Uni-Tübingen

16.03.2020

Schließung von Schulen und Kita-Einrichtungen

Hinweise für Beschäftigte

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Kolleginnen und Kollegen,

Die baden-württembergische Landesregierung hat in den vergangenen Tagen weitreichende Maßnahmen beschlossen, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Unter anderem hat die Landesregierung beschlossen ab Dienstag, 17.03.2020, die Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen im Land zu schließen. Auch eine Schließung weiter Teile der Universität müssen wir in Erwägung ziehen, so dass wir alle Verantwortlichen bitten, für ihre jeweiligen Arbeitsbereiche Notfallszenarien zu entwickeln. Die Entscheidung über eine weitgehende Schließung kann dabei durchaus kurzfristig erfolgen. 

Der Universitätsleitung ist bewusst, dass durch die Schließung der Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen für viele Beschäftigte erhebliche Probleme im Alltag entstehen. Zugleich ist das Rektorat gehalten, die Funktionsfähigkeit der Universität prinzipiell aufrecht zu erhalten. Die nachfolgenden Regelungen dienen folglich dazu, die zum jetzigen Zeitpunkt  bestehenden Herausforderungen zu bewältigen und sind zunächst befristet bis zum 19.04.2020. 

Von Dienstreisen ins Ausland ist mit sofortiger Wirkung abzusehen. Bereits ausgesprochene Genehmigungen für künftige Dienstreisen werden zurückgenommen.  

Noch vor einer eventuellen Schließung ist die Universität gehalten, verstärkt auf Formen des digitalen Arbeitens zu setzen. Damit wollen wir unseren notwendigen Beitrag leisten, um Ansteckungsketten nicht entstehen zu lassen oder sie zu unterbrechen, Beschäftigte aus Risikogruppen zu schützen sowie Eltern die Chance zu geben, Arbeit und Kinderbetreuung trotz schwieriger Rahmenbedingungen miteinander zu vereinbaren. Die Universität Tübingen verfügt über verschiedene Werkzeuge, die das digitale Arbeiten auch von zuhause aus möglich machen. Bitte informieren Sie sich umgehend über vorhandene technische Möglichkeiten auf den Webseiten des ZDV: https://uni-tuebingen.de/de/612    

Wo immer dies möglich ist, d. h. die Aufgaben es erlauben, sind die Führungskräfte ab sofort aufgefordert, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit einzuräumen, vermehrt im Home Office zu arbeiten. Das Home Office kann aufgrund der besonderen Situation bilateral mit der oder dem Vorgesetzten vereinbart werden und bedarf bis auf weiteres keiner Genehmigung durch die Personalabteilung. Die Genehmigung durch die Vorgesetzten ist jederzeit widerrufbar. 

Zu beachten ist ferner, dass die Beschäftigten im Home Office erreichbar sein müssen. Die geleisteten Arbeitsstunden dokumentieren die Beschäftigten in geeigneter Form (Arbeitszeitblatt) gegenüber ihren Vorgesetzten. 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zu einer vom Robert-Koch-Institut (RKI) definierten Risikogruppe zählen, sollen ab sofort nur im Home Office beschäftigt werden. Sollte dies nicht möglich sein, sind vorrangig Über- bzw. Mehrarbeitsstunden abzubauen, bevor eine Freistellung greift. Die Informationsseite des RKI zu den Risikogruppen finden sie hier: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogruppen.html  

Für tariflich Beschäftigte über § 29 Abs. 3 Satz 1 TV-L hinaus in entsprechender Anwendung des § 29 Arbeits- und Urlaubsverordnung (AzUVO) und für Beamtinnen und Beamte direkt kann zunächst Dienstbefreiung an bis zu fünf Tagen in dringenden Fällen unter Fortzahlung des Entgelts Arbeitsbefreiung gewährt werden. Dies gilt in der gegebenen Situation für Beschäftigte mit Kindern unter 12 Jahren und für Kinder mit Behinderung, die auf Hilfe angewiesen sind.

Die derzeitige Situation kann als dringender Fall eingestuft werden. Ein formloser Antrag an die Personalabteilung (E-Mail an die jeweilige Sachbearbeitung oder an personalspam prevention@uni-tuebingen.de reicht angesichts der Sachlage aus) ist dennoch erforderlich, wenn Beschäftigte wegen notwendiger Kinderbetreuung davon Gebrauch machen wollen. Der Antrag muss eine nähere Begründung zur Notwendigkeit der Betreuung und dem Alter der Kinder enthalten. 

Im Übrigen kann hierfür auch Erholungsurlaub oder Zeitguthaben eingesetzt oder auch unbezahlter Urlaub genommen werden.

Sollte das Kind eines bzw. einer gesetzlich Versicherten selbst erkrankt sein, hat ein Elternteil pro Kalenderjahr den Anspruch auf zehn Tage Beurlaubung und kann „Kinderkrankengeld“ für diese Zeit erhalten. Für privat Versicherte gilt in diesem Fall der tarifliche Anspruch auf Freistellung von vier Tagen. Hierzu benötigen wir eine entsprechende ärztliche Bescheinigung.

Um die Funktionsfähigkeit der Universität prinzipiell zu erhalten, ist trotz allem ein gewisses Mindestmaß an Präsenz vor Ort erforderlich. Dies betrifft insbesondere die Infrastruktureinrichtungen wie die Verwaltung, die Tierhaltungen, ZDV aber auch die Dekanate sowie die Leitung von zentralen wissenschaftlichen Einrichtungen und allen weiteren hierfür erforderlichen Bereichen. Personen mit Führungsverantwortung in den genannten Bereichen sind aufgefordert, geeignete Schritte zu unternehmen, um die Funktionsfähigkeit ihrer Bereiche sicherzustellen. 
Die beschriebenen Maßnahmen sind mit dem Personalrat der Universität abgestimmt. 

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Bernd Engler
(Rektor) 

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