Uni-Tübingen

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26.05.2017

Die Makroökonomik in der Krise – Vorlesungsreihe „Perspektiven der Wirtschaftswissenschaft“

Professor Gernot Müller. Foto: Ramona Gresch
Professor Gernot Müller. Foto: Ramona Gresch

Die Gefährdung des Friedens in Europa: Standortübergreifendes Ringseminar mit Tübinger Beteiligung
Professor Gernot Müller hielt am 22. Mai 2017 im Rahmen des Studium Generale „Perspektiven der Wirtschaftswissenschaft“ seine Vorlesung im Kupferbau.


Es waren zwei Aspekte, die der Lehrstuhlinhaber Geld und Währung vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaft an der Universität Tübingen in seinem Vortrag thematisierte: Zum einen die Finanz- und Wirtschaftskrise in den Jahren 2007/2008 und zum anderen die Makroökonomik als Wissenschaft in der Krise. –


Ausgehend von einer Frage „Why did no one see it coming?“, die Queen Elisabeth II. anlässlich der Finanzkrise 2008 gestellt hatte, erklärte Gernot Müller wesentliche Aspekte der Finanzkrise. Eine zentrale Hypothese, die im Vortrag entwickelt wurde ist, dass auf Grund wirtschaftspolitischer Maßnahmen die Krise sehr viel besser bewältigt wurde als etwa die Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre. Entscheidend dafür sei ein besseres Verständnis makroökonomischer Zusammenhänge. Was die Vorhersage und Vermeidung von Finanzkrisen angeht, so Müller, sehe sich die Makroökonomik vor einer großen Herausforderung. Systematische Fehlentwicklungen, die Krisen vorausgehen, in Echtzeit zu erkennen werde immer schwierig bleiben. Das von Reinhart und Rogoff diagnostizierte This-time-is-different-Syndrom seiweitverbreitet, sagte Gernot Müller Jede Fehlentwicklung werde typischerweise von einem Narrativ begleitet, die sie in Echtzeit als gerechtfertigt erscheinen lasse.

Ramona Gresch

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