Uni-Tübingen

18.05.2020

Sommersemester 2020 bleibt digital

Rundmail an die Studierenden und Lehrenden aller Fakultäten sowie an alle Beschäftigten

Liebe Studierende, 
liebe Lehrende, 
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

seit mittlerweile vier Wochen läuft das Sommersemester 2020 an der Universität Tübingen weitgehend digital. Die Umstellung von Präsenz- auf Onlinelehre war für viele von Ihnen mit erheblichen Mehrbelastungen verbunden und stellt für alle eine deutliche Umstellung dar. Mir ist bewusst, dass vieles in diesem Sommersemester nicht perfekt läuft. Doch die beispiellose Umstellung auf digitale Formate hat deutlich besser funktioniert, als es vor zwei Monaten selbst große Optimisten vorhergesagt haben. Dies war nur möglich durch außergewöhnliche Anstrengungen aller Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im wissenschaftsunterstützenden Dienst. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle sehr herzlich bedanken!

Was sollten wir für den weiteren Verlauf des Semesters im Blick haben?
Da sich nicht abzeichnet, dass wir die Pandemie in wenigen Wochen überstanden haben und wieder zur Präsenzlehre übergehen können, hat der Senat der Universität am 14. Mai beschlossen, für Planungssicherheit zu sorgen und den Präsenzbetrieb bis zum Ende des Sommersemesters am 30. September auszusetzen. Das heißt, dass alle Lehrveranstaltungen und Prüfungen, soweit irgend möglich, online angeboten werden. Informationen zu möglichen digitalen Prüfungsformaten finden Sie hier: https://www.elp.uni-tuebingen.de/pruefungen 

Für Lehrveranstaltungen und Prüfungen, die zwingend eine Präsenz erfordern, hat die Universität inzwischen vielfach Ausnahmeregelungen und Schutzmaßnahmen erarbeitet. Dort, wo noch keine entsprechenden Regelungen vorliegen, sind diese in Arbeit. Daher der dringende Appell an alle Lehrenden: bitte vergegenwärtigen Sie sich, dass digitale Lehre nicht bedeutet: Präsenzlehre mit anderen Mitteln. Bitte erstellen Sie zumindest Aufzeichnungen. Dies hilft auch denjenigen Lehrenden, die bspw. selbst mit Pflege- und Erziehungsaufgaben besonders beansprucht sind.

Dieser Appell ist vor dem Hintergrund formuliert, dass das digitale Sommersemester 2020 auch die Studierenden vor Herausforderungen stellt. Dies gilt maßgeblich für jene Studierenden, die Kinder haben oder sich neben dem Studium um pflegebedürftige Angehörige kümmern müssen. Auch können nicht alle auf eine technische Infrastruktur zugreifen, die ein Online-Studium problemlos möglich macht. Um zumindest vermeidbaren Schwierigkeiten auszuweichen, möchte ich nochmals auf die Nutzung asynchroner Formate hinweisen. Wer dennoch eventuelle Anwesenheitspflicht nicht wie geplant wahrnehmen kann, soll keine Nachteile haben, wenden Sie sich in diesem Fall an Ihre Studiendekanin oder Ihren Studiendekan.

Da wir dennoch nicht ausschließen können, dass Studierende in dieser Situation gravierende Nachteile erleiden, hat der Senat beschlossen, die Möglichkeit der Beurlaubung für den Zeitraum des Sommersemesters 2020 deutlich zu erweitern. 

Mit der nun beschlossenen Regelung haben alle Studierenden die Möglichkeit, sich unter Angaben von „sonstigen Gründen“ beurlauben zu lassen. Ein entsprechender Antrag ist bis 31. Mai beim Studierendensekretariat zu stellen. Für beurlaubte Studierende besteht keine Pflicht, aber die Möglichkeit, an Prüfungen und digitalen Lehrveranstaltungen teilzunehmen sowie die UB und die Dienste der Rechenzentren zu nutzen. Ich bin überzeugt, dass diese Lösung den Studierenden die größtmögliche Flexibilität gibt und zugleich mögliche Nachteile für diejenigen Studierenden ausgleicht, die aus unterschiedlichsten Gründen Probleme haben, unter den Bedingungen der Corona-Pandemie effizient zu studieren.  

Weiterführende Informationen für Studierende und Lehrende zur Anwesenheitspflicht und zum Datenschutz in Online-Lehrveranstaltungen sowie zu vielen anderen Fragen rund ums Studium haben wir auf der Corona-Infoseite zusammengestellt. Bitte informieren Sie sich hier regelmäßig über den jeweils aktuellen Stand der Dinge: https://uni-tuebingen.de/de/174693

Auch wenn für manche von uns der Herbst noch weit entfernt ist, planen viele Lehrende und Studierende bereits für das kommende Wintersemester.  Die Kultusministerkonferenz hat beschlossen, die Bewerbungsfrist für die mit numerus clausus belegten Studiengänge bis zum 20. August 2020 zu verlängern. Unter diesen Umständen hat das Rektorat der Universität beschlossen, den Start des Wintersemesters auf den 2. November zu verschieben. Enden wird das Wintersemester am 27. Februar 2021. 

Auch wenn der weitere Verlauf der Pandemie momentan völlig unabsehbar ist, sind wir doch gut beraten, auch für das Wintersemester zumindest teilweise mit Online-Formaten zu planen. Insbesondere bei Vorlesungen, die gewöhnlich von mehreren Hundert Studierenden besucht werden, ist es sehr wahrscheinlich, dass auch im Herbst nur digitale Formate möglich sein werden, wenn wir nicht riskieren wollen, dass es auf dem Campus zu einem dramatischen Infektionsgeschehen kommt.  

Die Digitalisierung von Lehrveranstaltungen, die umfangreichen Schutzmaßnahmen auf dem Campus und der Wechsel vieler Beschäftigter ins Homeoffice hat zweifellos zu Beschwernissen geführt und wird weiterhin zu veränderten, teils komplizierteren Abläufen in Studium, Forschung sowie im wissenschaftsunterstützenden Dienst führen. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass wir mit diesen Maßnahmen nicht nur massenhafte Ansteckung, sondern auch Todesfälle an der Universität Tübingen bislang verhindern konnten. 

Bitte helfen Sie mit, dass es so bleibt!

Professor Dr. Bernd Engler
(Rektor)  

Aktuelle Informationen für Beschäftigte finden Sie ebenfalls auf der Homepage der Universität: https://uni-tuebingen.de/de/174702

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