Uni-Tübingen

31.03.2020

Home Office, Gleittage und Urlaub

Hinweise für Beschäftigte

Sehr geehrte Damen und Herren, 
liebe Kolleginnen und Kollegen, 

nach allen Voraussagen der medizinischen Experten wird die Corona-Pandemie unser Leben auch in den kommenden Monaten bestimmen. Wir müssen daher davon ausgehen, dass die außergewöhnlichen Herausforderungen, mit denen wir alle derzeit im beruflichen Alltag, im öffentlichen Leben wie auch in der Privatsphäre konfrontiert sind, nicht in naher Zukunft verschwinden werden. Vor diesem Hintergrund müssen sich die Universität Tübingen und ihre Beschäftigten darauf einstellen, dass eine vollständige Rückkehr zum Alltag in Forschung und Lehre, aber auch im wissenschaftsunterstützenden Dienst nur schrittweise möglich sein wird. In den Bemühungen, die Ausbreitung der Epidemie zu stoppen, müssen wir zudem mit Rückschlägen rechnen. 

Vor diesem Hintergrund bitte ich Sie alle darum, derzeit von Ihnen geplante Erholungsurlaubstage und Gleittage auch in Anspruch zu nehmen. Ich bin mir bewusst, dass viele von Ihnen derzeit am Arbeitsplatz in einem Maße gefordert sind, die über das Normale deutlich hinausgeht. Manch eine/r mag daher den Eindruck haben, jetzt in der Universität unabkömmlich zu sein. Andere haben aufgrund des eingeschränkten Betriebs in den wissenschaftlichen und zentralen Einrichtungen derzeit weniger oder eventuell auch keine Aufgaben. Zudem ist für viele von uns ein Urlaub idealerweise mit einer – momentan kaum möglichen – Reise verbunden. Es wäre aber fatal, wenn eine Vielzahl von Beschäftigten nun auf Urlaub und freie Tage verzichten würden. 

Es ist gerade jetzt außerordentlich wichtig, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität ihre Gesundheit und ihre Arbeitskraft erhalten. Dazu sind Erholungs- und Ruhephasen unerlässlich. Zudem muss aus organisatorischen Gründen eine Situation vermieden werden, dass nach Aufhebung der aktuellen Reisebeschränkungen und einem möglichen Beginn des Studienbetriebs alle Beschäftigten umgehend in Urlaub gehen wollen. Daher bitte ich Sie alle, eine Urlaubsplanung für das Gesamtjahr zu machen und diese mit ihren Vorgesetzten sowie ihren Vertreterinnen und Vertretern abzustimmen. Bitte beachten Sie dabei auch, dass noch vorhandene Urlaubsansprüche aus 2019 bis zum 30. September 2020 in Anspruch zu nehmen sind. Beschäftigte, die in Bereichen tätig sind, für die eine Gleitzeitvereinbarung besteht, achten bitte auch darauf, ihre Mehrarbeitsstunden bis zum 30.06.2020 abzubauen. 

Mit Rundmail vom 16. März 2020 hatte ich Sie bereits über die geltenden Regeln für das Home Office informiert. Diese möchte ich an dieser Stelle nochmals unterstreichen: Wo immer dies möglich ist, d. h. die Aufgaben es erlauben, sind die Führungskräfte aufgefordert, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit einzuräumen, vermehrt im Home Office zu arbeiten. Das Home Office kann aufgrund der besonderen Situation bilateral mit der oder dem Vorgesetzten vereinbart werden und bedarf bis auf weiteres keiner Genehmigung durch die Personalabteilung. Die Genehmigung durch die Vorgesetzten ist jederzeit widerrufbar. 

Zu beachten ist ferner, dass die Beschäftigten im Home Office erreichbar sein müssen. Die geleisteten Arbeitsstunden dokumentieren die Beschäftigten in geeigneter Form (Arbeitszeitblatt) gegenüber ihren Vorgesetzten. Um die Funktionsfähigkeit der Universität prinzipiell zu erhalten, ist trotz allem ein gewisses Mindestmaß an Präsenz vor Ort erforderlich. Dies betrifft insbesondere Infrastruktureinrichtungen wie die Verwaltung, die Tierhaltungen, das ZDV aber auch die Dekanate sowie die Leitung von zentralen wissenschaftlichen Einrichtungen und allen weiteren hierfür erforderlichen Bereichen. Personen mit Führungsverantwortung in den genannten Bereichen sind aufgefordert, geeignete Schritte zu unternehmen, um die Funktionsfähigkeit ihrer Bereiche sicherzustellen. 

Alle Informationen für Beschäftigte – auch zur Frage, unter welchen Bedingungen jemand unter Quarantäne gestellt wird – finden Sie immer auf unserer Corona-Webseite: https://uni-tuebingen.de/de/174702

Die vergangenen Tage haben gezeigt, dass die Universität Tübingen in der Lage ist, angesichts einer Krise enorme Kräfte zu mobilisieren. Außerordentlich beeindruckt hat mich die Tatsache, dass sich innerhalb von gut einer Woche rund 1.000 Tübinger Medizinstudierende für den Noteinsatz in Kliniken gemeldet haben. Auch auf den Aufruf der Landesregierung an die Beschäftigten, sich für eine Abordnung an die staatliche Gesundheitsverwaltung zu melden, gab es trotz einer überaus kurzen Frist, eine breite Resonanz. Die hier sichtbar gewordene Hilfsbereitschaft und den Willen, auch mit größten Schwierigkeiten fertig zu werden, müssen wir erhalten, wenn wir gemeinsam dieser Krise standhalten wollen.
 
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Bernd Engler
(Rektor)  

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