28.02.2026
Wissenschaftspreis für Prof. Dr. Bernhard Pörksen
Jury vergibt Preis als Teil der Exzellenzstrategie an Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen sowie Rechtsextremismusforscher Rolf Frankenberger – Nachwuchspreis geht an Ökologin Rachel L. Gunn Christfried Dornis
Die Universität Tübingen verleiht den Preis für Wissenschaftskommunikation in diesem Jahr an zwei Nominierte: den Medienwissenschaftler Professor Bernhard Pörksen und den Rechtsextremismusforscher Dr. Rolf Frankenberger. Der Nachwuchspreis geht an die Ökologin Dr. Rachel L. Gunn. Bernhard Pörksen wird für die umfassende und vielschichtige Kommunikation seiner Forschung zur öffentlichen Debattenkultur ausgezeichnet, Rolf Frankenberger für seine engagierte, dialogorientierte Aufklärungsarbeit zur extremen Rechten und deren gesellschaftlichen und politischen Einbettungen. Rachel L. Gunn wird geehrt für die innovative und inklusive Kommunikationsarbeit, die an ihre Untersuchung fragiler Ökosysteme anknüpft.
Der Preis ist in der Exzellenzstrategie der Universität Tübingen verankert und würdigt besondere Leistungen in der Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Über die Vergabe entscheidet eine Jury aus Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten, Forschenden sowie weiteren Expertinnen und Experten aus dem Kommunikationsbereich. Die offizielle Preisverleihung findet am 28. April um 18 Uhr in der Alten Aula statt.
„Im Namen der gesamten Universität gratuliere ich der Preisträgerin und den beiden Preisträgern sehr herzlich“, sagt Professorin Dr. Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. „Die Jury zeichnet in diesem Jahr mit dem Hauptpreis zwei Forschende aus, die sich in herausragender Weise für die Demokratie engagieren: Bernhard Pörksen, indem er die Bedingungen gelungener öffentlicher Kommunikation sichtbar macht; Rolf Frankenberger, indem er rechtsextreme Entwicklungen analysiert und einordnet. Demokratische Verständigung braucht beides: eine klare, faktenbasierte Grundlage und die Bereitschaft, einander zuzuhören. Nachwuchspreisträgerin Rachel L. Gunn macht eindrücklich erfahrbar, wie schützenswert und zugleich schutzbedürftig die Ökosysteme des Pla-
neten sind.“
Reden ist Silber, Zuhören ist Gold
Bernhard Pörksen erforscht Dynamiken öffentlicher Kommunikation im digitalen Zeitalter. Er zeigt, wie Empörung, Hasskultur und Faktenverzerrung vielfach die Debatten prägen und polarisieren. Daraus entwickelt er Ansätze für eine konstruktive, transparente Gesprächskultur, die maßgeblich auch auf der Bereitschaft zum Zuhören basiert. Seine Erkenntnisse bringt er in einer vielbeachteten populärwissenschaftlichen Sachbuchtrilogie einem diversen Publikum nahe. Mit zahlreichen Interviews, Essays, Vorträgen und öffentlichen Dialogformaten erzielte er darüber hinaus eine große mediale Resonanz. So trägt er mit seinen Arbeiten dazu bei, die Medienmündigkeit und die Kunst des Miteinander-Redens und des Zuhörens zu fördern. „Bernhard Pörksen gelingt es, komplexe Kommunikationsprozesse leicht verständlich zu machen und Orientierung in einer zunehmend polarisierten Öffentlichkeit zu geben. Seine Arbeit wirkt weit in die Gesellschaft hinein“, sagt die Juryvorsitzende Professorin Monique Scheer, Prorektorin für Internationales und Diversität der Universität Tübingen.