2020 09:25:33 +0100</pubDate><title>Bauarbeiten für neues Institut für Malignom-, Metabolom und Mikrobiomforschung (M3) auf dem Tübinger Schnarrenberg beginnen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/bauarbeiten-fuer-neues-institut-fuer-malignom-metabolom-und-mikrobiomforschung-m3-auf-dem-tuebinger-schnarrenberg-beginnen/</link><description>Auf dem Schnarrenberg beginnen nun die Bauarbeiten für das Institut für integrative Malignom-, Metabolom und Mikrobiomforschung (M3) des Universitätsklinikums Tübingen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das neue M3 Institutsgebäude wird am Rande des Tübinger Schnarrenbergs, in unmittelbarer Nähe zu den Forschungsgebäuden der Neurologie entstehen.&nbsp;Das Ministerium für Finanzen hat dafür nun die Baufreigabe erteilt. Mit dem M3 verfolgt die Universität einen neuartigen wissenschaftlichen Ansatz. Hier soll Tumorforschung (Malignom) mit einer Vielzahl von Stoffwechselprodukten (Metabolom) und den im Menschen lebenden Mikroorganismen (Mikrobiom) verknüpft werden. Durch diese miteinander verbundenen Systeme sollen innovative Therapiekonzepte zur Behandlung von Tumorerkrankungen entwickelt werden. Neben Experten aus der Krebsforschung werden an dem künftigen Institut Fachleute aus der Infektions- und Diabetesforschung, Bioinformatiker, Systembiologen und Pharmakologen beteiligt sein.&nbsp;<br><br> „Der Neubau M3 entsteht auf dem kliniknahen Forschungscampus. Auf dem Schnarrenberg kann auch künftig patientennah geforscht werden. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bekommen mit dem neuen Institut eine moderne Infrastruktur, um innovative Therapien entwickeln zu können“, sagte Finanzministerin Edith Sitzmann.<br> „Wir erleben eine Dynamik in der Medizinforschung, die mich begeistert. Sie wird getragen von exzellenten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Wir erwarten aus ihren Forschungsvorhaben neue Therapien. Unsere Aufgabe ist es, deren Arbeit bestmöglich zu unterstützen. Der Neubau M3 zeigt erneut, dass das Land Baden-Württemberg diese Verpflichtung sehr ernst nimmt“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.<br><br> In dem fünfgeschossigen Neubau mit rund 4.200 Quadratmetern Fläche werden unter anderem zentrale Forschungseinrichtungen, Labore und Büros untergebracht. Das neue Institut wird mit regenerativ erzeugter Fernwärme beheizt und verfügt über einen hohen baulichen Wärmeschutz. Zudem wird auf dem Dach eine Photovoltaikanlage mit einer elektrischen Leistung von 51 kWp installiert. Ein technisches Monitoring soll dazu beitragen, die Anlage zu optimieren, den Energieverbrauch zu minimieren und dabei den Nutzerkomfort sicherzustellen.<br><br> Der Neubau für rund 41 Millionen Euro soll voraussichtlich im Herbst 2022 fertig sein. Jeweils 25 Prozent investieren die Medizinische Fakultät der Universität Tübingen und das Land. Die andere Hälfte der Kosten übernimmt der Bund aus Bundesmitteln. Der Bund hat das Projekt in sein Programm zur Förderung überregionaler Forschungsgebäude aufgenommen.</p><p class="align-right">Aus einer <a href="https://fm.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse-und-oeffentlichkeitsarbeit/pressemitteilung/pid/arbeiten-am-neuen-institut-fuer-malignom-metabolom-und-mikrobiomforschung-m3-auf-dem-tuebinger-sch/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Pressemitteilung vom Ministerium für Finanzen Baden-Württemberg</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-47817</guid><pubDate>Thu, 02 Jan 2020 12:52:04 +0100</pubDate><title>Ausschreibung: Barbara-Scholkmann-Nachwuchsförderpreis für Historische Archäologie Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/ausschreibung-barbara-scholkmann-nachwuchsfoerderpreis-fuer-historische-archaeologie-tuebingen/</link><description>Bewerbung bis zum 28. Februar 2020 möglich</description><content:encoded><![CDATA[<p>Im Wintersemester 2019/20&nbsp;wird zum zweiten Mal der Barbara-Scholkmann-Nachwuchsförderpreis für Historische Archäologie Tübingen ausgeschrieben. Ziel des&nbsp;Preises ist es, den&nbsp;wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern.</p><p>Der Preis wurde gestiftet von Prof. Dr. Dr. h. c. Barbara Scholkmann, bis 2007 Inhaberin der Professur für Archäologie des Mittelalters an der Universität Tübingen. Die Abteilung Archäologie des Mittelalters des Instituts für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters verleiht&nbsp;ihn zusammen mit dem Verein zur Förderung der Archäologie des Mittelalters Schloss Hohentübingen.</p><p>Ausgezeichnet werden herausragende und innovative Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Historischen Archäologie, die für die Entwicklung und Profilierung des Faches von Bedeutung sind. Eingereicht werden können Studienabschlussarbeiten (Dissertationen und Masterarbeiten, ggf. auch Bachelorarbeiten) der letzten 5 Jahre, aber auch wissenschaftliche Arbeiten, deren Publikation maximal 5 Jahre zurück liegt. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen. Die Preissumme beträgt 2000€.</p><p><strong>Die Ausschreibungsfrist endet am 28. Februar 2020.</strong></p><p>Die Bewerbungsunterlagen müssen enthalten:</p><ul><li>Begründung des Vorschlags für den Preis bzw. Begründung des Bewerbers/der Bewerberin, warum er/sie seine/ihre Arbeit für preiswürdig hält.</li><li>Masterzeugnis bzw. Promotionsurkunde</li><li>Curriculum Vitae</li><li>Zusammenfassung der Arbeit von max. 20 Seiten</li><li>Nachweise über den Impact der Arbeit auf die Forschung (bei Nicht-Abschlussarbeiten)</li></ul><p>Bewerbungen können in digitaler Form an die folgende Adresse eingereicht werden:<a href="#" data-mailto-token="ocknvq,nwmcu0ygtvjgtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">lukas.werther<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p><p><a href="https://uni-tuebingen.de/securedl/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE3NzkzMzA1MDUsImV4cCI6MTc3OTQyMDUwNSwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW4vVW5pX1R1ZWJpbmdlbi9GYWt1bHRhZXRlbi9QaGlsb3NvcGhpZS9BbHRlcnR1bXNfdW5kX0t1bnN0d2lzc2Vuc2NoYWZ0ZW4vVXJfdW5kX0ZyXHUwMGZjaGdlc2NoaWNodGUvTWl0dGVsYWx0ZXIvRm9lcmRlcnZlaW4vQXVzc2NocmVpYnVuZ3N0ZXh0X0JhcmJhcmFfU2Nob2xrbWFubl9OYWNod3VjaHNmXHUwMGY2cmRlcnByZWlzXzIwMjAucGRmIiwicGFnZSI6NjE3MTR9.7G9qP3ItJhQMdo6lsfmG34q2jDi-j8z0C7TyzJuZRY8/Ausschreibungstext_Barbara_Scholkmann_Nachwuchsförderpreis_2020.pdf" target="_blank" class="download">Ausschreibung als PDF-Download</a></p><p class="align-right">Dr. Lukas Werther</p><p class="align-right">&nbsp;</p><p class="align-right">&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-47787</guid><pubDate>Mon, 23 Dec 2019 11:52:57 +0100</pubDate><title>Honorarprofessur für Dr. Gjergji Kasneci</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/honorarprofessur-fuer-dr-gjergji-kasneci-1/</link><description>Würdigung der akademischen Leistung und der Forschungsaktivitäten im Rahmen der SCHUFA Industry-on-Campus-Professur „Data Science &amp; Analytics“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Senat und der Fakultätsrat der Exzellenz-Universität Tübingen haben einstimmig die Ernennung von Dr. Gjergji Kasneci zum Honorarprofessor beschlossen. Mit dieser Auszeichnung würdigt die Universität seine langjährige, ausgewiesene akademische Leistung und seine einschlägigen Forschungsaktivitäten im Rahmen der SCHUFA Industry-on-Campus-Professur „Data Science &amp; Analytics“. Besondere Anerkennung findet dabei Professor Kasnecis Engagement für die Verstärkung des Exzellenzstandorts durch Spitzenforschung und hochrelevante und praxisbezogene Lehrveranstaltungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Der Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen, Prof. Dr. Wolfgang Rosenstiel, gratuliert Prof. Dr. Kasneci zu dieser Auszeichnung.</p><p>Seit März 2018 arbeiten die SCHUFA Holding AG und die Universität Tübingen in der Grundlagenforschung zu neuen Methoden im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) zusammen. Im Rahmen einer Industry-on-Campus-Professur „Data Science &amp; Analytics“ werden zahlreiche grundlegende Fragen rund um qualitative Aspekte von komplexen analytischen Verfahren erforscht. Im Vordergrund stehen dabei Forschungsarbeiten zur Erklärbarkeit, Transparenz und Fairness von KI-Verfahren. Ziel der Kooperation ist es, bestehende Fragen wissenschaftlich fundiert zu beantworten und zugleich durch eine unabhängige und öffentliche Forschung einen wesentlichen Beitrag zur sachlichen Diskussion zu leisten.</p><p>Prof. Dr. Gjergji Kasneci: „Die SCHUFA unterstützt ihre Partner und Kunden im Risikomanagement durch präzise Informationen und schafft Vertrauen. Dabei spielen moderne Verfahren aus dem Forschungsgebiet KI eine zunehmende Rolle, um die Bedürfnisse der digitalen Welt und des digitalen Handels auch weiterhin mit höchster Qualität zu erfüllen. Mit den neuen Technologien sind untrennbar auch Fragen zu deren Exaktheit, Nicht-Diskriminierung und Transparenz verbunden. Diese wissenschaftlich fundiert und zugleich verständlich zu beantworten sowie durch unabhängige Forschung einen Beitrag zu einer sachlichen Diskussion zu leisten, ist der wesentliche Beweggrund für die Zusammenarbeit mit der Universität Tübingen. Sie ist herausragend vernetzt und bietet ein umfassendes Ökosystem mit vielversprechenden Möglichkeiten, algorithmische und ethische Fragestellungen rund um Data Science auch mit international renommierten Forschungseinrichtungen wie dem Max Planck Institut für Intelligente Systeme oder dem Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) zu erörtern.“</p><p>Prof. Dr. Kasneci leistet darüber hinaus durch Vorlesungen und Seminare wichtige Beiträge in der Lehre vor allem auch für den zum laufenden Wintersemester neu eingerichteten Tübinger Master-Studiengang „Machine Learning“.&nbsp;</p><p class="align-right">Mitteilung der&nbsp;Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-47316</guid><pubDate>Tue, 10 Dec 2019 13:52:09 +0100</pubDate><title>Drei Consolidator Grants für Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/drei-consolidator-grants-fuer-universitaet-tuebingen/</link><description>Europäischer Forschungsrat fördert Projekte zur Untersuchung von Verschwörungstheorien, der neuronalen Grundlagen unseres Denkens und zum Koran als Quelle für die Geschichte der Christen und Juden Arabiens</description><content:encoded><![CDATA[<p>Drei Wissenschaftler der Universität Tübingen haben erfolgreich einen Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrats eingeworben. Professor Michael Butter (Englisches Seminar) wird im Projekt „Populism and Conspiracy Theory(PACT)“ das Zusammenwirken von populistischen Be-wegungen und Verschwörungstheorien untersuchen. Professor Markus Siegel (Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften und Hertie Institut für Klinische Hirnforschung) erforscht im Projekt „Neuronal Information through Neuronal Interactions (NINI)“ die neuronalen Grundlagen unseres Denkens und Handelns. Professor Holger Zellentin (Seminar für Religionswissenschaft und Judaistik) untersucht im Projekt „The Qur’an as a Source for Late Antiquity (QaSLA)“ die Bedeutung des Korans für die Geschichte der Juden und Christen der Spätantike. Alles Forschungsvorhaben werden mit rund zwei Millionen Euro über fünf Jahre finanziert.</p><p>Mit dem ERC Consolidator Grant werden Wissenschaftler mit mehrjähriger Forschungserfahrung beim Aufbau einer Karriere und ihres eigenen Forschungsteams unterstützt. Die Kreativität junger, vielversprechender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler soll gefördert, neue Ideen in die Forschungsfelder getragen werden. Die Ausschreibung erfolgt themenoffen und über alle Bereiche der Wissenschaft hinweg.&nbsp;</p><p><a href="http://erc.europa.eu/news/erc-awards-over-600-million-euro-europes-top-researchers" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Pressemitteilung&nbsp;des ERC</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-47205</guid><pubDate>Thu, 05 Dec 2019 14:40:54 +0100</pubDate><title>Wissenschaftsministerium fördert Aufbau eines Zentrums für Tierversuchsalternativen in Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/wissenschaftsministerium-foerdert-aufbau-eines-zentrums-fuer-tierversuchsalternativen-in-tuebingen/</link><description>Ministerin Bauer: „Baden-Württemberg trägt als wichtiger Standort biomedizinischer Forschung besondere Verantwortung, Alternativen zu Tierversuchen voranzubringen“</description><content:encoded><![CDATA[<p>Zur Erforschung von Alternativmethoden zu Tierversuchen in der medizinischen Forschung fördert das Land den Aufbau eines wissenschaftlichen Zentrums. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst stellt der Universität Tübingen eine W3-Professorenstelle zur Verfügung und unterstützt den Aufbau eines Zentrums für Tierversuchsalternativen dort ab 2020 mit 130.000 Euro pro Jahr für zunächst fünf Jahre. Das gab Wissenschaftsministerin Theresia Bauer am Donnerstag (5. Dezember) am Rande der Tagung „3R Tierversuchsersatz in der personalisierten Medizin“ in Tübingen bekannt.</p><p>„Baden-Württemberg trägt als wichtiger Standort der biomedizinischen Forschung eine besondere Verantwortung für die Reduzierung von Tierversuchen und für den Tierschutz bei Versuchstieren“, betonte Bauer. „Ohne Frage sind Tierversuche in vielen Bereichen unverzichtbar. Es gibt aber immer mehr valide und vielversprechende wissenschaftliche Ansätze, mit denen Tierversuche ohne Schaden für die Qualität der Forschung ersetzt werden können. Wir wollen diese Ansätze unterstützen und ihre dauerhafte Etablierung in der baden-württembergischen Forschungslandschaft nach Kräften fördern.“</p><p>Aufbauend auf einer neuen Brückenprofessur zwischen der medizinischen Fakultät Tübingen und dem NMI Reutlingen (Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut an der Universität Tübingen) entsteht in Tübingen ein „3R-Center für In-vitro-Modelle und Tierversuchsalternativen“, in dem Alternativmethoden zu Tierversuchen entwickelt und für die biomedizinische Forschung in ganz Baden-Württemberg angeboten werden sollen.</p><p>„3R“ steht für die Leitlinie „Replacement, Reduction, Refinement“, nach der die Wissenschaftler nach Ersatz von Tierversuchen durch tierversuchsfreie Verfahren ebenso forschen, wie nach Möglichkeiten der Reduzierung der Zahl der Versuche und nach Versuchsabläufen, in denen die Leiden der Versuchstiere gemindert werden.</p><p>Das 3R-Center soll als landesweites Querschnitts-Center universitären Grundlagenforscherinnen und Grundlagenforschern einen niederschwelligen Zugang zu neuartigen In-vitro-Modellen ermöglichen. Geplant sind außerdem fachspezifische Trainings- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie ein Informationsangebot für die interessierte Öffentlichkeit.</p><p>Damit wird die in der Region vorhandene Expertise für Tierversuchsalternativen gebündelt. Bereits seit 2018 unterstützt das Wissenschaftsministerium eine Juniorbrückenprofessur in diesem Bereich zwischen der medizinischen Fakultät Tübingen und dem Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart. „Die heutige Veranstaltung zeigt sehr eindrucksvoll, welche Ansätze des Tierversuchsersatzes es inzwischen gibt. Und auch, dass wir hierzu in Baden-Württemberg Expertise haben. Dies gilt es nun weiter zu stärken und auszubauen. Wir wollen daher nach Möglichkeit auch an weiteren Universitäten in Baden-Württemberg ähnliche Aktivitäten fördern. Ziel ist ein funktionierendes 3RNetzwerk BW“, sagte Ministerin Bauer weiter.</p><p class="align-right">Pressemitteilung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst vom 05.12.2019</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-47184</guid><pubDate>Wed, 04 Dec 2019 14:53:50 +0100</pubDate><title>Wenn eine spontane Mutation die Autophagie im Gehirn ausschaltet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/wenn-eine-spontane-mutation-die-autophagie-im-gehirn-ausschaltet/</link><description>Tübinger Molekularbiologin und Hoffnungsbaum e. V. bündeln ihre Kräfte bei der Erforschung der neurodegenerativen Erkrankung BPAN</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Entschlüsselung der Ursachen seltener, neurodegenerativer Erkrankungen ist ein langwieriger Prozess, der für Betroffene mit viel Hoffnung und großem Leid verbunden ist. In einem neuen Forschungsprojekt untersucht Professorin Tassula Proikas-Cezanne von der Universität Tübingen künftig die molekularen Ursachen der seltenen Krankheit „BPAN (Beta-Propeller-assoziierte Neurodegeneration)“. Sie arbeitet hierbei mit Ärzten in Tübingen, London und Kopenhagen sowie den Patientenorganisationen „Hoffnungsbaum e.V.“ in Deutschland und „BPAN Warriors“ in den USA zusammen, um die zellulären Ursachen und potentielle Therapiemöglichkeiten zu ergründen. Das Projekt wird im Rahmen des Frankfurter Sonderforschungsbereichs SFB 1177 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.</p><p>BPAN (Beta-Propeller-assoziierte Neurodegeneration) ist eine sehr seltene, angeborene neurodegenerative Erkrankung, die durch eine Mutation des WDR45/WIPI4-Gens auf dem X-Chromosom hervorgerufen wird. Patienten sind von Geburt an durch eine schwere Entwicklungsstörung gekennzeichnet, die mit Epilepsie, geistiger und körperlicher Behinderungen sowie ausgeprägter Beeinträchtigungen im Spracherwerb einhergeht. Später setzen schmerzhafte Muskelverkrampfungen und Symptome von Morbus Parkinson ein. &nbsp;Die Lebenserwartung der Patienten ist deutlich verkürzt, bislang gibt es keine Therapie. BPAN gehört zu einer Gruppe von mehr als zehn Erkrankungen, die NBIA (Neurodegeneration mit Eisenablagerung im Gehirn) genannt wird. In Deutschland sind etwa 20 Patienten mit BPAN bekannt.&nbsp;</p><p>Die Autophagie-Forscherin Professorin Tassula Proikas-Cezanne, Molekularbiologin an der Universität Tübingen und Entdeckerin des WDR45/WIPI4-Gens, wird in den kommenden vier Jahren im Rahmen des Sonderforschungsbereichs SFB 1177 („Molecular and Functional Characterization of Selective Autophagy“, Sprecher: &nbsp;Prof. Dr. Ivan Dikic, Goethe-Universität, Frankfurt a.M., <a href="http://www.sfb1177.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">http://www.sfb1177.de</a>)&nbsp;den Prozess der Autophagie in Hirnzellen von BPAN-Patienten untersuchen. Proikas-Cezanne hat vor einigen Jahren erkannt, dass dem WDR45/WIPI4 Gen eine wichtige funktionelle Bedeutung im Prozess der Autophagie zukommt. Autophagie ist ein zelluläres Abbau- und Erneuerungssystem, das in den Nervenzellen von Patienten vieler neurodegenerativer Erkrankungen, wie M. Alzheimer und M. Parkinson, gestört ist. Aufgrund der Mutation im WDR45/WIPI4 Gen ist die Autophagie in BPAN stark beeinträchtigt, jedoch sind die ursächlichen molekularen Mechanismen unbekannt. &nbsp;Diese Mechanismen möchte die Wissenschaftlerin aufklären, sie wird dabei eng mit dem Neurologen Professor Matthis Synofzik vom Universitätsklinikum Tübingen sowie weiteren Kollegen in London und Kopenhagen zusammen arbeiten.&nbsp;</p><p>Unterstützt werden die Forscher von „Hoffnungsbaum e.V.“, der deutschen Patientenorganisation zur Förderung der Erforschung und Behandlung von NBIA. Der Verein &nbsp;hat in den vergangenen 15 Jahren bereits mehrfach Forschungsprojekte angestoßen, mitfinanziert oder begleitet und ist auch international sehr gut vernetzt. „In dieser strategischen Partnerschaft können wir insbesondere als Kontakt- und Informationsschnittstelle zwischen den Forschern und unserem Patientennetzwerk fungieren. Hinzu kommt natürlich das Erfahrungswissen der betroffenen Familien zur BPAN-Erkrankung ihrer Kinder“, erläutert Angelika Klucken, Vorsitzende und Co-Gründerin von „Hoffnungsbaum e.V.“.</p><p>„Ich bin froh und begeistert, dass wir mit Professorin Proikas-Cezanne eine so renommierte und engagierte Mitstreiterin im Kampf gegen BPAN gefunden haben“, sagt Markus Nielbock, Vater der siebenjährigen Emilia, die an BPAN leidet, und zweiter Vorsitzender von „Hoffnungsbaum e.V.“. „Wir werden sie und Professor Synofzik nach allen Kräften unterstützen.“</p><p>Auch für Tassula Proikas-Cezanne hebt sich dieses Forschungsvorhaben von anderen Projekten ihrer Forschungsgruppe ab. „Der Umstand, dass eine spontane Mutation eines Gens, das ich vor Jahren entdeckt habe, eine solch schwerwiegende Krankheit auslösen kann, verpflichtet mich, hier unsere Forschungsinteressen zu konzentrieren“, schildert sie. „Der persönliche Kontakt mit an BPAN erkrankten Kindern motiviert mich zusätzlich, durch Grundlagenforschung dazu beizutragen, dass deren Leiden gelindert werden können.“</p><p class="align-right">Tassula Proikas-Cezanne/Antje Karbe</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46992</guid><pubDate>Thu, 28 Nov 2019 14:04:38 +0100</pubDate><title>How ancient microbes created massive ore deposits – and set the stage for early life on Earth</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/how-ancient-microbes-created-massive-ore-deposits-and-set-the-stage-for-early-life-on-earth/</link><description>New research reveals the vital role that Precambrian-eon microbes may have played in two of the early Earth’s biggest mysteries.</description><content:encoded><![CDATA[<p>University of British Columbia (UBC) researchers, and collaborators from the universities of Alberta, Tübingen, Autònoma de Barcelona, and the Georgia Institute of Technology, found that ancestors of modern bacteria cultured from an iron-rich lake in Democratic Republic of Congo could have been key to keeping Earth’s dimly lit early climate warm, and in forming the world’s largest iron ore deposits, billions of years ago. The geomicrobiologists Dr. Tina Gauger and Professor Andreas Kappler from the University of Tübingen Center for Applied Geosciences participated in the study that has been published in the latest edition of Science Advances.</p><p>The bacteria have special chemical and physical features that in the complete absence of oxygen allow them to convert energy from sunlight into rusty iron minerals, and into cellular biomass that ultimately causes the production of the potent greenhouse gas, methane, by other microbes.</p><p>“Using modern geomicrobiological techniques, we found that certain bacteria have surfaces which allow them to expel iron minerals, making it possible for them to export these minerals to the seafloor to make ore deposits,” says Katharine Thompson, lead author of the study and PhD student in UBC’s department of Microbiology and Immunology.&nbsp;</p><p>“Separated from their rusty mineral products, these bacteria then go on to feed other microbes that make methane. That methane is what likely kept Earth’s early atmosphere warm, even though the sun was much less bright than today.”</p><p>This is a possible explanation to the ‘faint-young-sun’ paradox, originated by astronomer Carl Sagan. The paradox is that there were liquid oceans on early Earth, yet heat budgets calculated from the early Sun’s luminosity and modern atmospheric chemistry imply Earth should have been entirely frozen. A frozen Earth would not have supported very much life. A methane-rich atmosphere formed in connection to large-scale iron ore deposits and life was initially proposed by University of Michigan atmospheric scientist James Walker in 1987. The new study provides strong physical evidence to support the theory and finds that microscale bacterial-mineral interactions were likely responsible.</p><p>“The fundamental knowledge we’re gaining from studies using modern geomicrobiological tools and techniques is transforming our view of Earth’s early history and the processes that led to a planet habitable by complex life including humans,” says senior author of the paper Dr. Sean Crowe, Canada Research Chair in Geomicrobiology and associate professor at UBC.</p><p>“This knowledge of the chemical and physical processes through which bacteria interact with their surroundings can also be used to develop and design new processes for resource recovery, novel building and construction materials, and new approaches to treating disease.”</p><p>In the future, such geomicrobiological information will likely be invaluable to the large-scale geoengineering efforts that might be used, for example, to remove CO2 from the atmosphere for carbon capture and storage, and again influence climate through bacterial mineral interactions.</p><p class="align-right">Press release of the University of British Columbia</p><h3>Publication:</h3><p>Katharine J. Thompson, Paul A. Kenward, Kohen W. Bauer, Tyler Warchola, Tina Gauger, Raul Martinez, Rachel L. Simister, Céline C. Michiels, Marc Llirós, Christopher T. Reinhard, Andreas Kappler, Kurt O. Konhauser, Sean A. Crowe: Photoferrotrophy, deposition of banded iron formations, and methane production in Archean oceans. Science Advances, <a href="https://dx.doi.org/10.1126/sciadv.aav2869" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://dx.doi.org/10.1126/sciadv.aav2869</a></p>]]></content:encoded><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46929</guid><pubDate>Wed, 27 Nov 2019 14:48:34 +0100</pubDate><title>Peter Dayan zum AAAS Fellow gewählt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/peter-dayan-zum-aaas-fellow-gewaehlt/</link><description>Führende Rolle in der theoretischen und computergestützten Neurowissenschaft gewürdigt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Peter Dayan, geschäftsführender Direktor am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik, wurde zum Fellow der American Association for the Advancement of Science (AAAS) gewählt. Als neues Mitglied im Fachbereich Neurowissenschaften wird seine führende Rolle in der theoretischen und computergestützten Neurowissenschaft gewürdigt. Besondere Erwähnung finden seine Erkenntnisse zu neurobiologischen Mechanismen, die dem Verstärkungslernen zugrunde liegen, und deren Funktion bei der Entscheidungsfindung.</p><p>Die formelle Wahl zum AAAS Fellow ist eine besondere Ehre, die auf wissenschaftlich herausragende Leistungen im Sinne des Forschungs- und Anwendungsfortschritts gründet. Die offizielle Feier mit Verleihung des Titels wird am 15. Februar 2020 im AAAS Fellows Forum während des Jahrestreffens 2020 in Seattle, Washington, stattfinden.&nbsp;</p><p>Dayans Forschungen konzentrieren sich auf Entscheidungsprozesse im Gehirn, die Rolle von Neuromodulatoren sowie neuronale Störungen bei psychiatrischen Erkrankungen. Seit langem befasst er sich mit Fragestellungen an der Schnittstelle von Neurowissenschaft, Medizin und Maschinellem Lernen und gilt auch als Pionier auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz.&nbsp;</p><p>Peter Dayan studierte Mathematik an der University of Cambridge und promovierte an der University of Edinburgh. Nach Stationen als Postdoc am Salk Institute und an der University of Toronto wechselte er 1995 als Assistant Professor an das Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston. Im Jahr 1998 zog er nach London, um die Gatsby Computational Neuroscience Unit mit zu gründen, die heute zu einer der bekanntesten Institutionen in den theoretischen Neurowissenschaften gehört. Zwischen 2002 und 2017 war er hier auch Direktor. Peter Dayan war zudem stellvertretender Direktor des Max Planck UCL Centre for Computational Psychiatry and Ageing Research.&nbsp;</p><p>Im Jahr 2018 wechselte er nach Tübingen, um Direktor des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik zu werden. Zudem erhielt er eine Alexander von Humboldt-Professur, den höchst dotierten Forschungspreis Deutschlands, und wird auf einen Lehrstuhl im Fachbereich Informatik der Universität Tübingen berufen.</p><p>Peter Dayan wurde 2012 mit dem Rumelhart-Preis für Beiträge zu theoretischen Grundlagen menschlicher Kognition sowie 2017 mit dem Brain Prize der Grete Lundbeck European Brain Research Foundation ausgezeichnet. Im Jahr 2018 wurde er zum Fellow der Royal Society des Vereinigten Königreichs berufen.</p><p class="align-right"><a href="https://www.kyb.tuebingen.mpg.de/398990/AAAS-Fellowship?c=259287" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46905</guid><pubDate>Wed, 27 Nov 2019 11:26:09 +0100</pubDate><title>Neue Stiftungsprofessur zur Lehrerausbildung in der Informatik</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neue-stiftungsprofessur-zur-lehrerausbildung-in-der-informatik/</link><description>Carl-Zeiss-Stiftung stellt drei Millionen Euro über zehn Jahre bereit</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen erhält eine neue Stiftungsprofessur zur Lehrerausbildung im Fach Informatik. Für die Einrichtung stellt die Carl-Zeiss-Stiftung im Rahmen ihrer Förderinitiative „Stiftungsprofessuren für Informatik und ihre Didaktik“ drei Millionen Euro bereit. Die Professur wird am Fachbereich Informatik eingerichtet und nach Ablauf der zehnjährigen Förderphase durch die Universität weiterfinanziert. Tübingen ist damit eine von fünf Universitäten in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, die in diesem Förderprogramm mit ihrem Konzept für die Informatik-Didaktik überzeugen konnten.</p><p>Das Profil der neuen Professur umfasst die Lehre und Forschung im Bereich der Fachdidaktik insbesondere mit Blick auf die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern im Fach Informatik. Die Universität Tübingen bietet bereits einen Bachelor of Education und einen Master of Education in der Informatik für das gymnasiale Lehramt und für das höhere Lehramt an Beruflichen Schulen an. Mit der neuen Professur soll die Ausbildung in diesen Studiengängen professioneller, thematisch vielfältiger, und zielgerichteter auf die Kompetenzen von Lehrkräften ausgerichtet werden. Dies soll auch dazu beitragen, dass die Lehramtsstudiengänge insgesamt an Attraktivität gewinnen.</p><p>Die Stiftungsprofessur am Fachbereich Informatik wird eng mit der Tübingen School of Education zusammenarbeiten. Darüber hinaus gibt es in Tübingen weitere Institute und Organisationen, deren Arbeit Anknüpfungspunkte für die neue Professur bietet, beispielsweise das Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung, das Institut für Erziehungswissenschaft, dem Forschungs- und Transferzentrum für Digitalisierung in der Lehrerbildung sowie das Leibniz-Institut für Wissensmedien. Dieses Umfeld bietet ausgezeichnete Bedingungen, um das Lehramtsstudium im Fach Informatik erfolgreich weiterzuentwickeln. Die eingeworbene Stiftungsprofessur soll nun schnellstmöglich ausgeschrieben und, sofern realisierbar, zum Beginn des Wintersemesters 2020 besetzt werden.</p><p class="align-right">Timm Lichte / Klaus Ostermann</p><p><a href="https://www.carl-zeiss-stiftung.de/german/index.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Carl-Zeiss-Stiftung</a></p><p><a href="https://www.carl-zeiss-stiftung.de/german/foerdertaetigkeit/gefoerderte-projekte/professuren-informatik-und-didaktik.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Förderinitiative „Stiftungsprofessuren für Informatik und ihre Didaktik“</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Studium</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46851</guid><pubDate>Tue, 26 Nov 2019 13:14:17 +0100</pubDate><title>Forschungsprojekt will Immuntherapien verbessern</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/forschungsprojekt-will-immuntherapien-verbessern/</link><description>Tübinger Radiopharmazie entwickelt neue Immunzelltracer</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Universitätsklinikum Tübingen beteiligt sich an einem europaweiten Forschungsprojekt zur Immunbildgebung. In Zusammenarbeit mit dem Werner Siemens Imaging Center sollen in Tübingen neue Immunzelltracer entwickelt und anschließend in einer klinischen Studie in der Abteilung für Nuklearmedizin und klinische molekulare Bildgebung getestet werden. Das Projekt ist auf fünf Jahre angesetzt und wird mit 30 Millionen Euro von der „Innovative Medicines Initiative Joint Undertaking (IMI-JU)“ gefördert. Den Tübinger Forschern stehen davon über 1 Million Euro zur Verfügung. Das Forschungsprojekt ergänzt die Projekte des kürzlich bewilligten Exzellenzclusters „Individualisierung von Tumortherapien durch molekulare Bildgebung und funktionelle Identifizierung therapeutischer Zielstrukturen“ (iFIT).</p><p>Mit der Frage, ob und inwieweit eine Vorhersage über den Erfolg und das langfristige Behandlungsergebnis einer Immuntherapie getroffen werden kann, beschäftigt sich das EU-Forschungsprojekt „Immune-Image“. Ziel der 21 am Projekt beteiligten Partner aus neun Ländern ist es, Methoden zur Visualisierung der Immunzellen vor, während und nach einer Immuntheraphiebehandlung zu entwickeln, um so mithilfe neuer Medikamente die Behandlungen von Patienten zu optimieren. Immuntherapien werden beispielsweise in der Therapie von Melanomen und Lungenkarzinomen eingesetzt.</p><p>Zur klinischen Bildgebung der Immunzelldynamik entwickeln deswegen Forscher am Universitätsklinikum Tübingen neue Immunzelltracer, eine sehr schwach radioaktiv markierte Substanz, die durch nuklearmedizinische Untersuchungen (Positronen Emissions Tomographie; PET) in geringsten Mengen im Körper detektiert werden kann. Die Radiomarkierung führt das Tübinger Werner Siemens Imaging Center durch. Nach der Validierung und Testphasen im Tiermodell sollen die Tracer im Rahmen einer klinischen Studie getestet werden.</p><p>Am Universitätsklinikum Tübingen beteiligt sind die Abteilungen Präklinische Bildgebung und Radiopharmazie sowie die Nuklearmedizin und klinische Molekulare Bildgebung, in Kooperation mit der Hautklinik und der Inneren Medizin VIII (Medizinische Onkologie und Pneumologie).</p><p>Mehr Informationen zum Forschungsprojekt: <a href="https://cordis.europa.eu/project/rcn/225409/factsheet/de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://cordis.europa.eu/project/rcn/225409/factsheet/de</a>&nbsp;</p><p class="align-right">Pressemitteilung des Universitätsklinikums Tübingen</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46848</guid><pubDate>Tue, 26 Nov 2019 12:56:54 +0100</pubDate><title>Hirnscan-Implantat liefert Daten zur Aktivität von Neuronen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/hirnscan-implantat-liefert-daten-zur-aktivitaet-von-neuronen/</link><description>Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik und der Universität Stuttgart stellen in Nature Methods weltweit ersten implantierbaren Miniatur-Kernspintomographen vor</description><content:encoded><![CDATA[<p>Neurowissenschaftler und Elektroingenieure aus Deutschland und der Schweiz haben ein Implantat entwickelt, das Forschern erstmals hochauflösende Daten zur neuronalen Aktivität im Gehirn liefert. Die gestern in Nature Methods vorgestellte Erfindung ermöglicht die Kombination räumlicher Informationen zur Hirnphysiologie mit Erkenntnissen zu Wechselwirkungen von Nervenzellen in Echtzeit. Diese weltweit erste und einmalige Innovation integriert die Funktionalität eines Magnetresonanztomographen (MRT) auf einem winzigen Chip.</p><p>Die wissenschaftliche Arbeitsgruppe um Klaus Scheffler vom Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik und der Universität Tübingen, sowie Jens Anders von der Universität Stuttgart haben hiermit einen technologischen Brückenschlag geschafft, der die bisher eng gesetzten elektrophysikalischen Grenzen klassischer Hirnscan-Methoden sprengt. Die haarfeine Sonde besteht aus einem winzigen Magnetresonanztomographen und kombiniert die Vielseitigkeit bekannter räumlicher MRT-Analysen mit der Genauigkeit eines implantierbaren Sensors, der an einem Punkt im Gehirn neuronale Ereignisse in Echtzeit messen kann.</p><p>"Unser neuartiges Konzept, einen Kernspinresonanzdetektor auf einem winzigen Chip unterzubringen ermöglicht es uns, die typischen elektromagnetischen Störungen von Magnetresonanzsignalen erheblich zu verringern und viel feinere und sowohl zeitlich als auch räumlich hochaufgelöste Daten zu erhalten. So können wir Neurowissenschaftler erstmals sehr präzise Informationen aus winzigen Bereichen des Gehirns generieren und mit bildgebenden Informationen zur Hirnphysiologie kombinieren", erklärten die Hauptautoren der Nature Publikation Klaus Scheffler und Jens Anders. "Mit dieser Methode können wir somit nun spezifische Aktivitäten und Funktionalitäten im Gehirn sehr viel besser verstehen und auch Unregelmäßigkeiten von Hirnfunktionen ausmachen." &nbsp;</p><p>Laut Scheffler und seiner Gruppe könnte ihre Erfindung die Möglichkeit eröffnen, Mechanismen oder Aktivierungsmuster neuronaler Aktivität bis hin zu spezifischen, insbesondere krankhaften, neuronalen Funktionen im Hirngewebe zu entdecken.&nbsp;</p><p>"Unsere Sonde ist technisch auch skalierbar, d.h. es besteht die Möglichkeit, Daten aus mehr als einem einzigen Bereich des Gehirns zu erfassen. So zum Beispiel aus angrenzenden Hirnarealen – dies aber auf demselben winzigen Implantat", erklärt Scheffler weiter. „Die Skalierbarkeit der verwendeten Technologie ermöglicht darüber hinaus auch die Integration weiterer Messmodalitäten wie z.B. elektrophysiologischer oder optogenetischer Sensoren im selben Implantat“, ergänzt Anders.</p><p>Die Teams aus Tübingen und Stuttgart sind sehr zuversichtlich, dass ihr technischer Ansatz dazu beitragen kann, die komplexen physiologischen Prozesse neuronaler Netzwerke des Gehirns präzise zu erfassen und zusätzliche Merkmale zu entdecken, die noch tiefere Einblicke in die komplexe Funktionalität des Gehirns ermöglichen.</p><p>Mit dem Ziel, neue Technologien zu entwickeln, die in der Lage sind, die strukturelle und biochemische Zusammensetzung des Gehirns zu verstehen, ebnet diese neueste Innovation den Weg für zukünftige hochspezifische Kartierungstechniken, bioenergetische Prozesse in Gehirnzellen und die Aktivität und Aufgabe einzelner Neuronen zu verstehen.</p><p class="align-right">Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46731</guid><pubDate>Thu, 21 Nov 2019 15:45:32 +0100</pubDate><title>Weniger Schadstoffe und gesünderes Trinkwasser: Aufrüstung von Kläranlagen lohnt sich</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/weniger-schadstoffe-und-gesuenderes-trinkwasser-aufruestung-von-klaeranlagen-lohnt-sich/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Kläranlagen gelten als Hauptquellen für die Freisetzung von Mikroverunreinigungen und Bakterien in Oberflächengewässer. Um diesen Schadstoff- und Keimeintrag zu reduzieren, stehen neue Technologien zur weitergehenden Abwasserbehandlung zur Verfügung. In einer Studie berichten die Tübinger Biologin Professorin Rita Triebskorn und Kollegen über die chemischen, mikrobiologischen, biochemischen und biologischen Auswirkungen des Ausbaus einer Kläranlage mit einer Pulveraktivkohle-Stufe im Einzugsgebiet der Schussen, dem größten deutschen Zufluss des Bodensees. Die Studie wurde im Open Access Journal Environmental Sciences Europe veröffentlicht.</p><p>Die Kläranlage wurde Ende 2013 aufgerüstet. Vor und nach dem Upgrade wurden zwischen 2011 und 2017 zahlreiche Messungen durchgeführt bzw. Daten erhoben. Nach dem Ausbau war die Freisetzung von antibiotikaresistenten und nichtresistenten Bakterien, Spurenstoffen und deren Auswirkung im Abwasser bedeutend geringer. Darüber hinaus waren im Fluss Schussen stromabwärts der Kläranlage geringere Konzentrationen von Mikroverunreinigungen vorhanden. Parallel verbesserten sich der Gesundheitszustand von Fischen und Wirbellosen sowie die Zusammensetzung der Makrozoobenthos-Gemeinschaft, das sind wirbellose Organismen auf dem Gewässerboden, die nicht mit bloßem Auge zu sehen sind.&nbsp;</p><p>Die Studie belege eindeutig die Kausalität zwischen einer Kläranlagenaufrüstung und der Verbesserung des Zustands eines Ökosystems und zeige die Schnelligkeit positiver ökologischer Veränderungen als Reaktion auf eine solche Maßnahme, so Rita Triebskorn. „Das Ergebnis spricht für die Notwendigkeit von Investitionen in die weitergehende Abwasserbehandlung. So wird die Freisetzung von Mikroverunreinigungen und sowohl resistenten als auch nicht resistenten Bakterien in Gewässer verringert, und damit die Gesundheit von Flussökosystemen und Trinkwasserressourcen nachhaltig geschützt.“</p><p class="align-right">Rita Triebskorn</p><h3>Publikation:&nbsp;</h3><p>Freshwater ecosystems profit from activated carbon-based wastewater treatment across various levels of biological organisation in a short timeframe. Rita Triebskorn, Ludek Blaha, Claudia Gallert, Sabrina Giebner, Harald Hetzenauer, Heinz‑R. Köhler, Bertram Kuch, Frauke Lüddeke, Jörg Oehlmann, Katharina Peschke, Frank Sacher, Marco Scheurer, Simon Schwarz, Paul Thellmann, Karl Wurm and Sabrina Wilhelm Sci Eur (2019) 31:85, <a href="https://doi.org/10.1186/s12302-019-0267-0" target="_blank" rel="noreferrer">doi.org/10.1186/s12302-019-0267-0</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46725</guid><pubDate>Thu, 21 Nov 2019 15:21:08 +0100</pubDate><title>Kosmische Katastrophe beobachtet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/kosmische-katastrophe-beobachtet/</link><description> Erstmals weisen Forscher höchstenergetische Gammastrahlung aus dem Nachglühen eines Gammastrahlenausbruchs nach</description><content:encoded><![CDATA[<p>Nach mehr als 15 Jahren Suche ist es Astrophysikern erstmals gelungen, Licht vom Nachglühen eines sogenannten Gammastrahlenausbruchs zu beobachten, das millionenfach energiereicher ist als das Licht des Gammablitzes selber. Die kosmischen Ausbrüche entstehen bei einer Sternenexplosion oder beim Verschmelzen zweier kompakter Sternleichen und dauern jeweils nur wenige Sekunden. Dennoch gehören sie zu den hellsten Explosionen im Universum und setzen jeweils mehr Energie frei als die Sonne in einer Milliarde Jahre. Die H.E.S.S.-Kollaboration, ein Projekt, an dem 250 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit beteiligt sind, konnte nun mit einem riesigen Gammastrahlenteleskop noch zehn bis zwölf Stunden nach einem Ausbruch höchstenergetische Gammastrahlen nachweisen. Bislang war man davon ausgegangen, dass solche extremen Energien – wenn überhaupt – nur in den ersten Minuten nach der Explosion zu sehen sind. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Nature vorgestellt.</p><p>Möglich wurde die Beobachtung durch das größte in Namibia stationierte Teleskop der H.E.S.S.-Kollaboration, das 28 Meter Spiegeldurchmesser umfasst und für derartige Beobachtungen besonders geeignet ist. Dr. Gerd Pühlhofer und die Arbeitsgruppe von Professor Andrea Santangelo am Institut für Astronomie und Astrophysik der Universität Tübingen waren an Aufbau und Betrieb des Teleskops beteiligt.&nbsp;</p><p>Die physikalischen Prozesse solcher kosmischer Katastrophen zu verstehen, ist ein Ziel der modernen astrophysikalischen Forschung: &nbsp;Explosionen dieser Art produzieren Ausbrüche sogenannter Gammastrahlen ‒ eine besonders durchdringende elektromagnetische Strahlung ‒ denen ein längeres Nachglühen bei niedrigeren Lichtenergien, also im Röntgenbereich, im sichtbaren Wellenlängenbereich und im Radiowellenbereich folgt. Die Gammastrahlen eines Ausbruchs selbst sind einige Tausend bis Millionen Mal energiereicher als sichtbares Licht. Sie sind nur von Satelliten aus zu beobachten, weil die Atmosphäre für diesen Wellenlängenbereich undurchlässig ist. Viele Fragen dazu waren bisher offen, darunter: Bis zu welcher Höchstgrenze im elektromagnetischen Spektrum können Gammastrahlenausbrüche leuchten? Ist auch die sogenannte höchstenergetische Gammastrahlung dabei, die so energiereich ist (mindestens 100 Milliarden Mal energiereicher als sichtbares Licht), dass man ihre Spuren beim Eindringen in die Atmosphäre mit Gammastrahlenteleskopen von der Erde aus beobachten kann? Und ist vielleicht auch das Nachglühen dieser Explosionen noch bei diesen Energien beobachtbar?&nbsp;</p><p>2018 war es der H.E.S.S.-Kollaboration gelungen, einen Gammastrahlenausbruch (gamma ray bursts, kurz GRB) mit dem in Namibia stationierten Teleskop zu beobachten. Am 20. Juli meldeten der Fermi Gamma-Ray Burst Monitor und das Swift Burst Alert Telescope kurz nacheinander den „GRB 180720B“. Dieser war sehr stark und dauerte etwa 50 Sekunden – eine für Gammastrahlungs-ausbrüche vergleichsweise lange Zeit, die auf den Tod eines massereichen Sterns als Ursache der Explosion hindeutet. Dabei kollabiert dessen Kernbereich zu einem schnell rotierenden Schwarzen Loch. In einer „Akkretionsscheibe“ um das Schwarze Loch heizt sich das umgebende Gas sehr stark auf. Senkrecht zur Scheibenebene ausgestoßene Gasjets erzeugen die Gammablitze. In diesen Düsenstrahlen werden Elementarteilchen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und erzeugen in Wechselwirkung mit umgebender Materie und Strahlungsfeldern Gammastrahlung in unerwartetem Ausmaß.</p><p>Nach dem Ausbruch im Juli 2018 nahmen Observatorien diese Stelle des Himmels ins Visier. Auch das H.E.S.S.-Team suchte nach höchstenergetischem Nachglühen und war erfolgreich, obwohl die Position am Himmel in Namibia erst viele Stunden nach dem Ausbruch sichtbar wurde: In den Beobachtungsdaten aus dem Zeitraum 10 bis 12 Stunden nach dem Gammastrahlenausbruch war an der Stelle des Ausbruchs eine neue, punktförmige Gammastrahlen-Quelle sichtbar. Obwohl man lange versucht hatte, höchstenergetische Gammastrahlen in einem Gammastrahlenausbruch nachzuweisen, war die Entdeckung so viele Stunden nach dem eigentlichen Blitz eine Überraschung. Die Strahlung demonstriert die Anwesenheit von extrem beschleunigten Teilchen und zeigt, dass diese relativ lange nach der Explosion weiter existieren bzw. erzeugt werden. Als kosmischer Beschleuniger wirkt hier wahrscheinlich die von der Explosion ausgehende Schockwelle.</p><p>„Es ist großartig, dass unsere Anstrengungen bei der Organisation des H.E.S.S.-GRB-Beobachtungsprogramms und die Investition in GRB-Beobachtungszeit über die letzten 15 Jahre zum Erfolg geführt haben“, sagt Gerd Pühlhofer vom Tübinger Institut für Astronomie und Astrophysik. Er hatte das Programm seit 2004, während der Anfangsjahre der H.E.S.S.-Beobachtungen, koordiniert, damals noch mit dem ursprünglichen H.E.S.S.-System von vier 13-Meter-Teleskopen. Als später die Universität Tübingen zu dem Experiment stieß, wurde gerade das zusätzliche 28-Meter-Teleskop vorbereitet und ging 2012 in Betrieb.&nbsp;</p><p>„Unser Engagement bei der H.E.S.S.-Kollaboration und insbesondere unser Beitrag zur Installation und Inbetriebnahme des 28-Meter-Teleskops waren eine große Herausforderung für eine Universitätsgruppe wie die unsere“ sagt Andrea Santangelo, Leiter der Abteilung Hochenergieastrophysik an der Universität Tübingen. „Ich bin sehr froh, dass mit diesem Teleskop nun ein solch wichtiger wissenschaftlicher Meilenstein erreicht wurde.“</p><p class="align-right">Antje Karbe/Dr. Gerd Pühlhofer</p><p><br><strong>H.E.S.S. home page:</strong><a href="http://www.mpi-hd.mpg.de/HESS" target="_blank" rel="noreferrer">www.mpi-hd.mpg.de/HESS</a>&nbsp;&nbsp;<br><strong>H.E.S.S instrument:</strong><a href="http://www.mpi-hd.mpg.de/HESS/pages/about/" target="_blank" rel="noreferrer">www.mpi-hd.mpg.de/HESS/pages/about/</a>&nbsp;</p><p><strong>Publikation:&nbsp;</strong><br> The H.E.S.S. Collaboration (korrespondierende Autoren Edna Ruiz Velasco, Quentin Piel, R. Daniel Parsons, Elisabetta Bissaldi, Clemens Hoischen, Andrew Taylor, Felix Aharonian, Dmitry Khangulyan): A new very-high-energy component deep in the Gamma-ray Burst afterglow, Nature, 2019, DOI: 10.1038/s41586-019-1743-9, <a href="http://www.nature.com/articles/s41586-019-1743-9" target="_blank" rel="noreferrer">www.nature.com/articles/s41586-019-1743-9</a>&nbsp;&nbsp;<br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46722</guid><pubDate>Thu, 21 Nov 2019 15:16:07 +0100</pubDate><title>Cyber Valley startet Start-Up Network</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/cyber-valley-startet-start-up-network/</link><description>Das Cyber Valley Start-Up Network hat zum Ziel, eine Start-Up-Community im Bereich der
Intelligenten Systeme aufzubauen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Cyber Valley gründet ein neues Start-Up Network als Plattform für den Austausch zwischen KI Start-Ups innerhalb des Cyber Valley Ökosystems.</p><p>"Durch die Förderung des Dialogs zwischen Experten auf dem Gebiet der Intelligenten Systeme bauen wir eine starke Unternehmergemeinschaft in der Region Stuttgart-Tübingen auf", sagt Michael Black, Sprecher des Cyber Valley und Direktor am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Tübingen. "Mit dem Start-Up Network haben wir einen wichtigen Schritt zur Förderung des Technologietransfers getan, eines der zentralen Ziele der Cyber Valley Initiative."</p><p>Als Mitglieder des Netzwerks sind Start-Ups eingeladen, regelmäßig an Cyber Valley Netzwerk-Veranstaltungen wie Vorträgen, Meet-Ups und Tech-Brunches teilzunehmen. Die Aktivitäten der Netzwerkmitglieder müssen sich auf den Bereich der Intelligenten Systeme beziehen. Darüber hinaus müssen die Start-Ups einen Cyber Valley-Bezug haben: Sie müssen ihren Sitz in der Region Stuttgart-Tübingen haben bzw. Mitglieder oder Alumni von Cyber Valley-Partnerinstitutionen zu ihren Gründern zählen. Die Mitgliedschaft im Cyber Valley Start-Up Network wird einmal im Jahr überprüft, um sicherzustellen, dass alle Anforderungen weiterhin erfüllt sind.</p><p>Cyber Valley lädt geeignete Start-Ups ein, eine Mitgliedschaft im Start-Up Network zu beantragen. "Wir wollen die Start-Up Community in der Region fördern. Deshalb bauen wir dieses Netzwerk auf, um einen Nährboden für neue Ideen und Innovationen zu schaffen", sagt Michael Black.</p><h3>Das Cyber Valley Start-Up Network zählt sieben Gründungsmitglieder:</h3><p><a href="https://deepart.io/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Deep Art</a> ist ein Gemeinschaftsprojekt von Wissenschaftlern der Universität Tübingen, der École polytechnique fédérale de Lausanne (Schweiz), der Université catholique de Louvain (Belgien) und der Universität Freiburg. Deep Art verwendet einen Algorithmus, der es jedem ermöglicht, mit wenigen Klicks Bilder in verschiedenen künstlerischen Stilen zu erstellen.</p><p><a href="https://layer7.ai/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Layer 7 AI</a>: Das von Wissenschaftlern der Universität Tübingen gegründete Beratungsunternehmen ist darauf spezialisiert, die neuesten Erkenntnisse des Maschinellen Lernens in skalierbare Produkte umzusetzen.</p><p><a href="https://meshcapade.com/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Meshcapade</a> wurde von zwei Alumni des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme in Tübingen gegründet. Ziel des Unternehmens ist, die Animation, Simulation und Erkennung menschlicher Körper zu erleichtern und realistische virtuelle Menschen in Simulations- und 3D-Umgebungen darzustellen.</p><p><a href="https://www.predictivecueing.com/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Predictive Cueing</a> ist ein Tübinger Start-Up-Unternehmen, das Motion Cueing Software, die urbanes Fahren im Simulator ermöglicht, anbietet. Der Gründer ist Absolvent des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik in Tübingen.</p><p><a href="https://www.reason.al/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Reasonal</a> entwickelt eine neue Generation von Algorithmen für Maschinelles Lernen, die Bedeutung, Klarheit und Höflichkeit in Online-Konversationen bringen. Das Start-Up wurde von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme in Tübingen mitbegründet.</p><p><a href="https://www.sagacityintelligence.com/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Sagacity</a> ist ein Tübinger Start-Up-Unternehmen, das sich zum Ziel gesetzt hat, das Verhalten von Kunden und Mitarbeitern mit Hilfe von Maschinellem Lernen und Künstlicher Intelligenz besser vorherzusagen.</p><p><a href="https://www.scatterblogs.com/en/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">ScatterBlogs</a> bietet KI-Lösungen für Analysten, Entscheidungsträger und Journalisten. Die Lösungen des von Alumni der Universität Stuttgart gegründeten Start-Ups ermöglichen es den Nutzern, wichtige Ereignisse anhand von Social Media wie Twitter und Facebook in Echtzeit zu erkennen und relevante Inhalte zu identifizieren.</p><p>Start-Ups, die daran interessiert sind, sich dem Cyber Valley Start-Up Network anzuschließen, sind eingeladen, sich an die Cyber Valley Geschäftsstelle zu wenden:</p><p><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,eqpvcevBeadgt/xcnnga0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">contact<span style="display:none">spam prevention</span>@cyber-valley.de</a></p><p class="align-right">Pressemitteilung des Cyber Valley</p><h3>Über Cyber Valley:</h3><p>2016 in Baden-Württemberg gegründet ist Cyber Valley eine der größten Forschungskooperationen Europas im Bereich der Künstlichen Intelligenz mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Partnerschaft stärkt die Forschung und Lehre in den Bereichen Machine Learning, Computer Vision und Robotik sowie die Verbindungen zwischen diesen Wissenschaftsbereichen.</p><p>Partner sind das MPI-IS, die Universität Stuttgart, die Universität Tübingen, das Land Baden-Württemberg und die folgenden sieben Industriepartner: Amazon, die BMW Group, die IAV GmbH, die Daimler AG, die Porsche AG, die Robert Bosch GmbH und die ZF Friedrichshafen AG. Mit zehn neu eingerichteten Forschungsgruppen und zehn neuen Professuren am Max- Planck-Institut sowie an den Universitäten Stuttgart und Tübingen steht Cyber Valley für unabhängige Grundlagenforschung. Die Initiative zielt darauf ab, die besten jungen Köpfe aus aller Welt anzuziehen. Darüber hinaus werden mit der kürzlich gegründeten International Max Planck Research School for Intelligent Systems (IMPRS-IS) in den kommenden Jahren weit über 100 Doktoranden an Cyber Valley-Institutionen promovieren.</p><p><a href="http://www.cyber-valley.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.cyber-valley.de</a></p>]]></content:encoded><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46506</guid><pubDate>Fri, 15 Nov 2019 10:42:28 +0100</pubDate><title>Zielscheibe Schiedsrichter</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/zielscheibe-schiedsrichter/</link><description>Expertenrunde zur Veröffentlichung von Thaya Vesters Langzeitstudie zum &quot;Sicherheitsgefühl von Schiedsrichtern im Amateurfußball&quot;</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dr. Thaya Vester</strong>, wissenschaftliche Mitarbeiterin am&nbsp;Institut für Kriminologie der Universität Tübingen, hat am Tübinger Institut für Sportwissenschaft zum Thema „Sicherheitsgefühl und zur Opferwerdung von Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern im Amateurfußball“ promoviert. Dafür lieferten ihr zwei Vollerhebungen unter den Unparteiischen im Württembergischen Fußballverband wertvolle Erkenntnisse im Vergleich zweier Spielzeiten im Abstand von fünf Jahren.&nbsp;</p><p>Jetzt ist Vesters Langzeitstudie als Buch erschienen. Anlass für den Württembergischen Fußballverband, Experten und Medienvertreter zu einem Pressegespräch einzuladen. Dabei diskutierten Schiedsrichterin Serafina Guidara (SRG Nürtingen), DFB-Bundesliga-Schiedsrichter Markus Schmidt (Stuttgart), wfv-Schiedsrichter-Lehrwart Dr. Jochen Härdtlein, Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ansgar Thiel (Direktor des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Tübingen) und DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann über die Frage „Zielscheibe Schiedsrichter – immer noch?“.</p><p>Zunächst wurden die wichtigsten Erkenntnisse aus der Schiedsrichter-Studie vorgestellt von Dr. Thaya Vester:</p><ul><li>Schiedsrichter fühlen sich auch im Abstand von fünf Jahren noch gleich sicher bei ihrer Tätigkeit auf dem Platz.&nbsp;</li><li>Schiedsrichterinnen haben eine deutlich kürzere Karriere auf dem Platz als Männer, werden aber dennoch signifikant häufiger diskriminiert.</li><li>Es besteht eine statistische Häufung regionaler und saisonaler Schwankungen mit einem Schwerpunkt von Spielabbrüchen im Spätherbst.</li><li>Die Studie liefert nahezu keinen Unterschied in der Häufung von Beleidigungen im Abstand von fünf Jahren.&nbsp;</li><li>Häufig werden Einwechselspieler als Verursacher von Gewalt auffällig.</li></ul><p>„Der wfv arbeitet im Schiedsrichterbereich vorbildlich, beispielsweise was die Thematik der Platzordner angeht. Es war von Anfang an eine ergebnisoffene Studie, der Verband hat seine Hosen komplett runter gelassen und mir alle Informationen zur Verfügung gestellt“, betonte Dr. Thaya Vester in der anschließenden Diskussion.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46461</guid><pubDate>Thu, 14 Nov 2019 14:09:00 +0100</pubDate><title>Neues Graduiertenkolleg zur Krebs-Chirurgie </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neues-graduiertenkolleg-zur-krebs-chirurgie/</link><description>Bessere Sensoriken für kürzere Operationszeiten und bessere Patientensicherheit</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bei der jüngsten Vergabe von Graduiertenkollegs (GRK) hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG ein Graduiertenkolleg bewilligt, an dem die Universität Tübingen und die Universität Stuttgart beteiligt sind. Das im Bereich der Medizintechnik angesiedelte GRK „Intraoperative multisensorische Gewebedifferenzierung in der Onkologie“ arbeitet an der Entwicklung neuer Sensoriken. Sie sollen es Chirurginnen und Chirurgen in der Krebs-Behandlung ermöglichen, während der Operation mit hoher Auflösung zum Beispiel bösartiges von gesundem Gewebe zu unterscheiden, und so helfen zu entscheiden, ob das Gewebe entfernt oder erhalten werden soll. Langfristig will das GRK zu einer besseren Patientensicherheit und Lebensqualität beitragen und mittels der Echtzeitdaten lange Operationszeiten verkürzen.&nbsp;</p><p>Antragssteller sind Professor Arnulf Stenzl von der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Tübingen und Professor Oliver Sawodny vom Institut für Systemdynamik der Universität Stuttgart. Sawodny ist zudem der Sprecher des GRK.</p><h4>Präzise Tumorentfernung: Bösartiges von gesundem Gewebe einfacher und schneller unterscheiden können</h4><p>Das übergeordnete Ziel neuer interventioneller Verfahren in der Chirurgie ist es, minimale Invasivität und hohe Effektivität mit kurzer Behandlungsdauer und geringen Komplikationsraten zu vereinbaren. Ein zentraler Aspekt in der Onkologie ist die Unterscheidung der malignen Zielstrukturen, also von bösartigen Tumoren, und des umgebenden Gewebes während des operativen Eingriffs. Aktuell ist die histopathologische Schnellschnittuntersuchung der Goldstandard der intraoperativen Gewebedifferenzierung. Da diese außerhalb des Operationssaals von Pathologinnen und Pathologen ausgewertet wird, kommt es zu einer verlängerten Operationszeit und potenziellem Informationsverlust. Außerdem ermöglicht der Schnellschnitt keine umfassende Erfassung der Heterogenität und Komplexität des Tumors.&nbsp;</p><p>Um Operateure bei der Entscheidung zwischen Resektion, also Entfernung, und Erhalt des Gewebes zu unterstützen, stellt das neue Graduiertenkolleg Methoden hin zu einer intraoperativen Echtzeitsensorik bereit. Ziel ist eine präzise Tumorentfernung&nbsp;unter größtmöglichem Erhalt von benachbarten Organfunktionen wichtig für Lebensqualität.&nbsp;</p><h4>Graduiertenkollegs&nbsp;</h4><p>Graduiertenkollegs haben das Ziel, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu stärken. Sie bieten Doktorandinnen und Doktoranden die Möglichkeit, in einem strukturierten Forschungs- und Qualifizierungsprogramm auf hohem fachlichem Niveau zu promovieren. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG hat 16 GRKs neu bewilligt. Diese werden ab 2020 zunächst viereinhalb Jahre lang mit insgesamt rund 72 Millionen Euro gefördert.&nbsp;</p><p>Das Graduiertenkolleg Tübingen – Stuttgart ist das einzige GRK zum Thema Medizintechnik in Deutschland und das einzige dieses Jahr bewilligte GRK das vollständig in Baden-Württemberg angesiedelt ist.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46179</guid><pubDate>Mon, 11 Nov 2019 14:04:32 +0100</pubDate><title>Wie verändern Windparks auf See den Wind?</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/wie-veraendern-windparks-auf-see-den-wind/</link><description>Tübinger Wissenschaftler im Forschungsprojekt X-Wakes zur Windenergienutzung in der Deutschen Bucht</description><content:encoded><![CDATA[<p>Am 1. November 2019 startete das Forschungsprojekt X-Wakes „Interaktion der Nachläufe großer Offshore-Windparks und Windparkcluster mit der marinen atmosphärischen Grenzschicht“, das über einen Zeitraum von drei Jahren mit insgesamt 3,4 Millionen Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wird. Im Rahmen von X-Wakes wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen, wie sich die Windbedingungen in der Deutschen Bucht ändern, wenn Offshore-Windparks großflächig ausgebaut werden. Das Projektteam nutzt dazu die Daten umfangreicher Messkampagnen und hochauflösender Modelle für die Weiterentwicklung von in der Industrie eingesetzten Modellen zur anschließenden Berechnung der Auswirkungen des Offshore-Windenergieausbaus.&nbsp;</p><p>Die Pläne der Bundesregierung für die Energiewende in Deutschland sehen vor, dass die Erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2050 einen Anteil von mindestens 80 Prozent des Bruttostromverbrauchs decken sollen. Eine wesentliche Säule ist hierbei die Offshore-Windenergie. Offshore weht der Wind konstanter und kräftiger. Doch die für Windenergie nutzbare Fläche in der Deutschen Bucht ist begrenzt, daher werden die Windparks meist in Gruppen, sogenannten Windparkclustern, gebaut. Solche Cluster können aus mehreren hundert Windturbinen bestehen. Im Windschatten hinter den Anlagen entstehen sogenannte Nachlaufströmungen mit geringeren Windgeschwindigkeiten und stärkeren Turbulenzen, während stromaufwärts der Wind durch Vorstaueffekte reduziert wird. Das bedeutet, dass die Anlagen, auf die der Nachlauf trifft, weniger Energie konvertieren und stärker belastet werden. Unter bestimmten atmosphärischen Bedingungen können sich Nachläufe über Entfernungen von mehr als 50 Kilometern erstrecken.&nbsp;</p><p>Im Forschungsprojekt X-Wakes werden diese Nachläufe und andere kumulative Effekte, wie den „Global Blockage Effekt“, genauer analysiert. Das Projekt untersucht, wie sich die Windparkcluster gegenseitig beeinflussen und welche Auswirkungen ein großflächiger Ausbau der Offshore-Windparks auf die zukünftigen Windverhältnisse haben wird. Mit den Messergebnissen des Projekts werden Computermodelle weiterentwickelt, um mit diesen die Erträge der Windparks für künftige Ausbauszenarien unter realistischen Bedingungen vorhersagen zu können.</p><h3>Stationäre Messungen und Forschungsflüge</h3><p>Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in X-Wakes arbeiten dabei mit einer Kombination aus sich ergänzenden Methoden. Stationäre Messungen an verschiedenen Standorten in der Deutschen Bucht, z.B. auf Windenergieanlagen, Konverterstationen und den FINO Plattformen, liefern kontinuierlich meteorologische Daten. Mit Hilfe von satellitenbasierten Fernerkundungsdaten wird die Ausdehnung der Nachläufe auch großflächig analysiert. Außerdem liefern Messkampagnen mit einem Forschungsflugzeug in geringer Flughöhe hochaufgelöste meteorologische Daten.&nbsp;</p><p>Neben der Universität Tübingen sind sechs weitere Forschungspartner im Verbundprojekt beteiligt: das Fraunhofer Institut für Windenergiesysteme (IWES), die Technische Universität Braunschweig, das Karlsruhe Institut für Technologie (KIT), die Universität Oldenburg mit dem Zentrum für Windenergieforschung (ForWind), das Helmholtz-Zentrum Geesthacht sowie die UL International GmbH.</p><p>Unterstützt wird das Projektkonsortium durch die assoziierten Partner innogy SE, Vattenfall, RWE Renewables, Nordsee One GmbH und Tennet TSO, die Windparkdaten und den Zugang zu ihrer Offshore-Infrastruktur zur Verfügung stellen. Des Weiteren stehen den Projektpartnern der Deutsche Wetterdienst (DWD) und das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) beratend zur Seite.</p><p class="align-right">&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;Jens Bange/Pressemitteilung des Fraunhofer Instituts für Windenergiesysteme</p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>MatNat-Aktuell</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46110</guid><pubDate>Fri, 08 Nov 2019 10:46:31 +0100</pubDate><title>Künstliche neuronale Netze verraten, welche Sehreize das Gehirn ansprechen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/kuenstliche-neuronale-netze-verraten-welche-sehreize-das-gehirn-ansprechen/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Sehen ist einer unserer wichtigsten Sinne. Der Prozess, der mit dem Auftreffen von Licht auf der Netzhaut des Auges beginnt und mit der Wahrnehmung der Umwelt endet, ist alles andere als einfach. Dr. Fabian Sinz und Dr. Edgar Y. Walker von der Universität Tübingen und dem Baylor College of Medicine in Houston haben gemeinsam mit Kollegen von beiden Forschungseinrichtungen grundlegende Eigenschaften von Nervenzellen untersucht. Die Forscher wollten wissen, welche Informationen von Nervenzellen aus dem Bild auf der Netzhaut herausgefiltert werden. Sie haben dafür ein künstliches neuronales Netz trainiert, das die Reaktionen der Nervenzellen des Sehsystems von Mäusen beim Anblick eines Bildes präzise vorhersagen kann. Mit Hilfe dieses künstlichen Netzes haben sie dann neue Bilder synthetisiert, die in bestimmten Nervenzellen besonders starke Antworten hervorrufen. Ihre Untersuchung ist jetzt in der Fachzeitschrift Nature Neuroscience erschienen.</p><p>Die unzähligen Nervenzellen im Gehirn verrichten ihre Arbeit, indem sie durch bestimmte Reize anderer Nervenzellen angeregt werden und diese Erregung gezielt an andere Nervenzellen im Gehirn weiterleiten. „Der Frage, wie Reize beschaffen sein müssen, um besonders stark auf die für das Sehen zuständigen Nervenzellen zu wirken, ist man bisher nur sehr mühsam näher gekommen – insbesondere bei Nervenzellen mit komplexen Antworteigenschaften“, sagt Fabian Sinz. Das Problem dabei ist die immense Anzahl von möglichen Bildern, die die geschätzte Anzahl von Atomen im bekannten Universum bei Weitem übersteigt. Bei der gezielteren Suche nach den optimalen Reizen half dem Forschungsteam jetzt ein tiefes künstliches neuronales Netzwerk.</p><h3>Training mit biologischen Daten</h3><p>Dafür nahmen die Forscher mithilfe eines speziellen bildgebenden Verfahrens die Hirnaktivität von Mäusen auf, denen 5.100 Bilder präsentiert wurden. „Diese Bilder und die jeweils entsprechenden Aufzeichnungen der Hirnaktivität nutzten wir, um ein künstliches neuronales Netzwerk darauf zu trainieren, wie echte Nervenzellen auf visuelle Reize antworten“, sagt Edgar Walker. Dieses Netzwerk könne man sich wie eine virtuelle Kopie eines Teils des Sehsystems der Maus vorstellen. „Um zu testen, ob das künstliche Netzwerk tatsächlich gelernt hatte, die Antworten eines lebenden Mäusegehirns auf Bilder vorherzusagen, zeigten wir dem Netzwerk Bilder, die es aus seiner Lernphase nicht kannte. Im Ergebnis konnte es die biologischen Antworten der Nervenzellen sehr gut vorhersagen“, fasst Sinz zusammen.</p><h3>Virtuelle Experimente im großen Stil</h3><p>Mit dem künstlichen Netzwerk sind nun virtuelle Experimente im großen Stil möglich. Um dies zu demonstrieren, generierten die Forscher mit Hilfe des Netzwerks neue Bilder, die dafür optimiert waren, bestimmte Nervenzellen besonders anzusprechen. Als diese Bilder dann der Maus in einem nachfolgenden Versuch präsentiert wurden, regten sie ihre entsprechenden Nervenzellen tatsächlich am besten an. „Dieser Ansatz offenbarte einige Aspekte des Sehsystems, die wir so nicht erwartet hätten“, sagt Professor Andreas S. Tolias vom Baylor College.&nbsp;</p><p>„Unsere Methode könnte allgemein zur Untersuchung der Repräsentation von Informationen im Gehirn genutzt werden“, sagt Sinz: „Ein künstliches neuronales Netzwerk lernt eine ‚virtuelle Kopie‘ von tausenden Nervenzellen, um auf diesen Rechenexperimente durchzuführen, die dann in physiologischen Experimenten überprüft werden können.“ Und er setzt hinzu: „So können wir hoffentlich künftig besser verstehen, wie komplexe neurophysiologische Prozesse im Gehirn uns das Sehen ermöglichen.“</p><p class="align-right">Nach einer Pressemitteilung des Baylor College of Medicine/Janna Eberhardt, Hochschulkommunikation</p><h3>Publikation:</h3><p>Edgar Y. Walker, Fabian H. Sinz, Erick Cobos, Taliah Muhammad, Emmanouil Froudarakis, Paul G. Fahey, Alexander S. Ecker, Jacob Reimer, Xaq Pitkow and Andreas S. Tolias: Inception loops discover what excites neurons most using deep predictive models. Nature Neuroscience, <a href="https://doi.org/10.1038/s41593-019-0517-x" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41593-019-0517-x</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46092</guid><pubDate>Thu, 07 Nov 2019 13:02:31 +0100</pubDate><title>Alzheimer-Auslöser enttarnt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/alzheimer-ausloeser-enttarnt/</link><description>Beta-Amyloid-Fibrillen aus dem menschlichen Gehirn aufbereitet – Forscher der Universität Tübingen beteiligt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Ulm ist es erstmals gelungen, Beta-Amyloid-Fibrillen aus dem menschlichen Gehirn zu isolieren und zu untersuchen. Diese Eiweißfasern stehen im Verdacht, die Alzheimer-Krankheit sowie die Zerebrale Amyloid-Angiopathie mit auszulösen. Veröffentlicht wurde die Studie, an der auch Forschende aus Tübingen, Halle und San Diego beteiligt waren, im Fachjournal Nature Communications.&nbsp;</p><p>Dass Morbus Alzheimer mit Proteinablagerungen im Gehirn einhergeht, ist seit vielen Jahren bekannt. Unter Alzheimer-Forschern gelten dabei zwei Proteine, Tau und Beta-Amyloid, als besonders krankheitsverursachend. Diese Eiweiße bilden lange Molekülketten, sogenannte Fibrillen, die sich als Faserklumpen im Gehirn ansammeln. Die genaue Ursache, warum sich körpereigene Proteine krankhaft entwickeln und zu degenerativen Veränderungen des Gehirns führen, ist noch nicht bekannt.</p><p>Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Ulm ist es jedoch erstmals gelungen, Beta-Amyloid-Fibrillen aus Gewebeproben erkrankter Menschen zu extrahieren und präzise darzustellen. Die Überraschung dabei: die Fasern unterscheiden sich sehr deutlich von den bisher zur Forschung genutzten, synthetisch erzeugten Fibrillen.</p><p>„Unsere Hauptergebnisse sind, dass wir die Struktur von Beta-Amyloid sichtbar machen konnten, und dass sie sich fundamental von bisherigen Annahmen unterscheidet“, erklärt Professor Marcus Fändrich, Leiter des Instituts für Proteinbiochemie der Universität Ulm. Zum einen sind die einzelnen Peptide, aus denen sich die Fibrillen zusammensetzen, anders gestaltet als die Exemplare aus dem Reagenzglas, zum anderen sind die nun untersuchten Fibrillen in sich völlig anders verdrillt als die synthetischen Exemplare. „Das ist eine grundsätzlich andere Eigenschaft, die wir so nicht erwartet hatten“, sagt Fändrich. Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Gewebeproben dreier Patienten, in denen sie die gleichen Strukturen fanden.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46083</guid><pubDate>Thu, 07 Nov 2019 11:25:31 +0100</pubDate><title>Tübinger Tropenmedizin an Entwicklung des ersten Impfstoffs zum Schutz vor Ebola beteiligt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebinger-tropenmedizin-an-entwicklung-des-ersten-impfstoffs-zum-schutz-vor-ebola-beteiligt/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bat das Institut für Tropenmedizin, Reisemedizin und Humanparasitologie der Universität Tübingen kurz nach dem Ebola-Ausbruch im Jahr 2014, mit seiner Kompetenz im Bereich der translationalen Erforschung von Impfstoffen an der Entwicklung und Durchführung der klinischen Studie mit dem damals noch experimentellen Impfstoff „Ervebo“ (rVSVΔG-ZEBOV-GP) mitzuwirken.</p><p>Gemeinsam mit der Partnerinstitution Centre de Recherches Médicales de Lambaréné (CERMEL) in Gabun führte das Institut für Tropenmedizin, Reisemedizin und Humanparasitologie die erste große Phase-I-Studie zur klinischen Prüfung des Impfstoffs durch, an der sowohl Erwachsene als auch Kinder teilnahmen. Die Studie konnte wesentliche Erkenntnisse zu dessen Sicherheit und Immunogenität liefern, welche zu der aktuellen <a href="https://www.ema.europa.eu/en/news/first-vaccine-protect-against-ebola" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA)</a> für eine bedingte Zulassung von „Ervebo“ in der Europäischen Union beigetragen haben. &nbsp;</p><p>Folgeuntersuchungen und zusätzliche klinische Studien an Kindern in Gabun werden auch weiterhin in Kooperation mit CERMEL und unserem Institut durchgeführt. Diese sollen wichtige Informationen und Erkenntnisse liefern, die zum Verständnis der Ebola-Immunität und zur Verbesserung der Impfstoffsicherheit beitragen.</p><p class="align-right">Carsten Köhler</p><p>Mitteilung des Paul-Ehrlich-Instituts <a href="https://www.pei.de/DE/home/meldungen/erster-impfstoff-schutz-vor-ebola-steht-vor-zulassung-in-eu.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">„Erster Impfstoff zum Schutz vor Ebola steht vor der Zulassung in der EU“</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-45639</guid><pubDate>Mon, 28 Oct 2019 17:04:26 +0100</pubDate><title>Dem Krebsnebel ein energiereiches Geheimnis entlockt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/dem-krebsnebel-ein-energiereiches-geheimnis-entlockt/</link><description>Der Krebsnebel ist der Überrest einer vor rund 1000 Jahren beobachteten Supernova in unserer Galaxie. Obwohl es sich um eines der am besten untersuchten Himmelsobjekte handelt, ist es einem internationalen Team erst jetzt mit Hilfe der H.E.S.S.-Teleskope gelungen, die Ausdehnung des Krebsnebels in hochenergetischer Gammastrahlung zu bestimmen. Tübinger Wissenschaftler des Instituts für Astronomie und Astrophysik waren an dem Projekt beteiligt.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bereits mit einem Fernglas kann der Krebsnebel als ausgedehntes Objekt wahrgenommen werden, und dementsprechend lassen sich zum Beispiel mit optischen oder Röntgenteleskopen viele seiner Bestandteile detailliert abbilden. „Es zeigt sich, dass die Ausdehnung des Krebsnebels stark vom betrachteten Energiebereich abhängt“, erklärt David Berge vom DESY-Zeuthen, Mitglied der H.E.S.S.-Kollaboration. „Daraus können Rückschlüsse auf astrophysikalische Prozesse gezogen werden.“&nbsp;</p><p>Seit dem ersten Nachweis von hochenergetischer Gammastrahlung 1989 mit Teleskopen auf der Erde konnte der Krebsnebel bis heute nicht von einer Punktquelle unterschieden werden. Grund dafür war die vergleichsweise schlechte Auflösung. Im Fachjournal Nature Astronomy präsentieren die Wissenschaftler der in Namibia gelegenen H.E.S.S.-Teleskope nun erstmals eine Messung der Ausdehnung des Krebsnebels in hochenergetischer Gammastrahlung. Dieses Ergebnis ist das Resultat modernster Analyse- und Simulationstechniken, die eine in der Gammastrahlungsastronomie bisher unerreichte Präzision ermöglichen.</p><h3>Neuartige Simulationsumgebung</h3><p>Die Wissenschaftler messen mit den H.E.S.S.-Teleskopen das Cherenkov-Licht aus Teilchenschauern, um so die Energie und Einfallsrichtung der zugehörigen Gammastrahlen zu rekonstruieren. „Die Genauigkeit der Richtungsrekonstruktion hängt erheblich von verschiedenen Faktoren wie zum Beispiel den Beobachtungsbedingungen ab“, erklärt Markus Holler von der Universität Innsbruck. „Für die Messung der Ausdehnung einer Quelle sind deshalb verlässliche Simulationen notwendig.“</p><p>Für die vorliegende Messung verwendeten die Wissenschaftler erstmals eine neuartige Simulationsumgebung, welche die Bedingungen bei der Beobachtung des Krebsnebels auf einem bisher unerreichten Detailgrad mitberücksichtigt. Die dabei gewonnene Genauigkeit in der Simulation der Daten spiegelt sich eindrücklich im ermittelten Resultat wider. Die gemessene Ausdehnung des Krebsnebels ist etwa zweieinhalb Mal kleiner als die mittlere Richtungsungenauigkeit pro Gammateilchen.</p><h3>Übereinstimmung mit theoretischen Modellen</h3><p>Die elektromagnetische Strahlung des Krebsnebels wird überwiegend von hochenergetischen Elektronen sowie deren Antiteilchen, den Positronen, ausgesendet. Dafür sind zwei unabhängige Prozesse verantwortlich: Die Strahlung vom Radio- bis zum Röntgenbereich entsteht durch die Ablenkung der Teilchen im internen Magnetfeld des Krebsnebels. Die höherenergetische Gammastrahlung dagegen ist das Resultat der Streuung der Elektronen und Positronen an Lichtteilchen mit niedrigerer Energie. „Die Beobachtung des Krebsnebels in Gammastrahlung ist somit unabhängig von entsprechenden Messungen bei niedrigeren Energien, auch wenn die dafür verantwortlichen Teilchen die gleichen sind“, sagt Theoretiker und H.E.S.S.-Wissenschaftler Dmitry Khangulyan vom Department of Physics der Rikkyo University in Tokio.</p><p>Ein Vergleich der Ausdehnung des Krebsnebels bei verschiedenen Energien zeigt eine gute Übereinstimmung mit theoretischen Modellen. Dabei weist die Gammastrahlung des Nebels eine stärkere Ausdehnung auf als im Röntgenlicht, aber eine geringere als im ultravioletten Licht. Der Hauptgrund dafür sind die entsprechenden Energien der Elektronen und Positronen des Nebels. Mit steigender Energie sind die Teilchen stärker zum Zentrum hin konzentriert. Da die für die Gammastrahlung verantwortlichen Teilchenenergien zwischen denen der beiden anderen genannten Bereiche liegt, folgt Entsprechendes für die Ausdehnung des Krebsnebels in Gammastrahlung.&nbsp;</p><p>“Natürlich hoffen wir immer auch, mit neuen Beobachtungstechniken auf Unerwartetes zu stoßen,” sagt Gerd Pühlhofer vom Institut für Astronomie und Astrophysik der Universität Tübingen. “Die experimentelle Bestätigung einer von der Theorie vorhergesagten Erwartung gehört aber ebenfalls zu unserem Kerngeschäft und ist gerade für eine so wichtige Referenzquelle wie den Krebsnebel enorm wichtig.”</p><h3>Indirekte Messung von Gammastrahlung</h3><p>Die H.E.S.S.-Teleskope sind nach dem Entdecker der kosmischen Strahlung und Nobelpreisträger Victor Franz Hess benannt. Sie messen Gammastrahlen, die etwa 1.000 Milliarden Mal energiereicher sind als sichtbares Licht. Jedes dieser Gamma-Quanten erzeugt beim Auftreffen auf die Erdatmosphäre unter anderem eine Vielzahl an geladenen Teilchen, welche wiederum über den Cherenkov-Effekt (eine Art optisches Analogon zum Überschallknall) sichtbares Licht emittieren. Die H.E.S.S.-Teleskope werden seit 2002 von einer internationalen Kollaboration in Namibia betrieben.</p><h3>Der Krebsnebel</h3><p>Der Krebsnebel gehört seit der Erfindung des Teleskops zu den am besten untersuchten, astrophysikalischen Objekten und leuchtet hell durch das gesamte elektromagnetische Spektrum hinweg, von Radio- über Röntgen- bis hin zu hochenergetischer Gammastrahlung. Er ist der Überrest einer Supernova, die im Jahr 1054 im Sternbild Stier beobachtet wurde.&nbsp;</p><h3>Publikation:</h3><p>Resolving the Crab pulsar wind nebula at teraelectronvolt energies. H.E.S.S. Collaboration (H. Abdalla et al.). Journal Nature Astronomy 2019<br> DOI: 10.1038/s41550-019-0910-0 (<a href="https://www.nature.com/articles/s41550-019-0910-0)" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.nature.com/articles/s41550-019-0910-0)</a></p><p class="align-right">Pressemitteilung der H.E.S.S.-Kollaboration</p><h3>Kontakt:&nbsp;</h3><p>Universität Tübingen<br> Dr. Gerd Pühlhofer<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-74982&nbsp;<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,igtf0rwgjnjqhgtBcuvtq0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">gerd.puehlhofer<span style="display:none">spam prevention</span>@astro.uni-tuebingen.de</a></p><p>Prof. Dr. Andrea Santangelo<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-78128<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,ucpvcpignqBcuvtq0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">santangelo<span style="display:none">spam prevention</span>@astro.uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p><h3>Links:</h3><ul><li><a href="http://www.mpi-hd.mpg.de/HESS" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Internationale Pressemitteilung H.E.S.S.</a></li><li><a href="http://www.mpi-hd.mpg.de/HESS/pages/about/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">H.E.S.S.-Instrument</a></li><li>Institut für Astronomie and Astrophysik Tübingen</li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-45321</guid><pubDate>Mon, 21 Oct 2019 11:25:10 +0200</pubDate><title>Atombilder zeigen ungewöhnlich viele Nachbarn für einige Sauerstoffatome</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/atombilder-zeigen-ungewoehnlich-viele-nachbarn-fuer-einige-sauerstoffatome/</link><description>Das Identifizieren neuer chemischer Bindungen ist entscheidend für das Entwickeln neuer Materialstrukturen. Physikerinnen und Physiker der Universitäten Tübingen und Wien entdecken unerwartete Konfigurationen von Sauerstoff und Stickstoff in Graphen. Ergebnisse in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Leben, wie wir es kennen, basiert auf nur einer Handvoll verschiedener Arten von Atomen (sogenannten Elementen), darunter Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff. Was die Komplexität der Welt ermöglicht, ist die Fähigkeit der Atome, sich über chemische Bindungen zu größeren Strukturen zu verbinden. Die Kenntnis der möglichen Bindungsstrukturen ermöglicht es WissenschaftlerInnen, sowohl Bausteine des Lebens zu verstehen als auch völlig neue Strukturen zu entwickeln.</p><p>Jede Atomart kann abhängig von der Anzahl der verfügbaren Elektronen eine charakteristische Anzahl von Bindungen eingehen. Dementsprechend sagen Chemielehrbücher, dass Kohlenstoff bis zu vier Bindungen, Stickstoff bis zu drei und Sauerstoff nur eine oder zwei Bindungen haben kann. Nun hat ein Team unter der Leitung von Jani Kotakoski von der Universität Wien und Jannik Meyer von der Universität Tübingen (vormals Universität Wien) die Bindung einer großen Anzahl von Stickstoff- und Sauerstoffatomen mit modernster Raster-Transmissions-Elektronenmikroskopie untersucht. Möglich wurde dies durch die Einbettung der Atome in das Kohlenstoffmaterial Graphen, das nur ein Atom dick ist.</p><p>Die PhysikerInnen stellten fest, dass Stickstoff- und Sauerstoffatome in einer Vielzahl von Konfigurationen an ihre Nachbarn binden. Die Studie bestätigte größtenteils das aus dem Lehrbuch bekannte Bild, das nun mit direkten Aufnahmen der Atome sichtbar gemacht werden konnte: Stickstoffatome waren an zwei oder drei Kohlenstoffatome gebunden, während die meisten Sauerstoffatome zwei Kohlenstoffnachbarn hatten.</p><p>„Was uns jedoch wirklich überraschte, war das zusätzliche Vorhandensein von Strukturen mit Sauerstoff, die an drei Kohlenstoffnachbarn gebunden sind“, sagt Christoph Hofer, der Hauptautor der Studie, die kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift <em>Nature Communications</em> veröffentlicht wurde: „Die Ausnahme von Sauerstoff mit drei Bindungen war bisher nur in einem ungewöhnlich stark geladenen Zustand bekannt, dem sogenannten Oxonium, das schwer zu stabilisieren ist“, erklärt er. Dies steht im Gegensatz zu der aktuellen Studie, in der die Strukturen bemerkenswert stabil waren, sodass sie im Mikroskop abgebildet werden konnten. Die Studie ergab auch eine „gepaarte Sauerstoff“-Konfiguration, bei der zwei Sauerstoffatome benachbarte Stellen im Graphengitter besetzen, jedoch keine Bindung eingehen. Diese neuen Bindungskonfigurationen liefern nicht nur neue Einblicke in die Bausteine des Lebens, sondern könnten auch zur Entwicklung neuer Materialien führen.</p><p>Insgesamt bietet die Studie einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Bindungskonfigurationen für Stickstoff und Sauerstoff, der direkt durch Aufnahmen der einzelnen Atome veranschaulicht wird. Während das Lehrbuchkonzept der Bindung von Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff zum größten Teil bestätigt wurde, können diese geläufigen Elemente nach Jahrzehnten von Untersuchungen offensichtlich immer noch Überraschungen bereiten.</p><h3>Originalpublikation:</h3><p>Direct imaging of light-element impurities in graphene reveals triple-coordinated oxygen. Christoph Hofer, Viera Skákalová, Tobias Görlich, Mukesh Tripathi, Andreas Mittelberger, Clemens Mangler, Mohammad Reza Ahmadpour Monazam, Toma Susi, Jani Kotakoski &amp; Jannik C. Meyer,&nbsp;<em>Nature Communications</em> volume 10, Article number: 4570 (2019)<br><a href="https://doi.org/10.1038/s41467-019-12537-3" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41467-019-12537-3</a></p><p class="align-right">Pressemitteilung der Universität Wien</p><p>Englische Version der Pressemitteilung (21. Oktober 2019): <a href="https://medienportal.univie.ac.at/presse/aktuelle-pressemeldungen/detailansicht/artikel/atomic-images-reveal-unusually-many-neighbors-for-some-oxygen-atoms" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">"Atomic images reveal unusually many neighbors for some oxygen atoms" </a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-45204</guid><pubDate>Thu, 17 Oct 2019 11:05:00 +0200</pubDate><title>Baden-württembergische Universitätsleitungen unterstützen Forderungen der Studierenden für eine bessere Hochschulfinanzierung</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/baden-wuerttembergische-universitaetsleitungen-unterstuetzen-forderungen-der-studierenden-fuer-eine-bessere-hochschulfinanzierung/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die baden-württembergischen Universitätsleitungen teilen die Forderung der Studierenden nach einer besseren Hochschulfinanzierung, die im Rahmen einer Demonstration am 17. Oktober in Stuttgart an Politik und Öffentlichkeit herangetragen wird. Im Rahmen der Kundgebung wird auch Professor Dr. Stephan Dabbert, Rektor der Universität Hohenheim und stellvertretender Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz, die Besorgnis der Universitäten nochmals zum Ausdruck bringen.&nbsp;</p><p>Forschung und Innovation sind im kommenden Doppelhaushalt Baden-Württembergs bisher kein Schwerpunkt. Die derzeit geplante Summe deckt nur einen marginalen Teil der notwendigen Investitionen in die Etats der Landesuniversitäten. Sie sollen über einen Aufwuchs ihrer Grundfinanzierung neben der Finanzierung der steigenden Personalkosten lediglich einen Inflationsausgleich von ca. 1,3 % erhalten. Dies reicht bei weitem nicht aus, um im bisherigen Umfang für Wirtschaft und Wissenschaft den hochqualifizierten Nachwuchs auszubilden, den das Land zwingend braucht, um auch in den kommenden Jahrzehnten ein Hochtechnologiestandort zu bleiben. Auch das strukturelle Defizit der Infrastrukturkosten der Universitäten in Höhe von jährlich 45 Mio. Euro kann damit nicht einmal in Teilen abgedeckt werden.&nbsp;</p><p>Augenblicklich ist das Land lediglich bereit, allen 9 Landesuniversitäten zusammengenommen mit ihren rund 170.000 Studierenden für Aufgaben wie&nbsp;</p><ul><li>Digitalisierung und Forschungsinfrastrukturen,</li><li>Studierende und wissenschaftlichen Nachwuchs und</li><li>Innovation, Klimaschutz und Gründerkultur</li></ul><p>rund acht Mio. Euro an Sondermitteln im Jahr 2021 zur Verfügung zu stellen. In den Folgejahren soll diese Summe nur wenig ansteigen, wobei die Aufwüchse dazu noch unter Haushaltsvorbehalt stehen.&nbsp;</p><p>Sachlich detailliert begründet hatten die Universitäten 172 Mio. Euro für diese Zwecke gefordert. Das Angebot des Landes ist – auch im Vergleich mit dem Nachbarland Bayern, das am 10. Oktober eine mit zwei Milliarden Euro finanzierte „Hightech Agenda Bayern“ angekündigt hat – bei weitem nicht ausreichend. Bei der Finanzierung je Studierender bzw. Studierendem ist Baden-Württemberg im Bundesvergleich bereits auf einen Mittelplatz zurückgefallen. Mit Blick auf die wirtschaftlichen, ökologischen und demographischen Herausforderungen unseres Landes muss Baden-Württemberg an der Spitze der deutschen Länder stehen. Dafür muss jetzt in Forschung und kreative junge Menschen investiert werden. Nur so kann die notwendige wirtschaftliche Transformation Baden-Württembergs gelingen. &nbsp;</p><p>Mutige Schritte sind jetzt notwendig, um die Innovationskraft des Wissenschaftssystems zu erhalten. Wenn das Land an den Universitäten spart und diese dann mit den nationalen und internationalen Wettbewerbern nicht mehr Schritt halten können, werden die bisher herausragenden Leistungen in Forschung und Entwicklung und die Berufschancen der nächsten Generation ernsthaft gefährdet.&nbsp;</p><p>Die Universitäten treiben Forschung und Innovation an. Angesichts eines Landesetats von rund 50 Milliarden Euro richten die Landesuniversitäten die Erwartung an das Land, dafür die für die Universitäten vorgesehenen Mittel im kommenden Hochschulfinanzierungsvertrag (2021-2025) mit zusätzlich 100 Millionen Euro jährlich noch einmal entscheidend nachzubessern.</p><p class="align-right">Pressemitteilung der Landesrektorenkonferenz</p><p><a href="http://www.lrk-bw.de/index.php/pressemitteilungen" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Pressemitteilungen der Landesrektorenkonferenz</a><br><a href="https://demo-hfv.de/pressemitteilung/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Pressemitteilung der Studierenden</a><br><a href="https://nosciencenofuture.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Website "No Science, No Future"</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Studium</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-45108</guid><pubDate>Mon, 14 Oct 2019 15:46:24 +0200</pubDate><title>Tübinger Forscher an Synergy Grant beteiligt </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebinger-forscher-an-synergy-grant-beteiligt/</link><description>Europäischer Forschungsrat bewilligt Projekt zur Verarbeitung von Körpersprache im Gehirn</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Tübinger Neurowissenschaftler Professor Martin Giese erhält einen „Synergy Grant“ des Europäischen Forschungsrats. Gemeinsam mit Professor Rufin Vogels (KU Leuven) und Professorin Beatrice de Gelder (Universität Maastricht) wird er im Projekt „How body relevance drives brain organization“ (RELEVANCE) erforschen, wie unser Gehirn Körpersprache für die nichtverbale Kommunikation analysiert. Der Forschungsrat fördert das Projekt für eine Laufzeit von fünf Jahren mit insgesamt acht Millionen Euro, davon sind rund 2,7 Millionen Euro für die Forschungsarbeit des Tübinger Teams vorgesehen.&nbsp;</p><p>Die „Synergy Grants“ gelten als die umfangreichsten und kompetitivsten Anträge im prestigereichen Förderprogramm des European Research Council (ERC). &nbsp;Die dort geförderten Projekte überschreiten die traditionellen Grenzen der Disziplinen: Unterstützt werden Teams aus zwei bis vier exzellenten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die ihr Projekt nur in dieser Zusammensetzung zum Erfolg führen können.&nbsp;Dies ist bereits der zweite "Synergie Grant", den Tübinger Neurowissenschaftler des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung im vergangenen Jahr einwerben konnten.</p><p>Professor Martin Giese leitet am Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften der Universität Tübingen (CIN) und am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) die Sektion für Theoretische Sensomotorik, die theoretische Neurowissenschaften mit Anwendungen in der biomedizinischen Technik verbindet.&nbsp;</p><p>Im folgenden Kurzinterview erklärt er, welche Ziele sich das Projekt „Relevance“ gesetzt hat.</p><p><em>Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem ERC-Synergy-Antrag! Sie erhalten mit Ihren Kollegen mehr als acht Millionen Euro. Worum geht es in dem Projekt?&nbsp;</em></p><p><strong>Martin Giese:</strong> Wir wollen erforschen, wie das Gehirn unsere Körpersprache für die nichtverbale Kommunikation analysiert, zum Beispiel beim Ausdruck von Emotionen. Solche Kommunikation wurde viel im Zusammenhang mit Gesichtsausdrücken untersucht, aber wir wollen uns auf Körperhaltungen und -Bewegungen konzentrieren. Mögen Sie jemanden, oder sind Sie eher reserviert? Begrüßen Sie jemanden mit einem Handschlag? Das sind alles Möglichkeiten, mit unserem Köper soziale Signale zu senden. Wir wollen besser verstehen, wie unser Gehirn solche Signale analysiert und die zugrundeliegenden Berechnungsprozesse herausfinden.&nbsp;</p><p>Wir werden unter anderem virtuelle Realität (VR) und Computeranimation einsetzen, um die neuronale Verarbeitung solcher Stimuli zu untersuchen. Welche Hirnregionen sind involviert, welche Berechnungen führen sie aus, und wie wechselwirken sie? Wir werden auch neue Analysemethoden und Modelle entwickeln. Das Projekt beruht wesentlich auf einer engen Wechselbeziehung von Experimenten und Modellierung.</p><p><em>Woran werden Sie und Ihr Team in Tübingen arbeiten?&nbsp;</em></p><p><strong>Martin Giese: </strong>Wir werden unter Anwendung von Lernmethoden Stimuli für Experimente in virtueller Realität entwickeln, die erlauben, einzelne Merkmale exakt zu kontrollieren. Auf der Basis gewonnener Daten werden wir neuronale Modelle entwickeln: Mit diesen testen wir Hypothesen, welche exakten Rechenoperationen der Wahrnehmung von Körperhaltungen und Körperbewegungen zugrunde liegen und wie sie durch Interaktionsaufgaben beeinflusst werden.</p><p><em>Ihr Projekt liegt im Bereich der Grundlagenforschung. Was für Anwendungen sehen Sie langfristig?&nbsp;</em></p><p><strong>Martin Giese:</strong> Wir hoffen, dass ein genaueres Verständnis der Hirnprozesse zu verbesserten Systemen für die Simulation und Analyse von Körpersignalen im Bereich der Künstlichen Intelligenz und der Virtual Reality beiträgt. Das ist zum Beispiel für intelligente Überwachungskameras und Schnittstellen zwischen Menschen und Computern wichtig, die Körpersprache des Menschen verstehen. Andere Anwendungen sind Avatare, die wie Menschen kommunizieren, oder Roboter, die menschliche Körperbewegungen verstehen. Außerdem denken wir in der medizinischen Fakultät immer an klinische Anwendungen. Virtuelle Realität kann genutzt werden, um Personen mit emotionalen Kommunikationsstörungen zu trainieren. Menschen mit Autismus haben zum Beispiel häufig Probleme, die Körpersprache anderer richtig zu interpretieren oder sie selber korrekt einzusetzen.&nbsp;</p><p class="align-right">Antje Karbe<br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-44395</guid><pubDate>Tue, 24 Sep 2019 10:07:44 +0200</pubDate><title>Carl-Zeiss-Stiftung unterstützt KI-Forschung an der Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/carl-zeiss-stiftung-unterstuetzt-ki-forschung-an-der-universitaet-tuebingen/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Im Rahmen der Förderlinie „Perspektiven – Exzellenz von morgen“ stellt die Carl-Zeiss-Stiftung 1,5 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren für die Einrichtung einer Stiftungsprofessur „Kontinuierliches Lernen auf Multimodalen Datenströmen“ an der Universität Tübingen bereit. Die Professur wird am Fachbereich Informatik eingerichtet und nach fünf Jahren durch die Universität weiterfinanziert.&nbsp;</p><p>Das Forschungsprofil der Stiftungsprofessur umfasst maschinelle Lernverfahren, die dazu in der Lage sind, eine einmal gebildete Wissensbasis kontinuierlich und selbständig zu erweitern und an neue Situationen anzupassen. Diese Art des maschinellen Lernens beinhaltet auch die Fähigkeit, viele verschiedene Aufgaben oder ganz neue Aufgaben bewältigen zu können.</p><p>Diese Fähigkeiten spielen in vielen Anwendungsfeldern des maschinellen Lernens, in denen heterogene Daten kontinuierlich über einen längeren Zeitraum erhoben werden, eine zentrale Rolle. Typische Beispiele sind Daten aus Fertigungsprozessen oder aus der medizinischen Diagnostik. Die bisher üblichen Ansätze sind meist nur dafür gedacht, eine statische Wissensbasis zu erlernen und anzuwenden. Die zu entwickelnden Lernverfahren sollen adaptiv auf neue Situationen reagieren und kontinuierlich weiterlernen können.</p><p>Die W3-Professur soll die Cyber Valley Initiative durch anwendungsnahe Forschung, z.B. auf den Gebieten der autonomen Systeme, der Computer Vision oder der multi-modalen medizinischen Bildgebung komplementieren. Zudem soll der im Aufbau befindliche Master-Studiengang „Maschinelles Lernen“ durch die Stiftungsprofessur unterstützt werden.</p><p>Mehr Infos zum Cyber Valley: <a href="https://cyber-valley.de/" target="_blank" class="external-link" title="Link zur Homepage des Cyber Valleys" rel="noreferrer">https://cyber-valley.de/</a></p><p class="align-right">Timm Lichte &amp; Alisa Koch</p><h3>Über die Carl-Zeiss-Stiftung&nbsp;</h3><p>Die Carl-Zeiss-Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, Freiräume für wissenschaftliche Durchbrüche zu schaffen. Als Partner exzellenter Wissenschaft unterstützt sie sowohl Grundlagenforschung als auch anwendungsorientierte Forschung und Lehre in den MINT-Fachbereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). 1889 von dem Physiker und Mathematiker Ernst Abbe gegründet, ist die Carl-Zeiss-Stiftung die älteste private wissenschaftsfördernde Stiftung in Deutschland. Sie ist alleinige Eigentümerin der Carl Zeiss AG und SCHOTT AG. Ihre Projekte werden aus den Dividendenausschüttungen der beiden Stiftungsunternehmen finanziert.</p><p><a href="https://www.carl-zeiss-stiftung.de/german/index.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Homepage Carl-Zeiss-Stiftung</a></p>]]></content:encoded><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-44332</guid><pubDate>Fri, 20 Sep 2019 11:19:04 +0200</pubDate><title>DFG fördert zwei neue Forschungsgruppen an der Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/dfg-foerdert-zwei-neue-forschungsgruppen-an-der-universitaet-tuebingen/</link><description>Themen sind modale und amodale Kognition sowie Auswirkungen internationaler Steuerinstitutionen auf das Verhalten multinationaler Unternehmen </description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen erhält zwei neue Forschungsgruppen. Dies beschloss der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) auf Empfehlung des Senats in Bonn. Insgesamt richtet die DFG acht neue Forschungsgruppen ein. Die Förderdauer beträgt zweimal drei&nbsp;Jahre.</p><p>Wie Menschen die äußere und innere Welt mental abbilden, ist eine zentrale Frage der Kognitionspsychologie. Die Forschungsgruppe „Modale und amodale Kognition: Funktionen und Interaktionen“ untersucht die Funktion und das Zusammenspiel verschiedener Repräsentationsformen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verknüpfen dabei zwei bislang getrennt betrachtete Repräsentationsformate, ein sprachnahes (amodal) und ein nichtsprachliches (modal). Dadurch sollen neue Erkenntnisse für verschiedene Teilgebiete der kognitiven Psychologie sowie für die klinische und die Entwicklungspsychologie gewonnen werden. Sprecherin ist Professorin Barbara Kaup aus dem Fachbereich Psychologie der Universität Tübingen.</p><p>In der Forschungsgruppe „Die Wirkung von internationalen Steuerinstitutionen auf das Verhalten von multinationalen Unternehmen“ (FOR 2738) wird das Verhalten von international tätigen Konzernen im Zusammenhang mit steuerlichen Institutionen untersucht. Sprecher ist der Volkswirt Professor Georg Wamser aus der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät. Weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Bereich Wirtschaftswissenschaft der Universität Tübingen, sowie von den Universitäten Eichstätt-Ingolstadt, Köln, Mannheim und Münster, gehören dem Forschungsgruppeverbund an.</p><h3>„Modal and Amodal Cognition: Functions and Interactions“ (FOR 2718)</h3><p>Die Forschungsgruppe „Modal and Amodal Cognition: Functions and Interactions“ (FOR 2718) hat zum Ziel, zur Entwicklung einer umfassenden Theorie der menschlichen Kognition beizutragen, vereinfacht gesagt darüber, wie das Denken und andere höhere kognitive Prozesse funktionieren. Sprecherin der neuen Forschungsgruppe ist Professorin Barbara Kaup aus dem Fachbereich Psychologie der Universität Tübingen.</p><p>Um Informationen zu verarbeiten, müssen Menschen eine irgendwie geartete Vorstellung von den Dingen, Ideen und Sachverhalten der inneren und äußeren Welt besitzen, um die sich das Denken dreht. Die Frage, wie solche mentalen Repräsentationen aussehen, ist von zentraler Bedeutung für die Entwicklung einer Theorie der menschlichen Kognition. In der Psychologie spielt dabei die Unterscheidung zwischen modalen und amodalen Repräsentationsformaten eine entscheidende Rolle. Als modal werden Formate bezeichnet, die erfahrungsnah und somit eng mit der Sinneswahrnehmung verknüpft sind wie etwa die visuelle Vorstellung eines Hundes, den man gesehen hat, oder die auditive Vorstellung einer Melodie, die man gehört hat. Amodale Formate sind hingegen nicht erfahrungsnah, sondern abstrahieren Informationen über verschiedene Sinneskanäle hinweg und resultieren so in symbolischen Repräsentationen. So wäre beispielsweise mit dem Begriff „Hund“ nicht nur der weiße Pudel gemeint, sondern Dackel und Dogge, schwarzes oder braunes Tier. So kann von der modalen Repräsentation konkreter Hunde schließlich eine amodale Repräsentation des Konzepts „Hund“ entstehen. Der Übergang zwischen modalen und amodalen Formaten ist fließend und ein zentraler Forschungsgegenstand dieses Projekts.&nbsp;</p><p>In der Forschung wird bisher häufig angenommen, dass Prozesse in einer bestimmten Domäne der Kognition wie zum Beispiel der bildlichen Vorstellung oder der Sprache auf einem dieser beiden Repräsentationsformate – modal oder amodal – operieren. In der neuen Forschungsgruppe gehen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hingegen von der Annahme aus, dass in fast allen Domänen der Kognition beide Repräsentationsformate eine wichtige Rolle spielen. Sie wollen die verschiedenen Repräsentationsformate und deren Funktion innerhalb und über Domänen hinweg eingehend erforschen. Ziel ist auch, neue Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie sich die Repräsentationsformate im Verlauf der Entwicklung eines Menschen vom Kleinkind bis zum Erwachsenen herausbilden und wie in dem Prozess Fehler auftreten. In ihre Analyse der Funktion und Wechselwirkung zwischen modalen und amodalen Repräsentationsformaten wollen die Forscherinnen und Forscher verschiedene Unterdisziplinen der Psychologie einbeziehen.</p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Barbara Kaup<br> Universität Tübingen&nbsp;<br> Fachbereich Psychologie&nbsp;<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;+49 7071 29-76105<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,dctdctc0mcwrBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">barbara.kaup<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p><h3>„Understanding the Behaviour of Multinational Corporations in the Context of International Tax Institutions“ / „Die Wirkung von internationalen Steuerinstitutionen auf das Verhalten von multinationalen Unternehmen“ (FOR 2738)</h3><p>Die Forschungsgruppe befasst sich mit den Auswirkungen internationaler Steuerinstitutionen auf das Verhalten multinationaler Unternehmen (MNCs). Durch die zunehmenden Aktivitäten dieser Unternehmen ist die Rolle des internationalen Steuerrechts in den letzten Jahren zu einem zentralen politischen Anliegen geworden. Insbesondere das Verschieben von Profiten in Niedrigsteuerländer geht zu Lasten der Steuereinnahmen der einzelnen Länder. Google Inc. oder Starbucks sind hier nur zwei von vielen Beispielen, bei denen große multinationale Konzerne aggressive Steuervermeidungsstrategien verfolgen. Wie die Steuerpolitik mit der Gewinnverlagerung und Steuerumgehung dieser Unternehmen umgehen soll, ist eine komplexe Fragestellung. So empfiehlt zum Beispiel das Projekt OECD/G20 BEPS hierzu eine Vielzahl von politischen Maßnahmen zur Bekämpfung von Steuervermeidung mit dem Ziel, dass Gewinne dort besteuert werden, wo wirtschaftliche Aktivitäten tatsächlich durchgeführt und Mehrwerte geschaffen werden.&nbsp;</p><p>Die Forschungsgruppe möchte umfassend analysieren, wie sich internationale Steuervorschriften auf die direkten und indirekten Verhaltensanpassungen multinationaler Unternehmenstätigkeiten auswirken. Dabei sollen auch deren realwirtschaftliche Konsequenzen und mögliche Wohlfahrtseffekte untersucht werden. In sieben Teilprojekten will der Forschungsverbund die Literatur durch grundlegende Beiträge – darunter die Erstellung eines umfangreichen Datensatzes über steuerliche Regelungen zur quantitativen Forschung – voranbringen und die Politik&nbsp;allumfassend informieren. Dafür ist ein tieferes Verständnis, wie sich unterschiedliche Steuer- und Vermeidungsregeln auf die MNCs im Kern ihres Geschäfts auswirken, von grundlegender Bedeutung. Die Multidimensionalität und Komplexität des Steuerrechts sowie die international verflochtenen Organisationsstrukturen von MNCs erfordern eine genaue Kenntnis der Steuervorschriften und darauf aufbauend einen integrativen methodischen Ansatz.&nbsp;</p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Georg Wamser<br> Universität Tübingen&nbsp;<br> Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät<br> Volkswirtschaftslehre – Finanzwissenschaft<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;+49 7071 29-75423<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,igqti0ycougtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">georg.wamser<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-44236</guid><pubDate>Mon, 16 Sep 2019 16:32:36 +0200</pubDate><title>Drei Starting Grants für Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/drei-starting-grants-fuer-universitaet-tuebingen/</link><description>Europäischer Forschungsrat fördert Projekte aus der Augenheilkunde und zum Maschinellen Lernen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen erhält drei Starting Grants des Europäischen Forschungsrats. Dr. Christina Schwarz vom Forschungsinstitut für Augenheilkunde konnte für ihr Projekt „TrackCycle.2P“ zur Erforschung der Sehprozesse am menschlichen Auge mit der Zwei-Photonen-Ophthalmoskopie eine Förderung von rund 1,85 Millionen Euro einwerben. Professor Andreas Geiger aus dem Fachbereich Informatik wird vom ERC mit rund 1,47 Millionen Euro für sein Projekt „LEGO-3D“ gefördert, mit dem er die Möglichkeiten des maschinellen Sehens entscheidend weiterentwickeln will. &nbsp;Einen weiteren Grant hat die Informatikerin Zeynep Akata eingeworben, die am 1. Oktober eine Professur für Maschinelles Lernen an der Universität Tübingen antritt. Mit einer Förderung von voraussichtlich rund 1,5 Millionen Euro erforscht sie im Projekt „DEXIM“, wie die Entscheidungen künstlicher Intelligenz transparenter und besser nachvollziehbar gemacht werden können.</p><p>Die Projektförderung des ERC ist bei den Starting Grants jeweils auf einen Zeitraum von fünf Jahren angelegt. Sie soll jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu größerer Eigenständigkeit in ihrer Forschungskarriere verhelfen.</p><h3>Wie das Auge Licht wahrnimmt – Netzhauterkrankungen frühzeitig erkennen</h3><p><strong>„TrackCycle.2P – Exploring Visual Processes with Two-Photon Ophthalmoscopy“</strong>: Die Physikerin Christina Schwarz will eine Methode zur Untersuchung der ersten Schritte einer Lichtwahrnehmung in der Netzhaut für den Einsatz beim Menschen weiterentwickeln. Als langfristiges Ziel soll die Methode zur frühzeitigen Diagnose von Netzhauterkrankungen dienen.</p><p>Viele Erkrankungen der Netzhaut, die zur Erblindung führen, wie zum Beispiel die altersbedingte Makuladegeneration oder die genetische Erkrankung Retinitis pigmentosa, lassen sich in der Medizin erst spät an veränderten Zellen der Netzhaut erkennen. Bisher gibt es kaum Möglichkeiten, mit bildgebenden Verfahren eine frühe objektive Diagnose zu stellen. Krankhafte Veränderungen der Netzhaut wirken sich als erstes auf den Sehzyklus aus. Der Sehzyklus läuft am Sehpigment in den Fotorezeptoren der Netzhaut ab: Das Sehpigment fängt Photonen der Lichtstrahlen ein und geht dadurch in einen angeregten Zustand über. Dies setzt die Umwandlung der Lichtenergie in einen elektrischen Impuls in Gang, der über den Sehnerv ins Gehirn geleitet wird und den eigentlichen Seheindruck hervorruft. Danach regeneriert sich das Sehpigment und kann erneut Photonen aufnehmen.</p><p>An diesem Sehprozess will Schwarz mit der Zwei-Photonen-Ophthalmoskopie ansetzen, einem hochgenauen nicht-invasiven Verfahren zur Untersuchung des Augenhintergrunds. Sie wird das Messverfahren, das bereits an Tieren erprobt wurde, am Menschen weiterentwickeln. Mit ultrakur-zen Laserpulsen wird Licht auf das Auge geworfen und der Sehzyklus mit dem speziellen Ophthal-moskop gemessen. Dabei macht man sich zunutze, dass im Laufe des Sehzyklus auf natürliche Weise ein Molekül entsteht, das im angeregten Zustand Fluoreszenzlicht erzeugt, dessen Stärke gemessen werden kann.</p><p>Schwarz will zunächst an Probanden mit gesunden Augen die Stärke des Fluoreszenzlichts in beiden Typen von Fotorezeptoren in der Netzhaut messen, den Stäbchen und Zapfen, um mehr über die Werte der Sehzyklen im Normbereich zu erfahren. Dies soll einen besseren Einblick in die ersten Schritte eines Sehvorgangs erlauben. Außerdem sollen die Messungen Vergleiche ermöglichen, um in der Weiterentwicklung des Verfahrens bei einer krankhaften Veränderung der Netzhaut Ab-schwächungen oder Verlangsamungen des Sehzyklus feststellen zu können.&nbsp;</p><p>Christina Schwarz studierte Physik und Medizinische Physik an der Universität Heidelberg. Nach ihrer Promotion an der Universität Murcia in Spanien ging sie für einige Jahre als Postdoktorandin an die University of Rochester in New York, USA. Seit Februar 2018 ist Schwarz Nachwuchsgrup-penleiterin am Forschungsinstitut für Augenheilkunde der Universität Tübingen.</p><h3>Kontakt:</h3><p>Dr. Christina Schwarz<br> Universität Tübingen&nbsp;<br> Medizinische Fakultät<br> Forschungsinstitut für Augenheilkunde<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-84727<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,e0uejyctbBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">c.schwarz<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-44185</guid><pubDate>Thu, 12 Sep 2019 15:30:45 +0200</pubDate><title>Neues Verfahren zur Proteinherstellung aus Abfall</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neues-verfahren-zur-proteinherstellung-aus-abfall/</link><description>Versorgung für eine wachsende Weltbevölkerung?</description><content:encoded><![CDATA[<p>Umweltbiotechnologen der Universität Tübingen haben ein neues Verfahren entwickelt, mit dem sich Abfallprodukte und elektrische Energie in essbares Eiweiß umwandeln lassen. Die so entstandenen Proteine seien als Ernährungsbausteine für Menschen geeignet und könnten dazu beitragen, die wachsende Menschheit zusätzlich zur konventionellen Landwirtschaft mit Proteinen zu versorgen, sagen Professor Lars Angenent und Dr. Bastian Molitor. Nach weiteren Anpassungen sehe die Wissenschaftler sogar das Potenzial, mit dem biotechnologischen Verfahren eine künftige Erdbevölkerung von zehn Milliarden Menschen umweltfreundlich mit Eiweiß zu versorgen.</p><p>Übermäßiger Fleischkonsum schadet Tieren und dem Klima. Dies motiviert Wissenschaftler weltweit, an alternativen Strategien zur Produktion von nicht-tierischem Protein zu arbeiten, das als Futtermittel oder Lebensmittel für Menschen geeignet ist. Sie machen sich dabei zunutze, dass Proteine leicht aus Abfällen hergestellt werden können. So auch in dem zweistufigen Verfahren, mit dem das Tübinger Wissenschaftlerteam um Lars Angenent eine Hefebiomasse produzieren kann, die 40 bis 50 Prozent Protein in der Trockenmasse enthält. Diese könnte zu einer Paste und dann wiederum künftig beispielsweise als Fleischersatz in Lebensmitteln verarbeitet werden. Allerdings sei noch ein Stück Weg zu einem marktfähigen Produkt zurückzulegen.</p><p>In einem ersten Bioreaktor wandelt zunächst das Bakterium <em>Clostridium ljungdahlii</em> Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid in Essigsäure um. Und dies umweltfreundlich: Der Wasserstoff wird aus regenerativer Energie (beispielsweise Wind- und Solarenergie) durch die Elektrolyse von Wasser gewonnen. Das Kohlenstoffdioxid stammt aus Quellen wie Biogas- oder Bioethanolanlagen. Die Essigsäure wird dann in einen zweiten Bioreaktor geleitet, in dem sie durch <em>Saccharomyces cerevisiae</em> (Bäckerhefe) und zusätzlich zugeführtes Ammonium als Stickstoffquelle in Biomasse umgewandelt wird. Das hier verwendete Ammonium könnte wiederum aus Siedlungsabwässern oder aufbereitetem Urin gewonnen werden und so zur Kreislaufwirtschaft beitragen.&nbsp;</p><p>Dass ein mikrobielles Produkt für den menschlichen Konsum geeignet sein kann und erfolgreich vermarktet werden kann, zeigt Quorn: Der proteinreiche Lebensmittelersatz wird biotechnologisch mit Zucker als Ausgangsstoff hergestellt und ist bereits in vielen deutschen Supermärkten erhältlich. Mit dem neuen Tübinger Verfahren ließe sich auf Zucker aus konventioneller Landwirtschaft als Ausgangsstoff verzichten, so die Wissenschaftler. Auch dies trage dazu bei, den CO2-Fußabdruck des Verfahrens gering zu halten. „Um industrielle Mengen an Protein herzustellen, müsste das Tübinger System allerdings noch eine 18-fach höhere Produktionsrate erreichen“, sagt Bastian Molitor. „Wir müssten uns von momentan 0.07 g/L/h (Gramm pro Liter Bioreaktorvolumen pro Stunde) auf 1.25 g/L/h steigern, dies entspräche der Produktionsrate der Quorn-Herstellung.“</p><p>Die Forschungsergebnisse wurden im Fachjournal Energy and Environmental Science veröffentlicht. Weitere Optimierungen seien notwendig, sagen die Wissenschaftler. Zudem brauche es Studien zu politischen, sozialen und ökonomischen Fragen, die ein solches Konzept aufwerfe, wie etwa welcher Preis marktfähig sei, wer von der Vermarktung profitiere oder welche Auswirkungen ein solches Ersatz-Protein auf die Landwirtschaft habe. „Für eine nachhaltige Gesellschaft müssen wir uns von einer fossilbasierten und verschwenderischen Wirtschaft zu einer Kreislaufwirtschaft umorientieren, die sich auf erneuerbare Quellen stützt. Menschliche Abfälle sind hier eine wichtige Quelle für Nährstoffe und Kohlenstoff, die Ressourcenrückgewinnung ist inzwischen eine wichtige Säule der Umwelttechnikforschung“, so Bastian Molitor.</p><h3>Publikation:</h3><ul><li><a href="https://pubs.rsc.org/en/content/articlelanding/2019/ee/c9ee02381j#!divAbstract" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://pubs.rsc.org/en/content/articlelanding/2019/ee/c9ee02381j#!divAbstract</a></li></ul><p class="align-right">Antje Karbe und Maximilian von Platen</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-43441</guid><pubDate>Thu, 22 Aug 2019 13:15:19 +0200</pubDate><title>Marmosets’ voices do as they are told</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/marmosets-voices-do-as-they-are-told/</link><description>Tübingen researchers investigate the deliberate production of different call types as the foundation of the evolution of human speech</description><content:encoded><![CDATA[<p>Marmosets are very sociable monkeys and communicate frequently via vocalizations. Now a research team led by Dr. Steffen Hage of the Werner Reichardt Center for Integrative Neuroscience has trained marmosets to use their voices intentionally. In the laboratory, the marmosets learned to use their calls as a response to a colored visual stimulus. “That’s not a simple task like stretching out an arm. Rather, the use of the vocal apparatus requires the coordinated interaction of several muscle groups,” Steffen Hage explains. In the experiments, the marmosets fulfilled the task with various call types such as tsik, chirp, and phee calls. The researchers say this shows that the animals can use their vocalizations independently of the underlying emotions they are normally associated with, and can therefore instrumentalize them to perform a specific task successfully.</p><p>Marmosets have been studied in detail because their brain anatomy and physiology are similar to that of humans. The fact that they can be trained for such complex motor behaviors under laboratory conditions now opens up further possibilities for using the animals as a model system to investigate neural networks underlying preadaptations of human speech and how they are affected in neurodegenerative and neuropsychiatric diseases.&nbsp;</p><p>“Using the vocal apparatus with intention was an important requirement for the evolution of human speech,” says Hage. “Marmosets would therefore be suitable for studying the early adaptations that were necessary for the development of human speech.”&nbsp;</p><p>Marmosets are New World monkeys – they live in the Brazilian rainforests. “In earlier studies, we showed that the Rhesus monkey, an Old World monkey species, can similarly control its vocalizations and produce goal-directed calls on command,” says Hage. From an evolutionary perspective, it seems that the origin of the deliberate control of the voice is much older than previously believed. “This ability was probably present in the last common ancestor of the Old and New World monkeys which lived more than 35 million years ago.”</p><p class="align-right">Janna Eberhardt<br> Public Relations Department</p><h3>Publication:</h3><p>Pomberger T, Risueno-Segovia C, Gultekin YB, Dohmen D, Hage SR (2019) Cognitive control of complex motor behavior in marmoset monkeys. Nature Communications 10:3796, DOI 10.1038/s41467-019-11714-8; <a href="https://rdcu.be/bPgTF" target="_blank" rel="noreferrer">rdcu.be/bPgTF</a><br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-43357</guid><pubDate>Fri, 16 Aug 2019 15:13:13 +0200</pubDate><title>MpsAB – wichtig für die Virulenz von Staphylococcus aureus und das Wachstum bei atmosphärischer Kohlendioxid-Konzentration</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/mpsab-wichtig-fuer-die-virulenz-von-staphylococcus-aureus-und-das-wachstum-bei-atmosphaerischer-kohlendioxid-konzentration/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<h3>Einleitung</h3><p>Bereits 1935 berichtete G.P. Gladstone von der University of Oxford, dass Kohlendioxid (CO2) ein wesentlicher Faktor für das Wachstum von Bakterien ist. Erst viele Jahre später wurden CO2-abhängige Staphylococcus aureus-Bakterien aus Abszessen und Osteomyelitis isoliert. Sie bildeten winzige Kolonien und wurden daher auch als Zwergstämme bezeichnet, heute würde man 'small colony variants' dazu sagen. Seit den frühen 1970er-Jahren wurde diese CO2-Abhängigkeit von Staphylokokken zum Teil aufgrund der routinemäßigen Kultivierung klinischer Isolate in CO2-Inkubatoren weitgehend übersehen.</p><h3>Neue&nbsp;zusätzliche Erkenntnis</h3><p>Lebewesen, die sich vom gasförmigen Kohlendioxid der Luft ernähren, benötigen Enzymsysteme, die das Kohlendioxid in der Zelle festhält und am Entweichen hindert. Zu diesen Lebewesen gehören Pflanzen und die autotrophen Bakterien. Die neue zusätzliche Erkenntnis in unserer Publikation ist, dass wir einen CO2/Bikarbonat-Transporter gefunden haben, der überraschenderweise bei fast allen Bakteriengruppen verbreitet ist – bei unseren Haut- wie auch unseren Darmbakterien. Wenn dieser Transporter nicht vorhanden ist, können die Bakterien bei dem geringen CO2-Gehalt der Atmosphäre von 0.04 % kaum wachsen. Dies bestätigt die bereits vor mehr als 80 Jahren gemachte Erkenntnis, dass CO2 ein wesentlicher Faktor für das Wachstum von Bakterien ist. Wir konnten auch zeigen, dass in Abwesenheit dieses Transporters pathogene Bakterien weniger Toxine machen und weniger virulent sind.</p><h3>Schlussfolgerung</h3><p>In unserer Publikation zeigen wir, dass CO2 nicht nur für die autotrophen und CO2-fixierenden Bakterien wichtig ist, sondern auch für die meisten anderen Bakterien. MpsAB stellt ein CO2/Bikarbonat-Konzentrationssystem dar, das für die Fitness und Pathogenität wichtig ist.</p><p class="align-right">Friedrich Götz</p><h3>Publikation:</h3><p>Fan, S.H., P. Ebner, S. Reichert, T. Hertlein, S. Zabel, A.K. Lankapalli, K. Nieselt, K. Ohlsen &amp; F. Götz, (2019) MpsAB is important for Staphylococcus aureus virulence and growth at atmospheric CO2 levels. Nat Commun 10: 3627. <a href="https://www.nature.com/articles/s41467-019-11547-5" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.nature.com/articles/s41467-019-11547-5</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-42532</guid><pubDate>Mon, 22 Jul 2019 15:19:17 +0200</pubDate><title>Towards Truly Intelligent Artificial Systems</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/towards-truly-intelligent-artificial-systems/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Artificial Intelligence is currently a term that is used in various contexts and various domains. Even simple devices, like washing machines, are supposed to contain algorithms that contain AI. Despite quite phenomenal successes over the last years – yielding human-superior performance in image recognition tasks, beating the world’s best Go players, playing simple computer games and even the strategy game StarCraft better than humans, generating translations that are very useful and partially better than traditional computer translation approaches – all these systems optimize objective functions that are to maximize classification accuracy, that is, classifying image content or generating text that matches given annotations, or reward-based objective functions, such as staying alive as long as possible or winning a computer game. As a result, all these algorithms essentially apply complex statistical analyses to big data corpora, where the data is self-generated in the case of (computer) games, and exploit the detected regularities in the data. The generation of flexible, adaptive, and innovative behavior beyond the trained task, however, remains very hard to achieve.&nbsp;</p><p>The Cognitive Modeling Group under the supervision of Prof. Martin V. Butz (and in collaboration with the MPI of Intelligent Systems in Tübingen as well as colleagues from the University of Otago, Dunedin, New Zealand) addresses this challenge by developing neuro-cognitive artificial intelligent systems. While these systems are still based on state of the art machine learning techniques, such as deep artificial neural networks, they focus on developing predictive, generative models of their environment rather than optimizing classification or maximizing reward directly.</p><p>Two journal papers, which were just published in the renowned Neural Networks journal as well as in the IEEE Transactions on Cognitive and Developmental Systems journal, underline the potential of their approach. It is shown that their systems can develop conceptual abstractions from sensorimotor experiences: the learning systems explore their behavioral capacities in complex, simulated environments and thereby develop abstract conceptual and contextual encodings from analyzing the encountered sensorimotor dynamics. That is, as we humans clearly experience fundamental different dynamics while, for example, walking, standing still, sitting down, lying in bed, grasping an object, transporting an object, or drinking out of an object (bottle, mug, etc.), these systems detect these differences and compactly store the experiences in, so-called, event-predictive encodings. Once such encodings have been learned, the developing learning systems are able to exploit these encodings for the generation of complex, hierarchical goal-directed behavior. As a result, the systems are able to plan on a much further reaching, conceptualized (event-predictive) temporal horizon, and to adapt their behavior on the fly to the current circumstances in a much more versatile manner.</p><p>While further research is needed to show that these systems can scale up to even more complex problems and environments, the capacity for abstraction and conceptualization does not only mimic human cognition and behavior but it may have the potential to lift current artificial intelligence techniques onto a new level beyond classification towards actually understanding and reasoning about the encountered problem domain. Clearly, once this is achieved, such systems may actually solve problems on their own, including some that the AI designers may have not thought about originally.&nbsp;</p><p class="align-right">Martin V. Butz</p><h3>Theoretical Cognitive Modeling Background: &nbsp;</h3><p>Butz, M. V. (2016). Towards a Unified Sub-Symbolic Computational Theory of Cognition. Frontiers in Psychology, 7 (925). doi:10.3389/fpsyg.2016.00925</p><h3>Two journal publiclations mentioned:&nbsp;</h3><p>Butz, M. V., Bilkey, D., Humaidan, D., Knott, A., &amp; Otte, S. (2019). Learning, planning, and control in a monolithic neural event inference architecture. Neural Networks, 117, 135–144. doi:10.1016/j.neunet.2019.05.001<br> Gumbsch, C., Butz, M. V., &amp; Marious, G. (2019). Autonomous identification and goal-directed invocation of event-predictive behavioral primitives. IEEE Transactions on Cognitive and Developmental System.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-42241</guid><pubDate>Tue, 16 Jul 2019 14:53:22 +0200</pubDate><title>Science2Start Ideenwettbewerb 2019: BioRegioSTERN vergibt ersten Preis an Dr. Klaus Brilisauer</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/science2start-ideenwettbewerb-2019-bioregiostern-vergibt-ersten-preis-an-dr-klaus-brilisauer/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein mikrobieller Wirkstoff, die sogenannte 7-Desoxy-Sedoheptulose (kurz: 7dSh), wurde jüngst in einer interdisziplinären Zusammenarbeit eines Teams von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der Mikrobiologie um Prof. Dr. Karl Forchhammer und aus der Organischen Chemie um Prof. Dr. Stephanie Grond in Cyanobakterien entdeckt (Nat. Comm. 2019).&nbsp;</p><p>Bewertet nach wissenschaftlicher Exzellenz und wirtschaftlichem Potenzial erhielt das von Dr. Klaus Brilisauer vom Institut für Organische Chemie eingereichte Konzept beim Science2Start-Ideenwettbewerb der BioRegioSTERN 2019 den 1. Preis. Der Preis wurde in feierlichem Rahmen im Kreis von Verantwortlichen aus Wirtschaft, Forschung, Politik und Finanzbranche am 11. Juli 2019 in Fellbach überreicht.</p><p>7dSh ist ein ungewöhnlicher Desoxyzucker, der mittels chemoenzymatischer Synthese schnell und kostenoptimiert produziert werden kann und der einen für Pflanzen lebensnotwendigen Stoffwechselweg hemmt. Neben seiner vielversprechenden Eigenschaft zur Unkrautvernichtung hat 7dSh, anders als synthetische Herbizide wie Glyphosat, seinen Ursprung in der Natur.&nbsp;</p><p>Als natürliches Zuckermolekül ist für 7dSh eine geringe Ökotoxizität und gute mikrobielle Metabolisierung zu erwarten.&nbsp;<br> Die Tatsache, dass dieser Naturstoff seit Millionen von Jahren von Cyanobakterien produziert wird und sich dennoch nicht in der Umwelt anhäuft, unterstützt diese Hypothese. Somit wäre eine punktgenaue und zeitlich limitierte Wirkung der 7dSh realisierbar, die erfolgreiche wirtschaftliche Anwendung versprechen könnte, jedoch keine Schäden in den Ökosystemen hinterlässt und daher eine breitere Akzeptanz in der Öffentlichkeit findet.</p><p class="align-right">Klaus Brilisauer, Karl Forchhammer, Stephanie Grond</p><p><a href="https://www.bioregio-stern.de/de/presse/zucker-gegen-unkraut-mehr-mut-fuer-deutschlands-gruender" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Pressemitteilung der BioRegio STERN GmbH</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category><category>Attempto-Termine</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-42133</guid><pubDate>Mon, 15 Jul 2019 08:39:10 +0200</pubDate><title>eROSITA erfolgreich ins All gestartet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/erosita-erfolgreich-ins-all-gestartet/</link><description>Röntgen-Teleskop mit Tübinger Beteiligung soll gesamten Himmel kartografieren – neue Erkenntnisse über Natur der dunklen Energie und dunklen Materie erwartet</description><content:encoded><![CDATA[<p>Am Samstag um 14:31 Uhr wurde der russisch-deutsche Satellit Spektrum-Roentgen-Gamma (SRG) erfolgreich vom Kosmodrom im russischen Raumfahrtzentrum Baikonur gestartet. Mit an Bord ist das Röntgenteleskop eROSITA, das von einem Konsortium deutscher Institute unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching entwickelt und gebaut wurde. Auch das Institut für Astronomie &amp; Astrophysik der Universität Tübingen ist an dem Projekt beteiligt. Unterstützt wurde das Konsortium vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Nach dem Transfer in eine L2-Umlaufbahn in einer Entfernung von 1,5 Millionen Kilometern von der Erde wird eROSITA in den nächsten vier Jahren eine Durchmusterung des gesamten Röntgenhimmels durchführen und die erste vollständige Himmelskarte im mittleren Röntgenbereich erstellen.&nbsp;</p><p>Das Röntgenteleskop eROSITA ist Teil der russisch-deutschen Raumfahrtmission Spektrum-Roentgen-Gamma (SRG), zu der auch das russische ART-XC-Teleskop gehört. eROSITA wurde unter Leitung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE) entwickelt und gebaut, zusammen mit mehreren Universitätsinstituten. Im harten Röntgenbereich von 2 bis 10 Kiloelektronenvolt (keV) wird es die allererste Himmelskarte für diese Energien erstellen. Über einen Zeitraum von vier Jahren wird eROSITA umfangreiche Informationen zu etwa 100.000 Galaxienhaufen, von mehreren Millionen aktiven Schwarzen Löchern in den Zentren von Galaxien sowie von unzähligen anderen Quellen sammeln. Darunter werden sich auch seltene Objekte wie isolierte Neutronensterne, die nur schwer aufzuspüren sind, befinden.&nbsp;</p><p>„Das wissenschaftliche Hauptziel der Mission ist es, die Struktur des Universums auf größten Skalen zu beobachten und die gewonnenen Erkenntnisse zu nutzen, um mehr über die Eigenschaften der ‚dunklen Energie‘ und der ‚dunklen Materie’ zu lernen, also der nicht sichtbaren und nur schwer nachweisbaren Bestandteile des Universums“, erklärt Professor Andrea Santangelo, Leiter der Arbeitsgruppe für Hochenergieastrophysik an der Universität Tübingen. „Röntgenstrahlung aus dem All ist für diese Beobachtungen besonders gut geeignet, da sie in großem Maß durch das heiße Gas in Galaxienhaufen erzeugt wird, den massereichsten Strukturen, die wir im Universum kennen. Wir werden tausende dieser Galaxienhaufen bei unterschiedlichen Rotverschiebungen, das heißt über riesige Distanzen verteilt beobachten. Dadurch können wir ihre Wachstumsgeschichte im Laufe der Zeit rekonstruieren. Diese wiederum reagiert sehr empfindlich auf die Eigenschaften von dunkler Energie und dunkler Materie. Aber eROSITA wird auch noch Millionen weiterer, bisher unbekannter Röntgenquellen im All aufspüren, was ein ganz neues Bild unseres Universums generieren wird.”</p><p>"Die Eigenschaften der dunklen Energie und dunklen Materie zu untersuchen erfordert ein sehr empfindliches Teleskop”, fasst Dr. Chris Tenzer von der Universität Tübingen die technischen Details zusammen: “eROSITA besteht eigentlich aus sieben einzelnen Teleskopen, die jeweils ein Spiegelmodul mit 54 verschachtelten Spiegelschalen und eine Röntgenkamera im Fokus kombinieren. Die Oberfläche jeder Spiegelschale muss extrem glatt sein – die Oberflächenrauigkeit beträgt 0,3 Nanometer – und ist mit Gold beschichtet, um das Reflexionsvermögen für einen streifenden Einfall der Röntgenstrahlen zu erhöhen. Die am MPE entwickelten speziellen Röntgenkameras enthalten extrem empfindliche CCD-Sensoren aus hochreinem Silizium für ein Sichtfeld der Teleskope mit einem Durchmesser von 1 Grad.“</p><p>Dieses große Sichtfeld wird es eROSITA ermöglichen, die erste vollständige Himmelskarte im mittleren Röntgenbereich bis 10 keV mit bisher unerreichter spektraler und räumlicher Auflösung durchzuführen. Etwa drei Monate nach dem Start wird das Teleskop seinen Zielorbit um L2, den zweiten Lagrangepunkt des Erde-Sonne-Systems, erreichen. Ein Orbit um L2 ist ideal für den geplanten Scan des Himmels: das Teleskop dreht sich langsam um sich selbst und die Erde bedeckt im Gegensatz zu einem erdnahen Orbit nicht einen Großteil des Himmels. Zudem ist es einfacher, die Kameras auf einer konstanten Temperatur zu halten (-85°C), weil die Sonneneinstrahlung relativ konstant ist. Nach Positionierung, Kalibrierung und Funktionstests wird eRosita die nächsten vier Jahre den Himmel scannen, wobei in sechs Monaten eine komplette Karte des gesamten Himmels entsteht und durch nachfolgende Beobachtungen vertieft wird. Im Anschluss werden noch mehrere Jahre lang gezielte Beobachtungen der neu entdeckten Objekte möglich sein.</p><p>Der Tübinger Beitrag zum eROSITA Teleskop umfasst mechanische Teile, die in der Werkstatt des IAAT gefertigt wurden, sowie Teile der Software und Firmware zur Analyse der wissenschaftlichen Daten. Auch in den Arbeitsgruppen, die sich auf die Analyse der Beobachtungen vorbereitet haben, sind die Tübinger Wissenschaftler stark vertreten und hoffen nun auf eine erfolgreiche Inbetriebnahme des Teleskops.&nbsp;</p><p class="align-right">Maximilian von Platen</p><p class="align-right">&nbsp;</p><h3>eRosita</h3><p>Entwicklung und Bau des Röntgenteleskops eROSITA wurde vom MPE geleitet mit Beiträgen des Instituts für Astronomie und Astrophysik der Universität Tübingen (IAAT), des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP), des Universitätsobservatoriums Hamburg und der Dr. Karl Remeis Sternwarte Bamberg. Die Universitätssternwarte München und das Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn sind zudem an der Vorbereitung der Wissenschaft mit eROSITA beteiligt. Das russische Partner-Institut ist das Space Research Institut IKI, Moskau; technisch verantwortlich für die gesamte Mission SRG ist die Firma NPOL, Lavochkin Association, in Khimky bei Moskau. Unterstützt wird das Projekt von den Raumfahrtagenturen Roskosmos in Russland und dem deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR.&nbsp;</p><h3>Projektpartner:&nbsp;</h3><ul><li><a href="http://www.mpe.mpg.de/eROSITA" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">eROSITA-Webseiten am MPE&nbsp;</a></li><li><a href="https://www.dlr.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">DLR</a></li><li><a href="http://en.roscosmos.ru/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Roskosmos</a></li><li><a href="http://arc.iki.rssi.ru/eng/srg.htm" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">IKI</a></li><li><a href="https://www.aip.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">AIP</a></li><li><a href="https://www.sternwarte.uni-erlangen.de/remeis-start/research/x-ray-astronomy/missions/erosita/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Universität Erlangen-Nürnberg</a></li><li><a href="https://www.hs.uni-hamburg.de/hserosita/more" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Universität Hamburg</a></li><li><a href="http://www.astro.uni-bonn.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Argelander-Institut der Universität Bonn</a>&nbsp;</li><li><a href="mailto:http://www.usm.uni-muenchen.de/index.php" target="_blank" class="mail">Universitätssternwarte München</a></li></ul><h3>Fotos</h3><ul><li><a href="http://www.mpe.mpg.de/7310250/presskit-launch2019" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Mehr Fotos auf der Seite des Max-Planck-Instituts für Extraterrestrische Physik</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-42094</guid><pubDate>Fri, 12 Jul 2019 10:21:13 +0200</pubDate><title>Verleihung des Württembergischen Krebspreises 2019 </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/verleihung-des-wuerttembergischen-krebspreises-2019/</link><description>Preisträger sind Alumnus Dr. Fabian Beier und Dr. Patrick Schlegel von der Tübinger Universitätskinderklinik</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Vorsitzende der Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer-Stiftung, Prof. Dr. Claus Claussen, wird am 25. Juli 2019 an der Universität Tübingen zum zehnten Mal den Württembergischen Krebspreis übergeben. Der Württembergische Krebspreis gehört zu den am höchsten dotierten in der deutschen Krebsforschung.</p><p>Der <strong>Württembergische Krebspreis 2019</strong> ist mit insgesamt 40.000 Euro dotiert und wird in diesem Jahr unter zwei Preisträgern aufgeteilt, die jeweils 20.000 Euro erhalten:&nbsp;</p><ul><li>Dr. Patrick Schlegel (Universitätsklinikum Tübingen, Kinderklinik) für sein Projekt „Der Weg in den Tumor – Adapter CAR-T Zellen zur Behandlung solider Tumorerkrankungen“ und&nbsp;</li><li>PD Dr. Fabian Beier (Universitätsklinikum Aachen, Klinik für Hämatologie, Onkologie, Hämostaseologie und Stammzelltransplantation) für sein Projekt „Untersuchung der Häufigkeit und Pathogenese von Dykeratosis congenita-assoziierter akuter myeloischer Leukämie“.</li></ul><p><strong>Fabian Beier</strong> (geboren 1979) absolvierte sein Medizinstudium an der Universität Tübingen. 2009 promovierte er in Tübingen bei Prof. Dr. Tim H. Brümmendorf und wurde für seine herausragende, medizinische Doktorarbeit mit dem Carl-Liebermeister Preis der Universität Tübingen ausgezeichnet. Nach einem Post-Doc-Aufenthalt im Spanischen Krebsforschungszentrum in Madrid von 2010 bis 2012 arbeitete er als Assistenzarzt und seit 2018 als Oberarzt mit eigener Forschungsgruppe in der Abteilung für Hämatologie und Onkologie der Universitätsklinik Aachen, wo er 2018 im Fach Innere Medizin habilitierte.</p><h3>Forschungsantrag von Fabian Beier</h3><p>Die Krankheitsgruppe der Telomererkrankungen ist eine erbliche Erkrankung, die mit einem erhöhten Risiko für akute Leukämien einhergeht. Aufgrund des Fehlens von eindeutigen Symptomen gibt es eine mutmaßlich hohe Dunkelziffer an nicht erkannten Fällen. Ziel dieses Projektes ist es, die Häufigkeit der Telomererkrankungen mittels genetischer Untersuchungen bei erwachsenen Patienten mit einer akuten Leukämie zu untersuchen. Die Ergebnisse könnten eine bessere Diagnostik ermöglichen, wodurch wiederum schneller eine passende Therapie eingeleitet werden könnte.</p><p><strong>Patrick Schlegel</strong> (geboren 1981) absolvierte sein Medizinstudium an der Universität Tübingen. 2008 promovierte er am Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltenswissenschaften der Universität Tübingen bei Prof. Dr. Wolfgang Larbig. 2017 schloss er seine Weiterbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin erfolgreich ab und arbeitet seitdem als Facharzt mit eigener Forschungsgruppe an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Tübingen.</p><h3>Forschungsantrag von Patrick Schlegel</h3><p>Chimäre Antigen Rezeptor exprimierende T Zellen (CAR-T) sind genetisch veränderte Immunzellen, die mithilfe eines artifiziellen Immunrezeptors Tumorzellen erkennen und eliminieren können. CAR-T Zellen werden erfolgreich in der Behandlung von Leukämien eingesetzt. Ein neues, in Tübingen mitentwickeltes flexibles Adapter-CAR-T-System (AdCAR-T) dient im geförderten Forschungsprojekt als Grundlage für weitere genetische Modifikationen, um einerseits die Funktion von CAR-T Zellen zu verbessern und andererseits die Anwendung auf solide Tumorerkrankungen zu erweitern. Ziel ist es, die Krebstherapie durch den Einsatz von CAR-T Zellen zu verbessern und gleichzeitig die schweren Nebenwirkungen durch Chemotherapie und Bestrahlungstherapie zu reduzieren.</p><h3>Über den Württembergischen Krebspreis</h3><p>Seit 2009 lobt die Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer – Stiftung (kurz Dres. Bayer-Stiftung) jährlich den Württembergischen Krebspreis als Projektpreis und/oder Nachwuchspreis aus. Mit dem Preis sollen junge, begabte Mediziner/innen gefördert werden, die auf dem Gebiet der Krebsforschung tätig sind. Die Preise werden für Wissenschaftler unter 40 Jahren ausgeschrieben, die ihre Forschung in Württemberg durchführen oder die gebürtige Württemberger sind. Die Preise für 2019 sind mit insgesamt 40.000 Euro dotiert.</p><h3>Über die Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer – Stiftung</h3><p>Die Stiftung des Württembergischen Krebspreises trägt den Namen des an Krebs verstorbenen Stifters Dr. Carl Manfred Bayer und seines Vaters Dr. Carl Maximilian Bayer. Beide waren mehr als sechzig Jahre in der Nähe von Ravensburg als niedergelassene Landärzte tätig. Dr. Carl Manfred Bayer studierte Medizin an der Universität Tübingen. Vorsitzender der Stiftung ist Prof. Dr. Claus D. Claussen, ehem. Direktor der Radiologischen Universitätsklinik Tübingen.</p><p class="align-right">Heike Lehmann</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-42055</guid><pubDate>Thu, 11 Jul 2019 10:07:38 +0200</pubDate><title>Künstliche Intelligenz: Bosch baut Engagement im Cyber Valley aus</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/kuenstliche-intelligenz-bosch-baut-engagement-im-cyber-valley-aus/</link><description>Neuer „AI Campus“ in Tübingen geplant</description><content:encoded><![CDATA[<ul class="ut-list ut-list--link-list"><li>Bosch plant Investition in Höhe von rund 35 Millionen Euro in Campus zur angewandten Forschung an künstlicher Intelligenz</li><li>Bis zu 700 KI-Experten sollen dort künftig arbeiten</li><li>Campus soll den Experten-Austausch im Cyber Valley weiter stärken</li></ul><p>Bosch plant seine Aktivitäten im Bereich der Zukunftstechnologie künstliche Intelligenz (KI) zu verstärken: Im Cyber Valley will das Technologieunternehmen rund 35 Millionen Euro in den Bau des „Bosch AI Campus“ in Tübingen investieren. Derzeit führt Bosch Gespräche mit der Universitätsstadt Tübingen über den Kauf eines rund 12 000 Quadratmeter großen Grundstücks, auf dem der Campus entstehen soll. Der Bezug des neuen Forschungskomplexes ist für Ende 2022 angedacht. Rund 700 Experten sollen dort künftig an anwendungsbezogener KI arbeiten. „Bosch hat das Ziel, bei der Forschung an industrieller KI zur Weltspitze zu gehören“, sagte Bosch-Geschäftsführer und CDO/CTO Dr. Michael Bolle. „Mit dem neuen „Bosch AI Campus“ werden wir diesem Ziel einen weiteren Schritt näherkommen.“</p><h3>Raum für Start-ups und intensiven Austausch</h3><p>Der „Bosch AI Campus“ soll in Tübingen in räumlicher Nähe zu den Forschungsgebäuden des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme und des AI Research Building der Universität Tübingen entstehen. Neben Laboren und Büroräumen wird er auch Flächen enthalten, auf denen sich Start-ups und externe Forschungsgruppen im Bereich der künstlichen Intelligenz temporär ansiedeln können. Frei zugängliche Bereiche im Erdgeschoss des neuen Campus sollen darüber hinaus den Experten-Austausch im Cyber Valley fördern. Auch der Öffentlichkeit sollen Teilbereiche des Campus zugänglich sein. „Im neuen Gebäude werden Experten des Bosch Center for Artificial Intelligence (BCAI) aus verschiedenen Bosch-Geschäftsbereichen und aus Start-ups in&nbsp;Projekten zusammenarbeiten. Die Campusstruktur wird den Austausch erheblich verstärken“, so Michael Bolle.</p><p>Bosch ist Gründungsmitglied des 2016 ins Leben gerufenen Cyber Valley. In dieser Forschungskooperation bündeln Partner aus Industrie, Wissenschaft und Politik die Kräfte, um die KI-Forschung in Baden-Württemberg voranzutreiben. Ziel ist es, Erkenntnisse der Grundlagenforschung rasch in konkrete industrielle Anwendungen zu überführen. „Leistungsfähige Zentren wie das Cyber Valley sind wichtig. Sie machen Deutschland für Top-Experten im Bereich KI noch interessanter und stärken unsere Position im internationalen Wettbewerb. Der „Bosch AI Campus“ trägt dazu bei, die internationale Strahlkraft des KI-Standorts Baden-Württemberg zu stärken“, so Michael Bolle.</p><h3>Aus der Forschung in die konkrete Anwendung</h3><p>Bosch forscht an künstlicher Intelligenz, die sicher, robust und erklärbar ist. Die Investition in den neuen AI Campus ist ein weiterer Schritt des Unternehmens, die KI-Forschung im Cyber Valley zu stärken: Seit vergangenem Jahr hat Professor Matthias Hein an der Universität Tübingen die von Bosch finanzierte Stiftungsprofessur inne. Zusätzlich hält das Unternehmen zwei „Industry on Campus“-Professuren, mit denen die Universität Experten aus dem industriellen Umfeld praxisnah in Forschung und Lehre einbindet.</p><p>Im Mittelpunkt der „Industry on Campus“-Professuren von Bosch stehen Fragestellungen im Vorfeld industrieller Anwendung. Ein Beispiel ist die vorausschauende Diagnose, mit der sich der Ausfall einer Maschine vorhersagen lässt, lange bevor der Defekt tatsächlich auftritt. Ein längerer Stillstand der Maschine kann durch die rechtzeitige Wartung vermieden werden. Die vorausschauende Diagnose ist ein Beispiel für maschinelles Lernen, das Forschungsschwerpunkt des BCAI ist. Derzeit ist das BCAI mit rund 200 Mitarbeitern an insgesamt sechs Standorten in Deutschland, den USA, Indien und Israel vertreten.</p><p class="align-right"><em>Pressemitteilung der Robert Bosch GmbH</em></p>]]></content:encoded><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-41686</guid><pubDate>Wed, 03 Jul 2019 16:09:51 +0200</pubDate><title>Wer mit wem: Neue Methode zur Identifizierung von RNA-Protein Komplexen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/wer-mit-wem-neue-methode-zur-identifizierung-von-rna-protein-komplexen/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Boten- oder messenger-RNA (mRNA) dient in allen Zellen der Übertragung der genetischen Information von der DNA im Zellkern zum Cytoplasma, dem Ort der Proteinsynthese. Die Forschung der letzten 25 Jahre hat gezeigt, dass diese mRNAs nicht nur reine Informationsübermittler sind, sondern dass sie vielfachen Kontrollmechanismen unterworfen sind, die ihre Lebensdauer oder ihre Verwertbarkeit bestimmen. Durch Anreicherung von mRNAs an bestimmten Orten innerhalb der Zelle lässt sich sogar kontrollieren, wo sie für die Proteinsynthese verwendet werden und wo nicht. Diese Kontrolle wird häufig von regulatorischen Proteinen vermittelt, die an verschiedenen Stellen der RNA binden und zusammen das Schicksal von mRNA Molekülen bestimmen. Neurologische Erkrankungen wie das Fragile X-Syndrom, Muskuläre Dystrophie oder Amyotrophe Lateralsklerose beruhen oft auf Verlust oder fehlerhaft funktionierenden RNA-bindenden Proteinen.<br> &nbsp;<br> Hochdurchsatztechniken haben in den letzten Jahren viel zu unserem Wissen über die Vielfalt solcher RNA-bindenden Proteine beigetragen. Allerdings verstehen wir nur sehr wenig, wie diese Proteine zusammenarbeiten oder welche der Hunderte bekannter RNA-bindender Proteine in menschlichen Zellen an welche spezifische mRNA binden. In einer neuen Studie haben Tübinger Wissenschaftler mit der RNA-BioID ("RNA-Biotin Identification”) eine Methode entwickelt, die helfen wird, letztere Frage zu beantworten. Die Studie wurde in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences USA (PNAS) veröffentlicht.</p><p>„Das grundlegende Problem ist, dass Komplexe aus Proteinen und RNAs sehr instabil und somit sehr schwierig aufzureinigen sind“, sagt Professor Ralf-Peter Jansen vom Interfakultären Institut für Biochemie, der Leiter der Studie. „Dies haben wir umgangen, indem wir mit RNA-BioID in lebenden Zellen alle Proteine markiert haben, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Nähe der gewünschten RNA befunden haben. Anschließend kann man die Zellen zerstören und die markierten Proteine lassen sich sehr einfach isolieren und identifizieren.”&nbsp;</p><p>In Zusammenarbeit mit der Gruppe von Professor Boris Macek vom Proteomzentrum der Universität Tübingen gelang es, die Gesamtheit aller Proteine zu bestimmen, die mit der beta-Aktin mRNA interagieren (ihr sogenanntes “Interaktom”). Diese spezielle mRNA ist weiterverbreitet und kodiert für ein Protein des Zellskeletts mit essentiellen Funktionen in Neuronen und bei der Beweglichkeit von Zellen des Immunsystems. Unter den über Hundert neu identifizierten Proteinen befinden sich neben neuen RNA-bindenden Proteinen z.B. auch molekulare Motoren, die für die korrekte Verteilung dieser mRNA in den Zellen wichtig sind. „Derzeit versuchen wir, die interessantesten Kandidaten unter den gefundenen Proteinen herauszufiltern und zu bestimmen, welchen Aspekt der beta-Aktin mRNA Funktion sie kontrollieren”, sagt Joyita Mukherjee, die Hauptautorin der Studie. „Dabei arbeiten wir eng mit Professor Carolina Eliscovich vom Albert-Einstein College of Medicine in New York zusammen, die eine Expertin in der hochauflösenden Mikroskopie von RNA-Proteinkomplexen ist.“</p><p>In Zukunft soll die Methode auf andere Zellen wie Neurone und vor allem andere RNAs übertragen werden, um vergleichende RNA-Interaktome zu erstellen und so die bei allen RNAs wichtigen Schlüsselproteine zu ermitteln. Die Forscher erhoffen sich dabei auch neue Erkenntnisse zur Behandlung neurologischer Erkrankungen.</p><p class="align-right">Orit Hermesh-Raue</p><h3>Publikation:&nbsp;</h3><p>Joyita Mukherjee, Orit Hermesh, Carolina Eliscovich, Nicolas Nalpas, Mirita Franz-Wachtel, Boris Maček, and Ralf-Peter Jansen: β-Actin mRNA interactome mapping by proximity biotinylation. PNAS, 2019. DOI: <a href="https://doi.org/10.1073/pnas.1820737116" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1073/pnas.1820737116</a></p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Ralf-Peter Jansen<br> Universität Tübingen<br> Interfakultäres Institut für Biochemie<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-74161<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,tcnh0lcpugpBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">ralf.jansen<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>MatNat-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-41671</guid><pubDate>Wed, 03 Jul 2019 13:28:37 +0200</pubDate><title>Two new Ambassadors for the University of Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/two-new-ambassadors-for-the-university-of-tuebingen/</link><description>Two outstanding researchers in the fields of Plant Ecology and Geosciences have been appointed as University of Tübingen Ambassadors thanks to their academic distinction and outreach activities in Israel and the USA. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Merav Seifan and Professor Nadine McQuarrie both advocate greater international collaboration and student mobility for Tübingen.</p><p>It is a long-standing tradition that connects Dr. Merav Seifan from Ben Gurion University of the Negev with Tübingen. Since 2006, she has been working with her Tübingen host, Professor Katja Tielbörger, on plant ecology, starting as a Minerva fellow and then research assistant in Tübingen and later further expanding her connection with Tübingen through various joint projects, including students as well as researchers in Tübingen, Israel, Palestine and Jordan. Professor Tielbörger notes, “Dr. Seifan is a great expert especially in community ecology contributing to interdisciplinary challenges, like sustainable use of water and biodiversity that we are addressing in the Jordan River region right now”. As ambassador, Dr. Seifan views promoting the English-language programs at the University of Tübingen as a particularly effective way to increase the mobility of students and researchers between Israel and Tübingen.&nbsp;</p><p>This is also true for the other ambassador honored on Monday, June 24. “Why not study Geosciences in Germany?” The English-language Master’s program in Applied Geosciences in Tübingen is equally as excellent as in the US”, says Professor Nadine McQuarrie, Professor of Geosciences and Director of Graduate Studies at the University of<br> Pittsburgh, “and not nearly as expensive”. Her alumni relations to Tübingen date back to 2011, when she became a Humboldt Fellow and conducted research in Geosciences and Geodynamics together with the Tübingen Earth System Dynamics Research Group led by Professor Todd Ehlers. Having strong alumni relations is very common at her current university, the University of Pittsburgh, so the role of an ambassador comes easily to her. “Tübingen should have more international students, and German should not be an obstacle, but an option to learn another interesting language.” Her Tübingen host Professor Todd Ehlers, himself originally from the US, confirms the need to publicize the University of Tübingen to American students. “This is a great chance to have Nadine McQuarrie helping us to increase our international visibility.”</p><p>The University Ambassador title is awarded to research alumni and alumnae of the University of Tübingen whose connections to their alma mater are of outstanding quality and eminence. The ambassador network is part of Tübingen’s international research alumni relations within the framework of the University’s internationalization strategy.&nbsp;</p><p class="align-right">Christin Wannagat<br> &nbsp;</p><p><a href="https://in.bgu.ac.il/en/bidr/SIDEER/MDDE/Merav_Seifan/Pages/default.aspx" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Merav Seifan</a></p><p><a href="https://www.geology.pitt.edu/people/nadine-mcquarrie" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Nadine McQuarrie</a></p><p><a href="https://uni-tuebingen.de/en/faculties/faculty-of-science/departments/biology/institutes/evolutionecology/groups/plant-ecology/" target="_blank" class="external-link">Plant Ecology Group</a></p><p><a href="/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/arbeitsgruppen/geo-und-umweltnaturwissenschaften/geo-und-umweltnaturwissenschaften/ehemalige-geologie/geologie/" target="_blank">Earth System Dynamics Research Group</a></p><p><a href="/alumni/">Tübingen Research Alumni Network TRACe</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category><category>Attempto-Termine</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-41471</guid><pubDate>Fri, 28 Jun 2019 10:39:39 +0200</pubDate><title>T.J. Beveridge Award for Prof. Andreas Kappler</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tj-beveridge-award-for-prof-andreas-kappler/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>During the 2019 Geobiology Conference in Banff (Canada), Andreas Kappler, professor for Geomicrobiology at the Geoscience Department of University of Tübingen received the 2019 T.J. Beveridge Award from the Geobiology Society. Terrance J. Beveridge (1945-2007) was one of the founding fathers of Geomicrobiology. His larger than life love for science and discovery brought together microbiology, geology chemistry, physics and medicine. The Terry J. Beveridge Award is given in his honour to a mid-career scientist for significant achievements in geobiology.&nbsp;</p><p>In the award ceremony, the Geobiology Society highlighted professor Kappler’s work on identifying the role of mineral-precipitating bacteria in the formation of rock depositions on early Earth, several billion years ago. In his groundbreaking work, Prof. Kappler has used modern phototrophic iron-oxidizing and iron-mineral-precipitating bacteria to demonstrate their role in the formation of the world’s largest iron ore deposits, i.e. Banded Iron Formations, that can be found all over the world. Additionally, the award committee has recognized the interdisciplinary work by Prof. Kappler studying microbial electron transfer processes in the environment, nitrate-, Cadmium- and Arsenic-contaminated soils and groundwater aquifers, as well as the functioning of drinking water filters and amendment of soils by biochar for climate migitation.</p><p>Prof. Kappler’s work is exemplified by more than 250 publications in international peer-reviewed journals.</p><p class="align-right">Dr. Casey Bryce</p>]]></content:encoded><category>MatNat-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-41459</guid><pubDate>Fri, 28 Jun 2019 09:45:15 +0200</pubDate><title>16 Zentimeter, die entscheiden</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/16-zentimeter-die-entscheiden/</link><description>Tübinger Forscher identifizieren die kritische Bodentiefe für Untersuchungen der Boden-Pflanze-Beziehung in subtropischen Wald-Ökosystemen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Produktivität und Vergesellschaftung von Pflanzen erklären sich in hohem Maße aus den unterliegenden Boden- und Geländeeigenschaften. Viele wissenschaftliche Studien untersuchen allerdings nur die obersten Zentimeter des Bodens. Sie können daher wichtige Einflüsse im Unterboden übersehen, die unter anderem regulativ auf die Auswirkungen des Klimawandels wirken, wie beispielsweise den Kohlenstoffkreislauf.&nbsp;</p><p>Eine neue Studie der Arbeitsgruppe Bodenkunde und Geomorphologie der Universität Tübingen hat nun kritische Bodentiefen berechnet, in denen die Beziehung zwischen Boden und Pflanze ideal sind. Dazu wurden umfangreiche Analysedaten eines internationalen und interdisziplinären Forscherteams aus einem der weltweit größten Waldexperimente im subtropischen China (BEF China, DFG FOR 891) verwendet.</p><p>Die Wissenschaftler fanden heraus, dass je nach Standort wechselnde kritische Bodentiefen existieren, in denen Boden-Pflanze-Beziehungen am besten erklärt werden können. In dem untersuchten Modell-Ökosystem in China bestand der stärkste Zusammenhang zwischen Boden- und Pflanzeneigenschaften in einer Bodensäule von 0-16 cm. Dies wurde darauf zurückgeführt, dass der schnelle Umsatz organischer Substanz im Oberboden und das Recycling von Nährstoffen aus der Pflanzenstreu unter warm-feuchten Klimabedingungen offenbar die zentralen Mechanismen der Pflanzenproduktion sind.&nbsp;</p><p>Die Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage für das experimentelle Design zukünftiger Ökosystemstudien und die Probennahme in weltweiten Observatorien zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die sogenannte kritische Zone, den Bereich zwischen Bodenoberfläche und Festgestein. Darüber hinaus erlauben sie wichtige Erkenntnisse über das Zusammenspiel von Boden und Pflanze in subtropischen Wäldern. Die Methode soll nun in andere Klimazonen übertragen und dort auf ihre Anwendbarkeit überprüft werden.&nbsp;</p><p class="align-right">Steffen Seitz</p><p>Studie: <a href="https://www.nature.com/articles/s41598-019-45156-5" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">The strength of soil-plant interactions under forest is related to a Critical Soil Depth</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-41330</guid><pubDate>Wed, 26 Jun 2019 14:57:57 +0200</pubDate><title>Der Körber-Preis 2019 geht an Bernhard Schölkopf</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/der-koerber-preis-2019-geht-an-bernhard-schoelkopf/</link><description>Auszeichnung für Mitbegründer des Cyber Valley</description><content:encoded><![CDATA[<p>Den mit einer Million Euro dotierten Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft 2019 erhält der deutsche Physiker, Mathematiker und Informatiker Professor Dr. Bernhard Schölkopf. Er hat mathematische Verfahren entwickelt, die maßgeblich dazu beitrugen, der Künstlichen Intelligenz (KI) zu ihren jüngsten Höhenflügen zu verhelfen. Weltweites Renommee erlangte Schölkopf mit sogenannten Support-Vektor-Maschinen (SVM). Dies sind keine Maschinen im klassischen Sinne, sondern raffinierte Algorithmen (Programmanweisungen), mit denen Computer hochkomplizierte KI-Berechnungen schnell und präzise erledigen können.&nbsp;</p><p>Bernhard Schölkopf, 51, ist ein Pionier dieser neuen industriellen Revolution, die auf Information basiert. Nach dem Studium der Physik, Mathematik und Philosophie in Tübingen und London ging der gebürtige Stuttgarter mit einem Stipendium an die amerikanischen Bell Labs, wo sein späterer Doktorvater Vladimir Vapnik gerade anfing, an SVMs zu forschen. 1997 promovierte Schölkopf an der TU Berlin in Informatik. Bereits im Vapnik-Team trug er entscheidend dazu bei, die SVM-Technologie zur Anwendungsreife zu entwickeln. Nach Tätigkeiten in Cambridge, England, und einem New Yorker Biotech-Startup wurde Schölkopf 2001 Direktor am Max-Planck-Institut (MPI) für biologische Kybernetik in Tübingen. 2011 war er einer der Gründungsdirektoren des MPI für intelligente Systeme in Tübingen.</p><h3>KI und Cyber Valley&nbsp;</h3><p>Schölkopf ist auch Mitbegründer der weltweit renommierten Initiative »Cyber Valley« in der Region Stuttgart-Tübingen. Das Cyber Valley ist eine der größten Forschungskooperationen Europas aus Wissenschaft und Wirtschaft auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz (KI). Gefördert durch das Land Baden-Württemberg sind an der Initiative beteiligt die Max-Planck-Gesellschaft mit dem Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, die beiden Universitäten Tübingen und Stuttgart sowie führende deutsche und amerikanische Unternehmen wie Amazon, BMW AG, Daimler AG, IAV GmbH, Porsche SE, Robert Bosch GmbH und ZF Friedrichshafen AG. Im Rahmen des geplanten ELLIS-Programms (European Laboratory for Learning and Intelligent Systems) will Schölkopf »führende europäische Standorte besser miteinander vernetzen, gemeinsame Programme aufsetzen und Doktoranden ausbilden. Junge Spitzenforscher sollten nicht in die USA gehen müssen, um auf dem höchsten Niveau zu arbeiten.« Wichtig sei weiterhin eine noch umfangreichere staatliche KI-Förderung. Die Mittel des Körber-Preises will Schölkopf unter anderem in seinem Fachgebiet Kausale Inferenz und für Workshops zur Förderung des ELLIS-Projekts verwenden.</p><p>Obwohl fast alle tagtäglich damit in Kontakt kommen, weiß rund die Hälfte der Deutschen nicht, was unter dem Begriff »Künstliche Intelligenz« zu verstehen ist. »Kl ist im Spiel, wenn das Smartphone abgespeicherte Fotos automatisch nach Gesichtern und Themen wie Urlaub gruppiert«, erklärt Schölkopf, »oder Texte von einer Sprache in eine andere übersetzt.«</p><p>KI erlebt zurzeit einen weltweiten Boom, nicht zuletzt wegen ihrer wachsenden wirtschaftlichen Bedeutung. USA und China investieren Milliarden in diese Technologie, die weltweit das Arbeitsleben grundlegend verändern dürfte. Bereits vor der Jahrtausendwende sind intelligente Roboter in großem Stil in die Fabriken eingezogen, etwa in der Autoindustrie. Künftig werden intelligente Systeme auch zunehmend Routinearbeiten in Büros übernehmen.&nbsp;</p><h3>Support-Vektor-Maschinen (SVM) ähneln neuronalen Netzen</h3><p>Die von Bernhard Schölkopf mitentwickelten Support-Vektor-Maschinen ähneln dem Gehirn nachempfundenen neuronalen Netzen, liefern jedoch bei manchen Aufgaben präzisere Ergebnisse. Darüber hinaus basieren sie auf soliden mathematischen Grundlagen, was ihre Arbeitsweise transparenter macht. SVM müssen anfangs trainiert werden, wie das menschliche Gehirn beim Lernen. Ihre Besonderheit liegt darin, dass ihre Algorithmen saubere Klassifizierungen in mathematischen Räumen höherer Dimension vornehmen, der Computerdies jedoch mit vergleichsweise einfachen und schnellen Berechnungen erledigen kann.</p><p>Erste SVM-Systeme aus den 1990er-Jahren konnten handgeschriebene Ziffern auf Briefen fast so gut erkennen wie Menschen und waren besser als alle konkurrierenden Systeme. Sie gaben der Informatik auch wegen ihres systematischen mathematischen Ansatzes einen deutlichen Schub. Schölkopf ist heute der am häufigsten zitierte deutsche Informatiker und zählt gemäß dem Forschungsmagazin »Science« zu den zehn einflussreichsten Computerwissenschaftlern der Welt.</p><p>Aktuell erforscht das Schölkopf-Team am MPI Tübingen Algorithmen, die aus Daten auch kausale Zusammenhänge erkennen können. Kausale Inferenz nennt sich diese vielversprechende neue Forschungsrichtung. Ziel ist unter anderem, KI-Systeme robuster gegen Störeinflüsse zu machen. »Wenn in einer geschlossenen Ortschaft ein Tempo-30-Schild so überklebt wurde, dass es wie ein Tempo-120-Schild aussieht, dann muss das KI-System eines selbstfahrenden Autos aus dem Kontext erschließen können, dass dieses Schild zu ignorieren ist«, so Bernhard Schölkopf.</p><h3>Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft</h3><p>Der Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft 2019 wird Bernhard Schölkopf am 13. September im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses überreicht. Aus Anlass ihres 60-jährigen Bestehens erhöht die Körber-Stiftung die Dotierung des Preises ab diesem Jahr auf eine Million Euro. Damit zählt der Körber-Preis zu den weltweit höchstdotierten Forschungspreisen. »Wir wollen ein Zeichen für die Anerkennung von Spitzenforschung in Europa setzen«, so Dr. Lothar Dittmer, Vorsitzender des Vorstands der Körber-Stiftung, »und mit unserer ebenfalls neuen Regelung, dass fünf Prozent der Preissumme für die Wissenschaftskommunikation zu verwenden sind, dazu beitragen, dass diese Anerkennung auch in der Öffentlichkeit wächst.« Die Körber-Stiftung zeichnet mit dem Körber-Preis seit 1985 jedes Jahr einen wichtigen Durchbruch in den Physical oder den Life Sciences in Europa aus. Prämiert werden exzellente und innovative Forschungsansätze mit hohem Anwendungspotenzial. Nach Verleihung des Körber-Preises erhielten bislang sechs Preisträgerinnen und Preisträger den Nobelpreis.</p><p class="align-right">Pressemitteilung der Körber-Stiftung</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-41160</guid><pubDate>Fri, 21 Jun 2019 13:39:06 +0200</pubDate><title>Bundesforschungsministerin informiert sich über Tübinger KI-Forschung</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/bundesforschungsministerin-informiert-sich-ueber-tuebinger-ki-forschung/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, hat am Donnerstag das Tübinger Kompetenzzentrum für Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen besucht. Im neuen AI (Artificial Intelligence) Research Building informierte sie sich über Forschungsprojekte zur Künstlichen Intelligenz und wurde dabei von der baden-württembergischen Wissenschaftsministerin Theresia Bauer und der Bundestagsabgeordneten Annette Widmann-Mauz begleitet.&nbsp;</p><p>Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Tübingen und aus dem Cyber Valley-Verbund präsentierten Forschungsarbeiten, unter anderem zur Bilderkennung, zur Fairness und Interpretierbarkeit von Computer-Algorithmen und zum Einsatz künstlicher Intelligenz in der Medizin, beispielweise um Therapien zu optimieren. &nbsp;</p><p>Zudem stellten sich das Exzellenzcluster „Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft“ der Universität Tübingen sowie die Nachwuchsförderung aus dem Bereich vor: So erwerben Grundschüler in einem Projekt mit Begeisterung erste Programmierkenntnisse. Mit Deutschlands ersten Masterstudiengang „Machine Learning“ und der bislang größten Graduiertenschule für Intelligente Systeme will das Cyber Valley dem Mangel an qualifizierten KI-Fachkräften im Land entgegentreten und eine neue Generation von Experten ausbilden.&nbsp;</p><p class="align-right">Antje Karbe</p><h3>Links:</h3><ul><li><a href="/forschung/forschungsschwerpunkte/exzellenzcluster-maschinelles-lernen/home/">Exzellenzcluster der Universität Tübingen&nbsp;</a></li><li><a href="/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/informatik/fachbereich/">Fachbereich Informatik der Universität Tübingen</a></li><li><a href="https://cyber-valley.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Forschungsverbund Cyber Valley</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Termine</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-40710</guid><pubDate>Thu, 06 Jun 2019 16:01:15 +0200</pubDate><title>Website des Forschungsverbunds „Leistung macht Schule“ (LemaS) jetzt online </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/website-des-forschungsverbunds-leistung-macht-schule-lemas-jetzt-online/</link><description>Teilprojekt an der Universität Tübingen zur Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler</description><content:encoded><![CDATA[<p>Begabungs- und Leistungsförderung zählt zu den Kernaufgaben einer jeden Schule. Um die leistungsstarken und die potenziell besonders leistungsfähigen Schülerinnen und Schüler innerhalb ihrer Domänen zu fordern und zu fördern, müssen sich Schule und Unterricht auf institutioneller, organisatorischer, struktureller, personeller und inhaltlicher Ebene verändern.</p><p>Der interdisziplinäre Forschungsverbund LemaS nimmt sich im Rahmen des Forschungs- und Schulentwicklungsprojekts Leistung macht Schule diesem Thema an. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und ist eingebettet in eine auf zehn Jahre angelegte gemeinsame Initiative von Bund und Ländern sowie der Kultusministerkonferenz (KMK) zur Förderung von (potenziell) leistungsstarken Schülerinnen und Schülern. LemaS setzt sich aus 28 leitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von 16 Universitäten und Hochschulen zusammen und arbeitet in insgesamt 22 Teilprojekten mit bundesweit 300 Schulen des Primar- und Sekundarbereichs an leistungs- und begabungsfördernden Strukturen in Schule und Unterricht. Im Mai ist die Homepage des interdisziplinären Forschungsverbunds LemaS online gegangen.</p><h3>Tübinger Teilprojekt und Hector Core Courses</h3><p>Das LemaS-Teilprojekt 7 „ENRICHMINT: Enrichment im MINT-Regelunterricht für (potenziell) leistungsstarke Grundschulkinder“ ist an der Universität Tübingen angesiedelt und wird von Juniorprofessorin Dr. Jessika Golle vom Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen geleitet. Ziel des Projektes ist es, die Förderkonzepte der Hector Core Courses an den baden-württembergischen Hector Kinderakademien und am Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF) zu evaluieren und so zu überarbeiten, dass sie künftig in den Regelunterricht integrieren werden können. Durch ein <strong>Enrichment</strong> des regulären Unterrichts im <strong>MINT</strong>-Bereich in der 3. und 4. Klasse sollen so (potenziell) leistungsstarke Schülerinnen und Schüler gefördert werden.</p><p>Die Hector Stiftung II und das Land Baden-Württemberg vereinbarten 2010 die flächendeckende Einrichtung von Hector Kinderakademien. Die Hector Core Courses sind Kurse an den Hector Kinderakademien, die</p><ul><li>speziell für besonders begabte und hochbegabte Kinder konzipiert wurden,</li><li>auf aktuellen Erkenntnissen der Fachdidaktik, Psychologie und Unterrichtsqualitätsforschung basieren</li><li>und deren positive Effekte auf die Entwicklung besonders begabter und hochbegabter Kinder in einer wissenschaftlichen Studie nachgewiesen wurden.</li></ul><p>Die Hector Core Courses stellen ein wesentliches Merkmal der Qualitätssicherung der Hector Kinderakademien dar. Bisher wurden sie als extracurriculare Angebote erprobt und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit überprüft. Das Teilprojekt begleitet 13 Schulen aus 9 Bundesländern.</p><p class="align-right">Maximilian von Platen</p><h3>Links:</h3><ul><li><a href="https://www.lemas-forschung.de/" target="_blank" class="external-link" title="Link zum Forschungsverbund LemaS" rel="noreferrer">Webseite Forschungsverbund LemaS</a></li><li><a href="https://www.lemas-forschung.de/projekte/teilprojekt-7" target="_blank" class="external-link" title="Link zum Teilprojekt 7" rel="noreferrer">Teilprojekt 7 ENRICHMINT</a></li><li><a href="/fakultaeten/wirtschafts-und-sozialwissenschaftliche-fakultaet/faecher/fachbereich-sozialwissenschaften/hector-institut-fuer-empirische-bildungsforschung/forschung/aktuelle-studien/hector-kinderakademien/" class="internal-link" title="Link zur Seite der Hector Kinderakademien">Hector Kinderakademien</a></li><li><a href="/fakultaeten/wirtschafts-und-sozialwissenschaftliche-fakultaet/faecher/fachbereich-sozialwissenschaften/hector-institut-fuer-empirische-bildungsforschung/forschung/aktuelle-studien/hector-kinderakademien/hector-core-courses/" class="internal-link" title="Link zur Seite der Hector Core Courses">Hector Core Courses</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-40440</guid><pubDate>Thu, 30 May 2019 14:01:00 +0200</pubDate><title>Zarenurkunde wieder an Herkunftsort in Kiew</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/zarenurkunde-wieder-an-herkunftsort-in-kiew/</link><description>Ukrainischer Kulturminister übergibt Originalurkunde Peters I. an Vernadsk’yj-Nationalbibliothek in Kiew </description><content:encoded><![CDATA[<p>In einem offiziellen Akt hat der ukrainische Kulturminister, Evgen Niščuk, am Donnerstag in Kiew die lange verschollene Zarenurkunde der Generaldirektorin der Nationalbibliothek, Ljubov Dubrovina, überreicht. Die offizielle Restitution der Originalurkunde Peters I., die sich jahrzehntelang im Besitz der Universität Tübingen befand, hatte bereits am 14. März 2019 in Berlin stattgefunden. Dort wurde sie an den Botschafter der Ukraine, Andrij Melnyk, übergeben, der sich bei seinem Besuch in Tübingen dafür herzlich beim Rektor der Universität bedankte. An dem Festakt in Kiew nahmen auch der Bevollmächtigte Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Ernst Reichel, hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Tübingen teil.</p><p>Die kirchenhistorisch bedeutsame und prächtig gestaltete Urkunde aus dem Jahr 1708 hatte jahrzehntelang die Bibliothek des Instituts für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde der hiesigen Universität geschmückt. Im Rahmen eines Projekts zur Erforschung der Provenienz der Urkunde konnten Tübinger und ukrainische Historikerinnen nachweisen, dass es sich bei der Urkunde um Raubgut handelte. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde sie im Oktober 1941 während der deutschen Besatzung aus Kiew abtransportiert. Nach 1945 gelangte die Urkunde in den Verkauf und wurde 1958/59 von Professor Werner Markert, dem Gründungsdirektor des Instituts für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde, für die Universität Tübingen erworben.</p><p>Im Anschluss an die Übergabe präsentierte die deutsch-ukrainische Forschergruppe im Rahmen eines Kolloquiums ihre Ergebnisse zur Geschichte der Urkunde.</p><p class="align-right">Prof. Dr. Klaus Gestwa</p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Klaus Gestwa<br> Universität Tübingen<br> Osteuropäische Geschichte und Landeskunde<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> 49 7071 29-72388 (Sekr.)<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mncwu0iguvycBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">klaus.gestwa<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a><span style="font-size:1rem">&nbsp;</span></p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Histsem-OsteuroGesch-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Termine</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-40731</guid><pubDate>Thu, 23 May 2019 17:52:00 +0200</pubDate><title>DFG sponsors two new SFBs in Tübingen (english version)</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/dfg-sponsors-two-new-sfbs-in-tuebingen-english-version/</link><description>New collaborative research centers to investigate antibiotics and the aesthetic perspectives of the pre-modern age</description><content:encoded><![CDATA[<p>The University of Tübingen is to have two new collaborative research centers (in German Sonderforschungsbereich or SFB). The German Research Foundation will sponsor the two research initiatives from July 1 with eight million euros each for an initial period of four years.&nbsp;</p><p>The&nbsp;collaborative research center&nbsp;"Alternative Aesthetics" (SFB 1391) will study the actions and artefacts of premodern, alternative aesthetics and examine art terms, artistic concepts and related actions from eras before the term 'aesthetics' was coined in Germany in the 18th century. It also aims to consolidate current debates surrounding the relevance of aesthetics with a deeper historical perspective and methodology, with a view to gaining a better understanding of current issues in art and society.The spokeswoman is Professor Annette Gerok-Reiter (Germanistische Mediävistik – Deutsches Seminar); the University of Stuttgart is participating in two of the 18 research subprojects in the collaborative research center.</p><p>Antibiotic resistance and the resulting decline in available antibiotics are a growing concern for the treatment of infectious diseases. In addition, the effects of an antibiotic on a target cell appear to be much greater than previously thought. The SFB/Transregio "Cellular Mechanisms of Antibiotic Action and Production" will investigate the biochemical production and effect mechanisms of antibiotics in further detail. The long-term objective is to contribute to the development of new antibiotics. The spokeswoman is Professor Dr. Heike Brötz-Oesterhelt of the Interfaculty Institute of Microbiology and Infection Medicine; partner institution: University of Bonn.</p><h3>Contact:</h3><p>Professor Annette Gerok-Reiter<br> University of Tübingen<br> Deutsches Seminar<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;+49 7071 29-72403<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,c0igtqm/tgkvgtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">a.gerok-reiter<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p>Professor Dr. Heike Brötz-Oesterhelt<br> University of Tübingen<br> Interfaculty Institute of Microbiology and Infection Medicine<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> &nbsp;+49 7071 29-74706<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,jgkmg0dtqgvb/qguvgtjgnvBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">heike.broetz-oesterhelt<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-40131</guid><pubDate>Thu, 23 May 2019 11:28:34 +0200</pubDate><title>Neue Sonderforschungsbereiche erforschen Antibiotika und nehmen ästhetische Perspektiven der Vormoderne in den Blick</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neue-sonderforschungsbereiche-erforschen-antibiotika-und-nehmen-aesthetische-perspektiven-der-vormoderne-in-den-blick/</link><description>Zwei Sonderforschungsbereiche verlängert</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen erhält zwei neue Sonderforschungsbereiche. Wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mitteilte werden die Forschungsverbünde ab 1. Juli für zunächst vier Jahre mit je acht Millionen Euro gefördert.&nbsp;</p><p>Im Sonderforschungsbereich „Andere Ästhetik“ (SFB 1391) untersuchen Fächer aus den Kultur- und Geisteswissenschaften Akte und Artefakte einer vormodernen, „anderen“ Ästhetik und setzen sich mit Kunstbegriffen, Kunstkonzepten und zugehörigen Praktiken auseinander, die zeitlich in Epochen vor der Begriffsprägung der Ästhetik im 18. Jahrhundert fallen. Sprecherin ist Professorin Annette Gerok-Reiter (Germanistische Mediävistik – Deutsches Seminar), an zwei der insgesamt 18 Forschungsprojekte ist die Universität Stuttgart beteiligt.&nbsp;</p><p>Im SFB/Transregio „Zelluläre Mechanismen der Antibiotikawirkung und -produktion“ (ANTIBIOTIC CellMAP) untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Biologie, Chemie und Pharmazie die biochemischen Produktions- und Wirkungsmechanismen von Antibiotika. Sprecherin ist Professorin Heike Brötz-Oesterhelt (Interfakultäres Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin). Partner im Transregio-Verbund ist die Universität Bonn.</p><h2>„Andere Ästhetik“ (SFB 1391)</h2><p>Ästhetische Fragen erleben derzeit eine überraschende Konjunktur. Öffentliche, zum Teil heftig geführte Debatten zur Relevanz des Ästhetischen und zur Funktion der Künste lassen aufhorchen. Auch in der Forschung werden diese Fragen mit neuer Intensität diskutiert, sowohl in den Geisteswissenschaften als auch in den Gesellschafts- und Naturwissenschaften. Dabei bleibt man jedoch oft Autonomiekonzepten des 18. und beginnenden 19. Jh.s verhaftet: Kunst wird als autonom betrachtet, ein Kunstwerk folgte nur eigenen Gesetzen. Gerade damit aber droht die Frage wieder aus dem Blick zu geraten, welche Funktion die Künste in sozialer wie anthropologischer Hinsicht haben.&nbsp;</p><p>Hier setzt der neue Sonderforschungsbereich an: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen ästhetische Praktiken, Manifestationen und Konzepte in den Blick rücken, die nicht von autonomieästhetischen Positionen ausgehen. Eine solche Andere Ästhetik lässt sich – so die These – in hervorragender Weise in der Vormoderne finden, also vor dem Zeitalter der philosophischen Ästhetik.&nbsp;</p><p>Der Tübinger SFB setzt in diesem Sinne bei der Aktualität der Vormoderne an. Sein wissenschaftliches Programm stützt sich auf ein breites Fächerspektrum, das neben den Literatur-, Kunst- und Musikwissenschaften, der klassischen Archäologie und der Rhetorik auch Fächer wie Linguistik, Theologie, Geschichte und Maschinelle Sprachverarbeitung umfasst. Der SFB verbindet so die moderne Debatte um die sozio-anthropologischen Funktionen des Ästhetischen mit einer neuen Grundlagendiskussion über das Verständnis ästhetischer Prozesse. Im Mittelpunkt wird das Modell einer Ästhetik stehen, die die Relation zwischen der Eigenlogik der Künste (autologische Dimension) und ihre sozialen Praxis (heterologische Dimension) ins Zentrum stellt. Von hier aus lässt sich der Beitrag vormoderner ästhetischer Akte und Artefakte für die Ästhetikforschung neu bewerten. Ziel des Forschungsverbundes ist es, auf dieser Basis die gegenwärtigen Debatten um die Relevanz des Ästhetischen historisch zu fundieren und damit auch und gerade aktuelle Fragen von Kunst und Gesellschaft gewinnbringend weiterzuentwickeln.</p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Annette Gerok-Reiter<br> Universität Tübingen<br> Deutsches Seminar<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49-(0)7071-29-72403<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,c0igtqm/tgkvgtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">a.gerok-reiter<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><h2>„Zelluläre Mechanismen der Antibiotikawirkung und -produktion“ (ANTIBIOTIC CellMAP)&nbsp;</h2><p>Antibiotika haben – mehr als andere Therapeutika – die Lebenserwartung der Menschen verbessert. Nun entwickeln immer mehr Krankheitserreger Mehrfachresistenzen gegen die einstigen Wundermittel. Neue antibiotische Wirkstoffe werden dringend benötigt, und zurzeit sind nur wenige in der Entwicklung. In den vergangenen Jahrzehnten wurde viele Stoffe mit Hochdurchsatzscreenings auf antibakterielle Wirkung getestet ‒ mit einer enttäuschend niedrigen Erfolgsrate für die Entwicklung neuer Medikamente. Es bestehen immer noch Wissenslücken, sowohl in der Wirkungsweise von Antibiotika wie auch in der Biologie der Bakterienzellen, die den Antibiotika ausgesetzt sind. Im neuen SFB wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daher tief in die Grundlagenforschung einsteigen. Sie wollen die vielfältigen Wirkungen von Antibiotika auf Krankheitserreger besser verstehen und auch erforschen, welchem Stress Bakterienzellen unterliegen während sie selbst Antibiotika herstellen.</p><p>Selbst bei bewährten Antibiotika, die schon seit Jahrzehnten in der Therapie eingesetzt werden, gibt es Forschungsbedarf. Man versteht häufig nicht genau, welche Wirkkaskade ein Antibiotikum in den behandelten Bakterien auslöst und welches spezielle Ereignis den Zelltod bewirkt. Viele erfolgreiche Antibiotika greifen an mehreren Stellen in den Stoffwechsel ein. Diese antibiotische Aktivität in den Zielzellen untersuchen die Wissenschaftler im Projektbereich A des neuen SFB. Ziel ist es hier, aus den molekularen Mechanismen gut wirksamer Antibiotika zu lernen, um in Zukunft neue Wirkstoffe besser auswählen und entwickeln zu können.</p><p>Etwa zwei Drittel der erfolgreich in der Antibiotikatherapie eingesetzten Wirkstoffklassen sind Naturstoffe oder chemische Abkömmlinge von solchen. Die meisten dieser Naturstoffe werden von Bakterien hergestellt, die die gleichen Maschinerien in ihren Zellen nutzen wie die „Zielbakterien“, gegen die Antibiotika eingesetzt werden. Im Projektbereich B des SFB wenden sich die Wissenschaftler daher der Antibiotikaherstellung in den produzierenden Zellen zu und wollen klären, wie diese Bakterien die Herstellung ihrer tödlichen Produkte bewältigen und welche Anpassungen im Stoffwechsel mit der Produktion einhergehen müssen.</p><p>Eine Besonderheit dieses Forschungsverbundes ist es, dass Auswirkungen auf die „Zielzellen“ und die „produzierenden Zellen“ so eng miteinander verzahnt untersucht werden. Wenn wir mehr über die Physiologie der Produzentenzellen lernen, werden wir sie zukünftig dazu bringen können, im Labor auch solche Stoffe zu produzieren, die sie heute dort nicht bilden, versprechen sich die Forscher. Denn Experten schätzen, dass das Potential, Antibiotika zu bilden, in der Natur viel größer ist, als wir bisher im Labor nachstellen können.</p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Heike Brötz-Oesterhelt<br> Universität Tübingen<br> Interfakultäres Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-74706<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,jgkmg0dtqgvb/qguvgtjgnvBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">heike.broetz-oesterhelt<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><h2>Zwei Tübinger Sonderforschungsbereiche verlängert</h2><p>Die DFG hat hat außerdem insgesamt 27 Sonderforschungsbereiche verlängert, darunter einen an der Universität Tübinger sowie einen SFB Transregio mit Tübinger Beteiligung:&nbsp;</p><ol><li>SFB 923 „Bedrohte Ordnungen“&nbsp;<br> 	Sprecher: Prof. Dr. Mischa Meier – Seminar für Alte Geschichte<br> 	Zweite Verlängerung;&nbsp;Laufzeit: seit 1. Juli 2011<br><a href="/forschung/forschungsschwerpunkte/sonderforschungsbereiche/sfb-923/aktuelles/">Zur Homepage des SFB 923</a></li><li>SFB/TRR 156 „Die Haut als Sensor und Initiator von lokaler und systemischer Immunität“<br> 	In Kooperation mit den Universitäten Heidelberg und Mainz<br> 	Sprecher: Prof. Dr. Alexander Enk, Universität Heidelberg,<br> 	Tübinger Sprecher: Prof. Dr. Martin Röcken – Universitäts-Hautklinik<br> 	1. Verlängerung;&nbsp;Laufzeit: seit 1. Juli 2015&nbsp;<br><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/sfbs/sfb-trr156/welcome/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Zur Homepage des SFB Transregio 156</a></li></ol>]]></content:encoded><category>MatNat-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-40089</guid><pubDate>Wed, 22 May 2019 14:27:16 +0200</pubDate><title>Pflanzenforschung: Tübinger Patent geht in die Anwendung</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/pflanzenforschung-tuebinger-patent-geht-in-die-anwendung/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Wissenschaftler der Universität Tübingen haben eine Technologie entwickelt, mit der Pflanzen besser gegen Pilzerkrankungen immunisiert werden können. Dr. Andrea Gust und Dr. Frederic Brunner vom Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen (ZMBP) nutzten hierfür Pilz-Extrakte aus Arabidopsis-Pflanzen. Wurden Nutzpflanzen damit vorbehandelt, zeigten sie eine bessere Resistenz gegen Pilz-Erkrankungen wie Sclerotinia und Botrytis.&nbsp;</p><p>Die Technologie geht nun in die Anwendung: Das spanische Unternehmen „PlantResponse Biotech“ schloss einen Lizenzvertrag mit der Universität Tübingen ab und wird das Patent weiterentwickeln. „Wir freuen uns, mit der Universität zusammenzuarbeiten, um wissenschaftlich fundierte Lösungen für die Agrarwirtschaft zu entwickeln“, erklärte Geschäftsführer Tom Snipes. Die Technologie habe das Potenzial, Nutzpflanzen gegen Krankheitserreger zu stärken und biete einen neuen Ansatz, die Produktivität von Pflanzen zu steigern.</p><p>Auch die Universität begrüße die Kooperation mit der Plant Response, sagte Rolf Hecker, Leiter der Abteilung „Technologie-Transfer und start-ups“. „Die Grundlagen für diese vielversprechende Technologie zur Pilzbekämpfung bei Pflanzen wurden durch Forschung in Tübingen gelegt, das freut uns natürlich besonders.“</p><p>PlantResponse Biotech arbeitet an Technologien, mit denen sich Pflanzen auf molekularer Ebene resistent gegen widrige Bedingungen wie Dürren oder Erkrankungen machen lassen. Das Unternehmen erschließt innovative Forschung für die Anwendung auf dem Agrarmarkt.&nbsp;</p><ul><!--&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://plantresponse.com/index.php/news/&quot; target=&quot;_blank&quot; class=&quot;external-link&quot; rel=&quot;noreferrer&quot;&gt;Pressemitteilung von Plant Response&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;--><li><a href="http://plantresponse.com/index.php/plantresponse-signs-license-agreement-university-tubingen/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Pressemitteilung von Plant Response</a></li><li><a href="/forschung/innovation/technologietransfer/">Technologietransfer der Universität Tübingen</a></li></ul><p class="align-right">Antje Karbe</p><h3>Kontakt:&nbsp;</h3><p>Dr. Rolf Hecker<br> Universität Tübingen<br> Leitung Technologietransfer und Start-ups<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> &nbsp;+49 7071 29-72639<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,t0jgemgtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">r.hecker<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-39936</guid><pubDate>Mon, 20 May 2019 13:30:46 +0200</pubDate><title>Chimpanzees do not need to watch others to use tools  </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/chimpanzees-do-not-need-to-watch-others-to-use-tools/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Recent research published in the American Journal of Primatology suggests that chimpanzees can spontaneously use tools to solve a task, without needing to watch others first. Researchers Elisa Bandini and Claudio Tennie from the University of Tübingen, Germany, looked for the spontaneous re-innovation of a chimpanzee tool-use behaviour where sticks are used to ‘pound’ palm-hearts out of palm trees (so-called pestle pounding behaviour).</p><p>They provided naive chimpanzees held at Chimfunshi Wildlife Orphange, in Zambia (Africa), who had never seen this behaviour before, with a testing apparatus with food inside. It could only be accessed using a stick tool and a pounding action, simulating palm-hearts, the edible part at the top of palm trees. The tested chimpanzees spontaneously used sticks without any demonstrations, and moreover, when they did they showed the same pestle pounding action patterns as their wild conspecifics.</p><p>This is all notwithstanding the fact that pestle pounding behaviour fulfils the criteria given for animal cultural behaviour. This shows that animal culture need not be cultural in similar ways as human culture is, as then the behaviour should never re-occur in naive subjects, because it would require watching others. Yet, even though the naive Chimfunshi chimpanzees had never seen the target ‘pounding’ actions, they spontaneously expressed the same tool-use behaviour as is seen in wild pestle-pounding.&nbsp;</p><p>“Our results challenge the widespread belief that chimpanzees would need to learn from each other how to use tools, and instead suggest that tool-use behaviours can be within their general behavioural repertoire, we call this ‘zone of latent solutions’”, the authors say. “Due to the close genetic ties between humans and chimpanzees, it is therefore possible that naive early hominins also spontaneously invented some forms of their early material culture.” &nbsp;&nbsp;</p><p class="align-right">Claudio Tennie</p><h3>Publication:&nbsp;</h3><p>Bandini, E &amp; Tennie, C. 2019. Individual acquisition of ‘stick pounding’ behaviour by naïve chimpanzees. American Journal of Primatology.&nbsp;</p><h3><br> Contact:&nbsp;</h3><p>Dr. Claudio Tennie<br> University of Tübingen<br> Department for Early Prehistory and Quaternary Ecology&nbsp;<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,encwfkq0vgppkgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">claudio.tennie<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><h2>Schimpansen nutzen Werkzeuge auch ohne vorherige Erfahrung&nbsp;</h2><p>Schimpansen setzen Werkzeuge ein, ohne dies vorher bei Artgenossen beobachtet zu haben. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Elisa Bandini und Claudio Tennie von der Abteilung für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie der Universität Tübingen. Das Team hatte an Menschenaffen aus Sambia beobachtet, dass diese spontan Stöcke verwendeten, um Palmenherzen aus Palmen zu schlagen, obwohl sie diese Technik nie vorher erlernt hatten. Die Ergebnisse wurden im American Journal of Primatology veröffentlicht.</p><p>Das Forscherteam präsentierte Schimpansen im „Chimfunshi Wildlife Orphange“ in Sambia (Afrika) ein Gerät, in dem sich Nahrung verbarg. Der Aufbau simulierte die Palmenherzen von Palmen, essbares Gewebe am oberen Ende einer Palme. An den Inhalt des Geräts zu kommen, war nur mit einem stockförmigen Werkzeug und Hämmern möglich (sogenanntes Stampfverhalten). Die Schimpansen hatten dieses in der Natur typische Verhalten noch nie gesehen. Dennoch benutzten sie spontan und ohne Anleitung Stöcke und zeigten das gleiche Stampfverhalten wie wilde Artgenossen.</p><p>Stampfverhalten gilt als kulturelles Verhalten von Tieren. Die Ergebnisse zeigten, dass kulturelles Verhalten bei Tieren nicht notwendigerweise dem kulturellen Verhalten von Menschen ähnle, das durch Beobachten weitergegeben wird, so die Wissenschaftler. „Unsere Ergebnisse stellen daher die weit verbreitete Annahme in Frage, Schimpansen müssten erst voneinander lernen, wie man Werkzeuge einsetzt. Sie legen stattdessen nahe, dass die Nutzung von Werkzeug innerhalb ihres allgemeinen Verhaltensrepertoires liegt. Wir sprechen hier von einer ‚Zone der latenten Lösungen‘ ". Aufgrund der engen genetischen Verbindungen zwischen Mensch und Schimpanse ist es daher denkbar, dass frühe Menschen einige Formen ihrer frühen materiellen Kultur ebenfalls spontan erfanden.</p><p class="align-right">Claudio Tennie/Antje Karbe</p><h3><br> Publikation:&nbsp;</h3><p>Bandini, E &amp; Tennie, C. 2019. Individual acquisition of ‘stick pounding’ behaviour by naïve chimpanzees. American Journal of Primatology.&nbsp;</p><h3><br> Kontakt:&nbsp;</h3><p>Dr. Claudio Tennie<br> Universität Tübingen<br> Abteilung für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,encwfkq0vgppkgBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">claudio.tennie<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-39528</guid><pubDate>Thu, 09 May 2019 14:14:00 +0200</pubDate><title>Land fördert Erforschung der &quot;Gesellschaft im Digitalen Wandel&quot; mit 2,1 Millionen Euro</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/land-foerdert-erforschung-der-gesellschaft-im-digitalen-wandel-mit-21-millionen-euro-1/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Tübinger Wissenschaftler sind an neuem Forschungsverbund beteiligt, der den Einfluss der Digitalisierung auf den Einzelnen und die Gesellschaft interdisziplinär erforschen soll. Bei der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft stehen derzeit technische Fragen wie autonomes Fahren, die digitale Ausstattung der Schulen oder der Einsatz Künstlicher Intelligenz im Vordergrund. Doch Technik allein ist noch kein Schlüssel für eine erfolgreiche Digitalisierung. Damit sie gelingt, ist die kritische Reflexion der Auswirkungen der Digitalisierung auf den Einzelnen und auf eine wertorientierte Gesellschaftsgestaltung notwendig. Das soll das neue wissenschaftliche Konsortium mit dem Namen digilog@bw leisten, in dem sich unter der Leitung der Universität Mannheim das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Universität Tübingen zusammengeschlossen haben.&nbsp;</p><p>Am Standort Tübingen sind das Internationale Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) und als außeruniversitäre Einrichtung das Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) beteiligt. Das Konsortium wird geleitet von Prof. Dr. Michael Decker (KIT), Prof. Dr. Thomas Fetzer (Uni Mannheim) und PD Dr. Jessica Heesen (Uni Tübingen). Das Landeswissenschaftsministerium fördert das Projekt innerhalb der Ausschreibungslinie "Gesellschaft im Digitalen Wandel"&nbsp;mit mehr als 2,1 Millionen Euro für die Dauer von drei Jahren.&nbsp;</p><p>Autonomie, Partizipation und Wissen – die Themen sind die drei Kernelemente des neuen Projekts. Diese sollen standortübergreifend und interdisziplinär bearbeitet werden. Der Forschungsverbund will den Einfluss der Digitalisierung auf Mensch und Gesellschaft identifizieren und analysieren und Gestaltungsoptionen für einen demokratischen und gerechten digitalen Wandel entwickeln. Dafür bündelt er Expertise aus universitärer und außeruniversitärer Forschung der Geistes-, Sozial-, Rechts-, Wirtschafts-, Medien- und Kommunikationswissenschaften, der Ethik und der Informatik sowie der interdisziplinären Technikbewertung.&nbsp;</p><p>Die Universität Tübingen und das Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) sind mit vier Projekten am Konsortium beteiligt: das Ethikzentrum fragt nach der Wirkung von Künstlicher Intelligenz auf die öffentliche Kommunikation, untersucht den Einfluss des Cloud Computing auf die digitale Souveränität des Einzelnen sowie gerechte Partizipationsverhältnisse in der digitalen Kommunikation, besonders die Diskriminierung von Frauen durch Algorithmen und in Sozialen Medien. Am Tübinger IWM erforschen Sonja Utz und ihre Nachwuchsgruppe „Soziale Medien“ wie KI-gestützte Sprachassistenten sich auf Informationssuche und -bewertung auswirken und welche Rolle Medienkompetenz dabei spielt. Sprecherin der Universität Tübingen im Konsortium ist PD Dr. Jessica Heesen, Leiterin des Forschungsschwerpunkts Medienethik und Informationstechnik am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften.</p><p>Um auch mit Bürgerinnen und Bürgern außerhalb der Wissenschaft in den Dialog zu treten, sind Ausstellungen, Diskussionsveranstaltungen und Vortragsreihen angedacht. Deshalb ist auch das Karlsruher Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) bei dem Projekt mit von der Partie. So soll der Forschungsverbund einen Beitrag nicht nur zum wissenschaftlichen, sondern auch zum öffentlichen Diskurs leisten.&nbsp;</p><p class="align-right">Alisa Koch</p><h3>Kontakt:&nbsp;</h3><p>PD Dr. Jessica Heesen<br> Universität Tübingen<br> Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW)<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span>&nbsp;Telefon +49 7071 29-7751<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,lguukec0jggugpBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">jessica.heesen<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-39231</guid><pubDate>Thu, 02 May 2019 17:00:42 +0200</pubDate><title>Gay-Lussac-Humboldt-Forschungspreis für Physiker Alexander Buzdin</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/gay-lussac-humboldt-forschungspreis-fuer-physiker-alexander-buzdin/</link><description>Physikalisches Institut der Universität Tübingen Gastgeber für Forschungsaufenthalt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat im April 2019 die Verleihung des Gay-Lussac-Humboldt-Forschungspreises an Professor Alexander &nbsp;Buzdin, Université de Bordeaux bekanntgegeben. Die Höhe des Preises beträgt 60.000 Euro. Gastgebende Institution ist das Physikalische Institut der Universität Tübingen, Professor Reinhold Kleiner.</p><p>Professor Buzdin ist ein weltweit führender theoretischer Physiker auf dem Gebiet der Koexistenz von Magnetismus und Supraleitung, insbesondere im Hinblick auf so genannte Proximity-Effekte zwischen Supraleitern und Ferromagneten. Alexander &nbsp;Buzdin hat eine Reihe wissenschaftlicher Durchbrüche erzielt, die maßgeblich zur Entwicklung des Forschungsgebiets beigetragen haben. In jüngster Zeit entwickelt Buzdin einen neuen Forschungsansatz, der in Richtung einer optisch getriebenen supraleitenden Elektronik zielt. Dieses Thema wird im Mittelpunkt seiner Forschungsaufenthalte ab März 2020 an der Universität Tübingen stehen. Alexander Buzdin wird sich überdies durch &nbsp;Vorlesungen und Vorträge in die Lehre einbringen.&nbsp;</p><p class="align-right">Reinhold Kleiner</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-39204</guid><pubDate>Thu, 02 May 2019 15:48:49 +0200</pubDate><title>Virtuelle Ausstellung des Tübinger Sonderforschungsbereichs 923 &quot;Bedrohte Ordnungen&quot; für Grimme Online Award nominiert</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/virtuelle-ausstellung-des-tuebinger-sonderforschungsbereichs-923-bedrohte-ordnungen-fuer-grimme-online-award-nominiert/</link><description>Verkündung der Preisträgerinnen und Preisträger am 19. Juni 2019</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Grimme Institut hat am 2. Mai bekanntgegeben, dass die virtuelle Ausstellung des <a href="/forschung/forschungsschwerpunkte/sonderforschungsbereiche/sfb-923/aktuelles/">Tübinger Sonderforschungsbereichs (SFB) 923 "Bedrohte Ordnungen"</a> für einen Grimme Online Award nominiert worden ist. Die unter <a href="http://www.bedrohte-ordnungen.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.bedrohte-ordnungen.de</a> aufrufbare Ausstellung wurde unter 1.200 Einreichungen als einer der besten 28 Beiträge ausgewählt. Mit der Verkündung der Nominierten startet zugleich ein <a href="https://w1.grimme-online-award.de/goa/voting/ext_voting.pl" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Online-Voting</a> für den Publikumspreis, bei dem auch die Seite der Tübinger Forscherinnen und Forscher zur Auswahl steht. Die Preisträgerinnen und Preisträger des diesjährigen Grimme Online Awards werden am 19. Juni 2019 in Köln verkündet.&nbsp;</p><p>Die virtuelle Ausstellung „Bedrohte Ordnungen" macht die geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung des SFB auf innovative Weise im digitalen Raum zugänglich. Sie bietet exemplarische Einblicke in Forschungsprojekte, die vom menschlichen Umgang mit Bedrohung, Bewältigung und Wandel erzählen – etwa Erdbeben in der Antike, die Belagerung Konstantinopels oder Unwetterkastrophen im Mittelalter, Klosterauflösungen in der Reformationszeit, Börsencrashs im 18. Jahrhundert, Wutbürger im Habsburgerreich, Lynchmorde in den Südstaaten der USA oder gewaltfreie Unabhängigkeitsbestrebungen im heutigen Nigeria.&nbsp;</p><p>Strukturiert wird die virtuelle Ausstellung vom theoretischen Konzept „Bedrohte Ordnungen“, an dem die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des SFB seit einigen Jahren interdisziplinär, epochen- und raumübergreifend arbeiten, um zu untersuchen, wie Menschen und Gesellschaften mit Krisen, Katastrophen und anderen Extremsituationen umgehen.&nbsp;</p><p>Der an der Universität Tübingen angesiedelte SFB 923 wird seit 2011 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Insgesamt forschen 28 Teilprojektleiterinnen und -leiter, 10 PostDocs und 31 Doktorandinnen und Doktoranden im SFB. Beteiligt sind neben der Geschichtswissenschaft die Fächer Amerikanistik, Gräzistik, Empirische Kulturwissenschaft, Ethnologie, Germanistik, Medienwissenschaft, Medizin, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft, Soziologie und Theologie.</p><p class="align-right">Roman Krawielicki&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-38886</guid><pubDate>Fri, 26 Apr 2019 09:41:47 +0200</pubDate><title>Studie an der Universität Tübingen: Angriff auf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/studie-an-der-universitaet-tuebingen-angriff-auf-wissenschaftlerinnen-und-wissenschaftler/</link><description>Ein Forschungsbericht von Professor Dr. Rüdiger Wulf</description><content:encoded><![CDATA[<p>Eine zentrale rechtliche und ethische Voraussetzung für Forschung und Lehre ist, dass Wissenschaftler unbeeinflusst arbeiten können. Dies ist nicht mehr gewährleistet, wenn sie wegen ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit in Forschung oder Lehre angegriffen, also beleidigt, bedroht, psychisch unter Druck gesetzt oder gar körperlich attackiert werden.</p><p>Der Kriminologe Professor Dr. Rüdiger Wulf hat jetzt in einer Studie untersucht, ob sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Tübingen angegriffen und dadurch in ihrer Arbeit eingeschränkt fühlen. Konkret verwendet Wulf für seine Studie folgende Begriffsdefinition: „Der Schlüsselbegriff ‚Angriff‘ umfasst hier Beleidigungen und Bedrohungen aller Art, einschließlich der Ausübung psychischen Drucks und körperliche Angriffe. Der Angriff kann dabei in der realen Welt oder im Internet erfolgen.“</p><p>Im Rahmen der Studie hat Wulf im Oktober 2018 eine Online-Befragung bei 828 aktiven Professorinnen und Professoren der Universität durchgeführt. Das Ergebnis kurz zusammengefasst: Insgesamt können Professorinnen und Professoren an der Universität Tübingen unbeeinflusst forschen und lehren.&nbsp;</p><p>Wenn man die Antworten genauer anschaut, ist zu erkennen, dass es Angriffe auf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehr vereinzelt auch an der Universität Tübingen gibt.</p><p>Zehn der befragten Wissenschaftler halten darüber hinaus einen Angriff auf sich für wahrscheinlich, vierzehn sehen Risiken für einen Angriff auf andere Wissenschaftler.<br> Als mögliche Gründe für einen Angriff wurden genannt:</p><ul><li>der Forschungsgegenstand, insbesondere Forschung und Lehre zu ethisch-religiösen Grenzfragen,&nbsp;</li><li>die Forschungsmethoden, z.B. mit Versuchstieren und Genforschung, und&nbsp;</li><li>der Forschungszweck, z.B. eine Nähe zur Rüstungsindustrie.&nbsp;</li></ul><p>Dreizehn Befragte halten einen Angriff aus politischen Gründen für denkbar. Materielle Gründe und Karrieregründe spielen dagegen bei der Gefährdungseinschätzung offenbar keine Rolle.</p><p>Die Rücklaufquote bei der Online-Umfrage betrug sieben Prozent, die Anzahl der auswertbaren Antworten – also weitgehend vollständig ausgefüllte Fragebögen – betrug 29 (n=29).</p><h3>Vorgeschlagene Maßnahmen&nbsp;</h3><p>Als vorbeugende Maßnahmen wurden seitens der Befragten kompetente Ansprechpartner aus dem Kreis der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und in der Verwaltung der Universität gewünscht. Beim Punkt „Interventionen“ wurden die Beiordnung eines Rechtsbeistandes/Verteidigers/Anwalts/ bzw. einer Verteidigerin/Anwältin und eine Strafanzeige der Universität genannt. Nachsorgende Maßnahmen wie Psychotherapie in schweren Fällen, Supervision und kollegiale Beratung wurden in unterschiedlicher Priorität für wünschenswert gehalten. Wichtig erscheint für fast alle Befragten die Kommunikation des Themas in der Universitätsleitung und in den Selbstverwaltungsgremien der Universität und der Fakultäten.</p><p class="align-right">Maximilian von Platen</p><h3>Publikation:</h3><p><a href="https://www.jura.uni-tuebingen.de/einrichtungen/ifk/forschung/sicherheitsgefuehl/abgeschlossen/angriffe-auf-wissenschaftler/index_html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Wulf, R.: Angriff auf Wissenschaftler. Eine Studie an der Universität Tübingen. Tübingen 2019, 19 Seiten.</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-38814</guid><pubDate>Thu, 25 Apr 2019 11:44:16 +0200</pubDate><title>Oldest evidence for cooking starchy plants</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/oldest-evidence-for-cooking-starchy-plants/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>New research published in the Journal of Human Evolution provides the earliest archaeological evidence that anatomically modern humans were roasting and eating plant starches as early as 120,000 years ago.</p><p>Lead author Cynthia Larbey of the Department of Archaeology at the University of Cambridge says, “Our findings provide the archaeological evidence that has previously been lacking to support the hypothesis that the duplication of the starch digestion genes is an adaptive response to an increased starch diet.”</p><p>“This is very exciting. The genetic and biological evidence previously suggested that early humans would have been eating starches, but this research had not been done before. So, at Klasies River we took a team approach, firstly to find and analyse undisturbed hearths and secondly, to take botanical samples from those hearths and compare findings.”</p><p>Klasies River is a very famous early human occupation site on the Cape coast of South Africa. In these caves, co-author Susan Mentzer of Eberhard Karls Universitӓt Tübingen, the Senckenberg Centre for Human Evolution and Paleoenvironment (HEP-Tübingen), and the University of Arizona, identified small (c. 30cm in diameter) hearths.</p><p>Her high-resolution analyses of the hearths demonstrated that the features were overall well preserved and contained, in addition to the tuber remains, fragments of heated shells and heated bones. In both cases, it appears that the hearths were reused multiple times.&nbsp;</p><p>Work by Bertrand Ligouis – also of the Eberhard Karls Universitӓt Tübingen – revealed that charcoal in hearths was very fragile due to chemical alteration. For this reason, Larbey engaged in a meticulous process of “micro-excavation” of tiny blocks of sediment from the hearths, an approach that enabled her to recover fragments of plant tissue to study with a scanning electron microscope (SEM). In addition, the presence of the root and tuber tissues in the ashy parts of the hearths indicate that burning was not accidental, but rather that the plants were intentionally cooked.&nbsp;</p><p>According to Larbey, “the results show these small ashy hearths were used for cooking food and starchy roots and tubers were clearly part of their diet, both from the earliest levels at around 120,000 years ago through to 65,000 years ago. So, despite changes in hunting strategies and stone tool technologies, they are still cooking roots and tubers.”</p><p>The wider implications of this new research include a glimpse into early human migration. The ability to use cooked roots and tubers as a staple provided greater adaptability for humans to colonise new regions of the world.</p><p>Larbey adds, “Starch diet isn’t something that happens when we start farming, but rather, is as old as humans themselves.”</p><p class="align-right">Original text courtesy of a press release provided by the University of Cambridge, with additional text provided by Susan Mentzer.&nbsp;</p><p>Funding for the work of co-authors Mentzer and Ligouis was provided by the Baden-Württemberg Stiftung.&nbsp;</p><h3>Publication:</h3><p>Cooked starchy food in hearths ca. 120 kya and 65 kya (MIS 5e and MIS 4) from Klasies River Cave, South Africa – Cynthia Larbey, Susan M. Mentzer, Bertrand Ligouis, Sarah Wurz, Martin K. Jones. Journal of Human Evolution, Volume 131, 2019, Pages 210-227, ISSN 0047-2484. <a href="https://doi.org/10.1016/j.jhevol.2019.03.015" target="_blank" rel="noreferrer">doi.org/10.1016/j.jhevol.2019.03.015</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-38337</guid><pubDate>Mon, 15 Apr 2019 17:16:00 +0200</pubDate><title>Wie Evolution das Gesicht wahrt und weiterentwickelt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/wie-evolution-das-gesicht-wahrt-und-weiterentwickelt/</link><description>Neue Übersichtsstudie betont die Rolle sozialer Faktoren bei der Formung des Antlitzes moderner Menschen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Im sozialen Miteinander ist das Gesicht der markanteste Körperteil, um Menschen individuell zu unterscheiden. Dabei haben moderne Menschen ein vergleichsweise kleines, zurückgesetztes Gesicht unter einem großen halbkugelförmigen Schädeldach. Wie und wann das komplexe Konstrukt aus 14 individuellen Knochen unter der Haut und den Muskeln des Gesichts in seiner heutigen Form entstand, ist noch weitgehend unklar. Welche Hypothesen in der Wissenschaft untersucht werden, hat Professorin Katerina Harvati vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment sowie der Forschungsgruppe der Deutschen Forschungsgemeinschaft „Words, Bones, Genes, Tools“ an der Universität Tübingen gemeinsam mit internationalen Kollegen in einer neuen Übersichtsstudie zusammengetragen.</p><p>Bei aller Ähnlichkeit zu den engsten lebenden Verwandten des Menschen, den Schimpansen, Bonobos und Gorillas, gibt es zwischen den Gesichtern große Unterschiede. Die Forscher haben sich daher vor allem unter den durch Fossilien bekannten, aber längst ausgestorbenen früheren Menschenarten aus den letzten sechs Millionen Jahren nach Vorläufern der heutigen Gesichter umgesehen. Schon in der Gattung <em>Australopithecus</em>, frühen Menschen, die vor vier bis zwei Millionen Jahren lebten, fehlte die bei den heutigen Menschenaffen deutlich hervortretende Schnauze. Dagegen waren großflächige Gesichter mit starke Knochenbögen über den Augen, die dem modernen Menschen fehlen, bei einer Vielzahl von früheren Menschenarten verbreitet. Davon gibt es viele, und neuere Fossilienfunde erweitern die Artenzahl ständig. Zudem ist vielfach unklar, in welcher Abfolge sich diese Menschenarten entwickelten und in welchem Verwandtschaftsverhältnis sie standen.</p><p>Das Forscherteam geht davon aus, dass sich einzelne Knochenkomponenten des Schädel- und Gesichtskomplexes teilweise unabhängig voneinander modular entwickelt haben. Sie sind jedoch immer wieder neu integriert worden, um wichtige Lebensfunktionen sicherzustellen. Denn das Gesicht beherbergt Teile des Verdauungsapparats, des Atemwegssystems, des Seh- und Geruchssinns.</p><p>Eine erste Verkleinerung der Gesichtsgröße, die auf Nahrung hinweist, die nicht so stark gekaut werden musste, findet sich beim frühen afrikanischen <em>Homo erectus</em>, der sich vor knapp zwei Millionen Jahren entwickelte. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler betonen jedoch in der Studie, dass solche biomechanischen Untersuchungen zur Funktion der Gesichtsknochen bisher häufig zu sehr im Vordergrund standen. Das Gesicht spiele auch eine wichtige Rolle bei der sozialen Interaktion und Kommunikation: Beim modernen Menschen kann es durch Kontraktion und Entspannung der Muskeln 20 verschiedene Kategorien von Emotionen ausdrücken. Dagegen seien evolutiv ältere Gesichtsformen bei früheren Menschenarten bedingt durch ihren Bau noch viel unbeweglicher gewesen. Die Ausweitung der nichtsprachlichen Kommunikation über die Mimik könnte daher einen viel größeren Einfluss auf die Evolution des Gesichts gehabt haben als bisher angenommen.</p><p class="align-right"><em>Janna Eberhardt</em></p><p>Die Forschungsarbeiten von Professorin Katerina Harvati wurden unterstützt vom Europäischen Forschungsrat (ERC) im Rahmen ihres Projekts „Human Evolution at the Crossroads” (ERC Advanced Grant CROSSROADS).</p><h3>Publikation:</h3><p>Rodrigo S. Lacruz, Chris B. Stringer, William H. Kimbel, Bernard Wood, Katerina Harvati, Paul O’Higgins, Timothy G. Bromage and Juan-Luis Arsuaga: The evolutionary history of the human face. Nature Ecology &amp; Evolution, <a href="https://doi.org/10.1038/s41559-019-0865-7" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41559-019-0865-7</a>&nbsp;&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-37881</guid><pubDate>Thu, 04 Apr 2019 11:36:30 +0200</pubDate><title>Ministerpräsident Kretschmann empfängt Europas führende KI-Forscher</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/ministerpraesident-kretschmann-empfaengt-europas-fuehrende-ki-forscher/</link><description>Wissenschaftler bringen Europäisches Institut für Lernende und Intelligente Systeme ELLIS voran</description><content:encoded><![CDATA[<p>Europas führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Bereich des Maschinellen Lernens, dem Herzstück des Forschungsgebiets Künstliche Intelligenz (KI), haben sich am 3. April 2019&nbsp;im Stuttgarter Neuen Schloss mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Wissenschaftsministerin Theresia Bauer getroffen. Die Spitzenforscher aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Israel, den Niederlanden und der Schweiz brachten den Aufbau des Europäischen Labors für Lernende und Intelligente Systeme, kurz ELLIS, und damit die Gründung eines von mehreren europäischen Staaten getragenen KI-Forschungsinstituts weiter voran. Die Wissenschaftler kamen auf Einladung der Royal Society und der Leopoldina zusammen, den renommierten nationalen Akademien der Wissenschaften Großbritanniens und Deutschlands.&nbsp;</p><p>„Wir unterstützen die ELLIS-Initiative ausdrücklich und freuen uns sehr, dass dieses hochkarätige Treffen führender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Baden-Württemberg stattfindet“, sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann.&nbsp;</p><p>„Deutschland ist als Wissenschaftsstandort zu klein, um auf globaler Ebene bei der Künstlichen Intelligenz eine Rolle spielen zu können. Um die KI-Zukunft mitzugestalten, brauchen wir die internationale Vernetzung in Europa und mit Kanada und Israel. Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tragen viel dazu bei, dass die Vernetzung gelingt. Von Landesseite unterstützen wir sie dabei mit aller Kraft“, sagte Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.&nbsp;</p><p>Das Kabinett hatte am 26. März 2019 ein 20 Millionen&nbsp;Euro Maßnahmenpaket zur weiteren Stärkung der Künstlichen Intelligenz bewilligt, ergänzend zu den 100 Millionen&nbsp;Euro, die bereits 2018 für die Ko-Finanzierung von Projekten des Bundes zu Künstlicher Intelligenz und für Batterieforschung vorgesehen wurden. Das Land investiert dabei u.a. eine Millionen Euro für ein Fellow Programm unter dem ELLIS-Dach. Ziel ist es, Baden-Württemberg zum Vorreiter der Künstlichen Intelligenz zu machen. Dazu gehört auch die Unterstützung für ELLIS.</p><p>„Wir glauben, dass das Europäische Labor für Lernende und Intelligente Systeme ein wahrer Impulsgeber sein wird. Auf europäischer Ebene bündeln wir unsere Ressourcen und schaffen Synergien, um im Bereich der KI-Forschung international wettbewerbsfähig zu sein. Wir werden auf der Exzellenz aufbauen, die wir bereits in mehreren europäischen Ländern haben. Wir hier in Deutschland sind sehr dankbar für die starke Unterstützung der Landesregierung Baden-Württemberg“, sagte Bernhard Schölkopf, Direktor des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme in Tübingen und einer der weltweit führenden Forscher im Bereich Machine Learning (ML).</p><p>Die ELLIS-Initiative wurde von Europas führenden Grundlagenforscherinnen und -forschern im vergangenen Jahr gegründet, im Dezember ging daraus die ELLIS-Society hervor. Ihr Ziel ist es, die Bedingungen zu schaffen für exzellente KI-Forschung in Europa, um die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern und sicherzustellen, dass Erkenntnisse im Forschungsfeld Künstliche Intelligenz allen in der Gesellschaft zugutekommen. Die Wissenschaftler arbeiten an den top Forschungseinrichtungen im Bereich des Maschinellen Lernens, darunter Max-Planck-Institute in Stuttgart, Tübingen und Saarbrücken, das französische Nationale Forschungsinstitut für Informatik und Automatisierung INRIA, die Universitäten Amsterdam, Cambridge, Oxford und Tübingen, das University College London, das Alan Turing Institute, die ETH Zürich, die Hebrew University in Jerusalem, sowie führende industrielle Forschungslabors von europäischen und amerikanischen Firmen.</p><p>Die 20 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die an dem Treffen am Mittwoch teilnahmen, diskutierten nun, wie und in welchem Umfang sich jede teilnehmende Forschungseinrichtung an der Kooperation beteiligen wird. Die Wissenschaftler haben die Umsetzung eines europaweiten Fellow Networks vorangetrieben, um die Weiterentwicklung der KI im Sinne der europäischen Gesellschaft zu fördern. Sie erarbeiteten, wie man internationale Spitzenforschungslabore der Industrie einbinden kann und wie man Start-ups fördert, die zu den wichtigsten KI-Playern von morgen werden könnten.</p><h3>Die Nase vorne haben&nbsp;</h3><p>Das Maschinelle Lernen ist ein Teilgebiet des Forschungsfeldes Künstliche Intelligenz, die als eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts gilt. Das Erkennen von Mustern und Veränderungen in großen Datensätzen gilt als die zentrale Disziplin der KI-Forschung. Die stetig steigenden Datenmengen sind von Menschen kaum mehr zu überblicken, nur Maschinen können diese Aufgabe bewältigen. Fortschritte und Erkenntnisse in diesem Forschungsgebiet werden also darüber entscheiden, ob Europa technologisch Weltspitze bleibt.</p><p>„Künstliche Intelligenz wird in den kommenden Jahrzehnten nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Wissenschaft und die Gesellschaft tiefgreifend verändern. Die entscheidende Frage wird sein, wie wir diesen Wandel gestalten, welche Standards wir setzen und wie wir KI einsetzen. Es geht dabei um Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze. Aber es geht vor allem auch darum, nach wessen Spielregeln wir in Zukunft zusammenleben. Und ich wünsche mir, dass Europa dabei mit seinen großen Traditionen der Demokratie und der Menschenrechte ein gewichtiges Wort mitredet. Wir müssen uns so aufstellen, dass wir bei KI auf Augenhöhe mit China und den USA sind. Besser noch: die Nase vorn haben“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann.</p><p>„Nur wenn die Forschungsbedingungen ideal sind – für etablierte Forscherinnen und Forscher gleichermaßen wie für Doktorandinnen und Doktoranden – kann dies verhindern, dass junge Talente zum Beispiel in die USA abwandern, weil dort die Bedingungen für KI-Experten sehr attraktiv sind“, sagte Schölkopf. Europas Forscherinnen und Forscher aus dem akademischen Bereich müssten europaweit ideal vernetzt sein, an mehreren Standorten forschen und zugleich eng mit Grundlagenforschern aus der Industrie zusammenarbeiten können. „Als Vorbild dient uns das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL), das von 21 europäischen Staaten finanziert wird und über Labore in verschiedenen Ländern verfügt.“</p><p>Mehr zu dem Europäischen Labor für Lernende und Intelligente Systeme finden Sie unter <a href="https://ellis.eu/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://ellis.eu/</a></p><ul><li><a href="https://uni-tuebingen.de/securedl/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE3NzkzMzA1MDUsImV4cCI6MTc3OTQyMDUwNSwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW4vVW5pX1R1ZWJpbmdlbi9BbGxnZW1laW4vQmlsZGVyL2F0dGVtcHRvX29ubGluZS9Gb3JzY2h1bmcvMjAxOS8xOS0wNC0wNC1NaW5pc3Rlcl9QcmVzaWRlbnRfV2luZnJpZWRfS3JldHNjaG1hbm5fcmVjZWl2ZXNfRXVyb3BlX3NfbGVhZGluZ19BSV9yZXNlYXJjaGVycy5wZGYiLCJwYWdlIjo2MTcxNH0.h2jS_iZpRerWWIemmBfpT5EALWohsw-h9ghCDYGajLs/19-04-04-Minister_President_Winfried_Kretschmann_receives_Europe_s_leading_AI_researchers.pdf" class="download">Press release in English</a></li></ul><p class="align-right">Pressemitteilung des&nbsp;Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme</p><h3>Pressekontakte:&nbsp;</h3><p>Linda Behringer<br> Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Stuttgart<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 711 689 3552<br> M: +49 151 2300 1111<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,nkpfc0dgjtkpigtBku0ori0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">linda.behringer<span style="display:none">spam prevention</span>@is.mpg.de</a></p><p>Valérie Callaghan<br> Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Tübingen<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 601 1832&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;<br> M: +49 151 1560 4276<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,xcngtkg0ecnncijcpBvwgdkpigp0ori0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">valerie.callaghan<span style="display:none">spam prevention</span>@tuebingen.mpg.de</a></p>]]></content:encoded><category>CyberValley-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-37761</guid><pubDate>Mon, 01 Apr 2019 16:00:48 +0200</pubDate><title>ERC Advanced Grant für Klaus Scheffler</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/erc-advanced-grant-fuer-klaus-scheffler/</link><description>Tübinger Forscher erhält 3 Millionen Euro, um die Magnetresonanz zu revolutionieren</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professor Dr. Klaus Scheffler, Leiter der Abteilung für Hochfeld-Magnetresonanz am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik und Direktor der Abteilung für Biomedizinische Magnetresonanz an der Universität Tübingen, hat einen Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) eingeworben. Er erhält damit eine Förderung von drei Millionen Euro über die nächsten fünf Jahre für sein Forschungsvorhaben mit dem Titel „SpreadMRI“ – Ultra-Fast, Spread-Spectrum Magnetic Resonance Imaging.</p><p>Die Magnetresonanz ist heute aus der medizinischen Diagnostik nicht mehr weg zudenken. In den letzten rund 30 Jahren hat sie sich zu einer der tragenden Säulen in der diagnostischen Radiologie entwickelt und ist zu einem wichtigen Forschungsinstrument in der Biochemie, Pharmakologie und den klinischen Wissenschaften geworden. Sie bietet eine beispiellose Vielfalt und Flexibilität bei der Erfassung biologisch relevanter Informationen. Im Vergleich zu anderen Methoden ist sie nicht invasiv und kann ohne gesundheitliche Belastung durchgeführt werden.&nbsp;</p><p>Die Magnetresonanz bietet eine einzigartige Kombination aus Vielseitigkeit, Empfindlichkeit und Spezifität. Die Aufnahmegeschwindigkeit von MR-Bilder ist ein Schlüsselfaktor, um schnelle Veränderungen bei hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung zu erfassen. Diese ist bei der Magnetresonanztomographie (MRT) im Vergleich zu anderen Techniken, wie der Ultraschall- oder Computertomographie, eher langsam.&nbsp;</p><p>Klaus Scheffler, Leiter der Abteilung für Hochfeld-Magnetresonanz am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik und Direktor der Abteilung für Biomedizinische Magnetresonanz an der Universität Tübingen, will neuartige Konzepte zur Steigerung der MR-Bildgebungsgeschwindigkeit im Vergleich zu bestehenden Techniken entwickeln.&nbsp;</p><p>Eine dieser Techniken nennt sich SpreadMRI. Diese Methode geht über die aktuellen Konzepte der Bildkodierung hinaus, indem es eine bisher ungenutzte spektrale Spin-Modulation verwendet. SpreadMRI basiert auf der schnellen und lokalen Modulation von Magnetfeldern, die durch Stromschleifen oder Hochfrequenz-Antennen erzeugt werden.&nbsp;</p><p>Man stelle sich eine Menschenmenge auf einem Platz vor. Jeder telefoniert mit seinem Handy, ohne dass sich die Frequenzen gegenseitig stören. Ähnlich verhält es sich mit der SpreadMRI. Es verteilt die Bandbreite der magnetfeldkodierten Spinfrequenzen unter Verwendung unterschiedlicher Trägerfrequenzen, die aus einer bestimmten Region des Objekts stammen. Diese räumlich einzigartige Information wird dann verwendet, um unterschiedliche Teile des Objekts zu trennen und damit die Bildgeschwindigkeit maßgeblich zu erhöhen.</p><p>Dieser neuartige Ansatz wird zu großen Veränderungen in der Hard- und Softwareentwicklung zukünftiger MRT-Scanner führen. Wenn die vorgeschlagenen Techniken und Konzepte erfolgreich sind, werden sie eine Vielzahl neuer Anwendungen in der Magnetresonanz eröffnen, sowohl im Bereich der Grundlagenforschung als auch bei klinischen Routineanwendungen. Patienten können schneller behandelt werden, es gibt weniger Bewegungsartefakte und die Aufnahmen sind klarer.&nbsp;</p><p>Weitere Informationen über die Forschung von Prof. Dr. Klaus Scheffler:&nbsp;<br><a href="https://www.kyb." target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.kyb. mpg.de/hochfeld-magnetresonanz</a></p><p class="align-right">Pressemitteilung des&nbsp;Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik</p><h3>European Research Council (ERC)</h3><p>Der Europäische Forschungsrat, der 2007 von der Europäischen Union gegründet wurde, ist die führende Förderorganisation für Spitzenforschung in Europa. Jedes Jahr wählt und finanziert sie die besten und kreativsten Forscher aller Nationalitäten und Altersgruppen für die Durchführung von Projekten in Europa aus. Der ERC bietet vier zentrale Förderprogramme an: Start-, Konsolidierungs-, Fortgeschrittenen- und Synergiezuschüsse.&nbsp;</p><p>Hochrangige Wissenschaftler in ganz Europa nutzen die von der EU finanzierten Zuschüsse, um ihre Forschungsideen umzusetzen. Ihre Arbeit könnte einige der drängenden Fragen von heute beantworten, wie beispielsweise die Verbesserung der Erzeugung und Speicherung erneuerbarer Energien. Die Zuschüssen in diesem Jahr, können außerdem zur Schaffung von 2000 neuen Arbeitsplätzen führen.</p><h3>Weitere Informationen über den ERC:</h3><p><a href="https://erc.europa.eu" target="_blank" rel="noreferrer">https://erc.europa.eu</a></p><h3>Pressemitteilung des ERC (englisch): &nbsp;</h3><p><a href="https://erc.europa.eu/news/erc-2018-advanced-grants-results" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://erc.europa.eu/news/erc-2018-advanced-grants-results</a></p><h3>Kontakt:&nbsp;</h3><p>Prof. Dr. Klaus Scheffler<br> Tel.: +49 7071 601-701<br> Mail: <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mncwu0uejghhngtBvwgdkpigp0ori0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">klaus.scheffler<span style="display:none">spam prevention</span>@tuebingen.mpg.de</a></p><h3>Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik</h3><p>Das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik ist eine von 84 Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. (MPG). Das Institut erforscht die Informationsverarbeitung im Gehirn von Mensch und Tier. Experimentelle und theoretische Methoden sowie Computersimulationen helfen dabei, die Prozesse zu untersuchen, die Sinnesreize in Wahrnehmungen und Erinnerungen übersetzen, uns Entscheidungen fällen und handeln lassen.<br><a href="http://www.kyb.mpg.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.kyb.mpg.de</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-37656</guid><pubDate>Thu, 28 Mar 2019 13:33:00 +0100</pubDate><title>Neuer ERC Advanced Grant für den Sprachwissenschaftler Gerhard Jäger</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neuer-erc-advanced-grant-fuer-den-sprachwissenschaftler-gerhard-jaeger-1/</link><description>Forschungsprojekt „CrossLingference“ verbindet historische Linguistik und linguistische Typologie</description><content:encoded><![CDATA[<p>Professor Dr. Gerhard Jäger vom Seminar für Sprachwissenschaft der Universität Tübingen hat einen Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) eingeworben. Er erhält damit eine Förderung von 2,5 Millionen Euro über die nächsten fünf Jahre für sein Forschungsvorhaben mit dem Titel „CrossLingference“ – Cross-linguistic statistical inference using hierarchical Bayesian models. In dem Projekt will Jäger die historische Linguistik mit der linguistischen Typologie zusammenbringen. Der ERC unterstützt mit den Advanced Grants bahnbrechende und risikoreiche Forschungsansätze von etablierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit einer herausragenden Leistungsbilanz. „CrossLingference“ ist der zweite ERC Advanced Grant in Folge für Gerhard Jäger. Bereits 2013 hatte der Wissenschaftler eine Förderung für ein Projekt zur Erforschung der Sprachentwicklung erhalten.</p><p>Die historische Linguistik und die linguistische Typologie verfolgen beide das Ziel, die Variation bestimmter sprachlicher Phänomene wie etwa der Wortstellung über Einzelsprachen hinweg zu erklären. Ihre Forschungsansätze gehen jedoch weit auseinander: Die historische Linguistik befasst sich mit der Sprachgeschichte und strebt dabei eher tiefgehende Analysen an. Die Typologie dagegen nimmt Sprachen aufgrund gemeinsamer Merkmale in den Blick und forscht mehr in die Breite. Dieser Gegensatz spiegelt sich auch in statistischen und computerbasierten Modellen wider, die derzeit in den beiden Disziplinen angewendet werden. Computermodelle in der historischen Linguistik konzentrieren sich in der Regel auf den Sprachwandel in einzelnen Sprachfamilien, während die statistische Typologie diachronen Prozessen – Prozessen des Sprachwandels im Laufe der Zeit – wenig Beachtung schenkt.</p><p>Das Projekt CrossLingference möchte diese Lücke schließen. Professor Jäger wird dazu einen besonderen statistischen Ansatz nutzen, die Bayes'schen hierarchischen Modelle. Damit lässt sich die Reichweite der modernen phylogenetischen Linguistik, die sich mit der Entwicklung der Sprachfamilien von ihren Anfängen bis heute beschäftigt, auf familienübergreifende Modelle ausdehnen. Solche Modelle gehen davon aus, dass jede Sprachfamilie ihrer eigenen Dynamik folgt, sich aber in familienübergreifender Betrachtung nur eine begrenzte Zahl von Variationen entwickelt hat. Daten aus einer Sprachfamilie werden dann verwendet, um daraus Rückschlüsse auf die Prozesse in anderen Sprachfamilien zu ziehen. Diese modellbasierten Ansätze werden durch sogenannte agentenbasierte Computer-Simulationen ergänzt, die Abhängigkeiten von vielen individuellen Faktoren untereinander gut abbilden können.</p><p>Mit dem Forschungsansatz von CrossLingference will Gerhard Jäger sowohl die statistische Typologie als auch die rechnergestützte historische Linguistik nachhaltig weiterentwickeln. So sollen im Rahmen des Projekts fundierte Gesetze zur Sprachänderung formuliert werden, die eine automatisierte Rekonstruktion des Vokabulars prähistorischer Sprachstufen ermöglichen. Ein weiteres Ziel ist es, kausale Zusammenhänge zwischen typologischen Variablen zu identifizieren. Nicht zuletzt will Gerhard Jäger auch universelle Tendenzen, historische Kontingenzen und sprachliche Kontakte berücksichtigen, um Variationen bestimmter Sprachphänomene zu erklären.</p><p class="align-right"><em>Maximilian von Platen</em><br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-36867</guid><pubDate>Mon, 18 Mar 2019 09:59:46 +0100</pubDate><title>Wasserforschung: Mehr Mut für neue Tests</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/wasserforschung-mehr-mut-fuer-neue-tests/</link><description>Bei der Stoffbewertung in Gewässern wurde viel geforscht, aber bisher wenig umgesetzt. Ein Workshop an der Universität Tübingen zu neuen Ansätzen zur Stoffbewertung ergab: Die Zeit ist reif, um neue Tests in die Gewässerüberwachung zu integrieren.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Am 11. und 12. März 2019 fand an der Universität Tübingen ein Workshop zum Thema „Von der biologischen Wirkung zur Regulierung: Wie können neue Ansätze in der Stoffbewertung helfen?“ statt. Die Veranstaltung ist aus dem Projekt Effect-Net hervorgegangen, einem landesweiten Netzwerk in der Wasserforschung, an dem auch Tübinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beteiligt sind. Im Rahmen des Workshops diskutierten etwa 120 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Behörden, Forschungseinrichtungen, Industrie und von Wasserversorgern über neue Methoden und Konzepte, die es ermöglichen, durch Chemikalien hervorgerufene Umweltschäden frühzeitig zu erkennen. Im Fokus stand die Frage, wie sich diese Methoden in die Risikobewertung von Stoffen und in das Methodenrepertoire zur Beurteilung der Gewässerqualität integrieren lassen. Um vorhandene Tests zu nutzen, müssen sie sensitiv, spezifisch und standardisiert sein. Viele Vortragende betonten, dass die Zeit reif sei, neue Methoden in die Regulierung von Stoffen und in die Gewässerüberwachung aufzunehmen. Tamara Grummt vom Umweltbundesamt fasste dies treffend zusammen: "Es wurde lange genug geforscht und es wurden viele Tests entwickelt, jetzt müssen wir sie nutzen." Hierfür sei „Mut notwendig“.</p><p>Effect-Net ist Teil des Wassernetzwerks Baden-Württemberg und wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördert. Das Projekt verbindet naturwissenschaftliche Grundlagenforschung mit sozialwissenschaftlichen Ansätzen, um den zunehmenden Eintrag von Mikroschadstoffen wie Lebensmittelzusatzstoffen und Pharmazeutika in Gewässerökosysteme zu vermindern.</p><p>Webauftritt des Netzwerks: <a href="http://www.effect-net-wasser.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.effect-net-wasser.de</a></p><p class="align-right">Prof. Dr. Rita Triebskorn, Institut für Evolution und Ökologie<br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-36843</guid><pubDate>Thu, 14 Mar 2019 19:23:09 +0100</pubDate><title>Monumente und Dinge als Medien kultureller Gedächtnisse</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/monumente-und-dinge-als-medien-kultureller-gedaechtnisse/</link><description>Dr. Beat Schweizer vom SFB 1070 RessourcenKulturen war zu Gast in Rom </description><content:encoded><![CDATA[<p>Auf Einladung des Deutschen Archäologischen Instituts hatte Dr. Beat Schweizer, Bearbeiter des Teilprojekts C 03 „Ressourcen und die Formierung von Gesellschaften, Siedlungsräumen und kulturellen Identitäten der italischen Halbinsel im ersten vorchristlichen Jahrtausend“, vom 16. -&nbsp;30. Oktober 2018 einen Studienaufenthalt als Gastwissenschaftler in Rom.&nbsp;</p><p>Denn: das Ressourcenkonzept des SFB 1070 RessourcenKulturen betont einerseits die soziale Dimension, also soziale Prozesse des Umgangs mit Ressourcen in Bezug auf Identitätsbildung, andererseits die kulturelle Dimension von Ressourcen, also auch Prozesse der Symbolisierung.</p><p>Dies erlaubt, auch Monumente und Dinge in Kontexten öffentlicher und sakraler Räume als Ressourcen zu interpretieren, also als Mittel, kollektive Identitäten zu begründen, zu bewahren oder auch zu verändern.<br> In diesem Rahmen präsentierte und diskutierte Dr. Beat Schweizer während seines Aufenthaltes in Rom Konzepte des SFB 1070 sowie Ergebnisse des Teilprojekts in einem Vortrag über: „Monumente und Dinge als Medien kultureller Gedächtnisse. Grabanlagen Etruriens und der <em>Magna Graecia </em>als gesellschaftliche Ressourcen“.</p><p>Weitere Informationen sind unter folgendem Link zu finden: <a href="https://www.dainst.org/event/4199793" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.dainst.org/event/4199793</a>&nbsp;</p><p class="align-right">Lisa Schmidt&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-35709</guid><pubDate>Mon, 18 Feb 2019 19:10:58 +0100</pubDate><title>Research-Alumnus has been appointed University of Tübingen Ambassador to China</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/research-alumnus-has-been-appointed-university-of-tuebingen-ambassador-to-china/</link><description>The Kant specialist and researcher Dr. Dahan Fan takes over the new role in order to strengthen Tübingen’s visibility in China.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Dahan Fan holds a PhD in Philosophy from the University of Tübingen, and was awarded the Tübingen Leopold Lucas Award 2017 for his dissertation, which he recently published as a book. He now teaches practical philosophy and Kantian aesthetics as an assistant professor at Tsinghua University in Beijing. His ongoing relationship with Tübingen, where he not only collaborates with his former colleagues but also supports the University’s exchange programs to China, has now been officially honored by the university leadership.</p><p>“Dr. Fan is an important research and cooperation partner for us in China. We are thrilled that he is helping to bring German philosophy to China”, says his former doctorate father Professor Otfried Höffe. Fan is the general secretary of the Chinese Society for German Philosophy, founded in 2017, with around one hundred members of professors and lecturers who teach and study German philosophy in China.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-35592</guid><pubDate>Thu, 14 Feb 2019 12:19:47 +0100</pubDate><title>Workshop &quot;Nano-Optics, Nano-Spectroscopy &amp; Nano-Fabrication&quot;</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/workshop-nano-optics-nano-spectroscopy-nano-fabrication/</link><description>Veranstaltung im Rahmen des BWS plus-Projekts &quot;Licht-Nanomaterie-Interaktion im Kontext von Gerätezentren&quot; </description><content:encoded><![CDATA[<p>Am 6. bis 8. Februar 2019 fand Auf der Morgenstelle Tübingen der bilaterale Workshop „Nano-Optics, Nano-Spectroscopy &amp; Nano-Fabrication“ zwischen Mitgliedern der Core Facility LISA+ (Zentrum für Licht-Materie-Interaktion, Sensoren und Analytik) der Universität Tübingen und des Laboratory of Light, Nanomaterials and Nanotechnology (L2n) der Université de Technologie Troyes (UTT) in Frankreich statt. Die Veranstaltung mit über 30 Teilnehmer*innen war Teil des BWS plus-Projekts „Licht-Nanomaterie-Interaktion im Kontext von Gerätezentren“ im Rahmen des <em>Baden-Württemberg-STIPENDIUMs für Studierende – BWS plus</em>, einem Programm der Baden-Württemberg Stiftung.</p><p>Ebenso wie das BWS plus Gesamtprojekt verfolgte der Workshop das Ziel, die Zusammenarbeit und den wissenschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen LISA+ und L2n zu fördern. Das auf drei Jahre angelegte Projekt umfasst insgesamt drei wechselseitige Workshops, von welchen der erste im Februar 2018 in Troyes durchgeführt wurde, sowie je eine Training School an den beiden Partneruniversitäten, Kurzaufenthalte für wissenschaftliches Personal bzw. Doktorand*innen und mehrmonatige Stipendien für Masterstudierende.</p><p>Über die drei Tage des Workshops erfolgte ein reger Austausch zu Themen wie optischen Antennen, nichtlinearen Effekten in Nanostrukturen, hochempfindlicher Mikroskopie und Spektroskopie oder den Eigenschaften von Nano-Emittern. Zum Einstieg wurden die Gäste durch Vertreterinnen der Baden-Württemberg Stiftung und der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät begrüßt. Anschließend stellte sich die Core Facility LISA+ vor. Im weiteren Verlauf präsentierten Professor*innen, Postdocs und Doktorand*innen aus Troyes und Tübingen in ca. 20 Fachvorträgen ihre neuesten Forschungsergebnisse. Eine Postersitzung gab Promovierenden ebenso wie Bachelorstudierenden die Möglichkeit, ihre Arbeiten zu zeigen und mit den anwesenden Expert*innen zu diskutieren. Auch die Hochschule Reutlingen war mit eigenen Beiträgen vertreten. Für praktische Einblicke in die Infrastruktur vor Ort sorgte eine Laborführung durch mehrere Optik- und Nanostrukturierung-Labore, einhergehend mit intensiven Diskussionen über aktuelle Spektroskopie- und Fabrikations-Techniken. Damit auch der kulturelle Austausch nicht zu kurz kam, wurde eine Stadtführung durch die Tübinger Innenstadt angeboten, um den Gästen die Geschichte und die Sehenswürdigkeiten der Stadt näherzubringen. Das anschließende Vernetzungs-Abendessen in einer historischen Tübinger Weinstube bot eine gute Gelegenheit, persönliche Kontakte mit den internationalen Gästen zu knüpfen und zu pflegen.</p><p>Nach dem gelungenen Workshop sehen die Teilnehmer*innen beider Länder erwartungsvoll den weiteren Veranstaltungen des BWS plus-Projektes sowie zukünftigen wissenschaftlichen Kooperationen entgegen.</p><p class="align-right">Prof. Dr. Monika Fleischer</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Studium</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-35283</guid><pubDate>Fri, 08 Feb 2019 14:53:12 +0100</pubDate><title>Interfakultäres Institut für Biomedizinische Informatik wird eingerichtet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/interfakultaeres-institut-fuer-biomedizinische-informatik-wird-eingerichtet/</link><description>Initiative stärkt die digitalen Lebenswissenschaften</description><content:encoded><![CDATA[<p>An der Universität Tübingen soll ein Interfakultäres Institut für Biomedizinische Informatik (IBMI) aufgebaut werden. Der Senat hat in seiner Sitzung am 7. Februar 2019 einem entsprechenden Antrag zugestimmt. Die neue Einrichtung wird bestehende Zentren, Initiativen und Forschungsgruppen aus Bioinformatik und Medizininformatik zusammenbringen. Ziel ist es, die Informatikanwendungen in den Lebenswissenschaften zu bündeln. Die gemeinsame Auswertung von molekularen Daten (Bioinformatik) und klinischen Daten (Medizininformatik) hat großes Potential für die Grundlagenforschung wie auch für Anwendungen. Gewinnbringend ist eine solche Kooperation etwa für die personalisierte Medizin. Hier kann die übergreifende Datenanalyse im Transfer zwischen Klinik und Labor zahlreiche Erkenntnisse bringen und für Patienten neue individualisierte Therapieoptionen eröffnen.</p><p>In das neue Interfakultäre Institut für Biomedizinischen Informatik sollen das Zentrum für Bioinformatik Tübingen sowie das Zentrum für Medizininformatik eingehen. Zudem ist geplant, bestehende Core Facilities mit entsprechenden Schwerpunkten in die Arbeit des IBMI einzubinden, darunter das Zentrum für Quantitative Biologie (QBiC). Anknüpfungspunkte gibt es auch zu den Tübinger Forschungsaktivitäten im maschinellen Lernen. Nicht zuletzt soll das Interfakultäre Institut für Biomedizinische Informatik sein Know-how auch in die Lehre einfließen lassen. Dabei kann es Impulse geben, um die Studiengänge Bioinformatik und Medizininformatik weiterzuentwickeln.</p><p>Die Bioinformatik und die Medizininformatik in Tübingen sind in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität haben zahlreiche Drittmittelprojekte in diesen Bereichen eingeworben. Zudem wurden viele Professuren und Forschungsgruppen neu besetzt. Die Bündelung der Tübinger Expertise in Bio- und Medizininformatik in einem gemeinsamen Institut trägt dazu bei, auch den Schwerpunkt Biomedizininformatik sichtbarer zu machen. Mittelfristig soll das neue Institut dann weitere Talente in diesem Bereich nach Tübingen bringen. Nächste Schritte zur Einrichtung des neuen Instituts sind in den kommenden Monaten geplant. So wird das IBMI voraussichtlich im Laufe des Frühjahrs seine Arbeit aufnehmen können.</p><p class="align-right">Tina Schäfer</p>]]></content:encoded><category>CompSysBioInfection-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Intern</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-34410</guid><pubDate>Tue, 22 Jan 2019 10:06:06 +0100</pubDate><title>Erhebung für Baden-Württemberg: Wie sich Lehrkräfte fortbilden</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/erhebung-fuer-baden-wuerttemberg-wie-sich-lehrkraefte-fortbilden/</link><description>Tübinger Erziehungswissenschaftler legen eine mehrperspektivische Studie vor</description><content:encoded><![CDATA[<p>Fortbildungsangebote für Lehrerinnen und Lehrer sind in Baden-Württemberg sehr unterschiedlich aufgestellt: Wie eine Studie der Arbeitsgruppe Professionsforschung an der Universität Tübingen zeigt, variiert die Anzahl regional erheblich, viele Fortbildungen sind sehr kurz oder haben keinen expliziten Bezug zu einem Schulfach oder einer Schulart. Auch fehlt bislang eine landesweite systematische Qualitätssicherung. Das Team um den Erziehungswissenschaftler Professor Dr. Colin Cramer hatte erstmals umfassend erhoben, wie Lehrkräfte dabei unterstützt werden, sich während ihres Berufslebens fortzubilden. Auftraggeber der Studie war die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).</p><p>Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen führten Experteninterviews mit Verantwortlichen für Fortbildungen von Lehrerinnen und Lehrern und analysierten einen Datensatz mit allen 10.588 Fortbildungsangeboten in Verantwortung des baden-württembergischen Kultusministeriums im Zeitraum eines Jahres. Zudem befragten sie 865 Lehrerinnen und Lehrer per Fragebogen zu der von ihnen aktuell besuchten Fortbildung.</p><p>Im Ergebnis erwiesen sich die Teilnehmenden als zufrieden mit den besuchten Fortbildungen und als interessiert an den behandelten Themen. Diese Zufriedenheit ist allerdings nicht zugleich Indikator für die Qualität der Fortbildungen: Das Fortbildungssystem verfüge noch über keine systematische Qualitätssicherung und es seien viele unterschiedliche Institutionen und Akteure beteiligt, die auf teils diffusen Wegen miteinander kommunizierten, so das Forschungsteam. „Auch wurde der Bedarf an zentral gesteuerten Fortbildungen und die Fortbildungsbedarfe an Schulen vor Ort bislang nicht systematisch erhoben.“</p><p>Die Studie zeige zudem, dass die Anzahl an Fortbildungen in unterschiedlichen Regionen des Landes sich erheblich unterscheide. Die meisten Angebote seien von kurzer Dauer ‒ halbtägige oder eintägige Fortbildungen ‒, dies lasse eine geringe Nachhaltigkeit vermuten. Ob die Fortbildungsinhalte wirklich in den Schulalltag einfließen, ist für die Forscher schwer festzumachen: Vielen Angeboten fehle der konkrete Bezug zu einem Schulfach oder einer Schulart. Auch habe die Befragung ergeben, dass Fortbildungsteilnehmer nur bedingt die Möglichkeit ausschöpften, Inhalte im eigenen Kollegium weiterzugeben. &nbsp;</p><p>Auch die Bezahlung der Fortbildenden unterscheide sich in Abhängigkeit von der Schulart stark, insgesamt seien die finanziellen Mittel für Fortbildungen ungleich auf die Schularten verteilt. Mit Blick auf die erforderliche Qualifikation der Fortbildenden seien sich alle Befragten einig gewesen, die Verantwortlichen sähen hier allerdings noch Handlungsbedarf.</p><p>Die GEW hatte die Erhebung beauftragt. Derzeit steht das gesamte Fortbildungssystem für Lehrerinnen und Lehrer auf dem Prüfstand: Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg setzt umfangreiche Reformmaßnahmen im Rahmen eines Qualitätskonzeptes um, die für diesen Bereich Umstrukturierungen und eine zentrale Steuerung vorsehen.&nbsp;</p><p>Der Forschungsbericht zur Studie kann samt einer Kurzzusammenfassung heruntergeladen werden unter: <a href="https://www.gew-bw.de/presse/detailseite/neuigkeiten/erste-umfassende-studie-zur-lehrerfortbildung-in-deutschland/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.gew-bw.de/presse/detailseite/neuigkeiten/erste-umfassende-studie-zur-lehrerfortbildung-in-deutschland/</a></p><p class="align-right">Colin Cramer</p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Colin Cramer<br> Universität Tübingen<br> Tübingen School of Education (TüSE)<br> Telefon +49 7071 29-72729<br> colin.cramer@uni-tuebingen.de</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-33426</guid><pubDate>Wed, 19 Dec 2018 18:31:34 +0100</pubDate><title>Förderung für Forschungsgruppe zur „Normativität des Korans“</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/foerderung-fuer-forschungsgruppe-zur-normativitaet-des-korans/</link><description>Forschungsgruppe des Zentrums für Islamische Theologie erhält rund 1,4 Millionen Euro – sie erforscht Norm und Ethik im Koran.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Forschungsgruppe „Normativität des Korans“ erhält etwa 1,4 Millionen Euro von der Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (AIWG) und untersucht in den kommenden vier Jahren das Verhältnis von Norm und Ethik im Koran. Unter der Leitung von Professor Mouez Khalfaoui und Juniorprofessorin Fahimah Ulfat vom Zentrum für Islamische Theologie (ZITh) sowie Professor Mohammed Nekroumi von der Universität Erlangen-Nürnberg stehen praktische Fragestellungen für Musliminnen und Muslime in Deutschland im Fokus. Forschungsschwerpunkt werden die Normenverse (ayāt al-aḥkām) des Korans sein – das heißt, ein Textkorpus von rund 600 Koranversen, aus denen normative Beurteilungen und Bestimmungen abgeleitet werden.&nbsp;</p><p>Die Auseinandersetzung mit den Normenversen erfolgt interdisziplinär aus den Fachperspektiven der Koranwissenschaften, des Islamischen Rechts und der Islamischen Religionspädagogik. Die AIWG-Forschungsgruppe leistet damit einen Beitrag, Debatten zur Frage nach einer zeitgenössischen religiösen Lebensführung zu ordnen und Musliminnen und Muslime in Deutschland in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen eine Orientierungshilfe zum Umgang mit der Normativität des Korans in einer modernen Gesellschaft anzubieten. Dazu ermöglichen die Beteiligten Fortbildungen für Imaminnen und Imame sowie Personen, die in der Sozialen Arbeit tätig sind.</p><h3>Ein Beitrag für Wissenschaft und Gesellschaft</h3><p>Die Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (AIWG) ist eine universitäre Plattform für Forschung und Transfer in islamisch-theologischen Fach- und Gesellschaftsfragen. Sie ermöglicht überregionale Kooperationen und Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der islamisch-theologischen Studien und benachbarter Fächer sowie Akteurinnen und Akteuren aus der muslimischen Zivilgesellschaft und weiteren gesellschaftlichen Bereichen. Die AIWG wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Stiftung Mercator.</p><p>Mit den Longterm-Forschungsgruppen fördert die AIWG islamisch-theologische Studien an der Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis und insbesondere den Wissenstransfer in die muslimische Zivilgesellschaft. Neben der Forschungsgruppe „Normativität des Korans“ wird auch ein gemeinsames Forschungsprojekt der der Universitäten Frankfurt am Main, Gießen und Hamburg gefördert: unter dem Titel „Linked open Tafsīr“ wird dort eine online abrufbare Datenbank frühislamischer Korankommentare (Tafsīr) erstellt. „Mit unseren beiden Longterm-Forschungsgruppen unterstützen wir zwei innovative Forschungsvorhaben, die sich durch hohe Aktualität und große gesellschaftliche Relevanz auszeichnen“, betont Professor Bekim Agai, Direktor der AIWG.</p><ul class="ut-list ut-list--link-list"><li><a href="https://aiwg.de/wissenschaftsformate/#longterm-forschungsgruppen  " target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Weitere Informationen zu den AIWG-Longterm Forschungsgruppen</a></li></ul><p class="align-right">Susanne Zahn</p><h3>Kontakt:&nbsp;</h3><p>Prof. Dr. Mouez Khalfaoui<br> Universität Tübingen&nbsp;<br> Zentrum für Islamische Theologie<br> +49 7071 29 75393<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,oqwgb0mjcnhcqwkBbkvj0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">mouez.khalfaoui<span style="display:none">spam prevention</span>@zith.uni-tuebingen.de</a></p><p>Jun.-Prof. Dr. Fahimah Ulfat<br> Universität Tübingen&nbsp;<br> Zentrum für Islamische Theologie<br> +49 7071 29 75341<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,hcjkocj0wnhcvBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">fahimah.ulfat<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-32576</guid><pubDate>Fri, 30 Nov 2018 15:08:54 +0100</pubDate><title>Im Feld ist nach dem Feld</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/im-feld-ist-nach-dem-feld/</link><description>Ein Workshop zur Dokumentation von archäologischem Material</description><content:encoded><![CDATA[<h3>Überblick</h3><p>In Folge eines kulturellen Memorandums zwischen der Universität Tübingen und der iranischen Organisation The Research Institute of Cultural Heritage and Tourism&nbsp;(RICHT) führt das Institut für die Kulturen des Alten Orients (IANES) seit 2015 archäologische, ethnologische und anthropologische Forschungen in der Region südöstlich des Iran durch. Die Untersuchungen und die Dokumentation der archäologischen Fundorte durch neue archäologische Methoden sind im gemeinsamen Projekt SOJAS (South of Jiroft Archaeological Surveys) organisiert. Die Untersuchungen von Seiten der Universität Tübingen sind Teil des Projekts A03 des SFB 1070 RessourcenKulturen in dem der Handel mit Halbedelsteinen im 3. Jahrtausend v. Chr. zwischen dem Südosten des Iran und Mesopotamien erforscht wird.</p><h3>Workshops</h3><p>Im Rahmen des oben genannten Memorandums wurde die Universität Tübingen angefragt, Workshops für junge Archäologie Studierende im Iran abzuhalten. Zwei davon fanden bereits in Teheran statt. Der erste im Oktober 2016 mit dem Thema „Magnetometer-Inspektion und Luftuntersuchung eines archäologischen Fundorts“ und der zweite vom 22. bis 23. Oktober 2018 in Teheran mit dem Titel: „Im Feld ist nach dem Feld. Ein Workshop zur Dokumentation archäologischen Materials“.</p><h3>Vorläufige Ergebnisse des letzten Workshops</h3><p>Der Workshop wurde von den iranischen Archäologen und insbesondere von den Studierenden sehr begrüßt. Das Interesse war groß und so kam es während des gesamten Workshops zu angeregten Diskussionen zwischen den Dozenten und dem Publikum. Ein Ergebnis des Workshops war auch, dass die Studierenden, die sich mit der vorgestellten Methodik beschäftigten, ein großes Interesse daran zeigten, an der Feldforschung von SOJAS teilzunehmen.</p><p>Anlässlich des Erfolgs solcher Veranstaltungen wie 2016 und 2018 haben die Universität Tübingen und das RICHT geplant, ihre Zusammenarbeit im Rahmen ähnlicher Workshops in Zukunft noch weiter auszubauen, um gemeinsam Ideen und Methoden für die Archäologie im Iran zu entwickeln und auszutauschen.</p><h3>Teilnehmer der Universität Tübingen</h3><p>Vier Wissenschaftler der Universität Tübingen nahmen an den Workshops in Teheran teil: Prof. Dr. Peter Pfälzner (Direktor der Abteilung für Vorderasiatische Archäologie am IANES), Dr. Mohammad Karami (SFB 1070, Projekt A03), Dr. Ivana Puljiz (IANES) und Hojatollah Ahmadpour (IANES).</p><p class="align-right">Sven Kadegge</p><h3>Kontakt</h3><p>Dr. Mohammad Karami<br> Eberhard Karls Universität Tübingen<br> SFB 1070 „RessourcenKulturen"<br> Gartenstr. 29<br> 72074 Tübingen<br><span class="ut-icon ut-icon-phone-squared"></span> +49 7071 29-73587</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-32560</guid><pubDate>Fri, 30 Nov 2018 11:19:14 +0100</pubDate><title>Zwei Consolidator Grants des Europäischen Forschungsrats gehen an Tübinger Forschende</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/zwei-consolidator-grants-des-europaeischen-forschungsrats-gehen-an-tuebinger-forschende-1/</link><description>Die Biochemikerin Ana Jesus García-Saéz erforscht den programmierten Zelltod; der Biologe Eric Kemen arbeitet an neuen Methoden für den Pflanzenschutz auf Basis des Mikrobioms. Beide erhalten jeweils 2 Millionen Euro für die Konsolidierung ihrer Forschungsgruppe.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Biochemikerin Ana Jesus García-Saéz und der Biologe Eric Kemen haben jeweils einen Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) eingeworben.</p><p>Ihre Projekte zur Erforschung des programmierten Zelltods sowie zur Entwicklung von Pflanzenschutzmethoden auf Basis des Mikrobioms werden in den kommenden 5 Jahren mit rund zwei Millionen Euro gefördert. Mit dem Consolidator Grant unterstützt der ERC Wissenschaftler mit mehrjähriger Forschungserfahrung bei der&nbsp;Weiterentwicklung ihrer Forschungsteams. Die Kreativität junger, vielversprechender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler soll gefördert und neue Ideen in die Forschungsfelder getragen werden.</p><p><strong>Professorin Ana Jesus García-Sáez </strong>vom Interfakultären Institut für Biochemie (IFIB) erforscht im Projekt “Apoptotic foci: composition, structure and dynamics ” (APOSITE) den programmierten Zelltod, auch Apoptose genannt. Sie dient dem Organismus dazu, geschädigte oder überalterte Zellen geregelt abzubauen. Das ist ein aktiver Vorgang, der für die Entwicklung eines Lebewesens, seine Immunfunktionen und die Aufrechterhaltung der Funktionen des Gewebes entscheidend ist. Bei Erkrankungen wie zum Beispiel Krebs oder neurodegenerativen Krankheiten sind die Abläufe der Apoptose häufig gestört.</p><p>Die Apoptose wird durch Proteine namens Bax und Bak eingeleitet. Wenn die Zelle unter Stress steht, lagern sich die Bax- und Bak-Proteine in Zweiereinheiten zusammen, formen Linien, Bögen und Ringe an bestimmten Stellen der Außenhülle der Mitochondrien. Die ist normalerweise dicht, doch bilden die Bax- und Bak-Proteine Poren in der Außenhülle und machen sie dadurch durchlässig, Cytochrom c kann nach außen passieren. Dann ist das Zelltodprogramm nicht mehr umkehrbar und die Zelle löst sich auf. Diese Abläufe hat Ana Garcia Saez in früheren Studien untersucht. Bisher ist jedoch kaum bekannt, wie die Zelle die Zusammenlagerung der Bax- und Bak-Proteine zeitlich und räumlich organisiert. Diese Lücken möchte die Wissenschaftlerin im neuen Projekt schließen.</p><p><strong>Professor Eric Kemen</strong> leitet eine Forschungsgruppe, die am Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen (ZMBP) und am Interfakultären Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin (IMIT) angesiedelt ist. Sein Projekt „Knowledge based design of complex synthetic microbial communities for plant protection“ (DeCoCt) erforscht Methoden für den Pflanzenschutz, die auf gezielter Kombination komplexer mikrobieller Gemeinschaften beruhen.</p><p>Diese Gemeinschaften werden auch als Mikrobiota bezeichnet und bevölkern die Oberflächen aller höherer Organismen und beeinflussen maßgeblich deren Gesundheit: Sie tragen zum einen zu lebenswichtigen Funktionen wie Nährstoffaufnahme, Stresstoleranz, besserer Vermehrung und Resistenz gegenüber Krankheitserregern bei. Gleichzeitig können Sie den Ausbruch von Krankheiten bei Pflanzen, Tieren oder Menschen begünstigen oder sogar verursachen. Wie und warum mikrobielle Gemeinschaften von einem für einen Organismus vorteilhaften Zustand in einen schädlichen Zustand wechseln, ist bisher weitestgehend unbekannt. Dies zu verstehen, birgt insbesondere im Pflanzenschutz große Potentiale, die bisher nur wenig ausgeschöpft wurden.</p><p>Kemens Arbeitsgruppe forscht bereits mehrere Jahre an Mikrobiota der Modellpflanze Arabidopsis thaliana (Ackerschmalwand). Dabei erarbeiteten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Methoden und Konzepte, die eine Untersuchung mikrobieller Gemeinschaften sowohl unter natürlichen Bedingungen und in Feldexperimenten als auch durch Laborexperimente ermöglicht. Ein Durchbruch war dabei die Entdeckung von Organismen, die während der gesamten Lebensspanne der Arabidopsis thaliana-Pflanze erhalten bleiben und von großer Bedeutung für die Stabilität der Mikrobiota sind.</p><p>Kemen und sein Team würden gerne instabile Mikrobiota heilen, die für die Wirtspflanze gefährlich werden könnten. Dafür möchten sie die komplexen Prozesse innerhalb der Gemeinschaften entschlüsseln und sogenannte Probiotika einsetzen, also stabile vorherberechnete mikrobielle Gemeinschaften. Ziel des Projekts ist es daher, Probiotika aufgrund von statistischen und experimentellen Daten gezielt zusammen zu stellen, sodass ihre Wirkung auf Mikrobiota vorhersagbar werden. Zunächst soll dafür unter kontrollierten Bedingungen im Labor eine große Anzahl mikrobieller Gemeinschaften gegen verschiedene Krankheitserreger und Umweltfaktoren getestet werden. Anschließend werden erfolgversprechende Kombinationen in Feldversuchen erprobt.</p><p>Ähnlich wie antibiotikaresistente Keime die Ausbreitung von gefährlichen Krankheiten begünstigen, werden besonders Pilze, die Nutzpflanzen befallen und schädigen, zunehmend resistent gegen herkömmliche Fungizide. Um die Versorgung mit pflanzlichen Grundnahrungsmitteln zu sichern, arbeiten Forscherinnen und Forscher weltweit an einer Lösung für dieses Probelm. DeCoCt ist ein neuer Ansatz in der Mikrobiota- und Probiotika-Forschung und hofft, Alternativen zum bisherigen Einsatz von Pflanzenschutzmittel zu entwickeln.&nbsp;</p><p class="align-right">Janna Eberhardt/Susanne Zahn</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-32273</guid><pubDate>Fri, 23 Nov 2018 15:19:01 +0100</pubDate><title>Weltweiter Virtual Reality Tag führt Tübinger VR-Gemeinschaft zusammen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/weltweiter-virtual-reality-tag-fuehrt-tuebinger-vr-gemeinschaft-zusammen/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>In weltweit über 70 Städten wurde am 17. November 2018 der Virtual Reality Day gefeiert. Virtual Reality (VR) beschreibt computersimulierte Umgebungen, die durch immersive Technologien erfahren und besucht werden können. In Tübingen kamen an diesem Tag VR-begeisterte Studierende, Forschende sowie Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft zusammen. Forscherinnen und Forscher sowie Entwicklerinnen und Entwickler der Universität Tübingen, der Universitätskliniken Tübingen und Mannheim und des Tübinger Startups Ambigate GmbH gaben in Kurzvorträgen interessante Einblicke in den Einsatz von VR in Forschung, Bildung und Industrie.&nbsp;</p><p>Dr. Philipp Schröder, Post-Doc im Fachbereich Psychologie an der Universität Tübingen, sprach beispielsweise über die einzigartigen Perspektiven, die die noch junge Technologie in der Forschung bietet: „Verschiedene Labore in Tübingen nutzen teilweise vergleichbare Setups, um unterschiedliche Fragestellungen zu beantworten. Durch den interdisziplinären Austausch und die direkten Diskussionen werden neue Perspektiven der Forschung beleuchtet und technologische Entwicklungen diskutiert.“</p><p>Nach den Vorträgen konnten die Gäste im neu eingerichteten Innovations-Labor („Attempto Lab“) der Universität Tübingen die VR-Brille an spannenden Spielen testen und miteinander ins Gespräch kommen. Das war auch der Anreiz für Artur Pilacinski, Mitarbeiter des Innovations-Labors, den globalen Virtual Reality Day in Tübingen zu etablieren: „Events wie diese führen verschiedene Einrichtungen in Tübingens akademischen Dschungel zusammen und unterstützen die Bildung eines gemeinsamen Ökosystems.“ Der Virtual Reality Day brachte die lokale VR-Gemeinschaft zusammen, zeigte die aktuelle Entwicklung auf und legte den Grundstein für mögliche Partnerprojekte in der Zukunft.</p><p class="align-right">Juliane Pohl</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-32059</guid><pubDate>Mon, 19 Nov 2018 16:47:26 +0100</pubDate><title>Informatik fehlt es massiv an weiblichem Nachwuchs</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/informatik-fehlt-es-massiv-an-weiblichem-nachwuchs/</link><description>Verbundprojekt DokIT mit Beteiligung der Universität Tübingen untersucht Situation von Doktorandinnen im IT-Bereich</description><content:encoded><![CDATA[<p>Im Bereich der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) fehlt es massiv vor allem an weiblichem Nachwuchs. Im Zeitalter der Digitalisierung gefährdet dies die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Volkswirtschaften. Wege heraus aus diesem Negativtrend sucht das jetzt gestartete Verbundprojekt „Doktorandinnen in IT: Bundesweite Analyse der Situation und Fördermaßnahmen (DokIT)“ des Instituts für Angewandte Informatik e.V. (InfAI) an der Universität Leipzig und am Wilhelm-Schickard-Institut für Informatik der Universität Tübingen. Die Projektleitung Leipzig und die Verbundkoordination hat Professorin Dr. Dorothee Alfermann inne, die Projektleitung Tübingen liegt bei Juniorprofessorin Dr. Enkelejda Kasneci.</p><p>Das Verbundvorhaben wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in der Förderlinie „Erfolg mit MINT - Neue Chancen für Frauen“ gefördert.</p><p>DokIT möchte erforschen, unter welchen Bedingungen Informatikerinnen promovieren und zur Erhöhung der Promotionsquote von Frauen in diesem Bereich beitragen. „Wir wollen, dass sich der Anteil junger Frauen in Führungs- und Forschungspositionen im MINT-Bereich erhöht und ihr Potenzial besser in die Innovationskultur Deutschlands und den digitalen Wandel eingebunden wird“, sagt die Koordinatorin des Vorhabens, Prof. Dr. Dorothee Alfermann von der Universität Leipzig. Das Forschungs- und Transferprojekt will zu einer Förderung gender- und herkunftsunabhängiger Bildungs- und Zukunftschancen sowie einem Kulturwandel in Wissenschaft und Unternehmen im MINT-Berufssegment beitragen.</p><p>In den Hochschulen der Bundesrepublik Deutschland sind derzeit nach Angaben des Statistischen Bundesamts etwa 4000 Männer und weniger als 1000 Frauen mit dem Ziel einer Promotion in einem Fachbereich der Informatik einschließlich Fächern wie Wirtschaftsinformatik und Medieninformatik eingeschrieben. Ein erfolgreicher Abschluss der Promotion wird jährlich von etwa 950 männlichen Promovenden und im Vergleich dazu von nur 150 weiblichen Promovenden erreicht. Umso alarmierender ist die Tatsache, dass die Zahl der Promovendinnen seit Jahren stagniert, aber die der Promovenden steigt. Auf welche Ursachen diese Befunde zurückzuführen sein könnten, untersucht das Verbundprojekt mit qualitativen sowie quantitativen Befragungen von Promovendinnen und Promovenden in der Informatik. Neben dem Vergleich der finanziellen und sozialen Situation von IT-Doktorandinnen und IT-Doktoranden interessiere ebenfalls, welche Erwartungen, Ziele und Förderungen sie erhalten haben und welche fehlen.</p><p>Parallel zu den Befragungen wird im Rahmen des Projekts ein Doktorandinnen-Netzwerk aufgebaut, das den Doktorandinnen die Möglichkeit bietet, fachlichen Austausch zu pflegen und sozialpsychologisch wichtige Unterstützung durch Gleichgesinnte wie auch durch Expertinnen und Experten zu finden. Dieses Ziel soll eine im Projekt aufzubauende und zu evaluierende Cloud-Plattform unterstützen.</p><p class="align-right">Pressemitteilung der Universität Leipzig</p><h3>Weitere Informationen:</h3><p>Universität Leipzig<br> Prof. Dr. Dorothee Alfermann<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cnhgtocppBwpk/ngkrbki0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">alfermann<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-leipzig.de</a></p><p>Universität Tübingen<br> Juniorprofessorin Dr. Enkelejda Kasneci<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,gpmgnglfc0mcupgekBkphqtocvkm0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">enkelejda.kasneci<span style="display:none">spam prevention</span>@informatik.uni-tuebingen.de</a></p>]]></content:encoded><category>MatNat-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-31985</guid><pubDate>Fri, 16 Nov 2018 10:29:58 +0100</pubDate><title>Training School an der Tübinger Core Facility LISA+ im Rahmen des BWS plus-Projekts „Licht-Materie-Interaktion im Kontext von Gerätezentren“ </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/training-school-an-der-tuebinger-core-facility-lisa-im-rahmen-des-bws-plus-projekts-licht-materie-interaktion-im-kontext-von-geraetezentren/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Am 29. bis 31. Oktober 2018 veranstaltete die Core Facility LISA<sup>+</sup> der Universität Tübingen (Zentrum für Licht-Materie-Interaktion, Sensoren und Analytik) eine Training School für Vertreterinnen und Vertreter der Plattform Nano’mat der Université de Technologie Troyes (UTT) in Frankreich. „Licht-Materie-Interaktion im Kontext von Gerätezentren“ ist ein Projekt im Rahmen des <em>Baden-Württemberg-STIPENDIUMs für Studierende – BWS plus</em>, einem Programm der Baden-Württemberg Stiftung.</p><p>Das Training wurde an den Geräten im Reinraum-Bereich des Verfügungsgebäudes Auf der Morgenstelle durchgeführt. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf den Methoden des fokussierten Gallium- und Helium-Ionenätzens sowie der optischen und Nanoimprint-Lithografie, die zur Herstellung von sehr kleinen, exakt definierten Nano-Strukturen verwendet werden. Hinzu kam eine Einführung in die polarisierte oberflächenverstärkte Raman-Spektroskopie, die zur chemisch spezifischen hochauflösenden Oberflächen-Analyse eingesetzt wird. &nbsp;</p><p>Nano- und optische Technologien sind Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Sie beherrschen sowohl große Bereiche der aktuellen Grundlagenforschung als auch des Technologietransfers in Anwendungen wie opto-elektronischen Bauelementen, Sensoren oder modernen Lichtquellen. Sowohl zur Fabrikation von Nanostrukturen als auch zur Durchführung höchstempfindlicher und hochauflösender optischer und spektraler Untersuchungen wird meist eine umfangreiche apparative Ausstattung benötigt, die beträchtliche Investitionen erfordert. Dieser Herausforderung wird zunehmend durch die Gründung von übergeordneten Plattformen, Core Facilities und Gerätezentren begegnet, um Expertise und Infrastruktur gewinnbringend zu bündeln.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-31723</guid><pubDate>Tue, 13 Nov 2018 10:37:15 +0100</pubDate><title>Neues Graduiertenkolleg „Vom Krankenbett an die Laborbank“ erforscht neue Ansätze für cGMP-basierte Medikamente </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neues-graduiertenkolleg-vom-krankenbett-an-die-laborbank-erforscht-neue-ansaetze-fuer-cgmp-basierte-medikamente/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet ein weiteres Graduiertenkolleg an der Universität Tübingen ein: Das GRK 2381 „cGMP: Vom Krankenbett an die Laborbank“ bildet ab 1. Juli 2019 insgesamt 18 Promovierende aus der Biochemie, Pharmazie, Biophysik, Neurowissenschaft und Medizin aus. Es wird für zunächst viereinhalb Jahre mit 4,3 Millionen Euro gefördert. Sprecher ist Professor Robert Feil vom Interfakultären Institut für Biochemie (IFIB).&nbsp;</p><p>Die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler werden im GRK den Botenstoff cyclisches Guanosinmonophosphat (cGMP) erforschen. Dieser ist in Zellen für die Weiterleitung von Signalen verantwortlich und wird bereits von vielen Medikamenten als Signalübermittler genutzt. „Derzeit liegt der Fokus dieses Forschungsfeldes noch auf der Behandlung von Herzkreislauferkrankungen“, sagt Professor Robert Feil. Aktuelle Studien, unter anderem durchgeführt in Tübingen, wiesen aber darauf hin, dass cGMP-modulierende Medikamente auch breiter einsetzbar seien.</p><p>Das Graduiertenkolleg hat deshalb das Ziel, die Bedeutung von cGMP in verschiedenen Zelltypen und Geweben des gesunden und kranken Organismus weiter aufzuklären. Auf Basis der bisherigen Erfahrungen mit cGMP-Pharmaka im Menschen wird es an der Laborbank neue Mechanismen und Anwendungen für diese Arzneimittel erforschen ‒ was sich auch in dem Titel des GRK ‚Vom Krankenbett an die Laborbank‘ widerspiegelt. Während ihrer theoretischen und praktischen Ausbildung werden die Promovierenden modernste Techniken erlernen, um sie dann in innovativen Mausmodellen, die von den beteiligten Arbeitsgruppen etabliert wurden, anzuwenden.</p><p>Das GRK kooperiert eng mit Forschungsgruppen der Harvard Medical School und Tufts University School of Medicine in Boston, deren Expertise die der Tübinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler komplementiert: Die Promovenden werden von je einem Mentor aus Tübingen und Boston betreut und absolvieren einen dreimonatigen Forschungsaufenthalt in Boston im Labor des Ko-Mentors.</p><h3>Kontaktdaten:</h3><p>Prof. Dr. Robert Feil (Sprecher)<br> Interfakultäres Institut für Biochemie (IFIB)<br> Hoppe-Seyler-Str. 4<br> 72076 Tübingen<br> robert.feil@uni-tuebingen.de</p><h3>Weitere Kontakte:</h3><p>&nbsp;Prof. Dr. Robert Lukowski (Vize-Sprecher)<br> Experimentelle Pharmakologie<br> Institut für Pharmazie<br> Auf der Morgenstelle 8<br> 72076 Tübingen</p><p><br> Prof. Michele Jacob, PhD (Boston Koordinator)<br> Department of Neuroscience<br> Tufts University School of Medicine<br> 145 Harrison Avenue<br> Boston, MA 02111</p>]]></content:encoded><category>MatNat-Aktuell</category><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-31671</guid><pubDate>Mon, 12 Nov 2018 11:47:40 +0100</pubDate><title>Schulen sollen Werte vermitteln: Tübinger Wissenschaftler befragen bundesweit Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/schulen-sollen-werte-vermitteln-tuebinger-wissenschaftler-befragen-bundesweit-eltern-sowie-lehrerinnen-und-lehrer/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Schulen sollten im Unterricht auch Werte wie Toleranz und Eigenverantwortung vermitteln. Dieser Wunsch von Eltern wie Lehrerinnen und Lehrern ist unter anderem ein Ergebnis einer Studie der Arbeitsgruppe Professionsforschung (Abteilung Schulpädagogik) an der Universität Tübingen. Unter Leitung von Dr. Martin Drahmann und Professor Dr. Colin Cramer und in Kooperation mit Juniorprofessor Dr. Samuel Merk hatten die Wissenschaftler bundesweit Lehrkräfte und Eltern schulpflichtiger Kinder befragt. Sie griffen dabei zwei wichtige Fragen in Gesellschaft und Schule auf: Welche wertbezogenen Bildungs- und Erziehungsziele sollen an Schulen verfolgt werden? Und welche Wertorientierungen für das berufliche Handeln sind für Lehrerinnen und Lehrer leitend? Die Studie „Wertorientierungen und Werterziehung von Lehrerinnen und Lehrern in Deutschland“ wurde vom Verband Bildung und Erziehung e.V. initiiert und vorgestellt.</p><p>In Kooperation mit der forsa Politik- und Sozialforschung GmbH waren in zwei bundesweit repräsentativen Befragungen 1.111 Eltern schulpflichtiger Kinder sowie 1.185 Lehrpersonen an allgemeinbildenden Schulen schriftlich befragt worden. Im Ergebnis zeigt sich unter anderem, dass beide Gruppen den Bildungs- und Erziehungszielen, die in Landesverfassungen und Schulgesetzen zu finden sind, grundsätzlich eine hohe Bedeutung beimessen. So legen Eltern am meisten Wert auf die Förderung eigenverantwortlichen Handelns. Lehrpersonen finden den Erwerb sozialer Kompetenzen und die Einübung von Toleranz besonders wichtig. Die Orientierung an der Leistungsfähigkeit spielte für Eltern wie auch Lehrpersonen in diesem Zusammenhang eine geringere Rolle ‒ in Zeiten von Leistungsvergleichsstudien und Bildungsrankings, die fachliche Leistungen von Schülerinnen und Schülern erfassen, ein auffälliges Ergebnis. Für die Wertorientierungen von Lehrpersonen stuften Eltern Fürsorge, Gerechtigkeit, Verantwortung und Wahrhaftigkeit als wichtige Werte im beruflichen Handeln ein. Die befragten Lehrerinnen und Lehrer gaben korrespondierend an, ihr Handeln stark an diesen Werten zu orientieren.&nbsp;</p><p>Insgesamt liegt das Thema Werte im Kontext von Schule und Unterricht sowohl den Eltern schulpflichtiger Kinder als auch Lehrerinnen und Lehrern an allgemeinbildenden Schulen am Herzen und regt zu weiteren Diskussionen an. Gefördert wurde die Studie durch den Verband Bildung und Erziehung e.V. sowie durch dessen Landesverbände Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.</p><p>Eine Kurzversion der drei Forschungsberichte für Deutschland, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen findet sich hier zum Download:<br><a href="http://www.colin-cramer.de/site/research_de_WWL.html" target="_blank" rel="noreferrer">http://www.colin-cramer.de/site/research_de_WWL.html</a>&nbsp;</p><p>Das Pressestatement vom Verband Bildung und Erziehung e.V. findet sich hier zum Download:<br><a href="https://www.vbe.de/presse/pressedienste-2018/werteerziehung-mehr-prioritaet-mehr-gestaltungsfreiraum-mehr-zeit/" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.vbe.de/presse/pressedienste-2018/werteerziehung-mehr-prioritaet-mehr-gestaltungsfreiraum-mehr-zeit/</a>&nbsp;</p><p class="align-right">Colin Cramer</p><p><strong>Kontakt:</strong><br> Prof. Dr. Colin Cramer<br> Universität Tübingen<br><a href="/einrichtungen/zentrale-einrichtungen/tuebingen-school-of-education-tuese/tuese/" class="internal-link">Tübingen School of Education (TüSE)</a><br> Abteilung Schulpädagogik&nbsp;<br> Telefon +49 7071 29-72729<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,eqnkp0etcogtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">colin.cramer<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-31040</guid><pubDate>Fri, 26 Oct 2018 17:44:03 +0200</pubDate><title>Ergänzungsmethode zu Tierversuchen: Tübinger Forscher ausgezeichnet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/ergaenzungsmethode-zu-tierversuchen-tuebinger-forscher-ausgezeichnet/</link><description>Niklas Schwarz erhält Förderpreis „Ersatz und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch“ des Landes Baden-Württemberg – das von ihm entwickelte Verfahren erweitert Methodenspektrum in der Hirnforschung </description><content:encoded><![CDATA[<p>Für die Entwicklung eines Verfahrens, dass die Untersuchung menschliches Hirngewebe über mehrere Wochen in der Petrischale ermöglicht, erhält&nbsp;Dr. Niklas Schwarz vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung, sowie der Universität und dem Universitätsklinikum Tübingen den Förderpreis „Ersatz und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch“ des Landes Baden-Württemberg.&nbsp;Mit der neuen Methode lassen sich einige Fragen nun direkt an menschlichen Hirngeweben klären, wofür bislang Tierexperimente nötig waren. So kann etwa in der Petrischale getestet werden, welche Wirkung neue Arzneistoffe auf menschliches Hirngewebe haben. Mittlerweile nutzen mehrere Labore weltweit erfolgreich das Tübinger Verfahren, das vor einem Jahr in der Fachpresse vorgestellt wurde. Die Preisverleihung fand am 25. Oktober 2018 im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Stuttgart statt. Das Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro wird Schwarz für zukünftige Studien nutzen.</p><p>„Ich freue mich sehr über die Anerkennung unserer Forschung “, sagt Preisträger Schwarz. Gemeinsam mit Kollegen war es ihm erstmals gelungen, menschliche Gehirnschnitte über mehrere Wochen in der Petrischale am Leben zu halten. Dies war möglich, weil sie anstatt der standardisierten Nährlösung Hirnwasser nutzen, das sie von Patienten gewannen. „Das menschliche Gehirn scheint sehr geringe Toleranzgrenzen für die Kultivierung außerhalb des menschlichen Körpers zu haben“, erläutert Schwarz. „In der Standardnährlösung stirbt menschliches Gewebe im Gegensatz zu Tiergewebe schnell ab, weshalb meist auf Tierversuche zurückgegriffen wird.“ Wenn es in seiner natürlichen Umgebung – dem Hirnwasser – aufbewahrt wird, sind die Zellen auch nach drei Wochen anatomisch gut erhalten und funktionsfähig, so seine Erkenntnis.&nbsp;</p><p>Mit dem Verfahren lassen sich neben der Verträglichkeit von Arzneimitteln nun auch Erbgutveränderungen direkt an menschlichen Gehirnschnitten erforschen, die mit Erkrankungen des menschlichen Nervensystems assoziiert sind. „Wichtig ist: Wir nutzen ausschließlich Gewebe, das im Rahmen von notwenigen Hirnoperationen entfernt wird – etwa, um einen Tumor zu beseitigen. Die Patienten müssen zudem im Vorfeld der wissenschaftlichen Verwendung zugestimmt haben“, betont sein Kollege Dr. Henner Koch.</p><p>Das von den Tübinger Hirnforschern entwickelte Verfahren ergänzt die zur Verfügung stehenden Methoden, um das Gehirn zu untersuchen. Ihre Methode kann dabei helfen, künftig die Anzahl von Versuchstieren in der Forschung zu reduzieren – vollständig Tierversuche ersetzen wird sie jedoch nicht. „Untersuchungen an Tiergewebe lassen sich nicht immer zu hundert Prozent übertragen – mit entsprechenden Restrisiken für freiwillige Probanden von Medikamentenstudien“, sagt Schwarz. „Jede Frage erfordert jedoch ihre eigene Methode, um Antwort zu finden. Manche Erkenntnisse lassen sich nur im intakten Organismus gewinnen – und hierbei sind wir auch auf Tierversuche angewiesen.“&nbsp;</p><h3>Originalpublikation</h3><p>Schwarz et al., (2017): Human Cerebrospinal fluid promotes long-term neuronal viability and network function in human neocortical organotypic brain slice cultures. <em>Scientific reports</em>, 7, 12249&nbsp;<br> DOI: 10.1038/s41598-017-12527-9</p><p>Pressemeldung zur Originalpublikation (19.10.2017)</p><ul class="ut-list ut-list--link-list"><li><a href="http://www.hih-tuebingen.de/presse/pressemeldungen" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Neues Verfahren ermöglicht die Kultivierung menschlicher Gehirnschnitte in der Petrischale</a></li></ul><h3>Pressekontakt:</h3><p>Dr. Mareike Kardinal<br> Leitung Kommunikation&nbsp;<br> Hertie-Institut für klinische Hirnforschung<br> Otfried-Müller-Str. 27<br> 72076 Tübingen<br> Tel: 07071 29-8 88 00<br> Fax: 07071 29-2 50 04<br> Mail: mareike.kardinal@medizin.uni-tuebingen.de</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-31015</guid><pubDate>Fri, 26 Oct 2018 14:36:44 +0200</pubDate><title>Gegen resistente Keime: Neue Forschergruppe  </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/gegen-resistente-keime-neue-forschergruppe/</link><description>Universitäten Stuttgart, Tübingen und Ulm intensivieren gemeinsame Weiterentwicklung neuer MRSA- und VRE-aktiver Antibiotika</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die wachsende Zahl resistenter bakterieller Krankheitserreger und damit die zunehmende Limitierung verfügbarer aktiver Antibiotika stellt eine der großen Herausforderungen des globalen Gesundheitssystems dar. Die durch das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Kultur des Landes Baden-Württemberg für drei Jahre geförderte Forschergruppe „antibioPPAP“ unter Leitung von Prof. Bernd Plietker (Institut für Organische Chemie, Universität Stuttgart) und Prof. Friedrich Götz (Interfakultäres Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin, Universität Tübingen) intensiviert nach gemeinsamen Vorarbeiten nun die Weiterentwicklung neuartiger MRSA- und VRE-aktiver Antibiotika.</p><p>Multiresistente Keime stellen laut aktuellen Bewertungen der Weltgesundheitsorganisation WHO eines der gefährlichsten globalen Gesundheitsrisiken dar. Multiresistenz hat vielerlei Ursachen. Als Ausgangspunkt gilt dabei der nicht ordnungsgemäße oder übermäßige Einsatz von Antibiotika unter anderem auch in der Tierhaltung. Weitere Faktoren wie eine nicht optimale Hygiene fördern die Verbreitung der Keime. Gerade im Umfeld von Krankenhäusern ist dies hochproblematisch. Die Arbeitsgruppen um Prof. Friedrich Götz (Universität Tübingen) und Prof. Bernd Plietker (Universität Stuttgart) präsentierten kürzlich nicht-natürliche polyzyklische polyprenylierte Acylphloroglucine (PPAP) als eine neue Klasse hochpotenter antibiotisch aktiver Wirkstoffe gegen multiresistente Keime<sup>1</sup>. Diese an natürliche Vorläufer angelehnten Wirkstoffe konnten in wenigen Schritten vollsynthetisch produziert werden<sup>2</sup>&nbsp;und wiesen eine sehr hohe Aktivität gegen grampositive Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) und Methicilin-resistente Staphylococcus Aureus-Stämme (MRSA) auf.</p><p>Um diese Ergebnisse nun weiter anwendungsorientiert zu entwickeln, wurde ein neues Forschungskonsortium gegründet, in dem sechs Gruppen der Universitäten Stuttgart (Fakultät Chemie), Tübingen (Fachbereich Biologie) und Ulm (Universitätsklinikum Ulm) kooperieren. Dabei geht es sowohl um die Weiterentwicklung der PPAPs in Richtung einer Aktivitätssteigerung als auch in Richtung einer Aufklärung unter anderem von Wirkort und -mechanismen, Bioverfügbarkeit, Biostabilität oder Toxizität. Die durch das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Kultur des Landes Baden-Württemberg geförderte Forschergruppe hat das Ziel, innerhalb der dreijährigen Förderperiode den Grundstein für eine nationale und internationale Vernetzung auf dem Gebiet PPAP-basierender Antibiotika zu legen. Neueste Ergebnisse deuten auf einen bislang präzedenzlosen Wirkmechanismus hin, in dem die PPAPs vor allem Eisen-haltige Proteine innerhalb der Bakterienzelle attackieren und demetallieren.</p><p><br><sup>1</sup>&nbsp;Referenzpublikation:<br> Polyzyklische, polyprenylierte Acylphloroglucinole – eine neuartige Klasse nicht-peptidbasierter MRSA- und VRE-aktiver Antibiotika, von Claudia Guttroff, Aslihan Baykal, Huanhuan Wang, Peter Popella, Frank Kraus, Nicole Biber, Sophia Krauss, Friedrich Götz und Bernd Plietker, Angew. Chemie 129, 2017, DOI:10.1002/ange.201707069<br><a href="http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ange.201707069/abstract;jsessionid=03D95ADC34938106E946F59093166B20.f02t03" target="_blank" rel="noreferrer">onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ange.201707069/abstract;jsessionid=03D95ADC34938106E946F59093166B20.f02t03</a></p><p><sup>2&nbsp;</sup>Referenzpublikation:<br> The total synthesis of hyperpapuanone, hyperibone L, epi-clusianone and oblongifolin A, von Nicole Biber, Katrin Möws und Bernd Plietker, Nature Chemistry, 3, 2011, 938, DOI: 10.1038/nchem.1170<br><a href="https://www.nature.com/articles/nchem.1170" target="_blank" rel="noreferrer">www.nature.com/articles/nchem.1170</a></p><p><strong>Presseinformation der Universität Stuttgart vom 26.10.2018</strong></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-30882</guid><pubDate>Wed, 24 Oct 2018 16:23:46 +0200</pubDate><title>Aus der Universität zu den Burgen der Region</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/aus-der-universitaet-zu-den-burgen-der-region/</link><description>Wissenschaftler des Sonderforschungsbereiches 1070 RessourcenKulturen untersuchen mittelalterliche Burgen und Adel auf der Schwäbischen Alb</description><content:encoded><![CDATA[<p>Direkt vor der Haustür der Universität erstreckt sich eine der spannendsten Burgenlandschaften Deutschlands: Auf den Höhen der Schwäbischen Alb thronen bis heute zahlreiche Adelsburgen.</p><p>Im Mittelalter gab es um einige dieser Anlagen hochadliger Herren, wie dem Hohenstaufen oder der Burg Helfenstein der gleichnamigen Grafen, ganze Netze kleinerer Burgen ihrer Dienstleute. Einigen dieser Dienstmannen gelang im 12. bis 14. Jahrhundert der Aufstieg in den Adel – einige Geschlechter wie die Rechberger, deren Stammsitz Hohenrechberg bei Schwäbisch Gmünd ein beliebtes Ausflugsziel ist, existieren noch bis heute. Ressource dieses sozialen Aufstiegs waren die Burgen: Sie waren Wohn-, Wehr- und Wirtschaftsanlage und ermöglichten herrschaftlichen und administrativen Zugriff auf Personen und Landschaft. Die mittelalterlichen Bauten und ihre Bewohner prägen die Region bis heute maßgeblich. Doch über ihre Geschichte, etwa die der Burg Hohenstaufen und die damals dort ansässigen machtvollen Dienstmannen, liegt noch vieles im Dunkeln.</p><p>Das Projekt „Herrschaftsräume und Ressourcenerschließung im Mittelalter“ nimmt deshalb aus historischer und archäologischer Perspektive diese Burgenlandschaft in den Blick. Der historische Aspekt beschäftigt sich mit den Personen und deren Verbindung zu Burgennetzen, wohingegen der archäologische Teil Manifestationen von Herrschaft in der Landschaft, im Siedlungsbild von Dörfern und Gemarkungen, in Burgenbauten und ihnen verwandten Elementen adliger Architektur untersucht. Die Projektleitung liegt interdisziplinär in den Händen von Professorin Dr. Sigrid Hirbodian, Leiterin des Instituts für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften der Universität Tübingen und Professor Dr. Rainer Schreg, Professor für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit in Bamberg. Über die fachübergreifende Entschlüsselung der sozialgeschichtlichen und siedlungshistorischen Prozesse des Mittelalters soll so ein tieferes Verständnis der Region ermöglicht werden.</p><p>Will man diese Prozesse verstehen, ist man auf die Expertise vor Ort angewiesen. Im Frühjahr und Sommer diesen Jahres wurde deshalb in einem „Regionalgespräch“ in Tübingen und einem „Expertengespräch“ auf Schloss Filseck bei Göppingen mit Historikern, Bauforschern, Archäologen und Archivaren aus der Gegend diskutiert. Beim Expertengespräch erforschte man gemeinsam zwei touristisch und historisch spannende Anlagen, die Burg Wäscherschloss und die Burgstelle Burren bei Wäschenbeuren in Sichtweite des Hohenstaufen. Wichtigster Kooperationspartner des Projekts der Universität Tübingen ist dabei die Kreisarchäologie Göppingen.</p><p>Auch nächstes Jahr wird es ein Expertengespräch geben. Zudem sollen ausgewählte Anlagen geoarchäologisch untersucht werden, damit gezielte archäologische Eingriffe folgen können. Sobald das Laub sich lichtet, sind vielleicht auch ein Drohnenflug und Geländebegehungen möglich – denn nur so kommt man den Burgen in der Region auf die Spur.</p><p class="align-right">Jonas Froehlich</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-30870</guid><pubDate>Wed, 24 Oct 2018 15:06:35 +0200</pubDate><title>Tübinger Forscher beteiligt: Zehn Millionen Euro zur Entwicklung neuartiger therapeutischer Hirnstimulation</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebinger-forscher-beteiligt-zehn-millionen-euro-zur-entwicklung-neuartiger-therapeutischer-hirnstimulation/</link><description>Ein Helm soll zukünftig eine räumlich und zeitlich hochaufgelöste Hirnstimulation ermöglichen und zur Behandlung von Schlaganfällen, Depressionen und Alzheimer eingesetzt werden</description><content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-30145</guid><pubDate>Wed, 10 Oct 2018 17:06:38 +0200</pubDate><title>Tübinger Nachwuchswissenschaftlerin im Vorstand: Mediävisten gründen Fachgesellschaft &#039;Brevitas&#039;</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebinger-nachwuchswissenschaftlerin-im-vorstand-mediaevisten-gruenden-fachgesellschaft-brevitas/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>24 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben am 5. Oktober 2018 in Darmstadt 'Brevitas'&nbsp;gegründet, eine wissenschaftliche Gesellschaft zur Erforschung vormoderner Kleinepik. Zweite Vorsitzende ist die Tübinger Wissenschaftlerin Patrizia Barton aus dem Deutschen Seminar (Abteilung Mediävistik). Im wissenschaftlichen Beirat ist auch der Tübinger Professor Klaus Ridder (Lehrstuhl für Deutsche Philologie/Mediävistik) vertreten.</p><p>Die Gesellschaft rückt kurze erzählende und diskursive Texte der Vormoderne in den Fokus: von Sprichwörtern über die mittelalterliche Versnovellistik, Fabeln und Legenden bis hin zu Boccaccios Novellen und den großen Schwanksammlungen der Frühen Neuzeit. Zu diesen literarischen Kleinformen werden im Zwei-Jahres-Rhythmus Tagungen veranstaltet mit dem Ziel, über Fachgrenzen hinaus und international neue Systematiken und Ansätze auf diesem Themenfeld zu entwickeln.</p><p>Die Gründung geht auf eine Initiativgruppe von sechs Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern der germanistischen Mediävistik zurück, die allesamt bei der Gründungsversammlung im Georg-Christoph-Lichtenberg-Haus in den Vorstand gewählt wurden: PD Dr. Silvan Wagner (Bayreuth), erster Vorsitzender; M.A. Patrizia Barton (Tübingen), zweite Vorsitzende; PD Dr. Friedrich Michael Dimpel (Erlangen), Schatzmeister; M.A. Lydia Merten (Köln), Dr. Mareike von Müller (Göttingen) und Dr. Nina Nowakowski (Magdeburg), Beisitzerinnen. Als wissenschaftlicher Beirat zeichnen die Professorinnen und Professoren Udo Friedrich (Köln), Susanne Reichlin (München), Klaus Ridder (Tübingen), Hans Jürgen Scheuer (HU Berlin), Michael Waltenberger (München) und Christiane Witthöft (Erlangen) verantwortlich. Neben den anwesenden Gründungsmitgliedern schlossen sich bereits im Vorfeld weitere 27 Wissenschaftler, Wissenschaftlerinnen und Institutionen aus dem deutschsprachigen Raum (Deutschland, Schweiz, Österreich) 'Brevitas' an, so dass die Gesellschaft auf einen breiten Rückhalt in der wissenschaftlichen Community bauen kann.</p><p>Rahmen der Gesellschaftsgründung war die von der Fritz Thyssen Stiftung geförderte Tagung „Prägnantes Erzählen“, die vom 4. bis 6. Oktober von der Initiativgruppe in Darmstadt veranstaltet wurde. Die Germanistinnen und Germanisten diskutierten hier das Phänomen der Prägnanz in seiner Bedeutung für vormoderne Kleinepik kritisch, um neue theoretische und methodische Ansätze zur Kleinepik zu entwickeln. Die Ergebnisse der Tagung werden in der ersten Ausgabe des Online-Periodikums 'Brevitas' – Zeitschrift für vormoderne Kleinepik veröffentlicht, das als Publikationsorgan der Gesellschaft fungiert. Vereinssitz ist Erlangen.<br> Informationen zur Gründungstagung und zur Gesellschaft unter <a href="https://www.linglit.tu-darmstadt.de/index.php?id=praegnanteserzaehlen." target="_blank" rel="noreferrer">https://www.linglit.tu-darmstadt.de/index.php?id=praegnanteserzaehlen.</a></p><p class="align-right">Pressemitteilung der Gesellschaft 'Brevitas' /Antje Karbe</p><h3>Kontakt:</h3><p>Patrizia Barton, M.A.<br> Universität Tübingen<br> Deutsches Seminar / Mediävistik<br> DFG-Projekt 'Edition und Kommentierung der deutschen Versnovellistik des 13. und 14. Jahrhunderts'<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,rcvtkbkc0dctvqpBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">patrizia.barton<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-29854</guid><pubDate>Thu, 04 Oct 2018 17:43:58 +0200</pubDate><title>„Medicine Quality &amp; Public Health“-Konferenz an der Universität Oxford</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/medicine-quality-public-health-konferenz-an-der-universitaet-oxford/</link><description>Tübinger Wissenschaftler präsentierten Untersuchungen zu gefälschten Arzneimitteln in Afrika</description><content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size:12pt"><span style="font-family:Cambria,serif"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;">Das Pharmazeutische Institut der Universität Tübingen beteiligte sich mit seinen Forschungsergebnissen, unter anderem zu Antibiotikafälschungen in Subsahara-Afrika, an der ersten internationalen Konferenz zum Thema „Medicine Quality and Public Health“. Über 200 Teilnehmende aus 50 Ländern suchten vom 24. bis 28. September nach Möglichkeiten, wie die Qualität der wichtigsten Arzneimittel weltweit sichergestellt werden kann. Bei der Tagung am Keble College der Universität Oxford waren Forscherinnen und Forscher aus der Pharmazie und den Sozialwissenschaften vertreten. Weitere Konferenzteilnehmende arbeiten für nationale Arzneimittelbehörden, internationale Organisationen, NGOs, Apotheken, Krankenhäuser, die Pharmaindustrie oder die Internetbranche. Die Universität Tübingen war offizielle Partnerin der Konferenz.</span></span></span></p><p><span style="font-size:12pt"><span style="font-family:Cambria,serif"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;"></span></span></span></p><p><span style="font-size:12pt"><span style="font-family:Cambria,serif"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;">Konkret ging es unter anderem um folgende Themen: Mit welchen technischen Möglichkeiten können gefälschte und minderwertige Arzneimittel erkannt werden? Wie sind die rechtlichen und ethischen Grundlagen? Welche politischen und regulatorischen Möglichkeiten gibt es, um die Arzneimittelqualität von der Produktion bis zum Patienten sicher zu stellen? </span></span></span></p><p><span style="font-size:12pt"><span style="font-family:Cambria,serif"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;"></span></span></span></p><p><span style="font-size:12pt"><span style="font-family:Cambria,serif"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;">Über die genaue Verbreitung von minderwertigen und gefälschten Arzneimitteln bestehen nur wenige gesicherte Informationen. Das Pharmazeutische Institut forscht auf diesem Gebiet unter anderem in Subsahara-Afrika. Tübinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entdeckten beispielsweise zwei Antibiotika-Fälschungen, die inzwischen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in internationalen „Medical Product Alerts“ bekanntgemacht wurden.</span></span></span></p><p><span style="font-size:12pt"><span style="font-family:Cambria,serif"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;"></span></span></span></p><p><span style="font-size:12pt"><span style="font-family:Cambria,serif"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;">Schätzungen der WHO zufolge weisen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen 10% der Arzneimittel Qualitätsmängel auf oder sind gefälscht. Therapieversagen, die Entwicklung resistenter Keime, Vertrauensverlust in das Gesundheitssystem und auch finanzielle Verluste gehören zu den Folgen. Mit den nachhaltigen Entwicklungszielen streben die Vereinten Nationen den Zugang zu essentiellen Arzneimitteln und Impfstoffen guter Qualität für alle Menschen weltweit bis zum Jahr 2030 an. Die Konferenz in Oxford war ein wichtiger Schritt, um internationale „Stakeholder“ an einen Tisch zu bringen und Forderungen sowie konkrete Handlungsschritte auf politischer und wissenschaftlicher Ebene zu erarbeiten.</span></span></span></p><p class="align-right"><span style="font-size:12pt"><span style="font-family:Cambria,serif"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;">Cathrin Hauk &amp; Lutz Heide</span></span></span><br><span style="font-size:12pt"><span style="font-family:Cambria,serif"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;">Pharmazeutisches Institut</span></span></span></p><p><span style="font-size:12pt"><span style="font-family:Cambria,serif"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;"></span></span></span></p><ul class="ut-list ut-list--link-list"><li><span style="font-size:12pt"><span style="font-family:Cambria,serif"><a href="http://www.tropicalmedicine.ox.ac.uk/medicinequality2018" target="_blank" rel="noreferrer"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;">www.tropicalmedicine.ox.ac.uk/medicinequality2018</span></a></span></span></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>attempto_online_Landingpage</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-29557</guid><pubDate>Fri, 28 Sep 2018 12:44:40 +0200</pubDate><title>Neue Forschungsgruppe zum Stoffwechsel der Cyanobakterien</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neue-forschungsgruppe-zum-stoffwechsel-der-cyanobakterien/</link><description>Wissenschaftler der Universität Tübingen untersuchen mit Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, wie die einzelligen Vorläufer der grünen Pflanzen den Schalter zwischen Fotosynthese und Kohlenhydratabbau umlegen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet an der Universität Tübingen eine neue Forschungsgruppe zur Untersuchung des Stoffwechsels von Cyanobakterien ein, die als Vorläufer der Chloroplasten in Pflanzenzellen gelten. Für das Ökosystem Erde sind die mikroskopisch kleinen, aber in gewaltigen Massen auftretenden Cyanobakterien selbst von großer Wichtigkeit. Daneben bieten sie auch ein Modell für die stammesgeschichtlich eng verwandten Fotosynthese treibenden grünen Pflanzen, welche die Lebensgrundlage für eine Vielzahl an Organismen auf der Erde – wie auch den Menschen – bilden. Die DFG-Forschungsgruppe „The Autotrophy-Heterotrophy Switch in Cyanobacteria: Coherent Decision-Making at Multiple Regulatory Layers“ – „Der Autotrophie-Heterotrophie-Schalter in Cyanobakterien: Geregelte Entscheidungsfindung auf vielen Ebenen“ – soll Anfang 2019 ihre Arbeit aufnehmen mit einer Laufzeit von zunächst drei Jahren mit der Option auf Verlängerung um weitere drei Jahre bis Ende 2024. Sprecher der Forschungsgruppe ist Professor Karl Forchhammer vom Interfakultären Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin der Universität Tübingen.</p><p>Cyanobakterien können – wie grüne Pflanzen – Fotosynthese betreiben. Mithilfe der Energie des Sonnenlichts setzen sie Kohlendioxid aus der Luft und Wasser zu Kohlenhydraten um und erzeugen dabei Sauerstoff. In der Nacht oder in bestimmten Stresssituationen schalten sie ihren Stoffwechsel um und bauen die Kohlenhydrate unter Sauerstoffverbrauch ab, um die freiwerdende Energie für ihre Lebensfunktionen zu nutzen. In der neuen Forschungsgruppe wollen die Wissenschaftler untersuchen, wie der Schalter zwischen beiden Stoffflüssen umgelegt wird. „In den Bakterien läuft eine Vielzahl ineinander verschachtelter Stoffwechselwege gleichzeitig ab. Uns interessiert, wie der Wechsel zwischen den beiden Stoffwechseltypen, der Kohlendioxidfixierung im Licht zum Atmungsstoffwechsel mit Abbau der Kohlenhydrate und umgekehrt, bewerkstelligt wird, ohne dass in der Zelle Chaos entsteht“, erklärt Karl Forchhammer. Da auch die grünen Pflanzen ständig zwischen Licht und Dunkelheit einen solchen Wechsel vollziehen müssen, seien die Ergebnisse von weitreichender Bedeutung.</p><p>Die einzelligen Cyanobakterien besiedeln die gesamte belichtete Biosphäre. „An Standorten, wo sich Pflanzen nicht ausbreiten können, sind sie es, die am Anfang der Nahrungsketten stehen, zum Beispiel in den Ozeanen, aber auch in Wüsten, in arktischen Gebieten oder im Hochgebirge“, sagt Forchhammer. „Cyanobakterien haben darüber hinaus eine Fähigkeit, die Pflanzen nicht haben: Sie können den Stickstoff aus der Luft fixieren um daraus Zellmaterial zu machen. Sie tragen damit entscheidend zur Bodenfruchtbarkeit bei und sind häufig die Erstbesiedler auf kahlen Oberflächen wie Felsen oder Beton.“ Neuerdings werde vermehrt versucht, Cyanobakterien als „grüne Zellfabriken“ zur Herstellung von Wertstoffen zu nutzen.</p><p>Von der Universität Tübingen ist außer Karl Forchhammer auch Professor Boris Maček vom Proteom Centrum an der Forschungsgruppe beteiligt. Die Tübinger Forscher arbeiten mit Kolleginnen und Kollegen der Universitäten Freiburg, Duisburg-Essen und Rostock sowie dem Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam zusammen.</p><p class="align-right">Janna Eberhardt</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-29257</guid><pubDate>Thu, 20 Sep 2018 17:09:41 +0200</pubDate><title>Indigenous Knowledge as a Resource?</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/indigenous-knowledge-as-a-resource-1/</link><description>Transmission, Reception, and Interaction of Global and Local Knowledge between Europe and the Americas, 1492-1800</description><content:encoded><![CDATA[<h3>German version below</h3><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:150%"><span style="text-autospace:none"><span style="font-family:Calibri,sans-serif"><span style="font-size:12.0pt"><span style="line-height:150%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;"><span style="color:black">Historians, linguists, archeologists, art historians, ethnologists and anthropologists of the Americas from Asia, Scandinavia, Europe, North America and South America gathered in Tübingen on the 10-11th September to discuss and exchange their experiences.</span></span></span></span></span></span></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:150%"><span style="text-autospace:none"><span style="font-family:Calibri,sans-serif"><span style="font-size:12.0pt"><span style="line-height:150%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;"><span style="color:black">Since antiquity, knowledge has often been juxtaposed with opinion. Whereas opinion referred to subjective perceptions and viewpoints, knowledge was intended to represent objective and verifiable propositions. On this view, knowledge per se had a universal dimension in that it pretended to be approvable through the reason of everyone, everywhere. This universal aspect of the occidental concept of knowledge stands in marked contrast to cultures of local knowledge, where the generation of knowledge was dependent on specific times and places. One such example is the validity of indigenous knowledge contested by Europeans and likewise, indigenous challenges to European knowledge. Based on religious, linguistic, demographic, and cultural disparities, knowledge operative in one context was adapted, manipulated, reframed, or dismissed, as spurious or heretical in another framework.</span></span></span></span></span></span></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:150%"><span style="text-autospace:none"><span style="font-family:Calibri,sans-serif"><span style="font-size:12.0pt"><span style="line-height:150%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;"><span style="color:black">Focusing on the early modern period, this conference focused on specific examples of global and local knowledge transmission, reception, and interaction between Europe and the Americas, including the Canary Islands and Goa. Among the broad range of topics and textual/pictorial/material sources are bilingual and pictorial catechisms, sermons, missionary chronicles, archive inventories, European natural histories, maps, commodity money, as well as sources on indigenous medicine, child-specific knowledge, climate and the environment, as well as on trade and commerce.</span></span></span></span></span></span></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:150%"><span style="text-autospace:none"><span style="font-family:Calibri,sans-serif"><span style="font-size:12.0pt"><span style="line-height:150%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;"><span style="color:black">The conference also included comparative perspectives on the knowledge dynamics and policies in the territories dominated by the Portuguese and British Empires. In addition, ways in which indigenous knowledge was preserved or included in archives, libraries or manuals allows for further angles of inquiry. Last, historiographical discussions on ‘indigenous knowledge’ examined to what extent the concept was manifested in early modern societies, or whether the concept is exclusively a modern analytical tool.</span></span></span></span></span></span></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:150%"><span style="text-autospace:none"><span style="font-family:Calibri,sans-serif"><span style="font-size:12.0pt" lang="DE"><span style="line-height:150%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;"><span style="color:black">Organizers: Laura Dierksmeier (laura.dierksmeier@uni-tuebingen.de), Fabian Fechner (fabian.fechner@fernuni-hagen.de), Kazuhisa Takeda (ktakeda@meiji.ac.jp)</span></span></span></span></span></span></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:150%"><span style="text-autospace:none"><span style="font-family:Calibri,sans-serif"><span style="font-size:12.0pt"><span style="line-height:150%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;"><span style="color:black">Workshop Dates: September 10 – 11, 2018</span></span></span></span></span></span></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:150%"><span style="text-autospace:none"><span style="font-family:Calibri,sans-serif"><span style="font-size:12.0pt"><span style="line-height:150%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;"><span style="color:black">Sponsorship: Workshop fees and meals have been covered for all accepted participants through the generous funding of the German Research Council (DFG) and the Collaborative Research Center (SFB) 1070 “ResourceCultures.”</span></span></span></span></span></span></span></span></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-28984</guid><pubDate>Thu, 13 Sep 2018 14:31:04 +0200</pubDate><title>„Kleine Kinder – große Fragen“: Religionspädagogen entwickeln Filmclips zur interreligiösen Erziehung in Kitas </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/kleine-kinder-grosse-fragen-religionspaedagogen-entwickeln-filmclips-zur-interreligioesen-erziehung-in-kitas/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>„In Deutschland heißt der Gott Jesus, und in Thailand heißt der Gott Buddha, und in Arabien heißt der Gott Allah“, so Kinder in einem Dialog in einer Kita. Kindergärten stehen vor wachsenden Herausforderungen durch eine zunehmend multireligiöse Gesellschaft. Vielfach ist hier der erste Ort, an dem Kinder mit unterschiedlicher Religionszugehörigkeit zusammenkommen. Dabei gilt die Elternarbeit als Schlüsselherausforderung. Oft kommt es hier zu Konflikten – beispielsweise bei religiösen Festen. Darauf sind Kindertagesstätten wenig vorbereitet. Wie sollen Kinder religiös begleitet werden, wenn es so unterschiedliche Erwartungen gibt, von ganz fromm bis konfessionslos?</p><p>Aus diesem Anlass hat eine Initiativgruppe mit Professor Albert Biesinger (Katholische Religionspädagogik) und Professor Friedrich Schweitzer (Evangelische Religionspädagogik) von der Universität Tübingen heute fünf professionell hergestellte Film-Clips präsentiert: Diese thematisieren Fragen wie „Gibt es (mehr als) einen Gott?“, „Was ist, wenn Oma stirbt?“, „Kann ich Gott sehen?“, „Wie ist das mit dem Kreuz?“ und „Lieber Gott, hörst Du mich?“</p><p>Die Filme wurden von der „Stiftung Gottesbeziehung in Familien“, der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und der Diözese Rottenburg-Stuttgart ermöglicht und gemeinsam mit den Kita-Organisationen Beta und KTK erarbeitet. Umgesetzt wurden sie von der Filmproduktion IT MEDIA. Sie sind ab sofort kostenlos im Internet verfügbar: <a href="http://www.kleine-menschen-grosse-fragen.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.kleine-menschen-grosse-fragen.de</a>&nbsp;</p><p>Die Clips sollen es Fachkräften leichter machen, interreligiöse Fragen lebensnah aufzugreifen. Im Zentrum steht jeweils ein kurzer Film, der anschließend von einer Expertenrunde kommentiert wird. „Es geht um die Profilierung des jeweiligen religiösen Weges auf gleicher Augenhöhe. Der christliche Rückzug ist ebenso wenig angebracht wie das verschämte Abtauchen von Muslimen“, sagt der katholische Religionspädagoge Albert Biesinger. Sein evangelischer Kollege Friedrich Schweitzer stimmt zu: „Kinder haben ein Recht auf Religion und religiöse Begleitung. Daher brauchen wir heute auch interreligiöse Ansätze, gerade im Elementarbereich. Eltern haben hier eine Schlüsselfunktion.“</p><p>Dazu Oberkirchenrat Ulrich Heckel, einer der Projektleiter: „Als Gemeindepfarrer habe ich erlebt, welche Chance, aber auch welche Herausforderung religiöse Fragen in der Kindergartenarbeit mit sich bringen. Und ich habe die Verunsicherung erlebt, die in den Familien und in den Kitas entstehen kann, wenn Kinder aus unterschiedlichen Religionen aufeinanderprallen. Ich wünsche den Erzieherinnen gute Gespräche mit Eltern über die religiösen Fragen ihrer Kinder.“</p><p>„Integration hat in hohem Maße auch mit interreligiöser Verständigung zu tun“, sagen die Wissenschaftler. „Kinder nehmen die religiöse Vielfalt in ihrer Kita intensiv wahr. In der Begleitung der Eltern ist eine intensive Unterstützung der pädagogischen Fachkräfte vordringlich – nicht zuletzt angesichts der gesellschaftlichen Debatten. Dies wird dem Religionsfrieden auch langfristig dienlich sein. Die Kinder in den heutigen Kitas werden dieses Jahrhundert prägen. Auf sie kommt es an!“</p><p class="align-right">Antje Karbe<br> &nbsp;</p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Albert Biesinger<br> Universität Tübingen<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cndgtv0dkgukpigtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">albert.biesinger<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>&nbsp; &nbsp;</p><p>Prof. Dr. Friedrich Schweitzer<br> Universität Tübingen<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,htkgftkej0uejygkvbgtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">friedrich.schweitzer<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p>Oberkirchenrat Prof. Dr. Ulrich Heckel<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,wntkej0jgemgnBGNM/YWG0FG" data-mailto-vector="2" class="mail">ulrich.heckel<span style="display:none">spam prevention</span>@ELK-WUE.DE</a>&nbsp;<br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-28363</guid><pubDate>Fri, 31 Aug 2018 15:41:42 +0200</pubDate><title>Internationales Projekt zur Herzkreislauf-Forschung bewilligt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/internationales-projekt-zur-herzkreislauf-forschung-bewilligt/</link><description>Tübinger Biochemiker entwickeln zusammen mit Wissenschaftlern aus Madrid und Nijmegen innovative Methoden, um die Diagnose und Behandlung von Atherosklerose zu verbessern.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die pathologische Veränderung von Blutgefäßen durch Atherosklerose ist eine der häufigsten Erkrankungen unserer Zeit und weltweit führende Todesursache, da sie die Entstehung von Herz- und Hirninfarkten begünstigt. Man nimmt an, dass nach einer Verletzung der Gefäßwand eine Entzündungsreaktion ausgelöst wird und so atherosklerotische Plaques entstehen. Die Plaques enthalten verschiedenste Zelltypen und können stabile oder instabile Eigenschaften aufweisen. Instabile Plaques neigen dazu aufzubrechen, was wiederum zur Bildung von Blutgerinnseln und Gefäßverschlüssen führen kann.</p><p>Bei dem neu bewilligten Projekt handelt es sich um eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von <a href="/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/interfakultaere-einrichtungen/ifib/arbeitsgruppen/gruppen-a-f/feil/" class="internal-link">Dr. Susanne Feil vom Interfakultären Institut für Biochemie</a> der Universität Tübingen mit Partnern aus Madrid und Nijmegen. Ziel des Projekts "SCAN - Multimodale Bildgebung von Atherosklerose mit Hilfe von Nanopartikeln“ ist es, die glatten Muskelzellen im atherosklerotischen Plaque durch moderne bildgebende Verfahren darzustellen.</p><p>Die Tübinger Forscher konnten kürzlich eine neue Rolle dieser Zellen bei der Entstehung von Atherosklerose nachweisen und zeigen, dass sie ihre Muskeleigenschaften verlieren und zu Fresszellen (Makrophagen) werden können. Dieser als Transdifferenzierung bezeichnete Vorgang könnte wichtige Auswirkungen auf die Stabilität und damit Gefährlichkeit von atherosklerotischen Plaques haben. Für die Bildgebung der Gefäßläsionen sollen nun Nanopartikel entwickelt werden, mit deren Hilfe man die transdifferenzierten Zellen gezielt nachweisen kann. Das Forscherteam wird die Methode zunächst in präklinischen Studien mit Mäusen und Schweinen etablieren. In Zukunft könnte dieser innovative Ansatz es ermöglichen, auch im Menschen instabile und potentiell gefährliche Plaques von stabilen Plaques zu unterscheiden. So könnte der Fortschritt der Atherosklerose sowie das Risiko für Infarkte frühzeitig abgeschätzt und die Patienten entsprechend behandelt werden.</p><p>Das Projekt wird im Rahmen des EU Programms „Horizon 2020“ (<a href="https://www.era-cvd.eu/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">ERA-CVD</a>) für drei Jahre mit einem Gesamtvolumen von ca. 750.000 € gefördert. Zuwendungsgeber auf deutscher Seite ist das BMBF.</p><p class="align-right">Susanne Feil</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-27889</guid><pubDate>Fri, 17 Aug 2018 13:39:40 +0200</pubDate><title>Warum maschinelles Lernen in der Bodenkunde zum Einsatz kommt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/warum-maschinelles-lernen-in-der-bodenkunde-zum-einsatz-kommt/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Nachhaltigkeit erfordert eine belastbare Datengrundlage und den Willen zur interdisziplinären Zusammenarbeit. Die Bewertung und Verarbeitung bodenkundlicher Informationen im Kontext der Nachhaltigkeit geht in der Qualität Hand in Hand mit den uns zur Verfügung stehenden Daten. So dienen zum Beispiel verlässliche und hoch-aufgelöste bodenkundliche Informationen der objektiven Sicherung der nachhaltigen Ertragsfähigkeit unserer Böden. Die Erhebung der dafür notwendigen Informationen ist zumeist sehr kostenaufwendig und steigt mit der Auflösung und der Größte der Untersuchungsregion. Insbesondere in Regionen mit einer geringen Abdeckung wichtiger bodenkundlicher Grundlagendaten sowie geringen&nbsp;finanziellen Mitteln zur flächendeckenden Erfassung ist der Einsatz neuer Verfahren und Techniken erforderlich. Die Anwendung von Verfahren des maschinellen Lernens im bodenkundlichen Bereich, häufig als "Digital Soil Mapping" bezeichnet, stellt einen wichtigen und wachsenden Forschungszweig dar, der sich insbesondere mit der Bereitstellung essentieller bodenkundlicher Kenngrößen unter Verwendung von zumeist überwachten nicht-linearen Klassifikations- und Regressionsverfahren widmet. Dabei zeichnet sich Tübingen als ein Pionier der ersten Stunde aus und beschäftigt sich nun schon seit 15 Jahren mit der Anwendung von Techniken des Maschinellen Lernens.</p><p class="align-right">Thomas Scholten und Karsten Schmidt<br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-27823</guid><pubDate>Thu, 16 Aug 2018 11:29:13 +0200</pubDate><title>Bewilligung eines neuen DFG-Forschungsprojektes in der Tübinger Sinologie</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/bewilligung-eines-neuen-dfg-forschungsprojektes-in-der-tuebinger-sinologie/</link><description>Die Übertragung westlicher Naturwissenschaft, Technologie und Medizin ins China der späten Ming-Zeit: Konvergenzen und Divergenzen im Lichte des Kunyu gezhi (1640) und des Taixi shuifa (1612)</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat Prof. Hans Ulrich Vogel, Lehrstuhl für Geschichte und Gesellschaft Chinas, Abteilung für Sinologie (Asien-Orient-Institut, Philosophische Fakultät), der Eberhard Karls Universität Tübingen eine Sachmittelbeihilfe in Höhe von über 0,5 Mio. Euro für ein neues Projekt für die Jahre 2018-2021 bewilligt. Die Arbeiten zu diesem Vorhaben wurden im Juni dieses Jahres aufgenommen.&nbsp;</p><p>Anlass für diesen Antrag war die sensationelle Wiederentdeckung der chinesischen Version von Georgius Agricolas (1494-1555) De re metallica (1556). Über 350 Jahre lang war diese vom Ming-Beamten Li Tianjing (1579-1659) initiierte und vom berühmten Kölner Jesuitenmissionar Johann Adam Schall von Bell (1592-1666) beaufsichtigte Übertragung dieses Bergbau- und Hüttenklassikers verschollen. Ein Ziel des Vorhabens ist es, das Kunyu gezhi (Untersuchungen des Erdinnern; 1640), so der chinesische Titel, samt aller wichtigen Begleitdokumente ins Englische zu übersetzen. Damit soll die höchst selektive und komplexe jesuitische Vorgehensweise bei der Übertragung dieses Werkes geklärt werden, sowohl hinsichtlich der Auswahl der westlichen Referenztexte als auch der Berücksichtigung neuer geologischer und mineralogischer Ideen und Konzepte. Dies wird uns einmalige Einblicke in die Strategie der damaligen Übertragung von nützlichem und verlässlichem europäischen Wissen nach China geben. Weiterhin ist zu erkunden, wie die Übersetzung auf chinesischer Seite aufgefasst und rezipiert wurde und was das Schicksal dieses bergbaulichen und metallurgischen Manuskripts bis zu seiner kürzlich erfolgten Wiederentdeckung war.&nbsp;</p><p>Als Vergleich zum Kunyu gezhi werden wir in methodisch ähnlicher Vorgehensweise einen anderen wichtigen, bis jetzt wenig beachteten Text, das Taixi shuifa (Hydromethoden des Großen Westens; Vorwort 1612), eingehend untersuchen. Dieses auf heterogenen Quellen beruhende Werk wurde vom Jesuitenmissionar Sabatino de Ursis (1575–1620) mündlich formuliert, vom berühmten Beamten und christlichen Konvertiten Xu Guangqi (1562-1633) in Chinesisch niedergeschrieben und von Li Zhizao (1565-1630), einem anderen be¬deutenden christlichen Gelehrten-Beamten, überarbeitet. Es handelt sich um eine systematische, aristotelisch geprägte Abhandlung sowohl der theoretischen als auch praktischen Aspekte von Wasser und Wasserwirtschaft, darunter Wasserhebemaschinen und meteorologische Phänomene, aber auch der medizinischen Nützlichkeit von heißen Quellen und der Destillation von Heilpflanzen.&nbsp;</p><p>Die umfassende Beschäftigung mit den beiden ungewöhnlichen Traktaten des Kunyu gezhi und des Taixi shuifa, die unterschiedlichen technischen und wirtschaftlichen Sektoren gewidmet sind, aber Überschneidungen vor allem bezüglich Wasserhaltung und Naturphilosophie aufweisen, erfolgt vor dem Hintergrund von Erkenntnissen, wie sie von der Forschung über den Wissenstransfer von West nach Ost während des Zeitalters der frühen Globalisierung erarbeitet wurden. Zudem werden diese Ereignisse des frühen 17. Jh. mit denjenigen aus späterer Zeit verglichen werden, insbesondere den Aktivitäten der protestantischen Missionare im späten 19. Jh. Unsere Fallstudien werden umfassend die historische Kontextualisierung, d.h. die politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Bedingungen und Entwicklungen, berücksichtigen und Konvergenzen und Divergenzen zwischen China und Europa beleuchten. Ein abschließendes Ziel ist es, auf der Basis dieser mikrohistorischen Fallstudien und der Herangehensweise einer komparatistischen makrohistorischen Soziologie zur Klärung der Frage nach der Entstehung der "Großen Divergenz" zwischen Europa und China in der Frühen Neuzeit beizutragen.</p><p>Innerhalb dieses DFG-Projektes werden Professor Dr. Hans Ulrich Vogel und Frau Dr. Cao Jin für das Teilprojekt Kunyu gezhi, Sabine Kink, M.A., für dasjenige des Taixi shuifa zuständig sein. Es handelt sich um ein bereits in der Zusammenarbeit erfahrenes Team, das in Kürze die Forschungs- und Lehrbuchmonographie Die Falschmünzerbande vom Alten Rabenhorst in Guizhou (1794) in Texten und Kontexten: Chinesische Dokumentensprache der Qing-Zeit (1644-1911) veröffentlichen wird.&nbsp;</p><p>Ein weiteres organisatorisches und strategisches Kennzeichen des Vorhabens ist die internationale Kooperation, die mit Forschern und Einrichtungen in Deutschland, Europa, US und Asien gepflegt wird. Eine besondere Stellung nimmt hierbei Macau ein, d.h. das Macau Ricci Institute und speziell die University of Macau (UMAC). An der Abteilung für Geschichte der UMAC wird unter der Leitung von Prof. Beatriz Puente-Ballesteros ein Parallelprojekt durchgeführt, welches als Multi-Year Research Grant von der Universität Macau gefördert wird und sich mit Johann Schrecks (Deng Yuhan, 1575-1630) Taixi renshen shuogai (Ein Abriss von Erläuterungen über den menschlichen Körper aus dem Großen Westen; nach 1620, von Bi Gongchen 1643 publiziert) auseinandersetzt. Zudem werden auch dort akademische Abschlussarbeiten entstehen, die im Umfeld der Thematik des Gesamtvorhabens angesiedelt sind. Weitere Projektpartner an der UMAC sind Prof. António Vasconcelos de Saldanha mit einer Studie über das Beijinger Tagebuch von Sabatino der Ursis und Prof. Tang Kaijian mit einer Zusammenstellung von in chinesischen Quellen enthaltenen Nachrichten über die Aktivitäten der jesuitischen China-Missionare.</p><p>Es wird angestrebt, beim Brill-Verlag eine besondere wissenschaftliche Reihe zu gründen, die sich speziell der Thematik der Übertragung westlicher naturwissenschaftlicher, technischer und medizinischer Traktate ins Reich der Mitte vom 17. bis ins frühe 20. Jh. widmet.&nbsp;</p><p>Dieses Projekt, welches nicht nur von außerordentlicher Bedeutung für die Geschichte der Ost-West-Beziehungen, sondern auch für die deutsche Kulturgeschichte ist, steht unter der Schirmherrschaft des UNESCO Sub-Committee on Education and Research (SCEaR), Memory of the World Programme.</p><p class="align-right">Hans Ulrich Vogel<br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-27787</guid><pubDate>Wed, 15 Aug 2018 14:41:17 +0200</pubDate><title>Wirkstoffforschung: BW Stiftung fördert fünf Projekte an der Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/wirkstoffforschung-bw-stiftung-foerdert-fuenf-projekte-an-der-universitaet-tuebingen/</link><description>Programm &quot;Wirkstoffforschung&quot; soll die Forschung und Entwicklung an besonders innovativen, neuen Wirkstoffen in Baden-Württemberg stärken</description><content:encoded><![CDATA[<p>Im Rahmen des Programms "Wirkstoffforschung" fördert die Baden-Württemberg Stiftung künftig fünf Projekte an der Universität Tübingen.</p><h3>Herstellung neuartiger, resistenzbrechender Wirkstoffe durch Mutasynthese-Verfahren</h3><p>Antibiotika-resistente Keime stellen vor allem in Krankenhäusern ein immer größer werdendes Problem dar. Die Tübinger Mikrobiologinnen Evi Stegmann und Yvonne Mast arbeiten an einem Verfahren zur Herstellung von neuen, resistenzbrechenden Antibiotika. Im Rahmen eines von der BW Stiftung geförderten Projektes sollen zwei, sich in der medizinischen Anwendung befindende Notfallantibiotika-Gruppen (Glykopeptide und Streptogramine) optimiert werden. Bei beiden Antibiotikagruppen sind die ungewöhnliche Aminosäure Phenylglycin bzw. Derivate davon essentieller Bestandteil und für die Interaktion mit dem jeweiligen Target wichtig. Eine gezielte Veränderung des Phenylglycin-Bausteins soll die Herstellung neuer Antibiotikaderivate ermöglichen. Hierzu werden geeignete Antibiotika-Blockmutanten erzeugt und mit Phenylglycin-Derivaten gefüttert. Ein solches Verfahren nennt sich Mutasynthese. Die Phenylglycin-Derivate werden dabei in einem neuen Biokatalyse-Verfahren vom Projektpartner Jung-Won Youn vom Institut für Mikrobiologie an der Universität Stuttgart hergestellt. Die auf diese Weise modifizierten Antibiotika sollen letztlich verbesserte antibiotische bzw. resistenzbrechende Eigenschaften besitzen.</p><h3>Pathoblocker gegen Infektionen durch Salmonellen&nbsp;</h3><p>Der Tübinger Infektionsbiologe Samuel Wagner und sein Team entwickeln einen sogenannten Pathoblocker gegen Infektionen durch Salmonellen. Diese neuartigen Wirkstoffe zielen im Gegensatz zu Antibiotika nicht auf eine direkte Wachstumshemmung oder ein Abtöten, sondern auf ein Herabsetzen der krankmachenden Wirkung dieser Erreger. Durch diesen Ansatz erhofft man sich zum einen eine geringere Anfälligkeit für Resistenzentwicklung sowie weniger Nebenwirkungen durch ein Schonen der humanen Darmflora.&nbsp;</p><p>Salmonellen gehören zu den bedeutendsten Erregern von Lebensmittelinfektionen und verursachen weltweit über 100 Millionen Erkrankungen jährlich. Eine sehr hohe ökonomische Last sowie eine insbesondere bei Kindern und immunsuprimierten Patienten hohe Sterblichkeit und eine ansteigende Antibiotikaresistenz begründen eine hohe Relevanz der Entwicklung von neuartigen Präventions- und Therapiemöglichkeiten gegen Salmonellen. Der von Wagner entwickelte Wirkstoff hemmt sowohl die bakterielle Adhäsion an als auch die Invasion in Darmwandzellen sowie die Entwicklung der Salmonellen-induzierten Darmentzündung. Daher besitzt dieser Wirkstoff ein großes Potenzial zum Einsatz als Pathoblocker zur Prävention und Therapie von Infektionen durch Salmonellen.&nbsp;</p><p>Im Rahmen des Bewilligten Antrags wollen Wagner und seine Projektpartner Antti Poso (Innere Medizin VIII, Tübingen) Marcus Hartmann (MPI Tübingen) und Mark Brönstrup (HZI Braunschweig) die Struktur-Aktivitäts-Beziehung und den Wirkmechanismus des Wirkstoffs analysieren sowie eine detailierte Validierung der Zielstruktur mittels bakterieller Genetik, Strukturbiologie und Bioinformatik durchführen.&nbsp;</p><h3>Entwicklung eines Pan-Flavivirus Inhibitors, der effizient unterschiedlichste Viren aus der Familie der Flaviviren blockiert</h3><p>Das Team um den Tübinger Virologen Michael Schindler treibt die präklinische Entwicklung eines Pan-Flavivirus Inhibitors voran, in Kooperation mit Stefan Laufer (Pharmazeutische Chemie), Thilo Stehle (Biochemie) und Antti Poso (Innere Medizin). Dabei handelt es sich um ein Molekül welches in Zellkultur sehr effizient unterschiedlichste Viren aus der Familie der Flaviviren blockiert. Dazu gehören zum Beispiel das Hepatitis-C-Virus oder die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningitis. Aber auch Viren die in unseren Breiten noch nicht vorkommen und durch Stechmücken übertragen werden. Diese sind aufgrund der Klimaerwärmung in Deutschland mittlerweile heimisch und in Zukunft ein potentielles Reservoir für die viralen Erreger, wie beispielsweise das Dengue-Virus, welches schwere hämorrhagische Fieber verursachen kann, oder das Zika-Virus.&nbsp;<br> Ungewöhnlich an dem von Schindler entdeckten Wirkstoff ist die breite Effizienz gegen die diversen Viren. Deshalb soll im Detail der Wirkmechanismus aufgeklärt werden, der vermutlich auf einer konservierten Struktur im viralen Kapsid beruht. Ein weiteres Ziel ist die Optimierung der Substanz für die Testung im Tiermodell und am Menschen.<br> Die Arbeiten von Schindler und seinem Team könnten somit erstmals zu einem Medikament führen, welches ein breites antivirales Wirkspektrum ähnlich zu einem Antibiotikum bei Bakterien hat. Somit ist das Projekt ein wichtiger Meilenstein im Kampf gegen neu-auftretende und akute Virusinfektionen die schwerwiegende Krankheiten beim Menschen verursachen.</p><p class="align-right">Yvonne Mast</p><h3>Übersicht über alle fünf Tübinger Projekte:</h3><ul><li><strong>Projekt 1: Developing novel cyclic GMP analogues for the treatment of hereditary retinal degeneration (RD-DRUG-DEV)</strong><br> 	Projektkoordinator<br> 	Prof. Dr. François Paquet-Durand<br> 	Universitätsklinikum Tübingen<br> 	Forschungsinstitut für Augenheilkunde, Department für Augenheilkunde</li><li><strong>Projekt 2: Target validation of HilD, Salmonella’s central regulator of pathogenicity (SALPATHOBLOCK)</strong><br> 	Projektkoordinator<br> 	Prof. Samuel Wagner, PhD<br> 	Universität Tübingen<br> 	Interfakultäres Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin<br> 	Sektion für Zelluläre und Molekulare Mikrobiologie</li><li><strong>Projekt 3: Characterization and optimization of C10 - a broadly acting flavivirus assembly inhibitor. (Optimize C10)</strong><br> 	Projektkoordinator<br> 	Prof. Dr. Michael Schindler<br> 	Universitätsklinikum Tübingen&nbsp;<br> 	Medizinische Virologie und Epidemiologie der Viruskrankheiten<br> 	Arbeitsgruppe Molekulare Virologie</li><li><strong>Projekt 4: Potent and sustained inhibition of p38α (Mapk14) for the treatment of advanced colorectal Cancer (IMPROVE-CRC)</strong><br> 	Projektkoordinator<br> 	Prof. Dr. Stefan Laufer<br> 	Universität Tübingen<br> 	Pharmazeutische Chemie<br> 	Pharmazeutisches Institut</li><li><strong>Projekt 5: Herstellung neuartiger, resistenzbrechender Wirkstoffe durch Mutasynthese-Verfahren</strong><br> 	Projektkoordinatorin<br> 	PD Dr. Evi Stegmann<br> 	Universität Tübingen<br> 	Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin (IMIT)<br> 	Lehrstuhl für Mikrobiologie/Biotechnologie</li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-27638</guid><pubDate>Mon, 13 Aug 2018 10:15:00 +0200</pubDate><title>Bundesregierung beruft Prof. Dr. Katja Schenke-Layland in die Zentrale Ethik-Kommission für Stammzellforschung (ZES) </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/bundesregierung-beruft-prof-dr-katja-schenke-layland-in-die-zentrale-ethik-kommission-fuer-stammzellforschung-zes/</link><description>Bundesgesundheitsminister Jens Spahn setzt für die seit 2002 bestehende Kommission auf die herausragende biomedizinische Expertise der neuen Institutsleiterin des NMI Reutlingen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Am 7. August 2018 berief das Bundesministerium für Gesundheit Frau Prof. Dr. Katja Schenke-Layland, Leiterin des NMI Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut an der Universität Tübingen, in die Zentrale Ethik-Kommission für Stammzellenforschung (ZES). Die interdisziplinär zusammengesetzte Kommission von Experten aus den Bereichen Ethik, Theologie, Biologie und Medizin prüft Anträge nach dem Stammzellgesetz (StZG) im Hinblick auf die Hochrangigkeit der Forschungsziele, die ausreichende Vorklärung des Forschungsprojektes und die voraussichtliche Notwendigkeit der Verwendung humaner embryonaler Stammzellen (hES-Zellen). Die ZES bewertet, ob das Forschungsvorhaben in diesem Sinne ethisch vertretbar ist und gibt zu jedem Forschungsvorhaben, in dem die Verwendung humaner ES-Zellen geplant ist, gegenüber der Genehmigungsbehörde, dem Robert Koch-Institut, eine Stellungnahme ab. Die ZES wurde erstmals mit Inkrafttreten des Stammzellgesetzes zum 01.07.2002 berufen.&nbsp;</p><p>Katja Schenke-Layland hat zum 1. April 2018 die Leitung des NMI, einem Institut der Innovationsallianz Baden-Württemberg, übernommen. Gleichzeitig hat sie bereits seit 2011 eine Professur für Medizintechnik und Regenerative Medizin an der Eberhard Karls Universität Tübingen inne. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören die Stammzellforschung und die Erforschung der extrazellulären Matrix – beides mit dem Ziel, sie für die Regenerative Medizin nutzbar zu machen. Dieser Hintergrund wird der Kommission einen wichtigen Blickwinkel auf die Bewertung der Forschungsvorhaben in der Stammzellforschung ermöglichen.</p><p>„Mir war es schon immer ein Bedürfnis, eine gesellschaftsrelevante, innovationsorientierte Forschung mit dem Ziel der Anwendung in der Medizintechnik und Regenerativen beziehungsweise Personalisierten Medizin voran zu treiben. Insofern freue ich mich sehr über die Berufung in die ZES, die mir eine Mitgestaltung in einem wichtigen Zukunftsfeld des Landes ermöglicht“, zeigte sich Schenke-Layland über die Aufnahme in die Kommission erfreut. Für das NMI und die Innovationsallianz Baden-Württemberg bedeutet die Berufung einen großen Erfolg und eine besondere Wertschätzung der Arbeit.</p><p>Weitere Informationen zur ZES finden Sie unter&nbsp;<a href="https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/ZES/zes_node.html" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/ZES/zes_node.html</a>.</p><p class="align-right">Pressemitteilung des NMI</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-24541</guid><pubDate>Fri, 27 Jul 2018 17:11:09 +0200</pubDate><title>Gutes Abschneiden beim Shanghai Ranking nach Fächern</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/gutes-abschneiden-beim-shanghai-ranking-nach-faechern/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Gute Ergebnisse konnte die Universität Tübingen beim diesjährigen Shanghai Ranking nach akademischen Fächern erzielen. So erreichten die Tübinger Forscher in Pharmazie und Pharmakologie im globalen Vergleich Platz 18 sowie bundesweit Platz eins. Ebenfalls als beste deutsche Universität schnitt Tübingen in den Fächern Wasserforschung (weltweit Platz 51-75) und Erziehungswissenschaft (weltweit Platz 76-100) ab. Hervorragend platzieren konnte sich die Universität auch in den Fächern Humanbiologie, Medizintechnik und Psychologie.</p><p><br> So erreichte Tübingen in Humanbiologie bundesweit Platz neun (weltweit 51-75). In Medizintechnik erreichten die Forscherinnen und Forscher der Eberhard Karls Universität weltweit Platz 40 und bundesweit Platz sieben, in Psychologie bundesweit Platz 5 (weltweit Platz 76-100). Das Shanghai-Ranking ist ein weltweites Hochschulranking, das die Shanghaier Jiaotong-Universität seit dem Jahr 2003 durchführt. Tausend Hochschulen weltweit werden jährlich geprüft und auf der Basis von sechs Indikatoren verglichen. Schwerpunkt der Wertung ist die Forschung.</p><p class="align-right">Karl G. Rijkhoek</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-24421</guid><pubDate>Thu, 26 Jul 2018 16:32:52 +0200</pubDate><title>Internationaler Workshop der Anthropologie und Bodenkunde an der Ohio State University</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/internationaler-workshop-der-anthropologie-und-bodenkunde-an-der-ohio-state-university/</link><description>English Version below</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein internationaler interdisziplinärer Workshop in Anthropologie, Archäologie und Bodenkunde zum Thema "Soil and Human Culture Dynamics during the Holocene Epoch" fand Ende Juni an der Ohio State University (OSU) in Columbus im US-Bundesstaat Ohio statt. Der Workshop wurde initiiert vom Sonderforschungsbereich 1070 RessourcenKulturen, der Abteilung Austauschprogramme der Universität Tübingen (UT) und der University of Maryland (UMD), die Leitung lag bei Dr. Sean Downey (OSU), Dr. Peter Kühn (UT) und Prof. Dr. Bruce James (UMD). Es war das dritte Treffen deutscher und amerikanischer Wissenschaftler zum Thema RessourcenKulturen, nach den Treffen in Tübingen 2016 und Maryland 2017. Die Kooperation wird finanziert über das Zukunftskonzept der Universität Tübingen im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder sowie von der University of Maryland, der Ohio State University und dem OSU Sustainable and Resiliency Economies Discovery Theme.</p><p><br> Die Themen des diesjährigen Treffens waren "Managing World Soils for Food, Clima and Peace" und "Favor - Disfavor? Developement of resources in marginal areas". Der Workshop beinhaltete dabei einen intensiven zweitägigen Schreibworkshop, eine Exkursion zu lokalen archäologischen Stätten und eine Networking-Veranstaltung mit Forschungsvorträgen, Blitzvorträgen von Dozentinnen und Dozenten sowie Studierenden der beteiligten Institutionen. Es gab einen Tagesausflug in den Hopewell Cultural National Park, wo die Archäologen des National Park Service die markanten Grabhügel näher erläuterten. </p><p><br> Der Workshop endete mit einer eintägigen Diskussion über zukünftige Forschungskooperationen und Doktorandenschulungen.</p><p class="align-right">Felix Caspari </p><p class="align-right">&nbsp;</p><h2>International Workshop in Anthropology and Soil Science at Ohio State University</h2><p>From June 22 to 27 2018, an international interdisciplinary workshop in anthropology, archaeology and soil science has taken place at Ohio State University(OSU), Columbus, Ohio, USA, on the topic "Soil and Human Culture Dynamics during the Holocene Epoch". This collaboration was initiated within the framework of the Collaborative Research Center (SFB) 1070 ResourceCultures and the section exchange programmes of University of Tübingen (UT) and the University of Maryland (UMD). It was led by Dr. Sean Downey (OSU), Dr. Peter Kühn (UT) and Prof. Dr. Bruce James (UMD). After Tübingen (2016) and Maryland (2017), this is the third meeting of German and American scientists on the topic of resource cultures. The cooperation is financed by the Institutional Strategy of University of Tübingen as part of the Excellence Initiative of the German federal and state governments, by University of Maryland, Ohio State University and the OSU Sustainable and Resilient Economies Discovery Theme. </p><p><br> The topics of this year's meeting are 'Managing World Soils for Food, Climate and Peace' and 'Favor - Disfavor? Development of Resources in Marginal Areas'. The workshop included an intensive two-day writing workshop, a fieldtrip to local archaeological sites, and a networking event including research talks lightning presentations by OSU, UT, and UMD faculty and students. There was a day-long outing to Hopewell Cultural National Park where National Park Service Chief Archaeologist staff provided explanation and interpretation of the sites ancient burial mounds. The workshop ended with a day-long discussion of future collaborative research and graduate student training activities.<br></p><p class="align-right">Felix Caspari </p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-23746</guid><pubDate>Tue, 10 Jul 2018 17:07:58 +0200</pubDate><title>Verleihung des Württembergischen Krebspreises 2018</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/verleihung-des-wuerttembergischen-krebspreises-2018/</link><description>Alumnus Dr. Dietrich Alexander Ruess unter Preisträgern</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ende Juli wird an der Universität Tübingen zum neunten Mal der Württembergische Krebspreis verliehen. Der Württembergische Krebspreis gehört zu den am höchsten dotierten innerhalb der deutschen Krebsforschung.</p><h3>Der Württembergische Krebspreis</h3><p>Seit 2009 lobt die Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer – Stiftung (kurz Dres. Bayer-Stiftung) jährlich den Württembergischen Krebspreis als Projektpreis und/oder Nachwuchspreis aus. Mit dem Preis sollen junge, begabte Mediziner/innen gefördert werden, die auf dem Gebiet der Krebsforschung tätig sind. Die Preise werden für Wissenschaftler unter 40 Jahren ausgeschrieben, die ihre Forschung in Württemberg durchführen oder die gebürtige Württemberger sind. Die Preise für 2018 sind mit insgesamt 55.000 Euro dotiert.</p><h3>Die Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer – Stiftung</h3><p>Die Stiftung des Württembergischen Krebspreises trägt den Namen des an Krebs verstorbenen Stifters Dr. Carl Manfred Bayer und seines Vaters Dr. Carl Maximilian Bayer. Beide waren mehr als sechzig Jahre in der Nähe von Ravensburg als niedergelassene Landärzte tätig. Dr. Carl Manfred Bayer studierte Medizin an der Universität Tübingen. Vorsitzender der Stiftung ist Prof. Dr. Claus D. Claussen, ehem. Direktor der Radiologischen Universitätsklinik Tübingen, er wird den Württembergischen Krebspreis 2018 übergeben.</p><h3>Geteilter Preis</h3><p>Der Nachwuchspreis 2018<strong></strong>ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert und wird in diesem Jahr unter zwei Preisträgern aufgeteilt, die jeweils 15.000 Euro erhalten: Dr. Dietrich Alexander Ruess von der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg erhält den Nachwuchspreis 2018 für sein Projekt „Die Tyrosin-Phosphatase PTPN11/SHP2 als Zielmolekül in der Behandlung fester Tumoren – Aufklärung ihrer Rolle in der Mikroumgebung von Tumoren“. Dr. Marie-Nicole Theodoraki von der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde des Universitätsklinikums Ulm wird für ihr Projekt „Immunsuppressive Effekte von zirkulierenden tumorspezifischen Exosomen von Kopf-Hals-Karzinom-Patienten auf T-Zell-Populationen“ ausgezeichnet.</p><p><strong>Dietrich Alexander Ruess, </strong><strong>geboren am 7. August 1983 in Filderstadt, absolvierte sein Medizinstudium an der Universität Tübingen. 2012 promovierter er am Institut für Zellbiologie der Universität Tübingen bei Prof. Dr. Hans-Georg Rammensee und Dr. Stefan Löb.</strong> Von 2015 bis Februar 2018 war er freigestellt für die Grundlagenforschung im Labor für Gastrointestinale Tumor- und Entzündungsforschung am Klinikum rechts der Isar in München. Seit Februar 2018 ist Ruess Assistenzarzt und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Universitätsklinikum Freiburg.</p><p>Über seinen Forschungsantrag: Tumore mit Mutationen im sogenannten KRAS-Gen (z. B. Bauchspeicheldrüsen- oder bestimmte Lungenkarzinome) sind schwer zu behandeln. Ruess konnte in Vorarbeiten aufzeigen, dass Inhibitoren eines Enzyms, genauer gesagt der Tyrosinphosphatase SHP2, hier eine neue Therapieoption bieten, die in klinischen Studien getestet werden sollte. Ruess’ Ziel ist es, den Einfluss einer SHP2-Hemmung auf die Tumorimmunantwort und das Tumormikromilieu auszuarbeiten, um die Grundlage für eine klinische Anwendung dieser neuen Medikamente zu erweitern.</p><p>Marie-Nicole Theodoraki<strong>, </strong>geboren am 18. August 1989 in München, absolvierte ihr Medizinstudium an der LMU München. 2014 promovierte sie an der HNO-Klinik des LMU-Klinikums in Großhadern bei Prof. Dr. Klaus Stelter. Seit April 2014 arbeitet sie als Assistenzärztin an der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf und Halschirurgie in Ulm.</p><p>Über ihren Forschungsantrag: Tumorspezifische Exosome (TEX) sind kleine, membranumhüllte bläschenartige Gebilde in Tumorzellen, die von diesen ausgeschieden werden. Sie beinhalten zahlreiche Moleküle, die das eigene Immunsystem schwächen und dadurch eine Immunantwort gegen den Tumor blockieren. Mit einer neu etablierten Methode der TEXAnreicherung aus dem Blut von Tumorpatienten sollen nun die Effekte der TEX auf verschiedene Immunzellarten studiert werden und es wird untersucht, ob und wie TEX als Biomarker für Tumorzellen im Blutserum dienen können.</p><h3>Württembergischer Krebspreis für das beste Projekt</h3><p>Den Württembergischen Krebspreis 2018 für das beste Projekt<strong></strong>in Höhe von 25.000 Euro erhält PD Dr. med. Johannes Lemke von der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Universitätsklinikums Ulm für sein Projekt „TRAIL-basierte Kombinationstherapie für das Sorafenib-resistente hepatozelluläre Karzinom".</p><p>Johannes Lemke, geboren am 19. August 1983 in Hamburg, absolvierte sein Medizinstudium an den Universitäten Lübeck, Ulm und Zürich. 2010 promovierte er an der Universität zu Kiel bei Prof. Dr. Anna Trauzold und wechselte an die Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Universitätsklinikums Ulm, wo er bis heute tätig ist. Von 2011 bis 2014 ging Lemke im Rahmen eines Postdoktorandenstipendiums der Deutschen Krebshilfe für einen Forschungsaufenthalt in die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Henning Walczak an das University College nach London. 2017 habilitierte er an der Universität Ulm und erhielt die Lehrbefugnis für das Fach Chirurgie.</p><p>Über seinen Forschungsantrag: Patientinnen und Patienten mit Leberkrebs haben eine schlechte Prognose. Insbesondere für fortgeschrittene Tumoren gibt es kaum effektive Therapiemöglichkeiten, da die meisten Tumorzellen resistent gegenüber herkömmlicher Chemotherapie sind. Die Ulmer Gruppe um Lemke hat eine neue Therapiekombination entwickelt, die hocheffektiv Leberkrebszellen tötet – auch solche, die aufgrund von Resistenzen nicht mehr auf gängige Tumortherapien ansprechen. Diese hoffnungsvolle Therapie soll in dem Projekt weiter untersucht werden.</p><p class="align-right">Heike Lehmann</p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Claus D. Claussen</p><p>Vorsitzender der Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer – Stiftung</p><p>Zentrum für Medizinische Forschung</p><p>Waldhörnlestr. 22</p><p>72072 Tübingen</p><p><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mqpvcmvBftgu/dcagt/uvkhvwpi0fg" data-mailto-vector="2">kontakt<span style="display:none">spam prevention</span>@dres-bayer-stiftung.de</a></p><p><a href="http://www.dres-bayer-stiftung.de/" target="_blank" rel="noreferrer">www.dres-bayer-stiftung.de</a></p><p>Dr. Heike Lehmann</p><p>Koordination Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer – Stiftung</p><p><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,ngjocppBftgu/dcagt/uvkhvwpi0fg" data-mailto-vector="2">lehmann<span style="display:none">spam prevention</span>@dres-bayer-stiftung.de</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-23675</guid><pubDate>Fri, 06 Jul 2018 08:58:47 +0200</pubDate><title>Wirtschaftswissenschaftler und Juristen untersuchen Risiken der Eurozone: </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/wirtschaftswissenschaftler-und-juristen-untersuchen-risiken-der-eurozone-1/</link><description>Volkswagenstiftung fördert interdisziplinäres Großprojekt mit rund einer Million Euro</description><content:encoded><![CDATA[<p>Wie können wirtschaftliche und soziale Risiken der Eurozone künftig nach nachhaltigen, rechtlich und politisch legitimierten Mechanismen verteilt werden? Dieser Frage gehen Ökonomen und Rechtswissenschaftler der Universität Tübingen in einem neuen Großprojekt nach. In dem interdisziplinär und international angelegten Projekt „Risk Sharing in the Euro Area“ forschen sie die kommenden vier Jahre mit Kollegen von der Bocconi-Universität in Mailand und der Aristoteles-Universität Thessaloniki.</p><p><br> Das Gesamtprojekt beruht auf der Erkenntnis, dass sich die im Europäischen Recht vorgesehenen, beschränkten Risikoverteilungsmechanismen in der zurückliegenden Wirtschafts- und Währungskrise als nicht nachhaltig erwiesen haben. Die geförderten Einzelprojekte gehen den rechtlichen und institutionellen Gründen hierfür nach und untersuchen exemplarisch Einzelfragen in drei Forschungsdimensionen: den europäischen Finanzmärkten, der Fiskalpolitik sowie der Migration von Arbeitskräften im Binnenmarkt. Die Fragestellungen werden empirisch, theoretisch rechtsvergleichend und rechtsökonomisch untersucht.</p><p><br> Antragsteller und Projektleiter an der Universität Tübingen sind Gernot Müller, Inhaber des Lehrstuhls für Geld und Währung und Wilhelm Kohler, Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Wirtschaftsbeziehungen und Europäische Integration an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät sowie Jens-Hinrich Binder, Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht, und Martin Nettesheim, Inhaber des Lehrstuhls für Staats- und Verwaltungsrecht, Europarecht und Völkerrecht. Das Projekt wird von der Volkswagenstiftung im Rahmen des För-derprogramms „Herausforderungen für Europa“ mit 998.900 Euro gefördert. Mit dem Geld werden an den beteiligten Lehrstühlen und Partneruniversitäten Nachwuchsstellen, Projektworkshops in Tübingen, Mailand und Thessaloniki sowie eine internationale Abschlusstagung an der Universität Tübingen im Jahr 2021 finanziert.</p><p><br> Die beteiligten Wissenschaftler sind sich einig: „Mit unserem Vorhaben werden wir inhaltlich und methodisch Neuland betreten.“ Gerade die in dieser Form seltene Zusammenarbeit von Ökonomen und Juristen wurde im Begutachtungsprozess besonders positiv bewertet. Mit dem Gemeinschaftsprojekt bauen die beteiligten Tübinger Wirtschafts- und Rechtswissenschaftler seit längerem bestehende Kontakte zwischen ihren beiden Fakultäten aus.</p><p class="align-right">Jens Binder / Antje Karbe</p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Jens-Hinrich Binder, LL.M.<br> Universität Tübingen<br> Juristische Fakultät<br> Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht, insbes. Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht<br> Telefon +49 7071 29-76119<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,ngjtuvwjn0dkpfgtBlwtc0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2">lehrstuhl.binder<span style="display:none">spam prevention</span>@jura.uni-tuebingen.de</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-23631</guid><pubDate>Wed, 04 Jul 2018 18:00:48 +0200</pubDate><title>Clinical Neurotechnology: New German-Israeli research alliance launched</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/clinical-neurotechnology-new-german-israeli-research-alliance-launched/</link><description>Leading clinicians and scientists from Germany and Israel agreed to jointly develop innovative approaches for the treatment of depression, strokes and schizophrenia </description><content:encoded><![CDATA[<p>From June 25-27, leading scientists, physicians and technology experts from Israel and Germany met at the 2018 German-Israeli Conference on Clinical Neurotechnologies and Healthy Aging at the University Hospital Tübingen. The conference aimed at discussing the latest advances in the field of clinical neurotechnology and exploring possibilities for more intensive research cooperations between both countries.</p><p>The conference presentations given by experts from Tel Aviv, Jerusalem, Beersheba, Tübingen, Ulm, Freiburg and Berlin covered a broad spectrum of neurotechnological research and development: In addition to the latest methods in brain stimulation and brain-machine interfaces (BMI) for the treatment of stroke patients and patients with mental disorders, the latest successes of the Reutlingen-based company Retina Implant were also presented. Impressive demonstrations of paraplegics who can now eat and drink independently again using a BMI, or blind people who can see again using a retina implant, have shown that clinical neurotechnologies can lead to enormous improvements of quality of life.</p><p>In addition to scientific exchange, the conference also made an important contribution to intensifying German-Israeli research cooperation. Numerous joint projects are planned in which the respective expertise of both countries in the fields of neurostimulation, robotics and artificial intelligence will be combined. In particular, the transfer of existing neurotechnologies into everyday clinical practice will be in the foreground. The conference will take place in Israel next year. </p><p>In addition to intensive discussions on the improvement and implementation of neurotechnologies, also the ethical dimensions were controversially discussed. While possible restoration of autonomy or the prospect of more effective treatment options for brain disorders undoubtedly speak in favor of their use, it also became clear that ethical limits in the use of neurotechnologies have to be considered. In particular, the protection of privacy and mental integrity (i.e. protection against so-called "brain hacking") must be guaranteed. It is already possible today to read out a person's intentions from their brain activity and to adapt digital devices to this activity without them noticing.</p><p>The rapid progress in the field of clinical neurotechnologies is unstoppable and a real blessing for patients, said Surjo Soekadar, organizer of the conference and senior physician at the Hospital for Psychiatry and Psychotherapy in Tübingen. Now it is important to set the framework conditions in such a way that the potential of these new technologies can fully develop, while possible risks are minimized. The new German-Israeli research alliance will make an important contribution towards this aim.</p><p>&nbsp;</p><p class="align-right">Surjo Soekadar</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Termine</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-23628</guid><pubDate>Wed, 04 Jul 2018 17:46:09 +0200</pubDate><title>Eshed Ohn-Bar Receives a Humboldt Research Fellowship to Work with Professor Andreas Geiger</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/eshed-ohn-bar-receives-a-humboldt-research-fellowship-to-work-with-professor-andreas-geiger/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Each year, the Alexander von Humboldt Foundation grants approximately 500 fellowships to researchers from abroad of all nationalities and disciplines. The fellowship allows researchers to perform long-term research at the institution of their choice in Germany.</p><p>Dr. Eshed Ohn-Bar will be joining the Autonomous Vision Group as a Humboldt fellow to collaborate with Professor Andreas Geiger at the University of Tübingen and Max Planck Institute for Intelligent Systems. The fellowship will allow Eshed to focus on tackling critical research challenges in computer vision for autonomous vehicles.</p><p>“I envision a world with safe transportation systems and no road traffic injuries. Towards this goal, I work on enabling assistive and autonomous systems to understand, predict and interact with humans around them,” Eshed says. </p><p>Currently a postdoctoral researcher in the Robotics Institute at Carnegie Mellon University, Eshed's research in intelligent vehicles has received numerous awards, including the best Ph.D. dissertation award from the IEEE Intelligent Transportation Systems Society.</p><p>“Professor Geiger and his group are constantly pushing the research frontier of robotics and self-driving cars, I’m really excited about this opportunity to come to Germany and pursue my research passion with such world-renowned experts!” explains Eshed.</p><p class="align-right">Maximilian von Platen</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-22264</guid><pubDate>Wed, 20 Jun 2018 11:05:21 +0200</pubDate><title>Auszeichnung für Tübinger Computer Vision Wissenschaftler würdigt Cyber Valley als Vorreiter der KI-Forschung</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/auszeichnung-fuer-tuebinger-computer-vision-wissenschaftler-wuerdigt-cyber-valley-als-vorreiter-der-ki-forschung/</link><description>Erstmals geht der renommierte IEEE PAMI Young Researcher Award an einen deutschen Forscher</description><content:encoded><![CDATA[<p>Andreas Geiger, Leiter der Forschungsgruppe Autonomes Maschinelles Sehen am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme (MPI-IS) und Professor für Learning-based Computer Vision and Autonomous Vision an der Universität Tübingen, erhält den Young Researcher Award des IEEE Pattern Analysis and Machine Intelligence (PAMI) Technical Committee auf der diesjährigen IEEE Conference on Computer Vision and Pattern Recognition (CVPR). Der Preis ist die renommierteste Auszeichnung im Bereich Computer Vision für einen jungen Forscher. Geiger ist der erste Wissenschaftler aus Deutschland, der ihn erhält, und der dritte Forscher in Europa. </p><p>„Diesen Preis zu gewinnen bedeutet mir sehr viel, da er die internationale Bedeutung der Arbeit meiner Gruppe anerkennt und zeigt, dass wir auf Augenhöhe sind mit den besten Computer Vision Forschungslabors der Welt", erklärt Geiger.</p><p>Es war nur eine Frage der Zeit, bis der renommierte IEEE PAMI Young Researcher Award an einen Wissenschaftler geht, der sowohl am MPI-IS als auch an der Universität Tübingen forscht. Es zeigt einmal mehr, dass die Region Stuttgart-Tübingen – bekannt als Cyber Valley – Weltspitze ist im Bereich künstliche Intelligenz (KI). Cyber Valley ist eine der größten Forschungskooperationen Europas auf diesem Gebiet: Rund um das Neckartal wird außergewöhnliche Forschung auf den Bereichen Computer Vision, Robotik und maschinelles Lernen betrieben. Das MPI-IS nimmt zusammen mit den Universitäten Tübingen und Stuttgart eine international führende Rolle in diesen Forschungsfeldern ein. </p><p>„Andreas Geiger hat großen Einfluss auf das Gebiet der Bildverarbeitung und damit auf die Industrie. Er veranschaulicht, worum es bei Cyber Valley geht", sagt Michael Black, Geschäftsführer des Max-Planck-Instituts für intelligente Systeme und Sprecher von Cyber Valley. „Wir gewinnen und halten die besten Köpfe im hart umkämpften KI-Talentepool. Damit bauen wir eine Weltklasse-Gemeinschaft an Wissenschaftlern hier im Cyber Valley auf. Wir stärken die KI-Ausbildung, entwickeln bahnbrechende Technologien und beschleunigen die Akzeptanz der KI in Deutschland". </p><p>Der IEEE PAMI Young Researcher Award würdigt Andreas Geiger für seinen herausragenden Beitrag zur Überwindung der Kluft zwischen Computer Vision, Machine Learning und Robotik: Geiger ist der erste Forscher weltweit, der das autonome Fahren als ein herausragendes Gebiet innerhalb dieser Forschungsfelder etabliert hat. Zum einen entwickelt er einige der leistungsfähigsten Modelle zur robusten Lösung anspruchsvoller Bildverarbeitungsaufgaben im Kontext autonomer Systeme, insbesondere in den Bereichen 3D-Rekonstruktion, 3D-Bewegungseinschätzung und 3D-Szenenverständnis. Seine Software ermöglicht es Computern, verschiedene Situationen z.B. im Straßenverkehr zu erkennen und zu klassifizieren. Während die Menschen gelernt haben zu filtern, was wichtig ist, um ein Ziel sicher erreichen zu können, bringen Geiger und sein Team Computern an Bord selbstfahrender Autos bei, worauf es ankommt und was nur eine Blume am Straßenrand ist. Phänomenale Rechenleistung ist hier im Spiel, wenn spezielle Sensoren Millionen von Pixeln pro Sekunde filtern und entsprechende Signale senden, damit das Auto sicher durch den Verkehr kommt. </p><p>Zum anderen entwickelt Geiger einige der anspruchsvollsten Datensätze und Benchmarks für die Wahrnehmung autonomer Fahrzeuge. „Meine Recherchen und Datensätze vereinfachen Entscheidungen, die Autofirmen treffen müssen, wenn es darum geht, welche Algorithmen für die Bearbeitung einer Aufgabe geeignet sind", erklärt Geiger. „Unsere Arbeiten zum Szenenverständnis bieten eine Perspektive für wirklich autonomes Fahren ohne spezielle hochauflösende Karten oder teure Laserscanner. Darüber hinaus werden mehrere unserer Algorithmus-Innovationen in Testfahrzeugen rund um den Globus eingesetzt. Zum Beispiel 2013 während der autonomen Fahrt des Forschungsfahrzeugs S 500 Intelligent Drive von Mercedes-Benz, das selbstständig auf den rund 100 Kilometern zwischen Mannheim und Pforzheim fuhr – die Strecke, auf der einst Bertha Benz Geschichte schrieb".</p><p>Herausragende Forscher wie Geiger, die komplizierte Bilderkennungsalgorithmen schreiben können, sind selten – daher weltweit hoch im Kurs. Die größten Computer- und Autokonzerne befinden sich nämlich derzeit in einem harten Wettbewerb um die besten autonomen Fahrzeuge und konkurrieren deshalb um Experten im Bereich Computer Vision und Künstliche Intelligenz (KI). Geiger jedoch bekennt sich zu Deutschland und Cyber Valley. </p><p>„Ich schätze meine Freiheit", sagt Geiger. „Durch die Forschung am MPI-IS und an der Universität Tübingen kann ich meine Forschungsprojekte völlig eigenständig auswählen und die Richtung meiner Forschung jederzeit ändern. Das gibt mir die Möglichkeit, auch mal riskantere Projekte in Angriff zu nehmen. Da Cyber Valley Industrie und Forschungseinrichtungen in einem lebendigen Umfeld zusammenbringt, kann ich zudem meine Kooperationspartner frei wählen. Derzeit arbeiten wir mit der deutschen Automobilindustrie vor Ort zusammen – ein lebhafter Austausch. Wir bringen Engineering und KI-Know-how zusammen, um den Status Quo der Technik voranzutreiben.“</p><p>Seit März dieses Jahres ist Andreas Geiger Professor am Fachbereich Informatik der Universität Tübingen. Gleichzeitig leitet er die Forschungsgruppe Autonomes Maschinelles Sehen am MPI für Intelligente Systeme. Seit Juni 2016 ist er dort Forschungsgruppenleiter. Bis Februar dieses Jahres war er Gastprofessor in der Computer Vision and Geometry Group an der ETH Zürich in der Schweiz. Zwischen Juni 2013 und Mai 2016 war er Forschungswissenschaftler und Gruppenleiter in der Abteilung für Perzeptive Systeme, geleitet von Direktor Michael Black. Von September 2008 bis Mai 2013 war Geiger wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Mess- und Regelsysteme am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), wo er mit einer Dissertation über "Probabilistische Modelle für das Verständnis von 3D-Stadtszenen aus beweglichen Plattformen" promovierte.</p><p>Geiger erhielt bereits zahlreiche Preise, darunter den Deutschen Mustererkennungspreis der Deutschen Arbeitsgescheinschaft für Mustererkennung (DAGM) und den Heinz Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Jahr 2017. Im Februar 2015 erhielt er den Preis für die beste Doktorarbeit des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).</p><p>CVPR gilt als die führende Konferenz für Computer Vision und Mustererkennung weltweit.  Geiger wurde während der Konferenz, die in Salt Lake City in Utah stattfindet, als einer von zwei Preisträgern mit dem IEEE PAMI Young Researcher Award ausgezeichnet. Der andere Gewinner ist Kaiming He, Research Scientist bei Facebook AI Research. </p><p>Mehr über CVPR 2018 erfahren Sie unter: <a href="http://cvpr2018.thecvf.com/" target="_blank" rel="noreferrer">http://cvpr2018.thecvf.com/</a></p><p>Um mehr über das Cyber Valley zu erfahren, besuchen Sie: <a href="http://www.cyber-valley.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.cyber-valley.de</a></p><p class="align-right">Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme<br></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-21988</guid><pubDate>Tue, 12 Jun 2018 16:55:22 +0200</pubDate><title>Malaria: Kooperierende Antikörper verbessern Immunreaktion</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/malaria-kooperierende-antikoerper-verbessern-immunreaktion/</link><description>Malaria ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg und vom Hospital for Sick Children in Toronto haben in Zusammenarbeit mit Tropenmedizinern der Universität Tübingen untersucht, wie das Immunsystem des Menschen Malariainfektionen bekämpft. Dabei entdeckten die Forscher eine bislang nie beobachtete Eigenschaft der Antikörper gegen den Malariaerreger: Sie können miteinander kooperieren, sich dadurch noch fester an den Erregern anheften und so die Immunreaktion verbessern. Die im Fachjournal „Science“ veröffentlichten Ergebnisse sollen helfen, einen wirksameren Impfstoff gegen die Krankheit zu entwickeln.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Jedes Jahr erkranken weltweit schätzungsweise 200 Millionen Menschen an Malaria, 440.000 sterben an der Infektionskrankheit. Sie gilt als Tropenkrankheit, tritt aber neben den tropischen auch in den subtropischen Regionen fast aller Kontinente auf. Auch in Deutschland gibt es rund  500 bis 600 Malariapatienten jährlich. Häufig sind es Reisende, die aus endemischen Gebieten in Afrika oder Asien zurückkehren.</p><p>„Wie schwer die Malariaerkrankung verläuft, hängt von der Immunreaktion des Körpers ab“, erklärt Hedda Wardemann vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). „Abwehrzellen können die nach einem Moskitostich in den Körper gelangten Krankheitserreger zerstören.“</p><p>In Regionen, in denen Malaria stark verbreitet ist, weisen die Menschen häufig eine gewisse Immunität auf, die schwere Erkrankungen verhindert. Durch den wiederholten Kontakt mit dem Krankheitserreger konnte ihr Körper seine Immunreaktion gegen Malaria verbessern. Eine solche Immunität soll auch die Impfung gegen Malaria verleihen – allerdings ohne dafür erst eine Infektion durchlaufen zu müssen.</p><p>„Indem wir uns die Immunreaktion von Menschen ansehen, die bereits mit Malaria infiziert waren, erhalten wir Hinweise, wie wir den Impfstoff gegen Malaria verbessern können“, erklärt Wardemann. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern vom Hospital for Sick Children (SickKids) in Toronto, Kanada, untersuchten Wardemann und ihr Team Antikörper gegen den Malariaerreger. Die Antikörper stammten von Probanden, die durch eine wiederholte und kontrollierte Gabe des Malariaerregers gegen die Erkrankung immunisiert wurden: Dies war einem Team der Universität Tübingen im Rahmen einer klinischen Studie des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) gelungen.</p><p>Antikörper dienen dem Immunsystem als Wegweiser. Sie heften sich an bestimmte Zielstrukturen auf der Oberfläche von Erregern. Auf diese Weise zeigen sie den Abwehrzellen, wo es einen Fremdkörper zu zerstören gibt, oder blockieren die Infektion. Um eine Infektion effektiv verhindern zu können, zählt bei Antikörpern vor allem eines, ihre Fähigkeit, fest am Krankheitserreger zu haften. Antikörper mit besonders guter Haftfähigkeit vermehrt das Immunsystem gezielt. Bei einer erneuten Infektion mit dem gleichen Erreger sind so sofort wirksame Antikörper vorhanden.</p><p>Unter den Antikörpern, die die DKFZ-Wissenschaftler untersuchten, fanden sie eine Gruppe, die eine noch nie beobachtete, offenbar für das Immunsystem wertvolle Eigenschaft aufwies: Sie waren in der Lage, miteinander zu interagieren. Dies ist möglich, da die Zielstruktur auf der Oberfläche der Malariaerreger, an die die Antikörper sich anheften, eine Besonderheit aufweist. „Das Protein enthält eine kleine Sequenz von vier Aminosäuren, die sich vielfach wiederholt“, erklärt Wardemann.</p><p>An jede dieser Sequenzwiederholungen kann sich ein Antikörper anheften. Und nebeneinander liegende Antikörper können miteinander wechselwirken. „Diese Zusammenarbeit der Antikörper untereinander war bisher völlig unbekannt. Und sie verbessert indirekt ebenfalls die Haftfähigkeit der Antikörper am Erreger“, so die Immunologin.</p><p>Das Immunsystem des Menschen bevorratet diese schützenden Antikörper, um sich bei einer erneuten Infektion mit dem gleichen Erreger besser zu wehren. Folgeerkrankungen können dadurch milder verlaufen – oder werden ganz verhindert. Ein Effekt, den man sich auch von einer Impfung gegen Malaria erhofft.</p><p>Als nächstes wollen die Wissenschaftler deshalb untersuchen, wie ihre Ergebnisse genutzt werden können, um den Schutz durch die Malariaimpfung zu verbessern. Zudem gilt es herausfinden, ob sich die Beobachtungen auch auf Antikörper gegen andere repetitive Moleküle übertragen lassen, zum Beispiel bei krankheitserregenden Bakterien.</p><h3>Publikation:</h3><p>Katharina Imkeller, Stephen W. Scally, Alexandre Bosch, Gemma Pidelaserra Martí, Giulia Costa, Gianna Triller, Rajagopal Murugan, Valerio Renna, Hassan Jumaa, Peter G. Kremsner, B. Kim Lee Sim, Stephen L. Hoffman, Benjamin Mordmüller, Elena Levashina, Jean-Philippe Julien, Hedda Wardemann. Anti-homotypic affinity maturation improves human B cell responses against a repetitive parasite antigen. <em>Science 2018</em>, DOI 10.1126/science.aar5304.</p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Benjamin Mordmüller</p><p>Universität Tübingen</p><p>Institut für Tropenmedizin</p><p><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,dgplcokp0oqtfowgnngtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2">benjamin.mordmueller<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p class="align-right">Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ)</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-21644</guid><pubDate>Mon, 04 Jun 2018 16:21:47 +0200</pubDate><title>Neue Auszeichnung: Matthias Friedrich erhält „Barbara Scholkmann Förderpreis für Historische Archäologie“</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neue-auszeichnung-matthias-friedrich-erhaelt-barbara-scholkmann-foerderpreis-fuer-historische-archaeologie/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Am 18. Mai wurde erstmals der Barbara Scholkmann Förderpreis für Historische Archäologie an der Universität Tübingen verliehen: Die Abteilung Archäologie des Mittelalters und der Verein zur Förderung der Archäologie des Mittelalters zeichneten im Fürstenzimmer auf Schloss Hohentübingen Matthias Friedrich aus Freiburg für seine Masterarbeit aus: Unter dem Titel „Archäologische Chronologie und historische Interpretation. Die Merowingerzeit in Süddeutschland“ bewertet er mit methodischer Grundlagenforschung das archäologische „Chronologiegerüst“ der Merowingerzeit in Süddeutschland grundlegend neu.</p><p>Das Thema zielt direkt auf eine zentrale Frage der Historischen Archäologie – die Verknüpfung historischer Daten mit archäologischen Befunden sowie die damit verbunden Interpretationsprobleme. Das bisher gültige Gerüst der Merowingerzeit wurde durch diese Neubewertung nicht nur kritisch betrachtet, sondern darüber hinaus legt Matthias Friedrich eine neue zeitliche Struktur vor, die wesentlich sinnvoller erscheint und unabhängig von anderen Daten erstellt wurde.</p><p>Die Laudatio hielt Professor Jörn Staecker von der Abteilung für Archäologie des Mittelalters. Der Preisträger sprach zum Thema „Chronologie und Ereignisgeschichte in der Archäologie des frühen Mittelalters: Alemannen und Franken in Süddeutschland.“ Der Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Archäologie des Mittelalters, Tilman Marstaller M.A., teilte mit, dass der Preis von Professorin Barbara Scholkmann gestiftet wurde. Sie war bis 2007 Inhaberin der Professur für Archäologie des Mittelalters an der Universität Tübingen. Der Preis solle vor allem als Ansporn für Studierende und Absolventen des Faches dienen, und als eine Möglichkeit der Förderung exzellenter Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher, sagte die Archäologin. „Zudem möchte ich damit zur Sichtbarkeit meines Faches beitragen ‒ die Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit (Historische Archäologie) wird nur an wenigen Universitäten Deutschlands angeboten.“</p><p>Der Dekan der Philosophischen Fakultät, Professor Jürgen Leonhardt, begrüßte die Stiftung des Preises und wies auf seine Bedeutung für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses hin.</p><p>Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert und soll alle zwei Jahre verliehen werden. Ausgezeichnet werden herausragende und innovative Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Historischen Archäologie, die für die Entwicklung und Profilierung des Faches von Bedeutung sind. Die Jurymitglieder: Professor Jörn Staecker, Universität Tübingen; Tilman Marstaller M.A., Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Archäologie des Mittelalters Schloss Hohentübingen e.V.;  Professor  Rainer Schreg, Universität Bamberg ; Professor Matthias Wemhoff, Museum für Vor- und Frühgeschichte, Berlin; Professorin i.R. Barbara Scholkmann.</p><p class="align-right">Antje Karbe</p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Jörn Staecker<br> Universität Tübingen<br> Abteilung für Archäologie des Mittelalters<br> Telefon +49 707129-8559<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,lqgtp0uvcgemgtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2">joern.staecker<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-21305</guid><pubDate>Thu, 24 May 2018 14:04:03 +0200</pubDate><title>Blutplättchen im Visier</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/blutplaettchen-im-visier/</link><description>Universität Tübingen an neuem Sonderforschungsbereich zu Thrombozyten beteiligt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Würzburger und Tübinger Forscher starten im Juli einen neuen Sonderforschungsbereich mit der Fördersumme von fast 14 Millionen Euro. Ziel ist es, die komplexen und unzureichend verstandenen Funktionen von Blutplättchen, den sogenannten Thrombozyten, zu entschlüsseln. Die Wissenschaftler hoffen auf neue Erkenntnisse, die eine bessere Behandlung von Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, akutes Lungenversagen und Krebs ermöglichen.</p><p><br> „Thrombozyten leisten sehr viel mehr, als Blutungen zu stillen und Herzinfarkte auszulösen“, erläutert Professor Bernhard Nieswandt, Direktor des Instituts für Experimentelle Biomedizin, getragen vom Uniklinikum Würzburg (UKW) und dem Rudolf-Virchow-Zentrum für Experimentelle Biomedizin der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). „Jüngere Studien gaben uns den Hinweis, dass es sehr komplexe Zusammenhänge gibt zwischen diesen kleinsten Zellen des Blutes und diversen entzündlichen Prozessen, zellulären Abwehrmechanismen, der angeborenen Immunität, der Aufrechterhaltung von Gefäß- und Organfunktionen sowie der Entstehung von Tumoren.“ Ein detaillierteres Wissen über die zugrundeliegenden molekularen Mechanismen ist laut Nieswandt die zentrale Voraussetzung für ein besseres Verständnis von Krankheiten wie Schlaganfall und akutem Lungenversagen.</p><p><br> Diese herausragende Bedeutung der Thrombozyten-Forschung bestätigte auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG): Sie bewilligte kürzlich den Sonderforschungsbereich Transregio (SFB/TR 240) „Thrombozyten – molekulare, zelluläre und systemische Funktionen unter physiologischen und pathologischen Bedingungen“. Der mit 13,7 Millionen Euro ausgestattete SFB TR 240 hat eine Laufzeit von zunächst vier Jahren und beginnt zum 1. Juli 2018.</p><p><br> Bei der Antragstellung war das Würzburger Institut für Experimentelle Biomedizin federführend. Mitantragsteller war der Direktor der Medizinischen Klinik III (Kardiologie) der Universität Tübingen, Professor Meinrad Gawaz. Beide Einrichtungen haben langjährige Forschungsprogramme zu Thrombozyten.</p><h3>Grundlagenforschung nahe an der klinischen Umsetzung</h3><p>„Gerade der sehr ausgeprägte translationale Charakter, der Grundlagenforscher mit Klinikern zusammenbringt, ist eine besondere Stärke unseres Verbundes“, unterstreicht Nieswandt und präzisiert: „Wir gehen davon aus, dass unser neu gewonnenes Grundlagenwissen schnell zu gänzlich neuartigen Behandlungskonzepten für eine ganze Reihe von Erkrankungen führen kann, die bisher nicht in Zusammenhang mit Thrombozyten gesehen wurden.“</p><p><br> Am neuen Sonderforschungsbereich sind auch Wissenschaftler der Universitätsmedizin Greifswald und des Leibniz-Instituts für Analytische Wissenschaften (ISAS) in Dortmund beteiligt. Der interdisziplinäre Forschungsverbund vereint Molekulargenetik, in-vivo-Krankheitsmodelle, hochauflösende Mikroskopie, in-vivo-Bildgebungsverfahren, Systembiologie, translationale Ansätze und klinische Forschungsergebnisse.</p><h3>Wissenschaftlicher Hintergrund</h3><p>Jeden Tag entstehen im Knochenmark eines gesunden Menschen etwa 100 Milliarden Thrombozyten aus riesigen Vorläuferzellen und zirkulieren dann für etwa zehn Tage im Blutstrom. Ihre am besten beschriebene Funktion besteht darin, die Gefäßwand auf Verletzungen hin zu kontrollieren, diese bei Bedarf zu verschließen und so unkontrollierten Blutverlust zu verhindern. Wenn diese Prozesse unkontrolliert ablaufen, können Thrombozyten so große Zusammenlagerungen bilden, dass dies zu lebensbedrohlichen Gefäßverschlüssen wie im Falle eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls führt.</p><p class="align-right"><br> Pressemitteilung der Universität Würzburg</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-21163</guid><pubDate>Thu, 17 May 2018 15:27:19 +0200</pubDate><title>Tübingen and US researchers make our planet great again</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebingen-and-us-researchers-make-our-planet-great-again/</link><description>DAAD funds joint project with one million euros over four years</description><content:encoded><![CDATA[<h5><a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fallopia-japonica(Blaetter).jpg" target="_blank" rel="noreferrer">Japanese knotweed</a></h5><h5>Foto: By No machine-readable author provided. Migas assumed (based on copyright claims). <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/" target="_blank" rel="noreferrer">CC-BY-SA-3.0</a>, via Wikimedia Commons</h5><p>Over the next four years, biologists from Germany and the US will jointly investigate the interplay between climate change, evolution and invasive species. The University of Tübingen announced on Thursday that the German Academic Exchange Service (DAAD) will fund the "Genomics and Epigenomics of Plant Invasion" project from 2019 to 2022 with a total of one million euros. For this project, Dr. Christina Richards, a biologist and professor at the University of South Florida, will move to Tübingen for four years and establish a research group at the Institute of Evolution &amp; Ecology, in close collaboration with the team of Professor Oliver Bossdorf.</p><p><br> The project is funded by the German-French program "Make Our Planet Great Again", which was created by the governments of both countries following the Paris Agreement.</p><p>A total of 13 Germany-based research projects, selected from some 300 applications, were selected by an expert jury at the beginning of May. "The numerous excellent applications show that Germany offers excellent conditions for international researchers," said DAAD President Professor Margret Wintermantel. "The selected projects will make a significant contribution to climate, energy and earth system research and will also establish important international research cooperations.”</p><p><br> Professor Richards' research focuses on plant ecological genomics, ecological and evolutionary epigenetics, plant ecophysiology, conservation genetics and global change biology. She received her PhD from the University of Georgia in 2004 and worked as a Postdoctoral Associate at Stony Brook University and New York University. In 2009 she became a professor in the Department of Integrative Biology at the University of South Florida, where she was promoted to Associate Professor in 2016. </p><p><br><a href="https://www.daad.de/presse/pressemitteilungen/de/62493-forschungsinitiative-fuer-pariser-klimaabkommen-gestartet/" target="_blank" rel="noreferrer">DAAD press release</a> (only in German)</p><p class="align-right">Karl G. Rijkhoek<br></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-20655</guid><pubDate>Thu, 03 May 2018 16:19:34 +0200</pubDate><title>DFG stattet „Kompetenzzentrum für Hochdurchsatzsequenzierung“ in Tübingen aus</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/dfg-stattet-kompetenzzentrum-fuer-hochdurchsatzsequenzierung-in-tuebingen-aus/</link><description>5,8 Millionen Euro für Next Generation Sequencing“‒Technologie</description><content:encoded><![CDATA[<p>Tübingen erhält ein Kompetenzzentrum für Hochdurchsatzsequenzierung. Wie die UT bekannt gab, wurde der Standort von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für eines von bundesweit vier Zentren für den Aufbau hochspezialisierter Infrastrukturen ausgewählt. Die geförderten Hochschulen sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern standortübergreifend Beratung, Service und bioinformatische Auswertung für Hochdurchsatz-Sequenzierprojekte anbieten und werden dafür mit neuester „Next Generation Sequencing“-Technologie (kurz NGS) ausgestattet. Das „NGS Competence Center Tübingen“ erhält für zunächst drei Jahre 5,8 Millionen Euro.</p><p>Mit NGS lassen sich Genom, Epigenom und Transkriptom einer biologischen Probe vollständig erfassen und quantifizieren, sowohl von höheren Organismen wie dem Menschen als auch von Mikroorganismen wie Bakterien. Die riesigen Datenmengen und die Komplexität der bioinformatischen Analysen erfordern eine spezielle Expertise bei der Beratung im Vorfeld wie auch bei der Datenauswertung. Im NGS Competence Center Tübingen vernetzen sich mehrere bestehende Einrichtungen des Tübingen Research Campus: Das Quantitative Biology Center (QBIC) ist als Kerneinrichtung der Universität bereits auf die Auswertung von großen Datenmengen aus den Lebenswissenschaften mit Hochdurchsatztechnologien spezialisiert. Die Core Facility für NGS der Medizinischen Fakultät (c.ATG) am Institut für Medizinische Genetik und Angewandte Genomanalytik des Universitätsklinikums unterstützt seit 2002 klinische Projekte und Grundlagenforschung mit Mikroarray (molekularbiologische Untersuchungssysteme) und NGS Technologien.</p><p>Als dritte Einrichtung ist die NGS Einheit des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene integriert. Sie ist auf die Sequenzierung von Mikroorganismen spezialisiert. Auch eine enge Zusammenarbeit mit dem MPI für Entwicklungsbiologie (Professor Detlev Weigel) ist Teil des Konzepts. Dieses bringt eine große Expertise im Bereich der Pflanzengenomik ein. Koordiniert wird das neue Kompetenzzentrum von Professor Olaf Rieß (Sprecher, Medizinische Genetik), Professor Ingo Autenrieth (Mikrobiologie) und Professor Oliver Kohlbacher (QBiC).</p><p>Die Standorte wurden aus insgesamt sechs Bewerbungen ausgewählt. Weitere Zentren sind das „West German Genome Center“ (Kooperation aus Universität zu Köln, Universität Bonn, Universität Düsseldorf), das „DRESDEN-concept Genome Center“ der Technischen Universität Dresden sowie das „Competence Centre for Genomic Analysis Kiel“ der Universität zu Kiel. Insgesamt stellt die DFG 14 Millionen Euro für die Förderinitiative bereit, um den dringenden Bedarf an modernen NGS-Infrastrukturen an Hochschulen aufzufangen.</p><p>Die NGS-Kompetenzzentren und deren Netzwerke sollen nur der erste Schritt zum Aufbau einer größeren nationalen Infrastruktur sein. Sie haben nun die Aufgabe, Hochdurchsatzsequenzierungsservice für große Forschungsprojekte der DFG durchzuführen. Dafür stellt diese insgesamt bis zu 30 Millionen Euro für die nächsten drei Jahre bereit.</p><ul><li><a href="http://www.c-atg.de/" target="_blank" rel="noreferrer">Core Facility für NGS der Medizinischen Fakultät (c.ATG)</a></li><li><a href="http://www.medgen-tuebingen.de/index.html" target="_blank" rel="noreferrer">Institut für Medizinische Genetik und Angewandte Genomik</a></li></ul><p class="align-right">Antje Karbe</p><h3>Kontakt:</h3><p>Professor Olaf Horst Rieß<br> Universität Tübingen<br> Institut für Medizinische Genetik und Angewandte Genomik<br> Telefon +49 7071  29-72323<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,Qnch0TkguuBogf0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2">Olaf.Riess@med.uni-tuebingen.d</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-20189</guid><pubDate>Wed, 18 Apr 2018 16:52:26 +0200</pubDate><title>GO-Bio: Projekt der Uniklinik Tübingen erhält 4,5 Millionen Euro für Entwicklung von Formaldehyd-Ersatz</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/go-bio-projekt-der-uniklinik-tuebingen-erhaelt-45-millionen-euro-fuer-entwicklung-von-formaldehyd-ersatz/</link><description>Aminolipin: Schützt die Lebenden – erhält die Toten</description><content:encoded><![CDATA[<h3>Prof. Dr. Bernhard Hirt vom Institut für Klinische Anatomie und Zellanalytik des Universitätsklinikums Tübingen ist einer der Gewinner der aktuellen GO-Bio-Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Gemeinsam mit seinem Forscherteam wird er in den kommenden drei Jahren 4,5 Millionen Euro erhalten, um den Ersatzstoff Aminolipin marktreif zu entwickeln, der das hochgiftige Formaldehyd als Fixierungs- und Konservierungssubstanz für Organe und Gewebe ablösen soll. Die Vergabe erfolgte im Rahmen der Deutschen Biotechnologietage am 18. April 2018 in Berlin.</h3><p>Sowohl Mediziner aus der Pathologie und der Anatomie als auch Bestatter verwenden seit über 100 Jahren vor allem Formaldehyd, um biologisches Gewebe oder auch komplette Körper zu konservieren. Das Aldehyd Methanal, so die internationale wissenschaftliche Bezeichnung, gilt inzwischen aber als so giftig und krebserregend, dass nach der Verabschiedung strengerer Grenzwerte einige Unfallkrankenkassen universitären Einrichtungen die Betriebserlaubnis für den Umgang mit diesem Mittel entzogen. Die Konservierung von Organen und Leichnamen ist indes dort unverzichtbar, wo es beispielsweise darum geht, zukünftige Mediziner praxisnah auf ihren Beruf vorzubereiten. Sie studieren die Anatomie des Menschen und üben Operationen an zu Lebzeiten gespendeten Leichnamen, die so präpariert sein sollten, dass sie in Form und Haptik möglichst „lebensecht“ wirken.</p><p>Ein Team aus Chemikern, Biologen und Medizinern des Instituts für Klinische Anatomie und Zellanalytik der Universität Tübingen hat nun einen Ersatzstoff entwickelt und zum Patent angemeldet, der in allen bisherigen Studien hervorragende Eigenschaften als Fixierungs- und Konservierungssubstanz für Organe und Gewebe bewiesen hat, ohne die Gesundheit zu gefährden. Der Projektleiter und Ärztliche Direktor des Instituts, Prof. Dr. Bernhard Hirt, ist daher überzeugt, dass die neue Substanz Formaldehyd in der Anatomie und im Bestattungswesen schnell ablösen wird: „Wir synthetisieren Aminolipin aus naturstoffnahen Substanzen. In mehreren Studien konnten wir nachweisen, dass Aminolipin sowohl Enzyme, die für den Zerfallprozess verantwortlich sind, hemmt als auch ein umfassendes antimikrobielles Wirkspektrum besitzt und entsprechend effizient den Verwesungsprozess stoppt.“</p><p>Diese Idee hat die Expertenjury der „Gründungsoffensive Biotechnologie“ überzeugt, sodass sie das Projekt für eine GO-Bio-Förderung ausgewählt hat. Staatssekretär Dr. Georg Schütte vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zeichnete im Rahmen der Deutschen Biotechnologietage, die am 18. und 19. April in Berlin stattfinden, die Gewinner der aktuellen GO-Bio-Auswahlrunde aus. Die Forscherteams erhalten in den kommenden drei Jahren finanzielle Förderung, um ihre Ideen weiterzuentwickeln und in kommerzielle Produkte und Dienstleistungen zu transferieren.</p><p>Seit dem Start im Jahr 2005 gab es sieben Auswahlrunden, dabei wurden – oder werden noch – insgesamt 50 Teams gefördert. Das Forscherteam aus Tübingen erhält in den kommenden drei Jahren 4,5 Millionen Euro, um den Herstellungsprozess für Aminolipin zu optimieren und die Wirksamkeit im Proof-of-Concept zu belegen. Innerhalb dieser drei Jahre ist die Ausgründung eines Start-ups für die Vermarktung der Substanz geplant.</p><p>Dr. Klaus Eichenberg, Geschäftsführer der BioRegio STERN Management GmbH: „Während wissenschaftlicher Forschungsarbeit entstehen viele gute Ideen; bis daraus ein marktreifes Produkt wird, ist es aber in den Life-Sciences ein langer und kostenintensiver Weg. GO-Bio fördert gezielt in der Frühphase der Projekte und die bisherigen Ausgründungen entwickeln sich größtenteils sehr gut. Ich freue mich daher schon jetzt auf ein neues erfolgreiche Start-up in der BioRegion STERN.“</p><p class="align-right">Pressemitteilung der BioRegio STERN</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-19795</guid><pubDate>Wed, 11 Apr 2018 10:31:00 +0200</pubDate><title>NMI unter neuer Führung</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/nmi-unter-neuer-fuehrung/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Prof. Dr. Katja Schenke-Layland übernahm zum 1. April 2018 die Leitung des Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Instituts (NMI) in Reutlingen. Sie folgt Prof. Dr. Hugo Hämmerle, der das Institut seit 2008 leitete. Die neue Frau an der Spitze des NMI ist eine alte Vertraute in den Netzwerken des Instituts: Schenke-Layland hat seit 2011 eine Professur für Medizintechnik und Regenerative Medizin an der Eberhard Karls Universität Tübingen und ist über zahlreiche biomedizinische Forschungsprojekte mit dem NMI verbunden. Leitungserfahrung an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Forschung sammelte sie parallel dazu während ihrer Karriere am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart, wo sie zuletzt seit Januar 2016 gemeinsam mit Prof. Dr. Christian Oehr kommissarisch das Institut leitete.</p><p>Als Leiterin des NMI führt die 41-jährige Biologin nun in Reutlingen ihre Kompetenzen in Forschung und Management zusammen, während sie gleichzeitig ihre Professur weiter ausübt. „Mir war es schon immer ein Bedürfnis, eine gesellschaftsrelevante, innovationsorientierte Forschung mit dem Ziel der Anwendung in der Medizintechnik und Regenerativen beziehungsweise Personalisierten Medizin voran zu treiben, die wichtige Zukunftsfelder für die baden-württembergische Wirtschaft darstellen“, sagt Schenke-Layland.</p><h5>Eine Pressemitteilung des Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Instituts an der Universität Tübingen (NMI). Die vollständige Pressemitteilung finden Sie unter: <a href="http://www.nmi.de/nc/ueber-uns/aktuell/presse-news/detailseite-news/artikel/april-2018-nmi-unter-neuer-fuehrung/" target="_blank" rel="noreferrer">http://www.nmi.de/nc/ueber-uns/aktuell/presse-news/detailseite-news/artikel/april-2018-nmi-unter-neuer-fuehrung/</a></h5>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-19796</guid><pubDate>Tue, 10 Apr 2018 17:22:53 +0200</pubDate><title>Neues „nanoBCP-Lab“ für Naturwissenschaften – Carl Zeiss Stiftung fördert Forschungsinfrastruktur mit einer Million</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neues-nanobcp-lab-fuer-naturwissenschaften-carl-zeiss-stiftung-foerdert-forschungsinfrastruktur-mit-einer-million/</link><description>Die Carl Zeiss Stiftung fördert Nano-Forschung an der Universität Tübingen: Mit insgesamt einer Million Euro unterstützt die Stiftung ab April 2018 den Aufbau eines „nanoBCP-Lab“ in den Naturwissenschaften, die Förderung erfolgt über einen Zeitraum von vier Jahren.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Tübinger Initiative verbindet sieben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fachbereichen Biologie, Chemie und Physik. Ihr gemeinsames Forschungsziel richtet sich auf neuartige, winzige Nanoteilchen, die in Tübingen selbst hergestellt und für biologische Anwendungen nutzbar gemacht werden sollen. Beispielsweise könnten diese Nanoteilchen an einzelne Biomoleküle gekoppelt werden, um deren Verhalten und Funktion präzise zu bestimmen. Auch die spezifische Wechselwirkung der Nanoteilchen mit Licht (Absorption und Emission) soll für die Biologie ausgenutzt werden, zudem wollen die Forscher Möglichkeiten erkunden,  mit den Nanoteilchen biomimetische Strukturen aufzubauen.</p><p>Die gemeinsame Arbeit an dem Forschungsprojekt wird interdisziplinäre Verknüpfungen schaffen, die über die Förderzeit von vier Jahren hinausgehen. Verschiedene experimentelle Techniken und Apparaturen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden in einer gemeinsamen Laborplattform, dem nanoBCP-Lab, zusammengeführt und von allen Beteiligten genutzt. Für die Ausbildung von Doktorandinnen und Doktoranden, die an nanowissenschaftlichen Fragestellungen arbeiten, wird das nanoBCP-Lab die zentrale Schnittstelle sein, in der sie fachübergreifende Techniken erlernen und kombinieren sollen.</p><p>Damit wird in der Forschung fortgesetzt, was die Universität Tübingen schon seit einigen Jahren für Studierende im Bachelor- und Masterstudiengang Nanoscience anbietet: eine ausgewogene und fundierte Ausbildung in den drei Kerndisziplinen Biologie, Chemie und Physik, die zu interdisziplinärer Arbeit befähigt. Das gemeinsame nanoBCP-Lab wird darauf aufbauen und fit für Forschungsthemen der Zukunft machen.</p><p><a href="http://www.mnf.uni-tuebingen.de/fachbereiche/biologie/studium/studiengaenge/nano-science/nanobcp-lab.html" target="_blank" rel="noreferrer">http://www.mnf.uni-tuebingen.de/fachbereiche/biologie/studium/studiengaenge/nano-science/nanobcp-lab.html</a></p><p class="align-right">Martin Oettel</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-19607</guid><pubDate>Wed, 04 Apr 2018 15:58:39 +0200</pubDate><title>Enge Machine-Learning-Kooperation zwischen Universität Tübingen und Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/enge-machine-learning-kooperation-zwischen-universitaet-tuebingen-und-max-planck-institut-fuer-intelligente-systeme/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen baut ihr Engagement auf dem Forschungsfeld Maschinelles Lernen (ML) aus und hat dazu die<em> Cyber Valley Unit for Artificial Intelligence </em>gegründet. Die Unit soll gemeinsame Strategien mit dem Max-Planck-Institut für intelligente Systeme entwickeln, um Synergien für die Tübinger ML-Forschung zu schaffen und auch in Zukunft im globalen Wettbewerb um die besten Köpfe erfolgreich zu sein. Gemeinsam mit Rektor Professor Bernd Engler stehen Matthias Bethge, Professor für Computational Neuroscience und Machine Learning an der Universität Tübingen, und Professor Bernhard Schölkopf, Direktor der Abteilung Empirische Inferenz am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme (MPI-IS), an der Spitze dieser neuen zentralen Einrichtung der Universität Tübingen.</p><p>„Wir wollen eine innovative Forschungseinheit aufbauen, die sich hinsichtlich unbedingter Forschungsfreiheit und Flexibilität der Wissenschaftler am US-amerikanischen 'Open AI' oder dem kanadischen 'Vector Institut for Artificial Intelligence' orientiert“, sagte Bethge. Ziel sei eine Organisation, die offen für Industrieprojekte wie auch für Ausgründungen sei und das Potenzial habe, möglichst viele hochkarätige Forscher aus dem Gebiet des Maschinellen Lernens anzuziehen. Bethge ist überzeugt, dass in der akademischen Welt neue Wege gefunden werden müssten, um der Abwanderung wissenschaftlicher Talente in die Industrie oder nach Übersee entgegenzuwirken. Dass die Region Tübingen-Stuttgart an der Spitze der ML-Forschung in Deutschland steht, bestätigte jüngst das Jahresgutachten der Expertenkommission Forschung und Innovation im Auftrag der Bundesregierung.</p><p>Die Cyber Valley Unit will die ML-Wissenschaftler eng miteinander vernetzen und ein anregendes kreatives Umfeld in Tübingen aufbauen. Den Anfang machten Matthias Bethge und Bernhard Schölkopf, die eine enge Verzahnung ihrer Arbeitsgruppen initiiert haben: Bethge zog mit seinen Mitarbeitern Anfang März im Institutsgebäude des MPI-IS am Max-Planck-Ring ein, wo die Wissenschaftler Seite an Seite in gemeinsamen Räumen forschen. Die beiden Arbeitsgruppen mit insgesamt rund 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wollen gemeinsam ihre Forschung abstimmen, um Maschinelles Lernen robuster, daten-effizienter und interpretierbarer zu machen. Bethge und Schölkopf forschen seit vielen Jahren intensiv am Thema Maschinelles Lernen und sehen in der Durchmischung ihrer Teams fachlich sinnvolle Ergänzungen: Bethges Wissenschaftler haben starke Expertise im „Deep Learning“, also der Entwicklung von besonders leistungsfähigen neuronalen Netzen, sowie deren Vergleich zur neuronalen Informationsverarbeitung im Gehirn. Schölkopfs Forschergruppe teilt das Interesse an modernen und robusten Lernmethoden, mit einem zusätzlichen Fokus auf theoretische Konzepte, insbesondere auch im Bereich der kausalen Inferenz. Durch das Zusammenbringen ihrer Herangehensweisen wollen Schölkopf und Bethge gemeinsam die Prinzipien verstehen, nach denen intelligente Systeme wahrnehmen, lernen und handeln.</p><p>Mit der engen räumlichen Nähe möchten die Initiatoren ausloten, wie Forschungsgruppen ihre Arbeit am effektivsten aufeinander abstimmen können, so dass sie gemeinsam größere Ziele zu erreichen vermögen. „Wir glauben, dass sich unsere Gruppen wertvolle Impulse in der täglichen Arbeit geben können“, erklärt Bethge.</p><p class="align-right">Isabel Suditsch</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-19085</guid><pubDate>Thu, 15 Mar 2018 17:52:53 +0100</pubDate><title>Zielgerichtete Herstellung von neuartigen Proteasehemmstoffen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/zielgerichtete-herstellung-von-neuartigen-proteasehemmstoffen/</link><description>Proteasen sind wichtige Zielstrukturen für die Arzneistoffentwicklung. In einer gerade veröffentlichten Studie konnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Tübingen und des John-Innes-Centre in Norwich, UK, die mikrobielle Bildung einer vieluntersuchten Klasse von Proteasehemmstoffen aufklären. Den zu Grunde liegenden Mechanismus machten sie sich dann zu Nutze, um neue nicht-natürliche Varianten dieser Wirkstoffklasse herzustellen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Proteasen sind Enzyme, die andere Eiweiße spalten, indem sie deren Reaktion mit Wasser begünstigen. Dieser Abbau von Proteinen spielt in einer Vielzahl von biologischen Prozessen eine wichtige Rolle wie zum Beispiel für das Immunsystem und für die Vermehrung von Viren. Als Zielstrukturen von Arzneistoffen dienen Proteasen unter anderem für die Therapie von Blutkrebs, Thrombose, Diabetes, Bluthochdruck und mikrobiellen Infektionen.</p><p>Kürzlich untersuchten Tübinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Pharmazeutischen Biologie und der Organischen Chemie die Bildung einer Gruppe von natürlich vorkommenden chemischen Verbindungen, die das Proteasom hemmen. Das Proteasom ist ein überlebenswichtiger Proteasekomplex, der als zelluläre Recyclinganlage funktioniert. Hemmstoffe des Proteasoms werden als Arzneistoffe zur Behandlung des Multiplen Myeloms eingesetzt. "Unsere Untersuchungen zeigten, dass ein einziges bakterielles Enzym, EpnF, dafür verantwortlich ist, in drei Schritten aus einer relativ gewöhnlichen Vorstufe ein hochreaktives Molekül zu formen das spezifisch an das Proteasom binden kann", berichtet Juniorprofessor Leonard Kaysser aus der Pharmazeutischen Biologie der Universität Tübingen, der Leiter der Studie.</p><p>In ihrer Doktorarbeit verwendete nun Franziska Leipoldt diese Information, um in öffentlichen Genomdatenbänken nach Mikroorganismen zu suchen, die ein EpnF-ähnliches Enzym besitzen. Diese könnten  möglicherweise neue Proteasomhemmstoffe bilden. "Als wir entsprechende Gene aus dem Bakterium <em>Actinomadura atramentaria</em> in einen Wirtsorganismus brachten, produzierte dieser allerdings überraschenderweise keine Proteasomhemmstoffe, sondern eine bekannte Gruppe von Metalloproteaseinhibitoren", berichtet Dr.  Leipoldt. Diese Verbindungen, Matlystatine, sind strukturell nicht verwandt mit den Proteasomhemmstoffen, und ihr Wirkungsmechanismus ist ein völlig anderer. "Da die Matlystatine keine reaktive Gruppe aufweisen, war es klar, dass die Funktion des EpnF-ähnlichen Enzyms, MatG, hier eine andere sein musste", ergänzt die Wissenschaftlerin.</p><p>Mittels  genetischer Studien und Fütterungsexperimente gingen die Tübinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dieser Frage nach. "Wir fanden heraus, dass MatG – ähnlich wie EpnF – zwar ebenfalls ein reaktives Molekül bildet, dieses aber sofort mit Verbindungen aus der Umgebung reagiert. Dabei entstehen Strukturvarianten mit unterschiedlicher Aktivität gegen verschiedene Metalloproteasen.", sagt Kaysser, dessen Arbeiten vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung und der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt werden. In Zusammenarbeit mit Dr. Andrew Truman vom John-Innes Centre, gelang es den Wissenschaftlern, sich diesen Mechanismus zu Nutze zu machen und durch Fütterung von synthetischen Vorstufen nicht-natürliche Matlystatine herzustellen. Da die Klasse von Proteasehemmstoffen, zu denen die Matlystatine gehören, wichtige pharmazeutischen Leitstrukturen darstellen, besteht die Hoffnung, daraus neue antiinfektive Wirkstoffe zu entwickeln.</p><h3>Fachpublikation:</h3><p> F. Leipoldt,* J. Santos-Aberturas,* D.P. Stegmann, F. Wolf, A. Kulik, R. Lacret, D. Popadić, D. Keinhörster, N. Kirchner, P. Bekiesch, H. Gross, A.W. Truman* and L. Kaysser* "Warhead biosynthesis and the origin of structural diversity in hydroxamate metalloproteinase inhibitors." <em>Nature Communications</em> (2017), 8(1):1965.</p><p class="align-right">Felix Wolf</p><h3>Kontakt:</h3><p>JProf. Dr. Leonard Kaysser</p><p>Universität Tübingen</p><p>Pharmazeutisches Institut und</p><p>Deutsches Zentrum für Infektionsforschung</p><p>Tel: +49 (0)7071 2977671</p><p>Email: <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,ngqpctf0mcauugtBrjcto0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2">leonard.kaysser<span style="display:none">spam prevention</span>@pharm.uni-tuebingen.de</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-18741</guid><pubDate>Thu, 08 Mar 2018 11:12:00 +0100</pubDate><title>Prof. Dr. Alfred Nordheim wird neuer Wissenschaftlicher Direktor am FLI</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/prof-dr-alfred-nordheim-wird-neuer-wissenschaftlicher-direktor-am-fli/</link><description>Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI)</description><content:encoded><![CDATA[<p>Mit der Eintragung ins Vereinsregister am 6. März ist es nun amtlich: Prof. Dr. Alfred Nordheim übernimmt ab sofort die wissenschaftliche Leitung des Leibniz-Instituts für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena. Der Molekularbiologe von der Universität Tübingen wird damit in den kommenden Jahren die wissenschaftliche Ausrichtung des FLI steuern, bis der Prozess einer dauerhaften Neubesetzung der Position des Wissenschaftlichen Direktors abgeschlossen ist.</p><p>„Ich bin froh, dass wir mit Prof. Dr. Alfred Nordheim solch einen renommierten Forscher dafür gewinnen konnten, die wissenschaftliche Leitung des Fritz-Lipmann-Instituts in den kommenden Jahren zu übernehmen“, freut sich Dr. Daniele Barthel, Administrativer Vorstand des FLI. Das Kuratorium des FLI hatte in Abstimmung mit ihr und dem Wissenschaftlichen Beirat des Institutes Prof. Dr. Nordheim ausgewählt. Hintergrund der Neubesetzung war der Rücktritt des bisherigen Wissenschaftlichen Direktors Prof. Dr. K. Lenhard Rudolph im Sommer 2017. „Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Professor Nordheim und auf die gemeinsame Umsetzung und Lösung der anstehenden Aufgaben“, so Dr. Barthel weiter.</p><h3>Molekularbiologe und Krebsforscher</h3><p>Prof. Dr. Alfred Nordheim ist Inhaber des Lehrstuhls für Molekularbiologie am Interfakultären Institut für Zellbiologie (IFIZ) der Eberhard Karls Universität in Tübingen. Der ausgewiesene Experte für Organentwicklung und Organfunktion in Wirbeltieren studierte Biologie an der Freien Universität Berlin und promovierte 1979 zum Dr. rer. nat. Nach vier Jahren als Postdoc am Massachusetts Institute of Technology verbrachte er zunächst fünf Jahre als Gruppenleiter am ZMBH der Universität Heidelberg, bevor er sieben Jahre die Leitung des neugegründeten Instituts für Molekularbiologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) innehatte. Seit 1996 ist er Professor an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Diesen Posten wird er auch weiterhin bekleiden, die Hälfte seiner Arbeitszeit jedoch nun dem Leibniz-Institut für Alternsforschung in Jena widmen.</p><p>„Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung in Jena“, so Prof. Dr. Alfred Nordheim. „Das Institut hat sich mit seinen Forschungen in den vergangenen Jahren einen herausragenden internationalen Ruf erworben und arbeitet in einem gesellschaftlich hochrelevanten Forschungsgebiet. Umso mehr wird es mir eine Freude sein, das Institut wissenschaftlich zu führen“.</p><p><a href="http://www.leibniz-fli.de/" target="_blank" rel="noreferrer">www.leibniz-fli.de</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-18207</guid><pubDate>Wed, 21 Feb 2018 15:50:19 +0100</pubDate><title>Tübinger Hirnforscher erhalten Eva Luise Köhler Forschungspreis für Seltene Erkrankungen 2018</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebinger-hirnforscher-erhalten-eva-luise-koehler-forschungspreis-fuer-seltene-erkrankungen-2018/</link><description>Preisgeld dient der Etablierung einer Arzneitherapie für Patienten mit schwerer, medikamentenresistenter Epilepsie</description><content:encoded><![CDATA[<p>Für ihre Erforschung einer seltenen und schwer verlaufenden genetisch bedingten Form der Epilepsie wurde ein Team um Dr. Ulrike Hedrich-Klimosch vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung sowie der Universität und dem Universitätsklinikum Tübingen am 20. Februar 2018 mit dem diesjährigen Eva Luise Köhler Forschungspreis für Seltene Erkrankungen ausgezeichnet. Das Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro kommt der Entwicklung einer Arzneitherapie für Patienten zu Gute, deren Erkrankung auf einer Mutation im<em> KCNA2</em>-Gen beruht. Ihre Form der Epilepsie geht mit schweren Entwicklungsstörungen einher und lässt sich bislang nicht mit den üblichen Mitteln behandeln. Ein anderweitig zugelassener Wirkstoff zeigte sich im Rahmen individueller Heilversuche jedoch erfolgversprechend. Er wirkt spezifisch auf Kaliumkanäle, die bei den Erkrankten genetisch verändert sind. Mit ihm könnten betroffene Patienten erstmals medikamentös behandelt werden.</p><p>„Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung und die damit verbundene Anerkennung unserer Arbeit“, erklärt Preisträgerin Dr. Ulrike Hedrich-Klimosch. „Mit dem Preis möchten wir zum einen den Gendefekt und zum anderen die Verwendung des Wirkstoffes 4-Aminopyridin bei dieser spezifischen Epilepsieform weiter untersuchen.“ Darüber hinaus möchten die Hirnforscher eine Datenbank über die verschiedenen <em>KCNA2</em>-Genmutationen und damit verbundenen Unterformen der Erkrankung erstellen. Nicht bei allen ist das Medikament wirksam. Die Datenbank soll Ärzten ermöglichen, bei einem Patienten mit diagnostiziertem <em>KCNA2</em>-Gendefekt schnell zu entscheiden, ob der Wirkstoff helfen könne oder nicht. Auf diese Weise könne ohne große Verzögerung mit einer Therapie begonnen werden und so hoffentlich der oftmals schwere Krankheitsverlauf gelindert werden.</p><p>„Bei Patienten mit<em> KCNA2</em>-Gendefekt ist durch eine Mutation ein Kaliumkanal im Gehirn geschädigt. Dies führt zu epileptischen Anfällen und weiteren  neurologischen Beschwerden“, schildert Biologin Hedrich-Klimosch. „Das Arzneimittel 4-Aminopyridin wiederum blockiert die Aktivität des Kaliumkanals.“ Kaliumkanäle sind kleine Poren, die in der Zellmembran von Nervenzellen sitzen und für die Weiterleitung elektrischer Signale wichtig sind. Auf welche Weise die Kanäle bei einem<em> KCNA2</em>-Gendefekt beeinträchtigt sind, hängt von der genauen Stelle im Gen und der Mutationsart ab. Das erklärt, warum das Medikament auch nicht bei allen Unterformen der Erkrankung wirksam ist. Das Gen wurde 2015 in enger Zusammenarbeit mit Prof. Johannes Lemke von der Universität Leipzig und weiteren europäischen Kollaborationspartnern bei Kindern mit schweren Epilepsien und Entwicklungsstörungen entdeckt. Es gibt zwei unterschiedliche Formen, die durch einen Verlust oder einen Gewinn an Funktion des Kaliumkanals bedingt sind.</p><p>„Bei einer Unterform führt die Mutation zu einer gesteigerten Aktivität des Kaliumkanals – wir sprechen auch von einer <em>gain of function</em>-Mutation. Dabei leiden Patienten schon ab dem ersten Lebensjahr unter schweren epileptischen Anfällen, die mit starken Entwicklungsstörungen einhergehen“, erläutert Neurologe und Mitpreisträger Professor Dr. Holger Lerche. Den Betroffenen fällt es schwer zu laufen, sie können sich schlecht konzentrieren und haben Probleme beim Rechnen und Buchstabieren. In ihrem Alltag sind sie stark eingeschränkt. Erste Heilversuche an einzelnen Patienten mit dieser Unterform verliefen erfolgreich, berichtet Lerche: „Nach Verabreichung von 4-Aminopyridin reduzierte sich die Anfallshäufigkeit drastisch. Ebenso verbesserten sich ihre kognitiven, sprachlichen und motorischen Leistungen.“ Nicht wirksam hingegen ist das Arzneimittel bei sogenannten<em> loss of function</em>-Mutationen, bei denen die Aktivität des Kaliumkanals stark eingeschränkt ist. „Hiervon betroffene Patienten leiden jedoch nur unter einer milden mentalen Retardierung mit lokal begrenzten epileptischen Anfällen, die bis zum Jugendalter meist wieder verschwinden. Bei ihnen helfen teilweise auch andere Antiepileptika“, so Lerche.</p><p>Aktuell ist der Wirkstoff 4-Aminopyridin nur für die Behandlung der Multiplen Sklerose zugelassen. Bis er für die Standardtherapie von Epilepsien freigegeben wird, die auf <em>KCNA2</em>-Gendefekten beruhen, sind weitere Untersuchungen notwendig. So ist Grundlagenforschung nötig, um etwa zu verstehen, wie die Substanz bei den verschiedenen Unterformen der Erkrankung genau wirkt. Nach weiteren individuellen Heilversuchen planen die Tübinger Wissenschaftler dann eine erste standardisierte Arzneimittelstudie in den nächsten Jahren.</p><p>Mit bislang nur rund 30 bekannten Fällen weltweit gehören Epilepsien, die durch <em>KCNA2</em>-Genmutationen verursacht werden, zu den seltenen Erkrankungen. Diese werden auch Waisenkinder der Medizin genannt: Die Entwicklung eines passenden Arzneimittels ist meist zu teuer und deshalb wenig rentabel für Pharmafirmen. Auch ist die Interessensvertretung der wenigen Patienten zu schwach. „Umso mehr freut es uns, wenn wir mit unserer Forschung gerade diesen Patienten helfen können“, so Hedrich-Klimosch. „Wir hoffen, dass wir langfristig noch weitere Patienten behandeln können und dadurch ihre Lebensqualität – und die ihrer Familien – verbessern können.“</p><p class="align-right">Mareike Kardinal</p><h3>Pressekontakt:</h3><p>Dr. Mareike Kardinal<br> Leitung Kommunikation<br> Hertie-Institut für klinische Hirnforschung<br> Otfried-Müller-Str. 27<br> 72076 Tübingen<br> Tel: 07071 29-8 88 00<br> Fax: 07071 29-2 50 04<br> Mail: <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,octgkmg0mctfkpcnBogfkbkp0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2">mareike.kardinal<span style="display:none">spam prevention</span>@medizin.uni-tuebingen.de</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-17968</guid><pubDate>Tue, 13 Feb 2018 15:46:41 +0100</pubDate><title>In der Abwehr von Malariaerregern läuft der gute Ansatz des Immunsystems oft ins Leere</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/in-der-abwehr-von-malariaerregern-laeuft-der-gute-ansatz-des-immunsystems-oft-ins-leere/</link><description>Internationales Forscherteam analysiert Antikörper aus menschlichen Blutproben ‒ Erkenntnisse für die Entwicklung neuer Impfstoffe</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Erreger der Malariaerkrankung kann sich dem menschlichen Immunsystem meist entziehen. Nach einer ersten Infektion sollten eigentlich die B-Gedächtniszellen des Immunsystems Antikörper produzieren, die den Erreger beim nächsten Kontakt erkennen, markieren und der Vernichtung zuführen. Doch bei Malariaparasiten sind solche Reaktionen schwach und kurzlebig. Ein internationales Forscherteam hat nun in Blutproben von Versuchspersonen aus Malariastudien wenige, aber sehr stabile und effiziente B-Gedächtniszellen entdeckt, die über Jahre im Blut nachweisbar sind und deren Antikörper den Erreger sicher erkennen.</p><p>Diese seltenen Antikörper, die eine Übertragung und Entwicklung der Malariaparasiten verhindern können, haben die Forscher genauer charakterisiert. Ihre Ergebnisse könnten den Ausgangspunkt für eine Malariaimpfung der nächsten Generation bilden. In dem Forschungsprojekt arbeiteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Tropenmedizin Tübingen, des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung, des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg und der Universität Toronto zusammen.</p><p>Nach wie vor erkranken jährlich etwa 200 Millionen Menschen überwiegend in afrikanischen und asiatischen Ländern an Malaria. Bei einer Erkrankung übertragen infizierte Mücken der Gattung Anopheles den Parasiten auf den Menschen. Er durchläuft im Menschen verschiedene Stadien, bevor er zu einer Erkrankung führt. Bis heute gibt es keinen Impfstoff, der die Krankheit eindämmen könnte. „Eines der Hauptziele im Kampf gegen die Malaria ist die Entwicklung eines Impfstoffes, der dauerhaft Krankheit und Verbreitung des Parasiten verhindert“, sagt Professor Peter Kremsner vom Institut für Tropenmedizin. „Die gute Zusammenarbeit mit unseren Kollegen in Heidelberg und an internationalen Institutionen bringt uns diesem Ziel näher.“</p><p>In der aktuellen Studie konzentrierte sich das Forscherteam auf Antikörper, die sich gegen das für die Immunerkennung bedeutendste Protein auf der Oberfläche der Malariaerreger richten, das <em>Circumsporozoite Surface Protein</em> (CSP). Sie verhindern, dass die Parasiten sich an die Leberzellen anheften und in sie eindringen. Die Wissenschaftler analysierten die bislang wenig untersuchten molekularen Details der Bindung zwischen Antikörpern und Parasiten. Ihre Erkenntnisse liefern einen wichtigen Beitrag für das Verständnis der molekularen Basis bei der Entwicklung einer Immunität gegen Malaria.</p><p>Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass das menschliche Immunsystem prinzipiell durchaus in der Lage ist, stabile B-Gedächtniszellen mit hochwirksamer Antikörperproduktion zu bilden. Sie vermuten aber, dass die Gedächtniszellen nach erneutem Kontakt mit dem Malariaerreger zu lange brauchen, bis ausreichend Antikörper verfügbar sind. Denn die Parasiten benötigen nur einige Minuten, um die Leber zu erreichen. Dennoch könnten sich die Erkenntnisse bei der Entwicklung neuer Impfstoffe nutzen lassen. „Die Zusammenarbeit zwischen klinischer Forschung, Immunologie und Strukturbiologen ist in dieser Form neu und ermöglicht die Entwicklung wirksamer Malariaimpfstoffe der nächsten Generation“, sagt Professor Hedda Wardemann vom Krebsforschungszentrum Heidelberg.</p><p>Die Studie wurde in den Fachzeitschriften <em>Immunity </em>und <em>Journal of Experimental Medicine </em>veröffentlicht.</p><p class="align-right">Janna Eberhardt / Antje Karbe</p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Peter G. Kremsner<br> Universitätsklinikum Tübingen/Universität Tübingen<br> Institut für Tropenmedizin<br> Telefon: +49 7071 29-87179<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,rgvgt0mtgoupgtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2">peter.kremsner<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p><p>Prof. Dr. Benjamin Mordmüller<br> Universitätsklinikum Tübingen/Universität Tübingen<br> Institut für Tropenmedizin<br> Telefon: +49 7071 29-85446<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,dgplcokp0oqtfowgnngtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2">benjamin.mordmueller<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-17460</guid><pubDate>Tue, 30 Jan 2018 14:41:38 +0100</pubDate><title>Applied machine learning research: IBM R&amp;D and University of Tübingen announce cooperation</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/applied-machine-learning-research-ibm-rd-and-university-of-tuebingen-announce-cooperation/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>IBM R&amp;D and University of Tübingen announced a cooperation in the area of applied machine learning research which has become very important for both partners. Among a variety of innovative research subjects in this domain Pervasive Eye Tracking is a truly fascinating one. The human gaze reveals critical cues for human communication and interaction. These cues, made understandable to computers, can revolutionize the ways how we interact with smart devices in specific environments as well in our everyday living.</p><p>A prominent example is an autonomous car that needs to monitor the take-over readiness of the driver to be prepared for critical traffic situations. Another complex situation is eye movement and eye-hand coordination in neurosurgery that gives insights about specific skills in this domain and can be used for training surgeons. In general smart systems will dramatically benefit from this research as they are enabled to better understand the context of their human users resulting in an insightful and more emphatic behavior.</p><p>To support these computationally intensive applications IBM provides expertise and a high performing computing system that has been designed for efficiently tackling complex learning models. This dedicated 'PowerAI' platform is given to the university as part of an IBM Shared Research Award which is presented to Professor Wolfgang Rosenstiel, dean of the Faculty of Science at the University of Tübingen. As stated by Dirk Wittkopp, VP IBM Germany Lab, the cooperation continues the long year and successful relationship of both parties in a very promising new domain.</p><p>Wolfgang Rosenstiel added that this AI platform fits perfect to the strategy of the faculty and the university, where artificial intelligence and especially machine learning are of strategic importance.</p><p class="align-right">Jun.-Prof. Dr. Enkelejda Kasneci, University of Tübingen; Dr. Martin Mähler, University Relations IBM</p><div class="table-rwd"><div class="table-rwd__overflow"><table class="csc-frame-frame6"><tbody><tr><td><img alt="Wolfgang Fuhl, Department of Computer Science, demonstrates the working process of the &apos;PowerAI&apos; platform. " data-htmlarea-file-table="sys_file" data-htmlarea-file-uid="446462" data-htmlarea-zoom="true" height="225" src="fileadmin/_processed_/1/0/csm_18-01-30_IBM_Grant_I_62258faefe.jpg" title="Wolfgang Fuhl, Department of Computer Science, demonstrates the working process of the &apos;PowerAI&apos; platform. " width="300" style></td><td><p>Wolfgang Fuhl, Department of Computer Science, demonstrates the working process of the 'PowerAI' platform.<br> 			Photo: Friedhelm Albrecht/University of Tübingen</p></td></tr></tbody></table></div></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-17415</guid><pubDate>Mon, 29 Jan 2018 16:46:55 +0100</pubDate><title>Institut für Kriminologie der Universität Tübingen untersucht Verständigungspraxis der Gerichte in Strafverfahren</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/institut-fuer-kriminologie-der-universitaet-tuebingen-untersucht-verstaendigungspraxis-der-gerichte-in-strafverfahren/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Institut für Kriminologie (IfK) der Universität Tübingen (Direktor: Prof. Dr. Jörg Kinzig) wird in einem neuen Forschungsprojekt die „Verständigungspraxis der Gerichte in Strafverfahren“ untersuchen. Gemeinsam mit Lehrstühlen der Universitäten Düsseldorf (Prof. Dr. Karsten Altenhain) und Frankfurt am Main (Prof. Dr. Matthias Jahn) erhielt es nach einem aufwändigen Ausschreibungsverfahren den Zuschlag für das Projekt, das vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz gefördert wird. Die Wissenschaftler erhalten dabei für die Dauer von zwei Jahren insgesamt 300.000 Euro.</p><p>Bei der sogenannten Verständigung in Strafverfahren, die seit einigen Jahren in der Strafprozessordnung geregelt ist, einigt sich das Gericht mit den Verfahrensbeteiligten auf den weiteren Fortgang und das Ergebnis des Verfahrens, beispielsweise auf eine Ober- und Untergrenze der Strafe im Fall eines Geständnisses des Angeklagten. Eine solche Verständigung dient vor allem dazu, langwierige Strafverfahren abzukürzen. Hintergrund des Forschungsvorhabens ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 19. März 2013 (2 BvR 2628/10 u.a., BVerfGE 133, 168), in dem die Umsetzung der genannten Regelung in der Praxis überprüft wurde. In seiner Entscheidung bescheinigte das höchste deutsche Gericht zwar die Verfassungsmäßigkeit der derzeitigen Vorschriften. Zugleich forderte es den Gesetzgeber aber auf, die weitere Entwicklung der Verständigungspraxis im Auge zu behalten, um eine defizitäre Umsetzung der Verständigung auszuschließen.</p><p>Die am Projekt beteiligten Institutionen werden durch umfassende empirische Erhebungen überprüfen, in welchem Umfang und in welchen Verfahrenssituationen die Gerichte sich des Instruments der Verständigung bedienen und wie die gesetzlichen Vorgaben dabei umgesetzt werden. Das Institut für Kriminologie wird in seinem Teilprojekt eine bundesweite onlinegestützte Erhebung unter im Strafrecht arbeitenden Personen bei Gerichten, der Staatsanwaltschaft und der Strafverteidigung durchführen. Die Ergebnisse der Studie, die im März 2018 beginnen wird, werden im Frühjahr 2020 vorliegen.</p><p class="align-right">Jörg Kinzig</p><h3>Ansprechpartner:</h3><p>Prof. Dr. Jörg Kinzig, Dipl.-Psych. Barbara Bergmann<br> Institut für Kriminologie<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,mkpbkiBlwtc0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2">kinzig<span style="display:none">spam prevention</span>@jura.uni-tuebingen.de</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-17291</guid><pubDate>Wed, 24 Jan 2018 14:36:48 +0100</pubDate><title>Fünf Tübinger Wissenschaftlerinnen für Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm ausgewählt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/fuenf-tuebinger-wissenschaftlerinnen-fuer-margarete-von-wrangell-habilitationsprogramm-ausgewaehlt/</link><description>Die Hälfte der landesweit in dieser Runde vergebenen Förderungen geht an die Universität Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Gleich fünf Wissenschaftlerinnen der Universität Tübingen sind für eine Förderung durch das Margarete von Wrangell-Programm ausgewählt worden. Das Habilitationsprogramm des Landes Baden-Württemberg unterstützt Frauen auf dem Weg zur Professur. In der aktuellen Bewerbungsrunde werden aus 50 Bewerbungen insgesamt zehn Habilitationsprojekte landesweit gefördert.</p><p>Die Wissenschaftlerinnen erhalten die Möglichkeit, sich im Rahmen einer auf fünf Jahre befristeten Anstellung für die Berufung auf eine Professur zu qualifizieren. Das baden-württembergische Wissenschaftsministerium übernimmt davon drei Jahre, die jeweilige Hochschule fördert die Habilitandinnen für weitere zwei Jahre.</p><p>An der Universität Tübingen werden ins Wrangell-Programm aufgenommen: Dr. Donna Bryce aus dem Fachbereich Psychologie (Habilitationsthema: The Determinants and Development of Monitoring Accuracy), Dr. Victoria Grinberg aus dem Fachbereich Hochenergie-Astrophysik (Röntgenuntersuchungen strukturierter Winde von O- und B-Riesensternen), Dr. Christina Richter-Ibáñez aus dem Musikwissenschaftlichen Institut (Songs in Translation: Übersetzungen von an Sprache gebundener Musik. Kulturelle Kontexte und digitale Analyse), Dr. Monika Schönauer aus dem Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie (Systems Memory Consolidation and Sleep) und Dr. Isabelle Mack aus der Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Tübingen (Psychobiologie der Gewichtsregulation bei Adipositas über die Lebensspanne).</p><p>Das Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm für Frauen wurde 1997 von der Landesregierung geschaffen, um den Anteil der Professorinnen zu erhöhen. Namensgeberin Margarete von Wrangell (1877-1932) war die erste ordentliche Professorin in Deutschland. Sie war zudem eine der ersten Studentinnen an der Universität Tübingen und hatte von 1923 an einen Lehrstuhl an der Universität Hohenheim (früher: Landwirtschaftliche Akademie) inne. Bis zu ihrem Tod im Jahr 1932 leitete sie dort das Institut für Pflanzenernährungslehre.</p><p class="align-right">Antje Karbe</p><p><strong>Informationen zum Margarete von Wrangell-Habilitationslprogramm:</strong></p><ul><li><a href="http://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/forschung/forschungsfoerderung/chancengleichheit/" target="_blank" rel="noreferrer">http://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/forschung/forschungsfoerderung/chancengleichheit/</a></li><li><a href="http://www.lakog.uni-stuttgart.de/foerderprogramme_fuer_frauen/margarete_von_wrangell-habilitationsprogramm_fuer_frauen/" target="_blank" rel="noreferrer">http://www.lakog.uni-stuttgart.de/foerderprogramme_fuer_frauen/margarete_von_wrangell-habilitationsprogramm_fuer_frauen/</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-17027</guid><pubDate>Fri, 19 Jan 2018 15:23:16 +0100</pubDate><title>LebensPhasenHaus Tübingen: Nächster Schritt in die Zukunft</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/lebensphasenhaus-tuebingen-naechster-schritt-in-die-zukunft/</link><description>Neues Projekt der Stadtwerke zeigt Vision innovativer Energieversorgung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Seit 2015 ist das LebensPhasenHaus (LPH) in Tübingen ein Vorzeigeprojekt für Forschung, Wissenstransfer und die Zukunft generationenübergreifenden Wohnens. Ein Technikupdate zeigt nun, wie Energieversorgung von morgen funktionieren kann. Mit ihrem innovativen Energieprojekt bringen die Stadtwerke Tübingen (swt) das LPH auf der Rosenau auf ein neues Level: die bedarfsgerechte Selbstversorgung mit Energie. Strom vor Ort selbst zu erzeugen, davon den Großteil direkt zu verbrauchen und möglichst wenig überschüssigen Strom ins Netz einzuspeisen, so lautete die Zielsetzung des Projekts.</p><p><br> Das LebensPhasenHaus ist ein Kooperations- oder Verbundprojekt der Universität Tübingen, des Universitätsklinikums Tübingen (UKT), der IHK Reutlingen sowie weiteren Partnern wie dem Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg, RIDI-Leuchten GmbH, Schwörer Haus KG, der Somfy GmbH und den Stadtwerken Tübingen. Zudem unterstützen weitere Partner aus der Wirtschaft das Projekt. Das Haus führt vor, wie die Zukunft generationenübergreifenden Wohnens aussehen kann: barrierefrei, individuell, technisch-digital durchdacht und auf die Bedürfnisse der Bewohner über Generationen hinweg ausgerichtet. Die Komponenten der modernen Energieversorgung ergänzt das bislang stark beachtete Forschungsprojekt.</p><p><br> Eine Photovoltaikanlage und ein Batteriespeicher sind jetzt Bausteine des innovativen Energiesystems. Bei der Installation beteiligte sich auch der Kooperationspartner BayWa.re. Die Anlage wurde – anders als meist üblich – nicht nach Süden hin ausgerichtet, sondern wechselnd in Ost-West-Richtung. Das sorgt für eine bessere Verteilung der Stromerzeugung über den Tag hinweg: von den frühen Morgenstunden bis zum Abend kann die Anlage den Strombedarf des LebensPhasenHauses decken. Moduloptimierer sorgen für optimale Stromerträge auch wenn Teile der in Reihe geschalteten Solarpanels im Schatten liegen oder verschmutzt sind. Damit der Sonnenstrom nicht nur tagsüber genutzt werden kann wurde zusätzlich ein Batteriespeicher installiert, der gerade einmal die Größe eines Schuhkartons hat.</p><h3>Intelligente Lösung für Stromausfall-Szenario</h3><p>Der Speicher ist wichtig, besonders für den Fall eines Stromausfalls. Denn bei einem Blackout der allgemeinen Stromversorgung müssen sich sowohl die PV-Anlage als auch der Batteriespeicher vom öffentlichen Stromnetz trennen. Das ermöglicht es den Netztechniker, den Fehler am Netz gefahrenfrei zu beheben. Die Folge: PV-Anlagenbetreiber müssen während des Stromausfalls – der im schlimmsten Fall durchaus auch länger andauern kann – auf Licht, Herd, Kühlschrank, Telefon und elektrische Installationen im Haus verzichten. Auch hierfür hat die neue Technik im LPH vorgesorgt. Damit die Anlage weiter genutzt werden kann, wurde eine Ersatzstromfunktion installiert. Das heißt: eine Umschalteinrichtung trennt die Anlage vom öffentlichen Netz und zusammen mit einem Batteriewechselrichter und der Energie aus den Akkus bildet sich ein eigenes sogenanntes ‚Inselnetz‘.</p><p class="align-right"><a href="https://www.swtue.de/unternehmen/presse/pressemitteilungen/detail/lebensphasenhaus-tuebingen-naechster-schritt-in-die-zukunft.html" target="_blank" rel="noreferrer">Pressemitteilung der Stadtwerke Tübingen</a></p><p><br><br> Das LebensPhasenHaus kann immer freitags von 13:00 bis 17:00 Uhr durch interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger ohne Anmeldung besichtigt werden. Engagierte Technik Begleiterinnen und Begleiter stehen in dieser Zeit mit Informationen, Tipps und für Fragen zur Seite.</p><p><br> Informationen zum LebensPhasenHaus Tübingen finden sich auf der Internetseite des Projekts unter <a href="http://www.lebensphasenhaus.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.lebensphasenhaus.de</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-15051</guid><pubDate>Tue, 09 Jan 2018 16:39:00 +0100</pubDate><title>Auszeichnung: Universität Tübingen erhält HR Excellence in Research Logo</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/auszeichnung-universitaet-tuebingen-erhaelt-hr-excellence-in-research-logo/</link><description>EU-Kommission fördert europaweit einheitliche Standards für Arbeitsbedingungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Forschung/17-12-13LogoHR_01.png" length="232641" type="image/png" /><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen war beim Human Resources Strategy for Researchers Audit (HRS4R) zur akademischen Personalentwicklung erfolgreich und wurde von der EU-Kommission mit dem HR Excellence in Research Logo ausgezeichnet.</p><p><br>Ziel von HRS4R ist die Umsetzung der Empfehlungen der European Charter for Researchers und des European Code of Conduct for the Recruitment of Researchers an den teilnehmenden Einrichtungen. Charter und Code of Conduct wurden 2005 von der EU-Kommission verabschiedet, um europaweit einheitliche Standards für Arbeitsbedingungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu schaffen. In Deutschland haben bislang insgesamt zwölf Forschungseinrichtungen das Logo erhalten, darunter sechs Universitäten.</p><p><br>Eine umfassende Analyse der bestehenden Angebote und Standards in den Bereichen Personalentwicklung sowie Rekrutierung und Einstellung an der Universität Tübingen hatte 2016 ergeben, dass ein großer Teil der Empfehlungen aus Charter und Code bereits umgesetzt sind und die Universität internationale Standards auf diesen Gebieten bereits erfüllt. Um die Umsetzung weiter voran zu treiben wurde ein 40-Punkte umfassender Maßnahmenplan entwickelt und in die Tübinger Human Resources Strategy for Researchers integriert. Koordiniert wurden die Arbeiten von der Graduiertenakademie der Universität. Neben den zentralen Einrichtungen und Vertreterinnen und Vertretern der Fakultäten waren auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Karrierestufen am Audit-Prozess beteiligt.</p><p><br>Mit der Verleihung des Logos erkennt die Europäische Kommission an, dass sich die Universität Tübingen bereits jetzt für die Einhaltung ethischer und professioneller Standards, faire und transparente Auswahl- und Einstellungsverfahren sowie die Schaffung exzellenter Arbeitsbedingungen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einsetzt und ihr Engagement auf diesen Gebieten zukünftig weiter ausbauen wird.</p><p><br>Die Human Resources Strategy for Researchers der Universität Tübingen umfasst beispielsweise Maßnahmen zur Ausweitung von Weiterbildungsangeboten für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Karrierestufen, zur weiteren Schaffung von Transparenz bei Rekrutierungs- und Einstellungsverfahren und zur Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern insbesondere im Bereich Karriereorientierung und -planung. Der &lt;link internal-link internal link in current&gt;vollständige Maßnahmenplan kann auf der Webseite der Universität Tübingen eingesehen werden.</p><p><br>Das Logo wird zunächst für fünf Jahre verliehen. Nach zwei Jahren erfolgt eine erste Bilanz zum Stand der Umsetzung der geplanten Maßnahmen.</p><div class="align-right"><p>Dr. Martina Bross</p></div><h3>Kontakt:</h3><p>Dr. Martina Bross<br>Graduiertenakademie <br>Tel. +49 7071 29-76464<br>martina.bross[at]verwaltung.uni-tuebingen.de</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Forschung/17-12-13LogoHR_01.png" lenght="232641" type="image/png"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-9782</guid><pubDate>Thu, 21 Dec 2017 17:17:00 +0100</pubDate><title>Neues naturwissenschaftliches DFG-Graduiertenkolleg für die Universität Tübingen </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neues-naturwissenschaftliches-dfg-graduiertenkolleg-fuer-die-universitaet-tuebingen/</link><description>Graduiertenkolleg 1808 „Ambiguität ‒ Produktion und Rezeption“ verlängert</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen erhält ein neues Graduiertenkolleg (GRK): Wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) am Dienstag mitteilte, wird der Forschungsverbund „MOMbrane“ ab April 2018 für insgesamt 4,5 Jahre gefördert. Sprecher ist Professor Doron Rapaport vom Interfakultären Institut für Biochemie.</p><p>&nbsp;</p><p>In dem Kolleg zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses forschen Doktorandinnen und Doktoranden aus der Biochemie, Zellbiologie, Strukturbiologie, Biophysik und Proteomik an der mitochondrialen Außenmembran (MAM). Sie bildet die Grenzfläche zwischen dem Organell und dem Rest der Zelle und spielt eine zentrale Rolle in vielen gesamtzellulären Prozessen. Sind die MAM oder die darin enthaltenen Proteine defekt, können sie Krankheiten hervorrufen. Das Kolleg will Dynamik und Funktion auf Ebene der MAM interdisziplinär untersuchen und sowohl die Zusammenhänge dieses biologischen Systems besser verstehen als auch, wie genau Krankheiten aufgrund defekter zellulärer Prozesse entstehen können.</p><p>Es kooperiert mit dem Weizmann Institut für Wissenschaften in Israel (WIS) ‒ die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler werden von je einen Mentor aus Tübingen und aus dem WIS betreut. </p><p> Antje Karbe</p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Doron Rapaport<br> Universität Tübingen<br> Interfakultäres Institut für Biochemie (IFIB)<br> Telefon: (+49) 7071 29-74184<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,fqtqp0tcrcrqtvBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" title="Opens external link in new window">doron.rapaport[at]uni-tuebingen.de </a></p><p>&nbsp;</p><h3>Das Phänomen der Ambiguität</h3><p>Verlängert wurde das Graduiertenkolleg 1808 „Ambiguität ‒ Produktion und Rezeption“. Seit 2013 erforschen hier Tübinger Doktorandinnen und Doktoranden aus der Linguistik, Literaturwissenschaft und weiteren geisteswissenschaftlichen Fächern das Phänomen der Ambiguität. Durch die interdisziplinäre Herangehensweise sollen die Effekte von Ambiguität in der Kommunikation erfasst und beschrieben werden: Warum gelingt sie trotz ‒ und auch aufgrund ‒ von Mehrdeutigkeit? Und welche Faktoren führen dazu, dass Kommunikation wegen eben dieser Merkmale scheitert? (Sprecher: Professor Matthias Bauer, Englische Philologie).</p><p> Antje Karbe</p><h3>Homepage und Kontakt:</h3><p><a href="/forschung/forschungsschwerpunkte/graduiertenkollegs/grk-1808-ambiguitaet-produktion-und-rezeption/" class="internal-link" title="Opens internal link in current window">http://www.uni-tuebingen.de/forschung/forschungsschwerpunkte/graduiertenkollegs/grk-1808-ambiguitaet-produktion-und-rezeption.html </a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-15791</guid><pubDate>Fri, 08 Dec 2017 13:42:00 +0100</pubDate><title>Alltagskultur in Baden und Württemberg – Landesmuseen und Universitäten starten Kooperation</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/alltagskultur-in-baden-und-wuerttemberg-landesmuseen-und-universitaeten-starten-kooperation/</link><description>Die Universitäten Tübingen und Freiburg sowie die Landesmuseen Karlsruhe und Stuttgart wollen zum Thema Alltagskultur künftig &quot;Vernetzt lernen, forschen, vermitteln&quot;. Die Kooperation startete im Wintersemester 2017/18 mit einem Masterprojekt über Arbeitskultur. </description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-12-14_Leitz_Ordner_web.jpg" length="338510" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Mit Beginn des Wintersemesters hat am Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft das Kooperationsprojekt "Vernetzt lernen, forschen, vermitteln" begonnen. Die beteiligten Institutionen haben sich zum Ziel gesetzt, das Fach durch gemeinsame Lehrprojekte und Öffentlichkeitsarbeit zu stärken. Im Vordergrund stehen ihre jeweilgen Sammlungen zu regionaler Alltagskultur. Dort lagern Objekte und Schriftquellen, die in der Lehre zur Veranschaulichung und für das praxisorientierte Lernen wieder stärker genutzt werden sollen. Die bisher wenig bekannten Zeugnisse sollen im Sinne eines gesellschaftlichen Wissenstransfers auch für die Öffentlichkeit sichtbar werden.</p><p>Das Projekt findet in Zusammenarbeit mit dem Freiburger Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie und dem Freiburger Zentrum für Populäre Kultur und Musik statt. Weitere Kooperationspartner sind das Landesmuseum Württemberg in Stuttgart sowie das Badische Landesmuseum in Karlsruhe mit ihren jeweiligen Landesstellen für Volkskunde. <br><br>Das erste gemeinsame Lehrforschungsprojekt widmet sich dem Thema „Arbeitskultur“. 25 Master-Studierende aus beiden Universitätsinstituten werden in den kommenden drei Semestern in den Sammlungsbeständen der Kooperationspartner dazu recherchieren. Auf einer Webseite und in einer Ausstellung werden sie im Frühjahr 2019 ausgewählte Objekte zu historischen und gegenwärtigen Arbeitsalltagen präsentieren.</p><div class="table-rwd"><div class="table-rwd__overflow"><table class="csc-frame-frame6"><tbody><tr><td><img data-htmlarea-clickenlarge="1" data-htmlarea-file-uid="439067" data-htmlarea-file-table="sys_file" src="fileadmin/_processed_/csm_17-12-14_Arbeiterlied_ZPKM__J%C3%BCrgen_Gocke__web_f8a2f6458d.jpg" alt="Dokumente zu Arbeiterliedern im Zentrum für Populäre Kultur und Musik " title="Arbeiterlieder" height="103" width="300" style></td></tr><tr><td><p>Dokumente zu Arbeiterliedern im Zentrum für Populäre Kultur und Musik <br>der Universität Freiburg lassen darauf schließen, welche Bedeutung <br>Menschen der Erwerbsarbeit beigemessen haben. Foto: Jürgen Gocke </p><p></p></td></tr></tbody></table></div></div><p>Gefördert wird dieses Projekt mit etwa 250 000 Euro von der Landesinitiative "Kleine Fächer" des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg. Die Initiative fördert Fächer mit geringer Studierendenzahl oder wenig Universitätsstandorten, um die Leistungsfähigkeit der Fächer zu sichern. Die Förderung des Ministeriums gilt für die Dauer von zwei Jahren. Ziel ist jedoch, aus dem Projekt nachhaltige Lehrkonzepte und eine webbasierte Plattform für die Öffentlichkeitsarbeit zu entwickeln, um die Kooperation zwischen den Sammlungsinstitutionen und den kulturwissenschaftlichen Universitätsinstituten weiterhin aufrecht zu erhalten.</p><div class="align-right"><p> Dr. Karin Bürkert, Sarah Messmer</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/_processed_/5/b/csm_17-12-14_Leitz_Ordner_web_1beec6ae04.jpg" lenght="338510" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-15242</guid><pubDate>Thu, 07 Dec 2017 11:00:00 +0100</pubDate><title>Forschungsprojekt zu Muslimen im Jugendstrafvollzug </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/forschungsprojekt-zu-muslimen-im-jugendstrafvollzug/</link><description>Institut für Kriminologie kooperiert mit Zentrum für Islamische Theologie</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-12-07_Muslime_im_Strafvollzug.jpg" length="75363" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat die Förderung eines Forschungsprojekts am Institut für Kriminologie (IfK) der Universität Tübingen bewilligt: Die Studie „Muslime im Strafvollzug“ wird im Rahmen Fördermaßnahme „Migration und institutioneller Wandel“ mit insgesamt 432.000 Euro unterstützt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IfK erforschen hier in enger Kooperation mit dem Zentrum für Islamische Theologie (ZiTH), wie sich die Institution Jugendstrafvollzug in Reaktion auf die zunehmende Einwanderung bereits verändert hat und im Zuge des demografischen Wandels weiter verändern muss.</p><p>In den Blick genommen werden dabei vor allem muslimische Jugendstrafgefangene, deren Anteil an den Inhaftierten in den vergangenen Jahren in einigen Bundesländern deutlich angestiegen ist. In diesem Zusammenhang werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler analysieren, ob und inwieweit ein gläubiger Muslim bzw. eine gläubige Muslima im streng reglementierten Vollzugsalltag nach seiner bzw. ihrer Religion leben kann.</p><p>Zentral wird auch die Frage nach einer möglichen Radikalisierung von Angehörigen muslimischen Glaubens während des Aufenthalts im Vollzug sein ‒ der Umgang des Jugendstrafvollzugs mit diesem viel diskutierten Phänomen soll untersucht werden. Schließlich soll das Forschungsprojekt die Frage beantworten, ob und inwieweit in der (institutionellen) Integration des Islams in den Jugendstrafvollzug – zum Beispiel in Form der islamischen Seelsorge – Chancen, aber auch mögliche Risiken für die Vollzugsziele „Erziehung“ und „Resozialisierung“ liegen.</p><p>Die Arbeiten an dem Projekt beginnen Anfang 2018 und sollen im Jahr 2021 abgeschlossen sein.</p><div class="align-right"><p>Tilmann Bartsch</p></div><p>Einen Text zu der Pilotstudie dieses Forschungsprojekts finden Sie in der &lt;link internal-link internal link in current&gt;attempto!, dem Forschungsmagazin der Universität (Ausgabe 45; S. 36).</p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Tilmann Bartsch<br>Universität Tübingen<br>Institut für Kriminologie<br>Telefon +49 7071 29-72041<br>&lt;link&gt;tilmann.bartsch@uni-tuebingen.de</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-12-07_Muslime_im_Strafvollzug.jpg" lenght="75363" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-14620</guid><pubDate>Wed, 29 Nov 2017 17:39:00 +0100</pubDate><title>Tübinger Nachwuchsförderpreis für Historische Archäologie</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebinger-nachwuchsfoerderpreis-fuer-historische-archaeologie/</link><description>Erstmalige Ausschreibung – Bewerbungsfrist endet am 28. Februar 2018</description><content:encoded><![CDATA[<p>Im Wintersemester 2017/2018 wird zum ersten Mal der Tübinger Förderpreis für Historische Archäologie ausgeschrieben.</p><p>Durch den Preis soll der wissenschaftliche Nachwuchs gefördert werden. Ausgezeichnet werden herausragende und innovative Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Historischen Archäologie, die für die Entwicklung und Profilierung des Faches von Bedeutung sind.</p><p>Verliehen wird der Preis von der Abteilung Archäologie des Mittelalters des Instituts für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters zusammen mit dem Verein zur Förderung der Archäologie des Mittelalters Schloss Hohentübingen. Der Preis wurde gestiftet von Professorin Dr. Dr.  h. c. Barbara Scholkmann, bis 2007 Inhaberin der Professur für Archäologie des Mittelalters an der Universität Tübingen.</p><p><br>Eingereicht werden können Studienabschlussarbeiten (Dissertationen und Masterarbeiten, ggf. Bachelorarbeiten) mit einer Bewertung von mindestens magna cum laude bzw. mit einer Abschlussnote von mindestens 1,3 sowie Publikationen der letzten fünf Jahre.</p><p><br>Vorschläge können von Hochschullehrern und promovierten Fachwissenschaftlern eingereicht werden, im Falle von Studienabschlussarbeiten sind auch Selbstbewerbungen möglich.</p><p><br>Es gibt keine weiteren Einschränkungen für die Einreichung.</p><p>Die Preissumme beträgt 2 000 Euro. Der Preis kann geteilt werden. Die Bewerbungsfrist endet am 28. Februar 2018.</p><p>Die Bewerbungsunterlagen müssen enthalten:</p><ul><li>Begründung des Vorschlags für den Preis bzw. Begründung des Bewerbers/der Bewerberin, warum er/sie seine/ihre Arbeit für preiswürdig hält.</li><li>Masterzeugnis bzw. Promotionsurkunde</li><li>Curriculum Vitae</li><li>Zusammenfassung der Arbeit von max. 20 Seiten</li><li>Nachweise über den Impact der Arbeit auf die Forschung (bei Nicht-Abschlussarbeiten)</li></ul><p>Bewerbungen können in digitaler Form an die folgende Adresse eingereicht werden:<br>&lt;link&gt;archmatue@gmx.de</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-13415</guid><pubDate>Mon, 27 Nov 2017 17:33:00 +0100</pubDate><title>Landeshauptmann von Oberösterreich zu Gast beim Cyber Valley</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/landeshauptmann-von-oberoesterreich-zu-gast-beim-cyber-valley/</link><description>Thomas Stelzer besuchte die Universität Tübingen </description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forum/2017/2017-11-27_Landeshauptmann_web.jpg" length="124458" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Am 22. November besuchte der Landeshauptmann von Oberösterreich, Thomas Stelzer, die Universität Tübingen als Repräsentanten der Cyber Valley-Initiative. Der Tübinger Forschungsschwerpunkt des Maschinellen Lernens wurde ihm anhand praktischer Beispiele nahe gebracht. Dabei traf Landeshauptmann Stelzer in den Laborräumen von Professor Dr. Felix Wichmann und Professor Dr. Hendrik Lensch auch mit Professor Dr. Wolfgang Bethge zusammen. Gemeinsam erläuterten die Tübinger Wissenschaftler ihr Konzept, mit dem sie aus dem Verständnis des biologischen (menschlichen) Sehens Lösungsansätze für künstliches Sehen entwickeln und gaben dabei auch Einblicke in ihre Versuchsanordnungen. Im Anschluss erläuterten dann Rektor Professor Dr. Bernd Engler und Dekan Professor Dr. Wolfgang Rosenstiel, wie die Tübinger Forschungen in die Cyber Valley-Initiative eingebunden sind und welchen Herausforderungen sich die Universität stellt, um in dem wichtigen gesellschaftlichen Zukunftsfeld von künstlichen intelligenten Systemen im Wettbewerb um die besten Köpfe international Konkurrenzfähig zu bleiben.</p><div class="align-right"><p>Tilman Gocht</p></div><div class="align-right"></div><div><p>&lt;link internal-link internal link in current&gt;Beitrag "Die sehende Maschine" in attempto!, Ausgabe 45/2017 (Seite 8ff)</p><div class="table-rwd"><div class="table-rwd__overflow"><table><tbody><tr><td><h3>DAS CYBER VALLEY</h3><ul><li>Seit 2016 liegt Tübingen im Cyber Valley: einem neuen<br>Hotspot für die Erforschung künstlicher Intelligenz. Partner<br>aus Wissenschaft und Industrie bauen in dem Projekt<br>gemeinsam ihre Expertise auf den Gebieten maschinelles<br>Lernen, Robotik und Computer Vision aus. Kerngedanke<br>ist neben dem Aufbau eines weltweit renommierten<br>Forschungszentrums der Transfer in die Wirtschaft – das<br>Cyber Valley soll ein innovatives Klima schaffen, das kreative<br>Start-ups fördert und mit etablierten Unternehmen<br>vernetzt. (&lt;link http: www.cyber-valley.de&gt;www.cyber-valley.de)</li><li>An der „International Max Planck Research School<br>(IMPRS) for Intelligent Systems“ werden Doktoranden<br>ausgebildet, an den Universitäten Tübingen und<br>Stuttgart insgesamt zehn neue Professuren eingerichtet.<br>Auch im neuen Sonderforschungsbereich zur Robustheit<br>des Sehens arbeiten Forscher des MPI für Intelligente<br>Systeme und der Universität Tübingen gemeinsam<br>(&lt;link http: robust.vision crc1233&gt;<a href="http://robust.vision/CRC1233" target="_blank" rel="noreferrer">robust.vision/CRC1233</a>).</li><li>Neben dem Land Baden-Württemberg als Hauptförderer<br>sind die Universitäten Tübingen und Stuttgart sowie<br>das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme mit seinen<br>Standorten Tübingen und Stuttgart am Cyber Valley<br>beteiligt; als Industriepartner fungieren BMW, Facebook,<br>Daimler, Porsche, Robert Bosch und ZF Friedrichshafen. In<br>den kommenden fünf Jahren finanzieren alle Beteiligten<br>das Projekt mit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag.</li></ul></td></tr></tbody></table></div></div></div><div class="align-right"></div><div></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forum/2017/2017-11-27_Landeshauptmann_web.jpg" lenght="124458" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-16036</guid><pubDate>Mon, 27 Nov 2017 11:51:00 +0100</pubDate><title>SFB 1101 verlängert</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/sfb-1101-verlaengert/</link><description>Sonderforschungsbereich „Molekulare Kodierung von Spezifität in pflanzlichen Prozessen“ erhält ab 2018 insgesamt weitere rund zehn Millionen Euro für eine Laufzeit von vier Jahren</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-11-27Arabidopsis.jpg" length="137478" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderung des Sonderforschungsbereichs (SFB) 1101 „Molekulare Kodierung von Spezifität in pflanzlichen Prozessen“ an der Universität Tübingen verlängert. Der Forschungsverbund erhält ab dem 1. Januar 2018 insgesamt weitere rund zehn Millionen Euro für eine Laufzeit von vier Jahren.</p><p><br>Der SFB besteht seit April 2014 und wird federführend vom Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen (ZMBP) geleitet. Künftig sind hier in mehr als 20 Teilprojekten und Serviceeinheiten 15 Forschergruppen des ZMBP, je eine Gruppe des Instituts für Physikalische und Theoretische Chemie (IPTC) und des Interfakultären Instituts für Biochemie (IFIB) der Universität Tübingen sowie zwei Gruppen des Max Planck Instituts für Entwicklungsbiologie, fünf Gruppen des Centre for Organismal Studies (COS) der Universität Heidelberg und eine Gruppe der Universität Hohenheim beteiligt. Sprecher ist der Pflanzenphysiologe Professor Klaus Harter (ZMBP).</p><p><br>In den vergangenen Jahren erforschten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des SFB die detaillierte molekulare und zellbiologische Funktion von Schlüsselfaktoren, die zur pflanzlichen Entwicklung wie z.B. Embryobildung oder Alterung sowie zur Anpassung an Umweltfaktoren wie beispielsweise Krankheitserreger oder Trockenheit beitragen. Unter anderem konnten sie so aufklären, auf welchen „Pfaden“ pflanzliche Proteine ihre korrekte „Arbeitsstelle“ innerhalb der Pflanzenzelle finden, wie Stammzellen in den dafür spezifischen pflanzlichen Geweben aufrechterhalten werden, auf welche Art und Weise kleine RNAs (miRNAs) in Pflanzenzellen hergestellt werden bzw. funktionieren und wie spezifische Proteine die Aktivität von Rezeptorproteinkomplexen in der Plasmamembran regulieren.</p><p><br>Des Weiteren hat der SFB 1101 wichtige technologische Entwicklungen besonders in der Spektro-Mikroskopie vorangetrieben. So steht den beteiligten Forschergruppen mit Ablauf der 1. Förderperiode ein für die Analyse von Pflanzenzellen optimiertes, selbst entwickeltes Superesolution-Spektromikroskop zur Verfügung, mit dem sich in vivo auf einzigartige Weise Echtzeit-Bildgebung („Realtime Imaging“) mit einer räumlichen Auflösung von bis zu 50 Nanometer mit ausgefeilten spektroskopischen Methoden kombinieren lässt.</p><p><br>„In der zweiten Förderperiode werden wir weitere Forschergruppen integrieren, die ergänzende inhaltliche Expertise auf dem Gebiet des pflanzlichen Proteintransports, der pflanzlichen Entwicklungsbiologie und Anpassungskapazität an abiotische und biotische Umweltfaktoren einbringen“, sagt Klaus Harter. „So wollen wir dem Verständnis näherkommen, wie Pflanzen tatsächlich funktionieren und sich in ihrem molekularen ‚Way of life‘ grundsätzlich von anderen Lebewesen unterscheiden.“ Vom methodischen Standpunkt aus gesehen wolle man künftig in die Lage sein, den pflanzlichen „Nanomaschinen“ in der lebenden Pflanzenzelle bei der Arbeit zusehen und ihre Funktion auch mit Hilfe von Computational Modelling ermitteln zu können.</p><h3>Kontakt: </h3><p>Prof. Dr. Klaus Harter<br>Universität Tübingen <br>Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät<br>Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen (ZMBP)<br>Telefon +49 7071 29-72605<br>klaus.harter[at]zmbp.uni-tuebingen.de</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Online</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-11-27Arabidopsis.jpg" lenght="137478" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-15600</guid><pubDate>Wed, 08 Nov 2017 13:00:00 +0100</pubDate><title>Startschuss für den Gesundheitscampus Tübingen-Esslingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/startschuss-fuer-den-gesundheitscampus-tuebingen-esslingen/</link><description>In der Esslinger Weststadt werden bald Studierende unterrichtet: Hochschule Esslingen, Universität Tübingen und Universitätsklinikum Tübingen bieten zusammen vier neue Studiengänge für Gesundheitsberufe an.</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Hochschule Esslingen mit ihrer Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege hat große Pläne: Am heutigen Mittwoch (8. November) hat die Hochschule den Startschuss für einen Gesundheitscampus Tübingen-Esslingen gegeben. Zusammen mit der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen und dem Universitätsklinikum Tübingen geht die Fakultät dieses besondere Projekt an. Der Gesundheitscampus ist in der Esslinger Weststadt angesiedelt. Auf rund 500 Quadratmetern werden hier ab dem Wintersemester 2018/2019 Studierende in ganz neuen Studiengängen unterrichtet.</strong></p><p>Die Partner aus Tübingen und Esslingen richten gemeinsam vier neue berufsqualifizierende Studiengänge für Gesundheitsberufe ein. Dies sind im Einzelnen:</p><ul><li>Der <strong>Bachelorstudiengang „Pflege“</strong> an den Standorten Tübingen und Esslingen mit insgesamt 60 Studienplätzen. Der Studiengang wird voraussichtlich im Wintersemester 2018/2019 starten. </li><li>Der <strong>Masterstudiengang „Pflegewissenschaft“ </strong>am Standort Esslingen. </li><li>Der <strong>Masterstudiengang „Population Based Medicine“</strong> am Standort Tübingen.</li><li>Der <strong>Bachelorstudiengang „Hebammenwesen“ </strong>am Standort Tübingen. </li></ul><p>Das Besondere daran: Die neuen Bachelorstudiengänge sollen ausnahmslos ohne vorherige Ausbildung beruflich qualifizieren und zu einer Zulassung in Gesundheits- und Pflegeberufen führen. Die Hochschule Esslingen bietet bereits seit 1999 die Bachelorstudiengänge Pflege/Pflegemanagement und Pflegepädagogik an, die allerdings eine abgeschlossene Berufsausbildung etwa als Gesundheits- und Krankenpflegerin oder Hebamme voraussetzen.</p><h3>Bundesweit ein einmaliges Modellprojekt</h3><p>Der Esslinger Hochschulrektor Prof. Dr. Christian Maercker sagte bei der Eröffnung des neuen Campus: „Für unsere Hochschule hat der Gesundheitscampus eine besondere Bedeutung - wir sind stolz auf diese Kooperation. Die Hochschule Esslingen hat hohe Kompetenz in der angewandten Lehre und Forschung bei der Pflege, die Universität und das Uniklinikum Tübingen bringen ihre exzellenten medizinischen Fachkenntnisse ein. Wir haben hier ein ganz besonderes Modellprojekt angestoßen, dass es so noch nicht gibt.“</p><p>Dass eine Hochschule für angewandte Wissenschaften mit einer Universität und einem Uniklinikum zusammenarbeitet und beruflich qualifizierende Studiengänge in den Gesundheitsberufen anbietet, ist auch ein bundesweit erstmalig entwickeltes Studienmodell.</p><h3>Pflegeberuf auf hochschulischem Niveau erlernen</h3><p>Prof. Dr. Astrid Elsbernd, Dekanin der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege an der Hochschule Esslingen: „Dieser neue primärqualifizierende Pflegestudiengang ermöglicht Studierenden, den Pflegeberuf auf einem hochschulischen Niveau zu erlernen und zu vertiefen und so eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung zu erlangen. Dies ist vor dem Hintergrund der immer komplexer werdenden Anforderungen an die Pflegenden zwingend nötig: Aktuelles pflegerisches Fachwissen gelangt so zuverlässig in die Praxis.“</p><p>„Mit den neuen Studiengängen reagieren wir auf den wachsenden Bedarf in den typischen Gesundheitsfachberufen“, sagte Prof. Dr. Stephan Zipfel,  Studiendekan der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen: „Zudem ist das medizinische Fachwissen, über das insbesondere Pflegerinnen und Pfleger in Krankenhäusern der Maximalversorgung verfügen müssen, in den letzten Jahrzehnten derart angewachsen, dass in vielen Fällen die klassische Berufsausbildung an ihre Grenzen stößt.“</p><h3>Spezialisierung auf Kranken- oder Altenpflege beim Bachelor</h3><p>Der neue Bachelorstudiengang „Pflege“ wird im Rahmen eines Studiums von sieben Semestern neben einer generalistischen Ausrichtung  auch eine Wahlvertiefung in der Krankenpflege, Kinderkrankenpflege oder Altenpflege ermöglichen. Für die praktischen Studienanteile kooperieren die beiden Hochschulen mit dem Universitätsklinikum Tübingen sowie weiteren Partnern in der Region.</p><p>Der Bachelorstudiengang „Hebammenwesen“, der primär in Tübingen verortet ist, umfasst  ebenfalls eine Dauer von sieben Semestern. Das Studium soll Fachkräfte ausbilden, die über wissenschaftliche Kompetenz verfügen, in der Lage sind, die praktischen Herausforderungen einer Hebammentätigkeit zu bewältigen und ihr medizinisches Handeln wissenschaftlich fundiert reflektieren können. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse sollen so rascher als bisher Eingang in die Versorgungspraxis finden. Die Medizinische Fakultät Tübingen kooperiert bei diesem Studiengang insbesondere mit der Universitäts-Frauenklinik.</p><h3>Masterstudiengänge umfassen jeweils drei Semester</h3><p>Die beiden Masterstudiengänge werden jeweils drei Semester umfassen und wenden sich an Absolventen mit einem pflegebezogenen oder gesundheitsbezogenen Hochschulabschluss.</p><p>Der geplante Masterstudiengang „Population Based Medicine“ ist englischsprachig und somit international und interdisziplinär angelegt. Übergeordnetes Ziel dieses Master-Programms ist es, die Expertise aus den Gesundheitswissenschaften und der Medizin aus einer internationalen Perspektive zusammenzubringen.</p><p>Der Masterstudiengang „Pflegewissenschaft“ vermittelt überwiegend fachwissenschaftliche Vertiefungen sowie Methoden der empirischen Sozialforschung.</p><h3>Ansprechpartnerin: </h3><p>Christiane Rathmann, Hochschule Esslingen, Pressesprecherin, Telefon: 0711/397-3008, <br>E-Mail: &lt;link&gt;christiane.rathmann@hs-esslingen.de</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Studium</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-14839</guid><pubDate>Tue, 24 Oct 2017 15:40:00 +0200</pubDate><title>Ein Atlas vom Gehirn – Tübinger Forscher an US-Großprojekt beteiligt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/ein-atlas-vom-gehirn-tuebinger-forscher-an-us-grossprojekt-beteiligt/</link><description></description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-10-24tolias_allcells_big.png" length="9516082" type="image/png" /><content:encoded><![CDATA[<p>Tübinger Neurowissenschaftler sind an einem 65 Millionen Dollar schweren Programm zur genauen Kartierung des Gehirns beteiligt, das die National Institutes of Health (NIH) der USA ausrichten. Das NIH-geförderte Großprojekt BRAIN Initiative Cell Census Network (BICCN) will ein Nachschlagewerk in der Art eines Atlas vom Gehirn erstellen, das alle Zelltypen erfasst und in ihrer Genetik, dem Aussehen und ihrer Funktion beschreibt.</p><p>Das Projekt, in dessen Verlauf mehrere Hunderttausend einzelne Zellen untersucht werden sollen, wird verschiedene neurowissenschaftliche Methoden einsetzen, um alle Zelltypen im Neocortex (ein Teil der Großhirnrinde) der Maus zu identifizieren. Es soll als erster Schritt dienen, um anschließend die Zelltypen im wesentlich komplexeren Neocortex des Menschen zu kategorisieren. Der Neurowissenschaftler Dr. Philipp Berens vom Forschungsinstitut für Augenheilkunde der Universität Tübingen wird Verfahren aus der Bioinformatik und dem Maschinellen Lernen beisteuern, um die verschiedenen gesammelten Datenarten zu integrieren. An dem prestigeträchtigen Projekt unter Führung des Allen Institute for Brain Science sind auch das Baylor College of Medicine, das California Institute of Technology, die Harvard University und die University of California in Berkeley beteiligt. Die Universität Tübingen ist neben dem Stockholmer Karolinska-Institut in Schweden der einzige Projektpartner in Europa und wird dafür im Verlauf von fünf Jahren ca. 700.000 Euro Förderung erhalten.</p><p>Das Gehirn besteht aus einer Vielzahl von Zelltypen, die heute noch längst nicht alle bekannt und beschrieben sind. Die Zelltypen unterscheiden sich in ihrer äußeren Gestalt und elektrischen Aktivität ebenso wie in der Art und Weise, wie sie mit anderen Zellen verbunden sind, und welche Teile ihrer DNA aktiv sind. Ihre vollständige Erfassung wäre eine grundlegende wissenschaftliche Errungenschaft, von der die Neurowissenschaften weltweit auf Jahrzehnte hinaus profitieren würden. Zudem würde sie das Verständnis von neurodegenerativen und -psychiatrischen Erkrankungen auf zellulärer Ebene erleichtern.</p><div class="align-right"><p>Philipp Berens und Paul Töbelmann</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Online</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/_processed_/0/e/csm_17-10-24tolias_allcells_big_0ab163fd48.png" lenght="9516082" type="image/png"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-15221</guid><pubDate>Wed, 18 Oct 2017 13:59:00 +0200</pubDate><title>Universität Tübingen vereinbart Zusammenarbeit mit brasilianischer Hochschulagentur</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/universitaet-tuebingen-vereinbart-zusammenarbeit-mit-brasilianischer-hochschulagentur/</link><description></description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-10-17Coop-Brasilien.jpg" length="319928" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen und die staatliche brasilianische Hochschulagentur CAPES steuern auf eine umfassende und enge Zusammenarbeit bei Forschung und Lehre sowie dem Austausch von Gastwissenschaftlern und Studierenden zu. Der Präsident von CAPES, Professor Abilio A. Baeta Neves und der Rektor der Tübinger Universität, Professor Bernd Engler, unterzeichneten am 5. Oktober eine Rahmenvereinbarung, in der beide Seiten gemeinsame Ziele definieren. Die Vereinbarung wurde vom baden-württembergischen Brasilienzentrum an der Universität Tübingen vorbereitet und von dessen Direktor, Professor Stefan Laufer, maßgeblich beeinflusst.</p><p>CAPES und die Universität Tübingen wollen künftig gemeinsame Forschungsprogramme und -projekte auflegen sowie  brasilianische Gastprofessuren an der Universität Tübingen einrichten. Darüber hinaus plant die brasilianische Hochschulagentur die Schaffung einer Exzellenzinitiative nach deutschem Vorbild. Bei der Vorbereitung und Umsetzung eines solchen Programms soll die Tübinger Universität beratend tätig sein. Tübingen zählt seit 2012 zum Kreis der deutschen Exzellenzuniversitäten.</p><p>Als ein erster Schwerpunkt der Zusammenarbeit  wurde bereits die gemeinsame Entwicklung neuer Arzneistoffe in den Blick genommen. Auf diesem Feld sollen das Tübingen  Center for Academic Drug Discovery &amp; Development (TüCADD) und das Interfakultäre Zentrum für Pharmakogenomik und Pharmaforschung (IZEPHA) in Stuttgart und Tübingen künftig mit brasilianischen Forschungslaboren kooperieren.</p><p>Die Rahmenvereinbarung hat eine Laufzeit von zunächst fünf Jahren und kann danach verlängert werden. Konkrete Verträge zu den einzelnen Programmen und Projekten sollen nun in gesonderten Gesprächen ausgehandelt werden. Dazu wurde die Einsetzung eines Leitungsgremiums beschlossen.</p><p>Die Zusammenarbeit mit Brasilien bildet seit vielen Jahren ein Schwerpunkt an der Universität Tübingen. So betreibt die Universität seit 2000 das baden-württembergische Brasilien-Zentrum, das sich insbesondere um die Kooperation mit Hochschulen im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul kümmert. Darüber hinaus betreibt die Tübinger Universität eine eigene Forschungsstation in Pró-Mata (Rio Grande do Sul).</p><p>Die brasilianische Förderagentur für Hochschulbildung (Coordenação de Aperfeiçoamento de Pessoal de Nível Superior - CAPES) wurde 1951 als national tätige Förderorganisation des Bildungsministeriums für den Hochschulbereich geschaffen. CAPES ist vor allem für die Förderung von fortgeschrittenen Masterstudierenden, Doktoranden und Postdocs zuständig. Zu den Aufgaben der Agentur zählt zudem die internationale Zusammenarbeit im Hochschulbereich.</p><div class="align-right"><p>Karl G. Rijkhoek</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Intern</category><category>Attempto-Studium</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-10-17Coop-Brasilien.jpg" lenght="319928" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-15300</guid><pubDate>Wed, 04 Oct 2017 13:04:00 +0200</pubDate><title>Tag der Epilepsie: Wie es zum Gewitter im Gehirn kommt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tag-der-epilepsie-wie-es-zum-gewitter-im-gehirn-kommt/</link><description>Neue DFG-Forschergruppe untersucht Mechanismen genetisch bedingter
Epilepsien</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-10-04_epilepsie2.jpg" length="369557" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Am 5. Oktober 2017 ist „Tag der Epilepsie“. Bei der Krankheit handelt es sich um eine der häufigsten chronischen Erkrankungen des zentralen Nervensystems. In Deutschland sind mehr als eine halbe Million Menschen von Epilepsie betroffen – und damit genauso viele, wie jedes Jahr neu an Krebs erkranken. Die Patienten leiden an einer gestörten Erregbarkeit der Nervenzellen im Gehirn. Zeitgleiche Entladungen ganzer Nervenzellverbände ähneln einem „Gewitter im Gehirn“ und führen zu den vielfältigen Formen von epileptischen Anfällen, die kurze Bewusstseinspausen bis schwere Muskelverkrampfungen umfassen können. Bei der Entstehung der Erkrankung spielen unterschiedliche Auslöser eine Rolle. Neben Hirnschädigungen nach Unfällen, Infektionen oder anderen Einflüssen kann eine genetische Veranlagung zur Krankheit führen. Eine neu von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierte Forschergruppe will nun den Mechanismen genetisch bedingter Epilepsieformen auf den Grund gehen. Bei der Forschergruppe handelt es sich um einen Zusammenschluss von Wissenschaftlern der Universitäten Tübingen, Bonn, Köln, Kiel, Luxemburg und Oslo. Ihr Sprecher ist Professor Dr. Holger Lerche am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung an der Universität Tübingen und dem Universitätsklinikum Tübingen.</p><p>„In den letzten Jahren hat die Entdeckung neuer Gendefekte entscheidend dazu beigetragen, Krankheitsmechanismen zu entschlüsseln und erste personalisierte Therapieansätze zu ermöglichen“, erklärt Lerche. Die meisten Genveränderungen, die zu Epilepsie führen, sind aber noch unbekannt. Ein gemeinsames Merkmal genetischer Epilepsien ist eine typische Altersabhängigkeit. Zwar können sie in jedem Alter auftreten, jedoch ist das Risiko für Kinder unter fünf Jahren besonders hoch. Zwei Drittel aller Patienten erkrankt bis zum 20. Lebensjahr – danach sinkt das Risiko, bis es im höheren Lebensalter wieder ansteigt. „Das lässt vermuten, dass Entwicklungsfaktoren bei der Krankheitsentstehung von großer Bedeutung sind“, so Lerche.</p><p>Die neue DFG-Forschergruppe will die Hypothese untersuchen, dass genetische Epilepsien auf einer Kombination von drei verschiedenen Faktoren beruht. „Zum einen haben wir es mit Genmutationen zu tun, die etwa Ionenkanäle in Nervenzellen beeinträchtigen und dadurch direkt die Erregbarkeit der Zellen verändern“, sagt Lerche. Daneben spielen die Entwicklungsfaktoren eine Rolle: „Während der Reifung des Gehirns im Säuglings- und Kindesalters werden Gene unterschiedlich stark ausgelesen. Manche von ihnen werden im Laufe der Zeit angeschaltet, andere aus. Ist dieser Prozess gestört, kann das zur Erkrankung führen.“</p><p>Ein dritter Faktor sind durch Genmutationen ausgelöste Prozesse, die etwa die Struktur von Nervenzellverbänden im Gehirn ändern und auf indirekte Weise die Entstehung von Epilepsie begünstigen. Mit den zukünftig gewonnenen Erkenntnissen wollen die Hirnforscher bessere Therapiemöglichkeiten entwickeln. „Unser Ziel ist, die kritischen Zeitfenster der verschiedenen genetischen Epilepsieformen zu identifizieren, in denen wir therapeutisch eingreifen können. Darüber hinaus möchten wir maßgeschneiderte Therapien für die unterschiedlichen Gendefekte entwickeln.“</p><div class="align-right"><p>Mareike Kardinal, Hertie-Institut für Klinische Hirnforschung</p></div><h3>Kontakt</h3><p>Prof. Dr. Holger Lerche<br>Hertie-Institut für klinische Hirnforschung<br>Hoppe-Seyler-Straße 3<br>72076 Tübingen<br>Telefon +49 7071 29 – 80442<br>&lt;link&gt;Holger.lerche@uni-tuebingen.de</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Online</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-10-04_epilepsie2.jpg" lenght="369557" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-14747</guid><pubDate>Mon, 02 Oct 2017 09:54:00 +0200</pubDate><title>Exzellenzstrategie: Universität Tübingen kann sich für fünf Exzellenzcluster bewerben</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/exzellenzstrategie-universitaet-tuebingen-kann-sich-fuer-fuenf-exzellenzcluster-bewerben/</link><description></description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-10-02_Neue_Aula_Juni_2016_026_web.jpg" length="525003" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen hat die nächste Hürde im Antragsverfahren zur Exzellenzstrategie genommen: Das Expertengremium der DFG hat die Universität Tübingen aufgefordert, zu insgesamt fünf Clustern einen Vollantrag zu stellen. Von ursprünglich sieben eingereichten Antragsskizzen haben nun folgende eine Chance, in der Vollantragsrunde als Exzellenzcluster bewilligt zu werden: Die Anträge „Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft“, „Förderung einer Integrierten Empirischen Bildungsforschung (FIRE)“, „Kontrolle von Mikroorganismen zur Bekämpfung von Infektionen“, „Individualisierung von Tumortherapien durch molekulare Bildgebung und funktionelle Identifizierung therapeutischer Zielstrukturen“ sowie das gemeinsame Vorhaben mit der Universität Stuttgart „Verstehen verstehen: Sprache und Text“ können sich nun bis zum 21. Februar 2018 mit einem ausführlichen Antrag bewerben.</p><p>Damit hat die Universität Tübingen ihre Chancen gewahrt, auch in Zukunft als exzellent zu gelten. Internationale Gutachter werden nach strengen Auswahlkriterien insgesamt bis zu 50 neue Forschungsverbünde auswählen, die ab 1. Januar 2019 im Rahmen der Exzellenzstrategie gefördert werden. Die Förderentscheidung wird im September 2018 bekannt gegeben. Sollten mindestens zwei der genannten Cluster-Vollanträge bewilligt werden, kann Tübingen anschließend einen Antrag auf Förderung als Exzellenzuniversität stellen. Weitere Informationen zur Exzellenzstrategie des Bundes: &lt;link https: www.bmbf.de de die-exzellenzstrategie-3021.html&gt;<a href="https://www.bmbf.de/de/die-exzellenzstrategie-3021.html" target="_blank" rel="noreferrer">www.bmbf.de/de/die-exzellenzstrategie-3021.html</a>.</p><p>Rektor Professor Bernd Engler bedankte sich für das Engagement aller beteiligten Personen. „Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen haben hier bereits großartige Arbeit geleistet! In den kommenden Wochen wird die Universität viel Energie und Sorgfalt in die Vorbereitung der Vollanträge investieren. Auch wenn die Konkurrenz groß ist, sind wir zuversichtlich, dass Tübingen in diesem Wettbewerb mit exzellenten Verbundprojekten und innovativen Fragestellungen erfolgreich sein kann. Auch die Anträge, die nun nicht zum Zug gekommen sind, betrachten wir weiterhin als vielversprechende Forschungsvorhaben und werden für diese andere Förderformate diskutieren.“</p><div class="align-right"><div><p>Antje Karbe</p></div></div><p><br>&lt;link http: www.dfg.de service presse pressemitteilungen pressemitteilung_nr_41 index.html external-link-new-window external link in new&gt;Pressemitteilung der DFG vom 29. September 2017</p><p>&lt;link http: www.dfg.de download pdf foerderung programme exzellenzstrategie exstra_gesamtliste_antragsskizzen_exc_170929.pdf external-link-new-window external link in new&gt;Gesamtliste der zur Antragstellung aufgeforderten Projekte</p><p>&lt;link http: mwk.baden-wuerttemberg.de de service presse pressemitteilung pid exzellenzstrategie-7-universitaeten-aus-baden-wuerttemberg-zu-vollantraegen-aufgefordert external-link-new-window external link in new&gt;Pressemitteilung des MWK Baden-Württemberg</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Online</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-10-02_Neue_Aula_Juni_2016_026_web.jpg" lenght="525003" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-5375</guid><pubDate>Fri, 29 Sep 2017 14:23:00 +0200</pubDate><title>Der DZIF-Preis für translationale Infektionsforschung 2017 geht an Andreas Peschel</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/der-dzif-preis-fuer-translationale-infektionsforschung-2017-geht-an-andreas-peschel/</link><description>Seit mehr als 20 Jahren hat er sich der Erforschung von Infektionen durch das Bakterium Staphylococcus aureus verschrieben: Professor Andreas Peschel vom Interfakultären Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin Tübingen (IMIT) und Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF). Für seine wissenschaftlichen Verdienste erhält er jetzt den diesjährigen Preis für translationale Infektionsforschung des DZIF. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) und des DZIF in Hamburg verliehen. </description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-09-29Peschel_800.jpg" length="199543" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p><em>Staphylococcus aureus</em> verursacht insbesondere bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem schwerwiegende Infektionen, darunter Wundinfektionen oder auch Blutvergiftungen. Als typischer „Krankenhauskeim“ ist <em>Staphylococcus aureus </em>gefürchtet, weil er gegen gängige Antibiotika zunehmend resistent ist. Er besiedelt häufig die Nasenlöcher des Menschen – jeder Dritte trägt ihn in sich – und nutzt dieses Reservoir für die Auslösung schwerer Infektionen. Andreas Peschel und sein Team haben in ihren Forschungsprojekten, die auch vom DZIF gefördert werden, herausgefunden, dass<em> Staphylococcus aureus </em>nur selten zu finden ist, wenn das verwandte Bakterium<em> Staphylococcus lugdunensis </em>ebenfalls in der Nase lebt. Dieser Keim der menschlichen Mikroflora produziert ein Antibiotikum, das die Entdecker „Lugdunin“ genannt haben. In präklinischen Studien wollen die Forscher klären, ob Lugdunin therapeutisch eingesetzt werden könnte.</p><p>Doch Lugdunin ist nicht der einzige neue Wirkstoff, den Andreas Peschel im Rahmen des DZIF weiterentwickelt, um die Besiedelung der Nase durch Staphylococcus aureus zu bekämpfen: Ein hochwirksames Protein aus speziellen Viren, so genannten Bakteriophagen, soll die Bakterien innerhalb kürzester Zeit töten. Dabei bleibt die natürliche Mikroflora erhalten, denn das Protein wirkt spezifisch gegen Staphylococcus aureus. Das Projekt hat Aussicht darauf, bald eine klinische Studie der Phase 1/2a zu durchlaufen.</p><p>Andreas Peschels Forschung hat zu vielen hochrangigen Originalpublikationen geführt, darunter zum Beispiel Veröffentlichungen in <em>Nature, Nature Medicine </em>oder <em>Cell Host &amp; Microbe</em>. Die Liste beläuft sich auf mehr als 150 Publikationen und diese wurden bisher 13.000 Mal zitiert.</p><p>Bei seinen Forschungsansätzen hat Peschel die translationale Infektionsforschung stets im Blick, d. h. die Ergebnisse aus der Grundlagenforschung sollen möglichst schnell dem Patienten zugutekommen. Damit folgt Peschel der obersten Prämisse des DZIF. Bei der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) vom 28. bis 30. September in Hamburg waren Antibiotikaresistenzen das übergeordnete Thema. Rund 500 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen kamen zusammen, um aktuelle Forschungsarbeiten zu diskutieren.</p><h3>Der Preisträger</h3><p>Andreas Peschel studierte in Bochum und Tübingen Biologie. Nach Stationen in Tübingen, Borstel und Utrecht als Postdoktorand wurde er 2001, zurück in Tübingen, Assistant Professor, zwei Jahre später <em>Associate Professor</em> und 2008 <em>Full Professor</em>. In dieser Funktion hat er sich für die Verbindung der oft getrennt agierenden Mikrobiologen der medizinischen und naturwissenschaftlichen Fakultäten stark gemacht, was zur Gründung des Interfakultären Instituts für Mikrobiologie und Infektionsmedizin Tübingen (IMIT) geführt hat. Dort leitet er seit 2015 den Lehrstuhl für Infektionsbiologie. Als führender Experte für Staphylokokken ist Peschel in unterschiedlichen Forschungsverbünden und -gremien aktiv. Im DZIF ist er Co-Koordinator im Forschungsbereich „Krankenhauskeime und Antibiotikaresistente Bakterien“.</p><h3>Kontakt</h3><p>Prof. Dr. Andreas Peschel<br>T +49 701 29 78855<br>E-Mail: &lt;link&gt;andreas.peschel@med.uni-tuebingen.de</p><p>Pressestelle des DZIF<br>Janna Schmidt und Karola Neubert<br>T +49 531 6181 1170/1154<br>E-Mail: &lt;link&gt;presse@dzif.de</p><p>Im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) entwickeln bundesweit mehr als 500 Wissenschaftler aus 35 Institutionen gemeinsam neue Ansätze zur Vorbeugung, Diagnose und Behandlung von Infektionskrankheiten. Mehr Informationen finden Sie unter &lt;link http: www.dzif.de&gt;www.dzif.de.</p><div class="align-right"><p>&lt;link http: www.dzif.de news_mediathek news_pressemitteilungen ansicht detail artikel der_dzif_preis_fuer_translationale_infektionsforschung_2017_geht_an_andreas_peschel external-link-new-window external link in new&gt;Eine Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF)</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Leute</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-09-29Peschel_800.jpg" lenght="199543" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-2605</guid><pubDate>Tue, 19 Sep 2017 14:00:00 +0200</pubDate><title>Tübinger Wirtschaftsforschung von der DFG gefördert</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebinger-wirtschaftsforschung-von-der-dfg-gefoerdert/</link><description>Antrag von Professor Gernot Müller erfolgreich</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-09-19Portaet_Gernot_mueller.jpg" length="354157" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Der von Professor Gernot Müller bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingereichte Förderantrag zum Thema „Öffentliche und private Entschuldungsversuche im Euroraum“ wurde bewilligt. Das Projekt, das mit 200.000 € über die nächsten zwei Jahre gefördert wird, hilft dabei, die öffentliche Debatte zu dem Thema wissenschaftlich zu untermauern.</p><p>Das Forschungsvorhaben von Professor Müller wird sich mit den Auswirkungen der Entschuldungsmaßnahmen in den europäischen Krisenländern auseinandersetzen. Der Fokus liegt hierbei sowohl auf dem privaten als auch auf dem öffentlichen Sektor. Die beobachteten Maßnahmen werden privaten Bereich einerseits autonom ergriffen, beispielsweise aufgrund gesunkener Einkommensaussichten, anderseits werden sie durch die Gläubiger erzwungen. Im öffentlichen Sektor bestehen die Maßnahmen aus Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen.</p><p>Der zurzeit in der Öffentlichkeit viel diskutierte Einfluss der Sparpolitik auf die makroökonomische Entwicklung in den Krisenländern soll durch die wissenschaftlichen Untersuchungen aufgedeckt werden. Zum einen kann so ein Beitrag zur Debatte, ob die Entschuldungsversuche mit dem Anstieg der Arbeitslosenquote in den Krisenländern zusammenhängen, geleistet werden, zum anderen soll aufgezeigt werden, wie öffentliche und private Entschuldungsversuche zusammenspielen. Innerhalb eines passenden Modells wird die Forschungsgruppe anhand einer kleinen offenen Volkswirtschaft, die Teil einer Währungsunion ist, diese beiden Aspekte untersuchen und auf die Krisenländer kalibrieren.</p><div class="align-right"><p>Michael Gröger</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Online</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-09-19Portaet_Gernot_mueller.jpg" lenght="354157" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-13792</guid><pubDate>Tue, 19 Sep 2017 12:53:00 +0200</pubDate><title>Wie stehen Parteien zur Wissenschaftspolitik?</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/wie-stehen-parteien-zur-wissenschaftspolitik/</link><description>Tübinger Doktorand an deutschlandweiter Befragung vor der Wahl beteiligt</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-09-19dsc_0678.jpg" length="472623" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Acht deutsche Promovierenden-Netzwerke haben vor der Bundestagswahl Parteien zu ihrer Haltung in Sachen Wissenschaftspolitik befragt. Beteiligt war auch der Tübinger Doktorand Kevin Körner, der dem Doktorandenkonvent der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät vorsteht. Die aufwendig erhobenen Ergebnisse wurden im Internet veröffentlicht und sind unter &lt;link http: doktoranden.mnf.uni-tuebingen.de&gt;<a href="http://doktoranden.mnf.uni-tuebingen.de/" target="_blank" rel="noreferrer">doktoranden.mnf.uni-tuebingen.de</a> abrufbar.</p><p>In der Umfrage wurden die Parteien CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE, FDP und AfD befragt, wie sie Wissenschaftspolitik in den kommenden vier Jahren ausrichten wollen. Hierfür wurden Fragen zu den Themenfeldern I) Wissenschaft in Gesellschaft und Politik, II) Promotion und Karriere in der Wissenschaft, III) Rahmenbedingungen der Promotion und IV) Wissenschaftlicher Austausch vorgelegt. Die Antworten sollen Doktorandinnen und Doktoranden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie allen interessierten Wählerinnen und Wählern eine Entscheidungshilfe für die Bundestags-Wahl am 24. September an die Hand geben.</p><p>Bereits Ende 2016 hatten erste Gespräche zwischen der Vorsitzenden des Verbunds Thesis e.V., Anna Tschaut, und dem Tübinger Kevin Körner stattgefunden, der die Arbeitsgruppe „Vernetzung des Forums der Doktorandenkonvente Baden-Württemberg“ leitet. Man war sich schnell einig, dass die Beteiligung an der Umfrage eine Chance für die noch sehr jungen Doktorandenkonvente des Landes sei und ihre Sichtbarkeit erhöhe.</p><p>Im Frühjahr 2017 wurden in einem zeitintensiven Prozess Fragebögen erarbeitet: Alle Beteiligten hatten die Möglichkeit, Fragen an die Parteien in einem eigens angelegten Online-Dokument zu hinterlegen. „Dabei erwies sich als Vorteil, dass genau in diesem Zeitraum ein landesweites Treffen der Konvente in Stuttgart stattfand, so dass wir im direkten Gespräch Fragen diskutieren konnten“, erzählt Körner. Danach sei der Fragenkatalog in nahezu wöchentlich stattfindenden Telefonkonferenzen auf die wichtigsten reduziert worden. Die Befragung der Parteien erfolgte im Mai 2017 per E-Mail. „Auch das war komplex“, sagt der Doktorand. „Beispielsweise hatten manche Parteien zu dieser Zeit ihr Wahlprogramm noch nicht verabschiedet, andere waren nur nach mehrfacher Nachfrage erreichbar – am Ende haben aber alle fristgerecht geantwortet.“</p><p>Das Dokument mit allen Antworten wurde im August im Internet veröffentlicht und an Medien wie auch wissenschaftsnahe Institutionen verteilt. „Wir haben uns darauf geeinigt, die Ergebnisse ohne Wertung zu veröffentlichen, um Unentschlossene nicht in ihrer Wahlentscheidung zu beeinflussen“, sagt Kevin Körner. Er sieht in dem Dokument eine solide Grundlage, um die Positionen der Parteien bezüglich Wissenschaft im Allgemeinen und Promotion im Speziellen zu überprüfen und dann eine eigene Wahlentscheidung zu treffen.</p><p>An der Parteienbefragung nahmen folgende bundesweit Netzwerke teil: DR.FSU – Rat der Doktorandinnen und Doktoranden der Friedrich-Schiller-Universität Jena; Forum der Doktorandenkonvente Baden-Württemberg; Helmholtz Juniors; Leibniz PhD Network; Max Planck PhDnet; Promovierenden-Initiative; ProRat Leipzig – Promovierendenrat der Universität Leipzig; THESIS e. V. – Interdisziplinäres Netzwerk für Promovierende und Promovierte.</p><h3>Doktorandenkonvente der Universität Tübingen</h3><p>Doktorandenkonvente sind noch sehr junge Netzwerke: Erst 2014 verankerte Baden-Württemberg diese Hochschulorgane im Landeshochschulgesetz. Eingeführt, um den bisher nur unzureichend in den Hochschulgremien vertretenen Promovierenden eine gemeinsame beratende Stimme zu geben, erlaubt das LHG die Bildung der Konvente auf Hochschul- oder auf Fakultätsebene. Laut Gesetzestext sollen Konvente Hochschulen in Fragen zu Promotionsordnungen beraten. Darüber hinaus arbeiten sie in Fragen, die Promovierende betreffen, intensiv mit den Hochschulen sowie der Landesregierung zusammen und haben sich im Forum der Doktorandenkonvente Baden-Württemberg landesweit vernetzt.</p><p>Beispielsweise wurden an der Universität Tübingen die Konvente in die Ausarbeitung der „Richtlinien für die Befristung von Arbeitsverhältnissen“ sowie die „Human Resource Strategies for Researchers“ einbezogen und arbeiten eng mit der Graduiertenakademie zusammen. Auf Landesebene sind die Konvente zurzeit bezüglich der Thematik „Eigene Statutsgruppe für Doktorand*Innen“ intensiv mit dem Wissenschaftsministerium in Kontakt. Darüber hinaus bieten viele Konvente Social Events an um die Doktorandeninnen und Doktoranden untereinander zu vernetzen, beispielsweise durch Stammtische und Thesis-Schreibtreffs.</p><p>Konvente sind an der Universität Tübingen auf Fakultätsebene angesiedelt und bereits Anfang 2015 fand an nahezu allen Fakultäten (bis auf die Juristische Fakultät) die konstituierende Sitzung statt. „Alle Promovierenden der Universität Tübingen sind eingeladen, sich aktiv an den Konventen zu beteiligen“, sagt Kevin Körner. Weitere Informationen und Kontakt unter &lt;link http: www.uni-tuebingen.de forschung graduiertenakademie vernetzung doktorandenkonvente.html&gt;www.uni-tuebingen.de/forschung/graduiertenakademie/vernetzung/doktorandenkonvente.html</p><div class="align-right"><p><br>Kevin Körner</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Online</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-09-19dsc_0678.jpg" lenght="472623" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-10455</guid><pubDate>Mon, 04 Sep 2017 12:53:00 +0200</pubDate><title>Tropenmedizin an Kooperationsprojekt zur Erforschung eines Ebola-Impfstoffes beteiligt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tropenmedizin-an-kooperationsprojekt-zur-erforschung-eines-ebola-impfstoffes-beteiligt/</link><description></description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-09-04-Tropenmedizin.jpg" length="291701" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Das Institut für Tropenmedizin der Universität Tübingen ist Partner eines neuen EU-Forschungsprojekts zur Entwicklung eines Ebola-Impfstoffes. Im Rahmen des Kooperationsforschungsprojektes VSV-EBOPLUS sollen die immunologischen und molekularen Antworten auf einen neuen Ebola-Impfstoffkandidaten in Erwachsenen und Kindern untersucht werden. Dieser Impfstoffkandidat basiert auf einem gentechnisch veränderten Virus (vesikuläres Stomatitisvirus, VSV), das einen Teil des Zaire-Ebolavirus (EBOV) auf seiner Oberfläche trägt. rVSVΔG-ZEBOV-GP ist der einzige Ebola-Impfstoffkandidat, der in klinischen Studien eine hundertprozentige Wirksamkeit bei Menschen gezeigt hat.</p><p>Im VSV-EBOPLUS Projekt werden neue und innovative Technologien eingesetzt und Proben aus klinischen Studien verwendet, die auf drei verschiedenen Kontinenten (Europa, Afrika, USA) mit fast 1000 Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern durchgeführt wurden.</p><p>VSV-EBOPLUS ist ein öffentlich-privates Konsortium mit 12 Partnern aus acht Ländern, es besteht aus Experten akademischer Einrichtungen, drei klinischen Einrichtungen (Schweiz, Gabun, USA) und dem Impfstoffhersteller. Das Projekt mit einer Laufzeit von fünf Jahren hat ein Gesamtbudget von mehr als 15 Millionen Euro und wird durch das Gemeinschaftsunternehmen “Innovative Medicines Initiative 2” (IMI 2) finanziert, das vom EU-Horizon 2020 Forschungs- und Innovationsprogramm und der “European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations” (EFPIA) unterstützt wird. IMI 2 hat sich der Entwicklung neuer Impfstoffe und Antibiotika verschrieben.</p><p>„Das VSV-EBOPLUS-Projekt ist eine bislang einmalige Kollaboration mit dem Ziel, die Immunantwort auf den rVSVΔG-ZEBOV-GP-Impfstoffkandidaten in Erwachsenen und Kindern, der am stärksten gefährdeten Population, zu untersuchen. Die Verfügbarkeit von Proben einer großen Zahl Geimpfter verschiedener Altersgruppen zu verschiedenen Zeitpunkten und von mehreren Kontinenten könnte die Ebola-Impfstoffentwicklung vorantreiben“, sagt Projektkoordinatorin Professorin Donata Medaglini (Universität Siena und Sclavo Vaccines Association, Italien).</p><p>Das VSV-EBOPLUS-Projekt ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung eines Impfstoffs mit nachgewiesener Sicherheit und Wirksamkeit zur Bekämpfung von Ebola-Infektionen beim<br> Menschen.</p><h4>Mitteilung des Forschungsverbunds Sclavo Vaccines Association, <a href="http://www.sclavo.org/en/vsv-ebovac" target="_blank" rel="noreferrer">http://www.sclavo.org/en/vsv-ebovac</a></h4><p><strong>Fakten über VSV-EBOPLUS</strong></p><p>Titel: Systems analysis of adult and pediatric responses to the VSV-ZEBOV Ebola vaccine (VSV-EBOPLUS)<br> Dauer: 5 Jahre<br> IMI-Finanzierung: 8.553.750 EUR<br> EFPIA in Form von Sachleistungen: 4.828.910 EUR<br> Weitere Beiträge: 2.048.000 EUR<br> Gesamtkosten: 15.430.660 EUR</p><p>Beteiligte Projektpartner:</p><p>Sclavo Vaccines Association (Italien)<br> Universität Genf (Schweiz)<br> Merck &amp; Co., Inc. (NJ, USA)<br> Universität Göteborg (Schweden)<br> Universität von Siena (Italien)<br> Akademisches Krankenhaus Leiden (Niederlande)<br> MICROBIOTEC srl (Italien)<br> Eberhard Karls Universität Tübingen (Deutschland)<br> Universität Sao Paulo und Fundação Instituto de Pesquisas Farmacêuticas (Brasilien)<br> Spiez Labor, Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Schweiz)<br> Centre de Recherches Médicales de Lambaréné (Gabun)</p><p><em>Dieses Projekt wurde im Rahmen der Fördervereinbarung Nr. 116068 aus dem Gemeinschaftsunternehmen "Innovative Medicines Initiative 2" gefördert. Dieses Gemeinschaftsunternehmen erhält Unterstützung aus dem Horizon 2020 Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union und dem EFPIA.</em></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-09-04-Tropenmedizin.jpg" lenght="291701" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-13737</guid><pubDate>Mon, 28 Aug 2017 11:21:00 +0200</pubDate><title>SFB „Bedeutungskonstitution: Dynamik und Adaptivität sprachlicher Strukturen“: dritte Förderphase bewilligt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/sfb-bedeutungskonstitution-dynamik-und-adaptivitaet-sprachlicher-strukturen-dritte-foerderphase-bewilligt/</link><description>Über elf Millionen Euro für Sonderforschungsbereich </description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/SFB833_EEG-Experimente.jpg" length="1157456" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat dem Sonderforschungsbereich (SFB) 833 „Bedeutungskonstitution: Dynamik und Adaptivität sprachlicher Strukturen“ knapp 11,6 Millionen für die dritte Förderphase bewilligt. Der SFB Bedeutungskonstitution schlägt eine Brücke zwischen Geistes- und Naturwissenschaften: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kommen aus allen Bereichen der Linguistik (Einzelphilologien, Allgemeine Sprachwissenschaft und Computerlinguistik), Literaturwissenschaft und Kognitionspsychologie. Gemeinsam untersuchen sie die Entstehung sprachlicher Bedeutung und verbinden dafür Ansätze der theoretischen und experimentellen Linguistik mit Phänomenen aus der Sprachpraxis, wie Sprachverarbeitung, situative Abhängigkeit und Sprachwandel sowie Sprachvariation.</p><p>In 16 Einzelprojekten lieferte der SFB in den vergangenen acht Jahren wichtige Impulse für die Forschung. Dazu gehören neue psycholinguistische Theorieansätze zur semantischen Verarbeitung, das heißt der Umwandlung von Zeichen (Buchstaben zum Beispiel) in Bedeutung. Außerdem haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mögliche und unmögliche Kontexte für die Interpretation von literarischen Texten untersucht oder Theorien zur Veränderung und Entwicklung von Sprache aufgestellt. Für die nächsten vier Jahre wurde die Förderung für alle 14 Projekte des SFB weiter bewilligt. Hinzu kommen zwei neue Projekte zu nichtwörtlicher Bedeutung sowie der Interaktion zwischen Lexikon und Grammatik. In dieser letzten Förderphase wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Forschungsergebnisse zu einer Gesamtperspektive der Bedeutungskonstitution zusammenführen.</p><div class="table-rwd"><div class="table-rwd__overflow"><table><tbody><tr><td><img data-htmlarea-clickenlarge="1" data-htmlarea-file-uid="423113" data-htmlarea-file-table="sys_file" src="fileadmin/_processed_/csm_SFB833_Gruppenfoto_cb6e8bd55f.jpg" alt="Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom SFB 833 „Bedeutungskonstitution: Dynamik und Adaptivität sprachlicher Strukturen“ - Foto: Jan Halmazna / Universität Tübingen " title="Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom SFB 833 „Bedeutungskonstitution: Dynamik und Adaptivität sprachlicher Strukturen“ - Foto: Jan Halmazna / Universität Tübingen " height="163" width="300" style></td><td>Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom SFB 833 „Bedeutungskonstitution: Dynamik und Adaptivität sprachlicher Strukturen“ - Foto: Jan Halmazna / Universität Tübingen</td></tr></tbody></table></div></div><p>In einem Transferprojekt sollen Erkenntnisse aus dem SFB „Bedeutungskonstitution“ in die Praxis einfließen: Gemeinsam mit dem Schulbuchverlag Diesterweg wird ein interaktives Workbook für den Englischunterricht an Gymnasien entwickelt. Auf Basis computerlinguistischer Analysen gibt das elektronische Arbeitsheft individuelles Feedback an die Lernenden. Alle zwei Jahre sind die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des SFB „Bedeutungskonstitution“ außerdem Gastgeber der Konferenz „Linguistic Evidence“; der nächste Termin ist im Februar 2018.</p><p>Sonderforschungsbereiche werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft jeweils für vier Jahre mit bis zu zwei Verlängerungen gefördert. Der SFB 833 hat damit den maximalen Förderungszeitraum erreicht. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten in SFBs interdisziplinär in einem übergeordneten Forschungsprogramm zusammen. Das bietet die Möglichkeit, komplexe Fragestellungen aufwendig und langfristig zu bearbeiten. Außerdem dienen sie der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Im SFB 833 entstanden in den vergangenen Jahren 25 Dissertationen und 8 Habilitationen.</p><h3>Kontakt: </h3><p>Prof. Dr. Sigrid Beck<br> Universität Tübingen<br> Englisches Seminar<br> Abteilung Linguistik des Englischen<br> Telefon: 07071 29-78461<br> &lt;link&gt;sigrid.beck@uni-tuebingen.de</p><p><a href="http://www.sfb833.uni-tuebingen.de/" target="_blank" rel="noreferrer">www.sfb833.uni-tuebingen.de</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/_processed_/7/2/csm_SFB833_EEG-Experimente_2e416092e8.jpg" lenght="1157456" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-14695</guid><pubDate>Mon, 21 Aug 2017 09:45:00 +0200</pubDate><title>Forschungsprojekt: Sicherheit in Bahnhofsvierteln</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/forschungsprojekt-sicherheit-in-bahnhofsvierteln/</link><description>Wissenschaftlerin der Universität Tübingen leitet Verbundprojekt zu Risiken und Sicherheitspotenzialen in Bahnhofsvierteln</description><content:encoded><![CDATA[<p>Welche Risiken in Bahnhofsvierteln lauern und wie man diese Stadteile sicherer machen kann möchten Forscherinnen und Forscher im Verbundprojekt „Sicherheit im Bahnhofsviertel – SiBa“ herausfinden. Professorin Rita Haverkamp, von der Stiftungsprofessur für Kriminalprävention der Universität Tübingen, leitet den Forschungsverbund und arbeitet mit der Bergischen Universität Wuppertal zusammen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das auf drei Jahre angelegte Projekt im Rahmen der „Forschung für die zivile Sicherheit“ mit insgesamt 930.000 Euro.</p><p><br>„Bahnhöfe und deren Umgebung sind starke Anziehungspunkte für unterschiedliche Nutzergruppen wie Pendler, Reisende, Anwohner, Gewerbetreibende oder Randgruppen wie Obdachlose und Flüchtlinge. Jeden Tag halten sich dort sehr viele und völlig unterschiedliche Menschen auf. Das birgt spezifische Sicherheitsrisiken – diese werden jedoch auch besonders sensibel wahrgenommen“. beschreibt Haverkamp die Situation. Als Aushängeschild und Tor zur Innenstadt stünden Bahnhöfe und die Viertel in deren Umgebung oft im Rampenlicht. Nicht zuletzt die Ereignisse der Kölner Silvesternacht 2015/2016 hätten die öffentliche Aufmerksamkeit für Sicherheit in Bahnhofsgebieten erhöht, so die Wissenschaftlerin. In fast jeder deutschen Großstadt gelten Bahnhofsgebiete als Kriminalitätsschwerpunkte. „Zum Alltag gehören Drogenhandel, öffentliche Prostitution, Schwarzarbeit, Taschendiebstahl, unerlaubte Migration und Gewalt“ veranschaulicht Haverkamp.</p><p><br>Im Projekt SiBa untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler folgende Fragen: Welche Sicherheitsrisiken und welche Sicherheitspotenziale bestehen tatsächlich? Und wie können diese in ein ganzheitliches Sicherheitskonzept eingebunden werden? Dazu berücksichtigen die Forscherinnen und Forscher aktuelle Erkenntnisse zu kriminalpräventiven und städtebaulichen Maßnahmen. Ein wichtiger Aspekt der Forschung sind außerdem die Nutzungsinteressen der unterschiedlichen Gruppen von Anwohnern, Arbeitern, Gewerbetreibenden, Pendlern oder auch Randgruppen, denn der Umgang mit Nutzungskonflikten im öffentlichen Raum ist ein bedeutender Bestandteil der Kriminalprävention.<br>Das Verbundprojekt wird in Zusammenarbeit mit den drei Partnerstädten Düsseldorf, Leipzig und München durchgeführt. Beteiligt sind auch Institutionen, die sich bundesweit für Sicherheit einsetzen, wie das Deutsche Forum für Kriminalprävention (DFK), der Deutsche Präventionstag (DPT) und das Deutsch-Europäische Forum für Urbane Sicherheit (DEFUS).</p><p><br>Weitere Informationen finden Sie unter: &lt;link http: www.siba-projekt.de&gt;www.siba-projekt.de sowie &lt;link http: www.sifo.de&gt;www.sifo.de.</p><h3>Kontakt: </h3><p>Prof. Dr. Rita Haverkamp<br>Universität Tübingen<br>Juristische Fakultät<br>Stiftungsprofessur für Kriminalprävention und Risikomanagement<br>Telefon  +49 7071 29-77473<br>&lt;link&gt;rita.haverkamp@uni-tuebingen.de</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-14896</guid><pubDate>Fri, 28 Jul 2017 14:35:00 +0200</pubDate><title>Der Sonderforschungsbereich RessourcenKulturen geht in die nächste Runde</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/der-sonderforschungsbereich-ressourcenkulturen-geht-in-die-naechste-runde/</link><description>Zweite Förderphase: 10,2 Millionen Euro für die nächsten vier Jahre </description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert den Sonderforschungsbereich (SFB) 1070 RessourcenKulturen mit etwa 10,2 Millionen Euro auch für die nächsten vier Jahre. 70 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können damit weiterhin der Frage nach den kulturellen Dynamiken von Ressourcen in Vergangenheit und Gegenwart nachgehen. Die erste Förderphase dauerte von 2013 bis 2017, nun wurden die Gelder für die zweite Förderphase bis 2021 bewilligt.</p><p>Im SFB RessourcenKulturen untersuchen Forscherinnen und Forscher in einem interdisziplinären Ansatz den historischen und gegenwärtigen Umgang der Menschen mit Ressourcen sowie die kulturellen und sozialen Bedingungen, die Voraussetzung oder Ergebnis von Ressourcennutzung sind. Mit ihrer Arbeit möchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein Bewusstsein für die soziale und kulturelle Dimension von Ressourcen schaffen und die ökonomische Sichtweise darauf erweitern, die in unserer Gesellschaft vorherrscht. Dafür nehmen sie sozio-kulturelle und politische Entwicklungen im Umgang beispielsweise mit Rohstoffen, Standorteigenschaften, Produkten oder Wissen unter die Lupe. Ziel ist es, Prozesse der Raumerschließung und Identitätsbildung besser zu verstehen und die symbolischen Dimensionen von Ressourcen zu beleuchten. Sprecher ist Professor Martin Bartelheim vom Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters. Am SFB beteiligen sich außerdem Forscherinnen und Forscher aus der Archäologie, Philologie, Geschichtswissenschaft, Geographie, Empirische Kulturwissenschaft und Ethnologie. In den 21 Teilprojekten forschen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem über den sozio-kulturellen Wandel auf der iberischen Halbinsel von 3000-1000 v.Chr. in Zusammenhang mit der Nutzung von Erz und Wasser oder die heutige Bedeutung von Heilpflanzen in Südindien.</p><p>Sonderforschungsbereiche werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft für bis zu zwölf Jahre gefördert. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten darin interdisziplinär in einem übergeordneten Forschungsprogramm zusammen – auch mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen. SFBs bieten die Möglichkeit, komplexe Fragestellungen aufwendig und langfristig zu bearbeiten. Außerdem dienen sie der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Im SFB RessourcenKulturen kooperieren 15 Einrichtungen innerhalb und 6 Einrichtungen außerhalb der Universität Tübingen. Die 27 Teilprojektleiter untersuchen gemeinsam mit 10 Postdoktoranten und 32 Doktoranten die kulturellen Dimensionen von Ressourcen.</p><div class="align-right"><p>Susanne Zahn</p></div><h3>Kontakt: </h3><p>Sabine Klocke-Daffa <br>Universität Tübingen<br>Asien-Orient-Institut, Abteilung Ethnologie <br>72070 Tübingen<br>Telefon +49 7071 - 29 78539<br>&lt;link&gt;sabine.klocke-daffa@ethno.uni-tuebingen.de</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Online</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-15694</guid><pubDate>Fri, 21 Jul 2017 16:06:00 +0200</pubDate><title>Hohe Auszeichnung: Professor Bernd Pichler neues Mitglied der Leopoldina </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/hohe-auszeichnung-professor-bernd-pichler-neues-mitglied-der-leopoldina/</link><description></description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2017/pichler.jpg" length="129521" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Professor Bernd Pichler, Radiologe am Universitätsklinikum Tübingen und Leiter des Werner Siemens Imaging Centers (WSCI), wurde im Juli zum Mitglied auf Lebenszeit in die Leopoldina gewählt. Die Mitgliedschaft ist eine Auszeichnung für seine wissenschaftlichen Leistungen.</p><p><br>Die Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften mit Sitz in Halle (Saale) ist eine der ältesten existierenden wissenschaftlichen Akademien. Sie steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und sieht sich als Institution, die in der gesellschaftlichen Debatte wirtschaftlich und politisch unabhängig die Stimme der Wissenschaft vertritt. Die aktuell über 1500 Mitglieder aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und zahlreichen weiteren Ländern treten ein für eine freie Entwicklung der Wissenschaft sowie die wissenschaftliche, politische und öffentliche Diskussion gesellschaftlich relevanter Zukunftsthemen. Ferner engagieren sie sich in der Nachwuchsförderung und setzen sich für die Wahrung der Menschenrechte verfolgter Wissenschaftler ein. Bestehende aktive Mitglieder der Leopoldina schlagen jedes Jahr neue Mitglieder vor, die auf ihrem Gebiet herausragende wissenschaftliche Leistungen erbracht haben. Der Antrag durchläuft anschließend ein mehrstufiges Wahlverfahren, bei dem die 12 Mitglieder des Präsidiums und aktuell 39 Senatorinnen und Senatoren weitgehend geschlossen zustimmen müssen.</p><div class="align-right"><p>Susanne Zahn</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Leute</category><category>Attempto-Forschung</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2017/pichler.jpg" lenght="129521" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-15010</guid><pubDate>Wed, 12 Jul 2017 11:40:00 +0200</pubDate><title>Drei Tübinger Beiträge zum Lindauer Nobelpreisträgertreffen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/drei-tuebinger-beitraege-zum-lindauer-nobelpreistraegertreffen/</link><description></description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/DSC02436.jpeg" length="109850" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>In diesem Jahr war die Chemie Thema des „67th Lindau Nobel Laureate Meeting“ mit 28 anwesenden Nobelpreisträgern. Aus 80 Ländern waren 400 Nachwuchswissenschaftler/innen eingeladen, eine Woche mit den Wissenschaftlern zu diskutieren. Die Universität Tübingen war mit drei Beiträgen vertreten.</p><p>Das Land Baden-Württemberg lädt zur Abschlussveranstaltung des Nobelpreisträgertreffes auf ein Schiff ein, das von Lindau zur Insel Mainau und zurück fährt. Auf der MS „Sonnenkönigin“ präsentiert sich das Land als Wissenschaftsstandort und ermöglicht etwa 20 ausgewählten Instituten und Projekten die Vorstellung. Die Abschlussveranstaltung auf der Insel Mainau hatte die „Ethik in der chemischen Forschung“ in Form einer Podiumsdiskussion zum Thema.</p><div class="table-rwd"><div class="table-rwd__overflow"><table><tbody><tr><td><img data-htmlarea-clickenlarge="1" data-htmlarea-file-uid="415372" data-htmlarea-file-table="sys_file" src="fileadmin/_processed_/csm_170630_Nobel_110web_67203cb6b2.jpg" alt="Stephanie Grond und Pascal Rath im Gespräch mit Ulrich Steinbach, Ministerialdirektor im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg" title="Stephanie Grond und Pascal Rath im Gespräch mit Ulrich Steinbach, Ministerialdirektor im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg" height="200" width="300" style></td><td><img data-htmlarea-clickenlarge="1" data-htmlarea-file-uid="415370" data-htmlarea-file-table="sys_file" src="fileadmin/_processed_/csm_17-07-12_bwi_Ban_Nobelpreis2017_Uni_T%C3%BCbingen_V3_8b995db814.jpg" alt="Banner des Arbeitskreises S. Grond auf der 67. Nobelpreisträgerkonferenz Lindau mit dem Thema: Lugdunin - New Antibiotic from the Human Nose." title="Banner des Arbeitskreises S. Grond auf der 67. Nobelpreisträgerkonferenz Lindau mit dem Thema: Lugdunin - New Antibiotic from the Human Nose." height="200" width="109" style></td></tr><tr><td>Stephanie Grond und Pascal Rath im Gespräch mit Ulrich Steinbach, Ministerialdirektor im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg</td><td><p>Banner des Arbeitskreises S. Grond auf der 67. Nobelpreisträgerkonferenz Lindau mit dem Thema: Lugdunin - New Antibiotic from the Human Nose.</p></td></tr></tbody></table></div></div><p>Die Chemie-Doktorandin Frau Elisabeth Kreidt (M. Sc. Chemie), Forschungsabteilung Prof. Michael Seitz (Professur für Translationale Anorganische Chemie) hat in einem mehrstufigen Auswahlverfahren eine Teilnahme für die ganze Tagung erhalten, eine hohe Auszeichnung. Nach den Vorträgen der Nobelpreisträger konnte in jeweils kleinerer Runde ausführlich diskutiert werden, wobei viele neue Einblicke in die wissenschaftliche Arbeitsweise der Preisträger möglich wurden.</p><p><br>Neben dem wissenschaftlichen Austausch wurde insbesondere diskutiert, wie eine bessere Kommunikation zwischen Gesellschaft, Politik und Wissenschaft erreicht werden kann.</p><p>Das Projekt „Lugdunin - A new antibiotic from the human nose“ (Forschungsgruppen Prof. Stephanie Grond, Chemie &amp; Prof. Andreas Peschel, Dr. Bernhard Krismer, Mikrobiologie) wurde vom Ministerium ausgewählt, mit der anwendungsbezogenen Forschung das Land Baden-Württemberg als wertvollen Standort für interdisziplinäre Arbeiten in der Infektionsforschung zu vertreten. Mit überaus großem Interesse wurde am Poster diskutiert (Pascal Rath, B. Sc. Chemie, Prof. S. Grond).</p><div class="table-rwd"><div class="table-rwd__overflow"><table><tbody><tr><td><br><img data-htmlarea-clickenlarge="1" data-htmlarea-file-uid="415371" data-htmlarea-file-table="sys_file" src="fileadmin/_processed_/csm_170630_Nobel_104web_911d861d4c.jpg" alt="Cordula Brand und Thomas Potthast im Gespräch mit Ulrich Steinbach, Ministerialdirektor im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg" title="Cordula Brand und Thomas Potthast im Gespräch mit Ulrich Steinbach, Ministerialdirektor im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg" height="200" width="300" style></td><td><br><img data-htmlarea-clickenlarge="1" data-htmlarea-file-uid="415373" data-htmlarea-file-table="sys_file" src="fileadmin/_processed_/csm_17-07-12Poster-Ethik-Zentrum_f37db1a2d2.jpg" alt="Poster mit dem Motto des IZEW: Exzellente Forschung braucht ethische Reflexion." title="Poster mit dem Motto des IZEW: Exzellente Forschung braucht ethische Reflexion." height="200" width="117" style></td></tr><tr><td>Cordula Brand und Thomas Potthast im Gespräch mit Ulrich Steinbach, Ministerialdirektor im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg</td><td>Poster mit dem Motto des IZEW: Exzellente Forschung braucht ethische Reflexion.</td></tr></tbody></table></div></div><p>Das Internationale Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität wurde vom Ministerium als renommiertes Forschungsinstitut ausgewählt, das seit vielen Jahren zu anwendungsorientierten wissenschaftsethischen Fragen arbeitet. Unter dem Motto „Exzellente Forschung benötig exzellente ethische Reflexion“ stellten Prof. Thomas Potthast und Dr. Cordula Brand in anschaulicher Weise ethische Probleme vor, die insbesondere in der Chemie von großer Bedeutung sind: Diese reichen von Fragen der missbräuchlichen und militärischen Nutzung von Wissen (‚Dual Use‘) über Fragen der Nachhaltigkeit in der Entwicklung und Anwendung chemischer Forschung bis zu strukturellen Aspekten der Forschungsförderung.</p><h3><br>Kontakt:</h3><p>&lt;link&gt;elisabeth.kreidt@uni-tuebingen.de, &lt;link&gt;michael.seitz@uni-tuebingen.de<br>&lt;link&gt;potthast@uni-tuebingen.de<br>&lt;link&gt;cordula.brand@uni-tuebingen.de<br>&lt;link&gt;stephanie.grond@uni-tuebingen.de<br>&lt;link&gt;pascal.rath@uni-tuebingen.de</p><div class="align-right"><p>Stephanie Grond</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Termine</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/DSC02436.jpeg" lenght="109850" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-14678</guid><pubDate>Tue, 11 Jul 2017 15:00:00 +0200</pubDate><title>Scientific Data: Klimadatenbank erhebt umfangreiche Daten zur globalen Temperaturgeschichte</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/scientific-data-klimadatenbank-erhebt-umfangreiche-daten-zur-globalen-temperaturgeschichte/</link><description></description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-07-11-Scientific_Data.jpg" length="67744" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Tübinger Wissenschaftler sind an einem internationalen Forschungsprojekt zur Entwicklung des Erdklimas beteiligt: Das internationale „PAGES2k-Konsortium“ hat eine Datenbank erstellt, in der sich der Temperaturverlauf auf der Erde vom Jahr eins unserer Zeitrechnung  bis heute verfolgen lässt. Für die neue Version der Datenbank zum Erdklima stellten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 22 Institutionen umfangreiche biologische und geologische Datensätze zusammen. Der aktuelle Datensatz sowie dessen Entwicklungsprozess wurden am Dienstag online im Wissenschaftsjournal <em>Scientific Data</em> veröffentlicht.</p><p>Die Datenbank stelle eine wichtige Grundlage für Klimamodellierungen dar und eröffne Wissenschaftlern neue Möglichkeiten, Klimaveränderungen und deren Ursachen zu untersuchen, sagt Dr. Philipp Munz vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen. „Sie repräsentiert die bis dato transparenteste, vollständigste und am besten beschriebene Version des PAGES2k Datensatzes.“ Munz und seine Arbeitsgruppe aus der Mikropaläonotologie haben für die Datenbank marine Temperaturdaten erhoben und gesammelt.</p><p>Natürliche Klimaschwankungen finden über lange Zeiträume hinweg statt, regelmäßige Wetteraufzeichnungen reichen jedoch nur bis etwa in das 19. Jahrhundert zurück. Um Veränderungen über längere Zeitskalen wie Jahrhunderte und Jahrtausende zu erfassen, basiert unser Wissen über frühere Temperaturverteilungen auf sogenannten "Proxy"-Daten –  indirekten Informationen biologischer und geologischer Natur. Baumringe beispielsweise tendieren dazu, in warmen Jahren dicker zu wachsen und erlauben so indirekte Abschätzungen der Temperaturveränderungen während der Lebenszeit des Baumes. Die PAGES2k-Datenbank beinhaltet Proxydaten aus einer Vielzahl von Quellen, unter anderem aus Baumringen, Korallen, Eisbohrkernen, Stalagmiten sowie Meeres- und Seesedimenten.</p><p>Die Untersuchung räumlicher und zeitlicher Klimaveränderungen der Vergangenheit ermöglicht es, Prozesse des Klimawandels besser zu verstehen. Die wesentlichen Merkmale der globalen Temperaturgeschichte, die sich aus der PAGES2k Datenbank ablesen lassen, zeigen einen langanhaltenden Abkühlungstrend bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts, gefolgt von einem steilen Temperaturanstieg. Diese Beobachtung stimmt mit aktuellen Arbeiten zur Klimaforschung überein. Die detaillierte Untersuchung von Wechselwirkungen zwischen Klima und verändernden Faktoren ermöglicht wiederum ein besseres Verständnis der Rückkopplungsmechanismen, die regional zu einer Verstärkung oder Abschwächung der Klimaveränderung beitragen. Diese Prozesse werden auch bei künftigen natürlichen und vom Menschen verursachten Klimaveränderungen eine Rolle spielen.</p><p>Die neue Version der Datenbank des Past Global Changes Projekts (PAGES)  enthält zum ersten Mal auch marine Klimaarchive des Ocean2k Projekts sowie eine Vielzahl bislang unveröffentlichter Daten und Metadaten. Insgesamt sind darin 692 Temperaturprofile von 648 Orten auf allen Kontinenten und Ozeanen erfasst. Die Daten wurden nach einheitlichen Kriterien von der Forschergruppe ausgewählt und überprüft. Die nun veröffentlichten Daten sind frei zugänglich und stehen zum Download bereit.</p><div class="align-right"><p>Philipp Munz / University of Southern California</p></div><h3>Publikation:</h3><p>&lt;link http: www.nature.com articles sdata201788 external-link-new-window external link in new&gt;PAGES2k Consortium: A global multiproxy database for temperature reconstructions of the Common Era. <em>Scientific Data</em>. DOI: 10.1038/sdata.2017.88</p><p>&lt;link http: pastglobalchanges.org download docs working_groups pr-sci-data-201788.pdf external-link-new-window external link in new&gt;Pressemitteilung Nature</p><h3>Kontakt:</h3><p>Dr. Philipp Munz<br>Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment <br>an der Universität Tübingen<br>Mikropaläontologie<br>Telefon +49 7071 29-78932<br>&lt;link&gt;philipp.munz@uni-tuebingen.de</p><p>Dr. Julien Emile-Geay <br>Department of Earth Sciences, University of Southern California, USA <br>Tel:  +1 213 740 2945<br>&lt;link&gt;julieneg@usc.edu</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-07-11-Scientific_Data.jpg" lenght="67744" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-14447</guid><pubDate>Tue, 11 Jul 2017 09:40:00 +0200</pubDate><title>Württembergischer Krebspreis 2017: zwei Tübinger Forscher unter Preisträgern</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/wuerttembergischer-krebspreis-2017-zwei-tuebinger-forscher-unter-preistraegern/</link><description>Corina Schneidawind und Sergios Gatidis erhalte Auszeichnung am 27. Juli</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2017/17-07-11Schneidawind_und_Gatidis_HR_web.jpg" length="42937" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Mit Dr. med. Corina Schneidawind und Dr. med. Sergios Gatidis erhalten in diesem Jahr zwei Tübinger Forscher den Württembergischen Krebspreis. Die Preissumme in Höhe von 40.000 Euro für das beste Projekt wird zu gleichen Teilen unter den Preisträgern aufgeteilt. Gatidis von der Radiologischen Universitätsklinik in Tübingen erhält die Auszeichnung für sein Projekt „Automatisierte Charakterisierung systemischer Therapie-assoziierter Effekte bei onkologischen Patienten mittels Ganzkörper 18F-FDG-PET/MRI: Anwendung im Kontext der Checkpoint-Inhibierung in malignen Malinomen“. Schneidawind von der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Tübingen wird für ihr Projekt „Von der unreifen Zelle über den präleukämischen Klon bis zur fulminanten Leukämie – mittels CRISPR/Cas9 die sequentielle Entstehung von MLL-translozierten Leukämien verstehen“ ausgezeichnet.</p><h3>Sergios Gatidis</h3><p>Sergios Gatidis, geboren am 4. Januar 1987 in Stuttgart, absolvierte ein Mathematikstudium an den Universitäten Tübingen und Hagen mit Diplom-Abschluss 2014 sowie ein Medizinstudium an der Universität Tübingen. 2011 promovierte er zum Dr. med. an der Universität Tübingen bei Prof. Dr. Lang. Seit 2012 arbeitet er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Arzt an der Radiologischen Klinik des Universitätsklinikums Tübingen, wo er die Arbeitsgruppe PET/MRT leitet.</p><p><br>Ein vielversprechender Ansatz zur Behandlung einer Reihe von Krebserkrankungen, z. B. des schwarzen Hautkrebses, ist die Immuntherapie. Allerdings ist diese Behandlung häufig mit schwerwiegenden Nebenwirkungen verbunden. Zudem kann der Therapieerfolg nicht sicher vorhergesagt werden. Ziel des Vorhabens ist die Identifikation von Veränderungen mittels PET/MRT(Positronenemmissions-/Magnetresonanztomographie), die Nebenwirkungen und Therapieeffekte frühzeitig vorhersagen können.</p><h3>Corina Schneidawind</h3><p>Corina Schneidawind, geboren 28. August 1985 in Stuttgart, absolvierte ein Medizinstudium an der Universität Tübingen. 2012 promovierte sie an der Universität Tübingen bei Prof. Dr. med. Helmut Salih. Es folgte eine dreijährige Forschungszeit an der Stanford University, USA. Seit 2016 ist sie als IZKF-Nachwuchsgruppenleiterin und Ärztin an der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Tübingen tätig. Schneidawind und ihre Forschungsgruppe verfolgen das Ziel, die molekularen Mechanismen der Leukämieentstehung zu entschlüsseln. Hierzu verwenden sie innovative „Genome Editing“-Techniken wie das CRISPR/Cas9-System. Es gibt verschiedene Leukämieformen, die sich molekulargenetisch unterscheiden und deshalb im Krankheitsverlauf und der Therapiemöglichkeiten voneinander abweichen. Die Forschungsergebnisse sollen es ermöglichen, neue zielgerichtete Therapieformen zu entwickeln.</p><p><br>Den Nachwuchspreis 2017 in Höhe von 15.000 Euro erhält Dr. med. Lukas Bunse vom DKFZ Heidelberg für seine Arbeiten zum Thema „Die Rolle der tumoralen und stromalen MHC-Klasse II Expression im Kontext Neoepitop-spezifischer Hirntumorvakzinierungen“.</p><p><br>Der Vorsitzende der Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer-Stiftung, Prof. emer. Dr. Claus Claussen, wird am 27. Juli 2017 an der Universität Tübingen den Württembergischen Krebspreis übergeben. Er gehört zu den am höchsten dotierten innerhalb der deutschen Krebsforschung.</p><h3>Der Württembergische Krebspreis</h3><p>Seit 2009 lobt die Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer – Stiftung (kurz Dres. Bayer-Stiftung) jährlich den Württembergischen Krebspreis als Projektpreis und/oder Nachwuchspreis aus. Mit dem Preis sollen junge, begabte Mediziner/innen gefördert werden, die auf dem Gebiet der Krebsforschung tätig sind. Die Preise werden für Wissenschaftler unter 40 Jahren ausgeschrieben, die ihre Forschung in Württemberg durchführen oder die gebürtige Württemberger sind. Die Preise für 2017 sind mit insgesamt 55.000 Euro dotiert.</p><h3>Die Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer – Stiftung</h3><p>Die Stiftung des Württembergischen Krebspreises trägt den Namen des an Krebs verstorbenen Stifters Dr. Carl Manfred Bayer und seines Vaters Dr. Carl Maximilian Bayer. Beide waren mehr als sechzig Jahre in der Nähe von Ravensburg als niedergelassene Landärzte tätig. Dr. Carl Manfred Bayer studierte Medizin an der Universität Tübingen. Vorsitzender der Stiftung ist Prof. em. Dr. Claus D. Claussen, ehem. Direktor der Radiologischen Universitätsklinik Tübingen.</p><p><br>Webseite: &lt;link http: www.dres-bayer-stiftung.de&gt;www.dres-bayer-stiftung.de</p><div class="align-right"><p>Dr. Heike Lehmann, Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer – Stiftung</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2017/17-07-11Schneidawind_und_Gatidis_HR_web.jpg" lenght="42937" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-10065</guid><pubDate>Fri, 09 Jun 2017 17:39:00 +0200</pubDate><title>Frontier-led research, the ERC and the role of university communities in securing their future</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/frontier-led-research-the-erc-and-the-role-of-university-communities-in-securing-their-future/</link><description></description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forum/2017/2017-06-01-theguild-0542.jpg" length="415153" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>On 1 June 2017, the President of the University of Tübingen, Bernd Engler, hosted a discussion with 90 representatives of member universities of the Guild, and Jean-Pierre Bourguignon, President of the European Research Council (ERC). Bourguignon urged university communities to be vigilant in defending frontier-led science, asking university presidents and academic leaders to articulate the importance of excellent research to citizens, Members of the European Parlament, national politicians and the media.</p><p>The ERC is one of the most prestigious funding instruments for research in the world. Since 2007, grantees have received six Nobel Prizes, four Fields Medals and five Wolf Prizes, among others. Based on the Council’s undeniable contribution to European societies and global scholarship, Bourguignon stressed the need to increase the ERC’s budget to ensure that more talent can be supported. “Presently, a string of excellent candidates with exceptional ideas cannot be funded – purely for budgetary reasons,” he stated in a recent ERC newsletter.</p><p>In a wide-ranging discussion, Bourguignon and Guild members agreed on the need to collaborate to connect with citizens, researchers and national policymakers, and to reform administrative rules that hinder application processes in some countries. They also emphasised the significance of the ERC for innovation based on excellent science, and the need for interdisciplinary research, which will be aided by the reintroduction of Synergy Grants in 2018. This underlined the Guild’s concern to foreground excellence and collaboration as the key principles for added value of EU-funded research, as Europe provides a unique setting for transdisciplinary collaboration across borders.</p><p>The discussion about frontier-led science and innovation, and their significance to policy-making, affirmed the importance of researchers to be agenda-setting through excellent science, in their research-led teaching, and by providing the basis for informed public debates. Above all, it confirmed the ERC as an essential ally for attracting and retaining the best scientists in Europe and overseas.</p><div class="align-right"><p>Sofia Carbonell </p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forum/2017/2017-06-01-theguild-0542.jpg" lenght="415153" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-13483</guid><pubDate>Thu, 01 Jun 2017 15:03:00 +0200</pubDate><title>Baden-Württemberg Stiftung fördert drei Tübinger Projekte zur Neurorobotik</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/baden-wuerttemberg-stiftung-foerdert-drei-tuebinger-projekte-zur-neurorobotik/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Drei Projekte der Universität Tübingen werden künftig durch das Forschungsprogramm Neurobotik der Baden-Württemberg Stiftung gefördert. Die Stiftung stellt insgesamt vier Millionen Euro zur Verfügung, um Forschungsideen aus dem Bereich der Neurotechnologie, des Neuronal Computing und der neuronal inspirierten Robotik zu unterstützen und damit der zunehmenden Bedeutung dieser Felder gerecht zu werden. Unter den neun ausgewählten Forschungsverbünden sind drei an der Universität Tübingen, dem Universitätsklinikum Tübingen und dem Naturwissenschaftlichen Medizinischen Institut NMI an der Universität Tübingen angesiedelt ‒ sie erhalten zusammen etwa 1.5 Millionen Euro für insgesamt drei Jahre.</p><p>Im Projekt <strong>RetNetControl: Steuerung physiologischer Aktivität in retinalen neuronalen Netzwerken</strong> geht es darum, wie die Aktivität in den neuronalen Netzwerken der Netzhaut gesteuert werden könnte. Zwar sind retinale Sehprothesen klinisch erfolgreich, ihr Betrieb basiert aber noch auf vergleichsweise einfachen Stimulationsmustern. In RetNetControl will die Arbeitsgruppe von PD Dr. Philipp Berens (Forschungsinstitut für Augenheilkunde, Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften und Bernstein Centrum für Computational Neuroscience) theoretische Netzwerkmodelle von retinalen Zellen etablieren, um alternative Stimulationsmuster zu testen. Basierend auf den Modellvorhersagen wird die Arbeitsgruppe von Dr. Günther Zeck (Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut Reutlingen NMI und Bernstein Centrum für Computational Neuroscience) in experimentellen Laborversuchen nachprüfen, inwieweit in blinden Retinas über solche Stimulationsmuster Antworten ausgelöst werden können, die mit denen gesunder Retinas vergleichbar sind. Die gewonnenen Erkenntnisse können zu einer Verbesserung retinaler Implantate und generell invasiver Neurostimulatoren führen.</p><p>Im Projekt <strong>NemoPlast: Lernen mit Neurorobotern: Mensch-Maschine-Schnittstellen zur Förderung motorischer Plastizität</strong> entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Professor Alireza Gharabaghi (Sektion Funktionelle und Restaurative Neurochirurgie, Neurochirurgische Universitätsklinik Tübingen und Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften) ein neuartiges Trainings-System für Schlaganfall-Patienten; viele von ihnen sind auch Jahre nach dem Ereignis deutlich in ihrer Motorik eingeschränkt. Für diese Patienten entwickelt NemoPlast einen Trainings-Neuroroboter, der ein Exoskelett mit einem nicht-invasiven Hirnstimulator verknüpft. Das Exoskelett wird durch Hirnaktivität gesteuert (Brain-Machine Interface) und kann Gelähmte bei Bewegungen von Hand und Arm unterstützen. Der Hirnstimulator aktiviert gleichzeitig und zeitlich abgestimmt (Closed-Loop Stimulation) bisher ungenutzte neuronale Netzwerke und Verbindungen zwischen Gehirn und Muskulatur, um diese gezielt und anhaltend zu stärken. Dieser integrierte neuroprothetische Trainings-Ansatz zielt darauf, Plastizität zu fördern und motorische Funktionen der Patienten wiederherzustellen, damit diese langfristig eigenständige Bewegungen ohne technische Hilfsmittel durchführen können.</p><p>Das Forschungsprojekt <strong>KONSENS-NHE: Entwicklung eines kontext-sensitiven neural-gesteuerten Hand-Exoskeletts zur Wiederherstellung der Alltagsfähigkeit und Autonomie nach Hirn- und Rückenmarksverletzungen</strong> bündelt das Know-How der Universitäten Tübingen, Stuttgart sowie der Hochschule Reutlingen in den Bereichen Gehirn-Maschine Schnittstelle, Robotik und Informatik. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickeln ein im Alltag einsetzbares hirn-gesteuertes Hand-Exoskelett, das es gelähmten Menschen ermöglicht, Alltagsgegenstände zu greifen und somit selbstständiger zu leben. Dr. Surjo Soekadar, Leiter der Forschungsgruppe Angewandte Neurotechnologie am Universitätsklinikum Tübingen und Projektkoordinator, ist sich sicher, dass dies die Lebensqualität von Gelähmten wesentlich verbessern wird. Die Steuerung des Hand-Exoskeletts basiert auf einem sogenannten Brain/Neural-Computer Interaction (BNCI) System. Dabei werden die Hirnströme am Kopf mit Polyamid-Elektroden gemessen und mit weiteren Biosignalen, beispielsweise von Augenbewegungen, kombiniert. Die bloße Vorstellung einer Finger-Bewegung, die zu einem charakteristischen Hirnstrom-Signal führt, wird so in ein Steuersignal für das Hand-Exoskelett übersetzt, das schließlich die gelähmte Hand in Echtzeit bewegt.</p><div class="align-right"><p>Antje Karbe</p></div><h3>Link zu den Teilprojekten: </h3><p>&lt;link https: goo.gl l4jqxx&gt;<a href="https://goo.gl/l4JQXX" target="_blank" rel="noreferrer">goo.gl/l4JQXX</a></p><h3>Forschungsprogramm Neurobotik der Baden-Württemberg Stiftung:</h3><p>&lt;link https: www.bwstiftung.de neurorobotik&gt;<a href="https://www.bwstiftung.de/neurorobotik/#c19559" target="_blank" rel="noreferrer">www.bwstiftung.de/neurorobotik/</a></p><h3>Kontakt:</h3><p>PD Dr. Philipp Berens <br>Universität Tübingen<br>Forschungsinstitut für Augenheilkunde<br>&lt;link&gt;philipp.berens@uni-tuebingen.de<br>&lt;link http: www.berenslab.org&gt;<a href="http://www.berenslab.org" target="_blank" rel="noreferrer">www.berenslab.org</a></p><p>Dr. Günther Zeck<br>Naturwissenschaftlichen Medizinischen Institut NMI an der Universität Tübingen <br>Neurophysik<br>&lt;link&gt;guenther.zeck@nmi.de<br>&lt;link http: www.nmi.de&gt;<a href="http://www.nmi.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.nmi.de</a></p><p>Univ.-Prof. Dr. med. Alireza Gharabaghi<br>Neurochirurgische Universitätsklinik<br>Universität Tübingen<br>Sektion Funktionelle und Restaurative Neurochirurgie<br>&lt;link&gt;alireza.gharabaghi@uni-tuebingen.de</p><p><br>Dr. med. Surjo R. Soekadar<br>Universitätsklinikum Tübingen<br>Universität Tübingen<br>Arbeitsgruppe Angewandte Neurotechnologie<br>&lt;link&gt;surjo.soekadar@uni-tuebingen.de</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Online</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-15576</guid><pubDate>Wed, 31 May 2017 13:22:00 +0200</pubDate><title>Werner-Creutzfeldt-Preis an Norbert Stefan </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/werner-creutzfeldt-preis-an-norbert-stefan/</link><description>Ehrung für Tübinger Diabetesforscher</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2017/17-05-31_Stefan_Norbert_Prof_2015web.jpg" length="80773" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Professor Dr. med. Norbert Stefan vom Universitätsklinikum Tübingen wurde für seine herausragenden Arbeiten zur „Identifikation von Phänotypen des Prädiabetes und des Typ-2-Diabetes zum besseren Verständnis des Diabetes mellitus und zur Implementation von innovativen Präventions- und Therapiekonzepten“ mit dem Werner-Creutzfeldt-Preis 2017 der Deutschen Diabetes Gesellschaft geehrt.</p><p>Der mit 10.000 Euro dotierte und von Lilly Deutschland gestiftete Werner-Creutzfeldt-Preis wurde ihm Ende Mai auf der Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft 2017 in Hamburg verliehen. Der Preis wird an forschende Mediziner und Naturwissenschaftler für außerordentliche Arbeiten auf dem Gebiet der Pathophysiologie und Therapie des Diabetes mellitus, insbesondere mit dem Schwerpunkt auf dem Gebiet „gastrointestinale Hormone“, verliehen.</p><p>Seit 2011 ist Norbert Stefan Inhaber des Lehrstuhls und der W3-Heisenberg-Professur für klinisch-experimentelle Diabetologie an der Medizinischen Klinik, Innere Medizin IV am Universitätsklinikum Tübingen und Leiter der Abteilung Pathophysiologie des Prädiabetes des Instituts für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen (IDM) des Helmholtz Zentrums München an der Universität Tübingen.<br>Schwerpunkte seiner Arbeit sind Untersuchungen zur Ursache, Folge und Therapie der nichtalkoholischen Fettlebererkrankung, wobei insbesondere die Wirkung des Inkretinhormons GLP-1 zunehmend an Bedeutung erlangt. Weitere Schwerpunkte seiner Arbeit sind Untersuchungen zur Rolle von Hepatokinen, insbesondere Fetuin-A, im Metabolismus, zum Verständnis der metabolisch gesunden Adipositas und von Phänotyp-basierten Präventions- und Therapiekonzepten beim Typ-2-Diabetes und seiner Folgeerkrankungen.</p><div class="align-right"><p>Pressemitteilung des Universitätsklinikums Tübingen (UKT)</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2017/17-05-31_Stefan_Norbert_Prof_2015web.jpg" lenght="80773" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-13918</guid><pubDate>Fri, 26 May 2017 13:14:00 +0200</pubDate><title>Universität Tübingen als Partnerin im neuen Sonderforschungsbereich Transregio zu Leberkrebs</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/universitaet-tuebingen-als-partnerin-im-neuen-sonderforschungsbereich-transregio-zu-leberkrebs/</link><description>Mit vereinten wissenschaftlichen Kräften erforschen drei Hochschulen schwer behandelbare solide Tumore</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-05-26_SFBTRR_209_Lars_Zender_26.jpg" length="177086" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<div><p>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert einen neuen Sonderforschungsbereich Transregio (SFB/TRR) zur Erforschung von Leberkrebs und neuen Therapieansätzen. An dem SFB/TRR sind neben der Universität Heidelberg als Sprecherhochschule die Universität Tübingen und die Medizinische Hochschule Hannover beteiligt. Der SFB/TRR 209 mit dem Titel „Leberkrebs – Neue mechanistische und therapeutische Konzepte am Modell eines soliden Tumors“ wird von Anfang Juli 2017 an über vier Jahre gefördert. Der SFB/TRR steht unter der Leitung von Professor Peter Schirmacher vom Institut für Pathologie des Universitätsklinikums Heidelberg, Tübinger Sprecher ist Professor Nisar Malek von der Abteilung für Hepatologie, Gastroenterologie, Infektiologie des hiesigen Universitätsklinikums.</p><p>&nbsp;</p></div><div></div><div></div><div><p>Weltweit gesehen ist Leberkrebs der fünfthäufigste Krebs, der mehr als 750.000 Todesfälle pro Jahr verursacht. Er steht an zweiter Stelle der Krebsarten mit dem höchsten Sterberisiko, denn er wird bisher häufig erst in einem späten Stadium erkannt und ist schwer behandelbar. Zudem sind in den westlichen Industrieländern teilweise dramatische Steigerungsraten bei bestimmten Leberkrebstypen zu verzeichnen. Die Gründe liegen zum Beispiel in der zunehmenden Zahl von Menschen mit Adipositas und der daraus resultierenden chronischen Leberentzündung, die als Vorstufe der Krebsentstehung zu werten ist. An neuen Therapien wird unter Hochdruck geforscht.</p><p>&nbsp;</p></div><div></div><div></div><div><p>Neuere Forschungsarbeiten haben einen umfassenden Einblick in die genetischen und epigenetischen Veränderungen gegeben, die in den Leberzellen bei der Entwicklung eines Tumors auftreten. Die Wissenschaftler haben mehrere Stoffwechselwege identifiziert, die dabei von Änderungen betroffen sind. Darauf aufbauend wollen die Wissenschaftler im neuen SFB/TRR die komplexen Gesamtmechanismen beschreiben, die zur Entstehung von Leberkrebs führen. In einem Teilbereich konzentrieren sie sich dabei auf die Mechanismen der Tumorentstehung bei chronischen Virusinfektionen und Leberentzündung, etwa durch Hepatitis B- und Hepatitis C-Viren. Im zweiten Teilbereich befassen sie sich insbesondere mit den Veränderungen in den Tumorzellen selbst und den Beziehungen zwischen dem Tumor und dem umgebenden Körpergewebe. Der dritte Teilbereich im SFB/TRR dreht sich um die Entwicklung dringend benötigter neuer Therapieansätze zur Behandlung von Leber- und Gallenwegskrebs und schließt innovative Verfahren wie die Immuntherapie oder die Entwicklung neuer Medikamente zur Beeinflussung der Leberkrebsvorstufen mit ein.</p><p>&nbsp;</p></div><div></div><div></div><div class="align-right"><div><p>Janna Eberhardt</p></div></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Online</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-05-26_SFBTRR_209_Lars_Zender_26.jpg" lenght="177086" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-14970</guid><pubDate>Thu, 18 May 2017 11:49:00 +0200</pubDate><title>Abfallverwertung: Wertstoffe aus Asche gewinnen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/abfallverwertung-wertstoffe-aus-asche-gewinnen/</link><description>Holzasche enthält wertvolle Schwermetalle – Forscher der Universität Tübingen und der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg wollen sie in einem gemeinsamen Forschungsprojekt nutzbar machen.</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-05-18-Abfallverwertung-4.jpg" length="283615" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Die Asche, die bei der Verbrennung von Holz in Kraftwerken und in Heizwerken anfällt, enthält Schwermetalle in unterschiedlichen Konzentrationen. Diese kommen in ihrer reinen Form in der Industrie zum Einsatz, zum Beispiel beim Ausbau der Windenergie oder Elektromobilität. In der Asche gebunden sind sie aber unbrauchbar und machen die Entsorgung kostspielig.</p><p>Um die Potentiale von Asche nutzbar zu machen und die Entsorgungskosten zu senken, startete an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR) in Kooperation mit der Universität Tübingen im April 2017 das Forschungsprojekt „Aufbereitung von Holzaschen zur individuellen Nutzung der Mineralstoffe und Spurenelemente“ (AMinS). An der Universität Tübingen entwickelte der Geomikrobiologe Professor Dr. Andreas Kappler die grundlegenden Ansätze zur Wiedergewinnung wertvoller Metalle aus Müllverbrennungsschlacken. Im nächsten Schritt wollen Professor Kappler und Professor Harald Thorwarth, Experte für Feuerungstechnik an der HFR, gemeinsam nach Anwendungsmöglichkeiten suchen. Harald Thorwarth wird mit seiner Arbeitsgruppe eine Datenbasis für Urban-Mining (siehe Info-Kasten) aus Holzaschen und technische Lösungen für die Nutzbarmachung der darin enthaltenen Spurenelemente erarbeiten. Ziel ist es, gemeinsam ein Verfahren zu entwickeln, mit dem Mikroelemente in der Asche, insbesondere Edelmetalle zuverlässig abgeschieden werden können. Dadurch könnten die Kosten für die Ascheentsorgung deutlich gesenkt werden. Die aufbereitete Asche würde als Dünger oder in Baustoffen und die Spurenelemente als wertvolle Rohstoffe weiter verwendet.</p><p>Das Projekt AminS ist eingebettet in das Konzept der Hochschulregion Tübingen-Hohenheim und beinhaltet auch eine Doktorandenstelle, die von der Universität Tübingen und der HFR gemeinsam betreut wird. Die Untersuchungen werden durch das Land Baden-Württemberg mit 160.000 Euro gefördert. Außer dem Land Baden-Württemberg unterstützen die Firmen NOVIS GmbH, Biomasse Heizkraftwerk Herbrechtigen GmbH, EnBW Energie Baden-Württemberg AG und MVV Energy Solutions GmbH das Projekt.</p><div class="align-right"><p>Susanne Zahn</p></div><h3>Kontakt: </h3><div class="table-rwd"><div class="table-rwd__overflow"><table class="csc-frame-frame6"><tbody><tr><td rowspan="1"><p><img data-htmlarea-clickenlarge="1" data-htmlarea-file-uid="405777" data-htmlarea-file-table="sys_file" src="fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/17-05-18-Abfallverwertung-1.jpg" alt title height="150" width="100" style></p><p>Foto: Wolfgang Gerber </p></td><td rowspan="1">Prof. Dr. Andreas Kappler <br>Universität Tübingen <br>Zentrum für Angewandte Geowissenschaften  <br>Telefon +49-(0)7071-29-74992  <br>&lt;link&gt;andreas.kappler@uni-tuebingen.de </td></tr><tr><td rowspan="1"><p><img data-htmlarea-clickenlarge="1" data-htmlarea-file-uid="405774" data-htmlarea-file-table="sys_file" src="fileadmin/_processed_/csm_17-05-18-Abfallverwertung-2_3a3eb609d6.jpg" alt title height="100" width="150" style></p><p>Foto: Petra Martin-Jakob</p></td><td rowspan="1">Prof. Dr.-Ing. Harald Thorwarth<br>Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg<br>Professur für Feuerungstechnik<br>Tel. +49 (0)7472-951-142<br>&lt;link&gt;thorwarth@hs-rottenburg.de</td></tr></tbody></table></div></div><div class="table-rwd"><div class="table-rwd__overflow"><table class="csc-frame-frame6"><tbody><tr><td><img data-htmlarea-clickenlarge="1" data-htmlarea-file-uid="405771" data-htmlarea-file-table="sys_file" src="fileadmin/_processed_/csm_17-05-18-Abfallverwertung-3_8d7d0af324.jpg" alt title height="200" width="300" style></td><td><p>Julian Tejada wird in seiner Dissertation  unter anderem eine Versuchsanlage konstruieren, mit deren Hilfe Aschen aufbereitet werden können. </p><p>Foto: Petra Martin-Jakob</p></td></tr><tr><td><img data-htmlarea-clickenlarge="1" data-htmlarea-file-uid="405765" data-htmlarea-file-table="sys_file" src="fileadmin/_processed_/csm_17-05-18-Abfallverwertung-5_bd77ee077e.jpg" alt title height="200" width="300" style></td><td><p>Im Labor werden die Aschen genau analysiert und in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt. </p><p>Foto: Petra Martin-Jakob</p></td></tr><tr><td><img data-htmlarea-clickenlarge="1" data-htmlarea-file-uid="405762" data-htmlarea-file-table="sys_file" src="fileadmin/_processed_/csm_17-05-18-Abfallverwertung-6_3eb320e120.jpg" alt title height="200" width="300" style></td><td><p>In der vorderen Reihe sind zerkleinerte Brennstoffe zu sehen: Buche, Eiche und Fichte, in der hinteren Reihe zerkleinerte Aschen. </p><p>Foto: Petra Martin-Jakob</p></td></tr></tbody></table></div></div><div class="table-rwd"><div class="table-rwd__overflow"><table class="csc-frame-frame3"><thead><tr><th>Urban Mining: </th></tr></thead><tbody><tr><td><p>Urban-Mining heißt „Städtischer Bergbau“ und steht für einen Vorgang, in dem Rohstoffe in Abfall, alten Elektrogeräten, Autos und vielem mehr identifiziert und für die Weiterverwertung aufbereitet werden. Urban Mining ist eine Möglichkeit, wertvolle Rohstoffe zu gewinnen und dabei die natürlichen Ressourcen der Erde zu schonen.</p></td></tr></tbody></table></div></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Online</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-05-18-Abfallverwertung-4.jpg" lenght="283615" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-13584</guid><pubDate>Tue, 16 May 2017 11:23:00 +0200</pubDate><title>Auf der Suche nach neuen Wirkstoffen gegen Krebs</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/auf-der-suche-nach-neuen-wirkstoffen-gegen-krebs/</link><description>Ungewöhnliche Hemmstoffe des Proteasoms: Bauplan entschlüsselt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Forscherinnen und Forscher aus der Pharmazeutischen Biologie und des Interfakultären Instituts für Mikrobiologie und Infektionsmedizin der Universität Tübingen sowie der Universität Bielefeld haben eine neue Klasse von medizinisch interessanten Proteasominhibitoren untersucht: Die Ergebnisse zur Herstellung β-Lacton-haltiger Verbindungen könnten die Suche nach neuen Wirkstoffen für die Krebsbehandlung aus bakteriellen Quellen wesentlich beschleunigen, berichtet die Arbeitsgruppe von Juniorprofessor Leonard Kaysser. Die Studie wurde kürzlich im Fachmagazin Angewandte Chemie Internationale Edition veröffentlicht.</p><h3>Proteasominhibitoren</h3><p>Das Proteasom ist ein überlebenswichtiger Proteinkomplex in menschlichen und pflanzlichen Zellen. Als zelluläre „Müllentsorgungsanlage“ ist es dafür zuständig falsch gefaltete oder nicht mehr benötigte Proteine abzubauen. In vielen Zellprozessen besitzt das Proteasom eine Schlüsselrolle in dem es den Gehalt wichtiger Schaltermoleküle reguliert. Wird es gehemmt, führt dies vor allem bei schnell wachsenden Zellen zu deren Tod – diese Wirkung wird bei der Entwicklung von Proteasominhibitoren für die Krebsbehandlung genutzt.</p><h3>Krebsmedikamente aus Naturstoffen</h3><p>In Deutschland stehen derzeit zwei Arzneistoffe aus der Klasse der Proteasominhibitoren zur Verfügung, Bortezomib und Carfilzomib. Beide werden für die Therapie des Multiplen Myeloms eingesetzt, einer bösartigen Erkrankung des Knochenmarks. Die meisten Hemmstoffe des Proteasoms wirken, indem sie fest an die aktiven Untereinheiten binden und diese damit ausschalten. Diese feste Bindung wird in der Regel durch reaktive chemische Gruppen in der Struktur der Inhibitoren vermittelt. Die Untersuchung solcher Gruppen ist von großem Interesse, da sich damit die Hoffnung verbindet, neue Leitstrukturen für die Krebstherapie zu entdecken.</p><p>Eine Vielzahl von klinisch angewendeten Krebsmedikamenten wurde aus Naturstoffen entwickelt, also aus niedermolekularen chemischen Verbindungen die von Pilzen, Bakterien oder Pflanzen produziert werden. Die Arbeitsgruppe von Leonard Kaysser beschäftigt sich am Pharmazeutischen Institut seit einigen Jahren mit bakteriellen Naturstoffen deren inhibitorische Wirkung auf reaktive chemische Gruppen zurückzuführen ist. Unter anderem konnten sie zeigen, wie Epoxomicin, auf dessen Grundlage Carfilzomib entwickelt wurde, durch Bakterien gebildet wird.</p><h3>Über Umwege den Bauplan des Genoms untersucht</h3><p>In der aktuellen Studie hatten sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit einer weiteren Klasse medizinisch interessanter Proteasominhibitoren befasst. Dabei handelt es sich um bakteriell hergestellte Peptide die eine ungewöhnliche β-Lacton-Gruppe aufweisen. Um die Bildung dieser Verbindungen in den Bakterien untersuchen zu können musste das Forscherteam Umwege gehen. Doktorand und Erstautor Felix Wolf: „Wir haben als erstes die Genome der Produzentenstämme sequenziert und waren ziemlich erstaunt: Auch ausgefeilte Genomanalyse- und Annotierungsalgorithmen, wie das in Tübingen mitentwickelte AntiSMASH, konnten keinen Hinweis darauf geben, welche Gene in den Bakterien für die Herstellung der Proteasominhibitoren verantwortlich sind. Aber das hat es für uns nur interessanter gemacht.“</p><p><br>Durch Fütterungsexperimente mit markierten Vorstufen konnten die Forscher ein Modell zur Biosynthese der Verbindungen aufstellen, das Ähnlichkeiten zum Stoffwechselweg der Aminosäure Leucin aufwies. Mit diesem wurde schließlich der Bauplan der Moleküle im jeweiligen Genom gefunden und durch Mutationen sowie biochemische Experimente untersucht. Tatsächlich zeigte sich, dass die peptidische Grundstruktur der Proteasominhibitoren nicht wie üblich vom Ribosom oder von nicht-ribosomalen Peptidsynthetasen gebildet wird, sondern von ungewöhnlichen diskreten Enzymen, sogenannten Amidsynthetasen.</p><p><br>Mit den Ergebnissen zur Herstellung β-Lacton-haltiger Proteasominhibitoren lässt sich die Suche nach neuen Wirkstoffen für die Krebsbehandlung in bakteriellen Quellen wesentlich beschleunigen, so die Hoffnung der Wissenschaftler.</p><div class="align-right"><p>Antje Karbe</p></div><h3>Publikation: </h3><p>Felix Wolf, Judith S. Bauer, Theresa M. Bendel, Andreas Kulik, Jörn Kalinowski, Harald Gross, Leonard Kaysser: Biosynthesis of the β-Lactone Proteasome Inhibitors Belactosin and Cystargolide. Angewandte Chemie Internationale Edition, 28. April 2017 (doi: 10.1002/anie.201612076), &lt;link http: www.onlinelibrary.wiley.com doi anie.201612076 full&gt;www.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/anie.201612076/full.</p><h3>Kontakt: </h3><p>Prof. Leonard Kaysser<br>Universität Tübingen<br>Pharmazeutische Biologie<br>Telefon +49 7071 29-77671<br>&lt;link&gt;leonard.kaysser@pharm.uni-tuebingen.de</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-15372</guid><pubDate>Tue, 16 May 2017 10:51:00 +0200</pubDate><title>Risky Understanding: Summer School on Aesthetics, Responsibility, Communication at University of Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/risky-understanding-summer-school-on-aesthetics-responsibility-communication-at-university-of-tuebingen/</link><description></description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2017/17-05-15_UNC_161352_web.jpg" length="116597" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<div><p>On Monday, May 15, researchers from the University of Tübingen welcomed 11 of their colleagues from the University of North Carolina at Chapel Hill. The American scholars from German and Media Studies came to Tübingen for a one-week Summer School under the title “Risky Understanding: Aesthetics, Responsibility, Communication.”</p></div><div><p>The Summer School extends and deepens the existing research collaboration between the Media Studies and German Departments of the University of Tuebingen and the University of North Carolina at Chapel Hill (UNC). The previous thematic focus of the cooperation between both our universities centered on specific conditions of understanding within changing environments of mediated communication. </p></div><div></div><div></div><div><p>&nbsp;</p><p>The two central concepts that proved fundamental to reflect upon concrete processes of communication and understanding in all their salient aspects have been the concepts of ambiguity and multimodality. Depending on the respective context and function, however—within literature, for instance, as opposed to within everyday life—ambiguity and multimodality have both invited rather different evaluations. From a very general point of view, aesthetic or literary contexts can be understood as a kind of laboratory to generate—and to experiment upon—the most complex semiotic tools to differentiate meaning within societies. These tools could then be used in everyday situations to achieve certain communicative ends.</p></div><div></div><div></div><div><p>&nbsp;</p><p>Exploring this line of inquiry further, the upcoming Summer School will emphasize related problems of ethics connected to all kinds of mediated discourse. In particular, various forms of persuasive practices will be foregrounded between the two poles of instrumental communication and aesthetics. Persuasion is thus understood in a rather broad sense, including all kinds of indirect influence by means of cultural or political norms or values; sometimes, those can only be observed in hindsight even by the agents involved. </p></div><div></div><div></div><div><p>&nbsp;</p><p><strong>On Thursday, May 18, 2017, 6 p.m., two public lectures at the archaeology lecture hall in Schloss Hohentübingen will investigate these relations from a historical perspective:</strong></p></div><div></div><div></div><div><p>&nbsp;</p><p>Jonathan Hess (UNC German): “Deborah and Her Sisters: How One Nineteenth-Century Melodrama and a Host of Celebrated Actresses Put Judaism on the World Stage”</p></div><div></div><div></div><div><p>&nbsp;</p><p>Olaf Kramer (Tübingen Rhetoric): “Written Life: Rhetorical Configurations in Goethe’s Poetry and Truth”</p><p>&nbsp;</p></div><div></div><div></div><div class="align-right"><p>Klaus Sachs-Hombach</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Termine</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Online</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2017/17-05-15_UNC_161352_web.jpg" lenght="116597" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-15831</guid><pubDate>Mon, 15 May 2017 16:12:00 +0200</pubDate><title>Tübingen an neuem DFG-Graduiertenkolleg in der Psychologie beteiligt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebingen-an-neuem-dfg-graduiertenkolleg-in-der-psychologie-beteiligt/</link><description>Forschung zur statistischen Modellierung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Tübingen ist mit zwei Projekten an einem neuen DFG-geförderten Graduiertenkolleg (GRK) beteiligt. Der Forschungsverbund, der zum 1. Oktober starten wird, befasst sich mit statistischer Modellierung in der Psychologie. Das standortübergreifende GRK wird die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Universitäten Freiburg, Heidelberg, Koblenz-Landau, Mannheim und Tübingen vertiefen. Professorin Mandy Hütter und Professor Rolf Ulrich leiten die beiden Tübinger Projekte. Der Gesamtverbund wird geleitet von Professor Edgar Erdfelder von der Universität Mannheim. Die DFG fördert das Graduiertenkolleg über einen Zeitraum von viereinhalb Jahren mit insgesamt vier Millionen Euro.</p><p>Das Graduiertenkolleg (GRK) „Statistische Modellierung in der Psychologie (SMiP)” zielt auf einen Brückenschlag zwischen zwei weitgehend isolierten Forschungsgebieten in den Verhaltenswissenschaften ab, nämlich Forschung in Grundlagen- und Anwendungsdisziplinen der Psychologie auf der einen sowie neuesten Entwicklungen in der statistischen Modellierung und Psychometrie auf der anderen Seite. Um die Trennung der Psychologie in Grundlagen-beziehungsweise anwendungsorientierte Forschung  sowie Methodenlehre zu überwinden, soll SMiP statistische Modelle entwickeln als Rahmen für die Formalisierung psychologischer Theorien und Forschungsfragen. Somit können theoretische Vorhersagen präzise formuliert und statistische Techniken zur Messung psychologischer Konstrukte sowie zur Prüfung dieser Vorhersagen mit neuesten Methoden eingesetzt werden.</p><p>Das Forschungsprogramm des GRK umfasst einerseits Anwendungen existierender statistischer Modellklassen auf neuartige Forschungsfragen in der Kognitions- und Sozialpsychologie sowie in angewandten Gebieten wie der Arbeits- und Organisationspsychologie. Ein besonderes Ziel besteht hierbei darin, Modellklassen, die bislang auf spezifische Forschungsgebiete beschränkt waren, für neue Anwendungsbereiche nutzbar zu machen. Darüber hinaus sollen neue Modellklassen und Techniken zur Untersuchung innovativer Forschungsfragen entwickelt werden. Speziell in der kognitiven Psychometrie sollen theoretisch begründete Modelle entwickelt werden, welche die Analyse von experimentellen Effekten bei gleichzeitiger Berücksichtigung individueller Unterschiede ermöglichen. In Bereichen der Psychologie, die sich auf komplexe Felddaten stützen, werden Multilevel-Modelle mit Gruppen-, Individuen- und Situationseffekten weiter verfeinert und die Anwendbarkeit von Modellen geprüft, die bislang primär in der Kognitiven Psychologie genutzt wurden.</p><div class="align-right"><p>Karl G. Rijkhoek</p></div><ul><li>&lt;link http: www.dfg.de service presse pressemitteilungen pressemitteilung_nr_14 index.html&gt;Pressemitteilung der DFG</li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Online</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-15432</guid><pubDate>Mon, 15 May 2017 11:42:00 +0200</pubDate><title>Hans-Joachim Lang erhält Forschungspreis „Medicine after the Holocaust“</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/hans-joachim-lang-erhaelt-forschungspreis-medicine-after-the-holocaust/</link><description>Honorarprofessor des Ludwig Uhland-Instituts bei Workshop in Israel ausgezeichnet</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Journalist Dr. Hans-Joachim Lang, Honorarprofessor am Ludwig Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft, hat für seine Publikationen den Forschungspreis des „Center for Medicine after the Holocaust“ in Houston erhalten. Der Preis wurde zum fünften Mal vergeben und bei einem internationalen Workshop im Western Galilee College (Akko, Israel) ausgehändigt, an dem 140 Forscher aus 17 Ländern teilnahmen. Hans-Joachim Lang sprach in seinem Vortrag über „Häftlingsärzte in Block 10 (Auschwitz)“.</p><p><br>Während seiner Tätigkeit als Journalist gelang es Lang durch ausführliche Recherche, anonyme Auschwitz-Opfer zu identifizieren: Sie waren im Dritten Reich für die Anatomische Sammlung ermordet worden, die der Mediziner August Hirt an der Universität Straßburg aufbaute. Lang hatte in intensiver Arbeit die Biografien 86 jüdischer Opfer ermittelt. Ihre Namen sind heute an einem Massengrab auf dem Jüdischen Friedhof in Straßburg gelistet. In einem kürzlich veröffentlichten Buch erzählt der Wissenschaftler nun die Geschichte von 800 Frauen, die in Block 10 des Konzentrationslagers Auschwitz Opfer medizinischer „Experimente“ wurden.</p><p><br>Das Center for Medicine after the Holocaust (CMATH) sagt in einer Selbstdarstellung über seine Ziele:</p><ul><li>"The mission of the Center for Medicine after the Holocaust (CMATH) is to challenge doctors, nurses and bioscientists to personally confront the medical ethics of the Holocaust and apply that knowledge to contemporary practice and research, being mindful of the Hippocratic Oath with every step. CMATH is concerned that healthcare personnel, like all human beings, have the capacity to believe they are doing good when they are actually doing harm. By studying the past, the center hopes to provide knowledge for today that will prevent the repetition of previous errors and lead to wisdom in future doctors, nurses, bioscientists and healthcare policy makers so that they will provide better care for their patients and fellow citizens."</li></ul><p><br>&lt;link http: www.medicineaftertheholocaust.org&gt;www.medicineaftertheholocaust.org/</p><div class="align-right"><p>Antje Karbe</p></div><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Hans-Joachim Lang<br>Universität Tübingen<br>Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft <br>&lt;link&gt;hans-joachim.lang@uni-tuebingen.de</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Leute</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-15102</guid><pubDate>Fri, 12 May 2017 17:22:00 +0200</pubDate><title>Kleine Fächer: Wissenschaftsministerium fördert zwei Projekte mit Tübinger Beteiligung</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/kleine-faecher-wissenschaftsministerium-foerdert-zwei-projekte-mit-tuebinger-beteiligung/</link><description>Ur- und Frühgeschichte sowie Empirische Kulturwissenschaft erhalten Gelder aus Strukturfonds des Landes</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg fördert innovative und kreative Projekte, um die Leistungsfähigkeit und Zukunftsperspektive von Kleinen Fächern an den Universitäten des Landes zu sichern und zu stärken. Dazu wurde der Zukunftsrat Kleine Fächer als zentrale Moderationsplattform berufen und ein Strukturfonds eingerichtet, der mit insgesamt drei Millionen Euro für zunächst drei Jahre die Leistungsfähigkeit der Kleinen Fächer weiterentwickeln soll. Seit Juli 2016 wurden bereits sieben Vorhaben gefördert. Im Rahmen einer zweiten Ausschreibung aus dem Strukturfonds wurden vom Zukunftsrat jetzt sechs Anträge wurden zur Förderung ausgewählt, die mit insgesamt rund 1,15 Millionen Euro bis Mitte 2019 gefördert werden. Darunter sind die Projekte "Archäologie der Zukunft – Direktvermittlung Wissen" (Fördersumme: rund 196.000 Euro) und "Vernetzt lernen, forschen, vermitteln" (Fördersumme: rund 250.000 Euro) mit Tübinger Beteiligung.</p><p><br>Das Projekt des Pfahlbaumuseums Unteruhldingen und der Universität Tübingen will gemeinsam Maßnahmen entwickeln, um Fachinhalte für Schulen und eine breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen.</p><p>Besonders erfreulich sei, so das Wissenschaftsministerium, dass sich die Kleinen Fächer wie beispielsweise im Verbundprojekt „Vernetzt lernen, Forschen, Vermitteln“ untereinander vernetzen.</p><p><br>„Wir möchten mit unserer Initiative und unserer Förderung die Vielfalt kleiner Fächer in Baden-Württemberg fördern, ihre Kompetenzen ausbauen, sodass sie die Zukunft mitgestalten können: Kleine Fächer sind ein Garant für Innovationen, sichern ein breites Wissensspektrum und tragen mit ihren Ergebnissen zur Grundlagenforschung bei“, sagt die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.</p><h3>Die Projekte mit Tübinger Beteiligung:</h3><ul><li>Archäologie der Zukunft – Direktvermittlung Wissen (Fördersumme: rund 196.000 Euro)<br>Das Kleine Fach „Ur- und Frühgeschichte“ steht in diesem Vorhaben im Mittel-punkt: Gemeinsam werden das Pfahlbaumuseum Unteruhldingen und die Universität Tübingen zukunftsfähige Vermittlungseinheiten für Museen und Schulen entwickeln und so die Fachinhalte in die Schule und in die Öffentlichkeit transferieren. Dabei stehen innovative Materialien und Methoden im Fokus, um die Bevölkerung direkt aus den Wissenswerkstätten zu informieren.</li><li>Vernetzt lernen, forschen, vermitteln (Fördersumme: rund 250.000 Euro)<br>Fünf wissenschafts- und sammlungsorientierte Institutionen haben sich in diesem Vorhaben zusammengefunden, um das Kleine Fach „Empirische Kulturwissen-schaft“ zu stärken, indem umfangreiche vorhandene Sammlungen als Ressource für Lehre und gesellschaftlichen Wissenstransfer genutzt werden (Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie/Universität Freiburg, Zentrum für Populäre Kultur und Musik/Universität Freiburg, Badisches Landesmuseum Karlsruhe, Außenstelle Südbaden, Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft/Universität Tübingen, Landesmuseum Württemberg Stuttgart, Landesstelle für Volkskunde). So entstehen kooperative Strukturen von universitären und außeruniversitären Einrichtungen, die eine hohe Sichtbarkeit generieren und so die Wettbewerbsfähigkeit des kleinen Faches mit der ausgewiesenen Expertise zum alltagskulturellen Erbe steigern und stärken wird.</li></ul><h3>Vollständige Pressemitteilung des MWK mit allen geförderten Projekten: </h3><p>&lt;link http: mwk.baden-wuerttemberg.de de service presse pressemitteilung pid kleine-faecher-wissenschaftsministerium-foerdert-sechs-exoten-in-freiburg-tuebingen-heidel external-link-new-window external link in new&gt;Kleine Fächer - Wissenschaftsministerium fördert sechs „Exoten“ in Freiburg, Tübingen, Heidelberg und Hohenheim </p><h3>Weitere Informationen:</h3><p>&lt;link http: mwk.baden-wuerttemberg.de de hochschulen-studium kleine-faecher&gt;<a href="http://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/hochschulen-studium/kleine-faecher" target="_blank" rel="noreferrer">mwk.baden-wuerttemberg.de/de/hochschulen-studium/kleine-faecher</a></p><div class="align-right"><p>Maximilian von Platen</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-16044</guid><pubDate>Thu, 04 May 2017 16:52:00 +0200</pubDate><title>Heinz Maier-Leibnitz-Preis für Juniorprofessorin Mandy Hütter</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/heinz-maier-leibnitz-preis-fuer-juniorprofessorin-mandy-huetter/</link><description>Tübinger Psychologin erhält höchste Auszeichnung für wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2017/2017-05-04huetter.jpg" length="3108857" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Mandy Hütter (33), Juniorprofessorin für Sozial – und Wirtschaftspsychologie an der Universität Tübingen, hat den Heinz Maier-Leibnitz-Preis erhalten. Bundesforschungsministerin Johanna Wanka überreichte die wichtigste Auszeichnung für wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland am 4. Mai 2017 in Berlin. Die Preisträger werden von einem Ausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ausgewählt. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.</p><h3>An der Schnittstelle zwischen Sozialpsychologie und Kognitiver Psychologie</h3><p>Mandy Hütter sei eine vielversprechende junge Wissenschaftlerpersönlichkeit, die bereits ein sehr eigenständiges Profil entwickelt habe und von der die Forschung noch viel erwarten könne, sagte die Ministerin in ihrer Laudatio.</p><p>Das Arbeitsgebiet der Psychologin bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Sozialpsychologie und Kognitiver Psychologie, sie beschäftigt sich mit den Fragen: Wie erwerben wir Einstellungen? Wann entwickeln sich aus diesen generalisierte Einstellungen wie Vorurteile oder Phobien? Wie beeinflussen unsere Einstellungen unser Verhalten? Welche Faktoren beeinflussen unsere moralischen Urteile? Und wie können wir die „Weisheit der Vielen“ für uns und im Rahmen demokratischer Prozesse nutzen?</p><h3>Mit 29 Jahren zur Juniorprofessorin ernannt</h3><p>Mandy Hütter wurde nach dem Studium der Psychologie in Tübingen und in Amherst, Massachusetts, USA, im Jahr 2010 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg promoviert. Seit 2015 leitet sie die Emmy Noether-Nachwuchsgruppe „The Role of the Ecology in Evaluative Conditioning“ an der Universität Tübingen. Sie wurde bereits mit 29 Jahren zur Juniorprofessorin ernannt und hat sich in sehr kurzer Zeit ein internationales wissenschaftliches Netzwerk geschaffen – sie kooperiert mit Kolleginnen und Kollegen aus Belgien, Israel, den Niederlanden und den USA.</p><h3>Besser verstehen, wie sich Einstellungen durch soziale Kontexte verändern</h3><p>Dieses Forschungsgebiet sei von hoher praktischer und gesellschaftlicher Relevanz, sagte die Ministerin. „Es hilft, besser verstehen zu können, wie sich Einstellungen durch soziale Kontexte verändern beziehungsweise durch soziale Bewertungen konditioniert werden kön-nen. Es beschreibt dabei die soziale Genese der Bewertung zunächst neutraler Objekte, kann aber auch Strategien aufzeigen, wie man gezielt auf solche Einstellungssyndrome ein-wirken kann. Die gesellschaftlichen Diskussionen um Stereotypen und Vorurteile, aber auch Identitätspolitik und Exklusionserfahrungen zeigen, wie wichtig und aktuell das Thema ist.“</p><h3>Heinz Maier-Leibnitz-Preis</h3><p>Seit 1977 wird der Heinz Maier-Leibnitz-Preis jährlich an hervorragende junge Forscherinnen und Forscher verliehen: als Anerkennung und Ansporn, ihre wissenschaftliche Laufbahn geradlinig fortzusetzen. Benannt ist er nach dem Atomphysiker und früheren DFG-Präsidenten Heinz Maier-Leibnitz, in dessen Amtszeit (1973–1979) er erstmals vergeben wurde.</p><div class="align-right"><p>Antje Karbe</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category><category>MatNat-Aktuell</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/_processed_/e/e/csm_2017-05-04huetter_e94cdea839.jpg" lenght="3108857" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-15842</guid><pubDate>Thu, 09 Mar 2017 14:02:00 +0100</pubDate><title>Mikrobiologie: Samuel Wagner mit DGHM-Förderpreis 2017 ausgezeichnet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/mikrobiologie-samuel-wagner-mit-dghm-foerderpreis-2017-ausgezeichnet/</link><description>Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) am 5. März 2017 in Würzburg wurde dem Tübinger Jun. Prof. Dr. Samuel Wagner der mit 2500 EUR dotierte DGHM-Förderpreis 2017 verliehen. Samuel Wagner ist Mikrobiologe und Biochemiker, dessen besonderes Interesse der in vivo Analyse der Biogenese und Funktion von bakteriellen Virulenz-assoziierten Sekretionssystemen und deren Substraten gilt. </description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2017/17-03-09Wagner_Samuel_Prof.jpg" length="254737" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Nach dem Studium, das Samuel Wagner in Marburg begann und 2003 am Karolinska Institut in Stockholm abschloss, promovierte er 2008 im Fach Biochemie an der Stockholmer Universität, anschließend war er als Postdoc an der Yale University (New Haven; USA) in der Arbeitsgruppe von Jorge Galán tätig. 2012 erhielt er einen Ruf als Junior-Professor an das Interfakultäre Institut für Infektionsmedizin nach Tübingen, wo er 2015 die Leitung der Sektion “Zelluläre und Molekulare Mikrobiologie” übernahm.</p><p>Das besondere Augenmerk von Samuel Wagners Forschung gilt den Typ III Sekretionssystemen (T3SS) von<em> Salmonella Typhimurium</em>. Samuel Wagner konnte die Biogenese und Stochiometrie dieses komplexen Apparates aufklären und zentrale Prozesse des Exports von Substraten beleuchten. Des Weiteren entwickelte er einen Inhibitor der Expression von T3SS und anderer Virulenzfaktoren von Salmonellen, der großes Potential für die Prävention, Eindämmung und Therapie von Infektionen durch Salmonellen besitzt. Seine Arbeiten wurden in 19 Originalartikeln und fünf Übersichtsarbeiten veröffentlicht. 2012 erhielt er in Anerkennung seiner Arbeit den mit 1,35 Mio. EUR dotierten Sofja Kovalevskaja Preis der Alexander von Humboldt Stiftung.</p><div class="align-right"><p>Quelle DGHM, mehr Informationen unter &lt;link http: www.dghm.de&gt;<a href="http://www.dghm.de/1056.DGHM-Presiverleihung_.html" target="_blank" rel="noreferrer">www.dghm.de/1056.DGHM-Presiverleihung_.html</a></p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Leute</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Online</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2017/17-03-09Wagner_Samuel_Prof.jpg" lenght="254737" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-15152</guid><pubDate>Fri, 24 Feb 2017 14:51:00 +0100</pubDate><title>Heinz Maier-Leibnitz-Preis für Wissenschaftlerin der Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/heinz-maier-leibnitz-preis-fuer-wissenschaftlerin-der-universitaet-tuebingen/</link><description>Die Psychologin Mandy Hütter wird mit dem wichtigsten Preis für deutsche Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2017/17-02-27_mandy_huetter_web.jpg" length="51125" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Vier Wissenschaftlerinnen und sechs Wissenschaftler erhalten in diesem Jahr den Heinz Maier-Leibnitz-Preis und damit die wichtigste Auszeichnung für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland. Das hat ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eingesetzter Auswahlausschuss jetzt in Bonn beschlossen.</p><p><br>Zu den Preisträgerinnen gehört auch Mandy Hütter (33), Psychologin an der Universität Tübingen. Sie beschäftigt sich in ihren Forschungen mit den Fragen: Wie erwerben wir Einstellungen? Wann entwickeln sich aus diesen generalisierte Einstellungen wie Vorurteile oder Phobien? Wie beeinflussen unsere Einstellungen unser Verhalten? Welche Faktoren beeinflussen unsere moralischen Urteile? Und wie können wir die „Weisheit der Vielen“ für uns und im Rahmen demokratischer Prozesse nutzen? Auf Fragen wie diese sucht Mandy Hütter Antworten. Dabei zeigt sie beispielsweise auf, dass nicht alle Einstellungen Folge von bewussten Lernprozessen sind und moralische Urteile auch von situativen Faktoren abhängen. Ihre Ergebnisse publiziert Hütter in international angesehenen Fachzeitschriften. Hütter, die ihre Arbeiten immer wieder auch einer breiten Öffentlichkeit präsentiert, ist Juniorprofessorin und Leiterin des Arbeitsbereichs „Sozial- und Wirtschaftspsychologie“ an der Universität Tübingen. Außerdem leitet sie eine Emmy Noether-Nachwuchsgruppe.</p><p><br>Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten die mit je 20 000 Euro dotierte Auszeichnung am 3. Mai in Berlin. Im Anschluss daran wird das 40-jährige Jubiläum des Heinz Maier-Leibnitz-Preises gefeiert.</p><p><br>Seit 1977 wird der Heinz Maier-Leibnitz-Preis jährlich an hervorragende junge Forscherinnen und Forscher verliehen: als Anerkennung und zugleich als Ansporn, ihre wissenschaftliche Laufbahn geradlinig fortzusetzen. Benannt ist er seit 1980 nach dem Atomphysiker und früheren DFG-Präsidenten Heinz Maier-Leibnitz, in dessen Amtszeit (1973–1979) er erstmals vergeben wurde. Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis gilt nicht nur als der wichtigste Preis für den Forschernachwuchs in Deutschland. In einer Umfrage der Zeitschrift „bild der wissenschaft“ wählten die großen Forschungsorganisationen den Heinz Maier-Leibnitz-Preis zum drittwichtigsten Wissenschaftspreis in Deutschland überhaupt – nach dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der DFG und dem Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten.</p><p><br>Für die diesjährige Preisrunde waren insgesamt 154 Forscherinnen und Forscher aus allen Fachgebieten vorgeschlagen worden, von denen 14 in die engere Wahl kamen. „Wir haben uns über die besonders zahlreichen Vorschläge im Jubiläumsjahr des Preises sehr gefreut“, sagte die Vorsitzende des Auswahlausschusses, die Mathematikerin und DFG-Vizepräsidentin Prof. Dr. Marlis Hochbruck: „Die zehn Preisträgerinnen und Preisträger zeigen in hervorragender Weise, wie gut es um die wissenschaftliche Qualität und Qualifikation vieler junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland bestellt ist.“</p><p><br>Die weiteren Preisträger im Jahr 2017 sind:</p><p><br>• Andreas Geiger, Intelligente Systeme, Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Tübingen<br>• Christian Groß, Quantenoptik, Max-Planck-Institut für Quantenoptik, Garching<br>• Philipp Kanske, Neurowissenschaft, Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, Leipzig<br>• Christoph Kirchlechner, Materialwissenschaft, Max-Planck-Institut für Eisenforschung, Düsseldorf<br>• Olivier Namur, Mineralogie, Universität Hannover<br>• Ute Scholl, Nephrologie, Universitätsklinikum Düsseldorf<br>• Michael Seewald, Katholische Theologie, Universität München<br>• Marion Silies, Neurowissenschaft, Universität Göttingen<br>• Evi Zemanek, Vergleichende Literaturwissenschaft &amp; Neuere Deutsche Literatur, Universität Freiburg</p><h3><br>Pressemitteilung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). </h3><p>Die vollständige Pressemitteilung finden Sie  auf der &lt;link http: www.dfg.de service presse pressemitteilungen pressemitteilung_nr_03 index.html external-link-new-window external link in new&gt;Webseite der DFG.</p><p>Webseite des Arbeitsbereichs Sozial- und Wirtschaftspsychologie von Prof. Dr. Mandy Hütter: &lt;link http: www.uni-tuebingen.de de&gt;<a href="http://www.uni-tuebingen.de/de/44152" target="_blank" rel="noreferrer">www.uni-tuebingen.de/de/44152</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Leute</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Online</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2017/17-02-27_mandy_huetter_web.jpg" lenght="51125" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-13464</guid><pubDate>Fri, 17 Feb 2017 13:45:00 +0100</pubDate><title>Antibiotika-resistente Bakterien frühzeitig gezielt bekämpfen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/antibiotika-resistente-bakterien-fruehzeitig-gezielt-bekaempfen/</link><description>Interview mit Prof. Dr. Andreas Peschel
</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-02-17Peschel_Andreas_016_web.jpg" length="38752" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Antibiotika-resistente Bakterien breiten sich besorgniserregend aus – und stellen nicht mehr nur in Kliniken ein Problem dar. DZIF-Wissenschaftler an der Universität Tübingen plädieren in der aktuellen Ausgabe von Science für die Entwicklung von Wirkstoffen, die diese resistenten Bakterien selektiv bekämpfen, bevor sie Infektionen auslösen können. Wir sprachen mit einem der Autoren, Prof. Andreas Peschel, über diese Strategie. </strong></p><p><strong>Sie sehen die Gefahr einer postantibiotischen Ära, in der keine wirksamen Antibiotika mehr zur Verfügung stehen. Wie bedrohlich ist die Situation derzeit?</strong></p><p><strong>Andreas Peschel:</strong> Wir sehen in vielen Ländern der Erde, auch in unseren Nachbarländern, dass für bestimmte Erreger kaum noch Antibiotika verfügbar sind und dass hochresistente Keime, die vor allem im Darm vorkommen, Infektionen verursachen, die kaum noch behandelbar sind. Bei uns in Deutschland gibt es solche Fälle auch, es gibt immer wieder Ausbrüche und vereinzelt Todesfälle. Das ist im Moment zwar noch kein dramatisches Problem, aber die Zahlen steigen. Und wir müssen damit rechnen, dass wir in ein paar Jahren in einer bedrohlichen Situation sind. Erschwerend kommt hinzu: Es sind nicht mehr nur Krankenhauskeime, sondern die resistenten Bakterien kommen auch bereits in der Bevölkerung vor. Es gibt also eine paradigmatische Änderung, die so noch gar nicht wahrgenommen wird. Unser Artikel in Science nimmt das erstmals in dieser Form in den Blick.</p><p><strong>Sie und Ihre Kollegen schlagen vor, in Zukunft auf Wirkstoffe zu setzen, die selektiv gegen resistente Bakterien wirken, bevor sie Infektionen auslösen. Was ist gemeint? </strong></p><p><strong>Andreas Peschel:</strong> Wir reden alle darüber, dass wir neue Wirkstoffe brauchen und das unterstützen wir auch. Aber wir fügen einen Punkt hinzu. Wir brauchen nicht nur Antibiotika für die Therapie der Infektionen, sondern wir erkennen, dass die allermeisten Infektionen, von Erregern ausgelöst werden, die wir bereits mit uns herumtragen. Wir gesunden Menschen, aber natürlich auch die immungeschwächten Risikopatienten in verstärktem Maße, haben die Erreger schon im Darm oder auch in ihrer Nase, wie zum Beispiel Staphylococcus aureus. Wenn man eine schwere Infektion bekommt, ist der Auslöser in aller Regel der Keim, den man vorher schon in sich hatte. Dadurch ergeben sich neue Möglichkeiten in der Prävention: Man kann und soll Patienten künftig früher auf diese Erreger screenen.</p><p><strong>Vor welchen Bakterien müssen wir uns fürchten?</strong></p><p><strong>Andreas Peschel:</strong> Die klassischen Erreger sind die sog. MRSA-Stämme, also Methicillin-resistente Staphylokokken, in der Nase. Hier ist es gelungen, einen weiteren Anstieg der Ausbreitung zu vermeiden.  Das ist ein Erfolg. Jetzt kommen aber neue Darmbakterien hinzu, verschiedene Arten, z. B. Escherichia coli, Klebsiella, Enterobacter und andere, und die tragen neue Klassen von Resistenzgenen mit sich herum. Kombiniert mit anderen Resistenzen hat man hier oft keine alternativen Therapeutika.</p><p><strong>Wie wird derzeit mit diesem Problem umgegangen? Welche Kontrollen gibt es?</strong></p><p><strong>Andreas Peschel:</strong> Das hängt sehr stark vom einzelnen Krankenhaus ab und natürlich auch vom Land. Ein systematisches Screening auf diese neuen Darmbakterien gibt es bisher nicht. Man sieht, die Zahlen steigen. Und das ist unser entscheidender Punkt: Wenn man herausfindet, da ist ein Risikopatient, der mit solchen hochresistenten Keimen besiedelt ist: Was macht man mit dem? Isoliert man ihn, um andere Patienten zu schützen? Das ist schon mal sehr kontrovers, denn man weiß nicht viel über die Ausbreitung und ob durch eine Isolierung andere Patienten geschützt werden. Aber was kann man mit dem Patienten machen, wie kann man die resistenten Keime bei ihm eliminieren oder im Fachjargon, ihn dekolonisieren? Und das ist unsere vorgeschlagene Strategie, die Dekolonisierung der Risikopatienten.</p><p><strong>Was genau ist mit Dekolonisierung gemeint?</strong></p><p><strong>Andreas Peschel:</strong> Diese Wirkstoffe zur Dekolonisierung werden in Zukunft sehr wichtig sein, weil sie zur Prävention dienen. Man würde die Risikopatienten vor einer Chemotherapie oder einer schweren OP daraufhin untersuchen, ob sie in ihrem Darm oder in der Nase solche resistenten Bakterien haben. Dann braucht man Wege, um diese loszuwerden, die Patienten zu sanieren. Dafür brauchen wir eine neue Art von Wirkstoffen, die anders als antibiotische Therapeutika nicht eine Breitband-Wirkung haben, sondern gezielt auf diese drei oder vier besonderen Bakterienarten wirken.</p><p><strong>Wie könnten diese Wirkstoffe funktionieren?</strong></p><p><strong>Andreas Peschel:</strong> Im DZIF arbeiten wir an zwei Projekten, die schöne Beispiele darstellen. Die Versuche machen wir mit Staphylococcus aureus, aber die Prinzipien lassen sich auch auf die Darmbakterien übertragen. Ein Beispiel sind Bakteriophagen, also Viren, die Bakterien befallen und ganz spezifisch für eine bestimmte Art sind. So kann man zum Beispiel Staphylococcus aureus gezielt mit einem Phagenlysin angreifen. Wenn man dieses Enzym in die Nase schmiert, wird nur das eine Bakterium abgetötet, die anderen Arten in der Nase werden nicht beeinträchtigt. Das zweite Beispiel sind Bakteriozine, das sind antimikrobielle Moleküle, die von einem bestimmten Bakterium gebildet werden, um Konkurrenten abzutöten. Da haben wir zum Beispiel Lugdunin gefunden, das von einem Bakterium in der Nase produziert wird und Staph. aureus bekämpft. Das könnte für eine neue probiotische Strategie genutzt werden. Genau solche Dinge könnte man sich auch für den Darm überlegen, um andere Pathogene loszuwerden.</p><p><strong>Neue Breitspektrum-Antibiotika sind in den kommenden Jahren nicht zu erwarten. Wie schnell könnten die von Ihnen vorgeschlagenen Dekolonisierungs-Wirkstoffe zum Einsatz kommen?</strong></p><p><strong>Andreas Peschel:</strong> Das kann man jetzt noch nicht sagen. Wir werden sicher in den nächsten Jahren weiterkommen, denn wir haben einiges in Arbeit auch im DZIF. Der Science-Artikel hat aber vor allem das Ziel, die Diskussion anzustoßen. In den Pharmafirmen hat sich der Gedanke noch gar nicht durchgesetzt. Oft hört man von dort, man könne nicht genug damit verdienen. Dem setzen wir entgegen, dass die Zahlen durch Antibiotika-resistente Erreger besiedelter Patienten weltweit dramatisch steigen werden; es gibt viel mehr kolonisierte Patienten als solche, die infiziert sind. Wir hoffen, mehr Firmen zu motivieren, sich solchen spezifischen Wirkstoffen zuzuwenden.</p><p><strong>Welche Schritte halten Sie außerdem für notwendig, um das Problem der Antibiotika-Resistenzen in den nächsten Jahren in den Griff zu bekommen? </strong></p><p><strong>Andreas Peschel:</strong> Man muss an verschiedenen Fronten aktiv bleiben. Man muss auch Breitband-Antibiotika entwickeln. Man muss diese neue Klasse an engmaschigen Wirkstoffen entwickeln, die man zum Dekolonisieren braucht und parallel dazu braucht man ergänzende klinische Studien, die zum allgemeinen Verständnis beitragen und zum Teil auch im DZIF bereits laufen. Wir müssen zum Beispiel herausfinden, ob und wie die Keime unter den Patienten ausgetauscht werden. Und ein weiterer großer Punkt ist: Wenn wir diese Keime alle mit uns herumtragen, wo kommen sie denn eigentlich her? Und es spricht vieles dafür, dass sie aus der Tiermast kommen. Weil wir in Europa über 10.000 Tonnen Antibiotika in der Tiermast anwenden, die wir auch für uns Menschen brauchen. Wir müssen also auch die Reservoire verstehen und diese Kette unterbrechen. Das wichtigste vielleicht noch einmal zum Schluss: Diese Erreger kommen nicht aus dem Nichts. Wir müssen ihre Ausbreitung verhindern und neue Wirkstoffe entwickeln, die wir zur Dekolonisierung verwenden können.</p><p><br>Karola Neubert</p><h3><br>Publikation </h3><p>Evelina Tacconelli, Ingo B. Autenrieth, Andreas Peschel: <br>Fighting the enemy within<br>SCIENCE, 17. Februar 2017, doi: 10.1126/science.aam6372</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category><category>Attempto-Online</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-02-17Peschel_Andreas_016_web.jpg" lenght="38752" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-14663</guid><pubDate>Fri, 10 Feb 2017 11:12:00 +0100</pubDate><title>Mit Heliumionen in die Nanowelt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/mit-heliumionen-in-die-nanowelt/</link><description>Neues Helium-Neon-Ionenmikroskop</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-02-10Helium_Neon_lonenmikroskop.jpg" length="298395" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Das Zentrum für Licht-Materie-Interaktion, Sensoren und Analytik (LISA+) der Universität Tübingen hat am Freitag mit einem Festsymposium sein neu installiertes Helium-Neon-Ionenmikroskop eingeweiht. Die Beschaffung des Orion NanoFab der Carl Zeiss Microscopy GmbH im Wert von ca. 1.5 Millionen Euro wurde durch die Unterstützung der Universität und der Deutschen Forschungsgemeinschaft ermöglicht. Im Rahmen des Einweihungs-Programms sprach Dr. Peter Gnauck (Carl Zeiss NTS GmbH, Oberkochen) zum Thema „Heliumionenmikroskopie: Hochauflösende Abbildung und Nanostrukturierung mit He und Ne Ionen“ und Dr. Tom Wirtz (LIST Luxemburg) hielt einen Vortrag zum Thema „SIMS auf dem Helium Ionen Mikroskop: Eine neue Technik für hochauflösende Nanoanalytik“. Weitere Kurzvorträge hielten die Referenten Dr. Claus Burkhardt (NMI Reutlingen) über „Erste und frühe Erfahrungen mit HIM“, Dr. James Byrne (Geowissenschaften, Universität Tübingen) zu „Using He-Ion microscopy to map the growth and mineralization of twisted stalks by microaerophilic Fe(II)-oxidizing bacteria“, Benedikt Müller (Physikalisches Institut, Universität Tübingen) zum Thema „NanoSQUIDs: ultrasensitive Detektoren für magnetische Nanopartikel“ sowie Christoph Dreser und Florian Laible (Institut für Angewandte Physik, Universität Tübingen) zum Thema „Optische Antennen hergestellt mittels fokussiertem Heliumionenstrahl“.</p><p><br>Die Core Facility LISA+ ist eine zentrale naturwissenschaftliche Forschungs- und Service-Einrichtung der Universität, die das Ziel hat, Forschungs-Infrastruktur effizient zu nutzen sowie internen und externen Wissenstransfer zu fördern. Das neue Gerät eröffnet neue Möglichkeiten zur Mikroskopie und Nanofabrikation – hier wird ein fokussierter Helium- oder Neon-Ionenstrahl zur hochauflösenden Abbildung oder Bearbeitung von Oberflächen eingesetzt. Das Mikroskop ist eine neue und sehr innovative Entwicklung und wird in der Core Facility allen Mitgliedern der Universität sowie externen Nutzern zur Verfügung stehen.</p><div class="align-right"><p>Antje Karbe</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-02-10Helium_Neon_lonenmikroskop.jpg" lenght="298395" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-9065</guid><pubDate>Fri, 03 Feb 2017 18:13:00 +0100</pubDate><title>Neandertaler in Dänemark – neue Aspekte in einer emotionalen Debatte</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neandertaler-in-daenemark-neue-aspekte-in-einer-emotionalen-debatte/</link><description>Der Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie 2017 geht an die Archäologin Dr. Trine Kellberg Nielsen </description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-02-03-Foerderpreis-Archaeologie.jpg" length="153779" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Trine Kellberg Nielsen nahm am 2. Februar 2017 den mit 5000 Euro dotierten Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie aus den Händen von Professor Dr. Nicholas Conard vom Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters entgegen. Ausgezeichnet wurde von der Universität Tübingen der innovative und mutige Forschungsansatz ihrer Dissertation ‚Northern Neanderthals: A systematic assessment of the possibility of a pre-modern human occupation of southern Scandinavia‘.</p><p>Denn die Frage nach Neandertalern in Südskandinavien ist zumindest unter Archäologen eine emotionale. Trine Kellberg Nielsen von der Universität Aarhus in Dänemark stieß deshalb mit ihrem Dissertationsprojekt in der Fachwelt zunächst auf Irritation. Seit den 1960er-Jahren gibt es eine kontroverse Debatte zwischen akademischen Forschern und Hobbyarchäologen, ob Südskandinavien im Allgemeinen und Dänemark im Besonderen während der letzten Eiszeit von Neandertalern besiedelt war. Laudatorin PD Dr. Miriam Noel Haidle, Wissenschaftliche Koordinatorin der Forschungsstelle The Role of Culture in Early Expansions of Humans (ROCEEH), lobte deshalb Kellberg Nielsens besonderen Verdienst „eine hochemotionale Diskussion […] auf ein breites neues wissenschaftliches Fundament ohne Polemik gestellt zu haben.“</p><p>Die Archäologin Kellberg Nielsen wertete mithilfe der Nationalen Bohrloch-Datenbank Gesteinsschichten aus und machte Zeitfenster innerhalb der letzten Eiszeit aus, in der Neandertaler zumindest theoretisch in Dänemark Spuren hinterlassen haben könnten. Bei der Sichtung von vermeintlichen Neandertalerartefakten, meist Steingeräten, die in Privatsammlungen von Amateurforschern zu finden sind, konnte sie allerdings keinen eindeutigen Beweis für die Anwesenheit des menschlichen Verwandten finden. Trine Kellberg Nielsen legte aber die Grundlage für weitere Forschungen: Sie wies nach, dass eine Besiedlung durch Neandertaler immerhin im Bereich der Möglichkeiten liegt. Die Hobbyarchäologen holte sie für die Suche nach eindeutigen Artefakten mit ins Boot, indem sie diese für die Merkmale sensibilisierte, anhand derer sich Artefakte und Landschaften identifizieren lassen, die auf den Aufenthalt von Neandertalern hindeuten.</p><p>Der mit 5000 Euro dotierte Förderpreis für Urgeschichte und Quartärökologie ist von der Mineralwassermarke Eiszeitquell gestiftet und wird in diesem Jahr zum 19. Mal verliehen.</p><div class="align-right"><p>Susanne Zahn</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category><category>Attempto-Online</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-02-03-Foerderpreis-Archaeologie.jpg" lenght="153779" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-15039</guid><pubDate>Tue, 24 Jan 2017 13:12:00 +0100</pubDate><title>Institut für Evolution und Ökologie mit drei Projekten an Großvorhaben zur Biodiversitätsforschung beteiligt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/institut-fuer-evolution-und-oekologie-mit-drei-projekten-an-grossvorhaben-zur-biodiversitaetsforschung-beteiligt/</link><description>Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft „Biodiversitätsexploratorien“ untersucht Zusammenhänge zwischen Landnutzung, Artenvielfalt und Ökosystemprozessen</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-01-24biodiversitaet3.jpg" length="123757" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>In der fünften Phase des Schwerpunktprogramms der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) „Biodiversitätsexploratorien“ haben drei Forscher des Instituts für Evolution und Ökologie im Fachbereich Biologie Projekte eingeworben: Professorin Katja Tielbörger wird den Zusammenhang zwischen Störungsfaktoren und räumliche Heterogenität von Vegetation in Grünländern erforschen, Professor Oliver Bossdorf wird zusammen mit Dr. Hernán Burbano vom Tübinger Max Planck Institut für Entwicklungsbiologie untersuchen, wie sich Blühezeit und genetische Vielfalt von Waldunterwuchs durch Landnutzung und Klimawandel ändern. Und Dr. Johannes Fredericus Scheepens wird die Evolution von phänotypischer Plastizität – die Fähigkeit von Pflanzen, sich rasch an schwankenden Umgebungsbedingungen anzupassen – im Kontext von Landnutzungsänderung untersuchen. Die Projekte werden mit insgesamt 620.000  Euro gefördert.</p><div class="table-rwd"><div class="table-rwd__overflow"><table><tbody><tr><td><img data-htmlarea-file-uid="378204" data-htmlarea-file-table="sys_file" src="fileadmin/_processed_/csm_17-01-24biodiversitaet3_1a3ee22720.jpg" height="225" width="300" style alt></td><td><img data-htmlarea-file-uid="378206" data-htmlarea-file-table="sys_file" src="fileadmin/_processed_/csm_17-01-24biodiversitaet2_9d0d231d39.jpg" alt height="225" width="300" style></td></tr><tr><td>Eine typische Untersuchungsfläche in den Biodiversitäts-Exploratorien: Schafweide auf der Schwäbischen Alb. Bild: Simone Pfeiffer</td><td>Eine Untersuchungsfläche der Biodiversitäts-Exporatorien auf der Schwäbischen Alb, mit Klimamessstation und Wanderschäferei. Bild: Jörg Hailer</td></tr></tbody></table></div></div><p><br>In ihrem Teilprojekt wird Professorin Katja Tielbörger den Zusammenhang zwischen Heterogenität in Landnutzingsintensität und der pflanzlichen Vielfalt auf verschiedenen Skalen erforschen. Sie überprüft dabei aktuelle Ergebnisse aus neuartigen theoretischen Modellen mit Hilfe von Experimenten auf einem Versuchsfeld der Universität  und neuen Beobachtungsstudien in natürlichen Grünlandflächen.</p><p><br>Professor Oliver Bossdorf wird zusammen mit Dr. Hernán Burbano die Veränderungen von Blühzeit und genetischer Vielfalt in frühblühenden Pflanzen der Laubwälder untersuchen und diese in Zusammenhang mit Klimawandel und forstlicher Nutzung stellen. Dazu werden die Forscher nicht nur Feldbeobachtungen durchführen, sondern auch Belege der universitären Herbariums-Sammlung unter die Lupe nehmen. An den getrockneten und gepressten Pflanzenbelegen kann dank moderner molekularer Techniken die genetische Vielfalt von mehr als zwei Jahrhunderten erforscht werden.</p><p><br>Dr. Johannes Fredericus Scheepens interessiert sich für die phänotypische Plastizität von Pflanzen, also deren Fähigkeit, abhängig von den Umweltbedingungen verschiedene angepasste Formen zu bilden. Weil Düngung, Beweidung und Mahd starke Schwankungen der Umweltbedingungen verursachen, erwartet der Biologe, dass die Pflanzen in Landschaften mit hoher Nutzungsintensität eine bessere Anpassungsfähigkeit evolviert haben. Die Untersuchungen werden dabei direkt von Prof. Tielbörgers Studie zur Heterogenität profitieren. Die drei Projekte dienen so neben der Zuarbeit für das Schwerpunktprogramm auch der engen Verknüpfung und Kooperation verschiedener Forschungsgruppen in Tübingen.</p><h3>Projekt erfasst bundesweit Artenverlust</h3><p>Das DFG-Schwerpunktprogramm „Biodiversitätsexploratorien“ begann 2007 und zählt aktuell mehr als 40 Projekte. Es entstand aus der Sorge, dass der globale Verlust der Artenvielfalt (Biodiversität) auch zu einem Verlust der Funktionen und Nutzungsmöglichkeiten von Ökosystemen führen kann. Die Intensivierung der Wald- und Grünlandwirtschaft trägt dazu bei, dass Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen verdrängt werden und lokal aussterben. Dieser Artenverlust kann sich negativ auf die Produktivität und Stabilität von Ökosystemen auswirken und damit auch zu ökonomischen Einbußen der Nutzer, wie beispielsweise Land- und Forstwirte, führen. Über die genauen Beziehungen zwischen der Intensität der Landnutzung, Biodiversitätsverlust und der Funktion von Ökosystemen ist jedoch noch wenig bekannt. Im Schwerpunktprogramm werden tausende Flächen in ganz Deutschland untersucht sowie eine Vielzahl von Organismen und Ökosystemprozessen. Die Forschungsprojekte sollen neben den wissenschaftlichen Erkenntnissen auch zu praktischen Ergebnissen für eine verbesserte Landnutzung kommen.</p><div class="align-right"><p>Oliver Bossdorf</p></div><h3>Weitere Informationen unter:</h3><p>&lt;link http: www.biodiversity-exploratories.de&gt;www.biodiversity-exploratories.de</p><h3>Kontakt: </h3><p>Universität Tübingen<br>Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät</p><p>Prof. Dr. Katja Tielbörger<br>Fachbereich Biologie, Vegetationsökologie<br>Institut für Evolution und Ökologie<br>Tel. +49 7071 29-74246<br>katja.tielboerger[at]uni-tuebingen.de</p><p>Prof. Dr. Oliver Bossdorf<br>Fachbereich Biologie, Evolutionäre Ökologie der Pflanzen<br>Institut für Evolution und Ökologie<br>Tel. +49 7071 29-78809<br>oliver.bossdorf[at]uni-tuebingen.de</p><p>Dr. Johannes Fredericus Scheepens<br>Fachbereich Biologie, Evolutionäre Ökologie der Pflanzen<br>Institut für Evolution und Ökologie<br>Tel. +49 7071 29-72669<br>niek.scheepens[at]biologie.uni-tuebingen.de</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2017/17-01-24biodiversitaet3.jpg" lenght="123757" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-14802</guid><pubDate>Tue, 27 Dec 2016 15:47:00 +0100</pubDate><title>Fachinformationsdienst Kriminologie bis 2019 weiter gefördert</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/fachinformationsdienst-kriminologie-bis-2019-weiter-gefoerdert/</link><description>Weitere Stärkung des Faches Kriminologie am Standort Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<p>Der im Jahr 2013 von der Universitätsbibliothek (UB) Tübingen und dem Institut für Kriminologie der Juristischen Fakultät mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Tübingen etablierte Fachinformationsdienst Kriminologie wird auch im Zeitraum von 2017 bis 2019 weiter gefördert.</p><p>Die von der DFG berufenen Gutachter befanden, dass der Fachinformationsdienst eine herausragende Rolle für die kriminologische Forschung in Deutschland spiele. Im Rahmen dieses Angebots, das bundesweit nur in Tübingen existiert, wird Forschungsliteratur für den überregionalen Bedarf erworben und interessierten Wissenschaftlern bereitgestellt. Zuletzt über 2000 Fernleihanfragen jährlich belegen die große Nachfrage.</p><p>Ein Kernangebot des Dienstes ist die „KrimDok“, die einzige frei im Netz verfügbare kriminologische Datenbank. Sie soll im nächsten Förderzeitraum noch weiter ausgebaut werden. In diesem Zusammenhang ist vor allem die Integration elektronisch verfügbarer Dokumente und Materialien im Volltext geplant, um der Forschung einen schnellen und nachhaltigen Zugang zu den für sie relevanten Informationen zu ermöglichen. Der Förderumfang für die neue Projektphase liegt bei rund 630.000 Euro.</p><p><br>Ausschlaggebend für die zukünftige großzügige Förderung war auch die seit langem erprobte sehr enge Kooperation der UB mit dem Institut für Kriminologie. Damit seien, so die Gutachter, am Standort Tübingen ideale Bedingungen für einen auf den Bedarf der Forschung fokussierten Fachinformationsdienst gegeben.</p><p><br>Weitere Informationen zum Projekt und Zugang zur KrimDok unter <br>&lt;link http: www.ub.uni-tuebingen.de ueber-uns bibliotheksbestand fachgebiete kriminologie-fid.html&gt;<a href="http://www.ub.uni-tuebingen.de/ueber-uns/bibliotheksbestand/fachgebiete/kriminologie-fid.html" target="_blank" rel="noreferrer">www.ub.uni-tuebingen.de/ueber-uns/bibliotheksbestand/fachgebiete/kriminologie-fid.html</a></p><div class="align-right"><p>Dr. Marianne Dörr, Universitätsbibliothek Tübingen<br>Professor Dr. Jörg Kinzig, Universität Tübingen, Institut für Kriminologie</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-13511</guid><pubDate>Mon, 19 Dec 2016 14:16:00 +0100</pubDate><title>Neues WindForS-Projekt: Windenergie-Forschung mit Tübinger Beteiligung</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neues-windfors-projekt-windenergie-forschung-mit-tuebinger-beteiligung/</link><description>International einzigartiges Windenergie-Testfeld auf der Schwäbischen Alb</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2016/16-12-19csm_WindForS_Standbild_cbf7264a93.png" length="67884" type="image/png" /><content:encoded><![CDATA[<p>Der Ausbau der Windenergie als erneuerbare, klimafreundliche Energiequelle schreitet rund um den Globus voran. Zunehmend werden auch bergige Gebiete erschlossen, in denen es aufgrund der Geländestruktur zu unregelmäßigen Windströmungen und Luftverwirbelungen kommt. Wie man auch an solchen Standorten Windkraftanlagen optimal betreiben kann, untersuchen nun sechs Partner des süddeutschen Windenergie-Forschungsclusters WindForS. Dazu wollen sie ein Forschungstestfeld mit zwei Anlagen und vier meteorologischen Messmasten auf der Schwäbischen Alb errichten. Die Wissenschaftler aus Baden-Württemberg und Bayern streben dort zahlreiche technologische Verbesserun-gen an, z. B. leisere, leichtere und leistungsstärkere Rotoren. Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) koordiniert das ambitionierte Projekt. Partner sind die die Universität Tübingen, Universität Stuttgart, die Technische Universität München, das Karlsruher Institut für Technologie sowie die Hochschule Esslingen.</p><p><br>Jedes Jahr gehen laut „Global Wind Energy Council“ weltweit Wind-energieanlagen mit einer Leistung von insgesamt rund 63.000 Mega-watt ans Netz – etwa ein Fünftel davon in bergigen Gebieten. Der Betrieb ist dort jedoch schwieriger als im flachen Gelände, denn die Ertragsprognosen sind unsicherer und die mechanische Belastung sowie die Wartungskosten höher. Die Frage, wie die Leistung der Anlagen optimiert und deren Lebensdauer verlängert werden kann, will nun das Forschungscluster WindForS beantworten. Unter der Federführung des ZSW planen die Windenergie-Experten ein Forschungstestfeld auf der Schwäbischen Alb, genauer: am Stöttener Berg bei Geislingen an der Steige.</p><h3>Idealer Standort für ein Forschungstestfeld</h3><p>„Der Standort bietet ideale Voraussetzungen für unsere Forschungen“, sagt Projektleiter Andreas Rettenmeier. „Der vorherrschende West-wind wird über die Kante der vorgelagerten Geländesteilstufe beschleunigt und bildet unregelmäßige Strömungen und Turbulenzen. Zudem verfügt das Gebiet über eine hohe mittlere Jahreswindgeschwindigkeit“, erklärt der ZSW-Wissenschaftler weiter. Diese Faktoren seien typisch für Windenergiestandorte in bergig-komplexem Gelände und ideal für die Entwicklung und Erprobung neuer Technologien. Der Standort und seine Bedingungen wurden zuvor eigens im Rahmen des WindForS-Projekts „KonTest“ wissenschaftlich untersucht.</p><h3>Mess-Sensoren vom Fundament bis zu den Rotorblättern</h3><p>Daran anknüpfend soll nun im Projekt „Wind Science and Engineering in Complex Terrain (WINSENT)“ ein Testfeld als Plattform für Forschung und Industrie entstehen. Dazu sind zwei Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von jeweils rund 750 Kilowatt und einer Naben-höhe von 75 Metern geplant. Ihr Rotordurchmesser beträgt 50 Meter, die Gesamthöhe damit 100 Meter. Zu den Alleinstellungsmerkmalen des Projekts zählt, dass die Wissenschaftler uneingeschränkten Zugriff auf die komplette Steuerungstechnik und die Konstruktionsdaten der Anlagen erhalten sollen, um deren Verhalten genauestens analysieren zu können. Schon bei ihrem Bau ist vorgesehen, die Windkraftanlagen mit Mess-Sensoren auszustatten – vom Fundament bis zu den Rotorblättern.</p><p><br>Vor und hinter jeder Anlage soll jeweils ein 100 Meter hoher Mast auf-gestellt werden, an dem meteorologische Parameter zeitlich hoch aufgelöst gemessen werden können, wie Geschwindigkeit und Rich-tung des Windes, Temperatur, Luftfeuchtigkeit sowie Luftdruck. Modernste Lasertechnik erfasst zudem die An- und Nachlaufströmung der Windenergieanlagen.</p><h3>Neue Impulse für die Industrie</h3><p>„Ein Windenergie-Testfeld in dieser Größe und in derartig komplexem Gelände ist weltweit einzigartig und sowohl für die Forschung als auch die Windenergiebranche ungemein wichtig. Die Ergebnisse unserer Analysen werden auf kommerzielle Großanlagen übertragbar sein und der Industrie neue Impulse liefern“, sagt Andreas Rettenmeier.</p><p><br>Technologische Verbesserungen wollen die Projektpartner im Rahmen von Folgeprojekten etwa für die Bauweise von Rotoren erzielen, damit diese künftig leichter, leiser und leistungsstärker werden. Teil des Vor-habens ist außerdem die Entwicklung und anschließende Erprobung einer neuartigen Betriebsführung, mit der die Anlagen intelligent und präziser als bislang auf sich ändernde Windverhältnisse reagieren können. Zum Einsatz kommen auch neue Verfahren des Maschinellen Lernens: Damit werden Einspeiseprognosen verbessert sowie Modelle für die Einbindung von Speichersystemen (u. a. Power-to-Gas, Batteriespeicher) im zukünftigen Energiesystem optimiert.</p><h3>Ökologische Begleitforschung und Schautafeln</h3><p>Fest eingeplant ist darüber hinaus eine ökologische Begleitforschung. Dabei soll der Einfluss der Anlagen auf die Tiere und Pflanzen am Stöttener Berg genau untersucht werden. Für interessierte Bürger ist zudem ein Rundweg mit Schautafeln über das Gelände in Planung.</p><p><br>Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das dreieinhalbjährige Projekt WINSENT (FKZ 0324129A-F) mit rund 10,4 Millionen Euro. Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg fördert das Vorhaben zusätzlich mit 1,2 Millionen Euro.</p><p><br>Einen Film zum geplanten Testfeld finden Sie unter: &lt;link http: www.windfors.de testfeld.html&gt;www.windfors.de/testfeld.html</p><div class="align-right"><p>Alexander Del Regno</p></div><h3>Kontakt:</h3><p>Alexander Del Regno<br>Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW)<br>Tel. +49 (0)711 7870-310<br>&lt;link&gt;alexander.delregno@zsw-bw.de<br>&lt;link http: www.zsw-bw.de&gt;www.zsw-bw.de</p><h3>Projektpartner:</h3><p>Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) gehört zu den führenden Instituten für angewandte Forschung auf den Gebieten Photovoltaik, regenerative Kraftstoffe, Batterietechnik und Brennstoffzellen sowie Energiesystemanalyse. An den drei ZSW-Standorten Stuttgart, Ulm und Widderstall sind derzeit rund 230 Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker beschäftigt. Hinzu kommen etwa 90 wissenschaftliche und studentische Hilfskräfte.</p><p><br>Die Universität Stuttgart mit rund 27.600 Studierenden pflegt ein interdisziplinäres Profil mit Schwerpunkten in den Natur- und Ingenieurwissenschaften. Ihre herausragende Stellung als internationale Forschungsuniversität spiegelt sich unter anderem im Exzellenzcluster „Simulation Technology“ und der Graduiertenschule „Advanced Manufacturing Engineering“, zehn Sonderforschungsbereichen/Transregios und vier Graduiertenkollegs. Der Stuttgarter Lehrstuhl für Windenergie (SWE) war der erste universitäre Lehrstuhl für Windenergie in Deutschland überhaupt und konzentriert sich auf das Systemverständnis von Windenergieanlagen innerhalb der drei Arbeitsgruppen „Konzeptentwurf und Systemsimulation“, „Regelung, Optimierung und Monitoring“ sowie „Versuch und Messtechnik“. Das Institut für Aerodynamik und Gasdynamik (IAG) hat eine lange Tradition im Entwurf und der Windkanalvermessung von Profilen für Rotorblätter und führt numerische Simulationen der Umströmung von Windturbinen durch.</p><p><br>Die Technische Universität München (TUM) ist mit mehr als 500 Professorinnen und Professoren, rund 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und 40.000 Studierenden eine der forschungsstärksten Technischen Universitäten Europas. Ihre Schwerpunkte sind die Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften und Medizin, verknüpft mit Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Die TUM handelt als unternehmerische Universität, die Talente fördert und Mehrwert für die Gesellschaft schafft. Dabei profitiert sie von starken Partnern in Wissenschaft und Wirtschaft. Welt-weit ist sie mit einem Campus in Singapur sowie Verbindungsbüros in Brüssel, Kairo, Mumbai, Peking, San Francisco und São Paulo vertreten. An der TUM haben Nobelpreisträger und Erfinder wie Rudolf Diesel, Carl von Linde und Rudolf Mößbauer geforscht. 2006 und 2012 wurde sie als Exzellenzuniversität ausgezeichnet. In internationalen Rankings gehört sie regelmäßig zu den besten Universitäten Deutschlands.</p><p><br>Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) verbindet seine drei Kernaufgaben Forschung, Lehre und Innovation zu einer Mission. Mit rund 9 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie 25 000 Studierenden ist das KIT eine der großen natur- und ingenieurwissenschaftlichen Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas. KIT – Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft</p><p><br>Die Universität Tübingen gehört zu den elf deutschen Universitäten, die als exzellent ausgezeichnet wurden. In den Lebenswissenschaften bietet sie Spitzenforschung im Bereich der Neurowissenschaften, Medizinischen Bildgebung, Translationalen Immunologie und Krebsforschung, der Mikrobiologie und Infektionsforschung sowie der Molekularbiologie der Pflanzen. Weitere Forschungsschwerpunkte sind die Geo- und Umweltforschung, Astro-, Elementarteilchen- und Quantenphysik, Archäologie und Anthropologie, Sprache und Kognition sowie Bildung und Medien. Mehr als 28.400 Studierende aus aller Welt sind aktuell an der Universität Tübingen eingeschrieben. Ihnen steht ein Angebot von rund 300 Studiengängen zur Verfügung – von der Ägyptologie bis zu den Zellulären Neurowissenschaften.</p><p><br>Die Hochschule Esslingen gehört zu den führenden Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Deutschland. Sie sorgt für die akademische Ausbildung in den Bereichen Technik, Wirtschaft und Soziales. Rund 6.200 Studierende sind in 24 Bachelor- und 13 Master-Studiengängen eingeschrieben. Die exzellente Lehre kombiniert mit einem hohen Praxisanteil hat höchste Priorität an der Hochschule. Auch in der angewandten Forschung ist die Hochschule stark. Kein Wunder, dass Esslingen in zahlreichen Rankings immer unter den besten Hochschulen in Deutschland zu finden ist.</p><p><br>Die Universitäten Stuttgart und Tübingen, die Technische Universität München, das Karlsruher Institut für Technologie, die Hochschulen Aalen und Esslingen sowie das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg bündeln im Netzwerk "WindForS" ihre Kompetenzen auf dem Gebiet der Windenergieforschung. Die Mitglieder des Netzwerks kooperieren sowohl in der Forschung als auch in der Aus-, Fort- und Weiterbildung. Durch die einander ergänzende Expertise von 23 Instituten und Lehrstühlen der genannten Einrichtungen aus Baden-Württemberg und Bayern, darunter drei der sogenannten T9-Universitäten, werden die Gebiete Meteorologie, Landschaftsarchitektur, Bodenmechanik und Grundbau, Rotoraerodynamik und Lärmreduktion, Auslegung und Berechnung der Strukturen und Tragwerke, Werk-stoffe, Bauweisen und Fertigungstechnik, Prüf- und Messtechnik, Qualitätssicherung und Wartung sowie Betriebsführung, Speichertechnologien, Netzanbindung und -integration abgedeckt.</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2016/16-12-19csm_WindForS_Standbild_cbf7264a93.png" lenght="67884" type="image/png"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-15484</guid><pubDate>Mon, 05 Dec 2016 16:37:00 +0100</pubDate><title>„Preis für mutige Wissenschaft“ an Professor Erik Schäffer vom Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen (ZMBP)</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/preis-fuer-mutige-wissenschaft-an-professor-erik-schaeffer-vom-zentrum-fuer-molekularbiologie-der-pflanzen-zmbp/</link><description>Baden-Württemberg vergibt erstmals bundesweit einmalige Auszeichnung</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2016/16-12-05Erik_Schaeffer_web.jpg" length="55709" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Der erstmals in diesem Jahr vom Land Baden-Württemberg vergebene und mit insgesamt 30.000 Euro dotierte „Preis für mutige Wissenschaft“ geht an die beiden Forscher Professor Dr. Erik Schäffer vom Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen (ZMBP) der Universität Tübingen und Dr.-Ing. Ferdinand Ludwig von Universität Stuttgart. „Innovative Forschung führt nicht immer geradlinig zum Ziel. Die beiden Preisträger haben auf ihrem Weg dorthin viel Mut und Risikobereitschaft bewiesen“, so die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer bei der Preisverleihung am 5. Dezember 2016 in Stuttgart.</p><p><br>„Forschung ist die tragende Säule für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Baden-Württemberg und damit für die Innovationsfähigkeit des Landes. Von zentraler Bedeutung sind Forscherinnen und Forscher, die Mut im Denken und Handeln beweisen und mit ihren Erkenntnissen neue Horizonte eröffnen – gerade dann, wenn die Forschung auf Umwegen erfolgt. Mit dem bundesweit einmaligen Preis rücken wir erfolgreiche junge Forscherinnen und Forscher an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in den Fokus, die unkonventionelle Ansätze – oftmals gegen Widerstände – verfolgt haben und deren Risikobereitschaft mit wertvollen Forschungsergebnissen belohnt wurde. Diesen persönlichen Einsatz und den Mut, auch Wagnisse einzugehen, wollen wir würdigen“, so Ministerin Bauer. Der Preis solle zugleich andere Forscher ermutigen, schon früh eigene Wege einzuschlagen.</p><p><br>„Das Land schafft gute Rahmenbedingungen für Kreativität in der Wissenschaft. Hierzu gehören die notwendigen Freiräume, die kluge Köpfe heute brauchen, um ihre Ideen zu verfolgen. Aber es bedarf noch mehr einer Kultur, die Fehler und das Risiko des Misserfolgs produktiv aufgreift und damit die Basis für unkonventionelles Denken und innovative Forschung bietet“, so Bauer weiter. Auch um eine solche Kultur in der Wissenschaft zu befördern, habe das Land Baden-Württemberg den „Preis für mutige Wissenschaft“ ausgeschrieben.</p><h3>Mut zum Risiko – auch gegen Lehrbuchmeinungen </h3><p>„Professor Dr. Erik Schäffer ist ein Wissenschaftler, dessen Motivation von Neugierde und ungewöhnlichen Perspektivwechseln angetrieben wird. Das gilt auch und vor allem für seine Forschungsarbeit, bei der er gerne die ausgetretenen Pfade der klassischen Disziplinen verlässt. Diese Haltung erfordert jenen besonderen Mut, der das Risiko und bisweilen auch das Scheitern einkalkuliert. Aber genau so entsteht innovative Wissenschaft“, betonte Bauer in ihrer Laudatio auf den Preisträger von der Universität Tübingen. <br><br>Professor Schäffer hat einen vollkommen neuen Mechanismus entdeckt, wie das menschliche Erbgut bei DNA Doppelstrangbrüchen durch Einzelstrang-Annealing repariert wird – und damit das klassische Lehrbuch-Modell widerlegt. Zurzeit arbeitet Erik Schäffer unter anderem an einem Projekt zur Etablierung eines genetisch kodierten, räumlich und zeitlich hochauflösenden Sensors für die Messung von Druckverhältnissen in lebenden Pflanzenzellen. Das Forschungsvorhaben wurde von einigen Fachgutachtern für äußerst riskant befunden – umso mehr, da ein vergleichbares Vorhaben weltweit bislang niemand versucht hat. Sollte das Vorhaben gelingen, wird dieser innovative Ansatz zu bahnbrechenden Einsichten führen, wie Pflanzenentwicklung durch Druckvorgänge gesteuert werden können.</p><h3><br>Weitere Informationen zum Preis:</h3><ul><li>&lt;link https: mwk.baden-wuerttemberg.de de forschung forschungsfoerderung preis-fuer-mutige-wissenschaft&gt;<a href="https://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/forschung/forschungsfoerderung/preis-fuer-mutige-wissenschaft/" target="_blank" rel="noreferrer">mwk.baden-wuerttemberg.de/de/forschung/forschungsfoerderung/preis-fuer-mutige-wissenschaft/</a></li><li>&lt;link file:372225 download file&gt;Weitere Informationen zu Erik Schäffer</li></ul><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Erik Schäffer</p><p>Universität Tübingen</p><p>ZMBP</p><p>Tel. +49 7071 / 29-78831</p><p>&lt;link&gt;erik.schaeffer@uni-tuebingen.de</p><div class="align-right"><p>Pressemitteilung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2016/16-12-05Erik_Schaeffer_web.jpg" lenght="55709" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-15116</guid><pubDate>Thu, 24 Nov 2016 15:48:00 +0100</pubDate><title>Tübinger Mathematiker an neuem SFB-Transregio beteiligt </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebinger-mathematiker-an-neuem-sfb-transregio-beteiligt/</link><description></description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2016/16-11-24-Markwig.jpg" length="225774" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Mathematikerinnen und Mathematiker der Universität Tübingen sind an einem neuen Sonderforschungsbereich Transregio beteiligt, der sich ab dem kommenden Jahr dem Thema „Symbolische Werkzeuge in der Mathematik und ihre Anwendung“ widmen wird. Ziel ist es, mathematische Forschung mit algorithmischen und konkret zugänglichen Methoden unter Zuhilfenahme der dafür unerlässlichen Computeralgebra voranzutreiben. Die Weiterentwicklung der verwendeten Computeralgebrasysteme bildet dabei ebenfalls einen Schwerpunkt.</p><p>In der modernen Mathematik ist der Rechnereinsatz wichtig, um Beispiele zu konstruieren oder Gegenbeispiele zu finden, mathematische Theorien voranzubringen und Vermutungen aufzustellen. In der mathematischen Forschung stehen Fragen aus Darstellungstheorie, algebraischer Geometrie, Zahlentheorie, freier Wahrscheinlichkeitstheorie und tropischer Geometrie im Vordergrund. Die Projektpläne umfassen alle Ebenen der Computeralgebra: die Entwicklung und Implementation von Algorithmen, das Design eines besonders breit einsatzfähigen Computeralgebrasystems hoher Abstraktion sowie die Anwendung der Software-Tools auf Forschungsfragen der Mathematik.</p><p>Die drei Standorte des SFB-TRR sind Aachen, Kaiserslautern und Saarbrücken, wobei die TU Kaiserslautern federführend ist. Externe Mitglieder kommen aus Berlin, Siegen, Stuttgart und Tübingen. In drei Teilprojekten ist die Tübinger Mathematikerin Hannah Markwig als „Principal Investigator“ aktiv, in einem dieser Projekte zudem auch ihr Ehemann Thomas Markwig: Das Teilprojekt "Moduli spaces of tropical varieties, modifications and compactifications" befasst sich mit Grundlagenforschung in der algebraischen und tropischen Geometrie, genauer um die Konstruktion von Modulräumen, die für das Zusammenspiel der beiden Gebiete wichtig sind.</p><p>Im Teilprojekt "Tropical mirror symmetry of elliptic curves" geht es um Bezüge der tropischen Geometrie zur mathematischen Physik, genauer zur Stringtheorie. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Teilprojekt "Random matrices and Hurwitz numbers" schließlich erforschen das Zusammenspiel neuartiger Konzepte aus der freien Wahrscheinlichkeitstheorie mit klassischen Zählproblemen in der Mathematik.</p><div class="align-right"><p>Hannah Markwig</p></div><h3>Weitere Informationen: </h3><ul><li>&lt;link http: www.uni-kl.de aktuelles news detail grosser-erfolg-fuer-die-tu-kaiserslautern-neuer-dfg-sonderforschungsbereich-in-der-mathematik&gt;<a href="http://www.uni-kl.de/aktuelles/news/news/detail/News/grosser-erfolg-fuer-die-tu-kaiserslautern-neuer-dfg-sonderforschungsbereich-in-der-mathematik/" target="_blank" rel="noreferrer">www.uni-kl.de/aktuelles/news/news/detail/News/grosser-erfolg-fuer-die-tu-kaiserslautern-neuer-dfg-sonderforschungsbereich-in-der-mathematik/</a></li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Online</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2016/16-11-24-Markwig.jpg" lenght="225774" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-13844</guid><pubDate>Tue, 22 Nov 2016 11:32:00 +0100</pubDate><title>Erkennen, Bewerten, Handeln und Kommunizieren</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/erkennen-bewerten-handeln-und-kommunizieren/</link><description>Neue Wege gegen Schadstoffe und Keime im Wasserkreislauf – Parlamentarischer Abend mit Professorin Rita Triebskorn</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Termine/2016/16-11-22triebskorn1.jpg" length="60272" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Am 10. November 2016 fand in der Französischen Friedrichstadtkirche Berlin ein Parlamentarischer Abend zum Thema "Unser Trinkwasser - Wie sauber hätten Sie‘s denn gern? Forschung liefert neue Wege gegen Schadstoffe und Keime" statt.</p><p><br>Bei dieser Veranstaltung wurden die Kernaussagen der Fördermaßnahme &lt;link http: www.bmbf.riskwa.de external-link-new-window zur fördermaßnahme risikomanagement von neuen schadstoffen und krankheitserregern im&gt;Risikomanagement von neuen Schadstoffen und Krankheitserregern im Wasserkreislauf (RiSKWa) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) der Politik vorgestellt. Nach einer Einführung ins Thema durch Professor Dr. Martin Exner (Universität Bonn) wurden die Botschaften gegliedert in die Themenfelder  „Erkennen“, „Bewerten“, „Handeln“ und „Kommunizieren“ durch Professor Dr. Martin Jekel (TU Berlin), Professorin Dr. Rita Triebskorn (Universität Tübingen), Professor Dr. Thomas Ternes (Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz) und Dr. Wolf Merkel (IWW Zentrum Wasser, Mühlheim an der Ruhr) überbracht. Den Ergebnissen des von der Universität Tübingen koordinierten Verbundprojekt &lt;link http: schussenaktivplus.de external-link-new-window zum verbundprojekt&gt;SchussenAktivplus kam hierbei im Zusammenhang mit allen genannten Punkten große Bedeutung zu.</p><p><br>In der Veranstaltung sollte unter anderem vermittelt werden, wie Risiken, die von Spurenstoffen und Keimen im Wasserkreislauf ausgehen, künftig  schneller erkannt und bewertet werden können, und wie die Umsetzung neuer technischer Lösungen in die Praxis besser und schneller gelingen kann. Zudem  wurde das &lt;link http: www.bmbf.riskwa.de _media riskwa_praxishandbuch.pdf external-link-new-window zum praxishandbuch&gt;Praxishandbuch, das aus der Fördermaßnahme hervorgegangen ist, vorgestellt. Die Veranstaltung fand vor dem Hintergrund des aktuell laufenden Stakeholderdialogs zur Spurenstoffstrategie der Bundesregierung statt.</p><div class="table-rwd"><div class="table-rwd__overflow"><table><tbody><tr><td><img data-htmlarea-file-uid="369846" data-htmlarea-file-table="sys_file" src="fileadmin/_processed_/csm_16-11-22triebskorn2_d39a786588.jpg" alt height="200" width="300" style></td><td>Schadstoffe im Spurenbereich, Arzneimittelrückstände und Krankheitserreger stellen aktuelle Herausforderungen für den Schutz unserer Wasserressourcen dar. Für sie gilt es auch in Zukunft sichere Lösungen bereitzustellen. Das BMBF hat sich dieser Aufgabe angenommen und über einen Zeitraum von 5 Jahren die Fördermaßnahme „Risikomanagement von neuen Schadstoffen und Krankheitserregern im Wasserkreislauf - RiSKWa“ gefördert. Bei einem Parlamentarischen Abend am 10. November 2016 wurde die Quintessenz der Ergebnisse der Politik vorgestellt. Foto: DECHEMA e.V. / news aktuell / Robert Schlesinger</td></tr></tbody></table></div></div><div class="align-right"><p>Maximilian von Platen</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Termine</category><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Termine/2016/16-11-22triebskorn1.jpg" lenght="60272" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-15801</guid><pubDate>Thu, 17 Nov 2016 09:59:00 +0100</pubDate><title>Early evidence of milk production and use discovered along the Mediterranean coast</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/early-evidence-of-milk-production-and-use-discovered-along-the-mediterranean-coast/</link><description>Research of International team including Cynthianne Spiteri, Junior Professor of Archaeometry at the University of Tübingen</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2016/16-11-16Spiteri_Balsignano_Credit_Italo.jpg" length="969399" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>An interdisciplinary team of scientists and archaeologists have discovered widespread evidence of milk consumption in southern Europe.</p><p><br>The study uncovered evidence that humans have been utilising milk and dairy products across the northern Mediterranean region from the onset of agriculture – some 9,000 years ago.</p><p><br>The importance of meat and dairy production in the Neolithic Mediterranean area remains a topic of debate, with previous research showing that the attraction for milk may have been a driving force for the domestication of cud-chewing animals like cows, goats and sheep.</p><p><br>This study combined evidence of the presence of milk and carcass fats in more than 500 pottery vessels together with an examination of the ages at death of domesticated animals excavated from 82 sites dating from the 7th to 5th millennia BC.</p><p><br>The findings show varying intensities of dairying and non-dairying activities in the northern Mediterranean region, with the slaughter profiles of the animals mirroring the fats detected in cooking pots. <br>The research was led by Cynthianne Spiteri, Mélanie Roffet-Salque and Rosalind Gillis, who undertook the analysis during their PhD research at the Universities of York and Bristol, and the Centre National de la Recherche Scientifique, respectively.</p><p><br>Dr Cynthianne Spiteri, now a Junior Professor of Archaeometry at the University of Tübingen, who conducted the residue analysis as part of her PhD at the University of York said: “At the onset of food production in the northern Mediterranean region, milk was an important resource to these early farming communities.</p><p><br>“It is likely to have played an important role in providing a nourishing and storable food product which was able to sustain early farmers, and consequently, the spread of farming in the western Mediterranean.”<br>Dr Mélanie Roffet-Salque and Professor Richard Evershed, from the University of Bristol’s School of Chemistry said: “In this work, we integrate for the first time the findings of the analyses of lipid fats extracted from hundreds of cooking pots with the reconstruction of the actual herds at tens of sites, based on the remains of sheep, goats and cattle.</p><p><br>“Some of our earlier work had demonstrated that milk use was highly regionalised in the Near East in the 7th millennium BC, and this new multidisciplinary study further emphasises the existence of diverse use of animal products in the northern Mediterranean Neolithic.</p><p><br>“Dairying was clearly practiced both in the east and west of the region, but surprisingly not in Northern Greece, where the lipids from pots and the animal bones tell the same story: meat production was the main activity not dairying.”</p><p><br>Dr Rosalind Gillis and Dr Jean-Denis Vigne, archaeozoologists at the Centre National de la Recherche Scientifique in the National Museum of Natural History in Paris added: “The choice of raising certain domesticates for their milk would have been heavily influenced by the landscape around the Neolithic communities. For example, rugged terrains are more suitable for sheep and goats. And open well-watered landscapes are better suited for cattle.”</p><p><br>Professor Oliver Craig from the University of York said the findings were particularly relevant as much of the population in that region today can’t digest milk.</p><p><br>He added: “We presume this was also true back in the early Neolithic period, although this is still to be confirmed through genetic testing of ancient skeletons. Despite this deficiency, our research shows that they certainly exploited milk because we have found organic remnants in the pots they were using. This implies they were transforming milk into dairy products, such as yogurt and cheese, to remove the lactose.</p><p><br>“Despite dairying being a multi-billion pound global industry, we know that much of the world’s population today are still intolerant to lactose so it is very important to know at what point people in the past were exposed to it and how long they have had to adapt to it.”</p><p><br>The study, which was partly funded by The Natural Environment Research Council (NERC) and the European Union, is published today in the Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America.</p><h3>Paper:</h3><p>‘Regional asynchronicity in dairy production and processing in early farming communities of the norther Mediterranean’ by Debono Spiteri, Gillis, Roffet-Salque et al in PNAS.</p><div class="align-right"><p>Press release of University of Bristol</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/_processed_/b/c/csm_16-11-16Spiteri_Balsignano_Credit_Italo_f57b8b18db.jpg" lenght="969399" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-9711</guid><pubDate>Wed, 16 Nov 2016 10:07:00 +0100</pubDate><title>Deutscher Alterspreis 2016 für LebensPhasenHaus</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/deutscher-alterspreis-2016-fuer-lebensphasenhaus/</link><description>Robert Bosch Stiftung zeichnet von der Universität Tübingen koordiniertes Projekt aus</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/PressemitteilungenBilder/2016/16-07-26Lebensphasenhaus2.jpg" length="171750" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Die Robert Bosch Stiftung hat am 15. November das Tübinger LebensPhasenHaus mit dem Deutschen Alterspreis 2016 ausgezeichnet. Das Projekt erhielt den Hauptpreis in Höhe von 60.000 Euro.</p><p>Im LebensPhasenHaus (LPH) wird erforscht und präsentiert, wie es technische und soziale Innovationen älteren und pflegebedürftigen Menschen ermöglichen, länger in der eigenen Wohnung zu leben. Es sollen barrierefreie Wohn- und Freiraumkonzepte, altersgerechte Assistenzsysteme und die damit einhergehenden Dienstleistungen, digitale Informations- und Kommunikationstechnologien sowie die intelligente Vernetzung der Systeme untereinander getestet, validiert, demonstriert und letztendlich erlebbar gemacht werden.</p><p>Projektpartner beim LebensPhasenHaus sind die Universität Tübingen, das Universitätsklinikum Tübingen (UKT), die IHK Reutlingen, der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg, die RIDI-Leuchten GmbH, die Schwörer Haus KG, die Somfy GmbH sowie die Stadtwerke Tübingen. Zudem unterstützen weitere Partner aus der Wirtschaft das Projekt. Das LebensPhasenHaus wird durch das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg gefördert.</p><p>Der diesjährige Deutsche Alterspreis stand unter dem Motto „Vielfältig Wohnen“ und drehte sich um die Frage, wie Wohnen im Alter gelingen kann, welchen Beitrag Technologie und Architektur dazu leisten und wie interkulturelle Bedürfnisse dabei berücksichtigt werden können.</p><p>Insgesamt waren sieben Initiativen für den Deutschen Alterspreis nominiert. Den zweiten Preis in Höhe von 40.000 Euro erhielt die „Lebenstraumgemeinschaft Jahnishausen" in Riesa, eine genossenschaftlich organisierte Gemeinschaft mit knapp 50 Personen, von denen die Hälfte über 60 Jahre alt ist. Den dritten Preis in Höhe von 20.000 Euro bekam das „Veringeck - Wohnprojekt für Senioren unterschiedlicher Kulturen" aus Hamburg.</p><div class="align-right"><p>Mareike Manzke</p></div><ul><li>&lt;link http: www.bosch-stiftung.de content language1 html external-link-new-window external link in new&gt;Pressemitteilung der Robert Bosch Stiftung</li><li>&lt;link http: www.bosch-stiftung.de content language1 html external-link-new-window external link in new&gt;Preis für LebensPhasenHaus (Robert Bosch Stiftung; mit Video)</li><li>&lt;link http: www.lebensphasenhaus.de external-link-new-window external link in new&gt;Homepage LebensPhasenHaus</li><li>&lt;link internal-link internal link in current&gt;Zwischenbilanz LebensPhasenHaus (Uni Tübingen aktuell 3/2016)</li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/PressemitteilungenBilder/2016/16-07-26Lebensphasenhaus2.jpg" lenght="171750" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-13463</guid><pubDate>Wed, 09 Nov 2016 13:54:00 +0100</pubDate><title>Dr. Christoph Bareither mit dem Deutschem Studienpreis der Körber-Stiftung ausgezeichnet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/dr-christoph-bareither-mit-dem-deutschem-studienpreis-der-koerber-stiftung-ausgezeichnet/</link><description>Gewalt im Computerspiel: ein Vergnügen als gesellschaftlicher Konfliktfall</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2016/Bareither.jpg" length="56616" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Christoph Bareither vom Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft der Universität Tübingen ist am 8. November mit einem 2. Preis beim Deutschen Studienpreis 2016 der Körber-Stiftung ausgezeichnet worden. Sein Wettbewerbsbeitrag „Gewalt im Computerspiel: ein Vergnügen als gesellschaftlicher Konfliktfall“ beruht auf seiner 2015 an der Universität Tübingen eingereichten Dissertation »Ludisch-virtuelle Gewalt. Facetten eines Vergnügens«.</p><p><br>Im Mittelpunkt von Bareithers Studie stehen die emotionalen Erfahrungen der Spieler beim Spielen und die Faszination virtueller Gewalt. Er versucht nachzuvollziehen, wie die Spieler Gewaltsimulationen als Vergnügen erleben. Dazu beobachtete Bareither Online-Spielgruppen und LAN-Partys, führte qualitative Interviews und wertete zusätzlich YouTube-Videos und Medienberichte von 1983 bis 2014 aus.</p><p><br>Insgesamt wurden 2016 sechs 2. Preise vergeben, sie sind jeweils mit 5.000 Euro dotiert.</p><p><br>Die drei ersten Preise beim Deutschen Studienpreis gingen in diesem Jahr an den Juristen Tom Pleiner von der Universität Augsburg (Thema: Überplanung statt Neubau von Stromtrassen; Sektion Geistes- und Kulturwissenschaften), die Politologin Astrid Séville von der Ludwig-Maximilians-Universität München (Thema: Verhängnisvolle Rhetorik der Alternativlosigkeit; Sektion Sozialwissenschaften) und die Maschinenbauingenieurin Elisabeth Wilhelm vom Karlsruher Institut für Technologie (Thema: Grafikfähiges Computer-Display für Blinde; Sektion Natur- und Technikwissenschaften). Die Spitzenpreise sind mit jeweils 25.000 Euro dotiert. Die Preise wurden in Berlin von Bundestagspräsident Norbert Lammert überreicht.</p><ul><li>&lt;link http: www.koerber-stiftung.de fileadmin user_upload wissenschaft studienpreis pdf dsp2016_broschuere_gesamt_download.pdf external-link-new-window deutscher studienpreis. die preisträgerinnen preisträger&gt;Broschüre Deutscher Studienpreis. Die Preisträgerinnen &amp; Preisträger 2016</li><li>&lt;link http: www.koerber-stiftung.de fileadmin user_upload wissenschaft studienpreis pdf dsp2016_broschuerenbeitrag_bareither.pdf external-link-new-window external link in new&gt;Zusammenfassung Beitrag Christoph Bareither</li><li>&lt;link http: www.koerber-stiftung.de fileadmin user_upload wissenschaft studienpreis pdf beitrag_bareither_final.pdf external-link-new-window im computerspiel: ein vergnügen als gesellschaftlicher&gt;Christoph Bareithers Wettbewerbsbeitrag „Gewalt im Computerspiel: ein Vergnügen als gesellschaftlicher Konfliktfall“</li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2016/Bareither.jpg" lenght="56616" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-14302</guid><pubDate>Thu, 03 Nov 2016 15:01:00 +0100</pubDate><title>Reinhold- und Maria-Teufel-Stiftung verleiht Promotionspreise</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/reinhold-und-maria-teufel-stiftung-verleiht-promotionspreise-1/</link><description></description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2016/16-11-03teufel.jpg" length="10103" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Die Reinhold – und Maria-Teufel-Stiftung hat Doktoranden der Universität Tübingen mit dem Promotionspreis ausgezeichnet. Oberbürgermeister Michael Beck zeichnete am 27. Oktober im Kongresszentrum der Aesculap AG in Tuttlingen Absolventen der Juristen Fakultät und aus dem Fachbereich Biologie aus.</p><p>Aus der Juristischen Fakultät wurden für ihre hervorragenden Dissertationen ausgezeichnet: Dr. Pascal Ludwig, Dr. Anna-Maria Brutscher (Strafrecht), Dr. Julius Forschner (Kapitalmarktrecht) und Dr. Natalie Richter (Kriminologie). Pascal Ludwig hielt stellvertretend für die Preisträger der Juristen die Dankesrede und stellte seine Dissertation zur Mitbestimmung im europäischen Konzern vor. Für die Tübinger Fakultät hatte Prof. Dr. Stefan Thomas zuvor die Bedeutung rechtswissenschaftlicher Forschung im Mehrebenen-System zwischen europäischer und nationaler Rechtsordnung dargelegt.</p><p>Aus der Biologie wurden für ihr Dissertationen ausgezeichnet: Aus dem &lt;link internal-link internal link in current&gt;Sonderforschungsbereich „Die bakterielle Zellhülle (SFB 766; Mikrobiologie)“ Dr. Lina Thoma (Teilprojekt A13-G.Muth) und Dr. Roberta Pozzi (Teilprojekt A03-E. Stegmann). Weiterhin wurden aus der Biologie ausgezeichnet: Dr. Lioba Courth (innere Medizin), Dr. Moritz Graef (Molekularbiologie der Pflanzen), Dr. Julia Imkampe (Molekularbiologie der Pflanzen), Dr. Debabrata Laha (Molekularbiologie der Pflanzen), Dr. Minh Thu Nguyen (Mikrobiologie), Dr. Vladislav Susoy (Max-Planck Institut für Entwicklungsbiologie), Dr. Marius Spohn (Mikrobiologie) und Dr. Lena Veit (Neurobiologie).</p><p>Marius Spohn dankte stellvertretend für die Preisträger und stellte seine Dissertation zur biotechnologischen Produktion der Substanz EDDS vor. Prof. Peter Mallot vom Lehrstuhl für Kognitive Neurowissenschaften am Institut für Neurobiologie der Universität Tübingen dankte der Stiftung für Ihre regelmäßige Förderung und stellte die Erkenntnisse der ausgezeichneten Forscher im Schnittfeld von Medizin und Zellbiologie vor.</p><p>Die Reinhold- und Maria-Teufel-Stiftung mit Sitz in Tuttlingen fördert seit vielen Jahren exzellente Forschung in den Fächern Biologie und Jura an der Universität Tübingen durch Promotionspreise und andere Förderungsmaßnahmen (z.B. Reisebeihilfen für Auslandsaufenthalte). &lt;link http: www.teufel-stiftung.de start.htm&gt;<a href="http://www.teufel-stiftung.de/start.htm" target="_blank" rel="noreferrer">www.teufel-stiftung.de/start.htm</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2016/16-11-03teufel.jpg" lenght="10103" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-8356</guid><pubDate>Thu, 20 Oct 2016 18:17:00 +0200</pubDate><title>Ana García-Sáez erhält begehrte Auszeichnung der europäischen Wissenschaftsorganisation EMBO</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/ana-garcia-saez-erhaelt-begehrte-auszeichnung-der-europaeischen-wissenschaftsorganisation-embo/</link><description>Die Biochemikerin erforscht die Veränderungen von Membranen beim programmierten Zelltod</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2016/161020Ana_Garcia.jpg" length="341248" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Professorin Ana-Jesus García-Sáez vom Interfakultären Institut für Biochemie wurde von der europäischen Wissenschaftsorganisation European Molecular Biology Organization (EMBO) als „EMBO Young Investigator“ ausgezeichnet. Sie ist eine von nur 25 jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die diese Auszeichnung 2016 erhalten. Die EMBO fördert die molekularbiologische Grundlagenforschung. Mit dem Young Investigator Programme unterstützt sie Lebenswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, bei denen sie das Potenzial für Forschung in der Weltklasse erkennt, über drei Jahre hinweg beim Aufbau einer eigenen Arbeitsgruppe. Dazu gehören ein mit 15.000 Euro dotierter Preis und die Möglichkeit, weitere Förderungen für eine unabhängige Arbeitsgruppe einzuwerben.</p><p>Die Spanierin Ana García-Sáez wurde 2013 als Professorin für Biochemie an die Universität Tübingen berufen. Sie erforscht die Dynamik von Membranen, welche die Außenhülle von Zellen bilden, jedoch auch verschiedene Organe oder Funktionsbereiche in der Zelle voneinander abgrenzen. Vor allem untersucht sie die Mitochondrienmembran beim programmierten Zelltod, mit dem die Zelle zum Beispiel alte oder kranke Zellen gezielt und geordnet sterben lässt. Ana García-Sáez interessiert sich sowohl für die physikalischen Prinzipien als auch für die molekularen Mechanismen der Membranveränderungen. Sie hat eine multidisziplinäre Arbeitsgruppe aufgebaut, die neue Mikroskopiertechniken und Modellsysteme entwickelt, an denen der geordnete Abbau der Membranen beim programmierten Zelltod an einzelnen Zellen auch quantitativ untersucht werden kann.</p><p>Die neuen EMBO Young Investigators werden in ein Netzwerk von 74 aktuellen und 382 ehemaligen Young Investigators aufgenommen. Sie haben die Möglichkeit, an wissenschaftlichen Fortbildungskursen und Konferenzen teilzunehmen oder auch die Hightech-Geräte am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg zu nutzen. In diesem Jahr gingen für das EMBO Young Investigator Programme 211 Bewerbungen ein, zwölf Prozent davon waren erfolgreich.</p><div class="align-right"><p>Janna Eberhardt</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Leute</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Online</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2016/161020Ana_Garcia.jpg" lenght="341248" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-15699</guid><pubDate>Mon, 17 Oct 2016 17:28:00 +0200</pubDate><title>Olaf Kühne zum Vorsitzenden der Deutschen Akademie für Landeskunde gewählt</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/olaf-kuehne-zum-vorsitzenden-der-deutschen-akademie-fuer-landeskunde-gewaehlt/</link><description>Olaf Kühne, frisch an die Eberhard Karls Universität Tübingen berufener Professor für Stadt- und Regionalentwicklung, wurde am 30. September 2016 zum Vorsitzenden der traditionsreichen Deutschen Akademie für Landeskunde berufen.</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2016/161017Kuehne_Olaf.jpg" length="285781" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutsche Akademie für Landeskunde, vom Deutschen Geographentag im Jahr 1882 als ‚Zentralkommission für wissenschaftliche Landeskunde von Deutschland‘ gegründet, im Jahr 1941 umbenannt zum Zentralausschuss für deutsche Landeskunde, und seit 1995 als Deutsche Akademie für Landeskunde fortgeführt, befasst sich mit der wissenschaftlichen Landeskunde und geographischen Regionalforschung in Deutschland, wie auch im deutschsprachigen Raum Mitteleuropas. Die Akademie organisiert Tagungen, unterstützt Forschungen und berät Behörden in diesem Kontext. Darüber stellt sie Publikationsplattformen für die Verbreitung der Ergebnisse wissenschaftlicher Ergebnisse, insbesondere im Zusammenhang mit regionaler Geographie zur Verfügung, so auch die traditionsreiche Zeitschrift „Berichte. Geographie und Landeskunde“, vormals „Berichte zur deutschen Landeskunde“.</p><p>Olaf Kühne ist seit 1. Oktober 2016 an der Universität Tübingen Professor für „Stadt- und Regionalentwicklung“ im Forschungsbereich Geographie des Fachbereichs Geowissenschaften. Der promovierte Geograph und Soziologe hat an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Geographie promoviert und nach Stationen in Saarbrücken und Weihenstephan seinen Weg nach Tübingen gefunden. Schwerpunkte seiner Arbeit liegen in der Stadtgeographie sowie in der Regionalen Geographie, insbesondere postmodernen Raumentwicklungsprozessen. Dabei befasst er sich insbesondere mit der Frage der sozialen Akzeptanz von räumlichen Veränderungen, die er aus sozialkonstruktivistischer Perspektive untersucht. Räumliche Schwerpunkte seiner Forschungen sind neben Mitteleuropa die Vereinigten Staaten von Amerika.</p><div class="align-right"><p><br>Prof. Dr. Thomas Scholten<br>Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät<br>Fachbereich Geowissenschaften<br>Forschungsbereich Geographie</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Leute</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Online</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2016/161017Kuehne_Olaf.jpg" lenght="285781" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-14949</guid><pubDate>Fri, 07 Oct 2016 09:18:00 +0200</pubDate><title>Lena Veit mit Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft ausgezeichnet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/lena-veit-mit-klaus-tschira-preis-fuer-verstaendliche-wissenschaft-ausgezeichnet/</link><description>Neurowissenschaftlerin erhält den Preis für ihre Doktorarbeit über die neuronalen Grundlagen des intelligenten Verhaltens von Rabenvögeln</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2016/16-10-07_dr_Veit.jpg" length="1501858" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Für ihre an der Universität Tübingen verfasste Doktorarbeit „Neural correlates of executive control functions in carrion crows“ hat Dr. Lena Veit den diesjährigen Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft erhalten. Die Neurowissenschaftlerin, die in der Arbeitsgruppe von Professor Andreas Nieder am Institut für Neurobiologie der Universität Tübingen promoviert hat, hat sich mit der Intelligenz von Rabenvögeln befasst. Ausgangspunkt ihrer Forschung war die Beobachtung, dass die Tiere ähnlich komplexe Aufgaben lösen können wie etwa Affen. Und dies obwohl sie über keine Großhirnrinde verfügen, die beim Menschen und Säugetieren für komplexe kognitive Funktionen verantwortlich ist. Um herauszufinden, welche neuronalen Prozesse beim Lernen, Erinnern und anderen flexiblen Verhaltensweisen im Gehirn von Krähen ablaufen, hat sie die schwarzen Vögel trainiert. An einem Touchscreen mussten sie verschiedene Aufgaben lösen, zum Beispiel eine abstrakte Regelwechselaufgabe, bei der die Krähen entweder ein vorher bereits gesehenes oder ein neues Bild aus zwei Bildern auswählen mussten. Die aktuelle Regel – das gleiche Bild oder ein ungleiches Bild mit dem Schnabel zu berühren –  konnte sich jederzeit ändern, die Krähen mussten also blitzschnell umschalten können. Bei dieser Aufgabe zeigte sich bei der Messung von Hirnströmen, dass Nervenzellen in einem bestimmten Bereich des Endhirns der Krähen die aktuellen Verhaltensregeln auf abstrakte Art kodieren. Mittlerweile forscht Veit als Postdoc am Sandler Neuroscience Center der University of California, San Francisco.</p><p><br>Der mit 5000 Euro dotierte Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft wurde 2016 zum 14. Mal verliehen. Ziel ist es, komplexe Forschungsergebnisse allgemein verständlich auf den Punkt zu bringen. Insgesamt hatten sich 168 Nachwuchswissenschaftler aus den Bereichen Biologie, Chemie, Informatik, Mathematik, Neurowissenschaften und Physik beworben. Neben der Tübinger Alumna wurden auch der Neurowissenschaftler Dr. Benjamin Gaub von der University of California, Berkeley, der Physiker Dr. Martin Pitzer von der Goethe-Universität Frankfurt, der Chemiker Dr. Martin Brüggemann von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, die Informatikerin Dr. Jiehua Chen von der TU Berlin und die Mathematikerin Dr. Ágnes Cseh von der TU Berlin ausgezeichnet.</p><p>Weitere Informationen: &lt;link http: www.klaus-tschira-preis.info&gt;<a href="http://www.klaus-tschira-preis.info/" target="_blank" rel="noreferrer">www.klaus-tschira-preis.info</a></p><div class="align-right"><p><br>Mareike Manzke</p></div><p><img data-htmlarea-file-uid="360805" data-htmlarea-file-table="sys_file" src="fileadmin/_processed_/csm_16-10-07preistraeger2016_305f9586e2.jpg" alt height="169" width="299" style></p><p>Alle Preisträger v.l.: Dr. Martin Brüggemann. Jiehua Chen, Dr. Ágnes Cseh, Dr. Benjamin Gaub, Dr. Lena Veit, Dr. Martin Pitzer. Foto: © Klaus Tschira Stiftung</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/_processed_/b/8/csm_16-10-07_dr_Veit_dc8d54cdf0.jpg" lenght="1501858" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-13454</guid><pubDate>Fri, 30 Sep 2016 18:03:00 +0200</pubDate><title>Hohe Auszeichnung für Carla Cederbaum</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/hohe-auszeichnung-fuer-carla-cederbaum/</link><description>Neu berufene Juniorprofessorin erhält Manfred-Fuchs-Preis der Heidelberger Akademie der Wissenschaften</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2016/16-09-30_Carla_C.jpg" length="272259" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Der von Herrn Dr. Dr. h.c. Manfred Fuchs gestiftete Manfred-Fuchs-Preis wird jährlich von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften an besonders qualifizierte Nachwuchsforscher/innen verliehen, die sich durch besondere Leistungen ausgezeichnet haben und eine Brücke zwischen verschiedenen Wissenschaftskulturen schlagen.</p><p>2016 wurde der Manfred-Fuchs-Preis an Carla Cederbaum (Universität Tübingen) verliehen, um ihren bisherigen wissenschaftlichen Weg zu würdigen. Carla Cederbaum ist seit Januar 2016 Tenure-Track-Juniorprofessorin für Differentialgeometrie und Mathematische Relativitätstheorie am Fachbereich Mathematik. Sie studierte als Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes Mathematik, Physik und Informatik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der University of Cambridge. 2011 wurde sie am Albert-Einstein-Institut (MPI für Gravitationsphysik) mit einer Arbeit über den Newtonschen Grenzwert der Allgemeinen Relativitätstheorie promoviert.</p><p>Anschließend forschte und lehrte die Mathematikerin als Assistant Research Professor an der Duke University in den USA und in Tübingen. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit der geometrischen und analytischen Modellierung astrophysikalisch relevanter relativistischer Phänomene und Konzepte, mit der Lösung der damit verbundenen partiellen Differentialgleichungen sowie mit der expliziten Konstruktion von für die Theorie-Entwicklung nützlichen Beispielen. Des Weiteren interessiert sie sich für Ungleichungen zwischen geometrischen und physikalischen Parametern schwarzer Löcher und anderer astrophysikalischer Objekte.</p><p>Neben Forschung und Lehre engagiert sie sich auch im Bereich der Wissenschaftskommunikation, wofür sie bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Hier sei beispielsweise ihre Tätigkeit als Chefeditorin der <em>Schnappschüsse moderner Mathematik aus Oberwolfach</em> genannt – kurzer Artikel, die sich an ein mathematisch interessiertes Publikum wenden: &lt;link http: www.mfo.de snapshots&gt;www.mfo.de/snapshots.</p><div class="align-right"><p>Prof. Dr. Christian Hainzl<br>Fachbereich Mathematik</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Leute</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Online</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2016/16-09-30_Carla_C.jpg" lenght="272259" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-16062</guid><pubDate>Thu, 29 Sep 2016 17:32:00 +0200</pubDate><title>Dominik Brodowski erhält „Dieter Meurer Förderpreises Rechtsinformatik“</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/dominik-brodowski-erhaelt-dieter-meurer-foerderpreises-rechtsinformatik/</link><description>EDV-Gerichtstag zeichnet Dissertation zum Thema „Verdeckte technische Überwachungsmaßnahmen im Polizei- und Strafverfahrensrecht“ aus</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2016/16-09-29EDVGerichtstag_Brodowski_1.jpg" length="344812" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Im Rahmen des 25. Deutschen EDV-Gerichtstages in Saarbrücken ist Dr. Dominik Brodowski der „Dieter Meurer Förderpreis Rechtsinformatik“ verliehen worden. Brodowski wurde ausgezeichnet für seine Dissertation zum Thema „Verdeckte technische Überwachungsmaßnahmen im Polizei- und Strafverfahrensrecht – Zur rechtsstaatlichen und rechtspraktischen Notwendigkeit eines einheitlichen operativen Ermittlungsrechts“ an der Juristischen Fakultät der Universität Tübingen. Darin hat er die These erarbeitet, dass die derzeitigen Vorschriften der polizeirechtlichen und strafprozessualen Eingriffsgrundlagen eine höchst problematische Dopplung zeigen und eine Auflösung dieser rechtsstaatlich und rechtspraktisch bedenklichen Gefahrenlage durch ein einheitliches operatives Ermittlungsrecht erfolgen sollte. Brodowski ist derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt „Open Competence Center for Cyber Security – OpenC3S“ am Lehrstuhl von Professor Dr. Christoph Burchard, LL.M. an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.</p><p>Brodowski bezeichnete es anlässlich der Preisverleihung als „große Freude und besondere Ehre“, den Dieter Meurer Förderpreis für Rechtsinformatik verliehen zu bekommen. „Das Lebenswerk von Dieter Meurer steht insbesondere für eine enge Verzahnung zwischen Rechtswissenschaft und juristischer Praxis, zwischen Rechtswissenschaft und Informatik. Eine praxisorientierte Vernetzung ist auch für die Beschäftigung mit Cyberkriminalität und deren strafrechtlicher Verfolgung notwendig“, erklärte Brodowski. So lasse sich beispielsweise das andersartige und teils erhöhte Bedrohungspotential von Cyberkriminalität nur dann fundiert bewerten, wenn man die Disziplinen der Informatik und der Rechtswissenschaft zusammenführe. Gleiches gelte für eine vertiefte rechtliche Analyse neuer technischer Ermittlungsmethoden und für deren zielgerichtete Anwendung in der forensischen Praxis. „Ein wichtiger Schlüssel für ein besseres gegenseitiges Verständnis ist eine passgenaue Ausbildung – deswegen bereitet mir die Lehre im Studiengang Digitalen Forensik und die Tätigkeit im Projekt ‚Open Competence Center for Cyber Security (OpenC3S)‘ so viel Freude“, so der Preisträger.</p><p>Der „Dieter Meurer Förderpreis Rechtsinformatik“ wird seit 2003 vergeben und ist mit 5.000 Euro dotiert. Preiswürdig sind Leistungen, die rechtliche Aufgaben und das Methodenpotential der Informatik zusammenführen, und zwar im juristischen Bereich, auf dem Feld der Informationstechnologie oder bei organisatorischen Leistungen in der Praxis.</p><p>Weitere Informationen zum „Dieter Meurer Förderpreis Rechtsinformatik“ unter: &lt;link https: www.edvgt.de engagement dieter-meurer-foerderpreis-rechtsinformatik&gt;<a href="https://www.edvgt.de/engagement/dieter-meurer-foerderpreis-rechtsinformatik/" target="_blank" rel="noreferrer">www.edvgt.de/engagement/dieter-meurer-foerderpreis-rechtsinformatik/</a></p><div class="align-right"><p>Tobias Raab</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Leute</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2016/16-09-29EDVGerichtstag_Brodowski_1.jpg" lenght="344812" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-14396</guid><pubDate>Fri, 23 Sep 2016 17:26:00 +0200</pubDate><title>Netzwerk zur Unterstützung gefährdeter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/netzwerk-zur-unterstuetzung-gefaehrdeter-wissenschaftlerinnen-und-wissenschaftler/</link><description>Deutsche Sektion von Scholars at Risk gegründet</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2016/16-09-23Founding_Event_SAR_Germany_Section.jpg" length="210851" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Weltweit werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durch Krieg oder politische Verfolgung in ihrer Arbeit eingeschränkt, in vielen Fällen ist auch ihr Leben bedroht. Die Universität Tübingen hat deswegen mit ihrem Beitritt zum internationalen Netzwerk Scholars at Risk (SAR) bereits im April 2016 ein Zeichen gesetzt.</p><p>Mitte September wurde in Bonn die Deutsche Sektion von Scholars at Risk ins Leben gerufen. Die Universität Tübingen ist dabei nicht nur Gründungsmitglied, sondern auch Mitglied der Steering Group - einem beratenden Gremium, in dem unter anderem auch die Alexander von Humboldt Stiftung, der Deutsche Akademische Austauschdienst DAAD und die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG vertreten sind.</p><p>Mit der Deutschen Sektion von SAR wollen deutsche Universitäten und Hochschulen ein effektives Netzwerk aufbauen, das gefährdete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zielgerichtet unterstützen kann. Hierbei geht es nicht nur darum, gefährdete Menschen in ein sicheres Land einzuladen, sondern ihnen auch eine akademische Heimat zu bieten. Und das oftmals über eine Dauer von Jahren, solange sich die Konflikte im Heimatland nicht lösen lassen.</p><p>Derzeit sind vier internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Syrien und der Türkei mit ihren Familien zu Gast an der Universität Tübingen. Ihre Zahl könnte sich noch deutlich erhöhen, sofern Mittel zur Sicherung des Lebensunterhalts dieser Familien bereitgestellt werden. Tatsächlich ist bundesweit durch verschiedene Initiativen der Alexander von Humboldt-Stiftung (Philipp-Schwartz Initiative), der Gerda Henkel Stiftung, von DFG und DAAD, und durch verschiedene Landesprogramme in den Bundesländern oder auch Förderprogramme deutscher Universitäten die Zahl der gefährdeten Forscherinnen und Forscher, denen geholfen werden kann, bereits gestiegen.</p><p>Auch für die Integration von studierwilligen Geflüchteten hat sich die Universität Tübingen gut aufgestellt. Im Oktober beginnt das Refugee Programm mit insgesamt 47 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Syrien, Iran, Irak, Nigeria, Togo und Eritrea. Das studienvorbereitende Programm umfasst Deutschkurse, Kurse zur interkulturellen Orientierung, ein Mini-MINT-Kolleg, ein Buddy-Programm sowie kreative Projektarbeit.</p><ul><li> &lt;link http: www.humboldt-foundation.de web pressemitteilung-2016-21.html&gt;Pressemitteilung der Alexander von Humboldt-Stiftung vom 20. September 2016</li></ul><div class="align-right"><p>Kirsten Sonnenschein, Welcome Center der Universität Tübingen</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category><category>Attempto-Online</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2016/16-09-23Founding_Event_SAR_Germany_Section.jpg" lenght="210851" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-15678</guid><pubDate>Mon, 15 Aug 2016 10:43:00 +0200</pubDate><title>Schöninger Speere</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/schoeninger-speere/</link><description>Niedersächsischer Ministerpräsident Weil besucht Ausgrabungsstätte</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forum/2016/16-08-15forum_serangeli_web.jpg" length="321539" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil hat sich am 10. August 2016 in Schöningen im Landkreis Helmstedt über den Fortgang der dortigen archäologischen Ausgrabung informiert. Grabungsleiter Dr. Jordi Serangeli von der Universität Tübingen führte den Ministerpräsidenten über das Grabungsgelände.</p><p><br>Die Fundstelle Schöningen ist Dank der Entdeckung von mehreren Holzspeeren, sowie von zahlreichen Stein- und Knochenartefakten aus 300.000 Jahre alten Schichten, eine archäologische Weltsensation. Die Ausgrabung ist seit 2008 ein gemeinsames Projekt unter der Leitung der Universität Tübingen und des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege Hannover. Nun wird das „Forschungsprojekt Schöningen“ Teil vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment (HEP), Tübingen.</p><p>Gezeigt wurden Ministerpräsident Weil unter anderem Repliken der Schöninger Originalspeere sowie steinzeitliche Geräte aus Knochen und Feuerstein. Von besonderem wissenschaftlichem Interesse sind die gefunden Reste einer Säbelzahnkatze, darunter auch mehrere Zähne. (siehe auch &lt;link http: www.uni-tuebingen.de aktuelles pressemitteilungen newsfullview-pressemitteilungen article gefaehrlichstes-tier-der-eiszeit-in-schoeningen-entdeckt.html external-link-new-window gefährlichstes tier der eiszeit in schöningen&gt;Pressemitteilung "Gefährlichstes Tier der Eiszeit in Schöningen entdeckt" vom 01. April 2014).</p><p><br>Derzeit wird dazu eine Ausstellung im "paläon – Forschungs und Erlebniszentrum Schöninger Speere" in Schöningen, Landkreis Helmstedt, vorbereitet.</p><div class="align-right"><p><br>Maximilian von Platen</p></div><h3>Informationen zum Projekt: </h3><ul><li>&lt;link http: www.geo.uni-tuebingen.de arbeitsgruppen urgeschichte-und-naturwissenschaftliche-archaeologie grabungen deutschland schoeningen.html external-link-new-window zur projekt-homepage des instituts für ur- und frühgeschichte archäologie&gt;Projekt-Homepage des Instituts für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters</li><li>&lt;link http: www.denkmalpflege.niedersachsen.de archaeologie schwerpunktprogramme_a6 jaegerische_archaeologie_schoeningen_hannover palaeolithikum--mesolithikum-und-projekt-schoeningen-143329.html external-link-new-window niedersächsisches landesamt für&gt;Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege</li><li>&lt;link http: www.schoeningerspeere.de external-link-new-window förderverein schöninger&gt;Förderverein Schöninger Speere</li><li>&lt;link http: www.palaeon.de home.html external-link-new-window paläon forschungs und erlebniszentrum schöninger&gt;paläon – Forschungs und Erlebniszentrum Schöninger Speere</li></ul>]]></content:encoded><category>Attempto-Forum</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Online</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forum/2016/16-08-15forum_serangeli_web.jpg" lenght="321539" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-15474</guid><pubDate>Thu, 28 Jul 2016 19:16:00 +0200</pubDate><title>Ausländerkriminalität wird überschätzt – auch von angehenden Akademikern</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/auslaenderkriminalitaet-wird-ueberschaetzt-auch-von-angehenden-akademikern/</link><description>Umfrage von Studierenden der Kriminologie der Universität Tübingen mit mehr als 2.000 Teilnehmern</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2016/16-07-28_Kriminalitaet.jpg" length="59756" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Die Anzahl der Straftaten, die von nichtdeutschen Tätern verübt werden, wird in der öffentlichen Meinung höher eingeschätzt als sie tatsächlich ist. Auch angehende Akademiker sind davor nicht gefeit, können die Fakten aber tendenziell besser einordnen – dies zeigen die Ergebnisse einer Umfrage von Studierenden der Kriminologie an der Universität Tübingen unter mehr als 2.000 Teilnehmern. Durchgeführt wurde die Befragung von zwei Tübinger Studierenden – Jenny Geiger und Tizian Seidle – im Rahmen eines Seminars zum Thema „Migration und Kriminalität“ von Dipl.-Psych. Barbara Hausmann und Professor Jörg Kinzig. 83,3 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage hatte mindestens eine Fachhochschulreife oder einen höheren Abschluss vorzuweisen; rund 41,9 Prozent gab an, zu studieren. In der Befragung sollten sie unter anderem die Entwicklung der Ausländerkriminalität in den letzten fünf Jahren einschätzen.</p><p>Bei der Umfrage gingen 263 der Befragten mit hohem Bildungsniveau (15,3 Prozent) von einem starken Anstieg der Ausländerkriminalität in den letzten fünf Jahren aus. In Wahrheit verzeichnete die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) zwischen 2010 und 2015 lediglich einen moderaten Zuwachs der ausländischen Tatverdächtigen – von 20,0 Prozent im Jahr 2010 auf 27,6 Prozent im Jahr 2015, stellt man zudem den Zustrom von Flüchtlingen in Rechnung. „Besonders bemerkenswert ist dabei, dass demgegenüber von den Befragten mit niedrigem Bildungsniveau immerhin 52,6 Prozent an einen starken Zuwachs glaubte“, stellt Professor Jörg Kinzig von der Universität Tübingen fest. Insgesamt vermuteten 53,1 Prozent der Personen mit höherem Bildungsniveau einen – wenn auch nicht unbedingt starken – Anstieg, während es unter den weniger gebildeten Teilnehmern sogar 87,8 Prozent waren.</p><p>„Die Ergebnisse deuten an, dass es nicht allein die schulische Ausbildung ist, die über eine realistische Einschätzung sogenannter Ausländerkriminalität entscheidet, sondern vor allem auch, welche Medien der Einzelne nutzt“, betont Tizian Seidle. In der Umfrage mussten die Teilnehmenden angeben, welcher Informationsquellen sie sich regelmäßig bedienen – von der seriösen Presse bis hin zu Boulevardzeitungen. Anhand dessen wurden ihnen ein sogenannter „Informiertheitswert“ zugewiesen. Hierbei zeigte sich, dass fast drei Viertel (72,7%) der Befragten mit niedrigem Informiertheitsswert von einem Anstieg der von nichtdeutschen Tätern verübten Straftaten ausging, während dies nur etwas über die Hälfte (54,9%) der Personen mit hohem Informiertheitswert glaubte. Überwiegend wurde von den Personen mit niedriger Informiertheit sogar ein starker Anstieg vermutet.</p><p>„Neben Bildungsaspekten spielen auch persönliche Erfahrungen eine Rolle“, sagt Jenny Geiger. Die Umfrage stellte einen Zusammenhang zu eigenen Opfererfahrungen her. Hier zeigte sich, dass Personen, die angaben, bereits Opfer eines nichtdeutschen Täters geworden zu sein, die Entwicklung der Ausländerkriminalität als vergleichsweise dramatisch einschätzten. So gingen 72,2 Prozent von ihnen von einem Anstieg aus, wogegen dies bei Personen ohne eine solche Opfererfahrung nur bei 51,0 Prozent der Fall war.</p><p>Auch den Anteil nichtdeutscher Personen an der Wohnbevölkerung in Deutschland bezifferten viele der Teilnehmenden mit durchschnittlich ca. 24 Prozent zu hoch. Laut Statistischem Bundesamt lag der Ausländeranteil zum Befragungszeitpunkt bei nur rund zehn Prozent (9,7%). Nur rund einem Fünftel der Befragten (20,4%) gelang es, ihn realistisch zu verorten.</p><div class="align-right"><p>Mareike Manzke</p></div><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Jörg Kinzig<br>Universität Tübingen<br>Institut für Kriminologie<br>Telefon +49 7071 29-72549 <br>&lt;link mail window for sending&gt;kinzig[at]jura.uni-tuebingen.de</p><div class="table-rwd"><div class="table-rwd__overflow"><table><caption><p><strong>Tabelle 1:</strong> Geschätzte Entwicklung der Ausländerkriminalität nach Bildungsniveau </p></caption><tbody><tr><td colspan="2" rowspan="2"></td><td colspan="5" rowspan="1"><div class="align-center"><strong></strong></div><div class="align-center"><strong>Anteil Entwicklung</strong></div></td></tr><tr><td><strong>Stark gesunken</strong></td><td><strong>Leicht gesunken</strong></td><td><strong>Konstant</strong></td><td><strong>Leicht angestiegen</strong></td><td><strong>Stark angestiegen</strong></td></tr><tr><td colspan="1" rowspan="2"><strong>Bildungsniveau:</strong></td><td><strong>Niedrig:</strong></td><td>2</td><td>3</td><td>37</td><td>121</td><td>181</td></tr><tr><td><strong>Hoch:</strong></td><td>6</td><td>121</td><td>681</td><td>650</td><td>263</td></tr><tr><td colspan="2" rowspan="1"><p><strong>Gesamt</strong></p></td><td>8</td><td>124</td><td>718</td><td>771</td><td>444</td></tr></tbody></table></div></div><div class="table-rwd"><div class="table-rwd__overflow"><table><caption><p><strong>Tabelle 2:</strong> Geschätzte Entwicklung der Ausländerkriminalität nach Grad der Informiertheit </p></caption><tbody><tr><td colspan="2" rowspan="2"></td><td colspan="5" rowspan="1"><div class="align-center"><strong></strong></div><div class="align-center"><strong>Anteil-Entwicklung</strong></div></td><td colspan="1" rowspan="2"><strong>Gesamt</strong></td></tr><tr><td><strong>Stark gesunken</strong></td><td><strong>Leicht gesunken</strong></td><td><strong>Konstant</strong></td><td><strong>Leicht angestiegen</strong></td><td><strong>Stark angestiegen</strong></td></tr><tr><td colspan="1" rowspan="2"><strong>Informiertheit:</strong></td><td><strong>Niedrig</strong></td><td>3</td><td>22</td><td>105</td><td>162</td><td>185</td><td>477</td></tr><tr><td><strong>Hoch</strong></td><td>5</td><td>101</td><td>606</td><td>609</td><td>256</td><td>1577</td></tr><tr><td colspan="2" rowspan="1"><strong>Gesamt</strong></td><td>8</td><td>123</td><td>711</td><td>771</td><td>441</td><td>2054</td></tr></tbody></table></div></div><div class="table-rwd"><div class="table-rwd__overflow"><table><caption><p><strong>Tabelle 3:</strong> Geschätzte Entwicklung der Ausländerkriminalität nach Viktimisierungserfahrungen</p></caption><tbody><tr><td colspan="2" rowspan="2"></td><td colspan="5" rowspan="1"><div class="align-center"><strong></strong></div><div class="align-center"><strong>Anteil-Entwicklung</strong></div></td><td colspan="1" rowspan="2"><strong>Gesamt</strong></td></tr><tr><td><strong>Stark gesunken</strong></td><td><strong>Leicht gesunken</strong></td><td><strong>Konstant</strong></td><td><strong>Leicht angestiegen</strong></td><td><strong>Stark angestiegen</strong></td></tr><tr><td colspan="1" rowspan="2"><strong>Allgemeine Opfer- erfahrung bei Täter:<br>Ausländer</strong></td><td><strong>Nein</strong></td><td>4</td><td>82</td><td>550</td><td>465</td><td>196</td><td>1297</td></tr><tr><td><strong>Ja</strong></td><td>4</td><td>41</td><td>162</td><td>301</td><td>237</td><td>745</td></tr><tr><td colspan="2" rowspan="1"><strong>Gesamt</strong></td><td>8</td><td>123</td><td>712</td><td>766</td><td>433</td><td>2042</td></tr></tbody></table></div></div><p><strong>Schaubild 1:</strong> Geschätzter Anteil der von Ausländern begangenen Straftaten nach Viktimisierungserfahrungen</p><p><img data-htmlarea-clickenlarge="1" data-htmlarea-file-uid="353220" data-htmlarea-file-table="sys_file" src="fileadmin/_processed_/csm_16-07-28_Kriminalitaet2_4f828050b9.png" alt="Schaubild 1: Geschätzter Anteil der von Ausländern begangenen Straftaten nach Viktimisierungserfahrungen" title="Schaubild 1: Geschätzter Anteil der von Ausländern begangenen Straftaten nach Viktimisierungserfahrungen" height="229" width="300" style></p><div class="table-rwd"><div class="table-rwd__overflow"><table><caption><strong>Tabelle 4:</strong> Von den Befragten geschätzte Entwicklung der Ausländerkriminalität in den letzten 5 Jahren</caption><tbody><tr><td><p><strong></strong></p><p><strong>Geschätzte Entwicklung der Ausländerkriminalität</strong></p></td><td><p><strong></strong></p><p><strong>Häufigkeit</strong></p></td><td><p><strong></strong></p><p><strong>Anteil in Prozent</strong></p></td></tr><tr><td rowspan="1"></td><td rowspan="1"></td><td rowspan="1"></td></tr><tr><td><strong>Stark gesunken</strong></td><td>8</td><td>0,4%</td></tr><tr><td><strong>Leicht gesunken</strong></td><td>124</td><td>6,0%</td></tr><tr><td><strong>Konstant geblieben</strong></td><td>718</td><td>34,7%</td></tr><tr><td><strong>Leicht angestiegen</strong></td><td>772</td><td>37,3%</td></tr><tr><td><strong>Stark angestiegen</strong></td><td>444</td><td>21,5%</td></tr><tr><td><strong>Keine Angaben</strong></td><td>2</td><td>0,1%</td></tr><tr><td><strong>Gesamt</strong></td><td>2.068</td><td>100%</td></tr></tbody></table></div></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Online</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2016/16-07-28_Kriminalitaet.jpg" lenght="59756" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-15048</guid><pubDate>Mon, 18 Jul 2016 16:55:00 +0200</pubDate><title>Neue fachübergreifende Forschung Uni Tübingen-Chile hat begonnen – Tübinger Wissenschaftler besonders erfolgreich</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/neue-fachuebergreifende-forschung-uni-tuebingen-chile-hat-begonnen-tuebinger-wissenschaftler-besonders-erfolgreich/</link><description>Ein interdisziplinäres Geowissenschaften-Ökologie-Forschungsprogramm untersucht, wie biologische Prägung die Erdoberflächenprozesse beeinflusst.</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2016/16-07-15_EarthShape.png" length="477334" type="image/png" /><content:encoded><![CDATA[<p>Das Institut für Geowissenschaften und das Institut für Evolution und Ökologie der Universität Tübingen haben eine gemeinsame Deutsch-Chilenische Forschungskollaboration initiiert. Das Gesamtprojekt wird ko-koordiniert von Prof. Todd Ehlers (Tübingen Geowissenschaften) und Prof. Friedhelm von Blanckenburg (Deutsches GeoForschungszentrum, GFZ, Potsdam). Das Forschungsprojekt ist in das Schwerpunkt Programm (SPP) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingebettet und heißt: „EarthShape: Die biologische Prägung der Erdoberfläche“.</p><p>Das &lt;link http: www.earthshape.net external-link-new-window external link in new&gt;EarthShape Projekt soll Aufschluss darüber bringen, wie biologische Prozesse Boden bilden, Topographie beeinflussen und damit zur Formung der Erdoberfläche beitragen. EarthShape ist ein Konsortium aus 16 interdisziplinären Projekten, zusammengesetzt aus 33 deutschen Wissenschaftlern, 23 chilenischen Wissenschaftlern und Mitarbeitern sowie 20 Doktoranden aus den Fächern Geologie, Ökologie, Bodenkunde, Geografie, Mikrobiologie, Geophysik und Geochemie. Die Untersuchungen im Rahmen von EarthShape werden an vier Untersuchungsstandorten in der chilenischen Küstengebirgskette durchgeführt, die sich über einen der weltweit spektakulärsten Vegetationsgradienten von arid bis feucht-gemässigt erstreckt. In diesem natürlichen Labor kann untersucht werden, wie sich Biologie und Topographie gegenseitig beeinflussen.</p><p>Die erste Antragsrunde zeigt als Ergebnis, dass die interdisziplinäre Gruppe der Tübinger Forscher die erfolgreichsten Einwerber in diesem Schwerpunktprogramm mit sechs Jahren Laufzeit sind. In den ersten drei Jahren, beginnend in 2016, wurden 1,7 Millionen Euro für die Tübinger Wissenschaftler bewilligt, dies sind 33% des Budgets für das gesamte Projekt während der ersten Phase. Das Tübinger Forschungsteam besteht aus sieben etablierten Forschern, zusätzlich konnten Mittel für fünf Postdoc- und Doktorandenstellen beschafft werden. "Dies ist natürlich ein großer Erfolg für Tübingen, und spricht nicht nur für die hochqualifizierten Umweltwissenschaften in Tübingen, sondern veranschaulicht auch die stark vertretene interdisziplinäre Forschung", sagt Ehlers.</p><p>Innerhalb EarthShape ko-koordiniert Prof. Dr. Todd Ehlers (TÜ Geowissenschaften) das Programm, leitet aber auch sein eigenes Teilprojekt, in welchem er am Computer simuliert, wie Topografie, Erosion und Sedimentation auf Klima- und Vegetationsänderungen seit der letzten Eiszeit (vor ca. 21.000 Jahren) reagieren. Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit mit Prof. Thomas Hickler (Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F)) und Prof. Juan-Pablo Fuentes-Espoz (Univ. de Chile) durchgeführt.</p><p>Dr. Kirstin Übernickel ist Projektmanagerin und Wissenschaftlerin, vom EarthShape Projekt direkt in den Tübinger Geowissenschaften angestellt. Sie hat ein Netzwerk von vier Wetterstationen über eine Distanz von 1.300 km im Küstengebirge von Chile installiert. Die Wetterstationen übertragen täglich Daten über Satellit nach Tübingen. Die Stationen wurden in drei Nationalparks und einem Naturreservat aufgestellt, die sich zwischen der ariden und spärlich bewachsenen Region der Atacama Wüste bis hin zu den feuchten Wäldern Südchiles befinden. Die Stationen werden genutzt, um Wetter und Klima zu überwachen und festzustellen, wie sie sich in jedem Gebiet auf die lokale Ökologie, den Nährstoffzyklus sowie die Bodenentwicklung und Erosion auswirken. Die Stationen wurden in enger Zusammenarbeit mit der Chilenischen Pontifikal-Katholischen Universität, der nationalen Korporation des Chilenischen Forstwesens (CONAF) und dem Chilenischen Zentrum für erweiterte Studien in trockenen Zonen (CEAZA) installiert.</p><p>Prof. Katja Tielbörger (TÜ Pflanzenökologie) und Prof. Yvonne Oelmann (TÜ Geowissenschaften) arbeiten zusammen an einem Unterprojekt, welches mehr auf die Biologie ausgerichtet ist. Es setzt sich mit der Rolle der Vegetationsdynamik hinsichtlich der Bodenprozesse auseinander, wobei der spezielle Fokus auf die Zersetzung von pflanzlichem Material gelegt ist. Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem chilenischen Partner Prof. Lohengrin Cavieres (Univ. de Concepción, Chile), die erste großformatige Studie zum ökologischen Klimaeinfluss in Chile liefern.</p><p>Prof. Thomas Scholten und Dr. Peter Kühn (TÜ Geowissenschaften) konzentrieren sich auf das komplexe Zusammenspiel von Bodenstruktur, mikrobiologischen Prozessen und Klima. Diese kleinräumig biologisch gesteuerten Prozesse spielen eine maßgebliche Rolle in Stabilisierungsprozessen an der Erdoberfläche und es wird erwartet, dass diese bei verschiedenen klimatischen Bedingungen unterschiedlich ausfallen. Die chilenischen Bodenkundler Dr. Rómulo Oses (CEAZA, La Serena, Chile) und Dr. Oscar Seguel (Univ. de Chile) tragen zu dem Projekt mit ihrer Expertise, logistischer Unterstützung und Zugang zu vorhandenen Laboreinrichtungen vor Ort bei. "Unsere Studie wird grundlegende Informationen darüber liefern, wie mikrobengesteuerte Prozesse zu Bodenbildung, Stabilität und Erosion als Antwort auf Klimaeinflüsse beitragen“, sagt Scholten.</p><p>Dr. Miriam Schaller (TÜ Geowissenschaften) kooperiert mit Prof. Jan van der Kruk (Forschungszentrum Jülich) und Prof. Juan-Pablo Fuentes-Espoz (Univ. de Chile), um zu ermitteln, wie geochemische und geophysikalische Messungsmethoden einander ergänzend verwendet werden können. So soll verstanden werden, wie Gestein sich zersetzt und damit Boden formt. Das Projekt kombiniert unterirdisch bildgebende geophysikalische Verfahren mit geochemischen Analysen anhand von Proben aus Bodengrabungen.</p><p>“Wir blicken sehr positiv gestimmt auf dieses 6-Jahre-Programm. Es wird sich fördernd auf modernste wissenschaftliche Kooperationen innerhalb Tübingen auswirken und einen Beitrag zu den Bemühungen der Universität Tübingen, internationale Kooperationen zu fördern, leisten”, sagt Ehlers. Mit den jetzt installierten Wetterstationen vor Ort ist das Programm bereit für den Start.</p><div class="align-right"><p>Todd Ehlers</p></div><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Todd Ehlers<br>Universität Tübingen<br>Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät<br>Fachbereich Geowissenschaften<br>Telefon: +49 (0) 7071 29-73152<br>&lt;link mail window for sending&gt;todd.ehlers[at]uni-tuebingen.de</p><p><img data-htmlarea-file-uid="351832" data-htmlarea-file-table="sys_file" src="fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/16-07-15_EarthShape2.png" alt height="123" width="300" style></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Online</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2016/16-07-15_EarthShape.png" lenght="477334" type="image/png"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-13509</guid><pubDate>Tue, 12 Jul 2016 16:30:00 +0200</pubDate><title>Alzheimer-Forscher Lary Walker nutzt Humboldt-Forschungspreis für Aufenthalt am Hertie-Institut in Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/alzheimer-forscher-lary-walker-nutzt-humboldt-forschungspreis-fuer-aufenthalt-am-hertie-institut-in-tuebingen/</link><description>Walker will während seines Forschungsaufenthalts klären, warum Tiere keine Alzheimer Demenz entwickeln.</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2016/16-07-12Walker.jpg" length="268109" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Der Humboldt-Forschungspreis gibt renommierten Forscherinnen und Forschern aus dem Ausland die Gelegenheit, ein drängendes wissenschaftliches Problem in Deutschland zu bearbeiten. Walker will wissen, warum die mit einer ähnlichen Physiologie und Genetik wie die Menschen ausgestatteten Menschenaffen zwar Alzheimer-Plaques im Gehirn entwickeln, aber keine Demenz bekommen. Offensichtlich führt nicht jede Ansammlung von Plaques zwangsläufig zu kognitiven Einbußen. Das kennt man auch aus der Medizin, denn nicht jeder mit typischen Alzheimer-Plaques im Gehirn ist dement.</p><p>Walker ist Professor für Neurologie an der Emory Universität in Atlanta und Professor am dortigen Yerkes National Primate Research Center. Er wird in Tübingen mit Professor Dr. Mathias Jucker zusammenarbeiten. Jucker leitet die Abteilung für Zellbiologie Neurologischer Erkrankungen am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) des Universitätsklinikums Tübingen und des Deutschen Zentrums für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Tübingen. Jucker und Walker, die sich Ende der 1980er Jahre in Baltimore  kennengelernt haben, beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit dem alternden Gehirn und gehören zu den international führenden Alzheimer-Forschern.</p><p>Da es etwas geben muss, was demenzauslösende Plaques von nicht demenzauslösenden Plaques unterscheidet, wollen Walker und Jucker verstehen, worin dieser Unterschied besteht. Sie vermuten, dass er mit der dreidimensionalen Architektur des Beta-Amyloid Proteins zu tun hat, aus dem die Plaques bestehen. Das würde bedeuten, dass nur Ablagerungen mit einer ganz bestimmten Form von Beta-Amyloid krank machen und dass Tiere diese Form nicht bilden. Für diese Hypothese spricht, dass eine radioaktiv markierte Substanz, mit denen man die Plaques bei Patienten mit einer Positronen-Emissions-Tomographie sichtbar machen kann, bei Menschenaffen geradezu versagt. Da das Beta-Amyloid bei Menschen und Affen die gleiche Proteinsequenz hat, könnte dieser Unterschied mit der dreidimensionalen Form zu tun haben. Walker wird den Humboldt-Forschungspreis dazu nutzen, diese Hypothese zu prüfen.</p><p>Er wird am HIH auch der Frage nachgehen, ob Veränderungen in den Blutgefäßen des menschlichen Gehirns vielleicht ebenfalls eine Erklärung bieten, wieso Menschen eine Alzheimer Demenz entwickeln, Tiere aber nicht. „Ich bin sehr froh, im renommierten Labor von Mathias Jucker neue Forschungsansätze verfolgen zu können“, sagt Walker über die Auszeichnung. „Juckers Labor hat exzellente Ressourcen und – das ist natürlich das Wichtigste – viele talentierte Forscherinnen und Forscher mit einem starken Interesse am Verständnis neurodegenerativer Erkrankungen“.</p><p>Der Preisträger wird ab dem 1. August 2016 für sechs Monate in Tübingen sein und auch Seminare geben. Der Humboldt-Forschungspreis ist mit 60.000€ dotiert und wird von der Alexander von Humboldt-Stiftung vergeben. „Der Humboldt-Forschungspreis wird uns die Gelegenheit geben, einige grundlegende Fragen über die Ursachen und das Fortschreiten der Demenz anzugehen“, sagt Walker. Die Stiftung zeichnet mit diesem Preis das Gesamtwerk eines renommierten Wissenschaftlers aus und fördert durch diese Auszeichnung und andere Programme den internationalen Austausch.</p><p>Zur Person von Professor Dr. Lary Walker:</p><p>Walker ist Neurowissenschaftler. Er hat Experimental-Psychologie und Neurowissenschaften studiert und an der Tulane Universität in New Orleans promoviert. Nach verschiedenen Stationen an der Universität Kassel, der Emory Universität und der Johns Hopkins Medical School in Baltimore war er bis 1995 Professor an der Johns Hopkins Medical School. Bis 2003 war Walker Direktor der Alzheimer Forschung bei Parke-Davis Pharmaceuticals/Pfizer in  Ann Arbor. Seit 2003 ist Walker Professor am Yerkes National Primate Research Center. Vor kurzem wurde er zum Marie und E.R Snelling Professor für Neurologie an der Emory Universität in Atlanta ernannt. Er ist Mitglied in vielen Fachgesellschaften und Beratungsgremien. Das Alzheimer Research Forum hat Walker 2010 den „Outstanding Contributor Award“ zugesprochen, die MetLife Foundation hat ihm 2014 den „Award for Medical Research“ verliehen. Walker kommt zum vierten Mal für längere Zeit nach Deutschland. Anfang der 1980er Jahre war er DAAD-Fellow an der Universität Kassel, 1994 Gastwissenschaftler an der Universität Greifswald und 2014 schon einmal Gast am Hertie-Institut in Tübingen.</p><div class="align-right"><p>Hildegard Kaulen </p></div><p>Auf Wunsch erhalten Sie ein Foto von Professor Dr. Lary Walker. Er steht auch für Interviews in Englisch zur Verfügung.</p><h3>Pressekontakt</h3><p>Dr. Hildegard Kaulen <br>Karlsruher Str. 8 <br>65205 Wiesbaden <br>Tel. 06122/52718<br>E-Mail: &lt;link&gt;h.k[at]kaulen.wi.shuttle.de</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Leute</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Online</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2016/16-07-12Walker.jpg" lenght="268109" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-16059</guid><pubDate>Wed, 27 Apr 2016 18:06:00 +0200</pubDate><title>Professor Dr. Frank Böckler gewinnt den „Young Medicinal Chemist in Academia Prize“ der European Federation for Medicinal Chemistry (EFMC)</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/professor-dr-frank-boeckler-gewinnt-den-young-medicinal-chemist-in-academia-prize-der-european-federation-for-medicinal-chemistry-efmc/</link><description></description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2016/16-04-27_Boeckler.jpg" length="40074" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Professor Dr. Frank Böckler vom Pharmazeutischen Institut der Universität Tübingen hat den „Young Medicinal Chemist in Academia Prize“ der European Federation for Medicinal Chemistry (EFMC) erhalten. Er forscht im Bereich des molekularen Designs und der pharmazeutischen Biophysik. Sein Arbeitsschwerpunkt liegt auf dem Verständnis und der Anwendung von molekularen Interaktionen.</p><p>Es ist bislang das erste Mal, dass dieser europäische Preis an einen Forscher einer deutschen Universität verliehen wurde. Die Auszeichnung soll junge Wissenschaftler aus der medizinischen Chemie, deren Promotion nicht länger als zwölf Jahre her ist, in den Fokus rücken. Er wird jährlich vergeben und ist mit einer Summe von 1000 Euro dotiert.</p><p>Frank Böckler (geb. 1976) studierte zwischen 1995 bis 1999 Pharmazie an der Universität Erlangen-Nürnberg, wo er 2004 auch in der Pharmazeutischen Chemie/Medizinischen Chemie promovierte. Als Gastwissenschaftler war er an der ETH Zürich und der Philipps-Universität Marburg tätig. Ab 2006 forschte er als Post-Doc bei Professor Sir Alan R. Fersht am Medical Research Council Laboratory of Molecular Biology/Centre for Protein Engineering in Cambridge, UK. 2008 nahm er einen Ruf der  LMU München auf eine Professur für Pharmazeutische Chemie/Bioanalytik an. Seit 2010 ist er an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen Professor für Molekulares Design und Pharmazeutische Biophysik.</p><div class="align-right"><p>Mareike Manzke</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Leute</category><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2016/16-04-27_Boeckler.jpg" lenght="40074" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-15944</guid><pubDate>Thu, 24 Mar 2016 14:41:00 +0100</pubDate><title>Cottrell-Fulbright Award 2016 für PD Dr. Sebastian Slama</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/cottrell-fulbright-award-2016-fuer-pd-dr-sebastian-slama/</link><description>Nachwuchswissenschaftler erhalten Auszeichnung für innovative Forschung und Lehre</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2016/16-03-24_slama_fulbright.png" length="1830959" type="image/png" /><content:encoded><![CDATA[<p>Privatdozent Dr. Sebastian Slama von der Universität Tübingen ist einer der beiden Preisträger des diesjährigen Cottrell-Fulbright Award. Die Deutsch-Amerikanische Fulbright-Kommission verleiht erstmals diese in Deutschland einmalige Auszeichnung für Exzellenz in Forschung und Lehre, – mit einem besonderen Fokus auf innovative Methoden, die junge Studierende früh aktiv einbeziehen und für die jeweils vermittelten Disziplinen begeistern.</p><p><br>Der Physiker Slama überzeugte in seinem Projektantrag“Dipole-Dipole interactions of Rubidium atoms close to nanofiber tips in home-built vapor cells” und erhält nun Fördermittel zur Verwirklichung dieses Lehr- und Forschungsprojekts.</p><p><br>Ebenfalls ausgezeichnet wurde Mitte März die Chemikerin Juniorprofessorin Dr. Olalla Vázquez von der Philipps-Universität Marburg für ihren Projektantrag “EpiTools: chemical tools for unravelling molecular epigenetic mechanisms”.</p><p>Der Cottrell-Fulbright Award basiert auf dem Cottrell Award, mit dem die amerikanische Research Corporation for Science Advancement seit 1994 herausragende „teacher-scholars“ in den Naturwissenschaften auszeichnet – bislang mit einem ausschließlichen Fokus auf den amerikanischen Wissenschaftsraum. Mit dem Cottrell-Fulbright Award wird diese angesehene Auszeichnung um eine wichtige transatlantische Komponente erweitert: Die Preisträger erhalten ab Juli 2016 eine Förderung in Höhe von 63.000 Euro zur Verwirklichung eines dreijährigen Lehr- und Forschungsprojektes und zusätzliche 5.000 Euro zur Teilnahme an den jährlichen Cottrell Scholar Conferences in Tucson, Arizona. Der Award trägt somit zur Verbesserung von Forschung und Lehre im deutschen Bildungssystem bei und ermöglicht darüber hinaus einen intensiven transatlantischen Wissenschaftsaustausch. Die Mittel werden bereitgestellt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).</p><p>Die Deutsch-Amerikanische Fulbright-Kommission fördert den akademischen und kulturellen Austausch zwischen Deutschland und den USA. Seit Entstehung des deutsch-amerikanischen Fulbright-Programms wurden mehr als 45.000 Stipendien an Deutsche und Amerikaner vergeben: unter ihnen Studierende, Wissenschaftler/innen, Doktorand/innen und Fremdsprachenassistent/innen, Lehrer/innen und Journalist/innen.</p><div class="align-right"><p>Pressemitteilung der Fulbright-Kommission</p></div><h3>Kontakt für Pressefragen: </h3><p>Monique Getter <br>Head, Outreach &amp; Communication Deutsch-Amerikanische Fulbright-Kommission Lützowufer 26 10787 Berlin Tel.: 030-28 44 43-0 <br>E-Mail: &lt;link&gt;outreach@fulbright.de</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Studium</category><category>Attempto-Leute</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2016/16-03-24_slama_fulbright.png" lenght="1830959" type="image/png"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-15777</guid><pubDate>Tue, 15 Mar 2016 15:04:00 +0100</pubDate><title>Ommo Grupe Lectures 2016: „Research – Responsibility – Relevance in der Sportwissenschaft”</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/ommo-grupe-lectures-2016-research-responsibility-relevance-in-der-sportwissenschaft/</link><description></description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2016/16-03-15-Grupe.png" length="587764" type="image/png" /><content:encoded><![CDATA[<p>Am 26. Februar 2016 fanden am Institut für Sportwissenschaft der Eberhard Karls Universität Tübingen die ersten Ommo Grupe Lectures statt. Das Tübinger Sportinstitut nahm den ersten Todestag von Professor Dr. Dr. h.c. Ommo Grupe zum Anlass, um in seinem Gedenken die gesellschaftliche Relevanz und Verantwortung der Sportwissenschaft zu diskutieren. Um das weit über die Universität Tübingen hinausreichende Wirken von Professor Grupe angemessen zu würdigen, wurden die ersten Ommo Grupe Lectures in Partnerschaft mit dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft, dem Deutschen Olympischen Sportbund, der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, der Deutschen Olympischen Akademie sowie lokalen Förderern (Förderkreis des Instituts für Sportwissenschaft, Universitätsbund Tübingen) veranstaltet.</p><p>Die Organisatoren um Prof. Dr. Gorden Sudeck und Prof. Dr. Ansgar Thiel hatten für die Veranstaltungsinhalte das Motto des Zukunftskonzepts „Research – Relevance – Responsibility“ der Eberhard Karls Universität Tübingen aufgegriffen. Das im Rahmen der Exzellenzinitiative geförderte Zukunftskonzept zielt auf die Ergänzung der Grundlagenforschung durch anwendungsorientierte Fragestellungen, um den Innovationsbedürfnissen der Gesellschaft nachhaltig Rechnung zu tragen. Die Veranstaltung verdeutlichte, dass Ommo Grupes kritische Reflexionen über die gesellschaftliche Relevanz des Sports und die Verantwortung der Sportwissenschaft sowie einer wissenschaftlich fundierten Begleitung der Entwicklungen des Sports weiterhin hochaktuell sind.</p><p>Die DOSB-Vizepräsidentin und Vorsitzende der Deutschen Olympischen Akademie, Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, hob in ihrer Begrüßung den wissenschaftlichen Weltkongress in Verbindung mit den Olympischen Spielen 1972 in München hervor, den sie bis heute als einzigartig und für die Zukunft unbedingt erstrebenswert bezeichnete. Als Hauptverantwortlicher stellte Ommo Grupe seinerzeit klar, dass die Sportwissenschaft keineswegs als ein unkritischer Sympathisant des Spitzensports und der olympischen Bewegung fungieren solle. Im ersten Hauptreferat der Veranstaltung setzte sich der Präsident der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs), Prof. Dr. Kuno Hottenrott, mit der Relevanz sportwissenschaftlicher Forschung auseinander, die er im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher, praktischer Bedeutung, wissenschaftlichen Ansprüchen und den Erfordernissen nach Kreativität und Originalität in der anwendungsorientierten Sportwissenschaft verortete.</p><p>Prof. Dr. Oliver Höner vom Tübinger Institut für Sportwissenschaft machte die Herausforderungen einer anwendungsorientierten Sportwissenschaft zum Thema und diskutierte, wie die Belange des Sports und der Wissenschaft miteinander verknüpft werden könnten. Mit Bezug auf unterschiedliche wissenschaftstheoretische Positionen stellte er die Frage, ob der Nützlichkeitszwang tatsächlich der methodischen Qualität schade oder ob die Resultate angewandter Forschung auf einer besonderen methodischen Qualität gründen müssen. Dr. Andrea Horn (Bundesinstitut für Sportwissenschaft) reflektierte im dritten Hauptreferat die Förderfaktoren und Barrieren für einen erfolgreichen Wissenstransfer am Beispiel des Spitzensports. Frau Dr. Horn betonte, dass die Anforderungen an eine praxisnahe, anwendungsorientierte Sportwissenschaft sehr hoch sind, nicht zuletzt aufgrund unterschiedlicher Erwartungen, professioneller Standards und Handlungslogiken der beteiligten Akteure. Um gelingende Beziehungen zwischen Wissenschaft und Praxis zu realisieren, werde insbesondere auch ein effektives Wissensmanagement benötigt.</p><p>Einen Blick ‚von außen‘ warf Prof. Dr. Thomas Potthast, Sprecher des Internationalen Zentrums für Ethik in den Wissenschaften sowie Sprecher der Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Plattform 4 des Zukunftskonzepts der Universität Tübingen, auf die Sportwissenschaft. Er widmete sich der Verantwortung von Sport und Sportwissenschaft in der Gesellschaft und verdeutlichte, dass die Sportwissenschaft in dieser Hinsicht im Vergleich zu anderen Wissenschaftsdisziplinen viel weniger speziell sei, als sie zunächst in der Außenwahrnehmung erscheine. Der genauere Blick zeige aber verstärkte Relevanz- und Nützlichkeitsforderungen (z.B. Gesundheitsförderung) auf der einen und Verantwortungsdiskussionen (z. B. Dopingbekämpfung) auf der anderen Seite, die zu einem erhöhten ethischen Reflexions- und Positionierungsbedarf führen.</p><p>Die Hauptvorträge der ersten Ommo Grupe Lectures wurden rege diskutiert. Die Lectures wurden durch eine Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper (Freie Universität Berlin), Prof. Achim Conzelmann (Universität Bern) und Prof. Dr. Michael Krüger (Universität Münster) unter Moderation von Prof. Dr. Ansgar Thiel abgerundet. „Für einen besseren Sport“ war ihr Titel, der in direkter Anlehnung an das Symposium anlässlich des 60. Geburtstags von Professor Grupe gewählt war – ein Motto, das angesichts aktueller Entwicklungen in verschiedenen sportwissenschaftlichen Anwendungsfeldern weiterhin hochaktuell ist. Die Diskussion stellte das Bindeglied zwischen den Positionen Ommo Grupes und den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen einer anwendungsorientierten Sportwissenschaft dar.</p><p>Zum Abschluss wurde in Gedenken an den Institutsgründer der Hörsaal im zentralen Gebäude des Instituts für Sportwissenschaft in Ommo-Grupe-Hörsaal umbenannt.</p><p>In der Rückschau kann die Veranstaltung mit ihren anregenden Vorträgen und vielen Diskussionsbeiträgen der Teilnehmenden als rundum gelungen bezeichnet werden.</p><div class="align-right"><p>Gorden Sudeck und Ansgar Thiel, Institut für Sportwissenschaft</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Termine</category><category>Attempto-Forum</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2016/16-03-15-Grupe.png" lenght="587764" type="image/png"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-13904</guid><pubDate>Thu, 25 Feb 2016 16:24:00 +0100</pubDate><title>Junges Wissensmagazin „Studentenfutter“ geht online</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/junges-wissensmagazin-studentenfutter-geht-online/</link><description>Im Rahmen des Studium Professionale des Career Service erlernten Studierende ein Semester lang die Grundlagen des Wissenschaftsjournalismus. Die Ergebnisse ihrer Recherche wurden nun online veröffentlicht</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Studium/2016/Studentenfutter_Redaktion.jpg" length="76457" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>„Wissenschaftliche Arbeiten verfassen Studierende an der Universität zuhauf. Über wissenschaftliche Ergebnisse zu berichten und die Inhalte verständlich zu verpacken ist jedoch mindestens genauso knifflig. Einen Einblick in den Wissenschaftsjournalismus erhalten interessierte Nachwuchsreporter im Seminar „Einführung in den Wissenschaftsjournalismus“, welches im Rahmen des Career Service angeboten wird. Das Endprodukt ist ein eigenes Online-Journal: das „Studentenfutter“.</p><p>Judith Rauch ist professionelle Journalistin und leitet den Kurs seit über zehn Jahren. Seit 2014 unterstützt sie dabei der freie Wissenschaftsjournalist und Alumnus des Kurses, Karl Urban. Die beiden verfügen über einen großen Erfahrungsschatz, auch was die Entwicklung im Nachwuchsjournalismus betrifft. „Die Beiträge des jüngsten Studentenfutter-Jahrgangs machen deutlich, wie sehr die Blogosphäre schon heute auf den jungen Journalismus abfärbt“, schreiben die beiden Journalisten. Besonders fallen ihnen die vielen Interviews und Kommentare auf. Sie seien zwar leicht umzusetzen, regten aber auch einen Dialog und eine tiefere Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema an – ähnlich einem Blog. Besonders beliebt waren Themen rund um Gender, Migration und Rassismus.</p><p><br>Mit einer „meinungsstarken Ausgabe“ gehen die Studierenden daher in diesem Semester online.</p><p>Zu finden sind die Artikel und Meldungen von nun an unter &lt;link http: www.studentenfutter.uni-tuebingen.de&gt;www.studentenfutter.uni-tuebingen.de.“</p><p>Adrian von Jagow, Teilnehmer des Studentenfutter-Kurses im WS 2015/2016</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Studium</category><category>Attempto-Forschung</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Studium/2016/Studentenfutter_Redaktion.jpg" lenght="76457" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-14467</guid><pubDate>Tue, 23 Feb 2016 18:00:00 +0100</pubDate><title>Interdisziplinärer Doktorandenworkshop</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/interdisziplinaerer-doktorandenworkshop/</link><description>Human Enhancement – auf dem Weg zum neuen Menschen?
Anthropologische und ethische Perspektiven auf biologische und technische Möglichkeiten</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Termine/2016/16-02-17-Enhancement.jpg" length="49890" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Am 15./16. Januar 2016 fand ein von der Graduiertenakademie der Eberhard Karls Universität Tübingen im Rahmen der Exzellenzinitiative und aus DFG-Mitteln geförderter Doktorandenworkshop zum Thema <em>Human Enhancement – auf dem Weg zum neuen Menschen? Anthropologische und ethische Perspektiven auf biologische und technische Möglichkeiten</em> statt.</p><p>Die zweitägige Veranstaltung in Kooperation mit dem Forum Scientiarum wurde organisiert von Katrin E. Lörch-Merkle, M. A. und Albert H. van der Veer, M. Sc. und diente der Förderung und Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Damit bot sie Doktoranden und fortgeschrittenen Studierenden die Möglichkeit, ihre laufenden Forschungsprojekte in einem interdisziplinären Forum vorzustellen und mit Kommilitonen und eingeladenen Experten zu diskutieren. Neben dem wissenschaftlichen Austausch über die je eigenen Fachgrenzen hinaus sollte damit zugleich die Gelegenheit zur weiteren, auch internationalen, Vernetzung geboten werden.</p><p>Der Workshop widmete sich drei inhaltlichen Schwerpunkten zum Thema Human Enhancement: 1. Perspektiven aus Forschung und Praxis; 2. Ethische Perspektiven sowie 3. Anthropologische Perspektiven. Thema und Konzeption der Veranstaltung stießen auf breites, auch internationales Interesse. Als Keynote Speakers konnten mit Prof. Dr. Jens Clausen (Tübingen), Prof. Dr. Marcus Düwell (Utrecht), Dr. Reinoud de Jongh (Rotterdam) und Prof. Dr. Karl-Siegbert Rehberg (Dresden) renommierte Experten gewonnen werden. Das vielfältige Programm sowie die Bereitschaft fast aller Keynote Speakers, während der gesamten Veranstaltung zu partizipieren, bot Studenten und Doktoranden die Möglichkeit einer intensiven und konzentrierten wissenschaftlichen Zusammenarbeit und eines Austauschs auch über die eigenen Fachgrenzen hinaus. Die Ergebnisse dieser ertragreichen Tage werden als Sammelband veröffentlicht werden.</p><div class="align-right"><p>Katrin E. Lörch-Merkle, M. A. (Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Universität Tübingen)<br>Albert H. van der Veer (MPI für Biologische Kybernetik)</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Termine</category><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Termine/2016/16-02-17-Enhancement.jpg" lenght="49890" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-15849</guid><pubDate>Tue, 22 Dec 2015 17:21:00 +0100</pubDate><title>Markus Winkler erhielt Nachwuchspreis der Deutschen Thermoelektrik-Gesellschaft</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/markus-winkler-erhielt-nachwuchspreis-der-deutschen-thermoelektrik-gesellschaft/</link><description>Auszeichnung für Doktorarbeit auf dem Gebiet nanostrukturierter thermoelektrischer Schichtsysteme.</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2015/15-12-22_Winkler.jpg" length="36181" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Markus Winkler ist für seine Doktorarbeit mit dem Nachwuchspreis der Deutschen Thermoelektrik-Gesellschaft ausgezeichnet worden. Winkler promovierte 2014 bei Professor Dr. Oliver Eibl am Institut für Angewandte Physik der Universität Tübingen über das Thema »Nanostructured Thermoelectrics: Bi2Te3/Sb2Te3 based superlattice systems fabricated by MBE and sputtering«.</p><p>Im Rahmen seiner Doktorarbeit entwickelte Winkler Verfahren zur Erzeugung leistungsstarker, nanostrukturierter thermoelektrischer Schichtsysteme mittels Molekularstrahlepitaxie und Sputterprozessen. Seine Arbeit stieß auf besondere Aufmerksamkeit in der thermoelektrischen Wissenschaftsgemeinde, denn bereits 2001 wurden vom amerikanischen Materialwissenschaftler Venkatasubramanian in einer viel beachteten Publikation nanostrukturierte thermoelektrische Materialien mit einem spektakulär hohen Gütewert von zT =2,4 vorgestellt. Bis dahin galten zT-Werte von deutlich über 1 als nahezu unerreichbar. Die Jury hob insbesondere den hohen wissenschaftlichen Mehrwert der Arbeit und die Sorgfalt bei der Herstellung der Schichtsysteme als Grund für die Nominierung hervor. Darüber hinaus liefere die Arbeit zahlreiche industrierelevante Erkenntnisse für die Herstellung thermoelektrischer Mikro-Module und thermischer Sensoren, so die Jury.</p><p>Markus Winkler studierte Physik an der Universität Freiburg. Seit 2009 ist er als Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM in Freiburg tätig.</p><p>Winkler teilt sich den mit insgesamt 1000 Euro dotierten Preis mit Florian Gather von der Justus-Liebig-Universität Gießen. Der Preis wurde auf der Jahreshauptversammlung der Deutschen Thermoelektrik-Gesellschaft (DTG) in Gießen am 12. November verliehen.</p><div class="align-right"><p>Pressemitteilung des Fraunhofer-Instituts für Physikalische Messtechnik <br>Überarbeitung: Maximilian von Platen</p></div><h3>Weiterer Kontakt:</h3><p>Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM<br>Dr. Markus Winkler<br>Telefon +49 761 8857-611 <br>E-Mail: &lt;link&gt;markus.winkler[at]ipm.fraunhofer.de</p><hr><p>Zum Thema hat Professor Oliver Eibl zusammen mit Kollegen aus Hamburg, Wiesbaden und Tübingen 2015 die Monografie „Thermoelectric Bi2Te3 Nanomaterials“ veröffentlicht: &lt;link http: eu.wiley.com wileycda wileytitle productcd-3527334890.html&gt;<a href="http://eu.wiley.com/WileyCDA/WileyTitle/productCd-3527334890.html" target="_blank" rel="noreferrer">eu.wiley.com/WileyCDA/WileyTitle/productCd-3527334890.html</a></p><hr>]]></content:encoded><category>Attempto-Leute</category><category>Attempto-Forschung</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2015/15-12-22_Winkler.jpg" lenght="36181" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-15402</guid><pubDate>Tue, 10 Nov 2015 16:11:00 +0100</pubDate><title>„Bürgergesellschaft ohne Bürger. Wie zivil ist die russische Gesellschaft?“</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/buergergesellschaft-ohne-buerger-wie-zivil-ist-die-russische-gesellschaft/</link><description>Institut für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde veranstaltete Podiumsgespräch mit Vertretern der Heinrich Böll Stiftung und der Menschenrechtsorganisation MEMORIAL</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Termine/2015/15-11-10-Podiumsdiskussion.jpg" length="66232" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>In ihrem 2013 erschienenen Bericht zur Lage von Nicht-Regierungsorganisationen in Russland zeichnet die Menschenrechtsorganisation <em>Human Rights Watch </em>ein düsteres Bild von Willkür, Razzien und Geldstrafen. Diese Politik der »harten Hand« von Präsident Wladimir Putins wirft die Frage auf, wie es um die Bürgergesellschaft in Russland bestellt ist. Mit ihrer Podiumsdiskussion am 28. Oktober 2015 zum Thema „Bürgergesellschaft ohne Bürger. Wie zivil ist die russische Gesellschaft?“ sind die Heinrich Böll Stiftung und das Institut für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde der Universität Tübingen Antworten auf diese Frage nähergekommen. In den vollen Hörsaal waren dazu als Gäste eingeladen: Arsenij Roginskij, Vorstandsvorsitzender der Menschenrechtsorganisation MEMORIAL und Jens Siegert, der langjährige Leiter des Moskauer Büro der Heinrich Böll Stiftung und bekannt für seinen „Russland Blog“, auf dem er Entwicklungen der russischen Gesellschaft und Tagespolitik analysiert.</p><p>Arsenji Roginskij machte gleich zu Beginn klar, wie prekär die aktuelle Lage für seine und andere Menschenrechtsorganisationen ist. In den letzten Jahren setzte eine neue Qualität an Repression ein, so der langjährige Menschenrechtler. Vor allem die juristische Verfolgung durch die russischen Behörden und deren Willkür seien Ausdruck dieses Kurswandels. Das 2013 erstmals erlassene und erst kürzlich verschärfte Gesetz über die „Ausländischen Agenten“ mache es insbesondere den kleineren Organisationen praktisch unmöglich, ihrer Tätigkeit nachzugehen. Organisationen, die beispielsweise von ausländischen Stiftungen mitfinanziert werden, können demnach wegen ihrer „politischen Aktivität“ zu „Auslandsagenten“ erklärt und juristisch verfolgt werden. Behördliche Willkür und hohe Geldstrafen drehen den Organisationen dann regelrecht den Geldhahn zu. Roginskij betonte, dass bereits viele kleinere Organisationen aufgrund der neuen Gesetzgebung ihre Arbeit aufgeben mussten und stellte überdies klar, dass auch große Organisationen wie MEMORIAL von der neuen Agenda ernsthaft bedroht sind. Vor dem Hintergrund aktueller Ereignisse auf der Krim und in der Ukraine sieht Roginskij kaum die Möglichkeit eines schnellen Kurswechsels der Putinregierung, mahnte aber alle Akteure zur Besonnenheit.</p><p>Übereinstimmend mit Roginskij verdeutlichte Jens Siegert in seinen Ausführungen, wie komplex das Thema „Zivilgesellschaft“ in Russland tatsächlich ist. Der Russlandexperte zeigte ein vielschichtiges Bild einer Bürgergesellschaft auf, in der Unmut und stilles Anpassen allzu oft einhergingen. Die juristische Verfolgung und Drangsalierung derjenigen, die man als „Agenten“ praktisch brandmarkt, sind für Siegert Ausdruck einer großen Sehnsucht nach einst geklärten Verhältnissen von Freund und Feind und dem Wunsch nach Ordnung und Stabilität (vor allem vor dem Hintergrund der traumatischen Erfahrungen der 1990er Jahre). Dennoch wäre es falsch, ein einäugiges Bild eines (ungeschriebenen) russischen Gesellschaftsvertrags zu beschreiben, der Stabilität zum Preis von Stillschweigen vorsieht. Die nunmehr seit knapp zehn Jahren anhaltende Wirtschaftskrise werde auf Dauer nicht von derartigen nationalistischen Chauvinismen überstrahlt werden können. Die nationalistischen Töne Putins seien vor allem durch Entwicklungen in der Außenpolitik bedingt. Siegert und Roginskij warnten daher abschließend davor, den Westen und dessen Politik aus einer Diskussion über die innenpolitischen (Fehl-)Entwicklungen Russlands außen vor zu lassen. Dabei verwiesen beide vor allem auf die Verwerfungen Russlands mit dem Westen im Bereich der Außen- und Sicherheitspolitik. Sie ermöglichten es Putin, national-chauvinistische Narrative zu entwerfen, die sein hartes Vorgehen rechtfertigen und die Menschen zur Opferbereitschaft aufrufen – um das vermeintlich von Feinden umgebene Heimatland zu alter Glorie zurückzuführen. Wie lange die Putin‘sche Formel des „Wenn es mit dem Wohlstand schon nicht klappt, dann wollen wir wenigstens wieder stolz sein können auf unser Land“ allerdings noch Machtgarant bleibt, bleibe abzuwarten.</p><div class="align-right"><p>Thorsten Zachary</p></div><h3>Verweise:</h3><p>&lt;link http: www.uni-tuebingen.de fakultaeten philosophische-fakultaet fachbereiche geschichtswissenschaft seminareinstitute osteuropaeische-geschichte startseite.html external-link-new-window external link in new&gt;Institut für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde<br>&lt;link http: www.boell-bw.de external-link-new-window external link in new&gt;Heinrich Böll Stiftung Baden Württemberg<br>&lt;link https: www.memorial.de external-link-new-window external link in new&gt;MEMORIAL Deutschland e. V. <br>&lt;link http: russland.boellblog.org external-link-new-window external link in new&gt;Russland Blog</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Termine</category><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Termine/2015/15-11-10-Podiumsdiskussion.jpg" lenght="66232" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-15401</guid><pubDate>Mon, 26 Oct 2015 16:11:00 +0100</pubDate><title>Erstmalige Verleihung des Preises für Biochemie der Elisabeth und Franz Knoop-Stiftung</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/erstmalige-verleihung-des-preises-fuer-biochemie-der-elisabeth-und-franz-knoop-stiftung/</link><description>Karriereforum am Interfakultären Institut für Biochemie </description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2015/15-10-26-BCh-2UND3_WEISS.jpg" length="94334" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Im Rahmen eines Karriereforums am Interfakultären Institut für Biochemie der Universität Tübingen wurde am 16. Oktober 2015 erstmals der mit 10.000 € dotierte Biochemiepreis der &lt;link http: stiftungen.stifterverband.info t487_franz_und_elisabeth_knoop index.html external-link-new-window external link in new&gt;Elisabeth und Franz Knoop-Stiftung verliehen. Diese Stiftung wurde im vergangenen Jahr mit dem Ziel gegründet, die Wissenschaft und Forschung insbesondere auf dem Gebiet der Biochemie an der Universität Tübingen zu fördern. Prof. Dr. med. Franz Knoop, der als Ordinarius der Physiologischen Chemie an der Universität Tübingen von 1928 bis 1946 lehrte, hat in der Forschung elementare und originäre Arbeiten geleistet. Er erforschte z.B. die β-Oxidation der Fettsäuren, die reversible Aminierung von Oxosäuren oder führte  Pionierarbeiten zur Erkenntnis des dynamischen Stoffwechselgeschehens durch.</p><p>Die Stiftung verlieh den Preis für Biochemie in diesem Jahr an zwei herausragende junge Wissenschaftler, Dr. Bärbel Blaum und Dr. Martin Thunemann.</p><p>Dr. Blaum arbeitet auf dem Gebiet der Immunologie. Sie erhält den Preis für ihre herausragenden  Arbeiten zur Struktur und Funktion von Proteinen des Immunsystems. Sie arbeitet aktuell als Nachwuchsgruppenleiterin in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Stehle am Interfakultären Institut für Biochemie der Universität Tübingen.</p><p>Dr. Martin Thunemann arbeitet auf dem Gebiet der Zellbiologie und ihren Botenstoffen. Er erhält den Preis für seine herausragenden Arbeiten zur Visualisierung biochemischer Prozesse in Säugetieren, die er am IFIB in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Feil durchgeführt hat. Er forscht seit Sommer 2015  mit Hilfe eines DFG-Stipendiums an der University of California San Diego (La Jolla,  USA).</p><div class="align-right"><p>Klaus Möschel, Interfakultäres Institut für Biochemie</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category><category>Attempto-Online</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2015/15-10-26-BCh-2UND3_WEISS.jpg" lenght="94334" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-14629</guid><pubDate>Thu, 22 Oct 2015 16:57:00 +0200</pubDate><title>Verleihung des Württembergischen Krebspreises 2015 an der Universität Tübingen </title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/verleihung-des-wuerttembergischen-krebspreises-2015-an-der-universitaet-tuebingen/</link><description>Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer-Stiftung zeichnet Mediziner der Universität Tübingen und des Universitätsklinikums Ulm aus.</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2015/15-10-20Preistraeger.jpg" length="125181" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Der Vorsitzende der Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer-Stiftung, Prof. Dr. Claus Claussen, hat am 01. Oktober 2015 an der Universität Tübingen den Württembergischen Krebspreis übergeben. In diesem Jahr wurde der Projektpreis geteilt und geht mit einem Preisgeld von je 20.000 Euro an die Tübinger Onkologin Prof. Dr. med. Julia Skokowa für ihre Arbeit auf dem Gebiet zu „Mechanismen der malignen Entartung der Stammzelle“ und an den Ulmer Onkologen Dr. med. Jan Krönke für sein Projekt zur „Identifikation von Lenalidomid Resistenz- Mechanismen in Myelodysplastischen Syndromen“. Dr. med. Juliane Stickel aus der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen wird mit dem Nachwuchspreis in Höhe von 10.000 Euro für ihr Projekt zur „Entwicklung einer peptid-basierten Immuntherapie für Leukämiepatienten“ ausgezeichnet. Der Preis gehört zu den am höchsten dotierten innerhalb der deutschen Krebsforschung.</p><p>Julia Skokowa, geboren 1975, absolvierte ein Medizinstudium an den Universitäten Vladikavkas und Moskau. In der Medizinischen Hochschule Hannover arbeitete sie 15 Jahre überwiegend experimentell auf dem Gebiet der Leukämieforschung. Seit 2014 ist Frau Skokowa in Tübingen, hier hat sie eine W3-Professur für „Translationale Onkologie“ inne, welche der Medizinischen Klinik II für Onkologie, Hämatologie, Rheumatologie und Immunologie (Ärztlicher Direktor Prof. Kanz) zugeordnet ist. Frau Skokowa wurde für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der Leukämieforschung schon vielfach ausgezeichnet.</p><p>Die molekularen Mechanismen der Entstehung einer Leukämie sind nicht vollständig aufgeklärt. In der Arbeitsgruppe um Dr. Skokowa wurden auf diesem Gebiet viele neue Erkenntnisse gewonnen, die in dem hier unterstützten Projekt bestätigt und weiter untersucht werden sollen. Am Ende steht vielleicht eine ganz neue Sichtweise auf die Entwicklung von Leukämie und hilft bei der Etablierung von neuen Therapiemethoden.</p><p>Jan Krönke, geboren 1979, studierte zunächst Medizin in Heidelberg, und arbeitet seit 2006 als Assistenzarzt am Universitätsklinikum Ulm in der Abteilung „Innere Medizin III“ (Direktor Prof. Dr. H. Döhner). Nach einem dreijährigen Forschungsaufenthalt am Brigham and Women’s Hospital an der Harvard Medical School in Boston, setzte er seine Forschungen am Universitätsklinikum Ulm fort. Seit Anfang 2015 ist er Leiter einer eigenen Arbeitsgruppe, die im Rahmen des Emmy-Nöther Programms der DFG gefördert wird.</p><p>Unter dem Begriff Myelodysplastisches Syndrom (MDS) versteht man eine Erkrankung des Knochenmarks, bei der durch genetische Veränderungen der Stammzellen die Blutbildung gestört wird. Patienten, die an MDS leiden, sind nicht mehr in der Lage, aus diesen Stammzellen vollständig reife und funktionstüchtige Blutzellen zu bilden. Lenalidomid, ein Strukturanaloga von Thalidomid, ist ein Medikament, das bei der Behandlung des Myelodysplastischen Syndroms eingesetzt wird. Herrn Krönke gelang es, den genauen Wirkungsmechanismus von Lenalidomid bei MDS aufzuklären. Hierauf baut das neue Projekt von Herrn Krönke auf. Ziel ist es, durch die Identifikation von Lenalidomid-Resistenzmechanismen Wege zu finden, diese Resistenz zu überwinden sowie prädikative Marker zu finden, um damit die Behandlung von Patienten zu individualisieren.</p><p>Juliane Stickel, geboren 1985, absolvierte ihr Medizinstudium an der Universität Tübingen. Seit 2011 ist sie Assistenzärztin an der Medizinischen Klinik II für Onkologie, Hämatologie, Rheumatologie und Immunologie (Ärztlicher Direktor Prof. Kanz).</p><p>Trotz zahlreicher Fortschritte bei der Behandlung von Leukämien kommt es beim Großteil der Patienten im Verlauf der Erkrankung zu Rückfällen. Eine entscheidende Herausforderung auf dem Weg der Heilung ist daher die Stabilisierung der Tumorreduktion. Einen vielversprechenden und nebenwirkungsarmen Therapieansatz hierfür stellt die peptidbasierte Immuntherapie dar. Sie zielt darauf ab, mittels therapeutischer Impfung im Patienten eine spezifisch gegen Krebszellen gerichtete Immunantwort zu induzieren. Basis hierfür sind Peptide, die auf den Leukämiezellen der Patienten präsentiert werden. Durch die Förderung von Frau Stickels Arbeit soll nun die klinische Relevanz dieser Entdeckung vorangeführt werden.</p><p>Die Stiftung des Württembergischen Krebspreises trägt den Namen des an Krebs verstorbenen Stifters Dr. Carl Manfred Bayer und seines Vaters Dr. Carl Maximilian Bayer. Beide waren nacheinander mehr als sechzig Jahre in der Nähe von Ravensburg als niedergelassene Landärzte tätig. Sie zeichneten sich durch fachliche Kompetenz und hohe Sensibilität für die Probleme ihrer Patienten und deren Angehörigen aus. Dr. Carl Manfred Bayer studierte Medizin an der Universität Tübingen. Die Preise wurden ausgeschrieben für Wissenschaftler unter 40 Jahren, die auf dem Gebiet der Krebsforschung tätig und ihre Forschung in Württemberg durchführen oder gebürtige Württemberger sind.</p><div class="align-right"><p>Dres. Bayerstiftung  </p></div><h3>Kontakt: </h3><p>Prof. Dr. Claus D. Claussen <br>Vorsitzender der Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer – Stiftung <br>Universitätsklinikum Tübingen <br>Ottfried – Müller Str. 23 <br>72076 Tübingen <br>Telefon +49 7071 29-82087<br>&lt;link&gt;kontakt[at]dres-bayer-stiftung.de<br>&lt;link http: www.dres-bayer-stiftung.de&gt;www.dres-bayer-stiftung.de</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Online</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2015/15-10-20Preistraeger.jpg" lenght="125181" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-15827</guid><pubDate>Tue, 22 Sep 2015 17:21:00 +0200</pubDate><title>Tübinger Gastprofessorin Pamela Klassen erhält den Anneliese Maier-Forschungspreis</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebinger-gastprofessorin-pamela-klassen-erhaelt-den-anneliese-maier-forschungspreis/</link><description>Preisverleihung Mitte September im Gewandhaus zu Leipzig</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2015/15-09-22_Anneliese_Maier-Forschungspreis.jpg" length="64715" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Die kanadische Religionswissenschaftlerin und Gastprofessorin an der Universität Tübingen Pamela Klassen erhielt am 15. September als eine von elf Forscherinnen und Forschern den Anneliese Maier-Forschungspreis 2015 der Alexander von Humboldt-Stiftung. Mit dem Preisgeld von jeweils 250.000 Euro werden Forschungskooperationen internationaler Geistes- und Sozialwissenschaftler mit ihren deutschen Gastgeberuniversitäten gefördert.</p><p>Die Preise wurden von der Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung Cornelia Quennet-Thielen und dem Präsidenten der Humboldt-Stiftung Helmut Schwarz im Gewandhaus zu Leipzig verliehen. Die Feier fand im Rahmen eines viertägigen Fachsymposiums mit einem Forum zur Einbindung von Nachwuchswissenschaftlern statt. Neben den Preisträgern und ihren deutschen Kooperationspartnern nahmen rund 150 weitere deutsche und internationale Geistes- und Sozialwissenschaftler teil.</p><p>Pamela Klassen war bereits 2011 als Humboldt-Stipendiatin in Tübingen und ist Gastprofessorin der Universität. Nun wird sie noch intensiver mit Professorin Monique Scheer vom Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft der Universität Tübingen zusammenarbeiten. Über fünf Jahre hinweg wird Pamela Klassen jährlich mehrere Wochen in Tübingen lehren und forschen. Sie ist eine der derzeit führenden Expertinnen zu den modernen Religionen Nordamerikas. An der Universität Tübingen soll sie zur Internationalisierung der deutschen Religionswissenschaften beitragen und den Fokus verstärkt auf die Multireligiosität legen.</p><div class="align-right"><p>Janna Eberhardt<br>Hochschulkommunikation</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category><category>Attempto-Online</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2015/15-09-22_Anneliese_Maier-Forschungspreis.jpg" lenght="64715" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-10656</guid><pubDate>Thu, 30 Jul 2015 15:45:00 +0200</pubDate><title>Die Venus vom Hohle Fels bekommt Gesellschaft</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/die-venus-vom-hohle-fels-bekommt-gesellschaft/</link><description>Tübinger Archäologen entdecken ein Elfenbeinfragment, das sie für den Teil einer zweiten Frauenstatuette halten</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2015/15-07-30-Venusteile.jpg" length="82519" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Zwischen 45.000 und 35.000 Jahren vor heute ließen sich anatomisch moderne Menschen in Europa nieder und verdrängten den Neandertaler. Aus dieser Kulturphase des sogenannten Aurignacien stammt auch die älteste menschliche Darstellung, die nahezu komplett erhaltene „Venus vom Hohle Fels“. Im Jahr 2008 war das Grabungsteam von Professor Dr. Nicholas Conard aus der Abteilung für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie der Universität Tübingen auf den Sensationsfund, der vor rund 40.000 Jahren in der Höhle nahe Schelklingen abgelegt worden war, gestoßen .</p><p>Doch bei einer Elfenbeinstatuette sollte es nicht bleiben: Nur etwa 2 Meter davon entfernt entdeckten die Tübinger Archäologen in derselben Höhle nun ein Fragment, das sie für den Teil einer ungefähr gleich alten, zweiten Frauenfigur halten. Anders als die ebenfalls im Hohle Fels gefundenen Tierfiguren und Löwenmenschen zeichnen sich die Venus und das aus zwei Bruchstücken bestehende Fragment durch ein eingeritztes Rillenmuster aus.</p><p>„Man erkennt in diesem kleinen Stück ein Universum an Details“, freut sich Nicholas Conard über den Fund. Aufgrund von Muster und Form könnte es sich um einen seitlichen Teil der Brust und des Oberbauches einer Frauenfigur handeln. Darunter sind Rillen zu sehen, die wie bei der ersten Frauendarstellung als Hand interpretiert werden könnten. Es lassen sich aber auch Unterschiede zur ersten Venus erkennen: Das Fragment ist stärker verwittert und in unmittelbarer Nähe befanden sich keine weiteren Teile der Figur. „Wahrscheinlich wurde sie bereits beschädigt abgelegt“, nimmt die Grabungstechnikerin Maria Malina an.</p><p>Ob beide Figuren von ein und demselben Künstler gefertigt wurden, lässt sich bisher weder beweisen noch widerlegen. „Das wäre reine Spekulation“, betont Conard. Auch wenn das Fragment ebenfalls auf rund  40.000 Jahre vor heute geschätzt wird – genauer als bis in den 1000er-Bereich ist eine Datierung im Augenblick nicht möglich. Weitere Stücke, die die Figur vervollständigen würden, könnten eher aufgrund der Rillenführung neue Hinweise ergeben. Dass im Hohle Fels noch weitere Fragmente der „Schwestern“ der Venus verborgen liegen, ist nicht ausgeschlossen. „Es würde mich nicht überraschen“, sagt Conard. Denn bisher wurde erst ein kleiner Teil der Höhle ausgegraben.</p><p>Über die Interpretation der Venus streiten sich die Fachleute. Besonders ihre stark hervorgehobenen Geschlechtsmerkmale waren Gegenstand zahlreicher Theorien: Manche vermuten, dass es eine Selbstdarstellung aus der Perspektive des Hinabschauens am eigenen Körper ist, andere halten sie für einen Talisman während der Schwangerschaft oder ein Fruchtbarkeitssymbol. Aber genau diese Mehrdeutigkeit zeichne die Kunst eben aus, erläutert Conard.</p><p>Wer nun das Fragment mit eigenen Augen sehen möchte: Es wird zusammen mit der Original-Venus noch bis zum 11. Oktober 2015  im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren präsentiert.</p><div class="align-right"><p>Mareike Manzke</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2015/15-07-30-Venusteile.jpg" lenght="82519" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-7995</guid><pubDate>Wed, 29 Jul 2015 16:00:00 +0200</pubDate><title>Tübingen Research World Tour zu Gast in São Paulo</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/tuebingen-research-world-tour-zu-gast-in-sao-paulo/</link><description></description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2015/15-07-29sao-paulo2.jpg" length="344748" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Im Rahmen der Tübingen Research World Tour, die von der DFG im Ideenwettbewerb "Internationales Forschungsmarketing" ausgezeichnet wurde, befindet sich eine Delegation der Universität Tübingen aus Rektorat, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Verwaltungsmitarbeiterinnen derzeit in São Paulo, um die Forschungsbeziehungen zur Universidade de São Paulo (USP) auszubauen. Neben Gesprächen des Rektorats zur Partnerschaft zwischen beiden Universitäten finden auch wissenschaftliche Workshops und Beratung von Wissenschaftler-Teams beider Universitäten zur gemeinsamen Antragsstellung statt.</p><p><br>Weitere Stationen der Research World Tour, an der die Universität Tübingen weitere Tübinger außeruniversitäre Forschungseinrichtungen teilnehmen, sind in diesem Jahr: Chapel Hill (University of North Carolina at Chapel Hill), Shanghai (Universität Fudan) sowie Tokio (Universität Tokio und RIKEN-Institut).</p><p><br>Tübingen präsentiert sich im Rahmen der Research World Tour als Forschungsstandort im Verbund des sich derzeit in der Gründung befindenden Netzwerks Tübinger Forschungseinrichtungen (Tübingen Research Campus, TRC). Im Rahmen des TRC wollen die Universität und die in Tübingen ansässigen außeruniversitären Forschungseinrichtungen (u. a. Max-Planck-Institute, Helmholtz- und Leibniz-Zentren) ihre Kooperation weiter ausbauen. Auch international wollen die Partner die einzigartigen Möglichkeiten, die sich in Tübingen zur nationalen und internationalen Forschungskooperation auf Spitzenniveau bieten, in vollem Umfang aufzeigen.</p><p><br>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zeichnete das Tübinger Konzept einer „Research World Tour“ bereits Ende vergangenen Jahres als einen von drei siegreichen Anträgen in ihrem Ideenwettbewerb zum internationalen Forschungsmarketing  mit einem Preisgeld in Höhe von 75.000 Euro aus.</p><p>Die interaktive Weltkarte zur Research World Tour ist unter &lt;link http: www.worldtour.uni-tuebingen.de&gt;www.worldtour.uni-tuebingen.de erreichbar.</p><div class="align-right"><p><br>Dr. Bettina Trüb, Stabsstelle Internationale Forschungskooperationen und Forschungsstrategien</p></div><div class="table-rwd"><div class="table-rwd__overflow"><table><tbody><tr><td><img data-htmlarea-file-uid="240524" data-htmlarea-file-table="sys_file" src="fileadmin/_processed_/csm_15-07-29sao-paulo1_c5c8b7709c.jpg" alt height="200" width="300" style></td></tr><tr><td>Teilnehmer der Tübinger Delegation im Rektorat der USP (v.r.n.l. Prorektor Professor Dr. Heinz-Dieter Assmann, Professor Dr. Marcos Soares Tatagiba (Neurochirurgie, UT), Professor Dr. Raul Machado Neto, Präsident der Agentur für Internationale Kooperation der USP, Rektor Professor Dr. Bernd Engler, Rektor Professor Dr. Marco Antonio Zago (USP), Dr. Bettina Trüb (Stabsstelle Internationale Forschungskooperationen und Forschungsstrategien, UT), Professor Dr. Stefan Laufer (Pharmazeutische Chemie und Direktor des Baden-Württembergischen Brasilienzentrums an der UT), Prorektor Professor Dr. Grathwohl, Professor Dr. Guilherme Lepski (Neurochirurgie, USP). </td></tr></tbody></table></div></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Forum</category><category>Attempto-Forschung</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/_processed_/7/7/csm_15-07-29sao-paulo2_a4409b7e62.jpg" lenght="344748" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-14504</guid><pubDate>Fri, 10 Jul 2015 15:22:00 +0200</pubDate><title>Kooperation zwischen Nationalpark Schwarzwald und der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/kooperation-zwischen-nationalpark-schwarzwald-und-der-mathematisch-naturwissenschaftlichen-fakultaet-der-universitaet-tuebingen/</link><description>Intensive Zusammenarbeit in Forschung und Lehre angestrebt</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forum/2015/15-07-10nationalpark.jpg" length="76895" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Professor Dr. Klaus Harter, Prodekan für Forschung der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät (MNF) der Universität Tübingen und Dr. Marc Förschler, Leiter des Fachbereichs „Ökologisches Monitoring, Forschung und Artenschutz“ des Nationalparks Schwarzwald vereinbarten vor wenigen Tagen eine intensivere Zusammenarbeit in Forschung und Lehre zwischen beiden Einrichtungen.</p><p>Beide Seiten betonten dabei den großen Nutzen, der aus dieser Kooperation gezogen werden kann. So sollen nicht nur Studierende, beispielsweise aus der Biologie und den Geowissenschaften, ihre wissenschaftlichen Abschlussarbeiten im Nationalpark Schwarzwald durchführen können, sondern es werden auch umfangreichere Forschungsprojekte angestrebt.</p><p>Darüber hinaus wurde auch die wichtige Rolle des Nationalparks für die Ausbildung der Tübinger Studierenden betont. Künftig sollen regelmäßig Exkursionen in den Nationalpark durchgeführt werden, die durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Nationalparks fachlich begleitet werden.</p><p>Mit der hier vereinbarten Kooperation soll der wichtigen Rolle des Nationalparks für die natur- und lebenswissenschaftliche Forschung, Lehre und Umweltbildung weiter Rechnung getragen werden.</p><h3>Kontakt:</h3><p>Prof. Dr. Klaus Harter</p><p>Universität Tübingen</p><p>Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen (ZMBP)<br>Pflanzenphysiologie<br>Tel.: +49-(0)7071-29-72605<br>E-Mail: &lt;link&gt;klaus.harter@uni-tuebingen.de<br>&lt;link http: www.zmbp.uni-tuebingen.de plant-physiology.html&gt;<a href="http://www.zmbp.uni-tuebingen.de/plant-physiology.html" target="_blank" rel="noreferrer">www.zmbp.uni-tuebingen.de/plant-physiology.html</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Forum</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Studium</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forum/2015/15-07-10nationalpark.jpg" lenght="76895" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-15994</guid><pubDate>Tue, 26 May 2015 16:52:00 +0200</pubDate><title>Mit Wahrnehmungsmustern und Motion Capture Suit zum Sieg</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/mit-wahrnehmungsmustern-und-motion-capture-suit-zum-sieg/</link><description>Promotionsstudent an der Graduate School for Neural and Behavioral Sciences / International Max Planck Research School der Universität Tübingen gewinnt das Deutschland-Finale vom ScienceSlam „FameLab“ in Karlsruhe</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2015/15-05-20ChangD_profile.jpg" length="35692" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Am 13. Mai fand in Karlsruhe das Deutschland-Finale von FameLab, dem renommierten internationalen Wettbewerb für Wissenschaftskommunikation statt. Dong-Seon Chang vom Max-Planck-Institut (MPI) für biologische Kybernetik in Tübingen, Promotionsstudent an der Graduate School for Neural and Behavioral Sciences / International Max Planck Research School der Universität Tübingen, hatte sich in den regionalen Vorrunden qualifiziert. Im Finale trat er vor über 800 Zuschauern im Karlsruher Tollhaus gegen neun andere Wissenschaftler und Nachwuchswissenschaftler an.</p><p>Die jungen Wissenschaftler erklärten innerhalb von drei Minuten auf der Bühne ihr Forschungsthema. Voraussetzung war, es nicht nur verständlich, sondern auch unterhaltsam zu präsentieren. Dabei durften die Teilnehmer nur Gegenstände benutzen, die sie auch selbst auf die Bühne tragen konnten.</p><p>Der Vortrag des Neurowissenschaftlers Dong-Seon Chang über die Wahrnehmung von Menschen und deren Handlungen überzeugte sowohl Jury als auch Publikum – neben dem Jurypreis gewann er auch den Preis des Publikumslieblings.</p><p>„Soziale Interaktion mit anderen Menschen aktiviert die Belohnungszentren im Gehirn. In anderen Worten: Ich bin glücklich, wenn ich andere glücklich mache – und das scheint mir mit meinem Vortrag gelungen zu sein“, sagt der Doktorand der Neurowissenschaften. „Daher freue ich mich besonders über den Publikumspreis.“</p><p>Die Sieger aller nationalen Wettbewerbe treffen sich im internationalen Finale von FameLab, Anfang Juni in Cheltenham, England. Dort wird Chang dann als Sieger des Deutschlandfinales im internationalen Wettbewerb gegen die anderen Finalisten aus über 25 Ländern antreten. „Ich freue mich, die internationale Seite Deutschlands repräsentieren zu dürfen“, meint Dong-Seon Chang.</p><div class="align-right"><p>Christina Bornschein / Stephanie Bertenbreiter (MPI) </p></div><p>&lt;link https: www.youtube.com external-link-new-window externen link in neuem&gt;Videolink zum Finale</p><p>&lt;link https: www.youtube.com external-link-new-window externen link in neuem&gt;Videolink zweiten Beitrag der Finalrunde </p><h3>Kontakt: </h3><p>Dong-Seon Chang<br>Tel.: +49 7071 601-606<br>E-Mail: &lt;link&gt;dong-seon.chang[at]tuebingen.mpg.de</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Leute</category><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2015/15-05-20ChangD_profile.jpg" lenght="35692" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-14187</guid><pubDate>Mon, 18 May 2015 17:57:00 +0200</pubDate><title>Promotionspreis der Studienstiftung für Physikerin Katharina Broch</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/promotionspreis-der-studienstiftung-fuer-physikerin-katharina-broch/</link><description>Doktorarbeit über „Interplay of ordering behavior and optical properties in organic semiconductor blends“</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2015/alternative_katharina_broch.jpg" length="6986" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Katharina Broch erhielt am 07.05.2015 in Berlin den Promotionspreis der Studienstiftung des deutschen Volkes für ihre Doktorarbeit mit dem Titel „<em>Interplay of ordering behavior and optical properties in organic semiconductor blends</em>“, die sie in der Arbeitsgruppe von Prof. Frank Schreiber von 2010-2013 durchführte. Thema der Arbeit ist eine vergleichende Studie dreier Mischungen aus kleinen halbleitenden Molekülen, um die Auswirkungen der Eigenschaften der Einzelkomponenten auf das Verhalten der Mischung zu untersuchen. Dies ist relevant unter anderem für organische Solarzellen und organische Leuchtdioden, für die diese Materialien als sogenannte Donatoren und Akzeptoren eingesetzt werden. Frau Broch entdeckte bei ihren Untersuchungen überraschende und bisher nicht beobachtete Mischungsszenarien und deren Auswirkungen auf den für die Anwendungen wichtigen Ladungstransfer zwischen den verschiedenen Materialien.</p><p>In seiner Laudatio hob Prof. Dirk Abel, Mitglied der Auswahlkommission, insbesondere die stringente und systematische Herangehensweise der Arbeit hervor, die die Jury überzeugte. Katharina Broch arbeitet seit Februar 2014 als visiting scientist am Cavendish Laboratory der University of Cambridge.</p><div class="align-right"><p>Frank Schreiber, Institut für Angewandte Physik </p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Leute</category><category>Attempto-Forschung</category><category>MatNat-Aktuell</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Leute/2015/alternative_katharina_broch.jpg" lenght="6986" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-15993</guid><pubDate>Thu, 07 May 2015 16:50:00 +0200</pubDate><title>Konzept zum internationalen Forschungsmarketing ausgezeichnet</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/konzept-zum-internationalen-forschungsmarketing-ausgezeichnet/</link><description>Universität und Tübinger Forschungseinrichtungen wollen Standort bei „Research World Tour“ international bewerben ‒ Delegation der Universität Tübingen nahm Urkunde und Preisgeld in Berlin feierlich entgegen</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2015/Preisverleihung_Berlin__C__Andr%C3%A9_Wagenzik.jpg" length="213147" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Zur Weiterentwicklung des internationalen Forschungsmarketings hat die Universität Tübingen ein Preisgeld in Höhe von 75.000 Euro erhalten. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zeichnete das Tübinger Konzept einer „Research World Tour“ bereits Ende vergangenen Jahres als einen von drei siegreichen Anträgen in ihrem Ideenwettbewerb zum internationalen Forschungsmarketing aus.</p><p>Im Rahmen der Research World Tour reisen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Tübingen und von Tübinger außeruniversitären Forschungseinrichtungen in diesem Jahr an sechs Standorte in Europa, USA, Brasilien, China und Japan, die für die Forschungskooperation von strategischer Bedeutung sind: Leiden (Universität Leiden), Kopenhagen (Universität Kopenhagen und Technische Universität Dänemark, DTU), São Paulo (Universität São Paulo), Chapel Hill (University of North Carolina at Chapel Hill), Shanghai (Universität Fudan) sowie Tokio (Universität Tokio und RIKEN-Institut).</p><p>Tübingen präsentiert sich im Rahmen der Kampagne als Forschungsstandort im Verbund des sich derzeit in der Gründung befindenden Netzwerks Tübinger Forschungseinrichtungen (Tübingen Research Campus, TRC). Im Rahmen des TRC wollen die Universität und die in Tübingen ansässigen außeruniversitären Forschungseinrichtungen (u. a. Max-Planck-Institute, Helmholtz- und Leibniz-Zentren) ihre Kooperation weiter ausbauen. Auch international wollen die Partner die einzigartigen Möglichkeiten, die sich in Tübingen zur nationalen und internationalen Forschungskooperation auf Spitzenniveau bieten, in vollem Umfang aufzeigen.</p><p>Das Konzept der World Tour wurde in Anlehnung an das Motto „Research – Relevance – Responsibility“ gewählt, dem Titel des Zukunftskonzepts im Rahmen der Exzellenzinitiative. Es sieht vor, die internationale Sichtbarkeit des Forschungsnetzwerks Tübingen signifikant zu erhöhen. Darüber hinaus verfolgt die World Tour das Ziel, bestehende internationale Kooperationen zu stärken, neue Möglichkeiten für Projekte und Partnerschaften anzustoßen sowie – mit Hinweisen auf die bestehenden Fördermöglichkeiten und die exzellenten Kooperationsperspektiven an deutschen Forschungseinrichtungen – herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für Tübingen zu gewinnen.</p><p>Die Kampagne definiert sich als Forschungs-Roadshow, die verschiedene Marketing-Aktionen an den sechs ausgewählten Standorten vorsieht. Geplant sind</p><ul><li>wissenschaftliche Workshops, Einzelgespräche und Vorträge von Forscherinnen und Forschern aus Schwerpunktbereichen der Universität Tübingen und deren Partnereinrichtungen; </li><li>Gespräche mit Führungsvertretern der Partneruniversitäten, die darauf abzielen, durch neue Kooperationsvereinbarungen Verbindungen auf institutioneller Ebene neu zu schaffen oder existierende fokussiert zu intensivieren;</li><li>ein Infostand und Informationsgespräche zwischen Wissenschaftlern und Mitgliedern der universitären Forschungsförderung, die Angehörige der Gastinstitutionen mit nationalen und europäischen Förderinstrumenten sowie speziellen Programmen der strategischen Forschungsförderung an der Universität Tübingen vertraut machen sollen.</li></ul><p>Diese Aktivitäten werden online ergänzt durch eine „virtuelle Forschungslandkarte“, welche die internationalen Netzwerke, laufende Projekte mit den internationalen Kooperationspartnern an den Standorten und die Forschungsprofile der beteiligten Wissenschaftler vorstellt. Hauptziel hierbei ist es, die internationale Sichtbarkeit des Forschungsstandorts Tübingen als exzellentem Vertreter der Forschung in Baden-Württemberg und in Deutschland zu erhöhen, um interessierten internationalen Forschern die Identifizierung neuer Kooperationspartner zu ermöglichen und neue Kollaborationen anzustoßen. Die Forschungslandkarte soll langfristig ausgebaut werden, indem während der Projektlaufzeit und darüber hinaus weitere Kooperationsprojekte aufgenommen werden. Die Publikation neuer sowie die Übersetzung bestehender Informationsmaterialien (z. B. ins Englische, Chinesische oder Japanische) zu Hauptforschungsbereichen und Förderprogrammen stellt eine weitere wichtige Marketing-Maßnahme dar.</p><p>Erarbeitet wurde das Konzept im Sommer 2014 von einer mehrköpfigen Arbeitsgruppe unter Leitung von Rektor Prof. Bernd Engler und Prorektor Prof. Heinz-Dieter Assmann. Neben Vertretern der Fakultäten waren aus der Zentralen Verwaltung die Bereiche Forschungsförderung, Exzellenzinitiative, das Dezernat Internationale Angelegenheiten sowie die Hochschulkommunikation beteiligt. Die Arbeitsgruppe ist nun im Weiteren für die Umsetzung der geplanten Maßnahmen verantwortlich.</p><p>Unabhängig von der DFG-Förderung ist geplant, die World Tour im kommenden Jahr  fortzusetzen. Der Auftakt zur Kampagne findet in Tübingen statt: Beim „Tübinger Fenster für Forschung (TÜFFF)“ am Freitag, 8. Mai 2015 präsentieren Teilnehmerinnen und Teilnehmer der World Tour 2015 ihre Forschungskooperationen mit den Partnerinstitutionen im Ausland.</p><p>Die interaktive Weltkarte zur Research World Tour ist unter &lt;link http: www.worldtour.uni-tuebingen.de&gt;www.worldtour.uni-tuebingen.de erreichbar.</p><div class="align-right"><p>Volker Kurz, Stabsstelle Hochschulkommunikation</p></div>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Forum</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2015/Preisverleihung_Berlin__C__Andr%C3%A9_Wagenzik.jpg" lenght="213147" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-16004</guid><pubDate>Thu, 07 May 2015 12:28:00 +0200</pubDate><title>Jesse Millek erhält den Sean W. Dever Memorial Prize</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/jesse-millek-erhaelt-den-sean-w-dever-memorial-prize/</link><description>Doktorand des Sonderforschungsbereichs 1070 RessourcenKulturen an der Universität Tübingen wird durch das William F. Albright Institute of Archaeological Research in Jerusalem ausgezeichnet.</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2015/15-05-07_Jesse_Millek1.jpg" length="205081" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Der Sean W. Dever Memorial Prize wird jährlich für bahnbrechende Veröffentlichungen im Bereich syro-palästinischer und biblischer Archäologie vergeben und ist mit 650$ dotiert. Das traditionsreiche Institut, das seit 1920 Grundlagenforschung in biblischer Archäologie betreibt, honoriert damit einen innovativen Forschungsansatz.</p><p><br>Jesse Millek studierte zunächst Archäologie und Kunstgeschichte in New York und Leiden. Seit 2013 ist er als Doktorand im SFB RessourcenKulturen an der Universität Tübingen tätig und untersucht unter der Leitung von Prof. Dr. Jens Kamlah die Ressourcenkontrolle am Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit im Ostmittelmeerraum. Vor allem der Niedergang des Handels in der Spätbronzezeit in Israel und den umliegenden Ländern steht dabei im Forschungsinteresse.</p><p>Jesse Millek widerlegt in seiner Forschungsarbeit die bis heute in der biblischen Archäologie vieldiskutierte These, dass Seevölker aus dem nördlichen Mittelmeerraum für den Kollaps der Reiche in der Levante am Ende der Bronzezeit verantwortlich waren. Als Evidenz für diese Seevölker–Theorie gilt eine Inschrift aus dem Totentempel von Ramses dem III in Medinet Habu aus dem Jahr 1180 v.Chr., auf der die Invasion von Fremden, die über das Meer kamen, als Grund für den Niedergang ägyptischer Nachbarreiche genannt wird. Daraus leitete die bisherige archäologische Forschung ab, dass Seevölker aus dem Mittelmeerraum auch für den ökonomischen Kollaps in der Levante verantwortlich waren. Nach neuesten Erkenntnissen spricht jedoch einiges dafür, dass die Ursachen für den starken Rückgang des Handels viel komplexer sind als bisher angenommen und eher auf einen internen, gesellschaftlichen Umwälzungsprozess und auf einen veränderten Umgang mit Ressourcen zurückzuführen sind.</p><p>Die Dokumentationen archäologischer Grabungen an 16 Fundorten der Region werden in der Forschungsarbeit des SFB 1070 kritisch neu bewertet und ausdifferenziert. Ein Beispiel ist die Fundstätte Lachisch, 44 km südwestlich von Jerusalem, eine der größten und bedeutendsten Fundstätten der Levante.</p><p>In früheren Grabungen wurden in der spätbronzezeitlichen Zerstörungsschicht 7 die ausgebrannten Überreste eines Tempels und eines Gebäudes entdeckt. Diese Funde interpretierte man in folgenden Untersuchungen als Hinweise auf eine kriegerische Auseinandersetzung mit den Seevölkern. Die kritische Neubetrachtung der Grabungsdokumentation zeigt auf, dass bei der initialen Interpretation einige Faktoren übersehen wurden.</p><p>Jesse Millek berichtet: „Der bronzezeitliche Gebäudebrand in Lachisch begann nachweislich im Küchenbereich – auch in der Bronzezeit gab es ganz alltägliche Ursachen für Zerstörungen. Der Tempel weist keinerlei Vandalismus und keine Anzeichen von Schatzräuberei auf und wurde vor der Zerstörung vollständig geräumt. Alles deutet auf eine kultische Stilllegung der Stätte hin. Die heiligen Gegenstände wurden geordnet und systematisch entfernt. Der Standort des Tempels blieb dennoch als heilige Stätte auch in späterer Zeit tabu.“ Die geordnete Stilllegung von Heiligtümern deutet auf einen veränderten Umgang mit spirituellen Ressourcen und eine kulturelle Neuordnung von Werten innerhalb der Gesellschaft hin. In der weiteren Forschungsarbeit soll nun geklärt werden, inwieweit der Rückgang des Handels mit diesem Wertewandel zusammen hängt.</p><p>Prof. Dr. Jens Kamlah, Leiter des Teilprojekts A06, hebt die Bedeutung der Widerlegung der Seevölkerthese hervor: „Das Ziel unserer Forschung ist es, dem alten, stark vereinfachenden Modell die Beweise zu entziehen. Hierzu leistet die Arbeit von Herrn Millek einen wichtigen Beitrag. Der Zeitraum, den wir untersuchen, ist ausschlaggebend für die Entstehung des alttestamentarischen Israels, wie wir es aus der Bibel kennen. Das Aufzeigen der verschiedenen Gründe und komplexen wirtschaftlichen Zusammenhänge für den Handelsrückgang kann neue Einblicke in diese wichtige Epoche leisten.“</p><p>Alexandra Niskios, M.A.<br>Universität Tübingen<br>Pressestelle des Sonderforschungsbereichs 1070 Ressourcen Kulturen<br>Telefon +49 7071 29 73586<br>&lt;link mail ein fenster zum versenden der&gt;alexandra.niskios[at]uni-tuebingen.de<br>&lt;link http: www.sfb1070.uni-tuebingen.de&gt;www.sfb1070.uni-tuebingen.de</p><h3>Kontakt William F. Albright Institute:</h3><p>&lt;link http: www.aiar.org announcing-winner-of-sean-w-dever-memorial-prize-2015&gt;<a href="http://www.aiar.org/announcing-winner-of-sean-w-dever-memorial-prize-2015/" target="_blank" rel="noreferrer">www.aiar.org/announcing-winner-of-sean-w-dever-memorial-prize-2015/</a></p>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>Attempto-Leute</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2015/15-05-07_Jesse_Millek1.jpg" lenght="205081" type="image/jpeg"/></item><item><guid isPermaLink="false">news-13487</guid><pubDate>Wed, 06 May 2015 17:02:00 +0200</pubDate><title>Forschungsprojekt SchussenAktivplus bringt Ergebnisse</title><link>https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/attempto-online/forschung/newsfullview-attempto-forschung/article/forschungsprojekt-schussenaktivplus-bringt-ergebnisse/</link><description>Abschlussveranstaltung in Langenargen</description><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2015/15-05-07-Schussen-Langenargen_Triebskorn.jpg" length="73283" type="image/jpeg" /><content:encoded><![CDATA[<p>Auf der Abschlussveranstaltung in Langenargen hat das BMBF-Forschungsprojekt SchussenAktivplus seine Ergebnisse präsentiert: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen und an Regenüberlaufbecken reduzieren Spurenstoffe und Keime und verbessern die Wasserqualität für Mensch und Umwelt.</p><p>Würden alle 19 Kläranlagen im Einzugsgebiet der Schussen mit einer vierten Reinigungsstufe ausgerüstet, könnte man dem Gewässer pro Jahr ca. 100 Kilogramm der Industriechemikalie Benzotriazol, ca. 40 Kilogramm des Schmerzmittels Diclofenac und zahlreiche weitere Spurenstoffe ersparen. „Die zusätzliche Reinigungsstufe wäre ein wichtiger Beitrag für den nachhaltigen Schutz der Ressource Trinkwasser aus dem Bodensee, könnte das Infektionsrisiko an Badestellen im Bereich der Schussenmündung vermindern und würde einen Beitrag dazu leisten, die biologische Vielfalt in der Schussen und im Bodensee zu erhalten“, bilanziert Prof. Rita Triebskorn, Projektleiterin vom Forschungsprojekt SchussenAktiv<em>plus</em> auf der Abschlussveranstaltung in Langenargen.</p><p>Drei Jahre lang haben Wissenschaftler/innen den Erfolg von weitergehenden Reinigungsmaßnahmen an Kläranlagen unterschiedlicher Größe und an Regenwasserbehandlungssystemen am Bodenseezufluss Schussen erforscht. Dabei wurden unterschiedliche Verfahren getestet: Die Kombination aus Ozon und granulierter Aktivkohle mit und ohne Sandfilter (Testanlage in Eriskirch) sowie aus Pulveraktivkohle und Sandfilter (Kläranlage Langwiese bei Ravensburg) haben sich als besonders effizient erwiesen: Sie reduzieren Spurenstoffe und deren Wirkungen um 80 bis 90 Prozent. Darüber hinaus konnten diese zusätzlichen Reinigungsstufen die Anzahl der getesteten resistenten und nicht resistenten Bakterien drastisch senken.</p><p><img data-htmlarea-file-uid="75091" data-htmlarea-file-table="sys_file" src="fileadmin/_migrated/RTE/RTEmagicC_15-05-07-Schussen.jpg.jpg" alt height="150" width="100" style></p><h5>Die Pulverkohleativanlage in Langwiese. Foto: Schussenaktiplus</h5><p>Dabei haben die Systeme unterschiedliche Stärken: Die Pulveraktivkohleanlage fischt besonders gut Stoffe wie das Antikorrosionsmittel Benzotriazol oder den Betablocker Metoprolol aus dem Abwasser. Kombinationen mit Ozon konnten die Arzneimittel Carbamazepin und Diclofenac sowie Keime effizienter reduzieren als der Pulveraktivkohlefilter. Allerdings können sich bei der Ozonierung sogenannte Transformationsprodukte bilden - mit oft noch nicht bekannten Auswirkungen für die Umwelt. Deshalb ist bei Ozon eine biologische Nachreinigungsstufe notwendig.</p><p>Als fast genauso effektiv wie eine konventionelle Kläranlage hat sich der mit Schilf bewachsene Retentionsbodenfilter am Regenüberlaufbecken erwiesen.</p><p>Bei der Wahl der Technologien empfiehlt Prof. Triebskorn von der Universität Tübingen eine Abwägung im Einzelfall: „So sollte bei Badegewässern, in deren Einzugsgebiet gereinigtes Abwasser eingeleitet wird, eine möglichst effiziente Elimination von Keimen im Vordergrund stehen. Denn diese Gewässer werden vor allem im Sommer genutzt, wenn sie aufgrund von Niedrigwasser einen hohen Abwasseranteil aufweisen. Im Bereich von Naturschutzgebieten sollte die mögliche Bildung von schädlichen Transformationsprodukten, die bei der Ozonierung entstehen können, im Fokus stehen.“</p><p>Die Untersuchungen am Ablauf der Kläranlage Langwiese zeigten, wie schnell und positiv sich die Pulveraktivkohleanlage auf die Gesundheit der Gewässerorganismen auswirkt. Maximal 15 Monate nach Inbetriebnahme der vierten Reinigungsstufe zeigten Forellen unterhalb der Kläranlage Langwiese weniger Schäden. Ebenso hat sich dort die Lebensgemeinschaft der am Gewässerboden lebenden Organismen verbessert. Es kamen insgesamt mehr und auch für Umwelteinflüsse empfindliche Arten vor. Darüber hinaus hat sich die Fortpflanzung der Fische verbessert: So schlüpften im Vergleich zu den Vorjahren mehr Bachforellenlarven, die in Aquarien mit Schussenwasser gehalten wurden; die Sterblichkeit von Eiern und Larven sank.  Allerdings findet man viele positive Effekte zum Zeitpunkt nach Ausbau der Kläranlage auch im Referenzgewässer Argen, weshalb jahresspezifische Effekte noch überprüft werden müssen.</p><p>Das vom Bundesforschungsministerium und vom baden-württembergischen Umweltministerium geförderte Projekt hat Rechenbeispiele für das Einzugsgebiet der Schussen vorgelegt: Diese haben ergeben, dass noch Investitionen von 48 Millionen Euro erforderlich wären, um alle Kläranlagen im Einzugsgebiet mit der bereits in Langwiese realisierten Pulveraktivkohlefilteranlage auszurüsten. Würde man nur Kläranlagen mit über 10.000 Einwohnerwerten mit einem Pulveraktivkohlefilter ausbauen, würde dies 36 Millionen Euro kosten. Damit ließen sich bereits über 90 Prozent des Abwassers im Einzugsgebiet behandeln. Was sich viel anhört, ist für den einzelnen Bürger wenig: Beispielsweise würden bei größeren Anlagen wie Ravensburg mit einem bereits vorhandenen Sandfilter etwa 10 Euro Mehrkosten pro Jahr anfallen. Damit könnte jeder Bürger einen entscheidenden Beitrag für die Umwelt und den vorsorgenden Schutz der Wasserressourcen leisten.</p><p>Unabhängig davon kann jeder dazu beitragen, möglichst wenige Spurenstoffe in die Umwelt zu entlassen. Zum Beispiel keine abgelaufenen Arzneimittel über die Toilette oder Spüle zu entsorgen. Zur richtigen Entsorgung von Altarzneimitteln hat SchussenAktiv<em>plus</em> während der Projektlaufzeit mit dem Umweltministerium Baden-Württemberg einen Informationsflyer verfasst und verteilt.</p><p>Jede Verbesserung an der Schussen nützt natürlich auch dem Bodensee. Wenn die Schussen sauberer wird, sind auch im Bodensee weniger Spurenstoffe und Keime zu finden. „Besonders in der Flachwasserzone verbessert sich die Wasserqualität“, weiß Harald Hetzenauer vom Institut für Seenforschung Langenargen der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg. Weitere Infos: &lt;link http: www.schussenaktivplus.de&gt;www.schussenaktivplus.de</p><h3>Hintergrund: </h3><p>An den Ergebnissen haben 21 Partner/innen aus Wissenschaft, freier Wirtschaft und öffentlicher Hand mitgearbeitet. Die Mittel für das 2,7 Mio. Euro-Vorhaben stammen  vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (2,3 Mio. Euro) und vom Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz Baden-Württemberg (250.000 Euro). Den Rest haben die beteiligten Kommunen und Firmen beigesteuert.</p><p>SchussenAktiv<em>plus</em> gehört zu den 13 vom Bund geförderten Projekten, die aus 67 beantragten Verbundvorhaben ausgewählt wurden. Es ist Teil des Förderschwerpunkts &lt;link http: www.fona.de de external-link-new-window externen link in neuem&gt;Nachhaltiges Wassermanagement NaWaM. In diesem bündelt das BMBF seine Aktivitäten im Bereich der Wasserforschung innerhalb des BMBF-Rahmenprogramms &lt;link http: www.fona.de external-link-new-window externen link in neuem&gt;Forschung für nachhaltige Entwicklungen FONA. Beteiligt an dem Projekt sind neben der Universität Tübingen die Universitäten Frankfurt/Main, Stuttgart, KIT Karlsruhe, Avignon und Brno, das Institut für Seenforschung Langenargen, das TZW Karlsruhe, die Firmen Dr.-Ing. Jedele &amp; Partner GmbH, Stuttgart, Ökonsult GbR, Stuttgart, BBW Achberg, GÖL Starzach, Hydra Konstanz und das Steinbeis-Donau-Zentrum, die Städte bzw. Gemeinden Ravensburg, Eriskirch, Tettnang, Merklingen, der AZV Mariatal, der AV Unteres Schussental sowie das Regierungspräsidium Tübingen.</p><p>Prof. Dr. Rita Triebskorn<br>Universität Tübingen, Physiologische Ökologie der Tiere<br>Auf der Morgenstelle 5, 72076 Tübingen<br>Tel.: +49 7071 29-78892<br>&lt;link&gt;rita.triebskorn[at]uni-tuebingen.de</p>]]></content:encoded><category>Attempto-Forschung</category><category>MatNat-Aktuell</category><enclosure url="https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Allgemein/Bilder/attempto_online/Forschung/2015/15-05-07-Schussen-Langenargen_Triebskorn.jpg" lenght="73283" type="image/jpeg"/></item>
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