Uni-Tübingen

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04.10.2018

„Medicine Quality & Public Health“-Konferenz an der Universität Oxford

Tübinger Wissenschaftler präsentierten Untersuchungen zu gefälschten Arzneimitteln in Afrika

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Tübingen und der University of Rwanda auf der Medicine Quality & Public Health-Konferenz in Oxford. Zwischen beiden Universitäten besteht seit Dezember 2017 ein Partnerschaftsabkommen, die Wissenschaftler kooperieren zu Untersuchungen der Arzneimittelqualität in Ruanda.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Tübingen und der University of Rwanda auf der Medicine Quality & Public Health-Konferenz in Oxford. Zwischen beiden Universitäten besteht seit Dezember 2017 ein Partnerschaftsabkommen, die Wissenschaftler kooperieren zu Untersuchungen der Arzneimittelqualität in Ruanda.

Das Pharmazeutische Institut der Universität Tübingen beteiligte sich mit seinen Forschungsergebnissen, unter anderem zu Antibiotikafälschungen in Subsahara-Afrika, an der ersten internationalen Konferenz zum Thema „Medicine Quality and Public Health“. Über 200 Teilnehmende aus 50 Ländern suchten vom 24. bis 28. September nach Möglichkeiten, wie die Qualität der wichtigsten Arzneimittel weltweit sichergestellt werden kann. Bei der Tagung am Keble College der Universität Oxford waren Forscherinnen und Forscher aus der Pharmazie und den Sozialwissenschaften vertreten. Weitere Konferenzteilnehmende arbeiten für nationale Arzneimittelbehörden, internationale Organisationen, NGOs, Apotheken, Krankenhäuser, die Pharmaindustrie oder die Internetbranche. Die Universität Tübingen war offizielle Partnerin der Konferenz.

Konkret ging es unter anderem um folgende Themen: Mit welchen technischen Möglichkeiten können gefälschte und minderwertige Arzneimittel erkannt werden? Wie sind die rechtlichen und ethischen Grundlagen? Welche politischen und regulatorischen Möglichkeiten gibt es, um die Arzneimittelqualität von der Produktion bis zum Patienten sicher zu stellen?

Über die genaue Verbreitung von minderwertigen und gefälschten Arzneimitteln bestehen nur wenige gesicherte Informationen. Das Pharmazeutische Institut forscht auf diesem Gebiet unter anderem in Subsahara-Afrika. Tübinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entdeckten beispielsweise zwei Antibiotika-Fälschungen, die inzwischen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in internationalen „Medical Product Alerts“ bekanntgemacht wurden.

Schätzungen der WHO zufolge weisen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen 10% der Arzneimittel Qualitätsmängel auf oder sind gefälscht. Therapieversagen, die Entwicklung resistenter Keime, Vertrauensverlust in das Gesundheitssystem und auch finanzielle Verluste gehören zu den Folgen. Mit den nachhaltigen Entwicklungszielen streben die Vereinten Nationen den Zugang zu essentiellen Arzneimitteln und Impfstoffen guter Qualität für alle Menschen weltweit bis zum Jahr 2030 an. Die Konferenz in Oxford war ein wichtiger Schritt, um internationale „Stakeholder“ an einen Tisch zu bringen und Forderungen sowie konkrete Handlungsschritte auf politischer und wissenschaftlicher Ebene zu erarbeiten.

Cathrin Hauk & Lutz Heide
Pharmazeutisches Institut

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