Uni-Tübingen

Was bedeutet eigentlich...

... Nachhaltige Entwicklung?

Die Herausforderungen und Chancen der Nachhaltigen Entwicklung – vom Klimawandel über neue Formen des Wirtschaftens bis hin zu „Unverpackt“ Läden und suffizienten Lebensweisen – sind allgegenwärtig. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen zusammen leben und die Gesellschaft gestalten können, um lebenswerte Verhältnisse für alle heutigen und alle künftigen Menschen zu schaffen. Nachhaltige Entwicklung ist integratives und handlungsorientierendes Konzept. Es geht zurück auf den Brundtland-Bericht „Our common future“ der Vereinten Nationen aus dem Jahr 1987. Dort wird Nachhaltige Entwicklung so verstanden, dass die Versorgung der jetzigen Generationen nicht die Erfüllung der Bedürfnisse zukünftiger Generationen beeinträchtigt (World Commission 1987: 37). Dabei wird explizit ein ethisches Prinzip formuliert, nämlich das der sowohl intragenerationellen auch intergenerationellen Gerechtigkeit. Das bedeutet eine Verantwortungsübernahme gegenüber zukünftigen Generationen und die Orientierung an den Bedürfnissen der Ärmsten im Sinne einer globalen Gerechtigkeit unter Berücksichtigung der Planetaren Grenzen, also der Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen. Mit der „Agenda 21“ der Konferenz zu Umwelt und Entwicklung Rio 1992 wurde Nachhaltige Entwicklung erstmals als globales internationales Leitbild anerkannt. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Nachhaltigen Entwicklung ist die Verabschiedung der 17 Ziele für eine Globale Nachhaltige Entwicklung, der Sustainable Development Goals (SDGs) im Jahr 2015. Dahinter steht der Gedanke, dass nur mit gemeinsamen Anstrengungen globale Herausforderungen wie Klimawandel, Verlust der biologischen Vielfalt, Boden- und Meeresverschmutzung, Armut und wachsenden sozialen Ungleichheiten begegnet werden können. 

Hochschulen, gerade auch Universitäten, leisten einen zentralen Beitrag auf dem Weg in eine NE: Sie erforschen Problemlagen und Lösungsmöglichkeiten und sie bilden künftige Expert*innen und Führungskräfte aus. Und Hochschulen können selbst Vorreiter für NE werden: der Whole-Institution-Approach bedeutet in Bezug auf Hochschulen, die gesamte Einrichtung mit all ihren Handlungsfeldern in den Blick zu nehmen. Für Hochschulen sind dies die Handlungsbereiche Governance, Transfer, Forschung, Lehre, Betrieb und Nachhaltigkeitsberichterstattung (siehe dazu die Ergebnisse und Leitfäden des Projekts HOCH-N). Ziel ist es, Wissen, Erfahrungen und Kompetenzen in diesen Handlungsfeldern sichtbar zu machen und zu fördern und dabei die Akteur*innen miteinander zu vernetzen, um auf gesamtuniversitärer Ebene Nachhaltige Entwicklung voranzubringen (vgl. Schopp et al. 2020). An der Universität Tübingen bildet das Kompetenzzentrum für Nachhaltige Entwicklung (KNE) die Schnittstelle, um Engagement für Nachhaltige Entwicklung in den verschiedenen Handlungsfeldern der Universität zu fördern und zu vernetzen.