Uni-Tübingen

Pressemitteilungen

09.11.2018

Neu an der Universität Tübingen

Kurzvorstellung der neuen Professorinnen und Professoren


Im Folgenden möchten wir Ihnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vorstellen, die in den vergangenen Monaten den Ruf an die Universität Tübingen angenommen haben:

Juniorprofessorin Dr. Carolin Führer

Juniorprofessur für Deutsche Philologie und Didaktik der deutschen Literatur (Philosophische Fakultät)

Dr. Carolin Führer hat im August 2018 den Ruf auf eine Juniorprofessur (Tenure Track, W3) für Deutsche Philologie und Didaktik der deutschen Literatur an der Philosophischen Fakultät angenommen. Sie ist 33 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder.

Sie absolvierte ihr erstes Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien in den Fächern Deutsch, Italienisch und Geschichte an der Technischen Universit ät Dresden und studierte zudem in Siena, Bologna und Rom. In ihrer Dissertation befasste sie sich mit Hilfe von Bildungsplänen und persönlichen Interviews in Ostdeutschland mit den Auswirkungen gesellschaftlicher Veränderungsprozesse (z.B. die politische Wende und der mediale Wandel) auf den Deutschunterricht. Ihren zweijährigen Vorbereitungsdienst schloss sie im Freistaat Sachsen mit dem zweiten Staatsexamen ab, studierte parallel Deutsch als Zweitsprache und veröffentlichte einen Band zur Didaktik postsozialistischer Erinnerungskulturen. 

Anschließend forschte sie an der TU Dresden unter anderem zur schulischen Rezeption von Graphic Novels, danach wechselte sie als Akademische Rätin für Literaturdidaktik an die Bergische Universität Wuppertal. Dort beschäftigte sie sich mit der ästhetischen Erfahrung von Sekundarschülerinnen und -schülern sowie der besseren Verzahnung von universitärer und schulischer Lehrerausbildung im Fach Deutsch. Ihre derzeitigen Forschungsinteressen liegen in der fachlichen Lehrerbildung, Rezeptions- und Aufgabenforschung und der Unterrichtspraxis von Fächern, in denen es nur relative Gewissheiten gibt. 

Professor Dr. Jens Kamlah

Professur für Biblische Archäologie (Evangelisch-Theologische Fakultät)

Professor Jens Kamlah wurde im August 2018 auf die Professur für Biblische Archäologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät berufen. Der Lehrstuhl am Biblisch Archäologischen Institut wird damit erstmals seit 1999 wieder besetzt. 

Kamlah ist dem Biblisch Archäologischen Institut eng verbunden: bereits im Studium der Evangelischen Theologie, Altorientalistik, Ägyptologie und Vor- und Frühgeschichte war er dort als wissenschaftliche Hilfskraft beschäftigt und nahm an mehreren Ausgrabungen teil. Von 1991 bis 1999 war er wissenschaftlicher Angestellter und promovierte sich 1999 mit einer Arbeit über die archäologischen Untersuchungen des Instituts in der Region von Hirbet ez-Zeraqon (Jordanien). Anschließend wechselte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Universität Kiel. 2005 schloss er seine Habilitation über den Tempelkult in Phönizien und Israel/Juda ab und kam anschließend als Akademischer Rat zurück nach Tübingen ans Biblisch Archäologische Institut. 2009 wurde er zum außerplanmäßigen Professor und 2010 zum Institutsleiter ernannt. Die Wiederbesetzung des einzigen Lehrstuhls für Biblische Archäologie in Deutschland war Bestandteil seiner Bleibeverhandlungen nach einem Ruf an die Universität Kiel. Neben der Religionsgeschichte und Archäologie in den Ländern des östlichen Mittelmeerraums erforscht er auch die Welt und Umwelt des Alten Testaments sowie Landwirtschaft und Sozialgeschichte im antiken Palästina.

Professor Dr. Jannik Meyer

Professur für Advanced Materials (Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät)

Professor Jannik Meyer wurde zum Wintersemester 2018 auf eine Professur für Advanced Materials im Fachbereich Physik der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät berufen. Die Professur ist als Brückenprofessur zwischen der Universität Tübingen und dem Naturwissenschaftlich-Medizinischen Institut (NMI) in Reutlingen konzipiert. Meyer wird schwerpunktmäßig die Strukturen und Eigenschaften neuartiger Materialien untersuchen, insbesondere zweidimensionaler Materialien wie z.B. Graphen, einer zweidimensionalen Kohlenstoffverbindung. Viele dieser Stoffe besitzen besondere elektronische, mechanische oder optische Eigenschaften und sind beispielsweise sehr reißfest oder außerordentlich leitfähig. Dadurch werden sie interessant für viele Anwendungsgebiete, wie Akkus, Displays oder Materialien in der Medizintechnik. 

Nach dem Studium der Physik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen führte Meyers Forschungskarriere an das Max Planck Institut für Festkörperforschung in Stuttgart, wo er 2006 über die Strukturen und Eigenschaften von Kohlenstoff-Nanoröhrchen promovierte. Anschließend arbeitete er als Post-Doc am Lawrence Berkeley National Laboratory und der University of California in Berkely sowie der Universität Ulm. Seit 2010 war er Professor für Hybrid Systems und Complex Materials an der Universität Wien, wo er unter anderem einen ERC Starting Grant der Europäischen Union für das Projekt „PICOMAT - Picometer scale analysis and manipulation of novel materials“ einwarb. Damit erforschte er er neue Wege zur Analyse und zur gezielten Veränderung der atomaren Struktur in 2D Materialien.

Professor Dr. Walther Paravicini

Professur für Mathematik und ihre Didaktik (Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät)

Professor Walther Paravicini ist im Januar 2018 auf die Professur für Mathematik und ihre Didaktik an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät berufen worden. Paravicini studierte Volkswirtschaftlehre, Chinesisch und Mathematik in Kiel und Cambridge. 2007 promovierte er an der Universität Münster im Fach Mathematik mit einer Arbeit über Operatoralgebren. 

2012 folgte der Ruf auf eine Juniorprofessur für Mathematik und ihre Hochschuldidaktik in Münster, wo er ein Tutorenschulungsprogramm initiierte. Neben seiner Lehrtätigkeit an der Universität, unterrichtete Paravicini außerdem an Gymnasien in Münster und Göttingen. Seit Ende 2016 war er Professor für Mathematik und ihre Didaktik an der Universität Göttingen. Seine Forschungsschwerpunkte sind der Übergang von der Schule zur Hochschule, das Lesen und Verstehen mathematischer Texte sowie der Mathematikunterricht an Beruflichen Gymnasien.

Professor Dr. Bernd Tesch

Professur für Romanistische Fachdidaktik (Philosophische Fakultät)

Professor Bernd Tesch wurde zum Wintersemester 2018/19 auf den Lehrstuhl für Romanistische Fachdidaktik berufen. Er kommt von der Universität Kassel, wo er seit 2013 lehrte und forschte. 

Bernd Tesch hat an den Universitäten Mainz, Genf und Heidelberg Romanistik und Geschichtswissenschaft studiert. Nach dem zweiten Staatsexamen unterrichtete er von 1986 bis 1991 an der Deutschen Schule Madrid Französisch, Geschichte und Ethik sowie Deutsch als Fremdsprache. Zurück in Deutschland lehrte er an einem Gymnasium in Speyer, ehe er 1997 nach Bad Bergzabern ging und dort Expertise für bilingualen Französischunterricht erwarb. Parallel war er von 2002-2004 Mitglied der Kultusministerkonferenz-Kommission für die Erstellung Einheitlicher Abiturprüfungsanforderungen im Fach Französisch. 

2005 wechselte er vom Schuldienst an die Hochschule und wurde Koordinator für Aufgabenentwicklung am Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen an der Humboldt-Universität Berlin. An der Freien Universität Berlin promovierte er im Jahr 2009 im Bereich der fremdsprachlichen Unterrichtsforschung. 2013 wurde er als Professor an die Universität Kassel berufen, wo er trotz eines Rufs an die Universität Potsdam (2015) bis 2018 blieb. In seiner Forschung befasst Bernd Tesch sich schwerpunktmäßig mit Normen und Praktiken des fremdsprachlichen Klassenzimmers.

Juniorprofessorin Dr. Alexandra Zinke

Juniorprofessur für Philosophie (Philosophische Fakultät)

Dr. Alexandra Zinke tritt zum Wintersemester 2019/20 eine Juniorprofessur im Fach Philosophie an. Sie war zuvor Postdoktorandin am Karlsruher Institut für Technologie und beschäftigte sich dort vor allem mit Fragen der Rationalität. 

Alexandra Zinke studierte Philosophie und Mathematik an der Universität Konstanz und schloss ihr Studium 2008 mit einem Master in Philosophie ab. In ihrer Dissertation „The Metaphysics of Logical Consequence“ diskutierte sie die semantischen und metaphysischen Voraussetzungen der Logik. Ihre besonderen Forschungsinteressen liegen in den Themenbereichen Logik und Rationalität, traditionelle und formale Erkenntnistheorie sowie Sprachphilosophie. Derzeit forscht sie vor allem zur Rationalität der Meinungsenthaltung, dessen formaler Modellierung sowie entscheidungstheoretischer Relevanz. Also unter welchen Bedingungen ist es rational, sich einer Überzeugung zu enthalten, und wie sollte man entscheiden und handeln, wenn man keine Meinung zu einem Thema hat? An der Universität Tübingen wird Alexandra Zinke insbesondere auch für die Logikausbildung der Philosophiestudierenden mitverantwortlich sein.

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