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		<title>Aktuelles aus der Forschung</title><link>https://uni-tuebingen.de/zh/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/</link><description>Der RSS Feed der Universität Tübingen</description><language>en-EN</language><copyright>Universität Tübingen</copyright><pubDate>Wed, 10 Jun 2026 08:35:46 +0200</pubDate><lastBuildDate>Wed, 10 Jun 2026 08:35:46 +0200</lastBuildDate><item><guid isPermaLink="false">news-132066</guid><pubDate>Wed, 27 May 2026 12:27:20 +0200</pubDate><title>Geosymposium und Quenstedt-Jahresfeier 2026 am 3. Juli 2026</title><link>https://uni-tuebingen.de/zh/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/article/geosymposium-und-quenstedt-jahresfeier-2026-am-3-juli-2026/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Herzliche Einladung zum Geosymposium und zur Quenstedt-Jahresfeier am Freitag, 3. Juli 2026, 14:00 Uhr</p><p><a href="https://uni-tuebingen.de/securedl/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE3ODEwNzMzNDYsImV4cCI6MTc4MTE2MzM0NiwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW4vVW5pX1R1ZWJpbmdlbi9GYWt1bHRhZXRlbi9NYXROYXQvRmFjaGJlcmVpY2hlL0dlb3dpc3NlbnNjaGFmdGVuL0FrdHVlbGxlcy9Eb2t1bWVudGUvUHJvZ3JhbW1fR2Vvc3ltcG9zaXVtX1F1ZW5zdGVkdF9KYWhyZXNmZWllcl8yMDI2LnBkZiIsInBhZ2UiOjkzNTExfQ.plcBpHcHu9iFaXwAtrOzmNBuxSxcFky5ZG_Otsvu0Oc/Programm_Geosymposium_Quenstedt_Jahresfeier_2026.pdf">Programm</a></p>]]></content:encoded><category>Termine allgemein</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-130710</guid><pubDate>Thu, 23 Apr 2026 10:36:32 +0200</pubDate><title>Von den Pampas bis Patagonien: DNA enthüllt Südamerikas Menschheitsgeschichte</title><link>https://uni-tuebingen.de/zh/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=130710&amp;cHash=e6e86cc318d9f471594c24262b27a2a7</link><description>Team der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Universität Tübingen: Migration im Holozän prägte kulturelle Vielfalt im Südkegel</description><content:encoded><![CDATA[<p>Eine neue genetische Untersuchung zeigt, dass die kulturelle Vielfalt im sogenannten Südkegel – dem annähernd dreieckigen südlichsten Teil Südamerikas – stark durch weitreichende menschliche Migration geprägt wurde. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Senckenberg <span lang="en" dir="ltr">Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment </span>an der Universität Tübingen und unter Beteiligung mehrerer Institutionen in Südamerika analysierte das Erbgut von 52 indigenen Individuen, die in den vergangenen 6.000 Jahren in den Pampas, in Nordwest-Patagonien, im Paraná-Delta sowie im östlichen Tiefland Uruguays lebten. Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass mindestens drei genetisch unterschiedliche Bevölkerungsgruppen im mittleren Holozän in den Pampas koexistierten. Die nun im Fachjournal <i>Current Biology</i> veröffentlichte Studie verdeutlicht, dass großräumige Migrationen ein zentraler Faktor für die genetische und kulturelle Vielfalt im südlichen Südamerika sind.</p><p>Die europäische Kolonialisierung hat die heutigen Staaten Südamerikas kulturell tiefgreifend geprägt. Die Vielfalt indigener Sprachen, Religionen, Weltbilder und politischer Strukturen wurde dabei in weiten Teilen durch europäische Institutionen und Ordnungssysteme ersetzt. „Dies ging einher mit einer massiven Verdrängung der indigenen Bevölkerung, deren genetische Vielfalt bis heute stark reduziert ist“, erläutert Professor Cosimo Posth vom Senckenberg <span lang="en" dir="ltr">Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment </span>an der Universität Tübingen (SHEP) und fährt fort: „In den letzten Jahren haben Studien zu alten Genomen amerikanischer Ureinwohner unser Bild davon, wie Südamerika einst besiedelt wurde, deutlich geschärft. Eine Region, die bisher aber weniger genetisch untersucht wurde, ist der Südkegel, die am weitesten südlich gelegene Region des Kontinents, die von Menschen besiedelt wurde.“</p><p>Gemeinsam mit der Erstautorin der neuen Studie, der SHEP-Doktorandin Kim-Louise Krettek, und einem internationalen Forschungsteam konnte Posth nun anhand von genetischen Daten wichtige zeitliche und räumliche Lücken zur Besiedlung des Südkegels schließen. Hierfür sammelten die Tübinger Forschenden genetische Daten von 52 indigenen Individuen aus 31 Fundstellen in vier Regionen des Südkegels. „Die von uns untersuchten fossilen Überreste stammen aus dem mittleren und späten Holozän der zentralen und südlichen Pampas, Nordwest-Patagoniens, dem Paraná- und Uruguay-Delta sowie den östlichen Tiefländern Uruguays und sind zwischen 6.000 und 150 Jahre alt“, erklärt Krettek.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-129969</guid><pubDate>Tue, 07 Apr 2026 11:25:03 +0200</pubDate><title>Steinzeitlicher Steinbruch: Bereits vor 220.000 Jahren bauten Menschen in Südafrika gezielt Rohstoffe ab</title><link>https://uni-tuebingen.de/zh/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=129969&amp;cHash=4736afda4dcd477849e531da336b59ff</link><description>Internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Tübingen weist langfristige Nutzung einer Rohstoffquelle im altsteinzeitlichen Südafrika nach</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bereits vor 220.000 Jahren bauten Menschen Steine für ihre Werkzeuge an Orten ab, die sie eigens dafür aufsuchten – deutlich früher als bisher angenommen. Das konnte ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Tübingen an der Fundstelle Jojosi in Südafrika nachweisen und widerlegt damit das vorherrschende Paradigma, nach dem Jäger‑ und Sammlergruppen während der Altsteinzeit das Material für Steinwerkzeuge beiläufig bei anderen Aktivitäten sammelten. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift <i>Nature Communications.</i></p><p>„Wir fanden in Jojosi zahlreiche Spuren des Hornfelsabbaus: Blöcke, die auf ihre Qualität hin angeschlagen wurden, Abschläge verschiedener Größe, tausende millimetergroße Produktionsabfälle und Hammersteine“, sagt Dr. Manuel Will aus der Abteilung für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie der Universität Tübingen. Hornfels ist ein feinkörniges Gestein, das in der Steinzeit zur Herstellung von Werkzeugen verwendet wurde. „Die Menschen bearbeiteten hier vor Ort Felsblöcke und schlugen so lange Material ab, bis sie aus dem Stein die gewünschten Formen gewonnen hatten – wahrscheinlich, um daraus später Werkzeuge herzustellen.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-129735</guid><pubDate>Thu, 26 Mar 2026 15:40:23 +0100</pubDate><title>Veränderte Vegetation auf aufgetautem Permafrostboden verstärkt die Emission von Treibhausgasen</title><link>https://uni-tuebingen.de/zh/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=129735&amp;cHash=5bbb5d3b90c6241cc9ee52b58d64169f</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen untersucht, wie sich der wechselnde Pflanzenbewuchs im auftauenden Torfmoor Nordschwedens auf die Treibhausgasbilanz auswirkt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Auf dem auftauenden Permafrostboden in der Arktis ändert sich die Zusammensetzung der dort wachsenden Pflanzengemeinschaften: Gräser können langsam wachsende Sträucher verdrängen. Zwar binden diese Gräser mehr Kohlendioxid als die vorherigen Pflanzengemeinschaften, im Jahresverlauf führen sie allerdings zu deutlich mehr Methanemissionen – das ist ein Treibhausgas, das den globalen Temperaturanstieg vielfach stärker als Kohlendioxid vorantreibt. Ein Forschungsteam der Universität Tübingen untersuchte dieses Beziehungssystem zwischen den Pflanzen und den feuchten bis nassen Böden. Ziel war es, den Einfluss der Pflanzen auf die Freisetzung von Treibhausgasen unter wechselnden jahreszeitlichen Bedingungen im auftauenden Permafrost-Torfmoor von Stordalen nahe Abisko in Schweden zu quantifizieren. Professorin Marie Muehe von der Universität Tübingen und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig und Professor Andreas Kappler von der Universität Tübingen leiteten die Untersuchungen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift <i><span lang="en" dir="ltr">Global Change Biology </span></i>veröffentlicht.</p><p>„Die typischen Torfhügel des Moors von Stordalen sind vergleichsweise trocken. Sie liegen auf dem Permafrost auf, so dass das Wasser über der unterliegenden Eisschicht abfließen kann. Beim Auftauen der Bodeneisschicht wird dieser Abfluss gestört. Aus den Torfhügeln werden feuchte Moore und schließlich nasse Marschen“, beschreibt Muehe die längerfristige Entwicklung. Wenn es nasser wird, gedeihen die an die Dauerfrostbedingungen angepassten langsam wachsenden Sträucher wie Rosmarinheide oder Zwerg-Birke nicht mehr. Es siedeln sich Torfmoose an, die schließlich beim weiteren Auftauen des Bodeneises und entstehender Staunässe von deutlich schneller und höher wachsenden Gräsern wie Wollgräsern und Seggen abgelöst werden.</p><p>Grüne Pflanzen binden bei der Fotosynthese das Treibhausgas Kohlendioxid und wandeln es in Stoffe um, die dem eigenen Wachstum dienen. „Einen Teil der Stoffe wie zum Beispiel Zucker und Aminosäuren geben die Pflanzen natürlicherweise über ihre Wurzeln in den Boden ab, um für ihr Wachstum günstige Mikroorganismen anzusiedeln“, erklärt Marie Mollenkopf, Doktorandin in Muehes und Kapplers Arbeitsgruppe und Erstautorin der Studie. Welche Mikroben sich im Wurzelbereich der Pflanzen vermehren, hänge von zahlreichen Bedingungen wie den verfügbaren Nährstoffen oder auch der Anwesenheit von Sauerstoff ab. „Dabei entstehen auch Nahrungsketten, bei denen die einen Mikroben direkt die ausgeschiedenen Stoffe der Pflanze nutzen, andere verwerten deren Ausscheidungsprodukte weiter. In unterschiedlichem Ausmaß werden schließlich auch die Treibhausgase Kohlendioxid und Methan freigesetzt“, sagt Mollenkopf.</p><h2>Vom Torfhügel zu den Marschen</h2><p>In der Studie erfasste das Forschungsteam den Stoffumsatz im Wurzelbereich der verschiedenen Pflanzengemeinschaften systematisch und quantitativ im Freiland des Stordalen-Moors. Über eine Wachstumssaison hinweg maßen die Forscherinnen und Forscher zu definierten Zeitpunkten die natürlichen Wurzelausscheidungen der Pflanzen und die entstehenden Treibhausgase. Zahlreiche Umgebungsbedingungen zur Bodenchemie gingen in die Messungen ein. Sie verglichen dabei die Daten aus den drei Auftauzuständen in den ursprünglichen Torfhügeln, im Moor und in den Marschen.</p><p>„Unsere Ergebnisse zeigen, dass hauptsächlich die Gräser in den aufgetauten Mooren und Marschen die saisonale Dynamik der Stoffumsätze und Treibhausgasemissionen antreiben. Mit dem weiteren Auftauen können sie mehr Kohlenstoff freisetzen und fördern zudem aktiv die Methanemission“, sagt Mollenkopf. Früh im Sommer und auch noch im Hochsommer, von Juni bis August, speicherten die Gräser über ihre Fotosyntheseaktivität zwar umfangreiche Mengen an Kohlendioxid, sehr viel mehr als Torfmoose oder Sträucher. „Doch mit dem Fortschreiten der Wachstumssaison nahmen die Me-thanemissionen bei den Gräsern zu, am höchsten waren die Werte in der Regel im Spätsommer. Ins-gesamt übertrafen sie die positiven Effekte der Kohlendioxidspeicherung bei Weitem. Zudem gaben sie im Herbst durch reduzierte Fotosyntheseaktivität und absterbendes Pflanzenmaterial auch CO2 ab und erhöhten die Treibhausgasemissionen dann neunfach“, sagt Muehe. „Permafrostböden werden typischerweise beim Auftauen zur Kohlenstoffquelle, wobei Gräser diesen Kohlenstoffausstoß zum Ende der Wachstumsperiode zusätzlich erhöhen können.“&nbsp;</p><p>„Permafrostböden speichern fast die Hälfte des weltweit im Boden gebundenen Kohlenstoffs. Der Einfluss pflanzenbedingter Prozesse im Jahresverlauf kann dazu beitragen, dass sich auftauende Permafrostgebiete noch stärker und schneller als bisher angenommen von einer Kohlenstoffsenke zu einer Kohlenstoffquelle verwandeln. Globale Klimamodelle müssen den Permafrost selbst, aber besonders auch die pflanzliche Aktivität auf ihm berücksichtigen“, sagt Marie Mollenkopf.</p><p>„Die Ergebnisse aus Stordalen machen deutlich, dass wir den Klimawandel nur verstehen und wirksam begrenzen können, wenn wir die Prozesse in empfindlichen Ökosystemen wie den Permafrostgebieten genau kennen. Forschende der Universität Tübingen leisten hier einen wichtigen Beitrag, um die Rolle der Böden im globalen Kohlenstoffkreislauf besser abzuschätzen. Dieses Wissen ist eine wesentliche Grundlage für verantwortungsvolle Klima- und Umweltpolitik“, sagt Professorin Dr. Karla Pollman, Rektorin der Universität Tübingen.</p><h2>Weitere Information:</h2><p>Diese Studie entstand im Rahmen des Exzellenzclusters EXC 3121: TERRA – Wechselwirkungen zwischen Geo- und Biosphäre in einer Welt im Wandel.</p><h2>Publikation:</h2><p>Marie Mollenkopf, Katja Lenge, Sören Drabesch, Sylvain Monteux, Sigrid van Grinsven, Prachi Joshi, Ellen Dorrepaal, Birgit Wild, Andreas Kappler, E. Marie Muehe: Graminoids increase greenhouse gas emissions from thawed permafrost at the end of the growing season. <i>Global Change Biology,</i><a href="https://doi.org/10.1111/gcb.70783" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1111/gcb.70783</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-129633</guid><pubDate>Tue, 24 Mar 2026 12:57:53 +0100</pubDate><title>Späte Neandertaler in Europa gehen auf eine einzelne Gruppe zurück</title><link>https://uni-tuebingen.de/zh/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=129633&amp;cHash=1721609339febb9da5a8ecbf8dede439</link><description>Internationales Team unter Leitung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Universität Tübingen zeigt große Umbrüche in der genetischen Geschichte dieser Menschen auf</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die letzten Neandertaler in Europa teilten einen weitgehend einheitlichen Genpool, und es gab einen umfassenden Umbruch in ihrer Bevölkerung vor ihrem endgültigen Verschwinden vor rund 40.000 Jahren. Das ergab eine Studie, in der neue DNA-Daten untersucht und mit archäologischen Nachweisen kombiniert wurde. In der Studie zeichnete ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Professor Cosimo Posth vom Senckenberg <span lang="en" dir="ltr">Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> an der Universität Tübingen die dramatische genetische Geschichte der europäischen Neandertaler nach. Hinweise darauf, dass die weitverbreiteten früheren Neandertalerpopulationen in Europa weitgehend verschwunden waren, existierten bereits. Die neue Studie ergab, dass eine lokale Gruppe die rauen Bedingungen des Eiszeitklimas vor rund 75.000 Jahren durch Rückzug in ein Refugium im heutigen Südwestfrankreich überlebt hatte – und dass die Nachkommen dieser Überlebenden sich nach 65.000 Jahren vor heute über Europa ausbreiteten. Genetisch gesehen stammten fast alle späten Neandertaler von dieser einen Linie ab.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-128955</guid><pubDate>Fri, 06 Mar 2026 17:20:21 +0100</pubDate><title>Mit Radar durch das Eis: Expedition untersucht Schneeakkumulation in der Ostantarktis</title><link>https://uni-tuebingen.de/zh/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=128955&amp;cHash=a3cb04e594488736e149ff306b65ad11</link><description>Tübinger Forscherin untersucht die Schneeakkumulation in der Ostantarktis. Die weit entfernten Änderungen können Auswirkungen auf unseren Meeresspiegel vor Ort haben.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Nach drei intensiven Monaten auf dem Ostantarktischen Plateau ist unsere Kollegin Dr. Alexandra Zuhr aus der Arbeitsgruppe <a href="/zh/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/arbeitsgruppen/geo-und-umweltnaturwissenschaften/geo-und-umweltnaturwissenschaften/oberflaechennahe-geophysik/geophysik/">Geophysik</a> der Universität Tübingen erfolgreich von der ANT-Land2025/26-Expedition zurückgekehrt. Sie verließ Deutschland Ende Oktober und kehrte Ende Januar zurück. Weihnachten und Silvester verbrachte sie in der weißen Wüste. Umgeben von Eis, Pinguinen und endlosen weißen Horizonten sammelte sie wertvolle Messdaten zur Oberflächenmassenbilanz, einem Schlüsselparameter zum Verständnis des antarktischen Klimasystems und seiner Bedeutung für den globalen Meeresspiegelanstieg.</p><p>Ein zentraler Schwerpunkt ihrer Feldarbeit war ihr von der DFG gefördertes Projekt SAMBA (Surface Mass Balance in Dronning Maud Land, Antarctica). Das Projekt untersucht, wie sich die Schneeakkumulation im Gebiet um die Kohnen-Station im westlichen Dronning Maud Land auf dem Ostantarktischen Plateau in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Diese Forschung ist von globaler Bedeutung, da das Plateau enorme Mengen an Süßwasser speichert, die den globalen Meeresspiegel beeinflussen. Mithilfe flugzeuggestützter Radartechniken nutzt SAMBA das Eis als Klimaarchiv.</p><p>Die Crew bestand aus der Flugzeugbesatzung, zwei Piloten und einer Technikerin, sowie zwei Ingenieuren des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven. Die AWI-Ingenieure installierten spezialisierte Messinstrumente im Flugzeug und unterstützten die Datenerhebung während der Flüge, während die Crew präzise Messbedingungen sicherstellte, wie z.B. konstante Geschwindigkeit und geringe Flughöhe. Während der Kampagne absolvierte das Team mit dem Forschungsflugzeug Polar 6 mehr als 4.000 Kilometer Messflüge zwischen der Neumayer-III-Station, der Kohnen-Station und weiter landeinwärts über das Plateau. Das eingesetzte Ultra-Breitband-Mikrowellenradarsystem ermöglicht eine detaillierte Kartierung der oberflächennahen Stratigraphie in den oberen 30 Metern des Eisschildes. Die Radardaten zeigen, ähnlich wie ein Röntgenbild, die internen Schichten im Eis. Diese Schichten können datiert werden und liefern dann Informationen, in welchem Zeitraum es wie viel Schneeakkumulation gab.</p><p>Neben ihrem eigenen Projekt war Alexandra auch an mehreren von Kolleginnen und Kollegen geleiteten Kooperationsprojekten beteiligt. Dazu gehörten Firnkernbohrungen, bodengestützte Radarmessungen mit Schneemobilen sowie manuelle Messungen an Akkumulationsstangen.</p><p>Erste Analysen ihrer Daten deuten auf eine Zunahme des regionalen Schneefalls hin. Dies legt nahe, dass Teile des Ostantarktischen Plateaus derzeit, zumindest vorübergehend, zur Stabilisierung des globalen Meeresspiegelanstiegs beitragen könnten. Die Expedition liefert damit wichtige neue Erkenntnisse aus einer der am wenigsten erforschten Regionen der Erde und trägt wesentlich zu unserem Verständnis der sich wandelnden Rolle der Antarktis im Klimasystem bei.</p>]]></content:encoded><category>Geowissenschaft-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-128868</guid><pubDate>Thu, 05 Mar 2026 09:34:07 +0100</pubDate><title>Was ein landlebendes Krokodil über die Geografie Europas zur Zeit der Dinosaurier verrät</title><link>https://uni-tuebingen.de/zh/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=128868&amp;cHash=6b2a78f02d74b7e887ced4bdc504d7f3</link><description>Team der Universität Tübingen bringt evolutionsgeschichtliche und geologische Erkenntnisse zum Auseinanderbrechen des früheren Superkontinents Pangäa in zeitliche Übereinstimmung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Im heutigen Europa entdeckte Fossilien eines ausgestorbenen Krokodils, das parallel vorkommenden Arten aus Afrika und Südamerika stark ähnelte, galt bisher als Zeuge einer Landverbindung zwischen Europa und Afrika, die noch während der Zeit der Dinosaurier bestand. Eine enge Verwandtschaft der Krokodile spräche für eine gemeinsame Entwicklung und eine späte Trennung Europas von den südlichen Kontinenten. Nun wirft ein Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Márton Rabi aus der Biogeologie der Universität Tübingen gemeinsam mit Máté Szegszárdi und Professor Attila Ősi von der ungarischen Eötvös-Loránd-Universität ein neues Licht auf die zeitlichen Abläufe. Es kommt anhand eines in Ungarn neu entdeckten vollständigeren Exemplars des Krokodils <i>Doratodon carcharidens </i>zu dem Schluss, dass die Übereinstimmungen mit südlichen Arten nicht durch enge Verwandtschaft zustande kamen, sondern durch eine ähnliche Lebensweise geformt wurden. Dadurch steht ein Hauptbeleg für eine späte Landverbindung der Kontinente in Frage. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift <i>Scientific Reports </i>veröffentlicht.</p><p>Der Urkontinent Pangäa umfasste im Perm, vor rund 300 Millionen Jahren, alle Landmassen der Erde. Geologischen Modellen zufolge brach Pangäa vor etwa 200 Millionen Jahren auseinander in das nördliche Laurasia, das Europa, Nordamerika und Asien beinhaltete, und das südliche Gondwana mit allen anderen Landmassen. „Bisher ging man hingegen in der Paläontologie davon aus, dass die europäische Fauna in der Zeit der Dinosaurier größtenteils eine gemeinsame Evolutionsgeschichte sowohl mit Arten in Nordamerika als auch mit denen der südlichen Landmassen des früheren Gondwana, also mit Afrika und Südamerika, hatte“, berichtet Márton Rabi. Dieser Annahme zufolge wäre Europa länger mit Afrika verbunden gewesen, als die geologischen Modelle vorhersagten. „In der Kreidezeit hätten sich die Landtiere frei zwischen den heute getrennten Kontinenten bewegen können“, sagt Rabi.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-128844</guid><pubDate>Wed, 04 Mar 2026 11:30:14 +0100</pubDate><title>Stammt der älteste Vorfahr des Menschen vom Balkan? – Ein neues Fossil schließt eine Lücke</title><link>https://uni-tuebingen.de/zh/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=128844&amp;cHash=a26ebd451ea40e98527a5b543c64c7f9</link><description>Internationales Team unter Beteiligung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und Universität Tübingen findet 7,2 Millionen Jahre alten Oberschenkel von Graecopithecus in Bulgarien</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein neu entdeckter fossiler Oberschenkelknochen aus Bulgarien könnte die Geschichte des menschlichen Ursprungs neu schreiben, wie ein internationales Forschungsteam des Nationalmuseums für Naturgeschichte (Bulgarien), der Aristoteles-Universität Thessaloniki (Griechenland), vom <span lang="en" dir="ltr">Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> an der Universität Tübingen und der Universität Toronto (Kanada) berichtet. Der aufrechte Gang, also das Gehen auf zwei Beinen, gilt seit Langem als grundlegende Schwelle in der menschlichen Evolution und als eines unserer prägendsten Merkmale. Bislang gingen Forscher davon aus, dass die ersten fossilen Menschen aus Afrika stammten und dass sich der aufrechte Gang dort vor etwa sechs Millionen Jahren entwickelt hatte. Der neue Oberschenkelknochen aus der Grabungsstelle Azmaka, nahe der Kleinstadt Chirpan in der Thrakischen Tiefebene, der diese Woche in einem Artikel des Fachjournals <span lang="en" dir="ltr">Palaeodiversity and Palaeoenvironments</span> beschrieben wurde, weist jedoch unverkennbare Merkmale eines Zweibeiners auf, eines menschlichen Vorfahren, der bereits auf seinen Hinterbeinen ging.</p><h2><i>Graecopithecus </i>– ältester Vertreter der menschlichen Linie</h2><p>„Mit einem Alter von 7,2 Millionen Jahren könnte dieser Vorfahr, den wir der Gattung <i>Graecopithecus </i>zuordnen, der älteste bekannte Mensch sein“, sagt Professor David Begun von der Universität Toronto. Der erste Fund eines Exemplars von <i>Graecopithecus</i>, ein Unterkiefer, wurde an einer Fundstelle in der Nähe von Athen entdeckt. Bereits 2017 untersuchte das Forschungsteam diesen Fund und schlussfolgerte, dass die Form der Zahnwurzeln auf einen Vertreter der menschlichen Linie schließen lasse. Doch eine Zweibeinigkeit des Graecopithecus ließ sich aus dem Unterkiefer nicht herleiten. Der neu entdeckte Oberschenkel aus Azmaka ändert nun die Datenlage entscheidend.</p><p>An der bulgarischen Fundstelle Azmaka lebte <i>Graecopithecus</i> an einem Flusslauf in einer Savannenlandschaft, ähnlich denen im heutigen Ostafrika. Der Oberschenkelknochen stammt von einem etwa 24 Kilogramm schweren, wahrscheinlich weiblichen, Individuum. „Eine Reihe von äußeren und inneren morphologischen Merkmalen, wie der verlängerte und aufrecht gerichtete Oberschenkelhals, spezielle Ansatzstellen für die Gesäßmuskulatur oder die Dicke der äußeren Knochenschicht weisen Ähnlichkeiten mit zweibeinigen fossilen Menschenvorläufern und Menschen auf“, sagt Professor Nikolai Spassov vom bulgarischen Nationalmuseum für Naturgeschichte. Hierin unterschieden diese sich von den Oberschenkeln baumbewohnender Affen. „Allerdings bewegte sich <i>Graecopithecus </i>noch nicht in der gleichen Weise wie der moderne Mensch“, setzt der Forscher hinzu. Der Azmaka-Oberschenkel vereine Merkmale von afrikanischen Menschenaffen mit solchen von jüngeren Zweibeinern.&nbsp;</p><p>„<i>Graecopithecus</i> stellt eine Stufe in der menschlichen Evolution zwischen unseren in Bäumen und auf dem Boden lebenden Vorfahren, wie zum Beispiel dem fast zwölf Millionen Jahre alten <i>Danuvius guggenmosi</i> aus der Hammerschmiede im Allgäu, und jüngeren Funden aus Ostafrika dar“, sagt Begun. „Man könnte ihn durchaus als fehlendes Bindeglied bezeichnen.“ <i>Graecopithecus</i> stamme höchstwahrscheinlich von den acht bis neun Millionen Jahre alten balkanisch-anatolischen Menschenaffen wie Ouranopithecus und Anadoluvius ab, die sich wiederum aus Vorfahren in West- und Mitteleuropa entwickelt haben.&nbsp;</p><h2>Klimamotoren der Ausbreitung</h2><p>„Wir wissen, dass großräumige Klimaveränderungen im östlichen Mittelmeerraum und Westasien vor acht bis sechs Millionen Jahren zum periodischen Entstehen ausgedehnter Halbwüsten und Wüsten führten. Diese Entwicklung initiierte mehrere Ausbreitungswellen eurasischer Säugetiere nach Afrika und legte den Grundstein der heutigen Säugetierfauna afrikanischer Savannen“, sagt Professorin Madelaine Böhme vom <span lang="en" dir="ltr">Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> an der Universität Tübingen. Die Studienautoren vermuten daher, dass auch Menschenaffen sich nach Süden ausbreiteten. Ob sich die Vorfahren der Schimpansen, Gorillas und Menschen bereits in Europa getrennt hatten und ob diese Ausbreitungswellen sogar ein Grund für die genetische Isolation ihrer Linien war, muss durch künftige Entdeckungen noch geklärt werden. Möglicherweise breitete sich auch <i>Graecopithecus</i> vom Balkan nach Afrika aus, wo es ab sechs Millionen Jahren vor heute zur Entstehung früher menschlicher Vorfahren wie der Gattung <i>Orrorin</i> kam und später dem <i>Australopithecus afarensis</i>, dessen bekanntester Vertreter der Fund namens Lucy ist.</p><p>Die Arbeiten in Azmaka und an anderen Fundstätten auf dem Balkan werden fortgesetzt, um weitere Exemplare von <i>Graecopithecus</i> zu finden und mehr über die Ökologie und Evolution dieses überraschend frühen Zweibeiners und mögliche menschliche Vorfahren zu erfahren.</p><h2>Publikation:</h2><p>Nikolai Spassov, Dionisios Youlatos, Madelaine Böhme, Ralitsa Bogdanova, Latinka Hristova, David R. Begun: An early form of terrestrial hominine bipedalism in the Late Miocene of Bulgaria. <i>Palaeobiodiversity and Palaeoenvironments</i>, <a href="https://doi.org/10.1007/s12549-025-00691-0" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1007/s12549-025-00691-0</a> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-128736</guid><pubDate>Fri, 27 Feb 2026 17:07:17 +0100</pubDate><title>Prof. Dr. Largus Angenent ist Preisträger des Landesforschungspreis 2026</title><link>https://uni-tuebingen.de/zh/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=128736&amp;cHash=107ae37df0379aee62435e1df43eb510</link><description>Er wird damit für seine Forschung zum Einsatz von nachhaltiger Biotechnologie geehrt.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Prof. Dr. Largus Angenent (Universität Tübingen): Seine Forschung konzentriert sich auf die optimale Nutzung von Bakterien in der Gasfermentation, einer wichtigen Quelle für die saubere Energie der Zukunft. Durch die Analyse der Zusammensetzung und des Zusammenspiels von Mikrobengemeinschaften in verschiedenen Umgebungen, wie beispielsweise in der Luft von Krankenhäusern oder in Fermentierungsanlagen, hat er grundlegende Erkenntnisse gewonnen, die er erfolgreich in Anwendungen umsetzt. So entwickelt und optimiert er in seiner eigenen Firma Mikroben zur Speicherung von Wasserstoff und Kohlendioxid in Form von Methan, was einen wichtigen Schritt zu einer nachhaltigeren Energieversorgung darstellt.</p><p><a href="https://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/landesforschungspreise-2026-nach-tuebingen-mannheim-und-freiburg" target="_blank" rel="noreferrer">Link zur Laudatio des Landesforschungspreises</a></p>]]></content:encoded><category>Geowissenschaft-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-126975</guid><pubDate>Tue, 23 Dec 2025 10:46:23 +0100</pubDate><title>Eine Geschichte von Erde und Feuer: Töpferwerkstatt gibt Einblicke ins Handwerk der Eisenzeit</title><link>https://uni-tuebingen.de/zh/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=126975&amp;cHash=15da189ab5e8e0923f7285b907bef91b</link><description>Entdeckung einer Werkstatt im Dinka-Siedlungskomplex gibt Forschenden der Universität Tübingen und der LMU München Einblicke in die Keramikherstellung im urbanen Kontext vor 3000 Jahren</description><content:encoded><![CDATA[<p>Keramik gehört zu den wichtigsten archäologischen Quellen. Der Herstellungsprozess hat im Vergleich dazu bislang deutlich weniger Beachtung gefunden. Die Ausgrabung einer außergewöhnlich gut erhaltenen Töpferwerkstatt mit zwei Brennöfen im Dinka-Siedlungskomplex eröffnet nun die Möglichkeit, eine gesamte lokale Produktionskette umfassend zu analysieren. Die Arbeiten fanden statt an einer der bedeutendsten archäologischen Stätten in der heutigen Region Kurdistan im Irak. Forschende der Universität Tübingen und der LMU München gewannen dort neue Erkenntnisse zur handwerklichen Produktion der Eisenzeit, vom Rohmaterial Ton über den Ofen bis hin zur fertigen Keramik. Deren Studie wurde im <i>Journal of Archaeological Science veröffentlicht</i>.</p><p>Seit 2015 wird der Dinka-Siedlungskomplex erforscht und zählt inzwischen zu den am umfassendsten ausgegrabenen urbanen Siedlungen der Eisenzeit in der Region. In dieser Ruinenlandschaft ent-deckte das Forschungsteam im Bereich namens Gird-i Bazar die Überreste einer Töpferwerkstatt, die sie auf die Zeit zwischen 1200 und 800 v. Chr. datieren. In dieser Werkstatt wurden zwei Brennöfen sowie Produktionsabfälle und geschichtete Sedimentablagerungen in ihrer ursprünglichen räumlichen Anordnung freigelegt.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-126015</guid><pubDate>Wed, 26 Nov 2025 17:00:00 +0100</pubDate><title>Flugsaurier und Vögel entwickelten auf unterschiedlichen Wegen flugbereite Gehirne</title><link>https://uni-tuebingen.de/zh/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=126015&amp;cHash=bf947ffa4037b093c0630f9ce254ba27</link><description>Internationales Forschungsteam unter der Leitung der Universität Tübingen untersucht die Hirnevolution bei fliegenden Reptilien aus der Zeit der Dinosaurier</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ihre Flugfähigkeit erwarben Flugsaurier und Vögel unabhängig voneinander, das war bereits bekannt. Nun ergab eine neue Studie, dass es auch keine großen Ähnlichkeiten zwischen den Gehirnen der vor rund 215 Millionen bis 66 Millionen Jahren lebenden Flugsaurier und denen heutiger Vögel gibt – wohl aber zu den Gehirnen der Vogelvorfahren, bestimmten Dinosaurierarten, die nicht oder nur eingeschränkt fliegen konnten. Außerdem hatten die Flugsaurier vergleichsweise kleine Gehirne im Verhältnis zu ihrer Körpermasse. Diese Erkenntnis stellt die langjährige Annahme in der Wissenschaft in Frage, dass ein großes Gehirn ähnlich dem der Vögel Voraussetzung für die Fähigkeit zu fliegen sei. Die Studie eines internationalen Teams aus Spezialistinnen und Spezialisten stand unter der Leitung von Dr. Mario Bronzati aus den Geowissenschaften der Universität Tübingen und wurde in der Fachzeitschrift <i><span lang="en" dir="ltr">Current Biology</span></i> veröffentlicht.</p><p>Die Flugfähigkeit entwickelte sich nur dreimal innerhalb der Wirbeltiere: bei Fledertieren, bei Vögeln und bei den ausgestorbenen Flugsauriern. „Die Grundstruktur des Gehirns heutiger Vögel ist klar als Erbe von nicht flugfähigen Dinosaurierverwandten erkennbar“, sagt Professor Lawrence Witmer von der Ohio University, USA, einer der Studienautoren. „Die Hirnstrukturen der Flugsaurier schienen hingegen wie aus dem Nichts entstanden zu sein.“ Diese Tiere waren vor mehr als 215 Millionen Jahren die ersten, die aktiv fliegen konnten, lange vor dem Auftreten der frühesten Vögel. „Erst seit einigen Jahren haben wir Hinweise auf enge Verwandte der Flugsaurier, auf die sogenannten Lagerpetiden, kleine, zweibeinige und wahrscheinlich auf Bäumen lebende Tiere“, berichtet Bronzati. Die bisher bekannten Fossilien der Lagerpetiden hätten dabei geholfen, die Veränderungen im Körperbau der Flugsaurier nachzuvollziehen. „Uns interessierten die Veränderungen in ihrer Gehirnanatomie, die mit der Entwicklung des Fliegens zusammenhängen.“</p><p><strong>Untersuchung zahlreicher Schädel</strong></p><p>In seiner neuen Studie untersuchte das Forschungsteam Schädel von einer ganzen Reihe von Reptilien, von ausgestorbenen landlebenden Reptilien, wie Flugsaurier und Dinosaurier, bis hin zu heutigen Krokodilen und Vögeln. Mithilfe von computertomografischen Scans vermaßen die Forscherinnen und Forscher die inneren Höhlungen, Vertiefungen und Löcher der Schädel, um die Form, Gestalt und Größe der Gehirne dreidimensional zu rekonstruieren. Unter den untersuchten Schädeln war der vollständigste bekannte versteinerte Schädel eines Lagerpetiden der Art Ixalerpeton pelesinensis, der in Südbrasilien gefunden und auf ein Alter von rund 233 Millionen Jahren datiert wurde.</p><p>Die Rekonstruktion ergab, dass die Lagerpetiden, die nächsten Verwandten der Flugsaurier, noch sehr ursprüngliche Reptiliengehirne besaßen, ähnlich dem der frühesten Dinosaurier, die zur gleichen Zeit lebten. „Allerdings hatten sie bereits ein besseres Sehvermögen entwickelt. Ihre für das Sehsystem zuständigen Hirnlappen, das sogenannte Tectum opticum, waren vergrößert und seitlich angeordnet wie bei den Flugsauriern und den Vogelvorfahren“, sagt Bronzati. „Mit dieser Anpassung konnten sich die Lagerpetiden besser in einer baumbestandenen Umgebung zurechtfinden, und sie wird später vermutlich den Flugsauriern bei der Entwicklung des Fliegens geholfen haben.“ Insgesamt sei die Anatomie des Gehirns bei Flugsauriern und den Dinosauriervorfahren der Vögel ähnlich, berichtet der Studienautor Professor Akinobu Watanabe von der New York University von den vergleichenden Analysen. „Bei den heutigen Vögeln sieht sie hingegen anders aus.“</p><p><strong>Schnelle Evolution</strong></p><p>Der Untersuchung zufolge muss sich die Anatomie des Gehirns der Flugsaurier im Maßstab evolutionärer Zeiträume mit der Ausbildung der Flugfähigkeit sehr schnell entwickelt haben, sagt Bronzati. „Dies geschah mindestens 50 Millionen Jahre früher, als sich die Flugfähigkeit in der Abstammungslinie von Dinosauriern zu Vögeln herausbildete.“ Das sei erstaunlich, da Fliegen eine physiologisch anspruchsvolle Art der Fortbewegung sei. „Flugsaurier hatten viel kleinere Gehirne als Vögel, was beweist, dass man zum Fliegen kein großes Gehirn braucht“, setzt der Studienautor Professor Matteo Fabbri von der Johns Hopkins University, USA, hinzu. Eine besondere Eigenschaft des Flugsauriergehirns sei ein vergrößerter Flocculus, das ist eine Struktur des Kleinhirns, die mit der Verarbeitung von Sinnesinformationen zusammenhängt. Diese kamen von den membranbespannten Flügeln und halfen den Tieren, ihre Augen im Flug fest auf ihr Ziel zu richten. „Bei heutigen Vögeln ist hingegen vor allem das Großhirn stark vergrößert, was darauf hindeutet, dass sie über ausgeprägtere kognitive Fähigkeiten verfügen, etwa ein komplexes Sozialleben haben, höhere Fertigkeiten und Intelligenz“, sagt der Forscher.</p><p>„Funde aus Südbrasilien liefern beeindruckende Einblicke in die Ursprünge großer Tiergruppen wie Dinosaurier und Flugsaurier. Jeder neue Fossilfund bringt uns der Vorstellung näher, wie ihre frühen Verwandten aussahen – ein Wissen, das noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar war“, erklärt der Studienautor Dr. Rodrigo T. Müller von der Universidade Federal de Santa Maria in Brasilien. „Die paläontologische Forschung gibt immer wieder faszinierende Einblicke in die Kraft der Evolution. Dazu haben unsere Forscherinnen und Forscher eine breite und tiefe Expertise aufgebaut“, sagte Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen.</p><p><strong>Publikation:</strong></p><p>Mario Bronzati, Akinobu Watanabe, Roger B. J. Benson, Rodrigo T. Müller, Lawrence M. Witmer, Martín D. Ezcurra, Felipe C. Montefeltro, M. Belén von Baczko, Bhart-Anjan S. Bhullar, Julia B. Desojo, Fabien Knoll, Max C. Langer, Stephan Lautenschlager, Michelle R. Stocker, Alan H. Turner, Ingmar Werneburg, Sterling J. Nesbitt, Matteo Fabbri: Neuroanatomical convergence between pterosaurs and non-avian paravians in the evolution of flight. Current Biology, <a href="https://doi.org/10.1016/j.cub.2025.10.086" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.cub.2025.10.086</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-125772</guid><pubDate>Tue, 18 Nov 2025 19:49:50 +0100</pubDate><title>Beate-Mocek-Preis der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft 2025</title><link>https://uni-tuebingen.de/zh/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/article/beate-mocek-preis-der-deutschen-mineralogischen-gesellschaft-2025/</link><description>Für ihre exzellente Forschung zu explosiven Vulkanprozessen erhält Dr. Patricia Marks den Beate-Mocek-Preis – eine wichtige Auszeichnung für den weiblichen Nachwuchs in der Mineralogie.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Im September dieses Jahres wurde Dr. Patricia Marks auf der Geo4Göttingen-Tagung mit dem Beate-Mocek-Preis der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft ausgezeichnet. Mit diesem Preis würdigt die Gesellschaft herausragende wissenschaftliche Leistungen junger Forscherinnen und fördert gezielt den weiblichen Nachwuchs in der Mineralogie, insbesondere in den Bereichen Petrologie und Geochemie.<br>Dr. Patricia Marks hat sich in beeindruckender Weise als exzellente Nachwuchswissenschaftlerin auf dem Gebiet der experimentellen Mineralogie etabliert. Mitte 2025 schloss sie ihre Promotion bei Prof. Dr. Marcus Nowak am Fachbereich Geowissenschaften der Universität Tübingen ab. In ihrer Dissertation widmete sie sich der Erforschung von Entgasungs- und Vesikulationsprozessen in H₂O-haltigen, explosiven vulkanischen Systemen – einem Thema von großer Bedeutung für das Verständnis vulkanischer Aktivität und ihrer globalen Auswirkungen.<br>Ihre Forschungsergebnisse präsentierte sie bereits auf zahlreichen internationalen Konferenzen und Workshops und veröffentlichte sie in renommierten Fachzeitschriften. Darüber hinaus kooperiert sie mit Forschungseinrichtungen wie dem Bayerischen Geoinstitut in Bayreuth und der Sapienza-Universität Rom. Im Fokus dieser Zusammenarbeit standen jüngst die Untersuchungen des Hunga Tonga–Hunga Ha’apai-Ausbruchs von 2022, eines der spektakulärsten vulkanischen Ereignisse der letzten Jahre.<br>Das Preisgeld des Beate-Mocek-Preises wird Dr. Marks nutzen, um an der International Volcanological Field School GEOS 424/624 in Alaska teilzunehmen – einer Exkursion, die nicht nur einzigartige Einblicke in aktive vulkanische Systeme bietet, sondern auch den internationalen wissenschaftlichen Austausch fördert.</p><p>Mit ihren herausragenden Arbeiten trägt Dr. Patricia Marks wesentlich zum Verständnis explosiver Vulkanausbrüche bei – und ist damit eine äußerst würdige Preisträgerin des Beate-Mocek-Preises.</p><p>Link: <a href="https://www.dmg-home.org/1/ehrungen-/-preise/beate-mocek-preis/preistraeger/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=308&amp;cHash=0ca4fc1e55442ac55158d12277646698" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.dmg-home.org/1/ehrungen-/-preise/beate-mocek-preis/preistraeger/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=308&amp;cHash=0ca4fc1e55442ac55158d12277646698</a></p>]]></content:encoded><category>Geowissenschaft-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-125553</guid><pubDate>Thu, 13 Nov 2025 17:29:39 +0100</pubDate><title>Auszeichnung für innovative Forschung zur Eistemperatur</title><link>https://uni-tuebingen.de/zh/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/article/auszeichnung-fuer-innovative-forschung-zur-eistemperatur/</link><description>Leah Sophie Muhle erhält den EGU-OSPP Award 2025 für ihre neuartigen Methoden, Eis-Temperaturprofile in der Antarktis aus Radar- und Machine-Learning-Analysen abzuleiten.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Leah Sophie Muhle from the AG Geophysics (<a href="/zh/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/arbeitsgruppen/geo-und-umweltnaturwissenschaften/geo-und-umweltnaturwissenschaften/oberflaechennahe-geophysik/geophysik/">Link</a>) at GUZ has won the outstanding Student and PhD candidate Presentation (<a href="https://www.egu.eu/awards-medals/ospp-award/2025/" target="_blank" rel="noreferrer">Link</a>) Award 2025 from the European Union of Geosciences. The price was given due to her excellent PICO presentation pertaining to finding a new way of inferring ice temperature profiles from radar observations collected over the Antarctic Ice Sheet. In collaboration with the Machine Learning for Science Cluster of Excellent (Prof. J. Macke, <a href="/zh/forschung/forschungsschwerpunkte/exzellenzcluster-maschinelles-lernen/forschung/forschung/cluster-arbeitsgruppen/professuren/ml-in-der-wissenschaft/">Link</a>) she thereby explores new ways of inferring ice temperature from radio-wave attenuation using simulation based inference. This will provide the sorely needed observational boundary conditions for ice-flow models to better predict the future of the icy continent in a warming world.</p><p>This research will provide the much-needed observational boundary conditions for ice-flow models to better predict the future of the icy continent in a warming world.</p>]]></content:encoded><category>Geowissenschaft-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-123690</guid><pubDate>Wed, 01 Oct 2025 11:00:00 +0200</pubDate><title>300.000 Jahre altes Erbgut: Pferdegeschichte aus Schöningen entschlüsselt</title><link>https://uni-tuebingen.de/zh/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=123690&amp;cHash=757fbf6ed2d8925c4532f85ea59cb87a</link><description>Bislang älteste unter Freiluftbedingungen erhaltene DNA extrahiert</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein Forschungsteam des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen und von der Forschungsstation Schöningen hat erstmals das Erbgut der ausgestorbenen Pferdeart Equus mosbachensis aus der rund 300.000 Jahre alten Fundstelle Schöningen in Niedersachsen rekonstruiert. Aufgrund außergewöhnlich guter Erhaltungsbedingungen konnten die Forschenden damit die bislang älteste DNA aus einem offenen Fundplatz nachweisen. Ihre Analysen zeigen zudem, dass die Schöninger Pferde zu einer Pferdelinie gehören, die als Ursprung aller modernen Pferde gilt. &nbsp;Die Studie ist heute im Fachjournal „Nature Ecology &amp; Evolution“ erschienen.</p><p>Haus- und Wildpferd sowie Esel und Zebra – alle gehören zu der einzigen heute noch existierenden Gattung aus der Familie der Equidae. Doch der Blick in die Vergangenheit zeigt: Im Laufe der Erdgeschichte gab es über 35 verschiedene Gattungen und Hunderte inzwischen ausgestorbener Arten der Pferdeartigen. „Diese Familie gehört zu den am besten erforschten Tiergruppen der Evolutionsgeschichte. Ihre Fossilien lassen sich über einen Zeitraum von rund 55 Millionen Jahren zurückverfolgen“, erläutert Professor Cosimo Posth vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen und fährt fort: „Lange Zeit konzentrierte sich die genetische Forschung vor allem auf Veränderungen durch die Domestizierung der Pferde in der jüngeren Vergangenheit. Doch um die Evolution des Pferdes zu verstehen, muss man auch die Geschichte davor betrachten. Archäologische Funde zeigen beispielsweise, dass Pferde schon für frühe Menschenarten eine zentrale Rolle spielten – insbesondere als Nahrungsquelle.“</p><p>Der Tübinger Wissenschaftler hat gemeinsam mit den Doktorandinnen Arianna Weingarten und Meret Häusler sowie einem Forschungsteam nun erstmals mitochondriale Genome der ausgestorbenen Pferdeart Equus mosbachensis aus der Fundstelle Schöningen in Niedersachsen untersucht. Weingarten, die Erstautorin der Studie, erklärt: „Schöningen ist berühmt für seine Holzspeere, die mit rund 300.000 Jahren die ältesten bekannten vollständigen Jagdwaffen der Welt sind. Direkt neben den Speeren konnten die fossilen Überreste von mindestens 20 erlegten Pferden gefunden werden – ein eindrucksvoller Beleg für die enge Beziehung zwischen Mensch und Pferd, lange vor der eigentlichen Domestizierung. Ziel unserer Untersuchung war es, die Stellung und Herkunft von Equus mosbachensis im Stammbaum der Pferde zu klären und die genetischen Beziehungen zu heutigen Pferden besser zu verstehen.“</p><p>Durch die Analyse besonders gut erhaltener Knochenbereiche der fossilen Tiere, spezielle molekulare Techniken und der Entwicklung neuer bioinformatischer Methoden zur Rekonstruktion von Genomen aus alter DNA, gelang es dem Team, Erbgut zu rekonstruieren, das rund 300.000 Jahre alt ist – der älteste Nachweis von DNA unter offenen Freiluftbedingungen. „Bislang galt, dass sich DNA außerhalb von Höhlen oder Permafrostböden maximal etwa 240.000 Jahre erhält. Die Pferde von Schöningen verschieben diese Grenze nun deutlich“, so Mitautorin Häusler und weiter: „Normalerweise zerfällt DNA unter freiem Himmel rasch, weil Temperaturwechsel und Mikroben das Erbgut zerstören. Doch in Schöningen lagen die Knochen in dauerhaft feuchten, sauerstoffarmen Sedimenten. Diese besondere Umgebung wirkte offenbar als natürlicher Schutz.“</p><p>Im Laufe der Erdgeschichte überquerten die Vorfahren der heutigen Equidae mehrfach die Beringlandbrücke, eine Festlandverbindung zwischen Asien und Nordamerika, und breiteten sich so von Nordamerika nach Eurasien aus. Zwei große Wanderungswellen sind bislang belegt: Die erste, vor etwa 2,6 Millionen Jahren, brachte die Vorfahren der heutigen Zebras und Esel auf den asiatisch-europäischen und afrikanischen Kontinenten. Die zweite, vor rund 900.000 bis 800.000 Jahren, führte die sogenannten „caballinen“ Pferde ein. Im caballinen Stammbaum sind viele Zweige – wie Equus mosbachensis – ausgestorben. Die aktuellen Untersuchungen zeigen jedoch, dass die an der Fundstelle Schöningen sequenzierten Tiere zur gleichen evolutionären Linie gehören wie die bis heute überlebenden Pferde.</p><p>„Mit unserer Studie konnten wir eine zeitliche und geografische Lücke in der Erforschung der Pferdeevolution schließen. Unsere Ergebnisse zeigen zudem, dass selbst in scheinbar ungünstigen Fundumgebungen wie offenen Grabungsplätzen noch erstaunlich alte DNA überdauern und geborgen werden kann. Dies eröffnet die Möglichkeit, unsere Methode auf andere Arten auszuweiten und so die genetische Vielfalt der fernen Vergangenheit aufzudecken“, fasst Posth zusammen.</p><h3>Publikation:&nbsp;</h3><p><a href="https://doi.org/10.1038/s41559-025-02859-5" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41559-025-02859-5</a> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-122697</guid><pubDate>Mon, 25 Aug 2025 10:19:04 +0200</pubDate><title>Düfte der Heimat: Die phönizischen Ölflaschen von Mozia</title><link>https://uni-tuebingen.de/zh/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=122697&amp;cHash=fbd73feaecb4e988c8c74d592e76f894</link><description>Interdisziplinäre Studie unter der Leitung der Universität Tübingen untersucht Rolle von Düften im Mittelmeerraum der Eisenzeit – Neue Einblicke in immaterielle Dimension der Antike</description><content:encoded><![CDATA[<p>Zum ersten Mal hat ein interdisziplinäres Forscherteam eine umfassende Analyse der Herstellung, Technologie und Inhalte von 51 keramischen Ölgefäßen aus der phönizischen Siedlung Mozia auf einer Insel vor der Küste Siziliens durchgeführt. Ihre Ergebnisse zeigen die zentrale Rolle von Düften für die Identitätsbildung, die Erinnerungskultur und den interkulturellen Austausch im Mittelmeerraum der Eisenzeit. Forschenden der Universität Tübingen und der Complutense Universität Madrid leite-ten die Studie. Sie wurde im <i><span lang="en" dir="ltr">Journal of Archaeological Method and Theory</span></i> veröffentlicht.</p><p>Die untersuchten Gefäße – schlichte, kleine Keramikflaschen mit einer Höhe zwischen 15,5 und 18,5 cm – stammen aus dem 8. bis 6. Jahrhundert v. Chr. und wurden in der Regel in Gräbern, Häusern und heiligen Stätten gefunden. „Ihre weite Verbreitung im Mittelmeerraum und darüber hin-aus lässt vermuten, dass diese Gefäße vielfältige Funktionen erfüllten“, sagt Dr. Adriano Orsingher vom Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie der Universidad Complutense de Madrid und dem Institut für Biblische Archäologie der Universität Tübingen. Gemeinsam mit Dr. Silvia Amicone von der Arbeitsgruppe Archäometrie an der Universität Tübingen leitete er die Studie in Zusammenarbeit mit Universitäten in Italien und im Vereinigten Königreich.</p><h3>Herkunft und Inhalt auf der Spur</h3><p>Um die Herkunft der Gefäße zu bestimmen, untersuchte das Team die Zusammensetzung der Keramik. Die Ergebnisse deuten auf einen Herstellungsort im südlichen Phönizien, zwischen dem heutigen Beirut und der Region Karmel, hin. Eine weitere Analyse der in den Gefäßen erhaltenen organischen Rückstände lieferte Aufschluss über deren ursprünglichen Inhalt und Verwendungszweck. In acht der 51 Gefäße wurden organische Rückstände nachgewiesen, darunter Spuren von pflanzlichen Lipiden sowie Kiefernharz und Mastixharz – deutliche Hinweise auf Duftöle.</p><p>„Unsere Forschung bestätigt, dass diese Keramikgefäße zum Transport von aromatischen Ölen verwendet wurden“, sagt Amicone. „Diese Öle waren mehr als nur einfache Handelswaren. Sie fungierten als kulturelle Verbindungsglieder, als Ausdruck der Identität, die die phönizischen Migranten über das Mittelmeer hinweg begleitete. Sie dienten als Instrumente der Erinnerung, trugen den Duft der Heimat in sich und stärkten gemeinsame Praktiken und Geruchserlebnisse unter den verstreuten Gemeinschaften.“</p><p>Der Mittelmeerraum der Eisenzeit war geprägt von intensiver Mobilität, Handel und kultureller Verflechtung. Zu den wichtigsten Akteuren dieser Vernetzung gehörten die Phönizier, die als erfahrene Seefahrer, Händler und Handwerker bekannt waren und weit über ihre Heimat in der Levante hinaus Siedlungen gründeten. Ein wesentlicher Bestandteil der phönizischen Kultur war die Herstellung und Verwendung von aromatischen Substanzen, sowohl für den lokalen Gebrauch als auch für den Export.</p><p>Die Studie regt eine umfassendere Neubewertung der Art und Weise an, wie Migration, Handel und kulturelle Zugehörigkeit in der Antike erlebt wurden. „Wir müssen die Mobilität in der Antike neu überdenken, nicht nur als Bewegung von Menschen und Gütern, sondern auch als Zirkulation von Gerüchen, Erinnerungen und sensorischen Traditionen“, sagt Orsingher. „Duft ist eng mit Identität verbunden. Er spielt eine entscheidende, wenn auch oft übersehene Rolle in Prozessen der Migration, der Besiedlung und des kulturellen Austauschs.“</p><h3>Ein Netzwerk aus Duft und Identität</h3><p>„Unsere Arbeit unterstreicht das Potenzial der interdisziplinären Wissenschaft, auch die immateriellen Dimensionen der Antike zu erschließen“, sagt Amicone. „Durch die Untersuchung des Inhalts dieser Gefäße und ihrer Verwendung gewinnen wir einzigartige Einblicke in die Art und Weise, wie Düfte Leben, Landschaften und Identitäten im antiken Mittelmeerraum miteinander verbanden“, fügt Orsingher hinzu.</p><p>Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen, sagt: „Innovative Forschungsansätze liefern weiterhin überraschende Einblicke in die Vergangenheit. Diese Studie zeigt, wie selbst schwer fassbare Spuren wie antike Düfte durch interdisziplinäre Methoden einen Zugang zur Sinnes- und Kulturwelt der Antike eröffnen.“</p><p>Das Forschungsprojekt (<a href="https://www.gerda-henkel-stiftung.de/projekte?page_id=74895&amp;projects_search_str=Orsingher" target="_blank" rel="noreferrer">AZ 12/V/21</a>) wurde von der Gerda Henkel Stiftung finanziert und unterstützt von der Soprintendenza per i Beni Culturali e Ambientali di Trapani, Sizilien, und der G. Whitaker Stiftung, Palermo.</p><h3>Publikation:&nbsp;</h3><p>Adriano Orsingher, Baptiste Solard, Erika Ribechini, Irene Bertelli, Lara Maritan, Kamal Badre-shany &amp; Silvia Amicone: <span lang="en" dir="ltr">Scents of Home: Phoenician Oil Bottles from Motya. Journal of Archaeo-logical Method and Theory</span> 32 (4) 2025. <a href="https://doi.org/10.1007/s10816-025-09719-3" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1007/s10816-025-09719-3</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-122556</guid><pubDate>Fri, 15 Aug 2025 08:12:35 +0200</pubDate><title>Fossilfund in Syrien: Unbekannte Meeresschildkröte entdeckt</title><link>https://uni-tuebingen.de/zh/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=122556&amp;cHash=cbc05caae7ad0b81d5452ae85e731c6e</link><description>Erste Neubeschreibung einer fossilen Wirbeltierart aus Syrien</description><content:encoded><![CDATA[<p>Nahe der syrischen Stadt Afrin hat ein internationales Forschungsteam, an dem auch Forschende des <span lang="en" dir="ltr">Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> an der Universität Tübingen beteiligt sind, eine bislang unbekannte fossile Meeresschildkröte entdeckt. Die unter der Federführung der Universität in São Paulo neu benannte Art <i>Syriemys lelunensis</i> stammt aus dem frühen Eozän, der Zeit vor etwa 50 Millionen Jahren. Der Fund umfasst einen vollständig erhaltenen inneren Abdruck des Panzers sowie Teile des Bauchpanzers, des Beckens und der Hinterbeine. Die Schildkröte ist die erste Neubeschreibung einer fossilen Wirbeltierart aus Syrien.</p><p>Der ovale, gut erhaltene Panzer der fossilen Meeresschildkröte misst 53 Zentimeter in der Länge und ist 44 Zentimeter breit. „13 Jahre lang lagen die Knochenfragmente aus dem Eozän im Büro der Generaldirektion für Geologie und Mineralressourcen in Aleppo, nachdem sie 2010 bei einer Sprengung im Steinbruch Al-Zarefeh, nahe der Stadt Afrin, geborgen wurden“, erzählt die syrisch-brasilianische Paläontologin und Erstautorin der Studie Wafa Adel Alhalabi von der Universität in São Paulo, Brasilien, und fährt fort: „Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Brasilien, Syrien, Deutschland, dem Libanon und Kanada haben wir das Tier nun wissenschaftlich beschrieben.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-121896</guid><pubDate>Tue, 22 Jul 2025 09:48:14 +0200</pubDate><title>Paul-Crutzen-Preis der GDCh-Fachgruppe Umweltchemie &amp; Ökotoxikologie</title><link>https://uni-tuebingen.de/zh/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/article/paul-crutzen-preis-der-gdch-fachgruppe-umweltchemie-oekotoxikologie/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Fachgruppe Umweltchemie &amp; Ökotoxikologie der Deutschen Gesellschaft für Chemie verleiht seit dem Jahr 2000 einen Preis für eine herausragende wissenschaftliche Publikation des wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Gebiet der Umweltchemie und Ökotoxikologie. Der Preis wurde 2011 nach Paul J. Crutzen benannt, der 1995 für seine Arbeiten zur Erforschung des Ozonlochs mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde. Die Auszeichnung wird in der Regel jährlich vergeben und ist verbunden mit einem Preisgeld und einer einjährigen, kostenlosen Mitgliedschaft in der Fachgruppe.&nbsp;</p><p>In diesem Jahr wurde Dr. Anna Röhnelt für ihre in der Zeitschrift <i>Nature Communications</i> erschienene Publikation <strong>„Glyphosate is a Transformation Product of a Widely Used Aminopolyphosphonate Complexing Agent“</strong> als Preisträgerin ausgewählt. Frau Röhnelt hat Anfang des Jahres 2025 ihre Dissertation mit dem Titel „Manganese-driven Oxidation of Amino(poly)phosphonates – Processes, Product Formation and Quantification“ bei Prof. Stefan Haderlein im Geo- und Umweltforschungszentrum (GUZ) des Fachbereichs Geowissenschaften der Uni Tübingen abgeschlossen. Die Preisverleihung wird im Rahmen der Fachgruppentagung „Umwelt 2025“ am Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau (22.-24. September 2025) stattfinden.</p>]]></content:encoded><category>Geowissenschaft-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-121626</guid><pubDate>Wed, 16 Jul 2025 11:02:48 +0200</pubDate><title>Completion of CRC 1070 “ResourceCultures” – Resources as Cultural Constructs</title><link>https://uni-tuebingen.de/zh/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=121626&amp;cHash=aa4367764e061abe561ce59c48eaed44</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p class="align-justify"><strong>The Collaborative Research Centre (CRC) 1070 “ResourceCultures” </strong>at the University of Tübingen has successfully concluded after twelve years of interdisciplinary research funded by the German Research Foundation (DFG). The project explored how resources are not simply material entities, but culturally defined and embedded in social dynamics across time and space.</p><p class="align-justify">Led by <strong>Prof. Dr. Martin Bartelheim</strong> (Prehistoric Archaeology) and <strong>Prof. Dr. Thomas Scholten</strong> (Soil Science and Geomorphology), the CRC brought together researchers from the humanities, social sciences, and natural sciences to redefine the concept of “resources” and link it to sustainability and cultural values.</p><p class="align-justify">A final interdisciplinary publication summarizes the CRC’s key findings:</p><p class="align-justify">Bartelheim et al. (Eds.): ResourceCultures – How Resources Affect Societies. Reichert Verlag, 2025. ISBN 9783752008685</p><p><span class="ut-icon ut-icon-right-big"></span> Download the full press release <a href="https://uni-tuebingen.de/securedl/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE3ODEwNzMzNDYsImV4cCI6MTc4MTE2MzM0NiwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW4vVW5pX1R1ZWJpbmdlbi9GYWt1bHRhZXRlbi9NYXROYXQvRmFjaGJlcmVpY2hlL0dlb3dpc3NlbnNjaGFmdGVuL0FyYmVpdHNncnVwcGVuL0dlb2dyYXBoaWUvQm9kZW5rdW5kZV9fX0dlb21vcnBob2xvZ2llL0Rva3VtZW50ZS9QaWN0dXJlcy9OZXdzLzIwMjUtMDctMTRfQWJzY2hsdXNzX1NGQlJlc3NvdXJjZW5LdWx0dXJlbi5wZGYiLCJwYWdlIjo5MzUxMX0.OXtBWia_GPHFxjWU78mPdCw_qVReGxhGdhK2mcEtj44/2025-07-14_Abschluss_SFBRessourcenKulturen.pdf" class="cursor-pointer" rel="noopener" data-start="1151" data-end="1207">here</a>.<br><span class="ut-icon ut-icon-right-big"></span> More information: <a href="https://uni-tuebingen.de/de/39724" target="_blank">https://uni-tuebingen.de/de/39724</a></p>]]></content:encoded><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>SoilScienceGeomorphology-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-121458</guid><pubDate>Mon, 14 Jul 2025 10:13:50 +0200</pubDate><title>Was eine Ressource ist, bestimmt die Gesellschaft</title><link>https://uni-tuebingen.de/zh/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=121458&amp;cHash=da9e2bdf666d50deae34d93cf53d07c6</link><description>Fachübergreifendes Forschungsteam der Universität Tübingen erweitert unser Verständnis von Ressourcen und beschreibt sie als kulturell konstruiert – Abschluss eines Sonderforschungsbereichs</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ressourcen werden erschlossen, verbraucht und können knapp sein. Doch was genau ist eigentlich eine Ressource? Als erstes kommen etwa Erdölvorräte oder Edelmetalle in den Sinn. Bei genauerer Betrachtung sind Ressourcen viel schwerer zu fassen: Sie können materiell, aber auch immateriell sein. Sie unterliegen dem Wandel, verlieren ihren Status als unentbehrliches Gut, und neue greifbare oder abstrakte Dinge werden zur Ressource. Rund 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sich im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Sonderforschungsbereichs „RessourcenKulturen“ an der Universität Tübingen in mehr als 20 Teilprojekten in den Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften über zwölf Jahre hinweg intensiv mit Ressourcen auseinandergesetzt. Sprecher und stellvertretender Sprecher des Sonderforschungsbereichs sind Professor Martin Bartelheim aus der Ur- und Frühgeschichte und Professor Thomas Scholten aus der Bodenkunde und Geomorphologie. Gemeinsam mit zahlreichen weiteren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern haben sie das Thema Ressourcen umfassend beleuchtet und aufbereitet, sodass ihre Begriffsklärungen als Grundlage für künftige Forschungsarbeiten dienen können.</p><p>Teilprojekte des Sonderforschungsbereichs „RessourcenKulturen. Soziokulturelle Dynamiken im Umgang mit Ressourcen“ behandelten ein weites Themenspektrum aus der Archäologie, Ethnologie, Geografie, Geschichte, Altphilologie und Wirtschaftsgeschichte. Die Themen der verschiedenen Forschungsgruppen erstreckten sich über große Zeiträume und Distanzen: von der Raumerschließung durch Ressourcennutzung der Neandertaler bis zur prähistorischen Erzförderung auf der iberischen Halbinsel, der Vernichtung von Ressourcen durch die Wikinger bis zur Bedeutung materieller Ressourcen in religiösen Kontexten im modernen Indien.</p><p>Die Forscherinnen und Forscher untersuchten, wie etwas zu einer Ressource für gesellschaftliche Entwicklungen wird und welche sozialen Dynamiken der Bedarf und die Nutzung dieser Ressourcen auslöst. Sie gehen von der Beobachtung aus, dass Gesellschaften in unterschiedlichen Zeiten und Orten ganz eigene Vorstellungen davon entworfen haben, was für ihr Zusammenleben von besonderem Wert ist.</p><h3>Verbindung zum Thema Nachhaltigkeit</h3><p>„Ressourcen sind nicht naturgegeben, sondern Ausdruck kultureller Bewertungen“, sagt Martin Bartelheim. Außer Rohstoffen und Prestigegütern zählten zu Ressourcen auch Wissen oder religiöse Weltvorstellungen. „Ressourcen treten meist in Komplexen auf, also in Kombination mit verschiedenen anderen Mitteln, die für ihre Nutzung nötig sind“, setzt Bartelheim hinzu. „Für die Entstehung von Gesellschaften sind die Auswahl bestimmter Ressourcen und die Vorschriften zum Umgang mit ihnen bedeutsam.“ Die Forscherinnen und Forscher betrachteten die Prozesse, die durch den Umgang mit Ressourcen ausgelöst werden und von Migration, sozialer Mobilität und Wohlstand bis hin zu Kriegen, Eroberungen und Zerstörungen reichen. Ziel war es, Modelle zu entwickeln, die den Zusammenhang von kulturellen Vorstellungen und Werten, materiellen wie immateriellen Ressourcen und sozialen Entwicklungen über lange Zeiträume und große Distanzen sichtbar machen.</p><p>Entscheidend in der Zusammenarbeit im Sonderforschungsbereich sei gewesen, dass Grenzen zwischen den Fächern überwunden werden konnten, sagt Thomas Scholten: „Ressourcen im klassischen Sinne, wie Bodenschätze, sind Thema der Geowissenschaft. Die tut sich schwer mit dem menschlichen Faktor, der in den Geistes- und Sozialwissenschaften stärkere Berücksichtigung findet. Nur gemeinsam konnten wir zu einer umfassenden Neudefinition von Ressourcen kommen.“ Er weist außerdem darauf hin, dass Ressourcen eng mit dem Thema Nachhaltigkeit verbunden sind, wodurch sie neu betrachtet werden müssen. „Heute nehmen die Bemühungen stark zu, Ressourcen nicht als Verbrauchsgut zu betrachten, sondern in Kreisläufen zu denken.“</p><p>„Im Sonderforschungsbereich ‚RessourcenKulturen‘ haben die beteiligten Forscherinnen und Forscher über die maximale Laufzeit von zwölf Jahren eine bemerkenswerte Dynamik aufrechterhalten. Dies ist ein besonders gelungenes Beispiel der interdisziplinären Zusammenarbeit“, sagt Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, die Rektorin der Universität Tübingen.</p><h3>Weitere Informationen:</h3><p>Der <a href="/zh/forschung/forschungsschwerpunkte/sonderforschungsbereiche/sfb-1070/">Sonderforschungsbereich 1070 „RessourcenKulturen. Soziokulturelle Dynamiken im Umgang mit Ressourcen“</a> läuft vom 1. Oktober 2013 bis 30. Juni 2025.</p><h3>Publikation:</h3><p>Zum Abschluss des Sonderforschungsbereichs haben die Sprecher und weitere Beteiligte ein Buch als fachübergreifendes Standardwerk zum Thema Ressourcen herausgegeben:</p><p>Herausgeber: Bartelheim, Martin; Hardenberg, Roland; Männlein, Irmgard; Riehl, Simone; Schade, Tobias; Scholten, Thomas: ResourceCultures – How Resources Affect Societies. Reichert Verlag, 2025. ISBN 9783752008685.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-121293</guid><pubDate>Thu, 10 Jul 2025 09:53:07 +0200</pubDate><title>Die Spur der Steine: Rohmaterial für frühe Werkzeuge</title><link>https://uni-tuebingen.de/zh/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=121293&amp;cHash=8ade2bfb9b9cb0601558063e37490630</link><description>Internationales Forschungsteam von der Universität Tübingen und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung untersucht die Mobilität steinzeitlicher Jäger und Sammler im südlichen Afrika</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bereits in der Steinzeit Afrikas nahmen Menschen weite Wege auf sich, um bunte Gesteinsrohmaterialien zur Herstellung von Werkzeugen zu beschaffen. Das ergab eine Untersuchung an bearbeiteten Steinwerkzeugen aus bis zu 40.000 Jahre alten Fundstätten und an natürlichen Gesteinsvorkommen im heutigen Königreich Eswatini an den Grenzen zu Südafrika und Mosambik, dem früheren Swasiland. So legten die Jäger und Sammler vor Jahrtausenden zwischen 30 und hundert Kilometer zurück, um bestimmte Gesteinsmaterialien mit auffälliger Färbung zu sammeln, etwa roten Jaspis, grünen Chalzedon und schwarzen Hornstein. Die neue Studie stand unter der Leitung von Dr. Gregor D. Bader aus der Älteren Urgeschichte und Quartärökologie sowie dem Senckenberg <span lang="en" dir="ltr">Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> an der Universität Tübingen. Sie wurde im <i><span lang="en" dir="ltr">Journal of Archaeological Science</span></i> veröffentlicht.</p><p>Um die Bewegungen und Wanderungen früherer Menschen zu rekonstruieren, müssen zuweilen ganze Landschaften betrachtet werden: In seine Studie bezog das internationale Forschungsteam mehrere Fundstätten mit Werkzeugen und potenzielle Quellen der Rohmaterialien ein. „Dafür bot Eswatini mit den Sammlungen des Nationalmuseums in Lobamba gute Voraussetzungen. Dort werden Artefakte aus zahlreichen archäologischen Fundstätten aufbewahrt“, berichtet Gregor Bader. In ihrer Studie untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Steinartefakte aus den vier Fundstellen Hlalakahle, Siphiso, Sibebe and Nkambeni.</p><p>Durch die enge Zusammenarbeit mit Dr. <span lang="en" dir="ltr">Brandi MacDonald</span> vom Forschungsreaktor in Missouri, USA, konnte das Team um Bader die Herkunft der verwendeten Steine mithilfe der Neutronenaktivierungsanalyse entschlüsseln. Dabei werden die Steinproben mit Neutronen bestrahlt, sodass es zu einer Wechselwirkung zwischen den Atomkernen in der Probe und den Neutronen kommt. Die entstehenden Umwandlungsprodukte und die freiwerdende Strahlung offenbaren die quantitative Zusammensetzung der Steinprobe, der enthaltenen Elemente und ihrer Isotope, das sind gleiche Atome verschiedener Masse. Das spezifische Muster – in der Forschung spricht man auch von einem geochemischen Fingerabdruck – ist jeweils charakteristisch für Steinmaterialien verschiedener Art und für den jeweiligen Standort, von dem sie stammen. „Die Methodik ist zwar destruktiv, allerdings werden nur winzige Probemengen benötigt und die Ergebnisse sind hervorragend“, erklärt Bader. „Durch den Vergleich der Analysemuster des Steins, aus dem die gefundenen Werkzeuge hergestellt wurden, und der in der Region vorkommenden Gesteine können wir die Herkunft der verwendeten Rohmaterialien geografisch zuordnen.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-121164</guid><pubDate>Tue, 08 Jul 2025 09:30:48 +0200</pubDate><title>Kajal aus der Eisenzeit im Iran nach bisher unbekanntem Rezept</title><link>https://uni-tuebingen.de/zh/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=121164&amp;cHash=5c6d7404b90e2268e3e25b256b4c3a44</link><description>Internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Tübingen entdeckt ungewöhnliches schwarzes Make-up für die Augen an Ausgrabungsstätte aus dem 7. bis 9. Jahrhundert v. Chr.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Schwarzes Make-up für die Augen aus dem neunten bis siebten Jahrhundert v. Chr. im Nordwesten des heutigen Iran enthielt natürlichen Graphit und Manganoxid – anders als das weitverbreitete Kajal dieser Zeit im Mittleren Osten, das häufig auf der Basis von Blei hergestellt wurde. Die einzigartige Rezeptur für Kajal entdeckte ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Silvia Amicone von der Arbeitsgruppe Archäometrie der Universität Tübingen bei der Untersuchung von Proben aus der Friedhofsfundstätte Kani Koter an der Ostgrenze des früheren Assyrischen Reichs. Das Ergebnis gibt Einblick in kosmetische Praktiken im früheren Mittleren Osten und in die materielle Kultur vom Rande des Assyrischen Reichs. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Archaeometry veröffentlicht.</p><p>Bei der Fundstätte Kani Koter handelt es sich um einen Friedhof, auf dem in der Eisenzeit Tote bestattet wurden. „Darunter sind auch Gräber der früheren Eliten mit reichen Grabbeigaben“, berichtet Dr. Shelir Amelirad von der Universität Heidelberg. Es fanden sich Gegenstände für die Körperpflege wie Spiegel und Instrumente zum Auftragen von Make-up sowie ein Keramikgefäß, das einen schwarzen Puder enthielt. Die Gegenstände wiesen Elemente eines assyrischen Stils auf. Das Forschungsteam analysierte den schwarzen Puder mit einer Reihe von wissenschaftlichen Techniken.</p><h3>Lokal verfügbare Ressourcen</h3><p>„Unsere Befunde offenbarten ein völlig neues Kajalrezept“, sagt Silvia Amicone. „Statt Blei oder organischen Inhaltsstoffen, wie sie typischerweise in alten Rezepturen zu finden sind, wurde hier Graphit verwendet, was gut auf der Haut haftet und ihr ein auffällig schimmernd metallisches Aussehen verliehen haben dürfte.“ In der Make-up-Mischung seien keine organischen Stoffe entdeckt worden. „Wir können heute nicht sagen, ob auf solche Zutaten bewusst verzichtet wurde, oder ob sie über die Zeit zersetzt wurden“, fügt Amicone hinzu. Der Gebrauch von schwarzem Hartmanganerz und natürlichem Graphit deute auf die kreative Verwendung von lokal verfügbaren Ressourcen aus dem mineralreichen Zagros-Gebirge hin.</p><p>„Die Entdeckung fügt unserem Wissen über den persönlichen Schmuck der Menschen und ihr Auftreten in der früheren Welt neue Details hinzu. So erfahren wir vor allem mehr über das kulturelle Leben der Eliten im Gebiet zwischen Assyrien und dem Iran“, fasst die Forscherin die Ergebnisse zusammen.</p><p>Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, die Rektorin der Universität Tübingen, kommentiert die Entdeckung: „Die Analyse einer Grabbeigabe öffnet hier ein Fenster in eine frühere Welt, die unserer heutigen in überraschenden Details ähneln kann. Unsere Forscherinnen und Forscher fügen durch den Einsatz moderner naturwissenschaftlicher Methoden dem Wissen über die kulturelle Entwicklung der Menschen immer wieder neue Bausteine hinzu.“</p><h3>Publikation:</h3><p>Silvia Amicone, Baptiste Solard, Shelir Amelirad, Eghbal Azizi, Lara Maritan, Maxime Rageot, Chris-toph Berthold, Karen Radner: Eye makeup in Northwestern Iran at the time of the Assyrian Empire: a new kohl recipe based on manganese and graphite from Kani Koter (Iron Age III). Archaeometry, <a href="https://doi.org/10.1111/arcm.13097" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1111/arcm.13097</a>&nbsp;<br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-120981</guid><pubDate>Wed, 02 Jul 2025 10:36:11 +0200</pubDate><title>Kleine Werkzeuge, große Tiere: 430.000 Jahre alte Schlachterei untersucht</title><link>https://uni-tuebingen.de/zh/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=120981&amp;cHash=a946ff6265c9eda64238de2f3d434ee2</link><description>Frühe Menschen nutzten eine ausgeklügelte Kombination aus Techniken und Materialien zur Werkzeugherstellung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein internationales Forschungsteam hat eine neue Studie zu einem der ältesten bekannten Fundorte für die Verarbeitung von Tierfleisch durch Menschen im südlichen Balkan veröffentlicht. In Marathousa 1, einer archäologischen Fundstätte im griechischen Megalopolis-Becken, fanden Forschende nicht nur zahlreiche Steinwerkzeuge, die Hinweise auf das Verhalten früher Menschen geben, sondern auch Überreste des ausgestorbenen Waldelefanten Palaeoloxodon antiquus. Die in der Fachzeitschrift <i>PLOS ONE</i> veröffentlichte Untersuchung unter der Leitung des Senckenberg <span lang="en" dir="ltr">Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> an der Universität Tübingen zeigt, dass bereits vor etwa 430.000 Jahren verschiedene Techniken zur Werkzeugherstellung genutzt wurden – je nach Material und Zweck. Die frühen Homininen stellten die für die Fleischzerlegung benötigten scharfen Abschläge sowohl durch freihändiges Abschlagen als auch mit „bipolaren Schlagtechniken“ her.</p><p>Der derzeit älteste bekannte archäologische Fundplatz Griechenlands liegt in der Region Megalopolis im zentralen Peloponnes (Arkadien, Griechenland). „Das unter freiem Himmel liegende Marathousa 1 wurde erst vor etwas mehr als zehn Jahren entdeckt und auf ein Alter von etwa 430.000 Jahre datiert“, erklärt Dalila De Caro, Erstautorin der Studie und Doktorandin in der Abteilung Paläoanthropologie der Universität Tübingen, und fährt fort: „Die Fundstelle bietet eine seltene Gelegenheit, das Verhalten der Menschen im südlichen Europa während des Mittelpleistozäns zu erforschen.“</p><p>De Caro hat gemeinsam mit weiteren Forschenden der Universität Tübingen, des Senckenberg <span lang="en" dir="ltr">Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> (SHEP), der griechischen Universität Ioannina und der Abteilung für Paläoanthropologie und Höhlenforschung des Griechischen Ministeriums für Kultur und Sport Steinwerkzeuge aus der Fundstelle untersucht, die zusammen mit Tierknochen – vor allem mit Überresten von Ur-Elefanten – gefunden wurden. „Wir wollten herausfinden, wie frühe Menschen ihre Werkzeuge herstellten und deren Fertigung organisierten. Außerdem hat uns interessiert, welchen Einfluss die ressourcenreiche Umgebung des Megalopolis-Beckens – mit reichlich Wasser, Rohstoffen und Tieren – auf ihr Verhalten hatte“, legt De Caro dar.</p><p>„Die Knochen der tierischen Großfauna weisen Schnittspuren und Schlagmarken auf – klare Hinweise auf das Zerlegen und Verarbeiten der Tiere durch Menschen. Das macht den Fundplatz zu einem bedeutenden Zeugnis für die Lebensweise von Homininen im Mittelpleistozän“, fügt SHEP-Forscherin Professorin Katerina Harvati hinzu.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item>
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