09.06.2026
Jahrestagung des Arbeitskreises Japanische Religionen, 8./9. Mai 2026
Wie jeden Mai tagte auch dieses Jahr der Arbeitskreis Japanische Religionen in den Räumen der Tübinger Japanologie. Das Oberthema dieses Jahr war „Essen in japanischen Religionen“. Die ersten vier Referate analysierten sehr unterschiedliche Einzelaspekte von Essen in japanischem Buddhismus, Christentum und Shintō und verdeutlichten gerade dadurch, dass „Essen“ ein Thema ist, dem in der Forschung zu Religionen bisher viel zu wenig Raum gegeben wird. Nicht nur Zubereitung, Zutaten, Fasten, Opfern und gemeinsames Essen sind religiös geprägt. In seiner Alltäglichkeit gibt Essen auch Hinweise auf andere religionswissenschaftliche Fragen. Tagebücher eines mittelalterlichen Abts, in dem die Gänge der Festessen an hohen Feiertagen erwähnt sind, sind Anhaltspunkte für die politische Situation des Tempels, Kochkurse und Schriften über Zutaten, Zubereitung und Fasten heutiger buddhistischer Geistlicher deuten die Bandbreite aktueller Vorstellungen an, gemeinsame Mahlzeiten nach christlichen Gottesdiensten in kleinen Gemeinden spiegeln die Bedeutung der Gemeinschaft wider und die Essen-zubereitenden Frauen und einfachen Gemeindemitglieder im einen und die männlichen rituellen Spezialisten im anderen Raum weisen auf klare Rollenverteilungen bei lokalen Shintō-Zeremonien hin. Die drei Referate am Samstag widmeten sich völlig anderen Themen aus dem Bereich japanischer Religionen – materielle und performative Gaben an die Gottheiten nach Veranstaltungen zu Kettengedichten und die von buddhistischen Vorstellungen geprägten Abschiedsgedichte hingerichteter Frauen und Mädchen aus dem frühen 17. Jahrhundert – bzw. stellten die wichtigen Dienstleistungen des FID Religionswissenschaft für diesen Forschungsbereich vor.
Obwohl die Tagung hybrid stattfand und auch die Referentin aus Oxford nicht anreisen, sondern nur digital anwesend sein konnte, zeigt doch die auch im Vergleich zu vor-Corona-Jahren weitgehend unveränderte Teilnehmendenzahl, dass gerade der persönliche Austausch mit den Kolleg:innen während der Diskussionen, aber auch in den Pausen, ein zentrales Element dieses Arbeitskreises ist. Ohne die Unterstützung des Unibundes wäre das nicht möglich. Deswegen auch an dieser Stelle ganz herzlichen Dank!
Der Arbeitskreis Japanische Religionen traf sich wie jedes Jahr im Mai in den Räumen der Tübinger Japanologie. Dieses Jahr war das Oberthema „Essen in japanischen Religionen“. Dass die Referate in hybridem Format und in der gewohnten kollegial-entspannten Atmosphäre gehalten und diskutiert werden konnten, verdanken wir der freundlichen Unterstützung durch den Unibund.
PD Dr. Birgit Staemmler