Zeitgeschichte

Globalgeschichte & Asien-Pazifik

'Raue' Nachkriegsdemokratien

In den vergangenen Jahren beschäftigten sich Historiker:innen vermehrt mit dem facettenreichen Charakter europäischer Nachkriegsdemokratien (u.a. Conway 2020; Corduwener 2023). Beinahe einmütig betonten sie den „eingehegten“, „kontrollierten“ Charakter der ersten zwei Dekaden nach 1945 und erklärten diese fast zu einer Art golden age demokratischer Stabilität. Das Projekt geht davon aus, dass die Nachkriegsdemokratien in diesem Zeitraum nicht nur „kontrollierte“, sondern zugleich „raue“ Demokratien (vgl. zum Begriff auch Nolte 2024) waren, in denen physische Gewalt ein fortbestehender Bestandteil des demokratischen Konfliktaustrags blieb. Das Projekt wird von der Gerda-Henkel-Stiftung gefördert und ist in ihrem historisch ausgerichteten Teilbereich „Demokratie als Utopie, Erfahrung und Bedrohung“ angesiedelt. Federführend sind Petra Terhoeven (DHI Rom), Robert Kramm (Universität Tübingen) und Sonja Levsen (Universität Tübingen).

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In the Shadows of Lighthouses: Hidden Histories in and of the 19th Century Asia Pacific

In the Shadow of Lighthouses ist eine globale Alltags- und Technikgeschichte, die mittels Leuchttürme die versteckten, vergessenen und bisher wenig ausgeleuchteten Geschichten des Asien-Pazifik-Raums im 19. Jahrhundert erzählt. Anhand einzelner Episoden werden Verflechtungen im Ausbau imperialer Infrastruktur, Arbeits- und Migrationsregime sowie Umwelt und Technologietransfer genauer in den Blick genommen. Der regionale Fokus liegt auf Japan, Hawaii und der amerikanischen Westküste im nördlicheren Teil des Pazifiks. Ziel ist es, die Konflikte und Brüche in der Geschichte des Asien-Pazifik hervorzuheben, und den Schattenseiten der vermeintlich einheitlichen Erfolgsgeschichte der Moderne nachzuspüren.  Damit sollen Unglück und Missgeschick, aber auch Unfälle und Ungereimtheit als Untersuchungsperspektiven historischer Forschung gestärkt werden. (Robert Kramm)

Besatzungsalltage: Race und Sex im besetzten Japan und Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg aus globalgeschichtlicher Perspektive

Der Ausgangspunkt von Besatzungsalltage ist Japans und Deutschlands geteilte Erfahrung militärischer Aggression und Besatzung in der ersten Hälfte und Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts. Es eruiert die Möglichkeiten einer transnationalen Vergleichs- und Verflechtungsgeschichte zwischen Japan und Westdeutschland. Der Schwerpunkt liegt auf den historisch spezifischen Formen rassistischer, sexistischer und klassenbasierter Ausbeutung und Gewalt in der Nachkriegszeit um 1950 herum. (Robert Kramm)

Wassersuche jenseits moderner Infrastrukturen im 19. und 20. Jahrhundert

Ich untersuche Praktiken und Wissensbestände der Wassersuche, insbesondere in imperialen Expansionsbewegungen seit dem späten 19. Jahrhundert und bis ins Zeitalter der Dekolonisation hinein. Dabei konzentriere ich mich auf wasserarme Regionen im Südwesten Afrikas, im Osten Afrikas sowie in den USA. Es geht mir also um eine Wissens-und Umweltgeschichte der Wassersuche in transimperialer Perspektive. (Robert Pursche)