Uni-Tübingen

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21.08.2017

Forschungsprojekt: Sicherheit in Bahnhofsvierteln

Wissenschaftlerin der Universität Tübingen leitet Verbundprojekt zu Risiken und Sicherheitspotenzialen in Bahnhofsvierteln

Welche Risiken in Bahnhofsvierteln lauern und wie man diese Stadteile sicherer machen kann möchten Forscherinnen und Forscher im Verbundprojekt „Sicherheit im Bahnhofsviertel – SiBa“ herausfinden. Professorin Rita Haverkamp, von der Stiftungsprofessur für Kriminalprävention der Universität Tübingen, leitet den Forschungsverbund und arbeitet mit der Bergischen Universität Wuppertal zusammen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das auf drei Jahre angelegte Projekt im Rahmen der „Forschung für die zivile Sicherheit“ mit insgesamt 930.000 Euro.


„Bahnhöfe und deren Umgebung sind starke Anziehungspunkte für unterschiedliche Nutzergruppen wie Pendler, Reisende, Anwohner, Gewerbetreibende oder Randgruppen wie Obdachlose und Flüchtlinge. Jeden Tag halten sich dort sehr viele und völlig unterschiedliche Menschen auf. Das birgt spezifische Sicherheitsrisiken – diese werden jedoch auch besonders sensibel wahrgenommen“. beschreibt Haverkamp die Situation. Als Aushängeschild und Tor zur Innenstadt stünden Bahnhöfe und die Viertel in deren Umgebung oft im Rampenlicht. Nicht zuletzt die Ereignisse der Kölner Silvesternacht 2015/2016 hätten die öffentliche Aufmerksamkeit für Sicherheit in Bahnhofsgebieten erhöht, so die Wissenschaftlerin. In fast jeder deutschen Großstadt gelten Bahnhofsgebiete als Kriminalitätsschwerpunkte. „Zum Alltag gehören Drogenhandel, öffentliche Prostitution, Schwarzarbeit, Taschendiebstahl, unerlaubte Migration und Gewalt“ veranschaulicht Haverkamp.


Im Projekt SiBa untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler folgende Fragen: Welche Sicherheitsrisiken und welche Sicherheitspotenziale bestehen tatsächlich? Und wie können diese in ein ganzheitliches Sicherheitskonzept eingebunden werden? Dazu berücksichtigen die Forscherinnen und Forscher aktuelle Erkenntnisse zu kriminalpräventiven und städtebaulichen Maßnahmen. Ein wichtiger Aspekt der Forschung sind außerdem die Nutzungsinteressen der unterschiedlichen Gruppen von Anwohnern, Arbeitern, Gewerbetreibenden, Pendlern oder auch Randgruppen, denn der Umgang mit Nutzungskonflikten im öffentlichen Raum ist ein bedeutender Bestandteil der Kriminalprävention.
Das Verbundprojekt wird in Zusammenarbeit mit den drei Partnerstädten Düsseldorf, Leipzig und München durchgeführt. Beteiligt sind auch Institutionen, die sich bundesweit für Sicherheit einsetzen, wie das Deutsche Forum für Kriminalprävention (DFK), der Deutsche Präventionstag (DPT) und das Deutsch-Europäische Forum für Urbane Sicherheit (DEFUS).


Weitere Informationen finden Sie unter: www.siba-projekt.de sowie www.sifo.de.

Kontakt:

Prof. Dr. Rita Haverkamp
Universität Tübingen
Juristische Fakultät
Stiftungsprofessur für Kriminalprävention und Risikomanagement
Telefon +49 7071 29-77473
rita.haverkampspam prevention@uni-tuebingen.de

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